Nr.' 1 Der Llegkne? Anzeiger ersch^ink täglich, außer sonntags. - Be,lagen: Eietzeuer.^amiliendlüttcr; Nreirblatt für den «reis Sietzen. Sez^gzpreis: monatl. 9' viertel- jähvl. k)lk. 2.SS: durch Abhole- u. Zweigstellen rnonatl. 80 Bi.: durch die Post 3W. 2.-45 oicriel- jährl. ansschl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüsse: Erstes Blatt |67. Jahrgang Postscheckkonto: &SÜLÄ'Ä!L , II11? Äfflnffutt Ü. III. „686 General-Anzeiger für Oderheßen vankverkehr: B«rlaq.GcIchS!tssteg«SI «»-"»'-.«.««« V »'*♦▼♦»♦» a 9 0 ^ W HW«»’ Si-serbrbanrSIrtzk« Anschrift sür Tral,t»ach. , ^ S « S richie»: Anzeiger Kietzen. Swillmgsrund druck n. vrrlag: Snihrsche llniv.-vuch- ll. Steindnickerei R. Lange. Schriftkettung. Sefchästrstelle g. Druckerei: Schulstr. 7. 5rettag. 25. April M? .nnadiue von Anzeigen die ^.agesnummer bis -um Nachmittag vorher irellenpreir, f. ?lnzeigen: örtlich 20 Pi.. Bernnetungen u. Stellengesuche IbPf.. auSwä rtS 25 Pf., b Plahvoffchrist 30 Pf Reklamen 75 Pi^ bei Platzvorschrist 90 Pf. Hauptschriitleiter: Auq. Goetz. Verantwortlich für Politik u. FeuiUewn: A"a. Goey. Stadt und- L , Ä e r m i s ch r eS u. De-« richtsjaal Fr. R. Zen»^ Anzelgenkeü: H. Beck, sämtlich in Gießen. Weitere 93000 Tonnen versenkt, hindenburg über MunitionZherstellung mh Arbeitseinstellungen. „ <®® 0 -> Grohrö Hauptquartier. 19. April. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. An vn- flaudrischen und A r t o i s - F r o n t mar bei M-- «ru urlD -sturm die Gefechtstätigkeit nur in wenigen M- sthmtten lebhaft. Heeresgruppe Deut scher Kronprinz. AufSestmdenie Befehle zeigen, wie weit die Angriffs- Ser» am 16. April in den Kampf geworfenen franzöfi- tchnr Dwnwnen gesteckt waren. An keiner Stelle sah die fran^iftsche Führung diese Hoffnungen erfüllt, an keiner Dtelle haben die Truppen auch nur annähernd ihre tak- nscheu. geschllveige denn ihre strategischen Ziele erreicht. * In der Nacht vom 17. zum 18. April gelang de;'. Fran- ein örtlicher Angriff bei Braye-. im Laufe des Tages 02 t mehreren stellen der Höhenfront des Ehcmin des Domes, mtt besonderer Erbitielimg bei Craonne geführte, wiederholte Angriffe des Feindes schlugen unter blutigen Opfern fehl. Ber La Bille aux Bois, dessen Waldstellungen für uns nngeelgrret geworden waren, richteten wir uns in einer Hinteren Befestigungslinie ein. Am Brimont schickte der Gegner die in Frankreich fech- l^nden Russen zu vergeblichem verlustreichen Ansturm ins Feuer. In der Chanrpagne entwickelten sich gestern mittag nordwestlich von Airberive neue Kämpfe, die auch in der Nacht andauerten und heute morgen unter weiterem Kräfteeinsatz werter nn Heftigkeit zugenommen haben. die sich auf jeder Seite lauf Millionen beziffern, geschlagen wordcm Wahrscheinlich auch noch nie so Mutig! So mannigfach sich die Kämpfe auf diesem weite,: Rimdbilde auch gestatten, so sehr sie sich in einzelne GesechtShandlungen von räumlich beschränkter Ausdehnung zu zersplittern sckckren, so läßt sich Lwch unscheinbar erkennen, das; dein französisch-englischen Angriffe ein gemeinsamer Leitgedanke zugrunde liegt: er heißt: Beschaftig:mg der deutschen Mitte nnt starken Streitkrästen und erttscheidendem Stoß ans beide Flügel, der im Falle glücklicki«: Gelingens zu einer großen Umklammerung sichren soll. Ter jetzige Angriff unterscl-eidtt sich wesentlich^von den ftüheren, sowohl von der Sommerschlacht Id 16 an der Somme, die ein einsaürer frontaler Gewaltstvß war, der durch überlegene Massen (besonders an Geschossen) allein siegen wollte, als auch von dein Lerbstangriff 1915, wo nran auf zwei weitgetrennten Flügeln allein vorging, oljtit die lange dazwischen liegende deutsche Mitte zn berücksichtigen. Unleugbar ist der Angriff unserer Gegner mit der: größten Manen, die sie bisher in die Schlacht geführt, zweckmäßig angelegt worden. Hoffen wir, daß es der Tapferkeit unserer Truppen und der Heberleger:heit unserer Führung gelingen wird, i:ns de,: vollen Sieg in diesem furchtbaren Ringen zu verschaffen, das sich durch Wochen wenigstens hinziehen wird." Heeresgruppe Herzog Albrccht. Keine wichtigen Ereignisse. Auf dem Oeftlichen Kriegsschauplätze ift nach einigen ziemlich ruhig verlaufenen Tagen die russische Fcuertätjgkcit. besonders zwischen Pripjew und Dnjestr. wieder lebhafter geworden. Mazedonische Front. Nichts Nems. Der Erste Generalauartiermeister Ludcndorff. 4 - Der -lbendbericht. B e r l i n. 19. April, aveirds. (Amtlich.) Südöstlich von Ar ras lebhaftes Feuer. Beiderseits von Craonne starker Artilleriekampf. Längs des Aisne-Marne-Kanals fra-:zöfische Angriffe, deren stärkster auf den Brimont bereits gescheitert ist. . In der Champagne glich unser Gegenstoß Gellurde- genunn des Feindes nordwestlich von Auberive aus. Wmtt Hindenbrrrgs muß in diesen Tagen schwerer Entscheidungen besonders beachtet werden. Er richtet cs ,nieder an die Leute der .Heimat, aber cs ist kein allge- ineiner Aufruf zum Durch halten etwa, kein Wink, diesen: .oder jenen: Ziele nachzufolgen, sondern der Feldmarschall hält sich peinlrch genau im Rahmen seiner Zuständigkeit. Er hat mit den Millionen unserer Kämpfer ein großes Werk begönne::, ein Werk, das uns die Meute der Feinde aufzwingt, eine Notwendigkeit, um die wir nicht her::::: kommen, die mit vielen Opfer::, durch bewährte Feld Herrnkunst nrit möglichst wenig Opfern, erfüllt werden muß. die darum mit den: heiligsten Ernste uns vor der Seele stehen soll. Die größte Schlacht der Weltgeschichte! In biefnn Augenblicke gab es in Berlin Kundgebungen, die nicht so sehr aus dem dringend gewordenen Nahrungsmittelmangel geboren, sondern vo:: jenen Politikern veranlaßt und geführt wurden, die der sozialdemokratischer: Partei den Verrat mir Batcrlande predige:: nrtt> ihr das Gewand der Internationale anfzwingei: möchten. Tagegm: weichet sich »iirdenbnrg i:: seiner ruhigen, maßvollen'Art. Mcbt sein polit:sches Tenrpcranreirt lehnt sich dagegen ans. sondern reine soldatische Besorgnis, die Sorge für die Millionen Leben, die seiner Führrlng anvertrmtt sind. Er weist ans die technische Dedenttrng der Sache hin. Nicht die kleinste Arbeitseinstellung lönnen wir uns leisten, denn wir brauchen bei dein Mesenkamps im Weste:: a lle Munition, die wir rnrr irgend erzeugen könne::. Er bittet um Aufklä'.mng, der Arbeiter, er will sie vor der Gefahr behütet wissen, daß sie ihre Bernnnst vor den: 11 umgänglichen verschließen. So hoffen wir, daß seine Mahnung überall auf fruchtbaren Boden falle:: w:rd. Der Meister'in der Feld- Die Riesen kämpfe in: Westen sind noch nicht ab- geschtossen. Sie können noch durch Tage und Wochen sich WWfcn. Der erste Ansturm der Gegner ist gescheitert, sw haben geringe Hoffnung, nennensloorte Erfolge zn erringen, wir^ n'.üssen chre beginnende Mutlosigkeit' durch zahec- Aushalten erweitern. Im „Vmnoärts" stellt der -frühere Oberst Gad ke über den .^rchf an der Westfront folgci:de Betrachtung an: "Wir Ixrüou sonnt du Riesenschläcktseld von . j5 Kilo- Ju-etoj: Brertc vor uns: iwck,i nie, foiauQc Erde steht, sind «umpre vmr drescr urwruaßlichei: GrbLf. ^ ,o gcroaltigen Masse:: Vieles, was über die militärischen Notwendigkeiten gesagt wurde, gilt auch für die politischen. Auch hier muß gerade jetzt alle Quertreiberei zur nie zu sühnenden Sck)uld am Vaterlande werden. Besonders richtet sich dieses Wort an die Lauen, die jetzt einen Frieden um jeden Preis predigen wollen. Da gefallen uns die tapferen Worte eines Zentrnms- blattes, der „Köln. Volksztg.", deren Anschauungen über große Dinge wir sonst nur selten rei-en. Das Blatt schreibt: „Zum zweiten Male in diesem Kriege erleben wir es, daß Herr Scbeidemann. der sozialdenlokrans.be Führer Deutschlands, iin 9kamen Deutschlands imb des Neichska,:z!ers in der Welt vernmreist nnd^Frieden um jeden Preis unter Verzicht ans alles verkündet. Er soll, wie bisher unwidersprochen v.inchtet nnird-r, ansdri'icklich einen Sonderfrieda: mit Rußland verwerfen.' Gerade, als ob es Nickt wünsthens'ivert wäre, daß uns ein voller Sieg über England und Frankreich und damit der Erwerb der nötigen Sichenmg für die Zukunft erleichtert wei'de. dioch cttvünschter müßte ei:: Srmdersriode freilich der russischen Regienmg in Iden: Wirrwarr des jechgcn Rnßr-mck selber sein. Nicht vergc-ssen soll sein, daß ein mögtiM l rldigcr Friede mit Ruvland Uwhr iur .Fniuressc der jetzig«, russisch.:: Negiermlg als im Interesse Dentschlaalds liegt, ^lber sollen lvir deswrgen von vornherein abiviulen und uns gar :wch auf den Boden oes Londoner Abkoimnens stell«:?! Und ebenso wenig soll es vergessen sein, daß es einen Frieden (rrtv’u kann, der für das deutsche Volk, vom Blut oergießen ab- ge,eben, die Nöte. Entbehrungen. Leiden nud Lasten di^s .Krieges verewigt. Eiil^nede. der uns keinerlei Entschädigungen bringt, weder an Lano noch an öleld ::och an Robstosfea mrd Lebensmitteln, muß nottveadig deichen gewaltigen Schulden daß Aufschvung - . ^ ^ . - .. . Krieg setzt Europa :n den ^trnd, die Milliarden, die Amerika mit seiner Kriegsindustrie wäl'/rend des Krieges gewomien bat, in Form von Kriegsentschädigungen wieder nacl> Europa herüber zu ho len. Amerika Nr nun der Bankier unsnrr Feinde. Tie Phrase, daß unsere F inde unfähig seien, im Falle d:,es dcntsckwn Sicge-r eine .Kriegs- entichüdigung zu zahlen, ist hinfällig, sdtdem Amerika mit un- leren bisherigen Feinde:: gemeinsame Saäp gemackö 02 t . Ein Verbrechen tväre es, dc'n Krieg um uiwrfüllbarer Pläne lrilleit für Forderungen, die nicht das Üebensmterctse TeuLscklands berühren, auch nur einen Tag zu verlängern. Aber ein ebenso großes Berbreckie,: ist es, währnck da draußen die größte Sckchacht geschlagen ivird, mit der Forderung eines allgemeine:! Frr.'dms mn jeden Preis derke: draußm: in btn Rücken zu fallen, sie un, den Er folg der größten Schlackt der Weltgeschichte zu bringen." * . * Der östcrreichrsch-ttngarische Tagesbericht. Wien. 19. April. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 19. April 1917. O e ft l i ch e r Kriegsschauplatz. , ^ In Ostgalizien, namentlich im Abschnitt Zborow. lebhaftere Geftchtstätigkeit als in den letzten Tagen. Sonst nichts zu melden. Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Ter Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Hofer, Feldmarschalleutnant. * * * Die Ftiegertätigkeit. Verl in. 19. ?lpril. (WTB.) Das Sttcrm:vetter de-, vcr- g-angenen Tages^ war^ der Fl ieg t r t äti g keit mcht günstig den Feind einen Kilometer nordwärts zurück, Braie en LaonnoD wurde ebenfalls erobert, sowie das gartje Gebinde östlich bis in die Naä/barschaft von Courtecon. Unter dem kräftigen Druck der Fift- fcrnterie unb dem mörderischen Geschützfeuer zog sich der Feind in Unordnung zurück, ließ beträchtliches Kriegsgerät im Stich und ließ ein Lcbensmittellager in unserer Hand. Ein einziges unserer Regimenter machte dreihundert Gefangene, die sieben versckiedei:en Regimentern angehörten. Wir erbeuteten neunzehn Geschütze, darunter fünf schwere. Südlich von Lasfaux gelang es unserer Kavallerie und einer Division von gedeckten Truppen den Feind über den Haufen zu werfen und sich des Ortes Hanteull zu bemächtigen. Schließlich brachte auf dem Sudufer der Aisne ein lebhaft gefühcter Angwisf uns in den Besitz des vom Feinde eingerichteten Brückenkopfes zwischen Cand6 und Vaily sowie der ganzen letzten Ortschaft. Im Walde von Ville>-sur-Bois mußte eine von uns eingekreiste be- ttäcktliche Kampfeinheit die Waffen strecken. Es wurden 1300 Gefangene gemacht und 180 Maschrnengewehre, die zur Verteidigung! des Waldes dienten, erbeutet. Gegen 41/2 Uhr nachmittags richtete:: die Deutschen dnen sehr heftigen Gegenangriff in Stärke von zwei Divisionen gegen unsere Stellungen zwischen Fuvinco::rt und der Aisne. Sperrfeuer und Maschinengewehrfeuer brachen den Angriff, und fügten dem Feinde blutige Verluste zu, der an keiner Stelle an unsere Linien herankomme:: konnte. Oestlich von Couroy ver- vollltändigte die russische Brigade ihren Erfolg, indem sie Uri? eines befestigen Werkes bemächtigte u,ü> Gefangene machte. Im Laufe der Untewrehmungen in dieser Gegend erbeuteten :oir vierundzwanzig schwere Feldgeschütze und drei u,Geschädigte Fünf- zehnzcntimetergeschütze, deren jedes mit tausend Schuß versehen war, die von unserer Artillerie gegen den Feind verwandt wurden. In der Champagne bezn^angen wir verdnzelten Widerstand unb nahmen feindliche Ssi'rtzpunkte. /Zwanzig löeschütze, darunter acht schwere, und fünfhundert neue OkfTmgene fielen in unsere Gewalt. D:e oahl der un verwundeten, feit dem Beginn der Schlacht von! uns zudickgesi'lhrten Gefcnrgennr übersteigt jetzt 17 000. 1b Geschütze wurden bisher gezählt. Der bulgarische Bericht. -o § 0 fia, 18. April. (WTB.) Generalstabsbericht vom? 18. Llpril. Mazedonische Front: Nach^ starker artilteristffcher Bor- beceltung gingen amsere und deutsche Tnmpear gestern bd Ein- brück der Nackt zum Angriff auf Tscherw ena Siena, westlich von Bitolia l'Vc-mrastir') über urrd vertrieben den Gegner endgültig ?re Posten südlich von Gewgl^li vor irnd wurden durch Feuer abgewiesen. Westlich, des Torfes Teruekioej in der Serres-Ebene versuchten einige schwache fdndliche Abtdlungen Vorzügehen, wurden aber durch imser Feuer anfgehaltei:. N u m ä nische Front: Infanterie- und Maschinairgewehr- feuer bn -tulcoa, schwaches Geschützfeuer bd Ffaceea. Der türkische Bericht. K -:: st a n t i n 0 p e l, 19. April. (WTB.) Türkischer Heeres- bewckt vom 18. April. An der Sinai-Front :var die Ge- lockttstätigkett lebhafter. Ein neuer englischer Angriff sck.'cnt sich vorzuberdteu. Von den übrigen Fronten werden keine beionderei: Ereignisse gemeldet. Hindrnbnrg über die Berliner Arbeitseinftellungen und ihre Gründe. B e r l: n , 20. April. Gencralseldmarschall v. H i n d e n- burg hat an den Chef des Kriegsamts Generalleutnant G r 0 e n c r folgendes Schreiben gerichtet: In den letzten Tagen waren mir Arbeitseinstellungen :n einer großen Zahl der Berliner Fabriken für Kriegsgerät gemeldet worden. Aus den Mitteilungen Ew. Exzellenz ersehe ich zwar, daß mit wenigen Ausnahmen die Arbeit wieder ausgenommen ist, die Tatsache jedoch, daß eine Arbeitsniederlegung in der Rüstungsindustrie in größerem Umfange aus Gründen der Ernährungslage überhaupt möglich war, zwingt mich zu folgenden Ausführungen: Die Gesamtbevölkerung wird von der notwendig gewordenen Verringerung der Brotration schwer getroffen. Ich zweifle aber nickil, daß die gleichzeitig erfolgte Erhöhung der < 5 leisckrat:on und die nunmehr wieder einletzendc regelmäßige Bcl:eferung mit Kartoffeln als Ersatz für die verringerte Fle:schmcnge gelten kann. Ich halte es für sicher, daß alle an der Aufbringung und Verteilung dieser Lebensmittel beteiligten Bevölkerungskreise und Behörden sich des Ernstes der Lage bewußt sind und daß es auf diese Weise gelingen wird, b:e gegebenen Zusagen zu erfüllen. Umsoweniger kann meines Erachtens die heiniisckw Er- nahrungslage e:n O^rund zur Arbeitseinstellung sein. Ich halte es für me:ne Pflicht, Ew. Exzellenz darauf hinzuwei- p, daß be: der gegenloärtig auf der Westfront auszukämp- stnwen Schlacht eine ungeminderte Erzeugung an LrZ ä &f ÄS SÄ X »ourde:: dabei mehrere Tanks dicht hinter der französiscivn Linie cnttveckt. Der frattzösische Bericht vom 18. April, abends. . „ Südlich von St. Quentin griffen die Deutschen nach dner sehr lebhaften B^ch:etznng unsere Stellungen östlich Gauch», am Dcnn ersten, durch unser Feuer glatt angchaltenen Versuch folgte ern -weiter, heftigerer, in tx-sfeu Verlauf es feindlichen Wtcilungen gelang, w vorgesclwbeue Grabenstücke einznddn.gen. Durch einen sofort emsetzenden öfegenangriff wurde die ganze' Besatzung getötet oder gefangen genonmler: und unsere Linie vollkommen tvieder- .^ergestellt. stwffcken S 0 i s s 0 n s und Auberive setzten wir trotz de-z anhaltenden schlechten Wetters unsere Unternehmungen an verschiedenen Stellen kräftig fort. In: Westen der Angrisissront er- -retten unsere Operattonerr cimn glänzenden Erfolg. Nördlich von' Eharwru« rurbme-r unsere daä Dorf OM und »varfcn tend erscheinende Arbeitseinstellung eine unverantwortliche Schwächung unserer Verteidigungskraft bcbeuict und sich später mir als eine unsuhnbare Sch uld an: Heer und besonders an dem Manne in: Schützen- g r a b e n , d e r dafür bluten müßte, d a r st e l l t. ... Äch bitte Ew. Exzellenz, darum mit allen Mitteln da- für Sorge zu tragen, daß die Erzeugung von Waffen und Munttwn in nachdrücklichster Weise gefördert wird und daß ganz be.onders an allen in Frage kvnimenden Stellen die nötige Aufklärung der Rüstungsarbeiter betrieben wird, die mir die erste Vorbedingung zur Erreichung unseres Kriegszwecks zu sein scheint. (gez.) v.Hindenburg. B e x I i :t, 20. April. Gen eralleul nan't G x ö u c r hat an bic Generalloi'.lnllssion der ^.Gewerkschaften Deutschla:chs, den Gesauttverband der christlichen Gerverklck^rften Deutsch* tcrtLDS, ben Verband oer Deittfcfycit toerö^eTetne, die pol- 'mfdje BeruftVereinigung, die Arbeitsgemeinfchast der kauf- rnärnrifcheu Verbände, die Arbeitsgemeinschaft der technischen Verbände und die Arbeitsgeincinschast für das ein- l>eitlicr>c Angestelltenrecht folgendes Schreiben gerichtet: Gencralsrldmarschall v. Hrndenlnrrg hat mir das irr Abschrift beiiMügte Sä reiben übersarrdt, das ich gleichzeitig der Tages- Presse zur Veröffentlöckumg zügelten taffe. Es bedarf keines besonderen Himveises, daß es in erster Linie Aufgabe der berufenm Vertreter der Arbeiter sein nsftd, die non dem Geareralfetdmarschiff in Anregung gebinchte Aufklärung in umfassender Weise zu orga- irtftercn und nachhaltig zu fördern. Eine wichtige Grundlage für den Erfolg des toirtschaftlichcn Drrvcktbaltens in der Heimat ist die rückhaltlose Zusammenar'rei! der Arbeiterorgmrisativnen urit dem Kriegsamt, trne dies auch bei der Verabschiedung des Hilfsdierrstgesetzes in lvsondever Weise zum Ausdruck gebracht worden ist. Tie Worte des FeldmarschaNs imr- deil geiviß dazu beitragen, daß die deutsche Arbeiterschaft sich dessen l>ewußr bleibt, daß die im Hilfsdienstgasetz für den Krieg vorgesehene Regelurrg b's- AÄ-eitsVerhältnisses für die Arbeiterschaft nicht nur Rechte, sorrderrr anch Pflichten geboacht hat. Daher' bezweifle ich «auch nicht, daß an dieser Stelle das Beraut.- wortuug m.-fühl und das Pstichtbewußtsein in der Arbeiterschaft vollert Widerhall finden wird. * * * Schckow an das bulgarische Heer. Sofia, 18. Llpril. (WTB.) Die Bul-g arische Dele- grapl-enagentur meldet: Anläßlich des Osterfestes richtete der Generalissimus Schekow an das Herr folgenden Ta-ges befahl: Offizier, Unteroffiziere ürwd Soldaten der tapfererr bulgarischen Armee! Aor dem religiösen Freudentage. u*> die Glocken in Errrem Vaterlande die Aufcrstehiürg des Erlösers verkünden, behauptet Ihr siegreich rmd rvachsam im Angesicht der Gegner unsere Stellungen, fern vvrr der Heimat, urrter einem unaufhörlichen Donner der Geschütze als Retter des Vaterlandes. Ihr steht allein dort iunter, vor dem Feinde, aber an diesem Tage eilen die Gedanken mib Gefühle Eurer Verwandten und des ganzen kmlgarischeni Volkes, das Ihr befrcrt lzabt, z-u Euch. Es ist keine Bauernhütte, wo nicht zugleich mit Gebeten für den Erlöser des Mensch-mgo- schlechtes ancö Gebete mit Tränen des Dankes für die Helden — die Erlöser Bulgariens — gespr-ock-en werden. Ith sckstieße mict- diesen Gefühlen an und danke Euch in meiner Eigenschaft als Führer für die glorreichen Waffentaten, die Ihr bis jetzt vollbracht habt. Jck> spreche Euch mein Vertrauen aus, daß Ihr dkufo fest auf Girren Poster bleiben werdet, wie Ehristtrs auf denr Kalvarienberge, um wahre Erlöser sein bis zum Ende und bis zu jener Wiede rau fers t e hung .der Gerechtigkeit rmd Freiheit, für die Tausende Eurer Awneraden ihr Blut vergossen haben. Die Revolution in Nutzland. Falsche Gerüchte. Berlin. 19. April. (Priv.-Tel.) Tie Gerüchte über einen sechsstich.digen Waffenstillstand mit Rußland entbelwen der Grundlage. Die „FreiheitSanleihe". Petersburg, 18. April. (WTB.) Meldung der Pe- rersürrrg-er Telegraphen agentur. Morgen wird oie Zeich- • umg und die französische Regierung gewissen russischen 2huswanderern -gemacht haben, die nach Rußland zurückzu keinen wünschten, erklärt der Minister des Aeußern M il j u k 0 w gegenüber Pressevertretern, er habe alsbald nach Bildung der provisorischen Regierung Me Konsuln angewiesen, allen Auswanderern freie Reise zu gestatten. Trotz der getroffenen Maßnahmen sei u. a. ein Mitglied der zweiten Durra zurückge halten worden, lim enta gütig jede Behinderung der stiückkehr nach Rußland für die Aus- ;vanderer zu beheben, habe die provisorische Regierung eMwgislche Schritte imterirominen und den Konsuln gedrahtet, daß sie zweifelsfrei die Heimkehr allen Auswanderern, ohne Unterschied ihrer Ansicht über den Krieg, gestatten. * Berlin, 19. April. (Prüxrtteit.) Der „Berl. Lvkalanz." meldet aus Stockholm: Die Unordnung auf den russischen Eisenbahnen bewirkt täglich mehrere schwere Unglücks fälle. Auf der Station Krivjandino ist ein Per- sowenzug von einem Güterzug gänzlich zerschmettert worden. Die Zahl der Toten beträgt 50, die der Verletzten 64. Das englische Unterhaus und die Bereinigten Staaten. London, 18. April. (WTB.) Unterhaus. Zur Begründung der bereits mitgeteilten Entschließung, die das Bor- gelter der Vereinigten Staaten von 2lmerika begrüßt, führte Minister Bonar Law u. a. aus: Wir begrüßen den Anschluß des neuen Alliierten auch wegen dcr moralischen Rechtfertigung, die er uns für unser eigenes Vorgehen gibt. (Beifall.) 'Amerika ist wie das britische Reich in den Krieg verwickelt worden, nicht aus eigenem AÄrnsch und nicht me gen eigener Fehler, sondern weil es nicht anders handeln konnte. 2v größte aller Fragen, welche in diesem Kriege errtschicden wird, ist die, ob die freiheitlichen Einrichtung-en, auf denen Fortschritt, Zivilisation uub Wohlfahrt der DLenschheit beruhen, gegen eine zentralisierte Macht von znrlitärischem Despotismus standhaltcn oder nicht. Asauith führte zur Unterstützung der Entschließung aus: Fch bim im Zweifel, ob die neue Welt selbst die volle Bedeutung des Schrittes, derr LlmerAa getcm hat, sich vergegenwärtigt. Es ist keine Säuneichchei und keine llebcrtrerbmrg, wenn ich sage, es handelt sich um eine der selbstlosesten Handlungen in dcr Geschichte. Seit nrehr als hmdert Jahren war der Haupt- grundsatz der amerikanischen Politik, sich von eurvpäisä-en Ver- rmcklmrgen sreiz-uhalten. Ein Krieg in einem solcher Maßstabe wie dieser muß oeit iuternationalen .Handel und Geldverkehr stören. Mer, alles in allem, glaube ich, daß er den materiellen Glücks- gütern und der W-ohlfahrt des ameribrnisckzcm Volkes wenig Abbruch, tat und keine amerikaniscktel Jnleresserr der .Heimat oder Uebersee und ain allerwenigsten die Wahrimg der heimischen llnab'hüngigkeit imb Freiheit durch die Ansprüä)e und Ziele der Mittelmächte iv-mittelbar bedroht sirrd. Es ist die zwingende Gewalt des Ge- «ch.sens der MenschlM (Beißall), dessen .Kraft und zwitigenbe Nacht Monat für Monat mit der allmählichml Enthüllung des «nähren Charakters der deutschen Ziele mrd der deutschen Methoden ror den Augen der Welt wächst. Tie ganze Zukunft dcr Zivilisation und besonders der Dnuokratie ist in Gefahr. In einer solchen tag.- sich fernzuhalten ist nicht nur eine Torheit, sondern mt Verbrechen Dill 0 n sprach «m Namen der irischer Nationalist-en und fchloß sich der BegrüßiUlg dcr Bereinigter Staaten an. Im Ramm der Arbeiterpartei sprach Wardle Tie Entschlietzmrg Bonar Laws wrrrde darauf zur Abstminumg gebracht und unter Beifall angenommen. Das ettgrisch.amerikanische Zusammenarbeiten. Amsterdam, 19. Tlpril. (WTB.) Wie ein hiesiges Blatt berichtet, ineldet die „Times", daß es wahrscheinlich) sei, daß sich eine englische Konrmission nach Amerika begeben werde, um über Fiuanzangelegenheiten und das Transportprobleur Rat zu erteilen. Lebensmittelmangel in Amerika. Bern, 19. April. (WTB. Nichtamtlich.) Der Newyvrker INitarbeiter des „Matin" meldet: In einigen Wochen wird die L e b e n s m i t t e l f r a g e in den Bereinigten Staaten die gleiche sein wie in Europa. In den großen Zentren l beginnen die LeberrSmittel knapp zu werden. Die Preise sind beträchtlich gestiegen. Die Speisenfolge in den Wirt- sch-aften hat sich seit der Kriegserklärung um die .Hälfte verringert. * . * LebertSmiLLe mangel in England. Londvtc, 19. April. (WTB.) Meldung des Renter- schen Bureaus. Das Kriegsamt hat die Bestandsaufnahme für Pferde, Maulesel, Rinder, Schafe, Schweine und für Ackeroeräte angeordnet. (Der Lebensw.ittatkoiitrollenr hat durch eine Berord- inrng die Herstellung von leichter B a ck w a r e verboten und für die Herstellung und den Verkauf von Kuchen und Biskuit einschränkende Bestimmungen erlassen. London, 19. i/lpril. (WTB.) Meldung des Reuter- schech Bureaus. Es wurde ein Plan zur Erzeugung van Zucker im Jnlmrde ausgestellt. Hierzu soll ein Kapital von einer halben Million Pfund Sterling dienen, von denen 125 000 Pfund das Sch-atzmnt zürn Ankauf von Land in döewark in einenr Umfang von 5600 Acres beigesteuert hat. Die trüben Arrsstchten der englirchen HandelSschiftahrt. Berlin, 18. April. (WTB. Mchtarntlich.) Die Zuspitzung des englischen Frachtraumes. Das „Journal of Commerce"^ vorn 1. 4. 17 bringt Betrachtungerr über die trüben Aussichten der englischen Handels- schi f fahrt nach dem Kriege. Bon 100 Sclstffen, welche die englische Regierung requiriert habe, seien 80 Frachtdampfer der regelmäßigen Linienschiffahrtsfvege. Die Heraus- ziehung der Schiffe aus diesen Berbindnngeir, welche mit! britischem Unternehmrnrgsgeist anfgebant sind, bedeute eine Störnrrg, welche der Zerstörung des größten Teils des in ihr liegerrden Kapitals gleichkomme. Die Schiffahrt nach Jndierr und dem fernen Ozean werde durch das Eingreifen des Schisfahrtsdittators auf das schwerste gefährdet. Für den Augenblick aber müssen die Bedürfnisse des Landes jedem anderen Um stände vorangehen. Die VerßaaLlrchuttg dev Secfischcrer in England. Amsterdam, 18. April. (WTB. Nichtamtlich.) „All- gerneen Handelsblad" entnimmt einer schottischen Fischereizeitung, daß die britische Regierung die Uebernahmc der Seefischerei durch den Staat plant. Eine Kabinettskrisis in Griechenland. Athen, 19. April. (WTB. Mchtanctlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Man glaubt, daß die Demission des Kabinetts unmittelbar bevorsteht. Secfrfeg. 9leue N-Booterfolge. Berlin, den 19. April. (WTB. Amtlich.) Nach Meldungen in der Zeit vom 13. bis 18. April zurückgekehrter U-Boote sind im Kanal, im Atlantischen Ozean und in der Nordsee neuerdings feindliche und neutrale .Handelsschiffe von insgesamt 93 000 Brutto-Negister-Ton- nen versenkt worden. Nach bisherigen Ergänzungsmeldungen der U-Boote befanden sich unter den am 6. und 13. April bekannt gegebenen U-Boot- Ersolgen folgende: Der bervasfnete englische Dampfer „Bcnhealher" (4741 Br.-N.-T.) mit Holz, der englische Dampfer „Hindustan" (3692 Br.-R.-T.) mit Holz nach England, englischer TanLampfer „Powhatan" (6117 Br.-R.-T.) mit 6800 Tonnen Teeröl, Kapitän gefangen genomnien, englischer Schoner „Silvia" init Tonerde nach Roneii, die englisckien Fis-cherfahrzenge „Lord Scarborongh", „Gibraltar", „Lord Kitck-ener", „RccLo", „Maggie Roß" die französischen Segler „Peroe Neige" mit Kohlen nach Brest, „La Tour d'Auvergne" mit Grnrbenholz nach England, .,St. Maudez" und ftanzösisä)cr Fischkutter „Roland", russischer Dampfer „Hesperus" (2231 Tonuen), ein portugiesiscl)-es Bollschisf „Argo" (15F3 Br.-R.-T.) mit Holz, Baumwollsaat und Milch nach England, früherer dcnrtscher Segler „R. 6). Rickners" mit 7500 Tonnen Zucker, Kapitän gefangen genvurmm, die norivegisckicn Dampfer „Dieto" mit Erzladnng, ans Geleitzug l-erausgesclWssen, „Camilla" (2456 ,Br.-R.-T.), „Kongsharig" (380 T.), die norwegischen Segser „Fiskaa" mit Oclknchm, „Najade" von Westen kommend, dänischer Dampfer „Gurre" (1866 Donnen), schwedischer Danrpfer „Ester" >(2632 Donnen), ferner sieben Dampfer und ein Dreimastschoner, deren Namen nicht festgestellt ^rden konnten, daricuter ein Dampfer, der auf dem Weg von Bordeaux naich denr Westen aus dem Begseüzug herausgeschossen wurde, ein Dampfer, wahrscheinlich^ frarrzösischer Nationalität rmd bewaffnet, mit Petro- lennr und Holzladung mit Kurs nach Qnessant, ein großer Tank- dampfer, ein beivaffneter Dampfer von etwa 5000 Donnen unter norwegischer Flaage, ein bewaffneter großer Dampfer vom Typ „Arabic" oder „Cretic". Der Chef des Admivalstabs der Marine. Bern, 19. April. „Petit Journal" zufolge ist der griechische Dampfer „Thern istvkles" mit 2500 Tonnen Kohleir versenkt worden. Nur dem Reiche. Jesuitengesetz und Spracheuparagraph aufgehoben. Berlin, 19. April. (WTB.) Der B n n d e s r a t ist (lvie angekiindiat ivurde) in seiner Sitzung Vinn 19. April 1917 de^n Beschluß des Reichstages, das 0fesetz über den Orden der Gesellschaft Jesu vom 4. Juli 1872 auf- zuheben, beigetreten. In der gleichen Sitzung hat der Bundesrat deni Beschluß des Reichstages, den § 12 des Reichsvereinsgesetzes vonl 19. April 1908 (S p r a ch e n p a r a g r a p h) zrl b e - seiligen, seine Znstirrynnng erteilt. Batockr über die Lebeusmittelsrage. Berlin. 19. April. (Priv.-Tel.) Der „Berliner Lokalan- iger" meld't aus dem Haag: Dem Vertreter emes lwlländischen! lattes gegenüber äußerte Präsidern Batoeli sich über deir Stand der Lebens in ittelfrage u. a.: Die letztem Atonale waren eine schwere Pri'lftmg. Deutschland hat sie überstcmden. Wie lange der Krieg auch noch dauern tonnte, Deutschland winde vor eine schwerere Prüfung nicht gestellt lueitn: können. Das Leben in den Großstädtm tvar von Januar bis März lvirllich schwer. Tnrä-l che lange Winterkälte ivnrtter kur Säpoierigkeitei. ,n>ch vermelirt. Aus Stadt unfe €cmb. Gießen. 20. Aprü 1917. Mordtat in der Strafanstalt Butzbach. Butzbach. 20. Tipril. G-estenr nachmittag ist dcr Ge- fangeneuwürter Arnold in der Zelle eines Sträflings ermordet morden. Der Sträfling, ein wiederholt wegen Diebstahl und aiwcren Vergehen vorbestrafter Verln'eckrer. der vor kurzem eine fünfjährige Zuchttwusstrafe angcrreten hatte, zog die Uniform des ermordeten Wärters an und ging flüchtig. Dank sofort eingeleiteter Nachforschungen wurde der Verbrecher wenige Stunden später in F r i e d b e r g dingfest gemacht und soll \ycntt wieder in die Strafanstalt e i n g e l i e f e r t werden. Zwei weitere Zuchthaussträflinge sind gestern morgen von einem Arbeitslommando im Walde entwichen. Da man ihnen auf der Spur ist, wird auch hier die Wiederverhaftung nicht lange mrf sich warten lassen. * ** Auszeichnung. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielt der Bahnschlofser Otto Fuchs ans Gießen, der als Pionier ins Feld gerückt, jetzt als Minenwerfer seine Schilldigkeit für das Vaterland tut. ** Verkehr mit Milch. Zu unserm Hniweis im 2. Blatte nuferer heutigen Nnmnier sei berichtigend nach- getragen, daß die Ablieferung für die Knbhalter ni Gie ße n in der städtischen Milchvertchlnu-gsstelle (Molkerei Gebr. Grieb), Schanzenstraße zu geschehen hat. ** Ein vierbeini g er Dieb, der sich ohne Fleischkarte gestern nachmittag eine frische Lebcrwnrst gemopst l-atte, erregte, als er damit das Zöeite suchte, am SelterSweg den Neid und teil- n>ci}o auch die Heiterkeit der zahlreichen Passanten. Das Bild, tvelches die kräftige Dogge bvr, als sic hocherhobenen Hauptes die große Leberwurst im Maule, aus einer Nebengasse kommend», jtolz den Seltersweg bis znm .Kreuz l-erauf trabte, war aber auch so drollig, daß selbst 0er Metzgermeister, dem sie nxgstiebitzt war. dem vierbeinigen Dieb nicht hätte böse sein können. Einige Buben, toelche erst verdutzt dreingeschaut hatten, nachträglich aber .den Hund verfolgten, um i'hni die Beute abzujagen, ließen bald davon ab. ** Notgeld und Eisenbahn. Der Eisenbahnminister hat genehmigt, daß das von Stadtgenwinden, Sparund Darlehnskassen usw. zur Behebung des Mangels an Scheidemünzen ausgegebene Notgeld (5-, 10-, 50-Pfennig- itücke und -scheine) von den im Bezirk der Ausgabe lieaon- den Eisenbahnkassen bis zu 90 Pfg. rn Zahttmg genornmen wird. Das Notgeld ist von den Kassen nicht wieder zu verausgaben, sondern bei den Ausgabekassen nmzntauscherr. . ** F a l s ch e _ e i f e v n e Z e h n p fen n i g stü ck e. Bor einigen Tagen befanden sich zahlreiche falsche eiserne Zehn- Pfennigstücke im Umlauf, die offenbar ans einer Bleuegie- rnng bestehen. Die Falsifikate unterscheiden sich von den echteil Stücken durch überaus schlechte Prägung, am linken Adlerflügel fehlt ein ganzes Stück, ferner durch einen weiß- schimmernd-en Bleirand, der sehr auffallend ist und die Fälschnng-en sofort erkennen läßt.- Die Falsifikate tragen eie Jahreszahl 1917, die Umschrift „Deutsches Reich" ist sehr schlecht leserlich. Außerdeirl sind die Fälschungen etwas größer und stärker als die Originale. Landkreis Gießen. ga. Beltershain, 20. April. Heinrich L a u n s p a cb von dar, der seit Beginn des Krieges mit dell 116ern im Felde stand und jetzt bei einer Stnrmtt'uppe in Frankreich kämpft, wilrde dicrch Verleihung der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. ^ Ga. Grünberg, 20. April. Tie Realschule fat das neue Lchnliahr am Montag begvlmen. Ter Unterricht konnte wegen Kohlenmangel jedoch vorerst lwch nicht ausgenommen mxhm. 40 Schüler sind eingetreten, davon 32 ül die Serta. Tie Gesantt- zahl der Schüler beträgt 158. — Das Eiserne Kreuz 2. Kl. wurde für /wackeres Verhalten beni Musketier Heinrich Kaiser, der bereits seit Beginn des Krieges im Felde steht, am 2. Oster--, feiertag überreicht. -m. Holz heim, 20. April. Dem Musketier .Heinrich Müller, zurzeit bei einer Maschinengewehr-Kompagnie, wurd« das Eiserre Kreuz und die Hessische Tapferkeitsnredaille. verliehen, anch Mlrde er zuin Gefteiten befördert. Ter Musietrer Georg Jung wurde ebenfalls mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet, das ihm vom Kronprinzen persönlich überreich!, wurde. ga. Kc s s e l b ach. 20. Llprrl. Musketier Karl W i eß n e r erhielt für sein tapferes Verhalten das Eiserne Kreuz 2. .^assle. Kreis Alsfeld. ga.^Atz en haiu , 20. April. Bei dem lnesigcn Spar- Vorschußverein wurden 142 000 Mk. siir die 6. Kriegsanleihe gezeichnet, bei der fünften waren es 120000 Mk. oz. D e ck e n b a ch, 20. dlpril. Die Hirrdnrburgspe'.lde ergab 388i Eier, 10^-Pfund Butter, 27 1 /;; Pfund Dörrobst, 14 >fund Erbsen,' 19V? Pfund geschälte Gerste, 3 1 /» Pfund Speck und Wcrrst, 7 Pfund Mehl. 16 Töpfe Honig, 4 Glas Gelee, 1. Liter Ocl, ly« Pnind Döwgemüsc, 2 Pfund Meervettig und 8 Brote. Alle Olabcn sind luientgeltlich. — Ein ebenso erfreuliches Ergebnis Initte linker reger Beteiligung die Zeichnung zur 6. Kriegsanleihe durch Vermittlung der Schlile. Es wurden 10 205 Mk. gezeichnet. Die Zeich^ nung zur 5. AnleÄ>e betrug 1160 Mk. Ktenre und Erwachsene taten ihre vaterländische Psticht. oz. Kirtorf, 20. April. Denr Larcksturnlmanu Wich. Lenz wurde für tapferes Verhalten vor dem Feinde das Eiserne .Kreuz 2. Kl. verliehen. ga. Nieder-Ohmen, 20. April. Gefteiter Georg W nrm - Sohn des Zimmerrnnsters Ltdam Wurm, welckxer seit Anfang deS Krieges im Felde steht und im Besitze der Hessischen Tapferkeits^ Medaille ist, wurde am 22. März zum ldttcroffizicr liefördert. oz. Reibertenrod, 20. April. Die hiesige Schule zeickmete zur 6. Kriegsanleihe 800 Mk. oz. Ruhlkirchen, 20. April. Der Musketier Karl Fink von hier wurde mit dem Eisernen. Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet unter gleichzeitiger Beförderung zum Gefreiten. oz. S chwab enro d , 20. April. Die Schulkinder von Schwabenrod imd Münch-Leusel zeichneten zur 6. Kriegsanleihe 4150 Mk. An der 5. waren sie mit 3355 Mk., an der 4. mit 5111 Mk.be- teiligt. — Der Gefreite Karl Korell, ein Sohn des verstorbenen Bürgermeisters Korell, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. oz. S t r e b en d 0 r f, 20. April. Für die Hindenburgspcnde wurden hier gesammelt: 405 Eier, 14 Pfund Graupen, 12 Laib Brot, 3 Töpfe Mus. 11 Glas Gelee, 2y 2 Pfund Butter, 3 Würste, 45 ^Pfund Mehl, 6 Pfmcd Dörrobst, sowie Kohlraben und Gemüse: alles unentgeltlich. — An der 6. Kriegsanlähe beteiligte sich die hiesige Sckprle mit 2550 Mk. oz. S to rndorf, 20. April. Durch die Schule Storndorf nmrden 20 200 Mk. zur 6. Kriegsanleihe gezeichnet. Die jeweiligen Zeichnungen zu dar frül>ewn .Kriegsanleihen wurden von der jetzigen um das Zehnfache übertroffen. Kreis Schotten. oz. Stu mperle n rod , 20. April. Dem Landsturmmann Geist Ivurdc die Hessische Tavferkeitsmedaille verliehen. Kreis Friedberg. ob. Friedberg, 20. April. König Ludwig von Bauern verlieb ^r Fabrikailtengattin Elisabeth Megerle geb. Ullrich für ersprießliche Tätigkeit im Vereinslazarett Maikammer i. Nlein- Pfalz das König Ludwig-Kreuz. — M'usketter Otto Thomas, Sohn, des Schuhmachers Thomas, in einem, bayerischen Jnsan- terie-Negimenr, erhielt das Eiserne Kreuz. ob Ober-Eschbach. 20. April. Bei der 6. ikriegÄrnleiha wurden in der hiesigen zweiklassigen Schule 8500 Aik. gezeiämet. Die 5. Anleihezeiäwung betrug 7500 Mk. Hessen-Nassau. ha. B u ch e n a u , 20. April. Ern hiesiger Kriegsteilnehmer, ^on dem man int zwei Jahren nichts mehr gehört hat, ist jetzt als Kriegsgefangener in Sibirien ermittelt worden. — Bei der hiesigen und Tarlehnskasse wurden 86 600 Mark auf die (I. Kriegsanleihe gezerä)net. Darunter befinden sich 4500 Mf Sä»ul- >erchnungen. vevmnehtes. * Wieviel Künstler gibt es in Deutschland? In emem Äupatze über die Vorbildung unserer Künstler hatte Wil- von Bode geäußert, das; „zehntausende von Knnstmalern und zrunstvildbauern die deutsche»» Städte bevölkern". Dieser Behauptung '.var Professor Arthur Kamps, der Direktor der Berliner Kunstakadenne, entgegengetreten, indem er meinte, txif? man die Zahl der dentscdni Lbünstler nur etnm ans 4500 mrsetzen könne. Gekeimrat Woldemir von Seidlitz in Dresden hat diese Meinnngs- verichiedendeit zum Anlaß genoimnen, um über die wichtige Frage der Zukunft der Vorbildung unserer Künstler von einer Anzahl von Künstlern und .L imitsrenn den ihre Meimmgm einznholen, imd er veröfseurliän jetzt das Ergebnis dieser Umfrage, in einem tigenen, soeben bei E. A. Seemann in Leipzig erscheinmden Hefte. Darin wird nun auch die Frage der Zahl der Künstler in Dentsch^- land nül>er untersucht. Aus Dreßlers Künstjahrknich für 1913 ergibt sich ine Zahl vr»n 6500. Die Berufs- und Bcirieb-szüblung von! 1907 gibt 7505 Maler mid 3694 Bildhauer — Frauen einbegrii ien^—, zusannnen also 11199 Künstler an. Außerdem sind noch 18 779 Personen anderer künstlerisck>er Gelv-erbe, iGraveure, Stein- schneider, Ziseleure, M-odelleure. Musterzeichner u,'w5 angeführt, die hier nicht in Betracht kommen. Eine Kontrolle dieser Angaben erlauben die Wahlen über den Besuch der deutschen .Knnsinkadeniien. Die 11 Akademien zu Berlin, Königsberg, Kassel, Frankfurt a. Mt, lStädel», Düsseldorf, München, Dresden, Leipzig. Stuttgart, .^Karlsruhe und Weil war waren nach den Zahlen für das Wintersemester 1913/14 zusammen von 1880 Schillern im Jahre besucht. Rechnet man. daß ,edec eine Lehrzeit vo»t durchschnittlich fünf Jahren durchwacht, also in filnf anfeinanderfolgenden Iahresberiästen auf- geführt nnrd, so folgt daraus, daß — nach dem Stande unmittel« bar vor dein Kriege — jedes Jahr durchschnittlich 378 Schulest in die Akademien eintreten. Nimmt man weiter an, daß jeder von diesen jährlich hinznkommenden 378 Künstlern es auf eine durcd- schnchtliäie selbständige Arbeitsdaner von 25 fahren 'dom 25. bis 50. Lebensjahre) bringt, was hochgerech.net ist, so würden lvir eine Zahl von 9450 gleichzeitig lebenden Künstlern erhalten, die sich infolge des Aibsterbens eines Teiles von ihnen während der 25 Arbeitsjahre auf einen Durchschnittsbestand von etwa 8600 verringern »mirde. Diese natürlich nur ungefähre Rechnung führt also fast auf das Doppelte der von Professor Kampf angenommenen Zahl. Dabei sind aber immer noch die von Privatschulen kom- irrenden, sowie die Schüler von Kunsttwwcrbeschulerr, die zur reinen Kunst übergehe»'., rricfyt mit gerechnet. Ödlt man an dem Ergebnis der Berufszählung, also den 11 200 Künstlern fest, so-würden zu den auf Akademie» vor «gebildeten ,8600 noch 2700 hinzukoinmen, die an anderen Stellen ihren Unterricht erhalten haben, was nicht zuviel '.u sein scheint und den Tatsachen entspreclien dürfte. So kommt man also auf etwa 110OO als ^lahl der gleichzeitig in Deutschland lebenden Künstler, ivohl gemerkt: der „freien" Künstler, während die Vertreter der angen-andten Kunst wohl noch das Dreifache dieser Zahl ausmachen dürften. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß diese Zahl eine bedenkliche Ueberzengnng an künstlerischen .'frästen bedeutet und die Gefahr fortschreitender Proletarisierung eines erheblichen Teiles der Künstlerstrurdes in sich schließt. * Der Erfinder der Zündhölzer. Durst? den Krieg haben die Zündhölzer in gewissem Sinne eine erhöhte Wert- 'chätzung ersabren. Dalmer dürfte auch die Frage nach dem Erfinder der Zünd be;w. Streichhölzer interessieren. Es war ein. Staatsgefangener Jp. F. Kemnlerer aus Ludtvigsburg. Er war zu sechs Monaten Haft auf denr .Hol-errasperg verurteilt. Während dieser Zeit beschäftigte er sich in seiner Zelle eifrig mit dein schon früher gefaßten Plan, die altmodischen Tupfhölzchen dnrch bessere Zündhölzer zu ersetzen. Bekanntlich/ mußten die Tupfhölzchen,, die au dem einen Ende mit SstMestl überzogen waren, in ein Fläschälen mit Asbesr, das mit Schwefelsäure befeuchtet war, betupft werden. Dieses Versahre»» mar natürlich/ etwas umständlich und nickst immer wirksam. Der FestnugskomMandant war einsichtsvoll genug, dem Gefangenen die Einrichtung eines chemisclien Laboratoriums zu gestatten. So experimentierte er mit Phosphor und entdeckte audi zu Ende seiner .Haft wirklich das Zünd- oder Streichholz. Als Keminerer daun in Freiheit kam, widmete er 'ist', ganz der StreictMozfabrikation. Leider gab es »roch keinen Patentschutz, infolgedessen machten sich bald kapitalkräftige Leute die Erfindung zunutze. So entstanden mehrere Fabriken. Indeß wurden die Zündhölzer im Jahre 1835 in vielen Staaten wegen ihrer Gefährlichkeit verboten, später jedoch wieder freigegeben. Der Erfinder starb 1857 im Irrenhausc. * Die Kriegs h i l f c der K a b y l e n. Unter den farbigen Hilfstruppen, welche die französische Negierung mit einem nicht unerheblichen K ostenaufwand nach Europa kommen ließ, befinden 'ich auch die stabilen, die zur Friedenszeit das 5>ebiet von Tunis und Algier bewohnen. Da die Kabyl-en aber »lickst für die Front geeignet erscheinen, sind sie heute in Paris als Straßenkehrer zut erblicken. Ihre Tätigkeit ist, nach einer Schildenuig des L'Oeuvre, die folgende: „Sie gehen :,n drei urtb vier durch die Straßen^ Schaufeln und Besen auf de»l Schultenr. In diese»»» Auszug suckln sie nach einer ruhigen gemütliche»» Ecke, »vo eine Anzahl Kehricht- kästcn sich au» in Fußsteig Gesellschaft leisten. Wem» die Kabylen ihr Ziel erreicht haben, legen sie Besen und Schaufeln respektvoll auf das Pflaster nieder n»rd nehmen selbst würdig ans den Kelstickittislen Platz. Manchmal gibt es i»» diesen Kisten einige eßbare Ueberreste, die oon den Kabylen sehr geschätzt werden. Das bedeuler eine unliebsame Konkurrenz für die Hunde der Umgebung, die ebenfalls nach Abfällen zu stöbern pflegen, sich aber nicht an die Kabhlen herantrauen, da sie von ihiren Flöhe zu erwischen fürchten. So sitzen also die wrtrefslick>en Kabylen kauend da und beiracksten die Vorübergehenden. Wen»» ein Raucher herankommt, opfert sich einer der Kabyl-en für seine Kameraden, »»»dein er mit einigem Energieansivand aufstehl »ind den Herr»» um Zigaretten anbettelt. Wenn die Kabylen aber eine Tarne Vorbeigehen sehen, äußern sie ihre Bewunderung und zwar »,»»l so lauter, \e dicker die betreffende Dame i,t. Dies ist sehr lehrreich, denn inan kann daran den Nationalgeschmack der Kabhlen erkennen. Manchmal geschieht es auch, daß eine solche Gesellschaft von Kabylen durch die Ankunft eines städtischen Kehrichtwagens gestört wird, der die Kehrichtkisten abholt. Tann sind sie gezwungen, ihre Besen und Schaufeln ausznheben und sich crndeswo ein neues Ruheanartier zu suchen. Wenn sie nach Hause schreiben, werde»» sie aber sicherlich mitteilen, daß die Pariser Administration des höchsten Lobes wert ist. Nur »vir dummen weißen Franzosen wundern nns darüber, weshalb die Regierung so viel Mühe und Geld aufgcwendet hat, um die edle»» Kabylen nach Paris kommen zu lassen!" Letzte Aachllchtm Der Ansturm im Besten. Berlin, 19. April. (WTB. Nichtamtlich.)' N i v e ll e er- weist sich noch rücksichtsloser im schonungslosen Ein- satz und Opfern von Menschenleben als Ioffrc. 2tus allen Berichten unserer Kan»pftruppen g'Z hervor, dag Die Verluste der Franzosen an einzelnen Stellen der großen Schlacht alles ! bisher Dageweseire übertreffe»». Unsere Führw lutb Truppen sind mit jedem Quadratmeter des (Geländes völlig vertraut. Sie neftrren den Gegner, der vielfach aus der Verbindung mit seiner Artillerie gekommen ist, unter »nörderisches Feuer. Besonders schwer waren die Verluste der Russen, denen Frankreich die Ehre einräumte, an eiuem der sckiwersten Abschnitte der gan.zcn Kampffront, am Bft >»ront. sick) die Lorbeeren zu holen. Auch der gestrige Kampftag brachte den Franzosen keine grösseren Erfolge. Das Resultat diese. Tages steht in schreiendem Riißverhällnis zu den gebra.. ten Opfern. Ten Fehlschlag der^ großangelegten französischen Operation an der Aisne und in der westlichen Champagne suchst der französische Heeresbericht durch die wortreiche Aufbauschung der errungenen Einzel- ersolge zu verschleier»». An keiner einzigen Stelle vermag er einen bedeutungsvollen Fortschritt der Fra»rzosen zu melde»». Selbst dem Laien Wird ein Blick auf die Karte deutlich niack-en, daß es a»» keiner Stelle sich um nrehr als rein örtl. Erfolge ha»rdelt, die die Franzose»» teils in schwere»» verlustreichen Kämpfen, teils durch elastisches Aus- biegen der deutschen Truppen zu erzwi»»gen vcrrnochten. Die von den Franzosen gemeldete»» Gefangenenzahleu müssen angezweifelt lverden. Nördlich der [Aisne !und »wrdwestlich von Reftns war das Artilleriefeuer ^äußerst heftig: »>»»- übrigen fanden mir Tcilkäinpse statt. Heftigie Angriffe »nördlich Beaulne, östlich Craonn-e linb westlich des Brimont »vuvden unter sch»v«ercn Verlusten für den Gegirer abgesckstagen. Bei der fveiivillige»» Llufgabe des vor »rnserer Stellmrg liegenden Waldes von Ville-aux-Bois überließen »vir dein Gegner gesprengte Geschütze. In dem Kampfgelände bei' Arras keine Jnfanterietätigkeit. Bei den fortdauernden Patrouillei»i.ämpfei» bei Lens erlitt der Gegner e»nvfindliche Verlust»'. Südlich der Scarpe steigerte sich das Artillerief»mer teilweise erheblich. Bis zur Oise niar das Artillerien feuer sckMächer. St. Quentin wurde von der feindlichen Artillerie abermals schwer beschossen, wobei das Rathaus und der Börsen- tnrm besonders n»itgeno»»»men würden. An verschiedene»» Stelle»» »ourden feindliche Patrouillen durch »virkrmgsvollcs Feuer zurück- gejagt. Bei St. Queirtin wurden feindliche Gräben, die dicht vor nnseren Stelbungen läge»», von uns gesä»ck>crt. Ter Gegner e»'litt erliebliclre V»wluste. Elf Gefangene und ei»» Maschinengewehr rvnrde»» eingebracht. In Mazedonien reger Artilleriekampf an der Crvena Stena. Eine Kavallerie Offiziers-Patrouille setzte in der Nacht zum 18. über de»» Ohrida-See, landete zwischen den fei»»dlichm Üinten und zerstörte die dortige»» Fernsprechleitnngen. Nach einem zirwi- stündigcn Aufenthalt u»»d Handgranatenkamps kehrte die Patrouille ohne Verl»»ste zurück. Zürich, 20. April. (L. A.) Wie hier in bestunterrich- teten Kreise»» behavvptet »vird, hätten die Franzose»» den Durchbruchsversllch »nit 600 000 Mann unteri»o»nmen. Der Versuch sei gescheitert. Genf, 20. 2lpril. Aus Nivelles Hauptguartier berichtet der „Petit Parisien", daß die erste deutsche Linie »nit einer Zähigkeit verteidigt wi'irde, die zu einer wahrhaft furchtbare»» Sch1achtha»»d- lnng geführt l)abe. Nivelles Streitkräfiei» seien die schwierigsten Aufgaben zugefallen. Tie französischen Verluste auch n»»r an- nähermd zu bczifser»», ver»neidet der „Petit Parisien". Stockholm, 19. April. (WTB. Nichtaintl.) Der militärische Mitarbeiter des „Svenska Tagbladet" schreibt in einem Aufsatz über die Schlacht an der Westfront: Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Franzosen mit ihrem gewaltigen A»»griff bezweckte»», in einer ei»»zigen Schlacht die deutsche Linie zu zerdrücken. Aber das Ergebnis ist bisher im Vergleich zu den unerhörten Opfern recht mager. Die Deutschen wäre»» gut vorbereitet, wem» es ihnen auch nicht gela»»g, de»» Verlust der vorderste»» Linien z»» vevÄnder»», so haben sie doch sckx>n jetzt dem weiteren Vordringen der Franzosen einen sehr er»»sten Riegel vorgeschoben. Das von den Franzosen, eroberte Gebiet erscheint recht unbedeutend. Unerivartet rasch ist die ftanzösisck>e Offensive auf ihren ersten toten Pu»»kt gebracht. Die Zukunft i»»nß zeigen, »vie »mm sie wieder in (tzang bringe»» ka»»i». Aufhebung der polnischen Enteignungsgesetze. Berlin, 19. April. Wie ans parlamentarischen Kreisen ver- la»»tet. besckwstigt sich das preußische Staatsministeriun» mit der Frage der Aushebung der polnischen Enteigmmgsgesetze und der Sprachenparagraphen. Die Frage sott demnächst in dem von der Regierung in: Abgcordnctenliause umrissenen Sinne gelöst lverden und sofort dem Könige zur Bestätigung vorgelegt !»>erden. Dem Bundesrat liegt der voin Reichstage angenommene A»»- trag auf 2lufhebu»»g des Iesuitengefetzes vor. Seine Annahme erscheint sicher »ind die kaiserliche Genehmigung »väre dann noch ein- zuholcn. Der bulgarische Kronprinz im Großen Hauptquartier. Berlin, 19. Llpril. (WTB. Amtlich.) Kro»»prinz Boris von Bulgarie»» weilte ,z»t mehrtägige»n Aufenthalt im Große»» Hauptquartier bei Seiner Majestät dein Kaiser und kehrte gestern wieder nach Bulgarien zurück Eine neue Ententekonferenz? Genf, 20. April. Der e»»glische Premierminister Lloyd George ist mwermutet nach Frankreich abgereist, um a»» einer plötzlich einberuse»»en, auf mehrere Tage berechneten.' Ente nteko»tferen z tei lz un e hmen. Der wachsende Einfluß des Arbeiterrates. ^ Bern, 18. April. (WTB. Nickj'tamtlich.) „Corricre oella Sera" »neidet zur Lage in Petersburg unter dem 16. 'Aprils Rußland »nacht cittc betrübende Phase in der politisch?»» Festigung durch. Ter revolutionäre Arbeiterrat l-at eine Entschließung an gc»»om»nen, nach welcher er die Regierung mir unterstützen wolle, wenn diese zusammen mit dem Arbeiterrcrt an der Befestig»»ng der revolutionären Erfolge arbeite. Das Blatt sagt: Natürlich, ist mit einer solchen Entschließung der latente >konflikt zwisäum dem Kmnitee u»»d der Regierung nicht ausgeglichen. Der Gegensatz z»visck)en der Ilegiermrg n»»d den» Konrftee rufe eine Be»veg»mg hervor, die iieuc Ereignisse zur Entivicklrmg bringt. Man spricht: von den» ^Eiirtritt neuer, dem revollltionärcn Arbeiterrat ange hörender Minister in die Regierung. Tie provisorisckje Regierung »»»ahnt zur Eintracht. Militärauto»»wbile durchfahren die Straßen u»»d verteilen Flugblätter, m denen cs heißt, daß Einigkeit not wmdig sei. Man hoffe, daß die Beinühungcn der euglifcljen und französischen Sozialisten bei dein Arbeitmat ein Ergebnis haben iverdei». Besoiidore Hoffnunge»» setzt »»ran auf Plechanoss, der aber in der Arbeiterpartei die Mnderheit »>e»7trete. Es handele sich un» eine Bewegung, die jetzt erst anfange und die noch viele Der- Wickelungen und »mvorhergesehene Ereignisse durchwachen müsse. Unruhen in Kiew. ^ Stockholm, 19. April. (WTB. Nichtaintlich. > Wie „Svenska Tagbladet" aus Haparanda crsälirt, sollen in der Hingebung Vvn Kiew sich ernste Unruhe»» abgespielt haben. Bewaffnete Banden, sollen angeblich die Miliz entwaffnet »tnb die Macht an sich gerissen haben. Das Militär, das von Kietv ausgcsandt »vurde, mußte den Bande»» eine richtige Schilacht liefern. In dein Markt flecken Brusiloff fand ein Iudenprogrom statt. Weithin herrscht völlige A»»arch»e. Auch, von Odessa gehen ähnliche Nachrichten ein. Tort wurden am Tvirnerstag zwölf Gutsbesitzer aus Bessarabien verhaftet, weil sie für die alle Regierung agitierten. Die Verhaftung Rennenkampfs. Ge»»f, 20. April. (L. A.) Die in Petersburg erfolgte! Verhaftung des Generals Rem»enka»r»pf erfolgte im Aufträge des Kriegstninisters Gutschkow »vege»» Hochverrats' »uit der Begründung, Renneukampf habe sich gegen di« Machtbefugnis der prov»soinsch«t» Regierung aufgelehnt. Rußland unter englischer Herrschaft. Zürich, 19. April. Rach einen» Kopenhagener Bericht der „Neuen Züricher Zeitung" fordert die englische Regierung, daß alle in Dänemark ausgestellten Reisepässe »»ach Rußland auch das Visum des englischen Ko»»suls tragen müssen. Tie russische Regierung hat augenscheinlich dieser Forderung Englands stattgegeben, da seit kurzem alle nach Rußland Reisenden auch bei dem englischen Konsul die Reiseerlaubnis einholcn müssen. - > Die Lage der Deutschen in Südamerika. Genf, 20. April. Aus Buenos Aires melden Pariser Blätter neue Zusammenstöße zwischen Neutraliften und Ententefreunden, wobei einige Personen verletzt wurden. Aus Porte Alegre wandern fortwährend deutsche Familien nad\ Uruguay und Argentinien aus. Kämpfe in Nordafrika. B c r»», 19. April. (MTV. Nichtamtlich.) Lyoner Blätter mel-- den aus Cafablanea: In Suk cl Had hatte»» die Franzosen harte Kälnpfe mit den Anhänger»» Abd el Maneks zu bestehen. Mehrere Töfter wurden von den Frm»zosen gestü»7n»t. bis schließlich am 6. April daS Hauptlager ?lbd el Vianfts nach lebhaften Kän»vfen genom»ncn lverden »önnte. Auf seiten der Franzosen wurden ein Offizier und drei Soldaten getötet, 29 Mann verw»»»»det. Beurlaubung von Mannschaften zu lanöwirtschaftlichen Arbeiten. Die neuerdings vorgeschriebenen Vordrucke sind fertiggestellt und zu beziehen durch Srüh!'sche Lniversitäts-vruckerei Verlag des Eichener Anzeigers. M. 100 Stück M. 3.75, Ü0 Stück M. 2.-. 25 Stück M. 1 . 10 , im Einzelvertäuf 5 Pfg. B . 100 Stück M. 7.50, 50 Stück Äk. 4.—, 25 Stück » M. 2 . 20 , im Einzelverkauf 10 Pfg. tf. 100 Stück M. 3.75, 50 Stück M. 2 —, 25'Stück " - M. 1 . 10 , in; Einzelverkauf 5 Pfg. Vordruck Vordruck Vordruck Student inel-t ic> Zimmer, Erdgeschoß oder 1. Stock, in der Nähe der Universität, mit tadelloser Bedienung. Schristl. Angeb. unter 3169 a. d. Gieß. Anz. Die von Herrn Geh. Rat Stgmin27Jahre in»»egel,abte Isobnung m. große!»: Garten- an'eil ist no»n 1. Juli ab zu . .'rin. Nord Anlage 41.“***° Asbl. 3iRiiner gcfvÄt. 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