/ i Kr. 55 Der Gtetzener Anzeiger erscheint tdqltd), aufeer Sonntags. - Beilagen: Otetzener Familienblätter, UreisblaU fLr den Ureis Stehen, »ezngspreir: monatl. So Bi.. Vierteljahr!. Mk. 2.65. durch Abhole- u. Zlveigstetten monatl. 80 M.: durch diePoft Mk. 2.45 viertel- lährl. auSschl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüsse: !ürdieS«hrntteitungI12 Verlag, GeschäitLstellebl Anschriit für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Erster vlatt vienstag, 6. März J9J7 Postscheckkonto: Frankfurt a.M. II686 Zwillingrrunddruck u. Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- u. Steindruckerei R. Lange. Schristlettnng, Geschäftsstelle v. Druckerei: Schulftr. 7. Vankverkehr: SewerbebankSietzen Annahme von Anzeigen f. die Xaqwnummcr bis zumRachmittag vorher Zeilenpreir. f. Anzeigen: örtlich 20 Pi.. Vermietungen u. Stellengesuche 15Pf., auswärts 25 Pf., b Plahvorfchrift 30 Pf., Reklamen 75 Pi.» bei Platzvorschrift 90 Pf. Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik u.Feuilleton: Aug. Goetz. Stadt unk Land, Vermischtes u.Ge- richtssaal: Fr. R. Zenz. Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Die Antwort Oefterreich-Ungarnr an Amerika. (DTB.) Großes Hauptquartier. 5. März. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Bei klarer Sicht war an vielen Stellen der Front die Gefechtstätigkeit gegen die Vortage gesteigert. Nöwlich der Somme griffen die .Engl ü n d c r nach starkem Feuer südlich des St. Pierre-Vaast-Waldes an. Nach hartem Kampf blieb ein Grabenstück auf dem Wege Boucha- oesnes—Moislains in ihrer Hand. Im übrigen wurden sie zurückgeuwrfen. Auf dem Oftufer der Maas nahmen unsere Truppen die französische Stellung am Eauri- eres-Walde i n 5.0 h M e t e r Breite im Sturm und wiesen nächtliche Gegenstöße ab. Auch au der Südostecke des Fosses- Waldes rmirde den Franzosen ein w i ch t i g e r G e l ä n d e- punktent rissen. Reben den blutigen Verlusten, die durch unsere über die gewonnenen Linien vorgehenden Erkunder festgestellt wurden, büßte der Feind sechs Offiziere..") 7 2 Man u anGefangen e n . 1 i, Maschinengewehre und fünfund- zwanzigSchnelladege wehre an Beute ein. In sehr zahlreichen Lustkämpfen verlor der Gegner gestern 18 Flugzeuge, acht durch Abschuß von der Erde. Unser Verlust beträgt vier Flugzeuge. Auf dem O e st l i ch e n Kriegsschauplätze und an der Mazedonischen Front blieb die Kampftätigkeit gering Der Erste Generalauartiermeistcr L u d e n d o r f f. * Ter Abeudbericht. Berlin. 5. März, abends. (WTB. Amtlich.) Zm Westen bei Schneefall.'im Osten bei strenger .Hält teine besonderen Ereignisse. . * * _ Präsident Wilson hatte den Stein des Zerwürfnisse- anfgehoben und gegen Deutschland schleudern wollen, abe da schlug die aush-olende Hand gegen die scharfe Kante de» Kongresses. Bckamrtlich hatte der Begünstiger der Entent stch rnit einer Botschaft an beide Häuser des Kongresses ge wandt und um die Ermächtigung nackige sucht. die Schis ß der amerikanischen Handelsflotte bewaffnen zu lassen uni die Streitkräfte der Vereinigten Staaten zum Schutz tun Handelsgüterir und des Lebens der Bürger zu verwenden Verfassungsrechtliche Bedenken bewogen das Repräscntan tenhaus, dem Präsidenten nur die Bewaffnung von Han delsschifsen zuzugestehen. Der Senat, an den Wilson sicl numnehr wendete, hat ihm ebenfalls einen Strich durch di Rechnung gemacht. Die Finanzforderungen wurden ihn mit Ach und Kwach bewilligt, aber die Vollmachten zur Ein leitung des Kriegszustandes wurden ihm versagt. Acht Stun den hat der Senat am 2. März über diese Dinge verhandelt um sich sodann auf den 3. März zu vertagen. Auch au 3.März, also am Samstag, dem Tag. wo die Sessio i der beiden Häuser des Kongresse sendet, wurb das bezweckte Ergebnis nicht erzielt. Die Friedensfreund machten Obstruktion und sie erklärten zuletzt, daß sie Wilso, zwar imterstützeu würden, wenn der Kriegsfall eintretei sollte, daß sie aber die Vorschläge, die in dem vorgelegtei Gesetz enthalten sind, als zu weitgehend betrachten. Der alt Kongreß ist nunmehr erloschen. Nach der Verfassung hätte, die beiden parlamentarischen Häuser erst am 3. Dezembe 1917 zusanmienzutreten. Also will, so heißt es in den letzte, Meldungeri, Wilson es mit einer Sondertagung versuche, und den Senat sogleich wieder einberufen, um die Geschäfts ordnung abzuändern, damit die Minderheit nicht von neuen obstruieren tonne. Was daraus wird, steht dahin. Mitten in derr Auseinandersetzungen der letzten Tag hat Wilson die Bombe des deutschen Bündnis-Angebotes a, Mexiko springen lassen. Er besaß die Kenntnis jenes Briefe- an den deutschen Gesandten in Mexiko schon längere Zeit hielt ihn aber bis zum letzten Augenblick zurück, um wirk lich in der Aufstachelung der amerikanischen Stifnmung gege, Deutschland einen „Bombeneffekt" zu machen. Dieser ist nur zwar ausgebliebcu. Das zu früh verratene Bündnisangebo verursacht gegenwärtig nur allgemeine Betrachtungen, wäh reitd die Wirkung auf Herrn Carranza, den mexikanische, Gebreter, noch nicht abzusehen ist. Der Haitptausschuß dtd deutschen Reichstages hat sich gestern über diese Angelegen hert weidlich ausgesprochen und dem Staatssekretär Zimmer mann, >der den Schritt der deutschen Regierung rechtfertigte Einerlei Schwierigkeiten gemacht. Jeder findet cs ganz n wir im Kriegsfall gegen Amerika um "ach einem neuen Bundesgenossen umsehen. Nur daß bii ,nichtige Botschaft so schmählich abgefangen, verraten uni unterdrückt werden konnte, das gab Bedenken aller Art, uni man rügt die Mängel der Organisation, das Fehlen walten k! r .:i or 1 ■!' 3m Übrigen war bei der Beurteilung de- oeutich-mexrkanischen Versuches der Gedanke maßgebend, das ■mtnoeltenö en bei dem Angebot nicht entstehe, wnne. Dre Form der deutsck>err Anregung an Ecrrranza loa meltercht etwas unzart und undiplomatisch. Eine so groß! Staatsaktion war die Bundasgerrossenschaft jenes Landes von dem dre Zerttlngen in derr letzten Jahren immer nu unter der Ueberschrrft „Die Wirreir in Mernko^ berichte, konnten, wreuerclit gar nicht wert. Herr Carranza selbst is uns fernem Charakter und seiner Stellung und Macht naci rerchlrch unbek-nnt und — unzuverlässig. Er hack uns freilicl große Vergnügen ''gemacht, bem Präsidenten Wilso, anzuraten, zur baldigen Beendigung des Krieges ein Aus fuhrverbot ^ür Kriegsmaterial zu erlassen. Sonst ist sei, Netzen und streben toahrscheinlich ein bißchen abenteuerlict, ,nnd es schmeckt nach Operettenpolrtik, diesen Kriegs- uni is--taaLslnann bei der Entscheidung deÄ Weltkrieges mit wirken zu lassen. Wenn der Dollar rollt, wäre da vielleicht manches Nützliche zu machen, und Deutschland braucht es sich wirklich nicht zu versagen, jede Stütze und jedes, auch das bescheidenste Hilfsmittel in Anspruch zu nehmen. Könnten wir die kriegerischen Stämme der Sioux-Indianer, wenn sie heute noch die große Rolle spielten wie vor Zeiten, dazu veranlassen, sich mit den Kriegsfarben zu bemalen und den Präsidenten Wilson ein wenig zu schrecken — warum nicht auch? Aber die Zeiten sind leider dahin. Vielleicht bleibt es über dem Atlantischen Ozean überhaupt ruhig, und das wäre, falls Japan nicht den Mut zum Eingreisen besitzt, für uns wohl das allerbeste. * * * Ter österreichisch.ungarischen Tagesbericht. Wien, 5. März. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 5. März 1917. O e st 1 i ch e r und s ü d ö st l i ch c r Kriegsschauplatz. Nichts zu melden. I t a l i c n i s ch c r K r i e g s s ch a u p l a tz. An der kü fte n l ä nd i sche n Front war das Artillerie- und Min-enn-erferfeuer nach Aufheiterung des Wetters wieder lebhafter. Abends beschoß die italienische Artillerie C o n st a n j e r i c a besonders heftig. Nächst Doljc bei To l - mein stießen Patrouillen des Infanterie-Regiments Nr. 37 bis in einen rückwärtigen Laufgraben des Feindes vor, überwältigten die Besatzung und brachten ohne eigenen Verlust 19 Gefangene zurück. An der Tiroler O st f r o n t griffen die Italiener nördlich des San Pelegrino-Tales gegen E hm a di E o st übe t l a an. Nach wechselvollem Kamps gelang es ihnen, eine Vorstellung in Besitz zu nehmen. Der Kampf ist noch nicht allgeschlossen. Der Stellvertreter des Chefs des Gcncralstabs v. H ö f c r, Feldmarschalleutnant. * * * Achtzehn feindliche Flugzeuge abgeschossen. Berlin, 5. März, iWTB. Das klare Wetter ant Sonntag führte auf der ganzen SSeft front zn lebhafter Flieger tätigte ir. Tie englischen Flieger waren besonders rege in Flandern und im Artois, unsere Flieger waren mit großem Erfolge vor Arras und über der S o m m c tätig. In zahlreichen erbitterten Luftkämp- sen zwangen sie hier nickt weniger alz zwölf feirHliche Flugzeuge zrir Erde: weitere sechs Flugzeuge verlor der Gegner an anderen Fronten, eins davon durch das ,veuer unserer Abwehrgeschütze. Bizeieldwebel M anschott schoß nördlich von Verdun seinen achten Gegner, einen Caudron-Doppeldecker ab und nachmittags desselben Tages einen stündlichen Fesselballon, dep südlich des Belleville-Mckens brennend abstürztc. Im Olten wurde der Bahnlos von Molodcczno mit über 500 Kilogram in Bomben belegt. Einschläge im Ziel wurden einwandfrei beobachtet. An der mazedonischen Front griff ein deutsches Ge sckwadcr feindliche M u nition slager nördlich von S a l o n i k an. Es wurden mehrere Brände und eine Explosion sestge- Itellt. Einer unserer Flughäftn wurde von zwölf feindlichen Flugzeugen olmc jeden Erfolg mit Bomben angegriffen. feindlicher Flieger über Straßburg. 3 t r n f? 6 u r g , 5. März. (WTB. Nichtamtlich, ) Gestern kurz nach 10 Uhr abends warf ein feindlicher aus östlicher Richtung kommender Flieger vier Boniben auf das Rheinhafen gebiet ab. Durch den Luftdruck wurden einige Fenster der näberliegenden Gebäude eingedrückt, sonst aber kein Schaden angerichtet. Tic Ausdehnung der englischen Front im Westen. A m st e r d a m , 5. März. sWTB.) Wie das „Allgemein Handelsblad" aus London meldet, wurde in der englischen Presse bemerkt, daß in dem britischen Heer es berich t vom Samstag von britischen Truppen bei Rotze gesprochen wurde. Man sieht dies als einen Beweis dafür an, daß die britische Front neuerdings ausgedehnt wurde. * Ter bulgarische Bericht vom 5. März. M n z e d o n i s ch e Front: In der Gegend von Bitolia und Moglena vereinzeltes Artillerie- und Mincnwerserseuer. Zm Wardartalc schwaches Artilleriefeuer und lebhafte Tätigkeit in der Luft. An der Struma zeitweiliges Artillerieftuer und nnbederi- tenbe Patrouillen gefccktc. R u m ä n i s ck e, F tont: O östlich und westlich von Tuleoa Infanterie- und Maschinengewehrs" er zwischen Posten bei Mahmud.e Eine russische Jnsartterieabteilung versuchte sich ans dem Eise unfern Posten zu nähern, wurde aver durch Feuer zersttenr und vertrieben. * * Die Antwort Gesterreich-Ungarns atf Mmrrifa. Wien, 5. März. (WTB. Nichtamtl.) Ter Minister des Acutzern übergab dem Botschafter der Bereinigten Staatem Ame ritäs Aida eine Denkschrift, in der zunächst der schritt weisen Außerkraftsetzung der Regeln des Völkerrechts für den Seekrieg durch Englarw ausführlich gedacht wird. Dabei wird darauf hingewiesen, daß gerade der Präsident der Bereinigten Staaten Amerikas in Worten, die in der Geschichte des Völkerrechts sortleben werden, dargetan l)at, daß die von England unter dcni Namen ..Blockade" erhängte Sperre über die Küsten der Nordsee in grellstem Widerspruch zn den hergebrachten und durch interimtionalc Verträge sestgelegten Normen des Blockade- und Seerechtes stehe. Auch Italien schloß sich dem Beispiel Eng lands an uitb erklärte die Küsten feines Gegners ftir blochiert. Erst nach mehr als Atbci Ialwen sind die Mittelmächte dazu überaegangen, Gleiches mft Gleichem zn vergelten, um die gebieterische Pflicht gegen ihre Völker zu erfüllen und der Freiheit der Meere schließlich zum Siede zu verhelfen. Tie Erklärungen, die sic am 31. Januar dieses Jahres erließen, richten sich nur scheinbar wider die Rechte der Neutralen: in Wahrheit dienen sie der Wiederherstellung dieser Rechte. Tie Tauchboote, welck>e Englan.ds Kckiste umkreisen, künden, daß der Tag nicht mehr fern ist, da die Flaggen aller Staaten in dem Glanz der neu errungenen Freiheit f r i c d l i ch über den Meeren wehen w e r den Die österreichisck>-nngarische Regierung inäff. inerter daraus hin, daß sic sich in dem Notenivachsel. über die Fälle „Ancona irnd Persia" Vorbehalten hatte, die schwierigen völkcrrcchtlicheit Fragen, die nnt dem Uirterseebootkrieg zusamnrenhängen, zu einem späteren Zeitpunkt zur Erörterung zu bringen. Bei der jetzigen Erörterung dieser Fragen wird sie von dem Wunsche geleitet, der amerikanischen Regierung darzutun, daß sie an der von ihr ftüher erteilten Zusicherung festhält und durch Klärung jener wichtigsten ans dem Unterseebootkrieg sich ergebenden Fragen, Mißverständnissen zwischen der Monarchie und der amerikanischen Union vorzubeugen. Der Kern der gmczen Materie bildet die Sorge für die Sicherheit der Personen an Bord vor der Vernichtung feindlicher Handelsschiffe. Dem Grundsatz, daß bei der Ausübung des Rechts der Vernichtung feindlicher Handelsschiffe der Verlust an Menschenleben möglichst vermieden werden soll, kann der Kriegführende nur durch vorhergehende Warnung gerecht werden, sei es dnnh Warnung des zu versenkenden Falwreuges selbst, durch Warnung vor der Ausfahrt des Schiffes oder schließlich durch eine allgemeine für alle in Betracht kommenden feindlichen Schiften bestimmte Warnung.^ Warnungslose Vernichtung ist rndesscn Mlässig, wenn das Schiff flieht oder Widerstand leistet, oder ivenn es im Dienste der Krieg- führimg steht oder auch Waffen führt, um Feindseligkeiten irgend-, welcher Art zu begehen. Im ganzen Verlaufe des Krieges haben die österreichisch-ungarischen Kriegsschifte nicht ein einziges feindliches Handelssä.iff ohne .vorherige, wenn auch generelle Warnung ver- nid ter. Den Grundsätzen der Menschftchkeit entspricht es besser, die Personen durch eine rechtzeitig erlassene Warmmg von der Benutzung gefährdeter Schifte abzuhalten, als ihre Rettung auf See dem blinden „Ungefähr" anbeimzustellen. Die k. und k. Regierung har sich nickft davon überzeugen können, daß Angehörige neutraler Staaten das Nechr darauf besitzen, auf feindlichen Schiften unbehelligt zu reisen. Der Grundsatz, daß die Neutralen auch in Kriegsbeilen we Vorteile der Meeresfreiheit genießen, gilt nur für neutral^ Ochiffe irnd nicht jüx neutrale Personen 'an Bord feindlicher Schifte, denn die iri eg führenden sind berechtigt, den seindliä.-en Schisfsverichr zn unterbinden und dürfen, wenn sie im Vciitz der crsorderliä cn Kriegsmittel sind, den seindlich-en Handelsschissen das Befatwcn der See bei sonstiger sofortiger Vernichtung untersagen. Die Neutralen haben nur darauf Anspruch, daß ihnen der Krieg- führende das an den Feind gerichtete Verbot rechtzeittg bekanntgibt. damit sie vermeiden können, ihre Personen und ihr Eigentum» feindlichen Schissen anzuvertrauen. Eine Bestreitung der Mchtig- keft dieser Ausführung wird darauf hinauslaufen, daß Neutrale siä< in die militärisäwn Operationen der Kriegführenden einmengen urrd sich sogar zum Richter darüber aufwerfen können, welche KriegS- mfttel gegen den Feind in Anwendung gebracht werden dürfen. Niemals ist auch nur der leiseste Zweitel darüber wach geworhen, daß neutrale Staatsangehörige allen Schaden selbst zu tragen haben, den sie dadurch erleiden, daß sie zu Lande ein Gebiet betreten, wo kriegerische Operationen statftinden. i§s liegt kein Grund vor, für den Seekrieg eine andere Norm gelten zu lc^sen, zumal die zweite Friedenskonfcrenz^den Wunsch geäußert hat, die Mächte mochten zur Zeit, da der Seekrieg eine veTTtragsmähige Regelung gefunden haben werde, das für den Landkrieg geltende Recht soweit als möglich auf den Seekrieg anwenden. Die k. und k. Regierung darf fest- stellen, daß sic mit bn Bundesregierung' im Wesen eines Sinnes ist. Sie n ürd> cs begrüßen, wenn sich das Washingtoner Kabinett geneigt fühle, sie in ihrem von wärmster Menschenfteundlicbkeit getragenen Bestreben, amerikanische Bürger vor Gefährdung aus See zu bewahren, durch Belehrung mrd Warnung seiner Schutzbefohlenen zu unterstützen. Die Bewaffnung von Handelsschiffen, auch nur zur Verteidigung gegen die Ausübung des Beuterechtes, ist im modernen Völkerrecht nicht begründet. Ein Kriegsschiff ist verpflichtet, einem feindlichen Handelsfahrzcug in friedlicher Form, zu begegnen, es anznhaltcn, mit dem Kapitän in Verkehr zu treten, die Bordpapierc zn prüfen, ein Protokoll urrd gegebenenfalls ein! Inventarverzeichnis auf-»nehmen. Dies setzt als Verständnis voraus, daß das Kriegsschift volle Gewißheit darüber besitzt, daß ihm das Handelsschiff seinerseits friedlich begegnet. Kein Ltaat kann die Pflichten der Menschlichkeit gegen die berufenen Verteidiger des Vaterlandes niedriger einsäüitzen als die Pflichten gegen die Angehörigen fremder Mächte. \ Oesterreich Ungarn lat auch in dieser Frage an seiner Zusage festgelaltim: Die Neutralen sind rechtzeitig davor ginvarnl irerden, ihre Person und Habe einem bewasftieten Schiff anzu-> vertrauen. Die angekündigte Maßvahmc wurde nicht sogleich uns Werk gesetzt, sondern Aufschub erteilt und endlich sind die k. n. k. Kriegsschiffe angerviesen, seilst bei bewaffneten feindlichen Han- delsschiffeil auf Warnung und Rettung der Personen an Bord be- daä'r zu sein. Tie Angabe, die bewaffneten britischen Dampfer ..Sacene" und „Welsh Packnee" seien von österreichisch-ungari^ scheu Tauchbooten ohne Warnung versenkt nwrden, bea'uht auf einem Irrtum. Die l. u. k. Kriegsschiffe waren hier überbaiipt nicht beteiligt. Ucbrigens darf bemerkt werden, daß die österreichisch- ungarischen Tauchboote nur in der Adria und im Mitteln m e er operieren und daß daher eine Beeinträchitigung amerika- nischu'r Interessen durch f. H. t. Kriegsschiffe kaum zu besorgen ist. Die Absperrung des in der Erklärung bezeichneten Seegebiets soll die Fein.de einenr Frieden gefügig machpir, der die Geivähr deiß Dauer in sich trägt. Das ,mit der Msperrrrng der Westniäckite an- gcstrcbte Ziel lvürde am schnellsten und sichersten erreicht werden, wenn in jenen Hcercsteilen kein einziges Menschenleben verlorer ging und keines in Gefahr geriete. Die früher van der k. u. k. Rv gicrung gegeberre Zusicherung ist lveder aufgebtvben noch ein ge. schränkt norden. D>ch k. u. t. Regierung lech den größten Wert dar- auf, durch Wort und Tat,zu bekräftigen, daß ihr in gleicher Weise die 0'rmrdsätze der Menschlichkeit voranieicchten, ivie das GVebct der 'Achttmg vor den Interessen der neutralen Völker. Der Hauptausschutz des Reichstags und das BündniS- angebot <\n Mexiko. B erlin , 5. März. chWTB., Nichtamtl.) Der H a n p t a u s - schuß des Reichstages setzte heute seine am SaniStag abgebrochenen Erörteinngen über auslvarttge Angelegenheiten bei diw Beratung des Etats des Auswärtigen Amis fort. Ein sozial- denwkratischer Abgeordneter ging ails die Instruktion an den dait schien Gesandten in Mexiko ein und inachte Einlvcndnngcn gegen diesen /Schritt geltend. Der Staatssekretär des Auswärtigen A m t s gab eine längere Darstellung der mit der Jnshrnktton verfolgtem ARsichtcu. Daß wir uns ftir den Fall eines Krieges mit Amerika nach einem Bundesgenossen umgeselwn. hätten, sei eine natürliche und berechftche Vorsorge. Er bedauere es auch nichst, daß durch die ainen5nüsä>e Veröffentlichung die Instruktion mich in JatAin bekannt geNwrden sei. Für die Beförderung der Instruktion sei der sich-wste Weg gewählt worden, der zur Zeit zur Berftrgung gestanden IkiIh'. Wie die Amerikaner in dcm Besitz des Tezckes gekommen seien, der mit ganz gebetnrer Ehiffte nach Washington gegangen ist. darüber fehle uns noch alle. Kennttlis. Daß die Instruktion in amdrikmnsche Hchlde gejaUcn ist. fei ein M i ßge schick. baö nichts brmlchten Schlagworte und Redewendungen zu verwenden. ^ Verschiedene holländische Blätter verbreiten die Nachricht, daß .2euychland bei Holland wegen Abtretung eines Lanostreifens m der Provinz Limburg vorstellig wurde. , Wolfs-Bureau bemerkt dazu: Wir sind amtlich ermächtigt, M erklärM. daß diese Meldung auf reiner Erfindung beruht.) Die englische „Judrrstriearmee." London, 4. März. (WTB.) Reuterm elduna. Der Diktator des allgemeinen nationalen Dienstes Neville Cham- b erlain teilte in einer Rede mit, er hätte bereits hunderttausend Freiwillige für die neue Fndustriearmee. Er setze zuversichtlich voraus, daß er eine halbe Million erhalte. Kartoffelmangel in London. Amsterdam, 5. März. Am Samstag herrschte in London großer Kartoffelmangel, so daß viele Käufer wenig oder gar nichts erhielten. Vor den Läden konnte man zum ersten Male das Publikum nach Kartoffeln stehen sehen. Der Mangel ist hauptsächlich den Transportschwierigkeiten zuzuschreiben. * * * Beschlüsse der französischen Sozialisten. Paris, 5. März. (WTB.) Meldung der Agence Havas. Ter Nationalrat der So zialistenPartei nahm mit 1553» 6^gen 1377 bei 34 Stimmenthaltungen eine Tagesordnung an, welche die Tagesordnung der üvnjerenz der alliierten Länder ohne Veränderung annimmt. Gm Antrag der Minderheit schlug, vor, eine Veränderung dahin vorzunehmen, daß die Wiederaus- klahme der internationalen Beziehungen empfohlen wird. Bon? ter russischen sozialdemokrattschen Partei wurde ein Schriftstück zugunsten der sofortigen Wiederaufnahme der Beziehungen verleben. Der Vorschlag wurde namentlich von Bracke bekämpft, der erklärte, wenn eine solche Äendermrg vor genommen' rp«ecM, würden sich die englischen Sozialisten ioeigem, an der Konferenz teilzunehmen. ferner Nachmittagssitzung nahm der Nationalrat den Vor- Ichlag des Professors an der Genfer Universität, Mil Hand, an, den anssü-lnenden Ms schuß der internationalen Sozialistenbu- re-aus zu beauftragen, alle Abteilungen bei den Kriegführender und beit Neutralen aufzusordern, Berichte über ihre Tätigkeit voi Eh. Kriege und während des Krieges sowie hinsichtlich der Bot ichaft Wilsons einznschicken. Nach sehr langer wichtiger Beratung nahm der Nationalrat folgenden Anttag Constant an: Tie französische Abteilung gewährte seit Kwiegsbeginn der nationalen Verteidigung ihre volle Mitwirkung. Sie erklärt, das sie sich bemühen wird., die PolltK des Landes wirksam in eilst Richtung zu lenken, die jeden Gedanken am Eroberungen und Annexionen ausschließt, den Frieden und die Achtung vor den Rechter «der Nationen durch eine internationale Einrichtung wrederyer- stellt und die Aufrechterhaltung eines dauerhaften Friedens tatsächlich sichert. Der Kongreß ist mit deui vmi der belgischen Arbeiterpartei an- genommenen und veröffentlichten Anttag einverstanden nnt einem endlich: Tie Konferenz, Etwa hundert A b g e ordne t.e d e t i t et U e riis ch e n K ü st e n st ä d t e forderten laut der Turiner „Stamva" von der Regierung die Bewaffnung der Handelsschiffe gegen die Angriffe der Unters e e boote. * * * Aus Schweden. Stockholm, 5. März. (WTB.) Meldung des Svenska Tele- grambpran. Das Ministerium H a m m e r s kj o e l d reichte gestern fern Rücktrittsgesuch ein, welches der König a b l e h n t e. Das Ministerium befchloß, vorläufig im Anite zu bleiben. Sto ck ho l m, 6. März. Alle Mitglieder der Regierung haben, wre bereits gemeldet, gestern ihr Rücktrittsgesuch ein gereicht. Bei Behandlung dieses Gesuches im gestrigen Ministerrat sagte der König, er verstehe die Schwierigkeiten, die das Gesuch veranlaßt, hatten. Mr habe . volles Bertra u e u zu seinen gegenwärtigen Ratgebern. Ein Regiermtgswechsel in der jetzigen Zeit könne ausgefaßt werden, als sei eine Abweichsimg von der bisher konsequent sdurchge'fühtten Nentalit ätspoli tik, m der Il? äu ^ öIten ^ König entschlossen sei, geplant. Deshalbj lehne er das Rückttittsgesuch ab. Er bat an.ss eiudringllchste, alle Anftrengungeu zu machen, um einen Ausweg aus den Schwieriq- kerten zu suchen, die das Rücktrittsgesuch veranlaßt hätten. Daraus erklärten Me Mitglieder des Ministerrats, daß sie unter Festhaltung au dem Rücktrittsgesuch sich der Verwaltung ihrer Aemter nicht entziehen würden, in der Erwartung, daß die von dem König ausgedrückte Hoffnung sich erfüllen werde. * * * Deutschland und die türkischen Finanzen. Koustantinopel, 5. März. (WTB.) Zu Beginn der Budgetberatung in der gestrigen Kammer sitzüng erklätte der Fi - nanzministeir zur finanziellen Lage der Türkei, die Vorsckwsfe, die Deutschland gewähtte und die es bis August noch gewahren werde, betrugen 142 Millionen türkische Pfund. Die Regierung sicherte durch einen mit Deutschland abgffchlossenen Vertrag für die Zeit nach dem Kriege dem ttirkischen Papiergelde den, gleichen Kurs, den das deutsche 'Papiergeld haben werde. ^Deutsch- larw verpflichtete sich, der Türkei in jedem Jahre drei Millionen türkische Pfund Gold zu überseiü>en und das Papier solle dann in dem entsprecherrden Umfang aus dem Verkehr gezogen werden, selbst wenn erne Anzahl der Noten durch Handelsttansaktionen gedeckt Gietzenev Stadttheatee. Goldftsche. Lustspiel von Franz vonSchönthanund Gustav Ka d e l b u r Tie eigenartige Vorliebe, die die Direktion unseres Stad theaters für die unwahren Venvicklungslustspiele der Theatersabr kanten ^chönthan-Kädelburg-Bl^Inenfeld-Moser-Koppel-Ellfel^ L'Arrouge usw. bezeigt, ließ auch dieses Lustspiel „Goldfischc aus dem Spielplane ersckieinen. Und wieder erwies es sich, daß die matte Kunst, deren ganzer Aufbau immerwährend auf Mißverstän, nisseu oder Mißdeutungen beruht, uns heute völlig kalt laß zumal da die geschraubten Geistroichelaien der Konversation de maßen verbrauckst sind, daß sie uns nicht als der Sekt vorkommei als den sie sich ausgeben, sondern als Limonade, die sie nicht sei wollen. Nachttäglich eine Rekonstruktton der Haiidlung zu gebe, ist nachgerade unmöglich und auch nicht der Mühe wert. Die Haup fache ist, es kommt nach einer Reihe von Zwischmfällen zu mehrere Bertobmigen, und dieses tröstliche Bewußtsein, das mau schon I>a menn der Vorhang sich kaum erhebt, muß üibtzt die vielen mmöti retardierenden Elementen hinweghelfen. Was sonst noch versöbuev kann, sind einige wirksame Rollen, die man jedoch in gehaltvollere Lustspielen ebensogut finden ckird, und mau muß wohl zn der Ai nähme neigen, daß diese Rollen für die Wähl des Stückes ausschlat gebend gewesen sind. , So zeigte z. B. die Mlle der Josepbine van Pöchlaar Marth Gersdo rf T, abgesehen von kleineren Aufgaben, zum ersten Mä aus ihrem eigentlichen Feld? als Salandame. Es war crfreulti Al beobachten, wie die Künstlerin durch Moderne Auffassun Mfthos und Rührseligkeit bewußt -abmilderte und sich als rrn Este Dame gab, die Kops und Herz am dechtleu Fl,eck hat. S wurde das gmize Lustspiel neu belebt und von frischem Blute durck chlches Besttebeu muß durchaus anerkannt lverden, wenn e E Achele slch^ (selbst rechtserttgt. Und dies war bei Marth (»erÄVrss der Fall. &\c miUtte alles, tvas man von di-efec Roll erwarten wnnte, spielte voll Temperament und v«Mlb nie die Dam wäre. Nach dem Kriege würden dieWarenderVerbündetert bei der Einfuhr in die Türkei begünstigt werden. Der Minister bewnte das Entgegenkommen Deutschlands bei der Nichtzahlung der Zinsen und Vorschüsse, bis das Papier gänzlich aus dem Verkehr g^ogen sei, nämlich für elf Jahre. Das Eutgegen- chmmen werde der Türkei besonders nach dem Kriege sehr wertvoll sein und zu ihrem Fortschrftt beittagen. Die ordentlichen Ausgaben seien gegenwärtig auf 46 Millionen türkische Pfund festgesetzt, würden aber im Laufe des Jahves auf Grund von Ergän- zungskrttüten auf 55 Millionen Pfund vermehrt werden. Wie in allen kriegführenden Staaten würden neue Steuern eingeführt. Dft Erklärungen des Fiuanzministers wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Erfolgreicher U-voottrieg. Ein britischer Zerstörer gesunken. London, 4. März. (WTB. Nichtamtlich.) Tie Mmi- ralität teilt mit, daß am 1. März ein britischer Zerstörer mit der gesamten Besatzung in der Nordsee gesunken ist. Wahrscheinlich lief das Schiff auf eine Mine. Neue Versenkungen. Rotterdam, 5. März. (WTB.) Die englischen Dampfer „Huntsman" (7460 Brnttoregistertonnen), „Clan F a r q u h a x" (5858 Bruttoregistertonnen), ,Zol o J/ (4000 Bruttoregistertonnen, „Loughurst" (3053 Bruttoregister- tonnen), die französischen Dampfer „Elorn" (603 Brutto- regrstertonnen), die Bark „Lamentine" (725 Bruttoregistertonnen,, d gegenwärtig nach wie vor durch den Funkdienst der Transocean G. ni.b.H besorgt, der bisher von der amerikanischen Regierung nicht behindert worden ist. Außerdem berichten die in Deutschland zurückgebliebenen amerikanischen Korrespondenten weiter aus drahtlosem Wege an ihre Zeitungen. Ebenso ist der Funkdienst des WolssZcherr Telegraphenbureaus uild deutscher Zeitungen von Amerika nach Deutschland bis jetzt voii amerikanischer Seite anscheinend >licht beschränkt worden. Demnach bestehen auch jetzt noch Nachrichtendiellste ztvischeu den Leideil Landern, die von Reuter mid der englischen Regierung unabhäiigig sind. Das Auswärtige Amt ist besttebt, diese Dienst» auszugestalten und zu vermehren. Ter Reichskanzler, In Ver- ttettmg: Zimmermann. Abg. Dr. Werner-Gießen stellte folgende Anfrage: In. Ober Hansen (Rheinland^ haben belgische Arbeitest an deutschen Stteikversammlnngen teilgenommen. Ist dem Herrn Reichskanzler darüber etwas befannt und welche Stellima nimmt er zu dieser befremdenden Tatsache ? Schriftlicher Bescheid ivürde mir gem'i-gen. ' Beschleunigte Mlieserung von Brotgetreide, Gerste und Hülsenfrüchten. Berlin, 4. März. Das Kviegsernährttngsamt gibt be- kanttt: Die Abnahme von 5)afer für die Heeresverwalttmg ■L Un- üiwuuiujyuuje uno mien oocy f pars am irt men Mitteln. Bemerkenswert für Gießen war auch die Reichlfaltig- kert gediegener Toiletten. Als Partner stand ihr Oskar Fe i g e l als! Premierlentnant zur Seite. Er vermochte es nicht so ganz sich emes gewissen Pathos zu entledigen, wußte sich aber sonst in seiner streLsamen /Art mit anerkennenswerter Geschicklichkeit seiner Rolle an^upassen. Als zweites Paar sind Helene Kallmar löib Karl Stein maher zu nennen. Helene Kallmar auch diesmal wieder als reizende Naive, Karl Steinmayer als der etwas linkisckre aber liebenswürdige junge Künst-her Hans Roland. Ein drittes Paar blldettir Elly Dornhöfer in taktvollem^ Auftreten als' Ma- öon ^?ßwitz und Rudolf Gol l in der ihm angemessenen ^olle eures Biederlebemannes. Als Väter fungierten recht wacker Wilhelm Hellmuth und Hans Werthmaun. Mtt Lerch machte erneu Herrn Stettendorf mit gutem Humor zu einer charakteristlschen Figur. Tie Einzelleistungen waren demnach im einzelnen und im ^ das Rudolf Goll leitete, bedeutend besser als das -sttlck pv Nch, und ans diesem Gruiwe lohnt es sich sicher, diesen Lujtipiel auch bei Wiederholungen Interesse entgegen zu bringen -Ter Besuch war, nicht ganz so, tvie man nach der durch den Kohlenmapget vernr,achtt»k längeren llnterbrechung der Spielzeit erwarteii sollte. Als Grund wurde verschiedsillich die Befürchtung angegeben, das Theater fei doch niM genügend geheizt. T«mr- gc gen über nm ß betvitt »verden, daß die Tempera tur recht mollig * ax - Nt auch vielen Gießenern der Montag ungelegen. Es ist Mos wo hl zu verftehen und nicht recht em zu schein, 75, -AliiStag als Spieltag vorgezvgen wurde. Ter Wnnch, es mochte L-amstags gespielt werden, wurde vielfach qe- "Uwtt. und lmr uitterstützen ihii rm Iüteresse des Theaterbesuches ebhaft, denn iverm fchon gespielt wird — und dies ist durchaus zu veglutzen — fo foll auch ein Tag gewählt merken, der es mög- l€ Cn ^ e Vorstellung zu besuchen. Uno ob am! -Aümstag oder Montag geheizt wird, blerbt sich wvhl ziemlich gleich. / wurve fnt ^LrruraL auf solche Landwirte, bte Lein Brob« getreue und keine Gerste mehr abzuliefern haben, beschränkt. Diese Einschränkung bleibt mit Zustimmung der Heeresverwaltung auch noch im März bis auf weiteres bestehen Die Landwirte müssen daher noch weiterhin in erster Linie Brotgetreide und Hülsenfrüchte ausdreschen und abliefern, bis die Bestände hiervon die unbedingt erforderliche Höhe erreichen. Nicht betroffen wird durch die angoord- rrete Einschränkung der Haferabnahme die Lieferung von Hafer für die Hafernährmittel-Fabriken, auf die zur Vermeidung von Stockungen in der Hafernährmittel Herstellung größtes Gewicht gelegt werden muß. Aus die Versendung von Hafer für 'Mhrmittelzwecke bezieht sich auch die gleichzeitig verfügte Einschränkung der Wagenbestellung für Hafersendungen nicht. Aus Beschleunigung der Stellung von Wagen und Lieferung der Säcke für Brotgetreide, Gerste und Hülsenfrüchte ist hingewirkt worden. Vom unabhängigen Ausschuß für einen deutschen Frieden. Köln a. Rh., 5. März. (Privattelegramm' J'm Anschluß au die große vaterländische Kundgebung, die der Unabhängige Ausschuß für einen deuts che n Frieden gestern nachmittag im Gürzenich veranstaltet, fand am Nachmittag rn der Erholung eine geschlossene zahlreich besuchte Vertrauensmänner Versammlung des Unabhängigen Ausschusses in der Rhein- Provinz ebenfalls unter Vorsitz des königlicheir Kammerhcrrn Freiherr von Loebel-Bergers Hausen statt. Es wurden einstimmig folgende Beschlüsse gefaßt: 1. Es werden tunlichst aller Orten im Rheinland Ortsgruppen des Unabhängigen Ausschusses gegründet. 2. Die Ortsgruppen roerben nach Bezirks- bezw. zu einem Provinzialverband zusammen gefaßt. 3 Die Geschäfts leftung des rheinischen Provinzial verband es übernimmt als Geschäftsstelle die ^Ortsgruppe Köln (Hansahans) N«h weiterer Aussprache der Organisations- ^und Wer de fragen Mb der Zweite Vorsitzende des Unabhängigen Ausschusses. Abgeordneter Fuhrmann einen Ueberblick über die politische Lage. Zwftspalt in der Stettiner Sozialdemokratie. Stettin, 6. März. Ter Vorstand des sozialdemokratischen Vereins zu Stettin hatte vor kurzem den Anschluß an die sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft beschlossen. T« Hauptversammlnng sprach sich dagegen gestern in einer stürmischen Sitzung mit 140 gegen 110 Stimmen für den Anschluß an die Parteimehrheit aus. Gleichzeitig wirrde für den Ansschibuß der Opposition aus der Partei gestimmt. Darauf schloß der Vorstand kurzerhand die Versannnlung und verweigerte den Rücktritt von seinen Aemtern. Der Vorsitzende ist der Reichstagsabgeordnet-e Bogtherr, der der sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft mrgehört. Die Beisetzung des Fliegerofsiziers WintgenS. Minden, 6. März. In feierlicher Weise erfolgte gestern lster die Beisetzung des Flieg ervffiziers Wintgcns, der am 25. Septernber vor. Jahres in Frankreich gefallen' ist. Die Fliegerkompagnie Hannover stellte, die Ehrenwache. Den Weg zum Friedhof säumte Mindens Bürgerschaft. Eine Kompagnie von der Feldsliegertruppe Hannover gab dem gefallenen Helden die letzte Ehre. Unter dem zahlreichen Trauergesvlge befanden sich auch die Mufter und eine Schwester des Toten. 9 Gokha. 5. März. (WTD.) Dem gemeürschastlichen Landtag der Herzogtümer Coburg und Gotha wurde ein Gesetzentwurf vorgelegt, nach denr die Mitglieder des Herzogshaufes, die einem außerdeutschen Staat angelwren, das Recht der Re gierungs Nachfolge für sich und iche Nachkommen ver lieven. wenn ihr Heimatsstaat Krieg gegen das Deutsche Reich führt. An» Stadt «nd Land. Gießen, 6. März 1917. ** A miliche Personal Nachrichten. Der Großherzog hat am 5. März den Oberlehrer an der Oberrealschule am Friedrichsplatz zu Osfenbach Professor Tr. Erwin Bol'ckmar aus sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner lmigjährigen treuen Dienste mit Wirkung vom 1. ?lpril 1017 in den Ru bestand versetzt und ihm aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand den Charakter als Geheimer Schulrat erteilt. — Ter Großherzog hat am 5. März den Oberlehrer cm der Oberrealschräe zu Näarnz Professor Karl Goertz zum Direktor der Realschule zu Wimpfen nrft Wirkung vom 1. April 1017 an ernannt # * Auszeichnung. Dem Wehrmann Franz D e t t - mann ans Gießen wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. - Geüeiter Otto Jung, Leibgarde-Jnf.-Regt. (1. Großherzoql Hessisches) Nr. 115, Großherzogs Leibkompagnie, erhielt am 1. März 1917 das Eiserne Kreuz 2. Klasse. ** Pers onalnochrichten der O berpo std i rektio n in Tarmstadt. Verliehen wurde das Eiserne Kreuz zweiter Klasse dem Hanptmann d. L., Ober-Postpraktikant T h ü m e n aus Darmstadt, dem Feld-Oberpostsekvetär Schmidt mrs Bensheim und dem Feld-Postsekretär Schnell aus Vtaftiz: die Hessische Tapserkettsmedaille und das Hamburgische .Hanseatenkreuz deni Leutnant d. R., Post-Assistent Ditt aus Mainz; das Hessische Krregsehrenzerchen dem Post-Inspektor Mosler in Tarmstadt, den Feld-Postsekretären Bierbach und Hartman« und der« Telegraphengehilfen Jen sch aus Darmstadt. Aus 'Anlaß de- Scheidens ails denr Dienste: das Ritterkreuz zroerter Klasse des Verdienstordens Philipps des Großnttftigen dem Pvstsekrelär Krell in Bensheim. Angenommen wrrrde als Telegraphen gehilftn Thekla Schnhard in Friedberg 'Hessen' und Paula Rück in Worms, als Postagentin Frau Maria Magdalena Hahn Witwe irr Guntersheim ,Kreis Worrnsü Be st a n d en hat die Post sekrÄärprüfirng der Posta ssistenr G ö tz in M arnz-Kastel. Versetzt wurden der Postsekretär Heinrich Schneider txm Lauterbach (jgeflerr nach Gießen, der Ober-Postassistenl Seiber t von Pfungstadt nach Groß-Gerau und der Post-Assistent Stein von Köln noch Mainz. Freiwillig ausgeschEden sind die Telegraphen- gehrislmren Kath. Kammer in Gießen und Erna Böhm in Worms Ge st o rb en sind die Postsekretäre Bickelhaupt in Anerbach l.Hes,eni, Grenz in Darmstadt und Weller in Wzey und der Postagent Hahn in Gundershemr >.Kr. Worms' ** Der Winter ist zurückgekehrt und hat seinen weißen Flockenmantel wiederum über Stadt und Land ausgebreitet, als wolle er von sich aus allen kriegerischen Ope- ratronen, die, wie es schien, eben auf sämtlichen Kttiegs^- schauplätzen in Erscheinung treten wollten, nochmals unterdrücken und das Rnrgen um die Entscheidung hinausschieben. Bei uns setzte der eigentliche Schneefall gestern nachmittag gegen 5 Uhr ein und hatte in kaum einer Viertelstunde eine Winterlandschaft hervorgezaubert. Abends gegen 10 Uhr ließ das Flockengeriesel nach, aber da war schon der Boden mit einer so hohen Schicht bedeckt, daß man ihr heute morgen allerwärts auf den Bürgersteigen mit Hacke und Schaufel zuleibe rücken mußte. Der Himmel sieht immer noch irach Schnee aus. Mer was tut es: „Und dräut der Winter noch so sehr mit trotzigen (Gebärden, und streut er Eis und Schnee umher, es muß doch Frühling tverden." Lange werden wir sicher nicht mehr auf ihn zu warten brauchen. Inzwischen sei, solange das Regiment des Nachwinters dauert, wiederum au das Streuen von Asche auf die Bürgersteige erinnert, denn unter der Schneedecke beendet sich schon wieder manche gefährliche Schleife. Und nicht zuletzt: (Gedenket der hungernden Vögel. _ ^ hlreiche Nachkommenschaft. Den Ernst der Fleisch- und Speckknappheit hat ein Mutterschwein des MetzgermersterS T r i n k a u s (Vogelsberger Hof) am Seltersweg begriffen. Das Tier brachte vorgestern 15 Ferkel zur Welt, nachdem es. schon im Herbst v. I. deren 19 das Licht der Welt erblicken ließ, also innerhalb 6 Monaten 34 Stück. „So müßte alle Schboosäu sei", sang seinerzeit der Frank surter Lokaldichter Stolze. ** Unter dein Namen GelatinePulver, Gelee- Pulver icnd Gelatin e l ei mpul v er werden in letzter Zeit Waren in den Verkehr gebracht, die gute Speisegel atme ersetzen sollen. Die Farbe und der Geruch derartiger Mittel lassen schon erkennen^ daß sie nicht einwandftei zu menschlichem Genuß geeignete Speisegelatine darstellen, sondern ans Leimpapier bestek-en, die insbesondere bei nt Auflösen in der Hitze einen ekelerregender, Geruch nach .Knochenleim verbreiten. Es ist zu befürchten, daß durch ^derartige ekelerregende Produkte wesentliche Mengen wichtiger menschlicher Nahrungsmittel verloren gehen. .Außerdem werden für derartige Produkte noch unverhältnismäßig l-ohe Preise gefordert. Vor dem 'Ankauf und der Bettvendnng derartiger Gelatinepräparatc: wird daher ausdrücklich gewarnt. O e f s e n t l i ch e Bücherhalle. Im Februar wurden 2678 Bände aus geliehen. Davon kommen aus: Erzählende Literatur 1592, Zeitschriften 364, Jugendschrfften 222, Literaturgeschichte 8, Gedichte und Dramen öl, Länder- und Völkerkunde 2, Kulturgeschichte 28, Geschichte und Biographien 117, Kunstgeschichte 16 Naturwissenschast und Technologie 111, Heer- und Seewesen 20 Haus- und Landwirtschaft 9. Gesundheitslehre 15, Religion und Philosophie 37, Staatswissenschast 6, Sprachwissenschaft 9, Fremdsprachliches 21 Bände. Nach auswärts kamen 26 Bände. ** Das Schwarz-Weiß'-Theater bringt im Pro grannn vom Dienstag, 6. März, bis einschließlich Freitag, 9. März das mimische Gesellschaftsdrama „Die Suffragette", in fünf Akten, von Urban G a d und mit Asta N i l s e n in der Hauptrolle nebenbei ein Wildwest-Drama „In letzter Minute!" in zwe» Akten, sowie ein gutes Beiprogramm. ** E i n e Brennholz-Bersteigerullg der Stadt Gießen findet Montag, den 12. März 1917, vormittags 9% Uhr in den Waldungen der Stadt Gießen statt. Näheres sieh Bekanntmachung. ** Das heutige Kreisblatt Nr. 39 enthält Bekannt machungen über Beschlagnahme, Bestandserhebung und Enteignung sowie freiwillige Abgabe von Glocken aus Bronze und von fertigen gebrauchten und ungebrauchten Gegenständen auS Aluminium, so dann über den Verkehr mit den in die öffentliche Bewirtschastung übernommenen Nährmitteln. Landkreis Gießen. i. Ettingshausen, 6 März. Zum Fahnenschmied wurde der Gefreite Heinrich S ch o m b e r in, Feld-Art.-Rgt. Nr. 25, Sohn des Schmiedemetsters Schomber von hier, befördert. — Der an, 5. September 1916 verwundet in russische Gefangenschaft geratene Theodor Keil, Sohn des Müllers Heinrich Keil IV., wurde aus getauscht und liegt jetzt in einem Hamburger Lazarett. Keil erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klaffe. — Die Sammlung der Jubiläums spende ergab in der hiesigen Gemeinde 267,50 Mark. ** Großen-Linden, 6. März. Dem Fahrer Wilhelm Keßler beim Feld-Art.-Rgt. 9tr. 102. Sohn des Landwirts Ludw Keßler VII.. wurde im Dezember 1916 die Hessische Tapserkeits medaille verliehen. 44 H u n g e u , 5. März. Im Warteraum des Bahnhofes hielt der Eisenbahn verein Nidda eine Versammlung ab, in der der Magazin-Verwalter Knieling aus Fraukiurt a. M. einen Vortrag über die von Regierungsbaumetsler S ch ü tz-Eberswald erfundene Holzqelenkiohle hielt. : : Queckborn, 5. März. Einen fielen Eindruck auf die Zuhörer hinterließ der von warmer Begeisterung getragene und von einem reichen interessanten Lichtbildermaterial begleitete Bortrag, den Herr Lehrer Jakob aus Ober-Bessingen heute über das Thema D e u t s ch l a n d s W i r t s ch a f t s k r ä f t e hielt. Kreis Büdingen. K Borsdorf b. Nidda, 6. März. Gefreiter Lehrer R Henrich von hier, Sohn unseres Lehrers, wurde zum Unteroffizier und Offiziers-Aspiranten befördert. Henrich, bis zu seiner Einberufung Lehrer zu Höchst a. d. Nidder, kämpft gegenwärtig in Rumänien und ist mit dem Eisernen Kreuz und der Hesfischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. 44 Echzell, 6. März. Für die I u b i l ä u m s s p e n d e wurden hier durch die Schulkinder 450 Mk. gesammelt. Tie »Rote Kreuz-Kaffe" leistete einen Zuschuß von 150 Mk., die Gemeinde spendete 100 Mk. — Das Eiserne Kreuz erhielt der Gefreite Chriskau bei einer schweren Minenwerser-Kompaqnie. 4- Ortenberg, 5. März. Vorgestern tagte lster eine Ver samniinng der Vertrauens nramter des Zweigvereins Ortenberg vom Roten Kreuz. Auch eine große Zahl besonders M dieser Versammlung ein geladener Personen hatte sich eingeftmden. Der Bericht des Vorsitzenden, Pfarrer K a tzn - Ortenberg, über die Tätigkeit des hessischen Lan-desvereins vom Roten .KvÖtz als auch über die Arbeit des Zweigveveins lwt ein erfreuliches Bild hiir-t gebungsvoller und erfolgreicher Tätigkeit im großeir als auch im kleinen. Zur Belebung des vaterländischen Geistes wurde ferner einstimmig beschlossen, in smntlichen Gemeinden des Bezirks-Licht- bildervorträge zu veranstsalten, welche sotgerche Themata behaiddeln sollen: das deutsche HeiinatlMr und seine Waffen, die Quellen deutscher Kraft und die Bürgschaften deutschen Sieges, Deutschlands Schwert und Geld und andere. Es rverden sprechen: am 7. d. Mts. Pfarrer K a hn - Ortenderg in Ortenberg, am 8. derselbe in Selters, am 9. derselbe in Effolderbach, am 11. Ober amtsrichtier Tr. Pnsch-Ortenberg in Stockheim, am 12. Pfarrer Liz. Her pel-Lißberg in Meichenbach, am 13. Pfarrer Kahn in Bergheim, am 14. Lehrer Hensel und Pfarrer Schrimps Hirzenhain in Usenborn, am. 15. Oberamtsrichter Tr. Pusch in Gelnhaar, am 18. Pfarrer Schrimps, Lehrer Hensel in Hirzenhain, am 17. Lehrer Hensel in Merkenfritz. am 18 Marrer Liz. Herpel in LiV^rg, am 20. Pfarrer Kahn in Eckartsbvrn, am 21. Oberamtsrichtcr Tr. Pusch in Bobenhausen Tie Borträge finden in eine,« Saale, im Schulhaus oder tn der Kirche statt, sie werden sämtlich umrahmt sein von vaterländischen Gesängen und Liedern, vorzügliche Lichtbilder mit guten Apparaten werden das gesprochene Wort wirkungsvoll erläutern. Kreis Alsfeld. ä. Berns feld, 6. März. Die hiesige Gemeindefagd gmg für die Pachtsilmme von 455 Alk. neuerdings in den Besitz von Dr. Wagner in Homberg a. d. O. über. Der bisherige PachtpreiS betrug 380 Mk. Bisheriger Pächter ivar Rechnungsrat Gutileifch von Homberg a. d. Ohm. i6. Nieder-Ohmen, 6. März. Die von Schülern in der hiesigen Gemeinde vorgenommene Sammlung zum 25jährigen Regierungsjubilänm des Großherzogs Ernst Ludwig von Heffen'er- gab den ansehnlichen Betrag von rund 300 Mk. - Dem Seminaristen Karl Reitz, Unteroffizier in einem Masch.-Gew.-Ber- fügungstrupp, wurde die Hess. Tacherkeitsmedaille verliehen, noch- dem er vor einiger Zeit schon mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet worden war. Unteroffizier Reitz ist der Sohn des Schloffermeisters Adam Reitz II., des Besitzers der früher Walter- scheu Maschinenschlofferei. — Hier wurde vor einigen Tagen die frühere Hebamme Elisabethe H o f m a n n im hohen Alter von 86 Jahren unter großer Beteiligung der Bevölkerung — namentlich der Frauen — zu Grabe getragen. Nicht viel weniger als 6» Jahre war die Verstorbene, die in ihrem verantwortungsvollen Bernke stets sehr gewissenhaft war. in der hiesigen Gemeinde Hebamme. Kreis Lauterbach. M. Engelrod, 5. März. An der Kreisstraße nach Hörgenm» wurden im Laufe des Winters etwa 50 große Eschenbäume mit 60-80 Zentimeter Durchmesser gefällt. Eine Fuldaer Holzhandlung zahlte für den Kubikmeter dieses Holzes den Durchschnittspreis von 100 Mark, wodurch der Kreiskaffe eine schöne Einnahme zugesübrt wird. vl. L a n t e r b a ch , 6. März. Die Ehefrau des im Felde stehenden Müllers Krümmel dein in der Steinmühle an der Alsfelder Straße kam vorgestern beim Aufschütten von Frucht der Transmission zu nahe, wobei sich der Haarzopf in das Getriebe verwickelte. Tie Frau, der dabei fast d ie ganze Kopfhaut samt den Haaren abgerissen wurde, mußte ins hiesige Krankenhaus ausgenommen werden. Kreis Wehlar. r&. Wetzlar, 6. März. Ter KretS-Kaninchen-Zncht- verein des Kreises Wetzlar hielt am Sonntag seine zweite Ausstellung, verbunden mit Kaninchemnarkt und Prämiierung, für dieses Winterhalbjahr ab. ES waren 150 Tiere aller bekannten Abarten airsaestellti Kauflust und Tausch waren sehr reg». Die Kleintierzucht gewinnt erfreulicherweise in Stadt und Land immer mehr Anhänger. ra. Mudersbach, 6. März. Unter großer Beteiligung wurde am gestrigen Sonntag Förster a. D. Konrad A r m b r e ch t zur letzten Ruhe gebettet. Der Verstorbene, Veteran von 1866 und 1870/71, war ein weit über den Kreis seines amtlichen Wirkens bekannter und angesehener Mann. Hessen-Nassau. — Frankfurt a. M., 5. Atärz. In den Akademischen Senat der Universität sind für das am 16. April beginnende Studienjahr gervählt worden aus der Rechtswissenschaftlichen Fakultät Prof. Dr. Lewa! d, der Medizinischen Fakultät Pro-. Dr. Watthard, der Phllosophischen Fakultät Geheimerat Pros. Dr. Panzer, der Naturwissenschaftlichen Fakultät Geheimerat Prof. Dr. W a ch S m u t h , aus der Wirtschafts- und Sozial- wissenschaftlichen Fakultät Prof. Dr. Vogt und der außerordentliche Profeffor Dr. D e l a q u i s. ----Frankfurt a. M.. 5. März. Auf dem Hauptbahnhof wurde Samstag abend eine eingehende Gepäck Untersuchung .bei den aus Bayern kommenden Reffenden vorgenommen. X. Hcr nau, 4. März. Auf dem Unterverbands tage oer Raiffeisen vereine des Kreises Hanau keilte Gencff'sen- schaftsdirektor Schüler-Kassel mit/daß sich der Umsatz in der Geldabteilnng außerordentlich gehoben habe, dntz ferner die Vereine des Kreises Hanau ebenfalls eine außerordentlich günstige Bewegung auf ihren Konten zu verzeichnen hätten. Ihre Schuld sei van 105 000 Mk. aus 75 000 Mart znrückgvgangen, ihr Guthaben von 205 000 Mk. auf 475 000 Mk. gestiegen. Ein ähnliches Verhältnis könne bei fast allen hessischen Raiffeisenvereinen sestgestellt werben. Letzte Nachrichten« An der Ancre. Berlin, 5. März. (WTB. Nichtamtlich. An der Ancre nahmen die Vorfeldkämpse anr 3. März ihren Fortgang. Trotz starken Kräfteeinsatzes ist es den Engländern noch nicht gelungen, an die neuen deutschen Stellungen heranMLxmmen. Bei diesen Kämpfen nahmen die deutschen Sicherungen den Engländern in der Gegend von Gommewurt zwei weitere Maschinengewehre ab. Einem nach ausgiebiger Artillerievorbereitung mit starken Kräften gegen den Biez-Wald östlich von Gonnneconrt angesetzten Angriff wichen sie elastisch nach Osten aus. Außer in fteiwillig geräumtem Gelände konnte sich der Engländer irirgends sestsetzcn. Wie am 28. Februar bei Sailly, scheiterten anr 4. März auch seine mit starken Kräften unternommenen Angriffe bei Bonchavesnes. Die in 2 Kilometer Breite vorgestoßenien englischen Stürmt rappen wurden in beider! Flanken durch sofort einsetzenden Gegenangriff icmfvßt und großenteils wieder zurnckgeworfen. Nur in der Mitte vermochten sie ein kleines Graben strick zu halt«r; Versuche, es durch einen Nachtangriff zu erweitern, scheiterten jedoch An der ganzen übrigen Front entsafteten die Deickschen lebhafte Tätigkeit. Bei Ch-illy, südlich der Somme, wurden außer den gemeldeten Gefangenen 2 Maschinengewehre eingebracht. Die feindliche Stellung wurde planmäßig zerstört mW schwere englische Verluste fest- gestellt. Der^ Vorstoß an der Straße Etam-Verdun trug rwch drei Maschinengewehre ein. Ein werteres Maschinengeweh« imd ein Minenwerfer wurden in der Gegend von Nieder-Aspach mrd bei Ammerzweiler erbeutet. Ferner wurden hier weitere Gefangene gemacht. Der größte deutsche Vorstoß auf dem östlichen Maasuier, der, wie gemeldet, Gelände in 1500 Meter Brette und an 600 Gefangene eiutrug, zeichnete sich durch besondere geringe deutsche Verluste ans. Bereits -nach kurzer Artillerievorbereitung war die französische Grabenbesatzung soweit niedergekampft, daß die Sturmtrupps an drei Stellen in die ftanzöftsc^n Linien einbrecher. konnten. Durch rasch hinein geworfene Handgranaten wurden di, UnterMnde ausgerauchert und die französische Besatzung trnpp gefangen genommen. Die mexikanische Angelegenheit. Haag, 5. März. Die „Times" meldet, daß die Enthüllun- gnr über Mexiko das amerikamfche Publikum mehr aufregen als irgend etwas anderes seit Ktiegsbeginn. Mit Lansings Erklärung, daß « die Echtheitd les Briefes verbürge, habe man im Kongreß alle Opposition gebrochen. Er hat Ln einier begeisterten Sitzung mit übergroßer Mehrheft Wilson zur Bewaffnung der amerikanischen Schiffe ermächtigt, obschon das nicht dasselbe ist, wie der Beschluß des Senats, der ihm Vollmacht zu allen Schritten gab, die er zur Beschirmung der Rechte von Amerikanern zur Sec für notweridig hafte. Ist doch die Sttmnrung unter den .Kongreßmftglick>ern so, daß der Präsident^ sie ohne Schwierigkeit davon überzeugen kann, daß sie auch den SenatÄbeschluß airnehmen muffen. Man unterhält ffch viel über den Weg, den der Brief des Staatssekretärs Zimmermann genonrnren hat, ohne entdeckt zu werden. Deutschland kann keim Kabel benutzen und Bernstorff habe häufig über die Aufficht geklagt, die die amerikanische Regiermrg über die Funksvrnchstationer aiksübe. Die bellmfftreten amerikanischen Handelsschiffe. Bern, 6. März. Ein Fmrkspruch aus Washington meldet: Trotz aller Bemühungen der demokrattschen Führer hatten d« Republikaner die Annahme der Bill der bewaffneten Neutralftcü nicht durchsetzen können, da eine lleftre ftftuppe der Opposition dft Erörterimgen blockiere. Französische Transportkrift. Bern, 6. März. Der Radikale Barennes erklärte voll Ironie im „Evenenrent", die Unterdrückung einer großen Zahl von Eisenbahnzügen sei eine geniale Lösung der Transportkrise. Sie habe leider ungünstige Folgen, so z. B. die völlige Lähmung des Handelsverkehrs. Ferner wurde bezüglich der wirtschaftlichen Widerstandskraft und der Moral )em Lande eine schwere Prüfung auserlegt. Hätte inan weniger geschrieben und mehr gehandelt, dann wäre man heute nickit gezwungen, Maßnahmen zu ergi-eifen, die das ganze Leben des Landes auf den Kopf stellen und die Transportkrise dadurch zu lösen, daß man einfach nicht mehr transportiere. Russischer Munitionszug erpiodiert. Berlin, 5. März. Die Kriegszeitung des ..Berliner Loüif Anzeigers" weidet über Mttlmoe. daß nach der .^Örlowski Ejest- nik" leit vierzehn Tagen in mübieberte« Teilen Sibiriens furcht bare Schneestürmc herrschen, die alle Warentrmrsporte vvllstcmdig unterbrochen. Infolge starker' Schnooverwebui>ifen entgleiste der T schite abgelassem Munitionszug 212 in voller- Fahrt. Die Lokomotive wurde vollstärwig zertrümTnern. Tie ersten Wag« fingen Feuer, woraus der ganze Zug unter furchtbarem GkWst explodierte. Die Begleitmannschaften des Zuges sind bis aus der; letzten Räann umgekomrnen. D«r Bahnkörper ist auf einer Streckr von sechs Werft aufgerffseu. Die Seesperve gegen Italien. Lugano, 6. Mürz. 100 Mgeordnete der Küstenstädre brachten eine Tagesordnung ein. die Regierung möge die Handelsschiffe gegen die U-Boote bewasftien. Einer halbamtlichen Mitteilung zufolge wird die Regie rung den Präfekten binnen kurzem die Vorschriften für die Einführung der Lebensmittelkarten in ganz Italien zugehei affen. Es sei niemals die Absicht der Regierung gewesen ne Rationierung der Lebensmittel aus die oberitalrenischen Städte zu beschränken. Sie habe es jedoch für empsehlenswer, gehalten, die Initiative einzelner Orte zu begünstigen, uni durch deren Beispiel die Bekämpfung anderer Landesteile zu bekämpfen. Die Lag»' in Grftchenland L u g a n o, 6. März. „Corriere Hella Serra" meldet aus Athen, die Blockade mache sich auch unter der italienischen Kolonie sehr fühlbar. Die Lage versch!imme'-e sich zusehends Der grüßte Teil der Bevölkerung trägt die Entbehrungen ohne Murren und sei dem .König nach wie vor unpänglick» und ergeben. Statt jeder besonderen Anzeige. Heute nacht ist mein lieber Mann, unser guter Vater, der Braumeister Carl Rudersdorf Landsturmmann 2. Kompagnie I. Landst.-Inf. Ersatz-Bataillon Gießen sanft entschlafen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Maria Rudersdorf und Kinder. Gießen (Bismarckstraße 7), den 5. März 1 Ql7. 01319 Die Beerdigung findet statt Mittwoch, den 7. März, nachm. 3 ! / 0 Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofes. > . Nach langem schweren Leiden starb heute meine liebe Tochter, unsere gute Schwester und Tante Lina Korndörfkr im Alter von beinahe 23 Jahren. Die tieflrauerude Mutter und Geschwister. Gietzen, den 5. März 1917. 01321 Die Beerdigung findet Mittwoch nachmittag um 3 Uhr aut dem dienen Friedhof statt. Ö Zimmer (II. Stoch mit Bad u. allem Zubehör auf 1 . Avril zu verm. Steph antr . 42, I._p 4 Zimmer Braver, sauberer Z3au&bursche gesucht. Bäckerei Schomber. Walltorstraße 51. [1710 ß, Schwarz-Weiss-Theater gSjftj*'. Programm vom Dienstag. 6. Mürz bis iokl, Freitag, 9. Mürz: Die Suffragette! Mimisches Schauspiel y. Urban Gad, in der Hauptrolle die berühmte iLsta, Milseai V in 5 Akten. 1828a [I 3 n letzter [üinulefB LI Spannendes Wildwestdrama in 2 Akten. Ausserdem ein sehr gutes Beiprogramm. Lvobuung v. 4 Zimmern, Bad, Veranda, 2—3 Mau- sarden-Zimmern .v 1 . 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Das Eintreffen von Brennstoffen wird jedesmal be- -rannt gegeben. Die Mitglieder können alsdann Bezugs- 'ckielne b,-rk,v gegcu Vor;ciauuk, dcr letztcu Qnittuus als Ausweis und Bezahlung der Kohle bei dem Vor- ntzenden A. DickorH, Schanzenltr. 8 , in Empfang neh men. Dre ersten Antbrazit-EiformbrikettS find äuge- kommen. Gießen den 6 . März 1917. 18290 Der Vorstand. Für die Dauer der Erkrankung des Großherzoglichen Notars, Herrn Justizrat Ernst Metz m Nidda, ist der Unterzeichnete als dessen Vertreter bestellt. Zugleich wird er in Vollmacht des 'Herrkl Jnstizrat Ernst Metz dessen anwaltliche 'Geschäfte fuhren, die demselben obliegenden Termine [wahren und jeden Samstag, vor- und nach- innttags aus dem Bureau des Herrn Justizrat Metz in Nidda zu sprechen sein. i«™ _ M e tz, Geh. Mißrat, Gießen. Bekanntmachung. ! Der vom Gemeinderat durchberatcne Voran-! schlag der Gemeinde Mainzlar für 1917 Rj. liegt! 'vom 7. März lfd. Js. eine Woche lang aus dem : Bürgermeisterbureau zur Einsicht der Beteiligten offen.' !Einwendungen gegen seinen Inhalt können schriftlich oder mündlich während der Offenlegungssrist vorgebracht werden. Es ist vom Gemeindcrat die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Mainzlar, den 6. März 1917. 1S44 Großh. Bürgermeisterei Mainzlar. Vogel. | Mo bl. Zimmer I Ptnsicn BraadMVeaea Blae 22 (BeU^vue)Zlm.m.n.obneBer- pfleg. t. iebe Zeitdauer. Mittag-u. Abendlisch. Elektrisch Licht, Bad. Tel. 108». ,758 Großes möbl. Zimmer an Lwe, Herren mit Pension zu verm. West-Anlage 31 p. 01,94 lVI.eGWK Abgeschl. S-Zim.-Wohn. zum 1. Avril, eotl. auch später zu mieten gesucht. Schriftl. Angebote unter 01313 an den Gießener Anzeiger erbeten. Möbl. Zimmer von jungem Herrn per sosvi bei guten Leuten gesucht. Schr. Ang. u. 01320 a.ch. G. A mit guten Schulkennt- Nissen zu Ostern gesucht. M. RoHcnthal. [ 17 ”c landwirtschaftl. Maschin. 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März 1017, vormittags Uk beginnend werden in den Waldungen der Stadt Gießen in den Bezirken der Aorstwarte Geisel ttnd Brück versteigert: 8,2 Rm. Buchen-Scheitholz 9 ,Rm. Eichen-Scheitholz 19 Rm. Eichen-Knüvvelbolz 34 Nm. Kiefern-Knüvvelholz 1930 Wellen Eichen-Reisig 1660 Wellen Kiefern-Reisig 400 Wellen Dichten-Reisig 37,5 Rm. Eichen-Stockholz. -Die Zusammenkunft ist auf dem alten Anneröder ^Eg an 5 . Schneise. vom Mitbieten ausgeschlossen. Jeder ^ unr jemen Elgen-Bedarf steigern. W £t ,en o5 et V'- März 1917. 18276 Ter Oberbürgermeister: I. V.: Grünewald. Schön möbl. Zimmer isep. Eingang) sofort zu mieten gesucht. Schriftliche Angeb. unter 01321 an den G. Anz. 1 Dame mit Kind f- chtH der Umgegeffd von Gie.eu 1 möbl.Zimmer in. 2 Beitcu bei netten Leuten, evtl, mit Pension. Preisangabe er- ivünfcht. Schriftl. Angeb. n. 1845 a. d. Gieß. Anz. erbet. Zimmerpolier auf sofort in dauernde Stellung gefucht. Ernst Vogel, Baugesdiäirt. 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