Nr. 94 Der Sketzener L«zei-er erscheint tätlich, außer Sonntags. - Beilagen: Oießener Zamllienblatter; Kteisblatt für den Kreis Gießen. vezugspreir: manatl. 9u P:.. viertel- fährt. Mk. 2.65'. durch Abhole- u. Zweigstellen rnonatl. 80 Pf.; durch die Post Mk. 3.45 viertel- fährt. ausschl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüsse: fürdicSchristleitungllL Vertag,Gefchästsstellebl Lluschrilt für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Erster Statt 167. Jahrgang Montag, 25. April Eichener Anzeiger Postscheckkonto: Zranksurl a.M. 11686 General-Anzeiger für Oberhessen Vankverkehr: Sewerbebank Gießen Awillftigrrunddnick u. Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- u. Steinörudere! R. Lange. Schristlettung, Geschäftsstelle v. Druckerei: Schulstr. 7 . Anuadme von Anzeigen die ^Lagesnummer biSl zumNachmiltag vorher. 5ei!enorei§. f. Anzeigen:! örtlich 20 Pf.. Der- inietungen u. Stellengesuche 1b Pf., auswärts 26 Pf., b. Plahvorfchrifti 30 Pf., Reklanien 75 Pi.^ bei Platzvorschrift 90 Pft Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich, für Politik u. Feuilleton: 21"o. Goetz, Stadt und- 2»r»^, Vermischtes u.Ge-> richtssaal: Fr. R. Zenz.j Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Nottenangriff aus Dover und Calais. Ein Türkensieg bei Gaza. (WTB.) Grohrs Hauptquartier. 21. April. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Erkundnngsvorstöße imYpern-Bo ge nbrächten eine Anzahl Gefmlgene und Beute an Grabenwaffen ein. Die allmähliche Steigerung der Feuertatigteit zwischen Loos und der Bahn Arras —Cambrai hält an. Heeresgruppe De nt sch er Kronprinz. Truppen aller deutschen Stämme vollführen auf dem gewaltigen Schlachtftlde m: der Aisne und in der C h a m - pagne im Kampf Mann gegen Mann, wie im bis zum Tode getreuen Ausharren bei schwerstem Feuer täglich und stündlich Heldentaten! Der Heeresbericht kann sie nicht einzeln nennen. * Gestern vormittag wurde durch Stoßtrupps die ehemalige Zuckerfabrik südlich von Cerny vom Feinde gesäubert; weiter östlich, an der Hurtebise Fe., schlugen unsere Truppen französische Teilangriffe ab. Am Brimont wurden französisch-russische Sturmtnrppen verlustreich zurückgewiesen. In den Nachmittagsstunden setzte an der ganzen Aisne-Front und in der Champagne wieder starker Artilleriekampf ein. Heftige Angriffe entwickelten fick bei Braye. von der Hochfläche von P a i s s y bis in die Senke östlich von Craonne, und zwischen P r o s n e s und der S u i p p e s -Niederung. Am Chemin deö Dam es brach der feindliche Sturm im Feuer, an einzelnen Stellen im Nahkampf zusammen. In der Cham Pag ne scheiterten die Angriffe vor unseren Stellungen. * Nowlich von Reims rmd in den Argonnen brache:: unsere Sturmtrupps in die feindliche Linie und kehrten mit Gefangenen zurück.. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Oestlich von S t. M i h i e l verlief ein Unternehmen nach Wunsch. Auch dort blieben mehrere französische Gefangene in unserer Hand. * Das ungünstige Wetter der letzten Tage schränkte die Flugtätigkeit ein. Seit dem 17. April sind in Luftkämpfen sieben, durch Abwehrkanonen drei feindliche Flugzeuge abgeschossen worden. Auf dem ! Oeftlichen Kriegsschauplätze uafc an der Mazedonischen Front ist bei meist geringer Gefechtstätigkeit die Lage unverändert. Der Erste Generalauartiermeister Ludendorff. (WTB.) Grobes Hauptquartier, 22. April. (Amtlich.) Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. An mehreren Stellen der flandrischen und Artois- Front nahm gestern der Artilleriekampf an Stärke und Ausdehnung zu; nördlich der S c a r p e steigerte er sich zeitweilig zu äußerster Hestigkeit. Truppenbewegungen vor unseren Linien wurden unter- Vernichtungsfeuer genommen. Ein starker englischer Erkundungsvorstoß am nördlichen Ufer des Baches wurde durch Gegenangriff zurückgeworfen. An der englischen Front nordwestlich von S t. Q u e n - t i n vormittags kleine Gefechte. Südlich der Somme nur Ar- tiUerietätigkeit. Heeresgruppe Deutsch er Kronprinz. An der A i s n e und in der Champagne blieb fast durchweg die Kampstätigkeit bis zum Abend gering. Bei Berry-au-Bac sprengten unsere Sturmtrupps ein französisches Blockhaus mit Besatzung. Bei Braye, Hortebtse Fe., an der Straße Reims—NenschLtel, nördlich von P r o sne s und auf dem Westufer der Suippes Gefechte. die für den Feind verlustreich endeten. SiDlich von Ripont wurde ein französischer Vorstoß abgewiesen. HeereSgrupp'e Herzog Albrecht. Die Lage ist unverändert. * Die Gegner verloren im Luftkampf gestern sechs Flugzeuge, von denen fünf durch die Jagdstaffel des Rittmeisters Freiherrn v. Richthosen abgeschossen wurden. Marineflieger brachten über Nieuport e.n f e i n d l i che s Luftschiff zum brennenden Absturz in See. Oestlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Mazedonische Front. Anslebende Gefechtstätigkeit im Cerna-Bogen und südwestlich des Dojrau-Sees. Der Erste Generalquartiermeister Ludendorff. m Die Abendberichte. Berlin. 21. April, abends. (WTB. Amtlich.) Bei Arras starker Feuerkamps nördlich der Scarpe. An der Aisne-Champagne-Schlachtffont im ganzen geringere Tätigkeit, Pie bei Braye, Hurtebise Fe. und nordwestlich Auberive zeitweilig zunahm. Im Osten nichts Neues. Berlin. 22. Zlpril. abends. (WTB. Amtlich.) Heftiger Feuerkampf in einzelnen Abschnitten der Arras- Front; Jnfanteriegefecht bei Loos im Gange. An der A i s n e und in der Champagne tags bi^er meist ruhig, nur nordöstlich S o i s s o n s lebhaftes Feuer. Vom Osten nichts Neues. * * * Die Sozialdemokrat ie ist mit einer Kundgebung ans Tageslicht getreten, die wir im vorliegenden Blatte ausführlich mitteilen. Uns interessiert daran vor allem die Stelle, die sich mit der auswärtigen Politik und dem anzw- bahnenden Frieden befaßt. Denn wie und in welcher Gestalt der Friede erreicht werden könnte, ist uns heute allen doch wohl das Problem, das' allen: andern vorangeht. Die Sozialdemokratie fordert nun im Einvernehmen mit dem russischen Arbeiter- und Soldatenrat auf, „einen gemeinsamen Frieden vorzubereiten, ohne Annexionen und Kriegsentschädigungen auf der Grundlage einer freien und nationalen Entwicklung aller Völker". „Die Machtträume eines ehrgeizigen Chauvinismus" sollen bekämpft, die Regierung gen zum „klaren Verzicht auf jegliche Eroberungspolitik gedrängt „und auf dieser Grundlabe so rasch wie möglich Friedensverhandlungen herbeigesnhrt" werden. Wir aber wissen, daß in Rußland die provisorische Regierung und die Revolntionsparteien noch keinesweas einig sind im Ziele eines solchen Friedens ohne Entschädigungen nick) Wtretungen. Da muß :rns die .Drängende" Qpvadje Scheidemanns doch recht zu denken geben. Es gibt keinen vernünftigen uird fühlenden Menschen, der den Frieden nicht von ganzem Herzen herbeisehnte. Aber man denke an die wahnwitzigen Kundgebungen der Eittente auf das deutsche Friedensangebot. Sie dürfen nicht unvergessen bleiben, wenn die Wendung der Dinge in Rußland das Ende des Krieges hercrnveifer: läßt. Hat die deutsche Regierung noch immer nicht genug getan? Scheidemann Läßt in der Sonn- tagsmrTnmer des „Vorwärts" lurter der Heberschrift „Klarer Entschluß!" gegen den Reichskanzler Farben auftragen, die von Bescheide:,heit keinen matten Schimmer haben, aber desto mehr geeignet finb, Herrn v. Bethnrann Hollweg über die Geister, die er rief, ungeduldig werden zu lassen. Der „Vorwärts" schreibt n. a. „Es geht nicht weiter mit der Politik der Konzessiönchen und des diplomatischen Versteckspielens. Die nervöse Erregung, die dieser Zustand der politischen Undesinierbarkeit hervorruft, durchdringt alle Schichten des Volkes. So scharf in den meisten aiweren Dingen die Meinungen ausci:: and ergehen : das Recht, yu. wissen, was nun eigentlich werden soll, möchten auch wir als allgemeines Menschenrecht proklamieren. Beschämend muß für die Regierung der Gedanke sein, daß das Geklapper der rechtsstehenden Presse den Zweck haben könnte^ sie wieder ein Schrcktchen zurückzudrängen. Für einen lebenden Menschen, toie den Reichskanzler, ist es sicher nicht angenehm, ,venn sich nur ihn ein Kampf entspinnt wie um die Leiche des Patrvklvs. Immer mehr gerät die Regierung in die Gefahr, das Objekt der sie umgebenden Streitigkeiten zu werden, statt selbst mit kräftiger Hand das Ruder zn führen. Immer deutlicher wird das Bild des Herrn von Bethinann als eines Mannes, der zwar weiß, was er will, aber cs doch nicht oder nicht ganz tut. weil er vor Einschüchterungen Kurückschreckt. Ist es wahr, tvas der Reichskanzler in hundert schönen Reden von der frei eit Zukunft des deutschen Volkes gesagt hat, dann ist es Zeit, diese Zukunft endlich emnial Gegew.vart iverden zu lassen. Und war der Kurs des .Friedensangebots der Tisza-Reden, des Czerninschen Vorschlags, der Antwort auf die Petersburger Erklärung richtig, dann muß er duvchgesteuert toerden bis zum Ziel! Bestücke aber die Meinung, z-u einschneidenden Reformen, sei es zu früh, so hatte man nie durch an kündigende Reden die Erwartungen des Volkes spannen dürfen. Und wäre die Furcht vor „Zeichen der Schwäche", als die mm: bei einigem bösen Willen Friedensangebote immer auslegen kann, vorl?errschend, dann hatte nichts von dem geschehen dürfe::, was seit dev: 12. Dezember geschehen ist." Das ist die laute, aufdringliche Sprache von Parteipolitikern, die gerne Recht behalten und den Weltkrieg zum Zeugnis haben wollen, daß sie allein von allem Anfang an auf den richtigen Bahnen gewandelt waren. Herr Scheidemann mag aber selbst stark an jener Unfteiheit der Entschließungen kranken, die er dem leitenden Staatsmanne vorhält. Er treibt Parteipolitik, die auf die Opposition der sozialdemokratischen „Arbeitsgemeinschaft unter Haase und Ledebour Rücksicht zu nehmen hat. Mit solcher Mischung dürfen aber die Geschicke des Volkes und die weitwirkenden Abschlüsse des .Krieges nicht gelöst iverden.. Besonders schädlich und verderblich erscheint uns das Wühlen gegen einen Sonderfrieden. Wir sehen, wie London und Paris bemüht waren, den Revolutionären in Petersburg die beruhigende Erklärung ab- zupressen, daß diese nicht mit dem Gedanken eines Sonderfriedens spielten. Die Engländer und Franzosen beharren eben bei ihren Grundsätzen und Absichten, das deutsche Volk zurückzudrängen unb zu knechten. Und wenn Herr v. Beth- mann Hottweg den .Herren um Scheidemann nachgeben und die von diesen geforderte Erklärung abgeben tvttrde, so stünde den Feinden nur ein neues Tor gegen uns offen, während sie alle Türen und Ritze gegen uns verschließen und hinter festen Wällen gegen uns sitzen bleiben. Siegen wir dann int U-Bootkrieg, halten wir unter blutigen Opfern ihren Angriffen stand, müssen sie erkennen, daß sie uns nickst bezwingen können, sondern daß ihnen selber das S&cffct an der Kehle sitzt, dann greisen sie vielleicht nach dem Rettungs- anker, den ihnen Herr Scheidemann fürsorglich bereitlegt. Haß und Einkreisungspolitik aber würden gegen Deutschland nach dem Frieden ihre neuen Ränke spinnen. Wir vertrauen, daß der Reichskanzler nur einen Frieden schließen wird, der die Tatsachen und Wirklichkeiten im Angl führt und nicht von Ideen und Utopien geblendet ist. Die österreichisch-ungarischen Tagesberichte. W i e n, 21. April. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: Oestlicher und südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Gefechtstätigkeit erhob sich auch gestern nicht Über das gewöhnliche Maß. doch setzte der Feind an der Küstenland i s ch e n Front beträchtliche Lnftslrritkrüfte zur Aufklärung unserer Stellungen und der Räume dahinter ein. Die seitlichen Flieger warfen auf mehrere Orte hinter unserer Front Bomben ab. Bei Laghi, nordwestlich von Arsiero, drangen nach kurzer Artillerievorbereitung Abteilungen des Infanterieregiments Nr. 14 in die feindlichen Stellungen ein und brachten von dort einen Offizier und dreißig Mann als Gefangene zurück. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v.Höfer, Feldmarschalleutnant. Ereignisse zur See. Im Ansthluß an einen feindlichen Lnstschiffangriff auf die Umgegend von Triest, der keinen nennenswerten Schaden brachte, belegte am 20. April vor Tagesanbruch eine Gruppe unserer Seeflugzeuge die Militaristen Anlagen von San Eanziano mit Bomben un& erzielte mehrere Treffer, die aucfj einen großen Brand Hervorriefen. Alle Flugzeuge sind unversehrt zurückgekehtt. Flottenkommando. W ien, 22. April. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: Oestlicher Kriegsschaupt^tz. An zahlreichen Stellen der Front let 'Me Artillerie- und Minenwerfer-Kämpfe. st Italienischer Kriegsschauplatz. An der Küsten lärcki scheu Front herrsck e. auch gestern überall rege Fliegertätigreit. Im Gebiet der 2 .cki Zinnen drangen Landsturmabteilungen in eine . Stellung nächst der Drei-Zinnen-Hütre ein und nahbs, einen Offizier uiÄ 75 Mann gefangen und erbeuteten Mck: Maschinengewehre. Sonst hielt sich die Gefechtstätigkeit in den üblichen Grenzer:. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Hpfer, Feldmarschalleutnant. * * * Die Kämpfe an der Westfront. Berlin, 21. 9lpril. (WTB.) Trotz der heftigen Kämpfe, die s und imter Unterstützung von Panzerwagen gegen 6 Uhr abends erfolgte. Größten- tecks wurden die Angriffe noch vor :mseren Gräben medergeschmettert. An einzelnen Abschnitten kam es zu bllttigen Nalikömpsen und heftigen C^egenstößen. Nach dem abflauende,: Feuer in der Nacht lebte heute :nott,en stärkeres feindliches Arttlleriefeuer, auch schwerer Kaliber, an einigen Stellen wieder ans. Der Block Brimont, der Drehpunkt der Schkachtfwnt, wurde ebenfalls wieder angegriffen, abernvals vergeblich, unter schweren französischen und russischen Verlusten. Nördlich von dem nur wenige Kilometer von Reims entfernten Bethenv ,vurden feindliche Grabenteile vor unserer Frmtt gescnrbert und dabei zwei Unterossiziere und vierzelM Mann gefangen genommen. Nordwest - lich von Auberive, an dem östlichen Flügel der Schlachtfwn: änderte sich die Lage im allgemeinen wenig. Feindliche Angriffe gegen die von uns gelzaltenen Höhenstellungen wurden bluttg abgeschlagen. An einzelne,: Stellen gewannen :oir im Gegelurngrif; Raum. Feindliche Teilangriffe, die gegen Albend eüssetzten. n*rr- den gleichfalls zurückgcwiefen. An der V* lgischen Front scheiterte in der Nacht zum 20. April ein englisches Uuternehnien gegen Wytschaete. Breite ^Schützenlinien gingen in nrehreren Wellen gegen die Front einer Einheit vor. Die erste Welle 'Erde bei dem Versuche, die Drahthindernisse zu zerschneiden, mit Handgranaten vernichtet, die folgenden Wellen wurden von den Maschinengewehren und dem Ar- tiüeriefeiler gefotzt. Fünfzig bis sechzig tote Engländer wurden vor unseren Gräben gezählt. Beiderseits des La Bai's6-Kanals, von nördlich Lens bis südöstlich Arras nrkt Unterbrechungen starkes Artilleriefener auch schwerer Kaliber. Für uns günstige Patrouillen kämpfe westlich von Lens und westlich Roeux. Zwischen Arras und der Ais ne keine bedeutendere Artillerietätigllit. Die Kathedrale von St O u e n * tin erhielt zehn Volltreffer iuie überhaupt vermutlich das englische Feuer in den letzten Tagen grundsätzlich in der Gegend der Kathedrale und des Marktplatzes lag. Ter Dank des Kaisers. Berlin, 21. April. (WTB. Amtlich.) Ter Kaiser richtete anläßlich der siegreich abgewehrten Angriffe an der Ais n e und in der Champagne folgendes Telegramm an den Kronprinzen: Die Teineni Beseht unterstellten Truppen aller deutschen Stämme haben, in stahl hartem Willen und kraftvoll geführt, den großen französischen Durchbruch an der Aisne und in der Champagne zum Scheitern gebracht. Tie Infanterie hat auch dort wieder das Sckwclffie tu tragen gehabt und Großes in wdesmutigem Ansharren und unwiderstehlichem Angriff dank der unermüdlichen Hilfe der Artillerie und der anderen Waffen geleistet. Führern und Truppen übermittle Meinen und des Vaterlandes Tank. Die Schlacht an der Aisne und in der Champagne ist noch nicht zu Ende. Alle, die dort kämpfen und bluten, sollen aber wissen, daß ganz.Deutschland ihrer Täten gedenkt und mit ihnen festen Willens ist, den Daseinskampf bis zum siegreichen Ende durch- zufühven. Das walte Gott! Wilhelm I. R. Unsere Lustsireitkräfte auf der Westfront am 21. dlipril. Das Wetter ließ erst gegen abend regere Fkugtätigleit zu. Unser Bombengeschwader griff feindliche Truppenunterkünfte, Stellungen und Bahnhöfe nrirksam an. U. a. wurde,! der ''Bahnhof und die Hafen anlagen von Dünkirchen mit sichtbarein Erfolg mit Bomben beworfen, Zu Luftgefechten kam es besonders an den Hanptkampssronten. Unsere Flieger schossen sechs feindliche Wug- zsuge ab, alle jenseits der feindlichen Linien, davon entfallet fünf auf die Staffel Nicht Hofen. Ein feindliches Flugzeug umrde durch jAbwehrfeuer von der .Erde aus jenseits unserer Stellung zur Sendung gezwungen und von unserer Artillerie vollends zerstört. Zwei Seekam Meinsitzer schossen bei NieuPort ein feiMiches Luftschiff ab, ,das brennend in di-e 0ee stürzte. Der französische Bericht von! 21. April, abends. Zwischen Somme und Oise heftige Kämpfe der beide,! Artillerien. Besonders in der Gegend südlich von St. Quentin zwischen der Aisne !und Cbernin des Tames haben wir unsere Fortschritte aus der Hochfläche nördlich von Scrncy jo-rtgesetzt. Ein Handgran^ten- kampf hat uns im Abschnitt von Heurtohise ermöglicht, Gelände zu gervimren, und das Sperrfeuer hat viermal Versuche des Feindes vereitelt. In der Gegend von Reiins und in der Champagne zeitweise unterbrochener und an einzelnen Stellen ziemlich lebhafter Artilleriekamps. Von der übrigen Front ist kein Ereignis von Bedeutung zu melde,!. Die Zahl der vom 9. bis zum 20. April von den französischen! mb mglischen Truppen gemachten Gefangenen übersteigt 3 3 00 0. Die Zahl der in der gleichen Zeit erbeuteten Geschütze übersteigt 330. Der zweite Sieg ver Türken bei Gaza. Konstantinöpel, 20. April. (MTB.) 2lmtl.icher Heeresbericht: tt Sinai fron^r Naebdeni noch in der Nacht zum 19. April an der Front Ruhe geherrscht hatte, entbrannte gestern früh die zweite Schlacht ber Gaza. Um 5 Uhr früh setzte heftiges ieindliches Artilleries-cuer ans die Stadt ein. Es wurden bald die ersten feindlichen Angriffsbewegungen erkennbar, wenn auch starker Nebel noch die Luftaufklärung hinderte. Gagen 8 Uhr vormittags begann der feindliche Insmrderieangriff. Beiderseits der Stratze nach l'öaza griff eine Anndliche DVision an. Die zweite Division wandte ircü gegen unfl^ sndösilich von Gaza stehende mittlere Gruppe. Die feindliche Avclllerie, die sich etwas zügerrck benahm, ging gegen den rechtewFlügel unserer linken Flügelgruppe vor. Während dieser Bewegung» t wurde ein feindliches Panzerauto von uns zerstört. Bis ^tl^fcqg iDcrr der Kampf auf der ganzen Linie in vollen! Gange, besor.dA gegen unsere beiden rechten Flügelgruppen. Trotz großer Neuste gelang es der feindlichen Infanterie nicht, näher als bis^ hthnndert Meter heranzu^omrnen. Nachmittags um drei Uhr lmtA unsere mittelste Gruppe bereits zwei feindliche Angriffe blutvffabgewiesen. Mit einem dritten Angriff ,nutzte gerechnet werKr^ nachdem der Feind Verstärkungen herangezogen lwtte. Tie Lage ist jetzt sck>on so günstig, daß Bewegungen zu einem Offensivstoß gegen den feindlichen recksten Flügel ein geleitet werden konnte,!. Um 7 Uhr abends hatte die mittelste Gruppe auch den dritten feindlichen Angriff rnit schweren Verlusten für den Gegner abgeschlagen: alle Stellungen waren fest in unserer Hand. Auf dem linken Flügel drängte unsere Kavalteriedivision erfolgreich gegen die feindliche Kavallerie vor. Allmählich machten sich Rückzug sbewegungen am feindlichen rechten Flügel bemerkbar und in den späteren Abendstunden ging auch der linke Flügel unserer Infanterie im Verein mit der KavallerieWwisipn zum Angriff vor auf den weichenden Gegnei). In der Dunkelheit ,varen Anzeichen eines allgenreinen feindlichen Rückzuges erkennbar. Tie zweite Schlacht bei Gaza war gewonnen. Auf den übrigen Kriegsschauplätzen keine besonderen Ereignisse. Eines unserer U-Boote per senkte im östlichen Mittel- ineer zwei Segelschiffe sowie vierzig Seemeilen westlich von Alexandrien einen kleinen englischenKreuzer, wahrscheinlich von der Foxglove-Klasse. Kon stantinopel, 21. April. (WTB.) Amtlicher Heeres- bericht vonr 21. April. Jrakfront: Außer einem lebhafteren Geschützfeuer aus dein rechte,! Tigris-Ufer keine Gefechtstätigkeit. Kaukafusfront: .Fm linken Flügeläbschnitt wurde ein feindlicher Ueberfallsversuch durch unser Feuer vereitelt. Am linken Flügel wirkungsloses feindliches Artilleriefeuer. Sinai front: Nach der für uns siegreichen Schlackst von Gaza ging dm Gegner mit schweren Verlusten in seine Ausgangsstellungen zurück. Unsere Verluste in der Schlacht sind unbedeutend. Ein feindlicher Flieger wurde durch einen unserer Flieger äbge- schossen; der feindliche 9lpvarat stürzte Zwischen den türkischen und den englislben Linien nieder. Ein anderer feindlicher Flieger wurde bei Teil Scheria durch- Feuer von der Erde aus zur Landung gezwungen, der feindliche Flugzeugführer wurde gefangen genommen. Unsere Flieger zeigten sich in den Luftkämpfen stets den feindlichen überlegen. Sie:narfen außerdem auf die feindlich,en Lager und Reserven 300 Klg. Bomben ab. Es wurde festgestellt, daß die feindliche Flotte absichtlich eine große Moschee in Chaza unter Feuer nahm. Die Moschee wurde zerstört. Von den übrigen Frortten werden kmne besonderen Ereignisse gemeldet. In der Nähe der Insel Milos wurde ein feindliches Transportschiff mit zwei Schornsteinen, das 12 500 Tonnen hatte, durch ein Tauchboot versenkt. Im Hedschas unternahmen die Rebellen wieder verschiedene Vorstöße gegen die Bahnlinie. Sie wurden überall mit schsoeren Verlusten zurückgefsstagen. Ber lin , 2l. April. sWTB.) Bei Ga z a entwickelten sich am 19. April neue Kämpfe, die für unseren tapferen türkischen Bundes- gcnosfen siegreich verliefen. Um 5 Ubr vormittags setzte starkes feindliches Artilleriefeuer ein, dem gegen 8 Uhr vormittags ein Angriff von mindestens zwn englischen Jnsanleric-Divi- siorren folgte. An einzelnen Frontabschnitten griffen die Engländer bis zn dreimal erfolglos an. Während die Türken an der Mfte ihre Flanke vor dem schweren Schiffsslachfeuer von See her zurückbogen, gewann ihr Gegenstoß gegen die rechte Flanke der bereits ins Wanken geratenden Engländer Raum. Dem weichenden Gegner kam dre Dunkelheit zugute. Der türkische Großwefier im deutschen Hauptquartier. Konstan ti nopel, 21. 2kpril. (WTB.) Großwesir Talaat Pascha ist am 20. LLpril nach Berlin abgereist. von wo er sich nach dein deutschen Hauptquartier begibt. Abbruch der türkisch-amerikanischen Beziehungen. Konstantinopel, 21. April. (WTB.) Die Agence Milli meldet: Infolge der Erklärung des Kriegszustandes zwischen den Bereinig Leu Staaten und dem Deutschen Reiche teilte die Osma- che Negierung der amerikanischen Botschaft in Konstantinopel mtt, daß ffe nach dem Beispiel der ihr verbündeten österreichischungarischen Monarchie die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten abgebrochen habe. * * * RadoSlawow über die Lage. Wien, 2Z. April. Einem Schriftleiter des „Neuen Wiener Tageblattes" erklärte Ministerpräsident Rados- lawow, daß das Eingreifen Amerikas zu. einer Verlängerung des Krieges beitragen dürfte. Wie sich künftig das Schicksal der Balkanländer gestalten werde, könne man im gegenwärtigen Augenblick noch nicht sagen. Sicher sei nur, daß der Friede unbedingt eine unmittelbare gemeinsame Grenze zwischen Bulgarien und Oesterreich-Ungarn' bringen werde, was dann ermöglichen werde, die ausgezeichneten Beziehungen der beiden Staaten zueinander noch inniger zu gestalteü. Der Bund der Mittelmächte werde zweifellos auch weit in den Frieden hinein mit bewährter Festigkeit dauern. Radoslawow erklärte schließlich, er glaube nicht, daß es zu einem neuen Winterfeldzug kommen werde. D!e Revolution in Rußland. Petersbu r g, 21. Llpril. (Meldung der Petersburger Teke- C henagentur.) Der Sozialist Meyer, Mftglied des anrerikani- Kangresses, richtete an das Dumamitglied Tscheidse, den Vorsitzenden des Arbeiter- und Soldatenrates, folgendes Telegramm: „Als einziger sozialistischer Abgeordneter des amerikanischen Kongresses bitte ich Sie, kategorisch die uns beunruhigenden Gerüchte zu dementieren, daß die russischen Sozialisten einen Sonderfrieden nnt Deutschland begünstigen." Der Vollzugsausschuß des Arbeiter-und Soldaten rat es sandte Meyer folgende Antwort: „Wie in dem Aufruf des Ärbeiter- und Soldatenrates in Petersburg cm die Völker der Welt und in der Entschließung des allgemeinen Kongresses der örtlichen Arbeiter- und Soldatenvertreter erklärt worden fft, erstrebt die gesainte russische revolutionäre Demokratie keinen Sonderftieden, sondern einen internationalen Frieden ohne offene oder verschleierte Annexionen und Entschädigungen auf der Grundlage einer freien Entwicklung der Völker." v Petersburg, 21. April. (WTB.) Meldung der Petersburger Telegrvphenagentur. Im Taurischen Palast hat eine Kon- erenz von Vertretern der gairzen 6. und von Teilen der 4 5., 7., 8. und 12. Armee und der 1. Gvenadierdivision unter Teilnahme von Vertretern des Arbeiter- und Soldatenausschusses stattgefunden. Tie Delegierten stellten u. a. dje Frage, ob der Soldaten- und Arbeiterausschuß in Petersburg vnrklich für einen Sonderrieden eintvete. Das Ausschußmitglied So ko low antwortete- l>er Ausschuß verwerfe jeden Gedanken an einen Sonderrieden. Der ukrainische NationaLkorrgreß. Kiew, 20. April. Der ukrainische Nationalkongreß hat sich für eine russische, föderative Republik sowie für die Autonomie der Ukraine ausgesprochen. Amerika und die Entente. i to sterdam, 23. April. Der Korrespondent der „Daily Mail" meldet aus Newyork, daß die amerikanische Regierung durch ein besonderes Departement ftir die Entente als Aufkäufer für Kriegsmaterial und Munition gegenüber de,! amerikanischen Produzenten aufzutreten beabsichtige, um, soweit möglich, der Entente die Vorteile der ermäßigten Precse zuzuwmden, die die mnerikanische Regierung zu zahlen vftegt. Es sei alnr augenblicklich nickst praktffch, eine eudgiltige Mitteilung hierüber zu nvachen, da viele der Produzenten, vor allem in der Kupferindustrie, sich entschieden gegen die Zuwendrmg von Vorzugspreisen an fremde Länder verwahren. Wrlson und die Neutralen. New Yi>rk, 21. April. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Buvscms. Der niederländische Gesandte in Washington sprach am Donnerstag Wege"!, der Möglichkeit einas Ausfuhrverbotes für Lebensmittel nach den neutralen Ländern bei Präsident Wilson vor. Hinterher wurde bekanrtt gemacht, daß die Alliierten zuerst mit Lebensmitteln versorgt werden müßten, die Erfordernisse der Neutralen aber erst in zweiter Linie in Betracht gezogen würdeir. Der frühere Botschafter Gerard über Deutschlands Dnrchhalteu. Rotterdam, 21. Aprll. (WTB.) Der frühere Berliner Botschafter Gerard sprach gestern in einer Versammlung in New Port. Er betonte, daß Deutschland weder infolge einer Revolution im Innern noch durch den Mangel an Lebensmitteln imterliegen. werde. Mit den vorhandenen Lebensmitteln würden die Deutschen, wenn auch mit Schwierigkeiten, auskommen. Sie würden auf eine harte Probe gestellt werden, aber sie gehörten zu einer Glättung Menschen, die die Probe befteheln würden. Die Möglichkeit einer deutsck-en Revolution sollten sich die Amerikaner aus dem Sinne schlagen. Die drohende Cwnäh ungsfrage in England. Bern, 21. April. (WTB. Nichtamttichi.) Die Lo,!doner Zeitungen vom 16. und 17. April widmen durchweg mel-rere Spalten der inmier drohender werdenden Ernährungsfrage. Ten hervorragenden Platz nimmt die Samstags-Rede des (öeneral- nahruugsmitteldirektors Kemmedy Jones in dam Finsburgpark nn. Jones sagte darin: Ich erllare Jlycen offen, daß wir uns bezüglich des Brotgetreides zweifellos einer bedenklicken Lag-e gegen- übersehen. Wir sind nicht in greifbarer Nähe des Verhungerns, aber die Vorräte sind geringe Das Tauchboot ist mehr als eine Trohimg, es ist eine schwere tatsächliche Gefahr. Tie Knappheit an Schiffsrairm, das teilweise Mißraten der Welt- weizenernte und die Verheerungen des scheußlick.en Tauchbootes haben zusaurmen mit der Knappheit an Weizen und Mehl eine Lage hervorgerufen, die uns, falls das Volk nicht entschlossen ist und sich vernünftig damit abfindet, an den Rand des Verderbens bringen wird. Auch der Aufruf Lloyd Georges an die L-andarbeiler, die Erträge der Felder möglichst zu erhöhen, da vielleicht Englands Heer und Marine sonne die Zivilbevölkerung aus die heimische Nalwungsmittelerzeugung angewiesen sein würden, wird allgemein abgedruckt und kommentterü Tie Soldaten der Landdistrikte erhalten für die Feldbestellmcg besonderen Urlaub. Seit dem 15. April ist eine neue Verordnung für die Gastwirtschaften und Klubs in Kraft. Danach gibt es f e ft e K o p f r a t i o n e n von Fleisch, ZuclLr, Brot und MekL. Tic Brotration für die Person beträgt täglich ein halbes Pfund. Es ist bemerkenswert, daß die Restaurants, wo der Mindestpreis der Mahlzeit über 2 1 / i Schilling beträgt, nicht unter die Verordnung fallen, so daß nur die Speisehäuter der ärmeren Klassen betroffen tverden. Mehrere Zeitungen schlagen die Verwendung von Stteckmitteln bei der Brotbäckerei vor. Andere fordern die wohlhabenderen Klaffen, die teuerer» Speisen kaufen können, auf, auf das Brot ganz zu verzichten. All- genrem wird in . Spezialartiteln und in Brieikasten-Zuschriften „feäuftfren Jöimueiiei! auf die Tauchbootnot die Notwendigkeit jlrcktciter Sparsamkeit bei dein Verbrauch aller Lebensn!ittel, besonders des Brotgetreides,- erörtert. Die englische BrotraLivn von 1800 Gramm ist zu hoch. Berlin, 21. April. (WTB. Nichtamtl. „Manchester Guar- drm! vom 12. April wiederholt die Klagen anderer Blätter über ^ niebrigert englischen Weizenbestände. Jin Zusammcnhang hier- schreibt das Blatt: Tie Wochenmenge von vier Pfund oder drer Pfund Weizenmehl, Ivelche von dein Nahrungsmitteldiktator! festgesetzt wurde, muß als Durchschnitt betrachtet werden und ist eher mi Durchschnitt zu hoch 'mmcssen, raenn wir ohne wirklichen, ^aangel ourch die Monate Mai, Juni und Juli hindurchkommen sollen. Leute, vielche sitzende Beschäftigungsiveise haben, brauchen mefe Menge nicht. Wenn sie es dennoch! tun, tverden die Ansprüche öer Schtverarbeitenden den durchschnittlichen Verbrauch über die Vurpfuud-Wvchenmenge Hinaustreiben und dann reichen imsere Bestände nicht aus. Das find einfache ziffernmäßige Tatsachen. Ta sZ^^ällsches Pfund gleich 453 Gramm sind, entfprechcn vier eng- lvche Pfund in der Woche cxr. 1800 Gramm. Man ersieht hieraus, bre freiwillige englische „Brottation" unserer jetzigen herabgesetzten Brotration von 1600 Gramm fast entspricht. Dazu kommt in England der völlige Kartoffelmangel, der auch in nächster Zeit nacht behoben fein wird, weil die Kartoffeln nach den offizielleiß Angaben in wenigen Wochen überhaupt verbraucht fein werden, mi?" -ßreB angeht, so sei daran erinnert, daß das vier eugl. > Pfrnw Brot neuerdings 1 Schilling kosten, das heißt 1800 Gramm ^02 Mark. Ter Berliner Preis für ein solch,es Brot würde jetzt 83 Pfennig betragen. Sojlalöcmof’atifdjc veschiLsse. Der „V orwär ts" berichtet: Der Parteiausschuß der deutschen Soz ialdemokratie hat sich am Freitag mit der Fr«ge der politischen Neuordnung und der Friedensfrage befaßt den Verhandlungen nahmen die Genossen Tr. dldler, Lreitz undj Dr. Renner von der Parleiverttetnng der deutsck>en Sozialdemokratie in, Oesterreich und die Genossen Garany und Weltner vom Partei vor stand der ungarländischen Sozialdemokratie als Gäste teil. Am Schluffe der Verhandlungen wurde einstimmig folgende Ent-, fchließnng angenommen: Der Parteiausschuß und der Parteivorstand der sozialdemokratischen Partei Deutschlands haben in gemeinsamer Sitzung init den Vorständen der Fraktionen des Reichstages und deA PreiNnschen Llbgeordneteuhauses, sowie der Land^kommffffon für Pveußen am 19. April einstimmig folgenden Befckstüß gefaßt: „Wir bekräftigen den unverbrüchlichen Entschluß der deutschen, Arbeiterklasse, das Deutsche Reich aus diesem Ktieg als ein freies Staatswefen hervorgeben zu lassen. Wir fordern die völlige Beseitigung aller Uiigleichheiten der Staatsbürgerrechte in Reich, ^vtaat und Gemeinde, sowie die Beseitigung jeder Art b u r e a u k r a ti s ch e n Regiments und seine Ersetzung durch der! eutsckieidendei! Einfluß der Volksverttetung. Mit Entschiedew- l,eft verwerfen wir pie von den feindlichen Regierungen verbreitete Zumutung, daß bie Fortführung des Krieges nötig sei. um Deutschland zu fteiheitlicheren Staatseinrichtungen zu zwingen. Es ist dlufgabe des deutschen Volkes allein, seine inneren Eiw- richtimgen nach seinen Ueberzeugungen zu entwickeln. Wir begrüßen mit leidenschaftlichem Anteil den Sieg der russischen Revolution und tms durch ihn lentfachte Wiederaufleben der intern nationalen Friedensbestrebnngen. Wir erklären unser Einverständnis mit dem Kongreßbeschluß des russischen Arbeiter- mrd Soldatenrates, einen gemeinsamen Frieden vorzuberei- ten ohne Annexionen und Kriegsentschädigungen, auf der Grundlage einer freien nationalen Entwicklung! aller Völker. Wir bettachten es als die wichtigste Pflicht der so- I zialdenrokratischen Partei Deutschlands wie der Sozialisten aller Länder, die Machtträume eines ehrgeizigen Ehauvinisinus zu bekämpfen, die Regierungen zum klaren Berzickst auf jegliche Eroberungspolitik zu drängen und so rasch,vie möglich entscheidende Friedensgrundlagen auf dieser Grundlage herbcnzuftihren. Kein Volk darf durch den Friedensschluß in eine demütigende und unerträgliche Lage gedrängt werden, sondern jedem muß die Möglich- keft gegeben sein, durch freiwilligen Beitritt zu einer überstaatlichen Organisation und Anerkennung einer obligatorischen Schiedsgerichtsbarkeit den dauernden Bestand des künftigen Weltfriedens sichern zu helfen." Für die Vorstände der deutschen Sozialdemokratie in Oesterreich und der ungarländischen Sozialdemottatie, die den Verhandlungen beiwohnten, erllärte Dr. Viktor Adler, daß sie sich selbstverständlich nicht in die inneren Angelegenheiten Deutschlands einmischen wollen, daß sich aber, soweit es sich um die Friedcnskund gebung handelt, die von ihnen verttetenen Parteien dem vorstehenden Beschluß mit dem sie Wort fttt Wort einverstanden sind, einmütig cm- schließen. ( Deutschland und Spanien. Berlin, 21. Aprll. (WTB.) Die „Norddeutsche Mg. schreibt in ihrem politischen Tagesbericht: Unsere Gegner versuchen, die in den neutralen Staaten durch die englische Seesperre hervorgerufene Mißstimmung auf uns abzulenken, indem sie den uneingeschränkten U-Bootkrieg für die auch m den neutralen Ländern entstandenen wirtschLftlichml Sorgen verantwortlich machen. Daß wir diesen ll-Bootkrieg^ durch die enMschen VLaßnalMen gezwungen, begonnen haben, wird sorgfältig verschviegen. Insbesondere in Spanien wurden in letzter Zell verschiedene Versuche unternommen, die öffentliche Meinung irrezillellen. Ein Teil der spanischen Presse wies dein gegenüber bereits auf die mancherlei Maßnahmen hin, die die Zentvalmächte gettoffen ^haben, um die mit dem U-Bootkrieg unvermeidlich verbundenen Beschwernisse zu mildern und zroar selbst da, ivv diese durch eigene organisatorische Voraussicht zu einem gitten Tell zu vermeiden gewesen röären. Es 'imrb in dieser Beziehung ausdrücklich folgendes fest- gestellt: Zur Unterfb'itzung der spanischen Fruchtindustrie hat Deutschland große Ankäufe von Apfelsinen und Bananen in den verschiedensten Prvvmzen Spaniens vorg-erwmmen. Den spanischen Fruchtschisfen, die außerhalb des Sperrgebiets nach dem Hafen von Cette und Französisch-Marvkko fahren, wwden Gelellscheine ausgestellt. In technischer -Hinsicht wurde dabei den von der spauischen Regierung geäußerten Wünschen in weitgehendster Weffe Rechnung getragen. Daneben haben zur Entwicklung des Fruchthandels zwischen Deutschland.und Spanien Hamburger und Bvencer Kanfleute in Verbindung mit Jitteressenten in Spanien unter der Beteiligung zweier derttscher Großbanken cllle Gesellschaft gegründet. Währeiid der Kriegsdoner kauft diese Gescllschift bie Früchte ein und läßt sie in einer in Valencia lln Entstehen ' begriffenen Fabrik zu Konserven verarbeiten. 9lußerdem ist der Export anderer spanischer Nahrungsncittel durch die Sck/affnng un- geUndertcr Ausftchrwege über Cette nach der Schweiz gefördert worden. Daß durch die Erllänmg der Sperrgebiete auch Spaniens Handel mit Amerika bemnttächttgt werden könnte, ivie unsere Gegirer ans streuen, entbehrt selbstverständlich jeder Unterlage. Auf Wunsch der spanischen Regierung wurde den spanischen Fischern ein Freigebiet in beträchtlichem Umfange zur Ausübung ilires Berufs im Sperrgebiet zu gestanden. Um deni in Spanien l>errschenden Kohlenmangel abzuHelsen, erbot sich di« deutsche Regierung bereits vor geraumer Zeit, deutsche Kvhlen in den neutralen Häsen zur Berffigung zu stellen. Der spanischen Negierung wurde ferner angeboten. daß die in den englischen Häfen liegenden spanischen Schiffe am t.Mai 1917 ungehindert auslansen und auf der Rückreise nach Spanien das Sperrgebiet sicher passieren können. Endlich erfolgten Anerbietungen über den Verkauf eiui;7er in spani- sck)en Häfen liegender deutscher Schiffe sowie über die Eirrrichttmg einer Passagierlinie nach England. Ein Einvernehmen hierüber wurde jedoch bisher leider nicht erzielt. Natürlicki> bildet die selbstverständliche Bvransfetznng fttt die Abgabe von Schiffen die nötige ücmiifgt tn (rgcnb einer Fvrm ^ m Beengung gestellt mirb.. Die Zentralmächte SgKifS? bemüht bleiben, innerhalb der durch die ^m^Z^cgkeiteu gezogenen Grenzen die wrrtschaft- chen Lchllvierrgheiten Spaniens nach Kräften zu erleichtern. * AuS Portugal. w S flV f aBü r n ' 21 ^ vil (WTB. Nichtamtlich.) Meldung „dtzence Havgs". Ler Rücktritt des Kabinetts t r~:- lDa w ttvow, nachdem die Kammer mit 57 gegen die Verordnung, die die Einsetzung eines natranalen Wrrtschastsrates vorsieht, sür nichtig erklärt §eekrleg. Ein Seegefecht im östlichen Kanal. 21. April. (WTB. Amtlich.) Leichte 5f e ^ t r c t tkr ft f 1 1 sind in der Nacht vom 20. zum x, 1 ; y lu den uftU ch e n Kanal und g e g e n die ! € i n undung vorgestoben. Die Festungen Do- V § wurden auf nahe Entfernungen mit insgesamt 5rr 0 Schutz wirk un gSvollunterFeu erge- ü.?^!?s?^E"-^EaLais war unbewacht. Ein vor Dover an- Vorpostenfahrzeug wurde vernichtet. Als auf dem Ä??? - fc Ul fiterer Gegner gesichtet wurde, machten "n eaer Strntträste mrter Fichrung des Korvettenkapi- rer.Kehrt und nahrnen nochmals Kurs auf den ylerbei stießen sie östlich von Dover auf eine Ä^^Te Av ]chl von englischen Zerstö rern und ^nhrcrfch^s.'n. ^ kam zu scharfen Gefechten auf •???W Entfernungen. Ein feindliches Führer- Torpedo,'chutz versenkt, mehrere an- iL L^ 6 ’ AAller-etreffer schwer beschädigt. Wahrscheinlich rst von den letzteren rÄenfalls eines gesunken. . . ^ Miseren Torpedobooten sind G 8 5 u n d G 4 2 a u s Ole^m (- e, echt nicht zurückgekehrt und müssen als , n ten. AKe '.chngen Boote sind ohne Beschiwigung oder Bcrtllste wieder eingelausen. Thenrfemündung voroestotzener Teil un- traf keine Kriegsfall ^?uge des Gegners a' w r': ute r»nr einige Gefangene von einem Hanoets- fchrff nnbnngcn. - Der Chef des Admiralstabs der Marine. Der eugli/che Bericht über den Vorstoß gegen Dover. -. ? 5 ?.^ 0n < 21 (WTB.) Nachts versuchten fünf dcut- i Earrd. Gl esten, 23. April 1917. ln Berlin, 21. 2lpril. (WTB. Nichtamtlich.) Ein heute vorn Stapel gelaufener großer Kreuzer erhielt auf Besehl des Kaisers und Königs den Namen ?Nackensen. Dce Ausrede hielt Generaloberst v. Heeringen. Die Taufe imrrde von der Gemahlin des Generalfeldmarschalls vollzogen. * * London, 20. April. (WTD.) Meldung des Reuter- >men Bureaus. Der Schiffahrtskontrolleur teilt ? n \ ^ W ö *' e Herstellung v o n Dampfern über hundert -oruttovogrstertons in den sechs Monaten bis zum .-K. Dezember geringer sei, als es die Schätzung des ehe- mangen Prasideiiten des Handelsamtes war/Aber die vor- auspöstliche Herstellung im Mlirz werde diese übersteigen. ^ '^uber eine Million Tonnen jährlich betrage. Es sei lern Schiss vou 14 000 Donnen bestellt loorderr. Mau ver- !?Ze ore Politik, sieben Schiffe zu je 2000 Tonnen an stelle eines von 14000 Tonnm zu bauen. .Es gebe drei ^la.sen von Musterschrffen, die in Auftrag werden konnten, zu etwa 5000, 3000 und 2000 ^)ruttoreaiste^- tonilen. ^ " ^Madrid, 2». April. (WTB.) Funkspruck, des Vertreters dev Wremer k. k. Korrespondenzbureaus. Aus Tanger wrrd berrchtet. daß der englische Damvfer „Pataqonia.^ «rn Schrss von 7000 Tonnen, ohne Warnung von einem Unter,eeboot versenkt worden sei. An der pvrtugiesi- Westküste wurden die griechischen Dampier „Buokalr und „Arr old" versenkt. Fünfriq See- merien von Kap Spartet wurden die englischen Dampfer „Brres Rudert" und „Kurt" torpediert ^ w Madrid. 21 Sh>ril.^WTB.) Funffpruch des Vertreters deo Wnmer KvrrespmldcnEurc-ms. Ter ..Jmparctal" „reldeO Am vergangenen Lxrmstgg wurde der svanichr- Dainvler F™," -■ n:i ?'“*!' d" mit 3500 &,mm eMKÄ ß°rd'f, mtemcgä irxn m ber Räl-e von La Rochette von ein^n Unterg-eboot oersenkt. Ter Tanipfer f«hr im G«leit»ug mit 1» s^ltfen der Entente. Als das Herannah-,l des U-B«tes mek>K wurde, «mm cKe drc Flucht. Fn demselben Augenblick wt,rn n m £ mpjn an ^ tn »SS Madrid) 21. April. lWTBv Funkspcuch des Vertreters des Wiener Korrespond^-Dur-'ius. Das Blatt „Jmparcial" nielüer aus tiwauada, ^n Mortil landete die Mannschaft des griechischen Dampfers „Indra" von 2933 Tonnen, der mit rim iÄ" ladu-ng von Eardiss nach ^Oran unterwegs ivar, anr 12 Anril 30 seemeilan von Mortil von einem llcherseeboot versenkt Erde. De^ vor kurzeni in der Nähe vot Barcelona o-rsenkte itoliemchv- Tanrpfer „Alba gne" von 3VM Tonnen hatte Köllen von hmglmrd nach Italien an Bord. In der Nähe von Almnia Konocte der englische Dampier ,.H eglcm en t" v^n ä?«) Eiren, mit Gerste, Rns und Zwiebeln ron Indien nach England Miter.vegs. ggn der ÄialM von Dort Borrr wurde der franchnschr Tam.cher „Esteral"- voir Mar (?) nach MarsMe nnterweas vore einem ünterj^boot vers-e ukt. .Kopenhagen, 22. Apr-il. Das dänische Mmifterünn des Aeuüern teilt mit: Einem Telegramm des dänischen Konsuls in Rotterdmn zufolge ist der >dän i sche Schoner , Fra m" aus der Reise von England nach, Aarhus mit einer Kohlenladuna in der Nordsee ver-enkt worden. Anfgabe. Zwecke in Darm Zunr Sieg D^s Geldes , ein Sieg des Goldes, ttniere nächste vaterländische Die Landesstelle für vaterländische stadt schreibt uns: Wem stockte nicht der Ateni, w-em schlug das Herz nicht höher ob des überwältigenden Mitliardensieges der Kriegs anleihe! Laßt uns dieses weltgeschichtliche Ereiguis froh und festlich begehen: Fügen wir zu dem dröynendeu Krast- beweis eilt neues Zeuguis unseres sieghaften Opferwilleus durch Stärkung des Goldbestandes in der Hand des Vaterlandes. Sie müssen tmr für die nächste Zeit in des Vordergrund des Tagesgesprächs rücken, und wir wollen uns gegenseitig überwachen, daß auch der Pflicht der Gold- stärküng genügt wird. Im ganzen Großherzogtum soll zu diesem Zwecke eine G o l d w o ch e stattfindeu in der Zeit von Mittlvoch, 25. April, bis einschließlich Mittwoch, 2. Mai. Die Göldankaufsstellen vergüten den vollen Goldwert, erteilen als Dank des Vaterlandes ein Gedachtnisblatt sowie eine Denkmünze urrd geben für eine Goldkette neben dem Goldwert — wenn rricht eine Denkmünze verlangt wird — eine eiserne Kette, die ihreil Träger schmückt urcd ehrt — mehr als gleißendes Gold. Auch höherivevtige Edelsteine und Platinsachm (jedoch nicht Platinstifte) werden — wert entsprechend angekauft. Viel Gold, viel Edelsteine sind riötig, wenn die gewaltigen wirtschaftlichen Aufgaben dieses Krieges zum Segen aller gelöst werden sollen. Aber wenn die Herzen und Hände sich öffnen, wie es die große Zeit verlangt, wenn wir es nicht bewenden lassen bei Hergaöe kleiner Teile unseres Schmuckbesitzes, wenn wir uns alle trennen von entbehrlichem Geschmeide, das zum Ermft dieser schicksalsschweren Tage nicht mehr passen will, dann wird die hessische Goldwoche ein leuchtendes Vorbild werden, ein ragender Baustein irn stolzen deutjchen Geldgeöäude. So manche fehlen noch in den Einlieferung stiften. Mochten sie unserer Bitte sich nicht verschließen. Und möchteii andere, die darin schon vertreten sind, ihre vater- laridisck-e Einsicht mit dem gebesieudigen E,itschluß kröilen, nun auch möglichst den übrigen Besitz an Gold und Edelstemen dem Vaterlande darzubringen. * Lebensmittel. Fleischsonderzulage. Auf mehrfache Anlagen teilen wir mit, daß nach den von dern Krieqs- ernahrungsamt getroffenen Bestimmungen Urlauber, Kur- ftemde, sowie solche Personen, die vorübergehend hier anwesend sind, die Fleischzulage von 250 Gramm für die Woche nicht erhalten, obschon ihiren nun die verkürzte Brotration zusteht. Ferner ivird wiederholt daraus hin- geune,en, daß solche Personen, die mindestens bis zum 1. Oktober d. I. durch Hausschlachtungen mit Ueisch versorgt jmd, kernen Anspruch auf die Meischzusatzkarten haben; nur die Teilselbstversorger, das sind die Personen dre fnr eine kürzere Zeit versorgt sind uiid daher noch Iu.spruch, aus Reichssleischkarten haben, erhalten zu jeder Rerccissleijchkarte eine Flelschzusatzkarte. . ** ^ b Ab gab e von Fleisch und Fleischwaren aus die Reichsstei, Marte erfolgt Mittwoch, den 25. ds Akts wahrend der bekauntgegebenen Verkaufsstnnden ** Verkehr mit Milch. Wir verweisen auf die heutige Bekanntnrachung des Oberbürgerrncisters, wonach seder im Besitz von Kühen bestick)liche Einwohner zwei Liter Milch für jede Kuh an die städtische Milchvertei- lungsstelle (Molkerei Gebr. Grieb, Schanzenstraße), vormittags bis 12 Uhr abzuliefern hat. ^ ** Tie Ausgabe der Bollm itchka rten an Kranke.denm von der Prnsimgs stelle bereits länger als bis zmn 29. April Berug von Vollmilch bewilligt worden ist, sindet von 20.—27. April am Zimmer 9 des SlädtisckM Lebensmittel- AU8 dem welche. Ergebnisse der Hindenburg-Spende. Berlin., 21. ?lpril. ,WTB.^ Nach den neueren Feststellnugen der VerNTaltimgsuelb' der H i n de n b n r g s p e n d e winden im Königreich Prensten lns zum 31. März 1917 2 644 750 .Kilogramm oder 52 985 Zentner schmalz, Speck. Fleisch rmd sonstige Nah- rungsmittel von deii Landwirten für die Rüstiingsarbeiter srü- Nbllig lcüUigxbracht. Die Sammlungen haben sich feit dem 27 Januar 19!7, au welchem Tage erst I 191 000 Kilogramm oder 23 820 Zentner im Königreich Preimen gesammelt »raren, mehr als verdoppelt. Besonders ausgc-zeichnet liaben sich die Provinzen Ostpreußen mit im gmizen 6234. Hannover 5795. die Rhein- Provinz 5446, die Provinz Sachsen 5013, Westfalen 5154 von den Etes, Ost-Mlage 13 statt. Näheres siehe BLnmtnm^ung ** Lchluiselwaren-Verteilung. Die Ausgabe GriLtz, Nudeln silvie .Haserstockyen erfolgt von Mittwoch, vr. April 1917 ab gegen Barzahlung und Rückgabe der Bestell- Ausirepe. Es enkmllen auf die Person je 80 Gramm Grieß, sowie l e . ® ta f Tttni Nickeln und Haferflocken. Ter- Kleinverkaufs- Vvchstpreis für das Pfund Grieß beträgt 28 Pfennig, für das Psuiw vaserckockim 44 Pseimig imd für das Pfund Nudeln Sorte 1 72 Pfennig und Lorte 2 50 Pfennig. Siehe Bcfaimtmachung -* Kartossel-Ablieserung. Wer bei der Be- ftandsaufnahme von: 1. März 1917 im Besitz größerer Mengen Kartosieln loar, als ihm zustanden, wird durch Berfugutig des Oberbürgenneisters zur Mlieferung der ihm nicht zustehenden Mengen aufgefvrdert. Die Abnahme sindet statt: Dienstags und Freitags in-der alteii Gewerbeschule. Es werden bezahlt: 5.50 Mk. für den Zentner gute Spersekartoffeln, 2 Mk. für den Zentner Kartoffeln, die sich nur noch zu Futter-, nicht zu Speisezwecken eiguen. Wer die Kartofseln nicht nach der alten Gewerbeschule bringen kann, hat. die ablieferungspflichtige Menge bereitzustellen nnd dem Stadt. Lebensrnittelamt schriftlich Anzeige zu erstatten. Diese Mengen lverden durch das Stadt. Tiefbauamt abgeholt, wobei ein ellvas geringerer Preis vergütet wird Soweit die Ablieferung der beschlagnahmten Kartoffeln bis spätestens 10. Mai nicht geschehen ist, erfolat Enteignung. Es wird dann 1.50 Mk. für den Zentner lneniger aezahlt. Nckl-eres siehe in der Bekanntnrachung unseres heutigen Blattes. ^ ,, Auszeichnung. Katastergeometer Otto Kalbfleisch, Stephanstraße, Fahrer bei einer Trainkolonne, zurzeit beschäftigt m seinem Berus bei einer, starten stelle in Rußland, erhielt daÄ Eiserne ^Kreuz 2. Klasse. **SilberneHochzeüt begehen am 24. ds. Mts. Heinrich M a l k e m u s (zurzeit im Felde) und Frau, gab. Stumpf. ** A p r i l m a ch t 's w i e e r w i l l. Die Wahrheit dieser guten alten Bauernregel bestätigte der gestrige Sonntag im vollsten Maße. Das blendende Frühlingswetter mit Sonnenschein und mildwürziger Luft wurde plötzlich von Regen- fchauern^ überfallen, die in wildem eiskaltem Ansturm vorüberpeitschten, um nach garnicht langer Zeit dem besseren Wetter sein Recht wieder einzuräumen. Dieser Witterungswechsel wiederholte sich von morgens bis abends und überraschte manch einen, der sich vonr Sonnenschein ins Freie locken ließ, mit einer unliebsamen Dusche. Landkreis Gietzen. ** Allertshausen, 22. April. Zur sechsten Kriegsanleihe zeichneten die Schjüler der einklassigen Schule 1160 Mart gegen 390 zur siinften Auleihe. § Kesselbach, 23. April. Die hiesige Spar^ und Vorschuß- rafse zeichnete sür die 6. Kriegsanleihe den schönen Betrag von runo »^,.000 Ml. Neben diesen! Betrag zeichneten die 70 Sck>üler der Volkssckiulc 6130 Mk. Bei der 5. Kriegsanleihe zeichneten die Schüler nur 700 Mk. Auch in unserer Gemeinde l-at es also an Opfernint nicht gesehltz um zum lanaersehmen fi-rieden bei zutragen. , * O b b o r n h-o fen, 20. Llpril. Von der Grube Wölfersheim llef heute nachmittag die Nachricht ein, daß der Bergmann Wilhelm Z i m mer tödlich verletzt sei. Er war an einer Kreissäge beschäftigt, wobei ein Splitter Holz absuhr und ihm die Halsschlagader durchschlug, was den sofortigen Tod herbeisl'chrte. Die Teilnahme ist allgemein. --ui. Villingen, 22. April. In der Nacht vom Samstag auf Sonntag brach in einer hiesigen Hofreite Feuer aus, dem eine Sckfeune zum Opfer fiel. Ein Weiterumsichgreifen des Feuers konnte glücklicherweise verhütet werden. Ein gefangener Russe, der hier arbeitet, ist verdächtig, das Feuer angelegt zu haben. ' - Kreis Büdingen. Eckartshaüsen, 23. April. Hier wurde zur 6. Kriegsanleihe der Betrag von .150 000 Mark gezeichnet. Die Sparund Darleheustässe zeichnete auf eigene Rechnung 60 000 Mark, die hierin enthalten sind. 4t Michelau, >23. April. Durch die rege Werbetätigkeit des 1. Lehrers S t r a ck-Rinderbügen, der hier Unterricht erteilt, umrden in unserem Dörfchen 16 228 Mark gezeichnet, >ro;?t btf Gemeinde mit 3500 Mark beteiligt i)t, an Kriegs spar karren n/urboi 228 Mark gezeichnet. • ‘ Kreis Friedberg. Z. K i r ch -G ö n s, 22. April. Die beiden hiesigen Schulllassen zeichneten zur sechsten Kriegsanleihe 3850 Mk. — Der Kanonier W'. R ü h l, Sohn des Landwirts und Lagerhalters H. Rühl II.. erhielt das Eiserne Kreuz zweiter Klasse. Die Hessische Tapferkeitsmedaille wurde ihm schon früher verliehen. -m. Wohnbach, 22. April. Ter Ende der 10er Jahve stehende Briefträger B. von hier hat gestern seinem .Leben durch Gehängen ein Ende gemacht^ Vor aäch Tcrg-en verlor der llngliickliche seine Frau durch Pen Tod. Er dürfte daher die Tat in einem. Ansalle von Schwermut ausgeführt haben. Zwei no ch im mündige Kinder srnd so zu Waisen geworden. !1ertteL;cv.i-rs. Lawinenstürze in dtr Schweiz. Bern, 22. 2(pril. Im Kanton Uri nnd im Reusttel - v | —. .— ...... .... herrsch gegenwärtig (große Lawinengefalir. U. a. verfchüttetc anr Sonnabenl eine Lwvine südlich des, Bahnhofs Erstfeld die Brücke der tVotthard bahn, so daß der Betrieb eingleisig beivältigt werden muß. Heut« morgen ging eine Lawine beim Bahnhof von Gurtmellen in außerordentlicher Ausdehnung nieder. Wegen der fortgesetzten Ge. fahr ist die ganze Gegend abgesperrt. Tie Häuser ans dem tzlurt- meller-Berg lverden geräumt. Die Feuerwehren sind zur Hilsi- leistung aufgernfen worden. Bern, 22. Aprll. (Privattelegrst Nach dem Lawinennnglüö in GösthenLn haben die Rettnngsarbeiten lvegen immer neuen Latvinen eingestellt .werden müssen. Sechs Männer liegen noch unter dem Schnee. Eine Leiche ist geborgen. Tie beöanrtte Ricnatal- 'anüne hat die Kantonstraße verschüttet und einen Stall zerstört. Soeben wird ein Lawinensturz bei Gurinellen gemeldet, durch den zwei Häuser mit ihren Bewohnern verschüttet sind. Die Lage im ganzen Kanton Uri ist si-rehtbar. Im Kanton Glarus hat eine Laanne Een halben Kilomettw breit den Sernftflnß und die Straße verschüttet. F'inf Ställe wurden zerstört, aber das Vieh gerettet. Letzte Ein Erkurrdigrmasflur; über Benedrg. Rom, 21. April en Kolonien besprochen worden seier So sei die Vereinigung von Neufundland mir Kanada beabiichttg dein auch die deutschen Südseebesitzungen angeglieoert werden soll ten.^ Dentsch-Südwestafrika und Dentsch-Ostafrika sollten der süd afrikanischen Union zngeteilt werden, Indianer auf dem Knegssiltz. Berlin, 23. April. Wie dem „Lok.-Anz." aus Basel fk achtet, wird, fverde aus Washington gemeldet, daß Senator Venros vorgestern einen Gesetzentwurf eingebracht habe, wonach die Ein richttmg von zehn Indianer-Kavallerie-Rogimeutern von zusammei 90 000 Akann vorgeschlagen n»erdc. Alle auf diese Weise ?nge wordenen Indianer würden auf diese Wjeise amerikanisch' Bürae werden. ^ Rußland. rc { a '. 23 k Aus Petersburg berichtet di -voss. Ztg., Lenin suche die Nutzlofigkeit des Krieges zu be weisen und die Volksmassen gegen England unb Frankreitt auszuwiegeln. ■ t - - y ■ Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß unser lieber treubesorgter Gatte und Vater Friedrich Volz am Samstag, 21. April abends 11 Uhr nach langem schweren Leiden sanft dem Herrn entschlafen ist. Um stille Teilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen: Frau Bolz und Kinder. Gießen (Krosdorfer Str. 37), 22.April 1917. Die Beerdigung findet Dienstag, 24. April nachm. 3 1 / a Uhr auf dem Neuen Friedhos statt. .u ano, Walllorslf. 33. Gebrauchte Mineralwasser» flaschen zu kaufen gesucht. Angebote an Fritz Busch, Ktrchenvlatz 12. 02458 Danksagung. Für die vielen Beweise liebevoller Teilnahme bei dem Heimgange unserer teueren Entschlafenen, insbesondere Herrn Pfarrer Hainebach für die trostreichen Worte am Grabe, sowie für die überaus reichen Kranzspenden sagen aufrichtigen Dank Die trauernden Hinterbliebenen: I. d. N: Johannes Jung IX. Leihgestern, den 20. April 1917. $249 "CölnischeLebens- Versicherungs- Gesellschaft. Errichtet 1853. Wir suchen geeignete Peirsö ♦iic^hect zur Ausbreitung unseres Geschäftes in Gießen. Inkasso vorhanden, bei guten Ei folgen feste Vergütung. Angebote mit Angaben der bisher gen Tätigkeit an „Concordia 1 C iniseht Lebens*Ver- slchernngs- Gesel'cehai:, Cttln, BZarta» A laßp.ats 15. Kriegsversicherung d.Concordia Sofortige Auszahlung der Versicherungssumme auch im Kriegssterbefall. Bis zur Einberufung zuschlagsfrei. Kein.Umlage. Kelo.NachschnBpIllclit Fränletn mit flotter Handschr. u geiv. im Maschinenschr., s. Stelle aus Bureau od.dgl. z. 1 Mai. Offerten erb. au krau Lucia Fischer, föarbnrg a. L., Weidenhäuser Straffe 34. ( aaua> Kriegersfr. sucht Sportklapp- wajen m. Verdeck zu tauf.**** Naher. Walltorstraffe 361. BWrbrttt ä “ f Ä n 8e ' Schrift!. Angebote m. Preisangabe u. 02462 a. d. G. Anz. Verschiedenes Kafftnjchrank für Kriegsdauer zu mieten gesucht. Angebote mit Preisangabe an Poitprüsnngs- stclle des Gefangenenlagers Gieffen. 324ID Versicherungsbestand Ende 1915: 391 Millionen Mark. 3260 itaraogT* l. 1.41.5. 1117,878 ÄnlräP üb. mm. Schliisselwaren Verteilung. (WricH, Nudeln und Haferflocken) 1. Die Ausgabe von Grieff, Nudeln, soivie Haferflocken erfolgt von Mittwoch, den 25. Avril 1017 ab gegen Barzahlung und Rückgabe der Bestell-Auswcise. 2. ES entfallen auf die Person je 80 Gramm Grieff, sowie je 125 Gramm Nudeln und Haferflocken. 3. Der KleinverkausS-Höchstvreis für das Pfund Grieff beträgt 28 Pfcnn g, für das Pfund Haserflockcn 44 Pfennig und für daS Pfund Nudelt» Sorte I 72 Pfennig und Sorte II 50 Pfennig. Kleinhandelsgesäiäfte. die die sestaesetzten Höchstpreise überschreiten, haben auffer strafrechtlicher Verfolgung den AttSschluff von weiterer Zuteilung zu gewärtigen. 4. Beschwerden gegen Geschäfte, bet denen Unregelmäffig- keilen bei der Abgabe Vorkommen, sind dem Städt. LcbenSmittelamt nutzuteilen. Gteffen, den 21. Avril 1917. 3270B Ter Oberbürgermeister: Keller. Zi mmer 5 Zimni.-Wodg. m. Garten. iGrabg.j-Ant. billig zu verm. u. alsbald oder spät, zu bezieh. Näheres Walltorstr. 75 v. Schöne 5-Zimmer-Wohnung, sonnige freie Lage, prcislvcrt z. vermieten, Ludwtgöptal.i8. N äh. K aiser^A11e e l. _2648 29] Nenen Bäna 2 ist eine 5-Zimmer Wohnung mit gr. Vorplatz zu vermieten. Näheres Gesellschaslsverein. Sonnenstraffe 19._ j 4 Zimmer | Sch. 4-Zim.-Woburj. zu nenn- 021*24 Marburger Strafe 60- 2 Zimmer L b j., 1. z. UL'un. 3152 Kr osd orfer S traffe 1. 1 Verschiedene | Weideniilisse 12 I eine kleine Wohnung zu ver° mieten. Näh. Eichweg 2,1. Mo bl. Zimmer Pension BrEnfll Menen BSne 22