Nr. Sb Der Gietzener Tinjttfn erscheint täglich, außer Sonntage. - Beilagen: LiebenerLamillenblatter; Kret$bl«tt für den Kreis Kletzen. Bezugspreis: monotl. 90 Pj.. viertel- jährl. Mk. 2.65: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 80 Pf.: durch die Post Dtk. 2.45 viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüsse: iürdieSchriltleitung112 Verlag,Geschästsstelleöl Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Giehen. Erstes Blatt * 67 . Jahrgang poMcherttonts: 5rankfun a.M. **686 3wj>!mgsrunddrnck u. Verlag: Brühl'sche Aniv.-Vuch- u. Steint»ruckerel N. Lange. Schristlektnng, Sekchäftsstelle u. vrsckerri: Schulstr. 7 . greilag, ( 3 . April ( 9(7 Kuiiuuine von Anzeigen \ die ^.agesnummer bis zumNaü^miltag vorher. Zellenvrejs, l. Anzeigen:» örtlich 20 Pf., Ver- mietungen u. Stellengesuche 15Pf., auswärts 25 Pf., b Platzvoffchrift' 30 Pf., Reklamen 75 Pi^. bei Platzvorschriit 90 Pf» Hauptjchri'tleiter: Au^» Goeiz. Verantwortlich für Politik u.Feuilleton: A"a. (Äoeg. Stadt in,6- Vermischt eSu. Ge-, richtslaal: Fr. R. Zenz», Anzeigentell: H. Beck, sämtlich in Gießen. vankverlehr: Sewerbeban! Stehen Die Um bei Kitas wieder a MTB.) Großes Hauptquartier, 12. April. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Kronprinz Rupprecht von Bayern. Auf dem Nordufer der Scarpe wurden bei heftiger Artilleriervirknng Angriffe der Engländer auf Vimn und bei Fampoux abgeschlagen. Südlich der Bachniederung führte der Gegner starke Kräfte zum Stotz gegen unsere Linien vor. Nach mehrmals gescheitertem Ansturm ging uns Monchy verloren-, nördlich und südlich des Ortes brachen englische Angriffe, an denen auch Kavallerie- und Panzerkraftwagen teilnahmen, verlustreich zusammen. In den Kämpfen bei Bullecourt wurde ein Anfangserfolg des Feindes durch Gegenstoh ausgeglichen-, dabei blieben 2 5 Offiziere, über 1000 Mann und 2 7 Maschinengewehre in unserer Hand. Aus einem Gefecht bei Hargicourt, östlich von Peronne, wurden mehr als 100 Gefangene und fünf Maschinengewehre eingebracht. St.Quentin wurde auch gestern stark beschossen. Heeresgruppe des Deutschen Kronprinzen. Von S o i s s o n s bis R e i m s hat sich der Feucrkampf zu äußerster .Heftigkeit gesteigert-, einzelne Frontstrecken lagen mehrfach unter Trommelfeuer. In der westlichen Ch a mp a g ne ist gleichfalls der Artilleriekampf im Wachsen. Erkundungsvorstotze französischer Infanterie wurden abgewiefen. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Herzog Albrechtvon Württemberg. Gefechtstätigkeit nur in beschranktem Umfang. * Trotz Sturmes waren die Flieger sehr tätig; der Feind verlor in Luftkämpfen 23. durch Jnfanterieftuer ein Flugzeug. Bombenabwürfe auf feindliche Truppenlager und Munitions-Stapel im Beste- und Suippes-Tal verursachten beobachteten Schaden. Rittmeister Freiherr vonRichthofen schotzden vierzigsten Gegner ab. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front desGeneralfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Bei Brody, an der Bahn Zloczow—Tarnopol und beiderseits des Dujestr rege russische Feuertütigkeit. An der Front des Generalobersten Erzherzog Josef und bei der Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen keine wesentlichen Ereignisse. Mazedonische Front. Die Lage ist nicht verändert. Der Erste Generalquartiermeister Lude ndorff. * Der Abendbericht. Berlin, 12. April., abends. (WTB. Amtlich.) Starke englische Angriffe sind bei Souchez, Vorstöße bei Fram- pour (nördlich bezw. östlich von Arras) gescheitert. Bei S t. O. u e n t i n hielt die rege Artillerietätigkeit, zwischen Soissons und Reims der starke Feuerkamyf an. Im Osten imd in Mazedonien nichts Besonderes. Die Nachrichten aus dem Westen lauten günstig und erhebend. Besonders verweisen wir unsere Leser auf die aus Berlin datierte amtliche Darstellung der Kämpfe, in der bei einer klaren Uebersicht über die bisherigen Ergebnisse ohne Ueberschwang der Worte, aber mit einer herzbefreienden Sicherheit, festgestellt wird, daß die Lage bei Arras als ausgeglichen betrachtet werden darf. Das kleine Kapitel, so festgegründet in Sachkenntnis und Urteil, klingt uns schon wie ein Stück geklärter Kriegsgeschichte. Vielleicht ist Ludeu- dorff selbst der Verfasser; denn die Ausdrucksweise ist dieselbe, wie wir sie aus den Tagesberichten kennen. Es wäre kein Wunder, wenn der Feldheer, um die erfreuliche Botschaft den: Volke zu verkünden, selbst zur Feder griffe. Denn was jetzt im Westen, bei Arras, sich abgespielt hat, war etwas Großes und Entscheidendes, das die beiderseitigen Fähigkeiten aus die ernsteste Probe gestellt hat. Im Berner „Bund" vom letzten Mittwoch stellte der bekannte militärische Betrachter des Blattes folgendes fest: „Ter englische Angriff ist seit dem 9. April im Gange, nachdem gewaltige Beschießungen und opferreiche Luftaufklärung die Vorbedingung ß"cr den Infanterieangriff geschaffen haben. Es ist an-- zunehmen. daß die Engländer sehr große Opfer bringen, um vorwärtszukommen, und es bleibt sestzuhalteu, daß ihnen mehr als je die Erzwingung eines Durchbruches obliegt. um ein entscheidendes strategisches Ergebnis zu erzielen. Drücken sie die deutsch Front zwischen La Dassee und Arras, oder zwischen Arras und Lens, dem jetzt sichtbar angegriffenen Teilstück, nur zurück, ohne die Front zu zerreißen, so werden die allgemeinen Operationen dadurch nur mittelbar beeinflußt. Kann es doch den Deutschen unter gewissen Umständen nicht unwillkommen sein, die Rückverlegung der Front südlich Lille durchzuführen, und es bleibt nur zu erwägen, ob die Engländer nicU in eine bereits im Abbau begriffene Front hineingestoßen haben. Da der erste 'Sturmtag noch nichts von einen: Durchbruch weiß, sondern nur von Kämpfen um die erste Linie gesprochen wird, die in einer gewissen Breite und Tiefe genommen wurde, so ist in dubio an der Mffassung festzuhalten, daß die englische Offensive noch keine direkt in die deutschen Plärre greifenden Wirkungen erzielt hat. Damit ist freilich nicht gesagt, daß die Entwicklung bereits einseitig bestimmt wäre." Die Fortsetzung der Kämpfe hat ein Fiasko der Engländer ergeben. Daß sie in der Tat alle Mittel aufgeboten hatten, tnm durchznstoßen, sagt luns jetzt die erwähnte deutsche Darstellung. Trommelfeuer schwerer Geschütze, Massen- wellen, Panzerwagen und Kavallerie — mit allen diesen Stnrmmitteln suchten die Engländer „diesmal einen entscheidenden Erfolg zu erzielen". Kaum nennenswerte Vorteile trugen sie davon. Sie haben jetzt die Basis ihrer ange- hänsten Ärtilleriemassen verlassen und sind in ihrer Offensive stecken geblieben. Kavallerieattacken beiderseits der Scarpe versuchten das Letzte, Verzweifelte: mit schweren Verlusten brachen sie zusammen. Das gleiche Schicksal erlitten die vorgeschickten Tankgeschwader. Dreiviertel der feindlichen Panzerwagen wurden vernichtet. ^Wie gemessen, ruhig und überlegen hcnrdelt und urteilt die Oberste Heeresleitung! Die erster! englischen Erfolge wurden mit. einer wissenschaftlich objektiven Gelassenheit ausgezeichnet, wie sie in solchen Fällen auf der feind lickten Gegenseite nicht möglich wäre. Um die Worte und Gedanken Hindenbnrgs, die wir dieser Tage Wiedergaben, strahlt jetzt der hellste Glanz der Wahrheit. Unsere Westfront steht unerschütterlich fest. Auch zwischen Soissons und der Cham- pagne sind Sturmangriffe der Gegner, „des Franzosen", „restlos abgeschlagen" worden. * Der öfterreichrsch.ungarischc Tagesbericht. Wien, 12. April. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart.' 12. Aprib1017. Oe stl ich e r u n0 f üdöstliche r Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplatz. Im Görzischen drangen gestern abend Stunnpatrouislen der Jnsuntcrieregimenter Nr. 71 und 76 in die feindlichen Gräben östlich von Nnter-Vcrtojba ein, nahmen vier Offi- ziere und 135 Mann gefangen und erbeuteten zwei Maschinengewehre und drei Minenwerfer. Der Artillerie- und Minenkampf war an einzelnen Stellen der küstenländischen Front zeitweilig sehr lebhaft. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Die §chlacht bei Arras. Berlin, 12. April. (WTB. Mchtamtlich.) Auch am dritten Tage nach der Schlacht von Arras ist den Engländern der Durchbruch nicht, geglückt. Nachdem die deutschen Linien elastisch zurückgebogen und die Engländer gezwungen waren, die Basis ghrer angehäuften Artiller iemassen zu verlassen, die ihnen einen Anfangserfolg am 9. April ermöglick-tc, darf heute die Lage als ausgeglichen angesehen werden. Tie beiden Gegner liegen in schwerem Ringen, das in einzelnen Brennpunkten sich zur heftigste!: Schlacht steigerte. Trotz der Einsätze von Massewwelter:, Tanigeschwadern und Kavallerie, konnten die Eug- lander, die auch vor den größten Opfern nicht zurückschrecken, um diesmal einen ntticheidenden Erfolg zu erzielen, kaum nenuens- werte Vorteile erreichen. Besonders schwer waren ihve Verluste bei den gemeldeten Angriffen bei Vimy und Frampoux. Feindliche Kavalleriealdacken beiderseits der Scarpe brachen überall unter schweren Verlusten der Engländer im Feuer zusammen. In der Gegend von Neuville-Vitasse gerieten marsckftcrende feindliche Jnsanterickolonuen in unser Artilleriefeuer und wurden zersprengt Besonders schwer lvaren die Kämpfe südlich der Scarpe. .Bei Bnllesovurt, wo die Engländer schon frühmorgens Massenangrifse ansetchen, erlitten sie eine schwere Niederlage. Sämtliche Angriffe brachen unter außerordentlich schweren Verlusten für sie zusammen. Wo es ihnen gelungen war. in die deutschen Stelllmgen einzu- dringen, wurden sie vernichtet oder gefangen genommen. Die Zahl der Gefangenen übersteigt, wie gemeldet, tausend. Tie englisch»^: Tankgeschwader, die in den Kampf eingriffen, fanden großenteils ein rasches Ende. Dreiviertel der Panzerwagen wurden vernichtet und liegen znm Teil in den deutschen Linien, zum Teil unmittelbar davor. Ter Erfolg der hier kämpfenden Trippen ist den! schneidigen Gegena ngriff erprobter Sturmkolonnen, sowie den: mustergültig en Znsam m e n - arbeiten der Artillerie nnd Infanterie zu ver- danken. Tie Engländer wuäden in ihre Ausgangsstellungen zurück- genwrfen. Auch in der Luft wurde bei Arras luftig gekämpft Allem im Kampfgebiet der Scarpe lvurden neun feindliche Flugzeuge abgesckwssen. Zwischen Soissons und der Champagne tobt die oußeroädentfich heftige Artillerieschlacht. In der-Gegend von Craonelle brach der Franzose um acht Ubr abends nach eiir- stündigem Trommelfeuer, etwa in ein Kilometer Breite' in mehreren Sttrrmloellen vor. Im Handgranatenkampf und stellenweise durch) Gegenstoß wurde der Angriff restlos abgeschlagen. Es blieben Gefangene in rmserer Hand. Heftige Luftkämpfe im Westen. Berlin, 12. April. (WTB. Amtlich.) In den heftigen Lnftkänipfen des gestrigen Tages) die sich hauptsächlich in den Bo-rinittagsstunden abspielken, wurden vierund- wanzig feindliche Flugzeuge abgeschossen, avon zweinndzwanzig im Luftkampf und tzvei durch Abwehrfeuer von der Erde aus. Rittmeister Freiherr v. Richt- hvfen schoß seinen 40. Gegner ab, Leutnant F^herr v. R i ch t h o f e n und Leutrurnt Schäfer erledigten je zwei Gegner. An den Armee-Abschnitten des Kronprinzen und des Kri 0 nprinzen Rupprecht von Bayern waren die Lnftkämpfe besonders erbittert. In der Nacht jitrn 10. April belegte eines unserer Kampfgeschwader feindliche Baracken^ lager bei Fismes^ nnd bei Bazoches mit 3200 Kilogramm Bomben. Mehrere Treffer nnd Brände wurden einwandS- frei beobachtet. Meldungen aus der vordersten Linie über starke und andaueriide Explosiorven in der Richtung Fismes bestätigten den beobachteten Erfolg. Der bekannte englische Fliegerkapitän Robinson, Inhaber vom Viktoria-Kreuz (höchste engliscke Kriegsauszeichnung) ist im Luftkampfe am 5. April durch einen unserer Kampfflieger a b g e s ch o s s e n worden. * Englischer Heeresbericht vom 11. April nachmittags. Tie Lage entwickett sich' gemäß dem allgemeinen Plane günstig. Das Dorf und die Anhülien twrt Mönch y-le-Prenx und Labargc wurdeu frühmorgens von uns genonimen. An den anderen Teilen der ScUachtfrvnt wurde» befriedigende Fortschritte gemacht. Vom 11. April abends. Ten ganzen Tag über ist andauernd dichter Schnee gefallen, der die Beol»achttrng uinnöglich machte iuti> die.Operationen stark behinderte. Ein Gegencnrgriff in der Nachbarschaft von Ion ch y-le-P.reux -\ontbz erfolgreich abgeschlagen. Bei Monchy eingebrachte Gefangene erklären, daß sie BefehLe hatten, das Tors um jeden Preis zu halten. Weiter südlich gelang es unserer: Truppen, in die deutschen Stellurlgen bei Bulle-- conrt einzudringen, tvobei sie eilte Anzahl Gefangene machte». Wittags wurden sie durch einen von starken feindlicher: Kräfte» ausgeführten Gegenangriff gezwungen, sich auf die eige-, neu Linien z nrückz u ziehen. Tie angreifend-en feindliche» Truppen wurden von unserer Artillerie wirksam imter Feuer ge- nomrnen uud erlitten schwere Verluste. Unsere Flugzeuge waren gestern wieder tätig und verrichteten trotz starken Westwindes und häuftger Schneestürnve im Zusammenwirken mit der Infanterie wertvolle Arbeit. Es wurden nur wenige feindliche Flugzeuge go-( sichtet. Alle unsere Flugzeuge kehrten unversehrt zurück. Der türkische Bericht. Konftantinopel, 12. Aprü. (WTB.) Amtlicher Bericht vom 11. April. Irak front: Unseren berittenen Truppen gelang es, südlich vor: Felludscha zwei englische 5kompagnien $a ztvingen, vom rechten auf das linke Euphrattlfer überzugehe-L, Hierbei wurden fünf Er:gländer gefangen genommen rmd dreißig gerötet. Beiderseits des .Tigris kam es zu keiner Gefeck»s- tätigkeit. Der Vormarsch unserer Truppen guf das südliche Diala-, User schreitet fort. Tic vor ihrer Front befindlichen feindliche» Kävalleriedivisicmen wurden dreimal aus ihren Stellungen geworfen. K a u k a s u s f r o n t: Im allgemeinen nur gegenseitige Pcb- troilillentätisiPeit. Einer imserer Kompagnien gelang es, einen Teil der feindlichen Sicherungsstellrmg zu besetzen und sich in ihr zu behaupten. Ter Feind verlor hierbei dreißig Mann. Von de» übrigen Fronten keine besonderen Ereignisse. Ein Ehrensäbel des Sultans für den Kaiser. Konstantinvpel, 11. Älpril. (WTB.) Eine Sonder- gesandtschaft, bestehend ans Prinz Zis, einem Sohn des Sultans, Dewstk Bey, dem ersten Adjutanten des' Sultans^ und General Selih Pascha, ist ins deutsche Hauptquartier abgereist, um dem Kaiser einen Ehrensäbel als ^^es^^!^nk des Sultans zu überreichen. Die Klinge, ein Meisterstück türkischer Kunst, trägt auf der einen Seite eine arabische Inschrift, auf der anderen Seite das Datum des Eintritts der Türkei in den Krieg und die Verkündung des Dschihad, auf dem Stichblatt, das ans Gold gearbeitet urü> mit Brillanten nnd Diamanten besetzt ist, besinden sich das Monogramm des Sultans und die Initialen des Deutschen Kaisers. utiwuuwit tu ttUftlUüV« Die Stimmungen und Strömungen in Rußland. . , A. in st er d a m, 12. April. (WTB.) Das „Handelsblad" erhäl folgenden Bericht aus Petersburg über das M a n i f e st der vo r läufigen Regierung wegen der Kriegsziele. Di Frage der Kriegsziele beschäftigt im Augenblick das Interesse i* Publikums :n äußerst hohem Maße und )oar in der letzten Wach Gegenstarid , lebhafter Debatte. Die sozialisttschcn Parteien übter ans die Regierung einen starken Druck aus, um sie dazu zu bringen unumwiniden zu erklären, daß sie keine imperialistischen ode aggresiiven Ziele verfolge. Die Sozialisten verlangten eine solch Erllarung als Bedingung für ihre llnteri'tützung zur Forffetzun- Kalles. -Vas interview, in dem Miljukow sich persönlich fü byo Auflösung Oesterreich-Ungarns und ftir die Annenon >ßonstan tinopels cmchprach, verstärtte das Mißtrauen der Sozialisten uni sachte die Ag-itatwn rvieder an. Die Lage wurde so ernst, daß di. Regrerung ftch genötigt sah, eine Erllärnng abzugeben, daß sii nicht beablichttge, fremdes Gebiet in Besitz zu nehmen oder anderr Volker zu unterw^fen. Daher legte sie den größten Nachdruck au die drohende Gefahr eines deutschen Angriffs m:d die Nottvendig keck energischen Widerstandes. Eine SpaLtung zwischen den Parteien der äußerster Linken. Bern, 12. dkpril. (WTB. Nichtanitlich.) Nach ein« etersburger Meldung der Pcrriser Presse v-erhehlte di, »mtung des Arbeiter- und Soldat^euausschirsses die Spal. tung zwischeu den P ar teie n d er äu ßc rsten Linke, Mt, die seit einigen Tagen bemerkbar ist. Die Arbeiter be> jchuldigten die Soldaten der Teilnahmslosigkeit gegenüber dem Proletariat. Die Soldaten aber seien mit den Arbeiter: unzufrieden, weil sie nur unzrnrichend für die Landesl'er. terdigmig arbmieten und die Interessen der Bauern junt Soldaten vernachlässigten. » . ! Eine Partei „Vaterland und nationale Armee". Petersburg, 10. April. (WTB.) Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur. Jur Verlaufe der durch die Partei „Vaterland uud nationale Armee" berufene:: Versammlung beschlossen die Vertreter der Garnison Petersburg. folgende Entschließung dem ständigen Ausschuß der Arbeiter- un»d Soldaten -Abgeordneten zur Kenntnis zu bringen und sie der provisorischen Regierung zu überreichen: Fortsetzung des Krieges bis zur Sicherstellung der durch Volk und Heer errungenen Freil)eit, Fortsetzung des Krieges bis zu einem siegreichen Ende, rüden: die Armee sich bewußt ist, daß selbst ein Friede, der die alten Grenzen :viederherstcl!t, ein Friedensschluß ufjTte die Zustimmung der Verbündeten ein schimpflicher Friede fein »aürdc. der die neue Freiheit Rußlands bedroht und einen Verratsversuch darstellt, der uns von dem freien England und dem republi- Lanischen Frankreich, von Belgien, Serbien, Montenegro und Rn- '.nänien trennen würde, die Verwüstungen für ihre Freunde erlitten und der uns wortbrüchig machen würde an unserem feierliche:: Eid der Wiederherstellung eines freien Polens, das die polnischen Gebiete Deutschlands und Rußlands umfaßt. Zur Erreichung dieser Ziele stellt die Versammlung folgende Forderungen ans, gegenüber dem Ausschuß der Arbeiter- und Sol- datenabgeordneten: Er soll die Regierung mit seiner ganzen Macht; unterstützen, so lange sie die Interessen des Volkes wahrt und sich fähig zeigt, im gegenwärtigen Au gertblick die unerläßliche Ordnung wiederherzustellen. Er soll alle Forderungen ausschließlich durch die provisorische Regierrmg verwirklichen in ihrer Eigenschaft als einziges Organ, dem das Larrü und die Armee den Treueid leisteten. Er soll fermer alle Meinungsverschiedenheiten im Schoß der Air- beiterschaft beendigen, sowie diejeniigen mit dem Personal und der technischen Leitung der Fabriken und Werkanlagen, da ja die Desorganisation der Främstrie die Armee mit unbenemibarem Nachteil bedroht. Er soll seine wirtschaftlichen Forderrmgen Ausschüssen von Sachverständigen unterbreiten ohne irgendwie die für die La'.rdes- verteidigung nnerläßlickwn Arbeiten aufzuhalten. Er soll sie vielmehr fördc'rn rnrd zur Erzielung größerer Arbeitsleistungen dis Berwirklichrrng des Achtstundenarbeitstages hinausschieben. Ferner :vas die Soldaten und -Offiziere anbctrisft: Ansparrmmg aller Kraft und Förderung der Vorbereitungen znm Kanipf. Befreit von niedrigeren Sorgen innssen die Soldaten eine strengere Ma:meszncht aus der Grundlage der neuen demokratischen -Ordnung der Dinge wiederherstellen und niemals vergessen, daß allein eine durch Manneszucht zusammengeschweißte Armee eine Gefahr für den Feind darstellt und nickst ein Hause betvaftneter Menschen. Treues Halten des der provisorischen Regierung geleisteten Eides und strenge Unterordnung unter die Führer stellen eine heilige Pflicht der Soldaten aller Dienstgrade dar. Die Soldaten müssen den Offizieren volles Vertrauen bezeugen. Die Kriegsziele des ArbeiterratS. Petersburg, 7. April. Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur. Der Vollzieyungsausschuß der Arbeiter- und Soldaten-Abgeordneten sprach sich gegen alle Strömungen aus, die das Gefüge der Armee erschüttern könnten. Er nahm nach langen Erörterungen eine Entschließung folgenden Inhalts an: Die provisorische Regierung möge der Welt erklären, daß Rußland nur zu seiner Verteidigung den Krieg so lange fortsetzen rverde, als Deutschland und O e st e r r e i ch nicht erklärten, aus Eroberungen Verzichterl zu wollen, und zu Friedensverhandlungen ohne Fo rderung einer Gebietsabtretung oder einer Kriegsentschädigung bereit seien. Die Gefahr von Unruhen auf dem Lande. Haparanda, 12. April. (WTB0 Auf dem Kongreß der Kadettenpariei erklärte der Moskauer Deputierte Man- delstannn. Rußland Müsse bei der Toppe lregierung zu Grunde gehen, dagegen wäre nrit allen Mitteln anzukämpfen. Andere Redner hoben die Stimmung der russischen Landbevölkerung hervor, die in zwei Strönrungen geteilt sei. Tie bäuerliche JN- MCigcna sei für die Republik, der Rest der Bauernbevölkerung iür den Zaren. Infolgedessen sei die Gefahr von Unruhen auf dem Lande sehr groß. Direktiven seitens der Regierung seien dringend erforderlich. Für die Einberufung der konstituierenden Versammlung sei Eile nicht geboten, namentlich im bäuer- ' ich cm Interesse wegen der Feldbestell: mg sowie wegen der russischen Kriegsgesangeneil in Deutschland. Ablieferung der Erutebeftände an den Staat. Petersburg, 12. April. (WTB.'» Meldung der Petersburger Telepravhenagentur. Die provisorische Regierung hat einen Erich; veröffentlicht, wonach die Bestände der Getreide- und Futtermittelernte 1916 sowie die gesamte Ernte 1917 außer den zur Aussaat und zur Versorchmg der Bauernfamilien :wtigen Getreide und Futtermitteln dem Staate zur Verfügung gestellt werden müssen. Aus Turkestcn: und Trcmskaukasien findet die Maßnahme keine Anwendung. Gleichzeitig ordnete die Regierung an, daß in allen Lmrdstrichen örtliche Vervslegnngs- organe aus Vertretern von Städten. Bauern' Arbeitern und offent- lichen Anstalten gebildet werden sollen. Die .Kriegführung Amerikas. Washington, 11. April. (WTB.) Der Ausschuß des Re prüfen taute n h a uses für Mittel und Wege hat sich einstimmig für die Annahme des Gesetzes ausgesprochen, -das fünf Milliarden Dollars Bonds und zwei Milliarden Dollars Schatzscheine zu Kriegszwecken vorsieht. Amsterdam, 12. April. (WTB.) In einem Bericht der „Times" aus Washington vom 11. April heißt es, daß die amerikanische Regierung noch immer zoger< ein förmliches Bündnis mit den Ententemächten zu schließen. Die Amerikaner hätten sich infolge ihrer bisherigen Isolierung noch nicht an den Gedanken eines Bündnisses gewöhnen können. Ein förmlicher Vertrag müßte dem Senat vorgelegt werden und würde den endlosen Vorurteilen doktrinärer Politiker ausgesetzt sein. Rotterdanl, 12. April. (WTB. Nichtamtlich.) Der Washingtoner Korrespondent des „Daily Telegraph" meldet, in dem Kongreß sei eine Strömung vorhanden, es erst mit der freiwilligen Rekrutierung zu versuchen, ehe man zur Einführung der Dienstpflicht übergehe. In: Reprä- sentantenhause seien alle Punkte der Armeevorlage, die sich aus die Dienstpflicht beziehen, ans Widerstand gestoßen. Man lveröe vielleicht einen Kompromiß dahin schließen, daß, wenn die Dienstpflicht eingeführt wird, sie nur für die Dauer des Krieges gelte. — In amerikanischen Finanzkreisen wird der Plan der Regierung, die Anleihe in der Form von Zh 2 prozentigen Obligationen auf den Markt zu bringen, viel betritelt. In Wallstreet herrscht Unwille darüber, daß sich die Mgierung offenbar in erster Linie von dem Federal Reserve Board leiten lassen will und Wallstreet zurücksetzt. Man glaubt vielfach, daß eine Anleihe zu so niedrigem Zinsfuß das Geschäfrsleben behindern und als Vo-lksanleihc ein Fehlschlag sein würde. Diese Ansicht wird durch die vermehrte Nachfrage nach Obligationen ausländischer Regierungen bestärkt. Argentinien. London, 12. April. (Privattel.) Meldung des Reuter- scheu Bureaus. Ein Telegrmnm ans Buenos Aires meldet: Obgleich die arge n t i nische Regieruu g gegenwärtig beabsichtigt, die Neutralität aufrecht zu erhalten, bis dre eigenen Rechte Argentiniens verletzt werden, hat sie eine Erklärung erlassen, in der sie ihre Uebereinstimmung nrit der Politik der Bereinigten Staaten ausdrückt. Die Erklärung sagt: In den ireuen Gründen, welche die Vereinigten Staaten zu der Kriegserklärung an Deutschland veranlaßten. erkennt die argentinische Regierung die Gerechtigkeit dieses Schrittes, da es sich um Verletzungen solcher durch die Bestimmungen des Völkerrechts ° geheiligten Grundsätze der Neutralität handelt, die als endgültiger Gewinn für die Zivilisation angesehen wurden. daß auH Du Dich auf Deine Pflicht besinnst! Am Montag, dem 16. April, Mittags 1 Uhr, wird die Zeichnung auf die 6. Kriegsanleihe geschlossen. Willst Du wirklich unter den Wenigen sein, die ihr Vaterland in so ernster Stunde im Stich gelassen haben? Was sollte wohl aus uns allen, aus Dir selbst werden, wenn andre ebenso kleinmütig dächten wie Du? Willst Du zögern, bis es zu spät ist? Willst Du Dich der Gefahr aussehen, vor Deinen Angehörigen Deinen Freunden uud Lekauuten erröten zu müssen? Hole sofort das Versäumte nach und zeichne mit allem, was Du hast und was Du ausireiben kannst, Kriegsanleihe! Französische Aengste. Berlin, 12. April. Herve schreibt in seiner Zeitung „Victoire": Aus Rußland fonrmt die unfaßbare Nachricht, an die zu glauben der Verstand sich sträubt: Der Ausschuß der Arbeiter uud Soldaten soll beschlossen haben, daß die provisorische Regierung allen Völkern erklären solle, Rußland führe nur einen Verteidigrurgskri-eg, solange die Mittelmächte nicht über Zeinen Frieden ohne Annexionen und ohne .Kriegsentschädigung verhandeln sollen. Genau so würde sich Stürmer ausgeorückt haben, wenn er hätte wagen dürfen, einen Sonderfrieden mit Deutschland abzuschließen, wie er es gerne getan hätte. Welcher Dor oder welcher deutsche Agent mag jetzt gerade nach dem Eintritt Amerikas in den Kri^g auf die Idee verfallen sein, den Mittelmächten einen Frieden ohne Annexionen anzubieten? Zum Glück sind noch Frankreich, England, Italien und Amerika da, die Deutschland zwingen werden, Polen, Elsaß-Lothringen, Siebenbürgen, Trieft, das Tren- tino, Serbien und Armenien abzutreten und für die verübten Greuel eine gehörige Entschädigung zu zahlen. Auch in Rußland herrscht, Gott lob, noch die provisorische Regierung — möge sie achtgcben, daß die pazifistische Strömung nicht atlch die gesunden Schichten der russischen Arbeiterschaft ergreift. Fleischlose Tage in Frankreich. Paris, 12. April. (WTB. Nichtamtlich.) „Petit Pa- risien" meldet: Das Berprovi antierungsministerium ziehe die Einführung Zweier fleischloser Tage, den Donnerstag und Freitag, für Anfang Fuui in Ertvägung. Girre frühere Einführung erscheine wenig zweckmäßig wegen der geringer: Gemüsevorräte. Giefzencr Stadttheater. Nationullag der Deutschen Bühnen zum Besten der 6. Kriegsanleihe. Gezeichnet. Ein Akt von Max Friedrich. Pcopaga:ü>a im Theater, auch eine eigenartige Begleiterscheinung des Krieges, die unter anderen Umständen, auch trenn sie so geschickt wäre wie diese, eine scharfe Kritik herausfordern müßte. So rechtfertigt die gute Msicht vollständig die Idee, zumal sie eine großzügige Ausgestaltung erfahren hat und einen Nationaltag der Teulsckreu Bühnen zum Besten der 6. .Kriegsanleihe in: Gefolge hatte. Es ist nickst genug anzuerkemren, daß alle deutschen Bulinen an diesern Tage ihre Einnahme und dre Scl-auspieler ihre Gagen zur Anleil-ezeichnung zur Verfügung stellen. Schon in der ersten Pcmse konnte die Direktion des Stadttheaters die erfreuliche Tatsache bekannt geben, daß auf diese Weise 1540 Mk. zur Kriegsanleihe gewonnen worden sind. Wahrlich ein schönes Ergebnis, das bei der Gesamtheit der Bühnen eine stattlickie Summe auS- machen muß. Und nicht geirug mit diesem direkten Erfolge wird auch aus indirektem Wege manch schönes Sümmchen der Kriegsanleihe zugeführt werden, beim die Frage-, die am Schluß, wenn der hartnäckige Leder fab rikant zu einer Zeichnung von 100 000 Mk. gewonnen ist, den Zu hören: entgegengehalten wird: „Und Ihr'? Und Ihr?" wird :u>ch manchen ans Gewissen greifen. Seekrieg. Kristiania, 12. April. (WTB.) Wie „Tidens Dogn^ meldet, verkauften die norwegischen Reedereien allein im März und Llpril von den: aus amerikanischen Werften für norwegische Rechnung bestellten: Schiffsraum 200 000 Tonnen im Wert von über 200 Millionen Kronen, wobei sie an der Tonne 400 bis 500 Kronen verdienten. Kristiania, 12. Llpril. (WTB.) Nach einem in Grim- stad eingetroffenen Telegramm ist der Dampfer „Thelma" mn Freitag morgen von einem deutschen Unterseeboot versenkt worden. Das Schiff war mit einer Kohlen lad ung von England nach Frankreich unterwegs. Kopenhagen, 12. April. (WTB.) Der dänische Doep- rnasb-Stahl-Schooner „B. B. Linnemann" von Marstal, von Goeteborg nach Casablanca unterwegs, ist im Lltlanti- schen Ozean torpediert worden. Der Kapitän, der zweite Steuermann und zwei Mann wurden getötet, drei schwer verletzt. Zwei sind verwundet. Ans Stadt und Land. Gießen, 73. April 1917. Wenn große Worte und tönende Phrasen Schlachten im Felde oder in der Heimat gewinnen könnten,, dann wäre dieser Weltkrieg längst zugunsten unserer Feinde entschieden. Auch bei Auflegung ihrer Kriegsanleihen haben sie mit Worten nicht gespart: sie haben schon mehrfach „Siegesanleihen" ausgeschrieben, alle mir denr gleichen Mißerfolg, und auch dit von Rußland jetzt angeblich geplante „Frejheitsanleihe" wird karrm ein günstigeres Ergebnis haben. Wir Deutschen verstehen weniger zu reden, aber mehr zu handeln. Unsre Kriegsanleihen haben wir nicht unter klingenden Namen angeprie- sen. aber sie snrd selbst ausnahmslos Volksanleihen im wahrster Sinne geworden, zu denen Reich und Arm. Hoch und ^Niedrig, jeder nach seinem Vermögen beigetragen hat. U nd so mußundwirdesauchmitder 6. Kriegsanleihe werden: das ganze Volk wird für sie seine ganzen verfügbaren Mittel bereitstellen und danrit dem staunenden Ausland wieder um zeigen, daßwirheute noch so einig und s o st a r k s i n d w i e a m e r st e n T a g e d e s K r i e g e s. Darmstadt, Ostern 1917. Dr. B e ck e r, Finanzminister. * Lebensmittel. ** Die als Höchstverbrauch zulässige Tages- kopfmenge an Mehl für die versorgungsberechtigte Bevölkerung ist aus 170 Gramm festgesetzt. Die bnr Unternehmern laiü>- wirtsckwftlicher Betriebe aus ihren Vorräten zur Ernährung der Selbstversorger aus den Kopf und Monat zu belasserwc Getreide- inenge wird ans '6*/» Kilogramm festgesetzt; dabei cntspreck>en einem .Kilogramm Brotgetreide 940 Gramm Mehl. ^Die an die jugeno- lichen Persorcen im Alter von 12 bis einschließlich 17 Jahren gewährte sogenannte I u g e n. d l i ch cjn z u l a g e von 50 Gramm Mehl auf den Kopf und Tag fällt weg. Die oen Kommunal verbänden znrzeit zu Zwiecken der Gewlährung von Schwerarbeiter- und Schwerstarbeiterzulagen besonders zugeteüten Mehlmengen werden) um je 25 vom Hundert gekürzt. Siehe Bekanntmachung. ** Einheitsgebäck und Brothöchstpreis. In der Stadt Gießen dürfen mir gebacken werden: 1. Einheitsbrote mit einem Verkanssgewicht von 3 mü> 1 Pftmd. Das Gewicht muß 24 Stunderc nach dem Backen vorhanden sein. 2. Brötchen mit einem Verkanssgewicht von 50 Gramm. 3. Zwieback. Backwaren! aus Weizenmehl 0 dürfen nur nach auf ärztliche Verordnung gegen eure von dem Lebensmittelamt ausgestellte Bescheinigung herge- tellt werden. Alle Ba-ckwaren dürfen nur nach dem 6>eivrcht vertust wcrdeir. Ms Höchstpreis werden festgesetzt für den 3-Eilnd-Laib Brot 50 Pfg-, ftrr den 1-Pfnnd-Laib Brot 17 Psg., für Brot aus Weizenmehl 0 das Pfund 30 Psg., Brötchen mit einem Verkaufsgewicht von 50 Gramm 4 Psg., Mehl im Kkein- verkauf. Rvggenmehl das Pfund '19 Pfg„ W^eizenbrotmehl das Pfund 23 Pfg., Weizenmehl 0 das Pfurw 26 Pfg. ** Reich sreisebrotmarken. Die ReichsgctreidestelVe l?at mit Rücksicht auf die Gefahr der Fälschung von Reichs reisen brotmarken die Marken mit einem Wertpapiermrterdruck versehen, Tie Neick>sreisebrotmarken werden in dieser neuen O^estalt schon von jetzt an zur Versendung gelangen, doch ist zum Ansbranchen der bisher ausgegebenen Reichsreiscbrotmarken eine Frist bis 15. April gewährt worderc. Bon Beginn des 16. April t. Js. ab besitzen nur noch die neuen Reichsreisebvotmarken mit Unterdrück Gültigkeit. Unr einen Mißbrmrch von Reichsreisebrotmarken unmöglich zu ncachen, ist eine Enüvertnng vorgeschrieben worden. Näl-eres hierüber, sowie über das Nachsenden vvn Reisebrotmarken. ist aus Bekanntmachungen in unserem heutigen Blatte zu ersehen. ** Fettverteilung. Von Montag, den 16. d. MtS. ab, wird gleichlzeitig mit der Butter in der: Verkaufsstellen der Molkerei .Gebr. Grieb Vs Pfund Fett oder Margarine oder Rindertalg verausgabt. Tie Bezugsmarke^ Nr. 6 der Lebensmittelkarte ist bei Entnahnce des Fettes abzuliefcrn. ** S chl ü sse l war e n v e r teil u n g. Wer Grieß und Teigwaren beziehen will, hat der: Bezugsabschnitt 4 der Lebensnrittel- karte von Montag, den 16. bis Mittwoch, den 17. April, in einem! Kleinhandelsgeschäft abzugeben. Tie eingereichten Abschnitte^ dienen als Grundlage für die Zuteilung an die KleinlMrdelsgeschäfte; sie erlxllten Bezugsscheine zum Bezug der erforderlichen Waren von Großhändlern der Stadt Gießen. Die Menge an' Grieß und Teigwaren. die aus jeden Abschnitt entfällt, sowie der Beginn der Ausgabe wird noch bekanntgegeben. Näheres sie Bekanrttmaa.ung. * ** Aus zeichnung. Der Stenr mit Schwertern zum Roter: Adl-erorden 2. Klasse mit Schwertern: wurde 0>eueral- leutnant v. 5) a h n verliehen Generalleutnant v. Hahn stand vor: 1660 bis 1894 beim Regiment Kaiser Wilhelm, zuletzt als Regimertts-Wjntmtt. — Musketier Hermmnn Bausch aus Grünberg, Jnf.-Regt. 116, welck)er über 10 Fahre bei dem Metzgernreister .Hofn:ann in der Walllorstraße als Geselle Tie Handlung ist schon kurz angedeutot. es bandelt sich darum, einen Säurnigen, der sich lstnter längst widerlegte Vorurteile verschanzt, moralisch zur Zeich>nm:g zu zwingen. Dazu werden sein S>ohn, der Reserveleutnant, dessen Braut, -seir: Freurw, ein Vor- arbnter, ein Arzt, ja selbst die alte Haushälterin ausgebotcn, und trotzdeni nur von der Kriegsanleihe gesprochen ivird, ist doch alles so geschickt aufgebarrt, daß das Interesse an der Handlung nienmEä erlahmt. Das kleine Propagaichastückchcn erfüllt seine:: Zweck voll- komrnen und darf nachher mit dieser Besiiedigung in der Bersen- knng verschuniwen. Gespielt wurde unter der Spielleitung Wilhelm Hellmuths recht ftott. Ter Spielleiter selbst gab den hartgesottenen Lederfebri- kanter:, der mit seinem Kriegsgewinn nickch herausrücken will, ?Ldols Falken eine:: schneidigen Leutnant der Reserve, Emil Walden bieder dar Mühlenbesitzer, Hans Wer 1hmann mit guter Cliarakteristik den Vorarbeiter und Oskar Feigel einen janroseck Stabsarzt. Von den Damen hatte Ma Mahr die Rollö der Braut übernommen und Louise D e l v s e a die brave Haushälterin. Ten Rest des Abends füllte eine WiederIZolmrg der Operette „Ter Soldat der Marie". Rtorger: lvird nochnrals „Gezeichnet' gegeben, und :venn dann wiederum die Frage ertönt „llni> Ihr Ah möge dann, wie es sich-er fjeutc geschehe:: ist, noch) manch em Säumiger — es gibt deren ffmner noch — sich die Frage vorlegen: „Ist es nicht die liüchiste Zeit, daß ich jetzt auch mente Schuldig kett tue?" und dann lffngehen und die sechste Kriogsanleihe zeichnen, tätig n*rr, wurde mtt dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. L-U. Anmeldung zum Besuch der Universität Gießen im Sommer-Seme st er 1917. Studierende, die bereits hier immatrikuliert sind und ihre ^tud^en hier fortsetzen wollen, haben sich aus dem Universi- rats-Sekretariat, Bismarckstraße 22, anzumelden, um die Uu swe i s k a r t e u m z u t a u sche n und ihre Wohnung an- zugeben. Dies hat in der Zeit vom 16. April bis zum 12 Mar 1917, vormittags von 9—12V, Uhr, zu geschehen. Anmeldungen zur Immatrikulation werden m der gleick>en Zeit ebendaselbst angenommen. Nack) dem 1 2. M a i werden Anmeldungen nur dann angenom- EN, wenn.die Verspätung in genügender Weise entschuldigt wird. ** Aus dem Stadttheaterdureau. Es sei darauf hrrbgewiesen, daß auch in die heutige Aufführung von Fuldas Lustspiel „Die verlorene Tochter?^ durch den Propaganda-Einakter für die Kriegsanleihe „Ge z e i ch n e 1", bcr gestern sehr gut anaesprochen hat, eingeleitet wird. — das finanzielle Ergebnis der gestrigen Aufführung zum Besten der KriegsMileihe beträgt einschließlich der Tages- aaaen, auf die sänitliche Mitglieder unserer Bühne verzichtet hcweii, über 1540 Mk. — Da es untunlich erschienen ist, die c^prelzeit noch weiter in das Frühjahr hinein auszudehnen, roerdeir die noch aus stehender! 14. und 15. Abonneinentsvor- itellungen iin Mai und Juni vom Kurtheater Bad-Nauheim aus uachgeholt werden. Am Sonntag finden demnach vorläufig die letzten allgernein zugänglicher! Vorstellungen statt. Für che cnn Montag, 16. d. M., stallfindende Aufführung von „Raub der Sabin-erinnen", die auf Veranlassung des >tr!-egsen Trpsen^itsuredaille ausgezeichnet. Bender be- nndet sich seit Anfang des Krieges bei einem Jnfanlrrie-Regiment rm Welten. R. In he i d e n, 13. dlpril. Am Samstag vor Ostern zeichk- neten dre hiejigen Schulkinder 365 Mk. zur 6. Kriegsanleihe, o Rödgen, 13. 2lpril. Ein Sohn unserer Gemeinde, der Oehver Kraushaar aus Trais-Horloff, hielt am letzten Feierragabend rm neuen Schulsaal einen längeren Vortrag über die Ver- MAwg der Städte mit Lebensmitteln. In betvegten Worten ntauoerte er die Notlage der Städte und die h-ilige Pflicht des! ^landbewobners, dem armen Bruder in der Stadt mit seinen über- Uünrgen Nahrungsmitteln zu helfen. Der Vortragende endete mit ^'ur Ruse: Serd einig, einig, einig! — Derselbe Vortrag wurde auch in der Kirche zu Annerod gedilten. Rödgen, 13. April. Wegen tapferen Verhaltens vor i>em tfeutbe ivnrdc dem Musketier Karl Baiser, So du des Landwirts Heinrich Balser X., welcher seit April vorigen Jahres cm rzelde steht, zu Ostern das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Kreis Büdingen. = Büdingen 13. April. Tie Bürgermeisterei ordnete für alle Grundstücke der Gemarkung Büdingen, soweit sie mit Gemüsen Mw. bepflanzbar sind, den Pflanz zwang an. -8- Schwickartshausen, 13. April. Auf dem Felde der Ehre starb der Musketier Heinrich Weber. # D ü de lshcim , 13. April. Nach 32 monatlicher treuer Pflichterfüllung starb der Unteroffizier Karl Meininger. Kreis Schotten. # Schotten, 13. April. Das Eiserne Kreuz, vorher Hessi- > cfve Tapferkeitsmedaille, erlstelt der Unteroffizier Gg. S p a m e r IV. 8 Herchen Hain, 12. April. Unsere Gemeinde, welche seit der Versetzung unseres langjährigen Pfarrers R ö m e r in vorigem HerWe verwaist war und seitdem durch Pfarrer H e g y, Burkards, vertreten wurde, ist nun auch wieder durch Pfarrer Vogt, Geln- baar neu besetzt worden. — Die Gemeinde hat auch wieder einen Lehrer bekommen, denn seit August 1914 ist kein eigener Lehrer an hiesiger Schule tätig gewesen. Pfarrer Römer erteilte seit Ausbruch des Krieges bis zu seiner Versetzung im vorigen Herbste den Schulunterricht und seit dieser Zeit bis zu Ostern vertrat Sckml- verwalter Moxter, Sichenhausen, die Stelle. Schulverwalter Knecht aus Dietzenbach ist nun einstwnlen bis zur vollständigen Genesung seiner Verwundung nach, hier besckieden. Starkenburg und Rheinhessen. = Pfeddersheim, 12. April. Wildernde Hunde drangen in -einer der letzten Nächte in einen Pferch und bissen mehr als 150 Schafe tot, die von zwei durchreisenden Schäfern während der Nacht dort untergebracht w-aren. Hessen-Nassau. mr. Frankfurt a. M., 13. April. Der Magistrat hat der Erhöhung des Milchpveises von 1,10 Mk. auf 1,20 Mk. für Kurmilch^fernster Qualität zugestimmt. — Dieser Tage fand in hiesiger Stadt eine Konferenz der Bürgermeister und Landräde des Regierungsbezii^es Wiesbaden statt, die der Regierungspräsident Tr. von Meister leitete. In der Hauptsache wurde über die am 15. April eintretende Verkürzung der Brotration verhandelt. Es besteht aber die feste Hoffnung, daß die Erfatznahrungsnlittet, Kartoffeln und Fleisch, pünktlich eintreffen werden, so daß die städtische Bevölkerung ausreichend damit versorgt werden kann. X Hanau, 12. April. Vom 15. ds. Mts. ab wird im Stadt- und Landkreise Hanau der Höchstpreis für 1500 Gramm Roggenbrot oder Roggenschrotbrot 54 Pfg., .der Höchstpreis für 75 Gramm Weißbrot oder Weizenschrotbrot 7 Pfg. betragen. — Ein Wohltäter, der ungenannt bleiben will, hat der Stadt Hanau 50000 Mark gestiftet für die'Zwecke der Säuglings- und Kinderfürsorge. vermischtes. Großfeuer. E roßen a. d. O., j!3. April. Jü Zettitz bei Günthers berg wütet seit gestern nachmittag ein Gvoßfeuer. Bis jetzt sind ihni zehn Besitzungen zum Opfer gefallen. Eine Kompagnie Soldaten ist zur Hilfeleistung abgegangen. Königsberg (Pr.), 13. Aprils (MTB.)Bei Schilleningken (Kr. Niedernnch durchbrach der Rußstrom an zwei Stellen den Damm. Viel Pieh ist umgekommen. Mehrere Familien werden vermißt. * Berlin, 12. April. (Priv.-Tel.) Die „B. Z." meldet aus Budapest: lieber den Zusammenstoß des Personendampscrs „Zriny" mit einem Frachtdampfer wird noch berichtet, daß der „Zriny" 480 Personen an Bord hatte, von denen 30 vermißt werden. Der Kapitän des Frachtdampsers scheint die Gefahr zu spät erkannt und den Zusammenstoß durch ein falsches Manöver herbeigeführt zu haben. Der Zusammenstoß lvar so stark, daß „Zriny" mit dem Äug sofort sank. Es entstand eine Riesenpanik. Frauen und Kinder wurden niedergetreten und über ihre Körper hinweg ttachtete jeder danach, sich zu retten. Die Besatzung leistete geradezu Unmenschliches. Das Schiss konnte auf eine Sandbank gebracht werden und später gelang es dem Kapitän, das Schiff ans User zu bringen, wo das Aussteigen der Passagiere ermöglicht werden konnte. Bern, 12. April. (WTB. Nichtamtlich.) Ein Kabeltclegramm der Agentur Radio aus New dar? meldet, daß bei der Explosion der Balduin werke außer 150 getöteten Frauen, noch 200 vermißt werden. In Taumton, Staat Massackusets, sei eine andere Fabrik durch Brand zerstört ivordcn. Auch hier sec der Schaden sehr groß. Dir Bark „Tinto". Tie Liste der Heldentaten deutscher Seeleute in diesem Kriege ist durch eine neue ganz hervorragende Leistung vermehrt woroen: Am 31. März ist nach einer Fahrt von 124 Tagen die nach seemännischen .Begriffen uralte chilenische Bark „Tinto", von Chile kommend, in den norwegischen Hasen Drontheim eingelaufen. Sie führte 28 junge deutsche Saeleute an Bord, die. bei Kriegsausbruch in Chile zurückgehalten, nun nach mehr als zw ieinhalb Jahren die Gelegenheit gesucht und gefunden haben, in abenteuerlicher Reises die Heimat zu erreichen, um sich zu militärischer Dienstleistung dem Vaterlande zur Verfügung zu stellen. Das Segelschiff, mit dem die jungen Helden die 1200 Seemeilen zurückgelegt ^haben, ist ein Vartschifi, das bereits das ehrwürdige Alter von 64 Jahren erreicht l)at und 469 Vruttoregister- tonnen hält. Die „Tinto" gehörte einem deutschen Kaufmann in Ejalbueo. der sich beroch erklärte, das Schiff seinen jungen Ländsleuten für 80 000 Pesos zu verkaufen. Das Geld wurde von deutschen Herren in Valparaiso vorgeschossen, die auf die Rückzahlung verzichteten, vielmelxr bestinimten, daß das Schiff nach glücklich vollzogener Reise zugunsten *des deutschen Roten Kreuzes verkauft werden solle. Tie Besatzung, nieist frühere Seeleute des „Norddeutschen Lloyd", war beretts an Bord, als der französische Konsul in Port Mont, wo die Bark lag, Wind von der Sache bekam und dem englischen Gesandten in Santiago Anzeige erstattete. Tie Folge war eine mehrere, Wochm dauernde Untersuchung, die aber kein Ergebnis Chatte. Tie Deutschen traten auf einem anderen Schiff die Reise an, das mit der „Tinto" ein Stelldichein in einer anderen chilenischen Hafen der Bucht von Corcovado vereinbart hatte. Nach großen Scknvierigkeiten wurde die Bark Finten angetroffen und die Reise über die Falklandsinseln, wo sie eine Warnung vor der „Möve" aufsing, über die kleine Insel St. Paul unter er- lieblichen Gefahren fortgesetzt. Bei den 'Shettandsinseln passierte die Barke das Gebiet der beutkfcn Seesperre und wurde am/ 25. Adärz von dem britischen Kreuzer „Minotaur" anfgehalten, kam aber infolge ihrer Verkleidung als nvr!vegisck)er Segler „Eva" wieder frei. Wenige Tage später ivurde die Bark durch widrigen Wind gezwungen, in Drontheim einzulanfen. (p war am Svirnabend, den! 31. März. Ein. norwegischer Marineoffizier, der anderen Tages an Bord kaut und dem man angab, die „Tinto" — die inzwischm wieder ihren alten Namen angenommen und die chstenis-che Flagge gehißt hatte — hai>e ursprünglich 'direckt Nack) Deutschland ivvllcn, aber wegen Segelhavarie die norwegischen Genmsser an laufen müssen, war durch diese Angaben um) den Befund durchaus zufrieden gestellt und erklärt, daß die norwegischen Marinebehörden Schiss und Besatzung keine Schwierigkeiten bereiten würden. Noch am selben Tage, dem Sonntags ging die Mannschaft an Bott», um mit der Eisenbahn über Kristiania die Fahrt nack) Deutschland anzutreten. Die „Xbüjy" aber ist nach so tapfer überstandener Fahrt tatsächlich versteigert rnrd der Erlös dem Roten Kreuz überwiesen worden. Große entzlifche Verluste. Genf, 12. April. Der Berichterstatter des „MatiM^ in Haigs Hauptquartter teilt mtt, daß die englischen An^ sttengungen, nordwestlich von Virny gegen Angres vorzustoßen, erfolglos waren. Die englischen Opfer während der letzten 24 Stnnde-n seien sehr erheblich. Angres fest in deutsther Hund. Genf, 12. April. Trotz gewaltiger englischer Anstrengungen ist laut „Temps" Angres fest in deutscher Hand. Die russische Revolution und die Armee. Bern, 12. April. In der „Tribuna" vom 5. April erklärt der angesehene italienische Militärkritiker General Corsi ,daß die Folgen der russischen Revolution in militärischer Hinsicht keineswegs leicht zu nehmen seien. Auf all^ Fälle ist damit zu rechnen^ daß die Revolution eine Veränderung in den Anschauungen über Disziplin des russischen Heeres zur Folge hat, die die Offensivkraft der Armee stark beeinträchtigen werde. Der norwegische Sozialistenführer über Rußland. Wien, 12. ^lpttl. Tie „Neue Freie Prgsse^' veröffentlicht eine Unterredung ihres Korrespondenten in Christtania mit dem Führer ; bcr norwegischen Sozialisttnpartei Buen. Tiesar erklätte, er wisse ' eigentlich zu wenig über das, was im Innern Rußlands vor sich gehe, zu wenig, um Voraussagen zu können, ob die Gemäßigtem oder die Exttemen ans Ruder kommen würden. Jedenfalls ettvarte er Gutes von jedem derartigen Turchibruch Wir betrachtan es, sagte er, immer als einen Vorteil, wenn das russische Volk erwacht, weil es unsere Ansicht ist, daß die russische Bewegung die einzig mögliche Bedingung zum Frieden zwischm alten Nationen ist. ^Nach Ansicht Buens werden die bürgerlichen Elenrente vorläufig die Situation beherrschen, aber die Sozialisten werden dann eine Revr>- lntion innerhalb der Revvlutton machen müssen, wobei das Volk hoffentlich derarttge Kraft entwickeln wird, um die Situation xir beherrschm, so daß der Friede geschlossen werden muß. Wenn di« die Sozialisten der kriegführenden Parteien soiveit gekommei! sind, daß sie einander begegnen können, dann erst können Skandinavier mit Schweizern /und Holländern die vermittelnde Rolle übernehmen, etlvas, lvas wir von Herzen wünschm, schloß Buen. China wartet! Kopenhagen, 12. April. „Morning Postt" meldet ans Shanghai, die chinesische Regierung habe Deutschland noch nicht den Kwieg erklären können, lveil eine Anzahl van Militärgouverneuren gegen den Krieg sei. Auch innerhalb der .Handels kr eise herrsche bedeutender Widerstand gegen die Kriegserklärung. Der Korrespondent hofft, daß es ttvtz alter Hindernisse nicht mehr lange dauern werde, bis die Kriegserklärung an Deutschland Tatsache geworden sei. Schwedens Kohlenmanget. K v p e u ha gen, 12. 2lpril. (WTB. Nichtamtlich.) „National- ttdnrde berühret aus Stockholm: Tie Direktion der schivcdischen Staats bahn stellt eine Ittttersuchmtg an über die Möglichkett der Einführung von Holzseuerung in den Zügen der Stcmtseiscubah»!. j Falls das Ergebnis günstig ist, sollen alle Wälder in einer Tiefe ' von 3 Kilometer ausgenützt werden. Tie ?lusgaben werden auf. 30 Millionen Kronen geschätzt. Die Ausführung des Planes dürfte» eine geringere Zuggeschwindigkeit mü» teuerere Fahrkattenpretfe! zur Folge haben. Kaiser Karl. Wien, 12. April. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des k. u. k. Telcgraphenkorrespondenzbureaus. Der Kaiser traf heute mittag aus Luxemburg ein und erschien bei dem Minister des Aeußeren Grafen Czernin im Ministerium des. Lleußeren. Nachher kehrte er nach Laxemburg zurück. Amtlicher Teil. B e 1 r.: Inanspruchnahme der Vorräte vvn Brotgetreide und Hülsenfrüchten. An den Oberbürgermeister zu Gießen und die ß>roßh. Dürger- mcistereien der Landgemeinden de§ Kreises. Nach soeben eingetrvffener Bestimmung des Präsidenten des Kttegsernälmungsamtes sind sür Hülsenfrüchte zu zahlen: bei Erbsen. 20,50 bis 30, Rtt. sür den Ztt, „ Bohnen. 20,50 „ 35,— „ „ „ , " crr j C r* r. 20,50 „ 37,50 „ „ „ " Zckerbchnen .... 20,50 „ 25,— „ „ ., „ „ Pelwchken .... 20,50 „ 25,— „ „ „ „ „ Gemenge je nach Zusammensetzung . . . 19,— „ 22.50 „ „ „ „ • Gießen, den 13. April 1917. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. 11 n ii fl t r. ^üewinn-Auszug der (235. KöoißUch Preuss.) Klassen-Lotterl© 9. Preussisch-Süddeutschen I. KIasss. 1. Ziehungstag. 11 April 1917. Aaf Jede gesogene Nummer clnd xnel gleich hohe t.e- wlane gefallen, and rwar Jo einer nal die Lose gleicher -lummer In den beiden Abtollnngen 1 and II (Otum Gewähr.) (Nachdruck verboten.) % I» der Vormitlagszicbung worden Gewinne über 132 Mark gezogen, t Gewinne zu 60000 M 131760 4 Gewinne zu 5000 M 58224 198021 10 Gewinne zu 3000 U 02340 128747 18110» 202662 219036 8 Gewinne zu 1000 M 05148 95832 101989 104549 30 Gewinne zu 500 M 12780 23661 81580 61274 87480 80299 100853 111469 134738 154859 178020 189447 207722 224581 228156 78 Gewinne zu 400 M 1819 6373 20082 2300» 25074 34562 43770 46334 49605 43690 53620 68354 69356 72090 750L7 33752 84956 91143 105364 110596 119294 119713 124238 130406 136552 137193 141163 149492 153871 157312 174429 175522 104753 198366 207733 213160 218956 219818 228491 In der NacbmitlngszieJmng wurden Gewinne über 1D2 Mark gezogen. 2 Gewinne zu 100000 M 67994 2 Gewinne zu 10009 M .100217 4* Gewinne zu 5000 M 154537 20126» 4s Gewinne zu 3000 M 50303 .94236 14 Gewinne zu 1000 M 10942 64761 123345 131940 187417 1J6977 203753 22 Gewinne zu 500 M 17298 57154 60440 65831 102109 363324 101776 190174 197504 219070 228241 82 Gewinne zu 400 M 3020 19058 24162 29491 33314 33743 33778 3530V 36002 44664 44870 51064 56676 03563 76714 73389 84381 00807 91963 10320S 122147 1262-4 131970 140084 144866 150602 157576 301792 103038 -165291 109033 173902 188137 138450 183063 19577t 202338 210544 213624 213669 218964 Ml Zi in m er (rle i ,n.c 1 » stich wie Maschine. 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Mts., abends 8 Uhr (25 Mr. AistllsBag) Versammlung im Eisenbahnhotel. 2961 Der Vorstand. Holzsnbmifsion. Mittwoch, den 18. April 1917, vormittags 8 Ubr, werden folgende Holzsorttmente aus den hiesigen Waldungen im SnbknisstonSwege von Unterzeichneter Bürgermeisterei vergeben: LoS 1, Distr. Langebruch (Forstwartei 2) Eichen-Stämme: 2 Stück mit 2,38 Fstm. 2. Kl., 22 Stück mit 30,45 Fstm. S. Kl.,- 44 Stück mit 38,84 Fstm. 4. Kl., 6 Stück mit 4.14 Fstm. 5. Kl. Bncheu-Stämme: 8 Stück mit 9.90 Fstm. 2. Kl.,- 18 Stück mit 14,04 Fstm. 3. Kl.: 3 Stück nnt 2,27 Fstm. 4. Kl. Kiefcru-Stämme. 1 Stück mit 2,16 Fstm. 2. Kl.,- 7 Stück urit 6,72 Fstm. 3. Kl.; 6 Stück mit 3,71 Fstm. 4. Kl.,- 80 Stück mit 28,53 Fstm. 5. Kl. Fichten-Stämme: 3 Stück mit 8,85 Fstm. 2. Kl.) 6 Stück mit 5,73 Fstm. 3. Kl.) 3 Stück mit 1,74 FstM. 4. Kl.,- 8 Stück mit L77 Fstm. 5a. Kl.) 10 Stück mit 2,63 Fstm. 5b. Kl. Kiefern-Derbslansen: 5 Stück mit 0,52 Fstm. 1. Kl. Los 2, Distr. KaulSköppe Kieferu-Stämme: 12 Stück mit 7,57 Fstm. 3. Kl.) 36 Stück mit 20,21 Fstm. 4. .Kl.) 998 Stück mit 257,94 Fstm. 5. Kl. Fichten-Stämme: 7 Stück mit 5,99 Fstm. 3. Kl.) 3 Stück mit 1,56 Fstm. 4. Kl.; 7 Stück mit 2,59 Fstm 5a. Kl.) 5 Stück mit 1,21 Fstm. 5b. Kl. Lärchen-Stämme: 4 Stück mit 2,61 Fstm. 4. Kl.) 22 Stück mit 8,53 Fstm. 5.Kl. Kiesern-Derbstangen: 36 Stück mit 3,54 Fstm 1. Kl. Los 3, Distr. Fm Tbal Kiefern-Stämme: 5 Stück mit 4,63 Fstm. 3. Kl.,- 19 Stück mit 15,78 Fstm. 4. Kl.) 251 Stück mit 56,68 Fstm. 5. Kl. LürchenStämmc: 9 Stück mit 2,80 Fstm. 5. Kl. tticsern-Terbstangen: 1 Stück mit 0,10 Fstm. 1. Kl. Fichten-Ttämme: 1 Stück mit 2,26 Fstnr. 2. Kl.,- 5 Stück mit 6,93 Fstm 3. Kl.) 8 Stück mit 7,89 Fstm. 4. Kl.) 32 Stück mit 20,60Fstm. 5a. Kl.230 Stück mit lA,53 Fstm. 5b. Kl. Angebote sind nach Losen und Klagen getrennt, bis zu obigem Termin, verschlagen, mit entsprechender Aufschrift versehen, bei unö einzuretchen. Angebote mit zusammengezogenen Losen oder Klassen, sowie solche, mir Vorbehalt oder dergl. versehen, werden nicht berücksichtigt. Forstwarr Franz dahier zeigt auf Wunsch das Holz vor. Allendori a. d. Lumda, den 12. April 1917. Grobherzogliche Bürgermeisterei Allendori a. d. Lumda: Rein. 2959 Gewinn-Auszug der 9. Prenssisck-Süddeutscneu (235. Königlich Prenss.) Klassen-Lotterle 4. Sla3«e. 2 . Ziehtni]j«taß-. 12. April 1917. Anf Jede g«*oc«iie Ximbw Rind rwel gleich hohe »!► -rrlane gefallen, nnd rrar }e einer aof die Lm* gleich»? .laimaer In den beiden Abtelingen 1 and 11 (Oha® Gewähr.) (Ntchdrnck Tcrbotn.) In der Venn itiAgsiiehnnfi* wardea. Gewanne 192 Mark gezogen. 4 Gewinne rn 40000 M 64326 2 Gewinne rn 20000 M 216öS» 2 Gewinne tu 16000 M 105607 2 Gewinne zu 10000 M 219894 4 Gewinne ru 3000 M 106150 202401 14 Gewinne rn 1000 M 13694 14343 60191 110666 186705 227361 20 Gewinne m 600 M 45632 47682 68826 138659 150148 156041 173921 191659 199136 C3 Gewinne zu 400 M 4170 6356 7613 17236 28103 26076 40414 43034 64113 68217 75764 79782 83642 87742 109967 110662 113691 133706 139361 152023 154607 176362 176748 184147 192151 194867 206712 213266 214827 Ober 67231 122263 12833 68918 132295 181993 225614 In der Nauiwtt&ufsxlehun# wnrden Gewinn* Ober 192 Martt gezogen. - 2 Gewinne rn 6000 M 181168 2 Gewinne zu 3000 K 64100 14 Gewinne zu 1000 M 10606 20622 24400 ST833 «2873 82882 172921 __ ir 28 G-Wiune ZW 500 H 28661 34341 76005 797so 8732', 112720 153662 164881 158981 I80386 172887 189446 193665 206912 _ 72 Gewinne zu 400 M 686 835 1460 2008 606« 14530 22793 26820 27487 31744 SS648 38341 4283« 46106 6'864 97166 96966 100019 103676 108230 107980 '10009 J 30389 130561 143444 143905 145-588 1O8S01 135016 191662 194535 127279 207066 218739 22145t 221675 * Di« Ziehung der 6. Kl*»»e findet $Uil von» «, Utl Au 4. Jtnu 1911- Gartenarbeit übernimmt Wilhelm Lang, Wetzstein- gasse 5. 02226 K 1/17. HimDttsteigernnn. Freitag, den II. Mai, vorm. 9 * 1 2 * l /s Ubr, soll aus hiesigem Amtsgericht Zim. 14, das dem Konrad Karl Loth zu 1 /o und dessen verst. Ehefrau Margarete geb. Kautz zu V* zugeschriebene Grundstück der Gemarkung Gietzen Fl. I Nr. 380-112 qm Hof- reite (Brandgasie5) zwangsweise versteigert werden. Die amtsgerichtliche Ver- sügung ist im Ortsgerichts- zimmerösientlich ausgehängt Gietzen, 22. Februar 1017. Grotzb. Ortsgericht. Simon. !17038 Teftierbnch grün, wabrsch. in roterElck- irischen liegen geblieben. Abzugeb.geg.Bel. b. klLvdor^ Laz. Siechenanstalt. lv2230 Verloren Mittwoch abend 8 Udr scknv. Portemonnaie mit 20ML. Papiergeld von Stein- stratze, Bäckerei Horn, bis Weserstr. UmRückgabe g.Bel. bittet v. Krnse, Weserstr. 16. A!le Reparaturen schnell und preiswert Gebrüder Waag Schirm-Fabrik Gießen, Seltersweg Nr. 58 Vereinigler im ü, -Ptlegeverein Ciesssn. Uonatsvcrsamiiilnng am Sonntag, den 1.1. April, nachmittags 3'/- Ubr, im Lv8»s»edsll Sol. T.-Ö.: 1. Bericht. 2. Satz- ungsberatung. 3. Wahl des Siallschauausschusies. 4. Vorstands-Ersatzwahl. 5. Vereinsdiener. 6. Verschiedenes. Erscheinen dringend erwünscht. vor Vorstand. und Dampnahteilnng Samstag, den 14. Avril: Uambriisuo. l2973v terB Dir.: Hermann Steingoetter. Freitag, 13. April 1917, abends 7 1 / a Uhr: Gewöhnl. Preise lcrmühigt). 13. Freitags-Abonnements- Vorstellung Neuheit: Neuheit! GereiclMLt. Ein Akt von Mar Friedrich. Hieraus: [2977>o Lustspiel in 3 Akten von Ludw. Fulda. Sonntag, 15. Avril 1917, nachmittags 3'/? Uhr: Neuheit. Gewöhnl. Preise. Der SoliM der Marie. Operette in drei Akten von Leo Ascher. Abends 7'/s Uhr: Kl. Preise'. Kl. Preise! Heimat. Schauspiel in 4 Akten von Herrn. Sudcrmann. Allg. Denlscb. Franenverein Ortsgruppe Gietzen. Auskunftstelle für Frauenberufe. Frauen u. Mädchen erhalten unentgeltlich Rat und Auskunft Jür alle Berufe imaltenRathaus, Marktvlatz 14, Dienstag abends von 7 bis 8 Uhr. Rechtsschutzstelle. Frauen u. Mädchen erhalten unentgeltlich Rat und Auskunft in RechtSaugelegeuheiten im alten Rathaus Marktplatz 14 Mittwoch abends von 7—9 Uhr. (4D Fuhren werden angenommen 02224 Walltorttraße 5. SteikkMeMzuMeseWWWll. Eisormbrikctts Abgabe Samötag, den 14. April von 7—12 Ubr und von lVa—5 Ubr. Nummerkarten 101—250 sind nur gültig und müssen vorher gegen Bezugsscheine, unter Vorlage der letzten Quittung bei dem Vorsitzenden A. Dickore, Schanzenstratze 8 umgetauscht werden. _ 2976 D Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gietzen. Bekanntmachung. Die im März I960 geborenen Landsturmpflich- tigeu der Stadt Gietzen müssen sich am 16. d. Mts. vormittags von8—12 Uhr u. nachmittags von2biS6Uhr im alten Rathaus am Marktplatz zur Landsturmrolle melden. Auswärts Geborene haben bei der Anmeldung ihren Geburtsschein vorzulegen. 28598 Gietzen, den 4. Avril 1917. Der Oberbürgermeister: Keller. _ Fettverteilung.. Von Montag, beu 16. d. Mts. ab, wird gleichzeitig mit der Butter in den Verkaufsstellen der Molkerei Gebr. Grieb Vs Pfund Fett oder Margarine oder Rindertalg verausgabt. Tie Bezugsmarke Nr. 6 der Lebensmittelkarte ist bei Entnahme des Fettes abzuliefern. Gießen, den 12. dlpril 1917. 2965B Ter Oberbürgermeister: Keller. _ Tauer im Sinne der Brotversorgung nicht zu erblicken. Tie Regel soll jedenfalls auch bei längeren Reisen die Aushändigung der Reichsreisebvotmarken, nicht aber die Ausstellung eines Brvtmarkemneldescheins sein. Ten nachstehenden Zusatz zu der Bekanntmachung vom 23. Oktober 1916 wollen Sie neben Vorstehendem ortsüblich bekannt machen und die betreffenden Gewerbetreibenden daraus Hinweisen. Gietzen, den 23. März 1917. Großherzvgliches Kreisamt Gießen. D r. U s i n g e r. Bekanntmachung. § 1. Die Bekanntmachung vom 23. Oktober 1916 erhält mit Genehmigung Grotzh. Ministeriums des Innern vom 20. März 1917 zu Nr. M. d. I. III. 6581 in 8 1 folgenden Absatz 2: Bei «Verabfolgung von Gebäck und Mehl gegen Reicks- reisebrottnarken haben die Bäcker, Händler, Gast- und Schankwirtschaften usw. sofort nach Empfangnahme dieser Brotmarken den rechts von der Ritzlinie befindlichen Teil der Marke abzutrennen. In Gast- und Schankwirtschaften hat die Mtrennung nicht durch die Bedienung, sondern durch die Person zu erfolgen, die das Gebäck an die Bedienung abgibt. Der abgetrenntc kleine Teil braucht nicht aufbewahrt zu werden. Diese Bestimmung tritt mit dem Tage der Verrissen t- lichung in Kraft. 2962k Gietzen, den 23. März 1917. Großherzogliches Kreisamt Gietzen. D r. U s i n g e r. Schlüsselwaren-Berteilung. (Grieß und Teigwaren.) 1. Wer Grieß und Teigwaren beziehen will, hat den Bezngsabschnitt 4 der Lebensmittelkarte von Montag, den 16. April 1917 bis Mittwoch, den 18. April 1917. in einem Kleinhandelsgeschäft der Stadt Gießen gegen Aushändigung einer Ausweiskarte, auf der die Firma des Geschäfts und die Zahl der abgelie-erten Abschnitte angegeben sind, ab zu geben. Wer in dem vorgenannten AÄpunkt den Bezngsabschnitt 4 nicht abgibt, kann bei der Verteilung nicht berücksichtigt werden. Tie Ausweisnummern können von den Klein Handelsgeschäften Samstag, den 14. April 1917 auf dem Lebensmittelantt in Empfang genommen werden. 2. Tie Kleinhandelsgeschäste lxrben die Abschnitte ans Vogen auszukleben und mit einer Ausstellung über die Gesamtzahl der vereinnahmten Abschnitte am 19. Avril 1917 dem städt. Lebensmittelamt zur Prüfling einzu- reichen. „ _ Die ein gereichten Abschnitte dienen als Grundlage für die Zuteilung an die Klein'hondelsgeschäfte: sie erhalten Bezugsscheine zum Bezug der erforderlichen Waren von Großhändlern der Stadt Gietzen. 3. Tie Menge an Grieß und Teig waren, die auf jeden Abschnitt entfällt, sowie der Beginn der Ausgabe werden noch bekannt gegeben. 29688 Gietzen den 12. April 1917. Ter Oberbürgermeister: Keller._ ^Nachstehende Bekanntmachungen bringe ich hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den.10. April 1917. Der Oberbürgermeister: Keller. Bekanntmachung. Betr.: Regelung des Verkehrs mit Brotgetreide und Mehl: hier: die Reichsreisebro tmarkeu. Unter Bezugnahme aus die Bekanntmachung vom 23 Oktober 1916 (Kreisblatt Nr. 136 von 1916) und vom 23. Januar 1917 (Kreisblatt Nr. 17) teilen wir mit, datz die Reichsgetreidestelle mit Rücksicht auf die Gefahr der Fälschung von Reichsreisebrotmarken die Marken insofern geändert »hat, als sie einen Wertpapierunterdruck erhalten, der sich durch einen im grauen Felde stehenden weißen Reichsadler kennzeickmet. Tie Reichsreisebvotmarken werden in dieser neuen Gestaltung schon von jetzt an zur Versendung gelangen, doch ist zum Aufbrauchen der seither ausgegebenen Reichsreisebrotmarken ftlr ihre Weiter- verwendnng eine Frist bis 15. Llpril laufenden Wahres gewährt :wrden. Eine Werterverwendung über dreien Zeitprmkt 'hinaus ist ausdrücklich untersagt, so daß von Beginn des 16. April l. Js. ab nur noch die neuen Rerchs- reisebrotmarken mit Unterdrück Gülttbkeit besitzen. Unr einen Mißbrauch von Reichsreijebrvtmarken, aus die bereits Gebäck oder Mchl bezogen worden ist, unmöglich zu machen, ist eine Entwertung vorgeschrreben worden Tie neuen Rerchsreisebrotmarken sind deshalb laus lxw rechten Seite, in senkrechter Richttmg ettva 1 Zentimeter vom istande entfernt, eingerissen und haben die in Betracht kommenden Gewerbetreibenden ent- spreckend dem untenstehenden Zusatz zu § 1 der Bekannt- mackmng vom 23. Oktober 1916 zu verfahren. Bei dieser Gelegenl)-eit weisen tvir darauf hm _(§ 2a der Bekanntmachung vom 23. Januar 1917), daß die Bestimmung, wonach ein Brotkartenabmeldeschem auch bei polizeilick)en Abmeldungen „aus Reisen für unbestimmte Zeit" ausgestellt iverden kann, erlassen worden ist, um das Nachsenden von sireichsreisebrvtmarken in dem Falle zu ersparen, daß jemand ohne Wechsel des Wohnsitzes auf Monate hmaus oder auf noch längere Mt verreist, ohne daß der Endtermin der Reise auch annähernd von vornherein bestinkmt werden kann. Wenn dagegen temand nickst weiß, ob er z. B. in drei oder vier Wochen m 2 oder 3 Monaten usw. nach seinem Wohnsitze zurück- kehren wird, so ist ^hierin eine Reise von unbestimmter Nachstehende Bekanntmachung bringe ich hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 10. April 1917. Ter Oberbürgernieister: Keller. Bekanntmachung. Betr.: Regelung des Verkehrs mit Bvotgetteide und - Mehl aus dem Ernteiahr 1916. Das Direktorium der Reichsgetreidestelle hat mit Zustimmung des Kuratoriums und mit Einverständnis des Herrn Präsidenten des Kriegsernährungsanils gemäß § 14 der Verordnung über Brotgetreide und Mehl aus der Ernte 1916 (Reichsgesetzbl. S. 613/782) folgendes beschlossen: 1. Die als Höchstverbrauch zulässige Tageskopfmenge an Mehl für die versorgungsberechttgte Bevölkerung wird auf 170 Gramm festgesetzt. 2. Die gemäß 8 6 der Brotgetteideverordnung den Unternehmern landwirtschastlicher Betriebe aus ihreii Vorräten zur Ernährung der Selbstversorger auf den Kopf und Monat zu belassende Getreidenienge wird auf 6Vs Kilogramm festgesetzt; dabei entsprechen einem Kilo- granim Brotgetreide 940 Gramm Mehl. 3. Tie an jugendliche Personen im Alter von 12 bis einschließlich 17 Jahren gewährte sogenannte Jugendlichenzulage von 50 Gramm Mehl auf den Kopf und Tag fällt weg. 4. Tic den Kommunalverbänden zurzeit zu Ztvecken der Gewährung von Schwerarbeiter- und Schwerstarb eiterzula gen besonders zugeteilten Mehlmengen werden um je 25 v. H. gekürzt. Tie Festsetzung zu 1 bis 4 treten mit dem 16. April l. Js. in Kraft. Gießen, den 28. März 1917. 29638 Grotzherzogliches. Kreisamt Gießen. _Dr. Usinger._ Auf Grund des Gesetzes betr. Höchstpreise vom 4. August 1914 bestimme ich für dir Stadt Gietzen: 8 1. Als Höchstpreis werden festgesetzt für a) B r o t 1. für den 3-Pfund-Laib Brot 50 Pfennig, 2. für den I-Psnnd-Laib Brot 17 Pfennig. 3. für Brot aus Weizenmehl 0 das Pfund 30 Pfcrrms. b) Brötchen mit einem Verkaufsgewicht von 50pw 4 Pfennig, ' e) M e h l in: Kleinverkaus 1. Roggenmehl das Pfund 19 Pfennig, 2. Weizenbrotmehl das Pfund 23 Pfenrng, 3. Weizenmehl 0 das Pfimd 28 Pfennig. 8 2 . Ueberschreitungen der Höchstpreise werden mit Gefängnis bis zu einem Jahr vder mit Geldstrafe bis zu zehntausend Mark bestraft. 29648 Diese Verordnung tritt' am 16. April 1917 in Kraft. Gießen, den 10. April 1917. Ter Oberbürgermeister: Keller._, Betrifft: Verkehr mit Brotgetreide und Mehl. Auf Grund der Bekanntmachung des Stellvertreters des Reichskanzlers vom 29. Juni 1916 i'iber Brotgetreide und Mehl aus der Ernte 1916 bestimme ich unter Aufhebung meiner Bekanntmachung vom 19. März 1915: 8 1. In der Stadt Gießen dürfen nur gebacken werden: 1. Einheitsbrote mit einem Verkaufsgewicht von 3 und 1 Pfund. Das Gewicht muß 24 Stunden nach deni Backen vorhanden sein. 2. Brötchen mit einem Verkaufsgttvicht von 50 Gramm, 3. Zwieback. * § 2 . Backwaren aus Weizenmehl 0 dürfen nur noch aut ärztliche Verordnung gegen eine vmi dem Lebensmittelamte ansgestellte Bescheinigung hergcftellt werden. Tie Ausgabe des Weizenmehls 0 erfolgt durch die städtische Mehlverteilungsstelle. 8 3. Alle Backwaren dürfen nur nach dem Gewicht verkauft werden. • 8 4. Auf Kvrchiivreien findet diese Bestimmung kerne Anwendung. § 5. 'Zuwiderhandlungen werden mit Gefängnis bis zu 6 Renaten oder Geldstrafe bis zu 1500 Mark bestraft. Tie Verordnung tritt am 16. April 1917 in Krastt G i e tz e n, den 10. April 1917. 29678 Ter Oberbürgermeister: Keller. Das im Monat März d. Js. fällig gewesewe 6. Ziel Gemeindesteuern und .Kanalgebühren kann iDch bis einschl. 5. Mai ohne Kosten bezahlt werden. Diejenigen, die mit der Zahlung dieses Zieles noch im Rückstände sind, werden hiermit gemahnt, die Abgabe bis zum 5. Mai an die Stadtkasse zu entrichten. Ueberweifungen iin Postscheck- und Bankverkehr müssen an genanntem Tage bei der Stadtkasse ebenfalls Mt geschrieben sein, andern- falls die vorgeschriebeneil Psändungskosten zu bezahlen sind. Am 7. Mai beginnt die Beitreibung, wobei die Pfändungskosten erhoben werden. 29668 In der Zeft vom 1. bis 31. März 1917 wurden in den Wagen der städtischen Straßenbahn nachfolgende Gegenstände gefunden: * v 1 Tamenschirm, 1 Herrenschirm, 1 dlewedecke. 3 Paar Tamenhandschul)e, 1 einzelner Kruder- Ixrndschuh, 4 s^eldpoftpaketchen, 1 Feldflasche, 1 Lautcnband, 1 Brustbeutel Tie obigen Sachen können int Berwaltungsgebaildo der städtischen Elektrizitätswerke und Straßenbahn, Zim- mar Nr. 4, in Empfang genommen werden.