rrr. ty £«T WffaWS ÄyM« erscheint tätlich, Lieder Somftags. — Beilagen! ßietzerier ^awrUeublLtter; RreisULtt für ltn Kreis Sirtzes. be ja^preU: monatl 90 Üü viertet- jähri. m 2.65 durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 60 Pf.: durch die Post 2tt.3.4ü viertel- jährü auSschl. Bestell g. Fernjpiech - Anschlüsse: sür die Schriftleitung 118 Berlao.Geschäftsftelleöl Anschrift für DratUnach- richten: Lnzriger Netzen. Srstrr AaS V 1 L 7 . Iayrgcmg virrrLtag. 5. April m Lvna-Hwe &t?n Lu zeige« l die Aflijeinummct v:s zum Nachmittag vorher» 5c!Unrreis, l Anzeigen: örtlich irO Vs.. Vermietungen u. Stellengesuche 15Pf.. au-wärtS 25 PI, b Pwtzvorschrtst 30 Pi., Nekinnien 7v Pi^ bei Platzoorschrii! 90 Pf. Haupljchri'tiriler-. Äug. G o 1 H. Berulttrvortlich für Politik u. Feuilleton: Vairta7rhr: A«a. Goetz. Stadt und öeserdcdaul Hietzep L^.SermischieStu»«-. richttsaal: Fr. SL Zen^ ADlNrigES-nrS «. verr-g: SrLhsscht Liris.-Buch' ». §te!nt>rucktr«i R. Lsngr. ZchNsveiiLüg. E«schästrste!Ie v.vn>Scre<- SchLlstr.r. psflschrSkont«: Zrankfürt «.A. U636 General-Altzeiger für OberQefjen Ariegrzuftand zwischen Amerika und Deutschland? (letzte Nachricht.) W a fh k n s t o n, 2. April. (WTD. Nichtamtlich. Draht- Weldung des Reutersch-en Burenus.) Wilson forderte heute ebend den Kongreß auf, zu erklären, daß zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland der Kriegszustand bestehe. Anmerkung der Redaktion: Wir geben diese Reuter-Meldmfa Mnächst mit allein Vorbehalt wieder. Eine Bestätigung von anderer Seite liegt noch incht vor. (WTB.) Grotzes Hauptquartier, 2. April. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Zw-ischen Ar ras und Ais ne haben sich gestern und erneut heute morgen Gefechte entspannen, vornehmlich zwischen den von Baparrnre auf Eroisüles und auf Cambrai sichrenden Straßen, sowie auf beiden Sommeusern westlich von St. Quentin. Engländer wie Franzosen setzten starke Kräfte an, die infolge unserer Artille riewirkung mehrfach zurückfluteten und nur unter erheblicher Einbuße, auch von 50 Gefangenen und einigen Maschinengewehren, unseren öes'chlSgemüß ausweichenden Truppen Boden gewannen. Auch zu beiden Seiten des O i s e - A i § n e - K a n a l S und auf der Hochfläche von Vregny kamen französische Angriffe in der vollen Wirkung unserer mit dem Gelände bis in§ Einzelne vertrauten Batterien nur verlustreiche und wenig vorwärts. - In der Eham 9 a g n e hielt das Dernichtungssjper r:n- serer Artillerie gegen die BereitsteLlungsgräben einen Angriff Ser Franzosen gegen die Höhen südlich von Nipont nieder. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls PrinzenÄeopold von Bayern. An der D ün a wurde rin russischer Vorstoß durch Feuer vereitelt. Westlich von L u ck haltert bei Crmnjukhp unsere Sturmtrupps mehrere Gefangene aus den feindlichen Grüben. Front des Generalobersten Erzherzog Josef. An der Ludowa, in den Waldkarpathen, zerstörten unsere Erkunder bei einer ihrer zahlreichen Streifen ein vom Feinde engelegt-es Trctminenftw durch Sprengung. Gegen die Gvenzhöhen zu beiden Seiten des Uz-Tales setzten die Russen nach starker Artillerieunrkuug zu einem Angriff in sieben Kilometer Breite an. Ihre Stunnwcllen brachen in unserem Ferrer, an einer Stelle im Nahkampf, zusammen. Kleinere Vorstöße seitlich des Hauptangriffs scheiterten gleichfalls. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. Nichts Neues. Mazedonische Front. In der Seenenge blieb ein feindlicher Erkundungsvor- ftoß ergebnislos. Südlich des Do r ran -Sees drang ein Sturmtrupp in die englische Stellung, machte einen Teil der Besatzung nieder unb kehrte mit mehreren Gefangenen zurück. Der Erste Gencralauartiermeister ^ Ludendorff. Der Abendbericht. Berlin. 2. April, abends. (WTB. Amtlich.) Außer Len gemeldeten Gefechten im Somme- und Oise-Gebiet keine besonderen Ereignisse. * * * Wir haben vor einigen Tagen einige Aeußerungen des Pfarrers und Politikers Tranb wiederg-egeben, der sich .gegen das jetzige System unserer Volksernährung gewendet und aus den individuellen Handel, das freie Spiel der Konkurrenz, ein Loblied gefangen hatte. Wir hatten dazu bemerkt, daß der Krieg mit feinem völligen Ausschluß des Außenhandels andere Grurchlagen schaffe als im Frieden rrud daheckäuch einen Wechsel des Systems der Versorgung bedinge. Daß das System der staatlichen Vorschriften, das leider so unvorbereitet zur Geltung kanr, Schwierigkeiten und Märrgel öfter!bare, beweise noch nicht, daß es an sich falsch oder überflüssig tvckve. Wir werden der Frage von neuem gegen über ge steilt, werm wir überlegen, ob wir denrr nach dem Friedens schluß wieder eine freie oder eine „sozialistische" Volkswirtschaft haben werden. Zu diesem Problem nimmt Professor Gustav^ Schmoller im neuesten Heft seines Jahrbuchs Stellung. Seine Ausführungen zeigen, daß er dem Kriegssystem unseres Ernährungsweseus größere Gerechtigkeit zollt als Draub. Ztveifellos wird der Krieg eine ausgezeichnete Schule in der Volkswirtschaftslehre gewesen sein. Aus der jetzigen Notdurft auf so vielerlei Gebieten tverden für die reicheren Märkte der Zuknnft viele nützliche Erkemftnisse und Anleitungen hernlsfamugeu. Schmoller meint, es könne gar keine Rede davon sein, daß man den Rieseüapparat unserer Kriegsorganisation einfach auslöse. Es wäre töricht, sofort die Devftenorganisalion unserer leitenden Banken zu beseitigen und so den Schutz unserer Valuta auszuheben. Es wäre falsch, die staatliche Leitung und Verteilung unserer Metallbestände in unsere Haupt- inDustricbranchen fallen zu lassen, ehe wir wieder unseren Auslandshandel so organisiert haben, daß unsere Kupfer-, Zink-, Antimon- usw. Versorgung von neuem ganz im Gange ist) Es wäre der Gipfel der Kurzfick)tigkeit, wenn wir, um nicht den Schein des Sozialismus zu erregen, die Zentralisierung unseres Arbeitsnachweises, die einen großen sozialen Fortschritt darsvellt, wieder rückgängig machten. Ebenso, wenn wir die Fortschritte in unserer Ausbildung und Zusluß an de« jüngst vor- üffentlichtcx Erfatz des Kuifers mi FEruagkichE p. Hin- denbury anläßlich dar großen Heeresbervegrrngen Westen wrrd jetzt ein Schreiben Hindenburgs bekannt, das, an den Chef des Feldeisenbahnwesens gerichtet, den Eisenbahrrtruppen und -beHörden Dank zollt, denen ein großer Teil an dem ungestörten Erlaus der Truppenbewegung xuzuschreibeir sei. * * * * Englischer Heeresbericht vom 1. April. Nach einem starken Kampf ^rahman wir das Dvff Solch, 4 Meilen von St. Quentür 61 Gesrngene und vier Maschtmnure- wehre wurden ein gebracht. Die Verluste des Feindes sind schoer. 70 deutsche Leick^n. faurchen vor der Front eines einzigen BataillonA gezählt. Wir nahmen auch den Wild von Savy, 1 Meile nord^ östlich des Dorfes, außerdem die Dörstr Vendckles, Ep.ph und Pozieres. Nordwestlich von Cvoissilles rückten wir weiter vor. Teile unserer Truppen drangen. während der Nacht und heute; morgen in feindliche Gräben nördlich Dort Rocsmcourt und nordwestlich von Neuville—St. Baust. SiÄtzoestlich vorr Givenchy wur^ den noch eitrige Gefangene erngebrack-t und dem Feinde viele Veo- l'uste zugefügt. Geslern wurden in einer Anzahl, von Lirftkäinpfen $xtci deutsch» Flugzeuge vernichtet und drei weitere zum Niedergehen gezroungeu Eine unserer Maschimn tvird vermißt. Im .März nahnren wir bei Vorstößen, örtlich begrenzten Unternehmer gen und im Verlaust des stindlichen Rückzuges 12 3 9 Den t sche' g e fa n gen , darunter 16 Offtzstre, und erbeuteten außerdem drei Feldge-schtltze >und eine Mairge anderes Kriegs-' material. Die Gesamtzahl her von uns in dm ersten drei Monaten des. Jahres ein gebrachten deurschear. Gefangenen beträgt 4800. darunter 78 Offtziere. Englischer Heeresbericht aus Mesopotamien vom 31. März: Seit dem 19. März operieren unsere Truppen von Bagdad ans nordwärts und rwrdosftvärts, wchten scharf mü dem Feinde, chreiben ihn zurück und richten ihre Stellungen ein. Unsere und die russischen Truppen begegneten bei ihrem Borm«u.sch ans verschiedenen Richtungen aus llchanikin erheblichen Schlvierigkeiteu,- die imsrigen infolge Auslaufens einer Anzahl von Booten ans den Flüssen, die Russen durch den Schnee, die von den zurückgelrendeul Türken an.gerichtete Verwüstung und die starke Stellung des Padok- Passes. Unsere Truppen stießen in dieser Richtung aus erhebliche feindliche Streitkräfte und umfangreichen Widerstand, brachten aber; dem Feinde erneute Verluste bei^ machten Gefangene und erbautetrA Lebensmittel. Wir besetzten nach einem lebl)aften Gefecht el Hamrisi und Kizel Robar sclLvere Schläge. Am 25. März besttzp-n wir Bollnwah mtd Sindft)ak mrd ergrii'es* von den reickstn fruchtbaren Gegenden 35 Meilen irordlich Bagdad Besitz. Falliya, 36 Dteilen westlich Bagdad, ist von urrs am. 19. März besetzt worden. Tie Türken leisteten, als sie auf dies«- Ort znrückgingen, geringen Widerstand. Bericht vom 1. April. Der Feind versuchte eine konzentrische Bewegung am Schatk el Adheim und von Deli Abbas aus auf unsere Truppen, die mißglückte. Die Bervegung des Feindes von Deli 2lbbaS aus! wurde znm Stehen gebracht. Seine Truppen befinden sich in vollem Rückzüge. Wir griffen am Donnerstag die Truppen.macht von Schaft el Adheim an und besetzten rtach hefftgem Kampfe die ganze Stellung. Mehrere feindliche Gegenangriffe mißglückten. Ter FeirÄ ließ 124 imverwundete und viele Verlvundcte Gefangene in unserer Hand. Er hat sich w'iederum auf das rechte User des Schaft el Anheim zurückgezogen. * * * Aus der türkischen Kammer. K on stau t in v pel, 1. April. (L9TB.) Der Groß w e- s i r verlas in der Kammer ein Dekret, das die S ch 8 i e ß u n g! der 3. Tagung der 3. Gesetzgebrmgsperwde anordnet und den Beginn dar näckfflen Tagung auf den 1. November anberaumt. Das Dekret sprichst den Mitgliedern des Parlaments die kaiserliche Befriedigung ftir die Tätigkeit ans, die sie in der Verabschiedtuig der die Lebetisinteressen des Lcmdes berührenden Gesetze bewiesen haben. Vor der Verlesung des Dekrets l?ob der Kamunerpräsidetft Hadji A d ie Betz in einer MschredSrede die geleisteten gesetzgeberischen Arbefteu farvor und wies nmmuftlich auf die Reiwrdnung airf dem Gebiete des Rechtswestns und auf die türkischZ-detttsch-en Kon- ventiouen hin. Vielleicht, sagte der Präsident, werden !vir unsj noch einmal im Laust des Weltkrieges versammeln aber bis dahin n er den wir mit Goftes Hilst Zeugen noch vieler Heldentaten und' Erfolge unserer Nation sein. Unsere Nation ist Gefahren ge- nohift; sie hat maita Ungllicksfülle erfahren, aber an was sie sich nie getröhnen wird, das ist Ertriedrigntcg. Wir können es ertragen, in Arnmt und Unglück zu leben, aber wir formen es nicht ertragen, unser Leben mit Niedrigkeit verknüpft zu sehen. (Hände- klatschen, .Bravorrcst.) Wohl sind einige Punkte imseres Bater- larrdes l-eute von den Füs^n des Febrdes zertreten, aber wir würdigen die für das gemeirtsame Ziel mit Unterstützung infam? Truppen in Galizien, in der Doln-udscl-a, in Rtimänien und in Mazedonien erzielten Erfolge. Mr ertragen die Verluste, die! wir erlitten, mit Ruhe und Räut. Voll Zuversicht erfüllen wir unsere militärische Pflicht gegen das Vaterland. Wir zweifeln nicht, daß dieser geheiligte Boden bald mit Gottes .Hilfe vom Feind« befreit sein wird. Der Präsident würdigte schließlich nickst nur das Verhalten der Armee, sondern mich das der übrigen Bevölkerung, die nrit'Opsti-rmft trotz aller Schwierigkeiten ihren Arbeiten obliegt. Die Ueoolution in Nutzianö. Das Aarcnvaar. Bern, 2. April. (WTB. Ni-chpnntlich.) Die Agentttr Radio meldet ans Petersburg: Tie ganze Umgebung des Zaren vaa res ist von Zarskoje Selo nach der Peter- Paulsfestung gebracht n*>rbcn_. Dreimal täglich ustrd fest- gestellt, ob sie sich nvck? im Palast befinden. Berlin, 3, Llpril. Wie das B. T. berickstet'. wurde in Petersburg die ganze Familie R a s p u t i n s verhaftet. — Ter ,L)oss. Ztg." zufolge ivirkt der A r beite r vo r b a n d in Petersbirrg sel/r sclicrrf als Zensor wrd verbietet die weitere H-rrrrus- gäbe von konservatimn ZeMnv'en. Genf, 3. April. 9tach der gefhigeu Eidesleistimg der russischen Truppenatadrumg zur Westfanft in der Pariser russisckxn Kirckre, die lediglich dem russisckien Staate geschvvrr-n roitrde, wurde bekannt, daß in Petersburg der Großfürst Boris negcn Mit- Unssersclaft zu einer BevschwÄguig zwecks Dhrv.iErhebung fas Großfürsten s-ttkolai Nikvlajervidsch verhaftet wvroeu ist. Der Arbeiter- ur^d Eoldaten-AuS?chutz. Petersburg, 2. April. (WTB. Mckftamtlich) Mek^ düng der Petersburger Tebegic«pt)geführt werden kaim, wie es gedacht ist. Zn Gerüchten über Friedensverhandlungen sagt die „skvenzzeitung": Niemand wird bestreiten, daß auch im deutschen Volle und nid\t zum Mindesten bei unseren Braven an der Front eine stell Schumcht nach der Wiederkehr von Zuständen Ic'rt, die uns allen wieder friedliche Arbeit ermöglichen. Uufcte militari ich: Lage könne uns in dm Stand setzen, ein Friedensangebot zu rnacl-en, die Erscch-ruugen vom Dezember v. Js. ss süssen uns indesseil zur allergrößten Zurücklsalttnm dringend malmen. Wir alle rvollen den Frieden, wollen den baldigen Frieden/ aber i\yix wollen, daI für luns. für unsere Erblinde tcn der nn gehen reu Opfer im ,^clde und im Innern wert ist. Dr< Muvegelunß der Kriegszulagen. Berlin. 3. Avril. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt zur Neuregelung der Kriegszulaamsätze' Es ist nickst zu v er kenne n, daß infolge der Dauer des Krieges und der immer mehr zunehmenden! Verteuerung hrc nolwendtgflen Bedarfsgegenstände die sestbesol- d-eten Angestellten besonders sckZwor zu leiden lxrben, vor allem die große Zähl der geringer besoldeten Reichs- und Staatsbeamten. Tie pveußistckff Staatsregierung hat ebenso wie das Reich von Anfang an dielen Ucbelsband im Interesse ihrer Beamten zu bekämpfest gesucht dadurch, daß die den Beamten und Lvhnangestellten höherer Ordnung über ihre Tienstbezüge hinaus Kriegsbeihilssn gLioälwt lmt. die vom September 1915 an bis zum Dezember !916 hinsichtlich des Teilnehmerkreises und der höhe der Sätze eine fortgesetzte Erweiterung erfahren haben. Eine fortgesetzte Ausbesserung nach beiden Richtungen ist mir Wirkung vom 1. April cm Reich lull in Preußen beabsichtigt. Dabei sollet! alle Bcaniten mit änem Dien stein kosn nten bis 7800 Mark ohne Hinzurechnung des WohsNiNgSgeldzusffnlsses berücksichtigt urtb innerhalb dieses Teil- r.chmerkocches der (Grundsatz durchgeführt werden, daß den Beamten, die. (mv(;.x besoldet sind und mehr Kinder zu unterhalten lxrben, gr.,»- . ''>.-en gcioäyri.' wcrtv.i als denjemgen Baamten. die hoher vtzotoet uns .„nt veicheimtöt sind, aber keine oder nur n-enige .^lwer 1yii>cn. — Das Blatt bringt dann eine Anf- .^mg vie beabsichtigte Erl-ühung und fährt fort: Die beab- ^Euregeluna, oic die Zustimmuna des preußischest Ab- seo^nctenhau,?- aenmd« und auf volle Anerkennung durch den zu rechnen fxit, wird auch bei der Beamlensckdstt das Bewußtsein Hervorruf«, daß die ReLchibregierung und die preußische Staatsregierung die durch den Krieg verschärfte wiN- schastliche Lage öhrer Beamten zu stärken bestrebt gewesen sind »oweit es die Rücksicht auf die sonstigen gewaltigen Kosten des Krieges irgendwie zuläßt. * Stettin, 3.Mnl. Fm Interesse der Frühjahrsbestellung hat der KomUMidieverrde General des zweiten Armes, korps BestilnnMgen erlasfarr, denen zufolge Kriegerfrauen, die Kriegsunterstützung beziehen, auf Verlangen täglich einen halben Tag arbeiten sollen, lwenn sie körperlich und nach ihren Gesaintverhal tottffcn dazu imstande finb. Me Landräte werben angewiesen, alle Fätle öffentlichen Widerstandes zur Kenntnis des Generolkomnuucdos zu bringen. daß unsere Feinde bas aufrichtige Friedens* anaebot unseres Kaisers mit ftechsru Hohn ab- gelehnt haben Denkt daran daß (?ng!and, das uns mit ehrlichen Waffen nicht bezwingen kann, den feigen .Hungerkrieg gegen unsere Frauen, Kinder und Greise arr- gezettelt hat daß Frankreich gegen Eure<^öhne,Nruder und Väter im Felde farbige, mordgierige Äesiien in Menschengeßalt hetzt was Rußlands wilde Kosakenhorden aus den blühenden ostpreußischen fanden und ihren friedlichen Lewohnern gemacht Hetzen Denkt hü?m\ daß das „neutrale" Amerika die Beziehungen zu uns abgebrochen, weil ihm durch unfern U-Vootlrieg das „Geschäft" gestört wurde an den Verrat Italiens und Rumäniens, denkt an die Mißhandlung unserer gesaugenen Helden in Feindeslanden, denkt an die Äomben- atteniate unserer Gegner auf friedliche unbefestigte Städte, denkt an Baralong- Dann wißt Ihr, was Ihr zu erwarten und was Ihr zu tim habt! 4* «A fe U Ifl Zeichnet die 6. KriegSanleihs zur Erzwingung des Friedens. Aus SL^vt ttrr- Cand. Gießen, 3. April 1917. F r ü h l i n g 1916 u u b Frühling 191 7. Während in diesem Jahre noch der Schnee von den Bergen leuchtet und rroch dein Baum grünt und blüht, lachte be-rcits der Frühling 1916 um diese Zeit in allen Farben. Nach Aufzeichnungen bliihten im Jahre 1916 auf: Aprikose am 18., Pfirsich am 20., rote Johannisbeere anc 24., gelbe Johannisbeere am 26. März, Lärche am L, Schwar^orn am 2., Süßkirsche am 2., Sauerkirsche am 9. und Aepfel am 12. Llpril. ** G r o ß hc r z o f, - Er n st - L u dw i g - I rlbi lä n nr s st i f- tung. Auf Einladimg des ersten Präridenten der Zeiten Kammer, Oberbüro er ini i tz ev Köhler-Worms, fand am DvnnerStaa, den 29. März, naclm'itt-aas &/ t Uhr, im Stärwehans eine Sitzung d'S Kuratoriums der Großl-erwa-Ernst-Lildwig-JnbiläuncSstistung statt, auf deren TageSorounng drei Punkte zur Erledigung staudeil: 1. die Koustituicruna d.^ Kuratoriums: 2. Best»rocsmng über die dem .Kuratorium oblieoendni Aufgaben,: 3. AnlegMg der Sllf- tungSkapitalierl. Von 19 dein Kuratorium angeiröreiben Däit- glicdenr waren 17 erschienen. TaS Kliratorium wäWe zum Vor- fftzeu^den Fürsteir zu SolsnS-HohensolmZ-Lich, zum 1. Geschäfts- füllenden Vorsitzeud^u Köhler-Worrus, rnni 2. gestbästSsührmdeu Vorsitzeuden Tr. Göttelmann.-Duainz, min 3. (mchäftSsülirenben Vorsitzenden Exzelleilä Frei Herrn von Hey l-Tarmstadt. An ?üis- sch.üssen wurden gepitdet: Ter Recht Saus schuß mit folgenden Mitgliedern: von Brentano-Osfenbach, Parcu.S-Dm.'mst«dt, Tr. Rebenttsch-Offnlbach, Neh-Alsfei», Tr. Gchv-arz-Darnchadt, Ulrich -O sserrbach : der V a u au 6 s ch a ß: Eberl-ardt-Offfn bach,' T r. Göttelmauu-Mainz, Erzettcnz Fnüerr von Het,l-72arn:sladt, Fürst Isenburg - B i rstein -Dannstadt, Exzellmz Nü m le Reifeprüfung zehn SMlcr. — Tie Höhere Mädchenschule wurde von 489 Säzülerinnen, die Erweiterte Mädchenschule von 346 Sänilerinnen besuch. — Das , ^ Pädagogium hatte eine Gesamtschillerzahl von Das Maturum bestanden vier, die Primareiseprüfung zwei, die Elnsährigenprüfung 15 Schüler. ** 2l us dem Stadttheaterbureau. Es sei nochmals auArückltch davaus 'hingewiesen, daß die morgen, Mittwoch, den 4. April statlfindende Aufführung des Sudermannschen Sck)au' Iprels „Heimat^ als 12. Freitags-Abonnements-Vorstellung zählt. ** Auf der Verband- und Kranken-Erfri- schungsstelle des Roten Kreuzes am Bahnhof Gießen rvul'den im Monat März 1917 1524 durchreisende Verwundete, und Soldaten erfrischt; die Scolltälswache hat 684 Transporte ausgeführt, sowie in 183 sonstigen Fallen Hilfe geleistet. ** 2 5 Jahre Kirchenmusiker. Am 31. Marz blickte Herr Hoforgarrist Müller in Tarnrstadt aus eine 25jährige kircheninusikaliscfrc Tätigkeit zurück, lieber 20 Jahre b-ellcidete er die Ltelle des Organisten und Chordirigeirten an der Stadttioche zu Friedberg, wo er die Chorschule aus baute, einen Mcorneuchor ehenmliger Chorschüler angliederte wü» mit beiden Chövert die unerrtgLltlichen Vollskirchenkonzerte icnd Llbendmotetten begründete. Ei'.l bleibendes Tast 10, Frenrdsprachliches 11 Bände. Nach MlswärtS kanven 27 Bände. < ** Die Sicheritng der Acker- nird Garten- beste l/ung muß aus v-stbswirtschastlichc 1 1 Gründen and) ist diesem Jahre durchg^e führt werden Ter Oberb ärger- nreister Ljichtet daher an alle Eigentümer utld Pächter v-osr Grundstücken bic dringende Aufforderung, dafür zu sorgen, daß keines der in ihrein Besitz shehendett 6>rundstücke unbebaut bleibt. Sollte ein ü-rundstücksbesitzer aus singenden Pfründen nicht in der Lage sein, seine Grundstücke selbst zu bewirtschaftet!, so hat er hiervon aus dem Stadthaus! — Zimmer Nr. 15 — Anzeige zu erstatten, damit das Ersordertiche zur Sicherung der Ausstellung dieses Grund- jtücks angeordnet werden karrn. Siehe Anzeigenteil. ** Eine Holzverfteigeruna der Stadt 6) testen findet Donnerstag, dmr 5. April, vormittags 9y 2 Uhr, in den Waldungen der Stadt Gießen, im Bezirk des Forstwarts Brück, statt. Näheres siehe Anzeige. ** Preußisch-Süddeutsche Kla ssen-L ö tterie. Die Erneuerung der Lose 4. Klasse muß unter Vorlegung des Bor- klgisescloses bis zum 5. April, abends 6 Uhr, geschehen. Ttuch niüssm bi§ zu diesem Termut die Freilose gegen Rückgabe der Gewinnlose rn Empfang genommeir taerdm. Landkreis Gießen. h. Climbach, 8. 7lpril. Tie hiesige eüiklassige Schürle zcick>- nete auf dte 6. Knegsanleil-e 1075 Mk. — Auch m irnserem Orte erklärten sich 10 Familien bereit, >vährend der Osterferien erho^ limgsbedürftige SäMlkiuder der Stadt Gießen aufzunehnren. —> Dem Gefreiten Ludw. Leyerer wurde wegen tapferen Verl-attens vor dem Feinde tnt Hessische Tapserkcitsmcdaille verliehen. —^ ^ei Unteroffizier Heinrich Wißner wurde zum Sergeanten befördert. ,. 2 . G e i l s h a ü ste n. 2. AprU. Im dichtbesetztm Schulsail hielt gestern Lehrer Wolf, Bersrod emcrt Vorttag über ,Lebensmittel versorgimg u. Landwirtscliaft". Redner behmrdelte in fünfvrer- ülstimmigem Vorttag die Schvierigkeiten der Versorgung unserer Bevölkerung mit den nvtwvndigslxm Lebmsmitteln. In ergreifenden Worbest schilderte er die Berhältirisfe unserer schiver arbeitenden Jltduftrie- und Munitionsarbeiter uttb deren Fanrilim und forderte die Landlente auf, mit allen Kräfbelr zu halfen. Der ansgezeichnets Vorttag !nmrde nrit tiefer Beweanng und Zusnmnrung ausgenommen. ^ Fahrer Otto Niebergall, bei eitern .Feldar- tillerte-Rvgrment im Westen erhielt diel SHessische Tapferkeits- medaille. Er hat noch vier Brüder mr der Front, von deneit drer bereits ansgezeichuet sind. . ** Oueckbo rn , 3. Mril. Unsere Schule zeichnete zur 6. Kinegsanleihe 4020 Mark 2000 Mark wurden den beiden hiesige Sparkassen überwiesen, wäyrend 2020 Mark an die Bezirks spar, lasse Grünberg abgeAhrr ttfurbcn. Diese hohe Sumnte imtrd« dadurch erzielt, daß 35 Kinder je 100 Mk. zeichiveten und nur der Rest von 520 Mark in Sparkarten angelegt nwrbe. Mögen die Großen genast so ihre Schuldigkeit ticu, wie hier die Klemm, bann werden zvir auch dieLutal wteder unseren Feinden zeiget?, daß uttser 6^eld noch lange nicht alle gewordear ist. Kreis Büdingen. # Altenftadt, 3. Aprü. Stier starb der Geineindeeinnehmer Wilhelin Christian Eberhardt. B üj d i ul g e n, 3. April. Das Eiserne Kreuz erhielt der Ersatzttservist Heinrich NiebLin g. chr Himbach, 3. Aprll. Das Eiserne Kreuz erhielt der Gefreite Gustav Dürr. /x Nidd a, 2. Wril. Die hiesige Höhere Bürgerschulevecsandte am Schluss« ihres Schuljahres ihren Jahresbericht. Danach nurkterr im abgelaufenen Schillialn an der Anstalt 4 ovde,ttlick>e Lehrer, 1 Lehramtsaspirmrtin, 1 Hilfslehrer wrd 1 Lehrernt für weibliche Handarbeiten. Der regelmäßige Uarterricht Sonnte ungestört erteilt iverden. Die Anstalt wurde im Schuljahr 1916/17 von 136 Schülern besucht. 100 K.wben u-nd 36 .MädclM, wovon 116 evmtgelisch 5 katholisch und 15 israelitisch roarest. 75 Schüler waren von hier! 61 von ausn'ärts. Die Ar.stalt umfaßt astlichen Geiwssenschafts- bank in Darmstadt hielt den Hauptvortrag, eine allgemeine Aussprache über die Lel>ensmittel Versorgung schloß sich an. 4 Bad-Nauheim, 3. April. Heute trafen hier S. E. Graf Kuno zu Stolberg-Roßla und I. D. Gräfin Kuno, geb. Prinzessin Hedwig zu Büdingen zur Baoekur ein. Gietzener Strafkammer. Gießen, 30. März 1917. Dem 14jährigen Stadtschüler Gustav F. in Gießen wird zur Last gelegt, ain 6. Februar I. Js. einer El^efrau in Gießen euren Ztzvairzigmarkschein aus einen! im Sckstafzrnttn-er st elenden Pult entwandet zu haben. Ter Angeklagte stieg zwischen 11 und 12 Uhr vormittags durch das offene Fenster irr das zu ebener Eäde liegende Zimmer ein, össrrete den verschlosseren Pult mit dem von ihm bereits einige Tage vorher enttverrdeten Schlüssel, nahm den Zwmrzignrarkschein wrd verliest das Zimtrter arrf oem gleicheir Wege, nmrde aber von der Frau, die den Verlust des Geldes bemerkt batte, zur Rede gestellt rurd gestand den Diebstahl nach anfänglichem Leugnen auch ein. Geld und Schliissel erlstelt die Bestohlene zurück. Das Gericht verurteilte den geständigen Angeklagten zu drei Wocherr E^efängnis. Zwei Unverbesserliche. scheinen der 18 Jahre alte Arbeiter Ludwig Wi. urrd der 1 6jährige Fabrikarbeiter We„ beide in Gießen, zu sein, da sie sich heute tviederum wegen Diebstahls und Urkundenfälschung zu verantworten hatten, nachdcvn sie erst am 23. Februar l. Js. von der hiesigen Strafkammer wegen Ticbstalils eines Hasen verurteilt »vorden sind. Es wird ih»«n zur Last gelegt, gemeinsckitaft- lich einen, Schuhmacher in Gießen ein Paar Damen Schnürstiefel im Werte von 7 Mk. entwendet zu haben. Tie Schuhe suchten sie bei einer Whäudlerin M verkaufen, wobei Wi. angab, die 'Schliche gehörten seiner Schwester, es imrrde ihm aber eine Bescheinigung seiner Schwester abverlangt. Beide Llngeklagten fertigten eine Bescheinigung, Wa. besorgte einen Zattel, auf den Wi. schrieb: „Ich bescheinige, daß man Bruder Ludwig Schnritt die Schuhe verkmifen darf" und mttevzeichnele ihn mit: „Katharina Schnitt, Schott- straße 3". Aus Grund dieses Zettels, dessen Inhalt falsch war, bannte er dann die Schuhe für 2,50 Mk. perkaufen, den Erlös teilten sie sich. Hi-erdpwh haben fte sich der schlieren Urkiutdan- sälschung schrldiq genlacht. Das Gericht verurteilte den Wi. zu einer Gesaintgasängriisstrase von 1 Monat und den We., weil rückfällig, in eine solche von 3 Monaten und einer Woche. Dem 60 Jahre alteil, borgen Diebstahl vorbestraften Dienstknecht Konrad E. von Ob-er-Dtockstndt wird zur Last gelegt, am 24.10. 16, gelegentlich des Marktes irr Büdingen dein Hausierer Sck^warz vmr Frankfurt a. M., der eineir „Wahrer Jakob" genannten Stand mit Kurzwaren hatte, ein Portemonnaie und einen Bleistift im Gesamtwert von 1,50 ML e ntwendet zu Hubes. Der Dr- geD^gte, der den Diebstahl nach wie vor bestreitet, suchte die Sache so hinzustrüen, allS habe er diese Sachen mit anderen Gegenständer, wie Schlhriemen, Wickxe n_ dergl. bei Schvarz gekauft und bezahlt. Auf Grund der Beweisaufnahme erachtete das Gericht ihn aber des Diebstahls für überführt und verurteilte ihn zu 3 Ddonaten Gefängnis. Zehn junge Brrrschen von Heuchelheim im Alter von 16 bis 18 Jahren verabredeten für der: 31. Dezember 1916 eine gemeinsame Sylvesterfcier in einer dortigen Wirtscl-ast, wobei ein H a s e n- essen ab gehalten werden sollte. Um nun bMig zu diesem Hasenbraten zu gelangen, beschlossen sie, die hierzu nötigen Hasen zu stehlen. In Ausführung dieses Beschusses entwendeten drei der Bursckum in der Nacht vom 30/31. Dezember v. Js. aus einem umschlossenen Raum mittels Einstckgens einen Hasen im Werte von 15—20 Mark. Da ein Hase für das Essen nicht richte, entwendeten Uvei der Burschen anderswo auf die gleiste Meise und indem sie werter die mit einem Vorhängeschloß verschlossene Stalltüre er- brachn, zwei weitere Hasen im Mjerte von 40 Mark. Die Hasen wurden in der genannten Wirtschaft geschlachtet. Da einer der Täter beim Uebersteigeu eines Gartenzauns feixte Brieftasche verloren hatte, kam man den Dieben auf die Spur. Die Bestohlenen erhielten die Hasen zurück und ans dem Hasen essen wurde nichts. Heute hatten fie sich wegen Diebstahls bezw. Begünstigung zu verantworten. Zwei der Angeklagten erhielten je 3 Monate Gefängnis, je einer 5 bezw. 3 bezw. 1 Tag Gesängxris, die übrigen 5 Angeklagten wurden fteigesp-rock)en. * Vermischtes. * Berlin, 2. April. (Privattel.) Der „Berk. Lokalanz." meldet aus Schöneweide: Der Nachtwächter Rist wurde heute morgen mit Schußnmnden in Kopf und Brust tot auf der Straße vor der Geulieindeschule ausgesunden. Bom Täter fehlt jede Spur. * Sag an, 2. April. (WDB.) Der Kommandant der „Möve" Burggraf und Graf zu Dohna-Schlodien ist von Berlin auf Schloß Malkwitz zum Besuche seiner Angehörigen eingetrofsen. Zu Ehreu des Grafen fand am Sonntag abend eilt Fackelzng der Vereine uxtd Schüler mit einem Huldigungsakt vor dem Schloß statt. * Der Verkauf der dänischen Antillen. Die „Times" meldet aus New Port vorn 1. April: Gestern wurde aus deu dänischen Antillen die amerikanische Flagge gehißt. Sie heißen in Zukunft Virgwn Islands of unrted States. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Rcdaltion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Stadtkinder auf dem Lande. In einer größeren Zahl von Landgemeinden unserer Provinz hat man sich bereit erklärt, in den kommenden Osterserien eine Anzahl Stadtkinder aufzunchmen und ihnen einen kräftigenden Feriew? ausenthalt zu gewähren. Die Stellen, tue die Vermittln:: g hierfür übernonimen hatten, litten nun einer besonderen Schwierigkeit zu begegnen. Von den Gemeinden, in denen schon im vorigen Sommer solche Ferienkolonien untcrgebracht worden waren, war gcllasH worden, daß die Stadteltern den Landaufentl-alt ihrer Kinder dazu benutzten, um häusiDe Besuche aus dem Vett. Dorfe zu machen. Schon dadurch hielten sie die Leute von der Arbeit ab und verursachten zienxlicbe Störung. 2kber es war nicht mit dem Besuchen allein getan. Das zeigten die leeren Handtascl)>en, Rucksäcke oder gar Körbe, die alle gefüllt heimgettagen werden sollten. Dadurch ist manchem Bauersmann der Geschmack daran verdorben worden, in diesem Jahre Kinder auftunckhmen. Dann hat sich das Gerede vom diesem Mißstand auch in anderen Dörfern verbreitet, so daß die Aufforderung, Ferienkindei' im .Haus aufzunehmen, mit einiger Kühle ausgexrommen wurde. Wenn dennoch Leute um der armen Kinder willen sich dazu bereit erklärterr, so tun sie es mit der ausdrücklichen Bedingung, daß hie Eltern die Gastfreundlichkeit des Landes xricht durch Besuche mißbrauchen. Auch aus dem Lande lebt man nicht in solckiem Uebersluß, daß man mit den Nahrxmgsmitteln überhaupt nicht zu rechnen brauchte. Es geht also an alle beteiligten Ellern, die jetzt zu Ostern schon Kinder auss Land schicken, die Bitte: Bleibt zu Hause und seid schon froh und dankbar, 'oaß ihr die Sorge um tägliche Brot eurer Kinder abgenvmmcn bekommt. Bringt das ganze freundlick>e Werk nicht in Gefahr, indem ihr die Gastfteundlichkeit des Landes mißbraucht. Auch die städttschen Behörden mögen ein Auge haben, daß diese Ausxmtzung der Gast- freimdschaft unterbleibt. Die Arrzucht der Kartofßelu durch Stecklinge. Es ist in vielen Zeitungon für und wider die Anzucht der Kartoffeln aus Stecklingen geschrieben morden, so daß ich den verehrten Lesern dieses Blattes meine praktischen Erfahrungen Mitteilen möchte. Anfangs der 70er Jahre war ich in einer Hanbets- gärtnerci in Darmskadt als Gehilfe tätig. ES wurde damals dir Frührosenkartoffel in den Handel gebracht, das Saatgut von dieser neuerr Kattoffelsarte war noch sehr knapp und teuer, und ick) bekam in das BermehrrrngShaus ein ganz kleuxes CUumTimt dieser neuen Sötte, um dieselbe durch Stecklinge ^u vervielfältigen. Die Stecklinge wuchsen gut und wurdetn Mrtte Mai in einen gut vorbereiteten, lockeren Boden gepflanzt, und der Ettrag war ein recht guter. Zu beachten bei dieser ganzen Anzucht von Kartoffeln au- Stecklingen ist, daß dieselben in einen gut vorbereiteten, lockere« Boden gepflanzt werden: jedoch darf die Pflanzung der Stecklinge vor dem 20. Mai nicht vorgexwmmen ^werden, da wir immer um diese Zeit noch Nachtfröste zu befürchten haben. Bei der An- pflanzimg von Kartoffelstecklmgen handelt es sich hauptsächlich wkr um Klein gattenbetriebe, für Anbau von großen Flächen Lmxb wird die Sache zu umständlich Wer die Pflanzung einigermaßen sorgfältig behandelt, dem wird der Ertrag sick-er sein. Letzte Hrtcforicbtetto Di-e neuen russischen Botschafter. Bern, 2. April. „Petit Pcrrisien^' meldet aus Petersburg, daß die neuen Botschafter an Stelle der des alten, Regimes bereits ernannt worden seien. Man warte jedsch mit der Veröffentlichung der Listen, bis Sasonow sich entschlossen habe, nach London zu gehen oder in Petersburg zur bleiben. Sasonow habe den Pressevertretern gesagt, seine Meinung über deri Zaren nicht äußern zn wollen, wie Mil- jukow, er könne den niedergeworfenen Feind nicht schlagen. Die Moskauer Sozialistenblätter und die Friedensfrage. Kopenhagen, 2. April. Die neu gegründeten Moskauer sozialistischen Tageszeitungen xiahmen schon in ihrer ersten Kämmett zur Friedensfrage Stellung. Das Organ der gemäßigten Ment- schicki-Fraktton Wezep erklätt: Die Sozialisten werden vorläufig den Vollziebungsausschuß der Reichsduma und die neue Regierung unterstützen, um die Errungenschaften der Revolution zu vetteidigen- Der Krieg solle fortgesetzt werden, falls er zur Stärkung der Revolution erforderlich ist. Das Organ der radikalen So^ zialistengruppe, die sogenannte BvschewiZki, sagt, die Aufgabe der russischen Sozialdemvkratte sei einzig die Herbeiführung eine# sofortigen Friedensschlusses. Die russischen Krongütcr. Kopenhagen, 2. April. Die russischen Krongüter, die jetzt Staatsergentum geworden sind, haben ein Ausmaß von 65 Millionen Hektar und enthalten große Mengen von Erzen, namentlich Gold. Wilson. Bern, 2. Ylpril. Die „Agentur Radio" meldet auS Washington: Wilson werde von vielen Deutschen davor gewarnt, feine Botschaft im Kongreß prwsönlich zu verlesen. Zu seinem Schu.tze seien daher die schärfstmi polizeilichen Vorsichtsmaßregeln gettoffen worden. Die Tribütien sür das Vublikunr sollten vergittert werden, da man einen Anschlag gegen sein Leben fürchte. * Bern, 2. April. Der Berichterstatter des „Petit Pari sien" rneldet ans Washingtcxl: Die politische Lage sei augenblicklich verwirrt. Der Regierung stehen zwei oppositionelle Elemerrte gegenüber, zunächst die Pazifisten, die jedoch durch ihre letzten Maßregeln bei der Oeffentlichkcit: etwas in Mißkredit geraten seien, andererseits die Arneri- kaner, welche die soforttgen Zwistigkeiten rricht überwinden können. Das KriegSfkHer in Amerika. Haag, 2. Apttl. Die „Times" berichtet aus Washington 2 Die Provinzpresse, bk bisher stark pazifistisch gefärbt war, schießt sich in der Beurteilung der Lage der Presse der großen Zentten an. Tausende von Patrioten eilen nach Washington, wohin von allen Richtungen Sonderzüge abgelassen werden, um dem großen Moment der Erklärung des Präsidenten beizuwohnerr und die Friedens-^ klmdgebnng der Deutschfvemrde zu vereiteln. Stone ließ in dev Presse eine Mitteilung verbreiten, daß er gegen die Kriegserklärung stirmnen tverde, daß er aber, wenn der Kongreß den Krieg gutheitze, sich dem Präsidenten zur Seite stellen werde, bis Deutschland geschlagen worden ist. Diese Erklärung ist kenn- zeichnend für die ganze Lage. Heute vormittag verschied sanft nach kurzem schweren Leiden unser lieber Bruder, Schwager, Onkel und Grossvater Gustav Schreiber im 67. Lebensjahre. Dies zeigen tief betrübt ant Die trauernden Hinterbliebenen Giessen (W agengasse 3), t .April 19 \ 7. Die Beerdigung findet Mittwoch, nachmittags 5 l / 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt* -vag Junger Schreiber. von angesehenem kaufinännt schern Betrieb zu baldigem (Eintritt gesucht. Schrist- liche Bewerbungen mit Ge- baltsforderung und Altersangabe unter 2692 an den Gteßener Anzeiger erbeten. Heizer gekernter Schlosser gesucht. 26728 Medizinische Klinik, Frauenklinik u. Klinik s. Ha utkranke. Hausburfche 4um sofortigen Eintritt ges. Brüder Schmidt, Hauöhaltungsgeschäft Selteroiveg 83. I2W3 Am l. April verschied unser langjähriger Mitarbeiter, der Schriftsetzer Herr Gustav Schreiber. Trotz seines leidenden Zustandes hat er bis in die letzten Tage treu auf seinem Arbeitsplätze ausgeharrt. Wir werden ihm ein ehrendes Gedenken bewahren. Brühl’sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange. Gießen, 3. April 1917. . Statt besonderer Anzeige. Am Sonntag, den 1. April 1917, nachmittags 3 Uhr entschlief nach kurzem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater Heinrich Schluckebier Psörtner der Universitäts-Augenklinik Gießen. Die trauernden Hinterbliebenen: Barbara Schluckebier geb. Pelzer Bertha Schluckebier. 2660 Büdingen, den 2. April 1917. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 5. April 1917, nachmittags 2 l / i Uhr, vom Portale des Neuen Friedhofs in Gießen statt. Jüngerer [2055 Hausbursche wird gesucht. Ad. Geisse. Maurer, Zimmerer, Erd- uud Betouarbeiter und Arbeiterinnen gesucht. Unterkunft und vollständige Verpflegung aus der Baupelle. 126301) e&örgesrs Brassilt, Eisenbahn-, Hoch- und Tiefbau, Baustelle _ _ Kelötertmch a. M, j Wir suchen zum atobaldigen Einirnt einen IS 1 I an selbständiges Arbeiten gewöhnt, und erbitten schriftliche Offerten. Bez. 3 der D- utichen Zentrale für Zlriegs- lieferuttgen von Tabaksavritaten. Kommerzienrat H. Sc h1 rmer f Vorsitz e nder. ’* _2668 Crbentl. C! 02016 gesucht. f. Geschäft gange Marktvlav 2. 01W1I Einmal in der Woche, Donnerstag od.Freilag. eine Ptttzfrau ges. Johannesstr.ö I. Für fofort sanbereLankfrau ob. Mädchen gesucht. 01019 Mftrktstr. 5, Vikt.-Drogerie. ^683 Mögt, sofort tüchtig. für kleine Familie Ml Erw., 2 Kinder) gesucht. Hilfe vorliauden. Näheres in der Geschäfiö- stelle des Gießen. AnzetgerS. üiiiB Fron oder Mädchen, evtl. Stütze, für vier Wochen sofort gesncht.Vermil > lung nicht ausgeschlossen. Frau Pros. Roloff. Walltorstr. 48. !26 66 tagsüber sofort gesucht. Gowt. Kremier, £660] Neustadt 17. Kisctarmadchea. Dienstmädchen od. AuSh. ?of. ges. P J,J Dr. Qblautcui, Bahnöosstr.lbll. sucht zu möglichst sofortigem Eintritt durchaus zuverlässigen, selbständigen oder Buchhalterin ferner: mehrere flotte StBnotyDistinnen. Schr. Anaeb. unter 2600O an den Gien euer Anzeiger. Ein tüchtiges Dieilstmädchen für Küche und HgttS geiucht. 2604 Frau B. Geisse. Gesucht zum 1. Mai [2GC5 einfache Ktützp. Meldungen abends zwischen 8 u. 9 Uuv. Adresse zu erfragen in der Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers. Ein braves [02000 Msklchess in ruhigen Haushalt gesucht. A'äheres 'tüarktvlatz Ä. Mädchen fi'lrKoäiküche ».Wäscherei sofort gesucht. M27 Lvll-a. kllLgsovLtsltkjesssL. SiRbcrflärtncrin oder neb. junges Mädchen für einige Stunden vor- und nachmittags zu dreiiähriqem Kiirde zuni 1. Mai od. spater gesucht. Borzustellen von 6 bis 8 Uhr. 02008 Fra;i Bankier ISerr, _ Blockstraße 9 l. ges. gegen sofort. Vergütung. H'aI Richter, Marktstraße 24/2«. 12618 Fräulein, welches jm Ma- fchinenfchretben und Sreno- graphie beivandert ist, sucht oast. Stellung auf Bureau. Schr. Angeb. unter 01998 an den Gieß. Anz. erbeten. Buchhalterin verf. in allen vork. Bureau- arbetlen, sucht zwecks Ber- ünderullg f. sos. od. fp. pass. Stellung. Schrift!. Angeb. unter 01990 an den Gieß. Anz. erbeten. £?auahhlterin, in mittl. Jahren, die gut und sparsam zu kochen versteht, s. Stellung. Schr. Ang. u. 02007 a. d. G. %. Älchtnug. liefert sofort in jeder Größe und Menge in 6)uß u. Stahlblech, emailliert u. inorvdiert, äußerst billig. Einige hundert Kessel am 1'agcr. Größtes Spezialgeschäft am Platze. Großes Vanev in 2570 LaMseil,ßM!!,.Wl- Öfen iinö SciitlriiDisfcii. Wilh. Dürbeck Nachf. IMexstraNHc 6. Telf. 283. 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Für die zahlreichen und herzlichen Beileidskundgebungen, die uns bei dem Hinscheiden meines lieben Mannes, unseres guten Vaters, Schwagers, Onkels und Schwiegervaters, des Gütervorstehers Wilhelm Rode zuteil wurden, sagen wir innigen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Helene Rode geb. Schoppe. Giessen, den 2. April 1917. 2670 Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Nächstenliebe während der langen schweren Krankheit meiner lieben Frau, sowie für die letzte Ehrenbezeugung bei ihrer Ruhebestattung, den barmherzigen Schwestern für ihre liebevolle Pflege sagen auf diesem Wege innigsten Dank 2679 Hern«. Strobel«. Kinder. Wieseck, den 2. April 1917. Grötzere Auswahl schwererer und leichterer Pferde, darunter mehrere erstklassige 3—4jährige Zuchtstuten sind eingetroffen. o michel, Pferdehaudlmtg. !/ 02011 Allen Verwandten und Bekannten die traurige Mitteilung, dah mein lieber Mann, unser treube- sorgler Vater, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Johannes Muhl Briefträger i. Pens. nach langem schweren Leiden im Alter von nOJahren heute nacht 3»/,Uhr sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen. Groden-Linden, den 2. April 1917. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 4. April, nachmittags 3 1 /* Uhr, vom Trauerhaufe Bahn- hoffiratze 20 aus statt. 02018 Photograph. Apparate für Schüler, Militär und Liebhaber nur bekannter, guter Firmen. Sämtliche lichtempfindl. Papiere, Platten, Rolland PaÄfilmS, Metall- und Holzftative, Bergrdtz.-Apparate empfiehlt für die Saison 2642 Central-Drogerie E. Karn, Schulstraße. Photographische Arbeiten werden prompt erledigt. Danksagung. Für alle Beweise wohltuender Teilnahme bei dem Verlust meiner lieben Frau, unserer teuren Mutter und Großmutter trau Betty Kaess geb. Adami danken wir herzlichst Sanitätsrat Dr. Kaess Elsa Koehler geb. Kaess. Gießen (Frankfurter Straße 44), im April 1917. 2667 D t jf.A ;•> - . • ■ ... " v:: 'v..-v Gestern morgen 8 1 /, Uhr verschied sanft nach kurzem Leiden mein innigstgeliebter Gatte, unser herzensguter Vater, Schwiegervater und Grossvater Georg: Alt im 70. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Henriette Alt geb. Mohr Jean Stommel Maria Herzberger geb. Alt Ludwig Herzberger Leise Stommel geb. Alt nnd 4 Enkel. Elisabeth Alt Giessen (Grabenstr. 9), Frankfurt a. M., 3. April 1917. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 5. April 1917, nachmittags 3 l / 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. 2682 m plfSIpip i ■Sämaßmmm MWW Hierdurch die traurige Mitteilung, dass meine innigst- geliebte Frau, unsere herzensgute, treusorgende Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter Frau Emma Margaretha Oerbig geb. Not! im 79. Lebensjahre nach kurzem, mit Geduld getragenem Leiden Samstag, den 31. März, sanft entschlafen ist. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Heinr. Gerbte, O.-Postschaffner i. P. Johannes Ger big Wilhelmine Eifländer geb. Gerbig Heinrich Gerbig, Feldwebel Konrad Gerbig, Sergeant nebst allen Angehörigen« Giessen (ßiegelpfad 18), Schwarz, Köln, Frankreich, den 2. April 1917. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 5. April, 3 Uhr nachmittags, vom Neuen Friedhof aus statt. 2674 Danksagung. Für die uns anläßlich des Ablebens unseres lieben Gatten, Vaters, Schwiegervaters, Großvaters, Schwagers und Onkels, des Rentners Zriedrich wilh. Hartman« zugekommenen Beweise der Teilnahme beehren wir uns Herz- lichst zu danken. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie hartmann ^iv Zinanzminister vr. Becker und Zamilie. Gießen (Noonstraße 10) und Darmstadt, 2. April 1917. v 7 '9 V-'., 1 Am Samstag verschied in Reinheim unerwartet nach kurzem Kranksein unsere liebe, unvergessliche Tochter, Schwester, Schwägerin, Enkelin und Nichte Elli Noll im 28. Lebensjahre. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Familie Johannes Noll, Zugführer L P. Giessen (Licherstrasse 35), den 2. April 1917. Die Beerdigung findet in Reinheim statt. 2656 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange deiner lieben Frau und meiner treubesorgten Mutter sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. Jakob Köhler Karl Köhler. Eberstadt, den 1. April 1917. 0197t!