Nr. 85 " Der «lstzene? Anzrlser erscheink täglich, außer Sonntags. — Beilooen: Lirtzener Kamttienbiüller; Uieirdlatt kkr den Nrrir Sichen. Sezugspreis: monatl. 90 s Bi„ viertel- jährl. M. 2.65: durch Abhole- lr. Zweigstellen inonatl. 80 Pf.; durch die Post Mk.2.45 viertel- jährl. ausschl. Bestellg. siernftrech - Anschlüsse: sürdieSchrist!c>itungN2 Verlag, Geschäitsstelleol Anschriil für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Erstes Blatt *67. Jahrgang Donnerstag, *2. April *9*7 Postscheckkonto: Frankfurt a.M. **686 nzelger swrllmgsrun-druck u. Verlag: Vriihl'sche Univ.-Buch- rr. ZLeindruckerei R. Lange Vankverkehr: Gewerbeban? Gießen §chnft!ettung, Geschäftsstelle n. Druckerei: §chu!ftr. 7. Tinnaumc von Lnzelzen i. die Tagesnmnmer bis 7 ,uinNachmittag vorher FeUenpreir, f. Anzeigen: örtlich 20 Pf., Vermietungen u. Stellengesuche 15Ps., auswärts 25 Pf., b. Platzvoffchrift 30 Pf., Reklamen 75 Pi.^ bei Plahvorschrift 90 Pst Hauptschristleiter: Aug., Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feililleton: 2l"^. Goetz, Stadt ui-d Lcni^, Vermischt eS u.Dc^ richtssaal: Fr. R. Zen;. Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich ;u Gießen. /ar WTB.) Großes Hauptyuartier, 11. April. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Kronprinz N u p p r e ch 1 von Bauern. Räumlich begrenzte Kampfhandlungen nördlich der Scarpe, bei Gwenchy-en-Gohellc, Farbus und Fampour führten feine Aenderung der Lage herbei. Zu beiden Seiten der Straße Arras — Cambrai fetzten gestern nachmittag nach heftigem Feuer die Engländer starke Kräfte i n b re i t e r F r o n t z u n e u e n A n g r i f f e n ein. Sie sind verlustreich ab gewiesen worden. Seit heute früh sind dort und zwischen Bullecourt und Queant weitere Kämpfe entbrannt. Zwischen der Straße Vapaume—Cambrai rmd der Oise spielten sich nur kleine Gefechte vor unseren Linien ab St. Quentin wurde, wie nn den Vortagen, mit Granaten und Schrapnellen beschossen, ebenso La Fere. Heeresgruppe des Deutschen Kronprinzen. Von Bailly bis Reims nimmt die Artillerieschlacht täglich an Heftigkeit zu. Ein französischer Handstreich gegen unsere Truppen siidöstlich von Berry au Bac rvurde durch raschen Gegenstoß vereeitelt. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Herzog A l b r e ch t v o n Wü r t t e m b e r g. Keine wesentlichen Ereignisse. O e st l i ch e r K r i e g s s ch a n p l a tz. Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. An Aa, Düna, Stochod, Zlota-Lipa und Dnjestr vielfach rege Llrtillerietatigkeit der Russen. An der Front des Generalobersten Erzherzog Josef und bei der Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls vonMackensen Nichts Wesentliches. Mazedonische Front. Nichts Neues. Der Erste Generalauartiermeister Ludendorff. * Der Abendvericht. Berlin, 11. April, abends. (WTB. Amtlich.) Bei Fampour nördlich der Scarpe sind englische Jnfanterie- angriffe, bei R o e u x mehrere Kavalterieattacken gescheitert. Bei M o n ch y und W a n c o u r t auf dem Südufer der Scarpe tagsüber für uns günstig verlaufene Kämpfe. Oestlich von Bullescourt und bei Hargicourt nordwestlich von St. Quentin wurden 10 0 9 Engländer mit 25 Maschinengewehren gefangen genommen. Von Soissrms bis Rr-eims sehr starker Feuerkampf. Im Osten und in Mazedonien nichts Besonderes. Die Ereignisse in Rußland verbergen sich unseren Blicken hinter den Wolken der Zensur. Ab und zu. erleidet jedoch der Mechanisnrus der russischen Zensurschere Störungen, urid dann gibt es einen zeitweiligen Riß in den Wolken, durch freu wir das neue Bild des früheren Zarenreiches staunend bewundern können. Heute ist dies einmal wieder der Fall. Die „Störung'" der Zensur hängt aufs innigste mit den -Strömungen des Systen'.wechsels zus-mnmen. Das Rußland der Mljukow und Tscheidse leidet an einen! Kund- gebungsbedürfnisse. Auf der einen Seite liegt das große Ohr Englands, in das der russische Minister des Aeußern jüngst seine bekannten Ankündigungen und Ziele hinein- gesvrochen hat. Das mußte die Petersburger Telegraphenagentur eilig weiterberichten, denn die Entente will das große Prophetenwort Mitjukows auch nach Gebühr aus- nützen. Da steht jedoch neben Miljukow noch Tscheidse, mit seinem Soldaten- und Arbeiterausschuß. An ihm dürfen wir unsere volle Freude haben. Er vertritt offenbar Wünsche :rnd Ideen, die sich mit denen der Kadetten, der Deiuo- kvatenp artet, so wenig vereinigen lassen, wie Feuer und Wasser. Die „Triftcs", das in diesem Falle nicht unglaub-. würdige Blatt, berichtet uns ein wenig davon. Der Arbetter- und Soldatenausschuß hat beschlossen, eine Llbordnung zu bilden und nach Stockholm zu senden, die die Befugnis haben soll, mit dem Auslande über deir Frieden zu verhandeln. Sie soll Unterhändler ungestört in der Welt herumreisen lasser: dürfen, um das Heil Rußlands zu suchen. Dieses Komitee soll ferner irr der Petersburger Telegraphen- agentur sitzen und die Zensur irr seinem Sinne mitverwalten. Die Tatsache, daß diese schwerwiegenden Wünsche und Beschlüsse nun tatsächlich ganz ordnungsgernäß in die Presse der Welt gekommen sind, beweist, daß die eigentliche Machtsütle gegenwärtig in der: Händen der Arbeiter und Soldaten liegt. Miljukows Portefenilte, .soviel Akten und Entwürfe er darin bergen inag, wird federleicht. Tscheidse und sein Anhang huldigen dern internationalen Sozialismus, und es heißt, in Stockholm wollten die Vertreter dieser Richtung mit Gleichgesinnten aus beit feindlichen Länder-^ mit Herrn Scheidenrann aus Berlin und Dr. Viktor Adler aus Wien, sich treffen urrd beraten. Da^ politische Ziel, die Wesensart dieses Herrn Tscheidse gewinnt also täglich an Interesse. Mittlerweile sitzen die Minister an der demokratischen Parteitafel in Petersburg UND halten neue Reden, denen man es anmerkt, wie schnell die Aussichten wechseln. Miljukow war „so vollkommen unparteiisch, auch den Parteien der Linken die Ehre an der Revolution und der Organisation in den ersten Tagen nach dem Sturze der ölten Regierungsform zuzuerkennen". So berichtet die Petersburger Telegraphenagentur. Der Satz ist vielsagend: man blickt durch ihn wie durch eine halbgeblendete Glasscheibe hindurch. Der Verkehrsminister Nekrasow machte dem Rat der Arbeiter und Soldaten eine noch tiefere Verbeugung. Von einer „Zweiteilung" der Regierungsmacht könne keine Rede sein. Die bestehenden Reibungen zwischen der - Negierung und diesem Rate hätten niemals einen ernsthaften Charakter und könnten immer ausgeglichen werden. Ohne die „Unterstützung" des Rates der Arbeiter und Soldaten könne nicht regiert werden. Nekrasow erwähnte aber schon den Fall, der eintreten könnte, trenn die Minister ihre Machtlosigkeit emp- pfänden, so daß sie zurücktreten müßten. Uns dünkt, dieser Tag der „Machtlosigkeit" ist schon bedenklich nahe gerückt. Auch die provisorische Regierung als solche hat programmatische Grundsätze veröffentlicht. Unsere Leser finden, das interessante Dokument im Nachrichtenteil des vorliegenden Blattes. Es weht darin derselbe Geist der Abhängigkeit vom Rate der Sozialisten, und die vielleicht erzwungene Erklärung bedeutet eine offene Korrektur der großspurigen Rede Miljukows über die Kriegsziele. Feuer und W affet geraten auseinander. Wir hören das Zischen und sind äußerst gespannt auf dieffveitere Entwicklung. * * * Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 11. April. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlauthart: 11. April 1917. Oestlichcr Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Geueralfeldmarschalls von Mackensen. Ein k. u. k. Flieger schoß im Luftkampf über Galatz ent russisches Ni-euport-Flugzeug alr. Heeresfront des Generalobersten Erzherzog Josef. Fm Betas-Gebiet wurden feindliche Vorstöße zurück- gewresen. Unsererseits rege Patrouillenarbeit. Heeresfront des Generalfeldmarfchalls Prinzen Leopold von Bayern. Die russische Artillerietätigkeit nahin stellenweise zu ^-onft nichts zu melden. Italienischer Kriegsschauplatz. Die feindliche Artillerietätigkeit war an der küstenlandi- schen Front gestern im allgemeinen lebhafter und hielt an manchen Stellen auch die Nacht an. Im Gebiet des Etschtales und Garda-Sees setzten die Italiener chr Zerstörungsfeuer gegen unsere Ortschaften beharrlich fort. S ü d ö st l i ch c r Kriegsschauplatz. Unsere Albaner-Abteilungen überfielen mit vollem Erfolg die italienischen Vorposten nördlich von Topoloni Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarsch alleutnaut. * ^ * iuriifojc KonftaUlinopel, 11. April. (WTB.) Türkischer Heere bericht vorn 10. April abends. Kaukasus-Front: Auf unserem rechten Flügel mack eine unserer stärkeren Erkurrdungsabteilungen einen erfolgreich Ueberfall in die feindliche Linie. Der Feind verlor 15 Tow m Zwei Gefangene. Auß-erdein erbeuteten mx 34 Tiere. Aus unser Seite keine Verluste. Jrak-F rout: Seit z'.vei Tagen nahm die Geftchtstätigkr an Lebhaftrgkert wieder zu. Auf dem rechten Digrisufc warf unsere Nachhut eine feindliche Borchtt zurück und sicher dadurch ihrem Gros frei Beloeguugsmöglichkeit zum planmäM Einnehmen einer neuer: Stellung. Auf dein linken Tiarü u f c r stehen unsere Truppen in Gefechtsberührung mit denr Gegnc Gestern farrd lebhaftes Artiklerie- und Jnfanterieseuer statt ' A dem nördlichen «Diala-U fer drängten uirserc vorgeschoben. Truppen eine feindliche Kavalleriedivifion 15 Kilometer wc Zurück, wo sie'emeut Widerstand leistete. Weiter nordöstli hatte ein purch Artillerie und Maschinengewehre unterstützt! feindliches Kavallerieregiment den Tiala übersthriitten Dies, Regiment wurde von unserer Kavallerie über den Fluß zurückgewo mr. Da es dem Gegrrer nicht gelang, seine erste Uebergang^stol z!N!n Rlickzug zu benutzen, ertranken viele feindliche Reiter i Dialafluß. An der persischen Grenze, östlich von Rewanduz, a lang es lunseren Truppen nicht nur, einen Angriff der an ZaI überlegenen Rusien abzuwehren, sondern auch, durch Gegenangri den Feind 20 Kilometer well rn östlicher Richtung zurückzutreibe! der Mazedonischen Front wird lebhaftere fein! liche Artillerretätigkell gemeldet. * * * Das englische .Heer. Rotterdcrmsche Courant" meldet arrs London: Ras L,,Daily Telegraph" faßte die eriglische Regierung kernen Beschluß, welche Schritte sie tun wird, um 5Ö( M a n n für die Armee zu bekommen. Die M necgen augenblicklich dem Gedanken zu, das milill Dieustalter aus 45 Jahre zu erhöhen. Englischer Heeresbericht vorn 10. April. Der Artilleriekamps war im Verlauf der Nacht im^ äußersten Norden der Vimyhöhe lebhaft, von der wir den Feind nicht vertreiben konnten. Gidlich ivurde er zurückg^vorfen, seine Llnstrengungen, einen Gegenangriff zu machen, mißlarrgen. Tie Deutschen wnrderr vom östlichen Hange der Höhe zurückgetrieben. ihre Gegenangriffe obgeiviesen. Unser Vormarsch gestattete uns, Fampoux und die beriachbarten Hänge nördlich und. südlich der Scarpe zu besetzen. Tie Zahl der gestern eingebrachtei: Gefangenen überschreitet 9000. Wir erberctoten 40 Geschütze. .In der Richtung St. Quentin wurde der Feind voick dei: Höher: zwischen Vergnier nnd Hargicourt verjagt. Der Kampf dr-cert auf der ganzen Sckstachllinie au. Der letzte starke Angriff der Deutschen ans schmaler Front südöstlich von Ppern erreichte unsere Linie, aber er wurde sogleichl zurückgewiesen, und die Deutschen ließen eine Anzahl Tote zurück. 9 Uhr abends: Trotz heftigem Schneetreiben und ungmrstigerk atnrosphärischen Verhältnissen führte:^ wir unsere Operationen im Verlause des Tages kräftig weiter. Unsere Truppen erreichtes das Vorgelände von Monchy-le-Preux, 8 Kilometer östlich von Arvas uud vertrieben den Feind aus Farbus und acis dem Bois de Farbus. Heute nachmittag spielte sich am nördlichsten Ende des Vimy-Rückens wiederrim ein heftiger .Kamps ab, der ims erlaubte, weitere wichtige Stellungen zu nehsnerr, sowie eine Llnzahl Ma- jchiuengcrvehve und Gefangmie einzubringen. Unsere Linie wurde nördlich des Torfes Louverval vorgeschoben. Der Feind versuchte auf verschiedenen Punkten der Front mehrere Gegenangriffe, die sänlllich luißglückten. Tie Zahl der seit Beginn unseres Augriffs von gestern morgeil in unsere .Hände gefallenen Gefangenen lulärift sich jetzt auf über 11000, darunter 235 Offfziere. Außer- dein haben wir über 100 Geschütze, darunter eine Anzahl schwerer Geschütze aller Kaliber bis zu 200 Milimeter, ferner 60 Graben- mörscr und 165 Ataschftrengewehre als Beute eingebracht. Unsere Flieger leisteten gestern in Verbindung mit der Infanterie ausgezeichnete Arbeit. Ihr Maschinerigesuehrschrer fügte an zahlreicher: Steller: der: .scindlichen Verstärkungen Verluste zu. Außerdenr sührterr sie Boiubardieruugsflüge arrs und trafen meln:- mals einerr wichtigen,^vom Feinde bernrtzten Bahmhof, wobei sie drei Eisenbahnzüge zerstörten. Im Verlaufe bei Luftkänrpfe wurden drei derrtsche Apparate zerstört und vier andere zunr Landen gezwungen. Einer der unsrigen ist bisher nicht xurückgekehrt. Englischer Heeresbericht aus Mesopotamien vom 10. April. Die Türken, die, wie am 6. April berichtet, in der Richtung auf Kifri zurückgingen, beabrichtiger: nuuruehr eine konvergierende Bewegung mr Zu- lammcnhang mit den Türkei: auf dem linken Tigrisrcfcr gegen die englischer: Streitkcäfte zwischen bm Flüssen Schall et Lldhaim und Trala und Tjatten die- Russen am OberLaÜf des Diala m:f. Unsere Truppen rneldet«: am 8. April die Besetzung des linken Ufers des S ch a t t e l A d h a i m. Wir nahncan Belad mw Harbe, Station«: nordwestlich von Bagdad, nnd machten am Sonntag 209 Gefangene. Die russische Rcvg'ut^srr in neuen Lichte. Petersburg, 10. April. (WTB.) Im Verlauf der dritten Sitzung des Kongresses der Partei der nationalen Freiheit hielt der Minister des Aeußern Miljukow eine Rede in der er u. a. sagte: „Erst jetzt habe ich begriffen, weüch' ungeherlre organisatorische Rolle die Partei der national-er: Freiheit :m Leben Rußlaiids z:c spielen berufen ist. Nicht nur Rußlaud, ow-rP- v llanze Welt hört auf die Stimme dieser Partei. T>en Beschluß, den sie gesterr: bezüglich des Krieges angeiivrnmen hat, tvurde von den Verlletern unserer Alliierten, mll großer Begeiste-- rung auigeiwmmen. Diese Entschließe tvird die UnruE, die die erster, -»vage der russischen Revolution England und Frarckr-eich emflötzten, vollkommer: zerstreuen. Unsere Mliierter: geloannen mcnmehr du Sicherheit, daß sie in dem denwkratischen Rußland noch sicherere Verbündete besitzen als in dem kaiserlichen Rußland." Was den Krieg anbelmigt, drückte Miljukow das feste Verllauen der Sieg des freien Volkes über den reaktionären öster- reichüschi-deutschen Militarismrcs völlig gesichert sei. Diese Worts wurden mit lregeistertem, langen: Beifall aufgenornUren. Milju- kow wavallerisierte darauf die Tätigkieit der Parteien der Linken, tvobej er, nne die Petersburger Telegrapl«iii- Agentur sich mKdrückt, so vollkommen uuparteeisch rvar, ichren die Ehre an der Revolution uud der Organisation in den ei'sten Tagen :mch den: Sturz e der al tm RegiMmgs form zuzu er kennen „^:e übrig«: Grrippen," sagte der Rtinister, „schlossen sich der Revoliilloi: bedeutend spwer mr, so daß die Partei«! der Linken srcq ganz allein der verarrtwortungsvollsten und wichllgstei: Ar- bert der Ausarbeillmg einer Organisation Rußlands'unterzielrer: mutzten. Sie ersiillten ihre Aufgabe ehrenvoll, wie es die ideale Ordnung bei der Beis'etzmrg der Reoolutiousopfer beweist." Nach Miliikkow ergriff der Verkchrsminister N e k r a s o w das Wort. Er l>etonte gleichsälls, daß, wenn es nickt zur Anarchie ge- komm«! sei, dies der umfasseiider: vrganisatorisckicn Tätigkeit der Partei«: der Lmken Uno ihrem Organ, dem.Rat der Arbeiter-^ und S o l da t e r:v ert r ete r^ zuzuschveiben sei. Bezüglich der Beziehungen zwischen der provisoriich«: Negierung und dem gc- naimten Rat zerstreute Nekrasow die Besorgnis, als bestehe gleiche k-m «ne Zweiteilung der Macht, indem er erklärte, da- von könne kerne o»ede s«m u.ic benehendcu Reibungen zunschen der Reglerrmg und dies«n Rate hätten niemals einen ernsthaften Charakter und ko n rrter: i nr m er a u s g e g l i cheu we r de n. jedenfalls würde die provisorische Regierung/ nicht ohne dre Unterstützung des Rates regiere,' tonneri. üie Regierung sei mipenblicklich autokratisckser al^ ^Wwstie mü> müsse infolgrdessen mrlvstreitbar «n ihr. Handlung«! kontrolliercmdes Organ haben. „Obgleich es vTS? 1 Ä?. iteberzeugung ist," erklirrte Nekrasoiv. „nierd«! wir < }t vor einem Stoß der exllem«! Strönurng«! die .voaait nicderlegen. Wir iverd«! unser Anll nur niederlea«! wenn 1 ^"'Psiudcm rmd bei veruer Gesellsclinfts- llouptn Rußlands llnterstutzung snid«i werden." Land:o:rtscksaftsminister Schingarew besprach die Ber- provrant \c rungsfrage roid betorlle, jucicf»' scttvare ©rl^ 1^1 dre alte Regierung ihm hinterlassen I>abe. Er erwähnte daß Rirßland eine große Atenge Gcllreide und andrer h°be. Ter Minister forderte die ^ [wir!!? 11111 mir ' ^‘ >rt Transport dieser Erzeugnisse nach den Eisei - t^hristutioneu zu orgam):er«i urid besoriders ihre Ansll-euamnn " aus rnogli« mnfassciide Aussaat«: zu rickstw. o?ruatm;g ozc Provisor.schen Regierung. Petersburg, 10. April. (WTB.) Die Petersburger Welegrapyen-Agentur verbreitet solgerrde Erklärung der provisorischen Regierung: Rach pet Prüfung der militärischen Loge des russischen Staates hat >io; die vwvisorisck-e Regierung entschieden, um ihrer Pflicht geaeu ixij. Zav.o zu genügen, dem Volk offen und direkt die ganze Wahrheit zu sagen. Die icht gestürzte Regierung lieg die Landesverteidigung in Zuirande schn-eru- Unordnung. Durch ihre sträsliä-e Un- ttätigiect uii!' i! re ungeschickten Maßnahmen brachte sie Unordnung uu nn>ere Finanzen und in das Verpslegungs- laiö Transpvrlwesen (OiWe in die ^Munitionsversorgung der Armee. Sie erschütterte rcnsere ganw ivirtschaftliche Organisation. Die provisorische Regierung verwandte mit lebhafter, tätiger Unterjtud'.u'.g des ganzerl Volkes alle Kräfte dazu, diese schlimmen Algen tcs eiten Regimes zu beseitigen Aber die Zeit drängt. Blut zahlreicher Söhne des Vaterlairdes floß im Verlaufe dwser langen zweiein'halb Kricgüjahre reichlich. Trotzdem steht das. Land immer noch einem mäßigen Gegner gegenüber, der ganze Länder unseres Staates besetzt hält und gerade jetzt in den Geburtstagen der russischen Freiheit uns neu bedroht. Tie Verteidigung unseres eigentlichen nationalen Vaterlandes um jeden Preis, und die Befreiung des Landes von dein Feinde, der über Misere Grenzen drang, bildet die lxmptsächlichste und wichtigste Aufgabe unserer, Krieger, die die Freiheit des Volkes verteidigen. Tie provisorische Regierung überläßt es dem Willen des Volkes, in enger Gemeinsamkerl mit unseren Verbündeten alle den Welt- krr e g und seine Beendigung betreffenden Fragen endgültig z u e n t s ch e i d e n , hält es aber für iln Recht und rhre Pllcckü. schon jetzt zu erklären, das; d a s freie Rußland nrcht das Ziel hat, andere Völker zu beherrschen, rhnen ihr nationales Erbe weg-zunehmen nrid gewaltsam fremdes Gebret zrc besetzen, daß es vielmehr einen danerlxrften Frieden auf Grunds des Rechtes der Völker, ihr Schicksal selbst zu bestimmen, herversühren will. Das russische Volk erstrebt nicht eine Steigerung Temer äußeren Macht auf Kosten anderer Völker. Es hat nickst das Zwl. irgend ein Volk zu unterjochen oder zu erniedrigen. Mit dem Namen Glerclcheit entfernte cs die Ketten, die auf dem polnischen Volke lasteten. Aber das russische Volk wird nicht zu geben, daß sein 'Vaterland aus dem großen Kampf erniedrigt und erschüttert in fernen Leber.sbeding".engen hervorgeht. Diese Grundsätze tm-rden die Grundlagen der äußeren Politik der provisorischen Regierung bilden, die dem Volkswillen unfehlbar zur Ausführung bringt und 'die Rechte unseres Vaterlandes schützt, wobei sie die Berpflich- timgen, die wir gegen unsere Verbündeten cingegangen sind, -einhält • Die provisorische Regierung des befreiten Rußland hat kein Reäü. dem Volke die Wahrheit cvrzncntlwlten. Das Vaterland ch kn Gefabr und alle Kräfte müssen angespannt iverden, um es M retten. Möge das Land auf diese Wahrheit nicht mit einer unfruchtbaren Riedergeschlagenheit und nicht mit dem Zustand -der Entmutigung antworten, sondern mit Schwung, um einen ein- nertsiche-: nationalen Willen zu schassen. Das wird uns neue Kräfte für den Kampf verleihen und wird ims das Heil bringen. Möge die Schube harter Prüfung das ganze Land kräftig genug ruwen, um die eroberte Freiheit zu sichern, um sich einer imermüd- Irchen Arbeit zu widmen und zürn Wohl; des freien Rußlands. Die prvwsorische Regierung, die den feierlichen Eid abgelegt n>at, dem Volke zu dienen, hat die feste Ueberzeugung, daß sie mit ^>er allgemeinen, bisher unbekannten Unterstützung Aller selbst im- tsrmche fern wird, ihre Pflicht gegen das Land bis zum Ende zu erfüllen. - Der Präsident des Ministerrates: Fürst Lwow. Der Petersburger Arbeiter- und Soldatenausschuß für den Frieden. Berlin, 11. April. Die „B. Z. a. M." meldet aus Amsterdam: Nach einer Meldung der „Times" setzte der Petersburger Arbeiter- und Soldatenaus- NY u ß eine Kommis sionzurHerbeiführung des ^ rnedens ein, um direkte Verhandlungen mit dein Feinde A? eröffnen. Zu diesem Zwecke geht eine Abordnung nach ^lockhoun. Ein besonderer Kurierdienst zwischen Schweden und Rußland ist schon eingerichtet. Weiter fordert das Konii- ckee, daß einer seiner Vertreter das Mitbestimmungsrecht bei LEN Frontoperationen erhalten soll. - Amsterdam, 11. April. (WTB.) Rach einem hiesigen Matte Melden che Firnes aus Petersburg: Der Ausschuß der Arbeitern ('geordneten veröffentlicht in seinem ofsiziellen Organ erue Anzahl von Beschlüssen mib kündigt die Bildung einer Kommission für auswärtige Beziehungen art. Die Kommchwn soll durch einm Kommissar bei der Petersburger Tebe- Agentur vertreten sein, der die Mitteilungen an die aus- tandttche Presse z!u machen und'alle Berichte, die die Agentur ver- senvet^zu kmttrollieren hat. Ter Ausschuß erklärt, daß er eine aktive Lewuttve nicht verwirft, aber das Recht fordert, eine Ageittur m Stockholm einmrichten, unzensierte Briese und Telegramme zu versenden, -md eigene Kuriere nach beim Ajusland y\i sckstcken. Das .Änlletm des Ausschusses sagt nvi-er: Wir 'fordern die Kontrolle des ' äu,nährenden Anssch-M der Soldaten über die Tätigkeit der ^Deverrem.-nts des Staates. Der Korrespondent der „Times" sagt Ich-wßluch, der Führer des Arbeiterausschusses sei rm jüdisck^er Adrokat : tarnt hü Stellew, der elxm sowenig nne Tscheidse das! Recht habe, im Nmnen Rußlands zu spreuZen. Der Korreilwrcdent meint, es rväre hohe Zeit, daß die russischer Juden öffentlich von den Demagogen abrückten. E-u ongreß der russische!, Juden. Haag, 11. April. (WTB.) Das hiesige jüdische Kvrvv- spondenzbiircMi meldet, ^ daß das jicdisck>e Zenwalkomitve den Kongreß der russischen Juden nach Petersburg erw- beruferr habe. Das Deutsche Neich hat sich verpflichket, den hohen Zins- sah seiner Kriegsanleihen vor dem Fahre 1924 nicht .;er ab* Sulchen. Selbst nach dieser Zeit muß dem Inhaber zuvor Zurückzahlung zum vollen Nennwett angebolen werden. Wann hat je das '' sein verpfändetes Wort gebrochen? Weder Zwangsmaßregeln irgendwelcher Art, noch Äe. fchlagnahmungen von Sparkassen- und Bankguthaben sind beabsichtigt oder auch nur in Aussicht genommen. Oie Drohung mit dem Zwang können wir getrosi den Eng. ländern überlassen. Das deutsche Volk, das seinem Vaterland bisher schon 47 Milliarden freiwillig dar. ge! ...cht hat, hat wahrlich weder Zwang zu befürchten noch Zwang verdient. Eine Sondersiener auf die Krieackanseihe wird niemals erhoben werden. Es ist eine hirnverbrannte Torhelt, zu glauben, das Reich wurde denen, die ihm in schwerer Not geholfen haben, dafür sogar noch eine Strafe auferlegen. Die! berechtigter wäre es, nach dem Krieg jenen eine nachdrückliche Steuer aufzuöürden, die sich von der Be. telligung an den Kn'easanleihen zurückgehalten haben, obwohl ihnen ihr Einkommen und ihr Vermögen die Zeichnung gestattet hatte. Oie Oar'ehnskaffen werden nach dem Krieg noch eine Reihe von Zähren - mindestens vier oder fünf - bestehen bleiben und für die Beleihung von Wertpapieren zur Ver« fügung stehen. Sie werden durch maßvolle Zinssätze auch im Frieden die allmähliche Abtragung der für Kriegs, anleihezeichnungen aufgenommenen Darlehen erleichtern. Man kann also jederzeit das in Kriegsanleihe angelegte Kapital in Bargeld umfetzen. Aurelm'edercmng, der mit dem inneren Wett der Kttegs. anler'hcn nicht übereil.stimmt, wud niemals eintreten. Es sind wirksame Vorkehrungen getroffen und gründliche Maßnahmen vorbereitet, auch bei einem etwaigen plöh. lichen Andrang sehr großer Mengen von Verkaufs- antragen in den ersten Fttedensjahren einen Kurssturz zu verhindern und unmöglich zu machen. Du hast also keinen Grund ängstlich zu fein und Dein Geld brachtiegeu zu lassen. Dein deutsches Vaterland tst der sicherste Schuldner der Welt. Zeichne Kriegsanle ihel . .U*“— Sern 11. Avril. lWTB. Nichtamtlich.) Der Pariser ..Te. Aos meldet aus Petersburg. Tie gebieterisch« starrsinnige Hattimg des Arbeiter- und S o l d a t e u f o nt i t c e <2 rief m bem Lande energische Proteste hervor, da man nicht zu- mnimwolle, daß )\d) das Komitee in Staatsangele^enleiten misckZe. L>er Druck von mehreren Seiten vevanlaßte das Koini'tee nunmehr erne vernünsttgere Haltung anzunehnven, was auch airs einem Ar- tlkel des Komitees hervorgehe, dns schrieb, die provisorische Regierung nriKic die Exekutivgervalt ansüben, aber ihre (Gewalt dürfe nutzt imfceicUränft sein. Das Exekutivkomüce müsse sich der Kontrolle der ganzen Nation unterwerfen, damit Ausschreitungen gegen bv nationale Freiheit vermieden werden. Das Arbeiter- und Soldatenkomitee wolle die Autorität der Negierung nicht schädigen aber es sei notwendig, miteinander Fühlung zu behalten,' um Wer Die ;u trntenben Maßnahmen zu beraten, welche nur nach einer vorherigen Nebereinstimmung zloischen der provisorisck>en Regierung mit dem Arbeiter- und Soldaten ko mitee getroffen wer- dcm dl'irfen. In mehreren lebenswichttgen Fragen sei bereits eine Euugrmg erzielt. Andere würden durch die konstituierende Ver- saumlttmg erörtmt werden. Bis dalßn müsse sich die Provisorff'ckVe Regierung mit der Nottoendigkcit gewisser Unannehmlichkeiten der revolutionären .Kontrolle absinden. Die Forderuug der Bauer». Basel, 11. April, (zf.) Havas berichtet aus Peters- sburg: Der russische Bauernverband hat folgende ^Tagesordmtug angenommen: „Dir russischen Bauern, die im Lande die erdrückende Mehrheit dilnen, ertlüren, daß sie nur eine gesetzliche Regierung anerkennen 7,t dre promiorisckM Regierung. Keine andere hat das Recht' Dmudnungen polittscher oder verwaltungstechnischer Natur zu treffen. D.w Bauernverband billigt die Erkläru,rgkn der Regierung rmo fügt folgendes hinzu: Rußland soll eine Republik werden. Die 1 l der Apanagen, der Klöster usw. müssen enteigiret werden .^er unter der Bedingung, baß die Besitzer in gerechter Weise sck>ab,gt werden. Es soll ferner die .Höchstgrenze an Landbesitz für ermn emzelnen >estge,etzt werden. Sobald als möglich ist ein Dekret zu -<-"en, das den Unterrichts-stvang allgemein cinsührt. Diese B- werden in der konstltniereichen Versammlung durch den Bauernbund vertreten werden." Freilassung der verschleppten Ostpreußen. Stockholm, 10. ?1pril. (zf.) Die Petersburger Telegraphenagentur teilt mit, daß die provisorische Regierung auf Vorschlag des Ministeriums des Aeußern und des Wirt- schaftsministeriicms die Freilassung der seit den Einfällen in Ostpreußen 1914/15 unrechtmäßig nach dem Innern Rußlands verschleppten deutschen Reichsangehö- riacn angeordnet hat. Die betreffenden Zivilgefangenen sollen mit Untersti'ltzung der Regierung nach der Heimat entlassen werden. Die Prüfung der Einzelfälle liegt einem besonderen aus Vertretern verschiedener Ministerien zusammengesetzten Ausschuß ob. Die Uriegsadsichten Amerikas. J 8ctn, m U ' „Petit «Bnrifien" meldet ans New Pork: Bei der Erörterung des bjesetzesantrages über dm F ün fmi l l ra rd en-Kred i t, ist eine Opposition derjenigen, Konpreßmitglieber zu erwarten, deren lleberzeuMmg es i>t, dag die Vereinigten Staaten in dem Krieg für sich selbst kämpfen müssen gemäß der Mon ro edo ktri n und der alten Jfotterungspolltik. Diese Partei wird ihre Gründe geltend machen die dagegen i>re:i;cn, daß Bündnisse irgend-ivelcher Art mit irgend^ welcher europäischen Nation eingegangen lverben. Tie Anhänger der Mönroedo'ttrin werden die Kredite an die Alliierten nicht billigerc könnm, ohne gleichzeitig zuzugeben, daß später ameri- kamsche Truppen nach Europa entsandt Iverden können. Von den Pazifisten in letzter Stunde eingebrachte Znsatzanträge zeigen, in welcher Richtung sich die kommenden Erörterungen bewegen werden. Amerikanische Schistsbaulen. Washington, 11. 9lpril. (WTB.) Meldung des Reuter- schen Bureaus. Präsident Wilson hat seine Zustinunmrg zu dem Programm des Schüfsahrtsdeparteinents erteilt, eine Flotte von tausend Hol /.schiffen zu 3000 Tonnen zu bauen, um dre Verluste an ^ca nsranm durch den Tauchbootkrieg zu decken Der Kongreß bewiltchte hierfür 5 0 Millionen Dollar' Dre Kontrakte fiir den Bau sind bereits abgeschlossen. Der Schritzsekretär Mac Adco äußerte sich sehr zuversich^ sich über d« Befchafffmg eines Kredits von fünf Rtitliarden Dollar und meint, daß die Anleihen sehr bebeilbend überzeichnst werden würden. Ter ^esarnre Betrag ivürde vielleicht nick- aas; einmal auf den Markt gebracht werden, sondern von Zeit zu Zeit^ je nachdem man Geld brrnidje. Die Anleihen würden steuerfrei fern und wahrscheinlich 3 2 /2 Prozent Zinsen bringen. Drei Milliarden sinb für den Kredit der anderen Negierungen bestimmt, die mit .De. täLn) im K i g.' (i d Zc: Plan 1 c amorckani chm ^Regierung ist, , von den wideren Regierun-gen Obligationen zu laufe."'., die denselben Zinsfuß haben sollen wie die ObligLti-onen bar Vereinigten Staaten. Ter Ernst der LebenSmittclsrage tn England. Amsterdam, 11. April. (WTB. Nichtamtlich.) „Pakt Mal Gazette" vom 4. April schreibt: Wir wünschtest, daß die Regierung den Ernst der Le b ensm i t te l f ra g e mehr betonte. Sie würde noch durchaus nicht in ihrer wirklichen Bedeutung begriffen. Amerika wird vielleicht wertvolle Unterstützung zur Beseitissung der U-Bovtgefahr leihen. Aber inzwisck)eit nimmt der Schiffsraum bestand ab. Der Lebetisnrittelkontrolleur solide mit gröjjcrer Energie dem Publikum klar machen, daß eine Hungersnot tatsächlich im Bereiche der Möglichkeit liegt Wir verstehen- die Abneigung gegen die zwangsmäßige Ratio- ltterung. Aber die jetzige Ziellosigkeit biefex Angelegenheit kann auch zu überstürzter Rationierung führen, nachdem unsere Vorräte durch Gleichgültigieit und Wohlleben unnütz vermindert worden sind. Die 'Regieruttg muß ew'rgisch versuchen, den jetzigen gefährlick/eu Geist der Zufriederchert zu beseitigen. * * * Die Brotrationen in Stockholm. Kopenhagen. 11. April. (WTB. Nichtamtlich.) Wie „Nationaltideilde" meldet, sind in Stockholm heute die B r o t rativncn lveiter eücgcschränkt worden. Jede Person erhält, in Zukunft täglich 200 Gramm Mehl oder 160 Gmnrm hartes oder 230 Gramm weiches Brot. Kopenhagen, 11. April. (WTB. Nichtamtlich.) ,,Ber- lingske Tidende" meldet aus Stockholm: Einer königlichen Verordnung zufolge werden alle im Lande besindlichn Vorräte an Mais und Reis, Maismehl und R c i s m e h l durch den Staat be s ch l a g n a hm t. Der Hafermangel ist sehr fühlbar. Hafergrütze ist in Stockholm kaum erhältlich. In t>erschicdencn Lan- desteilen können die Landleute die Pferde zu schweren Arbeiten nicht mehr verwenden, »veil ihnen das Pferdesutter fehtt. Aus dem gleichen Grunde ist in Stockholm der Wagen verkehr eingeschvmckt tvordeic. „Nattonaltidende" meldet ans Stockholm: Anläßlich der nuck eingestellten Baumwollzufnhr aus Amerika trafen die schwedischen Banmwollsabriken, die insgesamt 10000 Arbeiter bescläftigen, Maßnahmen, um eine völlige Arbeitslosigkeit zu vermeiden. Der Betrieb wird in allen Fabriken eingeschränkt, so daß die Arbeiter in den ersten vier Monaten iv-eiterbeschästigt werden können. Ver- hondlungeic wegen neuer Bauimoollz-ufuhren sind mit den amcwi- kanischen Firmen ein geleitet. Seekrieg. Berlin. 11. April. (WTB. Amtlich.) Außer drm bisher im April brkanutgkgele'.ien N- Bootserfolgen sind neuerdings im Knual, im Atlantik und in der Nordsee versenkt worDm: 16Dampfer, 7 Segler u nd 2 Fisch ersah r- zeuge mit insgesamt 5 3 000 B.-R.-T. und zw-ar: Die englischen Dampfer „Stanl-ep" (3987 Tonnen) und „Glenvgl^' (8200 Dorrnen), die englischen Segler „Huntley", mit Pech nach Treppe, „Mary Annie", mit Kohlen nach Tre- pvrt, „Äo-az", „Gippeswic" (?), „Eirdymion", zwei unbekannte französische Fischerfahnzeitge, der italienische bewaffnete Dampfer „Avarrtguardi" (2703 Tonnen), mit Erz nach Cardiff, der belgische Dampfer „Trevier^ (3006 Tonnen), der holländische Tankdampfer „Hestia", die norwegischen Dampfer „Lisbeth" und „Grip" mit Koks und „Morild I" mit Grubenholz nach Cardiff, „Fanmand" mit Kohlen nach Lissabon, das nornve-gische Vollschisf „Svendsholm", der schwe-- disckw Dampfer „Romna" mit Erdnüssen und der griechische Da.npfer „Kating mit Phosphat nach Nantes. Ferrrer fol-^ gende Schiffe, deren Namen nicht sestgest^llt werden koirn- ten: ein abgeblendeter Convoy-Dampfer, ein abgebleudeter schwer beladener und von einem Kriegsschiff und Zerstörern gesicherter Dampfer, ein Lazarettschiff in der Mitte des englischen Kanals zwischen Le Havre und Portsmouth, ein beladener und von Zerstörern gesicherter Transportdampser mit Kurs nach Le Havre, der acts dem Eonvoy herausge-- schossen wurde,- und eine Dreimastbark im Schlepp eines be-- wassneten Schleppdampfers. Zu den am 6. April veröffentlichten U-Bootsersolgen sind luich den bisher eingegangene^c eingehenderen Meldun- glkn der U-Boote sollende Einzelheiten nachzutragen. Unter den versenkten Schissen befandim sich: die bewaffneten eng- lisck>en Dampfer „Snowdon Rn,rge" (4662 Tomcen) mtt 7500 Tonnen Getreide, Früchten und Haferslocken, „Whenwood" (1984 Tonnen) mit 2900 Tonnen Kohlen für die englische Flotte, ein unbekcnmter Dampfer von 1800 Tonnen, die eng- lischeu Dampser „Faireawl" (592 Tonnen) mit Kohlen, „Enntstoww' (700 Donnen), „Ardenwen" (3798 Tonnen! mit 5000 Tonnen Zucker, „Ltrdglaß" (778 Tonnen) mit Stahlplatten, „Canchzaro" (6113 Tonnen), der Kohloir- darnpfer „Somme" (1800 Domren), „Holgate" (2604 Tonnen) mit Eisenerz (der Kapitän !vurde gefangen genommen), ein Passagierdampfer vom Typ „Megantto" (14 878 Tonnen), die englischen Segler „Howe" mit Kohlen, „Braudorr" mit. Stahlptatten, „Eastern Belle^' mit Pech, die englischen Fiscl-erfahrzeuge „Prince of Wales", „Galatia". „Morrl- mein", „Petrol", „Median", „Aeßlys", „Jndustria", „Expedient", das englische Feuerschiff „Socith Arklow" (Ostküste Irlands), die französischen Segler „Brujre" mit Teeröl. „Frrgaute" mit Kohlen, „Eugerre Pergeline" mit Nickel, die französischen Fischersahrzerrge „C 707", „C 709", „C 775" und zwei unbekannte französische Fischkutter, der russische Segler „Laymar", die uorwegiscl)en Dampfer „Korsuehk^ und „Dangali Gremnatt' mit Kohlen, „Nova" mit Kohlen, „Sandvit" mit Eisen, „Tizone^ mit Koks, „Marschall" mit Kohlen, „Consul Persson" mit Erz, „Havlyst" aus der Fahrt nach Englaird, der norwegische Segler „Sirirrs" rnit Weizen, der dänische Dampfer „Bergerhus" mit Stückgut, der Segler „Ebeuezer", der griechische Dampfer „Possidon" mit Eisenerz, ferner acht Dampfer, darunter zwei Tankdampfer, und vier Segler, deren Namen nicht festgestellt lverden konnterr. Der Chef des Admirälstabos der Marine. * Bergen, 11. Llpril. (WTB.) Der Hafen vo n Li ver- Pool ist wegen Minengefahr für den Verkehr gesperrt worden. London, 11. April. (WTB.) Die Blätter melden aus Washington: Der amerikanische Postdampfer „New Dor k" (10 795 Tonnen) ist ans eine Mi ne gestoßen, hat aber einen Hafen erreicht. Menschenleben sind nicht verloren gegangen. Aus dem Reiche. Dir bramifchMigipchr Wahlrechtsfragr. y- x a 4J" f chweig , 11. April. (WTB.) Wie erinnerlich, . ^ x)ü , ^12 cingcbradjtc braunschweigische Wahlrecht ^Vorlage nach beendeter erster Lesung dadurch unerledigt gebuebcn, daß mit 31 gegen 16 Stimmen der Lln- tTQ £ ^ »asrbnctcu ©laicc zur Annahme gelangte, der Er der Festlegung Einzelner Richtlinien die Beschaffung r*■j*\J Ttn,t f r ltnterlagen für die sonstige Gestaltung des Ge setzes verlangte. Von berufener Seite wird dem Wolff-Bureau mitgeteilt, herzogliche Landesregierung stetig bemüht ist, die durch die Krregsverhältnisse äußerst erschwerte Beschaffung der gewünschten Unterlagen zu erledigen, und daß sie, wie sie auch un Landtage wiederholt betont hat, die zeitge- maße Neuregelung des braunschweigischen Wahlräits alv die wichtigste ihrer Aufgaben erachtet, die sobald als mög lich gelost werdeii muß. Aus Stadt und Eairv. Gießen. 12. April 1917. - ?I^.^liche Personal Nachrichten. Ernannt wurde am o. ckpnl dre Lehrerin mr der höheren Bürger-aft- lichen Institut der Lcmdesuniversität in Gießen einen sehr zeitgemäßen, lwchinteressanten und von den Landwirten der ganzen Umgegend recht gut besuchten Vortrag über die Bedeutung des Oel- und Gespmstpflanzenbaues für die deutsche ^)lks- und Landwirtschaft". Kreis Alsfeld. ^up. Ruppertenrod, 12. April. Welchen Erfolg zielbewußte Wirksamkeit in der Volksschule haben kann, zeigt das' Ergebnis der 6. Kriegsanleihe in der hiesigen zwciklassigen Volksschule. Von Schülern und Erwachsenen wurde gezeichnet die Snmine von 16869 Mark. Schon bei der 4. Kriegsanleihe erreichltn die beiden Klassen den Höhepunkt unter den Sckvilzeichnnngen. wp. Ober-Ohmen, 12. Lbpril. Die in den Filialorten' der hiesigen Pfarrei untergebrachten Ferienkinder aus Gießen erfreuen sich besten Wohlbefindens in ihrem Landaufenthalt. Viel zu kurz kmnmt ihnen die Zeit ihrer Amvesenhcit vor, denn die Zeit ihres Alischieds steht vor der Türe. Die H-aushlsttungen haben es an mchts fehlen lassen, den Kindern ihren Aufenthalt angenehm zu m acl>en. Kreis Schotten. 4t Kaulstos, 12. ^Lpril. Das Eiserne Kreuz erhielt der hiesige Lehrer, Unteroffizier Wilhelm Rothmann, der schon !eit Kriegsbeginn im Felde steht und inr August 1914 schwer ver- Micndet wurde. up. Aus dem V o g e l s b e r g, 12. April. Grüne Weihnachten — weiße Ostern. Diese Wetterregel hat sich in diesem Jahre nneder bewahrheitet. Tie ersten beiden Weihnachtstage brachten eine höhere Teinpevatnr als die beiden Ostertage. Nur der letzte Weihnaclitstag hatte leichten Schneefall, der dritte Ostertag aber einen Schneesturm, tvie er stärker im Winter nicht gedacht werden kann. Von FrühjahrLsPa^iergäirgcn, zu denen der Ostcrsamstag sich so verheißungsvoll anließ, konnte keine Rede sein. Der wanne Ofen spielte trotz der hohen Holzpreise die erste Rolle. Daß dent Osterhasen bei solchem Wetter die Lust verging, reichlich zu legen, war sclbstverstärcdlich. Hessen-Nassau. Ein Brotfarten.Ablaß. --- Frankfurt a.M., 12. April. Durch Magistratsbeschlnß wurde allen Familien, die bei ihren Packern Brot sch ein« schuldig geblieben w-arön, ein General-Ablaß erteilt. Tie Bäcker wurden verpflichtet, dem Lebcnsmittelamt wahrheitsgetreue ?ln- gaben über die bei ihnen noch vorhandenen Rückstände 511 machen, damit eine -einmalige, ausnahmsweise Regelung dieser Karten- schulden erfolgen kann. Die fehlenden Scheine brauchen nicht rurchge- liefert zu tverden. In Zukunft werden jedoch Brotverabfolgungen: ohne Karton init aller Strenge geahirdet. — Besonderes Entgegenkommen zeigt die Stadt den Haushaltungen, die nachweislich auch ' in Fried-Eiszeiten vegetarisch gelebt haben. Diese Familien, erhalten für jede volle Fleischkarte 4 Brotkarten zum Bezug von je 600 Gramm Brot. --- Frankfurt a. M., 12. April. Ter liekaimte Fraicksurter Fliegerleuvurnt Wilhelm Frankl ist am Ostersonntag im Luftkampf gefallen. Leutnant Frankl, der sich erst vor ztvei Wochen mit einer Wienerin vermählt batte, brachte 15 feindlich Flugzeuge jirm Absturz. Er war Ritter deS Ordens Ponr le uchrite. --Frankfurt a.M., 12. April. Vom 16. April ab kostet der Laib Sckyvarzbrot von 1200 Gramm 44 Pfennig. Schwarzbrot darf fortan nur noch im Ein he its gewicht von 1209 Gramm Herges stellt iverchen. Isrnelitische Neligivnsgcmeinde. Gottesdienst in der Synagoge (5üd-Antage). Freitag, 13. und Samstag, 14. April 1917- Passah fe st-Ende. Freitag. Vorabd.: 7 Uhr. Morg. 8.30 Ulxr. Predigt. Samstag. Bvrabd. 7 Uhr. VUirg. 8,30 Uhr. Abds. 7,30 u. 8,10 Uhr. Vermischtes. , Budapest 11. April. lWTB.) In der letzten Nacht stießen mi] der Donau bei Tateny ein Personen- und ein Fracht- dampfer zusammen. Ettva 30 Personen sind umgekonimen. evrxr 20 verwundet. Tie genaue Zahl sowie die Ursack-e sind noch nickst festgesteNt. Letzte 2tt-«cL^t'tcL)terr. Die SchlE bci Arras. Berlin 11 April. (WTB. Nickstamtl.) Im Raume von Arvas, rn und östlich der Linie L-ouchez-Neuville-Vitasse, tobten aauh gestern lebhafte Kämpfe. Wie selbst die englischen Berichte betonen, wurde der englische Angriff bei Ari'as unter einern Einsatz oer ArtUlere begonnen, der alles bisher Tageloesene übertrisft Es wurde auch Gas ab geblasen. Dicrch die gutliegende äußerst starke englische Feuersperve ^vnrden Teile der deutschen Besatzung in den vordersten Gräben wllkonimen abgesckMitten. Der Verlust be- herrsck-ender Höhenrücken in der vordersten Linie, die von dem englischen ArtUleriefcuer systematisch abgeriegclt wurden, machte an einigen Stellen 'äin Ausweichen bis zu 4 Kilometer notwendig. Tie^ Gesckstitze, die dem nachstoßenden Gegner überlassen werden innßetn. tvurden unbrauchbar gemacht und gesprengt. Cavcnchy en Schelle an der Vimy-Hvhe griffen die Engländer gegen 3 Uhr nachmittags an, wobei sie kleine örtliche Vorteile errangen. Ein englischer Angriff bei Farbrcs am Fuße des Ausläufers der Vüny- Hvhe. 2 Kilonncker südöstlich des Dorfes Vimy, scheiterte indessen vollkommen. Weiter /üblich trugen die Engländer seit Mittag schwere Angriffe unter dem Einsatz dichter Massen und Sturm- Haufen gegen unsere Linie an der Straße Arras-Cambrai vvr, die sämtlich ergebnislos verliefen, und dem Gegner schwere Verluste kosteten. Ein Engländernest wicrde mit einem Verlust von 80 Toten für den Feind gesmcbert. Südöstlich von Arras versuchte der Feind die schon im Herbst 1915 für rl>n verhängnisvoll gewordene Taktik zu Nnederholen, indem er voirilig starke Kavalleriemasscn versammelte. Sie wurdeik durch gutliegende'Feuergarben zersprengt. Auch weiter südöstlich bei Bullescourt lvurde der Angriff zweier englisck>er Bataillone nach starker Artillerievorbereitung imteir schweren Verlusten restlos abgewiesen U7w Gefangene eingebracht. Aus dem Bericht von 2oug'kte Haig geht hervor, Ivel che besondere Wichtigkeit er den Vimy-Höhen beimißt. Er dürfte dort daher die schlversten Kämpfe erwarten. Bezeichnend ist cs, daß er seirrenr eigenen Bericht zufolge gerade an dieser Stelle die kailadischete Hilfstruvpen einsetzte. 'Das im gestrigen .Heeresbericht gemeldete Unternehmen südöstb/l non Apern fand beiderseits der Eiserrbahn Comine-Dvern nach lebsk?after, ansgez-eichnet liegender Artillerie und Mineinverfervorbereitemg statt. Unsere Mineure sprengten während dieses ihres andertholbstürcdigen Aufenthaltes in der feindlichen Stellung 12 flache Stollen,, einen Senkschacht Vvn 12 Metern Tiefe und einige Wbhnstollen. Die feindlich^ Stellung wurde auch sonst rrachhaltig zerstört. Die englischen Verluste wurden von den Offizieren, die reichlich Zeit 'hatten, sich in der Stellung umznsehen, mis ewta 350 Mann allein an Toten geschätzt. Miljukows Krirgsziele. Berlin, 11. dlpril. Zu der neuesten Erilärimg der russischen Regierung weisen die Morgenblätter jetzt daraus hin, daß' ein Gegensatz zu freu früheren Erklärmgen Miljukvws bestehe. So schreibt der „Lo^al-Airzeicp'r": Ta Miljukow auf das Kriegs- progrnnrm der Entente vollDmnrcn eingeschworcn ist, mußte der Versuch unt-?rnommcn'. werden, von diesem eine Brücke zu schlagen zu dern Standpunkt Kerenskis. Und diesem Versuch verdankt das Programm seine Entstehimg. Daher die unvereürbare Zwiespältigkeit ihres Inhalts. Auf der einen Seite sollte der souveräne Wille des russischen Volkes über alle Kriegs- und Friedensfrage entscheiden, dabei aber an die Gernemsamkeit mit den Alliierten gebunden sein. Die „BossisckM'Zeitungtz" erklärt: Der Miljutowscl-e Kriegsimlle hat wieder einen Ruck nach links gemacht. Seine Kriegsziele von heilte sind bereits viel bescheidener, als die hochtrabenden von gestern. Tie „Tägl. Rmrdschau" läßt sich aus Stockholm folgendes Urteil über die RegierungserklärunZ drahten. Nur in einem Pimkte droht man 'nicht die Wahrheit zu sagen., über die Stimmung der Trn.ppen an der Front. Nach zuverlässigen Naclustchten hat sich ein großer Teil von Rcginrentern von der Front für einen sofortigen Frieden, gleichgültig unter welcher BedinMMgen, ausgesprochen. Um dieser russischen Friedensstim- urung, die auch im russischen Volke täglich mehr an Boden genstnnt, entgegenzutreten, hat die Iuterin:sregierung zu verzweifelten Mitteln gegriffen und der Bevölkenrirg klar und offen Mitteilung gemacht, wie schlecht es um Itußlands militärische Aussichten steht. Oh die Wirkung dieser Veröffentlichung nicht eine entgegengesetzte sein wird, dürften scho:r die nächsten Tage bcnveisen. Sofortige FricÄensverhandlungeu. Amsterdam, 11. April. In dem Beschluß des Petersburger Arbeiter-So-ldatenaclsschusses heißt es: Wir fordern die soforti-ge Eröffnung von Friede:rsverhandlungen zwischen akl-en Kriegführenoen und eine Propaganda unter den Massen zur Beendigung des Krieges, der nur der Boru> gLÜsie zugute konrnit. ^ Stockholm, 11. April. Das Telegramm der deutschen Sozialdemokratie an den Dumaabgcvrdneten Tsck)eidze hat rracb der: Kommerrtareri der russischerr bürgerlichen Presse auf die russische Arbeiterschaft den stärkster: Eindruck gernacht urrd die Werbearbeit für die Beendigrrng des Krieges stark angeregt. Die „Nowojc Wrcnraj" folgt dieser Wendrmg geradezu fassungslos. Sie bemerkt, das derch'che Telegramrn hätte niemals in die Hände der russischen Sozialisten gelangen dürfen. Die einzige russische Behörde, weiche berichttgt sei, in politischen Dingen mit dem Ausland in Verbindung zu treten, sei die provisorische Regierung. Daß dänische Minister Stunnirrg von diesem GeselKstsgang abgewick-n: sei, sei eine beispiellose Dreistigkeit, rvelche gar:z urü> garrrichc geduldet toerden könne. Tie dänische Regierung müßte Dtanning maßregeln. Süd-Amerika. Köln, 12. April. Ter „Köln. Ztg." zufolge berichtet die Korrespondenz Amerikana, daß auch Clüle, Guatemala, Peru und Paraguoi Deutschland den Krieg zu erllcwerr 'beabsichtigen, wodurch roeitere 800 000 Registertvmren in Süd-amerikanisck»en Hafen internierter deutscher Sckstffe beschlagnahntt tverden könnten. Die in cubanisckxm Häfen beschlagnahirttm deutsck-cr: Schiffe seien so schtver beschädigt, daß sie kaurn arlszubessern seien. Ir: Guatemala sei der Belagermrgszustand verkündet. Durcyanö rnoerl., unbescholt- KI»su als W?cliter zum 1. 5. gesucht. Meldungen sofort nUlLeumundo^euairiS bei H. Sckraä-It, MäuSbürg 1611. 0X187 Mtttt Schlosser, Bohrer n. Fräser für urriere Munilionsabtei' lung sofort gesucht. 12930 Göbd & Appel (Ink. Otto £g?j el) c Oicssea, 4jreprüiler gelernter Schlosser alsbald gesucht. 29368 Medizinische, Frauen- und Hautklinik. sofort gesucht. 2906 Heil- und Bflegeinistalt dienen. Fnhrmami Hel mo!d & ä J lank. Tüchtiger Arbeiter -UM sofortigen Eintritt ges. Gelernter Küfer bevorzugt. 02184 Cür. 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Möbeln, gailzen Einrichlungeri. enteilen, sowie allen von mir geführten Artikeln. 2241 Louis Rothenberger. □ 13 . IV. 8 »Ri Eon!. ö I. 2933a Gießtütt Der Unterricht beginnt für alle Abteilungen, auch Schulklaßen und Kindergarten, den 19. Avril. Die Aufnahme der Schülerinnen Mittwoch, den 18. Avril, 11 bis 1 Ubr. Bis dahin werden noch Anmeldungen entgegengenommen und Auskunft erteilt. 27831) Lm Ws-Ksss« Gartenstr. 30. K6/17 3 Donnerstag, den 19. Mat/ nnchlnittag 3 Uhr, werden in nnserem Amlszinrmer die dem Georg Bill in Rieder- Weisel zugeschriebenen nachstehend verzeichnelen Parzellen versteigert: Flur 8 Skr. 27 --- 168 qra. Wohnhaus mit Hofraum hinter dem Steeg, zwischen der Chaussee und dem llltittelweg — Buch- nerstraße Nr. 1, Flur 8 Nr. 28 - 254 qm. Wohnhaus mit Hofranm daselbst — Glaubrecht- Uraße Nr. 7. Gießen, den 12. März 1917. Grotzherzoal. OrtSgericht. 2512O I. V.: Leo. Vorschriftsmäßige Bezugsscheine AI u. BI 2719 Vuchdruckerci J. Weinert, Steuenweg 9. Ferujpr. 315. Am kommenden kalten wir unsere Schalter wopßaiatfcags bis 0 Ufas« ffiachraiitiags «gausaäer'b^oehen zur Annahme von ss*X\>27/k rjtovSfr. . RW> i m. j.-ii .LiLlLl '•I ;.#' Ek,;,J Eki auf die ' ^Ük UM M| W SV kW S» ZU g$ W :*‘N .Mi M iM« pichten sasn Stadt und Land die Bitte, mi&gnfot "fen f d&.-. mt dieses* verletzt© Ta** zu eHer indröcksvoffitia v^terlMnglisehe« 'Äendgeöugigj gestaltet W2*-d. Wer noch nicht gezeichnet hat, folge an diesem Sonntag dem Rufe des Vaterlandes und trage dazu bei, dass bald der Friede einkehrt. Giessen, 12., April 1917. 2037D Beziikssparkassß Gießen Gev/erbefeank zu Gießen, E. G. m. b. H. Mitteldeutsche Creditbank, Filiale Gießen Bank für Handel und Industrie, Niederlassung Gießen Baruch Strauß Nacht, Bankgeschäft Jacob Grünawaid, Bankgeschäft. k!Mz II lies Sitor Paedagaginm, Me Miere Leliranslsü.) Schon lange hat sich das Bedürfnis gezeigt, daß die jungen Leute, die ihre Schulzeit nach bestandener Einjährigenprüfung beenden, besser als bisher für die neu an sie herantretenden geschäftlichen Anforderungen des täglichen Lebens gerüstet sind. Dabei ist es gleichgültig, ci> sie in irgend eine kaufmännische oder sonstige Lehre eintreten oder die mittlere Beamtenlaufbahn ein schlagen. Ueberall wird der am besten und raschesten weiterkommen, der über die grundlegenden Fragen des geschäftlichen und wirtschaftlichen Lebens hinreichend vorgebildet ist. Unsere E3andelsreal8clau1e vereinigt in sich, das sagt der Name, eine Handels- und eine Realschule, d. h. die Schüler werden neben den eigentlichen Handelsfächern in den Fächern der Realschule unterrichtet, damit sie ihre Studienzeit mit der Einjährigenprüfung (Reife für Obersekunda) abschließen können. Die Absolventen unserer Handelsrealsi hule, die genügend Begabung und guten Willen gezeigt haben, können sich im Paedagogium oder auf einer öffentlichen Oberrealschule ohne weitere Schwierigkeit auf das Maturum vorbereiten. 2386 Die IlaTidelarealscliale gliedert sich in die ESeal-fölassen (Untertcvtia-Obertertia-Untersekunda) und, als Ergänzung, die ©berklaswe» A) licalklasscu: Untertertia — Untersekunda. Lehrplan der Realschule, dazu Handelsfächer: Einfache, doppelte und amerikanische Buchführung; Hunde s- Korrespondenz; Kaufmännisches Rechnen; Konto- Korrent-Lehre; Kaufmännische Formular-Lehre; Handelsrecht und die betreffenden Abschnitte des bür erlichen Rechts; Wechselrecht; Volkswirtschaftslehre; Bank- und Börsenwesen; Geschäftsaufsätze und privates Klagewesen; Versicherungsw'esen; Handelsgeographie; Schönschreiben; Französische und englische Korrespondenz und Konversation; Stenographie und Maschinenschreiben (wahlfrei). 3>a» Ziel der JRcidklaaser! ist ako: Ein- jUhvigenprüfnsiK und kaufmännische Ausbildung. ö) ©berklasse: Der Eintritt in diese Ergänzungsklasse kann nur auf Grund des Einjährigenscheines (Reife für Obersekunda' oder einer entsprechenden besonderen Aufnahmeprüfung erfolgen. Der Be uch dieser Klasse soll im übrigen für Herren jeden Alters und Standes offen sein, denen daran liegt, eine umfassende kaufmännische Bihlung zu erlangen und ihre fremdsprachlichen Kenntnisse u erweitern. ESeKorderw Kriegsbeschädigte, die ihreu Seruf wcotselis wollen, seien auf den Besuch dieser Klasse hingewiesen. Üiiteradehisfächer: Nationalökonomie, Rechtswissenschaften, Handelstechnik, Wirtsch.afi.s- und Verkehrsgeographie, Warenkunde und (wahlfrei!) Fremd- aprachen. Näheres über die Fächer im Prospekt. Dauer: 1 Jahr. In der Handelsrealschule (nicht in der Oberklasse) werden täglich beaufsichtigte Arbeit stunden abgehalten, wie überhaupt der Unterricht auf denselben Grundlagen wie der des Paedagogiums aufgebaut is;. Hchnlgeld: 1. Realklassen: 210 51k. jährlich. II. Oberkiasse- 480 Min „ ' Alles Nähere durch den Prospekt, der auf Wunsch Unberechnet zugeschickt wird. Anmeldungen für das neue Schuljahr werden schon jetzt angenommen. f Direktor Brackemann, Ludwigstraße 70 FVucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattong preiswert die Brühl’sehe Universitäts-Druckerei, Schuistr.7 Handarfcsilsschuie und Pensionat von Frl. Landmann, Giessen Süd-Anlage 7 [2S33j Süd-Anlage 7 Unterricht in allen weiblichen Handarbeiten: Weiß- und Ms.sc; ineunähen, Stickereien jeder Art, Klöppeln, Occhi, Aendcr m/cn von Wäsche, einfachen Kleidern und Blusen, ferner Kunsihandarbeiten in allen Tecuniken. Beginn de« fnterrlcMR am 16. Astrlk_ WtMjWe Iprde für Schüler, Militär und Liebhaber nur bekannter, guter Firmen. Sämtliche lichtempfindliche Metall- uni) Hchßatm, Serpöe» ruilB-^Warate empfiehlt für die Saison 2642 Csntraf-Drogaris E, Karn, Schu Straße. Photographische Arbeiten werden prompt erledigt. Kinderwagen Mlapj»- und Sportwagen in grösiter Auswahl billigst 2513 - ÄygustKilbinyer, Seltersweg79. BekanntMachmrg. Der vom Gemeinderat beratene Voranschlag über Einnahmen und Ausgaben der Gemeinde Bellersheim für 1917 N-. liegt vom 12. April an eine Woche lang zur Einsicht aus unserem Geschäftszimmer offen. Bemerkt wird, daß die Erhebung einer Umlage beschlossen wurde, wozu auch die Ausmärker beimtragen haben. Einwendungen können nur innerhalb der Offenleguiigssrist schriftlich oder zu Protokoll des Unterzeichneten erhoben werden. 2934 Bellersheim, am 10. April 1917. Großh. Bürgermeisterei Bellersheim. Bopp. Bekanntmachung. Die Ausgabe der Brot- und Fleiichmatten, sowie der Fleisch?,usao- tarlen molflt diesmal Freitag, den 13. und LnmStag, eu I1. ds. Mts. und ;war für die Bezugsberechtigten mit dem .guimmen A— K am Freitag und L—Z am Samstag. Die AnSaobestunden sind vor min aas 9—12 und 2—6 Uhr n achmin ags. Giesien, den 11. April 1917. 2942B Ter Oberbürgermeister: Keller. BelmMtAmchmtg. Die Personen, welche -ich rm Ätärz l. nur dem städrischeu Tiesbauanue -um Bezüge von 5rnnstdüuger einschreiden liesien, werden aufgefordert, vom 11. bis 14. ds.Mts.nusdcmstädtischcutLcbrnsmittelamtc,Zi,nmcvO, dte Be-ugssdieine gegen soforlige Bezahlung abzuholen. Giesien, den 7. April 1917. 2934B Der Oberbürgermeister: Keller. r\rSchü>r v.U-SOJ&hron. MM «nlfi 1914/16 60 Einjäl:rlg3. k-L-M zur kaufen. Ausbild. für jungo Leute von 16—30 Jahren. a. - Im Schüter.'ielm gino Verpnenurg u. Sar.ulsIct.tlQung. Ausführl.JahresborichteveraonJ. DirektorA.Harr. j*':';. Mouautnafcnts 18. April IIP® 1} Ledons 3-^imaier-V rh inng von Beamtenfamilie (3 Perl ) auf 1. TVuIi zu mieten gesucht. Schrif l. Angeb. unter 022,00 an den Giesi. Llnz. erbeten. 4 Zimmer | 2—3 lssro LirnwLr od. 3-Zim - Wohnung, 2tähe Ltidwigs- plap und Noonstrasie, sofort gesucht. Schriftliche Angeb. mit Preis unter 02203 an den Giesiener Anzeiger erbeten. idanbrec.its raßö 9 zwei 4 Zimmer Wobnung. 1. 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