Nr. ^ Ter tz:ehener Rnzel-er erscheint läßlich, aufjet Sonntags. - Beilagen: Siehener ^amlMcnblaUer, Kteisllßtt flr Sen Ureis Gießen. Vczugspreis: rnonatl. 90 Üi.. Vierteljahr!. Mt. 2.65. durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 80 Ps..- durch die Bost Mk. 2.45 vie,- 1 el- jahrl. ausschl. Bestellg. Fernsprech - Ansctüusse: iürdieSchristleitunqI 12 Verlag,Geschäck-5stelle51 Anschriit für Drahtunch- richlen: Anzeiger Gießen. Erstes Blatt J67. Jahrgang pottscheckkoms: Kranksutt a. N. llS86 eneral-Anzeiger für Oderhessen Donnerstag, \ 1 . April M? Vankvertehr: Sewerdedank Gießen 3wi!!:ng;run»dru.,^, Vermisch! es u.De^ richtsiaal : Fr. R. Zenz^ Anzergenteä: H. Beck, sämtlich in Gießen. m 12 MMmkn m MieBsnle Neue Wirrnisse in Kufelan Berlin. 18. April. (WTB. Amtlich.) Das Ergebe u ls der sech sten Kriegsanleihe betrügt nach den dis jetzt vorliegenden Meldungen ohne die zum Umtausch angemeldeten alteren Kriegsanleihen zwölf Milliarden und770MillionenMark. Kleine Teilanzeigen stehen noch aus. Ueberdies sind die Zeichnungen der Feldtruppen, ft'ir welche die Zeichnungsfrist im Mai eblänft, in der Summe nur zum Teil enthalten. Schon jetzt steht außer Zrveifel, daß durch die Gesamtzeichnuugen auf alle sechs Kriegsanleihen die Summe von sechzig Milliarden Mark überschritten worden ist. Was niemand fü? möglich gehalten hätte, ist eingetroffen. Das Ergebnis der bisher erfolgreichsten dritttn Kriegsanleihe ist mu 700 Millionen geschlagen wor- den. Diese gewaltige Krastäußermrg erbringt den klaren Beweis dafür, wie ungebrochen Deutschland auch auf wirtschaftlichem Gebiet nach fast drei Kriegsjahren dastcht. Sie legt zugleich ein glänzendes Zeugnis, ab für die unerschütterliche Entschlossenheit des deutschen Volkes, den Krieg siegreich durchzuführen, mid für seine sichere Zuversicht am einen vollen Erfolg. (WTB.) Großes Hauptquartier, 18. April. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Nu pp recht. Auf dem Schlachtfelde von A r r a s hat in einzelnen Abschnitten die Artillerietättgkeit wieder lebhafter eingesetzt. Im Vorfeld unserer Linien beiderseits der Somme spielen sich täglich Gefechte unserer Posten mit Vortruppen des Gegners ab: das Feuer nahm auf S t. Q u e n t i n , dessen >rnthedrale mehrere Treffer erhielt, zeitweilig zu. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Auf dem Schlachtfelde ian der A i § nr ruhte gestern vor- unttag der Kampf: der Franzose führte seinen Durchbruchs- ftotz nach den Mißerfolgen an den Vortagen unter Wirkung der erlittenen Verluste mit den abgekämpften Divisionen rncht fort. Erst in den Abendstmrden setzttn Teilangrifft des Gegners ein. Auf dem Beaulner-Rücken, auf den Höhen von Cnunrn-e und nordwestlich des Waldes La Bitte aur Dois brachen seine Sturmwellen im Feuer zusammen oder wurden im Nahkampf zurückgeworfen. Auch bei L e G o d a t und Courcy am Aisne-Marne- Kanal sind ftindliche Angriffe abgewiesen worden. Die am frühen Morgen einsetzenden Angriffe der Franzosen in der Champagne brachen nach stärkster, seit Tagen bereits gesteigerter Feuerwirkung in etwa 20 Kilometer Breite vor. Der auch dort vom Feinde erstrebte Durchbruch wurde in unseren Riegelstellungen aufgefangen. Im Gegenangriff wurden den dort kämpfenden französischen farbigen Divisionen bereits erreichte Waldstücke zwischen Moronvittcrs und Auberive wieder entrissen und ihnen an 500 Gefangene und eine Anzahl Maschinengewehre abgenommen. * Bei den Kämpfen am 16. April sind von den vielfach Mm Gegner verendeten Panzerkraftwagen 26 durch unser Feuer zerstört worden. Am gleichen Tage wurden in Luft- kämpftn und durch Al'.wehrkanonen 18 ftindliche Flugzeuge übgeschossen. An mehreren Stetten griffen Flieger durch Bombenabwurf und Maschinengewehrfeuer in den Infanteriekampf ein. Die Gefangenenzahl hat sich auf über dreitausend erhöht. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Auf dem linken Mosel-Ufer und südwestlich von Mühlhausen vorübergehend rege Feuertätigkeit. Nördlich von M ü n ste r in den V o g e se n holten Stoßtrupps zehn Gefangene aus den feindlichen Gräben. Oeftlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Mazedonische Front. Oestkich von Monastir warf kraftvoller Angriff unserer Truppen die Franzosen ans den Stellungen auf dem Crvena «Döena, die etwa in einem Kilometer Breite bei den Manzkamn^n in Feindeshand geblieben waren. Gegenstöße wurden abgewiesen, über 200 Gefangene mit mehreren Maschinengewehren und Minenrverfern einbehalten. Der Erste Gcneralanarttermeistcr L u d e n d o r f f. Der Abcndbcrichr. Berlin, 18. April, abends. (WTB. Amtlich.) Bei Arras nichts Neues. An der Aisne-Front brachte ein Nachtangriff dem Feinde einigen Geländegewinn bei Braye. Beiderseits von Craonne ist nach Scheitern eines französischell Morgen- angriffts ein zweiter im Gange. Auch in der Champagne haben mittags neue Käinpfe begonnen. * Die sechste Kriegs mck-nhe hat ein so glänzeirdeö Ergebnis gehabt daß man diefen Srogestag mit Geläute und Fahnenschmuck feiern könnte, wenn nicht die Ueberlegung dagegen spräche, daß der neu erwiesene tapfere nnd gesunde Sinn unseres Volkes, seine unersck-öpflichen Hilfsquellen zumeist eine innerliche Freude erwecken müssen, eine Zuversicht, daß bald auch äußere Geschehnisse damit erwirkt werden, die mit hellein Feierklange begleitet werden dürfen. In neu gefestigter „Siegfriedsstettung" haben wir nun vor aller Welt das sagenhafte Schwert Balmung hervorgeholt und gezeigt, daß es noch nicht schartig geworden ist. Die amtliche deutsche Politik will mit der Ruhe nnd der Fric- densneigung des Starken, Unbcztoingbaren, wirten, und uns gezienrr es, bei der stolzen Summe der neuen Kriegsmilliarden keine Vernichtuugsfansaren, wie sie die Feinde hören lassen, anzustimmen, sondern uns mit hehrer Nibelung enhaltung den Feinden gegenüberzustellen. Die Summe der 12 770000 000 Mark fliegt ja ohnehin wie die schwerste „silberneKrlgel", die bisher hergestellt worden ist, mit ungeheurer Wirkung in die Reihen 'unserer Gegner. Sie glaubten uns wohl am Ende unserer Mittel, da sie unser Friedensangebot als Schwäche aedeutet hatten. Durch den Schleier unserer amtl. diplvmalffchen Künste können sie jetzt besser hiu- durchsehen, und sie schauen in das eherne Gesicht Germanins, die, mit der Hand am Schwerte, ihre Kriegs- und Friedenspolitik verkündet. 700 Millionen Mark sind mehr gezeichnet worden, als bei der erfolgreichsten dritten deutschen Kriegsanleihe! Auch das mit silbernen Kugeln spiel'Uwe England ist wiederum übertrossen urrd geschlagen worden. Insgesamt wurden in Deutschland durch Kriegsanleihen aufgebracht 60 Milliarden, gegen 40 Milliarden in England und 20 Milliarden in Frankreich! Daß wir uns am nahen Ende des Krieges glauben, ist aus amtlichem Munde öfter ^gesagt nwrden. W i e wir uns dieses Ende benfcn, daß es ein sieg- reick-es, nimmer in Unterdrückung oder Unterordnung führendes Ende sein nüüsse, das sagt uns das Ergebnis der sechsten Volksanleihe. Es war eine Volksabstimtnung, die wir gemacht haben, und sie ergab das herrlichste Vertvauens- votum für Hindenburg und die obersten Führer im Kriege. Draußen, bei unseren Feinden, künden sich große Entscheidungen an. Auch in Rußland scheint eine Volksabstimmung bevorzusteh^n, wenn nicht neue Unruhen, wie sie nach einer Meldung der „Köln. Ztg." ivicder das Land durchtoben sollen, die vernünftigen Ansätze zur Verständigung weiter Hinhalten werden. Gerade das Zarenreich soll über uns die volle Wahrheit wissen, nicht nur den Leitgedanken unserer Staatspolitik, sondern auch die Wahrheit über unsere ungebrochene Rüstung und Standhaftigkeit. Und noch Einer mag erstaunt die Wirkung seiner großspurigen Noten auf das deutsche Volk ab messen: Wilson, der Menschheits- bekehrer, der mit einem Zwiespalt rechnen zu können glaubte zwischen der Regierung und dem Volke Deutschlands. * * * Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 18. April. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 18. April 1917. Oeftlicher Kriegsschauplatz. Der Geschützkampf tcbte stellenweise auf, sonst keine nennenswerten Gefechtshandlungen. I t a l i e n i s ch e r K r i e g s s ch a u p l a h. Die Lage ist unverändert. Einer unserer Flieger schoß gestern im Luftkampf über Villach einen feindlichen Farman-Apparat ab: die Insassen wurden gefangen genonnnen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Italiener versuchten bei Skoza eine Pontonbrücke über die Vojusa zu schlagen. Sie wurden durch unser Feuer daran gehindert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. * » * Die Uampse an der Westfront. In brr Gegend von Arras war die Jnfanterietätigkeit gering, während die Artillerietätigfeit auslebte. Westlich Lens brachten unsere Patrouillen 20 Gefangene und ein MasckünmlTerr-ehr ein. Wiedereroberringsversuche des Feindes gegen eine Höhe, die wir ihm in der Nähe von Guemappe am Vormittag abgenommen, scheiterten in unsernr Maschinengewehr- und Artilleriefeuer. Nordöstlich von Soissons und in der Gegend von Vauxaillon wurden noch in unseren Linien verbliebene Franzosennester gesäubert. ^ Damit ist die ganze dorüge, gestern so ausgiebig angegriffene Stellung restlos in unserer Hand. Zum belgisüten Heeresbericht vom 15. April wird gemeldet, daß an keiner Stelle der Armeeftont belgische Llbtcilnngcn in unsere Stellung eingedrungen sind, auch garnicht den Versuch dazu gemacht haben. Es wurden aber gegen 7000 bis 8000 Schuß auf unsere Stellung bei Dixmude abgegeben. ^ Berlin, 18. April. Auch der zweite Tag der gewaltigen Schlacht bei Reims brachte den Franzosen auf der ganzen Augriffssrout keinen größeren Erfolg. 21m ersten Tage hatten sie an der Aisne den^ befohlenen Durchstoß in 12 Kilo- ineter Tiefe bis auf Brienne nicht nur keinestoegs erreicht, sondern il/re Angrisfstruppen durch die ungeheuren Verluste im Zusammen- rwall mil den Verteidigern derart geschtvächt, daß sie an diesem Frontabschnitt eine kurze Atempause eintreten lassen mußten nnd erst am Nachnirttag und abends frische Truppenomssen ins Tressen sichren konnten, die wie die gestrigen im Feuer der Geschütze und Maschmengelvehre ausgerieben wurden Vor und in mrserer ersten Stellung Tuitrbe erbittert gerungen. Kleine Bodenverlusde konnten an verschiederren Stellen von nns wieder eingebracht nierden. An anderen Teilabschnitten errangen die Franzosen Vorteile, deren taktischer Wert die Verluste auch nicht annähernd auswiegt. So gewann der Gegner den £M Ehavonne und Gelände in der Richtung ans Brape. Stärkere ftanzösische Angriffe in mehreren Sturmwellen vorgctragen, wurden am Nachmittag in der Gegend von Cernv mrb östlich Craonne abgewiesen. Um imserc vordersten Linien westlich Craonnetle in dem ans unserer ersten Stellung seitwärts herausragenden znsammengeschossenen Ort Craonne nmrde heftig gekämpft. Zwischen Aisne und Miette-Bach gelang es den Fnanzosen, läirgs der Aisne bis zu etlva 3 Kilonwter vor- zndringcn. Dicht hinter der früheren ersten Stellung geboten ihnen die zähen Verteidiger Halt. Der mißlungene französische Durchbrnchsversuch. i. Köln, 19. April. (Drahtmeldung/) Der Svndor- berichterstatter de-c^ „Köln. Ztg.", Prof^ Wegener, meldet nnterni gestrigen Datum aus Meziöres: Nach -den bei Ge- scm-gerren vorgefturdenen Befehlen ergibt sich, daß der Angriff auf der ganzeir Strecke vom Vanxaillon bis Betl)eny bei Reims gleichzeitig erfolgen sottte. Die Franzosen haben trotz beispiellosester Vorarbeit mit Trommelser:er, trotz Auf- Häufung zahlloser Reserven, trotz rücksichtslosester Daran-- setzung ihrer Stllrmtruppen nirgends einen Durchbruch erreicht. D^r Angriff ist überall zum Stehen gebracht. Ein erheblicher Teil jener Erfolge, die in einem Ansangsswß L immer erzielt werden, sind in einem Gegenstoß unserer Truppen wieder ausgeglichen worden. Der französische Bericht vom 17. April abends: Heute dehnten wir unsere Mmpfhandtnag östlich Reims ans urü> griffen die deutschen Linien zwischen Prnnap nnd der Straße St. Hilaire—St. Sonplet an. Trotz hesft^ ger Regen- und Schneestürme legten unsere Soldaten Proben von unwiderstehlichem Schneid ab und eroberten ans einer Front von etwa 15 Kilometern twtz des feindlichen Widersttrndes die ganze erste deutsck)e Stellung. Die südlich von Movanvillers über diese Stellmrg hirmus vorstvßenden Truppen eroberten in glänzender Weise in elf Mvmeter Ausdehnung eine Linie stark befesttgter Höhen vom Berge Codnillet bis östlich VaTidesincouitt. Weiter östtich wurden durch eine heftig geführte Kampshandlnng das Dorf Aube- rive und der mächtig befesttgte Vorsprung, der durch die deutsche Linie nm dieses Tors herum ans einer Front von 3 Kilometern gebildet wird, erobert. Feindliche Gegenanarifse gegen den Berg Cor- nillet scheiterten in imserem Feuer. Die Zahl der von uns in ftiesem Teil der Front gemachten Gefangen-en übersteigt 2500. Zwischen Soissons und Reims nahmen wir im Laufe des Tages unser Zerstörungsfeuer auf die deutschen Anlagen wieder mif und vernichteten völlig die kleinen Inseln, in denen ftindliche Abteilungen! 'rwch Wioerstand leisteten. Gegen 3,30 Uhr nachmittags wurde ein starker feindlicher Gegenangriff in Gegend des Gehöftes Sxnrrte* bi.se durch unser Feuer und Bajonettkampf zurückgeschlagen. Ern anderer heftiger Versuch im .Abschnitt von Courcp, das von: russischen Truppen besetzt war, scheiterte gleichfalls. Nach neuen Nachrichten hatten die Truppen während der Schlacht am 16. April zwischen Soissons rmd Reims gegen sehr beixmtend« deutsche Kräfte zu kämpftn. In Erwvrtting unseres Angriffs sührtr der Feind neunzehn Divisionen l^evan. Nach Aussagen von Gefangenen war der ausdrückliche Befahl gegeben, um jeden Preis aus der ersten, in der Tieft verstärkten Stellmrg auszuhallen. Die Verluste der Deutschen sind beträchtlich, nicht nur während der Schlacht sondern auch in den vvrl-ergel-epden Tagen. . Am Abend vor dem Angriff geriet eine ftindliche Division int Verlauf einer Ablösung im ^lbschnitt eitler Nachbardivision in den Kampf und verlor in unserm heftigen Arttllerieseuer einen großen Teil seines Bestandes. Die Anzahl der von uns gestern zwischen Reims und Soissons gemachten unverwundeten Gefangenen erreicht gegenwärttg elstausend. I * Englischer Heeresbericht aus Mesopotamien vom 16. April. Ein Delvgramin des Generals Mande vom 16. Lhprrl bericht«, iiber einen nächttichm Vormarsch aus dein rechberr Tigrisuser bis auf anderthalb englischem Merlen vmr der Stellung des IS» türkischen 'Armeekorps, das idem Bahnhof Jstodulat an der Eiseubahv Bagdad—Samara deckt: der Feind wich ohne Widerstturd zurück Neue Unruhen In Nußland. Stockholm, 19. Slpril. (Drolftnachr.) Mcldrmg btt „Köln. Zeitg.". Aus Haparanda wird privatim der Ausbruch neuer schwerer Unruhen in Petersburg gegen die vorläufige Regierung gemekdel, welche schwerer sind, als die Märzuuruhen. Schwedische Reisende werden in Haparanda zurückgehalten. weil der Zugverkehr gefährdet sei. Alle Postsendungen aus Rußland sind seit vier Tagen ausgeblieben. Der Kongreß der Arbeiter - und Soldatenabgcordneten Rußland-. Petersburg, 16. 2lpril. (WTB.) Meldung der Petersburger Telegrapl)en-Agcntur. Der Kongreß der Räte der Arbeiter- und Soldatenabgeordnelen hat in b^ug auf die Frage des achtstündigen Arbeitstages eine Entschließung angenommen, in der die Regierung aufgesordert wird, ein einsttoeckiges Dekret zur Einftihrrnrg des ackxtstmrdigeu Arbeitstages zu erlassen, doch soll für die Dauer des Krieges dieses Dekret die Möglichkeit von Ueberstunden in Unternehnrem vorsehen, di« für die nationale Verteidigung arbeiten und Artikel dringender Notwendigkeit Herstellen. Bei der Verösftntlichung des 5^setzes über den achtstündigen Arbeitstag empfiehlt der Kongreß Verstän- diguirg mit den Untenrehnlern, die einen Sckwtz bieten soll gegen Teckbestrebnnaen der Arbeiter zur Einführung des achtstündig» Arbeitstages. Der .%m^reS erüfemti au, das; im' gegenwärtiger, Augenblick der Kampf zwischen Arbeit und Kapital sich mit den, Jullttud der Tinge in Einklang setzen Muß, wie er durch die noch rncht abgeschlossene Revolution und durch die Bedrohung von Seiten des äußeren Feindes geschussen ist. Weiter nahm der Kongreß in seiner Schlußsitzung eine Ent- Schließung betreffend die Agrarfrage an, in der festgestellt, wrrd. das; die Zeit gekommen sei, diese Frage endlich zu erledigen,' roozu folgendes nötig fei: 1. Unterdrückung von Klassen und Titeln 2. Gründliche Umbildung des Systems der örttick-cn Verwaltung 'T Uneingeschränkte Einziehung aller Ländereien, die der Krone und den Kirchen oder Klöstern gehören, und deren Uebergabe an die Bauern. Tie Entschließung fügt hinzu, daß-die endMiltige Lösung der Agrarfrage der konstituierenden Vei'sammttmg überlassen wer-- den müsse. Die Arbeiten des Kongresses wurden mit einer Rede von Plechanow geschlossen, der auf die Bedeutung der Entschließung deS Kongresses betreffend die Fortsetzung des Kriegen hin- wies und zur Eintrackü und Arbeit aller aufforderte in dem gemeinsamen Ziel, einen Bürgerkrieg zu uermeibcn und zu beiveiseu, daß die russische Demokratie eine zur Regierung vollkommen reise VLacht sei, leie sie t>S bisher gezeigt habe. Tie Llbgeordneten trennten sich unter dem Gesang der Marseillaise. Petersburg, 17. April. (MTV. Nichtamtlich.) Meldung der Petersburger Tele; 7 raphcn-Agentur. Plechanow und die Abgeordneten der französischen und cnglischen Arbeiterverb ändc trafen ans dem Kongreß der Arbeiter-' Und Soldaten abgeordneten ganz Rußlrmds ein und wurden mit unbeschreiblicher Begeisterung empfangen. Präsident T s che id s e hielt eine Ansprache, in der er sagte: „Rußland erlebt heilte seine schönsten Tage, denn es sieht seine besten Männer zurückgekehrt aus- der Verbannung. Vor uns steht unser großer Lehrmeister Plechanow, der sein Wort gegeben hat, erst dann wieder nach Rußland zurückzu kehren, ivenn Nikolaus II. gefangen gesetzt ist. Sein Traum ist verwirklich! Vor uns sieben die besten Streiter Frankreichs und Englands für die demokratischen Ideale, die wir warm begrüßen. Ter französisch^ Delegierte Morel Euch in, Mitglied der Deputiertenkammer, antwortete: „Tie französischen Arbeiter entbieten dem russischen Volke den Gruß Frankreichs, das die. dLachricht von der Befreiung seines großen Ver- bündcten begeistert ausgenommen bat." Ter englische Sozialisten- Vertrcter OGrady erklärte: „Die Engländer nnrteten schon lange darauf, ilwen großen Verbündeten daS Joch des Despotismus abwerfen zu sehen und freuen sich, Rußland in Freiheit zu sehen. Wir sind sicher," fuhr der Redner fort, „daß die russische Revolution in der ganzen Welt widerhallen wird. Künftig werden wir Seite an Seite für die Niederwerfung des Unterdrückers kämpfen." Plechanow bestieg darauf unter andauernden Ovationen die Tribüne und hielt eine Ansprache, in der er eine Uebersichr über die Geschichte seiner Verbannung gab mtb über alles, was er für die Entwicklung des Sozialismus in Rußland getan hätte. Plechanow bat, dem französischen Volke Beifall zu spenden, das vor vielen Jahren als erstes das Banner der Freiheit entfaltet habe. Das Mitglied der ^frxmzösrschsn Abordnung M outet antwortete: Rußland muß Frankreich wiedererstatten, »vas es ihm genommen hat. Plechanow antwortete: Man stellte uns eine wucherisch« Forderung. aber wir versprechen, Frankreich mit Zinsen wiederzuer- statten, was wir ihm nahmen. Präsident Tscheidse ries: Es lebe die Internationale! Tic Vertreter Englands, Frankreichs und Rußlands reichten sich darauf die Lande, waS begeisterte Kund-- gÄwngen hervorrief. Petersburg, 16. April. (WTB.) Meldung der Petersburger Telegrapben-Agentnr. Ter Kongreß der Rate der Arbeiterund Soldaten-Abgeordneten ganz Rußlands nahm nach kalten Erörterungen einen Bericht über die konstituierende Versammlung an, dessen Grundlagen folgende sind: Die Versammlung soll in möglichst naher Zeit nach Petersburg nach dem Grnirdsatz des allgemeinen Stimmrechts einbernfen werden. Tie Armee wird an der Wahl wie die ganze Bevölkerung reilnehmen, aber die aktive Armee wird getrennt abstimmm. Tick Frauen genießen dieselben Wahlrechte >vie die Männer. Das stimmteerecküigte Alter wird auf 20 Jahre festgesetzt. Tie Räte der Drlieiter- u, Soldotenabgeordneten werden die Wahl der konsti- ruierenden Versammlung überwachen. Diese wird die politische Regierimgsfornl Rußlands und ihre Grundgesetze festsetzcn und in erster Linie die Agrarfrage prüfen: sie wTrd ferner die Arbeitergesetzgebung, die Nationalitätenfrageu, die Einführung der örtlichen Selbstverwaltung und alle Fragen internationaler Art festlegen bezw. nachprüfen. Eine neue Sozialisteuderufung. Petersburg, 18. April. (WTB.' Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur. .Der Sozialist Lenin, der ant 16. April aus der Verbannung nach Petersburg zurückgekehrt ist, nahm Li einer Versammlung von Vertretern sozialdemokratischer Organisationen aller Richtungen teil, die cinbwufen war. um Fräsen der Wiedergeburt aller sozialdemokratifci :,i Strömungen zu bespwchem Lenin übte Kritik an den Programmen aller sozial- dcmoiratischeu Organisationen und foriwrte zur ScharfiMg einer neuen, sozialistischTn und kommunistischen Organisation anstelle der zerfallenen Svztelldemokratie auf. Zahlreiche Redner der Mehrheit und der Minderheit sprachen sich gegen die von Lenin vertretenen Grundsätze aus. Schließlich nahm die Versammlung mit grosrer Mehrheit den Beschluß aus Einberufung eines allge- meinen Kongresses aller soziatdeurokoalischen Organisationen an. Das Ergebnis der Minrsterreisen ins Hauptquartier. Petersburg, 17. April. (WTB. Mchbamll.) Meldung der Petersburger Telegraphenagenkur: Fürst Lwow und crnigc andere Minister, die sich nach dem Lauptguartier begeben Hallen, um gewisse <)ragen der Verpflegung der Armee' uno Trausportfragen zu besprechen und zu lösen, konnte feststellen, daß jetzt die allgemeine Lage der Armee im Vergleich mit dem Zustande vom 18. und 28. März sich mcrllich gebessert ^hat, namerülich hinsichtlich der Versorgung der Armee mit den wichtigsten Erzeugnissen, nämlich Mehl. Fett usw. Ter Landwirtschaftsminister hob hervor, daß fein Amtsbereich im Stande sei, allen Anforderungen bezüglich der Versorgung der Armee durch Maßnahmen, die als notwendig erkannt werden, zn genügen. Gleichzeitig stellten die Minister fest, daß idie Vorräte an Lebensmitteln eben>v die Trausportverhältnisse keinerlei Grund zur Besorgnis obgeben. Ueber den Geist in der Armee äußerte Fürst Lwow Pressevertretern gegenüber, das; die Unruhe, die sich in der Armee während der ersten Tage der Revolution gezeigt habe, wllstandig verschwunden ist. Der kriegerische (freist der Armee hebt und befestigt sich von Tag zu Tag. Die Manneszucht ließ in keiner Wetze nach. Die Armee ist bereit, dem Feinde cntgegenzutreten, in vollem Vertrauen darauf, daß sie im Stande sein 'wird, dem Eingriff gegen das freie Rußland standzuhalten. Der Kriegsetat Amerikas. Washington, 17. April. (WTB.) Meldung des Reu- ferfcf>en Bureaus. Der Senat hat den K riegs e t a t von 7 Milliarden einftümiria bewilligt. London, 18. April. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Neuterschen Bureaus. Die „Morninqpostt' meldet aus Täashingtou: Die Inhaber des großen Chikagoer Fteisch- trustes stellten ihre Unternehmungen gänzlich zur Verfügung der Regierung. Der Landwirtschaftssekretär nahm das Aizgebot an. Eine Reuterlüge. Berlin, 18. April. (WTB. Amtlich.) Reuters Telegramm betreffend den Angriff eines deutschen Unterseebootes auf den amerikanischen Zerstörer „Smith" kann nur als ein frivoles Mittel bezeichnet werden, Deutschland die Eröffnung der Feindseligkeiten zuzu- sästeben. Tatsächlich befindet sich noch kein Unterseeboot in der westlichen Hälfte des Atlantischen Ozeans. * Die Entscudung einer französischen außerordentlichen Gesandtschaft nach Washington. Paris, 18.. April. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Die Regierung I>at beschlossen, eine außerordentliche Gesandtschaft-ünszuschicken, um den Präsidenten der Vereinigten -Staaten anläßlich seines Eintritts in den Krieg an der Seite der Alliierten zu begrüßen. An der Spitze der Gesandtschaft stehen der Itellvertretende Ministerpräsident Viviani, Marsckxlll Joffrc, Vizeadmiral Chocheprat und der Deputierte Marquis de Charnbrun. BolkSerrcgung in B asilien. R io d e Ja neiro, 17. Llpril. (WTB.) Meldung der Agencc Havas: Die Erregung d-es Volkes gegen Deutschland lvächst. In Porte Alegro griff die Menge 270 deutsche Häuser au. rrtz die Firmenschilder lferunter. zerschug die Fensterscheiben und »teckde taS Hotel Schmidt und das Kaufl-aus Bromberg u. Hacker unter Hochrufen ans Brasilien und die Alliierten in Brand. 5000 P'rsvnen versucyten, die Versammlung anzugreisen, die der deutsche: o..urnerbund abhielt. Der Präsident der Republik und der Kriegsminister beraten über ?Naßreg'ln, um die Rühe wiederherzustellen. Berlin, 18. April. (WTB. Nichtamtlich.) Wie wir von zuständiger Seite erfahren, versicherte die brasilianische Regierung, daß sie nach dem Mhruch der diplomatischen Beziehungen zu Deutschland Eingriffe in die persönliche und wirtschaftliche Existenz der Deutschen nicht beabsichtigt. Kundgebungen in Argentinien. Buenos Aires, 17. dlpril. (WTB.) Die Agence Havas mrtbct: Der deutsche Gesandte protestierte beim Minister der auswärtigen 2lngelegeuh.nten wegen der jüngsten Kundgebungen die gegen Deutschland gerichtet waren. Ein englisch-italienisches Abkommen. Bern, 18. April. (WTB.) Die Blätter „Gazetta del Pc Polo" und „Jdea Nazionall^ veröffentlichen ein englisch-italienisches Abkommen über den Jnba-Fluß. „Jdea Nationale" erk ärt, daß das Llbkommen nicht g-enüge. Italien müsse den Hafen Kisimay-o erhalten. Nachdem England die anliegenden denrschen .Häsen in Besitz genominen habe, könne es Kisimaho entbehren. * * * Kundgebungen in Schweden. Kopenhagen, 18. Aprll. (WTB. NickBamtlich.) „Psoli- tik^w meldet ixuJ? kStockb^lin: In Wcsterwil Snurland veranstalteten ^00 0 Arbeiter wegen rar Herabsetzung der D'rot- rationen eine ö f senk l i che Kundgebung. Astern brach ^Streik aus. Die ?lrbciter zogen vor das Ratl-aus und drangen in die Bureaus ein, wo der Bürgermeister verspreck;en mußte, dafür lorgen zu wollen, daß die Arbeiter Brot erhielten. Tie Ddenschm- menge zog dann rauft der Molkerei, wo der Direktor mißlAmdelt nnirde,^ dararp zu den Wohnungen mehrerer Getreidehändler und zu verschiedenen Mühlen, wo ihnen Erklärungen abgegeben rverden nnrßren, alles für die ?lrbeiter tun zu wollen. Sckstießlich wurde auf dem DtarktpLatz eine Versanimlung abgchalten, auf der Reden gehalten und ein Ausschuß; erraranr wurde, der die Forderungen l^r Arbeite!' zusanrmenfassen und der Behörde überreichen soll. 0 .ie Versammlung riditetc an alle Arbeiter Schwedens die ?luf- forderung, reichlichere und billigere Lebensmittel zu verlangen und diese nötigenfalls durch Arbeitsiriederlegmig zu erzwingen. Kopenhagen, 18. April. (WTB. Nichtamtlich.) Tie schwedische Regierung besch/.oß die Einsüh rnn g von H ö chstp r e i -- s e n f ü r Ka r r o f f et n. Ter Preis beträgt 15 Kronen für 100 Kilogramm im großen uiü> 14 Oere für den Liter im Einzel- verkmii. Freiherr v. Bissing -h. Brüssel, 18. April. (WTB. Nichtamtlich) Der General- Miverneur von Belgien, Generaloberst Freiherr von B i s s i n g ist heute abend 8 Uhr 80 Minaiten gestorben. Generaloberst v. B-issing, der im November 1014 den nach der Türkei zurückkehrenden Feldmarfchall v. d. Goltz als kaiserlicher Gouverneur von Belgien ablösch bat 2 1 / s Jahre lang diese überaus schwierige Aufgabe erfültt. v. Bissing ist 73 Jahre alt geworden. Er hat ch866 bei Nackiod und 1870/71 als Adjubant des Kronprinzen gegen Frankreich mitgekämpft. 1887 wurde er persönlicher Adjutant des Prinzen Wilhelm, der ihn als junger Kaiser zum diensttuenden Flügeladiutanten ernannte. Später fülpte Bissing das Kommando der 4. Kavallerie-Brigade, dann das der Divifion in Freiburg i. Br., schließlich daS des 7. Korps. * Die Währung im Generalgouverneinent Warschau. Warschau, 18. April. (WTB.) DerGeiiieralezouvrrueur erließ eine Bero-rdnung ülier die Währung im Gene-' ralgouve rnerneut Warschau, welche am 26. April in Kraft tritt. Danach hört der Rubel auf im General- gouvernem-eut gesetzliches Zahlungsmittel zu sein, und an seine Stelle tritt die polnische Marl. Es ist verboten, Rechts- aeschäfte, die G.lldzahlungen zmu Gegenstand haben, in Rubeln abzusästießen, Zahlungen in Rubeln zu leisten und private irnd öffentliche Urkunden ans Rubel auszustellen. Der Unrrechmrngs-kurs ist auf ein Rubel gleich 2.13 Mark festgesetzt: der polnischen Mark gleich steht die Reichsmark. Für Zuwiderhandlungen gegen die Verordnung ist eine Geldstrafe bis zn 100 000 polnische Mark und O^fängnis bis zu 5 Jahren festgesetzt. * * * Bulgarischer Besuch in Konstantinopel. Konstantinopel, 17.2tpril. (WTB.) Der bulgarische Generalissimus Schekow, Prinz Kyrill und der frühere bulgarische Ministerpräsidein Radbo Petrow sind hier troffen !imb auf idem Bahnhof von Enoer Pascha, dem bulgarischen Gesandten Kolusck)«v irnd cmein Adjutanten des Sultans empiangan nwrdon. Die beibeu .Heerführer begrüßten einander überaus herzlich. Nach dein Abfckneiten der Ehrenkompagnie stellte Vizegeneralissimus Enver Pascha den deutschen und österreichisch- nngarischen Malitärbevolln'.ällüigten und andere höhere deutsche Offiziere vor. .Schekmv llmid Prinz Kprill haben in Mrrassim Kiosk WolMmg genommen. Türkische Lehrlinge in Deutschland. Konstantin opet, 16. April. (WDB.) Der „Osma- nische Lloyd"meldet: DreihundertdreißigtürkischeLehr- linge begaben sich nach Deutschland, um in verschiedenen Gewerben tätig zu sein. Außerdeni kommt eine Anzahl türkischer Scl)üler zmn Besuch preußischer Seminare nach Deirtschland. Zeekn'eg. Berlin, 18. Avril. (Privatlel. Die „Voss. Ztg." meldet aus Kristiania: Der norwegische Amerikadmnofer ,^Kristiania Fjord" lief hier aus .Sxalifar ein. Wie „Dagbladek" borichket, wurde die Torpedierung zweier unbekannter norwegischer Dampfer von Bordeaux aus beobachtet, bei der angeblich 42 Mann nmS Leben gekommen sein sollen. In Halifax hatten die Engländer die gesamte Briesposr und Papiere beschlagnahint. Sieben Sozialisten seierl zurückgehalten worden. Bern, 18. April. (WTB. Nichtamtlich.) „Progres de Lyon" meldet aus Marseille: Der Dampfer „Esterel" (2574 Bruttorcgistertonnen) der (föesellschaft Praissinet ist am letzten Montag versenkt worden. Das Schiff war für den Lebensmitteliransport gechartert. C adrx, 18. ?lprib (VTG.) Zwischen Larasch und Tan- er sind am 13. April vier Frachtdampfer durch ein eutscheS Tauchboot versenkt worden. V m u i d e n , 18 .April. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der niederländiillien Telegraphenagenrur. Der Damps- trawler „E r n d r a ch i" landete heute die Besatzung der norwegischen Bark „Polykarp" (509 Bruttoregisterwnnen), die am der Reise von Wesch artlepool ncich Christi an ia von einem deutschen Unterseeboot versenkt worden ist. Der Dampf- trawler „Ernestine Pauline" landete die Besatzung des dänischen (?) Sckioners „Fram", der auf der Reise von Hüll mich Aarbus von einem deutschen Unterseeboot versenkt worden ist. Aur dem Reiche. Berlin, 18. April. (WTB.) Die Arbeit in Groß- Berlin ist l)eute von dem letzten Rest der feiernden Arbeiter wieder ausgenommen worden. Schloß Blankenburg, 18. April. (WTB.) Heute früh 1.19 Uhr schenkte die H»erzogin von Braunschweig-Lüneburg eiuer gefunden Prinzessin das Leben. Das Befinden der Herzogin und der Prinzessin )var morgerrS ausgezeichnet gut. gez. .Kruckenberg, Lutz. Ans FtaHt uüö Canö, Gießen, 19. April 1917. Ergebnisse der 6. Kriegs-Anleihe. ** Das Kriegsanleiheergebnis in Gießen. In der Gesanitzeickmungssumme von 30 087 700 für Gießen sind, worauf gestern noch nickt gebührend hin gewiesen worden ist, auch zahlreiche 'Zeichnmigen faer Landbevölöeruug des Umkreises ent- batten. Da die Einzelergebnisse noch nickst vorliegen, kann über das Maß der Beteiligung unserer Gießener Ernwol^rer, Über welches wir gestern eine auf falsche Voraussetzung bexuhende Ziffer nannten,^noch nichts endgültiges gesagt nierden. ** Kriegsanleihezeichnung i n Lazaretten. Nachdem überall für die Kriegsanleihe agitiert ist, lyat auch das Reservelazarett I in der Braugasse sich der Sache an- genommen. Dank der umsichtigen Bearbeitung durch den Vertrauensmann sind im Bereict)« genanntem L-azaretts rund 106 000 Mk. gezeichnet. ra. K i n z e n b ein e. G. m. u. H., Langsdorf, zeichnete zur s e ch st e n Kriegsanleihe für sich und seine Einleger 235 000 Mk. Tic Zeichnungen 'tei den verschiedenen Anleihen haben damit eine Million Marl überschritten. rr. Schlitz, 19. i April. Die Zeichnung auf die sechste Kriegsanleihe erbrachte hier ein glänzendes Resultat. Wurden doch bei den hiesigen Sparkassen nicht weniger als 825 000 Mk. gezeichnet, rund 300 000 Mk. mehr als bei der fünften Kriegsanleihe. ** We tz l a r , 18. April. Bei der Mitteldeutschen Gerberei und Riemenfabrik Akt.-Ges., Wetzlar, welche selbst an den Zeichnungen auf die sechste K r i e g s a n l e i h e mit 500 000 Mk. beteiligt ist zeichneten Arbeiter und Beamte weiterhin den erheblichen Betrag von 50 000 Mk. ,ch. Bingen , 17. April. Die Zeichnungen auf die sechste K r i e g s a n l eji h e in der Stadt Bingen belaufen sich bis jetzt auf 5Ü2 Millionen Mark, doch ist das Ergebnis noch nicht vollständig, wird sich demnach iwch erhölstn. Die Znchnungen bei den früheren Anleihen stellten sich in Bingen: 1. Anleche 1546 000 Mk, 2. Awlechc 3 060 000 Mk., 3. Anleihe 3 490 000 Mk.. 4. Anleihe 3191000 Mk., 5. Anleihe 3 971000 Mk. Diesmal wurden die vorhergehenden Anleihen rocit übertroffen. Von der hiesigen Krcis- sparkässe wurden für sie und ihre Einleger 2'b Millionen zur sechsten Kriegsallleihe gezeichnet. Bei der fünften Anleihe betrug gen die Zeichnungen bei der Kasse 2 Mlllionen V?ark. Die Angehörigen und Insassen der Mnger Reservelazarette zeichneten zur sechsten Kriegsanleihe 1108 000 Mk. Insgesamt wurden in Bingen bei den fünf vorausgegangenen Anleihen 15 258 000 Mk. gezeichnet Berlin. 16. April. (WTB.) Wie wir hören, sind bei dem großarügen Ergebnis der s e ch st e n K r i e g s a n l e i h e die Zeichnungen von Heer und Marine in weit höherem Maße als bii früheren Anleihen beteiligt. Schon jetzt wurden annähernd 4 00 Millionen Mark Zeichnungen von Heer'esangehörigen gemeldet, die in der bekanntgegebenen oumme voll 12,77 Milliarden enthalten sind. Mit kleinen und Neinsten Beträgen unter 100 Mark beteiligten sich bis jetzt annähernd vi er M i'l l i o ne n u nse rer Feldgrauen. Durch die Feldznchnungen bis 10 000 Mark, wofür die Zeichnungsfirst bis zum Ist. Mai abbiuft, wird daS Endergebnis der Anleihe noch eine weitere Erhöhung erfahren. * Zur Beschaffung von Saatkartoffeln. Aus dem städtischen Lebensnlittebunt schreibt mau uns: Die Beschaffung der bei uns bestellten' Saatkartosfeln gat uns große Schwierigkeiten verursacht. Die Meugcn-smd zum Teil hier an-gekommen, zum Teil an uns beordert. ^!öenn sre jetzt noch einmal aitsgelesen sind, werden sie so bclb tote möglich ^ur Ausgabe kommen. Es war leider trotz aller Anstrengungen nicht möglich, die bestellten Früh- oa^ofseln in voller Menge herbeizuschaffen. Es muß be- ruEslchtigt werden, daß durch die Verwendung alter, ab- gebauter Sorten und durch die ungünstigen Witterungs- veryaltnisje dre vorjährige Kartoffelernte schlecht war und oaß dalM die Frühkartoffeln zmn größten Teil zu Speise- zweuen Verwendung ftnden mußten, so daß nur wenig Lxratgut übrig blieb. Die Besteller müssen bedenken, daß in der Krregszeit Ausnahrneverhältnisse vorliegen, daß bei dem lang anhaltenden Winter die Mieten in Norddeutsch land erst tn den letzten Tagen geöffnet werden konnten und daß bei den Transportschlnierigkeiten die Anlieferung spät erfolgt. vie gelieferten Frühkartoffeln reichen insoweit, als jeder Belleller doch einen Teil seiner bestellten Menge erhält. Dagegen find wir mit den mittelfrühen und Spätkartoffeln bejjer daran. Hier besteht die Aussicht, daß die alle geliefert werden können. In den nächsten Tagen erhalten wir darüber Gewißheit. Es ist vollständig unnötig, daß jeder De- süeller noch einmal am Tiefbanamt, am Lebensmittelarnt oder in der Privatlvohnung nachfragt, ob und wann er seine bestellten Kartoffeln erhält. Mit der Aussaat hat es bei diesem Wetter auch noch Zeit. Wie oft sind die zu früh gesetzten Kartoffeln dann im Mai und noch anfangs Juni erfroren. Wir bitten also noch um etwas Geduld; es wird in der Zeitung bekanntgegeben, wann, wo und wie die ^aatkartoffeln ausgegeben werden, die beim Lebensmittel- aint bestellt worden sind. Wer Frühkartoffeln essen will, wenn die'Keller leer sind und die Versorgung mit Speise- kartoffeln aufhört, der muß seine Beete im Garten gut zubereiten und dann einen Versuch mit den Setzlingspftanzen machen, die wir um so mehr empfehlen, als jeder Kartofsel- anbauer aus seiner diesjährigen Ernte unbedingt sein Saatgut für den Anbau iiw Jahre 1918 erübrigen und zurück- halten muß, weil die Beschaffung von Saatgntsrühkartoffeln nächstes Jahr noch viel schwieriger, vielleicht ganz unmöglich sein wird. Deshalb sollte man Frühkartoffeln schon zur Gewinnung von Frühsaattärtoffeln ganz besonders an- vauen. Da^u sind die - Stecklingspflanzen gut geeignet, zumal sie sämtlich gezogen firtb von Adsaat II der vorzüglichen Frühkartoffeln „Kaiserkrone". * ** Auszeichnung. Forstmeister Nicolaus von lionrvod, Leutnant und Regimentsadjutant in einem thüringischen Infanterie-Regiment, Inhaber der Hessischen Tavser- leitsmedaille und des Eisernen Kreuzes 2. und 1. Klasse, wurde vom Großherzog von Sachsen-Weimar das Ritterkreuz 2. Klasse des Ordens der Wachsamkeit oder vom weißen Falken mit Schwertern verliehen. ** Die Mittel deut s che Kreditbank, Filiale Gießen, gibt in unserem Anzeigenteile bekannt, daß die Stücke von 100 Mk., 200 Mk., 500 Mk. und 1000 Mk. der fünften d e u ts ch e it Kriegs an l eiihe erschienen sind und von den Zeichnern unter Vorlage der Abrechnung und einer Legitimation in Empfang genommen werden können. ** Bie b e r t a lba h n Vom 1. Mai ds. Js. ab wird ein geänderter Fahrplan eingesührt, über den die Stationen und die Bahnvernxrltung Auskunft erteilen. ** Lichtspielhaus. Nur noch, heute und morgen > vi.ro der Roman einer Prinzessin lfünf Akte), in der Hauptrolle die bekannte Bübnenschönheit Mia May, als „Prinzessin Eva Maria" gegeben. Außerdem bringt das Programm Ausnahmen „Unsere Marine" unb ein Lustspiel in zwei Akten „Der Fang der Detektivin", verfaßt yon Wilhelm Adler. ** Das heuti ge Kreisblatt Nr. 67 enthält Bekanntmachungen über Verbot der Ausfuhr ltrtb Durchfuhr von Rohstoffen zur Verwendung des Kriegsbedarfs, Verehr mit Brotgetreide und Mehl. Schrotmühlen. Angebot von Pflügen und Eggen. Landkreis Gießen. -s- Bersrod, 19. April. Vorgestern abend kamen hier 25 „Jndustriekinder" aus Herne in Westfalen an. Sie bleiben bis in den Herbst in unserem Dorfe. — Da in der vorigen Woche Frauen nnd Mädchen wegen Mangel an männlichen Arbeitskräften fleißig im Walde beim Holzmacben halfen, ist die Gemeinde imstande, jeder Familie, die (ine Arbeitskraft stylte, 2 Raummeter Prügel und ebensoviel Reisig zum Tarifpreise zu überlassen. 8 O b b o r n h o s e n . 18. April. Das Eiserne Kreuz 2. Kl. erhielt der Jäger zu Pferde R. Block von hier. Er steht schon seik Kricgsbeginn im Felde Kreis Büdingen. # Büdingen, 19. April. Das EiseÄre Kreuz erhielt der Lapdsturnrmann Heinrich Euler. — Den Tod fürs Vaterland erlrtt am 8. April der ?7Lusketier Wilhelm Herzinger. # Effolderbach, 19. April. Tie Hessische Dapferkests- medaille erhielt Kanonier August Spitznagel. — Den Heldentod starb am 3. April der Gefreite Wilhelm Müller, Inhaber des Eisernen Kreuzes. 4t H a i n ch e n, 19. April. Das Hessische Sanitätskreuz er- ! stell der Fahrer Friedrich Hestsel Kreis Alsfeld. up. V o n de r O hm, 19. April. Tie vereinzelt warmen Tage, die setzt in dein Nachwinter austreten. haben die Entwicklung der Wintersaaten sehr gefördert, sie haben auch gezeigt, daß diese recht gut durch den harten Winter gekommen snrd. Ter Winterraps, unsere Hauptölpfl-anze, ist weder erfroren iroch ausgewintert, sondern beginnt zu grüneu und zu sprossen. So ist es auch mit dem '.Klee. Wenn auch der Roggen nicht so dicht bestockt ist wie im vorigen Jahre, so zeigt er doch lebhaftes Wachstum, ebenso der Weiten. Zeit wäre es allerdings, daß es endlich einmal wärmer wüwe und daß die Nachgesechte des Winters aufhören. Kreis Schotten. 4t Schotten, 19. April. Das Eiserne Kreuz erhielt der llirtewsfiz ier Wagner. up. Aus dem Vogelsbcrg, 19. April. Nachdem die Dienen an den zwei letzten Samstagen die ersten ausreichenden Neinigungsausflüge ans geführt, hat der Imker das Er^bnis der diesjährigen Durchwinterung fest stellen können. Diese Durch- ivsttterung ivar durch die Länge des Winters, der ja jetzt noch nicht ganz vorüber, sehr erschwert. Es l>at darum bei vielen Völkern viel Tote gegeben und viel Reste auf dem Bvdenbcett. Solche Völker sind hierdurch gesckWächt ivorden. Wenn durch den langen Nachvinter, der bis zum Mai, rvie es scheint, anhasten will, auch die Blütezeit um Wochen verspätet wird, sind derartige Völker dennoch noch nicht erstarkt genug, um die Honigzeit richtig auszu- nützcn. Hier muß der Bienenzüchter helfend eingreisen. Welchen Wert der Bienenhonig zurzeit hat, das zeigt sein Preis rwn 4—5 Mark für das Pfund. z. Vom oberen Vogels bcrg, 19. April. Auf eisigen Ostwind, welcher gestern und l-eute herrschte. war vergangene Nacht wieder starker Schneefall erfolgt, welcher auch beute den gawen Tag über andauertc. Heute morgen, war alles in eine weiße Schneedecke eingehüllt. Durch die starken Nachtfröste im vorigen Monat und tagsüber Tauweiter ist vieles Korn ausgewintert. Durch das fortwährend schlechte Wetter kann die Frühjahrsbestellung noch nickst ausgeführt werden. Starkeuburg und Rhcinhessen. e. Tarmstadt, 19. 2lpril. Anlaßlick» seiner am 21. April stattfindenden Hauptversammlung begeht der Zweigverein Tarmstadt vom VogelSberger Höhenklub (V. H. C0 gleich- .zeitig die Feier des 25jähcigen Jubiläums seines ersten Vorsitzenden, des Geh. Schulrats Prof. Tr. Schweis gut, der in diesem Jahre bereits ein Vierteljahrhundert an der Spitze des Vereins sicht. Hessen-Nassau. — Bad Homburg v. d. H., 18. April. Mit einer für die zukünftige Entwicklung Homburgs als Kurort hocbbedeutsamcn Angelegenheit beschäftigte sich am Dienstag abend die Stadt verord- netenveriammlung in lcrngstündiger geleimer Sitzung. Es handelt sich um die Umwandlung des bisherigen städtischen Bades in eine Aktiengesellschaft. Zur BerwirklickANg dieses Planes bat sich bereits ein Konsortium gebildet, das sich aus zahlreichen Angehörigen des Hock-adels, der Großindustrie und der Großkaufmannfckiaft, der Rheinprovinz, Hessen-Nassau und dem übrigen Deutschland zusammeusctzt. In erster Linie sind es Freunde und langjährige Gönner Homburgs. Diese Gesellschaft l)at der Stadt das Anerbieten gemacht, zur Uebernahme des gesamten Kur- und Badel>ctriebes eine Aktiengesellschaft zu gründen. Ein unifangreicher Vertragsentwurf lag gestern abend bereits den städtischen Körperschaften zur Prüfung und Berattmg vor. Wie Nur hören, steht man hier dem Plane des Konsortiums wohlwollend gegenüber, zumal man durch die Uebernahine des Badebetriebes durch eine kapitalkräftige Aftien Gesellschaft, die zudem noch über einen ausgedeb.iten durck-iveg sehr wohlhabenden Bekanntenkreis verfügt, einen großartigen Aufschwung des Bades erhofft. # Morn sch ausen (Kreis Biedenkopf), 18. April. Den Bund fürs Leben schloß dieser Tage ein Brautpaar, von dem der mämr- lidyz Teil 75 Lenze, die Braut 29 zurnckgelegt hat. Letzte Nachrichten. Lin großes Li?enbahnung!ück auf der strecke Augsburg - München. Augsburg, 19. April. (Amtlich.) In der Station Lang- hosen stieß gestern abend 10 Uhr der von Augsburg nach München fahretrde Sckxnellzug T. 53 mit dem von München kommenden gemischten Zuge 926 zusammen. Zug 926 hatte in der Station Langhofen einen Wagen in das Ladehofgeleise ab gestellt und war eben im Begriff, üb^r das Gleis Augsburg—München auf das Gleis München—Augsburg überzuwechseln und auf diesem die Fahrt sortzusetzen, als D.-Zug 53 in voller Geschwindigkeit die Statton durchfuhr und den Zug 926 durch schnitt. Bei dem Aufprall wurden vier Wagen des Zuges 926 zertrümmert und ein weiterer umgeftürzt. Die Lokomotive des D-Zuges 53 stürzte mit dem Tender und dem nachfolgenden Postwagen gleichfalls um. Außerdem ivurde der Packwagen des Schnellzuges in den ^Personenwagen 3. Klasse bis zur Hälfte hineingckschoben; ein folgender Personenwagen entgleiste, die übrigen blieben in der Spur. Die beiden Statrmrsgeleise sind gesperrt. Bon Augsburg und München wurden auf die Meldung des Unglücks sofort Hilfszüge (mit Rettungswagen, Aerzten nnd den Führern und Mannschaften der Sanitätskolonnc abgcschickt. Die Verwundeten wurden mit Rettungswagen irr Sonderfahrt teils nach München, teils nach Augsburg verbracht. Ein Teil der Verwundeten fand vorübergehend iAusnahme und ärztliche Hilfe im Schloßlazarett Langhosen. Die Llufräumungsar besten wurden sofort in Angriff genommen. Bei dem Unfall sind nach den bisherigen Feststellungen 21 Reisende, darunter 16 Soldaten, sofort getötet worden, 41 Personen wurden verwundet, darunter mehrere schwer. Der' Unfall ist anscheinend darauf zurückzuführen, daß der Lokomotivführer des Schnellzugs das auf „Halt" stehende und die Ueberwechselimg des Zuges 926 sichernde Stationssiqnal überfuhr. Zur Zeit des Unfalls herrschte dichtes Schneegestöber. Die Nirfenkämpfe im Westen. Paris, 18. April. Die ftanzösische Offensive leitet oie grösste Schlacht an der ftanzosisch-dln,Ischen Front seit den Marnekämpfen ein. Die Schlacht steigerte sich sogleich zu einem Kampfe von unerhörter Hefttcchest nnd Erbitterung. Schon jetzt mißt die Schlachtsront 200 Kilometer. Genau genommen sind vier Schlachten eitfömrtitf, boi Arms, St. Quentin, bei Laon imb bei ilxaxmne. Zit fünfte Scblacht tobt seit gestern in der Westchampagne. Zürich, 18. April. Laut „Züricher Post" greift die englische französische Offensive auch aus die belgische Front über. Bei Dipmicden würde das Artist eriesener ständig wachsen. Gens, 18. April. Durch Weiterungunst suchen Pariser .Kommentare zu erklären, tvarurn die Hoffnungen der zum außcrordent-- lichsten ^steigerten cmglisckn-ftanzösisd^n Anstrengungen, an denen auch russische und portugiesische Truppen teilnahmen, um die Eckpfeiler der deutschen Stellung ins Wanken zu bringen, sich bisher als nnerfüllbar erwiesen. Man könne angesichts der' kräftigen Verteidigung vngenblicklich nicht erkennen, inwieweit die Plän^ der Generale Haig und Nivelle Äwer Vcrwirkliämng nähergeiück» seien. Die Leittmg der französische Operation» der SonsvnS und Reims ist dem General Micheler übertragen, ihn unterstützen, wie das „Journal" versiehst, Nivellc und ein vorlchchg nur mit M. bczcichneter General. Dem „Mattn" zufolge selie Miclieler sich veranlaßt, seine Angriffspläne den von 5dindenburg an geordneten Bcwegrmgen enti'isteck>end in maircheu Punkten abzuändern. Die Pariser Presse bezeichnet die französische Osferrsive als den Beginn rmd einen Teil der letzten und höchsten Anstrengung der: Entente-Heere zur Erzwingung der Entscheidung aus dem west- lickxn Kriegsschauplatz. Die MoMag früh begonnene Schlacht sei nur der Anfang eines großen Durchbruchs Versuches. Senator Berenger sagt im „Paris Midi": Die Morgenröte der ichreck- lichen Tage des späten Frühlings von 1917 geht auf über deA Stunden der letzter! Entscheidung. Haag, 19. April. Das Amsterdammer „Mlgemeen ^sandelZe, blad" erklärt: Es ist eine furchtbare Sckckacht an der Aisne geworden. ^kber das Ziel der Angreifer ist nicht erreicht worden. Tie deutsche Frontlinie zwischen Soissons und Craonne ist aufs neue ein Stückchen nach hinten gebogen worden nnd die erste Crntt die durch das ungel>eure lOtagige Bombardement vernichtet uny durch eine Anzahl Minentrickiter zerrissen wurde, mußte verlasien werden, aber die hinteren Linien haben stcmdgehalten und dev Vormarsch der französischen Truppen ist zum Stehen gekomnven. Die zehntägige Beschießung gab den deutschen Truppen Zeit, di« vorläufig unbrauchbar gewordene erste Stellung zu räumen und dahinter sich in einer zweiten Linie festzusetzen, an der die Fran^ zosen sich müde gerannt haben. Genf, 18. April. Der „Matin" meldet, daß die französisckre Heeresleitung im Einverständnis mit der englischen schon Mitte März eine große -Offensire gemeinsam in die Wege leiten nivllte. Längs der Somme wollte man den ersten Durchbruchs versuch wagcm. Dieser erste Plan ser durch Hindenbuvgs Fwntveränderung! vereitelt und erst jetzt an der Artois- und Cham vagnefront wieder aufgencunmen worden. Das „Journal du Peuple" wirft die bange Frage auf: „was wird geschehen, wenn es wider alle Hoffnungen und Erwartungen, trotz der Ausnützung des Höchstmaßes der Kräfte nicht gelingt, den Feind aus Nordfrankreich, zurückzudrängen. Di« Schlußfolgerung des Artikels ist von der Zensur gestrichen worden,^ Bulgarischer Bericht. Sosia, 18. Llpril. iWTB. Nichtamtlich.) ^ GeneralstabsberichL vom 17. April. Miazedonistbe Frmtt: Englische Erkundungsabq teittrngen, die gegen unsere Posten nordöstlich des Dorvansees vor^ gingen, u-urden durch Feuer vertrieben. In der Seres-Ebenrj versuchten starke englische Patrouillen bei Barakli und Dschnnari» sowie bei Kavakli Tschilik, westlich von ^Serres^ sich imseren Stellungen uähecten. Sie wurden durch unsere 'Posten zersprengt. ^Arr der ganzen Front ziemlich schwaches Artillerrefeuer. Rumänsicbe Front: Ruhe. Türkischer Bericht. Ko n st a n t in ope l, 17. April. (WTB. Nichtamtlich.)^ Amtlicher Heeresbericht. Jraksront: Am Euphrat wrrrde eine 60 Mann starke englische Truppe beim Uetzergang über einen Kanal von berittenen Truppen von uns gefaßt und vollständig aufgeriebeiA, ?ln der K) i g r i s - und an der Diala-Fron» keine besonderen. Ereignisie. An der persischen Grenze östlich von Suled Manet wurde eine feiirdliche Schwadton in östlicher Richtung zw, rückgetrieben. Hierbei wurden viele Tiere und 2lusrüstungsstücke erbeutet Kaukasusfront: Außer schwackwm Artilleriefeuer ge^ gen den linken Flügelabschmtt nur vereinzelte Patrouillengefechte^ dic^ durchweg zu unser'en Gunsten verliefen. An der k l e i n a s i a* t i s ch e n K ü ste wurde die offene Stadt M a rm>a rv s von feind* lichen Schiffen bombardiert 2 Kinder, 4 Männer sind tot, 2 Kinder, 5 Männer und 10 Frauen verwundet. Das war das Ergebnis dieser verbrecherischen Handlung. An der Sinaifront Äschoß unsere Artillerie mit gutem Erfolg ein feindliches Lager. An deni übrigen Fronten keine besonderen Ereignisse. ^ Frildensermartungen. Turin, 18. April. Laut Londoner Metdlrrrg der „Sttrmvci" sehen englische Blätter in der jüngsten Rede Lloyd Eworges Hinweise ans einen nicht mehr fernen Friedensschluß. Ter „Daily Expreß" hebt hervor, der Premierminister habe klare Anspielungen auf den baldigen Frieden gnnacht, indenr er sagt: Es hätten sich in diesem Kriege sonderbare Vorfälle ereignet. Noch !nerkwürdigere Ereignisse seien im Gange'und rückten schnell heran. Reaktion in Bessarabien. Kopenhagen, 18. April. (Peivattelegr.) Wie die Petersburger Soziolistenzeitung Mbotschaja Gazeta berichtet, erhielt der Vollzugsausschuß des Arbeiter- und Söldatenrates viele Telegramme aus B essarabien, in denen geklagt niird, daß die Roalttvnären dort ihre Propaganda ungehindert weiter betreiben. Das Blatt sagt: Die Polizei ist die alte aeblieben und die neu-' . geschaffenen Geioeickschaftsorgani; aiionen sino sck-wach uub uneinig.' Der Arbesterrat müsse dorthin Rcvolutionstruppen von der Front schicken, um die neue Regierung zu befestigen. Aus Depeschen aus Odessa geht hervor, daß in Bessarabien die frühere Ordnung beibehalten wird. Die örtlichen Obrigkesten erkennen die neue Ordrmng nicht an. 'Die revvlirtionären Sildatrn werden ge* zwangen, die roten Bänder abzulogen. Die Polizei zwingt die Bauernschaft, Ergebenheitsadressen an den früheren Zaren zu unterschreiben. — Das Blatt fordert die Regierung aus, zusammen mit dem Arbesterrat energische Maßnahmen gegen diese Feinde der neuen Ordnung zu ergreifen. Telegraphische Anordnungen, sowie die Entsendung von Kommissaren genügten nicht mein. Eine milstärische Expedition sei nöttg, um die Reaktion in Bessarabien niederzuringen. Gebrauchter (ohne Berelfunq) 8/14 PS, 12 Ztr. Tragkrast, mh Kaßenaufsatz. AU verkaufen. Näheres in der Geschäftsstelle des Giehener Anzeigers. 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Die trauernden Hinterbliebenen: I.d. N.: Geschwister Hau(3. Gießen (Landgraf-Philipp-Platz 6), den 19. April 1917. Die Beerdigung findet Frei t ag, den 20. April, nachm. 3 Uhr, von der Kapelle de: Neuen Friedhofs aus statt. Lichtspielhaus - Bahnhofstraße 34. W Xnr noch heute und morsen “fSQE 3150a Eva-Maria Der Roman einer Prinzessin in 5 Akten in der Hauptrolle die bekannte Bühnenschönheit .Hin Kay als Prinzessin Eva Maria Unsere ülarSira© Hochinteressante Naturaufnahme. Der Fang der Detektivin Entzückendes Lustspiel in 2 Akten. — Verfaßt von Wilhelm Adler. Inszeniert von Rudolf del Zopp. Hauptdarstellerin: Lotte Elbitz, Detektivin Manny Zier.er. Todes-Anzeige. Heute morgen 8 3 / 9 Uhr verschied nach nur viertägigem Krankenlager an den Folgen einer im Felde zugezogenen Krankheit mein lieber Mann, der treusorgende Barer seiner zwei Kinder, unser lieber Sohn, Schwiegersohn, Bruder und Schwager, der Bergmann und Ersatzreservist Ludwig Schupp jin Alter von 34 Jahren. Die tieftrauernden Hinterbliebenen In deren Namen: Ludwig Schupp Wwe. und Kinder. Erumbach, 17. Avril 1917. 3156 Die Beerdigung findet Freilag mittag 1 Uhr rn Crumbach statt. !Hm Sountflg, ürit 22. April 1917, mittags 2 Uhr, findet die I. Quartals-Versammlung in der Restauration Sauer. Neustadt, statt.' Die Innungs-Mitglieder werden dringend aufgefordert, zu erscheinen. ' 3063 Der Vorstand der Lchmiede-Zwangz- Imrrng für Stadt und Ureis Eichest. Kinderwagen Klapp* uaid Sportwagen in größter Auswahl billigst 2513 AugustKilbinger, Se!tersweg79, Statt besonderer Anzeige. Die Verlobung unserer Tochter SOPHIE mit Herrn WALTHER KINDT in Gießen, z. Zt. im Felde, beehren wir uns anzuzeigen. Pfarrer Carl Wieber u. Frau Amalie, geb. Vogt Garbenheim b. Wetzlar, April 1917. 3160 Photogr. Apparate 11 Amateure 11 Sic kaufen lake: ferner Photogr. 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