Nr. 58 Ter Sietzene? Anzeiger erscheint tüfilidj, außer Sonntags. - Beilagen: Oietzener ^amMenbiütler; «rrirtlatt für den H*ris Sietzen. Bezugspreis: monatl. 90 Pi.. viertel- tährl. Mt. 2.65, durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 80 Pi.: durch die Post Aik. 2.45 viertel- jährl. ausschl. Bestellg. öernsprech - Anschliisie: für die Schristleitung 112 Verlan.GeschäitssteUeol Anschrist für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Erstes Blatt 1(67. Zayrgang poftschecttonro: Kranksurt a. N. U686 -Anzeiger für Lrettag. 9. Mcrz VTJ Slvilltngrrunddruck u. Verlag: vrühl'sche Univ.-Such- u. SteinSruSerei R. Lange. Sonkoettedr: GeDerbebank Gießen Zchnftteitung. Geschäftsstelle Druckerei: Zchulstr. 7. Lnnabmr von Anzeigen *. die Tagesnurnmer bis nmNachmilrag vorheg. MetkncffU, I. Anzeigen: örtlich 20 Pi.. Vermietungen u. Stellenae- suche 15Pf., auSwä rtS 25 Pf,, b P atzvorscvttft 30 Pt., Reklanien 75 Pi., bei Platjvorschrjft 90 Pf. Hauotjchn'tieuer: Üuoeg. Ll.iöt : d Land, Per 17, iscn: es u.Ge» richls.aal Fr. R. Zenz. Anzetgeirlelt: o. Beck, sänrrltch >n Gießen. L. I ' (WTB.) Großes Hauptquartier. 8. März. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Nur in der Champagne zeigte sich Artilleriefeuer. Die übrigen Fronten blieben bei günstigem Wetter und Schneetreiben im allgemeinen ruhig. Bei Grkunduugsvorftößen zwischen Somme und Oise wurden sechzehn Engländer und Franzosen, sowie mehrere Maschinengewehre ejngebracht. Oestlicher Kriegsschauplatz. Keine Gesechtshandlungen von Bedeutung. Zwischen Wilejka und Molodetschno kam durch Bombenabwurf ein russischer Eisenbahnzug zur Entgleisung. Mazedonische Front. Nördlich des Doiran-SeeS Vorposten-Geplänkel. Der Erste Generalquartiermeister Luöendorff. m Der ASendberrcht. Berlin, 8. März, abends. (WTB. Amtlich.) Im Westen und Osten bei Schnee fall nichts Besonderes. Die Kunde vom Hinscheiden des Grafen Zeppelin wird auch in dieser großen Erntezeit des Todes die deutschen Herzen lebhaft bewegen. Sein Werk nicht nur, das lenkbare Luftschiff, ist es, was unsere Bewunderung und Verehrung hervorrief, nein, beinahe noch mehr war es der unbeugsame, selbstsichere, tapfer und unabhängig strebende Sinn des Mannes, der uns so nahe rückte. Auch er siegte, wie jetzt das deutsche Volk, gegen eine Welt von Schwierigkeiten und Widerständen. Ein wahrhaft großes Menschenbild leuchtete uns voran in diesem Weltkampf um Deutschlands Bestehen. Wer denkt heute nicht ohne Rührung an die hellen Sommer- Lage des Jahres 1908, wo die Zeppelinsche Offenbarung über uns kam, wo der herrliche Sieg über die Naturkräfte uns eirrgeläutet wurde, wo jedes Kind deutschen Namens sich freute und im Zeitalter der Technik doch einmal auch wieder wie in eitlem romantischen Märchentraum erbebte! Und als dann die Unfälle und Rückschläge tarnen — wie hoch ging da der. Strom des Mitgefühls, des Hilfsbestrebens, der Opferwillig kett! Genau so fortreißend und selbstverständlich wie jetzt die unbezwingbare deutsche Entschlossenheit dem äußern Feinde begegnet. Man sang damals das Lob des deutschen Idealismus, und wirklich, die Zeppelin-Verehrung ivar ein verheißungsvolles' Vorspiel zu dem noch größeren Aufflug, den einige Fahre später die deutsche Seele beim .Eintritt in den Krieg nehmen sollte! In welchem Maße das starre Lnftschiffsystem sich im Kriege bewährt hat, darüber wird erst später ein abgeschlossenes Urteil gefällt werden. Was weithin sichtbar geworden ist, das waren die Flüge gegen und über das englische Fnselland, und hörbar wurde der Schrecken unserer Feinde! Me Zeppelin-Furcht in England, das war etwas, was den deutschen Namen um so höher hob. Eingeschlosseu von einer Welt von Feinden, wurde gleichsam symbolisch dargetan, daß dieses Deutschland stolz und furchtlos bleiben konnte. Nie wohl ist die deutsche Flagge so kühn und ruhmvoll in den Wiarden geflattert, als da oben in den Lüften. mtä denen wir die Engländer in ihrer Mthe aufschreckten. Dafür gellte uns das Wort „Barbaren" in'die Ohren. Das kümmerte die tapferen Fahrer so wenig wie das gleiche Geschimpfe über die U-Boote. „Der Hauch der Grüfte dringt nrcht hinauf in die reinen Lüfte." Ob man auch von einem begrenzten und einem unbeschränkten Zeppelin-Krieg spveck>en kann, wird eine spätere Zeit ausmachen. Die Erfindung des deutschen Grafen hat, nach vielen amtlichen Feststellungen, dein Feinde oftmals erheblichen Schaden zugefügt, ihn ständig beschäftigt, abgelenkt von anderen Vorbereitungen, und auch auf diesem Gebiete das Gesetz des Handelns diktiert. Dem entschlafenen, siegreicher: Bahnbrecher in großer Zeit hat, neben den Kranz der Dankbarkeit seines Volkes, auch die ernste und gerecht wägende Clio eirr Gewinde überirdischen Wohlwollens auf das Grab gelegt. Der unermüdliche Erfinder hatte nrit seinen glanzvollen Fahrten den westlichen Nachbarn oft genug vorgehalten, ,>oaH sie ihn nicht haben sollen, den alten deutschen Rhein". Heute aber wird die welsche Forderrrng noch einmal mit allen Maßen und Formen der Keckheit und Lüsternheit vorgebracht. Fn den Hallen der Pariser Universität haben die heutigen „Größen" Frankreichs noch einmal sich in Kriegs- zrelen berauscht. Sie fordern wirklich und wahrhafttg Elsaß- Lothringen und die deutsche Nheingrenze. Aber wenn man in diese Pariser Versammlung, über deren Verlauf wir nachA *> stehend berichten, etwa? näher hineinleuchtet, so entdeck: man ein ganz anderes Panier, das hinter hochtrabenden Redensarten versteckt wird. Warum orgarrisiert man einen solchen Patriotentag künstlich? Wahrscheinlich, weil rnan's nötig hat. Weil der Eifer und der Kampfwille des blutenden Volkes allmählich erlahmt. Hinter der tönenden Forderung, die dem französischen Volke beigebracht werden soll, verbirgt sich eine andere, vielleicht in zunehmendem Maße aufsteigende Mahrrung des Gewissens. Man weiß sich vor der Entscheidung steherrd. Sollen noch einmal die furchtbaren Blutopfer gebracht werden, um vielleicht dann doch erfolglos von der deutschen Mauer zurückzukehren? Kämpft man nicht viel mehr für England als für das eigne Land? Das letzte wird die bangste und peinigendste Frage sein, die man sich in Frankreich jetzt stellt. Aber die leitenden Köpfe haben, wie der deutsche Reichskanzler ganz richtig festftellte, sich zu weit in die Netze des unfruchtbaren Krieges verstrickt und so rennen sie immer noch einmal an, unr das Unmögliche vielleicht doch noch möglich zu machen. Dem armen Volk wird der blendende Gewinn phantastischer Kriogsziele vorgezeigt. Wir Deutsche fürchten- diese Kundgebung keineswegs. Sie erscheint uns mehr als ein Zeichen des Niederganges, der Zweifel und Verzweiflung bei unfern Gegnern, als eine Fanfare wirklicher Kampfenergie. Der österreichisch-ungarischen Tagesbericht. Wien, 8. März. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird uerlauttzart: 8. März 1917. Oestlicher Kriegsschauplatz. In den Waldkarpathen nordwestlich des Tartaren- Passrs wurde der Feind von einer Höhe vertrieben. In Wol- ! hynien VorstLgeplänkel mch verstärkter Feuerkampf. Italienischer Kriegsschauplatz. Im allgemeinen geringe Gefechtstätigkeit. Sturm- patrouillen des Honved-Jnfanterie-Regiments Nr. 32 brachten aus der italienischen Stellung westlich von Konstanjevica Iß Gefangene ein. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v.Hofer, Feldmarschalleutnant. * * * Eraf Zeppelin f. Berlin, 8. März. (WTB. Nichtamtlich.) Graf Z e p p ei in ist heute vormittag um »412 Uhr im Westsanatorium zu Charlottenburg einer Lungenentzündung erlegen. * Fried richshirfen, 8. März. (WTB.) Graf Zeppelin- batte sich dieser Tage in Berlin einer Operation zu unterziehen. Durch Hinzutttten einer Lang enentzündung war der Zustand des Kranken errrst geworden. Be r l i n, 8. März. (WTD. Nichtamtlich.) Heber das .Krankenlager 'des Grafen Zeppelin meldet die „Kriegsz eitung": Graf Zeppelin Ivurde seit längerer Zeit an einer Ruhrerkrankung behandelt. Ta der Fäll kompliziett war, schritt man zu einer Darm Operation, die mufo glücklich verlief. Man hatte bereits alle Hoffnung, den Patienten wieder her gestellt zu sehen, leider aber trat Ziegenpeter und später Lungenentzündung hinzu. Dl?e NpFjnmgsanfnahme war infolgedessen unbefriedigend und schwächte die Widerstandskraft des greisen Grasen erschlich. Die Krankheit nahm daher in den letzten Tagen eine kritische Wendung. Heute mittag halb zwölf Uhr schllnmnerte der Güas im Kreise seiner hier weilenden Angehörigen sanft hinüber. Er war bis zuletzt bei vollem Bewußtsein. Graf Ferdinand von Zeppelin fst am 8. Juli 1838 in Konstanz als Sohn des Fürsllich Hohenzollernschen Hof- und Ne- gierungsvates Friedrich von Zeppelin geboren. Er stfudiette am! Polytechnikum in Stuttgart urd trat 1855 in die Kriegsstlxule in Ludwigsburg ein. 1858 wurde er Offizier und studierte dann weiter in Tübingen. 1863 nahm er am amerikanischen Sezessionskriege teil rmd machte die Feldzüge von 1866 und 1870/71 mit. Bekannt ist sein schneidiger Retogrwsziernngsritt in dem letzteren Feldzuge. Bon 1885 bis 1890 war Graf Zeppelin lvütttembergischer sandter und Bevo llmächtigter beim Bundes rat in Berlin. 1890 nahm er als Generalleutnant seinen Abschied, wurde ä la suite des Königs von Württemberg gestellt imb 1905 zum General der Kavallerie befördert. Seit 1890 beschäftigte sich Graf Zep.pelin mit dem Ban lenkbarer Luftschiffe. Er unternahm in den Jahren 1898* bis 1900 die ersten Versuche nrit seinem weit verbefserteu System. Sein erster Ballon war 128 Meter lang, faßte 11 300 Kubikmeter Gas und hatte 11,6 Meter Durckpneffer. ?kusgerüstet war dieses Luftschiff mit zwei Motoren Ku je 16 Pferdestärken. In welcher Weile sich die Zeppelinlnftschrffe entwickelt litten, ist hinlänglich bekamrt. Graf Zeppelin ntu&te sich dieser Tage tu Berlin einer Operation unterziehen. Durch Hinzutreten einer Lningenentzün- AP** * kyrng hatte sich der Zustand des Kranken verschlimmert. Er hinter- läßt nur eine Tollster, .Helene, die sich am 19. Februar 1909 mit dem Grafen Alexander von Branden stein vermälstte. Um den Na- mtn Zeppelin zu erhalten, wurde bient Grasen Branden stein die Berechtigung erteilt, !einem Namen den Zeppelins beizufügen. « Berlin, 8. März. (WTB.) In der l>entigen Sitzung des Abgeordnetenhauses widmete nach Schluß der Debatte Präsident Graf v. Sch-oerin-Läwitz dem verstorbenen Grafen Zeppelin folgende Nachruf: Durch daS Wolfffche Telegraphenburean ist uns die Nachricht zngegmrgerr, das; Graf Zeppelin heute vormittag einer Lungenentzündung, erlegen ist. ( c Zic Mitglieder des HanseS erheben sich von den Sitzen.) Tanrii ist ein Mann aus dem Leben geschieden, der sicb nicht nur, wie Fürst Bisrnarck rühnren durfte, bei mrseven! Feinden eurer der bestgehaßten zu sein, sondern auch lange Zeit fick! rü'hnrM durfte, in unserem Volke enre-c der bestge liebten) Männer zu sein, und darum wird durch die Trauerkunde daS derrt- sche Voll in tiefe Trauer versetzt. Mier seine Werke folgen ihmj nach, und wir dürfen die feste Zuversicht haben, daß auch seins große weltgeschichtliche Erfindurrg an der siegreichen Vo!!'endung des Weltkrieges ihren Aneeil haben wird. Unter aller: Umfräirden wird der große Na-ne des heinr>Aegan^«ren Mannes der unvergängliche» Liebe und Dankbarkeit des derttfchen Volkes sicher sein. Mexiko und der TanchöooLlrieg. Wien, 6. März, (zf.) Die „Neue Freie Presse" veröffentlicht eine Anfrage der Vereinigten Staate n an ihren Vertreter in M e x i k o und die darauf erfolgte Antwort. In der Anfrage, die von Lansing unterzeichnet ist, heißt es: „Teilen Sie Garranza mit. daß der Vertreter Großbritanniens! in Washington Nachrichten über die Tätigkeit deutscher Tauchboote im Golf von Mexiko empfangen hat, und daß die MliiertQi. gezwungen sind, die nachdrücklichen Maßnahmen zu ergreifen, stms sie die Kenntnis erhalten, daß ihren Feinden Hilfe im mexi- kanffcherr Territorium gewähtt worden ist. Bewirken Sie, daß Car- ranza erfaßt, welche große Bedeutung der sofortigen ErgreisunF von wirksamen Maßnahmen zukvmmt. die dahin führen, daß ter Gebrauch des mexikanischen Territorürms als Operatiorcsbasis für Kriegsschiffe verhindert wird, sowie der Novveirdigkeit, unverzüglich eine strenge Zensur der drahtlosen Telegraphie anznordnen." Die Antwort Mexikos lautet: „In schuldiger Bocrnttoortnng habe ich die Ehre. Eurer Exzellenz dem tiefen Beftemden Ausdruck zu geben, das bei der mexikanischen Regierung die Tatsache hervor gerufen lmt, daß sich Seine Exzellenz der Botschafter Großbritanniens in Washington an die Regierung der Vereinigten Staaten gewandt hat irr einer Angelegenheit, welche ausschließlich Mexiw betrifft, um so mehr, a!S Großbritarrnien einen bei Mexiko akkredietten Ver- tteler unterhält. Die mexikanische Negierung betrachtet es als ungerechtfettigt, daß die Alliierten sie verarttwottlich machen »vollen für die Tätigkeit deutscher Tauchboote im Golf von Mexiko, da ja solche Tauchboote amerikanische Häfen angelaufen und auch innerhalb der territorialen Gelväffer der Vereinigten Staaten Schiffe versenkt haben, ohne daß dieses Verhalten irgend welck>e Konflikte hervorgernfen hätte, und ohne dcch ans diesem Grunde die Regierung Ew. Exzelleirz vercurtwottlick) gemacht worden wäre Nichtsdestoweniger erlaubt sich die mexikanische Regierung GroßbritLnrnien gegenüber anzuregen, daß die englische Flotte die deutschen Tauchboots verhindere, aus llwer heimatlichen Baffs auszufahren. Dadurch würde die mexikanische Regierung gegen nrrangenchnre Zwöchensälle gedeckt, welche der gegenwättige europäisä-e Konflikt veranlassen könnte. Wenn die von Großbtttarmien ergriffenen Maßnahrnen nicht wirksam werden, wird die mexikanische Regierung nach den Erfordernissen der Umstände handeln, falls deutf'che Tauch- boote in mexikanischen Gewässern fahren." Der amerikttnische Senat. Washington, 7. März. (WTB.) Meldung des Reu- tersch-en Bureaus. Der arrs Demokraten und Republikariern bestehende vereiriigte Kvngveßcmsschuß kam überein, eine Aenderung der Geschäftsordnurrg des Senates in der Mch. tung zu empfehlen, daß jede Debatte mtt zwei Drittel Mehrheit geschlossen werden kann. ■* * * Erfolg deutscher Seeflugzeuge. Berlin, 8. März. (WTB -Amtlich.) DeutscheSee- flugzeuge haben am 6. März Hafenanlagan und russische Stellungen bei S u l i n a angegriffen und erfolgreich mit zahlreichen Bomben beworfen. Sämtliche Flugzeuge sind trotz feindlichen Abwehrfeuers wohlbehalten zurückgekehrt. Bon der Wcftsrout. Berlin, 8. März. (Privattel.) Auf der Westfront sind in der Zeit vom 1. März ab 333 Engländer und 7 30 Franzosen gefangen genommen, 32 Maschinengewehre und 25 Sck>nelladegcwehre erbeutet worden. Eine schwedische Offiziersabtcilrrng aus dem östlichen Kriegsschauplatz. Berlin, 8. März. (WTB.) Nackchem eine spanische Offiziersabordnung schon seit längerer Zeit auf dem westlichen Kriegsschauplatz verweilt hat. begibt sich irr den nächsten Tagen aus Einleitung der obersten Heeresleitung eine schwedischeQssizieröabteilung aus den östlichen Kriegsscharrpiatz. Der Srrlsarische Bericht Sofia. Mars. (ADV.) Amtlicher Bericht vom 6. SB tu*. . M cr z eoo nt s che tfroitt: Schwache Ärtill erierä ti g keit auf «r ge,amten k 5 ront. Westlich Bitolia Patrouillengeplänkest Unsere Dosten nahmen eine französische Patrouille gefangen. Im Varvar Tale Tüttgkert der Flugzeuge. In der Ebene von SerreS lebhafte Patro unten tätigkeik Eine englische Kompagnie mit Maschinenge-- wehre?i rückte gegen das Dorf Kpperi vor, wurde aber von dem Feuer unserer Posten empfangen und mutzte in der Richtung auf das Tori Kumla fliehen. Rumänische Fdont: Zwischen Tuleea und dem Meere ^euerwechrcl zwischen Wadftabteilungen und Patrouillengesechtc auf dem Kugesrvrenen Arm deS St. Georgs-Kknals. ^^o fia, 6. Marz. (W.TB.) Bulgarischer Heeresbericht vom (. Marz. .Mazedonische Front: Aus der ganzen Front schwaches Arttllerie- und M aschin kngeivebrfener. Line englische Kompagnie versuchte westlich dom T»jran-See gegen das Dorf Köpri vorzw- rücken, wurde aber von dem Feuer mrückaetrieben. Rumänische Front: Oestlich Tulcea näherte sich eine russische Kompagnie auf dem zugefrorenen St. Georgs-Kanal unseren Posten, wurde aber durch Gewehr- und Artilleriefeuer zerstreut. Drr türkische Bericht K o n st a n t i n o p e l, 6. Mürz. (WTB.) Amtlicher HeereS- k«richt vom 6. Mürz. Tigris-Front: Am 5. Mar» morgens griffen die Engländer mi't zwei Kavallerie-Regimentern, sechs Panzer automobilen und zwei Kanonenbooten von: Lande und vom Flusse aus unsere Vorposten westlich Dzizie, 8 0 Kilometer südöstlich Bagdad, an. Der Angriff wurde mit schweren feindlichen Verlusten zurückgeschlagen. Wir nahmen einen Offizier uird drei Soldaten gefangen. Am Nachmittag wiederholten die Engländer den Angriff mit Infanterie. Auch dieser hatte dasselbe Ergebnis wie der vorhergehende. Nachdem imftri Vorposten ihre Aufgabe dnrchgesüstrt hatten, wurden sie nachts befehlsgemäß in die Hauvtstellung zrrrückgenommen. Von den anderen Frortten wird kein Ereignis von Bedeutung gemeldet. Kon stau tinope l, 7. Mürz. (WTB.) Amtlicher Heeresbericht vom 7. März. , Tigris-Front: Die Engländer nähern sich zögernd unseren Stellungen. Kaukasus-Front: Nur an einigen Stellen Gefechte von ErkundnngSpatrouillen. Sinai-Front: Versuche der Engländer, gegen unseren rechten Flügel vorzugeben, wurden durch unsere Vorposten mrückge wiesen. Ein feindliches Flugzeuggeschwadcr machte einen Bomben amgriff auf die Station Del el Eheria. Es gelang ihm aber nickt Schaden zu verursachen. Unsere Luftabkvehrgeschühe schossen ein feindliches Flugzeug, dessen Führer und Beobachter gefangen wurden, ab. Galizische Front: In der Umgebung von Dnkielany schlugen unsere Truppen im Laufe eines Bombenkamvfes den An griff eines russischen Bataillons ab und fügten ihm schwere Verluste zu. Aus den anderen Fronten kein Ereignis. Der englische Bericht ans Mesopotamien vom 7. MHry. Unsere Kavallerie ist Qm 5. Mau?, mit der AcnMtt der Türken bei L a j j in der Nachbarschaft von Ktesivöom ins Gefecht geraten. Die vom Feind Zürückgel-assene Beute liegt über ein Gebiet von 80 Meilen verstreut, so daß es nickt möglich ist, ihnen ganzen Umfang anUrgeben. Bis heute wurden achtundbreißig Geschütze «Ms dem Fluß geholt. Ein englischer Bericht aus Aegypten. London, 7. März. (WTB.) Meldung des Reutersckwn Bureaus. Das Kriegsamt teilt mit: Der Oberbefehlshaber in Aegypten mcÜ>et am 6. März, dass türkische Streitkräfte eine sehr starke Stellung in der Nachbarschaft von Scheik Muran, westlich von Shellal, nachdem sie zwei Monate auf die Anlage mächtiger Verteidigungswercke verwendet hatten, ansgaberr Am 6.' Mürz führten unsere Flugzeuge Bombenangriffe auf feindliche Eisenbahnzüge und Eisenbahnwagen aus und verursachten große Verluste an Menschenleben und Material. vion der BsrneMmg b?S preußischen M ilita rismuÄ Wocke. In En gland herrsche schon em p f i n d li ch e N o t. Ir» den letzten Tagen sei die tägliche Brotration auf zwei Unzen festgesetzt worden- Kartoffeln seien fast gar nicht inehr zu haben. Die englische Landwirtschaft. Lugano, 0. März. Dem Corr. d. Sera wird Von einem Londoner Korrespondenten gedrahtet, in ganz England werde bereits eifrig mit der P s l u g a r b e i 1 begonnen. Auch nach t s werde gearbeitet, und zwar bcistr Scheine von Acetylenlampen. Es werde gerechnet, daß die Tag und Nacht betriebenen mechanischen Pflüge, von denen fortwährend große Mengen vom Festlande eingeführt würden, in fünf Tagen und vier Nächten dieselbe 'Arbeit lei fielen wie gewöhnliche Pflüge mit Pferdegespannen in 56 Tagen. Gens, 9. März. In der Erklärung des Grafen Roma non es, er werde dem Beispiel seines Vorgängers Dato folgen und bew a ff ue te n 5) ande l s sch i f fen den Aufenthalt in spanischen Häfen gestatten, findet der Lyoner Pro- gves eine bedeutende Annäherung Spaniens an den amerikanischen Standpunkt. Die Nöte in Italien. Bern, 8. März. (WTB. Nichtamtlich.) In der gestrigen Sitzung der italienischen Kammer erklärte der Sozialist B e l t re m i, daß im Kreise Patlanza ein geradezu besorgniserregender Getreidemangel herrsche, der umso fühlbarer sei,' als es nicht nur an Getreide, sondern auch an anderen Lebensmitteln fehle. „Corrierc della Sera" zufolge teilte der Handelsminister mir, daß die italienische Negierung in London Schritte untere nommen habe, um das Einfuhrverbot zugunsten Italiens teilweise abändern zu lassen. Eine große Kundgebung in Paris. Paris, 8. Mär». (WTB.) Meldung der Agence Havas. Gestern nachmittag fand eine große nationale Kundgebung str der Sorbonne statt, bei der Poinccrre awoefend war und Kammerpräsident D e t- ch a n e l bnt Vorsitz führte. Der Justiz- minister Vi vian i erklärte namens der Regierung, nach dreißig Kriegsmonaten habe Frankreich unbezwingbar und entschlossen die Niederlage tu die Ferne gerückt und sich dem Siege genähert. Wie eS sich im Ktttege ausrechlerhalte, so iwrcte es morgen auch auf- rechtstehenimFriedenzusammenmitElsaß-Loth- iin gen , in einem Frieden auf Grund des Sieges, den Frankreich feiner Geschichte zu Ehren und gemäß der Achtung für seinen Namen allein mrnehmen könne, gegenüber dem preußischen Militarismus, der die Geisel des Krieges eirtfesselt habe, eines Sieges, der et ermögliche, daß die Kinder seiner Kinder frei unter der Sonne leben könnten. Für das ReckK und im Bunde mit den Alliierten bleibe r ankreich aufrecht. Daraus hielten Deschanel. Barthou und orrcö Reden, in denen sie Frarckreich ausriefen, bei den Anstrengungen zu beharren, dem: niemaG biete sich eiuü gleich günj- stige Gelegenheit, den Sieg zu vollenden und den Erbfeind endgültig zu bezwingen, der sich im Laufe der Jahrhunderte bereits nnnnnd- Kwanzigmal aus Frankreich stürzte. Die großen Gesellschaften Frankreichs erklärten ihren Willen, die Anstrengungen der Kämpfenden zu unterstützen, feierlich. Xiz Vertreter des katholischen, protestantischen und des israelitischen Propaganda-AusschufseS sprachst, sich in dem gleichen Sinne ant. Bern. 8. März. (WTB. Nichtamtlich.) Bei der gestrigen Noatinnalkundgebmrg in der Svrbmrne erklärte Dechanel in. ä ? u. a : Deutschlands Behau p tun g, daß die "utente es vernichten wolle, sin haltlos. Mm könne, Matwn von stetig üflÜÜfltoJWt nuht verrckchien. ßtetn mm spreche, nveine man damit den Chava^ter Hveußens. welches ein; militärischer Staat sei, zu zerstören, denn wenn Preußen seinen Militarismus nicht hätte, würde es nicht existieren. Man müsse dmn auch alle deutschen Schicken und Universitäten, deren wgiscli-c Fortsetzung die Armee sei, vernichvem Soläien Chimären lause mar» m Frankreich nicht nach. Man wolle niem-crud verlnndern, zu iftm, aber man ivoke, daß alle Völker in FreU-eit, Unabhängigkeit und Würde arbeiten kirnten. Für Frankreich und Europa gebe es keine Rul-, so lange die deutsche Armee so uche an der französischen Hauptstadt swhc und den Zugang zu den Straßen halte, aus denen die Terrtsdxm über 200 Mal in Frankreich ein ge fall«' ßeien. Geographie urck Geost^ie seien die betreu Diplomaten und die Grunolagen für die wirkÄd»en Grenzen Frankreidjs. Beachte mm sie nickst, so falle man in Willkürlich^ciL und Getoalttättgkeit. Auch nach dem Kriege werde der Kampf nicht zu Ende sein, so lange der Feind vor der Türe steh, und deshalb müsse man sich bemühen, ihn in schlagen. Hft'rdriker Ernest Lavisse, Vorsitzender des Or- SLnssMtronskon»teeS, erklärte. Frankreichs Friedensbe-« dinzungen seien die Bestrafung D en tschlands und dic Rückgabe Elsaß-Lothringens, di-e WisL-arherstetlung und Unalchitzuttgkrit Bclgieirs, Serbiens und Rumäniens und das Rech, Selbs^erfü^ung aller untererü^ten Nattsnalitrtar. Nur unter diesen Bscnngungen wesde der Frieden dcruertiast sein, aber Deutsch- kmb werde die>e Bedingirugcm ocst csnrielstrren, wenn cs durch Ge> walt «ezwungen fei. — Sofeünm sprach«, iwch Be zres im Nam« der Vertreter der Wussanschasieu mrd Stadtgemein den m gern gleichen Sinne. Sochieiztrck) ecÜäxtz sich Viviani nern'.-ztT* der Regierung mit den Ausführungen seiner Vorredner solidarisch. ' Die ganze Presse betont, bk Kundgebung l-abe infolge der Er- klÄcmrqea VwianiS loeit mehr als nur ofsiziöse'n oder patriotischen ClMnakter. De',' U-8ooSkrieg. Neue gro^e Lrsslse im Mittelmeer. Berlin, 8. Mörz (B'Bl) ImMittelmeer wurden versenkt nen n Dempfer und drer Seg ler mit zusamvrcn ?/2 000 Tonnen, dck mnter nm 14. Februar der imvLffMtt italienische DÄMp-fcr „Tonus" (4159 Tonnen) mit Betummöl^e nyfc Mais p»n Älerirridrio nach Genua, am 29. Febnrardr-r veprg^te evgHsche Tran p^rkvampls-r „Ro- ssl-e" (423 i Tonnen) mit Munitisn u-w Ha^er von New Vvrk nach Sal»nck. am 21. ^Februar d,r bewaffnete erotische Danrpser <3i)12 Tonn-cn) mit 4500 TH'?neu Magnesium an?-' Weg nach EngianÄ, am 22. Fe- brtdgr ein französischer Dampfer von etwa 1000 Tonnen, am 23. Februar der hewaff«-rte engiiMe Dampfer „Trojan Prinec" (313! Tonnen) mit vrller LaÄnng, am 20. Februar % J bnmffwit englische Dampfer „Burnby" (3665 Tonnen) mit 5209 Tonnen Ksl>e Von C»rdüff Algier, ein bewaffnter feind!ick>er TrLMspsrlhmnpftr vvn ettva 5000 ^irn- Kohleuladung und der Dampfer M§ dem Reiche. Der Hauptauöschutz des Reichstags und die Steuerfrage. Berlin, 8. März. (WTB. Nichtmntl.) Der Ijfniö des Reichstages begann heute Stein-nwrlagen. Die weitere K-riegsabgabe Hauptaus-- Beratung der Reick-sbank im Tonnen), am 3. März der „Era'WrnLsrsn" (2789 Tonnen) mit «me fttu mit .JBirtmj*" (1388 erotische Darnpftr Ksh'ie. D-er Chef des Wmiralftabs der Marine. Der französische Torpero^osLSzerftörer „Cassini" torpediert und unterseganKen. Paris, 8. März. (WTB. NichLmnLlich.) Der Marineminister teilt mit: Der TorpedobootSzerstörer „Cassini", der dem Patrouillendienst auf dem Mittelländischen Meer zugeteilt war, wurde am 28. Februar um 1 Uhr morgens von einem feindlichen Unterseeboot torpediert. Die Pnlverkanimer explodierte, worauf Las Boot in weniger als zwei Minuten versank. Der KonimandariL, sechs weitere Offiziere und einhundert Unteroffiziere und Mannschaften sind umgekommen. Zwei Offiziere und zweiunddreißig Unteroffiziere und Mann sind gerettet. Der versenkte italienische TruppcntrausporLdampfer Berlin, 8. M^ärz, (WTB. Amtlick.) An Bord des am 15. Februar im Mittelmeer auf dem Wege nach Saloniki versenkten italienischen Trupperrtransportdampsirs „Minas" befanden sich rrach den Aus-sagen der beiden von unserem U-Boot au.fgefisckste7i italienisclstm Soldaten ein General, drei Obersten, zwei Majore und tausend Mann italienischer Truppen vo?r drei verschiedenen Regimentern, die bei der herrscherrden hohen See mit dem Schiff untergegangen, sind. Erlebnisie auf einem deutschen N-Boot. Kopenhagen, 8. März. (WTB. Nichtamtlich.) Das norwegische Vvllschisf „StorSkocst^ wurde am Februar an der irischen Küste aus der Reise von Südamerika nach Queenstown mit einrr Maisladung versenkt. Die Besatzung wurde irrt Bord des Unterseebootes genommen, wo sie drei Wochen verblieb. Erst vor einigen Tagen U'urde sie in .Helgoland gelandet. Unter der Besatzung befanden sich aucl) ein Cmgländer tmb drei Russen, die in Deutschland acks Kriegsgefangene zirrückgehalten werden. Der übrige Teil der Besatzung, fünf Dänrit und zehn Norlveger, trafen gestern hier mks Deitsichland ein. „Politiken" veröffentlicht heute einen Bericht über ihren Aufenthalt an Bord des Unterseeboots. Der Kommandant wird einstimmig als eine attszerordentlich gewitmende Per- sörtlichkeit geschildert. Auch von der übrigen Besatzung wurden die fremden Seeleute init der größten Liebenswürdigkeit behandelt. Man lebte wie Kameraden und teilte alles, was die Speisekarmner bot. Vor der Versenkung des „Storskog" wrirden vier große Dampfer, darunter ein englischer Munttionsdampser, versenkt. Während des Aufenthalts der fremben Seelettte an Bord versenkte das U-Boot einen Weizendmnpfer von G(X)0 Tonnen, einen Kohlendampfer von 6M0 Donnen, einen anderen Dampfer von 3000 Tonnen und ein Segelschiff. Das U-Boot wurde o ft vo n eng lischen To r p e d o j ä g e r n verfolgt. Bei einer anderen Gelegenheit wurde ein bewaffneter englischer Handels- d a m P f e r durch wohlgezielten Torpedoschuß zum • Sinken gebracht, ehe auf dem Dampfer die Geschütze schußbereit gemacht werden femuten. Nachdem der Torpedovorrat erschöpft war, wurde die Heimfahrt ua.ch .Helgoland anae- treten. Bon dort kelTrten die skandinavischen Seeleute über Bremen zurück. die der Betrage von 100 Millionen 9Rark rvurde unverändert ange- siommen. Sodann trat der Ausschuß in die allgemeine Erörterung der drei SteuLrMsetzentwürjL, Zuschlag zur Kriegssleuer, Sick-crung der Kriegs neuer und Kvhlenu-euer, ein. Staats nkretür Rodern erklärte, die Kohlensteuer werde irrsbesondere für dre Uebcrgangszeit als laufende Steuer quelle nötig sein. Das Bolks- oermögen werde auf 300 bis 330 Milliarden jür Teutschalnd ge- Tstitzt, worvn etwa 200 Attlliardeu steuerbar feien. Das Steuer- Programm für die Uebergangszeit lasse sich jetzt noch nicht curf- srellen, da wickstige Faktoren der EuVvicklmrg noch nicht zu über- ehen seien. Die Reichs Vermögenssteuer würde ohne Staffelung gerade den Mittelstand am meisten belasten, mit der Staffelung aber wegen deS großen Anteils der kleineren und mittleren Vermögen an dem Gesanrtvernrögen nicht den erhossten Betrag bringetr. Auf die Anregung eines Ausschußmitgliedes ertviderte der Staats-- jekretär, von der Erhöhung der Börsensteuer seien zurzeit nur verhältnismäßig geringe Summen zu erivarten. Hinsichtlich der Berücksichtigung des Familienstarides betonte er, daß diese Frage bei der künftigen Steuerreform eine rvick>tige Rolle spielen würde, raß jedoch bei den vorliegenden Etrvoürsen davon Abstand zu nehmen sei, weil die Vorarbeiten wxi> nicht zu einer vollen Klärung der Frage geführt hätten. Im weicheren Verlause der Verhandlimgen führte Staatssekretär v. Rödern in Bezug auf die Kohlenpreise aus, Deutschland stehe jetzt besser da, als das ÄMajtb und werde diese bessere Position auch liach deni Kriege bel-alten. Daß die Kohlensteuer eine Belastung der Produktion darstette, werde von ihm zugegeben, gleick^wohl seien diese Bedenken von allen Seiten zurück- gestellt worden. Der Handelstag habe die Kohlensleuer in der Form von Wertsteuern empfohlen- OtackHem sodann der Vorsitzende des Ausschilfses Dr. Spahn Mitteilung von dem Ableben des Grafen Zeppelin gemacht und dem verstorbenen genialen Er- ssnd'er einen tiesempsiindenen Nachruf gew3>met batte, hielt Staatssekretär Helfferich eine längere Rede, in der er u a. aus- führte, die Kohlenstauer habe zwar Bedenken von dent Stmtd- punk'. der Produklion, aber ntan müsse sich an den Gedanken ge- wöhuen, daß wir in Zukunft iricht ohne jede Besteuerung der Pro- duktion anskonimen werde. Es b)mme nur darauf an, die Lasten so zu verteilen, daß imsere VolkSwirtschast sie auch tragen könne. Die Lage Deiitschlands bezüglich der Kohlenpreisc sei günstiger, als die anderer Länder, dank der eigenarttgen Organisation, nach der irr Pve>ißen der Fiskus Einfluß auf die Gestaltung der Kohlen- Preise MiSzuüben in der Lage sei. Diesen Vorsprung werde Deutsch- fcntf) and) nach dem Kwiege beibehalten,' da damit zu reckMen sei, das; vor allein England und Amerika auch nach dem Kriege höhne Preise haben wiirden. Es sei .auch rickitig, daß vorerst das Reich einen großen Teil der Kohlensteuer trugen werde, aber bei dem Einttftt der FrstHensverhältnisse, werde der Anteil des Reiä)eS an der Kohlensteuer arttamattsch von der vrivaten Vvlkswittsckiaft übernommen werden. Wesentlich sei auch, daß für die schvere Zeit deS Uebergangs Entnahmen geschaffen feiert, und daß an den Privatbetrieben auch die Anpassung an die veränderten Pro- duktionsbedrngungen erleichtert werde. Die Verhandlungen werden am Freitag fortgesetzt. BurDesratsbeschtüsfe. Berlin, 8. März. (WTB. Nichtamtlich.) In der heutigen Sitzung des Bundesrats gelMtgten zur Annahme: der Eittwurs einer Bekanntmachung über den Verkehr mit eisernen Flaschen, der Entwurf eines Gesetzes betr. Aendernng des Gesetzes über den Absatz von Kalisalzen, eine Ergänzung der BekMintmachung über den Verkehr mtt K a ka os ch a l e n, der Entwurf einer Bekanntmachung über die staatliche Genehmigung zur Ausgabe von Teilschuld- verschreibungen und Vorzugsaktien, der Entwurf einer Verordnung betreffend dre Zahlung der patentamtlichen Gebühren, der Enttvurf einer Verordnung über Vereinfachungen im Patentamt, der,Entwurf einerBe> lannttnachung betreffend Sicherung der Ackerbestel- l u n g, der Entwurf eines Gesetzes zur V e r e i n? ach u n g der Rechtspflege und der Entwurf einer Bekanntmachung über freiwillige Gerichtsbarkeit und andere Rechtsangelegenheiten in .Heer und Marine. * Berlin, 8. März. (WTB.) Der Kaiser ließ der Reichsbank eine große Anzahl wertvokler Goldmünzen zur Verstärkung des Goldbestandes übergeben. hessischer Landtag. Zweite Kammer. Am Regierungstssch: > .Innern v. Hör Berlin, 8. Mär^ fSritoriM.) Wie mir Vernehmen, stand das Tauchboot, das kürzlich das Zusammentreffen mit emer Tauch boo t falle hatte, unter dem Befehl des Kapitänleutnants R o e h r. Rotterdam, 8. März. (WTB.) Hier geht das Gerücht der Harwtckdantpfer „Eopenhagen" sei'in beschädiatern Zustande von zwei deutschen Torpedobooten näch Zeebrnaoc geschleppt worden. • ^ad) Reuherirngen der M«nnsft>aft des Ende Februar von London in Rotterdam angekommenen englischen Dampfers erhielt diese für das Befahrerr des Sperrgebiets eine wöchentliche Lvhnerhöhium von zwei Pfund. Der Steuermann renes Dampfers erhalte z. B. jetzt znMs Wund die Tarmstadt, 8. März. Staats minister Dr t'n>nrd, Mi- rnster des onnern v. H -o m b e r g t , Finanznänister Tr. Becker, Staats rat H ö tz i n g e r, Ministerialrat Schliephake. , Zweiter Vizepräsideitt Tr. Schmitt eröffnet die Sitzmtg um 9^4 Uhr. Tie Generaldebatte über den Staa tS Voranschlag für 1917 werd wrrgeseht. Erster Redner ist Aba. Henrich (Fortschr. Volkse Mrter) Er führt ans: In diesem Weltkrieg hat man sich so sehr an ricymhafte Ziffern gewöhnt, daß die kleinen Zahlen des hessi- id?en L>taatsvoransd:lags unbedeutend anmuten. WaS sind die bisherigen Steuern ltnb Schulden gegen die Silmmeri, die der Krieg umietzt? Ltber diese Massenzifsern sind doch airch nur das Ergebnis unzähliger Emzelleiftnngen: in diesen liegt die Wurzel der Volks- kraft, sie müssen weiter gepflegt >vett>en. Ter Voranschlag zeigt em. günstrges Bild. Die Kriegsarbeit bringt Geld nnd Arbeit: die Mrllrardcnanleihrm setzen sich in Einkommen um. Dieses blctbr tm Lande, bildet neues Kapital, das wieder Anlage in Kriegsaw leihen sttcht. Dieser Kreislauf vollzieht sich, so lange das deutsche Volk Kraft und Material zu neuen Arbeitsleistungen hat. Das ist unsere Stärke gegenüber unseren Feinden. Ter Uebergaug in die Friedensarbeit lvird unte Störungen bringen, das Einkommen ati§ Anleihen fehlt dann, aber nicht Gelegenheit zur Arbeit. Für utc Übergangszeit ist Schonung vor neuen Lasten nötig, desl-alb jetzt Schonung der Fonds, die fid; überraschend gut gehalten haben. Der StaatSvoranschlag ist kein voller Maßstab für die Wirkungen tx's .Krieges da der Staat selbst größere Lasten ans Anlaß des KrtegeS naht zu tragen hatte; die Teuerungszulage an Beamte wird aus Reserven gedeckt. Tie .Hauptlast verblieb daher den Gemeinden, der (£>taai kann hier nicht auf die Tauer Zusdjauer bleiben. Tie größten Ausgaben hat natürlich das Reich. Nock) dem Krtege werden sich die lausenden Ausgalven gegerr früher wohl ver- merfadreit, wenn nicht eine fette Kriegsentschädigung Abhilfe schafft. Die neuert Stenern auf Kohlen und auf den Verkehr bilden nur einen Vorgesd)mack für das, was rwch kommt und hoffentlich den bittersten (besser wie die Kohlensteuer wäre die Verstaattichung der Kohlenbergwerke oder wenigstens die Beteiligung des Rcidjs an der Reitte). Ohne eine kräftige Vermögensstener bleibt die Ordnung der Retchssinanzen ein bedenklidj-es Stückwert: für die Freilassung des Besitzes hat das Volk nicht geblutet und gelitter:. Ter Abg Sttesenwnn schlägt nur eine einmalige Abgabe vor, dce in der Emzahlung von einem Drittel aller Vermögen besteht. Für dre Industrie mag das annehmbar sein, die sich von der Amputation rasch wieder erholt, nichi aber für den Grundbesitz. Rrchttger ist die ITianspruchnalMe der Rente durch eine pro-- gressive Vermögensswuer. Auch der Gedanke der Reidrseisenbahnen müsse erneut evvogen N-erden, Wenn tn« citt&ätlid* aSeriwUtamj. hmcherte von Millionen erspart, ohne dm Eur^elstaaten iLre bisherige Rente $u schmälern, dann solle man das nicht avlrhireu. Redner bespricht kurz die Frage der Neuorimti-erimg, bei der alles daran? ankomme, wie sich das Volk selbst nach dem Kriege dazu stelle, und geht dann aus die Ernährnngsfragen über. Hier stehen sich die Mernmigen gegenüber, ob zuviel oder zu tvenig Zwang und Organisation da sei. Wo Mangel herrscht, wird auch die beste Organisation keine volle Zufriedenheit bringen und ohne ivillige Unterstützung durch die Bevölwrung versagt jede Organisation. Der Ernst der Lage ist noch nid# im ganzen Volke erkannt, die eine Hälfte hat immer noch Ueherfluß, die andere Mangel. Tie vielen Verordmmgcn allein tun es nid>t, man kennt sich darin nicht mehr aus. Mehr Rat und Voraussicht ist nötig. Ter gesetzlich# Zwang ist nötig, aber wenn er angeuieichct werden muh, dann ist es schon gefehlt. Bedmklich ist es auch den Anreiz zur Produktion durch fortwährende Preissteigerungen zu schlffm, das ist eine Schraube ohne Errde. Wie will man sich da ivickder zu Friedenspreisen zurückfinden? Richtig ist nur die Schaffung eines vernünftigen Verhältnisses in den Preisen untereinander. Mit am meisten spürt die Last des Krieges der Fehbesoldete, weil er sein Einkommen nicht selbst regeln kann. Tie Vorlage über die Teuerungszulagen für Beamte sei deslxüb trotz ihrer kargen Zahlen mit Tank zu begrüßen, hoffen tliw seien noch Besserungen möglich, namentlich zugimsten der Pensionäre und der Witwen. Dankbar zu begrüben sei auch die Besserstellung der Staatsdienstanwärter und die weiter gehenden Beschlüße des Finanzausschusses. Tagegm sei es ein beklagmswerter Mangel, daß in der Unterstützungsvorlage für den Mittelstand der Pnvatangcstellten nick# .gedacht ist. Anlaß zu Meinungsverschiedenheiten imd damit zur Parteibildimg sei auch nach dem Kriege noch gegeben. Tas wäre kein Unglück, wenn nur alle sich belaubt sind, daß sie nach aubm hin eine einige und geschlossene Einheit zu bildm haben. Ziel und Aufgabe sind für alle Vaterlands freunde die gleichen: des Volkes Wohlfahrt uitb des Reichs Schutz. Jede Meinung über den Weg dazu bat das Recht gehört zu werden. Darum freie Bahn für jede ehrliche Ue-nw- zeugung imd für jeden Glauben, dann werde dm politischen Kämpfen die meiste Bitter? ft genommen. Nickis errege mehr als Rechtsungleichheit. M.an müsse nach Gerechtigkeit suchen. ^ Rach einer kurzen Paine kommt zunächst ein Antrag übw einen Staa'sl'eilrag zier Grosther'e^-Ernst-Ludwig-Jubilw' msift"na. Der Antrag des Finanzausschusses geht dahin: Der Spmde des l#ssischen Volkes an Sa Mwigl. .Hoheit dm Grobherzog ans Anlaß des allerhöchsten Regierungsjubilänms aus Staatsmitteln den Betrag von 200 000 Mark in bar zu Lasten des unter Kapitel 118 des Hauptvoranschlags in Einnahme nachgewiesenen Vermögensrestes oder diesen Wert in anderer Gestalt zuzuwmdm. Abg. Dr. O s a n n erstattet namens des Finanzausschusses darüber kurzen mündlichen Bericht und beantragt die Dringlichkeit des Antrags und danach dessen Annahme: der Finanzausschuß habe dem Antrag einstimmig zugestimmt. . Der Ausschußantrag wird darnach ohne Debatte vom Hanse einstimmig angenommen. Es folgt hierauf die Fortsetzung der Generaldebatte über den Staatsvoranschlag. Abg. Adelung (sozd.) führt aus, die Finanzlage Hessens sei in dem vorgetragenen Zahlenmaterial recht ikosig dargestelllt worden. Dir müßten uns aber doch immer dabei vor Augen halten, daß wir jetzt von unserem eigm.m Fett zehren. Unsere Einnahmen fließen zum Teil aus einer Raubbauwirtschast. Die Eismbahnein- nahmm werdm zurückgehm, wenn nach oem Ksi-ege die jetzt nichft vorgmommmm Unterhaltungs- urcd Emeuerungsanträge zur Aus'-, sührung kommen. Da werden erhebliche Summen verschlungen werdm, umsomehr, als sich auch die Transporteinnahmm nicht auf der gleichen Höhe halten werdm. Bei Schilderung der finanziellen Aufgaben nach dem Krieg hält es der Redner im Gegensatz zu dem Finanzminister und dem Abg. Dr. Osann für unumgänglich, daß das Reich in die finanzielle Sphäre der Einzelstaaten übergreife. Doch sei auch kein Glamch zu übertriebenem Pessimismus. Vor allem sei das zu betonen, angesichts der ^vorstehenden Kriegsanleihe. Hier müsse jeder seine verdammte Pflicht und Schuldigkeit tun. Der Redner fordert wirkliche Durchführung der staatsbürgee- lick#n Gleichheit. Manches Vorurteil sei ja infolge des Krieges dahingeschmolzen. Weiter beklagt Redner die Planlosigkeit in der Organisation, besonders in der Einengung von Lebmsmitteln. Die Anreizpolilik habe versagt und fordere Produktions^wang. dm Anbau aller Oedflächen. Redner spricht sich dann gegm die Brotver- tmerung aus, die die Unbemittelten schwer belasten würde, und für welche die Verbilligung der Fleisch Versorgung keinen Ausgleich bilde. Die Sozialdemokratie sei kein Feind der Landwirtschaft. Sie wisse, daß sich ihre Arbeit rmtierm müsse. Allein die Lebensmittelpreise habm in der Leistungsfähigkeit der Verbraucher gciu'iffe natürliche Grenzen. Der Abg. Bauer habe gestem eine Käpuzinerpredigt u la Abraham a Santa Clara ge§en die Städter gehalten. Der Redner zerpflückt in längeren Ausführungen die gestrige Rede des Mg. Bauer. Die Sozialdemokratie sei absoluter Anhänger des Freihandels, sie sei da, n*3 es fülr das Land nötig ist, sWr Schutzzölle, nran müsse aber auch an die Nottvendigkeit von Absatzmärkten denken. Das Kvhlmmonovol hätte bei richtiger Voraussicht vermieden werden müssen. Auch die Regierung müsse für Brennmaterial aus ihren Forsten sorgen. Unerhört und ungerechtfertigt seien die Koh- lmpreise. Man sehe nur die Dividmdm der .Kohlmzechen. Der Redner wünscht eine Beteiligung Hessens an dem Rhein—Donaukanal. Mainz finde nicht die Unterstützung von der Regierung, die die Entwicklung Mannheims bei Baden finde. Hierauf berührt Redner die Fragen der Bevölkernngspolitik. Der Assessorismus und das Aspiranterrwesen sei auf diesem Gebiete ein Krebsschaden. Cw fordert Abstufung des Gehalts nach Minderzahl. Die Rede des Mg. Dr. Schmitt sei sehr erfreulich gewesen. Herr Dr. Schmitt sei zu seinen demokratischen Jugendtagen zurückgckehrt. Er werde sich diese Rede aufbewahren. Der Redner stimmt der Forderung der Verhältniswahlen und der Aufhebung aller Ausnahmegesetze zu. Wir Sozialdemokraten machen unsere inneren Streitigkeiten unter uns ans. Wir brau chm keine Hilfe von außen. Meine Herren, wmn wir Sozialdemotraten unsere Pflicht erfüllt habm, so haben wir getan, was wir vorher stets gesagt haben!. Mr beanspruchen dafür keinen besonderen Tank. (Fortsetzung folgt.) Ar»s Stadt und Land. Gießen, 9. Marz 1917. Wo melde ich mich für den vaterländischen Hilfsdienst. Die neue Bundesratsverordnung hat die gesetzliche Meldepflicht bei den Ortsbehörden zur Registrierung für oie Hilfsdienst-Stammrolle festgesetzt. Von dieser Meldspflicht zur Stammrolle sind gewisse Berufskreise ausgenommen; diese Ausnahme von der gesetzlichen Meldepflicht besagt aber durchaus nicht, daß nur diese Kreise als im vaterländischen Hilfsdienst bereits tätig ^angesehen werden. Mle übrigen müssen sich zwar zur Stammrolle melden, die Entscheidung aber darüber, ob der Einzelne bereits im vaterländischen Hilfsdienst tätig ist, und zwar mit seiner ganzen Arbeitskraft, wird demnächst von den Einberufungsausschüssen (in der Regel bei den Bezirkskommandos) bezw. von den Feststellungsaus- schüssen (für den Korpsbereich in Frankfurt und Siegen) getroffen werden. Für alle diejenigen Personen, bei welchen dies verneint wird, ist die alsbaldige Ueberweisung zum vaterländischen Hilfsdienst in Aussicht geuommen. Es ist daher von größter Bedeutung, daß alle diese Hilfsdienstpstichtigen schon jetzt eine Beschäftigung im vaterländischen Hilfsdienst suchen, denn dadurch wird di«D^)urchführung des Gesetzes erleichtert und jeder Hilssdienstpflichtige wird an einer Stelle verwendet, die seinen Kräften, Kenntnissen und persönlichen Wünschen entspricht. Ausorücklich sei betont, daß niemand ans einein landwirtschaft.ichen oder kriegsindustriellen Betrieb zwecks Uebernahme eines anderen' Hilfsdienstpostens ausscheiden soll. Schrveres Unrecht gegenüber der Allgemeinheit begeht, wer jetzt aus der Landwirtschaft zur Fabrik übergeht. Auch Frauen und Mädchen werden dringend gebraucht. Jeder melde sich baldigst bei den neu errichteten H i l f s d i e n st m e l d e st e l l e n oder bei einem beruflichen Arbeitsnachweis, z. B. in Frankfurt für Techniker bet der Zweigstel e des deutschen Technikerverbandes, Friedberger Landstraße 45 a, für Ingenieure bei dem Bezirks- Verein deutscher Ingenieure, Schil.'erplatz 7, für Kanfleute bei dein Kaufmännischen Verein. Wer keiner beruflichen Organisation angehört, oder keinen derartigen Arbeitsnachweis in Anspruch nehmen will, für den bleibt die Meldung bei der zuständigen Hilfsdienstmeldestelle, weiche überall öffentlich bekannt-gegeben, auch bei jeder Gemeindebehörde zu erfragen ist. Man soll sich nur an e i n er Stelle schriftlich melden. Es sind dabei vorgedruckte Formulare auszufülleu, die bei der Hilfsdienstmeldest-elle, al.en Arbeitsnachweisen, Gemeindebehörden usw. erhält ich sind. Es sei aber besonders darauf hingewiesen, daß diese Meldungen, die zum Zwecke der Arbeitsvermittlung im vaterländischen Hilfsdienst erfolgen, vollkommen unabhängig sind von der gesetzlichen Meidepflicht zur Hitfsdienststamm- rolle und von dieser Meldung nicht entbinden. * Fleischverbrauchsregelung. Wir verweisen uf ole^heutige Bekanntmachung des Oberbürgermeisters. 'Danach darf künftighin Fris wnrst nur noch aus die Fleischmarken Rr. 1, 2 und 3 abgegeben werden und zwar 50 Gramm aus jede Marke. Maßgebend sind die aufgedrnckten roten Nummern. Diese Maßregel wurde notwendig, da infolge der geringen Anlieferung von Sck)weinen Frisch- wrrrst in dem bisherigen Umsang nicht mehr hergesbellt werden konnte, so daß die Ansprüche der Bevölkerung auf Frischwurst nach den bisherigen Bestimmungen nick# mehr befriedigt werden konnten. Infolgedessen war bisher an Samstagen ein gewisser Andrang an den größeren Metzger- geschckften bemerkbar; es ist zu hoffen, daß dieser durch die neuen Bestimmungen beseitigt wird. ** £ e b e u s m i 11 c l f a r t e tt. In unserem heutigen Blatte sind Vorschriften über die Abgabe von Lebensmittelkarten bei vorübergehender Abwesenheit und beim Wegzuge von Gießen enl- halten, aus die wir an dieser Stelle be>onderS Hinweisen. "Das G i e ß e n e r Bolksbad ,sl von jetzt ab Freitags und Samstags wieder bis 8 Uhr abends geöffnet. ""Zur Ablieferung von Z i n n g e g e rr tt ä n d e n wird nochmals ans Mittwoch, den 11. März 1917, vormittags von 8—12 und nachmittags vvil 2—6 Uhr ein Abnahmetag festgesetzt. Tie Zinngegenstände werden ans dein Stadt. Gas- und Wasserwerk, technisches Bureau. Gartenstrabe Nr. », entgeaengenommen ** Ein öffentlicher Impftermin wird am Donnerstag, den 15. März 1917, nachmittags 4 Uhr, in der Turnhalle der. Stadtmädchemchule (Schillerstrabe 8) abgehalten,, in welchem diejenigen Angehörigen von Jmpfpslichttgen, welche Aufforderung erhalten haben, ihre Kinder kostenlos der Impfung unterziehen lassen! können. Näheres siehe im Anzeigenteil des heutigen Blattes. ** Vernichtet Die Engerlinge! Bei der Vorbereitung der Kartoffeläcker sollte man die Engerlinge auflesen und vernichten. Nehmt also ztim Pflügen Linder mit, die die Engerlinge tn Gefäße sammeln. Es empfiehlt sich, die Tiere an Schweine und Hühner zu verfüttern- •* Städtischer Eierverkauf. In der Woche vom Montag, den 12 ., bis Samstag, den 17. März, werden in den bekannte!, Verkaussstellen Eier abgegeben. Näheres siehe Bekanntmachung **DicimFebruar1.900geborenenLandsturm- pflichtigen der Stadt Gießen müssen sich am 15. ds. Mts., vormittags von 8—12 Uhr und nachmittags von 2—6 Uhr, im alten Rathaus am Marktplatz zur Landsturnrrolle melden. Strtzs Bekanntmachung. ** Anbauverträge für Sommerölfrüchte schließt der Kriegsausschuß für Oele und Fette in Berlin. Siehe Anzeige. wer morgen Zeit hat, verschiebe nicht den Sang zur Ablieferung seines Goldes aus später! Die Goldanlausstelle iu den Räumen der VezirksspattLsse Gießen ist morgen von $ bis \ 2 % Uhr geöffnet! vermischtes. * Gera, 8 . März. (W. B.) Gestern nach 12 Uhr mittags fand zwischen den Stationen Oelsen und Spora an der Strecke Gera—Meufelwty —Wuitz ein Zusammenstoß eines Güter» znges mit einem Personenzuge statt. Hrerbei entgleisten die beiden Lokoinotlven und Wagen. Sechs Reisende und ern Beamter sind leicht verletzt. Ein Mord in Japan. Berlin, 8. März. (Priv.-Tel.) Die „B. Z. a. M." meldet nach den ,.Neuen Zürcher Nachrichten", daß die Tochter des Staatssekretärs des Reichsmarineanrts v. Capelle, die Gcniahlin des, in Japan internierten deutschen Offiziers v. Saldern, in ihrer tn der Nähe des Konzentrationslagers Fukuka gelegenen Wohnung ermordet wurde. Es liegt R-ccubmord vor. Letzte llcucbrtcbUtu Zum Tode Zeppelins. Berlin, 8. März. Sämtliche Morgenblätter widmen deni Grasen Zeppelin warme und ehrende Nachrufe. Im „Berliner Lvkalanzeiger" sckveibt Rudolf Herzog: Wenn der Wind hoch über uns brausend dahinfährt, werden wir die Köpfe strecken und mit Augen und Herzen suchen. Wenn am blauen Sommerhiminel entlang, der Sonne nahe, ein tveißes Wölkchen segelt, wird uns vor Freude der Atem stocken. Zeppelin, werden wir sagen mit einem! Glücksläck-eln in der Brust. Unser Heer schirmt das Land, unsere Scksiffe die Meere, hock) über uns aber in den Lüften hält Zeppelin die Sonnenwacht. Zeppelin, der deutschen Sonne getreue Eckatt. Im „Berl. Tgbl." wird gesagt: In Trauer und Dankbarkeit legt das deutsche Volk seinen Kttmz an der Bahre des Mannes nieder, dessen genialer Erfindergeist einen, über die Grenzen und Hemmungen der bewohnten Erde hinweg neuen und freien Weg C* chloß. Wetr von uns erinnert sich heute nicht jener Sommertage des Jahres 1909, wo Graf Zeppelin guer über den deutschen Boden Istnweg die ersten Wcitsahrten mit seinem Luftschiff unternahm und bald in der einen, bald in der anderem, deutschen Stadt als Gast erschien. Die amtliche Nnterfuchung der Dardanetleu-Expeditorr. London, 8. März. (WTB. Nichtamtlich.) Der Bericht der Königlichen Kommission, die ernannt war, um eine Untersuchung! über die Dardanellen- Expedition anzustellen, ttmrd-e heute veröffentlicht. Es heißt darin u. a., daß die Frage des Angriffs aus die Dardanellen von Churchill als eine ideale Methode zur Verteidigung Aegyptens angeregt wurde. K i t s ch i n e r erklärte, daß er keine Truppen für den Angriff auf die Dardanellen verfügbar habe. Wenn man aber, so fahrt der Bericht fort, Erkundigungen eingezogen hätte, hätte sich heraus- gestellt, daß genügende Truppen fiir eine gemeinsame Operation zur See und zu ÜMlde vorhanden gewesen sind. Tie, Möglichkeit eines überraschenden Angriffs ans Gallipoli zu Wasser und zu Lande hätte große militärische icnd politische Vorteile ergeben und daß die übereilte Entscheidung, einen reül maritimen Angriff zu unternehmen, mit dem man das geroünschte Ziel nicht vollständig err ichen konnte, ein verfehltes unbesonnenes Ansgeben dieser Möglichkeit ivar. Die irische Frage im englischen Unterhaus. London, 8. März. (WTB.) Unterhaus. Tie Nationalistenpartei hatte einen Antrag auf sofortige Einführung von H o - m e r u l e mit denr Hinweis daraus eingebracht, daß dadurch die Stellung der Alliierten in ihrem Verlangen nach Anerkennung gleicher Rechte für die kleinen Nationen gestärkt werde. Im Laufe der Besprechung sagte Lloyd George, die Regierung sei bereit, allen Teilen von Irland, die es unzweideuttg verlangten, Selbst- regierimg zn gewähren. Die Iren könnten zu jeder Zeit mit aus- drücklick>er Zustimmung aller Parteien in England die Selbstregie- rung für jeden Teil ihres Landes erlangen, der es fordere, aber keine Partei werde die Forderung unterstützen, daß Ulster in irgend welches Abkommen hineingezwängt werde. Lloyd George legte zum Schlüsse folgende Resolution vor: Das Haus begrüßt jedes Abkommen, das ein besseres Einverständnis zwischen Irland und dem übrigen Teil des Vereinigten Königreiches l)crbeizuführen geeignet ist, aber es hält es für unmöglich, irgend einem Teil oder einem Gebiete in Irland eine Form der Negierung mit Gewalt aufzuerlegen, die nicht dessen Zu- stimniung hat. Asquith schlug vor, die Vermittlung einer außenstehenden arcswärttgen und unparteiischen Autorität auzurufen, um die verschiedenen Interessen und Neigungen in Einklang zu bringen^ R e d m o n d drückte seine tiefe Enttäuschung darüber aus, daß die Regierung mit keinem endgülttgen Plane hervortrete, und riet den Nationalisten, an der fruchtlosen Besprechung nicht weiter teilzunehmen. Darauf verließen Redmond und die Natio- nalisten das Haus. Es gab einige Zwischenrufe, aber keinen Zwischenfall Die Besprechung wurde von den anderen Mitgliedern des Hauses ruhig fortgeführt. Die Nationalistenpartei wird niorgen tzher die Lage bevatcn. 7-3imm.-wshmmg 1. Stock, mit allem Zubehör, Gas und elekir. Licht, ab 1. Avril od. später zu vermiet. _S. (Banfe, Blechstra ße 26 . 2. Stock, mit Badezimmer u. sonstigem Zubehör, Mos»- Anlage 48. neu hergerichret v. sof^od. später z. verm. f 1,J * | Verschiedene | Eine 2- und eine 5-Zimmer-Wohnnnq nebtt Zubehör zu vermieten. 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Der Kriegsausschuß für Oele und Fette, Berlin schließt Anbauverträge für Sommerölfrüchte. Für Sommerrübsen, Leindotter und Mohn werden außer den lohnenden Abnahmepreisen Flächeuzulagen, für Senf eine Druschprämie gewährt. Der Bezug von Ammoniak für die Anbauer wird vermittelt. Näheres durch den Kommissionär des Kriegs- auSschusseS, die «. 1908 D ZeutraLgeuoffenfchaft der Hess, landw. Konsumvereine, e. G. m. b. H., Darmftadt. inexidierter StahlbEeehkessel autogen geschweißt Bester Ersatz für K npfer- kessel. Einziger für die Landwirtschaft brauchbarer Ke ssel. Eignet sich für al les.—Zu beziehen durch_alle größeren Eisen waren-Handlungen. — Lieferung in 1J ‘®D einig e n Tage n Heinrich Amend G m. b. H. Hanau a. M. Pma!-Handel8-Lelirißslilut Hermes GSeßea, Bahohofstr. 60 p. Gewissenhafte Vorbereitung durch geprüfte Kräfte für den kaufmännischen Beruf und sichere Einführung in die Praxis. A. HanfiolßSscbciscbo Fächer: Buchführung (alle Systeme), kaufrn. 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Die amtsgerichtliche Verfügung ist im Ortsgerlchts- zlmmeröffentltch ansgehängt. Gießen, d. 14. Februar 1017. Großh. Ortsgericht. Simon. 11327 Versteigerung. Dienstag, 13. März, nach- mittags 3 Uhr, sollen im städt. Pfandlokale Seltersweg 11 dahier die wegen rückständigen Krankenkassenbeiträgen gepsändelenGegen- stände, Möbel aller Art versteigert werden. 1911 Gemmecker, Pfandmetster. Giehener volksbad Das Volksbad ist von jetzt ab Freitags und Samstags wieder bis 8 Uhr abends geöffnet. Ärgebmß iioii EschenßgmchUz. Die an der Kreisstraße Bahnhof Rixfeld— Engelrod lagernden Eschenstämme, 55 Stück von 37—81 Ztm. Durchmesser mit Rinde gemessen, zusammen etwa 50 Fstm., sollen auf dem Submissionsweg vergeben werden. Angebote sind an den Unterzeichneten bis zum 21. ds. Mts., vormittags 11 Uhr zu richten. Holzverzeichnisse werden auf Wunsch abgegeben. 1916D Lauterbach, am 7. März 1917. Der Großh. Kreisbauinspektor. £mpfehlungeil Kessel Guß- u. Stahlblechemailliert, in grober Auswahl zu haben bei Stern «& Lion, Nach».. Nordeck. £1874 Frauen staunen, wie leicht die Schneiderei ist und wie vorteilhaft man aus Altem Neues hersteilen kann, wenn man Favorit- Schnitte benutzt Anleitung durch d. Favorit-Moden- Album (80 Pfg.), Jugend- Moden-Album (80 Pfg.» Zu haben im 1W3a Nutz- ui Bremhslzoersieigerng. Im Gemeindewalde von Oberkleen kommt Mittwoch, de« 14. ds. Mts. folgendes Holz zur Versteigerung: Eichen: 1 Slamm 111. Kl. —.0,75 Fstm., 2 IV. Kl. ----- 1,02 Fstm., 33 V. Kl.--- 8,07 Fstm., 3 ,Stangen l^Kt. 40 Rm. eit Scheftholz, 12 Nm. Knüppelholz und 88 Rm. Reiser. Buchen: 59 Rm. Scheitholz, 93 Rm. Knüppelholz und 233 Nm. Reiser. Weimbolz: 2 Rm. Scheitholz. Niesern: 1 Stamm IV Kl. ---- 0,19 Fstm., 6 Rm. Nutzholz 8 Rm. Knüppelholz und 34 Rm. Reiser. Fichten: 1 Stamm III. Kl. = 0,66 Fstm., 3 Stangen I. Kl., 1 Rm. Knüppelholz und 5 Rm. Reiser. Zusammenkunft vormittags 9 Uhr beim Jorsthaus Oberkleen. 1930B Großrechtendach, den 7. Dlärz 1917. Der Bürgermeister. QJTodfhaus QohmoK Todes-Änzesge. Statt jeder besonderen Anzeige. Auf dem Felde der Ehre starb am 3. ds. Mts., nach 28monatiger treuester Pflichterfüllung den Heldentod für sein Vaterland im Alter von 27 Jahren unser innigst- geliebter, hoffnungsvoller Sohn, unser treuer, guter Bruder, Schwager und Neffe Karl Bartholomae Leutnant der Reserve bei einem Minenwerfer-Bataillon. Inhaber des Eisernen Kreuzes II. Kl., der badischen Verdienstmedaille, des bayerischen Verdienstkrenzes mit Schwertern and der hessischen Tapferkeitsmedaille. Wetzlar, den 8. Mftrz 1917. w. In tiefster Trauer: Bartholomae und Frau. Die Beerdigung findet statt Sonntag, den 11. März, nachmittags 3 Uhr, von der Friedhofskapelle iu Wetzlar. 01383 Metall betten Holzrahmenmatr., Kinderbett, bill. an Private. Kat. frei. „,hv Eisenattbaliabrilt, Sahli. Th. and Damenabtciiung. Samstag, den 10. März: Oambrlnus, [1932c Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gießen. Die im Februar 1900 geborenen Landsturmpflich- tiacn der Stadt Gießen müssen sich am 15. d. Mts. vormittags von 8—12 Uhr u. nachmittags von 2 bis 6 Uhr im alten Rathaus am Marktplatz zur Landsturmrolle melden Auswärts Geborene haben bei der Anmeldung ihren Geburtsschein vorzulegen. 1914B Gießen, den 6. März 1917. Der Oberbürgermeister: Keller. Fleischverbrauchsregelung. Mil Rücksicht Mts die derzeitig geringe Anlieferung von Echweiuen ivird folgendes bestimmt: ^ 1. Frischwurst darf von dan Metzgergeschäften der Stadt Gießen imr aus die Fleischmarken Nr. 1, 2 und 3 abgegeben werden. Jede Marke gilt 50 Gramm. 2. Tie Entnahme von Fleisch aus die genannten Marken an Stelle von Frischwurst ist zulässig. 3. Tiefe Bestimmungen treten sofort in Kraft. Gießen, den 8. März 1917. 1926B Ter Oberbürgermeister: Keller. Städtischer Eierverkanf. In der Woche von Montag, den 12. bis Samstag, den 17. März werden irr den bekannten Verkaufsstellen Eier abgegeben. Eierhandlung Steinreich: 1. Bezirk Montag, 2. Bezirk Tienstag, 3. Bezirk Mittwoch, 7. Bezirk Donnerstag, 11. Bezirk Freitag, 12. Bezirk Samstag. Molkerei Gebr. Grieb: Bezirk 4, 5, 6, 8. 9, 10 in den für die Buttern und Fettabgabe besttmmten Verkaufsstellen und den für diese festgelegten Tagen. Die Brotmarkenausweiskarte ist vorznlegen. Tie Abgabebedingungen sind dieselben wie bisher. Gießen, den 6. März 1917. 1927B Der Oberbürgermeister: Keller. Lebensmittelkarten. Zum Bezug bestimmter Lebensmittel, die den Geschäften durch die Stadt Gießen zugeteilt werden, werden besondere Lebensmittelkarten für jeden Bersorgungs- berechtigten ansgegeben. Die Karten bestehen aus einem Stamm und 20 einzelnen Abschnitten, die mit den Nummern 1 bis 20 versehen sind. Aus jeder Karte sind Zu- und Vorname, die Wohnung sowie die Nummer des Brotmarkenbezirkes des Ver- sorgungsberechtigten cinzutragen,' auf nicht ausgefüllte Karten dürfen Lebensmittel nicht abgegeben werden. Durch besondere Bekanntmachung »vird jeweils bestimmt werden welche Lebensmittel und welche Mengen auf die einzelnen Abschnitte abzugeben und. Geschäfte, die vorstehenden Vorschriften .zuwiderhandeln oder den Anordnungen des Städtischen LebensmittelamteS hinsichtlich der Zuteilung und Abrechnung der zugeteilten Waren nicht entsprechen, können von weiteren Zuteilungen ausgeschlo'ien werden. 11913B Diese Vorschriften treten alsbald in Kraft. Gießen, den 3. März 1917. Der Oberbürgermeister: Keller. Am Donnerstag, den 15. März 1917, nachmittags 4 Uhr wird in der Turnhalle der Stadtmädchenschule (Schillerstraße 8) ein öffentlicher Impftermin gen Ang abgehalten, in weichem diejenigen Angehörigen von Jmpf- pfiichrigew welche Aufforderung erhalten haben, ihre Kinder kostenlos der Impfung unterziehen lassen köllnen. Zu dem Termin haben nur solche impsvstichtige Kinder zu erscheinen, die vor dem Jahre 1916 geboren sind. Zt Rückständige Jmpfpflichtige, deren Zurückstellung aus gesundheitlichen Gründen gewünscht wird, können in dem Dermin dem Jmpfarzt vorgestellt werden. Die Kinder müssen rein gewaschen oder gebadet und mit frischer Leibwäsche zur Impfung gebracht werden. In dem darauf folgenden Termin Donnerstag, den 22. März, nachmittags 4 Uhr sind die am 15. März Geimpften zur gesetzlichen Nachschau wieder vorzustellen. Gießen, den 5. März 1917. [1912B Der Oberbürgermeister: Keller. Enteignung von Bierglas-und Bierkrug- deckeln sowie freiwillige Abgabe von anderen Zinnaegen ständen. Zur Ablieferung von Zinngegenständen wird nochmals aus Mittwoch, den 14. März 1917, vormittags von 8—12 und nachmittags von 2—6 Uhr ein Abnähmetag festgesetzt. Die Jinngegenstättde weichen auf dem Städt.- Gas- und Wasserwerk, technisches Bureau, Gartenstr. 9tr. 3, cntgegengenommen. Gießen, den 8. März 1917. 1925B Der Oberbürgermeister: Keller. Vmnhch-Vttsleiüeruiig Ser Stallt kichn. Montag, den 12. März 1917, vormittags SV, Uhr beginnend werden in den Waldungen der Stadt Gießen in den Bezirken der Jorstwarte Geisel und Brück ver- 8,2 Rm. Buchen-Scheitholz 9 Rm. Eichen-Scheitholz 19 Rm. Eichen-Knüvvelholz 34 Rm. Ktefern-Knüvpelholz 1930 Wellen Eicken-Reisig I960 Wellen Kiesern-Retsig 400 Wellen Fichten-Reistg 37,5 Rm. Eicken-Stockholz. Die Zusammenkunft ist auf dem alten Anneröder Weg an der 5. Schneise. Holzhändlcr sind vom Mitbieten ausgeschlossen. Jeder Steigerer darf nur seinen Eigen-Bedarf steigern. Gießen, den 5. März 1917. 1827B Der Oberbürgermeister: Ji.B.: Grünewald. 9öachstehen0e Bestimmungen werden mit dem An- fügen zur öffentlichen Keimtttis gebracht, daß die Abmeldungen während der üblichen (Geschäftsstunden aus den Brotmarken bezirken, jedoch tunlichst nicht an solchen Tagen, an denen Lebensmittelmarken zur Ausgabe gelanget, zu erfolgen haben. Gießen, den 13. Februar $4917. 1924B Ter Oberbürgermeister: Keller. Vorschriften über die Abgabe von Lebensmittelkarten bei vorübergehender Abwesenheit undbeim Wegzuge von Gießen. I. Lebensmittelkarten. Tie Lebensmittelkarten lassen sich in folgende Grup- ven einteilen: A. Neichskarten: a) Reichsbrotkarten (Reisebrvthefte), di Reichsfleischkarten, c) Reichsseisenkarten. B. Diese Karten gelten schen Reich. Landeskarten: a) Milchkarten, b) Zuckerkarten. i nt ganzen Teut - Diese Karten gelten an jedem Ort im Großherzogtum Hessen, in anderen Tei- 6. der len des Reiches gelten sie nicht. Oriskarten: Ortsbrot karten, Butterkarten, Eierkarlen, Fettkarten, Kartosfclkarten, Schlüsselwarcnkarten. Diese Karten gelten ausschließlich in Stadt Gießen. II. Abwesenheit undWegzug von Gießen. Verläßt jemand die Stadt Gießen, so fmb folgende Fälle zu unterscheiden: 1. vorübergehende Abwesenheit (Absicht der Rückkehr nach Gießen, Beibehaltung der Wohnung): a) für kürzere Zeit als eine Dhnhe, d' für längere Zeit als eine Woche. 2. Wegzug von Gießen: (Aufgabe der Wohnung). III. Für die Markenabgabe find folgende Vorschriften zu beachten: 1. Bei Abwesenheit unter einer Woche sind a l l e Marken zu belasten; für Ortsbrotmarken können auf Verlangen Reisebrvtheste in entsprechender Menge eingetauscht Iverdeu. Aus ausdrücklichen Wunsch hat Nachsendung der in dieser Zeit zur Ausgabe kommenden Reichs marken zu erfolgen. 2. Im Falle einer länger als eine Woche dauernden vorübergehenden Ablvescuheit von Gießen sind die Reichsmarken (Reisebrotheftc, Reichssteisch- karten, Reick-sseisenkarten) solvie die Zuckerkarte zu belassen. Alle übrigen Marken sind zurückzu geben. Erfolgt der vorübergehende Aufenthalt innerhalb des G r o ß h e r z o g 1 u m s Hessen, dann sind außer den gerrannten Karten auch die M i l ch k a r t c n zu bc-. lasten. Bei jeder Ais gäbe der genannten, zu belastenden Lebensmittelkarten hat ohne besonderen Antrag die Nachsendung dieser Kirrten an die vorübergehend' Abwesenden als portopflichtige Dienstsache zu erfolgen. 3. Wer von Gießen verzieht (Aufgabe der Wohnung), hitt a l l c O r t s m a r k e u abzugeben, sowie die Landesmarken (Milchkartcu und Zucker- karten), falls er nicht rrach einen: Ort des Großherzogtums Hessen verzieht; die Reichs marken (Reisebrotheft, Rerckisfteischkarte, Reichsseisenkarte) fittb zu belassen. IV. Abmeldeschein. jfei Jedem vorübergehend Abwesenden, und jedem Verziehenden ist ein Mineldeschein Mlszuhändigen, in dem anzugeben ist, welche Marken ihnt belassen sind, und welche er abgegebe:: hat: in beiden Fallen ist der entsprechende Zeitpunkt anzugeben. Bei einer vorübergeherü>en Mwescnheft unter einer Woche werden Abmeldescheine nicht mts- gestellt. , i V. Liste der Abwesenden. Uebcr alle Personen, die für länger al^ eine Woche abwesend süid, ist eine Liste zu führen, die genaue Adresse aufzunehmen, damit das Nachsercken der Lebensmittelkarten erfolgen kann. VI. Rena n Meldungen. Bei N«tm: Meldungen . zu ziehender Personen ist entsprechend rurch Maßgabe der vvrgelegten Abmclde- bescheinigamgen zu versahrerr. VII. Selbstversorger. Selbstversorger in Ri e h l, die vorübergehend al'- wesend sind, haben rmr dann Anspruch aus Reichsbrvt- marken (Reisebrothefte), wenn der Mahlschein um die entsprechende Monge geküßt ist, oder wenn sic eine entsprechende Mehlmenge abliefern. Selbstversorger in F l e i s ch haben mir beim Anspruch auf Fleischmarken, wem: nach Mitteilung des Lebensmittelantts, die arüäßlich der Lwusschlachtung erfolgt, den betreffenden Personen noch Fleisdimarken zu-, stehen. VIII. Porto pflichtige Dienstsache. Tie 9lachsendm:g von Lebensmittelkarten hat als „Portopftichtige Dienstsache" zu erfolgen. Briefmarken firtb nicht zu verwenden, da das Porto tmrch die Post von dem Empfänger des Brieses erhoben wird. Gießen, den 1. Februar 1917. Ter Oberbürgermeister: Keller^