/ kr. n De« Hlrtzene? Jlnsttaer erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: Sietzever Kamilienblätter; Kreisblait fto len Kreis Sietzen. vezugspreis: monatl. 90 Bl., viertei- iähtt. Mk. 2.6b: durch Mhole- u. Zweigstellen monatl. 60 Pf.-, durch die Post Mk.3.45 viertel" jäl-rl. ausschl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüsse: sür die Schristleitung112 Verlag,GeschäftsstelleSI Anschrist für Drahtnach- rtchten: Anzeiger Stehen. erst« »lick SMenstag, 13 . Mrz mr psstfcheckkonw: Kraittsurt a.M. N68b Swillingrninvdruck u.Verlag: vrühl'sche Univ..Y«ch- u.Steindnickerei «.Lange. Schristleitnng, Geschüstrftelle u.Druckerei: Schuiftr. 7 . Nanlvnlehr: Sewerbebank Gießen Annahme von Anzeigen die ^agesnummer bis zum Nachmittag vorher, öeilrnpreir, f. Anzeigen: Örtlich 20 Pf., Ser* inietungen u. Stellengesuche 15 Pf., auswärts 25 Pf., b. Platzvorschnst 30 Pf., Nettanten 75 Pf.^ bei Platzvorschrift 90 Pf. Hauptschristleiter: Aug. Goetz. BerantworLUch sür Politik u. Feuilleton: Aug. Goetz. Stadt m d Land, Vermischt es u.Ge» richtssaal: Fr. N. Zen-. Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. 153 2SjShriges RegierunßsjubilSum des Grchheezsgs. Gießen, 13. Mkrz. idente ist ein Bierteljahrhundett im Laufe der Zeiten verflossen, Seine Königliche Hoheit Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein die Regierung antrat Mitten ■in eine für Volk und Staat überaus schwere Z-oit fallt das Regie-- rmrgsjuvilänm des Landesherrn, dessen Lckblenswierk im Dienste der 'Kultur stand, die im Schutz des Friedens zu höchster Blüte gÄnehen war. Es war einmal Friede —» so könnte ein schönes Märchen von Mück und Schönheit'beginnen, dem lvir gerne lauschen möchten nach bald drei Jahren voll Grauen, Blut und Tvanen. Der Tag des Re- ,giermrgsjubiläums des Groß Herzogs gibt uns! einen Anlaß, einmal :den Atem auzuhalten in dem Mribel des Gescheherrs der eisernen, blutigen Zeit, um. zurückzuschauen in die Vergangenheit, die uns in den: letzten Vietteljahrhundcrt so überwältigend viel Schönes und Gutes, zuletzt aber viel Erhabenes, aber freilich unendlich Schmerzliches gebracht hat. \ ©3 War einmal Friede, da blaute der Himmel üb^r den alten BLunren und den neuartig schönen Hausern der Mathildenhöhe zu Tarmstadt, da funkelten die Sonnensttahlen in den goldnen Kuppeln der Rassischen Kapelle, da klangen weihevolle Töne der Musik, blumengeschmückte Gestalten in antikem Gewand schritten im feierlichen Reigen — der Großherzog von Hessen weihte seine Schöpfung, die Künstlerkolonie zu Darmstadt, Ln der er den Künstlern ein Heim und der neuen Kunst eine Statte bvt. Da war etwas völlig Neues entstanden, das zunächst verblüffte, Begeisterung und Widerspruch fand, aber alle Welt in Bewegung setzte. 'Tie neue Kunst, die angewandte Kunst, das Knnstgewerbe, Flächenkunst, Baukunst, Malerei, .Plastik —i ba3 hot sich in neuen Formen der erstaunten WÄt. Diese neue Kunst suchte den Geist und den Erhalt der Gegenwart in einer neuen Formensprache auszudrücken, nachdem die letzten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts in völliger Geistesarmut mrr die Stile vergangener Perioden zu kopieren verstanden hatte»; die Kleinkunst insbesondere verkannte die Forderungen nach Echtheit deS Materials, Zweckmäßigkeit und Eittfachheit der Formen. Mit dem wirtschaftlichen Auffchwung und den technischen Errungenschaften des 19. Jahrhunderts ging Hand in Hand eine künstlerische und kulturelle »Verödung, die einen kaum zu überschreitenden Tiefstand erreichte. Bon Wien ober, von Osten her — «x Oriente lux — kam eine neue Bewegung in die Knnftwell. Die letzten Reste der hochkultt vierten Biedermeierkunst, die noch entwicklungsfähig waren, und Einflüsse der englischen Wvhnungskulttlr 'find die Elemente, aus denen die neue deutsche Kunst entstand. Nachdem der AuÄ>ruck des sogenannten , ^Jugendstils" überwunden war. der eine ebenso schlimme Verirrung bedeutet, wie die von ihm bekämpfte alte Kirnst, entfaltete sich die moderne Kunst zu schönster und edelster Blüte. Das ist die „DarmstLdter Richtun g", die, in Kunstgewerbe und Architektur gepflegt, auf den Ausstellimgeu der Künstlerkolonie zu Tarmstadt in den Jahren 1901—1914 gezeigt ward und den Namen der Hessischen Residenz — „Darm städter Möbel" waren ja Mode geworden — weithin über Land und Meer bekannt machte. Ter Gründer der Kolonie, der die Künstler an seinen Hof rief, um sie künstlerisch faet und unabhängig, auch wirtschaftlich gesichert, arbeiten zu lassen, der die Kolonie mtt reichen Mtt^n ausstattete, ihre Ausstellungen organisierte und in der Ocsfentlichkeit mit seiner Verantwortung deckte, Großherzog Ernst Ludwig, hat bereits seinen Namen in das Buch der Geschichte mit goldenem Gckiffel eingetragen; Erinnerungen an die Tage der Medici tauchen auf und an die Fürsten des Mittelalters, die Sänger und Dichter an ihren Hof zogen, an des Weimarers Karl August, wenn wir das Wirken Ernst Ludwigs für die Kunst würdigen wollen. — Daß der künstlerisch hochbegabte Fürst sein Interesse auch dem Theater, dar Musik und Literatur nicht verschließt, auch selbstschöpferisch künstlerisch tätig ist, wird nicht überraschen. ^llcher^n^^^^Pfleg^der^rnst^ha^der^Groß- herxog sich mu sein Land hochverdient gemacht durch seine edlen sozialen und humanen Bestrebungen. Seiner eigensten Initiative entsprang die Gründmrg der Zentrale für SüugstingSpflege und Mutterschutz in Tarmstadt, deren Bedeutung für die Bevölkerungsfrage der Weltkrieg erst recht eindringlich gelehrt hat. Auch die allgemeine Fürsorge für die Agme« und Schwachen »«d Kranken im Lande findet Anregung mW Unterstützung von Allerhöchster Seite. Für hygienische und sanrüärr Destre4nngen hat der Großherzog lebhaftes Interesse, so hat er 1912 dckr weiMkannten Ausstellung des kürzlich verstorbenen Dresdener'Geheimen RatS Lin- gerer, Exzellenz, „Der Mensch" im Residenzschloß zu Darmstadt Unterkunft gewährt, wo sie von zahlreichen Besuchern auS ganz Hessen besichtigt wurde. Der Krieg gab dem Groß Herzog wiederum Gelegenheit zur Betätigung edelmütiger Gesinnung, indem er feinen verwundeten und kranken Landeskrndern zum Genesungsaufenthal? Großherzvgliche Besitztümer überließ. Stets darauf bedacht, das Los der Armen und Unglücklichen zu bessern, hat er auch persönlich viel Gutes getan; es sei nur daran erinnert, wie er an den Weihnachtsfeiern für die reisenden Handwerksburschen in der Herberge zu Darmstadt teilnahm und diese Heimatlosen beschenkte, ein menschlich schöner Zug, der an einem auf der Höhe des Lebens wandelnden Fürsten besonders zu schätzen ist. Noch sei in diesem Rahmen der besonderen Beziehungen gedacht, die den Landesherrn mit der Provinz Obevhessen und der Provinzialhauptstadt Gießen verknüpfen. Als Großherzog hat er auf der Landesuniversttät im Winterhalbjahr 1890/91 studiert und juristische, historische, knnstgeschichtliche, landwirtschaftliche und naturwissenschaftliche Vorlesungen bei den Professoren C o sa ck, Schmidt, Onckesn, Behaghel, Thaer und Gaffkh gehört. Am 10. Mai 1900 nahm er an der Einweihung des von Meister HcMcht geschaffenen Kriegerdenkmals in Gießen teil und am 12. November 1904 an der akademischen Feier deS vierhundertjährigen Geburtstags Philipp des Großmütigen. Als Rector magnificentissimuß der Alma m &- t e r L u d o v i c i a n a I)ttt fid) ber Großherzog an der noch in aller Erinnerung stehenden glänzenden dreihundertjährrgew Jubelfeier der Universität im Sommer 1907 beteiligt; er nahm damals in dem von Olbrich geschmackvoll neu hergerichteten Alten Schloß Wohnung. Den Festakt in der großen Aula ehtte der Großherzog mit einer zu Herzen gehenden geistvollen Ansprüche. Die philosophische Fakultät ernannte den Fürsten zu m Eh rendo ktor. Auch Friädverg sah den Landesherrn öfter in seinen Mauern, bei der Einweihung der wiederhergestellten evangelischen Mrch: 1901, bei der Kaiserparade 1905, dem Besuch des Zarenpaares 1910. V utzba ch begrüßte den Großherzog 1906 auf seiner Ausstellung für Heimatpflege und Volkstrachten Im September 1902 führte den Großherzog eine Reise in den Bogelsberg, wo er von seinen tteuen Oberhessen allenthalben begeistert begrM,'tz wurde; das Jagdschloß Romrod bot ihm, besonders nach seiner Vermählung, wiederholt Aufenthalt usw. Die engste Verknüpfung mit Oberhessen aber veranlasse dir Verlobung des Großherzogs mit der Prinzessin Eleonore von Solms-Hohensolms-Lich am 21. November 1904, der Tochter des verstorbenen Fürsten Hermann und Schwester des derzeitigen Fürsten Karl Ferdinand Wilhelm, der am 2. Februar 1905 die Vermählung in Darmstadt folgte. So sah Gießens Nachbarstädtchen L i ch den Landesherrn besonders häufig als Gast. Aus der Ehe mtt der Oberhessischen Fürstentochter erblühte dem Großherzog ein neues, reines Familien glück, an dem fefifrt ganzes Volk sich so innig erfreute, wie es an den Schicksalen, von denen auch ein Fürst nicht verschont bleibt, herzlich teilgenommen hatte; ganz besonders hatte sich das bei dem frühen Tode der auK der ersten Ehe des Großherzogs entstammenden Prinzessin Elisabeth gezeigt, die auf einem Besuch bei den russischen Verwandten 1903 in Skier- newice am Typhus starb. Großherzogin Eleonore schenkte dem Gemahl und dem Hessenlande am 8. November 1905 den Thronerben, Erbgro ßhevzo g Georg, bG zu dessen Geburt Großherzog Ernst Ludwig der einzige Nachkomme des alten Hessen-Darmstädti- schen Fürstenhauses geblieben war, da er keine Brüder hatte und die Brüder seines Vaters, Großherzog Ludwigs IV., die Prinzen Wilhelm und Heinrich, kerne erbfolgeberechtigte Nachkommenschaft hakten. Am 20. November 1908 winde ein zweiter Sohn, P rt nz Ludwig, geboren. Im glücklichen Familienkreise und darüber hinaus im Kreise seines Volkes begeht unser Großherzog heute die Feier seines fünfundzwanzigjährigen Regierungsjubiläums. Eine stille Feier ist es, denn ernst, furchtbar ernst ist die Zett, in die der Festtag fallt; noch muß draußen auf den Schlachtfeldern gegen halb Europa das deutsche Volk um seine Existenz, um seine Zukunft in schwerstem Ringen kämpfen. Aber wenn auch kein lauter Jubel am Festtag erschallt, das hessische Volk wird darum nicht weniger herzlich dieses Ehrentages seines Fürsten gedenken, dem etz so viel zu danken hat. Die schwere Kriegszeit hat, wenn das noch möglich war, Fürst und Voll noch enger mtt einander verbunden. Wiederholt weilte der Großherzog, von dem Wunsch beseelt, seinen Landeskindern in der schweren Zeit nahe zu sein, draußen an der Front, wo er die Mühen der Soldaten getellt hat; und das ganze Hessische Volk bringt seinem Großherzog ^um Jubiläum eine Ehrengabe dar, die den venvundeten Kriegern Erholungsmöglichkeit gewähren soll. Wenn erst die Sonne des Friedens wieder unserem Vaterlande scheint, dann werden auch die hochsinnigen Beftrebüngen des Großherzogs zur Förderung Her kulturellen npd materielle Wohlfahrt seines Larrdes ihr lvesentlicbes Teil dc^u beitragen, die schweren Wünden, die der Krieg dem Wirtschaftsleben geschlagen hat. feilen. Möge der Tag des Friedens rnmmer fern sein — das ist der beste Wunsch des ganzen Volkes zum Regiertutgsjubttärmt seines Fürsten! B Grohherzog Ernst Ludwig von heffen als Uunstförderer. Großherzog Ernst Llidwig von Hessen nimmt als Kunstförderer unter den deutschen Fürsten, ja überhaupt rmter den Fürsten der Gegenwart eine dnrckMrs eigene lmd ehrenvolle Stellung ein. Selbst eine künstlerisch gestinrntte Natur, hat er das Be- dürsins nach künstlerischer Gestalturrg seiTws Lebens und seiner Um- gebimg; und stiemt er dies Bedürfnis aus dem engereit Kreise seines Schlosses ttt die ivetteren seiner Hauptstadt httrmtstrug, so war dies eine natürliche Auswirktmg seiner Persönllchkeit. Der Großherzog liebt und pflegt die Kunst nicht mir aus staatlichen imb dynastischen Rücksichten uttb Interessen, sondern allein um der Kunst willen. Schon iir jungert Jahren mit den damals führendeit Leistungert des rnodernen englischen Kunstgetverbes vertraut geworden, l)at der Großherzog Ernst Ludlvig sich ztkerst zwei Räume seines Schlosses von den englischen Meistern Baillie Scott und Ashbee emrichben lassen. Damals war die dcattsche Kunst zu solchen Ausgaben noch nicht herangewachsen: kaunt aber begantt die moderne Bewegung im Kunsthandtvecke ihre schöpferische Kraft zit beweisen, als bet Großherzog sich eifrig ihrer annahnt und die Aussührltng seines Arbettskabinette^ Otto Eckmann übertrug. Bon Vornherein war der Anteil des Gvoßlwrzogs Mein ans das Modente und Lchbendige im künstlerischen Sä)o.ffen geriästrt rmd war von rückwcnts gewandter Ronmntik und Sentimentalität völlig frei. So reifte denn der Plan, in Dannstadt eine Anzahl von modenum Kiinstlern zu gemeinsamem Schaffen zu vereinigen. Die „Sieben", die 1899 zuerst zur Darmstädter Kolmrie zusammerttrateu, waren: 5)aits C h r i st i a n f e it, Ludwig Habich, Rudolf Bosselt, Patti; Huber, Paul Bürck, Josef Okbrich uni> .Peter Behrens. Diese waren es, die im Jahre 1901 jene erste Darmstäd-ber Ausstellung bestritteit, die sich freilich etwas anspruchsvoll „Ein Dokument deutscher Kunst" nannte, aber als die erste nun und folgerichtig dnrchgesül)ttk Kundgebung unserer modernen Kunst dauernde Bedeutung behauptete. Tie Ausstellung, die man bis zu einem gewissen Grade mtt gutem Fuge ein rein persönliches Werk des Großherzogs nennen darf, nur schon dadurch originell, daß die Künstler gleichsam am lebender: Objekte ihre Fähigkeiten erweisen konnten; dem: der Großherzog hatte ihnen die lieblicl-e Matlstldenhöhe mit dem schönen Odenwald- Blick überwiesen, ent deren Hang sie ihre Wohn- rmd Werkstatt- Häuser errichteten. Diese Häuser bildeten den Hauptgeg^enstand der Ausstellung; -und wem: die meisten davon, die Wahrheit zu sagen, heute bereits recht befremdend wirken, so darf doch die vielfältige Anregung, die von dem Versuche von 1901 aus gegangen jist, nie vergesset oder imterschätzt toerd-ett. Wemt der Großherzog sich ein stetiges Wirken der Darmstädter Künstiergrtippe gcrvünscht hatte, so erwies sich dies freilich als undurchführbar. Es erttstmtden die anschebtend unter Künstlern unvermeidlichen Reibungen: Bernfltngeit und Todesfälle rissen mancherlei Lücken; Bestand mtb Wirksamkeit der Kolonie schrankten. Dock, legte die Ausstelllmg twn 1908, als deren Deirk- mal ttoch hent Olbrichs Hochyeitsturm auf der Mathilden höhe ragt, von lmmlsgesetztem tückstigei: Streben Zmgnis ab, und der Großherzog ließ nicht nach, immer wieder mtf dm ursprünglicher Plan zurückzugreifen rtnd durch Ztlfthr frischer Kräfte das künstlerische Leben der Gruppe zu erhattm urrd zu erneuern. 9iach mancherlei Schvierigketteit ist es ihm nettero-ings wieder gelungen, eine Reihe bedetttender Begabungeit in Tarmstadt zu vereinigen. Dazu gehören die Bildhauer Bernhard H ö t g e r und Heinrich I. o b st, der Baumeister Alb'in Nt ü l l e v und Edmund K ö x ner , die Aäaler Fritz O ß w a l d und Haus P e l l a r, sowie der Buch- künsller F. Kleu k en s. Iw Jahre 1914 konnte Darmstadt wieder mtt einer neuen AuSstellurig großen Stiles vor die Oessentlichkeit treten, die durch das reiche plastische Werk H ö t g e r s und durch Müllers kürtsklerisch ausgestaltete Mietshäuser beherrscht wurde. Es war besonders tttteressant, auch in dieser Slusfttlltmg zu sehen, wie fest der Großherzog die Ausgestalttmg der Mathildenhöl>e als des Schauplatzes der Wirksamkeü seiner Künstler im Auge behielt: durch Hötger hat er den schö»en Plantanenhain schmücken, durch Müllers Mietshäuser den Blick von der Höhe nach enter unerfteitlick'- entwickeltcn Seite abgrenzen lassen. Im gleichen Jahre fand in Tarmstadt eine weitere Baratt staltun g großen Stiles statt, die die Kimstförderimg des Kroßherzogs von eurer netten Sette zeigt. Dies stwtt die überarts fesselnde Ausstellung deutscher Barockkirnst, die in einer Reihe sreinrdlicher Säle des Resideiuschlosses veranstaltet wurde und aus gatrz Teut^i- land zahlreickie Besucher nach Datmstädt führte. Die Attsstellnng liat sich über die lange vernachlässigte Forschung der deutsclien Bavväklmst als fruchtbar erwiesen, aber im allgemeinen sind, wir bereits angedeutet, die künstlerischen Interessen des Großherzogs nickt geschichtlich orientiert. Vielmehr ist das eben daS Frische und Erfretlliche att seüier Kmtstförderung, daß er als gesund modern empft'ndender Mensch sich cit weniger als ein Zuweing, tntb imter allen Erfahrtmgeit und Enttänschnngen bleibt doch bestehen, daß bebentatbe Talettte, wie der zu ftüh verstorbene Olbrich, wie Peter Belrrens und Bernhard Hötger drnck) die Bestrebungen des Großherzogs Nwsentlich ;iefördert, ja zum Teil beinahe erst eittdeckt worden sind. Sechste NrLegsanleLhe. 5 % Deutsche Reichsanleihe. Deutsche Reichsschatzanweisungen, auslösbar mit 1101° bis 1201° Zur Bestreitung der durch den Krieg erwachsenen Ausgaben werden weitere 5V» Schuldverschreibungen des Reichs und 4'/o % Reichsschatzanweisungen hiermit zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt. Das Reich darf die Schuldverschreibungen frühestens zum 1. Oktober 1924 kündigen und kann daher auch ihren Zinsfuß vorher nicht herabsetzen. Sollte das Reich nach diesem Zeitpunkt eine Ermäßigung des Zinsfußes beabsichtigen, so muß es die Schuldverschreibungen kündigen und den Inhabern die Rückzahlung zum vollen Nennwert anbieten. Das gleiche gilt auch hinsichtlich der ffüheren Anleihen. Die Inhaber können über die Schuldverschreibungen und Schatzanweisungen wie über jedes andere Wertpapier jederzeit (durch Verkauf, Verpfändung usw.) verfügen. Die Bestimmungen über die Schuldverschreibungen finden auf die Schuldbuchforderungen entsprechende Anwendung. 1. Annahmestellen. Zelchnungsstelle ist Me Reichsbank. Zeichnungen werden von Donnerstag, den 15. März bis Montag, den 16. April 1917, mittags 1 Uhr bei dem Kontor der Reichshauptbank für Wertpapiere in Berlin (Postscheckkonto Berlin Nr. 99) und bei allen Zweiganstalten der Reichsbank mit Kasseneinrichtung entgegengenommen. Die Zeichnungen können auch durch Vermittlung der Königlichen Seehandlung (preußischen Staatsbank), der preußischen Lentral. Genossenschaftskasse in Berlin, der Königlichen Hauptbank in Nürnberg nnb ihrer Zweigmistalten, sowie sämtlicher Banken, Bankiers iurb Speer Filialen, sämtlicher öffentlichen Sparkassen und ihrer verbände^ jeder Lebeurnersicherungrgesell. schnft, jeder Kreditgenossenschaft und jeder Post- an st alt erfotgen. Wege» der Postzeichnungen stehe Ziffer 7. Zeichmrngsscheme sind bei allen vorgenannten Stellen zu haben. Die Zeichnungen können aber auch ohne Verwendung von Zeichnungs- scheine« brieflich erfolgen. 2. Einteilung. Iinsenlauf. Kt Schuld, erschreibungen sind in Stücken zu 20000, WOOO, 5000, 2000, 1000, 500, 200 und 100 Mark mit Anscheinen, zahlbar «a 2. Januar und I.Jnli jedes Jahres, ausgefertigt. ver Zinsenlanf beginnt a« I.Jnli 1917, der erste Zinsschein ist am 2. yamex 1918 fällig. Die Schatzanroeisungen sind in Gruppen eingeteilt und in Stücken zu 20 000, 10 000, 5000, 2000 und 1000 Mark mit dem gleichen Zinsenlanf und den gleichen Zinstermiuen wie die Schuldoerschreibun- gen ausgefertigt. Welcher Gruppe die einzelne Schatzanweisung an- gehört, ist aus ihrem Text ersichtlich. 3. Einlösung der Schatzanweisungen. Die Schatzanweisungen werden zur Einlösung in Gruppen im Januar und Juli jeden Jahres, erstmals im Januar 1918, aurgelost und an dem auf die Auslosung folgenden I.Jnli oder 2. Januar mit 110 Mark für je WO Mark Nennwert zurückgezahlt. Es werden jeweils so viele Gruppen aurgelost, als dies dem plauwäßig zu tilgenden Betrage von Schatzanweisungen entspricht. Die nicht ausgeloften Schatzanweisungen sind seitens des Reichs bis zum l.Juti 1927 unkündbar. Frühestens auf diesen Zeitpunkt ist das Reich berechtigt, sie zur Rückzahlung zum Nennwert zu kündigen, jedoch dürfen die Inhaber alsdann statt der Barrückzahlung 4o/»ige, bei der ferneren Rurlosung mit 115 Mark für je 100 Mark Nennwert rückzahlbare, im übrigen den gleichen Tilgungsbedingungen unterliegende Schatzanweisungen fordern. Frühestens 10 Jahre nach der ersten Kündigung ist das Reich wieder berechtigt, die dann noch unverlosten Schatzanweisungen zur Rückzahlung zum Nennwert zu kündigen, jedoch dürfen alsdann die Inhaber statt der Barzahlung 2Vr^ige mit 120 Mark für je 100 Mark Nennwert rückzahlbare, Bedingungen. im übrigen den gleichen Tilgungsbedingungen unterliegende Schatz- anweisungen fordern. Line weitere Kündigung ist nicht zulässig. Die Kündigungen müssen spätestens sechs Monate vor der Rückzahlung und dürfen nur a»f einen Zinstermin erfolgen. Für die Verzinsung der Schatzanweisungen und ihre Tilgung durch Auslosung werden jährlich 5o/ 0 vom Nennwert ihres ursprünglichen Betrages aufgewendet. Die ersparten Zinsen von den aus- gelosten Schatzanweisungen werden zur Einlösung mitvenvendet. Die auf Grund der Kündigungen vom Reiche zum Nennwert zurück- gezahlten Schatzanweisungen nehmen für Rechnung des Reichs weiter, hin an der Verzinsung und Auslosung teil. Rm l.Juli 1967 werden die bis dahin etwa nicht ausgeloften Schatzanweisungen mit dem alsdann für die Rückzahlung der aus» gelosten Schatzanweisungen maßgebenden Betrage (HOty, 115o/ 0 oder 120^*) zurückgezahtt. 4. Zeichnungspreis. Der Seichnungsprei, beträgt: fürbieS^Seichsauleihe, «cm Stücke vertatet werden.'.98,- M»., >? 5 # /o Reichsanlethe, wenn Eintragung in das Reichrfchuldbuch mit Sperre bis znm 16. Rpril 1918 beantragt wird . 97,80 Mk.. ti *1 Reichsschatzanweisungen. . . 98.— ML-, für je 100 Mark Nennwert unter Verrechnung der üblichen Stückzinsen. 5. Zuteilung. Stückelung. Die Zuteilung findet tunlichst bald nach dem Zeichnungsschluß statt. Die bis zur Zuteilung schon bezahlten Beträge gelten als voll zugeteilt. Im übrigen entscheidet die Zeichnungsstelle über die höhe der Zuteilung. Besondere wünsche wegen der Stückelung sind in dem dafür vorgesehenen Raum auf der Vorderseite des Zeichnungsscheines anzugeben. Werden derartige Wünsche nicht zum Aus. druck gebracht, so wird die Stückelung von den Vermittlungsstellen nach ihrem Ermessen vorgenommen. Späteren Rnträgen auf Rb. änderung der Stückelung kann nicht stattgegeben werden.*) Zu allen Schatzanweisungen sowohl wie zu den Stücken der Reichranleihe von 1000 Mark und mehr werden auf Antrag vom Reich,bank-Di> ektorium ausge- stellte Zwischenscheine ausgegeben, über deren Umtausch in endgültige Stücke das Erforderliche spater öffentlich bekannigemacht wird. Di« Stücke unter i500 Mark, zu denen Zwischenschein« nicht vorgesehen sind, werden mit möglichster Deschleuntqunq ferliggestelll und voraussichtlich im September d. I. ausgegeben werden 6. Einzahlungen. Die Zeichner können die gezeichneten Beträge vom 31. März d. Is. an voll bezahlen. Die Verzinsung etwa schon vor diesem Tage bezahlter Beträge erfolgt gleichfalls erst vom 31. März ab. Die Zeichner sind verpflichtet: 30o/o des zugetetlten Betrages spätestens am 27. Rpril d. Ir., 20°/« „ m m hm 24. Mai „„ 26 °^ " * „ 21. Juni „ „ 25o /° " " ,, .. 18. Juli „ „ 311 bezahlen. Frühere Teilzahlungen sind zulässig, jedoch nur in runden durch 100 teilbaren Beträgen des Nennwerts. Ruch auf die kleinen Zeichnungen sind Teilzahlungen jederzeit, indes nur in runden durch 100 teilbaren Beträgen des Nennwerts gestattet,- doch braucht die Zahlung erst geleistet zu werden, wenn die Summe der fälllg gewordenen Teilbeträge wenigstens 100 Mark ergibt. Die Zahlung hat bei derselben Stelle zu erfolgen, bei der die Zeichnung angemeldet war. d e n i st. Die im Laufe befindlichen unverzinslichen Schatzschein« des Reichs werden — unter Rbzug von 50/0 Diskont vom Zahlung«» tage, frühestens aber vom 31. März ab, bis zum Tage ihrer Fällig, keit — in Zahlung genommen. 7. Postzeichnungen. Die p 0 st a n ft a l t e n nehmen nur Zeichnungen auf di« 6«^ Reichsanleihe entgegen. Ruf diese Zeichnungen kann di« Vollzahlung am 31. März, sie muß aber spätestens am 27. Rpril geleistet werden. Ruf bis zum 31. März geleistete Vollzahlungen w«r. den Zinsen für 90 Tage, auf alle anderen vollzahlungen bis znm 27. Rpril, auch wenn sie vor diesem Tage geleistet werden, Zinsen für 63 Tage vergütet. 8. Umtausch. Do» Zeichnern neuer 4»^ «ft» Schatz«««eisnnge« ist n gistnitntz daneben Schuldverschreibungen und Schatzanweisungen der frLH» ren Kriegsanleihen in Neue 4V^tyo Schatzanweisungen umzutauschen, jedoch kann jeder Zeichner höchstens doppelt so viel alte Anleihen (nach dem Nennwert) zum Umtausch anmelden, wie er neue Schatz, anweisungen gezeichnet hat. Die Umtauschanträge sind innerhalb der Zeichnungsfrist bei derjenigen Zeichnungs- oder Vermittelung», stelle, bei der die Schatzanweisungen gezeichnet worden sind, zu stellen. Die alten Stücke sind bis zum 24. Mai 1917 bei der genannten Stelle einzureichen. Die Einreicher der Umtauschstücke erhalten zunächst Zwischenscheine zu den neuen Schatzanweisungen. Die 5«/o Schuldverschreibungen aller vorangegangenen Kriegsanleihen werden ohne Rufgeld gegen die neuen Schatzanweisungen umgetauscht. Die Einlieferer von 5o/o Schatzanweisungen der ersten Kriegsanleihe erhalten eine Vergütung von 1,50 Mk., die Etn- lieferer von 5»/g Schatzanweisungen der zweiten Kriegsanleihe eine Vergütung von 0,50 Mk. für je 100 Mark Nennwert. Die Einlieferer von 4Vs °/o Schatzanweisungen der vierten und fünften Kriegsanleihe haben 3 Mk. für je 100 Mark Nennwert zuzuzahlen. Die mit Januar/Juli-Zinsen ausgeftatteten Stücke sind mit Zins, scheinen, die am 2. Januar 1918 fällig sind, die mit Rpril/Dktober- Zinsen ausgestatteten Stücke mit Sinsscheinen, die am 1. Oktober 1917 fällig sind, einzureichen. Der Umtausch erfolgt mit Wirkung vom 1. Juli 1917, so daß die Einlieferer von Rpril/Gktober- Stücken auf ihre alten Rnleihen Stückzinsen für 1/4 Jahr vergütet erhalten. Sollen Schuldbuchforderungen zum Umtausch verwendet werden, so ist zuvor ein Rntrag auf Rusreichung von Schuldverschreibungen an die Reichsschuldenverwaltung (Berlin SW 68, Granienstr. 92/94) zu richten. Der Rntrag muß einen auf den Umtausch hinweisenden vermerk enthalten und spätestens bis zum 20. Rpril d. Js. bei der Reichsschuldenverwaltung eingehen. Daraufhin werden Schuldverschreibungen, die nur für den Umtausch in Reichsschatzanweisungen geeignet sind, ohne Zinsscheinbogen ausgereicht. Für die Rus. reichung werden Gebühren nicht erhoben. Eine Zeichnungssperre steht dem Umtausch nicht entgegen. Die Schuldverschreibungen sind bis zum 24. Mai 1917 bei den in Rbsatz 1 genannten Zeichnungs. oder Vermittlungsstellen einzureichen. ~ ., 39 ' . bEcke sämtlicher Kriegsanleihen werden auf Rntrag der Zeichner von dem Kontor der Reichshauptbank für Wertpapiere in Berlin nach Maßgabe seiner für die Niederlegung geltend, 3 r nehmen. e von em Kontor für Wertpapiere ausgefertlgten Depotscheine werden von den Darlehnskassen wie die Wertpapiere selbst beliehen. Neichsbank-Direräorium. Havenstein. v. Grimm. vertu», im März 1917.