Nr. 77 Der «leßerrer Lnzei-er erschein! täglich, außer Sonntags. - Beilagen: Giehener.^amilienblätter; Kreisblatt für deu Kreis Hletzen. Bejagsprcis: monatl. 90 Pf., Vierteljahr. Mk. 2.65; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 90 Pf.: durch diePost Mk. 2.45 viertel- jährl. ausfchl. Bestellq. Fernsprech - 2lnsch!l",sse: liir die Schrütleitung 112 Berlag,Geschästsstelle51 Anschrilt für Draht nach- richten: Anzeiger Gieren. Erstes Blatt 167. Jahrgang $ain iielener A«U Samstag, Z\. März 1917 Kmiuijme von rlnzeigen f. die Tages rnrinmer bis Nim Nachmittag vorher. 5eilenvrcir, i. 2lnz?igen: örtlich 20 Pf.. Vermietungen u- SteUenqe»- suche 15Pf., auLwä rttk 25 Pf., b .Vwtzvorlcbrffp 30 Pi., Reklamen 75 Pi.^ bet Platzvorschrift 90 Pf.. Hanntschrntleuer: Aug.. Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: v«m^«rkhr: A..°. Goe,,. Stadt und- «-»«»rdanlSi-tzrn rrchtsiaal: Fr. N. Zenz.! Swillingrr«»-druck ».Verlag: Srührsche Univ.-Voch- u.Steindruckerei R.Limgr. Schristlettnng, Seschästrftelle ».Druckerei: Schulstr.7. fäm'uuTin ©ufecn. Postscheckfonts: Frankfurt a.M. N686 General-Anzeiger für Oberhessen vLÄsche SeeftreitSrofte vor der Rüste Englands. Ein türkischer Sieg an der Sinai-Front. (WTB.) Gr.oßes Hauptquartier, 30. März. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. An der A rto i s-F ron t war ver Artilleriekampf lebhaft. Oestlich St. Pierre—St. Vaast griffen kanadische Regimenter rmftre Stellungen viermal während der Nacht an; sie sind stets verlustreich zurückgeschlagen morden, einige Gefangene in unserer .Hand geblieben. Beiderseits der Straße Peroime—Firns wichen unsere Sicherungen im Gefecht mit starken englischen Kräften in die Linie Ruymrlcourt— Sovel aus. Nordöstlich von Soisson s versuchten französische Bataillone vergeblich bei Neuville und Aftlrgipal Boden zu gewinnen. Unsere Posten wiesen sie verlustreich ab. Am Aisne -Marne -Kanal deuteten Ansammlungen Mischen Sapigncul und La Neuville auf einen sich vorbereitenden Gegenangriff, der durch unsere Batterien nieder- gehalten wurde. In der Champagne sind gleichfalls Bereitstellungen französischer Angriffstruppen wirksam beschossen worden. Im Parroy-Walde (Lothringer Front) hollen unsere Stoßtrupps dreizehn Gefangene aus den feindlichen Gräben. O e st l i ch e r Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls PrinzenLcopold von Bauern. Westlich von Dünaburg scheiterte ejn Angriff mehrerer russischer Kompagnien in unserem Feuer. An der Front des Generalobersten Erzherzog Josef und bei der Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls vonMackensen teme Ereignisse von Belang. Mazedonische Front. Erkundungsabteilungen erbeuteten bei einem Vorstoß in fck französischen Gräben zwischen Ochrida- und Presva-See mehrere Schnelladegeschütze und reichliche Munitions- Vorräte. Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff. * Der Abendbericht. Berlin, 30. März, abends. (WTB. Amtlich.) Nördlich von Noisel und südlich von Ripont (Champagne) lebhafte GefechtStütigkcit. Im Osten nichts Wesentliches. * * * Der Reichstag hat sich gestern nach Annahme der Voranschläge des Reichskanzlers und des Auswärtigen Amtes bis zum 24. StyrU vertagt. An Anschluß an die Rede des Herrn v. Bethmaun .Hollweg wurde, wie unsere Leser -ht dem heutigen ausführlichen Sitzungsbericht Nachlesen Vnnen — mangelhafte Postverbindung hatte in den letzten Tagen veranlaßt, daß wir uns mit dem Abdruck gekürzter Berichte begnügen mußten —, noch recht viel über die innerpolitischen Fragen gesprochen, und daß innerhalb der Parteien der Drang nach baldiger Durchführung der Reformen gewachsen ist, beweist die Annahme des Antrags Schönaich-Carolath mit 227 gegen nur 33 Stimmen, wonach ein Ausschuß zur Prüfung verfassungsrechtlicher Fragen geschasfen wird, dem die vorliegenden Anträge über Oie Umwandlung der Wahlrechte, besonders in Preußen, über- i viesen werden sollen. Bemerkenswert ist, daß auch die Redner der national liberalen Partei, zuerst der Abgeordnete Dr. Stresemann und dann der Mg. Schiffer, den unge- säuntteu Beginn der Reformen gewünscht haben. Und man nürd sagen müssen, daß, je länger der Krieg dauert, desto lebhaftere Wünsche sich in dieser Richtung geltend mächen werden. Am Ende kommt Herr v. Bethmann Hollweg doch noch in die Lage, wie einst Bismarck, der vor dem Msbruch des .Krieges gegen Oesterreich im Norddeutschen Bunde die Einführung des allgemeinen, gleichen Wahlrechts oorschlna, sich selber zu bekehren, indem'er die Reform des preußischen Wahlrechts ebenfalls als eine Waffe gegen das Ausland erkennt. Wenn wir aber, was das Erfreulichste wäre, unmittelbar vor dein Frieden, vor dem ersehnten siegreichen Ende stehen, was die Parlamente freilich ebenso wenige mit Sicherheit wissen können wie andere gewöhnliche sterbliche, so sollten wir die mit Verantwor- klftM und Lasten überhäufte Regierung nicht drängen. Die Anbahnung des Friedens, dessen planvolle Ausgestaltung, erfordert den ganzen Geist des leitenden Staatsmannes. - jft nicht uninteressant, daß der freikonservative ,yrhr. v Zedlitz und Meukirch, der die Verhältnisse im preußi- !Aen Lidgeordnetenyause bestens kennt, vor übereilten schritten warnt. Er schreibt in der „Post": „Gesetzt, die ^taatsregrerung ließe sich verleiten, einen solchen Gesetzentwurf dem Landtage vorzulegen, so würde dessen Ableh- nung nn Abgeordnetenhause mit ganz überwältigender Mehrh-rt imd zwar unter Mitwirkung aud£> bcx national- liberalen Fraktion, mit unbedingter Sicherheit zu erwarten sein. Die Regierung müßte dann notivendig zur Auflösung des Mgeordnetenhanses schreiten und allgenwine Neuwahlen ausschreiben, während ein überaus erheblicher Teil der Wähler vor denr Feinde steht und an der Ausübung seines Wahlrechts verhindert ist. Das Ergebnis solcher Neuwahlen wird für jeden, der die Verhältnisse einigermaßen kennt, nicht zweifelhaft sein. Das neugestaltete Abgeordnetenhaus würde die Einführung des Reichswahlrechts ebenso sicher ablehnen, wie das aufgelöste,- und e§ bliebe dann der Staatsregierung, wenn sie nicht auf den Plan endgültig verzichteil wollte, tatsächlich nichts übrig als der Staatsstreich. Tlibei ist noch der Schwierigkeiten gar nicht gedacht, welchen die Einführung des Reichswahlrechts im Herrenhause begegnen würde." Aoier ,auch Herr v. Zedlitz meint, etwas vermöge die Regierung auch jetzt schon zu tun: „Ihre unerläßliche Ausgabe ist es, alsbald mit den Vorbereitungen für die Einführung eines unter den Gesichtspunkten wirksamer Erweiterung des Mittelstandes und der breiten Massen abgestuften Wahlrechts vorzugeheu. Hat sie durch Verständigung mit den Parteien, welche grundsätzlich mit ihr an einer solchen Reform des Wahlrechts mitzuarbeiten bereit sind, sich eine Mehrheit im Abgeordnetenhause gesichert, und läßt eine Ergänzung des Herrenhauses durch Vermehrung der Vertretung der erwerbstätigen Bevölkerung auch die Zustimmung diese s, Hauses zu einer solchen Wahlreform erhoffen, dann würden auch entscheidende Bedenken nicht mehr dagegen zu erheben sein, niit einer solchen Vorlage schon vor Friedensschluß vorzugehen." Wir denken, in dem neuen Verfassungs-Ausschuß des Reichstags sind diese wichtigen, imrerpolitischen Aufgaben einstweilen gut ausgehoben. . Die Wahlrechtsreform in Preußen muß kommen und sie muß auch gründlich kommen. Freuen wir uns über die jetzt vorliegende Arbeit des Reichstags! Der Tag der Verabschiedung der Steuergesetze, die unsere Volkswirtschaft in einet noch nicht dagewesenen Höhe belasten und doch willig von ihr getragen werden, ist ein Ruhmestag in der Geschichte der deutschen Volksvertretung. Die .Haltung des Reichstages gibt dem deutschen Volke die d Gewähr, daß der Zinsendien st unserer Kriegsanleihen von der Volksvertretung wie von der Reichsregiernng als die ernsteste und dringendste Angelegenheit der Finanzgebarnng des Reiches angesehen wird. Tie neuen Steuergesetze stellen die Verzinsung der bisherigen Anleihen sicher, und die Einmütigkeit der Parteien gibt die gleiche Gewähr für jede weitere Kapitalsanlage im Dienste der Verteidigung des deutschen Bodens. * * * Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 30. März. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 30. März 1917. Oestlicher und südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplatz. Im Karst-Abschnitt ist die Artillerietütigkeit in den Kampfräumen unserer letzten Unternehmung sehr lebhaft. Rovereto und Arco sind unter dem Feuer mittlerer und schwerer Geschütze. Im Arco wurde das Zivilspital getroffen. Der Stellvertreter des Chefs des Generälstabs v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant. * * * Reue N-Booterfolge. Berlin. 30. März. (WTB. Amtlich.) An neuen 11 = Bootserfolgen kommen noch Meldungen zurückg'kehrter U-Boote zu den bisher im März veröffentlichten hinzu: 34 Dampfer, 2 Segler, 14 Fischerfahrzeuge mit insgesamt 9 0 0 0 0 B r u t t o r e g i st e r t o n n e n, und zwar 24 englische. 3 französische, l portugiesisches, 13 norwegische, ein holländisches, 1 dänisches, und 7 Schifft, deren Namen sich nicht feststellen ließen, darunter ein englischer .Hilfskreuzer von mindestens 8000 Tonnen. Ein Streifzng an die Südoftküste Englands. Berlin, den 30. März. (WTB. Amtlich.) In der Nacht vom 28. zum 29. März haben Teile unserer S e e st r e i t k r ä f t e das Sperrgebiet von der S ü d o st k ü st e E n g l a n d s a b g e st r e i f t. Außer dem bewaffneten englischen Dampfer ..Maskotte" (1790 Brutto- Register-Tonnen), der 8 Seemeilen östlich von Lowestost angetroffen und durch Artilleriefeuer versenkt wurde, sind weder feindliche Streitkräfte noch Handelsverkehr gesichtet worden. Sieben Mann der Besatzung des Dampfers „Maskotte" wurden gefangen genommen. Der Chef des AdmiraAabs der Marine. Die Kämpfe um Höhe 304. Berlin, 30. März. Die Verlust« der Kanadier waren bei dem vielmaligen vergeblichen Angttff Mich Neuvilte- St. Vaast sehr erheblich Zahlreiche Tote hängen in den deutschen Drahtverhauen. Dm Flüchtenden :vnrden noch vierzehn Gefangene abgenommen. Zimschen Arras und Soissons unterschied sich' der Kamps wenig von denen der letzten Tage. Zn den gestern gemeldeten Kämpfen in der Gegend der Höhe 304 ist ergänzend hinznznsügcn, daß der französische Funkspnch vom 29. März, 4 Uhr nachmittags, der die Wiedereroberimg der von den Teutsck>en anr 18. März genommenen Grabenstücke incldct, völlig aus der Lust gegriffen ist. Die Kainpshandlnngen spielten sich wie folgt ab. Nach melwftündiger Artillericoorbereittcng griff der Franzose nach starken Feuerüberfällen um 12 Uhr nachts imd l Uhr vormittags die ?l.voemrrt^WaId-Stellimgen in etwa 500 Nieter Breite an und nmrde glatt abgewiesen. Am 29. März 4 Uhr vormittags belegte der Feind Höhe 304 und die.ö/tlich davon neu genommene Stellung mit Trommelfeuer schlverchrr Kaliber und ging um 4 Uhr 45 Min. vormittags gegen die ihm an dieser Stelle am 18. und 19. März entrissenen Grabenteile mit starken Massen in 800 Meter Breite znni Angriff vor. Der Angriff brach auch hier rmter schwersten Verlusten zusammen. Es wilrde geitern bereits nritgeteilt, daß ein Grabenstück ttch anderthalb Stunden lang in französischem Besitz befmrd. Gerade hier aber erlitten die Franzosen die schwersten Verluste. Seit dem Verluste der Gräben am 18. imd 19. März hat der Franzose nicht weniger als achtmal durch größere und kleinere Vorstöße vergeblich versucht, die erlittene Schlapve wettzumachen. In allen diesen Kämpfen, die den Franzosen schwere blutige Opfer kosteten, blieben die deutschen Verluste ausfallend gering. Der türkische Bericht. Konstantin opel, 29. März. (WTB.) Verspätet earg& troffen. Amtlicher Bericht vom 27. dNärz. In Persien ist die Lage unverändert. Tigris-Front: Infolge der im gestrigen Generalstads-- bericht gcnicldeten Gegenairgrisfe unserer ans dem linken Tigris^ user operierenden Trupven wurde eine feindlich Abteilimg gchi znnmgen, sich zurückzuziehen, wobck sie schwere Verluste erlitt. Im Verlaufe dieser Operationen machen \vix 180 Gefangene, die der dritten Division Lübour angehörten, und erbeuteten sechs Masch- nengewehre, drei automatisch Gelvckhre und eine große Menge Handgranaten und Jnfanteriemnnitton. Än der Sinai-Front wurde festgestellt, daß der Feind beabsichtigte, einen Angriff auszufühvon. > Am 26. März, 3*/» Uhr nachmittags, wurden aus dem Schiwarzen Meere sechs Schsfe, drei Torpedoboote, zwei Fliegerschiffe und ein kleiner feindlicher Hilsslrenzer, ebenso drei! Wasserflugzeuge wahrgenommen, und zwar in einer Entfernung von etwa 40 Kilometer vom Lande. Ein Flieger warf erfolglos! drei Bomben auf das freie Gebinde westlich Torkoses (?). Unsere Land- und Seestieger stiegen zaim Kampf auf und warfen Bomben ans die feindlichen Fliegerschiffe. Die Wirksamkeit dieser Bomben! wurde von zahlreichen Säellen beobachtet. In einem Lufkkampf, der darauf zwischen unseren und feindlichen Fliegern stattsand, erlangten unsere Flugzeuge eine überlegene Stelle mg über die Gegner, zwangen sie durch Maschinengewehrfeuer, sich von ihren Flug- zeugiTnitterfchiffen zu entfernen und rrötigten sie zum jähen Medevck gang auf das Meer. Unsere sänrtlichen Flugzeuge kehrten unbeschädigt zurück, nachdem sie das lebhafte, von den Schiffen gegett sie gerichtete Artillerieseuer durch Bombenwürfe zum Schweigen ge-< bracht hatten. ( Auf den übrigen Fronten nichts von Bedeutmrg. K o n st a n t i n o p e l, 30. März. (WTB.) GeneralstabWerichL vom 28. März. Persische Frpnt: Lage rmverändert. Ti gris f r ont: Zusammenstöße von Aufklär'.MFsabteilungat auf unseren! äußersten linken Flügel. Starke feindliche Kavallerie, die versuchte, zwischen zwei unserer kämpfenden Gruppen einzudringen, wurde zum Rückzug gezwungen. Sinai-Front: Der scit langem erwartete rmd sorgfältig vom Feinde vorbereitete Angriff begann am 26. März. Der Kampf, der sich in der Umgegend von Gaza endvick^lte, endete am Nach-' nrittage des 27. März mit einem offenkundigen Siege der Tür--« k e n. An diesem Kampfe beteiligten sich englische Streickräfte, etwa vier Divisionen. Auch zahlreiche schwere Artillerie und mehrere Panzerautomobile des Gegners nahmen an dieser Schlacht teil. Im Laufe dieses zweitägigen Kampfes erlitt der Feinds chwere Ser- luste und ließ auf dem Schlachtfelde zahlreiche Tote. 200 Mann, darunter ein Offfzier, wurden gefangen genonrmen, ein Panzer- automobil mrd zwei andere Automobile wurden erbeutet. Der Fein4 zog sich in südwestlicher Richtung zurück und wird von unserer^ Truppen verfolgt. In diesem Kämpfe zeichnete sich unser 125. Infanterie-Regiment besonders aus. Trotz der äußersten Heftige keit des Kampfes sind unsere Verluste sehr gering. Kaukasus-Front: Einige Gefechte von AufklärungS- abteilimgen. Mazedonische Front: Unsere Truppen eroberten in der Gegend des P r e ^ p a - S e es^ zwei ftanzösische Vorpostenstellungen. Ueber den im gestrigen Heeresbericht gemeldeten Lnftkampf Über dem Schwarzen Me«w sind folgende Einzelheiten eingetroffen: Eines unserer Landstugzeuge, Beobachter Leutnant Keiper, Führer Unteroffizier Kautsch verfolgte im Schwarzen Meer 70 Kilometer weit die fliehenden feindlichen Flugzeuge und zwang, wie in dem amtlrchen Bericht gemeldet w-ird, durch Maschinenqcwehrfeuer zwei semdlrche Flugzeuge zum Medergehen auf das Meer. Außerdem ttas es ein feindliches Flugzeugmutterschiff mit zahlreichen Bomben, deren Erfolg durch die Beobachtung umerer andern Flieget bestätigt wurde. - Die Nevolution in Rußland. Der Exzar. K o p e n h a g e n, 29. MLrr (WTB. Nichtamtl.) Russisch« Blätter melden, der Zar habe den Wunsch ausgesprochen, daß sein Sohn gesundheitshalber nach Norwegen reise. Beinr. Gottesdienst in der Schloßkirche anr letzten Sonntag soll der Zar der erste gewesen sein, der die Knie beugte, als das Gebet für die provisorische Regierung gesprochen wrrrde. Am st erd am , 30. März (WTB.) Die .Times" meldet ans Petersburg vom 28. März: Me Großfürsten urch die anderen ^Mtglieder des Hauses Romarww haben oer provisorischen Regierung den Treueid geleistet. Der frühere Zar und seine Famllie befinden sich iroch in Zarskoje Selo. Die auf SLackie steh-nderi Soldaten grüßen den Zaren wie einen gewöhnlichen Offizier und spreckwn ihn rnit „Herr Oberst" an. Die Verhaftungen von Agenten der alten Geheimpolizei dauern fort. ES hgt sich Hera ns gestellt, daß sich unter üjuck sehr angesehene Personen befinden. n w t^up^r f o^xA*-' /$ayd4*AA**f~& ~A /» J’ .4. Jt sAA _ /L,. (2>/ntv£*, '$1/ / ßi iM. ’£i~vr}Lzd frAi-vA ri; &^-A*r-i/h' 'nM+* ^zljJu ^ ^ 4ädl£ikj*h~A ', f-nj *«. Izfa&ui " IAMt; ^-- 2 / ■...terzzt ■*- k2J*%& fjtfy /r Eine demokratische Republik. P c t e r s b u r g , 29. März. (WTB.) Wie die Petersburger Telergaphen-Agentur meldet, trug das R eg i m en t Lome novsky, das gestern als erstes mit Musik durch die Straßen nach der Duma zog, eine große rote Fahne mit der Inschrift „Die freien Soldaten des Regiments Some- novsky". Vor dem Regiment marschierten Leute, die Banner mit der Aufschrift trugen: „Soldaten, in die Schützengräben!", „Arbeiter, in die Werkstätten!", „Krieg bis zum letz ten Hauch!", „Es lebe die Freiheit, es lebe die Republik!' 5* das Regiment vor der Duma angekommen war hielt T sch i d s e eine A n spräche, in der er u. a. sagte: „Beweist Soldaten, daß ihr die Löwen der Revolution seid, daß ihr nicht gestatten werdet, daß man einen Anschlag auf eure Freiheit macht. Es lebe die Armee, deren Disziplin auf dein gegenseitigen Verständnis zwischen Soldaten und Offi zieren beruht." Tscheidse befürwortete eine k o n st i t u i e r e n d e Versammlung zur S ch a s f ii n g einer bcmofratiidjCH Republik. Ein kraftvolles Hurra aller Soldaten war die Antwort auf die Ansprache. Rod- Kianko. umgeben von 20 Abgeordneten, trat heraus und sprach unter tebbafren Kundgebungen zu den Soldaten, die er aufsorderte ,gegen den furchtbarsten Feind, die Deutschen, zu kämpfen. Er sagte: Wir werden unser Möglichstes tun. damit die konstituierende -o^Aammlimg cllsbclld cinberufen wird, die Rußland regieren wrrd. Wir »vcrden allen ibrerr Entscheidungen gehorchen und wer- «'u. mit unterer ganzen Kraft die Regierung verteidigen, die in Rußland durch den Willen des Volkes ein geführt wird. Was die Verteilung der Ländereien betrifft, so erkläre ich euch, Soldaten, dan das Land, wenn die konstituierende Versammlung sich dafür entscheidet, dem Volke ohne den geringsten Widerstand gegeben wird. Die Soldaten spendeten Rodzianko begeistert Beifall und trugen ihn auf ihren Armen durch den ganzen Saal. Darauf näherte sich das dritte Schützenregi- me n t, die Marseillaise spielend, der Duma mit einer Fahne, die die a sj: rfnirc trug: „Krieg bis zum äußersten, Kameraden, macht Geschosse, cs lebe das freie Rußland!" Das Regi- ment wurde von den Abgeordneten Tscheidse und Skobeliew mit Ansprachen begrüßt, die die Soldaten zur Organisation und Dnziplm ermahnten. Ant gleichen Tage kan: in Petersburg eine Abordnung der Schwarzen Meerflotte und der Besatzung Se- b n st o p o l s , Arbeiter dieser Stadt und der Regimenter des Schwarzen Meeres, im ganzen dreißig Mann,'an. Die Abtönung hatte den Auftrag, die provisorische Regierung der Duma und die Abgeordneten der- 2trbeiter und Soldaten zu begrüßen und ihnen zu danken. Der Präsident der Abord- nung teilte mit, daß die Stärke der Schwarzen Meerflotte dre gleiche sei und sich nicht verringert habe, denn die Flotte, i;te Besatzungen der Städte des Südens und die Werftarbeiter seien beseelt von zwei Wahlsprüchen, erstens, Krieg bis zürn äußersten, bis zu einem vollständigen Sieg auf der ganzen Linie uiid ein großes, freies Rußland, zweitens, die Schwarze Meerflotte leiht ihre ganze Mast der provisorischen Regierung, damit sie' die konstituiereiide Versamm lung cnlberuft, die sestlegt, wie Rußland leben soll. - Gutschkow dankte. Darauf wurde die Abordnung von Rodzianko und den Mitgliedern der Dmna empfangen. Reue Reden wurden gewechselt. Rodzianko sagte u .a., daß ore)er Krieg bis zu einem vollkommeneii Siege geführt werdeii müsse, denn ohne ihn würde Rußland' nicht frei lern, weil die 'Deutschen dann den Russen das aiiserlegen wur^n, tvas ne in den letzten Tagen niedergeworfen hätten. ^l ür *- ^TB.) (iorrierc della Sera" nieldet aus Petersburg: Finomzmmcher -re re scheu ?o konferierte mit den Direktoren der grötztm Banken über die beabsichtigte fünf- proznitige Freiheit Sank ei he, die im April zum Cmis. iwnskurie von 85 ausgegeben wird Amsterdam,. M. Mär,. (WTB,) Rnitrr meldet aus Petersburg! Tre Negicrmlg hat beschlossen, alle Rcqiernn^s- SmI*Ä MEEellm ben Frauen zugänglich zu machen, Fürst G o l y tz r n und G o rem h k i n [mb wieder in Freiheit geletzt worden. , „Allgemeen Handelsblad" meldet aus Petersburg- Tie pro- vlwrllche Regierung beschäftigt sich bereits mit der polni- LÄfJ 1 ***£ ! i * ki u i I chen Frage Ter Jnstizminister hat ein Gcretz flirtflMtüftw, diirch das bestimmt ltnrb, daß alle ein- lryränkenden komesswnellcn Gesetze abgeschasft werden. Für Li- V’ß . 11 ^vurde ein beso itderer Rat ins Leben gerufen um die verschiedenen pwl ich chen und wirtsckaftlick m Bildungsfragen zu loicn L'- s Uiuc-eii für dreien Rat 24 Mitglieder ernannt: die Hälfte fr "nd Litauer steben Russen, davon z,oei Weitzrnsse», ->vci Dolen und orci Jtchcn, Es wird in Klirre ein Aufruf an das li- tcniiirtvc Volk erioartet, tn dem aufgefordert werden soll in Petersburg einen allgemeinen Landtag zu halten. Das Komitee der Arbeiter- und Solbatenab- 8 L 57 dncten von Petersburg hat ch: aus sechs Mitgliedern be- svelxmdes Bureau eingerichtet, das alle im Exekutivkomitee zur Behandlung gelangenden tyragen auszuarbeiten hat. Das Bureau Ä Ä C i td berchlolsen, m allen russischen Industriezentren Z^.s^erichte zu crrrchten, die in erster Instanz über Strei tigkei ten zwischeni Arbeitgebern entscheiden. Außerdem soll !°«dcn, das als jtuette Instanz Zum Kommandanten der ivestlichen Arnieegruppe lvurde nicht wie früher gemeldet, General Leschitzki, sonder:: General Gurki eriiannt. Leschitzki bleibt Kvrpskommandant. Englands HandelSftottenbau. Amsterdam, 30. März. Im englischen ll:tterfiaufi tourde seitens der Regierung mitgeteilt" daß 30 Standard Schiffe für die englische Handelsflotte im Ban seien. In ganze:: werde der Ban von 100 solchen Schiffen geplant. Englands Heerespermehrung. Berlin, 30^ März. Ans Anlaß der Einbringung de: Vorlage im englischen Parlanrent, in der erklärt tvird, das oie Heeres stärke um 100 000 Mann zu gering sei und deshalb neue Mannschaften gefordert werden müßten, heiß! es rn einen: englischen Blatte, es liege hiermit ein Bewei- dachr vor, daß auch dem Maunschaftsersatz Englairds eink Grenze gezogen fei. Ein anderes englisches Matt glaubt daß vielleicht eine Erhöhung der Llltersgrenze gute Ergebnisse zeigen werde. Laut „B. T." wurde Calais von deutschen Fliegerv am letzten Sanrstag bombardiert. D „Daily News" meldet, das gestern abend eme große 2lbordnuug der Frauenrechtlerin, neu bei Lloyd George vorsprach. Lloyd Gcorae sagte, di< W.ahlre:-.wmlnll sei sofort nach Anuahnie des Konnuissiousbericht^ in: UnterlMp'e m Angriff genmnmen worden. Die Frage, vb das grauen Wahlrecht in die Bill aufzunehmen sei. werde dem Unterbause überlassen bleiben, aber die Mehrheit, der Regierimg sei dafür. Er zweifle istcht, daß eine ubertvältigendc Mehrheit iur Unterhansk stch,al>e7lfalls dafür entschließen werde. Lloyd George fügte hinzii, es :ei sicher, daß der Krieg zu der UeberzeuMNg führen werde, daß bp: Frauen oollständige Gleichberechtigung in der Bejvrgung der^ Regieiungsgeschäfte cinzuräumen sei. Ec glaube bestimmt, dap sie, rvenn sie zu den Negienlngsgeschäften zugelassen fstw, dazu beitragen, den Frieden unter den Völker:: zu sichern und eine Wiederholung des jetzigen bedauerlichen Kriegs zu verhindern. * * * Das neue schwedische Kabinett. . . § t o ck h o l m , 30. März (WTB.) Hier wird allgemein die Tatsache, daß der konservative Parteiführer Swarz mit der Kabi.nettsbildnng beauftragt worden ist, als ein gutes Anzeichen angesehen, daß die bisherige absoült neittrale Politik der schtvedijchen Regierung sich in keiner Werse ändert. Eine solche Aeiideruilg würde auch der Stim- muiT iJ.. b ^ Landes entsprechen, die die Haltimq der .Ham- marjtjold-Wallenbergscheii Politik in den Grundzügm bil- :gte. Selbst ein so vorsichtig neutrales Blatt wie „Stock- >olms Tidmgen" schreibt, rvelchen Ausweg inmi auch wähle * ba§> unabweisliche Hauptziel sein, daß Schwedens Berhattms zu irgend einer der kriegführenden Parteien in kenier Werse verschlechtert werde. Seefrfeg. r ^, onbon ' 3RÖXÄ- (WTB.) Das Reittersehe Burea ^'englische Dampfer „Alnwiek Castle", ei Schiss voi: o893 Bruttoregistertonnen, ist am 19. März ii Atlantischen Ozean versenkt worden. Es hatte vorhc die Beiatzung eenes anderen englischen Dampfers aufaenoir men Passagiere und Mannschaften der beide:: Schiffe ve: lregen dre „Alnwiek Castle" in fünf Booten. Eines Vv ihnen landete an der spanischen Mste. In dem Boot b: fände:! sich 29 Personen, darunter eirie Stewardeß und ei Kind. Acht von diesen Personen sind gestorben. Die lieber lebenden leiden alle an Erfrierrrngen. Drei weitere Boot wurden ebenfalls aufgenonimen, die 27 und 29 lieber lebende und fünf Leichen enthielten. Ein Boot wird noc vernnitzt. fe dem Reiche. Hilfsdienst der Ocsterreicher-Ungarn in Deutschland. . Der Hilfsdienstausschuß des Reichstage s .?c rC J ta ^ ba P rübcr ' ob zur Erweiterung der na p 1 des Hilfsd:enstgefetzes diesem Gesetz unterstellten Pe wnen e:n Beschluß des Reichstages erforderlich ist, oder : da<. durch Bundesratsvcrordnung mit Zustimmung d. Resthvtagsausschusses geschehen könne. Es können nämlich ' Oesterreich-Ungarn auf Grund der dortigen Kriegsleistunq gesetze mich Reichsdeutsche zu persönlichen Krieasleistunm herangezogen werden. Es ist nun zwischen dem Deutsche Reiche und Oesterreich-Ungarn vereinbart worden, daß au d:e in Deutschland lebenden Oesterreicher und Ungarn zu vaterlandisclieu Hilfsdienst herangezogen werden könne Der Ausschuß beschloß mit geringer Mehrheit, einer oa Aundesratzil erlassenden Verordnung über die.hera::ziehur osterre:ch:ich-ungar:scher Staatsangehöriger zum Hilfsdien widersprechen. Diese Verordnung soll bald ergehe: Selbstverständlich hat der.Hilssdienstausschuß und der Reich, tag dann das Recht, sie zu prüfen und auch ihre Wiederaufhebung zu verlangen. Die schwarze Lifte. Berlin, 30. Marz, jju „ 2 toroo. Allg. Ztg." bringt ein Verzeichnis der in neutralen Ländern ansässigen Firmen und Mannschaften, mit denen gemäß den britiscl-eii Proklamationen vom 29. Februar und 23. Mai 1916 briti* scheu Staatsangehörigen jeder 5)andelsverkehr untersagt ist (sogen, schwarze Liste). Die Zusammenstellung ist im R^ichs- amt des bewirkt. Sie bezieht sich auf den Stand vom 8. Mrgust 1916. _ Sechste Kriegsanleihe. Kz. Am Mittwoch, den 28. ds. Mts., vormittags 10V 4 Uhr wnd m der Turnhalle der Höheren Mädchenschrcle hier für die Vertrauensmänner des Kreises Gießen ein Vortrag des Herriv Privatdvzenten an der Grvßh. Landesuniversität iuid Hilfsarbeiters beim Kriegsernährungsamt, Tr. Briefs über die sechste Kriegsanleihe statt. Die von etwa 400 Personen besuchte Versanrmlung, an der auch die .Herren Staatsrat Süfsert und Finanzrat Loy aus Darm-- stadt teilnahmen, wurde von Herrn Provinzialdirektor Gehermerar Tr. U sing er eröffnet, welcher die Anwesend«:, die sich vornehmlich aus den Herren Geistli-cl-en, Bürgermeistern, Lehrern, Reä-nern und anderen Personen zrrsaimirensetzten, begrüßte und dem Redner des Tages das Wort zu seinem Vortrag erteilte. Aus seinen Darlegungen sei hier nur Lchz folgendes erwähnt: Ter letzte Abschnitt des großen Völkerringens sei nun gekommen. Es gelte eben um Sein oder Nichtsein des deutschen Volkes. Die Gegner versuchten uns unter allen Umständen auf wirtschaftlichem und polittschem Gebiet an die Wand zu drücken. Es sei wohl klar, daß, ivenu dies gelinge, die deutsche Geschichte aus sei. Man führe lernen Krieg, der von Heer zu Heer geführt würde, sondern eine:: Krieg von Staat zu Staat und von Volk zu Volk. Man müsse auch bei uns an den englischen Ausspruch denken, der dort überall z:r lesen sei: Das Vaterland braucht dich! Abi einem icden einzelnen von uns sei das Gelingen des ganzen .Werkes gelegen. Der Krieg iverde nicht mm Berlin aus gemacht, sondern er ginge Iebcrt_ einzelnen selbst an. Man werde wohl fragen, wozu braucht der Svaat wieder Geld? Er weise hier nur darauf hm, daß monatlich ctipa 2 V 2 Milliarden Kriegskosten aufzubringen seien, und daß eiil Tag Kriegführung etwa 100 Millionen Matt koste. Die Masse von Geld werde gebraucht für die techniscl-e Ausrüsttmg des Heeres, man denke da z. B. an die Kosten der U-Boote, mau denke nur an jeder: einzelnen Torpedo, der Zehn- bis Zwar:zigtausend Mark koste, an die wertvollen Granaten, die Geschütze und, ganz abgesehen davon, an die Ausrüstung der Soldaten im einzelnen usw. Das .Heer stehe nun schon zweieinhalb Jahre im Felde, und vor allem müstten die Soldaten doch auch mit Lebensmitteln versorgt werden. Weiter kämen hinzu noch die ^lufwenüungen für die Kriegswvhl-- fahrtspflege und die Riesenbeträge für Unterstützungen von Familien cingezogener Mannschaften. Aus alledem werde rnan sich dann schon darüber klar werden, wo all das viele Geld hin kommt. Wenn :run diese Kosten nicht mehr aufgebracht werden könnten, dann müßte rum: die Folgen davon ins Auge fassen. Wenn man dann sage: Wir machen Schluß, dann müsse man auch bedenken, daß damit die deutsche Zuttmft zugrunde gerichtet sei. Oder es müßte einfach die L-tei:erschraube angezogen werde::, ivie in England, und dem ständen 'wieder säwere Bedenkm entgegen, da man dabei die gesamte Bollsivirtschast töten würde, oder man müßte es wie Frankreich, Italien und Rußland machen, ivo mit der Notenpresse gearbeitet würde und ungedeckte Banknoten unter das Volk geworfen würden. Tie Wirkung dieses Vorgehens seit natürlich geradezu iurchibar Wir würden dadurch unsere Währung vernichten, mrd unsere Stellung dem Aiislande gegenüber ginge zugrunde. Diese drei Punkte seien also für uns indiskirtabel. Weil unsere Zukunft uns vor allem anderen lieb sei, müßten wir darum jur KriegSanleil>e greifen. Es sei ein großer Vertrauensbeweis, loerat dem Volke jetzt die sechste Kriegsanleihe zur Zeichmrng vorgelegt loerbe Keine andere Nation der Erde habe es jetzt soweit gebracht, und das sei für :ms kein bedenkliä-es Lob. England fei erst mit drei Anleihen herausgekommen, Italien mit vier mib sv rank reich habe erst zwei Anleihen fertig gebracht. Und alle nrit kläglichem Erfolg! Im Deutschen Reiche hätte nun: bisher 47 Milliarden .Mark zusammengebracht, dies sei doch eine Riesensumme, und das Schönste dabei sei, daß diese Summe völlig ohne Zwang herausgebracht worden sei. Nicht weniger als 17 Millionen Menschen hätten im Deutschen Reiche als kleine Zeichner für die dlnleihe gewirkt. Tann käme der Mittelstand mit 5 bis 6 Millionei: Zeichrern, Tann erst die Großen! Das alles beweise doch, daß die Zeichnungen aus dem Berttauen auf die Zukunft des Deutschen Reiches von allen Schichten des Volkes getragen seien. Diese riesige S::mme aufzubringen, je: nur dadurch niöglich gewesen, well die Wirtschafts- lrast des deutschen Volkes .gesund geblieben sei und weil sie leistungsfähig bleibe und weil ihre Kraft gestählt lvorden sei, sich gesteigert habe, und weil das Geld, das gezeichnet wurde, immer im Lande bliebe und nickst in das neutrale Ausland fließe, wie bet den feindlichen Mäcksteii, welche nach Amerika, Japan usw. zusam- me:r zahlen müssen. Nachdem der Redner hiernach die Zeichnungsbrdingungen näher erläutert hatte, ging er noch auf die neuen 4st2prozentigen Schatz- aniveisungei: ein. die unkündbar :md auslosbar seien. Er beschriÄ hierbe: eingehend die äußerst günstigen Olewinnnwglichkeiten des einzelnen Zeichners und die dem gegenüber verhältnismäßig geringen Vorteile, die dem Deutsck-en Reiche ans einer recht großen Menge von Zeichnungen auf diele Schatzamveisnngen erwuchsen. .Hierauf warf der Redner noch einen Blick a::f das Ausland und ivics gleich zu Anfang darauf hin, baß bis Ende Januar dieses Jahres wir mit unseren Verbündeten an Kriegsschulden etwa 93 Milliarden z:: verzinsen getrabt hätten, wogegen unseren Gegnern etwa 218 bis 230 Milliarden Mark Kriegsschir^den bis jetzt erwachsen seien. Das betverse doch %\rc Genüge, daß unsere Gegner ich ber iveitem nicht mit dem messen können, ivas das deutsche Volk, im Verttauen auf die Sache, aus sich selbst heraus vollbracht hat. Dazu komme, daß das, was die Gegner außgewendet hätten, meist in die Taschen der Neutralen gewmidert sei, hmrptsächtich nach Japan und Amerika. Vor allem sei dann :wch auf die be- chäinende Anleihe bei den Vereinigten Staaten hinzuweisen, die England, der Großbankier der Wett, zu über 6 Pwzcnt verzinsen müsse. Hierzu müsse man aber wohl fragen: Wenn nun die Gegner 0 von der Schuldenlast gedrückt werden, weshalb führen sie dann trotzden: den Krieg Iveiter? Tie Antwort hierauf sei außerordentlich leicht. Ter Kriegswllle sei deshalb bei .niiseren Gegnern so ausa^iprockren und die Entschlossenheit ims niederzilringer: sei deshalb so groß, iveit man den ungelMieren Truck der Kiregsanleihen aus'die ivirtschaftlichen Verhältnisse, der durch den Krieg im feind- ticf>en Aikslaill) entstanden ist, auf uns, die Besiegten, abwälzen will. Wer unterliege, müsse die Kosten bezahlen; wie es rm Privatleben sei, so gebe es auch km Volksleben. Teskialb setze der Feind alles ailf eine Karte unter den: Gesichtspunkte, daß sie uns äxh nieder- rriigen könnten, und dann sollten wir selbstverständlich alles bezahlen. Tann sei aber natürlich nicht :mr das Staats vermögen, sonder:: auch das Privatvermögen verloren. Tie Feinde glaubten fest, daß wir über kirrz oder lang zirsammenbrechen müßten, und solange wollten sie noch warten. Er stelle hier ganz unwiderleglich fest, daß in dem Augenblick, wo das Ausland davo:: überzeugt ist. daß ivir dock- nicht auszuhungern sind und mit der Zeit doch nicht unterliegen, der Krieg aus sei. An dem deittsche:: Volke iege es, dies zu verhüten und dafür zu sorgen, daß die Tinge den von uns allen gewünschten Verlauf nehmen. Wie jeder andere, so habe auch der Landwirt rm gegenteiligen Falle alles zu verlieren, seinen Woblstand. ferne Konsumfähigkeit, und in gleicher Weise handle es sich auch um die Iiidusttiebevölkerung. Auch für diese wäre die so sehr erwartete weiteuropäische Freiheit verloren, von der sie so sehr träumten und Frondienst hei fremden Mächten sei ihr Los. Unser per,önliches Loein oder Nichtsein sei deshalb engftims mit dein Ausgang des Krieges verknüpft. Hierzu wolle er darauf brnwersen, daß em schleichendes Gift der im Dolksmmid verbreitete Latz sei: Wer Kriegsanleihe zeichnet, verlängert den Krieg oder wer nrcbt zeichnet, beendet den Krieg schneller! Diese Aussprüche seien erne Infamie, em Hochverrat. Wer nicht zeichne, kürz« fctferiAtgS bet aLer auf fett« mtb befi fcäfdjiat AvtteS feflctT Dein ein gn rf^gte fjBtawii sei Me Niederlage mtt all ihren unabsehbaren Folgen, sei die Bertüchcmrg! Ta weöde weiter die Frage ausigeLoorftn, ob das deutsche Real) die ungeheure Schuldenlast der Kriegsanleihen auf die Dauer zu verzinsen in der Lage sei. Darüber brauckie inan, sich rm deutschen Volke Wohl tricht atlfzuregen. Aus früheren Kriegen (1813) fei ftstzustella:, daß solche Schuldenlasten viel schneller als man ausgerechnet, stets getilgt gewesen wären, und selbst ein Engländer habe vor dem Kriege den Satz ausgesprochen: Wenn die Deutschen wüssten, nüe stark sie wären, würden sie nicht zurückgehen. Wie vorhin schon gesagt, flieste das Geld doch nicht ins Ausland, es bleibe doch im Reiche selbst. Es werbe Und arbeite doch stets von neuein in seinem Kreisläufe.. Das weiter wegen der Zeichnung für die Kriegsanleihe geäußerte Bedenken, hauptsächlich aus bäuerlichen Kreisen, daß hie Steuerbehörden Einblick in die finanziellen Verhältnisse erlangten, sei einfach damit zu widerlegen, daß sämtlicl-e Zeichnungs- stellen, wie beiünnt, verpflichtet seien, über die Zeichnung größtes Stillschtvergen zu betval-ren. Weiter, wer kein flüssiges Geld habe, der solle emfaxft aus die Tarlehnskasse gehen, dort würden ihm auch frühere Wertpapieve jederzeit belichen, so daß er in den Stand gesetzt werde, zeichnen zu können. Auch die Lebensversicherung s ge s e ll scha ften haben sich neuerdings hl den Diennst der Sache gestellt. Man könne /ich eine Lebensversicherung kaufen und brauche nur zu erklären, daß man das Geld später evtl, in Kriegsanleihe zurücknehme, dcrim würde die Kersichermlgsgesellschast selbst zeichnen tmd man habe nur die üblichen Bersi-cherungsratm zu zahlen, Lluch Hypotheken und Grundstücke würden sogar ohne jede Gebühr in Beleihtmg genommen Was die manchmal geäußerten Bedenken von feiten Industrieller anlangt, daß sie ihr bares Geld brauchten, seien tmsinnig. Auch auf gezeichnete Kriegsanleihe könnten ^jederzeit Darlehen gewährt werden für jedernmnnn, der in die Situation komme, augenblicklich bares Geld zu benötigen. Tie Darlehenskassen würden noch lange nach dem Kriege in Tätigkeit bleiben. Auch das Bedenken, daß nach dem Krieg ein riesiger Kurssturz einträte, sei ohne Grund, da die Regierung doch selbst das größte Interesse daran hat, dafür zu sorgen, daß der Kurs nicht fällt, damit auch der Kredll der Regierung sich nicht verschlechtert. Man müsse sich mit dem Gedanken vertrant machen, daß die deutsche bprszcntige Kriegsanleihe das sicherste Papier sei, das in d«r Welt existiert, und jeder habe das größte Interesse, die Anleihe M -eichnsn, da des Vaterlandes Schicksal auch sein. 'Schicksal sei. Man könne nicht genug betonen, daß diese seckLte Kriegsanleihe ein weiterer Beweis für die Kraft und die Zähig- keck des ganzen deutschen Volkes sein müsse. England habe neuerdings eine Anleihe von 20 Milliarde:: Mark herausgebracht, .von der man allerdings nicht viel in den Zeitungen gelesen habe. Das beweise doch, daß das englische Volk von festem Vertrauen ans den endgültigen S-ieg erfüllt sei Wir müßten deshalb mit allen Mitteln versuchen, einen überragetchen Erfolg bei dieser na«» Kriegsanleihe zu erzielen. Man müsse der Well zeigen, daß daß das deutsche Volk Granit fei* auf den der Feind umsonst beißt. Herr Staalsrat SÜfferl, Vorsitzender der Mtmsterml- abteilung für Schulangelegenheiten, von Tarmstadt, nahm hierlauf das Wort zu weiteren Ausführungen wegen der Zeichnung der Kriegsanleihe und betonte hauptsächlich, daß auch seitens der Beam ten und Schulen noch mehr wie sonst versucht werden müßte um die «Lache zu einem vollen Erfolg zu gestalten. Er verwies Weller auf die Notwendigkeit der Ablieferung allen noch im Lande defittdlichen Goldes auf der Reichsbank und benrerkte dabei, daß festgestellt wäre, daß noch etwa eine halbe Milliarde in gemünztem Gold in Deutschland stecken müßte, die dem Deutschen Reich so nötig seien und die jedenfalls in unsinniger Weise noch zurück gehalten würden zum Schaden der Gesamtheit. Auch die För berung des bargeldlosen Verkehrs regte der Redner mll warmen Worten erneut an. ^ Hierauf nahm noch Herr Fkwrnznat Loy, der stellvertretende Direktor der Landes-Hypothevenbank in Darmstadt, das Wort zu ergänzenden Ausführungen, wobei er besonders darauf hinwies daß die Spareinlagen im ganzen Deutschen Reich in großem Maste zu genommen hätten. Im Deutschen Reiche hätten die Zulagen im Januar dieses Jahves tmch Abzug sämtlicher Rückzahlungen um rund 600 Millionen dldcrrk zugenommen. In Hessen habe man einen Zuwachs von 16 Millionen Mark festgestellt. Es gehe daraus zur Genüge hervor, daß die finanzielle Kraft des deutschen Volkes ungebrochen sei und es jedem leicht falle, Mittel zur Zeichnung für die Kriegsanleihe zur Verfügung zu stellen. Bei der hierauf erfolgten Aussprache wies unter anderem Herr Amtsgerichts rat Wachtel-Gießen, hauptsächlich noch auf die Notwendigkeit der Zeichnung von Mündelgeldern hin, und betonte, dost bis jetzt dreiviertel Millionen Mark für Zwecke der Kriegsanleihen von solchen Geldern aus dem Amtsgerichtsbezirk Gießen zur Verfügung gestellt worden seien. . , , _ Herr Gehermerat Dr. Ustnger wies hierauf nochmals all gemein aus die derzeitige kriegswirtschaftliche Lage und den Ernst der Zell hin und betonte dabei, daß man sich unbedingt auch an 1 dem Lande jetzt darüber klar werden müsse, daß die Nahrungsmittel Versorgung unseres deutschen Vaterlandes in erster Linie von der Heiuusgabe aller verfügbaren Nahrungsmittel abhänge. Es sei aus diesen: Gebiete auch jetzt noch nicht alles so, wie es eigentlich sein sollte; es gäbe trotz aller Vorschriften immer noch Leute, die nur auf ihr eigenes Ich bedacht seien und nicht darüber nach- dächten, daß jeder einzelne zu seinem Teil zum Gelingen des großen Ganzen mithelfen müsse, zum Segen unseres Volkes und unseres Vaterlandes. Hierüber müsse immer wieder erneute Aus klärrmg erfolgen, damit alle zur Einsicht ihrer Pflicht gebracht würdet:. Mit Worterc des Tankes und dem Wunsche, daß uns recht bald die Sonne des Friedens scheinen möge, schloß der Vorsitzende sodann die Sitzung. Aus Stadt und Land. Gießen. 31. März 1917. FleischverbrauchSregclung. Im Anschluß an die am Freitag veröffentlichte Bekannt- viachung über die neue Fleisckwerbvauchsregelung, wodurch das HcArW«rtchooi auch für bfc Abgabe von FÜeisch entgcfüyct worden ist, weisen wir aus folgendes hm: In Giessen war bisher ru« besondere Regelung für Mc Abgabe von Fleisch durch die Metzgergeschäfte an die Kundschaft nicht getroffen. Dftrn hatte Bedenken getragen, das in anderen Städten emgesührte Kundenlistensystem auch hier vorzuschreiben. Maßgebend war hierbei die Erwägm», daß die Entführung dieses Sy- tems eine größere Belästigung für die DevölkQmng bildet: denn es wäre in diesem Falle erforderlich gewesen, die gesamten Kunden eines Metzgers mit bestimmten Zahlen zu versehen und dementsprechend den Kmden bestimmte Zeiten zum Einkauf des Fleisches vorzuschreiben. Es wäre danach jeder gezwungen gewesen, sein Fleisch bei Verlust des Anspruchs zu der bestimmten Stuitde abzuholen. Daß hierdurch große llnzutraglrchkett«: für die Bevölkerung entstehe:: würden, braucht wohl nicht näher ausgerührt zu werden. Tie Mehrzahl der Städte, die dos Kundenttstensystenr eingeführt habet:, ist auch hiervon wieder abgekommot. Als wesentlich besser als daS Kundenlistensystem hat sich das ö genannte Bestell s y stqm bewährt. Dieses Verfahren ist für ne sogenannten Schlüsselwaren in der Stadt Gießen seit längerer Zell in (Altung, die Ergebnisse waren durchaus zusrieden- 'tcllend. Mit Rücksicht darauf, daß rn der letztet: Zeit Samstags vor einzelnen Metzgergeschäften ein gewisser Andrang zu beobachten war, erschien es geboten, eine Regelung einzuführen. Es wurde hierfür das sogenannte Bestellst) st em gewälsti Jede Haushalttntg hat danach Montafgs (vorntittags von 9—12 und nachmittags von 5—8 Uhr) die Fleischmarken, die sie bei dem Metzger einlösen Mll, abzuliefern. Zum Ausweis erl>ält man eine BesäMnigung über die Anzahl der abgelieferten Marken von dem Metzger, auf Grund der Anzahl von jedem Metzgergeschäst abge- tiefcrten Marken erfolgt dann ditrch die Stadt die Zuweisung von Fleisch Mt den Metzger. Es erhält also jeder Metzger soviel Fleisch, als er Kunden nachgomesen Hai Dies bedeutet gegenüber dem bisherigen Verfalle:: eine ivesenlliche Verbesserung, da bisher die Zuweisung in Ermangelung eines anderen Maßstabes nach Maßgabe der Anzahl der Schlachtungen int Frieden — also entsprechend dem Umfange des Geschäfts — erfolgte. Während des Krieges ist zwetfel- los eine Verschiebung innerhalb der Kundschaft der einzelnen Geschäfte eingetreten, die bei dem bisherigen Verfahren nicht berücksichtigt werden komtte. < Die Ausgabe des Fleisches erfolgt wie seither Samstags und zwar von 10—1 Uhr vormittags und 5—8 Uhr nachmittags. Es ist hierdurch den Metzgergeschäften die Möglichkeit gegeben, vor Beginn des Verkaufs das ihnen zugaviesene Fletsch ent* sprechend den erfolgten Bestellungen herz-urtchten, so daß während der Berüanfszell lediglich di« Ausgabe fertig hergerichbeter Flellch- mengen erfolgt. Es erscheint ßfcerbirafj gewährleistet, ,daß die Ausgabe tu kürzester Zeit erledigt werden kann. Dazu kommt noch, tvvrcmf besotck-ers hingewiesen tvird, daß jedermann zum Schluß der Verkaufszeit genau dasselbe Stück Fleisch erhält, das er bei Oeffnung des Ladens bekommen hätte. Es ist deshalb künftig ganz sinnlos, vor Oeffnung der Läden zu erscheinen, da es hierdurch nicht möglich ist, irgend ein anderes Stück Fleisch zu erlitten, als gegen Schluß der Verkaufszell. Es darf wohl mll Recht erwartet l verden, daß die Bevölkerung künftig den Einkauf von Fletsch me^lyr aus die sämtlichen Verkaufs- stf.inden verteilt und nicht mehr die Eröffnungsstunde der Geschäfte bevorzugt. . . . „ t ^ _. Mll dieser Regelung ist notwendtg verknüpft dre Besttmnmng, daß niemand einen Einspruch auf eine bestimmte F l e i s ch s v r t e oder bestimmte Wurstsorte haben kann, da andernfalls eine Einteilung entsprell)end den erfolgten Bestellungen und dett vorlMtdenett Fleiscbvorrätett nicht erfolge:: könnte. Bei der Ausgabe des Fleisches am Samstag ist der erhaltene Ausweis über die Anzahl der abgelieferten Fletschmarken zurückzngeben. Es sei nochnvals ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß derjenige, der am ^Nontag seine .Flerschmarken nicht äbliesert. Keinen Auspruck) auf die Zuteilung von Fletsch mehr hat, utrd daß weiter die Fleischtnengen, die Samstags nicht abgeholt werden, ztrr freiet: Verfügung der Stadt stehen. Es liegt daher in: Interesse eines jeden, die bestimmten Termine genau einzuhälten, wenn er sich vor Schaden bewahren will. * ** Bezugsscheine. Wie rms mitgetrilt wird, haben Gerüchtemacher die Ansicht verbreitet, vom 1. April ab koste jeder Bezugsschein an und für sich 1,50 Mark. Nach unseren Erkundigungen handelt es sich, wenn nicht um böswilliges Verbreitet: beunrulygender Gerüchte so doch um einen recht törichten Aprilscherz. Bezugsscheine bleiben auch weiterhin kostettlos. ** Süßstoff (Saccharin) wird in der Zell vom 1. bis 15. April 1917 gegen den Lieferungsabschnitt 1 der Süßstoff- karten ,,H" (blau) von den Süßstvffabgabestellen abgegeben. Siehe Anzeige. ** Auf die Zuckermarken Nr. 10 und 11 können vom 1. bis 30. April 1917 je 250 Gramm Zucker bezogen werden. Nack: Mlaus des 30. Aprll 1917 verlieren diese Marken ihre Grilligkeit. Gin Jahr Geburtslagsspcnde. In diesen Tagen kann die Verwaltung der Gießener Geburtstagsspende. Llbtellung des Roten Kreuzes in der allen Klinik, au ein Jahr des Bestehens zrrrückblicken und dabei mll Genugtmrng feststellen, daß fetten ein Gedanke der Kriegslillfe, wie der „jeder bringe au seinem Geburtstags fest eine Spende", in allen Kreisen der Bürgerschaft solck>er: Ankiang gefmtden hat. Von Frankfurt an: Main ausgehend, ist das künstlerisch wertvolle und schöne Gebe nkblatl des ersten Jckhres, das von den: nun verstorbenen Maler Fritz Boe hl e entrvorsen war, auch in viele Häuser mtserer Stadt gekommen und bat zusamm«en mit dem Einttag in das goldene Ernmeruttgsbuch den Spendern ein bleibendes Andenkot mib Tenkntal geschaffen, daß jeder, jung oder all, an seinem Teil in der großen Zeit mithelfen wollte, Krregsrtot zu lntdern. Im neue:: Jahre tvird auch ein neues Gedenkblatt aus denr Nachlaß Boehles herrührend, dett Gebern der Geburt tagsspcnde zugestellt tverden könne::. Wie das erste den Krieg und e e Begleiterscheinungen, gemildert durch tapfere, ritterliche Att bolisch darftellte, so zeigt das neue Blatt die harte Arbeit der Mitkämpfer in der Heintat, die auch ihrerseits mitsregen wollen, und werden. * Tiefes außergewöhtllich schöbe Gedoikbeatt wird so nicht mrr von denen, die im verlanget oen Jahr noch Seine Gelegenheit hatten, sich e Agentur Radio meldet aus Petersburg: Ein Ministerium der schön«: Künste solle errichtet und die Leitung Gorki angeboten werden. Tie provisorische Regierung erlaubte der Zarinmutter sich in, der Krim nüderzulassM, sie müsse sick jedoch von Tumab)mnnssaren begleite:: lassen. „Pettt Parisien" meldet aus Petersburg: General Alexejew habe sich enffchloffen, an allen Frontobschnttten Ausschüsse von Offizieren. Soldaten, Vertretern der sozialen Organisatwnen und der Semstwos Stadteverbände zur Stärkung des Disziplin zu bilden. Die von dem Ausschüsse der Soldcttenvertteter bes Aosfenen Reformen seien unverzüglich eingeführt worden. Die Vertreter der Arbeiter in der £unta sollten künftig zu der ganzen Front Zutritt haben. Das neue fcknmdifcke Ministerium. Stockholm, 30. März. (WTB. Nichtamllich.) Meldung des schwedischen Telegraphen-Buveaus. Das neue Ministerium setzt sick folgendermaßen zusammen: Präsident Swaro, Außeres Admiral Lürdmann. Justtz Stenberg, der im Ministtriim: Hammcrkiöld Minister ohne Portefeuille war. Krieg Oberst Akermann (Abgeordneter) Marine: Mitglied der obersten Kammer, Fregattenkapitän Hanz Friesen, Finanzen: der frühere Ober- reckmimgsrat Faelason. Unterricht: Landhauptmann Barmarströn, Lmtdwirtschaft: der Vizepräsident des Volksernährungsausschusses Dahlberg, Minister ohne Porteveuille: Expedllionschef Erisien wtd Rechnungsrat Fall. Die Minister haben dem König abends um 7 Uhr bat Eid geleistet. Spanien. Madrid, 30. Marz. (WTB. Nichtamtüch.) Meldung der Agence Havas. Im Ministerrat tuttcrbreitete der Ministerpräsident Romanones dem Wnig die Beschwerde der ArbeiterabordnungetS und die Maßnahmen der Regierung. Eine Versammlung von Vertretern beschloß den Gencralstteik, um, wie das Manffest besagt die leitende:: Klassen zu zwingen, grundlegende Aenderungen in dem gegenwärtige:: System vorzunehmen. Die Regierung werde weiter die notwatdigen Maßnahmen gegen die Lebensmittelteuerun^ und die Arbeiterkrisis ergreifen, die Ausrecht er Haltung der Ordnung sicktern und keine Vorbereitung für den Generalstreik dtllden. Bern, 30. Marz. (WTB. Nichtamllich.) Der „Temps" meldet mts Madrid: Der Ministerrat besprach die Wirkungen des verschärften U-Bootkrieges auf die Ein- und Ausfuhr Spaniens. Der Virnister der öffentlichen Arbeiten erklärte, daß die Ausfuhr in den letzten Wochen miß er stgering sei. Die Kohleneinfuhr sei vollständig eingestellt, man hoffe jedoch, daß die StaatSversicherung gegen Seekriegsschäden der Kohlenkrise ein Ende bereiten werde. Ausgabe von Süszstoff(Sacch'arin). In der Zeit vom 1.—17,. 4lvril 1917 wird gegen den Lieserungöaoichnitt 1 derSiifzstoffkarien ,.N- lblau) von den Süßuofsabgabestellen Süßstoff abgegetien. ES gelangt ei» Briefchen auf den Abschnitt zur Ausgabe. Äcit dein 15. Avrtl 1917 verliert der Abschnitt 1 seine Gültigkeit. In der ?»eit vom 1.—30. Avril 1917 wird gegen den Lieferungsabi tnitt 1 der Süßüost'karte (gelb) von den Süßstosfabgabestellen Süßstoff abgegeben. ES gelangt eine Schachtel auf den Abschnitt zur Ausgabe. Mit dem 30. Avril 1917 verliert der Abschnitt 1 seine Gültigkeit. Nach den vorstehenden Zeitpunkten nicht abgerufene Sühstofsmengen dürfen von den Abgabestellen frei verkauft werden. 25936 Gießen, den 30. März 1917. Der Oberbürgermeister: Keller. Bekanntmachung. Ans die Zuckerin arten Nr. IV und 11 können voni 1—80. Avril 1917 fe 250 Gramm Zucker bezöge»» werden. Nach Ablauf des 30. April 1917 verlieren diese Marken ihre Gültigkeit. 25928 Gießen, den 30. Ntärz 1917. Der Oberbürgermeister: Keller. Hansversteigernng. Im Austrage der Erben versteigert der Unterzeichnete Notar das dem verstorbenen Schlosser- meister Carl Constantin Knipp zu Bad-Nauheim gelegene Anwesen Fl. XIV Nr. 225*/ 10 Hofreite in der Altstadt, 154 qm Fl. XIV Nr. 225 5 10 Hosreite daselbst, 114 qm Gemarkung Bad-Nauheim, in dem seither ein gutgehendes Eisenwaren- und Haushaltungsgeschäst, sowie eine Schlosserei betrieben worden ist, öffentlich meinbietend Donnerstag, den 5. April 1917, nachmittags 5 Uhr, im Gasthaus GaudeS (Ecke Haupt- und Karlstr.) Bad-Nauheim. Die Versteigerungsbedingungen können vorher bei dem Unterzeichneten eingeschen werden; auch werden sie vor Versteigerungsbeginn bekannt gegeben. Bad-Nauheim, 30. März 1917. [ 2600 D Stahl, Großh. Notar. II Papiergeschäft 19671 Lager in Taimen und Cichen-Eargeu. LouiS Beil. Kaiser-Allee, Telephon 755. befindet sich jetzt 2452 lCr@&a;£§3l£itz 92 Heinrich Sack. 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