Nr. 05 Der öfc&eiw* Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: Hletzeder Saniklienblätter; Kreisblött für den Ureis Gietzen. vezugspreis: monatl. 90 Pß. viertel« jährl. Mk. 2.65. durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 80 Pf.: durch diePost Mk. 2.45 Vierteljahr!. ausschl. Beste llg. Ferthprech - Anschlüsse: für die Schrift!cituug 112 Verlag,GeschästSstrllebl Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Erstes Blatt t67. Jahrgang Dienstag, 2 \. Rpri! M? Postscheckkonto: Zrankfurt a.M. 11686 vantvertehr: Gewerbcdant Gießen ZwiUingsrnnddruck u. Verlag, vriihl'sche Univ.-Vuch- u. Stclnftrufere! B. Lange. Schristleitung, Geschäftsstelle n. Druckerei: Schulftr. I Annahme von Anzeigen ‘. die Tagesnummer dis zum Nachmittag vorher Zeilenvreis, f. Anzeigen: örtlich 20 Pi.. Per» mietungen u. Stevenqe^ suche 15Ps., auSwä rtS 25 Pf., b Platzvorschrisd 30 Pf., Reklamen 75 Pi^, bei Platzvorschrift 90 Pst Hauvtschriitleiter: Aug., Goetz. Verantwortlich! für Politik u.Feuilleton: A"a. (Äoetz, Stadt unb» La^,Lerlnischtesu.Ge^ richtssaal: Fr. N. Zenz^ Anzeigenteü: H. Beck, amtlich in Gießen. MTV.) Großes Hauptquartier, 23. April. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. H e e r e S g r u p p e K r o n p r i n z R u p p r e ch t. Zwischen LooS und der Bahn Arras — Carnbrai dauerte gestern der Artilleriekampf an. Nordwestlich von Lens drangen englische Stoßtrupps in 500 Meter Breite in unseren vordersten Graben; sic wurden durch Gegenstob zurückgeworfen. Auch nachts' blieb das Feuer stark; heute früh haben nach Trommelfeuer in breiter Front die Jnfantericknmpsc begonnen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Vormittags war nur nordöstlich von S o i s s o n s die Ferrcrtatigkcit gesteigert. Von nachmittags an bekämpften sich längs der A i s n e und in der Champagne die Artillerien wieder mit zunehmender Heftigkeit. Handgranatcnkämpfe spielten sich auf dem C h e m i n des Dämes-Rücken ab; ein starker französischer Angriff nordwestlich von L a V i l l c a u r B o i s brach verlustreich zusammen. Zwischen P r o s n e s und S u i p p e S -Niederung brachten Vorstöße dem Feinde keinerlei Vorteil. Wir machten am Hochberg, südöstlich von Moron- villiers, und durch Eindringen in die französische Stellung südlich von St. Marie a. Pie über fünfzig Gefangene. Heeresgruppe Herzog Alb recht. Nichts Neues. * Unsere Flieger schossen vier feindliche Fesselballons in Brarid und brachten in Luftkämpfen elf Flugzeuge zum Absturz. Rittmeister Frcüftrr von R i ch t h o f e n blieb zum 46. Male, Leutnant Wolfs zum 20. Male Sieger. Die Jagdstaffel des Rittineisters Freiherrn von Richthvfen hat bis gestern 100 feindliche Flugzeuge abgeschossen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Mchr-fach lag lebhaftes Feuer der russischen Artillerie aus unseren Linien. ES wurde kräftig erwidert. Bombenabwurf russischer Flieger bei Lida wurde durch Luftangriff auf Ntolodetschno und Turez (nordwestlich bezw. südwestlich von Minsk) vergolten. Mazedonische Front. Am Ostufer des Barbar und südwestlich des Doiran- Sees heftiges Artilleriefeuer, dem nur am Doiransee ein englischer Angriff folgte. Er wurde von den bulgarischen Truppen cbgewiesen. Eines unserer Fliegergeschwader griff aus der Lust in den Kanrpf ein. Der Erste Gencratauartiermeister Luden d.orff. * Der Abendbericht. Berlin, 23. April, abends. (WTB. Amtlich.) Auf de« Sckftachtfeld von ArraS ist heute der neue englische Ansturm unter schiversten Verlusten ergebnislos zusammen gebrochen. An der Aisne und in der Champagne zeitweilig starker Artilleriekampf. Im Osten nichts Wesentliches. * * * Aus bcm von der Revolution erschütterten Zarenreich kommt uns heute ein wichtiger Fingerzeig für die Beurteilung der Erfordernisse deutscher Politik nach der Richtung des Ostens. Brussilow hat namens des Südweftheeres an die provisorische Regierung sich gewendet und verlangt, daß die konstituierende Versammlung nicht in Petersburg, sondern in Moskau stattfinde. Wir dürfen ans dem Tele- qranrnr dieses erfolgreichste:: russischen Heerführers schließen, daß eS noch große und breite Strömungen in Rußland «fibt, die sich keineswegs' für die Ziele des Arbeiter- und Soldatenrates nach einem Frieden ohne Entschädigungen und Gebietsabtretungen bekennen. Die Möglichkeit verstärkt sich, daß auch die Lage in der russischen Hauptstadt noch einem Wechsel unterworfen werden kann, und weder die provisorische Regierung, noch der Rat des .Herrn Tscheidse steht aus unerschütterlichen Füßen. Die deutsche Politik darf sich keiner Voreiligkeit schuldig machen. Wir haben gestern die Meinung ausgesprochen, daß es grundfalsch wäre, in Unterhandlungen mit Petersburg aus einen Frieden ohne Entschädigungen hinznarbeiten. Wenn dieser Gedanke in den Köpfen der russischen Revolutionäre heitere Werbe- sraft entwickelt, so brauchen wir Deutsche nichts dafür zu tun, im Gegenteil, unser Zutun könnte eher die Ziele rmd Bestrebungen eines Brussilow ermuntern. Das ist auch die Ansicht eines so guten Kenners des Zarenreiches wie Professor Schiemann, der im „Düsseldorfer Gen.-Anz." ix. a. schreibt: „Daß Friedensgerüchte hüben und drüben sich gLtteiw machen, wäre lächerlich, zu bestreiten: auch wir wollen, daß dieser Krieg sobald es möglich ist, durch einen Frieden seinen Abschluß findet, aber wir glauben, das; ein Buhlen um die Gunst der.Rus- s e n uns von Erreichung dieses Zieles ab b r i n g t, nicht ihn: näher r üb r t. „Ter kennt die Geschichte Rußlands schlecht, der glaubt, daß durch Verbeugung vor der Größe und dem Edelmut Rußlarrds etwas anderes zu erreichen sei, als eine Steigerung des russischen Hochmuts und der rusiischen Ansprüche. Zudem sehen wir nicht, welchen Teil der Sozialdemokraten Herr Scheidemann M vertreten berechtigt sein sollte, da doch die ungeheure Mehrzahl mt sozialdemokratischen Männer T>sirtc irt unseren Schützengräben liegt oder ihren Tribut ocm PaterHande in der Flotte zahlt. Endlich ist doch die Frage mszuwersen, mit wem in Rußland so l über einen Frieden verhaiüelt werden, bevor die konstitniercrche B rsammlung eine Regierung ins Leben gerufen hat, welche die ('arantj'C der Dauer und Stabilität bietet? Mir wissen nicht, ob di: provisorische Negierung, dis uns als das Mundstück der Entente ul hr als verdächtig ist, sich übe' Nacht behaupten kann, und ebensowenig küssen wir, ob die heute dliminierende Arbeiter- und Soldatcar- O rganisation Petersburgs nicht morgen einer verwandtenOr- ganisation Moskaus wird weichen müssen. Daß auch die Petersburger Organisationen von englischen Agentm beaufsichtigt toerden, haben' die Ereignisse cm den schwedisch-finnischen Grenzen bewiesen. Eine große Rolle dabei svielt gelriß das Geld der West- mächte, über dessen Anziehungskraft reiche Erfahrungen oorliegen, das aber aller Wahrscheinlichkeit nach in einer Versammlung, wie die russische Konstituante, unter den: Druck der vorwiegenden agraren Zustände, weniger zur Geltung komncen wird, als vielleicht glaubhaft erscheint. Und so lautet mein Ceterum eensev: kleine Verhandlungen mit Rußland, bevor die russiche Konstituante gesprochen l>at." Wie wir uns Rußland im gegebene:: Fakte zu nähern haben werden, kann nur die Prüfung der Gesamtlage, das Verhalten und die Lage Englands und Frankreichs, ergeben. Ganz mit Recht wird in einem Leitartikel der vom Grafen v. Bothmer heransgegebenen Münchener Zeitschrift „Die Wirklichkeit" dargetan, die Tragik des Deutschtums in diesem Kriege liege dürft:, daß es den ganzen Krieg von Anfang an nicht in seiner weltpolitischen Zusammensetzung gesehen habe, sondern in erster Linie kontinental, und zwar in erster Linie östlich orientiert. Wir haben übersehen, daß der eigentliche Feind nicht im Osten, sondern daß er im Westen ist. „Uns lag der Gedanke fern, daß all unser staatliches Leben und Sein sich im Grunde doch nur an. der Peripherie der Welt vollzieht, in deren Mittelpunkt die angelsächsische Rasse steht. Dieser Weltkrieg aber ist ein Kampf des Angelsachsentums um die Sicherheit dieser Gestaltung seiner Weltherrschaft." Von z:vei Seiten her sieht es sich bedroht; von Deutschland und von dem Mongolentum unter der Führung Japans. Hierdurch exklärt sich die Interessengemeinschaft Amerikas und Englands. In'dem erwähnten Artikel beißt es; „Wie die Dinge einmal gestaltet gind, bleibt uns eigentlich keine andere Wahl als: entweder der Knecht Englands oder der Bundesgenosse Japans zu werden, es sei denn, daß wir bereit rmd stark genug sind,, selbst die Führung der weißen Stoffe als Herr der weißen Rasse in dis Hand zu nehmen. Lluch hier formt die Lösung der Probleme wiederum nur in einem durchhamen Knoten bestehen. Der Knoten aber :m:ß nach Westen hur durchhauen werdet:. Es ist eine naive Plnrntasie, noch schlinlmer, eine Verwirrung der politischen Begriffe in Deutschland, daß inan ständig auf die Masse der Slaven hinschaut. Gewiß ist das Slaventnm für uns bedrohliche in seine^ großen Acenge. Aber ist int Grunde nickst der Feind von heute und nickst der Feind von morgen, sondern der Feind von übermorgen. Ter bundesstaatliche Charakter, der dem neue:: slavischen Sbaatswesen überhaupt natur- notroendig andrsten muß, nachdem seine Zeittralisierung im Zarentum zerbrochen ist, und zwar deshalb natnriwtwendig anhaften :m:ß, weil der Osten ethnologisch so stark zersetzt ist, das; er nickst anders organisiert werden kann, nimmt dem Slaventun: außerdem noch« in hohen: Grade seine Gefährlichkeit. Wir könnet: also die Probleme des nahen Ostens ganz ruhig der Zukunft überlassen, wie überhaupt ein vernünftiger Politiker Probleme nicht eher angreift und löst, als bis sie reis geworden sind. Es ist uns nur gegeben, selbst der Führer des Europäertums zu sein, oder uns weltpolitisch auszulöschen. Der Sieg deutscher Selbständigkeit in der Zukunft kann einzig und allein darin beruhet:, daß wir an Englands Stelle tretet:, mit anderen Wörter:, daß hie Vormacht Europas — denn ein Staatenkonglomerat, das so durchsetzt ist wie Europa, muß eine Vormacht haben — an uns übergeht.^ * Der österreichisch-^irg arische Tagesbericht. W i e u , 23. April. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: Aus allen drei Kriegsschauplätzen nichts von Belang. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö s c r, Feldmarschalleutnant. * * * Die Kämpfe an der Westfront. Berlin, 23. April. (WTB. Nichtanrtlich.) Während in: Abschnitt der Aisne und in der Chanrpagne sich das Bild der itt heftige Einzelkämpfe und teilweise starke Katronaben zerfallenen Schlacht auch am gestrigen Tage nicht änderte, flammte die durch mehrtägiges gesteigertes Feuer vorbereitete intb angekündigte Schlacht irrt Raume Arras- Loos erneut auf. Der erste englische Atrprall, der am 22. April vormittaiAs 0 Uhr in der Gegend von Loos erfolgte, brach nach euren: mit seltener Erbitterung geführten .Kampfe unter schwere:: englischer: Verlusten erfolglos zusammen. Die Engländer konnten nicht eine:: Meter unserer Stellung behaupten. Nordwestlich von Fampoux in der Soarve-Niedernng wurden am 23. Llpril feindliche Trnppen- ansanunlungen, Kavallerie und Tankgefchwader unter kon- zentrisches Vernichtungsfeuer genommen. Am Vormittag des 23. April entbrannte die In f a nt e r: e s ch l a ch t nach sechs tägigen: Artillerietanrpf auf breiter Front von neuem. Vorfeldkämpfe im Abschnitt zwischen: Scarpe und Somme verliefe:: für uns günstig. Englische Patrouillen, die sich in Trescanlt und Rentn'conrt festfetzten, wurdet: unter enrv- ftndlick)en Verlusten für den Feind versagt, desgleichen gegen Ossus vorfühlende feindliche Patrouillen. D:e Stadt St. Quentin lag abermals unter Artilleriefener. I:: der Gegerrd von Vcnzeillon und Leuilly wurden erkannte feindliche Truppeuansammlungen durch vernichtendes Granad und Schrapnellfener dezimiert. Ein feindlicher Angriff kan: infolgedessen nicht zustande. In dem Raume der Aisne und in der C h a m p a g n e war besonders der nachts 11 Uhr südlich von Eraomre vorgetragene erbitterte feindliche Angriff für die Franzosen außergewöhnlich verlustreich. Nacksträglich wird gemeldet, daß allein im Raume Berry-au-Bac bis Auberive in der Zeit vom 16. bis 19. April 30 Offiziere, 1472 Mann und 91 Maschinengewehre eingebracht wurdet:. Nördlich von St. Hilaire holten unsere Stoßtrupps 15 Franzosen aus dem feindlichen Graben. Patrouillen des Gegners wurden im Handgranatenfeuer abgewiesen. Berlin, 23. April. (WTB.) Aus aufgefundenem französischen B e f e h l e n, die durch Aussagen txm^ Gefangene:: ergänzt werden, ergibt sich immer klarer der groß angelegte französischeDurchbruchsplan. Tie deutsche Front sollte an: 16. April dnrch einen nmoiderstshlichen Anprall der französischen Divisionen an der Aisne gesprengt werden. Das 32. Korps sollte am 16. April zwölf Kilometer tief ans beiden Ufern der Aisne 'bis aus Brienne und Pronvais durchstoßen. Die 27. Division sollte, südlich anschließend, bis zur Suippes vorbrechen und dann scharf nach Osten abschwenken, während die 14. Division den Block Brimont überrennen sollte. Die Absicht des strategischen Planes ging dahin, die deutsche:: Truppen im Raume südlich der Aisne durch einen wuchtigen Angriff in östlicher Richtung^ zurück- zmvcrfen, um sie den am 17. April in der Gl^rmpagne bei Auberive und Moronvillers durchstoßenden französischen Truvpenfäulen m die Arme zu treiben. Auf den östlich von Reims liegenden zwanzig Kilometer langen deutschen Frontabschnitt von Betheny bis Prunay war ein Angriff nickst angcsetzt. Dieses Frontstück sollte durch einen Vorstoß von Brimont nach Osten und durch einen Vorstoß bei ^Auberive nach 97orden am 16. und 17. April eingekesselt werden. Diese Eirckefselung konnte indessen nur gelinge::, wenn die östlich Brimont vorstoßenden französischen Kampssäulen. schon im Laufe des 16. April, also am ersten Angriffstage, die befohlenen Linien erreichten. In einem len gen Zusanimenhang mit diesen Operatio:wn südlich der Aisne standen die von der ftanzösischen L,eeresle:tung geplanten Operationen nördlich der Aisne auf der Linie Braye—Cerny— Craonne. Hier sollten die Franzosen mit der Kerntrist>Pe des 20. Armeekorps als Hauptstütze 12 Kilometer tief in das Hügel- und Waldgelätwe südöstlich von Laon Vordringen, um der ^ neuen „Siegfriedstcllung" in den Rücken zu kommen. Durch die breiten Breschen der aus einer Breite von 80 Kilometern zertrümmerdsL deutsche.: Front sollte die Armee der Poursuite vorjagen. Die Sitrengung des Frontabschnittes Aisne—Champagne und die fächerförmige Ausrollung nach Osten und Norden stellen einen großzügigen und wvhldurchdachten Plan dar, der aber nur Aus^ sickst aus Erfolg hatte, wenn bereits am ersten, spätestens^ a» zweiten Schlachttage der Durchbruch in der befohlenen Tiefe glückte. Gelangen die Operationei: nicht Schlag auf Schlag, so war der Plan zum Mißlingen verurteilt. Heute nach einer Reihe blutiger Schlachttage si:rd die kühnen Operationen Nivelles bereits endgültig gescheitert. Abflauen der Aisne- und Charnpagneschlacht. Berlin, 23. April. (WTB. Nichtamtlich.) Die Sch-lachk an der Aisne -Champagne front flaute am gestrigen Tage sichtlich ab. Die außergewöhnlich starken Verluste, die^die Franzosen an den vergangenen Schlachttagen beim Zusammenprall mit den sich heldenhaft schlagenden deutschen Verteidigern erlitte::, zwangen dem Gegner augenscheinlich, eine Kampfpause ans. 9iachträglich wird gemeldet, daß am 19. April bei der Rückeroberung der ehemaligen Zuckerfabrik Cerny, sowie bei dem blutig znrückgewiesenen zweimaligen ftanzösischen Angriff am Vormittag des 21. April südöstlich von Cernp neun Maschinengewehre und Gefangene in unserer Hand blieben. Ja: der Champagne wurden nördlich von Prosnes feindliche Jnfanterieansammlungen in unserem Ventich- tungsfeuer dezimiert. Handgranatentmrpps wurden abgewiesen. Mehrere Panzerwager: wurden durch unsere Artillerie zerstört. Ab-ends erlitten die Franzosen nordöstlich Prosnes bei einem mißglückten Deilangriff an unfern: Feuer schwere Verluste. Eine in der Nacht zmn 21. Llpril dnrchgeführte Unternehmung in Gegend von St. Eloi ergab, daß der Gegner, dessen Gräben durch unser Granatfeuer zerstört waren, sehr große blutige Verluste erlitt. Unsere Stoßtrupps brachten die wenigen Ueberlebenden als Gefangene nebst Maschinengewehren, einem Minenwerser und sonstigem Gerät zurück. Auch im Raume von Arras sowie zwischen Ancre und Somme brachten erfolgreiche deutsche Patrouillenvorstöße Gefangene und Beute ein. Zum Angriff angesetzte stärkere feindliche Kräfte wurden bei Beaucamp, Villers- Plaich unter schweren Verlusten, teils im Nahkampfe, abgewiesen. Vor einem einzigen schmalen Frontabschnitt wurden dort 300 tote Feirwe gezählt. Das bei NieuPort brennend in die See stürmende feindliche Luftschiff, das acht Mann Besatzung und zwei Maschinengewehr-Gondeln führte, wurde trotz heftigster Gegenwehr von unseren Fliegern aus einer Entfernung von 20 Metern ahaeschossen. ... Die Beschießung von Calais. Paris, 23. April. (WTB. NiaZtamÜtck.) Rteldrmg der Age::ce Havas. Der „Temps" erfährt solg-rmdc Einzelheiden über die Beschießung von Calais: In der Nacht aus Sotutobeni) wurde die Bevölkerung Calais' ungefähr um 12,30 Uhr durch furchtbares Donnern von Meere her getveckt, das von einer sehr heftigen Beschießung herrührte, während Geschosse ,ruf die Stadt ltieterficlen. Es handelte sich um seindlühe Seestreitkräfte, denen es galut^en war, in den Pas de Calais eiiyudringen, :md die in Hast cuft die Stadt feuerte::. Mehrere Häuser amctfcen errrstlich beschädigt. Es gab einige Opfer unter der Zivilbevölkerung. NamenÜicb rmrd berichtet, daß citte Dame mit ihrer Dockzter während des Schlafes durch ein 'Geschoß, das ans iln Haus siel, getötet luotbeu sind. Tie Bc>- schiießrmg datierte zehn Miiruten, während deren die aufeitumder folgenden Schüsse und Detonationen.vhlte Uarterlaß widerchrllten. Tann hörte man neue- Geschützftuer, das von.«nem in tveiter Entsermcng stattsrniXnden Tresse:: herrührte. Englischer Heeresbericht a«S Mesopotamien vom 23. April. In der Nacht vom 21. auf den 22. April räumte der Feind den Rest der Stellung von Jstcrbulas, wovon am Tage zuvor zu- sapnnenLäugende Teile erstt'lrmt waren. Am Sonntag nahmen wir bei Tagesanbruch die Verfolgung auf, machten Gefangene und erbeuteten eine 5.8 zöllige Haubitze. Der neue türkische Sieg bei Gaza. Berlin, 23. April. (WTB. Nichtamtlich.) Bei den erneuten Kämpfen um Gaza am 19. Avril, wo bekanntlich drei englische Angriffe an der Tapferkeit der Türken zerschellten, schickten die EnglÄcker auch 16 . 1 t Tanks ins Treffen, die die Niederlage indessen nicht abzuwenden vermochten. Drei dieser Panzerwagen wurden von bat Tiirkcn in Trümmern geschossen. Welch schwere Verluste die Engländer übrigens schon bei dem ersten Kampf um Gaza am 26. und 27. März erlitten haben, geht aus Aussagen von englischen Gefangenen hervor, wonach englische berittene! Truppenteile aufgelöst wurden zur Auffüllung der dezimierten englischen Bataillone. Die .Haltung der türkischen und arabischen Truppe.: wird als vorzüglich bezeichnet. Zwei arabische Flieger- vM ziere zerstörten bei einem kühnen Flug in die Wüste die Wasser - rohrlettungen, die die Engländer zur Versorgung ihrer grohen Kampfmasien gebaut batten. Außerdem wurden zwei englische Flugzeuge während des Kampfes selbst abgcschosscn. Ter türkische Großwesir nr Berlin. Konstantinopel, 22. April. (WTB.) In einer Besprechung der Reise TalaatPascha schreibt der „Tanin": Die Reise stellt -ein neues Ereignis in der Geschichte des deutsch- türkischen Bündnisses dar. Es ist das erstemal, daß ein Groß Wesir offiziell Berlin besucht. Diese Reise ist von mehreren Gesichtswinkten aus^von Bedeutung imd Nutzen. Die Völker Deutschlands und der Türkei, die so unerschütterlich vereint harte Prüfungen durchgemacht haben, werden vielerlei, die Gegenwart uick die Zukunft betreffende Fragen zu lösen haben. Das beste Mittel zu ihrer glücklichen Lösung besteht in der Herstellung persönlicher Beziehungen zwischen den beiderseitigen leitenden Staatsmännern. Seit dem Abschluß des innigen Bündnisses zwischen Deutschland und der Türkei sind solche Reisen notwendig geworden. Infolgedessen hat Talaat Pascha, der hierzu beruscndste Mann in der Türkei, seit seiner Erhebung zur Großwesirswürde auf den geeigneten Zeitpunkt gewartet, um diese Reise zu unternehmen. Wir wissen, daß Berliner Kreise den Großwesir hochschätzen. Wir wollen hinznfügen, daß sie im näheren Verkehr mit ihm seftstellen können, daß sich ihr Gefühl nicht getäuscht hat. Talaat gewinnt durch nähere Bekanntschaft. Daher werden die Berliner Kreise, trenn sic btc Bekanntschaft des Groß tue sirs gemacht haben, noch mehr für Talaat und die Türkei eingenommen sein. Der Großwesir wird die sich durch die Reise bietende Gelegenheit auch zu Aussprachen mit den Staatsmännern der anderen verbündeten Völker benutzen. Wir wollen schließlich hervorheben, daß der Großwesir mit der ihn stets beseelenden festen Hoffnung auf den kür uns siegreichen Ausgang des Krieges und mit einein großen Optimismus hinsichtlich der Zukunft des Vierbundes seine Reise an- gctreten hat. Hoffen loir, daß dieses Vertrauen und diese Ueber- zeugung bei seiner Rückkehr noch größere Kraft erlangt haben werden. Die HeDolufion in Rußland. Ein Kongreß der Vertreter des Heeres der Westfront. Minsk, 22. April. i'WTB.) Meltumg der Petersburger Tele- graphenagentur. In der ersten Sitzung des Kongresses der A b g e o r d n e t e n der Armee n an der Westfront hielt Duma- prmident Rodsjanko eine Rede, nr der er sagte: (Rücklicl)er- weise kann ich erklären, daß die Rückkehr z'ur Vergangenheit unmöglich ist. Das verbürgt der Wille'des russischen Volkes. Vergesset nicht, daß die große Freiheit Euch große Pflichten auserlegt., Vergesset nickt, daß das Vaterland in Gefahr ist. Ich tneiß. daß jetzt die Westfront eine unzerstörbare Kampfkraft besitzt. Mit Freude twrhe ich es im: .Hinterlande verkünden. Der Abgeordnete Roditschew lud dann alle Anivtzsenden ein, sich m einer starken Macht zufammenznschließen. um rricht nur den Feind des Mslands, sondern auch den der Volkssreiheit ^u besiegen. Roditschew rief: „Laßt uns die Gegener vernichten!" Darauf bestieg der s r a n z ö s i s ch e O b e r st R o s p o n, früher Kommandant eines Regiments von Verdnn, die Tribüne. Er sagte u. a.: „Vergeht nicht, Soldaten!, daß ihr die Armeen des Kaisers vor Euch habt. Wollt Ihr daher die Freiheit befestigen, so seid tapfere und gehorsame Krieger. Treibt weniger Politik, aber erfüllt mehr Eure Soldalenpflichten. Erinnert Euch daran, da ßin der französischen Revolution die große Armee keine Politik trieb." Dann nahm ein englischer Major das Wort und forderte die Soldaten am, die Freiheit, zn lieben und alles für sie zu tun. General G n r ko, der Kommandant der Westfront, sagte: „Wem: die Soldaten nicht große Anstrengungen machen, nur die junge Freiheit zu retten, ivrrck sie untergehen. Ter deutsche Militarismus, der eine einige Bedrohung des Weltfriedens darsteltt, muß vernichtet werden." Die Rolle Brussilows. Bern, 23. April. (WTB. Nichtamtlich) Der „Tempo" meldet aus Petersburg: Die Spaltun g zwischen der Front- armee und den Agitatoren im Tau rischen Palast verschärft sich täglich. B r J: s f i I o w hat namens der Offiziers und SoldavLi der Südwest-Armee an die provisorische Re- cherUng ein Telegramm gerichtet, um gegen die Möglichkeit des Zusan:mentritts der konstituierende Versammlung in Petersburg Verwahrung einznlcgen, in welcher die internationalistischen Theorien Verwirrung in die Geister der Dewrtierten bringen könnten. Die Südwcit-Armee verlange, daß die konstituierende Veriamm- lirruj in Moskau zusammentrete. Ein Ausruf Lwows und Gutschkows. Petersburg, 22. April. (MTB. Nichtamtlich. - Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur. Ministerpräsident Fürst Lwow und Kriegsminifter Gntschkow haben an die für die Armee tätigen Arbeiter einen Ausruf gerichtet, in welchem sie erklären: „Tie letzte Stunde unserer Prüfungen ist gekommen, vielleicht die Schicksalsstunde, die uns ans immer glücklich und frei machen, oder uns unsere nationale Ehre rauben und uns in die alte Sklaverei zurückschlendern wird. Mehr als jemals tverden wir 'unser Glück erzwingen. Das Schicksal der gewonnenen Freiheiten ist in unserer Hand." Der Rat der Arbeiter- und Soldat en-Delegierteu hat beschlossen, in ganz Rußland den 1. Mai neuen Stils, also 18. April russischer Zeitrechnung, zu feiern. Für diesen Tag sind anck große Arbeitcrlundgebnngcn, wie sie in Rußland noch nie erlebt wurden, im ganzen Lunde vorgesehen, lim auch nicht eineft Tag lang die Kriegsarbeit Zu hemmen, beschlossen die Arbeiter, statt am 1. Mai am 29. April zu feiern. England und Amerika. , New Port, 22. Avril. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die engliscye Mission unter Führung von B-alfour hat in den Vereinigten Staaten begeisterte Aufnahme gesunden. An der Grenze lnnrde sie von Vertretern des .Kriegs- und Marinedeparte- inents empfarrgen, dam: fu.hr sie nach Washington. In einer Unterredung erklärte Balsour, das Ziel der Mission sei die Sicherstellung des Zusammenarbeiten^ aller derer, die einen dauerhaften Frieden nach siegreichem Kriege wünschten. Die Röte Englands. B er n, 23. April. (WTB. Nicht-amil.) Im „Daily Telegraph" vom 19. April warnt der Mcarin es chr i st fiel ler Archibald Hurd vor der England durch die Dezimieruu g der Handelsflotte dachenden schweren Gefahr. Er schreibt: Mit ihrem Tauch- dootkrieg schlagen die Deutschen leineswegs gedankenlos drauf los, sondern sie zielen ui voller Absicht auf die zitier ab, durch die unseres Reiches Stärke pulsiert. Gute ^chrrchten kommen von der Westfront, aber der Krieg muß zur 5ee gewonnen werden. Der Friede muß auf einer gesicherten maritmen Stellung beruhen, sonst würde er das Vorspiel ta>n unserem kimnrerziellen Untergang sein. Ohne viele Dinge können wir auskonmen, aber nicht ohne Schiffe. Es wäre Torheit, den Ernst der Lag zu ignorieren. _ Bern, 23. April. (WTB. Nichümtl.) Ein Dokument schwerer Besorgnisse über die Finanz lag« Englands bildet die von 35 Unterhausmitgliedern aller Pareien eingebrachte Resolution, die die Einsetzung eines A u s s ck us s e s zur Prüfung der Staatsausgaben mit der Bengnis, Staatsbeamte 3u_ vernehmen, fordert. In der Begrünümg wird anSgesührt, da sh der Schatzsekretär bei der Einbringung ds Budgets im April 1916 die bestimmte Hoffnung ausgesprochen habe, die ausgeworsenen für den Tag fünf Millionen Pfund Sterling betrage wen Staats- ausgal'en würden dura: Ersparnise vermindert werden können. Jetzt betrügen die Ausgaben täglich sieben Millionen Pfund Sterling nnd die Regierung denke nicst ans Sparen. Die Finanzkontrolle des Unterhauses habe pralisch ausgehört. » » Der Flerschmangcl in Frankreich. Paris, 22. April. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der „Agence Havas". Di-e Regierung hat bescklossea:, daß die Verordnung über die zloei fleisch.osen Tage, die am 25. April beginnen sollten, nicht in Kraf treten, sondern durch eine andere Verordmmg ersetzt wecken soll, welche den Gastwirten und Hotelinhab-ern verbet-et, bei der A b c u d m a h l- zeit irgendwelches Fleisch oder andere Schlächterware zu liefern. Infolaedessen sollen dü Schlächterläden um 1 Uhr mittags schließen. Kohlen- und Kartoffelver-orgung in Frankreich. Bern, 23. Avril. (WTB. Mchtamtlich.) Die Pariser Presse meldet, daß vom 1. Mai ab die gesamte Kohlenverteilung nur noch von Ltaats wegen durch das Ver- proviantiernngSministerium erfolgen ward. — „Petit Pa- risien" meldet: Der Borsitzend-e des Kartofselamtes, Senator Mongeot, richtete m den Minister Präs ibeuten Ri b o t einen sehr pessimistischen Brief über den Stand der Knrtofselversorgung. Er erklärt, daß trotz aller Bemühungen nnd Ausrufe di>. Kariös felaussaat durchaus ungenügend erfolge. Die Regierung solle unter allen Umstanden die versprochenen Saatkartoffeln ausliefern, damit wenigstens noch für den kommenden Winter die allcrnot- wendigsten KartoffelVorräte gesichert werden könnten. Aus Griechenland. Bern, 23. Avril. (WTB. Nichtamtlich,) „Petit Parisien" meldet aus Athen, der Rücktritt des Kabinetts Lambro s bestätige sich nicht; in politischen Kreisen versichere man, daß L-ambros auf Ersuchen des Königs am Ruder bleiben werde. Z a im i s, mit welchen der König Fühlung genmnmen ' habe, habe für die Uebernahme der Kabinettsbildung Bedingungen gestellt, die nicht hätten zugestanden werden können. Velin, 24. April. In der Hand des Generals Sar ca.il soll sich nach einer Meldung des Londoner Gewährsmannes der „Voss. Ztg." eine Geheim ordcrder französischen Regierung befinden. den König von Griechenland gefangen zu nehmen und ihn in Frankreich zu internieren, sobald Scrrrail den Beweis für royalistische Imtrigu-en gegen die Ertteitte, erreicht habe. — Laut „D. Tagosztg." verlangen Pariser Blätter sofortige G e w a l t m a ß n a h m e n g e g e n G r i e ch e n l a n d, weil Lamb- ros nicht demissionierr hat. Tie Entente müsse die ganze bescklag-- nahwte Flotte an Veniz-elos anslieferu nnd die Dalnfftrecke Athen —Larissa unter eigene Verwahrung nehmen, damit Venizelos von der Landseite her keine Ueberrimipelung zu befürchten habe. Das österreichische Kaiserpaar in Tirol. Bozen, 22. April. (WTB.) Der Kaiser uud die Kaiserin haben sich heute vownittag, begleitet von Mi- nisterpräsident^en und ihrem Gefolge, von. Wien nach Boz-en begeben. Am Bahnhof loaren zum Empfaug Feldmarschall Eonrad, zahlreiche Generale usw. erschienen. Das Kaiserpaar begrüßte die Erschienenen und schritt die Ehrenkompagnie ab, die fast durchweg aus Kaiserjägeru formiert w-r, die sich während der Offensive gegen Italien unter dem Kommando des Kaisers als Thronfolger die TapferkeiLsrnedailte erkämpft haben. Der Kaiser gedachte in seiner Ansprache der gemeinsam erstrittetren Siege. Nach Besuch des Gottesdienstes begab sich der Kaiser in den Starrdort der höheren Kommandos, wo der Kommandant über die operative Lage referierte und dem Kaiser meldeii konnte, daß Truppen gerade in ber verflossenen Nacht schone Erfolge in dem Gebiet des Sextensteins zu verzeichnen hatten. Die Kaiserin besuchte indessen das Ouiriner-Spital. Die Kaiserin holte sodann den Kaiser zur EröffnungderKunftschaudcr Kaiserjäger ab. Hieraus fuhren der Kaiser und die Kaiserin zum Bahnhof. Im Waggon empfing der Kaiser deutsche Reichsrats- und Landtagsaogeorduete Tirols in besonderer Audienz. Die Vertreter des deutschen Volkes in Tirol waren über den Empfang sehr erfreut, insbesondere über die wiederholt ausgesprochene Anerkennung des Kaisers, daß ihre Volksgenossen, wie in allen Kronländern, so auch in Tirol, sich als Hort des Staatsgedankens und der altererbten Treue in den schweren, Tirol unmittelbar berührenden Zeiten des Weltkriegs bewährt haben. Zeekrieg. Bier eugLische Zerstörer vermistt. Berlin, 24. April. Einer Meldung der „Voss. Ztg." zufolge herrscht in London seit einigen Tagen große Sorge über das Schicksal von vier Zerstörern, die inr Kanal vor der Theinse Menst taten und von denen man seit vierzehn Tagen nichts mefyr gehört hat. Inzwischen habe die Mmrralität die Torpedierung des einen Zerstörers bekanntgegeben, man glaube aber allgemein, daß auch die anderen drei verloren seien. * A !N st e r da m , 23. ^lpril. Das „Allgenwen HandelSÄad" meldet ans P'.müden: Einer der Geretceten des versenkten schwedische Seglers Ammida aus Gothenbnrg bat erzählt, das Schiff, daS von Frederikshall > Norwegen) mit Grubenholz nach Hartlepool nnterw'ecrs gewesen sei, sei am Miontag von einen: Unterseeboot! an ge batten und wegen Führen von Bannware und weit es in verbotenem Gebiet angctrvffcn, durch fünf Bomben versenkt morden. Die Besatzung sei von einem Vlaardinger Fischer fahr zeug ausgenommen worden, das sie in Pmniden gelandet habe. Aus dem Reiche. Der Hrtssdiettstausschus: des Reichstags nicht nur gegenüber sdarrtlichen, sondern auch gegenüber Pri^L^ betrieben eine größere Mivität rn diesem Sinne ent falten. Der Begriff der ortsüblichen Besoldung solle so interpretiert werde»- daß als «ortsüblich nur ein den heuttgen Verhältnissen angemessener Gehalt gellen dürfe. Diesem Verlangen stimmte der Ausschuß gegen die Stimmen des Zentrums zu. Das Kriegsamt erklärte, daß cs auf die Priratbettiebe nicht gut nach der verlangten Richtung einwirken könne. Ein fortschrittlicher Abgeordneter hatte gegen solche Wünsche das Bedenken einer weitern: Vertcuarung der Produktionskosten und dadurch einer Mehrbelastung des Reiches. Diese und -veitere Bittschriften sollen als Material bei der Ausstellung vo'n allgenieinen Richtlinien dienen. Ter ^lusschnß besprach da?m die Frage, von Ivem aus die Wahlordnungen für die Arbeiter- mck Angestelltenausschüsse und deren Geschäftsordnimgen zu erlassen seien. An eine Besprechung über die rechtlichen Verhältnisse der Reil amierten in den Werftbetrieben schloß sich eine Besprechung der Ausstände, in der der Leiter des Kriegsamts, General G roener, das Bedenkliche dieser Erscheinungen hervorhob und aus führte, daß cs darauf anlonrmt, in dieser Zeit der schwersten aller Schlachten, die das deutsche Volk ansznkämpsen hat, alle Kräfte für die Versorgung der Armee einzusctzen. Dolche Streiks, namentlich ihre politische Ausnützung, müßten unbedingt aushöven, gegen sie nnd Streikhe^er würde nüt aller Energie vorgegangen werden müssen. Ein sozinldenrokratisck?er Getmrksch-aftssührer fühtte den Ansbruch der Streiks mrf 'vie Nahrungsmittelschwierigkeivni zurück. Verantwortlich seien nicht die sogenannten Hetzer und nickt die Llrbeiterschaft, sondern die mangelnde Rücksichtnahme der Land- wirtnlaft ans die dringendsten Bedürfnisse der städtischen Industrie- bevöllecung und das Zögen: der Behörden mit den notwendigsten Maßnahmen zur Sichenmg der Volksernähnrng. Mügcteilt wurde, daß neue Verhandlungen gm scheu dem Kriegsamt, den Getverksckaften nnd Angestelltm zu einer wesentlichen Milderung der für die Werften gettosfenen Ausnal)n:c- bestimrnungen geführt haben. * Königsberg, 23. April. (Priv.-Tel.) In der unter dem Vorsitze des Oberpräsidenten v. Berg abgehaltenen Sitzung der Provinzialkommisfion für oftvreußische Kriegsgeschichte wurde fcstgestellt, daß nach dem Material der Auskunstsstelle für verschleppte Ostpreußen die Z a h l d e r V e r - schleppten wahrscheinlich noch höher ist, als bisher angenommen wurde, nämlich über 10 000. Ans Stodt nnd Land. Gießen, 24. April 1917. Zucker für Einmachzweckc. Um der gesamten Bevölkerung für Eiumachzwecke eine größere Zuckermenge zuteilen zn können, hatte die Einkaufs- gesellschaft für das Großherzogtum Hessen m. b. H. in ! Mainz auf Anweisung des Großh. Minifterinms des Innern I feit längerem gewisse Rücklagen an Zucker gemacht. Diese Rücklagen werden Anfang Mai als Ob stzuckerzulage ansgegeben, und zwar auf den Kops der BevöLkelMng die angesichts der bisherigen Beschränkungen im Zuckerver- branch recht ansehnliche Menge von vier Pfund. Für die Ausgabe der Obstzuckerzulage wurde der Mvuat Mai gewählt, damit die Bevölkerung schon vor Beginn der Beerenobstzerilte im Besitz des Zubers ist und sich mit ihren Einkäufen zur Herstellung von Manneladeu usw. danach richten kann. Ob im Sommer nochmals mit einer Zulage gerechnet werden kann, läßt sich heute noch nicht übersehen. Es kann daher nur auf das Dringendste empfohlen raer- den, die Obstzuckerznlage für die Einmachzeit zurückzulegen und nicht für andere Zwecke zu. verwanden; lver dies dennoch tut, hat es sich selbst zuzuschreiben, wenn er in der Einmachzeit über keinen: Zucker verfügt. Die Ausgabe der Obstzuckerzulage erfolgt aus die Murrten 16 bis 23 der Zuckerkarte: auf die Marke 23 entfällt Kandis, oer sich besonders für Einmachzwecke eignet, da er das reinste Zuckerprodnkt darstellt. Die näheren Mitteilungen über die Ausgabe des Zuckers werden noch von den Kvlnnrunal- verbünden gemacht werden. In: Monat Mai wird ferner ans Veranlassung der Reichszuckerstelle zugleich mit der üblichen Monatsmenge! auch die M o n a t s m e n g e f ü r d e n Monat I u n i. ansgegeben werden, und zwar aus Grund der Zuckermarken 14 und 15. Einschließlch der Obstzuckerzulage erhält somit im Mai die gesmnte Bevölkerung in: Großherzogtum Hessen sechs Pfund Zucker auf den Kops. Es kann auch hier nur die dringende Warnung wiederholt werden, diese für die einzelnen Haushaltungen recht erheblich ausfallende! Zuckermenge nicht zu vergeuden oder für nicht dringeifde Zwecke zu verwenden. Wer sich später größere Obsttnengen einkochen oder zu Marmelade verarbeiten will, der legt auch diesen Zucker oder dock den größten Teil davon zurück und behilft sich in der Zwischenzeit mit Süßstoff, der regelmäßig auf Grund der Süßstoff- karten zur Ausgabe gelangt. * Die Hindcnburgspettde. Wir haben- gestern in unseren: Blatte eine 9cotiz des Äolffschen Bureaus veröffentlicht, die das Ergebnis der .Hindenburgspende im Könid'ck^ Preußen bis zam: 3. März 1917 znsamnrensaßt. 2644 750 Kilvgrannu oder 52 985 Ztr. Schmalz, Speck, Fleisch und sonstige Nahrungsmittel sind non den Landwirten für die RüstungsarlEiter freiwillig aufgebracht wordel:. Benrerkenswert ist dabei _ noch, daß sich die Saum: langen seit dem' 27. Januar 1917 mehr als verdoppelt hab-en. Es ist dies gewiß ein hocherfre:llickes Ergebnis, auf das Preußeu uud vor allem die besonders namhaft gemachte:: Provinzen stolz sein könmn. Uns im Großherzogtum Hessen soll es aber ein Ansporn sein, die Opserwilligkeit PrenßemA womöglich noch zu übertrefsen. Damit soll rriclut gesagt werde::, daß der Ausruf des Generalftldnrarsckalls v. Hin- deuburg bisher in Hessen auf weniger fruchtbaren Boden gefallen sei. Wiederholt konnten wir in unserem Blatte berichten, lvie einzelne Gemeinden sich zusammcnsarcken und kaum, daß der Aufruf an sie ergangen war, aus ihrer: Borräter: zusainrumrtrugen, was sie irgend entbehren zrc können glaubten, und pattliche Mengen au die Sammel- steller: ablieferten. Inzwischen hab-en sich die Geistlichen und Lehrer in den Dienst der Sache gestellt. In öffentlichen Bersammlangen weisen sie auf die Wichtigkeit der Spercke für die Ernährung unserer Rüstungsarbeiter und damit für die Schlag fertig keil unseres .Heeres hin. Wer nicht unter den: ersten Eindruck des 'Aufrufes spontan ans sich heraus gab, verschloß sich der Belehrung nicht ui:d l)olte das Ber- jaumte gern und gebefveichige:: Herzens nach. So war es möglich, daß eui wachsender Zufluß von 'A'ahwlngs- mitteln bei den ^ammelstelten eiulief nnd an die besckästtgte sich am Montag zunächst mit einer Anzahl von Pitt- schristen, die von der Gesetlschaft für soziale Reform, der Arbeüs- genreinschaft kaufmännischer Bereinigungei: ustv. eingebracht wurden und zum großen Teil Angcstel l ten fr ag en betrafen. Zur Gclaltssrage der Angestellte:: in den Hilfsdienstbettieben inurde daraus hingewicsen, daß sich die schmale Besoldung gar nicht mehr ausrech: erhalten liefe. Tie Leute bekämen zu ihren geringen Fric- denSgehältern nur mäßige Teueiungszulagen, die Lar leinen Ausgleich gegen die g^valtige Teuerung darstellen. ii^rs Kri^gsamt solle Rüstuirgsarbeiter abgcsührt loerdcn konnte. Ein Bild davon gab die Liste der Samnttungsergebnisse der einzelnen Dörfer, die wir, soweit sie uns zugingeu, regelmäßig veröffentlichteu, als neue;: Beweis für die anerkannte Opferwilligkeit der ober- hessischen Landbevölkerung und als Ansporn für die noch zu- rücksteheuden Gemeinden. Wir werdell mit diesen Beröffent- lichullgen fortfahren und freuen uns, gerade in unserem heutigen Blatte lvieder ein schönes Beispiel vaterländischer ÄeftimuTtft Tiutteilen zu ©irnrrt. Jetzt stehen mir aber in einer Hckwrgangszeit, in her die alten Vorräte zu Ende gehen und die neue Ernte sich hinauszögert. Auch die Hausschlachtungen hören retzt auf und die Dauerwaren, die noch vorhanden sind, wachsen m ihrer Wertschätzung für den persönlichen Gebrauch. ^emnacb zu befürchten, dastein Nachlassen der Gebesreu- dlgreit sl^ch.bemerkbar maclien wird? Wir vertrauen darauf, dan der henifchc Landwirt die Einsicht besitzt, wieviel schwerer dwsc Ilebergangszeit von unseren Rüstungsarbeitern empfunden werden Müßte, wenn die frewilligen Zuwendungen der Landunrttchast versiegten, und welch unabsehbare Folgert für unsere Landesverteidigung hätte, gerade in wner Zeit, da der Feind im Westen die furchtbarsten Anstrengungen macht, unsere Front zu durchbrechen und unser Vaterland verwüstcni) und verheerend zu durchziehen. Die Verantwortung, aus Saumseligkeit oder persönlichem Eigennutz unsere Landesverteidigung geschwächt zu habet!, wird der hessische Landwirt nicht tragen wollen, denn er hat seine Sohne und Brüder im Schützengraben stehen und weiß, was bevorstünde, wenn dem Feinde ein Durchbruch gelingt. Wir werden daher nicht fehlgehen, wenn wir seinem so oft bewährten Opfersinne auch weiterhin vertrauen und sicher sind, daß die Hindenburgspende gerade jetzt, wo sie ein persönliches Opfer bedeutet, ebenso schöne oder noch schönere Ergebnisse zeitigen nstrd, wie bisher. ** Aus zeichnung. Mchrmanrr Wilhelm Bruder von hier wurde mit der Hessischen TapferkeitsMedaille ausgezeichnet. 0«it ö x ti ctg ei b er. Die der Stadt für die Einquartierung vom 6. bis 18. Januar 1917 aus der Reichskasse zustehende Vergütung von 15 Pfg. für Mann und Tag soll an die Quartiergeber verteilt werden. Zur Behebung der Vergütung sind die Unterkunstsscheine auf dem Stadtlnus, Zimmer Nr 7, zur Anweisung vorzulegen, tvvrauf Auszahlung erfolgt. Die nicht erhobenen Beträge werden der städtischen Kriegs fürsorge überwiesen. Näheres siehe Bekanntmachung. ^ v * Die Staatssteuerzettel für 1917 werden den Steuerpflichtigen in den nächsten Tagen zugestellt. Diejenigen, ivelchc bis zum 15. Mai keinen Steuerzcttcl erhalten haben, rver- deir aufgefordert, hiervon auf dem städtischen Steuerbureau Anzeige zu erstatten. ** 11 ober Beschlagnahme, Enteignung und Ablief e r u n g der bei öffentlichen und privaten Bauwerken zu B l i tzs chu tz an l a g e n und zur Bedachung verwendeten Kupfer mengen unterrichtet eine Bekanntina chün g des -Oberbürgermeisters in unserem heutigen Blatte. W?ir weisen an dieser Stelle besonders darauf hin. ♦ ** 2 ch w a rz - W e iß - Tbca t er, Sel t er sw eg 8 1. Im Pr og van tut von Dienstag, 24. bis einschließlich Freitag, 27. April stnrd^ ^ gegeben: „Lockender Lorbeer!" Dramatisches Familienbild iit 2. Akten, verfaßt von Louise del Zopp, gestellt von Rudolf del Zopp. „Ein eigner Fall!" Kriminalistisches Schauspiel in 2 Men, sowie das dramatische Lebensbild „Ein schwerer Entschliiß." Außerdem ein gutes humoristisches Beiprogramm mit fünf!lerifcber Musikbegleitung. ** Im L i chtsvie lhaus Bahnbvsstr. 34 bringt das Pro- tirannn vom 24. bis einschl. 27. April Stuart Webbs in seinetu neuesten Tetstktivadenteuer: Die S e n a t o r e n w a h l, eilten großen Ded.sttivschlager in 4 Akten. Der Detektiv 'wird von deni beliebten Darsteller Ernst Reicher vom Renen Theater in Frankfurt a. M. gegeben. Das Programm zeigt ferner Llufnahmen von Brönner, malerische Gebirgsaufnahmen, sowie einen Lustspielschlager in 2 Akten „Detektiv wrdor Willen". ** Das heutige Kreisblatt (Nr. 70) enthält Bekannt - machnngen über: Sicherstellung von Kriegsbedarf. — Ausdehnung des Gesetzes über den vaterländischen Hilfsdienst. — Verwendung von Ehlorzinn zur Beschwerung von Seide. — Preise für Herbst- gemüse. — Fütternd rtelbeschasfung. — Schlachtverbotc. — Feld- bereiuigung Kesselbach, Lich und Nieder-Bessingen. — Zollfreiheit für Lederabsällc. — Gesunden und Verloren. Landkreis Gießen. tt. Treis a. d. Lda., 22. April. Die erste Sammlung für die H i u d e n b u r g s pe lt d e ergab in unserer Genveinde: 5 Pfund Butter, 296 Eier, 19 Pfund Speck, 3 Pfund Wurst, Ihs Pfund Nudeln, 47 Pfund Dörrobst, 1 GlaS tzlelee, 9 Käse, 20 Pftuid Erbsen, 4 Pfund Bohnen, 28 Pfund geschälte Gerste und 3,80 Mk. in Bar. — Die Zeichnungen für die Kriegsanleihe in den hiesigen Schulen, l^etrugeu 150s> Mk., die außer einem Beringe von 100 Mk. mir ans. dem Beriäuf von Kriegssparkartcn zusamurengc- kommen sind. Kreis Büdingen. - Echzell, 23. April. Um auch während der .Kriegszeit den Lehrlingen des Handwerkerstandes Gelegenheit zu geben, sich theoretische Kvmrtnisse für ihren späteren Beins zu sammeln, wird der Unterricht jeden MittwuckTNachmiiLag von 1 bis 7 Uhr auch im Sommerhalbj-ahr fortgesetzt. An ihm können alle Schüler teilueh- men, die nicht durch landwirtschaftliche Arbeiten in Anspruch genommen sind. Der Unterrichtsbesuch ist vollständig freiwillig. — Schiulverwalter Kaffenberger, Unteroffizier bei einer Fuhr- parktolonne, der bis Kriegsausbruch an hiesiger 4. Lehrerftelle wirkte, erhielt die Hessische Tapferk^ismedaille. 4. Hain che u, 24. April. Unser Ortsgeiftlicher, Pfarrer Buchold, der seit vorigen Herbst als Militärkcankenwärter nach Bad-Nauheim eiugezogen war, wurde zum Garnisonhilsspfarrer auf dem Truppenübungsplatz Bad Orb ernannt. 4 Ortenberg, 24. April. Um des Marders, der vor kurzem den ganzen Hühnerbeftand geinordet hatte, habhast zit werden, stellte der Landwirt August Eißuer in seinem Hühtterstall zwei Fallen; die eine band er an zwei starke Stricke, die andere au eine Kette. Und richtig, das Tier kam in der folgenden Nacht schon wieder. Es ging auch in die Falle. Aber dann biß es die Stricke durch, ging mit der Falle flüchtig und schreckte nachts die Bewohner der Straßen, durch die es seine Flucht nahm durch ein mächtiges unerklärliches rasselndes Geräusch. Daun bis; cs sich jcdeusalls im „Bosquer" das Bein ab. Der geschädigte Hühnerbesitzer muß nun noch obendrein die geliehene Falle mit 14 Mk. bezahlen. Hessen-Nassau. --- C r 0 n be r g , 23. April. In etwa 10 Tagen kann der Versand der ersten Treibhaus-Erdbeeren seinen Anfang nehmen. Diese leckere Kvst ist allerdings nur'für Leute, die über die nötigen Gelder verfügen. Besonders wird gerade in diesem Jahr das Pfund der ersten Lese kaum unter 6 Mark zu erstehen sein, da die Züchter neben den sonst gestiegenen Unkosten gerade in diesem Winter ganz erhebliche Summen für die dauernde Erwärmung der Treibhäuser aufwendeu mußten. Ein Züchter verausgabte während der letzten Monate für Heizung allein 1100 Mark. = Frankfurt a. M., 24. April. Die Frankfurter Kriegswurst erfreut sich nicht der Beliebtheit !vie die weiland Frankfurter Würstchen. Ihre Güte, wenn sie eine solche überhaupt besessen hat, ist auf den Nullpunkt angekommen. Die zahllosen Beschwerden über diese Wurst haben nun dazu^genchrt, wie heute in einer Gerichtsverhandlung von zuständiger ^cite mitgcteilt wurde, daß gegen sämtliche Leiter der städtischen Wurstbetriebe Verfahren wegen Vergebens gegen das Nahrungsmlltelgcsetz schweben. A Marburg, 24. April. Wie die Polizeiverlvaitung bekannt macht, sind in den letztcit Tagen hier einige Pocken- e r k r a n k u u g e n ein geschleppt und in der Klinik sestgestellt worden. Um weiteren Erkrankungen vorznbeugen, tverden vorerst vier öffentliche Impftermine abgehalten. Grund zu Beunruhigungen ist nicht vorhanden. 13 . Weil bürg, 24. April. Die verstorbene Großherzogiir- Mntter von Luxemburg, Herzogin zu Nassau, hat testamentarisch dem hiesigen .Frauenverein 8000 Mark ausgesetzt mit der Bestimmung. daß diese Summe als Herzoain-Adellf-eid-Stistung zinslich anzulegen ist Und die Zinsen int Sinne des Vereins zu verwenden sind. , Gieszener Strafkammer. Gießen, den 23. April 1917. Sieben Angeklagte im Alter von 15—20 Jahren sind angerlagt und geständig, teils gemeinschaftlich, teils allein folgende Straftaten begangen zu haben: Am 15. November 1916 auf der Badenburg 2 Hühner im Werte von 10 Mk.: am 16. November 1916 dem Gastwirt Jakob Wörncr in LauSbach ein Hnlm im Werte von 5 Mk.; am 16. November 1916 dem Bterlrauereibesitzer Bichler sowie auf der Badenburg je ein Huhu im W'.wte von 10 bezw. 4,50 Mk. entwendet zu haben; am 20. November 1916 entwendeten die Angeklagten dem Wirt Duill aus der Badenburg ein Flobert- gewehr, drei Flaschen Rum und eine Korbslasckfe Schnaps im Gesamtwerte von etwa 45 Mk. aus einem umschlosscucu Raum durch Einbruch und Einsteigen: zw-ei von ihnen enttoendeteu am 21. November 1916 dem Zugführer i. R. Weidcnhcuw in Gießen zwei Hühner im Werte von 14 Mk. aus einem umschlossenen Raum durch Einbruch und Ein steigen: sowie in der Nacht vom 21. zum 22. November 1916 auf der Großmühle bei Alten-Buseck fünf Hühner im Wert von etwa 40 Mk. aus einem umschlossenen Raum durch Ein- schleichen zur Nachtzeit: weiter versuchten sie Hühner bei dein Direktor des hiesigen Elektrizitätswerks zu stehlen, sie tvurdeu aber! von dessen Dienstmädchen überrascht und entflohen. Sämtliche Angeklagte mit Ausnahme von zweien lxrben das dem Anglerklub in Gießen gehörige Häuschen an der Lahn durch Eindrücken der Türe erbrochen und darin ansbewahrte Gerätschaften beschädigt und zerstört. sowie ein Paar Gummischuhe daraus entwendet. Einer hat an: 23. November 1916 zu Gießen den ihm von einem auf der Durchreise befindlichen fremden Unteroffizier zur Beförderung eines Telegramms übergebenen Geldbetrag von 2 Mk. unterschlagen. Die Angeklagten haben sämtliche gestohlene Hühner an ein hiesiges Deli- katessengeschäst verkauft und erhielten dafür je nach dem Gewicht 2,75, 3,50 und 4 Mk. für das Huhn. Den Erlös teilten sic sich meistens. Das Gericht verurteilte die Angeklagten zu Gefängnisstrafen und zwar erhielten: Pf. 2 Wochen, R. 3 Monate und 3 Tage, K. 2 Wochen, M. 2 Wochen und 4 Tage, N. 5 Wochen, Sch. 4 Wochen, P. 7 Wochen. Letzte Nachrichten, Pour lc rnärite. B erlin, 23. April. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Reichsan- zeiger" meldet: Dem Gencraladjutanten des Kaisers, General der .Infanterie von Jaeobi und dem Fliegeroffizier, Leutnant d. R> Voß wurde der Orden Pour le me rite verliehen. Ealais—Dünkirchen. Genf, 23. 91pril. Ans Paris wird gemeldet: Eine Militäw wache umgibt die zerschossenen Häuser von Ealais, unter deren Trümmer auch gestern Leichen hervorgezogen wurden. Die Zahl der Treffer während des einviertelstündigen Bombardements mirb aus 150 beziffert. Zur Vermehrung der Schutzmaßregeln für die Hafeneinfahrt wird eine marineministerielle Uommisnon in Calais erwartet. Tie französisch-britische Kanalsckstsfahrl erfordert gegen- w'artig rvegen der gesteigerten Mincngefahr erhöhte Vorsicht. In lückenhaften Berichten mt* Dünkirchen über den sehr wirksamen Rutschen Fliegerangriff fehlen die Eingaben, ob mtßer dem Haien^ viertel auch andere Stadtteile gelitten haben. Die Gegensätze in der russischen Arbeiterschaft. Stockholm. 24. April. Nach den letztm Petersburger Nach richten sind neue Zwistigkeiten aufgetaucht. Sie wurden zunl Teil, veranlaßt von der scharfen Polemik zwischen der Leninsck^en und der Zeretelli-Gruppe. Lenin fordert den Sturz der Bourgeoisie, was die Alliierten vor die Wahl stellen toürde, den Frieden ohne ^Annexionen zu schließen oder die russische Dentokratie zu beftie- digen. 2llle heimlichen internationalen Verträge seien zu veröffentlichen und als ungültig zu erklären. Zeretelli antwortete, das Proletariat kann nicht die Regierung übernehmen. Tie Proleta- riatdiktatur würde endlosen Widersprucb hervorrttsen. Tie Be- kämpser der Regierung würden das Proletariat isolieren, darum müsse die Regierung bestehen bleiben. Zeretelli tvar gestützt von den Sozialrevolutionären, daran Kongreß vergangene Woche ein ähnliches Programm enttvickelte. Die deutsche Sozialdenwkratie und Rußland. Berlin, 24. Llpril. Der „Vorwärts" schreibt: Russische Blätter haben ein spezialisiertes Friedensprogramm veröffentlicht, das sich mit allen Einzclsragen ausffchrlich airseinandersetzt. Tie Behauptung, dies -sei das Programm, mit dem die deutsche S^ial- demokratie zur Stockl)olmer Konferenz kontmen wolle, müssen wir feststellen, daß die allgemeinen Grundsätze unseres Friedensprogrammes in den: veröffentlichten Beschluß des Parteiausschusses niedergclegt sind und daß darüber hinaus ein spezialisierter Vorschlag nicht besteht und nie bestanden hat. Das russische Geschäft Amerikas. Bern, 23. April. Nach einer Meldung aus New Port gewährt die amerikanische Regierung Rußland einen Vorschuß von 200 Milliouen Dollars, um Mililärlieserungcu forthin möglich zu machen. Ter Vorschuß Ivird mit 2,5 Prozent verzinst und hat 70 Tage Laufzeit. Ferner beschloß die amerikanische Negierung, eine Mission zuständiger Persönlichkellen nach fstußland zu entsenden, um 'mit der provisorischen Regiciimg alle den Krieg be- krcfwndeu Fragwl zu besprechen. Die Mission werde von dem ehemaligen Staatssekretär Senator Telihnroot geleitet. Die aligewcine DiensLpslicht ftir Amerika. Genf, 23. >April. lL. A.) Im Washiugwner Nepräsentaitten- Hanse soll heute eine Debatte über die allgemeine Dienstpflicht stattsinden. Man rcck;net auf drei stürmische Sitzungen. Die New Yorker Anwerbung. London, 23. April. Tie Amverbungslisten für den Staat New Bork umfassen allein 50 000 Ntann. Zimächst werden mir Ncänner zwischen 19 und 25 Jahren eingezogen. Freie Briten im freien Amerika. London, 24. April. Die englischen militärpflichtigen Staats^ bürger in Amerika, die entweder nicht in die amerikanffckw Armee oder in die in Amerika zu rekrutierende englische Brigade ent- treten, tverden veranlaßt, das Land zu verlassen, wobei sic auf jeden Fall in die Gewalt der englischen Behörden geraten müssen. Wilsons Rache an den Nentralen. A nt ft ct b a nt, 24. April. Der Gewährsmmm der „Bossischen Zeitung" berichtet: Trotz widersprechender Nachrichten und angeb- lickfer Aeußerungen Wilsons ist zwischen England und Amerika eine Uebereinstimmung darüber erzielt worden, die Lebcnsmittel- aussuhr Amerikas nach Europa auf ein Mindestmaß zu reduzieren und eine sckwrfe Kontrolle durch Llmerika dnrchzuführen. Die Vorräte Amerikas sind für die Entente anfgekauft tvorden, die Ernte wird unter Amerika imd die Entente verteilt. Wilson macht den europäischen Neutralen Schivierigleiten, um, nach der Nfeimmg englischer Politiker, sich an ihnen zu rächen, weil die Neutralen Wilsons Kriegsausruf nicht unterstützten. Demonstrationen in England. Haag, 23. Aprll. (WTB. Nichtamtlich.) dtus London melden die „Times" aufgeregte Szeiren gelegetttlich der Konferenz von Ge- werlschsftsdelegiertefi in Glasgow, in der gegen die idustrielle Dienstpflicht protestiert werden sollte. Etwa 2000 Personen ersuchten das Versammlungsgebäude zu stürmen. Die Konferenz selbst, in der der bekannte Sozialist und Pazifist Ramsay Mae Donald die Hauptrede hielt, verlies ohne Zwischenfall. Lichtspielhaus » Bahnhofsiraße 34. S'rofrAmtn vom 24. bi« einschl. 27. April 1917. Stuart 'Webbs ia se inem neuesten Detektivabenteuer Die Senaforenracihl GroI>er Detektivschlagrer in 4 Akten, in der Hauptrolle der von der Damenvrelt beliebte Ernst Reicher vom Neuen Theater in Frankfurt a. M. Huinahmsn von Brönner Malerische Gebirgsaufnahmen. Detektio wider Willen Selters- wes 81. Programm von Dienstag:, 21. bis inkl. Freitag;, 27. April: Lockender Lorbeer!! Dramatisches Familienbild in 2 Akten. Verfasst von Jhoeiise de5 Zopp-Ling. Gestellt von ISnrfolf r* Joadhim von TinÜBtsen Ritterde* EisernenKrcnzesl.n. II. Kl„dcsllitterkrenze» des IBohenzoIlernKchen BJansordens mit Schwertern und anderer Kriegsorden. Bei Beginn des Krieges im ersten Gefecht verwundet und viele Monate an das Krankenlager gefesselt, eilte er. kaum genesen, zur Truppe zurück, hat mir Auszeichnung an den Schlachten und schweren Kämpfen der drei Kriegsjahre teilgenommen und sich überall die besondere Anerkennung seiner Vorgesetzten erworben. Mit der jungen Witwe und ihrem kleinen Sohne steht die Familie in tiefer Trauer an dem Grabe dieses tapferen, lieben Vetters. Wir sind stolz auf seine Taten für König und Vaterland und werden ihm ein treues Andenken bewahren. te>votic « Zimmer onrra. <2. Sr., m. Bad u. a. Zubch. au vermieten. strafte 421. 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Angel?, unter 02478 a. d. Gien. Auz. im Alter von 81 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Jlagdalenc Bert geb. Lantelme. Londorf, Frankfurt a. M., Steinfurt. Giessen und Mannheim, den 23. April 1917. Die Beerdigung findet Mittwoch, nachmittags 7,4 Uhr, in Londorf statt. — Blumonspenden im Sinne des Verstorbenen dankend verbeten. 3289 Nur auf diesem Wege sage ich für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme an dem Hinscheiden meines geliebten Mannes, des Herrn Oberstleutnant Georg Seib meinen innigsten Dank. Im Namen aller trauernden Hinterbliebenen: Fran Sofie Scifo. fijnljrifler Fahl ochs:: zu verkaufen. Wißmar b. Gienen. Krofdorser Str. 22. Verkaufe 102497 M**EsIeaclses8 zur Zucht, mit oder ohne .Lungen. Blaue LDicucr Plack an Jan und Deutsche 'JJtcicujrhcrt. ‘J(ä0crcs Stcplnrm'traire 4 4, II. Eine friichmelkcudc Ziege zu verkaufen bei 02470 Heinrich Kuppel, _Lich,JCbc rftadt 4 2. _ Tchsiics teiAtigrd 5 ii verkaufen bei 02493 Willi. 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Fichte-Knüppel, 500 Rm. Buchen- Reisig, 250 Rm. Fichten-Rersig, 28 Rm. Eichen- Stöcke, 6,7 Rm. Fichte-Stöckne, 50 Rm. Fichten- Nutzreisig, 124 Rm. Fichten-Neisstangen. Zusammenkunft der Steigerer am Bahnhof, G 1 / 2 Uhr vormittags. 3288 Der Bürgermeister: Schiel. Unterzeichneter versteigert am "Donnerstag, den 2«. Avril, vormittags 1« ttbr, in der Gottmannschen Scheuer an? Wiesecker Weg in Gieften ca.100Schafe milLämmern Die Schafe mit Lämmern werden einzeln abgegeben. Zu gleicher Zeit werden verschiedene Schäferei-Gerät- ichüften, Hiitten, Horden, Futteraeschirr, alles der Neuzeit entsprechend, versteigert. 3306) 5tarl Baumgartner. Ich schllefte mit Gartenbesitzern schon heute Lieferungsverträge auf Gemüse jeder Art und Menge ab. Meldungen sind schriftlich und mündlich erbeten. I32t>6 Direktor Brackemann, Wilhelmstrafte 16 . Geeste Mehl Ibcschlagnahmefreil zu kaufen gesucht. [3207 Wiliielmstraftc I«. 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[ 0WM Warne hiermit jedermann, meiner Frau auf meinen Namen etwas zu leihen od. zu borgen, da ich für nichts hafte. u -' i79 l E. Rfl ssc r, Asterweg 9. Mieden, Reiber, leas osw. werden gereinigt, gefärbt, um- und ausgearbeitet. Cickrnann, Ederftrafte 1. Ecke Nord-Anlage. 0X300 iefert io fort in jeder Größe und Menge in Guft u. Stahlblech, emailliert», inorndiert, äuherst billig. Einige hundert Kessel am Lager. Gröfttes Spezialgeschäft am Platze. Großes Lager in 257t) 8 (i«l)öfen,|?tri)eii, Kesscl- öfeii liilS ficlctriinrnien. Wilh. Dürbeck Nachf. ] 5 >fcy,sti‘HRs« «. Tels. 283. Start Karten. THERESE TEIPEL WILLI FRENKEN Verlobte I Gießen Karken Löberstr. 9 z. Zt. im Felde April 1917. 3278 V.__ Nachdem nunmehr unsere Turnhalle von der Heeresverwaltung uns wieder zur Verfügung gestellt ist, beginnen die regelmäftigen Turnstunden am Mittwoch, heu 25. Mil. Das Turnen d. aktiven Turner und Zöglinge findet Mittwochs und SamStags von 8—10 Uhr, das Turnen der Schüler Mittwochs von 5—7 Uhr statt: Um zahlreichen Besuch bittet 3295v Der Vorstand. Kinderwagen Klsspgj- osa*3 ®portwafegf©n in grvftter Auswahl billigst 2513 ^ ÄisgystKiffiinger, Seltersweg79. Abteilung Baggerhetrieh: Betonkies, Pfiasiersantl, SViauersand »sw. in Waggonladungen. Lieferungen für militär.- und gemeinnützige Bauten prompt. ^lnitlrche Beksmitmachmrgett der Stadt Giefteu. Bekannt.ua ch n n g über Beschlagnahme, Enteignung und Ablieferung der bei öffentlichen und privaten Bauwerken zu Blitzschutz- anlagen und zur Bedachung verwendeten Kupfermengen. Dürch Bekanntmachung des Stellv. General-Kommandos deS 18. Armeekorps voin 9. März 1017 ist sämtliches zu baulichen Zwecken verwendetes Kupfer beschlagnahmt. Diejenigen Personen, die beschlagnahmtes Kupfer iin Besitze oder Gewahrsam haben, haben dieses bis zum 29. ds. Mts. auf dem techniichrn Bureau des Gaswerks anzumelden. wo auch die vorgeschriebenen Anmeldeformulare erhältlich und. Bon der Bekanntmachung betroffene Personen, Betriebe usw. Bon der Bekanntmachung werden betroffen: alle Besitzer inatürliche und juristische Personen, einschl. ösfentlich- rechtlicher Körperschaften und Verbände! von Bauwerken aller Art, bei denen Kupfer bezw. Platin angebracht ist. Demgemaft erstreckt sich die Bekanntmachung auch au! kirchliche, stistische, kommunale, iin Eigentum deS Gleiches oder eines Bundesstaates stehende Bauwerke. Von drr Bekanntmachung betroffene Gegenftaude: A. Alle Kupfermengen — auch wenn verzinnt oder mit einem anderen Ueberzug versehen —, die bei folgenden Bauteilen verwendet sind: Gruppe 1: Dachflächen, Fenster- und GesimSabdecknngen, Abdeckungen von vorgemauerten Dachfenstern und Dachlucken, Attiken vor Dachrinnen, alles in einfacher Ausführung und von einfacher Form: Gruppe 2: wie Klasse 1, jedoch in komplizierter tkasse- tierter, ornamentierter und getriebener) Ausführung und von komplizierter Form; Gruppe 3: Dachrinnen und Abfallrohre, Gruppe 4: montierte Blitzschutzanlagen: 32776 B. Alle Vlatinteile: von montierten Blitzschntzanlagen. _ Der Oberbürgermeister: Kelle r. _ Dre der Stadl für die Einquartierung vom 6. bis 18. Januar 1917 aus der Reichskasse anstehende Ver- gütmtg von 15 Pfg. für Mamt und Tag soll an die Qnartiergeb>er verteilt werden. Zur Ert^ung^ der Vergütung sind die llnkerkunftsscheine auf dem Stadthaus- Zimmer Nr. 7, zur Anweisung vorznlegen, worauf, Auszahlung erfolgt. Tie Wsertigung ftndek nac^ Buchstaben, wie nachstehend angegelxnk, vormittags von '8—12 Uhr und nachmittags von 2—5 Uhr statt. Es wird dringend ersucht, die Erhebung dem .Hausbesitzer oder einem beauftragten Mieter zu überlassen, die dann Perteilüng im Hmrs vornehmen können. Tie nicht erhobenen Beträge werden der städtischen Kriegsfür sorge überwiesen. A. —K: Freitag, der: 27. April 1917. L—Z: Samstag, den 28. April 1917. Gießen, den 23. April 1917. 32866 _ Ter Oberbürgerm elfter: K el le r._ Die Staatssleuerzettel für 2 017 werden den Stener- pstickkigen in den nächsten Tagen zugestellt. Dieienigen Steuerpflichtigen, tvelche bis zum 15. Mai keine» Steuer- zettel erhalten haben, werden ausgesorderl. hiervon auf dem städtischen Stenerbnrean Anzeige zu erstatten. Gieften, 19. April 1917. 32796 _ Ter Oberbürgermeister : fl c L £ c r._ Hchvtrsltigcruitz Scr Ttaht Gicßeil. M o n t a g, dm 3 0. April 1917, v o r m i t t a g 4 9 1 /., Uhr beginnend, werden in den Waldungen der Stadt Gießen im Bezirk Fernewald versteigert: 2,86 Fm. Fichten-Terbstaugen 45 Rm. Eichenscbeit 3 „ .Vainbuchmscheit 1,3 „ Buchen-Knüppel 121,1 „ Erchen-Knüppel 2 , Fichten-Knüppel 2880 Wellen Eichen-Reisig 50 ,, Fichten-Rcisig 400 „ Harübnchen-Reisig 35,2 Rm. Eichen-Stockholz. Die Zitsammenfimst ist ans dem alten Steinbrcher Weg an der 6. Schneise. Holzhändler sind vom Mikbietm ausgeschlossen. Jeder Steigerer darf nur seinen Eigen-scharf steigern. Gieften, bm 23. Älpril 1917. 32876 Der Dberbürgernreister: I. B.: 61 r ü n e w a 1 d.