/ Nr. M Der Osetzener Anzeiger erscheint tätlich, außer Sonntags. - BeUaqen: SietzenerKamiiicndlätter; Nreisblatt für den Ureis Gietzen. vtzngspreis: monatl. 9u Bi., viertel- jährl. Pik. 2.65: durch Abhole» u. Zweigstellen monatl. 80 Pf.: durch die Bost Mk. 2.45vrett?l- jährl. ausschl. Bestetlg. äernsprech - Abschlüsse: üir dieSchriitleitungllZ Verlag,Geschästsstellebl Anfchrill für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. *67. Jahrgang eiger . ZwiHingsrunddruck u. Verlag: Vrühl'sche Univ.Vnch- u. StemürrrLerei R. Lange. §cheistLettmrg, (Zeschäsizstette z;. Druckerei: Zchulstr. 7. Postscheckkonto: Frankfurt a.M. N686 Kreitaz, P. März l»>7 Annahme von Anzeigen die Tagesnummer bis -umNachmittag vorher Zeilensreir, s. Anzeigen: örtlich 20 Pf., Vermietungen u. Stellengesuche 15 Pf., auswärts 25 Pf., b. Platzvorschrist 30 Pf., Reklamen 75 Pi.„ bei Platzvorschrist W Pf., Hauptschriftleiter: Aug.. Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aug. Goetz, Stadt d Land, Vermischtes u.Gc-l richtssaal: Fr. R. Zenz.. Anzeigenteil: H. Berk, sämtlich in Gießen. Sankverkehr: Gewerbebank Gießen iWTB.) Grohes Hauptquartier, 15. März. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Bei Regerrwrtter war das Artilleriefeuer in den meisten Abschnitten gering. In der Champagne kamen französische Angriffe auf dem Nordweschange der Höhe 185, südlich von Ripont, in unserem Vernichtungsfeuer nicht zur Entwickelung. Erkundurigsrwrstötze imSommegediet und auf dem Westuser der Maas, m eine französische Feldwache südlich von Gumieves durch forsches Zupacken bei hellem Tage auf- gehoben wurden. brachten uns eine Anzahl Gefangener ein. Oestlichcr Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Bei Witoniez, am Stochod. und bei Camnica, südlich des Dnjestr, wurden Unternehmungen von Stoßtrupps erfolgreich durchgeführt. Ueber hundert Gefangene und mehrere Maschinengewehre und Minenwerfer konnten zurückgebracht werden. Mazedonische Front. Auf beiden Ufern des Prespa-Sees und nördlich von Monastir setzten auch gestern die Franzosen starke Kräfte mit dem gleichen verlustreichen Mißerfolg wie an den Vortagen zum Angriff alt. Zwischen Ccrna und Doirau-Sec wurden kleinere Angriffe der übrigen Entente-Truppen abgewiesen. Der Erste Generalauartiermeister Ludendorff. ♦ Der Abendbcricht. Berlin, 15. März, abends. (WPB. Amtlich.) Vom Westen rmd Osten ist nichts Besonderes gemeldet. * * * Die Ereignisse tn der russischen Hauptstadt stellen sich als noch bedeutungsvoller heraus, als matt zuerst annehmen konnte. Der Zar hat abgeoankt, und sein Bruder, d-er am 23. November 1878 geborene Großfürst Michael Mexandro- Nntsch, ist zum Regenten berufen worden.^ Wir erfahren diese Neuigkeit, die von Boncrr Lato im englischen Unterhaus mitgeteilt worden ist, durch eine kurze Notiz des Reuter- Bureaus, und wir dürfen daraus annehmen, daß, so dürr Mtd trocken vorläufig die Auskunft lautet, doch eine gewisse Befriedigurig der englischen Regierungskreise sich darauf gründet. Vieles verbirgt sich noch dem Blick. Nach außen hin hatte ja auch das jetzt gefangen gefetzte Kabinett Go- litzin eine entschiedene Halturig bei der Fortsetzung des Krieges au den. Tag gelegt. Aber die von der Großfürsten- Partei unter Nikolai Nikolajewitsch geforderte „starke Hand" scheint dock) gefehlt zju haberi. Der raeistgenannte Minister des Innern, Protopopow, sollte bekanntlich in Stockholm nrit deutschen Persönlichkeiten Besprechungen gehabt haben, und seit dieser Zeit war er derr Mrtionalisten verhaßt. Der englische Botschafter Bnchanair steht der gewaltsamen Umwälzung altem Anschein nach rricht fern. In engl. Blättern war öfter dargetan worderr, England wünsche derr Sieg des liberalen StaatsgedankeriL irr Rußland; in das Schwanker: der Neigungen nnd Entschlüsse des Zaren Nikolaus wird irr die sich stärker bemerkbar machende Auflehnung des russischen Volkes gegen die trostloserr irrnererr Zustände nnd fortschreitende Ernähruugsschwrerigkort scheint der englische Einfluß wachsam die schiebende Hand ausgestreckt zu haben. Die Hirrwogräumung des Wurrdernrönchs Rasputtn, der den Zaren „beriett", war ein offenes Zeichen, wohin die Rer.se gehen sollte. Es fragt sich jetzt nur noch, ob die neue Regierungsgewalt in der Lage -ist, praktisch erfolgreicher an der Besserung der Verkehrs- und Ernährungsverhaltrrisse zu arbeiten, Äs es das Kabinett Golitzin vermocht har. Guter Wille und Gesinnungstüchtigkeit allein tonnen es nicht schaffen; das werden sich auch die englischen Treiber sagen müssen. ,F)b Glück, ob Unglück aufgeht, lehrt das Ende." Solch ein gewaltsamer Umsturz hat im Kriege für die Uv- beber seine großen Mißlichkeiten. Wie die Stimmung des Volkes und vor allem des Heeres dadurch beeinflußt wird, ist für den neuen Regenten und den Exekutivausschuß der Dumamitglieder eine durchaus düstere Frage. Wenn auch die Tendenz der neuen Männer unter der Führung Englands dahin geht, den entschiedenen Willen zur Fortführung des Krieges noch zu verschärfen, so finden wir in der Enthüllung der Lage Rußlands doch viele Keime einer nahen, den Zeutralmcühten und ihrem Frieden günstigen Entwicklung. Die erste Tat des Exekutivausschusses, dessen Vorsitzender der Dumapräsident Rodzianko, ein Vertrauter des englischen Botschafters Buchanan, ist, waren Aufrufe an Heer und Flotte sowie an die Arbeiter, alle Kräfte weiler- einzusetzen zum Kampf gegen den äußeren Feind. Daß der Umsturz seit langem gut vorbereitet war, zeigt sich darin, daß sich die großen Städte, auch die alte Residenz Moskau, alsbald der neuen Führung angeschlossen haben. Die Hauptfrage': Was kann Rußland, das mrter furchtbaren Nöten stöhnt, noch leisten?, wird wohl schon bald beantwortet werden. Wir Deutsche können warten und dürfen beim .Hinblick auf den russischen Nachbar uns mit dem schönen Dichterspruch ermuntern: „Gedulde dich fein, über ein Stündelein ist deine Kammer voll Sonne." Hub wenn tß auch etwas länger als ein Stündelein währen sollte! . . . Der öfterreichisch-rrrrgarische Tagesbericht. Wien, 15.März. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 15. März 1917. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresfront des Generalobersten Erzherzog Josef. Außer ftellenweiser Lebhafter feindlicher Artillerietätig- keine Ereignisse von Belang. Heer esfrontdesGeneralfeld marschalls Prinzen'Leopold v o n B a ye r n. * Nördlich Stanislan —Solotw in brachten unsere Stoßtrupps von erfolgreichen Unternehmungen 196 Gefangene, 6 Maschinengewehre und einen Minenwerfer zurück. I t a l i e n i s ch e r K r i e g s s ch a u p l a tz. Der Artifleriekanrpf lebte an einzelnen Frontabschnitten wieder auf. An unserer Front nördlich von A si a go drangen heute früh Abteilungen des Infanterie-Regiments Nr. 27 durch Schncetunnels in die feindlichen Gräben östlich des Monte Forno ein. zerstörten die Unterstünde, fügten den Italienern ansehnliche blutige Verluste zu, erbeuteten zwei Maschinengewehre und machten 22 Atpinis zu Gefangenen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. An der Vojusa keine besonderen Ereignisse. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Hofer, Feldmarsthalleutnant. Die Abdankung des Zaren. London, 14. März. (Mchtamtlich. Reuter.) Unterhaus: Bonar Law teilte mit, der Zar habe abgedankt. Großfürst Michael Alerandrow sei zum Regent berufen worden. Stockholm* 16. Mürz. (B. T.) Gegenüber dem Gerücht von einer Flucht des Zaren nach, dem Süden wird gemeldet, der Zar befinde sich seit dem 8 . Märzj im Hauptquartier irr Sicherheit. Die Zarin sei die ganze Zeit über in Zarskoje Sselo verblieben. Der Umsturz in Rußland. Amsterdam, 16. März. (WTB. Nichtamtlich.) Nach hier eingegangener Reutermeldung aus Petersburg vom 14. haben der englische und französische Botschafter, nachdem sich der Exekusiv -Ausschuß der Duma konstituiert hatte, mit diesem Verhandlungen angcknüpft. Rodzianko richtete im Namen des Militärkomitees der Duma an die Marine - und Armee-Befehlshaber ein Manifest, ruhig zu bleiben, aber den Kampf gegen den Feind fortzufetzen. Ebenso wurde ein A u f ru f an die Arbeiter gerichtet, die Ordnung aufrecht zu erhalten und die Arbeit wieder aufzunehnrrn, damit der Kampf fortgesetzt werden könne. 11 7 Stunden nach Ausbruch der Revolution in Petersburg hat sich Moskau der Revolution angeschlosfen. Der Militärkommandant forme Laufende von Gendarmen und Polizeibeamte wurdet: verhaftet, die politischen Gefangenen frei gelassen, und es konstituierte sich ein Militärkomitee zur Aufrechte rhaltum der Arbeit mit militärischer Herrschaft. Nischnirvkowgorod und Chanow haben sich der Revolution angeschlosstn. Petersburg, 14. März. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Petersburger Telegrapyen-Agentur. Die Bevölkerung von Petersburg, die über die vollständige Desorganisation im Transportwesen und in der Verpflegung aufgebracht war, war schon seit langem erregt und murrte dumpf gegen die Regierung, die sie für alle Leiden, die sie erduldete, verantwortlich machte. Die Regierung, welche Unruhen v-oraussäh, ergriff umfassende Maßnahmen zur Aufrechterhaltnng der Ordnung. Unter anderem schrieb sie die Auflösung des R e i ch s r a t e s rmd der D u m a vor, aber diese beschloß am 1. März, dem Kaiserlichen Ukas nicht Folge zu leisten rrnd die Sitzungen fortzusetzeu. Sie setzte sofort einen AvSlAehungsmis- schuß aus zwölf Mitgliedern unter dem Vorsitz des Präsidenten Rodzianko ein. Dieser Ausschuß erklärte sich als vorläufige Negierung und erließ folgenden Ausruf: In Anbetracht der schwierigen Lage und der inneren Unordnung, die man der Politik dsr alten Regierung verdankt, sieht sich der VollziehungsauLschuß der Duma gezwungen, die öffentliche Ordrrung in seine Hände zu nehmen. Im vollen Bewußtsein der Verantwortlichkeit des gefaßten Entschlusses drückt der Arrsschnß die Zuversicht aus, daß die Bevölkerung und das Heer ihm in der schwierigen Aufgabe beistehen werden, eine neuere g ierung z u schaffen, die den Wünschen des Volkes e n t- g e g e n k o m m t und sein Vertrauert genießt. Der Vollzrehungsausschuß stützt sich auf die im Aufruhr befindliche Bevölkerung der Hauptstadt und auf die Garnison von Petersburg, die sich, mehr als 30000 Mann stark, vollständig mit den Aufständischen vereinigte; er verhaftete alle Minister und steckte sie- in das Gefängnis. Die Dpma erklärte das Kabinett als nicht bestehend. Heute, am dritten Tage des Aufstandes, ist die ganze Hauptstadt, in der die Ordnung schnell wiederkehrt, in der Gewalt des Vollziehungsausschusses der Duma und der Truppen, die sie unterstützen. Der ^Abgeordnete Engelhardt, Oberst im Großen Generalstab, wurde vom Ausschuß zum Kommandanten von Petersburg ernannt. Gestern abend richtete der Ausschuß Aufrufe an die Bevölkerung, an die Truppen, Eisenbahnen nnd Banken, in denen er diese anfforderte, das gewöhnliche Leben! wieder aufzunehmen. Der Abgeordnete Gronski wurde vonr Ausschuß der Duma mit der vorübergehenden Leitung der Petersburger Telegraphen-Agentur beauftragt. Frankfurt a. M., 15. März. (Privattel.) Die„Frkf. Ztg." nreldet aus Stockholm vom 15. März: Die Stadtverwaltungen von Moskau, Kasan, Charkow und Odessa erklärten telegraphisch ihren Anschluß an den Petersburger Wohlfahrtsausschuß und konstituierten sich als Ausschüsse der inneren Befreiung Rußlands. Petersburg, 15. März. (WTB. Nichtamtlich.) Die Petersburger Telegraphenagentur teilt mit: Die Duma- ab geordneten Pep-elajaw und T a S k i n begaben sich auf Befehl dös Exekutivkomitees nach- Kronstadt, dessen Garnison sich zur Verft'rgung des Komitees gestellt hat. Pepelajaw wurde zum Kommandanten von Kronstadt ernannt. Kopenhagen, 16. März. (B. T.) Einer Stockholmer Meldung des „Ekstrabladet" zufolge habe der russische Konsul in Haparanda mitgeterlt, daß Stürmer und P r o - topopow von den Bolksmassen ermordet worden seien. Stockholm, 15. März. (WTB.) Die Revolution i lt Rußland steht im Mittelpunkt des Interesses. „Stockholms Tidningen" erfährt aus Haparanda, daß am letzten Sonntag keine Zeitungen in Petersburg erschienen sind, außer dem Organ des Finanzministeriums und der Zeiturrg „Sojet". Genauere Nachrichten aus den letzten Tagen fehlen. Von den schwedischen Blättern stellen nur wenige zu dem neuen Ereignis Betrachtungeri an, da das Petersburger Telegramm nachts 2 Uhr eintraf. „Stockholms Tidnrngen" nennt eine siegreiche Revolution ein welthistorisches Geschehnis von unabsehbarer Tragweite Außerdem erklärt das Blatt, es sei auffallend, daß das Telegramm mit keinem Wort beu Zaren erwähne. Das verstärke den Eindruck, daß sich die Revolution keineswegs gegen die Monarchie richte, wohl aber gegen die Gewaltherrschaft, die im gegenwärtigen Augenblick außer Kraft gesetzt sei. Berlin, 16. März. Zu den Naä)richt»n aus Rußland schreibt das „B e r l i n e r ^T a g e b l a t t". „Darüber kamr kein Zweifel herrschen, daß die Führer der Be- wegrmg dar allen Dingen die entschlossene Fortsetzung des Krieges beabsichtigen und daher nach Möglichkeit alle Reibungerr vermeiden werden, die dieses Ziel erschweren kömrterr." Tie „Germania" sagt: „Wir müssen uns hüten, die Bedeuttmg der russischen Revolution für den Fortgang des Krieges falsch einschätzeir. Der rrrnere Aufstand stellt wenigstens eine große moralische Schwäckie rrnserer Gegner dar', sie scheint aber keineswegs notgedrungen unüberwindlich zu teilt. Ob darüber hinaus auck) eine militärische Schwächung des russischen Kolosses zu ermatten ist, hängt von den Umständen ab, die wir hertte nicht im errtserntesteir zu überblicken vermögen." In der „Voss. Ztg." sagt ein Kerurer russischer Verhältnisse: „Erst wenn Westeuropa Antwort auf die Frage 'haben wird, wo eigentlich M iljnkow zurzeit ist, dann er>t kann man berrtteiten welchen Ufern daS lecks russische Staatsschiff zutreibt." Aenßerungen der französischen Presse. Bern, 15. März. Die Pariser P re s s e meint, dre Krise in Petersburg sei zu sehr zugespiyt, um nock) lange andauern zu können, und hofft, daß oer Zar in Ueberein- stimmunq mit der Volksvertretring und dem Volke eine schnelle. Lösung finden werde. Rücktritt des französischen KriegSminifterS. Basel, 15. März, (zf.) Havas nreldet aus ^yaris: Infolge der Zwischenfälle in der Kmnmer ist General L y a u - tetz zurückgetreten. Aebex ore gestrig« Sitzung der französischen Deputier-Z renvLmmer, die zum Rüntritt des Generals Lyautey8 führte, liegen bisher folgende Havasmeldungen vor: Die Kammer trat am Mittwoch zu einer Geheim-! !.J.fc un 8 zusammen zur Besprechung der Interpellationei' !! über oaS Militärflugwesen. Die Kammer nimmt die Haag, 15. März. (W^B.) Hier ist das Gerücht ciu- u.' .u. Ausnal.na'gcsetz vorhanden sei. Mil einem solchen Mi- gelaufen, daß der Dampfer „La camp i n^, der Rotterdam verlassen hat, in der Nordsee versenkt wurde ^tätliche Sitzung um 9.30 Uhr abends wieder aus. Der Präsident verliest die eingebrachten Tagesordnungen. Die Negierung erklärt sich einverstanden mit einer Tagesord nung, die die Erklärungen der Regierung zur Kenntnis nimmt und darauf zählt, daß die Regierung für ein ge fchlossenes Zusammenarbeiten der verschiedenen Dienst- zweiae des Flugwesens besorgt sein und sämtliche Zweige des Luftkrieges intensiver ausgestalten wird. .Kriegsminister General L Y a u te y erklärt, er finde, daß die Debatte besser nicht stattfinde, und daß es wohl tunlitt wäre, al^zuwarten, bis die getroffenen Maßnahmen ihre Ergebnisse gezeitigt haben. Der Mirnster bemerkt, er werdc den Rednern auch in geheimer Sitzung nicht auf das technische Gebiet folgen, weil dies die Landesverteidigung gefährden konnte. Die Worte des Generals werden mit lebhaften Protest rufen entaegengenommen. Einige Ab- geordnete verlangen, man solle den General zur Ordnung rufen. Andere erblicken in seinen Worten eine Beleidigung des Parlaments. Trotz des Eingreifens des Präsidenten Des- ckianel dauern die Protestrufe fort. Der Sozialistenführer Renaudel bringt einen Antrag auf Geheimsitzung ein, der genehmigt wird. Um 9.40 abends wird die öffentliche Sitzung unterbrochen und der Sitzurigssaal geräumt. Die Kammer beendigte alsdann die Erörterung der Interpellationen über das Militärflugwesen und genehmigte einstinimig die von der Regierung gebilligte einfache Tagesordnung. Während der Geheimsitzung hatte der Krreasminister das Wort nicht ergriffen. Er war auch auf der Bank der Regierung nicht zugegen. dern, 14. März. (WTB.) Dein „Gaulois" zufolge cmoiten dis Führer der Opposition in den Wandelgängen der Kammer, sie würden in ihrer Haltung beharren, bis Briand verstanden habe, daß ein Zusammenarbeiten des Parlaments mit ihm nickt mehr möglich sei. Bei der jetzigen Lage sei es unausbleiblich, daß bei der ersten besten Gelegenheit unerwartet ein Zwischenfall eintrete. Ms Nach- solger Driands werde Ribot genannt, dem Barthou und Parnlevs als wichtigste Mitarbeiter beigeaeben werden rollen. Andere nennen Deschanel. Die „Action francaise" bekämpft sehr heftig den Gedanken ernes Kabinetts sturzes. Dagegen schreibt C l e- menceau, daß die letzten Vorgänge in der Kammer kein Manöver seren Man sei wegen der Kohlen-, Wirtschafts- ooer Transportkrise in der Kammer unzufrieden. Das könne man nicht verbieten. ... te?'^uvre" führt aus, Briand habe eigentlich keine Mehrheit mehr, blerbe aber dennoch. Er werde jedoch dies- schöne nichtssagende Reden nichts mehr erreichen, schließlich werde Briand doch zurücktreten müssen. Ls§ dem Lerche. Bundesratsbeschlüsse. Berlin, 15. März. (WTB. Nichtamtlich.) Der B u n - d e srat nahm eine Vorlage betr. Aenderung der Grund- ätze für die Besetzung der mittleren und Kanzlei- U n t e r b e a m t e n st e l l e n bei den Kommunalbehördcn mir M i l i t ä r a n w ä r t e r n usw., einen Gesetzentwurf betr. die Herabsetzung der Mindeststrafen im M i l i t ä r st r a f gesetzbuche, eine Ergänzung zu der Verordnung betr. die Ausführung des Gesetzes vom 13. Juni 1873 über die Kriegseistungen vom 1. April 1876, einen Gesetzentwurf zur Aenderung der R e i ch s st e m p e l g e s e tz e, den Entwurf einer Bekanntmachung über die Jnvalidenversiche- r u n g bei der freiwilligenKrankenpflege und den Entwurf einer Verordnung betr. Aenderung der Vergütungs- ätze für die Naturalverpflegung während der Kriegsdauer an. Die Ersatzwahl in Potsdam-Oschnvclland. Spandau, 15. März. (WTB. Nichtamtlich.) Bei der gestrigen R e i ch s t a g s e r s a tz w a hl Potsdam 7 wurden abgegeben insgesamt 21921 Stimmen. Davon entfielen auf den Gewerk- ichaftsangestellten Stahl- Spandau (soz. Mehrheitspariei) 16 907, den Schriststell. r Mehring- Berlin-Steglitz (soz. Arbeitsgemein- Ichaft) 5010 Stimmen; zersplittert lvaren vier Stimmen. Stahl ist somit gewählt. * Berlin, 15. März. (WTB. Nichtamtlich.) Dem Reichstag ist der Entwurf eines Gesetzes zur Berei.usachu.ng der Rechtspflege zugegangen. Berlin, 15. März. Der Fideikommißgesetz- Ausschuß des Abgeordnetenhauses nahm einen Antrag an, wonach die Neueinrichtung und Erweiteruuq von Fideikommissen in der Zeit vom 1. Juli 1917 bis 1. Juni 1920 verboten werden soll. Der Kaiser und Hindenburg. Berlin, IS. März. (WTB. Amtlich.) Der Kaiser nahm heute ,m Großen Hauptquartier den Vortrag des ent 9 e 8 en*^ ,m ° r ^ 0 ^ Hindenburg über die Lage Der bulgarische Bericht Mär, (WTB.) General,'i-bsbericht. M z - d o - £ r ,° 2 * • Zwischen Ochrida- und Prespa-See wiederholte Angriffe des Feindes, die mit blutigen. Verlusten zurückgesckstagen wurden. Noch ziemlich heftiger Artillerievorbereittlng griffen die rosen nneder^lt mehrere Stallungen westlich und uörd- ^ ^ ^kolra rm Abschnitt zwischen Tarnova und Bitolia-Ebene *■”' r?9 J Ij> ^ TTl Rückzüge gezwungen, ber dem ne auß erord eittluh große Verluste erlitten. Auf der übrigen £2? £2* Kvmpftattgkert. Eine französische Kompagnie ver- NWM gegen unsere Stellung südlich von Gewgaeli vorzugelstn aber imrch jmfer Feuer zersprengt Eine andere lirglssche uäherte sich unseren vorgeschobenen Stellungen östlich das^Wettern' snchm^ ^ m,tt Wtige§ rsiuer gezwungen, «ui ? u m ft n * 1 ^ c Sjc o n t: Mehrere militärische Anlagen in Galatz wurden von uns mit Geschützfeuer belegt. 2luS China. 15 Marz (PrÜEel.) Das Marine- mhrelt dre MitterlnuA, daß Ehrna die irr Shanghai ZS^L.H""bels schiffe mit Beschlag belegt hat. >M iÄ y te unter Bewacliung an Land geb«ul)t nvrden. gchnter erfahrt, die Zahl der Schiffe beträgt 13 mrt einem Donnengehalt^ von insgesamt 35 000. Die Brotkarte in Dänemark. den »SÄ? f !ZTB., Saut ,.P°lw«en" wer- ab m Tauemark Brotkarten einaesübi-t ZFstellunA über die Getreidebestände hctt sich, h^sg^ellt daß dvefe,rmgesahr ebenso groß sind wie im Da jedoch rn dresem Jahre bl,e Aussichten der Ge- toill die Regierung vorsichtshalber Brotka^^ernsichven. Pve Karten wer-deir auf 315 Grainm täglich hLt^ ZnW-r^ Körperlich sch»°« arbe>tE Pey'oneu er^ Seekrieg. 15, Erz. (WDB. Nichtmntlich.) Der eng- NdMÄLLL ^utt°lia- (229 Tannerr) Mnrde SSerHtt, 15. Mrz. (WDB.) Nach einem Telearamm ^ %( niaT meldet „Agenzia Stefani" Schmier „Wal 25" Schiff- Dampfers „loormina", der am r' er.kung -st also falsch Etwa nach 15 Min^n und nach finetn dritten Warnunqsschuß setzte die Besatzuna in zwei Booten von dem Dampftr ab. Das an Bord geschickte ^re-^kmnmando !var daun selbst behilflich, ein drittes Boot zu Wasser ui bringen. Die sonnt geborgene Besatzuna wurde dann m^etwa den Weller- Preisgegeben/so-idl^ chr werteres Schrchal bei den, herrschenden ruhigen Wetter mehreren in der Stahe besinvlichen Fahrzeuge-, überlassen befand sich „Wal", der nicht, wie das SÄ, ^fällig vorbeikam, sondern ^ aI f. b F että m Nähe befindlich fest- te te 1Dte anzunehmen war, wr Bord genommen hat. Äesft-cber' Cctzndtcvg. Zweite Kammer. ^ T a r in st a d t, den 15. MärZ. Am Regierungstische: die drei Minister und mehrere Staats- Minrsterialräte. Präsident Köhler eröffnet die Sitzung um 91/4 Uhr. Das Haus rst sehr sch)vuch besetzt. Es erfolgt sofort die Weiterberatung des S ta a t s h a u s h a l t s e t a t s bn über ten Etat des Ministeriums des Innern. Munster v. Hvmbergk erividert zunächst auf die frühere Anfrage des Wg. Dr. Schmitt, wie sich die Regierung zu einer Abänderung der Emführung der fakultativen Verhältniswahlen Mr die Gemeinden stellen werde. Ter Minister stellt fest, daß sich die Negierung durchaus nicht grimdsützlich gegen die Berhältnis- wahlen ausgesprochen habe, aber der Ausschutz habe sich dagegen ‘te aut - 4 le , ^gierung habe jedoch gegen die praktische Durch- fW Bedenken, da man ja mit diesen Verhältnissen noch keine Erfahrungen habe machen können. Die Regierung glaube zurzeit eine abwarteiide Stellung zu der Frage einnehmen zu sollen; sw werde aber zu gegebener Zeit näher darauf zurückkommen. ^ ?bg- Osann (natl.) banrertt, daß er sich mit dem Titel „Kreisdirektote der an Stelle des ,,Kreisrats" eingeführt werden lotle, Nicht befreunden könne. Das sei eine unnötige Heranziehung nX uK ÜT ^ n ^ r D ,3 rte ^- weiteren regt der Redner an, zunächst mtt der VerhaltmÄoahl in Mainz und Offenbach einen Versuch zu machen. Abg Tr. Schmitt (Ztr.) erklärt, man hätte sehr wohl schon Gelegenheit gehabt, mit der Verhältniswahl Ersahrimgen zu machen, so z. B. bei den Gelneindewahlen ui Batzern und bei dan Ortskrankenkassen Tie Regierung sott doch zunächst einmal in einzelnen fällen die Genehinigung zur Einführung dieser Wahlen Socken. Daß ein lebhastes Bedürfnis dafür vorhanden sei, beweise z. B. die Stadt Offenbach, wo die Sozialdemokraten als Ausweg, um die bürgerlicl>en Parteien aii der Mitarbeit in der Gemeinde zu beteiligen, die Einführung der Bezirkswahl durchsetzten v.. 0 rell - Ingelheim (fvrtschr. Vpt.) spricht sich für me Verhältniswahl aus und wünscht deren Einführung auch in ileinereü Gemeuiden. Bezüglich der Kreisdirektoren stimme er durchaus dem Abg. Tr. Osarin bei. , Minister v Hvmbergk bemerkt den Borredirern. die Ein- fuhrnng des Verhälttiiswahlrechts in einzelnen Gemeinden, wie sie hier vorgeschlagen werde, würde immerhin doch eine (Äsetzes- anderung nötig rnachen. Tie Einführung des Titels Kreisdirektor entspreck>e einem langjährigen Wunsche der Kreisräte. Er sei anch dnn Vitel Promnzialdireklor angemessen. Eine Gesetzesänderung sei nicht nötig, da ja die Amtsbezeichnung „Kreisrat" auch in Zulllntt weiter geführt werde. Abg Brauer (Bbü.) findet es merkwürdig, daß man in der ledigen scmoeren Zeit zu solchen kleinlichen Dingen Zeit finde. Man habe wohl im Ministerium des Innern zu viel Mußestunden' . Abg. Tr. Schmitt (Ztr.) fragt: Was macht es in der Be- volkeriing für einen Eindruck, wenn sick das Ministerium in dieser schiveren Zeit mtt solcheii Lavalim beschäftigt? Weshalb wartet die Regierung nicht wenigstens bis nach den? Kriege damit? Tie Regierung scheint nach der nmgekehrteii Richtung „umgelemt" zu l-abe'i. (Heiterkeit.) Das Proportionalwahlreckst hält Redner qe> rade bei den erstien Wahlen nach dem Kriege für dringend notwendig. Tie Kapitel 24—-34 des Ministeriums des Innern werden darnach vorgelesen mrd genehmigt. ar Äusgabe 487 721 Mark, beantragt der Ausschuß zu beschließen: Die Regierung zu erfucheu, die in Aus- slckst gestellte Vorlage über die endgültige finanzielle Auseinandersetzung des Staates mit den Kirchen nach FriedensscAuß einzubringen. . Minister v. Hvmbergk verliest hierzu eine Erklärung, 'N der, es heißt: Wie auf polittschem, so hat der .Krieg auch auf konfessiviiell^m Gebiet in erfreulicher Weise die Gegmisätze ge- ^ IC Behan dlungen über die Ordens Vorlage im Frühjahr 1914 konnten, wie sich die Herren noch alle erinnern, nur urtter den /roßten Schrmerigkeiten zu Ende geführt iverden. Tic neuen, der katholischen Kirche eiitgegenkommenden Bestimmungen des Ge- setzes von.1914^— sind ivvhl infolge des .Krieges — bis heute von kirchlicher Seite noch nicht in Anspruch genommen worden Tie Erfahrungen aus/enen Tagen zeigen aber, mit welchen Schrvie- Meiteu derartige Verhandlungen, zu deren befriedigendem Ab- schlutz \a Ueberemstimmung aller gesetzgebenden Faktoren nötig ch, ,^mmer verbunden fiitb, und daß ein Aufrollen der in Betracht kommenden Fragen zur Unzeü und ohne vorl-erige Verstän- digung weder dem ilmeren Frieden dient noch auch letzten Eudes den Wünschen der katholischen Bevölkeruiig selbst förderlich ist. Wenn man sie deshalb während des Krieges unter allen Um- standen beruhen lassen sollte, so darf crhofck werden, daß uns die Erfahrungen des Krieges für die Zell des Friedmis einen gemeinsamen Boden der Betrachtung dafür werdeir finden lassen, was an der bestehenden Ordensgesetzgebung etwa als ungerechtfertigte Ausnahmeinatznahme empfunden werden kann und zu andern ist Abg. >vr. Schmitt (Zentrum) wendet sich in lebhafter Erregung gegen diese Erklärung, die ihn sehr enttäuscht habe Gr frage, warum denn erst in der Friedenszeit noch besondere Er- sahrungen genmcht werden sollen. Auch ein Minister des Innern in Hessen sollte doch rvissen, daß in der jetzigen Zeit Ausnahmegesetze ausgehoben werden niüssen. Tie Regierung sch-eirre in der raul-en Schule des Weltkrieges absolut nichts gelernt zu haben Unsere Männer opfern Gut und Blltt und elli Minister stellt sich hier hin und erllürt, daß sie nicht als rechtsgleick>e Deutsche behandelt werden sollen. Tie Erklänina, erst noch weitere Erfahrungen sammeln zu müssen, sei absurd. Das liabe nur der nötig «r noch i^t immer auf dem Standpunkt des Kulturkmnpses stel^ Der Minister habe nicht die Kurage, cmzuerkerrnen, daß hier wirklich nijter rönne er, Redner und seine Freunde nicksts Gemeinsanies mehr habeii. Das Tischtuch z w i s ch e u d e m M i n i ft e r i u m lud der Zentrumspartei sei zerschnitten. Es sei doch unerhört, daß die katholischen.Ordeiisschwesteni nach Bestimmungen behandelt werden, unter denen nur noch die feiferrt Dirnen stehen; nach der Erklärung des Ministers iverden die Ordcns- chnestern m.it den letzteren auf eine Sttlse gestellt. Wenn die Erklärung des Ministers an der Front bekanu.t werde, dann werde sie iid^er die Freude an der Heinvat sehr schmälern. Und das schönste sei, daß man zu einem solck-cu Geistesprodukt achi Tage Zeit gebraucht lxrbe. Ter Redner crtlärt zum Sückuß, er behalte sich vor. auf die Erklärung des Ministers näl)er zurückzukommen, sobald sie im Truck vorliege. Auf Antrag des Mg. K 0 r e l l - Ingelheim beschließt das .Haus die Vertagung der heutigen Debatte bis zur Drucklegung der Erklärung des Ministers. Kap. 36, Landesuniversität Einnahme 868 309 Mk„ Ausgabe 1961021 Mk. und Kap. 37, Technische Hoch- ichule Einnahme 55 887 Mk., Ausgabe 630118 Mk. werden ohne Debatte genehnngt. Auf Antrag des Abg. Bach beschließt das Haus, sämtliche nun folgende Kapitel über die Schulen zusammen zu beraten, dazu den Antrag Adelung und Genossen, betr. die Schülervenetzungen, oei denen mit möglichster Milde verfahren werden soll. Abg. B^a ch inatl.h mackst hierzu nähere AuSfühenngen und ersucht rm Hinblick auf ^ die kommende Sommerzeit, den Schulbeginn für die kleinen Kinder um eine Stunde zurückznl^gen. orv ^ r st a d t (fr. Vp.): Ich stimme dem in dem Antrag Adelung ausgesmochenen Wunsche, bei der Versetzung niilde zu versalzen, zu halt aber den Antrag gar nickst für nötig, da schon im Sinne des Antrags verfahren werde. Dia Einrichtung von Nachstckfekursen in den Ferien vernnrft er. Sekbstverstäirdlich körrne und müsse im Schulwefen noch^ vieles verbessert werden, aber es sei nicht so, daß der Weltkrieg eine befördere Refornrbedürftigkeit erwiesen habe. Es habe sich gezeigt, daß in der Jugend der richtige Geist herrsckst. Die Eingabe des _ Germanisten ver bandes gehe zu weit. Tie wichtigste und dringendste Berbesserimg sei die Verminderung der Stundenzahl besonders um Zeit zu gerviuneu für die körperliche ^Ausbildung und für das Familienleben. Tie Volksschule könne in gleicher Weise auf ihre Zöglinge swlz sein. Tie Hccupt- urwche unserer Erfolge sei die Höhe der Volksbildung. Zur Ver- an schaulicknmg, wie es damit bei unseren russischen Feindsi stelst, verliest Redner Stellen aus russischen Geheimprotokvllen. die die außerordmtliche Geringschätzung der Volksbildung in hohen russi- sckien Kreisen zeigen. Wertschätzung und Bildung dürfe aber nicht ansarten in Ueberschätzung der Berechtigungsscheine. Wegen der Militäranwärter solle man für die Besetzung von Stellen nicht Sckstllzcugnisse verlangen, sondern durch sttenge Prüfungen feststellen, ob sie die nottvendige allgemeine und Fachbildung besitzen ohne zu fragen, wo und wie sie sich, dieselbe angeeignet l-aben. Daß die Schulabteilung kürzlich den Uebergang von der Volksschule auf die höheren Schulen erleichtert habe, iei zu begrüßen, aber das sei nicht ausreichend. Gründlickst Mhilfe werde nur durch die nationale Einheitsschule geschaffen. Geh. Oberschulrat Block lyabc mit Recht Oberlehrer und VolkSschullehrer zu gemeinsamer Durcharbeitung dieser Idee aufgefordert. Abg. Sv Herr (Zentr.) stimmt im Allgemeinen dem Antrag Adelung zu. 1 Abg. Kvrell-Jngelhchm (fr. Vpt.) bemerkt, es sei das doch wohl keine. wesentliche Anerkennung der Leistungen der Lehrerschaft, da st! ihre Wünsckst bei der Ordensverteilung Becücksichtigrmg' gefunden hätten. Die Ordensliste habe er gestern abend vor dem Schlafengehen durchgesehen, aber trotz der lmigen Reihe doch manchen verdienten Lehrer nicht darin gefmcken. Sie hatten aber vorher nicht dre genügende Reklame für sich gemacht. (.Heiterkeit). Diesen würben aber die Früchte ihrer Arbeit genug ?lnerkennung sein. Zu einpfehlen für die Schulbibliothek sei die "Schrift von Fnd. Avenarius „Der Krieg im Bilde". Redner ecllärt rveiter, da^ er für den von ihm mitunterschriebenen Antrag Adelung stimme« werde. Abg. Henrich (fr. Vpt.) führt Beschwerde über die verschiedenartige Behandlung bezüglich der Kriegsprirnaner. Abg. Bach (natl.) spricht seine Genugttumg darüber aus, daß auch die Oberlehrer sich immer mehr mit der Forderung d«r EiiiheitssckMle befreuudeteu. Die ErnährungSschwierigkciten der ländlickstn Lehrer lägen hauptsächlich .daran, baß viele Lehrer-« tvohnungen keine Oekonomieräume hätten. Die Zuteilung von Orden spiele bei chkm Ansehen der Lehrer ^doch eine große Rolle. Staatsrat S ü f f e r t geht auf die Aeußerungen der Vorredner näher ein. Bei der Volksschule dürfe nach dem Kriege am wenigslien gespart iverden. Für ihn bilde die Befürchtung, daß nach» dem Krieg« der Lehrerersatz sehr schvierig sein wrrde, eine große Rolle. Ter Besuch der höheren SckMl eil habe während des Krieges namentlich aus dem Land stark zugenommen. Tie KreisschilkomMission sei ermächtigt, während der dringenden ländlichen Arbeiten ganze Sckml- klassen zu sckstießen. Tie Frage der nationalen EinbntSschule widme die Schulabteilung ihre volle Ausmersiamkeit und sie ,verde eifrig auf ihre Lösung bedacht sein. Es seien auch schon weitere Schritte in Vorbereitung. Während des Krieges dürfe man natürlich nicht mehr von, den Kindern verlangen, als von ihnen geboten »verden könne. Tie in .Betracht kommenden Behörden seien auch sckZon wiederholt daraus hingewiesen worden. Tie Frage der Erteilung der Berechtigungsscheine sei nicht ausschließlich Sache der Einzel- slaaten; sie seien nichts allein darin zuständig. Abg. Adelung (Soz.) erörtert noch die Frage der Zwangserziehung, für welche neue Wege gefunden werdet- müßten. Tie mehr oder minder wohltätigen Anstalten, deren Zweckmäßigkeit man schurr prüfen könne, zu überwa^chen genüge nickst. Er freue sich über die allgemeine Zustimmung, die sein Antrag im .Hause gefunden habe. Abg. T 0 r s ch (Bbdö bemerkt, daß man auf dem Lande nicht viel von den Orden und höfischen Anszeichmrngen halte. Staatsrat Süffert erklärt noch, daß das neue Volks- schulgejetz, meint es die obligatorische Mädchenfortbilduugssck«cke bringe, eurem Wunsch der Ständekammer eittsprechen würde. Ten Haß ge^en die Feinde unseres Reiches noch mehr auszupeitschen, sei ebcnw töricht, 'wie ihm da entgegen zutreten, wo er einen natüv- lrchen Beweggrund habe. ^ Tie Kammer stimmte danach dem Arttrag Adelung, dem Aüs- schnstantrag entsprechend zu und genehmigt darauf die Kapitel' Höhere schulen Volksschulen usw. bis zum Kapttel 68. Das Kapitel Jugendpflege, 30000 Mark, wird mtt allein gegen di« Lrtrmmen der Sozurldeinokraten angenommen. _ .Das Haus vertagt sich darnack> am iy 3 Uhr. Nächste Sitzung: ryrertag früh 9 Uhr. 3um Lampf auf§ Qtzle sind wir ijerausgeforöert! Eisern ist die Zeit! Tauscht Gold in E.sen! Die Goköellkausstelle in den Raumen der Bezirkssparkasse Gießen ist morgen von *0 bis \ 2 % Uhr geöffnet! ** Ans Sta-t rrnd Land. . Gießen. 16. März 19,7. stvnmt smd, werden m unserem heutigen Blatte bekannt gegeben. ** t e 11 u n t> \) cb e r ^ 1 1 1 ö t> i e ti ft Eine B-ekaimt - Sjaf^mo m imfmm Youtigen Blatte behandelt die Wahl der VulKii.u nur* 2 ? efl . Ausschüsse. Wir weisen auf diese De-- laimtmaaKmn besonders hin. Landkreis Gießen. ^ §!? o h nt --Linden, 15. März. Maurer Karl Weiß, ftahn >?!'' Maurers und ttorbHändlers Johs. Weiß !., ist mit der Vt'mjcm'’, Tapserlcitsmetc*ille ausgezeichnet worden. Weiß rückte un Herbst 1914 aus al., Artillerist und kämpfte in Rußland ^erbu-u, ' Mazedonien und in Frankreich. . i c in -Linden, 15. März. Recht schöne Erfolge haben rn meslger Geinernde die H a u s s a m m l n n gen aufzuweisen.^ sangen ein für die hessische Ostpreußen-Hilfe 321 Mark, für ore Hruerblredenen der iin Kriege Gefallenen 612 Mark, für die Kneg. gefangenen in 9iußland 380 Mark, für deutsche Kriegs- und 0rv6 oangcne 270 Mark, WeihnachtssammllNlg für cinheimisch>e Krrea, terlnchmer -19 ! Mark urtb für die Großherzog Ernst Lndw-ig- ön ms spende 690 Mark. — Sanis tag, 17. März, abends 8 Uhr findet in der hiesigen neuen Schecke ein Lichtbckdervartragl über ./Deutschlands Wirtschaftskräfte" statt. r. Wenings, 13. März. Einen Missionsvortrag hielt dieser Tage Missionar Gsell aus Frankfurt a. M. dahier und in unserer Nachbargemeinde Merken Fitz, der von gutem Erfolg begleitet toar. Tabei zeigte es sich, daß der Opfersinn in diesen Gemeinden m>ch nicht nachgelassen hat: deirn die beiden Kollekten betrugen etwa 85 Marc und bei der Sammlung von Naturalien kamen eine stattliche Menge von Eiern, Speckstücken, Würsten, Brotlaiben, Butter und SuppenartikÄn zusammen, die zum Teil für unbenntteltc arme .Kinder in Frankfurt a. M., zum Teil für das Rote Kreuz l>estimiul wurden. Für den Verkauf von MissiouS- fchrifteu " ** SJT kamen in den beiden Gemeiirden etwa 90 Mark zusammen. W i e fe ck, 14. Mär?. Pionier Otto Weller, in einer Miuemve vier -Kompa gnie, i>? ne de die Hessische Tapserkeitsmedaille verliehen. Weller steht seit zwei Jahren auf dem >v>esckichen Kriegsschauplatz. Kreis Büdingen. # Altenstadt, 14. März. 2luf ldem hiesigen Friedhöfe wurde der am 14. Oktober 1916 an einer Verwundung verstorbene Musketier Wilhelm Heß bestattet. 4 Orteuberg, 14. Märtz. Am vorigen Sonntag gab in unserer Kirche Lehrer \mb Konzertorganist Peter von der Au ein geistliches Konzert. Bei unserer scharr 150 Jahre alteir, sehr Orgel, schien ein solches UnternelMen sehr gewagt, ros--, ist zur größter Befriedigung der von allen l.mrmenen sehr zahlreichen Zuhörerschaft glänzend Künstler brach.e alte und neue Meister wirkungsvoll Bachs große Fuge D-dur rund das Händelsche ■••r: sehr stimmm:gsvoll kamen die „Winterzeit" gegen 2926160 Mk. in 1915. Ter Reservefonds hat die Höhe von 339 359 Mk. errercht Verluste Tratte der Verein im abge lausenc.r Geschäftsjahr n«cht zu rerzeichuwl. Unter Leitung voir Pros. Tr. Strecker veranstaltete der Verein „W a n d e r Vogel" vorgestern in der Turnhalle der Stadtschule zu Ehren des Reg,erungs. Jubiläums unseres Großherzogs einen Hessen Mittag. Zum Vortrag kamen hessische Lieder und Gedichte und jum Schluß wurden* einige Szenen aus „Tatterich" gespielt Trc emleiteude Ansprache und die Erläuterung über dre Tickftung von Niebergall 1-atte Pros. Strecker übernommen. Ter Andrang zu der Veranstaltung, die einen ungewöhnlich starken Erfolg errang, war so groß, daß die Turnhalle nicht alle Besucher fassen konnte. ** Vutzbach, ^5. März. Ter Kreisassistenzarzt Dr. Heinrich Wa g n e r, der seit September vorigen Jahres bei einem Artillerie- Regrment im Felde steht, wurde mit denk Eisernen Kreuz 2. Kl. ausgezeichnet. vermischtes. * Berlin, 15. März. (WTB.) Tic Berliner Abendblätter berichten, der Advokat GastonLabari,der Verteidiger Zolas, im im Alter von 57 Jachen in Paris g e st o r b e n. gebrechlichen Aber da- "4 Seiten h re. gelung-. T zu Gehör. B Orgelkonzer dem 'Mwidelssochschen Elias „Sei stille besonders wirkungsvoll und ansprechend tarn Schur.ia in. di? „Vesperklänge" von Elgar nnd „Fromme Bitte" von Liszt zirm Vortrag. Tief innerliche Wirkung zeigte sich besonders in der Wieder gab.' des nwdern-eu Orgel-Toccata von Gallerts. Angenehm rmterbrochcn ^ivurde die Reihenfolge der Orgel- Nücke durch den Vortrag einiger Lieder, die der Veranstalter selbst mit gefchulttr Baritonstnnme sang, Lluch eine junge einheimische Sängerin, Frl. Else Haffn-Ortenberg, hatte ihre schöne, klangvolle ?lltstimme in den Dienst des Konzertes gestellt. Mit tiefer Empfindung, Sicherheit tm Ton und Klarheit in der Aussprache, brackcke sic die Arie, au: dem Herrn" urrd ganz Haines „Leite mich in deiner Wachheit", zum Vortrag. Beide Sänger fanden in unserem -Organisten, Lehrer Köhler, einen sachverständigen Begleiter, der sich seiner Ausgabe mit größter Anpassung erl.-döche. Sech zum Verständiiis des ganzen Konzerts trugen die ton dem Veranstalter, jedem der beiden Teile vorangeschickten kurzen mündlichen Erläuterungen dcr einzelnen Werke bei, nur ans diese Art wird es nröglich sein, auch die edle kirchliche Musik volkstümlich zu machen. Die^ Zuhörer verließe» dankbar für die feierliche 2tndachts stunde die .Kirche und gaben zur Teckrmg der U‘nfo , ' , eii imd zum Beiten der Kriegssimvrge 87 Mark. d Usenborn, 14. März. Die unserer Gemeinde gehörige Feld -und Waldsagd kommt am Samstag, den 17. März ans 9 Jache ?nr weiteren Verpachtung. Das Jagdgebiet ist sowohl vom Bahnhof Ortenberg, als auch Hirzenhain in einer knappen Stunts Zn erreichen. d Selters und Effolderbach, 14. März Am Donners- tag b-ezw, Freitag Abend 8 Uhr fanden in den Schulsälen unserer Gemeinde von der Bevölkerung gut besuchte vaterländische Veranstaltungen statt, die von Gesängen der Schulkinder nnter der Leitung d? Lehrer Häuser bezw. -Schäfer verschönt wurden. Im Mi1telvunk> c-s 2lbeirds stand ein von Pfarrer Kahn -Orteuberg gehaltener Lickckbildervortrag über „Die Quellen deutscher Kraft, die Bürgschaft deutsckien Sieges". Kreis Alsfeld. ** Alsfeld, 14. März. Tie Bürgermeisterei teilt mit, daß Wege,? Koblennrangels für elektrische Beleuchtimg kein Strom mehr abgegeben nnrd. up. Ruppertenrod, 16. Marz. Am vorgestrigen Sonntag fand in unserer Kirche die Gedächtnisfeier für den fürs Vaterland gefallmen Karl Philippi statt. Am 28. Mai 1915 wurde der Gefallene (zur jFahn« geriifen, am 25., Oktober traf ihn eine feindliche Granate bei Verdun. Seine Bestattung erfolgte zivei Tage darnach unter militärischen und kirchlick-en Elnrir in einem Einzelgrab. Sein Bruder war am 22. 2lugust 1914 gefallen. Von den drei Söhnen ist den sckstver geprüfteii Eltern nur der älteste verblieben. NP. Ruppertenrod, 15. März. Ter Musketier H. Schott von hier, in Rumänien wunde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. up. Aus dem Vogelsberg, 15. März. Obschon die Reste des strengen Winters noch nicht ganz geschwunden, hat der Frühling doch seinen Einzug noch vor seiner kalendarische Anmeldung gehalten. Im Felde ertöirt der Lerchen Sang und aus den Gärten und Hecken der Amsel Schlag. Am Sonntag und Montag konnten die Bienen den kürzlich begonnenen Reinigungsansflug fortsetzen. Der für die Mnterstiaten erforderliche Regen zur Beseitigung der winterlichcm Reste hat eingesetzt. Kreis Friedberg. O. Bad-Ranbeim, 13. März. Tie Hauptversammlung des so p a r - und Vo r s ch u ß v e^r ein 6 "genehinigte die Ber- teilnng erster 'echspro^entigen Tividendc ^ is denr Reingclvinn von 42 353 Mk., den «bas abgelanfene Geschäftsjahr ergeben lmt. Der Gesamtumsatz des Vereins in 1916 beträgt 41 102 586,25 Mk., gegen 27 513 686,55 Mk. im Jahre 1915. Tie Zahl der Mitglieder beläuft^ sich ans 605, die Mitgliedergnthaben auf 359 430 Mk., die Haftsumme der Mitglieder beträgt 1815 000 Mk. Tem .Kriegs- Reservefonds wurden 5820 Mk. zugesührt. so daß jetzt 12 000 Mk. ans diesem Konto gebucht sind. An Wertpapieren für Rechnung hat der Verein 540 100 Mk. im Besitz. Ter S hob sich in 1916 von 2350 in 1915, aus 3412 mit 3 004 235 Mk eigne CcQk* 21 octiHcbfreit. Die Kümpfe im Westen. Berlin, 15. März. (WTB. Nichtamtlich.) Bei Arnientieres, Bnequoti und Grevillers schertertenenglische Angriffe. Wew'r wthergegailgene sehr heftige Feuerlibcrsälle durch' mittlere und schwere Minen noch der Versnck) überraschender Vorstöße ohne Artillerie vor bcrei tun g verniochten die deutsch? Besatzung zu üoer- rumpeln. Der Feind wurde überall unter Zurücklassung von Ge sangencn blutig abgetoieseir. In der Champagne dauerte das wütende Anveunen der Franzojen gegen die verlorene Höhe 185 an. Tie Höhe selbst ist nach wie vor fest in unserer Hand. Auch die französischen Truppen f m Mazedonien zwischen Ochrida- und Prespa-See fochten ebeirso wie die Alliierten nordwestlich und nördlich von Vdonastir nicht glücklicher. Rach starker Artillerie Vorbereitung in breiter Front vorgetragene Angriffe wurden mehrfach wiederholt, wurden aber jedesmal unter schweren Verlusten abgewiesen. Als die Verbürrdeten zum Gegenstoß übergingeir, wichen die Fvanzosen fluchtartig zurück. Der Vorstoß der BerMndeten an der Narajomka. bei ivelcheni außer den genrcldeten zwei Offtziere, 256 Mann, 7 Niaschinengewehre und 2 Aiiuemverfer erbeicket wurden, kam einem rußischen Unternehincn zuvor. Tie Russen hatten eine Umfassende Vtinensprengung vorbeceüet. Vier Stollen waren gegen unsere Stellungen vorgetrieben worden, von denen zwei von neunzig bezw. seckxzig Meter Länge bereits geladen und gedämmt waren. Tiefe Stvllein wurden sämtlich von den Pionieren der Verbündeten gesprengt. Außccdenr wurde die ganze Stellung gründlich und sachgemäß zcrs rt. Sie wurde solange besetzt gehalten, bis alle diese Arbeiteu i : Ruh? erledigt waren. Tie im' .Heeresbericht von: 13. Marz gerneldete Gesangenenzahl bei Zloczow- Tarnopol erhöhte sich aus 337. Englischer Hcereövericht aus Mosopotamien. Unsere Spitzenabtmlung erreichte einen Punkt 30 Mecken stromanstvärts von Bagdird. Es sind Vorkehrungen getroffen, um eine Ueberschwemmung oer Stadt bei deni zu erwartenden Steigm des Flusses zu verhüten. Die Gewehrsabrik in Bagdad ist lercht wieder in Bettieb zu setzen. Tie Eisenbahnwerkstätten enthalten gntlwauchbare Mascknnen, die unversehrt, darunter fünf Lokomo- tiren, Wagen und eine Menge von Munition gefunden wurden. Unsere Geschütze, die 1916 bei Kut-el-Anrara verloren gingen, sind in Bagdad wieder ausgefunden worden. Die Revolution in Rutzla'rL. Wien, 16. März. Die Kunde von dem Ausbruich der Revolution wurde von dezr russischen Truppen cm der Front mit Hoch- rufen begrüßt. Bereits Mittwoch waren aus versckncdenen Schuwu- gräberr der Ostfwnt Meldinr^en gekommen, daß in den gegenüberliegenden Stellungen der Maiffen .Hochrufe zu vernehmen seien. Eine erregte Sitzung der italienischen Kammer. ^ Bern, 15. März. (WTB. Nichtamtlich.) Tie gestrige Sitzung der italienischen Kammer, in der der Verkehrs- miurster ans die vor einigen Tagen von dein Abgeordneten Ercspi gemachten Angrisse wegen der Schiffsfrachten und des Schiffsraums anttrvortete, war sehr erregt und stürmisch Minister Arlorta erklärte, bereits im vergangenen Oktober sei die Getreidesrage für Italien plötzlich sehr beimrnhtzzcnd geworden, so daß ein gut Teck der Schiffe, die eigentlich für den .Whlentransport bestimmt gewesen seien, für die Getteidezufuhr hättm verwendet weräm müssen. Gleichzeitig hätte der KohlentransPort infolge der dringend notwendigen Einfuhr von Metallen tveiter ein-gcschränkt werden müssen. Bezüglich der Mlehnung des Mietsverttags für Schiffe zur Baumwollzufuhr, nreswegen er von Crespi vor einigen Tagen persönlich angegnsfen worden sei, erklärte Arlotta schieß- lich, daß der Borschag nickst nur von ihni, sondern auch von _funr anderen Ministern verworfen ivorden sei. Im Anschuß daran kam es zu einem längeren Wortivechsel zwischm Arlotta und Crespi, der von lärmenden Zwischenrufen, besonders von den SozialistenbMtken ans, begleitet war. Schließlich ergriff Ministerpräsident B o s e l l i unter allgemeiner Ausnierk- samkeft das Wort und bat die Kammer, die unangenehme Erörterung sofort ernzustellen. Tie politische Seite der Frage könne ganz einfach ans die Frage zurückgesührt werden, ob die Regierung rech oder unrech gehv.rdelt habe, als sie den Vorschlag Cresvis nickst Missenommen habe. Dies sei der Hauptpunkt, auf den die Kmnmer klar und deuttich durcki polittsche Abstimmrmg antworten müsse, der die Regierung die Bcdenttlng der VerttauenSfrage beimesse. Darauf wurde die Sitzung für kurze Zeit vertagt. Bei der Wiederaufnalmre der Sitzung erklärte der Präsident, daß nach der Hausordnung zur Sack-e vorliegnrde Anttäge an die Kommission verwiesen werden mußten. Aus diese Weise wurde die politische Abstimmung vermiedeir. Ter Kammer lagen zwei Vorschläge ans Untersuchung des Vorgehens der Regierung in der strittigen Frage vor. Einer war vvn Engeiuo Ehiesa cingebvach, der vor der Aus- hebung der Sitzung erklärte, die Kanimer müsse volles Recht haben, zur Sache die volle Wahrheit zu erfahren. Indiens Miegsleistungen. London, 14. März. (WTB.) Unterhaus. Der Staatssekretär für Indien Cbamberlain brachte einen Anttag ein, die kürzlich von Indien gegebenen einhmrdert Mcklionen Pfund Sterling anznnehmen. Er erinnette dabei an die mckitärischen Dienste der indisck^n Truppen in Frankrcäch, Aegppten, Sueskanal, Ostasrika und Mesopotamien und sagte, die Gesanrtsumme der britisch-indischen S t r e i t! x ä f t e, die p.ftioen Dienst genommen haben, betrage 300 000 gegen um- ein ev Heeresstärte vor dem Kriege von 231 000 Mann '4r e..wahnLt dann die unvergleichich lereigebigkeit der indischen Fürsten, bie Kriegsmaterial, 7lmbnlanzen und Geld -ur Unters stützung der Notleidenden gegeben hciben. Die Erzeugung Indiens in Handtvaffen sei um das zwanzig fache, die in Felo Artillerie und Munition um das zioölffachc gestieg'.n. Äe Anstrengungen der Recherung wurden unterstützt durch die Fürsten und Führer Indiens. 2lmtlrcher Teil. Freiwillige Melöung hilftdienftpflichtiger für den Dienst in der sreiwiüigen Aranken- pflege. 1. Tic freiwillige Krankenpflege umfaßt die Unterstützung des staatlichen KriegSsanitätsdienfleö in der eigentlichen ran len pflege^ in der K ranke n b e fö roe r u n g und bei der Depot Verwaltung. An dar Spitze stehen der lw,erlich? Kommissar und Militärinspekteur sowie der stellw Militürinspek.eur der freiivilligen Krankenpflege. Die freiwillige Krankenpflege u.ärd dem Heeres-Sanitätsdienst eingesügt und von den Militärbehörden verwendet. 2. Meldungen Hilfsdienstpslichtiger, die nick -vehrpflickstig sind, sind an das Bezirkskommando in Gießen oder an den Herrn Territorialdelcgierteii der freiivilligen Krankenpflege für das Großheczogtum Hessen in Tarmstadt zu richten. Territorialdelegierte sind: in den Provinzen die Ober^ Präsidenten, in Berlin der Polizeipräsideut. In den Meldungen ist anzugeben, ob Hilssdienstpflichtige bereit sind 2 ) für den Etappendienst, b) für den Heimatdienst oder c:) für den Etappen- nnd Heimatdienst und 6) für welche Zeit; Verpflichtung apf Kriegsdauer erwünscht: Meldungen ftir weniger als sechsmonatliche Dauer bleibea unberücksichtigt. 3. Tätigkeit Hilssdienstpflichftger in der freiwilligen Krankenpflege kann nur durch Eingliederung in diese Organisation, nach vorhergegangener ärztlicher Untersuchung ermöglicht werden. Schlecktt beleumdete Personen haben keine Aussicht aus Annahme. Beibringung von Leumundszeugnissen wird empfohlen. 4. Tic in land- und sorstivirrsck astlichen, sowie in Kriegs- wirtschastsbetrieben bereits tätigen Hilssdienstpflichtigen können nicht angenommen werden. Es kommen in Frage: Pfleger, Träger, Schreiber, Kausleute, Koch? und solche Personen, die sich, soweit erforderlich, für einen dieser Zweige für die freiwilligen Krankenpflege ansbild^n lassen wollen: Kosten entstehen diesen Personen dadurch nicht. 5. Gebühr n i f f e; A. In der Etappe. Vom Tage der Annahnie durch den Territorialdeligiertenf zwecks Eingliederung in die freiwillige Krankenpflege, also auch während der Ausbildungszeit, die nach der Dien st Vorschrift für die freiwillige .Krankenpflege zuständige Löhnung, die etwa derjenigen der verschiedenen Dienstgrrde des Unteroffizier- nnd Mannschästsstandes entspricht (23,40 Mk. bis 63 Mk. monatlich), außerdem freie Bekleidung imd Ausrüstung, freie Beköstigung nach Unterkunft oder die Geldvergütung für diese nach den bestehendeir Bestimmungen, freie ärztliche Behandlung, Kur- und Heilmittels^ freie Wäschebereinigung, Versorgung nach deni Mannichaftsver> sorgungsgesetz, Marschgebührnisse bei der Einberufung und Entlassung. Famitienunterstützung, freie Eisenbahnfahrt bei gewöhn-- lichen Urlaubsreisen, unter Fortbezug der Gebührnisse, Schulg-eld- beihilsen. Tie scheinbar geringe Löhnung eines .Krankenpflegers erfährj^ durck die voran gegebenen weiteren Gebührnisse ein? wesentliche Erhöhung, so daß das Gesamteinkommen, wenn überhaupt, so dock nur unwesentlich hinter dem der übrigen HilfsdienstpflichtigM znrücksteht. B. In der Heimat. Amiähernd die gleichen Gebührnisse, wie in der Etappe, mit Ansnahnic der Versorgung aus Grund des MarmschaftsversorgungS-- gesetzeS und der Marschgebührnisse sowie der ^chulgcldbeihilfen. 6. B e s ö r d er n n g s m ö g l i chke iten bis zu m Zugführer — etwa Vizefeld ivebel entsprechend vor-' Händen. 7. Hilisdienstpslicktige, die sich während der AusbilduM als ungeeignet erweisen, werden baldigst entlassen. Bei Ueberweisung zur Beschäftigung oder Ausbildung in der Heimat wird ans Lebensalter, Familien Verhältnisse, Wohnott uf'w. nach Möglichkeit Rücksicht genommen. 8. Tie Meldung der Hilssdienstpflichtigen zieht zunächst nicht ohne weitere Annahme und Eingliederung in die fteiwilligr Krankenpflege nach sich Als angenommen gilt eine Person erst dann, wenn ihr der Territorialdelegierte eine Einbernsungsmitteilung hat zu- gchen lassen. 9. Tie Ausbildung kann in etwa 4—6 Wochen beginnen,- so daß dem Einzelnen genügend Zeit zur Regelung seiner häuslichen Verhältnisse bleibt. 213BD Krieqsamtstello Frankfnrt a. M. Tauksagnnc;. Für die vielen Beweise herzlicher Teiinahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Sohnes, für die trostieichcn Worte des Herrn Pfarrer Wagner, sowie für die überaus zahlreichen Blumeusvenden sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Ludwig Wallbott. B-'uern, den 15. März 1917. 0134(5 Danksagung. ' Für die vielen Beiveise herzlicher Teilnah- me bei dem uns so schwer betroffenen Verluste und für die zahlreichen Kranzspenden sagen wir auf diesem Wege allen unseren herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Ludwig Fung HI. Wieseck, den 15. März 1917 211S Aufforderung öes Urieg§amt§ zur freiwilligen Meldung gemäß 8 1 Hbf. 2 der Gesetzes über den vaterl. hilfsöienst. Zwecks notwendiger Ablösung wehrpflichtiger, im Heimatgebiet beschäftigter .Kraftwagen führ er wird hiermit zur sofortigen freiwilligen Meldung hilssdienstpflichtiger, nicht wehrpflichtiger Kraft Wagenführer mit dem Führerschein 111 b aufgcf ordert. Der nach Deckung des Bedarfs in der Heimat verbleibende Ueberschuß kommt zur Verwendung für die besetzten 0)ebiete und die Etappe in Betracht. Tie Meldungen haben unter Beifügung des Führerscheins und ettvaiger Zeugnisabschriften schriftlich oder mündlich bei der Kriegsamtstelle Frankfurt a. M. Abteilung für Liters. Hckfs- dienst, Marienstraße 17 zu erfolgen. Dabei hat der Bewerber anzugeben, ob er zum Dienst nur im Heimatgebict (evtl, beschränkter Bezirk' oder in der Etappe und im besetzten Gebiet bereit ist. Frankfurt a. M., den 13. Mär- 1917 2151V Krieqsamtdkelle in ^rankfnvt a. M. Eine trächtige erstklassige Fahrkuh ^ tztz Heinrich Setpn I., Landwirt _i n Ober - Bessi n n c n. Am Ltt. März 1917, vormittags 10'/, Uhr, sollen ans Wes. Güterschupoen folgende Sgmmelgüter gegen sofortige Barzahlnng verkanst weiden: DrahksvannerttÜie- men scheibe. Eisensaff. A.a- schinenrohr, 1 Koib Mineral- ivasser, 1 eis. Ringelwalze oder Schollenbreciicr usw. Gießen, den 12. Altärz 1917. Br. QtHeraüfertlg gMfl. WS3 id VelBBe S. D.-ll»n«n. ged., z. verk., evt. q. Hühner z. oert. Schtssenb. Weg 54 II. „us, harten mi mit vielen Obstdäumen. beste Lage, am alten Wiffmarer Weg, ca. 2300 Quadratmeter, zu verkaufen. 2132 Näheres Jl&niihnrg li. Wut erbaltenc Wahn -immer - Einrichtung eve»u. m.vasi. Tevvich. zu verk. Anzusehen Stephanstraße ttO l , 01509 Hl iler-kUtL-l.tegkvag';u zu verk. Ludmigstr. 34 H. I. üir,,B aotr* liauiioiz nt ca. 5V, cbm Kiefern, gebr., von einer Halle berstammend, 5X12 abzugeben. Näheres zu erfragen in d. 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Gestern nacht entschlief sanft infolge eines Herzschlages unser so herzensguter, lieber Vater, Großvater und Schwiegervater Herr Julius Bach im fast vollendeten 75. Lebensjahre. Familie Karl Bach Familie Wilhelm Bach. Birnbaum, Gießen, den 15. März 1917. mb*> Die Beisetzung findet in aller Stille statt. Wir bitten, von Beileidsbesuchen absehen zu wollen. s Tieferschüttert und unerwartet erhielten wir die traurige Nachricht, dass unser lieber, unvergesslicher Sohn, Bruder, Schwager, Enkel und Pate Assistent am Landw. Institut Gießen Wilhelm Rückei Leutnant und Kompagnie-Führer im Bayerischen Inf.-Leibregiment, Bitter des Eisernen Kreuzes I. und II. Klasse, des öayr. Verdienstordens mit Schwertern, der Hessischen Tapferk'eitsmedaille und eines Oesterr Ordens am 26. Februar durch einen Herzschlag im Alter von 29 Jahren verstorben ist. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Heinr. Wilhelm Rückei u. Frau Elise geb. Roth. Bettenhausen, den 16. März 1017. Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung. »s* m § Don Heldontod fürs Vaterland starb am 6. Dez. 1916 unser lieber Aktiver Hans Ah!heim, siud. theol. Inhaber des Eisernen Kreuzes, als Leutnant der Reserve. Es hat dem Herrn gefallen, unseren lieben Philister Kirchen rat Karl Fink in Zwingenberg am 4. März heimzurufen. 2147D Der Gießener Wingolf. > \ njEBPFar "X: a JiV » »tim!.; 7? -> iSras ^TwnMB Todes-Anzeige. entschlief nach kurzem sch oller, geliebter Sohn, Brud( Adolf Bechtold Heute vormittag entschlief nach kurzem schweren Leiden unser einziger, hoffnungsvoller, geliebter Sohn, Bruder, Enkel und Neffe 01554 s’ " _ ' "• vf' rrr ^r r, ^77 s ' rrwsr * Am 13. dieses Monats verschied nach kurzer Krankheit der Vorstand des Provinzial-Wasserwerks Herr Oberingenieur Heinrich Müller. Die Provinz verliert in dem Dahingeschiedenen einen der Mitschöpfer des Wasserwerks Inheiden, der dem Unternehmen von dessen Uranfängen an bis jetzt seine ganze Arbeitskraft gewidmet, es in seiner steten Entwicklung mit unermüdlicher Fürsorge begleitet und in vieljähriger treuer Pflichterfüllung der Provinz sein Können und Wissen zur Verfügung gestellt hat. Die Provinzialverwaltung und Provinzialvertretung von Oberhessen betrauern aufrichtig und herzlich den allzu frühen Tod dieses erprobten und geschätzten Mitarbeiters, dessen Andenken in Ehren gehalten und fortleben wird in dem von ihm Geschaffenen. Hamens des Provinzialausschusses: Dr. Usinger. jm 11. Lebensjahre in der Klinik zu Gießen. Die trauernden Hinterbliebenen: Gastwirt und Metzger .laakob Bechtold V., z. Zt im Felde und Frau Johaiiuette geh. Schlierbach Johannctte Bech-told, Fmiiie Bechtold Bürgermeister Bechiold und Frau , ,, Karl Schlierbach III. Wwe. geh. Kiauskopf und alle AuK©httrls©n Rodheim a. d. Bieber, Eschersheim, Magdalenenhof bei Wetzlar und Frankfurt a. M., den 15. März 1017. Die Beerdigung findet in Rodheim a. d. Bieber am Sonntag, den 18. März, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehaus aus statt. v-- : m i ■j Giessen, den 15. März 1917. Großh. Provinzialdirektor. Am Mittwoch nachmittag entschlief unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Grobmutter §m itmj feiner Bitse im 86. Lebensjahre. Jm Namen der trauernden Hinterbliebenen Karl Pfeiffer. Oberpostschaffner. Gietzen lSterbehauS Steinstrabe 541, den 16. März 1017. ^ Die Beerdigung findet Samstag, den 17. Marz, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. 12L9 — — ——_ 2148D wmm Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Tode unseres lieben Sohnes Karl sagen wir allen für die zahlreichen Kranz- und Blumenspendeu und noch besonders für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Bröckelmann unseren innigsten Dank. oib45 Adam Lang nebst Frau. Klein-Linden, den 12. März 1917. '‘ m - ■ ' ' •" '--”7 Danksagung» Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Vaters Friedrich Becker sagen wir unseren herzlichen Dank. 2108 Die trauernd Hinterbliebenen Alten-Buseck, den 14. März 1917. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, für die zahlreichen Blurnenspenden mtb die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Gombel bei dem Hinscheiden meiner lieben Frau, unserer W guten Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin, Tante und Nichte UtZeil IW §ei. talMim sagen wir allen unseren innigsten Dank. Jm Namen der trauernden Hinterbliebenen: Hermann Diehl. NekSkirchen, den 14. März 1917. 2117 v. (Höhere Piivatschule Sexta — Oberprima! Aufnahme neuer Schüler jederzeit Gute Erfolge. Einjährigen-, Primäres fe-, AJjitisrlönten« jirSifamg, Durch den Besuch der Unterstufe genügen Kinder unt. 14 .Jahren der gesetzl ichen Schulpflicht. (Minist Verfügung vom 13. V. 14). 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