Nr. 90 Der Gletzeve? Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: Sießener Zainllienblätler; Areirblatt für den Kreis Gießen. Bezugspreis: monatl. 9ü Pf., viertel- jährb Mt. 2.65; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 80 Pf..- durch die Post Mt. 2.45 Vierteljahr!. ausschl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüsie: sürdieSchristleitungllZ Verlag, Geschästsstellebl Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Erstes Blatt (67. Jahrgang Mittwoch, Eichener Anzeiger Mittwoch, ,8. April ,4,7 Postscheckkonto: Zrankfutt a.M. ll686 General-Mzeiger für Gvecheffen Zwillingsrund-ruck ».Verlag: Brühl'sche Univ.-Vuch- u.Steindruckerei «.Lange. Schristlertung. Geschästsstelle Z.Druckerei: Schulstr. p.uiahme von Anzeigen '. die Tagesnummer bis! -umNachmittag vorher, Zeilenoreir, f. Anzeigen:? örtlich 20 Pf., Ver-i nnetungen u. Stellengei suche 15Pf., ausw ä rtL 25 Pf., b. PlatzvorschrHV 30 Ps., Reklamen 75 PQ bei Platzvorschrist 90 Pf., Hauptschristleiter: Aug., Goetz. Verantwortliche für Politik ».Feuilleton: Bankverkehr:' A"o. Goeh. Stadt ond Gewerdebant Gienen %•?*** • Vermischt es rrchts,aal: Fr. R. Zenz.j Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. der sranzöstsche Vurchbruchsversuch aus 40 Kilometer Zrontbreite gescheitert. /o. Hauvtauartier. 17. April. (Amtlich.) W e st l i ch t r Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. An der Aisne ist eine oer größten Schlach- gewaltigen Krieges und damit der Welt- gefchlchte rm Gange. Seit dem 6. April hielt ununterbrochen die Feuervor- verettung mit Artillerie und Minenwerfern an. durch die die Franzosen rn noch nie erreichter Dauer, Masse und Heftig> unsere Stellungen sturmreif, unsere Batterien kampfunfähig, unsere Truppen mürbe zu machen suchten. ^ J?] n W A-ril frühmorgens setzte der von Soupir an der -lsne bis Betheny, nördlich von Reims, auf einer Front von 40 Kilometern mit ungeheurer Wucht von starken Jn- fanterrekraften geführte und durch Nachschub von Reserven genährte tiefaegliederte französische Durchbruchsangrisf ein. Am Nachmittag warf der Franzose neue Massen in den Kampf und führte starke Nebenangriffe gegen unsere Front zwischen Oise rmd Conde sur Aisne. Bei dem h?utigen F-euerkampf, der die Stellungen eincbnet und breite Trichterfelder schafft, ist eine starre Verteidigung Nicht mehr möglich. Der Kanrpf geht nicht mehr um eine Linie, sondern um eine ganz tiefgestaltete Befestigungszone wogt das Ringen um die vordersten Stellungen hin und her mit dem Ziele, selbst wenn dabei KriegSgerüt verloren geht, lebendige Kräfte zu sparen, den Feind durch schwere blutige Verluste entscheidend zu schwächen. Diese Aufgaben sind dank der vortrefflichen Führung und der glänzenden Tapferkeit der Truppen erfüllt. Am gestrigen Tage ist der große französische Durchbruch sv er such, dessen Ziel sehr weit gesteckt war, gescheitert, siild.die blutigen Verluste des Feinde s sehr sch wer, über zw eitau fendd reih und ert Gefangene in unserer Hand geblieben! . Wo der Gegner mr wenigen Stellen in unsere Linie emgedrungen ist. wird noch gekämpft. Neue feindliche Angriffe sind zu erwarten. Henke morgen ist der Kampf in der Champagne zwischen Prunay und Auberive entbrannt. Das Schlachtfeld dehnt sich damit von der Oise bis in die Champagne aus? Die Truppe sicht den kommenden schweren Kämpfen voll Vertrauen entgegen. Von den übrigen Kriegsschauplätzen im Westen, Osten Uiw Balkan ist nichts zu melden. Der Erste Generalauarticrmeister L u d e n d o r f f. Der Abendbericht. Berlin 17. April, abends. (WTB. Amtlich.) Nach dem verlustreichen Scheitern ihres Durchbruchstoßes haben die Franzosen an der Aisne den großen An griff nlchterneuert. In der Champagne wird den Tag über beiderseits von Auberive erbittert gekämpft. An den übrigen Fronten nichts Wesentliches. . Dre Stunden ängstlicher Spannung über die Vorgänge rm Westen beginnen sich zu lösen. Wie seltsam bewegt mutet uns die Sprache Lndendorffs an! Fm neuesten Tagesbericht spricht er v>on einer der größten Schlachten der Welt- gesckwchte, mit der unerschütterlichen Gewißheit, daß wir sie nicht verlieren werden. Auf wen und was stützt er sich dabei? Er nennt uns die Stützen seines Vertrauens- vor- tvefflrche Führung und glänzende Tapferkeit der Truppen." Aber btmiber hinaus muß noch etwas arideres die Seele burchiveheu. Er weiß, wie Hiiidenburg, daß ^LEschehnrffe dieser Zeit nur als Glieder eines groß betrachtet werden dürfen, also auch diese Riesenschlucht an der Aisne. Die Oberste .Heeresleitung ^.-^^n Ehrgeiz, diese größte Schlacht der Welö geschichte, die nicht ihrer eignen Initiative entspringt in dem Sinne zu gewinnen, daß damit das Ende des Bölkerkampfes rm Westen überhaupt entschieden wäre. Wir überlassen das aufgeblähte Ruhmesblatt, die „größte Schlacht der Weltgeschichte" entfesselt zu haben, getrost den Engländern und Franzosen. Der stärkste, mit voller Kraft geführte Hieb ist rn einem Duell nicht das Entscheidende. Er wird von dem überlegenen Fechter abgewehrt, der dabei schon mit sicherem Blick die Blöße des Gegners sich anssucht, wo er ihn vernichtend zu treffen gedenkt. Während Ludendorff die denkwürdigen Worte über die größte Schlacht dieses Krieges und damit der Weltgeschichte niederschrieb, dachte er vielleicht schon an die heranreifende Entwicklung, die Hinden- burg und er selber ersonnen haben. Was aber auch kommen mag: mit tiefster Bewegung nehmen wir die Kunde auf, daß V^H^eiflungsanstrengung unserer Feinde im Mben mit allsreichenden Maßnahmen der Obersten .Heeresleitung, die sich bei ihrem Vertrauen ans Offiziere und Sol- nicht »errechnt hat, erfolgreich Einzelano rdmmgen für die Truppten der betreffenden Divisionen. Me Absickü der Franzosen war also, auf diesem Teil des Zweiten Geseckstsfeldes der Aisne und Champagne eine groß- zugrge na ch Osten gerrchtete Um fa s su n g's bewe gu n g gegen den Teck der deutschen SteNung bei Brinwnt auszustUnen. Auslagen von Gefangenen, dre weiter rrövdlich gemackst wurden ^lvmen, daß auch dort älmliche weite Angriffsziele gegeben waren' Wre fteht es nun rn WirktickMt heute am Tage nach dem Zemmr des ftanKöickchen »griffs aus? Wohl ist imsere erste deutsche Lrme durch das währech zehn Tagen anhaltende ununter- brocherre ftanzösische Feuer aller Kaliber nur noch eine Trichterstellung, wohl sind an einzelnen Stellen ine Franzos« in fcfefc fcftlxxe 1 erste Lrme eingedrungen, was aber umso wemger wundernehmen kann als die deutschen Truppenführer dort in richtiger Erkenntn^ der Lage und um_ das wertvolle Vdeirschenmaterial nach Möglichkeck >zu schonen, die ftühere erste Linie, wenn überhaupt, so nur llauz öüuu .besetzt hattem An vielen Stellten ist rm Lause des wachnnttags des 16. April bereits gelungen, den eingedrungenerr Gegner durch Flankende Gegenangriffe wieder hinauszuwersen. ^ ' gesehen von den für die Gesam Uage bedeutungslosen Ein buchtun- gen der ftüheren ersten und zwecken Linie befindet sich die deutsche fe-tellimcr ut der angegebenen Gegend fest in unserer Hand. Von den wei t gepeckten Zielen, die die französische oberste Heeres- leckung ihren Korps und Mvisionen für den ersten Angriffstag Kampfes an lder Aisne gesteckt hatte, und die sie über zehn Kilometer hinter die vorderste dentsche Stellung wiesen, ist nichts erreicht Wochen. Die langr-eifen-den Truppen haben ihren Mißf- erfolg mrt schwersten Opfern bezahlen müssen, während die schon erwähnten voraus schauenden Maßnahmen der deutschen Truppen- suyrung me deutschen Verluste wesentlich eingeschränft hat. ->ru ■5' er ^o/ April. (WTB.) Während die Kämpfe rm Ab- lcynckt von Arras und die Vorseldkämpfe im geräumten Gebiet zwuchen Arras und Soiffons abflauten, eickbrannte die Schlacht Arsne in breiter Frmck. In ungeheurer Hestigkeck und nach zehutägigem nahezu uunnterbrockien Tag und Nacht wben- c .Z^^walmungsfeuer warfen die Franzosen die Truppenmassen selblt zum Angriff vor. Ter stärkste artilleristische Anßvand, tagelanges Vermchtungsseuer und die systematische Vergasung aller ZugangÄvege ermöglichte es den Franzosen indessen nicht, den geplanten Frontdurchbruch zu erreichen. Auch ein örtTidjer An- wie die Engländer ihn durch das rasende Feuer ihrer meiwsach gestaffelten Geschützlinien erreicljvn konnten, blieb den Franzoien an der Aisne versagt. Wo. die deutsck-en vordersten Graben zertrümmert und unhaltbar wurden, wurden die anstürmenden Maiseu der Franzosen in der dalwn-terliegenden Stellung erwartet irnd durch sicherliegendes Feuer in dichten Reihen zu- sammenge,chossen. Unsere beispiellos tapfer kämpfenden Truppen lvarfen dre ^turmwelleu der Franzosen au vielen Stellen in er- bcktettem Nahkampf mit Bajonett, Kolben und Handgrarraten zn- ru.ck. Vor einzelnen Abschnitten rst das Gefechtsfeld buch- ^ b chlt gefall en en Franzosen über sät. Trotz aller. Blutopser kamen die Franzosen über lleine örtliche Vorteile an einigen ^telftn, wo sie die Vetteidiger zurückzudrängen ver- mockften. Nicht hinaus. Anfangserfolge in der Gegend von Soupir,^ Boa ul ne, vlckich Vackly urrd bei Loivre nördlich von Rerms sind durch Gegenstöße größtenteils wieder aus- 6^Ülrcheu. .rer Feind erlitt hierbei schwere Verluste an Toten uUd Gefangenen. Bei den Nebenangriffen in der Gegend von Laf- nordöstlich 'von Soissons wurden chm im Gegenstoß 300 Gefangene abgenommen. Tie Schlacht entbrannte auch östlich von , Reims in der Cliampagne. - April. Als Hauptursache der Unterbrechung der sranzo,i>ch-englischeu Tewogungen in der Richtung aus St. Qu en- t V] ore nördlich Ribecorrtt vollzogene Kanalzerstörmrg bezeichnet. Nach einer MattnMeldung habe muH der Nordkanal schwer gelitten. Der französische Bericht vom 16. Aprck, abends. Zwisckien St. Quentin und der Oise ^ottsetzung des. Artckleriekampses. Im Laufe des Tages machten wir südlich der Oise neue Fortschrckte in dem Gebiete östlich der -mnie Bariffs—Quincy—Bassve. Zwischen Soissons mü> Reims griffen wir nach mehrtägiger Artillerievor-s b e r e i t u n g vormittags die d e u t s che n Linien cki einer Ausdehnung von ungefähr 40 Kilometer an. Tie Schlackü war aus der ganzen Front, ioo der Feckid sehr bedeutende Streitkräfte und zahlreiche Arttllerve zusammenbrachte, erbittert. Ueberall hät^ ow. Tapferkeit unserer Truppen die energische Verteidigung des 6-eiN^s ilberwunden. Zwischen Soissons uiid Cravnne ist die ganze erste beutfdje Stellmig m Misere Hand gefallen. Oesckich von Cra- onne nahmeii unsere Truppen die zweite feiirdliche Stellung. Süd- luy, von ^uvincoutt und weiter südlich schoben wir unsere Linie vis zimr Westtande von Berlnericourt und bis zunr Aismckanal von Twwre irnd Conrcy vor. Hesttge mehrmals wiederholte Geqen- angrrffe im Norden von Vckle aux Bois sckrd unter unserem Feiler mck bedeutend en V erlusten für den Feind zusammen gebrochen ^re Zahl der von uns gemachten, bis jetzt gezählten Gefangenen übersteigt 10000. Ebenso ist die erhebliche? Beute an Material noch nicht gezähll. In der Champagne nahm das Artilleriefeuer in lebhafter Weise seinen Fortgang im des Tages rn, verschredeiveii Abschritten. Zeitweilig aussetzende Arttllerrebef chreßung an der übrigen Front. St. Quentin von der feindlichen Artillerie befchossen. Berlin 17. April. (WTB.) Seck dem 7. April vormittags wird St. Quentin in zunehmender Stärke v-on der feindlichen Artillerie aller Kaliber beschossen. Zunächst erhielterr Feuer Rocourt (Vorort von St. Quentin), das nordwestlich davon gelegene-Waisenhaus, dieInsel- ^ an der Biete-Ferme und um die historische Wiudrnuhle. Seit dem 8. nachmittags verteckt sich das Teuer willkürlich auch auf die übrigen Teile der Stadt. Mehrere öffeEckfe Gebäude uiid zahlreiche Prtvat- und Geschäftshäuser sind durch die Bescksießuna stark mck- genominen. Am 8. erhieck der Jusckzpcrlast über 12 Treffer und das Denkmal auf deni „Platz vom 8. Oktobett' nmrde 'erftört. Am 9. trafen zwei Schuß das Miiseum Lecuye. Auch heb rate wurde durch, fünf Treffer schwer beschädigt, ebenso das Latour-DeuLmal. Starkes Feuer liegt dauernd auf dem Markt, so daß die Zerstörung des Theater^ bildet Rathauses mrr eirw Frage der Zeck Ein englisches Munitionslager «nter dem roten Kreuz. Berlin, 17. April. (WTB. Nichtamtlich.) Seck vier- ^hn Tagen wurde von den deutschen Beobackitern auf der ^ ?^^"cc-Ferme südöstlich von Wulverghem die Genfer Rote Kreuzflagge ftstgestcllt. Der auffällig starke Verkehr von Wagen und Förderbahnen zur Ferme erregten Mißtrauen. Die Straße tvurde unter Feuer genommen. Dalu:j. ging em Schuß Ni die Ferme mck der Rqten Kreuzfahm;. S thx. Die Mrkuny war für alle, die Englands Kriegrung kennen, nicht überraschend. Das Lazarett e x - Vlodierte. Ein riesiges Munitionslager flog r n Id r e L u f t. Eine gewaltige Rauchsäule war bis weit hinter ore deutschen Linien bei Gardien und SVarneton sichtbar. j * ^ » Gute Erfolge unserer Flieger. Berlin, 17. April. (WTB. Nichtamtlich.) Durch hän- «ende Wolken irnd Regen war am 16. April die Tätigkeit der beiderseitigen Luftstreitkräfte stark behindert. Trotzdein gelang es uns, imLuftkampf15und durch Abschuß von der Erde 3 feindliche Flug- Jeuge zum Absturz zu bringen. Rittmeister Freiherr v. Richthofen erledigte seinen 45. Gegner, Leutnant Wolfs blieb zum 16., Vizefeldwebel Fe st m er zum 12. Male Sieger im Luftkampf und Leutnant Freiherr v. Richthofen das 8. Mal. Besonders rege lvar die Tätigkeit unserer Erkundnngs- Und Infanterieflieger. Während es den ersteren gelang, an einer Stelle wertvolle Feststellungen über den Verkehr hinter der feindlichen Stellung zurücktz-ubringen, konnten sie an der französischen Angriffsfvont rechtzeitig nrelden, daß der (Gegner die Reserven zur Entscheidung vorführte und Tanks zur llnterstiitzung des Jnfanterieangrifss bereitstellte. Die Fnsarlterieflieger, deren Aufgabe es ist, dauernd die Verbindung mit der eigenen Infanterie zu haltert und sämtliche Bewegungen der feindliche!! festzulegen, unterstützten mit Erfolg Ne schwer kämpfende Infanterie, die gestern ihren Ehrentag hatte. Die tiesfliegenden Infanterieflugzeuge erkundeten vecht^itig, wie die feindliche Infaüterie die Sturm- Stellungen auffülE. In oft wiederholtem Angriff aus die dicht besetzten Gräben brachten sie durch ihr Maschinen- gewehrseuer der feindlichen Infanterie schon vor dem Antreten zum Sturm Verluste bei. Auch die moralische Wirkung solcher Flugzeugcrngrisfe auf den-Gegner darf nicht unterschätzt werden. Me feindliche Infanterie sieht lich stets überwacht, sogar in ihren tiefen Gräben, und durch Maschineugewehrfeuer aus nächster Nähe bedroht. Im hin- und herwog-enden Jnfanteriekaurpf endlich, wenn durch das Dauerfeuer der feindlichen Artillerie alle anderen Verbindungen ^nach rückwärts unterbunden sind, ist es der ^lfanterieflieger, der die eigene Führung über die Verhältnisse in der vordersten Linie ans dem Laufenden zu halten vermag. Auch diese Ausgabe erfüllten unsere Flieger gestern glänzend. Die Beschießung Freiburgs. London, 16. April. (MM8.) Dir Admiralität teilt Mit: . Infolge von Angriffen deutscher Unterseeboote ans Hospital- ichifse in direkter, offener Verletzung der Haager Vereinbarung 3tr. 10 führte ein großes, aus englischen und französischen Flug- seugeu bestehendes Geschwader als Vergeltung eine Beschießung der Stadt Ireiburg am 14. aus und warf viele Bomben mit gutem Erfolg ab. Trotz einer großen Zahl von Luft- kämryen mit feindlichen Flugzeugen kehrten alle Maschinen in t t Ausnahme von dreien glücklich zurück. Den Anteil an diesen: Siege nimmt und den 17. Aprll 1917 als Ehrentag für sich in Anspruch nehmen kann. 30087 700 Mart beträgt das Ergebnis, das vorläufig bei der Reichs bankstelle Gießen angemeldet ist und voraussichtlich eine kleine Erhöhung erfahren wird. Ein so erfteuliches Ergebnis war natürlich nicht ohne eine rege Werbearbeit möglich, be ider sich besonders die Presse trotz aller chr env- gegenstehenden technischen Schwierigkeiten rühmlich hervorgetan hat. Unsere Leser wissen, in welch aufopfernder Weise der „Gießener Anzeiger" sich die ganze Zeit über in den Dienst der vaterländischen Aufgabe gestellt hat. Wir sind hocherfreut, daß unsere Tätigkeit im Zusammenwirken mit den übrigen maßgebenden Stellen ein für Gießen so außerordertt- lich schönes Ergebnis erzielt hat. Die Zahl der einzelnen Zeichner ist noch nicht festgestellt. Aber welcher Glauben und welches Vertrauen, welch unerschütterliche Wirtschaftskraft der Gießener Bürgerschaft sich in dieser Zeichnungssumme ausdrückl, ergibt ein einfaches Rechenbeispiel. Nach der letzten Volkszählung beläuft sich die Einwohnerzahl Gießens auf rund 33 000 Säcken, so ergibt sich auf den Kops der Bevölkerung eine Zeichnungssumme von 912 Mk., also annähernd 1000 Mk. Das ist gewiß ein Ergebnis, auf das Gießen stolz sein darf. Auch das Gesermtergebnis der sechs bisherigen Kriegsanleihen ergibt eine erstaunlich hohe Summe, nämlich 127 593 100 Mk. Das höchst« bisherige Ergebnis, das der dritten Kriegsanleihe, die 25 524 800 . Mk. ernbrachte, ist um 4 562900 Mk., d. h. mn beinahe 2/3 des Ergebnisses der 1. Kriegsanleihe überzeichnet worden, die 5. Kriegsanleihe 8 608 700 Mk., also um rund das ganze Ergebnis der ersten Kriegsanleihe, das 6 848 500 Mk. betrug, überzeichnet worden. Was sich hier in Gießen ergeben hat, ist nur ein Teilbild der Vorgänge im ganzen Reiche. Wohin wir blicken, treten uns ähnliche Teilergebnisse entgegen und wenn man daraus schließt, daß das Gesamtergebnis der sechsten Kriegsanleihe im ganzen Reiche alle Erwartungen nicht nur erfüllen, sondern übertreffen wird, so wird man sich damit kaum einem Trugschlüsse hin geben. Wie das Ergebnis aber in seiner Gesamtheit auch ausfallen nröge, Gießen hat den Ruhm, auch bei der 6. Kriegsanleihe in seinem Pflichtbewußt- sein hinter keiner der größeren Städte des Reiches zurückgeblieben zu sein und ein Ergebnis gezeitigt zu haben, das gemessen an der Zahl seiner Einwohnerschaft manch größeres Gemeindewesen in den Schatten stellt. ** Staufenberg, 18. April. Tie Schüler der hiesigen Volksschule zeichneten zur 6. Kttegscmleihe rund 2400 Mk. r. Ortenberg, 18. April. Tie Pfennigsparkiasse in Schwickartshausen zeichnete zur seckLteu Kriegsanleihe 62000 Mk. ** SS ie f cd, 18. Apttl. Tie hiesige Spar- und DarlehnsLrffe zeichnete zur sechstein Kriegsanleihe, nachdem sie bei der. vorhergehenden mit 22 000 Mk. betelligt war, 63 000 Mk. ** Friedborg, 17. dlprll. Die Summe der Zeickmungen Mir sechsten Kttegsanleihe beträgt für .Fttedberg 4 907 000 Mark, gegenüber 3 514 000 Miark bei der fünften Kriegsanleihe. Insgesamt lipurden in: Bezirk der Reichsbanknebenstelle Fttedberg gezeichnet 5 536 000 M«chk. ** Inheiden, 18. Apttl. Die Zeichnungen zur s e ch st e n Kriegsanleihe bei der Spar- und Darlehnskaffc hier mit 55 000 Mk. sind höher wie bei jeder vorhergehenden Kriegsanleihe. fc. Bü(dingen, 17. Aprll. Die Zeichnung auf die sechste Kttegsailltthe haben alle Erwartungen übertroffen Im Bezirk der hiesigen Geldanstalten sind 1 837 400 Mk- gezeichnet worden gegen 1 834 900 Mk. bei der fürrften Anleihe. □ Laub ach, 18. April. Die Zeichnungen auf die sechste Kriegsanleihe betrugen bei hiesiger Bezirkskasfe 700000 Mk., btt der Vorschußkasse 100 000 Mk. lcr Lauterba ch, 17. Aprll. Lluf die sechste Kriegsanleihe wurden gezttchnet: Bezirkssparkasse 1 143 000 (1016 000), Vor- schußverttu 463 400 (400 000), Bankgeschäft Herz 900000. 0 Marburg, .17. Aprll. Im Bezirk der Reichsbankstelle Marburg imn&en btt der 6. Kriegsanleihe rund 21 Millionen Mark gezeichnet. Bei der ersten waren es 37*, btt der zweiten 9, bei der dritten 13A btt her vierten jimb fünften Kriegsanleihe je 17 MllliEi, Mark. ** Wetzlar, 18. Aprll. Nach bat Msammengestellten Ernzel- ttffern beläuft sich die Gesamtftimme der in Stadl und Kreis Wetzlar erfolgtai Zeichnungen auf vorläuftg 10 614 000 Mark Die Ziffern der drtt vorher gehendat Zeichn-lmgsergebnisse im Kreist Wetzlar waren: Fünfte Kriegsanltthe 6 310 700 Mk Vierte lpnegsanleihe 7 500 000 Mk. Tritte ^Kriegsanleihe 8 014 000 Mark. Das diestnalige Ergebnis ist also hervorragend günstig, indeni es die frühere .Höcksttiziffer um mehr als 27s Millionen überschreitet. r. Merkenfritz, 18. Apttl. Durch die hiesigai Schulkinder NLntx-n zur Kttoqsanltthe 300 Mark gezeickInet. --- Frankfurt a.M 17. Apttl. Das Frankfurter Zeich- nnnasergebms auf die sechste Kriegs!« ulei b 0 beläuft sich Ijfj 1 cn^BÖltiflen.gefront a fitenb erfolgten Feststellungen auf 49 6 M ill tonen Mark gegen 395 Mllionen bei d« fünften r , ?^ c Gesamffumme der Frankfurter Zeichnungen für alle sechs Anleihen hat damit 2 2 2 6 Millionen Mark erreicht. ' . . T . fr o ch st a. M., 17. Llpril. Die Kinder der Kreisschul- msperriivn Höchst a. M. zeichneten für die sechste Kriegsanleihe die Mbche:Summe von mehr als 600 000 Mark gegen 466 000 Mark rm Herbst 1916. Judenl Zeichmmgsstiellen der Stadt wurden insgesamt 3 870 036 Mart gegen 2 848 800 Rt-crrk bei der fünften Anleihe gezeichnet. t ** ®IL eA r b ?*» V 7 April. Nach Mitteilung der Reichs- vmifstelie Offenbach wurden rns gesamt 28 141000 Mark bei den hlestgen Banken, Sparkassen und sonstigen Annahmestellen ge- zerchnet. Tie fünfte Anleihe erbrachte 23,8 Millionen, so daß sie von der letzten Anleihe um 4 341000 Ddcrrk überzeichnet ist. T,eses außerordentlich erfreuliche Ergebnis stellt dem vater- lmrdtichen Pflichtgefül-l der Offenla.ck'er Bevölkerurtg abermals ein Spurendes Zeugnis aus. In Offenbach erbrachten ine erste Meide 5 940 000 Mk., die zweite Anleihe 19 067 000 Mk, die dritte Anleihe 28 395 700 Mk.. die vierte Anleihe 24 733 700 Mk., die fünfte Anleihe 23 800 000 Mk., die sechste Anleihe 28 141000 Mk Jnsgesantt 130 077 400 Mk. ** ,öniiöii, 18. April. Die sechste Kriegsanleihe hat im Bezirke der Reichs bankneben stelle Hanau ein Ergelmis gezeitigt, das mit stolzer Befriedigung genannt werden kann, lieber 25 Millionen .Mark sind gezeichnet worden, gegen 16,4 Millionen Mark bei der fünften Kriegsanleil>e. Darm stadt, 17. April. (WTB.) Auf die sechste Kriegsanleihe find in lTarmsladt achtzig Millionen Mar? gegen 60 Millionen bei der fünfleyr jund 6ll MMillionen bei der vierten gezeichnet wvü>en. A s ch a f f e n b u r g , 17. April. Das Ergebnis des sechsten Kriegsanleihe beträtft hier 8,5 Millionen Mark, bei den letzten Anleihen 6,7; 7,2; 8 und 5,2. Stuttgart, 17. April. (WTB) In Württemberg find fifcr ^ insgesamt 555 Millionen gezeichnet worden, Mgen 40o bei der stchften Kriegsanleihe. Im ganzen sind in Württemberg ans sämtliche Kriegsanleihen 2 224 M illionen tsezeich'- net worden. ** Kriegsanleihezeichnnng im Felde. „Ein Zei- für den guten Geist und die Siegeszuversicht unserer Truppen an der Front ist das unerwartet glänzende Ergebnis der Feldzeick>- nungen für die 6. Kriegsanleihe. So wurden in einem Regiment, das Kur.)grötzt>en Teil aus hessischen Landeskindern besteht, bis Mitte April 609 000 Mk. gezeichnet. Daran sind über 20 v. H- der Regiments-Angehörigen beteiligt. Außerdem haben auch die Minderbemittelten durch Erwerben von Sparkarten zu bem erfreulichen Ergebnis beigetragen. Die Division, der das Regiment angehört, hat nahezu 2 1 f i Millionen aufgebracht." ^ ** Auszeichnung. Misketier Wilhelm Schneider, 'Lohn des Zugführers W. Schneider, wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.— Der Musketier Ernst Söhne! von hier wurde mit der Hessischen Tapserleitsmedaille aus gezeichnet. ^ * Mübter, welche nachts in Fabriken arbeiten urw wäl-rend dieser Zeit ihre Kinder versorgt wissen möchten, mögen sich bei dem Borstand der Klcinkinder-Bervahranstalt, Pfarrer Schvvccke, persönlich melden. , ** Zur freiwilligenMelduugHilfsdienstpflich- iiqtx für den Dienst in der freiwilligen Krankenpflege verweisen wir auf eine Bekcrrmlma-ckwng der Kriegsamts stelle Frankfurt im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes. ** Das heutige Kreisblatt Nr. 66 enthält eine Bekanntmachung über Druckpapier sowie eine Anordnung des Reichskanzlers über die Verarbeitung von Gemüse. Landkreis Gießen. ** Staufenberg, 18. April. Zur freiwilligen Hinden- vurgspende lieferte unsere Gemeinde ab: Pfd. Dörrobst, 5 Pfd. Obst, 81 Eier, 1V 4 Pfd. Wurst, 1*/ 4 Pfd. Speck, 4 Pfd. Brot, 1 Pfd. Graupen und 14 Psd. Mehl. — Deo Lcmdsturmmaim Ludwig Stephan dahier ist den .Heldentod fürs Vaterland gestorben. Kreis Büdingen. . r. Selters, 18. April. Dem Kanonier A. Spitznagel -rm nahen Effolderbach wurde die Hessische Dapferkeitsmedaille verliehen. Kreis Wetzlar. bcm Kreise Wetzlar. 17. April. Im ganzen Kreise Wetzlar begannen polizeiliche Absnckiableilungen in sämtlichen Landorten mit einer Bestandsaufnahme der Lebensmittel bei den Selbftversorgern, besmtders des Brotgetreides, auch Gerste, Hafer uni) Hüssenfrüchte wurden sestg-estellt. Landsturmleute vonl Ersatzbataillon HocM a. M. waren deu einzelnen Kommissionen zugeteilt. Hessen-Nassau. va. Atzbach, 17 April. Am Freitag treffen 90 Kinder aus dem Jiidnstrre ge biete hier ein, die für längere Zeit bei Familien untergebracht werben. Zöglinge des Wetzlarer Lehrersemin-ars haben sich tn den Dienst unserer Landwirtsäiaft gestellt mr Frankfurt a. M., 17. Aprü. Bis zum 30. Juni laufenden Jahres hat jeder Hühnerhaltcr 30 Eier von jedem Huhn abzuliefern, da die Stadt Frankfurt in dieser Zeit für den eigenen Bedarf 800 000 Eier zu dem von der Bezirksnerstelle gelieferten Quantum zuschießen mutz. Der Magistrat l)at bisher vergeblich versucht, eine Milderung dieser Bestimmung, die für Frankfurter Verhältnisse eme außerordentlich harte Maßregel darstellt, zu erreichen — Die brennende Saatkartoffelfrage ttntrbe unter Mitwirkung des ^Magistrats hier glücklich gelöst, so daß alle Kartoffelzüchter, besonders aber die Kleingärtner, mit Saatgut beliefert werden tonnen Wenn sie auch keine Frühkartoffeln erhalten, so find doch Späikartosfeln in ausreichender Menge vorhanden, daß alle Anbauflächen bestellt werden können. . =7 ■^ranffurt a. M., 17. April. Die Jahresversammlung des Deutschen Vereins für W o hnun g s c c fo r m fand nn hiesigen „Kaiserhof" untre der Leitung des Geheimrats Dr Dietz-Darmstadt statt. Im Mittelpunkt der Vcwhandlungen stand ein Vortrag von Lanbeswohnnugsinspekdvr Gre tz s ch e l - Tarmstedt über den augenblicllichen Stand der Wohnungsfrage Wenn ehedem in der Wohnungsreform Südde>rtschland die Führtmg inne hatte, so seien jetzt Preußen und Sachsen ihm umrdig' und aus- gleick-cnd -i-r Seite getreten durch zahlreiche Gesetze, Einrichtung von Schätzungsämtern, Stadtschaften usw. Die ganze Bewegung hat'durch den Dneg eme hervorrageiide Fördenmg erfahren Gewarnt wurde in der Ansprache vor der Anlage zu üppigen Bauten und Straßenaulagen. Generalsekretär Tr. v. Mangold wies bei der Erstattung des Jahresberichts daraiif hin, daß die (ana jährige aufklärende Tätigkeit des Vereins jetzt reiche Früchte trage Die Geschäftsstelle des Vereins wurde noch von Frankfurt nach, Berlm verlegt, der Sitz des Vereins bleibt dagegen in Frankfurt. — Oberursel, 18. Avril. Einem 71jährigen „jungen" Ehemann in einem Nachbardorfe wurde heute ein kräftiger Junge geboren. — Lieb Vaterland. Ccftiv naebriebten. Französisches Urteil über die Mesttärnpfe. Rotterdam, 17. April. „Eckw de Paris" und „Petit Pafften" erllären, daß der erste Tag der französischen Offensive befriedigend gewesen sei. Die.Kämpfe dauern an, die Gegenaktion des Fe'irdes sei stark. „Echo de Paris" sagt, daß der Angriff per Franzosen nur ein anschließendes Vorgehen an die Offensive der Engländer sei. Frankreichs Iahresklasse 1918. Bern, 17. April. (WTB. Nichtamtlich.) Pariser. Blättern zufolge ist die Jahresklasse 1918 vorgestern und gestern eingerückt und m die Ausbildungslager abgeschoben worden. Generalgouverveur von Bissing erkrankt. Brüssel, 17. April. (WTB. Niclffamtlich.) Nachdem das Befinden des Generalgouverneurs von Bissing schon in letzter Zeit zu wünschen übrig gelassen l-atte, hat er sich erneut Schonung aus- erkegen müssen. Der Kaiser hat jetzt mit seiner Vertretung den Gouverneur von Antwerpen, General der Infanterie von G w e h l, beauftvagt. Die kurländische Front. . Sto ckholm , 17. April. Petersburger Blätter berichten aus Riga: Im nördlichen Teü der Front sind infolge der Schneeschmelze Ueberschwemmungen eingetreten. Die Schützengräben laufen voll^. Wasser. Die Soldaten sind daher zum größten Teil ut die Stadt zurückgezogen worden. Im vielen Straßen der Stadt selbst steht das Wasser 4 Meter tief. Infolge der Ueberschwem- mung ist die Versorgung der Stadt erschwert. Sie lebt spärlich von geringen Vorräten _ Die Fricdrnsströmmig in Rußland. Stockholm, 17. AplÄ. Gleichzeitig mit dem ComM'uniqus der von der provisorischen Regierung beeinssußten Petersburger Telegraphenagentur über die Resolution des Kongresses des Arbeiter- und Solbaten Verbandes veröffentlicht dieselbe wieder ein Commimiguä über die am 11. April eröfßtete .sponserenz der Repräsentanten des Arbeiter- und Soll-ateitverbandes, der von Vertretern von 83 Städten und revolutionäre Lobakorganisationen! an der Front beschickt war, und beschloß, die Vorbereitung eines altrussischen Kongresses zum Zweck der Konstituiere mg einer Zeu- tralleitung für revolutionäre Beweglmgen zu treffen. Der Vorsitzende der Koriferenz, Tscheidse, betonte in seiner Begrüßung, daß nur die revolitziouäre Demokratie die Frage über Krieg und Frieden zu entscheiden labe. Tie Verzichtleistung auf Annexionen sei nur der erste Sckj-ritt, der z-tveite müßte sein, die Revision aller Verträge, tue von den kriegfül-reicden sdvalitionen beschliosf-en loordest sind. Die russische Demokratie solle alle Erstrebnngen für die gesamte Politik des Friedens in allen Ländern der Welt nnterstützen. Rotterdam, 17. Aprü. Nach einem Petersburger Bericht des „Nienwe Rvtterdamsck-e Courayt" erfolgte die Atmahme der Entschließung des Kongresses der Kreisräte der Arbeiter und Soldaten mit 325 gegen 57 Stimmen. Sie loeirdet sich nicht rmr gegen die Annexionen, sondern Mich gegen jede MrKvirklMg an dem Versuch zur Verstärdma der Foortt. Alle Wortführer der Soldaten hielten antimüitaristische Reben und erklärten, es müsse mit dem Krieg (zu' Ende tattcit. Rußland trolle den Frieden, aber keinen Frieden mit einer Niederlage und keine mit Schinde besudelte Freiheit. Dem Pariser Korrespoitdenten der „Stampa" berichtet ein russischer Gewährsmaim: Es gibt keine Duma mehr, es ist gar kein Platz mehr für sie vorhanden. Tenn in dem Katharinensaak des taurffchen Palastes hcorsen drchtg^rängt die 1600 Arbeiterund Soldatendelegierten. die das gemischte Komüee bilden. Sie find dort Tag und Nacht. Sie essen, sie schlafen und sie beraten dort. Für die Duma ist so wenig Platz mehr wie für die Ndmarchie. Kein Mensch hat die Energie, sie .viäderherzustiellew. Die Kommission, der die Duma bei Ausbruch der Revolirtvon ihre Vollmackürn übertragen hatte, ist von einem mächtigen ströme mitgerissen. In jedem Falle geht es auf die sozial-förderative Republik zu. Krieg und Frieden sind längst Nebensache geworden. Vor allem steht die schwere Ausgabe l^vor, die Fragen der Landesverteidigung zu lösen. Es güt die Enteignung- aller herrsck-afllichen Güter von über 125 Hektar durchzuführen, sonne die neue Verteilung der Güter vorzunehmen, die seinerzeit aus dem Gemeindeland an wohlhabende Bauern gekommen sind. Die besitzlosen Banern lassen nickst locker, aber auch der Widerstarcd der 130 000 Besitzer herrschaftlicher Güter, die sie verlieren sollen, und die mehrere^ Hunderttausend reicher Bauern, die Länder abgeben sollen, ist nicht bedeutungslos oder leicht zu übergehen. Ententekriegsktttz-er. Aus Petersburg ivird vom 15. April berichtet. Die französischen und englischen Sozialdemckkrateii seien in der 'Nacht vom Fvertag zum Samstag mit dem russisck^n Verbannten, Pleckanow, in Petersburg angekoiunlen und herzlich b^griißt worden. Nach einer Erklärung der englischen Regierung im Unterhause handle es sich um eine Auswahl von Sozialisten mit äußersten Kriegszielen, die in Petersburg für den Krieg wirken sollet:. Fahnenflüchtig in Rußland. Stockholm, 17. Aprü. Tie Petersburger „Bicshöwija Wjckdomosti" mebdet, daß die Zahl der Fahnenflüchtigen ständig im Wachsten begriffen sei. Einige Trupyenteüe tretem energisch gegen sie aus wrd wenden sich mit Ausrußm an die Gemeinden, mit der Bitte, die .Fahtcxnflückiitigen unverzüglich gefangen zu nehmen und an die Front zurückzuschicken. Di? österreichische Ministerkrisis. Laut „Bossischer Zeitung" hat. muri) der polnische Landesminister Bobrniski seine Demission gegeben. Er begründete sie damit, daß die Voraussetzungen, unter denen er seinerzeit die Berufung in das Kabmett angetwmmen habe, sich als uuzutresselch erwiesen haben. Die Behändlrmg der internierten Deutschen und Oesterreicher in Amerika. Kopenhagen,17. Aprü. Wie aus New ?)vrk berichtet wird ist die von einigen Personen gehegt^ Befürchtung, daß die in New York internierten Deutschen und Oesterreichec als Kriegsgefangene behandelt nnb einer streu gm Zuckst unterworfen werden würden, von oem Einwanderungsminister How zerslrcnt worben. 'Dieser be- wnte, daß K>in Grurrd für eine solche Annahme vokliegen Kstrde. Die Jntertriertetc hätten keine Beschwerden laut »oerden lassen. wird alles urögliche im Interesse ihrer Gesundheit und rhres Wohlergehens getan werden. MassenverchafNmgrn der Deutschen in Amerika. Bern, 17. April. Wie die „Daily News"" behauptet, faßen! bisher 60 000 Deutsche in Amerika verhaftet worden setn. Neue Zeitrechnung in Rumänien. Berlin, 17. Aprü. (WTB. Nichtamtl.) Wie wir erfahren, ist für das besetzte Gebiet Rumäniens die Zeitrechnung neuen Stils, der gregorianische Kcklender im Gegensatz zum julianischen Kalender und die mitteleuropäische Zeit, und zwar jeweils die Sommev- und Winterzeit wie in Dentsckstand offiziell eingeführt worden. Die fapenannten festen Feiertage wie Epiphanias, Weihnachten usw., dre Termine für die Gerichtsserien mcd Sck)wurgerichtsvet> Handlungen usw. fallen famü 13 Tage früher. Ebenso sind bei allen Urkunden und Schriftstücken die Zeitangaben cmsschließlich nach dem gregorianischen Kalender und der mitteleuropäischen Zeit anzugeben. Vvieskcrften der Redaktion. Mnvuvmc Anfragen bleiben nuberü6srchtLgt^ tn. R. 1) Nach 8 1 der Bmrdesratsverordnuug über die Tvdes- erllärung Kriegs verschallener vom 18. April 1916 können 9lw- gehörige der bewaffneten Machte die am gegemvärtigen Kriege teilgenontmen haben und während des Krieges vermißt worden sind, im Wege des Aufgebots Verfahrens für tot erklärt werden, wenn von ihrem Leben ein Jahr lang keine Nackwickst eingegangen ist. Mit der Todeseckllärnng treten an Stelle der Vermißtenlöhnang die Hinterbliebenenversorgungs-Gebührnisse. 2) Nach einer 'Entscheidung des Reicheversichermrgsanrtes vom 22. Dezember 1916 sind im vorliegenden Falle neben der Pension aus dem Beamtem- Verhältnis ihres^ verstorbenen Ehemannes die vollen Kricgsver- sorgungsgebührnisse (allgemeüte Versorgung und Kriegsversorgung) zu zahlen. Nmtttcher Teil. Freiwillige Meldung hilft-ienftpslichtiger für den Dienst in -er steiwiAgen Nranken- psiege. 1. Die freiwillige Kratlkerrpslege umfaßt die Unterstützung des staatlichen Kriegssanitätsdienstes in der eigentlichen Krankenpflege, in der Kvankenbesörderung und bei der Tevotvcrwaltung. An der Spitze stehen der kaiserliche Kommissar und Müitärinspekteur sowie der stellv. Militärinspellcur dex freiwilligen Krankenpflege. Die sveiwülige Krankeupilege wird dem Heeres-Sanitätsdienst eingefügt und von den Militärbelfarden veNveirdet. 2. Meldungen Hilfsdienstpflichtiger, die nicht wehrpssichtig sind, sind au das Bezirrskommando in Gießen oder an den Herrn Territorialdelegierten der freiwilligen ützrankenpslcge für das Gvoßherzogtum Hoffen in Dartnstadt zu richten. Territorialdelegierte sind: in den Provinzen die Ober-Präsi-. denten, in Berlin der Polizeipräsident. In den Aceldungen ist anzugeben, ob Hilfsdienstpftickstigc bereit sind a) für den Etappendienst, b) für den Heimatdienst oder e) für den Etappen- und Heimatdiettst und ck) für welche Zeit; Verpflichtung auf Kriegsdauer erwünscht: Meldungen für weniger als sechsmonatlich: Dauer bleiben unberücksickstigt. 3. Tätigkeit Hüssdienstpflichtiger in der sreiwitligcm Krankenpflege kann mix durch Eingliederung in diese Organisation, nach vorhergo gang euer ärztlicher Untersuchung ermöglicht werden. Schlecht beleumdete Personen 'haben keine Aussicht^ auf Annahme. Beibringung vmt Leumundszeugnissen wird empfohlen. 4. .Die in land- und forstwirtschaftlichen, sowie in Kriegs- wirffchaftsbetrieben bereits tätigen Hilfsdienstpflichtigen können nicht angenommetr werden. Es kommen in Frage: Pfleger, Träger, Schreiber, Kaufteute, Köche und solche Personen, die sich, soweit erforderlich, für einen dieser Zweige für die fveiwillige Krankenpflege ausbildett lassen wollen: Kosten entstchen diesen Personen dadurch nicht. 5. Gebührnisse; A. In der Etappe. Vom Tage der Annahme durch den TerritoriäldelegkerterS zwecks Eingliederung in die sreiwülige Krankenpflege, also auch nrährend der Tlusbüdungszeit', die nach der Dienstvorschrift für die fveüoülige Krankenpflege zuständige Löhnung, die etwa derjenigetr der verschiedenen Dienstgrade des Uuterojftzier- und Mannsckwsts- standes entspricht (23,40 Mk. bis 63 Mk. monatlich), außerdem freie Bekleidung U7td Ausrüstung, freie Beköstiguna und Unterkunft oder die Glldl'ergünmg >üc bit,c nach den b.'pehend n Bestimmungen, fteie ärzlliche Behandlung^ Kur- n.nd Heilmittel, freie Wäjche- bereinignng, Versorgung nach dem Aiannschaftsversorgungsgesetz, MarsckMbührnisse bei der Einberuftrng und Enllassung, Familienunterstützung, fteie Eisenbabnfahrt bi gewöhnlichen Urlaubsreisen, unter Fortbezug der Gebührnisse, Schulgcldbeihilsen. Die scheinbar geringe Löhnung eines Krankenpflegers erfährt durch die vorangegebenen weiteren GeMhrnisse eine wesenlliche Erhöhung, so daß das Gesamteinkommen, wenn überhaupt, so doch nur unwesentlich hinter dem der übrigen .Hilssdienstpslichtigen zurüch'leht. B. In der Heimat. Annähernd die gleichen Gebührnisse, wie in der Etappe, mit Ausnahme der Versorgung aus Grund des Mannsckwftsver-far^ungs- gesetzes und der Marschgebühriftsse sowie der Schulgeldbeibilfen. 6. Beförderungs.möglichkeiten bis zum Zugführer — etwa Vizefeldwebel entsprechend vorhanden. 7. Hilfsdienstpslichtige, die sich während der Ausbildung als migeeignet erweism, werden baldigst entlassen. Bei UebcNveisung zur Beschättigung oder Ausbildung in der Heimat wird aus Lebensalter, Familienverhaltnisse, Wohnort usw. nach Möglickkit Rücksicht genommen. 8. Die Aceldung der .Hüfsdienstpftichtigen zieht zunächst nicht ohne weitere Annahme die Eingliederung in die freiwülige Kran- kenpftege nach sich. Als angenommen gilt eine Person erst dann, wenn ihr der Territorial delegierte eine Einberufungsmitteilung hat zugehen lassen. 9. Die Ausbildung kann in etwa 4—6 Wochen beginnen, sc daß dem einzelnen genügend Zeit zur. Regelung seiner häuslichen Verhältnisse bleibt. r Krieqsamt^elle in Arariksurt a. M. Gedrauchler sohrre Bereifung) 8/11 ll8,12 Ztr. Tragkraft, mit 5ka'enaufsatz, zu verkaufen. Näheres in der Ge schäftsstelle des Gießener Anzeigers. Zahle für von 4'/>2 Piund ab per Psnnd lebend Gewicht abgekwlt 1 Aik., Selbitbcinger 1.20 Mk. I>. Nonnen üil., Krosdorier Straße 9. Einv,erdiger Elektromotor su kaufen gesucht. Schriftl. Angeb unter :M9 an den Gieß. Anz. zu richten. Gebrauchte, gut erhaltene ÄttMtiMllhtMg von weiften Wvandottcs zu kaufen gesucht, nutz Laukenten gesucht. ! «Schrift!. Airgebote unter kr»r X. rascoe, 3106 an den Gießeuer An- 3040] Liebigjtraße 21. • zeiger erbeten. Gut erhaltener Schreibtisch iDipiomat bevorzugt! für Privar zu kaufen gesucht. 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