Nr. bS Ter Slttzenee Än 3 rl$e* erscheint tätlich, außer Sonntags. - Beilagen: Sießener Kamilienblatter; Krcisblatt kür den Kreis Gießen. Vezvgrpreiz: monatl. 90 Bi., vierte!- ia'hrl.' Mk. 2.65: durch Abhsle- u. Zweigstellen monatl. 86 Pf.: durch die Post Mk. 2.45 Vierteljahrs ausschl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüsse: fürdieSchristleichua 112 Verlag,Geschastsstelleol Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Erstes Blatt Pr. Zührgmm poftfcherkkonto: $vanffirn treffend gekennzeichnet. Wie gern würde der englische M nrswr feststellen, daß der Verlauf der Dinge für hie Enten erfreulich sei! Er kann es nicht. Denn die Tatsachen sprecht ^MUMrüer, und die vielen Widerrufungen mach, alle Welt stutzig. Heute meldet das Reirter-Bureau schwe wrogende Drage, die die nächste Zukunft Rußlands no mehr verdrnckeln, als es bisher geschehen ist. Die „Dimer ^ lc provisorische Regierung sich gerröti habe, den revolutionären Empfindungen Ko In - genötigt, die Ernenn IN \ U - m Oberbefehlshaber wieder aufzuhew hrnzufugt, 5.11 verfügen, daß alle Mtglied de^ Hau,es Romanow von; Regieren ausgeschlossen we ^^Demaenmv Mb auch glmchhast, £g eine schweiz rrfct)c Meldung auf dem Wege über Paris uns zuträgt: d neue russische Regrerrmg habe den Großfürswn Micha .-gebeten", auf die Regentschaft zu Verzichtes!. S betrach iwan dre neueste Kundgebung der provisorischerr ^ILeoierrn an das russische Volk. Es steckt darin viel Theo^sch mw wenrg Praktisches. De-nr alten Regime wv^en eit vüudeA., Hebe* um» Mpgrige Vorbehalten. Das | der parlamentarischen Bolksrogvernng \mxb mit phrasenhas- | teil Sätzen als das Hellmittel gepriesen, und die vorhin erwähnten „revolutionären Empfindungen" werden sogar mit den Wörtern .„Gleichheit intb Freiheit" gekitzelt. Trotzdem nimmt sich dieses „Manifest" nur wie ein Angstprodurt aus. Alles wird in die .Härrde des aufgerufenen Vol'ks- willens gelegt. Diesem BoÜswlllen die Diacht aus zu liefern scheint, nach außen hin-wenigstens, das hervorragendste Bestreben der neuen Regierung zu sein. Der Rot gehorchend. Es geht dem Ministerium Miljukow wie dem Chor Casetans : & lobt sich, niedrig zu stehen, sich verbergend in seiner Schwäche, und „jene gewaltigen Wetterbäche, von des Hagels unendlichen Sck>loßen, aus den Wolkenbrüchen zu- ,ammengeflossen, kornmerr finster gerauscht und geschossen." Arbeiter und Soldaten halten im Taurischen Schloß eine Versammlung ab. Neben MlljuLow und Nvdzianko taucht der Name des Sozialisten Tscheidse aus. In derr weiten Provinzen des Reiches begirnreu, so heißt es in einer neuen Meldung, die Bauern blutige Aufstände. .Herrensitze werden niedergerissen, die Soldateska mordet ihre Offiziere, lln mittelbar hinter der Front soll es auch schon ein Schädel spalten geben. Und wer führt den Oberbefehl, bis zur Ent- scheiduug der Volksregieruug? Wir haben die Note der provisorischen Regierung an Rußlands Vertreter rm Auslande mitgeteilt. Es stand darin nichts von der Fortführung des Krieges, nichts von den wilden Krastausdrücken gegen beu äußeren Feind, wre sie bis dahin vom amtlichen Rußland beliebt worden waren. Heute, heißt es, dieses zahme Dokument sei nur den neutralen Regierungen zu gegangen; eine andere Fassung, in der die wüsten Befchimv fungen und Drohungen gegen Deutschland und Oie Mittelmächte nicht gefehlt hätten, sei den Verbündeten zugestellt worden. Wenn dies nicht nur ein Schwindel ist, so würoen daraus von neuern die Gegensätzlichwit und der Zwiespalt unter den an der Spitze der Unttvalzuna stehenden jtzreisen hervorleuchten. Der England ergebene Duma-Ausschuß bemüht sich, die revolutionären Triebkräfte mit nationalistischen Farben zu übertünchen. DaS humane England! Noch wartet es, nach der Mitteilung Lloyd Georges, mit der Wsenduna eines Glückwunschtelegramms an die Spitzen der Revolution. Wie ioürden sich solche Glücüvünsche ausnehmen angesichts der vielen Morde, die bereits vollsührt worden.sind, oder angesichts der Tatsache, daß denc Zaren in naher Zukunft ein ähnliches Schicksal rvie Ludwig XVI. beschieden sein könnte! Den: Zaren, der ein so inniges Einvernehmen mit Mnig Georg gepflogen und noch vor einigen Monaten, bei der Ablehnung des deutschen Friedensvorschlages, ganz nach der englischen Geige getanzt hat! Eine wunderbare Blüte feiner Gesinnung und Gesittung blickt aus den Spalten der „Times" heraus, deren Petersburger Mitarbeiter meldet, man sei wegen der Gefahr einer Gegenrevolution damit unzufrieden, daß dem Zaren gestattet wurde^nach Livadia zu gehen. Die neue Regierung befolge aber die vernünftige Taktik des amerikanischen Cowboys, der es mit einer durchgehenden Viehherde zu tun hat. „Er muß trachten, nock- rascher z,u reiten, um der Herde den Weg abzuschneiden." Dies scheine die einzige Manier zu sein, durch die man die Katastrophe in Petersburg vermeiden könne. Der Zar und sein Anhang wird äußerst geschmackvoll mit einer durchgehenden Viehherde verglichen. Es liegt in diesen Sätzen der pöbelhafte Instinkt, alles gutzuheißen, was die revolutionäre Mordsucht an dem Zaren und seinem Hause etwa verüben könnte. Der amtliche Glückwunsch wird noch zurück- gehalten; ein weiterer Grund als das in die Wirkung der nächsten Tage schnüffelnde moralische Bedenken ist wohl die starke Besorgnis, daß die Ereignisse einen Lauf nehmen können, der den Zusammenbruch der gemeinsamen Krieg- sührung herbei führt. Der östorreichisch.uugarische Tagesbericht. Wien, 20. März. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wir) vertauwart: 20.Viärz 1917. Oestlicher Kriegsschauplatz. In den Waldkarpathen, rvestlich von Luck und am Stochod erfolgreiche Vorfelduntenlchinungen. Sonst nmtts von Belang. Italienischer Kriegsschauplatz. An der Fleimstaler-Front bedeutend gefteigertr. sonst mrr gernÄhnlichc Artillerirtätigkeit. Triest mar nemwings das Ziel feindlicher Flieaer- bomben. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nördlich von Pepo lern an der Vojusa neben unsere Aufllarnnssabteisunsen eine feindliche Bande auf. Westlich des Ocknida-Sees wurden neuerlich starke französische Angrssft iw^rsä-lagen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Hofer, Feldmarschalleutnaut. vre UeVokution in Kutzlcmd. Die Ernennung Nikolajewitschs zuw OberbefehlShabe, aufgehoben. London, 19. März. (WTB.) Die „Times" meldet aus Petersburg: Die provisorische Regierung war gezwungen, der Stimmung der Revolutionäre Zuge-rändnisse zu machen. Als der Zxrr abdankte ernannte er den Großfürsten Nikolai zum Oberbefehlshaber. Trotz dessen Volkstümlichkeit hielt die" provisorische Regierung es für notwendig, diese Ernennung a u f z u h e d e n und durch einen Erlaß anzuordnen, daß der Oberbefehl nicht in den Händen eines Mitgliedes' der milie Romanow ruhen dürfe. Kundgebung der provisorischen Regierung. Petersburg, 19. .Mürz. (WTB.) Meldung der Petersburger Telegraphenagentnr: Tie'provisorische Reg ierung erlies; vormittags folgendes Aicurifest, in dem es heißt: Ter große W e l t k r ie g, in den das Vaterland hineingezogen wurde, fand es gegenüber den: moralischen Verfalle einer mll dem Volle uneinigen, für die Zukunft des Vaterlandes gleichgültigen in Schanden und Lastern verstrickten Regierung. Tie heldeuhasten Anstrengimgen der Arnree, welche unter dem Druck grauenhafter llrwrdmmg im Innern unterlag, die Stimme der Volksvertretung, bte angesichts nationaler Gefahr zusammentrat, waren unfähig, den ehemaligen Kaiser und seine Regierung auf dem Weg des Znsannnengchens mit dem Volle zu bringen. Ms daher Rußland durch ein gesetzwidriges '.mb unl-eilvolles Handeln der Negierung st-r vor dem größten Unglück sah, verstand es das Voll die Macht in eigene Hände zu nehmen. Ter revolutünräre Schwung eines gmizen der Ernschaftiakeit des Augenblickes bewußten Vvik«S und der feste Wille der Reichsdurna schufmr die provifovische Regierung, welche es als heilige Pflicht ansieht, die Wünsche d«s Balles zu erfüllen und das Land auf den leuchtenden Weg freier bürgeckircher Organriatron zu führen. Die Regierung glaubt, daß brr Gfist hoher -Vaterlandsliebe, de?r das Volk im Kampf gegen die alte; Rvgierungs- sorm bewies, auch die tapferen Soldaten auf bm Schlachtfeldern beseelen wird. Die Regierung ihrerseits wird fiyc mögliel^ tim, tun der Armee alles notwendige zu sichern, damit sie den Krieg zu einem siegreichen Ende führen kann. DK Regierung wird alle uns mit den anderen Mächten verbündeten Bündmste treu bewahren. Indem die Recherieng die unumgänglich notwendigen Maßregeln für die Verteidigung des Landes gegen den auswärtigen Femd ergriff, sah sie es als erste Pflicht cm, dem, Bolle bat Ausdruck des Willens hinsichüich der politischen Regiarungsform in, jeder Weise zu erleichtern. ES meb bald- möglichst eine konstituierende Versammlung anfgrund des allgemeinen Wahlrechtes berufen, wobei sie den tapferen Vaterlandsverteidigern einen Anteil an den P«rlamentsWahlen sichern ^vird. Tie konstituierende Brr- samnmmg wird auch ein Grundgesetz veröffentlichat, ivelches' dem Lande die unantastbaren Rechte der Freiheit und Gleichheit stclxrn wird. Unter dem Eindruck des ganzen Schn^ergeivichts der volitisckwi Unterdrückung, welche ans dem Lande gelastet und die frriai schöpferischen Kräfte des Volles während der quälenden Jahre der Prüfung für das Voll behinderk hat, hält die vrovisorische Re- giearng es für nolloendig, noch vor der Berußmg der konstituierenden Versammlung, dent Lande sofort feste Grundsätz-e zu geben, welche die politische Freiheit und Gleichheit iichern, um allen Bürgern die GeltendTnachkMg ihrer geistigen Kraft und ihrer schöpferischen Arbeit zum Wählendes Landes $u sichern Augenblicke der Befveiimg des Volles denkt das ganze Land mit frommer Dankbarkeit an dieieniaen, welche im Kampfe für polit'.sckKnr und religiösen Gedanken als Opfer der Raäöucht de'- alten Regterimg gefallen sind, imd Pie provisorische Regierung wird Mit Freuden alle, die für das Wohl desi Landes gelitten hoben aits der VerbaBnung ümd aus den Gefängnissen zurückrufen. Indem dre provisorische Regterimg an der Lösung dieser Fragen arbeitet glaubt sie, daß sie den Willen des Volles auSßihrt, und daß da-?' pcnrze Volk sie unterfffitzen wird bei ihren Bemühungen, die Wohlfahrt Rußlands zu sichern. Agrar-Nnruhen. ^ 20. März, (^rivattck.) Die „Doss. Ztq" mel° det aus Stockholm: Die ersten Nachrichten über die begonnenen Agrarunruhen sind nach Petersburg gelangt. Die Soldaten rn der Provinz weigern sich, gegen die revoltierenden Bauern vorzugehen. Sie verweigern den Offizieren den Gehorsam und machen sie zum Teil nieder. Auch die Plünderungen von Gütern und Herrenhäusern begannen "wieder. Gutsbesitzer und Gutsinspektoren sollen bereits ermordet worden sfin Der Kommandeur der siebenten Division wurde von Soldaten niedergemacht. Der Gouverneur von Woronesch wurde schwer verwundet. Auch hinter der Front scheint das Mili- tär bereits völlig demoralisiert zu sein. In Petersburg selbst ist jede Manneszucht geschwunden. Offiziere und Soldaten trinken gemeinsam und betrunkene Soldaten versuchen die Läden aus zurauben. Eine Versammlung der Arbeiter und Soldaten. Rotterdam, 20. März. (WTB. Nichtamtlich.) Die , TimeS" meldet aus Petersburg: Das Komitee der Arbeiter und Soldaten hielt eine große Versammlung mt taurischen Palcht ab. Im ganzen waren 1300 Pefiorten anwesend. Da mrr 400 oti*e Ur die Abgeordneten vorhanden waren, wurden die anderen 900 aus ben Ministerbmrken und den Tribünen fick 'Presse das Publikum untergebracht. Tscheidse führte den Vorsitz. Da es^sub hevalusstellte, daß die Versammlung rächt imstande sei me Geschäfte ziu erledigen, wurde beschtafsar, die Zähl der Dckegiefi- Leu zu beschränken. Eine Mitteilung Lloyd Georges. Amsterdam, 20 . März. (WTB.) Dos „Allgemeen Haudclsblad" meldet aus London: Zlo vd ® eorac teilte ge, rer n im Uuterhause mit, daß Donnersrag die ^Dseridung einer Glückwunschadresfe an die russische Dum« beantragt werden würde. Der Premierminister sagte ierner, mcnr könne nach den vorliegenden Informationen noch nicht sagen, daß in Rußland alle Gefah vorüber sei. Das Ministerium Ribot. Basel, 20. Marz, (zf.) lieber die Bildung des neuen Kabi üetts teilt Havas auS Paris von gestern folgendes mit: Ribot begab sich mittags zu Poincarö. dem er seine linier Handlungen mitteilte. Er erklärte, daß er am Abend eiin definitive Antwort geben türme. — Havas teilt dann weiter vone -0- init: Ribot begab'sich RLontag abend 11 Uhr ins Elysöe und teilte die Bildung des Kabinetts mit, das folgendermaßen zu mmmengesetzt ist: Präsünmn und Auswärtige Angelegenheiten: Ribot; Justiz: B i o i a n i; .Krieg: Pai n l ev 6; Marine: Admiral Lacaze: . Bewaffnungen: Thomas; Finanzen; Thicrry; Inneres: Malvp; Oeffentlicher Unterricht: Steeg; Oeffentliche Arbeiten: Tesp 1 as - Handel: Clementel; Ackerbau: Fernand David; Versorgung: Vivlleite: 'Arbeit: Leon Bourgeois; Kolonien: M a g i n o t: Unterstaalssekretär des Flugwesens: Daniel Vincent. Es wurde beschlossen, daß Maginot als Kvlonialminister cm den Beratungen und Entschließungen des Komitees teilnehmen imrd.'Tie Erlasse mit den Ernennungen der neuen Minister werden rmverzüglich erscheinen. Tie neue Regierung wird sich morgen. Mittwoch der Kammer vorstellen. Der erste Kabinettsrat wird Dienstag nachmittag 3 Uhr im Fttranzministeriimr statt finden um den Wortlaut der minister lallen Erklärung sestzulcgen. Englische Besorgnisse. Jur Beurteilung der neuesten Ereignisse an der Westfront ist etn Leitaufsatz der .Ration" bedeutungsvoll, den wir auszugsweise wredergeben. Er spricht für sich selbst. Die „Nation" schreibt am 3. Mär- 1617: K'önntsn wir den Krieg leidenschaftslos beurteilen, so müßten wir zngeben. daß TeutsckLand immer nock) iin Ueberraschen Meister ist- Nichts, was es seit August 1914 getan hat, sieht ganz so nach 'kühler Berechnung mis als seine Täte,: der letzten Monate und besonders der letzten Woche V ist augenblicklich fast unmöglich, die Tinge in der richtigen Perspektive -zu sehen. Alles erscheint in salsäMi Maßen. Wir wer- den durch unseren Premierminister mit Unheil (disaster) bedroht, wenn .wir nicht eine nicht näher bezeichnet^ Änderung unserer Lebensführung erntveten lassen. Eine unglaubliche Finanzoperation hat in,wenigen Wochen eine Summe aufgebraclLj, die das, Äorsiellungsvernrögen lähmt. Und endlich haben wir an der West- rront den Rückzug eines Heeres, das stand hielt, als es nur zwei Drittel so stark war wie heute. Offenbar sind nur an einem kritischen Zeitpunkt angelaugl. sogleich wir eine Milliarde Pfund in der Anleihe ansgebracht haben, müs,en wir begreiftm, daß wir im wahren Sirme des Wortes belagert sind. Kein Zweifel an dem Ernst der Lage, die durch den U-BootfeÜHNg geschaffen wird, ist möglich und, soweit ersichtlich, fehlt es Aarzeit an jeder Spur einer vernünftigen Äegen- maßregel. Tie Minister beschränkerr sich daraus, auf gebauschte 'Anjprüche jeder für seine Verwaltung zu erheben, und es fehlt an einer sie verbindenden und ordirenden Macht. Tjabei haberi wie - nn letzten Monat einen Reinverlust von 500 000 Sä-issstonnen lgehabt und, was unseren Augenblicksbedarf betrifft, so können wir wenigstens 50. wenn nicht 100 v. H. mehr absckneiben (womit Fern Haltung der neutralen Schiffahrt gemeint sein dürfte. Red.). Die Aussichten zur See sind daher bedrohlich und fast kritisch. Ilm sie Fu bessern, bedarf es einer von Grund aus geänderten Behandlung der Lage. Aber dies darf man jetzt auch von der Lage zu Lande sa^n. Das Ereignis, auf das unsere Anstrengungeri seit wft fünf Monaten gerichtet waren, hat stattgefmrden, aber unsere Soldaten haben ihm gegenüber versagt. Der größte Rückzug im Westen feit den Marnetagen hat Platz gegriffen; aber in diesem Falle ist es der Feind, dem fast aller Ruhm gebührt. Freilich lärmen wir über den Rückzug fein Endurteil abgeben, bevor wir seine Masse nicht keimen. Mer wir rvissen etwas von seiner Art und Weise, und das ist nicht ermutigend. Eine Zeitlang hat unser Heer unnachdlich den Mschnitt bedrängt, aus dem die Deutschen sah zurückgezogen haben, und dennoch mrden nur, daß der Feind Illll erschlichst, wenig Gefangene oder Material hrnterlass-end. Tie Deutschen haben Grandwnrt ohne unser Wissen geräunit und seit- l^r haben sie einen Ort nach dem andern, die wir seit Wochen) isoliert und betrvmmelt haben, geräumt und die Verfolgung durch eine Handvoll .Scharfschützen abgehalten. .Ter Vorteil dieser Operation für sie ist bemerkenswert. Ter U-Bvotseldzug braucht Zeit, um seine Wirkung zu äußern. ,Deshalb ziehen sich die Deutschen aus ihren zerrissenen und chaotischen Grabenstellungen zurück und lassen sie uns als Erbschaft. Sie ziehen sich, auf ihren Eisenbahnendpunkc, auf festeren Boden zurück. Wir müssen unsere Stellung ändern, von tmferen Verbindungen weg in den wilden Morast hinein, den unser Feuer geschaffen hat. Offenbar ist es ganz unmöglich, mit dieser Lage durch solche Methoden, wie sie bisher ausgearbeitet wurden, fertig zu werden. Wir müßten neue Straßen, Trambahnen Und (Eisenbahnlinien bauen und wir fürchten, daß, wenn wir vielleicht auch wüßten, wie wir uns einem Rückzug von zehrk Meilen gegeriliber zu verhalten hätten, wir nicht verstehen, Vorteile aus dem Rückzug in der Tiefe des Grabensyüems zu ziehen. Wie wir unsere Geschütze über drei bis vier Meiler, Geschoßtrichter voll Schmutz und Wasser schleppen sollen, das ist die Frage, die zurzeit die Köpfe unserer Generäle beschäftigen mutz. Bis jetzt haben die Deutschen nur die kleineren Vorsprünge an der offenen Flanke, von Serre bis Gueudeconrt, geräumt. Sollten sie sich aber entschließen, den ganzen Vorsprung zu raumen und auf dre Lrme Arras—Saillh zurückzugehen, so können wir nur annehmen, daß bessere Köipsc als je dort die Operationen leiten. Das Deutschland, das unter allen Opfern Com- dies, Thiepval, PoziereS usw. zu halten beschloßt war ein viel ■ schwächerer Gegner, als dasjenige', das Stellungen räumt, die nur mit unerschwinglichen Opfern gehalten werden können. Das crftecc war schwach und töricht: das letztere ist klug und furchtbar. Und ganz, besonders setzt es in Verwirrung. Wir wissen, daß im Westen eine große Ansammlung deutscher Kräfte stattgefnnden hat, und doch stoßen wir auf diese neue Wleisheit des Sparens mit den Kräften. Wir können mit vernünftiger Sicherheit annehmen, daß die Deutschen ihre Kräfte im W>esten nicht müßig lassen werden Die Roste Verteidigung entspricht durchaus nicht der preußischen Ueberlmerirno. M'o sie zuschlagen werden und wann und wo, das Pilsen wir nicht. Man har gemeint, daß die Deutschen gern zum BewesuNqskrreg in der Hoffmrng aus schnellere und größere Erfolge zurnckkehren würden, denn es ist sicher, daß die Verluste in den ersten lechW Wochen des Krieges größer waren, als jemals seither Und »me mögliche Art, dem Stellungs'krieg ein Ende zu machen, »ä*e ein Rückzug, der uns zum Folgen veranlaßtc. Was sicherest, ist, daß dieser Rückzug in irgendeiner W>eise in den deutschen Plan gehsrr, daß er nicht unter irgendeinem Zwange erfolgt, sondern nsfc einer füllen Entschlossenheit und Absichtlichkeit, die unsere An- crhmuzif Jivben muß, daß er nicht erfolgte, bevor neue Streit- Wfte im Westen gesammelt waren und ein neuer und furchtbarer DM«S Segen unsere Verbindungen geführt war. Es ist möglich, daß d^Rettegungskrieg über unS kommt, ehe wir unS dessen versehen. ^nn sei», daß Deutschland einen Angriff ans einer anderen D-relle tonferer tywmt plant und nur unsere Offensive an dm Ancre lahmen ~-' c - , Der französische Bericht vom 19. März nachmittags. Fm Laufe der Nacht behielten unsere leichten Abteilungen die enge Fühlung mit dein Feinjoe bei intty testen ihren Marsch ohne Anhalten fort. Ocstlich Nestes erreichten wrr an verschiedenen Punkten die Bahrrstrecke Ham—Nestes. Nördlich von Nohon besetzten wir Gniscard. Wir trieben imsere Patrouillen an der Staatsstraße von St. Quentin enllang vor. Oestlich der Oise bemächttgten toir uns einer ziveiten deut- chen Stellung. Die Zahl der Flecken und Törser. die durch die Franzosen seit drei Tagen befreit worden sind, erreicht gegenwärtig hundert. Viele Ortschaften sind auf gehässige Weise vom Feinde zerstört und geplündert worden. Tausende von Einwohnern, welche die Deutschen nicht abtransportst cert konnten, kamen unseren Soldaten entgegen. In den Arg-e.. >en in der Gegend von .Havazsec machten wir einen Harrdstteu!^ der uns nrelwere Geangene einbrachte. Aus dem linken Maasufer machten die Deutschen gesterrr zu Ende des Tages nach, einem heftigen Bombardement gegen die Front Avoconrt — Toter Mann einen Ittarken Angriff auf unsere Stellungen zwischen diesen beiden Purikten. Unser Sperr- und Maschinen gewehrfeuer brach die Angriffswellen auf dem grüßten Teil der Front, bevor sie unsere Linien erreichen konnten, und fügten dem Feinde große Verluste bei. Ajuf der Hjöhe 301 und am Wialdranoe von Avoconrt, in denen es Mteilungen des Feindes gelungen war. in unsere Linien auf einem Raume von mrgesähr 200 Meter einzudringen, ent- ^spann sich ein hefttges Hmidgemenge, nachdem der Feind teilweise aus unseren vorgeschobenen Stellungen herausgeworf-en wor den war. llMaa Miä l . anzusammeln und liegen zu lassen ü? stichst der Gefabr des Abhanden, ljz 3ui iU /1 immens und wegen des Zins- verlusies. weil in 2'/s!ahriger Kriegsdauer der untrügliche Leweis erbracht ist. daß man im Ledarfsfalle gegen Kriegs, anleihe immer Geld haben kann, für die Allgemeinheit, weil unsre Feinde aus derDerzagtheitSchwach. mutiger stets von neuem die Hoff» nung schöpfen, uns unterzukriegen. Was folgt daraus? Klug, vorflchiig und nützlich handelt nur, wer sein ganzes Geld in Kriegs, auteche anlegt. —«««MN! ISIIilmlllininnnjiuiw. u- Auf alle Fälle ist einmal wieder der Vorhang vor grotz^en Ereignissen hoch gegarrgen, und bis jetzt haben wir wenig ürsache» mr- zu unserem Anttnl daran -u beglückwünschen. Flugwesen. Im Verlaufe des 18. März führte Feldwebel Madon einen Angriff aus nächster Nabe aus und schoß sein achtes deutsches Flugzeug ab. Während des gleickren Tages zerschellte ein anderes femdlickies Flugzeug im Kampf mit einem unserer Flieger kvestlich von Altkirch auf der Erde. Es wird bestätigt, daß ein anderes deutsches Flugzeug am 17. März nördlich Cernv-en-^ Lanois abgeschossen worden ist. In den Abendstunden des 17. März und in der Nacht auf den 18. März belegten unsere Geschwader die Fabriken mrd Hochöfen von Tiedenhofen und im Becken von Briey soivie seindlickie Truppentransporte auf dem Marsche in der Gegend von Oöuiscard mit Bomben. Vom 19. März abends. Im Laufe des Tages über- g »ritten unsere Truppen Ham an der Somme und Channy an der i'e. Zwischen diesen beiden Städten halten wir eine große Anzahl von Orten besetzt. Unsere Kavallerie operiert mehrere Kilometer nördlich von Ham. Sie verjagte einen Transport, der sich in der Nicht?.mg St. Quentin znrüchog Unser Vormarsch erreichte an diesem Punkte eine Tiefe von 35 Kilometern. Südlich von Chaurch erreichten unsere Abteilungen die allgemeine Linie der Ailette. Svissons ist wll'Ändig frei. Nordöstlich von Group (dicht nördlich von Sois'ons^ rückten rmsere vorgesckwbenen Mteilnrrgen längs der Straße von Maubeuge vor. Im Laufe des Tages wurden etwa 20 Dörfer und Flecken befreit. Der Feind zerstörte das Land, ehe er sich znriichvg. Tie Frnchtbänme find zerschnitten oder zerissen, die Felder dnrchwühlt durch weite Minenkrater. Viele Dörfer wurden vollständig verbramll. Die nahrungs- und obdachlosen Bewohner werden von im seren Soldaten verpflegt. Tie Verkehrswege sind an mehreren Stellen unterbrochen. Alle Brücken sind zerstört. — In der Champagne zeigte der Mtilleriekanrps diesen Nachmittag an der Butte du Mesnil und westlich von Auberive eine gewisse Heftigkeit. Ans dem linken Ufer der Maas gewannen wir fast alle Grabenteile zurück, in welche der Feind emgedrnngen war. Ter 5rampf dauert an. Ununterbrochene KaTuinade auf der übrigen Front. Errglncher .Heeresbericht vom 19. März. Die Verfolgung des Feindes dauerte heute fort, wobei Kavallerie ^und vorgeschoberre Posten die feindlichen Nachhuten Mrücktrieben. Der gewonnene Boden erstreckt sich in eine Tiefe von 2 bis 8 Meilen. Vierzig weitere Dörfer fielen in unsere Hand. * Englischer Heeresbericht aus Mesopotamien vom 19. März. Wir gingen Samstag nacht über die D i a l a mrd besetzten das Dorf Bahriz und einen Teil der Stadt Bakubah. die ein guter Vorratsmittelpnnkt ist. Die Bewohrrer siird freundlich und bereit, uns Vorräte m verkaufen. Der Feind zieht sich inzwischen, eilig gegen Khan i kin zurück. Seekrieg. Ein französisches Großkampsschiff versenkt. Berlin. 20. März. (Anitlich.) Eines unserer Unter s 11 b o o 1 1 , Kommandant Kapitänlentnanl Moraht, hat am 19. Mürz im westlichen Mittelmecr ein durch Zerstörer gesichertes französisches G ro tzkamp fsch iff der Danton-Klasse durch Torpedoschutz versenkt. Das Linienschiff, das Zickzack-Kurs lief, legte sich nack; dem Treffer sofort stark über und kenterte nach 45 Minuten. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Berlin, 20. März. (Privattel.) Das „Berl. Tagebl/' teilt mit, daß die Schiffe der Danton-Klasse in den Jahren 1909/10 entstanden sind. Die Schiffe haben eine Wasserverdrängung von 18 400 Tonnen, eine Geschwindigkeit von 19 bis 20,7 Knoten und die Besatzung zählt 856 Kopfe. Ein französisches U-Boot von einem französischen Torpedoboot versenkt. Bern, 20. März. (WTB. Nichtamtlich.) Mitte Fe- vrirar hat ein französisches Torpedoboot in der Marseiller Bucht ein französisches U-Boot in der Annahme, es sei ein deutsches, versenkt. Englischer B.richt über den deutschen Torpedobootsvorstoß. Haag, 20. März, (zf.) Reuter meldet aus London: Wre dre Admiralität mitteilt, habey sich die deutschen Torpedobootsjäger, nachdem sie gestern nacht den unverteidigten Badeort Ramsgate beschossen hatten, in aller Eile vor unseren Patrouillenstreitkräften zurückgezogen. Eiirer unserer Torpedojäger wurde torpediert und sank, ein zweiter wurde torpediert, jedoch nur leicht beschädigt. Außerdem wurde ein englischer Kausfahrteifahrer ur den Grund gebohrt. Es war nicht möglich, den Schaden zu beobachten, der den feindlichen Schiffen zugesügt worden ist. * Christ iani a. 20. März. (WTB. Nichtamtlich? Nach einer Mitteilung der englischen Admiralität ist der Stavan- ger Dampfer „Expedit" (680 Tonnen) in der Nordsee v e r° renkt worden. Deutsche Auszeichnung des türkischen Großwefirs. Berlin, 20. Mirz. (WTB.) Der Kaiser verlieh dem Gvoßwesir Talaat Pascha den Schwarzen Adlerorden. Aus dem Reiche. Havenstem über die Kriegsanleihe. Berlin, 20. März. (WTB. Nichtamtlich.) In einer Sitzung der Handeiskamlner ergriff Exzellenz Haven- fteiir das Wort. Er führte u. a. aus: Die konunenden Wochen werden entscheiden über die Zukunft unseres herrlichen Vaterlcnrdes, vielleicht auch über die Zrtkunst Europas mrd der Welt. Darum ist keine der früheren Kriegsanleihen so wichtig gewesen wie gerade diese. Wir vertrauen bei dein Ergebnis der sechsten Kriegsanleihe, daß wir auch diesmal siegen werden, weil wir siegen können und Jicgeit wollen. Wir können siegen, weil Deutschlands wirtschaslliche Kraft unberührt und ungebrochen dasteht mrd die deutsche Arbeit auf deutschem Boden und im deutschen Gewerbe neue Werte urrd /eue Kapitalien unausgesetzt haben. Wir wollen und werden siegen, weil es gill, euren, erbarmungslosen Gegner niederzurirrgen und das Vermächtnis von hundert tausenden unserer >Ä>hne und Brüder, die nicht mehr zurückkehren, zu erfüllen haben. Es ist nicht nur unsere Pflicht, sorrdern unser stolzes und heiliges Recht, an diesem Kanrpfe mitznwirken zur Erringung des Sieges, well wir nur durch einen Sieg den Frieden bekonrmeir werden, der urrs das bringt, was wir brauchen, um die Lasten des Krieges zu tragen, eine starke Kriegsentschädigung. Töricht ist das Gerede, daß das Reich durch eine Beschlag nghme der Guthaben bei den Sparkassen und Bairkerr zwangsweise seine Titel erhöhen wird. Es kann nicht die Rede davon sein, daß vor dem Jahre 1925 eine Ver- kürzurrg des Zinsgenusses aus der Kriegsanleihe in irgend einer Form erfolgen wird. .Heute weiß jeder Deutsche, daß es sich für uns nur darrrm hairdelt, zu siegen, und siegen kömren wir nur, wenn die ganzen Kräfte des Volkes da^u beitragen. Wer die Anleihe zeichnet, wirkt dazu mit, den heimischen Boden zu schützen und einen starken Frieden herbeizuführen. * Berlin, 20. März. (WTB.) Der Aeltesten-AuS- schuß desReichstages trat heilte vor Beginn der Vollversammlung zu einer Besprechung der Gesä-ästslage des Hauses zusammen. Angesichts der derzeitigen Unübersichtlichkeit einigte man sich dahin, den Fortgang der Beratungen über den Etat des Reichsamts des Firnern in den nächsten zwei Tagen abzutvarterr und damr in. eine erneute Besprechung der Geschäftslage einzutveten. Nach dem vor- läuftgen Plärre ist in Aussicht genommerr, zu Begirm der nächsten Woche beu Etat für den Reichskarrzler und die Reichskanzlei zu beraten, dem voraussichtlich der Wirtschaftsplan und die Ernährurrgsfragen folgen werden. Berlin, 20. März. (WTB.) Bei der heutigen Ersatzwahl eines Landtagsabgeordneten rm 11. Berliner Landtagswahlkreis an Stelle des früheren Abgeordneten Dr. Karl Liebknecht erhielten Schriftsteller Dr. Frmrz Mehring (ic%. Arbellsgem.) 341, Ingenieur Franz .Hausberg (liberal) 44 und Eisenbahnaä>erter Brunner (Soz.) 42 Stimmen. Mithin ist Dr. Franz Mehring gewählt. ^cfjifcbcr Landtag. Zweite Kammer. D a r m st a d t, den 20. März 1917. Präsident Köhler macht Mitteilung von einem im „Darm- städter Tageblatt" enthaltenen mit „ll rsus" unrerzeichrreten Ar- ttkel, in welchem dem Harrse der Vonv-rrrf gemacht wird, daß die Mitglieder derr andeverr Leuten Sparsanrkeit predigten, wäl-rend sie telber drrrch unnötige lange Reden in der Kamnrer das Geld des Landes verschwerrden. Der Präsident erllärt, er begnüge sich damit, dieses Elaborat zrrc Kennttris des Hauses zu bringen (Bravo!) — '^as Hans setzt daraus die in der vorigen Woäx abgebrochene Verharrdlnng über Kapitel 35, Kirchm, fort. Die Ordensdebatte. Mirrister des Innern v. Hombergk kommt auf die schweren Borwitrie des Abg. Dr. SckMitt vom vorigen Donnerstag zurück und legt Berwahrrmg dagegen ein. Ein Aufrollen der Ordens- gesetzfrage zur Unzeit und ohne vorl-erige Verständigung diene weder dem iimeven Frieden, noch auch letzten Endes 5en Wünschen der katholischen Bevölkerung selber. Wemr man sie deshalb während des Krieges urller allen Umständen ruhen lasse, so dürfe man ^hoffen, daß uns die Erfahrrmaen des Krieges für die ZkA Friedens einen genreinsamcn Boden der Betrachtrmg dafür fmden lasl en, rvas an der besteherrden Ordens gasetzgcb un g etwa als ungerechtfertigte Ausnahnrenraßnahme cmpfunderr Iverden könne und geändert werden müsse. Abg. v. Brentano (Ztr.) führt aus, die heutige Erklärung des Atinrsters veranlasse ihn, den Ausführungen des ^lbg. Dr SchmrL beizutreten. Im Veralcvch zu tax früheven erregten Debatten Über die QrdenSsesetzgeb:ing seien doch dre jetzigen Ausführung»: Tr. Sckimitts nnr ein liehen öl würdiges Geftüs^r gewesen. (Heiterkeit/) Auch er sei der Meinung, das; die Ördei^säMestern unter AuÄnuhmebcstimimlnaen stünden, chie fte sein Parteifreund Tr Schmitt r;d'- bezeichnet habe. Er IMte erwartet, daß sich die Regierung de i injchen seiner Partei lMichtlich der Besetzung der Ordensmeder -Zungen in Mainz und Offmbach entgeaenkoniinender gezeigt iintte. Es säst euer: gewisse Kreise auch durch den Krieg nichts gelernt zu haben. Die kathottsche Bevölkerung Hessens werde sick eine solche Behandlung nicht gefallen lassen und wem: die katholischen Krieger heimkehrten, würden sie auf jeden Fall ihr gleiches Recht verlangen. Namens seiner Fraktion kömw er ver- sickern, daß sie kein Freund der Opposition sei uiw es ihr schwer fallen Im'irde, gegen eine Regierung zu kämpfen, mit der sie so lange gemeinsam gearbeitet habe. Er erwarte, daß die Regierung ein klares Wort des Friedens ssnden werde; dann würden seine Parteifreunde die ersten sein, die sich wieder beruhigten und die Wiurte des Ministers so auffasscn würden, wie er sie heute erklärte. Abg. Dr. Osann (natl.) führt aus: Jeder, der die Erklärung der Regierimg ruhig durchgelesen hat, wird über die scharfen Ausfälle des Llbg. Dr. Schmitt höchst verwundert gewesen sein. Es tväre vielleicht richtig, und verständlich gewesen, wenn die Regierung auf solche Worte sofort eine scharfe und klare Antwort gegeben hätte. Abg. Dr. Schmitt (Ztr.): Wenn der Minister bei seiner Erklärung im Herbst v. Js. über die Haltung der Rt^giernng, der Sozialdemokratie und die Beseitigung der Ausnahmegesetze nur die Hälfte von dem erklärt hätte, was er heute sagte, so wäre über die ganze Sa clie heute überhaupt keine Debatte iwttoendig gewesen. Ihm scheine aber, als ob die Negierung in ihrer Erklärung am Donnerstag jenen diplomatischen Sinn gebraucht hätte, um die Erklärung zu verklausulieren. Minister v. H o m b e r g k bemerkt, er könne es wohl dem Urteil des Hauses überlasse::, ob seine heutigen Ausführungen anders gelautet hätten, als die in der vorigen Woche. Hlbg. Adelwng (Soz^) meint, nach der jetzt gehörten Aussprache sei doch die ganze Sache eigentlich erledigt. Es stehe doch wohl fest, daß der Minister heute nichts anderes erklärt habe, als am vorigen Donnerstag. Abg. Dr. Schmitt habe heute einen Rückzug angetreten, das zerschnittene Tischtuch fet loieder vollständig geflickt. (Heiterkeit.) Mg. Grüncwald (frs. Vpt.) erklärt, cs liege gar kein Grund vor zu der Behauptung, daß die evangelischen Schwestern besser behandelt würden, als die katholischen. Er könne seststellen, daß die Bestimmungen des Ordensgesetzes, in denen nur eine Genehmigung im Falle der Vermebrnng des Personalbestandes verlangt Werve, außerordentlich milde gehandhabt würden. Die Genehmigung lause auf eine einfache Anmeldung hinaus. Wie der Abg. Dr. Schmitt diese Bestimmungen stigmatisiere, sei völlig unangebracht. Der Redner erklärt, daß er auf Grund seiner libe- rnlen Weltanschauung jeder Vorlage zustimnien würde, in welcher die Aufhebung der Ausnahmegesetze verlangt werde. °9kbg. v. Brentano (Ztr.) wendet sich gegen verschiedene Bemerkungen der Abgg. Dr. Osann und Adelung. Mg. Ko r ell-Ingelheim (srs. Vpt.) stimmt in längeren Ausführungen den Erklärungen des Abg. Är. Osann zn und dankt ihm für seine erschöpfenden Darlegungen. Die gegenwärtige schwere Zeit habe auch auf die Parteigegensätze mildernd eingewirkt und er hoffe, daß dies auch gesetzgeberisch zum Ausdruck kommen werde. Nach seiner Ueberzeugung wurden solche Debatten, wie wir sie früher und besonders bei der Beratung des Ordensgesetzes im Jahre 1914 erlebt, sich kaum wiederholen können. Es se: auch ihm unverständlich, die Erklärungen des Ministers so aus- znsassen, wie Abg., Dr. Schmitt es getan. Abg. Dorsch (Bbid.) macht ebenfalls noch Ausführungen zu der Sache, die äbjer bei der herrschenden Unruhe im Hause auf der Tribüne unverständlich bleiben. Damit schließt hie Erörterung und das Kapitel loird genehmigt. (Schluß folgt.) Mb. deutscher llsichttag. 87. Sitzung vom 20. März 1917. fe ^undesratstssck>e die Staatssekretäre Tr. Helfferich und dern. Ter Präsidertt Dr. Kämpf eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 22 Minuten nnt der folgenden Mitteilung, welckie die Mitglieder des Hauses stehend anhören: Im Namen des Reichstages habe ich am Sarge des Grafen Zeippelin. des genialen Erobevers der Lüfte, einen Kranz niederlegen und der Gräfin Zeppelin das herzliche Mitgefühl des Reichstages beim Tode ihres Gemahls' aussprvchn: lassen. (Beifall.) , Auf der Tagesordnung siehe:: zunächst einige Anfragen über Gesang enenbehandl ung. Ten Handel im Krieg betraf eine Anfrage des Mg Bühn (Kons.). Direktor im Kriegsernährungsamt v. Oppen: Die Frage, wieweit der angesessene .»anoel iuti> das Gewerbe bei der Versor- g:mg der Bevölrerung mit den Gegenständen des Tagesbedarfs und besonders mit Nahrur^Snntteln hevange^ogen oder auKftoschccktet worden sind. bsanttvortet sich nach Umfang und Art des Handels und Geiverbes verschieden. 1. Ter eigentliche Großhandel ist durch die infolge des Krieges erforderlich gewordene weitgehende behördliche Verteilung der wichtigsten Nahrungsmittel vicssacki stillgelegt worden. (Getreide, Futtermittel Kartoffeln, Butter, Zucker, Eier, Auslandseinfnhc.) Er fiiibct insoweit hier noch Besmäftigm:g alS Beauftragter der Reichs- Bezirks- oder Kommunal stellen. Aas Krieysernäl-rungs- anrt empfahl wo es angängig ist, du: Großhandel :n die Verteilung einznsck)abten, so daß er unter der Aufsicht der Behörde Waren beschafft oder verkauft. Entspreckjeride Beispiele bieten: die Ziuckcrvertcilimg durch den Großhandel in den Provinzen Ostpreußen :«:d Posen und im Königreich Sachse::, sowie die Zusammenfassung des Fischßiandels zu provinzielle:: oder Landes- organisationen unter Aufsicht des Reichs ko nmüssars. Inwieweit hierin künftig noch mehr geschehen kann, ist von der Lelstungs- fähigkeit des beteiligten Handels, der Beschrsfenheit der Waren und der Möglichkeit der Organisation abhängig. 2. Ter rein loyale Handel, sowohl Klein- )me Zwischenhandel, ist in: wesentlichen von den Gemeindebehörde:: nicht ausgeschaltet worden. • Gemeinden verteilen die Ware::, indem sie den eingesessene, Handel als Verteilungsinstrument benutze::. In vereinzelte:: Fal/n haben die Städte eigene Verkaufsstellen eingerichtet. Ties ist einmal geschehen, uni preis oegickiereud zu wirken, während gleichzeitig auch der Kleinhmrdel beliefert wird (Posen), andererseits. u:n besonders billige Waren ohne Vermischung mit teurer*, Waren in den Verbrauch zu bringe:: (TreSden). schließlich aber auch im größeren Adas;stabe neben ^dem Kleinhaurdel oder für den Kleinhandel ?in den westlichen Städten). Tie Entschließung, rvie weit dieses Verfahren zweckmäßig ist. :nuß von der Abschätzung der berechtigte:: Interessen der Verbraucher ausgehen und iß lokaler 9 La tu r. Es ist nicht möglich, durch sck>enratische Vorschriften deü Gemeinden die örtliche Verantwortung hierfür abznnehnnm. Eine fortschreitende zweckmäßige Zusammenfassimg hat die Fälle der städtijchen Regie immer seltener werden lassen. Tas Gesetz über die meiterc Kriegsabgabe der Reichsbank wird ohne Aussprack)-e genommen in zwei ar und dritter Lesung. Es folgt die ziveite Lesung des Etats des Innern. Auf Antrag des Abg. Meyer-Herford (nat.-lib.) werden alle mit der Boamtenbesoldirng zuseumnenhangeuden Fragen zurück- gestellt. 1 Staatssekretär Tr. Helfferich: Ter Etat enthält als hervorspringende Forderirng eine Schaffung eines zweite:: Unter- staatsfekretärs. Tiefe ist durch die weite Verzweigung meines Ressorts unabweislich zur Nvtwetldigkeit geworden, namentlich auch in Hinsicht aus die zu erwartende wirtschaftliche Mobilmachung nach den: Kriege. Ich bitte Sie. dieser Forderung zuzustimmeit. Abg. Giesberts (Zentr.): Mit der Einsetzung eines zweiten Unterstaatssckrctärs sind wir einverstanden. Wenn wir die Gesamtleistungen während des Krieges betrachten, so können wir mir unser ganzes Volk ohne Selbstüberhebung stolz sein. Die Kriegsgesellschaften sind ein notwendiges Nebel, inan sollte sie aber anders unterbringen als in kostspieligen Hotels. Ein erfreuliches Zeichen für unsere Volksversorgung ist die Einmütigkeit, mit der bcr Ausschuß die Resolution über den neuen Wirt- chastsplan angenommen hat. Sie beweist, daß nmn gewillt ist, alle wirtschaftlichen Fragen einheitlich zn lösen. Die Bewilligung von Anreizpreisen für die landwirtschaftliche Produktion führt zu einer Rückwirkung bei den industriellen Arbeitern. Auch sic wolle:: höhere Löhne haben und ihre Stimmung wird davon beeinflußt. Mg. Hoch (Soz.): In weiten Kreisen der Arbeiter herrscht bittere und unerträgliche Not. Die wenigsten von ihnen haben die Möglichkeit, bessere LohnveyHaltnisse zu erlangen, immer aber bleiben die Löhne hinter det allgemeinen Teuerung z:rriick. Vor alle:: Dingen müsse das Volk die volle Bewegungsfreiheit auch hinsichtlich des Vereins-und Versammlungsrechtes haben. Fördert man me Arbeiterinteressen, so fördert nmn die Allgemeinheit. Abg. Dr. Streife mann (natlib.): Hinsichtlich der Sozialpolitik entbehren die Vorwürfe des Vorredners der Begründung. Von einem Raubbau an der Bevölkerung kam: keine Rede sein. Wir wollen aber alles answenden, um den Krieg zu überstchen. Daß die Rcichsleitung den Unternehmen: den Ausbau des Proletariats ermöglicht, ist nicht einmal allgemeine Ansicht der Mehrheit der Sozialdemokraten. Unsere Wirtschaftslage wird immer schwieriger, aber daß wir noch so gut dastehen, ist ein Zeichen für die ungebrochene Kraft unseres Volkes. Bravo!) Für den Frieden sind wir wirtschaftlich geruappnet. Die Waffen unserer Gegner müssen schließlich versagen gegenüber unserer und der österreichisch-ungarischen Wirtschaftskraft. Die Interessen des Handels werden in den Kriegsämtern nicht genügend gewahrt, am wenigsten von den aus dem Kaufmannsstande hcrvorgegangenen Mitgliedern der Aemter. Dem neutralen Ausland darf man nicht die Lust nehme::, mit Deutschland Handel zu treiben. Bei Beschlagnahmen sollten genügende Entschädigungen gewährt werden. Bezüglich der Kanal- Projekte müsse von RerchSwegen sestgestellt werden, welche Wasserstraßen zu bauen sind und in welcher Reihenfolge. (Sehr richtig!) Mg. v. Brockyausen (Tons.): Der neue UnterstaatS- sekretär ist irottvendig. Vor sechzehn Jahren hat der damalige Privatdozent Dr. Helfferich auf das Msckmeiden Denttchlands von der Gctreidezufuhr hingewicsen für den Fall eines Krieges.. mache ihm keinen Vonvurf daraus, wohl aber dem Staai^inaim, dem die Veranttvortung dafür zufällt, daß 'die notweumge ijfirt» sck-afüiche Mobilnmchung unterblieben ist. Auch bei der ^ttckstoff- vcrsorgung l>ätte der Reichskamler gleich b-cx Beginn des KrwgeS mit den verschiedenen Ressorts in Verhandlungen eintreten müssen, um diese wichtige Frage in die Wege zu leiten. Mg. Lieschling (fortschr. Vpt.): Einer Trennung d«S Reichsamtes des Innern vermögen wir mcht zuzusttmmen. Eure alolche Trennung wiirde die Gegensätze^ nicht nnlder::, sondertß verschärfe::. Das Reichsamt des Innern ist übrigens schon während des Krieges inehr u:ü> mehr durch das Kriegser:m.hrungsamt, dre Kriegsrohstoffabteilung und das Kriegsamt entlastet worden. Zu bemängeln ist, daß die Zuständigkeit dieser^ Aemter mcht geirügerw abgcgrenzt ist, so daß die Jnteresserrten imn:er von einem zun« andern geschickt werden müssen. Die Gefahr, die durch die Stilllegung der mittleren und kleineren Betriebe droht, verkennen wir nicht für die Friedenszeit. Unsere Arberterschaft hat sich während des Krieges glänzend bewährt. Darauf wird die Weiterberatung auf Mittwoch 1 Uhr vertagt Außerdem Justiz-, Reichstags- u:rd Reichseisenbahn-Etat. Schluß 7 Uhr. _ Arrs Stadt und Land. Gießen. 21. März 1917. ** Frühlingsanfang. In diesem Jahre beginnt ixe astronomische Frühling am :wr:nalen Tag, am 21. März; in anderen Jahren schwankt er«— eine Wirkung des Schalttages . im Februar — um diesen Termin hin und her, kann sich aber nie weiter als bis zum 20 und 22. März vc::, dem mrtd- lereu Datum entfernen. Der tvirkliche Frühlingsbegrnn jliunnt indessen mit dem astronomischen nicht überein, sondern eilt diesem in der Regel um 2 bis 3 Wochen voran. Daraus erllärt es sich, daß man in ftüherer Zeit den Frühling meistens viel eher, teils schon im Februar, anfangen ließ und sich nur schlver an den jetzt üblichen Termin gewöhnte. In diesem Jahre scheint allerdings der Frühling lange mit seinem Einzug zögern zu ivollen, denn geistern und heute haben wir eine richtige N'nrauflage des Wfftters erlebt ruxt Hagel, Schnee und gelindem Frost. ** An szeichnun gen. Gefreiter Moritz Rosenb aum, Sohn des Vtctzgermcisters Jnlius Rosenbaum, erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaillle. — Der Wagenst'chrer Philipp Eisen- h u t h erhielt am 29. November die Hessische TapferkeitsmedailL ** Der Landesausschuß für Frauenarbeit i m K r ieg teilt mit, daß vom 22. März an sich sein Bureau Liebigstraße 19 befindet. Geschäftsstunden sind Montag, Donnerstag und Freitag, vormittags von 10—12 Uhr. Siehe Anzeige. ** Eine Holzversteigerung der St ad t Gießen wird am Montag, den 26. März 1917, Vormittages 9Vs Uhr, abgehalten. Näheres siehe Anzeige. ** I nt Lichtspielhaus, Bahnhofstrüße 34, ivird von heute ab bis einschließlich Freitag „Die Rache des Blutes" gegeben, ein Drama in 3 Akten, das verfaßt und in Szene gesetzt ist vsn einem unserer beste:: Schauspieler und Filmkünstler Paul W e g c - n e r, der auch die Hauptrolle innc hat. Ferner wird gegeben» „Gräffn de Eastro". Detektivabenteuer in 4 Mten. In der Hauptrolle der von der Damenwelt beliebte Ernst Reicher vom Neuen Theater, Frankfurt a. M. Kreis Büdingen. 4t Büdingen, 20. März. Tie Hessische Tapserkeitsmedaille erhielt der Jäger Karl Hüter im Jägeröataillon 6. 4t Altwiedermus 21. März. Die Hessische Tapferkeits- medaille erhielt der Gefteite Philipp Hohenstein. 4t Düdelsheim, 21. März. Die Hessische Tapferkeit- medaille erhielt der Ersatzreservist Heinrich Mahr. Starkenburg und Nheinhessen. Darmstadt, 20. März. Der Kaiser traf Montag nachmittag zn kurzen: Besuch am großherzoglichen Hoff hier ein und nahm im neuen Palais mit dem Großhcrzogöpaar de:: Tee ein. Nach Z:veistü:ü)igem Aufenthalt verlies; er unter lebhaften Kundgebungen der Bewolcher die Stadt wieder. — 9tjuf einer Reise nach der Westfront berührte heütl) vormittag der türkische Kriegs- Minister Eiwer Pascha lin.it etwa 10 anderen hohen türkischen Offtzieren den Bahnhof. Die Herren hielten sich längere Zeit in der Erfrischungshalle des Roten Kreuzes auf. Erfabreuer Buchhalter für Bilanzarbetten gesucht. Schriftliche Angebote unter 2247 an die Geschäftsstelle des Gievener Anzeiger erb. junaerc fiilfsttrbfitrr gesucht. Chr. Zimmer, Bahnhofstraße 12. 22*29 für leichte Arbeit ver sofort gesucht. Zu melden zwischen 12-2UbrFricnichstrlOlI. [*** Hausfcursche zum 1. Avril gesucht. !22796 Vkii'ui'g. Klinik. Hausbmsclle^ zum baldigen Eintritt gesucht 2295 s Gebr. Pietz, Fran k furter Straße 60 . Jüngerer 12303 Hausburschk gesucht. (>HNtnvJ. 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Gieß en/ Schanzenst r . 211. | r - n0 Bcftrts lülklicn im Kochen und aller Haus- arbei: erfahren, zum 1. Slpril gesucht. Bormiltagshifte vorhanden. Frau Pros. Kaiiec, 22i>3 _ Löberstraße 2>. Sauberes, br nies 101(593 Dieufturädchen gef. Näh, zu erfr. i. Gie ß. Anz. ^ Tttcht. äii. fflädclien od. Fvcn zur Führung eines größeren Hauöhalies gesucht. I 4 81 Han {h:tn«?Sel!ershoim (tzladenbach. Näh, bei Scbad , 9 udwigs tr.24. Besserer alleinst« Landwirt sucht älter e l'aurr!rslllsrm aufs Land. Schr. Angeb. um. 9tr. Oitz84 än den G ieß. An zeiger. Suche auis Land für Hausund Landarbeit [01078 MM. li^CIl welches auchaern hilft, Landarbeit zu verrichten. Zwei Mädchen noch vorhanden. Fi'nu Karl (Schneider* Relberti/nrod bei Alsfeld. Lehrmädchen gegen Vergütung sucht [01645 M. Hart0, Selrersweg 75. Lehrmädchen für Laden und Atelier gegen Vergütung gesucht. 01492 31. Lehmann, Seltersweg 08. Mode. .funser ISann milirärfrei, mit Älgruriräts- zeuguis, sucht vass. Beschäf- liaung. 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Heute morgen 4 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden unsere liebe Mutter, Grossmutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante Luise Weller geb. Keller im 61. Lebensjahre. Wellersburg, Wieseck, den 20. März 1917. In tiefer Trauer: Familie Heinrich Weller Familie Ludwig Weller. Licht-Spiel-Haus • Bahnhof Straße 34 Ab heute bis inkL Freita/r, 23. Marz 12288a (Mache Mutes Draii» in 8 Akten. Verfaßt und in Seen© gesetzt ron PaulWeffcner. Im der Hauptrolle Pnnl Wogeacr. Gräfin de Castro Detektivabenteuer in 4 Akten. In der Hauptrolle der von der Damenwelt so beliebte Erniit Reicher vom Neuen Theater, Frankfurt a.M. Diö Beerdigung findet Donnerstag, den 22. März, nachm. S l / 2 Uhr, 2M7 von der Wellersburg aus statt. . • - . . . Am 11. März erlöste ein sanfter Tod meine geliebte Mutter Regine Schlesinger im 78. Lebensjahr von langjährigen, schweren Leiden. Mit der Bitte um stilles Beileid, im Namen der Hinterbliebenen 01668 1 Wiederbeginn des Schulunterrichts h%j j Der Unterricht für die Schiller der Stadtknadenschule vormittags 8 V 2 Uhr, für die Schülerinnen der Stadtmädchenschulc nachmittags 1 3 A Uhr. 2253B Gießen, den 19. März 1917. _Ter Oberbürgermeister: Keller. % » Bekamrlmachnug Der Voranschlag der Gemeinde Weickartshain für 1917 Nj. liegt von Freitag, den 23. d. M. bis Donnerstag, den 29. d. M. eine Woche lang auf Unserem Amtszimmer zur Einsichtnahme offm. Während dieser Zeit können Einwendungen bei uns mündlich oder schriftlich vorgebracht werden. Bemerkt wird, daß die Erhebung einer Umlage beschlossen ist, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. Weickartshain, den 20. März 1917. Großherzogliche Bürgermeisterei Weickartshain: Knöß. 2291 ! 3'Si^mor*Wo&acBg 3 . mit reich!. Zubeh. zu ucrm. Zu j er fr. Ebeistr. 3, 1 . St. 01594 W-r H es Professor Dr. L. Schlesinger. Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Verluste sagen wir aus diesem Wege unseren innigsten Dank. JmNamendertrauerndenHinterbliebenen: Rosa Riehl Lueie Riehl. Gießen, den 20. März 1917. 2233 Hchmßchm>q her AM Kiez». Montag, beit 20 . März 191 r, vormittags 9'/. Ubr beginnend, werden in den Waldungen der Stadt Gietzen in dem Bezirk des Forstwarrs Geiiel vcrsteigert: 58,71 Jeümeter ,> ichten-Derbstangen 3,99 Festmeter ^ichtcn-Reisüaugen 16,5 'Raummeter Kiefern-Knüppel N4,3 Raummeter Fichten-Knüppel 2050 Wellen Aiefern-Reisig 339 Wellen Fichten-Ne mg Die Zusammenkunft ist auf dem alten Anneröder Weg an der 4. Schneise. 2289B Holzhändler sind'vom Mitbieten ausgeschlossen. Jeder Steigerer darf nur seinen Eigenbedarf steigern. Gießen, den 20. März 1917. Der Oberbürgermeister: I. B.: Grünewald. Die seil her von Herrn Rechts- anwali und 9torar KüLiIishl innegebabie [76 Wohnung EclterSweg 56, r? ist ab l . Avril ü;17 oder spür er a ich er wenig_ zu vermieten. Babnbofstr. 55 LS. Stock, ?>>-Zimm?r-Wolprmisi m. reich!. Zubehör, mehreren Kellern usw., Loggia, zu vermieten. Näh. Gr. Stcin- Nre« 29 r. [15 Auslosung von Schuldverschreibungen. Bet der für das Rechnungsjahr 1917 vorge- | nommencn Auslosung von Schuldverschreibungen der evange?. Kirchengememde Gießen wurden nachverzeichnele Stücke zur Helmzahlung gezogen: doset Loheitsr. Dentist Lina Scheüer geb. Sann kriegsgetraut. Gießen, den 21. März 1917. Cafe Amend Heute Mittwoch, 8 Uhr: Familien-Konzert Lit. A. zu .. B. zu „ 0. zu „ O. zu von den 3 älteren Anlehen: 50 Mk. Nr. 50 100 Mk Nr. 43, 86, 55, 128, 232 300 Mk. Nr. 11, 33, 74, 102 500 Mk. Nr. 10, 30, 32, 133, 138, 195, 255, 281, 289 „ E. zu 1000 Mk. Nr. 35, 115, 159, 205. 2. von den späteren Anlehen: Lit. A. zu — „ L. zu — „ 0. zu 500 Mk. Nr. 15, 70. Die Rückzahlung der Schuldverschreibungen geschieht 1. Oktober 1917 zum Nennwerte gegen Ein- j lieferung derselben nebst den noch nicht verfallenen Zittsscheinen und zugehörigen Zinsanweisungen bei der Baut für Handel und Industrie, Niederlassung Gieren. Dom 1. Oktober 1917 an hört die Verzinsung der ausgelostenSchuldverschreibungen auf. Gießen, den 20. März 1917. Der evangel. Gesamtkirchenvorstand: Schwabe, Pfarrer. * 2ß6 D handesausscMuss für Frauenarbeit im Krieg. Dsn morgen Donnerstag, den 22. März an, befindet sich das Bureau Liefoigpsfp&sse t 9 tm Gartenhaus rechts, des Herrn Justizrat Grünewald. Geschäftöstunden: Montag, Donnerstag und Freitag vormittags von 10—12 Uhr. 2287D Für den Ortsausschuß Gießen: Frau M. Naumann. Frau B. Gebhardt. feoxküerler Sfahlblechkessel aute geil g e sch weißt. Bester Er sat z für Ku pfer- I'. ; T f .;r ;. ::i' r brauchbar« r#ase|. ^les.—Z u de^iel'e n durch alle cini?- r CB Ta gen 1SÖ D Heinrich Ämand G. m. b. H. Hanau a. 11 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Rödgen für 1917 Nj. liegt von Freitag, den 23. d. M. bis Donnerstag, den 29. d. M. eine Woche lang auf unserem Amtszimmer zur Einsichtnahme offen. Während dieser Zeit können Einwendungen bei uns mündlich oder schriftlich vorgebracht werden. Bemerkt wird, daß die Erhebung einer Umlage beschlossen ist, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. Rödgen, den 20. März 1917. Großherzogliche Bürgermeisterei Rödgen: Kraushaar. 2290 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Münster für 1917 Rj. liegt von Freitag, den 23. d. M. bis Donnerstag, den 29. d. M. eine Woche lang aus unserem Amtszimmer zur Einsichtnahme offen. Während dieser Zeit können Einwendungen bei uns mündlich oder schriftlich vorgebracht werden. Bemerkt wird, daß die Erhebung einer Umlage beschlossen ist, zu der auch die' Ausmärker herangezogen werden. Münster, den 20. März 1917. Großherzogliche Bürgermeisterei Münster: 0 n t r u m. 2229 lUZ ß Zimmer J Sie kWmrUchi. mit Bad Ost - Anlage 39, sofort au verm. Näheres Qarteastr.2, Zimmer 15. [70B O1853 UeMh-M.,WM!i sch. 6 - Zimmer - Wobnung u-it Bad, Beranda, Gas, elektr. liefet, Bleichplatz, Trockenboden per 1. Juli zu vermieten. Näheres Ernst Pe:ri, Asterweg 31. 11887 Schöne 6 -Zimm?r-Wghnnnq mit allem Zubehör, Bleichplatz u. Gartenanteil per sofort oder später zu vermieten. Aiiccftrahe 26 I. 12045 5 Zimmer j JL'udw ij^atranäe 3? 5 - Zimmer - Mansarde ab 1. April zu vermieten. 1138 Ahernmnn & Klin,?. Soe'.aasSraBa 19 ji. p schöne G-Ztm.»WohH, in. Bad, GaSu. (Llektr., zuin 1. Avril zu ver- ^ '.ieten. Näheres Becker, Goetheftr. 21. 1923 Sch. ruhige, sonnige 5-2.»W. I. St., rum Avril od. später zu a. 8 eMH(m?J*r 82 r W. 09. [ 1852 Schöas ö-Zim.-Wohiii. mit Bdz., 2 Balkonen, elekt.Licht, Gas u. sonst. Zub. p. 1.7.17 zu verm. ^SLt°Alr!«r;s 2174 4 ZiMimer 614-ZiKM-MiMg Trockenboden, Mansarde, Keller, Bleichvlatz u. 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