Nr. SS Erscheint lögUch nttt Nnsnsfime de« VomckAy». Beilagen: ^Gteßrkrr ^nmMen-kLtter" wrd ^«rei5blatt für bt* «reis Sietzen". postfchcckkovt»: Znnttftttt am Mais Nr. U6M. Sa-rverke-r: S«ser-eö«tt Sied». m 107. Jahrgang Freitag, 2 . Marz 1917 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Sberhchen ZwillingSrunddruck vnd Verlag: Vrü hl'icheUniverfitLtS-Bnch-u.Stn»druckervi. R. Lange, Giessen. rchrkstlfttimg. GeschästrfieLe mrd VcvSeretr Schulftraße7. GeschäfkssteNeu. Perlag Schristleitung: «ÄZ- 112. Ans chrift f tt r Dra htn a ch ri chten: Anzeig «Gie ge n. Mb. Deutscher Reichstag. 85. Äitz»»s, Donnerst«-, 1. «Sr- 9m BundeSratMsch: Herfferich, Li»co, Zim««r<- »ann, Roedern. Kraetke, Ster». Präsident Dr. eröffnet die Sitzung mm 19h Uhr. IsüschmT der yimshMerakssg. RriegSminkPer ». Dtei«; Gestern ist das Los unserer Gefangene» in Feindesland zur Sprache gebracht urck nach den Gosemnatzregeln gefragt worden. In den letzten Tagen habe» die Zeitungen Zusaminenstellrutgen über Grausam- kette» unserer Feind« gebracht, die allen bene«, welche Angehörige in Feind Äand Wußten, nicht zum Tröste gereichen konnten. 3n imfecm Bol? aber werden sie wieder einen heilige» Zorn entfachen, sie werden auch unsere neutralen Vertreter veranlassen, sich rntt aller Kraft der Milderung des Loses unserer Gefangener; in Feindesland anzunehmen. Am fchkimmfie» -.st di-e Lag« in Frankreich. (Hört, hörtN 5!eÜ»er ist öS Jo, daß die Verhältnisse nicht besser, sondern schlimmer werden. (Hört, Horts) Der Feind bemüht sich, unsere imgiückKchen Kameraden an Leib nud Ge«ke zu bedrücken. Die Freihstten, die wir den Gefangenen in unseven Lagern durch Betätigung von Kunst. Wissenschaft, kurz in allem. waS ihnen lieb und gewohnt war, haben ange^eihen lassen, kennt man in FranEreich nichts (Hört! hört!) Zuruf: Barbaren!) Daher haben wir diese Frei- beiten in nuferen eiaeneu Gefangenenlagern abgeschafft. (Beifall und Schr richtet) Die Zeit der Verwarnung, die früher auf vier Mo^n festgesetzt war, nach dsn-en erst Gegen, maßregeln einfetzen sollten, kenn nur dem Feinde zugut. (Sehr richtig!) Wir behänd eiten unsere Gefangenen in derselben Zeit anständig, unsere Gefangenen in Feindesland mußten vier Wochen länger die Quaken «Luiden. Ich habe beantragt, diese Zeit cvbzuschneiden, u«b dem ist heute nachgegeben. Sofort weä>en die Gegenmaßregeln ergriffen, bis wir von der feindlichen Regierung die Nachricht von der Nuchebung der feinlichen Maß- nahmen erhalten. (Lebb. Zustimmung.) Tausende von Gefangenen müssen unmittelbar hinter der französischen Front im Ferrer unserer Äyenen GefMtze arbeiten. (Hört! hört!) Die Versuche dieser Nngvücklichen, sich gegen daS Feuer zu decken, haben franzosrfcke Qssiziere mit der Waffe «rbgewehrt. (Lebhafte Pfuirufe. Kulturnatton? DaS lassen wir uns so lange gefallenl) Wir haben Gegenmaßregeln ergriffen und französische Gefangene i» dieselbe Lage hinter unserer Front gebracht. (Sehr richtig?) Da» wird fortgesetzt, bis sich der Feind entschließt, unsere Forderung zu erfüllen, di-e Gefangenen 60 Kilometer hinter die Front gnDN^uKiehen. Das gemeinste Vst aber, daß gerade in der ne uest e n Heit unsere Gefangener? unmittelbar nach der Gefangennahme mit allen Mitteln gequält werden, um Aussagen über militärische Verhältnisse an machen. Von diesem schauderhafte» 2oS werden in erster Linie Offiziere mrd llnterofsi ziere geLroffen. Man sperrt sie tagelang in käfigartige Behälter, (große Entrüstung, Kufe: Donnerwetter! Pfui! Unerhört!) und läßt ft« tagelang hungern, nt sie mürbe g» mache». (Zuruf recht»: Die französischen Brüder der Herrn Haas«!) Es f5&t un» nicht ein, dem Ferno auf diesem Wege ga folge», aber eS ist der Front anbefohten, daß von den dort gemachten (Befangene» einige znrückgehatten werden und in ähnliche Lage versetzt werden, nur Gemeruheiton begehen wir rricht. Ich habe in Frankreich eine urmezäMe Menge französischer Gefangener an mir dorüberziehen sehen. Unsere Feldgrauen drängten zwar neugierig Hinz», ich habe aber rnematS ein Schimpfwort gehört und noch diel weniger eine TÄlichkeit gesehen. (Beifall.) Das waren wir Barbaren. Ich bin mir bewußt baß frie scharfe» Maßregeln, die als Gegenmaßregüln ai^eordnet sind, nicht immer von allen Organen in derftDen Schärft zur Ausführung kommen. Die deutsche Gutmütigkeit, die sich bisweilen zur Gefühlsduselei verdichtet, kommt Mtet gann Vorschein. (Lebhafte» Sehr richtig!) Vor einige» Tagen ging durch die Zeitur« die Nachricht, daß aus einem unserer nordischon Seen große EiSftste französischer und englischer gefangener Offtgiere stcritsäuden. Sobald ich davon erfahren habe, habe ich der Sache ein Ende gemacht. (Bravo!) Eine andere Nachricht, die neuerdings au-tzgetoncht ist, behcnrptet, daß man sich so wert vergessen haben sollte, alle möglichen Ein- richtungen der Woihkfahct, wie wir sie für unser« Mitgenosien rtnfc Landsleute eingerichtet haben, auch auf die Gefangonankager zu übertragen, Arbettcrausschüße, die Mischen den Gefangenen und den Avbeitaebern verhandelt sollen und dergleichen. Sie hat sich bis jetzt nofe nicht bestätigt. Sollte sie sich bestätigen, so werde ich dem groben Unfug ein Ende machen, (Lebhafter Beifall.) Ich knüpfe hieran die Bitte, daß mir Angaben dieser Art zu- gehen möchten, möglichst unter Bezeichnung von Ort, Zeit und Person. Bei der ungeheuren Menge von Papier, von der ich täglich überschwemmt werde, ist es nicht möglich, daß rnan garrz allgemeine Angaben, wo man gar keinen Anhalt hat, oder auch Dinge vom HSrenftrgen verfolgen kann. Für jede bestimmte Angabe bin ich dankbar. In England liegen die Dinge ander«. Die EnglLicker leugnen meistens alle Schandtaten. Aber es muß doch anerkannt werden, daß fie in Violen Fällen Mißstande abgestellt haben unb daß überhaupt b»e Behandlung in England eine b e s s e r e ist. Das schließt aber nicht aus. daß auch die Engländer vwle unserer Gefangenen unmittelbar hinter der Front im Feuer beschäftigen. (Hort! Hört!) Deshalb ist ihnen Miches mit Glei- chem vergolten worden. (Bestall.) Ferner wissen wir, daß deutsche Gefangene nt französischen Hafenstädten durch die Engländer unter ungünstigen Berlstamsssn zu übertriebenen Arbeiten an- gehalten werden. Aus diesem Grunde haben roir an bestimmten Stellen der Front auch enalische Gefangene in die gleiche Lage versaht. (Bestall.) Sofort nach der Erklärung des U-Boot-.Krieges haben wir die englische Regierung wissen lassen, daß eine etwa eÄttretercke Sonderb«Handlung unserer tapferen N-Boot-Kämpfer von uns sofort mit ähnlichen Maßnahmen würde beantwortet werden. (Leyh. Beifall.) lieber Rußland stt nicht viel zu sagen, manches ist noch unklar. Ob die traurigen Verhältnisse an der Burmair-Dahn vollständig geklärt find, sieht noch dahm. Einige Flieger, osstziere von uns schmachten moch immer in Ketten in einem Kerker. (.Hört! Hört.) Es soll aber nicht verschwiegen werden, daß trotz alledem in Rußland in vielen Orten die Verhältnisse eher besser als schlcckster geworden sind. Das ist zu danken der hingehenden Tätigkeit des Schwedischen und Danstchen Roieu Kreuzes. (Stürmischer Beifall.) Seitdem Schweden unsere Beetretüng in Rußland übevitommen hat, wird dort Kameraden «earbettek. hochherziger Weise, de» Lose» (Allseitig« Beifall.) Dänemark hat in rühmlichen Beispiel der Schweiz folgend. sich dazu verstanden. Elnftchrnnaen für AuStauschgefangene zu schafft». (BestaL) Auch der Kömyvoy Spanien hat in derselben Richtung fein« Hitfr augeboten.Lebhafter Beifall.) All« diese warmherzige« Destvebungen begrühc» wir mit aufrichtigem Dank. (Stürmischer Bestall — Zuruf r^ht»: Wo bleibt Amerika 7) Ick burn an dem Schicksal »rrseuer Gefangene« nicht vor- übevgehen, ohne der Vsrschleppten an» Qstprentze» zu gedenken. (Sehr richtig) Dort mögen sich noch größere Tragödieu abgespeelr bab-ev als &S unfetcn Gefangenen. (Sehr !) Ich hatte in laetaem Korps einen jungen «Sffch'sischen bei fern« junge 0rta« mit dem eben geborenen mußte. Die Kram mutzte wochsn-krug in «nem Keller sitzen, wurde dann von den Franzose» weg- geschleppt und der unaküMche Vhenwam hat bi» heute mchts von ferner FanriSe Hört! tzort! — Zurmft Un- erhöret) AÜ vor kurzer Arik biÄfiMe ArDetter «nd Sinwohner nach Dvuksihlanrd zu ArbLften üLeiMyrt wurden, erhob sich im Ausland ein Sturm der Entrüstung, und auch bei uns hat mau dazu nicht ge^ßixnegcTi Die Drlgrer sind msteve Feinde und mancher von chnen wird au» sicherem Versteck feiner* zeit auf nnfex« 9f«tippen geschossen Hecken. (Sehr richtig.) Da peLsu mir meine oschreußstchen und estästr scheu LarrdSkeute viel »Mer, Leider konnten tmz gev«rde für diese Unglücklichen bisher nur das wenigste evrStchen. Frankreich versteckt sich hinter allen mögliche« Ausreden. ES gibt an, die Leute sollten nicht zurücDonunen. Tatsächlich sind nur ganz wenige, etwa einige 80, zurückgaksmmeu. Aus Rußland ftllte dieser eine en de? Präsidenten Wilson gehört, er ist ein weSsrencker Schnl- meister. der die Welt draadßen nur mrsicht wie «m fMicr aus die Retorte blickt. Er kennt Europa irkckst. cvbsr er Rllt sich für berechigt, es zu belehren! Hände weg von nuferem nnieren Loben. ^ Das »Zerrbild DeirHchdrnd? im Arrskande war nnx mög- l)ch, weil der Nachricht endivnst. verfirgke> weil wir auch »Uckt eb> mol brti Berfuch «ach-«, die SffenKche Gtimmnrsg tra AuS- lande zu beernfluffeu. .. 3 ?«-^ en °^ T * n dnem benwfrofifeTT Zeitalter, nr dem »re Vo-tsitimmung ein so großer Mochtfaklor ist. daß wir nicht dcrran vorabergehen können. Wir sollen wenigstens für die Zukunft die Lehre ziehen. Die Deutsch-Amerikaner hoben alles getan, irm es zu einem Konflikt zwischen uns und den Vereinigten Staaten nicht kommen zu lassen. Wir haben das Recht und eine Pflicht des Dankes für ihr treues Bekenntnis zu dem Lande ihrer Heimat. (Sehr richtig!) Sie haben für Deutschlands Existenzkampf ein volles Verständnis gehabt. Van Wilson verfolgt, haben sie den Begriff des Deutsth-AmerikanertumS bis in die Gegenwart aufrechterherlteru Wilson begrüßte sie einmal als diejenigen Männer, die stolz darauf sein könnten, daß ihre Heimat in deutschen Äcmden einst gewesen wäre. (Hört! hört!) Nicht wir tragen die Schuld an dem Bruch. Wir begrüßen das Abkommen öder KiÄendAmg der beiderseitigen Untertanen. Es wäre ein LicKpnukt. wenn man endlich zu dem Grundsatz käme, daß mau sich mÄttärisch bekriegen kann, ohne es wirtschaftlich zu tun. Schließlich sind die Vereinigten Staaten auf den deutschen Markt sehr angewiesen. Der U-Boot-Krieg soll nach Herrn Ledcbour unmenschlich fern. Freuen wir uns der technischen Erfolge bei der Her- stekkung unserer U--Boote. Wir können mit ihrer Anwen^ing nicht warten, bis ein Internationaler Kongreß ihre völkerrechtliche Zulässigkeit geprüft haben wird. Das Völkerrecht ist doch nichts StcrrreS! Der ungehemmte U-Boot-Krieg hat die Siegeszuversicht im deutschen Vvlte wefentkich gesteigert. Wir haben jetzt gegen den Wärfsten Feind auch die wirtschaftliche Offensive erpritfpf. England genoß bis her den Vorzug eines Jnsellandes, jetzt sichlt cs die Nachteile. Jedes Schiff unterliegt der deutschen Kontrolle. Gewiß wird auch England alle Leiden auf sich nehmen, llebevhanpt ist nichts falscher, als die Feinde zu unterschätzen oder die feindlichen Staatsmänner zu beschimpfen. Das Wort vom Plebejer Llolst George" wäre beffer nicht gefallen. (Sehr richtig dieser PI«lbcher K einer der größten Organisatoren -er Weltwirtschaft und hat uns manche Nuß zu knacken gegeben. Wir freuen uns deshalb auch darüber, daß wir jetzt e-nrn Staatssekretär des Aeußern von Fleisch und Blut haben. (Hrtterkeit.) Der Mg. Keil hat sich gegen eine Annexion Belgiens gewandt. Wer hat denn das verlangt? Selbst Graf Westarp nicht. Etwas ganz anderes aber ist eine Befreiung der Mamen vom wallonischen Joch. Die Vlamen wollen auch befreit sein. jSehr richtig!) Mit besonderer Anerkennung gedenken wir unserer He7den?ämpfer in Ostafrika. (Stürm. Beifall.) Möge der Vriede dieser deutschen Heldenfchar die Möglichkeit geben, auf deuflHem afrikanischen Boden zu stehen. (Beifall.) Was sollen wir d»zu sagen, daß selbst hoch^ftellten Persönlichkeiten das Verständnis für hie Wichtigkeit d"§ AuSldie GervrMgigkeit der bisherigen Leistungen der deutscher ll-Bvott hervorgelhen soll. Er hat einer Zahl von 134 Kritischen, verbündeten und neutralen Schiffen, die in der Zeit vom Lt Wl M Februar versenkt »vorden seien, grgenWergestellff daß während hesselben Zeitraumes 607^ Schiffe in britischen .Hkffen emgelaufen und 5875 Schaffe ans diesen ' ausgelMnsen seien. Diese Darstellung leidet Kunächst an dem Grundfehler, daß. die Zähl von 134 versenkten Schiffen falsch ist und vielmehr erheblich hinter der MchrheÄ Srrrückbleidt. Es liegen Gründe vor, die dem Admiralstab bekannten Ziffern nicht zu nennen, wir müssen uns vielmehr damit begnügen, daß, wie gesagt, die Zahl von 134 längst, nicht den Tatsachen gckeichttnnmt. Welche 6)ta£wßtbiaflrtt unter diesen Umständen den Angaben bes Ministers ützer den Ein,- und Aiuslauf von Schiffen in britischen Häfen be&xmnt, bleibe zunächst dahingestellt. Die Nebeneinander-- slallung der tinodmifenm [imfr ausgelaufenen Schiffe könnte übrigens der Mmahme verfüHoen, daß Man die beiden Gruppen von f i075 ein gelaufenen And 5875 aursgelaustnen Schiffen zu- sammenAu-.ählen 'habe, um den Frachtraum zu ermitteln, der den «rglffchen Seeverkehr vom 1. bis 18. Februar dacgestellt hat. ^Q : wäre indessen ialsch, dsrn die meisten in einem Mvnat nn- geiausenen Schiffe lausen augeffchts der durch die jetzige Schiffst- Emnot veranlagten Beschlemrigamg des Blwkehrs in demselben -vttmat Immer aus. Entsprechend sind dis in einem Mvnot auHgeiaußenen Schiffe zum weit überwiegenden Teil fdlche, die in denMben Monat eingelaußm waren. Man wird schcMrngÄwsffe auf Grurrd jenen Ziffern, ihre Richtigkeit Kunächst einmal vcwansMsetzt, annehmen dürfen, daß rund .6500 Schiffe den englischen Seeverkehr vomj 1. bis 18. Februar bestritten haben. Davon würden dann freilich die 134 versenkten Schiffe nur 2 Pr^mit darstellen. Wie irreführend diese Gegenüberstellung ist, zeigt eine kurze Ueberlegung, die statt der Zahl der Schiffe ihren Tonuengehalt ins Durchsckmitt 3000 Doirnen jpd> die übrig gebliebenen 90 Schiffe im Durchschnitt nur 500 Tonnen Räumite haben. Tann wären van 75 000 Donnen Mämntt 30000 Tonnen — 40 Prozent versenkt. Tie Tonrrage des englischen Seeverkehrs im Februar kennet wir nicht. Wir können aber tne Angaben der amtlichen englischen Statistik über die Tonnage des Januar-Berkehrs der britischen Häfen zu Hilfe nehmen. Tanach svrd in brittsthen Häfen im Januar 3 331000 Tonnen emgelanfen und 3 600 000 Tonnen ausgelaufen. Ter SeeverVehr des Imrsurr wird also von schätzungsweise 4 Millstmen Tonnen bestritten worden sein. Berücksichtigt rr w-sfen, Schiffsverkehr, der sonst etwa ein Drittel des englischen Seeverkehrs muß werden, daß, wie wir im Februar der NLutra he ausmaclste, ganz außevorden.tkich emgsstlwäE worden ist. Mit Rücksicht hieraus wird man die eben Zahl von 4 Millionen Tonnen um inindestens ein MMel ans 3 200 000 Tonnen reduzieren müssen. Rvchnet man dvepen Frachwaum nach Verhältnis der Zeit ans die Tage vom 1.—18. Februar um, so ergibt das eine Tormage von rund 2 MWonen Donnen. Legt man die eingangs erwähnten Angaben des engkffchen Marineministers zugrunde und rechnet man danach mit einem Vorkehr am 6500 Schiffsn, so käme man zu einer DmMchnitts-Tonnage für jedes Schiff von rund SOO Tonnen: ein offenbar mmröglichgs Ergebnis, da die Turchschnittstonnage im Soeverkvhr eine weitaus höhere ist Sollte Sir Grward Carfon die MstenseMahrt mttgerechnet haben, so stellt sich die Rechnung nicht ^oeserttttch anders. Danach würde sich die Tonnage von 2 Millionen um höchstens 500 000 Donnen erhöhen. Aiisterdein ist im Zusammenhang des U-Bvot- Krieges bic Küstenschiffahrt nattrrgennA belanglos. Man sieht also, daß die Zahlen des englischen Ministers nach jeder Richtimg zweifelhaft und ungeeignet sind, irgend welche Schlüsse hinsichtlich der Wirffanckett des U-Boot-Krieges zu tragen. Wenn der Zeitpimkt gekommen sein wird, zu welchem der Admiral stab die Leistungen des U-Bootkrieges tnt Monat Februar zu ver öffentlichen sich in der Lage sehen wttd, dann wird, soviel läßt sich heute schon mit Sicherheit mrgeben, ein Verhältnis zur Tonnage Presse trotz mancher Beruhigungsversuche hervorleuckstende schwere De.orguis voll rechtfertigen wird. wer Golö einliesert, stärkt unsere Uampfmittel; wer unsere Uampfmittr! stärkt, hüst den Urieg verkürzen! vie GolöeKiMlWeAt in den Räumen der BeMspackche Gießen ist morgen von \0 bis \2% Uhr geöffnet! Aus Stavt «nv Land. Dießen. 2. März 1917. Pftanzt Kriegsobftbäume! Ein Volksschullehrer a. D. aus Bayern (SchLvaben) gibt folgend^ beachtenswerte Anregung: . S chon jetzt machivn sich da und dort Bestrebungen bemerkbar, Erinnerungszeichen an den Weltkrieg M sck>afsen. So sehr das zu begrüßen ist, sofern es sich um geschmackvolle Denksteine für unsere Gefallenen in den heimatCchen Friedhöfen handelt, so muß man es dock; als verfrüht bezeichnen, inmitten des Kampfgetöses schau Denkmäler größevwr Stiles zu errichiden. Dlber trotzdem drängt und treibt es uns lveiter nach einem sinmignr Ausdrucks- rnittel für unsere dankbaren Gefühle den gefallenen und noch kämpfenden Helden gegenüber. Seit alters war es Sitte und Brauch, die Gedenktage großer Ereignisse und bedeutender Männer durch Pftanz-en von Eichen, Buchen und Linden in Gegenwart und Zukunft zu feiern und zu ehren. Ueberall in den. Gauen des engeren und n-eiteren Vaterlandes vagen solche Zeick^n dankbaren und pietätvollen Gedenkens um Himmel empor. Tie Allgenreinheit irird, weirn eiirmal die birchenglocken den Frieden in die Lande hmausgetramm haben, wieder zu dem schöneik Sinnbild zurückgreifen, das der Baum wrch seine Lebeuserscheinungen zUm Ausdruck bringt. Was ist ia naheliegender, als daß insbesondere der Landbewohner oder wer sonst einigen Grund sein Eigen rrennt, bief-en Gedanken aufgreift und seine Kriegsgefühle und -erinnerungeu dnrch ein Na- turdenknml festzuhalten sucht? Verfasser dies^er Zeilen hat an chönster Stelle seines Gartens bereits eine Grube ausgel-obeu, dazu bestimmt, im Frühjahre einen „Kriegs- bezw. Friedensbaum" in sich aufzunehuren. Ein Obstbaum soll es sein, wenn inöglich die Apfelsorte „Kaiser Wilhelm" mit ihrer herrlichen und wohl- chnreckenden Tauerfrucht. Solch ein Denkmal dauert aus, wächst und wurzelt im Heimatboden zum Stolz und Segen der Nach«- komuren, wird durch seine alljährlich beschereirden Gaben ein Süm- bild werden von dem unerschöpflichen Schatz, den wir irr der von unfern Streitern treulich beschirmten heffnattichen Scholle besitzen. Sollte bezüglich der Bauformen noch ein kleiner Fingerzeig gegeben werden dürfen, dann wäre zu raten, diese ganz nach dem verNlgbaren Rarem zu rvahlen. Bei allseitiger Eirtwicklungsnrög- lichkeit wird es der Hockistcrmm sein, bei weniger Platz Halbstamm. Buschwerk oder Pyrcnnide, was inan pflanzt: seine und empfindliche Sorten gibt man als Spalier >an die Wand. Und nun mit estem Wlllen und frischem (Äser daran und einmal die Baum- rube ansgelxoben; bis zum Pflanzakte selbst ist noch genügend eit, alles andere zu überdenken und bereitzustellen. Unfern Obstbauvereinen und namentlich' den deutschen Volkschulen dürfte mit diesem Vorschlag ein willtoirrmenes Mittel an die Hand gegeben sein, in jetziger großer und schwerer Zeit ihre und damit des Vaterlandes ideellen und apch materiellen Ziele ordern zu helfen. * .Auszeichnung. Dem Wehnnann«Friedrich Gersten- berg .im Landw.-Jnf.-Rogt. 116, 9. Komp., Solm des Tapezier jölbolT Gerstenberg, wurde das Eiserne Kreuz 2. Ä. verliehen. D e r O b e r h e s s i s ch e S ch a s z ü ch t e r v e r e i n hält am Sonntag, den 18. März, nachm. Uhr, im „£otel Schütz" Mitglieder-Dersammlung ab. Näheres siehe Anzeige, cv. utt er mittel -Verteilung. WTB. meldet aus Berlin: Je-wenrger Verbrauch in der eigenen Wirtschaft, je mehr Futtermittel! Tekl Kreisen wurde von der preußischen Landest sultermittel-Gesellschaft Kraftfutter überwiesen, welches Mr Prämiierung von Landwirten für in die öffentliche Bewirtschafttm dmarn tun, sich ungesäuntt bei ihven Landräten über die nähereW Bedingungen, unter welchen diese Futtermittelprämien zu erhaltet sind, zu erkundigen. ** Die durchgehende Arbeitszeit. Beim Reichsantt des Innern sind seit längerer Zeit Arrregungen auf gesetzliche Einführung der durchgehenden Arbettszeip ergangen. Wiederholt ist darauf hingewiesen worden, daß in allen den Betrieben, wo es irgend angängig ist, die Ein?, richtung der durchgehenden Arbeitszett dringend erwünscht ist und daß ttr vielen Betrieben, auch bei Behörden und Gerichten, die allerbesten Erfahrungen mit der durchgehender Arbeitszeit genracht worden sind Von einer gesetzlichen Regelung hat das Reichsamt des Innern trotzdem W-stand nehmen zu muffen geglaubt, hauptsächlich um unnötige Härten zu verrnerden.. Trotzdem hält die Reichsregierung nach wie vor die möglichst einheittrche Durchfill)rung einer solchen durchgehenden Arbeitszeit für sehr erwünscht und wttd sie nach Möglichkeit begünftigerl und fördern. Kreis Büdingen. Ortenberg, 28. Febr. Der Vorschuß- und Kreditveveint Ortenberg, Aktiengei'ekM-aft, halt am Mittwoch, den 4. April, dahier seine d^sjührige ordentliche Generalversammlung der Aktionäre ab. Außer den üblichen Berichüm über die Ergebnisse dcSl vorigen Geschäftsjahres, der Verteilung des Reingttvinnes undi den Ergänzungswahlen soll vor allen Dingen über die Erhöhung! des Akttenkapitals urrd über eine rwtlvendig gewordene Statuten- änderung beraten werden. — Die Btzzirkssparkasse führte! durch Vorstcrndsbeschluß am vorrgeir Samstag vorbchalttich der Genehmigung durch die ordentliche Generalversamml'ung zur Förderung des BargeldumLmfs dcrc bargeldlosen Uebettveisungsverteh» durch Scheck ein. Kreis Alsfeld. Up. Ober-Ohmen, 28. Febr. Zu Unteroffizieren befördert mrd mit dem Eisernen Kreuz 2. Kl. wurden ausgezeichnet r»a ^.er: Karl Rühl mrd Wilhelm Lier, beide im Landwehr» Infanterie-Regiment 116. np. Vom unteren Vogelsberg, 28. Febr. Obgleich die Hohlwege und Schluchten noch voller Schnee liegen, mehren sich doch die Zeichen des kommenden Frühlings. Tie ersten Lerchen sind im Felde, noch truppweise in großer Zahl., Das ist eist Beweis, daß sie erst vor kurzem angekomm«: sind. In der Nacht zogen starke Scharen von Schnoegänsen (nicht Kraniche) vorüber, die ein so lautes Schnattern hielten, daß man versucht war, zu glauben, es seien gewöhnliche Hausgänse. Kreis Lauterdach. rr. Schlitz, 28. Febr. Gras Wilhelm von Schlitz genannt von Görtz stiftete zur Ernst-Ludwig-Jnbiläumsgade 2000 Mk. — Wie groß trotz des Weltkrieges das Missionsinterefse hierzulande ist, bewiesen die starkbesuchtem Missionsvorträge, die Missionar Rnck- däschel in unserer Kirche, \xkt auch in zahlreichen anderen Gemeinden des, Schlitzerlanbes hielt. Der Missionar, der auf dem indischen Missionsgebiet tätig roar, wurde nach Kriegsausbruch 26 Monate lang von den Engländern gefangen gehalten, zuerst im Gefangenenlager z-u Ahmednagar in Indien, dann noch kurze Zeit in England selber. Er führte bittere Klagen über die empörend« Behandlungsweise, welche die Engländer ihm und seinen Leidens- genossen zuteil werden ließen, mit sie „nur" Deutsche waren. Für die Leipziger Mission wurden in diesen Misffonsvorträgew über 150 Mark gespendet. ü. Ober-Moos, 28. Februar. Am XI. ds. Mts. starb cm Lungen- und Rippenfellentzündung im Elisabehtenstift zu Bad-Orb der Musketier Heinrich Mein hart im Alter von 18 Jahres Vor ettoa 4 Monaten ttat er in das Gynmasium zu Büdärg« bin,,. und bestand mit Erfolg llkrz vor seiner Einberufung di« Prüfung zum Einjährigen. Eine schwere Operation und ein* tretende Herzschwäche beendeten sein junges, hvfffrunysrelches Lebttr. Er wurde am 22. ds. Mts. auf dem hämff'chen Friedhof« beerdigt. Tre Tvauerfeier fand in der Kirche statt, die kaum die Menge der Trauernd«: fassen konnte. Pfarrer Naumann^ Nieder-Moos, gedachte mit warmeil Worben des allgemein ge^ achteten Jünglings. — Der Weltkrieg hat außerdem an Opßcrn von unserer Gemeffrde gefordert: Res. Hch. Karl, Welirm. " ' Konrad Karl, llnteroffstier Richard Vogel, Wehrnunm Klug und Wehrrnann Karl S ch ä g. Vermißt werden: Hornist Johannes Oe streich, Wchrmann Heinrich Weitzel und Musketier Heinrich Herchenröder. Das Eiserne Kreuz erhielten: Musketier Paul S ch ä g, Landsturnrmonn Pauk Rausch, Sergeant Karl Wahl und Unteroffizier Parck Fischer^ Mit der H eff ischen Tapferkeitsmedaille wurden ausgezeichnet : Lergeant Karl Wahl, Wehrm. ffÄer Zimmer, Musk. Paul Schäg, Ldstm. Anton Döring und Pioirier Hch. Schneider. Gefr. Karl Weitzel wurde mtt dem Milttav« Sanitätskreuz ausgezeichnet. Befördert winden: Paul Fischer zrrm UnteroMzier imd Karl Weitzel zum Gesreüen, Kreis Friedberg. n. Butzbach, 28. Febr. Im letzten Jahve ließ in dem bv- rmchbarten Pohl-Göns der Lehrer der ersten Schulllasse eine bisher unbebaute Oed-ung von seinen Schülern umroden, mit Kartoffeln bepflmizen und während des Jahres bearbeiten. Ten Erlös für die auf diese Weise erzielte Ernte im Betrage von 28 Mark stifteten Lehrer und Schüler für einen gemeinrrützigen Zweck. Tie Tat dieses Lehrers verdient gerade jetzt im Frühjahr in den weitesten Kreisen bekarrnt und vor allen Dingen nachgeahnt zu werden, denn sie ist vom wirtschaftlichen und erzieherischen: Standpunkt von größter Bedeutung. Tie Berechnung des zahlenmäßigen Erfolges eines ähnlichen Vorgehens an allen Orten Teutschlands überlassen wir der Statistik. Hessen-Nassau. X. Eassel, 28. Febr. Ueber die Konfirmations- leidung bat das Königl. Konsistorium zn Eassel ein Rund- chreiben erlassen, in dem es heißt: Wenn auch die Einfachheit in allen Verhältnissen an sich geboten erscheint, so glauben wir doch noch besonders darauf Hinweisen zu sollen, daß gerade bei der diesjährigen Konsirmation jeder unnütze Aufwand zu vermeiden ist. Bei der Schwierigkeit der Kleiderbeschaffung sind auch Kinder ohn« eigentliches Konfirmationskleid zugelassen. ^ r , ^ . bestimmte Menge Futtermittel, in der Hauptsache Klere, zu gesetzlichen Preisen zimächst vorschuß.weise gegeben wrrd. Tie Höhe der Frrtternüttelprümie, ivelche ein Milch- Iterercr erhalten kann, und die Hrttemn«ttttrnenge, die dem Ktttse msgesamt zur Verfügung gestM wird, richtet sich nach dein Spstem, welches der Kreis für die Verteilung der verfügbaren FuttermMel gewählt hat. Tie FrllterinittelPrämie beträgt zwischen zwer uiw drei Pchnd Futter für 15 Liter abgelieferte Mllch und- brs zu zwei Pfund Futter für ein Pfmrd abgelieferte Butter. Der Nachweis über die Ablieferung ist durch die enipfangende Stelle zu erbringen. Tie Milch produzierenden Landwirte werden gut Q0^Sr’ -b\s _N eue Typ e n; ■ n. Mmia SasadÜJfö 25u.6ölKäft &iif d&m _ r emtfeafrle Tbori' OS&Arfb urät für das Fabrik ai der Auer^eMlföhsdjBcrlmQ, Ueberall erhältlich