*67. Jahrgang Hr. 54 Ter ©ferner Anzeiger erscheint täglich, außer So»»»»tags. - Beilagen: HießrnerLamllicnblätLe?; Ureisdlal! für den Ureis Sieben. vezugspreis: monatl. 90 P».. Vierteljahr!. Mk. 2.65: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 80 Pf.: durch dlePost Mk.2.45 viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüsse: für die Schrntleitung112 Verlag,Geschästsstelleöl Anschrist für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen. Erstes Blatt G Postscheckkonto: Zrankfurt a.M. tt686 Banlverfehr: Gewerbebank Gießen SiVillingzrunödruü «. Verlag: Brühl'sche Unio.-Buch- u. Steinfcruclerei R. Lan-e. Schristlettung, Geschäftsstelle u. Druckerei ^ Schulstr. 5. Marz \W Annahme von Anzeigen s. die TageSnummer bis zumNachmittag vorher» Leilenvrcir, s. Anzeigen^ örtlich 20 Vs.. Verft »nietungen u. Ctellcnge» suche 15Pf., auswärts 25 Pf., b. Plaßvorschrisd 30 Ps., Reklamen 7b Pi.» bei Platzv»rschrift 90 Pst -auptschmitleiter: Aug.- Goetz. Verantwortlich für Politik «.Feuilleton' Aug. Goetz, Stadt u, d Lmnd.Bernnischtesu.Ge« richtssaal: Fr. R. Zen*. Anzeigenteil? i). Beck, sämtlich iu Gießen. MhWdige Verwaltung für Nandern. (WTB.) Großes Hauptquartier. 3. März. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Vor Tagesanbruch versilchtm starke Erkuudungsabtei- lungen der Engländer bei Hullnch und Lievin, in den Abendstunden an anderen Stellen der Artois-Front kleine Trupps in unsere Gräben zu dringen. Sie sind überall zurückgeschtagen worden. Ans beiden An c re - tt fe r n spielten sich wieder heftige JnftmtlKie-Gefechte ab, bei denen der Feind neben blutigen Verlusten sechzig Gefangene und acht Maschinengewehre cin- büßte. An der Aisne und in der Champagne scheiterten Vorstöße der Franzosen gegen einige unserer Gräben. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des GeneralfeldmarschallS Prinzen Leopold von Bayern. Zwischen Jlluxt uttfc dem Narocz-See, sowie am Sto- chod mar das Artilleriefeuer Lebhafter als in den Vortagen. Bei Woronczyn, westlich von Luck, brachen Sturmtrupps in 2Vs Kilometer Breite etwa 1590 Meter tief in die russische Stellung vor und kehrten nach Zerstörung von Unterständen mit 122 Gefangenen und vier Maschinengewehren zurück. Bei dem Vorstoß östlich der Najarowka hat sich die Ge- faugenenzahl auf drei Offiziere 276 Mann, die Beute auf sieben Maschrnengewrhre erhöht. . An der Front des Generalobersten Erzherzog Josef und bei der Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen blieb bei aichaltendem Schneefall die GefechtStätigkeit gering. MazedonischeFront. Keine Ereignisse von Bedeutung. Der Erste Generalquartiermeister Ludendorff. (WTB.) Großes Hauptquartier, 4. März. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Dunstiges Wetter hielt fast durchweg die Gefechtstätigkeit in mäßigen Grenzen. An mehreren Stellen waren eigene Unternehmungen erfolgreich. Bei Chilly (zwischen Sonlme und Ancre) wurden 18 Engländer, an der Straße Etain-Vcr- dun über 100 Franzosen, beiderseits der Doller (Oberelsaß) von ims 37 Franzosen gefangen eingebracht. Oestlicher Kriegsschauplatz. Keine Kampfhandlungen von Belang-, noch immer starke Kälte. Mazedonische Front. Die Lage ist unverändert. Der Erste Generalquartiermeister Ludendorff. * Die Abendberichte. Berlin, 3. März, abends. (WTB. Amtlich.) Keine Kampfhandlung von Bedeutung. Berlin. 4. März, übercks. (WTB. Amtlich.) In den Morgenstunden rege Gefechtstätigkeit nördlich der Somme und auf dem Ostufer der Maas. Zahlreiche Luftkämpfe. Im Osten und in Mazedonien nichts Wesentliches. " * * Die Tage nähern sich, wo die Schlachtenstürme wieder ftBer das erschütterte Europa brausen und wir mit ängstlicher Spauuung wieder auf die anrtlichen Tagesmeldungen warten. In den Tagen, da der Reichstag und seine Ans-^ schüsse ihre weitläufigen Fäden gesponnen haben, die unsere Notzustände Zusammenhalten müssen, bis wir auf neuen, festen Grundlagen stehen, um den innerpolitischen Aufbau folgerichtig beginnen zu können, da haben wir oft denken muffen, daß hinter den Kulissen des Welttheaters ganz andere Vorbereitungen von einer alles umfassenden Größe getroffen werden mögen. In Shakespeares „Cvriolan" steht das treffende Wort: „Den Krieg macht kein Volkstribun". Wer daß er „gemacht" werden muß, wissen wir alle, und so lenken sich unsere Gedanken und .Hoffnungen unwiderstehlich auf Hindenbnrg. Was wird er beginrnen, und welches sind seine Pläne? Wir wissen es nicht, und es wäre vermessen, aus unseren Stnbenwinkeln heraus etwa auf Grund vager Klatschgerüchte zu sagen, daß sich die Dinge so oder so entwickeln würden. Mer zwei Tatsachen sind uns in den letzten Tagen dock> ausgefallen, die sicherlich in den Zusammenhang der sich vorbereitenden großen Kriegs- aeschehnisse gehören. Es sind die Frontverändernngen an ^der Ancre und der Wechsel in der österreichisch-ungarischen Heeresleitrrng. Den: bisherigen Generalstabschef unserer nächften Berbüirdeten ist ganz das gleiche geschehen, lvie im letzten Sommer dem General v. Falftrnhayn. Dieser wurde seines Postens in der Obersten .Heeresleitung enthoben mit der kaiserlichen Ankündigu.ng, er werde bald auf einen neuen, seinen ausgezeichneten Fähigkeiten entsprechenden Posteir gestellt werde» »Und dann leitete er von Westen her den Ginmarsch in Rumänien. Kaiser Karl hat dein erprobter: .Hötzendorss wohl eine ähnliche Rolle zngedacht. Das enge Znsammenarb orten der deutschen mid österreichisck>-nngari- schen Heere läßt es wohl zu, die Frontverkürzung iin Westen und den Kommandowechsel in Wien in einen imieren Zn- samnreirhang zu bringen. Während wir selbst uns über lveit- gehende Verrnntnngen in solchen nnberechenbarml Dingen abr liebsten in Schweigen hiillen, lesen wir doch mit höchsten: Interesse, lvas die nächsten ilänltralen wohl davoll halten. tÄe uMcn M mit iljmi ansMen, uild es gereicht ulls zur Genugtuung, wenn sie das alte Zutrauen in die deutsche Kraft rroch bewahrt haben. Der „Berner Bund" erschöpft sich in seiner Sonntagsnum- mer in ausgedehnten Kriegsbetrachtungen, die freilich fast alle wie Zukunftsmusik klingen. Er stellt den gehobenen Satz an die Spitze: „Die allgemeine Kriegslage wird von der strategischen .Handlung vorbereitenden Charakters beherrscht, die aus den Plänen des Generalfeldmarschalls v. H i n d e n - bürg erwachsen ist und eine noch nicht erkennbare, aber zweifellos früher oder später sichtbar werdende Wirkung auf die Gegenpläne der Ententefeldherren ansüben wird." Dann heißt e§ an einer anderen Stelle weiter: „Ob die Tatsache, daß die oberste deutsche AesresteiLuplg die Benennung der deutschen Armeegruppen der Westfront unterdrückt hat, die französische Militärkritik nun: veranlaßt, die Räumung der Bapamirer Borstzellimgen voll Gommecourt bis Transloy in anderem Lichte zu feiern und den Blick vom taktischen Bor-, gang ans den strategischen Zusammenhang zu lenken, wissen wir nicht. Doch mich ausdrmklich festgestellt werden, daß die englische FeMrerichwrstattung und die englische Fachkritik sich von Anfang an vorsichtiger verhalten und die Zurücknahme der Belowarmce nicht im Lichte britischer Siege, sondern als das Ergebnis strategischer Erwägunge»: bezeichnet hat. Aber auch das ist zweifellos noch nicht weit genug gesehen, denn man nmß immer wieder daran erinnern, daß die deutsche Heeresleitung sich das Axiom, daß sämtli che Fronte neinegroße st rategische Einheit bilden, vollständig zu eigen gemallst hat und nmß danach ihre Maßnahmen beurtei^n. Tut man dies, so findet man auch die. Zurücknahme der Ancresront auf die Hohe von Ba- paume nicht als eine für sich abgeschlossene Maßnahme, sonrder»t erblickt darin: nur einen einzelnen Zug im allgemeinen Spiel, dessen Figuren von den Rigaer Düne»: bis Tnlcea, Mmnastir mtb Valonm, von Cvstanjevica und dem Monte Pasubio bis zum Stilfserjoch und vom Largzipsel und St. Mihiel, Treslineourt bis Nvyon, Chaulnes, Arrvs, La Bassee, Dpern und Nieuport aufgestellt si;ü>. Deshalb sind toir überzeugt, daß die Unterdrückung der e:n- z einen Ar »nee gruppen im Westen, die von Lnchendorff seit einigen Tagen im Herresbecicht geübt wird, elementare Be- oeutmng hat für die Organisation und Entwicklung der deutschen Front und der deutschen Operationen im Westen, imb es wäre verkehrt, »venu die Gegner sich begnügten, die wieder in ihren Besitz gefallenen Ancredörsec zu zcchlen und die ihnen nach der Sachlage dort überlassenen Raumvorteile hoch zu bewerten; sind letztere doch ohnehin durch große strategische Nachteile — der Entwerttmg vorbevecketer Angriffsstellungen — 4r»ettgemacht worden." Der Beriwr „Bund" hat, wie n'sieren Lrsern bekannt ist, nach der Errlerrnung Hindenbnrgs zum Generalstabschef öfter die Möglichkeit betont, die neue deutsche Feldheirrn- kunst werde die Westftont verkürzen, um ans der einheitlichen Front an anderer Stelle Kräfte zur Fnitiative frei zu machen. Vielleicht schwelgt das Blatt auch jetzt wieder in diesein Gedankeu, wenn es meint: „Es ist »acht anzunehnren, daß die eigenartigen Manöver Hin- denbürgs im Westen bereits abgeschlossen frrtb, und gerade das bringt ein neues Moment strategischer Unsicherheit für den Gegner ins Spiel, denn er weiß weder wann noch wo und wie weit diese Reko»:zentration fortgesetzt :mrd^ die ihml das Vertragen der Offeirsive aus der alten Gru»:dstellung nahezu unmöglich nracht und ihn entweder zwingt, überstürzt zu handeln, um bereits getroffene BorbereiMngen so gut es geht zu nützen oder rasch neue Entschlüsse zu fassen und dir Fnitiatihe auf diese Weise wieder ait sich zu reißen. Tatsächlich ist die st rategische Initiative heute schon an die Deutschen übergegangen, und es bleibt nur abzuwarten und festzustellen, ob sie in der Lage sind, sie im taktischen Zusammenprall zu behaupten und in welcher Wdise sie sie offensiv oder defensiv ausnützen wollen und körrnen." Daß der Berner „Bund" im allgemeinen gut unterrichtet ist, ersehen wir daraus, daß ec den Wechsel in der obersten Heeresleitung unserer Verbürideten bereits lvnßte, bevor er amtlich veröffentlicht wurde. Das geht aus seiner folgenden Veröffentlichung hervor, die auch aus die angeblichen Ziele dieses Wechsels näher eingeht: „Utrterdesstn vollziehen sich härter derTrientiner Front und bis ins Kärntnerische Bewegungen, die aus eine stärker^ Konzentration österreichischer Truppen deuten. Feldmarschall v. 5)ötzendorff, der Generalstabsches Kaiser Karls, ist seit der Neuordnung des Oberbefehks im Osten entlastet worde»: und zum Oberbefehlshaber im Süden und Südosten bestimmt. jAn seine Stelle tritt vernnrtlich einer der strategisch begabte»: Feldger:eräle, »nie Arz von Weißenberg oder Köveß. Hötzen- dorsfs Tätigkeit wird dadurch zur immittelbaren Führung frei. Er ist zudem seit der Niederringung Rumäniens und seit der Verkrüppelung der Armee Sarrail durch die scstvere Gefährdung ihrer marritimen Verbindungen »md ihrer Seebasis auch in der Lage, dem rtalienisckMn Kriegs- schmi Platz stärkere Kräfte zuznsühven, als bisher möglich nmr. Da die Karstfvont Boroevics als absolut gefestigt gilt, werden diese Verstärkungen haup'tsächlich der Flanken st el lung zugitt kommen, die in Südtirol eingerichtet worden ist und trotz des Rückzuges von Asiago-Arsiero behauptet »oerden konnte. Es wird sich zeigen, o-b sie sich noch,einmal öffnet, um eine zweite Offensive am Gardasee und zwischen Etsch und Bren ta anszu stoßen. Kmnpfe am .Monte Pasubio, der italienische»: Sperrstellm:g, die vm: Eadorna »nit rühmlicher Zähigkeit gehakte»: ivorden ist, deute»: aus vermehrte Tätigkeit in diesem Gebiete hin.'" Wir wollen den Ereignissen nicht ttoransmlea:, aber nicht minderes Vertnmren in die Kunst der deutschen Heeresleitung setzen wie das schweizcwische Watt. Geduld und Vertrauen, sie liefern die seelische Mistmrg, die wir, bei unermüdlicher .Hilfsarbeit im Innern, anlegen müssen, imt die Panse im Weltkrieg, die jedoch keine Pause ist, auKz-::- füllmr. * * * Die österreichisch-ungarischen Tagesberichte. Wien, 3.März. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird perlautbart: 3. März 1917. Oestlicher Kriegsschauplatz. Das gesteru gen^ldete Sturmtrupnen-Unternehmrn an der Narajowta brachte drei russische Offiziere, 276 Mann und 1 Makchirsugewehre Ein bei Woronczyn in Wolhynien angesetzter Vorstoß der gleichen Art firhrte unsere Abteilungen auf 2V‘> Kilometer Frontbreite und 17s Kilometer Tiefe in die feindliche Stellung und bot Gelegenheit zu wirksamer Zestörungsarbeit, nach deren Abschluß sie mit 122 Gefabenen und vier erbeuteten Maschinengewehren zurückkehrten. Italienischer Kriegsschauplatz. Im Hrrgana—Suganer-Wbsckpntt unterhielt die italienische Artillerie an einzelnen Stellen zeitweise du lebhaftes Feuer. Eine feindliche Abteilung, die gegen unsere Linien bei Sourells (am Vaso-Bach) vorging, wurde sogleüls wieder in ihre Stellung zurückgedrängt. Westlich von Asiago überfthritt eine Tiroler Landsturmpatronille die Astach - Schlucht, stürmte einen italienischen Groben westlich von Eanovc, überwältigte die Besatzung und brachte von dieser Erkundung einige Gefangene zurück. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts zu melden. Der Stellvertreter des Ehefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarfchallentnant. Wien, 4. März. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 4. März 1917. Oestlicher Kriegsschauplatz. Bei neuerlich anwachsender .Kälte geringe Gefechtstätigkeit. Italienischer Kriegsschauplatz. Gestern abend zerstreuten Abteilungen des Infanterie- Regiments Nr. 24 und des k. k. Landwehr-Jnfarlterie-Negi- ments Nr. 20 eine Sappe und die Vorstellungen des Feindes nächst Ober-Vertoiba, brachten 47 Gefangene und zrvei Maschinengewehre ein. Unser ArtilLeriefeuer vernichtete ein italienisches Munitionsdepot bei Vodsabotin. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarfchallentnant. * * * Der Reichskanzler über 5ie Autonomie Flanderns. Berlin, 3. März. (WTB.) T^r Reichskanzler haä he::te mittag 1 Uhr eine Abordnung des Rates für Flan- dcrn, der am 4. Februar 1917 in emer Versammlung alle, aktivistischen flämischen Gruppen gewählt roorden »rar, enrpfangen. Tie Abovdm:»:g überbrachte die Beschsüsse und Würrsche des Rates für Flandern:, die dieser allen kriegführender: und neutralen Staaten durch seinen Aufruf vom 4. Februar 1917 zur Kenntnis gebracht hatte. Ter Sprecher der Abordnung trug das flänrische aktivistische Programm einer inneren Autonomie Flanderns auf der Gniridlage der »noderländischen Sprache intb Kultur vor. Der Reichskanzler erwiderte: Meine Herren? Ihrem Wunsche rrach einer persönlichen Aussprache bin ich gerne entgegengekormne,:. 5oarzl:ch lieiße ich Sie ii: des Deutsche»: Reiches Hauptstadt nnll'kommen als die Vertreter eines durch Blut i:nd Sprache vertvandten Volkes, mit dem in den Zeiten der reichste:: Blüte gernranischer Kultur uns politisch, kul- tr:rell und wirtschaftlich enge Beziehungen geeint haben. Seine Majestät der Kaiser, dem ich von Ihvem Wunsche, mit der Reichsleitung in Verbind»:»:g zu treten, Meldung gemacht babe, lat voll aufrichtigen Mitgefühls für die Schicksale des flätntfd>en Volkes seinen Willen zu erke»:i:en gegeben, den berechtigten von Ihnen vorgetragenen: Wünschen, soweit es die Kriegslage »rnd die militärischen Notwendigkeiten erlanben. entgegon^ukon:men. In Ausführung dieser Befehle Seiner Majestät habe ich Jh»:en folgendes zu eröffnen: „Ter Herr Genreralgouverne»:r hat seit langen: in Ueberein- ftiimnung mit mir und in Uebereinstimmung mit de»: Worten, die ich.:»»: April vorigen Jahres im Reichstage sprach, vorbereitende Maßnahmen enoogen und eingeleitet, die dara»:f hinzielcn, dem flämischen Volke die bisher versagte Möglichkeit der sreien kulturellen und »virtscha ftlichen Entwicklung zu geben und dainit den Grundstein zu lege»: für dieienige Selb st ä»:di g feit, die es zu erringe»: hofft, aber aus eige»:er Kraft kcnnir wird erreichen könne»:. Ich »veiß mich dal>er mit dew^ Herr»: Gmeralgouvernenn einig, wenn ich Ihne:: dir Versicherung gebe, daß diese Politik, die, wie Sie selbst angeführt haben, mit den Grimdsätze»: des i»:ter»:ationalen Rechts in: Eircklang steht, mit allem ddachdruck fortgesetzt tvird und noch während der Okkupation nrit dem Ziele der völligen V e r »v a l t u n g s t r e n n u n g! durchgeführt werden muß, »vie sie in beiden Teile»: Belgiens sckwn seit langem gefordert wird. Tie Spr a chen g renz e inuß so bald wie nwglich zur Gre»:zscheide zweier »inter dem Befehl des .Herrn Genevalgouvermeurs geci»rter, aber sonst getrennter Be:-- »raltungsgebiete werden. Ter gen:ei»:san:ei: Arbeit der deutschen Behörden mit den Vertreten: des släuüscheu Volkes wird es gelingen, dieses Ziel zu erreiche»:. Tie Schwierigkeitei: sind nicht klein, aber ich »veiß. daß sie übenvunden »vcrde»: können bei selbstloser Mitarbeit aller der Männer nirter de»: Flamen, die in tiefem Pflichtgefühl erkannt haben, »velche A»:sgabe ilmen die Vaterlm:ds- liebe in diesen entscheidenden Zeite»: stellt. Daß die Flanwn aus sich selbst heraus sich dieser Pfticht belvußt getvordei: sind, betonst mir Ihr am 2. Febrimr gefaßter Entschluß. Ihre Einigkeit begrüße ich als die beste Sicherl?eit für das Gelingen unseres Werkes. Ger»: »verde»: »vir desl-alb auch mit den: „Rat für Flandcn:" die Mittel beraten:, die uns zu dem erstrebten Ziele süch'c»: sollen. Tae Deutsche Reich »oird bei den Friedensverl-andlungen u»:d über den Friede»: hirmus all'es tu»:, was dc^n die»:e»: kan»:, die freie Gnt- wickelupg des flämisck>en Stainmes zu förder»: mit» sicl>erzustellen." Diese Bersickiernnge»: nehmen Sie mit, meine Herren, i»: Ihre schöne Heimat, »md sage»: Sie den Söhne»: der „Mutter Flandern", daß »vir Deutsche entschlösse»: such, das Unsere zu tun. damit anrs Not und Krieg sie zu einem »»euen Blühe»: erivachsen möge. Berlin, 3. März. (WTB.) Aus Anlaß des Empfanges einer flännschen Abord::u»:g hatte der Reichskanzler für heute abe»:d m\ einen kleinen Kreis von: Gästen: Eiiüädimgen: zu einem Bierabend gerichtet. Außer den Mitglieder»: der Llbord»:»n:g ersünenrcn die Staatsminister und Staatssekretäre Tr. Helfferich. Gras von Röder»:, Staatsmiinster Dr. von Sols, Staatsa:i»»ist,?r t>on Loe^ bell. Staatssekretär Zrnmreru:ani:. der kal!)olisä»e Fddprobst Weihbischof Tr. Ioeppe»:, der Prälat mm St. >xd»vig Probst Dg'. Kleineidam und lwhe Beanrte der Reichskarylei, vvm Ausioärtigen A:nük mrd des Reichsamts des Innern, soivi^ Abgeordiwte der mrsäiiedc- ne»: Parteien: des R'eiäMages. Der ReichtSkanzler, unterstütz: vo»: ^nterstaatssekretär Mahuschasse, ließ es sich persönlvh a.Melcg«tz «nopx&ai ftferibä die MttyIteDer der fka- < lf Jfafr,, mt £. sttwen Gäslen bekannt zu machen. Eine U^Mtung fnelt bte interessante Gesellschaft bis nach ujammen"^ ^ ^ göttlichen Räumen des Reichskcmzkerheims ^ Berlin, 4. Mjärz ~i\ Vttfferich empsin omwjicuiuiiiu iuu> wem 'CJUMutMiumiitT H? n ^E zu Solz waren hierzu auch der Präsident des Reichstages Tmten^schienv^ mt Reche von ParteiMhrern und höheren Be- • , • Die Zahl der Gefangenen im Februar. . Berlin, 3. März. (WTB.) Im Laufe des Februar brachten wir 4900 Gefangene, 69 Maschinengewehre und 30 .'.'cinenwerfer ein. 9 Der bulgarische Bericht vom 4. März. M<^omsche Front: Am sMichen Fuße der Belaffca rückten nach heftiger Artillerievorbereitung etwa zwei feindliche Kompagnien mit einem Maschinengeioehr in der Richtung aus^die Station Povoi t»r, wurden aber von unseren vorgeschobenen Posten i,'ollrg zurückgeschlagen. An der übrigen Front vereinzeltes Ar- ttlleriefeuer. Im Wardartale und an der Küste von Orfano lösche ArRllerietätigkeit. Rumänische Froitti:: Nichts wichtiges zu melden. Starke Kälte und Schneestürme. Der türkische Bericht vom 4. März. ^'S.risfront: Nördlich des Tigris beschäftigte sich der ,>eind mit Befestigungsarbeiten vor unserer neuen Stellung Auf den anderen Fronten ist die Lage unverändert. * * * Die Haltung Amerikas. Washington, 3. März. (WTB.) Meldung des Renterschen ouroattg. Ten Führern des Senats ist im Aufträge von Wilson mitgetcUt worden, daß der Präsident zurzeit bezüglich eines Krieges gegen Deutschland nichts tun werde, bevor nicht der Kongreß zu einer Sondersitzung zußrmmenberufen worden sesi K Die französische Landwirtschaft. Bern, 5. März-. Der Land Wirt schastsausschu ß d es frans öfischen Selnates verwarf die von der Regierung in einem Gesetzentwurf vorgeschlagene Prämie von 20 Francs für ant Hektar Getreide, erhöhte aber die Prämie von 3 Francs auf - für den Doppelzentner Getreide mit der Begründung, man muffe nicht die Zahl der Hektar, sondern das Ernteerträgnis erhöhen. * \ Verlobung einer Tochter des Zaren mit dem rumänischen Thronfolger. Budapest, 5. März. Einem Drahtbericht aus Petersburg zuwlge werde die Verlobung des rumänischen Thron- lolgers Carol mit der Tochter des Zaren, Großfürstin Tatiana auf Wunsch deZ Zaren nicht eher amtlich bekanntgegeben als die Kriegslage eine erfreulichere Wsendung nehmen werde. * 9 * ©iw Druck der Entente auf China. Amsterdam, 3. Mürz. (WTB.) Nach einem hiesigen Blatte metbet die „Times" aus Peking, daß die Gesandten der Alliierten der chinesischen Regierung am Mittwoch eine Denkschrift überreicht haben, in der ne versprechen, die Bitte Chinas nach einer Suspendierung der Zahlung der Gntschädigungsgewer aus dem Boxer- aufstcmd und nach einer Zotlresonn in wohlwollende Er- wügimg zu ziehen, wenn China die Beziehungen zu Deutschland und Oefherrerch-lkngarn abbreche ader^ nur um einen für breite Schickten oer Devvlrerun; unerichwrn glichen Preis erhältlich sttrd, wäre es möglich, daourck- abzuhelsen, daß durch Mittel, die der Finanzminister zur Verfügung zu stellen sich bereit erklärt, jcnc_ Lebensmittel für die ärmsten Schichten der Bevölkerung suhergestellt und zu bedeutend yeravge setzten Pveisen zugänglich gemacht rvürden. Wir möchten imn heute Ihre Ansicht über zwei Fragen hören, nämlich, wie lene streife, die diese staatliche Hilfe arn dringendsten brauchen, ersaßt werden, und auf welchem Gebiete sich die Fürsorge zu erstrecken hat, und ferner, wie am zweckmäßigsten für die Berbilli- gung der Lebensbedürfnisse vorgesorgt werden könnte. Das sind augenblicklich die zwei allerwichtigsten Fragen unseres sozialpolitischen Programms. Der Ministerpräsident entwarf sodann in kurzen Worten eine Zusammenfassung der sozialpolitischen Ausgaben der Regierung auf allen Gebieten und erklärte bezüglich der Ernährungspolttik: Heute leben wir in einer Festung und müssen durchzukommen trachten. Wir werden durchhalten, zwar mit grvßen Entbehrungen und Opfern, aber wir werden durckchommen. Endlich muß es doch Frühling werden, ^re Donau wird offen sein, rumänisches Getreide wird kommen und mit ihm, sv Gott will, eine bedeutende Erleichterung der Ernährungsfrage. Endlich wird auch der Friede kommen. ^ ^ «F 1 / "icht der Täuschung hingeben, daß mit diesem äugenblicke die Nahrungssorgen gebannt lein werden. Tann wird eine vernünftige Pwduktio ns Politik mit einer ebensolchen Konsum- bolrttk in Einllang zu bringen sein. Tie Regierung gehen alle er- wahnttn Aufgaben mit dem stärkenden Bewußtsein an, daß eine gedeihliche Losung dieser Fragen dem Kaiser im Interesse der Bevölkerung vor allem anderen am Heiden liegt. Alle diese Fragen kSnwen mir vom Staate und von deren Gesellschaft zusammen gelöst werden. Ter Ministerpräsident erneuette die bei der Ueber- nahme. der Regierung abgegebene Erklärung, daß die Regierung den Weg zum Parlamente finden wolle, und sprach die .Hoffnung aus, daß dies bald möglich sein werde. Nack der Rede des Ministerpräsidenten entwickelte sich eine eingehende ^Aussprache. Zum Schluffe der Sitzung stellte der Ministerpräsident m Aussicht' befr die Regierung die Landeschefs unverweilt anweisen werde, provisorische Maßnahmen zu tteffen, uur den durch den Krieg am schwersten geschädigten Schichten dev Bevölkerung befonders in der nächsten Zett die Versorgung mit Lebensmitteln, namentlich mit Fleisch, zu erleichtern. Die not- wendigw Geldmittel würden den Landeschefs vom Finanzminister zur Verfügung gestellt werden. Bezüglich der Schaffung einer Organpation, die von dem Volksernälirungsamte bereits eingelettev st, werden die Landeschefs binnen 14 Tagen der Regierung Vorschläge zu erstatten haben. . i' Erfolgreicher U-Sootkrieg. 81 000 Tonnen Brutto-Regiftertonnen versenkt. B c r l i n, 3. März. (WTB. Amtlich.) Neuettrings wurden von unseren Unterseebooten 21Dampfer,10Seg- Fischerfahrzeuge mit insgesamt 91 000 Bruttoregistertonnen versenkt. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Der Kampf eines unserer U-Boote. m ..?.brlin, 4 . Mürz. (WTB.) lieber das in der amtlichen Veröffentlichung des Admiralstabes vom 2. 9Nörz gemeldete Zusammentreffen eines unserer Unterseeboote mit ernem als U-Bc>otsalle herg-erichteten Tankdampfer und über den Kampf des U-Bootes mtt einem U-Boots- jager der Foxglove-Klasse werden nachstehende Einzelheiten bekannt: Das U-Boot sichtete am 22. Februar gegen 2 Uhr nach- mtt ^t S 1 *** iriNen Südküste einen Tankdampfer von oa. .000 Bruttoregiskertonnen. Als der Dampfer unter Ar- trueriefeuer genommen wurde, stoppte er und blies Dampf ab, worauf die Besatzung in zwei Booten das Schiff verließ. Das Unt^seeboot tauchte und ging unter Wasser an den Dampfer herarß wobei zunächst keine Bewaffnung erkennbar tvar. Als die Boote sich etwa 1000 Meter von dem Dampfer entfernt hatten, tauchte das U^Bcwt fo auf, daß diese sich zwischen ihm und dem Dampfer befanden. Me Schiffsboote waren bestrebt, von dem U-Boot wegzurudern. Plötzlich eröffnete der Dampfer das Feuer aus vier Geschützen, wobei das sofort wegtauchende Boot einige Treffer erhielt. Ldrßerdemi wnLden auÄlden Scinsfsbooten de- Dampfers zwei Wasserbomben geworfen, die ' Berern mit den Vorerlväh-rtten Treffern Beschädigungen ui Storurmen an einigen wichtigen Apparaten auf dem U-Boot zur Folge hatten. Infolge der entstandenen Havarien war es dem Boot unmöglich, sich auf die Dauer unter Wasser -- w tau 4 te deshalb kurz nach 3 Uhr wieder auf. re Geschütze des U-Bootes wurden sofort besetzt. falle, die zu diesem Zeitpunkt etwa 2500 Meter entfernt war, eröffnete erneut das Feuer. Me ^schoßauffchläae lagen rings um das U-Boot n ' ^ fe* tnrrde sofort erwidert. Als die Entserrnrng zwischen dem Unterseeboot und der Falle 5000 Meter betrug, kam an der Steuerbordseite des U-Bootes ern feindlicher Zerstörer in Sicht, welcher auf 8000 Meter £ ^ ÄÄt ei_grisf. Der Zerstörer, welcher als zur Foxglove-Klasse gehörig erkannt wurde, begann bald den täQtn des U-Bootes auszuweichien; er erhielt Erorteruttg c<-.' iw. i - '.rgszusrauosgeleyes, i-c-. Schutz Haft, Zrnsur und cndliu) uic Ll.ng-Löthrmgen betressenden Fragen. Im Ernährungsausschuß des Reichstages erllärte General von Oven> daß die Heeresverwaltung nicht icker einen Ueberflnß an Heu verfn-e, die Liestrung größerer ttttengen lei rnsbefondere cms^ manck>en Bezirken erwünscht und UlMoelidig. — Wie der Präsident des slriegsernährnngsamtes ?-?^-datocki rnttteilte, wird der Bundesrat am 10. oder oS.JJtts. den Wirt schaftsplan beraten und die Preise [ u .- r c® € 0 f ^ fottjeljert Es erscheine wünschenswert, pcn; ^r Auslchluh bis dahin seine Beratungen beendigt hätte. Ter Unsschutz bcschlo- wdoch. erst am 6. März wieder zusammenzu- um den Witt ck>altspke, eine wettere Ausdehnung aber sehr wünsehenswert sein würde. Ter Anbau von Mohn habe sich nicht überall bewährt. Die Preise für Heringe. Berlin, 3. März. (WTB.) Nach dem Aufh)ren der Frostperrode haben in Skandinavien die 5)erings- eingesetzt. Frische .Heringe, Bücklinge ^ und Ilcarrnaden werden daher in nächster Zeit wieder dem i Konsum zur Verfügung gestellt werden kötlnen und durch Fischorganisationen den Kornmunen zugeleitet werden. Die Preise werden überwacht und je nach den kommunalen Verhältnissen verschieden hoch sein. Im allgemeinen dürsten sie im Kleinverkauf ettoa betragen: Für strsche Heringe 0.90 bis 1.10 Mk. das Pfund (etwa 15 bis 30 Pfg. das Stück, je nach Größe), für Bücklinge 1.60 ML Jg? Psstnd (etwa 25 bis 35 Psg. das Stück, je nach Größe), für kleine Bücklinge (Sprottbücklinge) 1.45 Mk. das Pfund, für marinierte Heringe (Rollmöpse, BismarckHeringe u.sw ) Mk. (etwa .30 bis 40 Pfg. das Stück, je nach Große). Wo höhere Preise genommen werden, wird man sich zweckmäßig bei einer Kommune beschweren oder die Preisprüfungs stelle anrufen. 9 ^Berlin, 3. März. Der Vorstand des Deutsche« S tad te tag es hat an den Reichstag eine Eingabe gerichtet, in der er gegen die geplante Besteuerung der städtischen Verkehrsmittel Einspruch erhebt. . ^ ^Er^ (WTB.) Die von der „Köln. Vol^ztg.^ veranstaltete Sammlung für die U-Äo o t-H el d e« werjt über 141000 Mark ckuf. Hieraus wurden dem Kaiser ! ^00 000 Mk. als erste Rate zur Verfügung ge- j stellt. Alv Antwort hierauf ist folgendes Telegramm ern- gegangen: Seine Majestät der Kaiser und König haben die Meldung von dem guten Erfolge der von der „Kölnischen: Volkszeitung" zugunsteii der U-Boot-Helden verunstalteten Sammlung mit Befriedigung entgegengenommen und lassen für dav ^vaterländische Unternehmen bestens danken. Auch wollen (^>eine Majestät die Verwendung der dargebotenen Rate von 100 000 Mk. gerne übernehmen. Wegen der Ueber- wesiung der Summe wird noch weitere Mitteilung erfolgen. Auf AUerhöchsten Befehl: v. Balentini.' ^ ... ß ® L n ' o. Mrrz. (L. A.) Im Regierungsbezirk Trier ist oer K a r t o f f e l b a uz w a n g eingeführt worden. Me Landwirte müssen eine dem Durchschnitt der Anbauflächen tn ben Jahren 1914 bis 1916 entsprechende Fläck-e mit itaa> tosfeln bepflanzen. In jeder Gemeinde wird ein Ausschuß von Vertrauensleuten gebildet, der den Anbau zu übt a> er 1. Mc Ernte 11 äejMral beg Feldmiarschalls v. Hützenöorf ist der öster- re,chllche General Arz v. Straußenberg als Letter des öfterreicknsch- ungarischai Genevalstabes bestellt worden. General Arz gehört m Den österreichischen Offizieren, Iberen Namen man in erster Lnne Ku nennen Pflegt, wenn es sich um die Würdigung der besonderen Verdienste der verbündeten Arm« handelt. Er war der Sieger von Lunanowa und Lapanow, er führte das 6. österreichische Wrvs beinr Durchsuch wn Gvrlice, er fegte mit seinen Leuten fntex der: Rnffen her durch Galizien intb Polen und hotte sich bei BresttLitowsk den deutschen Pour-lo-Merite. Wie Hindenburg s. Zt. Ostpreußen befreite so ivar General Arz, ein gebürtiger Siebenburrger Suchst, der Befreier OstsiebenbürgenS aus rumänischer >ttiechtschaft. Me osterreichrilh-ungarisckie Arm« hat in enger Berührung mit ihm seine Fähigkeiten und Verdienste schätzen gelernt und unrd so die Ueberzeugung haben, daß die Leitung der Geschäfte des Generalstabes in seinen Händen gut aufgehoben sind. * * * Die Srnährungspolitik in Oesterreich. Wi en, 2. März. (WTB. Nichtamtlich.- Heute vormittag fand Wfr dem Ministerpräsidenten Graf Clam-Mattinitz eine Besprechung wegen der von der Regierung geplanten Hilfsaktion zur Erleicklte- nmg der Lebensführung der minderbemittelten! Volksschichten statt, an der die Minister Bärenreither, Georgs, Spitzmüller und Höser, die Statthalter und Bürgermeister der Polizeipräsident, mehrere Reichsratsabgeordnete, die Frauen Freundlich, Gramitsch, die Gräfin Walterskirchen und Weißkirchner /vJii wuuv VVllVW/Ul llll u lljli Luincx teilnahmen Ter Ministerpräsident sühtte unter anderem aus- Cs Vflicht der Regierung, denen, auf rvelchen die Existenzsorgen am ichwer „Burnby (366o Tonnen), „Trltoniw- (4145 Tonnen), der franzosrsche Dampfer „Ca eiaue-- (2917.Donnen) sra^dsische Schoner „Kleb er" (2^7 Donnen) und der griechische Dampfer „Viktoria" (1388 Tomwn) sind ver senkt worden. ’ ' u u Au§ dem Nerche. Der Sauptausschutz des Reichstages be-wnn "m Samstag Vonnittag mit der Turchbcratuiig des Voranschlags. Es wird mit dir Ibcs Reichskanzlers und IM Auswiirtim.» Amtes begonnen Dam, soll daS Rckchsamt d«s Jmrern sol^ Am DonnerSwg, deii 8 d.Me., soll die VerbaMung unterbro^i, werdm und die erste Lesung der Stcluiervorlagen brqinnen Tie Steuern wn-den m folgender ReilMfolge, beraten: Sperraekok «nneaSsteuergeicb uno^ Bestvienmg der Reichsbcmk, Kohlensauer Verkehrssteuern. Mit vcm Militärctat soll verbunden werde:, die Die neue Prelspolittk. 1 Merz.^^ Durch BnndeAvcrtsvervrbnung vom 0 7 ^!? okce>^m> ^r Zuckerrüben der ... . lh? auf 2,o0 Dlark, der Rohzuckerprei s auf 22Mk ^Lentner festgesetzt worden. Tie k>arm liegenoi- Erhöhung des Rübenprei,« gegenüber (der Festsetzung vom 2. Dezember 1916 üeht tm Zuiammenhang mit der bevorstehenden Neureqelnna > e für dce landwirtschastlicheir Ei^eugnisse der Ernw Lst, ,, gÄ »^dnwlg, daß bei dem bisher festgesetzten Preise Om 2 Ml der Zuckerrübenbau zur Deckung der gesteigerten Bedürs- msse der SeeresverwaUimg und darirben zu einer einiger,irahm «uSrorc^nden Bcwivrgnng der Bevölkiwun-g genÜAeu würde, hat Angestellten örtlichen Erhebungen nicht erfüllt T,e Rübenbauer, »oelche ständig laufende Verträge haben. fl S ? der MehrzaM zur Ainfrechterhaltung deSbT herigen Anbaus beirrt ercklärt. Die Bertragsabschlüsse üb« rüben, die von Jahr zu Jahr abgeschlossen werden, lassen aber ^uen, starken Ruckgnng befürchten. Envägungen, ob durch einen verstcrrttim An bau zwang dem vorzubeugen sei, Ijabtn ein Vev- nemcnb'e§ Ergebnis gehabt, öa gerade bei einer fo viel 'Dünger SÄ ^ ^rrsche^ttbettskrast erfordernden Frucht wie de^ Zuckerrubeem ^ordluher Zwang znm Anbau nur zn einer mangelhaftest Bestellung und Bearbeitung der unter Zwang a*< nehauteit Mächen und barmt zur Schädigung der Bolksernähnma führen wurde. Auch die von den HochsckMllehrern augestttlben haben ergeben, daß der Preis ^ Jlir Anbaues unter den heutige» Verhaltms en nM genügt und die Erhöhung auf 2,50 Mk. un- ^ beabsichtigt, auch den Zucker- rübenprns erst mr Zusammenhang mit der beabsichtigten Neuregelung der Gett und Lvchlachtviehpreise feßzusetzen. Ta die Vorbeveitungen zum Zuckerriibenaubau aber nach Nachlassen des Frw es soßort begMicu mus,en, hat des Bmidesrat es für geboten gehalten, den Rübenvreis schon jetzt festtzusetzen und bekannt zu geben. Zugleich ist bestimmt, daß der Preis für Kohlniben, Runkel- ttermöhren erheblich unter dem diesjährigen Preis sejtgesetzt werden ivrrd, um den übermäßigen Anbau dieser Früchte an Stelle von Zuckerrüben zu verhindern. Die Aenderung des Rü°> benprnses bedingt eine Aenderung des Rv h z u ck e r p Se i s e s;' kmd die inzwischen scharfer hervorgetretenen Schwierigkeiten der Verarbeitung nebst der weiteren Steigerung der Unkosten in Rechnung gestellt. Die neue Verordnung trifft »oeiter Vorschriften über das früheren Kriegsjahren sollen auch ^°l 7 hl «; r Verarbe itung des Brauntwein- pEgesetzes dr-e beichrankenden VorsthrMen des BrannNoeinsten.er- gesttzes mcßer MrUamSeit tttten. Um den Kattossel bedarf ftir die Herstellung von Mumttonsspitttus einzuschränken, ist der Anbau vou Zuckerricken zu Brennerei^weckeu insoweit crtoünscht, als dadurch die Zuckerversorgung nicht geMrdet wird. Es ist vorgesehen, ^ °h X ^ eitTTCT . aon Rüben, insbesondere Zncker- rüben sich alÄbald dre Erlaubnis zum Brennen verschaffen kann Me Erlanbins wird von dem zuständigen Hauptamt, b^i Zucket ruben im Ernvernehmen mit der Reichszuckerstelle, erteilt. Sie ist uMviderruslich und wll in der Regel nur gegeben werden für Zucker- Een, die durch Mehranbau gegenüber dem Jahre 1916 gewonnen werden, svime iur Zuckerrüben, von denen anzunehmen ist daß ihre Verw-ettimg in Zuckerfabtt^n oder Rnbensastfabriken lvcgen des Feldes von der nächsten Fabttk imrt- schaftlich mcht möglich ist. Vordrucke für die Anträge auf Oßmehmi- SauEla^E' «lALV 3dt W b£rt sprecht aüchT Ä sdtm Anmels- Arrs riföiin *mC> iaiid. Gießen, 6. März 1917. •• 91 m 11 i r() e P e r s o u a l n a ch r i ch te n. In den Ruhe stand versetzt rvurde am 10. Februar die Lehrerin an der Viktoriaschul> zu Darmstadt Luise v. Plön nies, unter An erkenuuug ihrer langjährigen treuen Dienste vom 1. April 1917 ab. ** D i c S i tz u n g e n des Schwurgericht« für das 1. Vierteljahr 1917 ftnden am 5. und 6. März statt. Am Montag, den März, uornt. 9'/, Uhr, Verhandlung gegen Rosa Winter- scheid ans Gießen wegen Urkundenfälschung. Tie Anklage ver tritt GerichtSaffessor st n a ,l st , die Verteidigung führt Rechtsanwalt Fischer. Am Dienstag, den 6. März, volin. 8si, Uhr, Verhandlung gegen Heinrich Burger all« Trais - Müuzenberg wegen Merneid. Die Anklage vertritt Gerichtsassessor K u a u & , die Verteidigung führt Rechtsanwalt Geh. Justizrat Metz. ** Lebensmittelkarte. Zmn Bezrrg bestimmter Lebensmittel, die den Geschäften durch die Stadt Gießen zurgeteilt werden, lverden besondere Lebensmittelkarten für jeden BersargungSberechtigten ausgegeben. Die Karten bestehen aus einem Stamm und 20 einzelnen Abschnitten, die mit den Nummern 1 bis 20 versehen sind. Auf jeder Karte sind Zw- und Vorname, die Wohnung, sowie die Nummer des Brotnttlrkenbezirks des Versorgungsberechttgten einzutragen; auf nicht ausgefüllte Karten dürsen Lebensmittel nicht abgegeben lverden. Durch besondere Bekanntmachung 1 j irb jeweils besttmmt lverden, welche Lebensmittel uno welche Mengen auf die einzelnen Abschrritte abzugeben sind. Näheres sieye Bekannttnachung. Erhebung der Kartoffelvvrrate. Me diejenigen Personen, die Kartoffelvorräte besitzen und denen fein Vordruck über die Erhebung der Kartofselvorräte am 1. März 1917 zugegmigen ist, werden ersucht, sich einen solchen noch nachträglich auf dem Stadthaus, Zimmer Nr. 16, zum Ausfüllen abzuholen. Ebenfalls sind auch solche Vordrucke, welche von dem betreffenden Zähler aus irgend einem Grunde nicht abgeholt werden konnten, umgehend auf dem Stadthaus, Zimmer Nr. 16, abzngeben. Gs wird besonders darauf hingewiesen, daß albe Personen, welche Kartoffelvorräte in Gewahrsam haben, zu deren dirng verpflichtet sind. •• Aus dem Stadttheaterbureau. Wegen des besonderen Falles fei nochmals ausdrücklich daraus hiugewieseu, daß die heutige Vorstellung «Goldfische" als IO. Dienstag- Abonnements-Borstellung gegeben wird. ** Preußisch-Süddeutsche Klassen lotterte. Die Erneuerung der Lose 3 Klasse nruß unter Vorlegung des Borklassenloses bis zum 7. Bäärz. abends 6 Uhr. geschehen. Auch müssen bis zu diesem Termin, die Freilose! gegen Rückgabe der Gewinnlose in Empfang genommen lverden. ** Die diesjährigen Gesellenprüfungen der Fl e i s ch er i n n u n g finden im Monat Avril statt. Näheres siehe Anzeige. ** Die städtische Fuhrwerkswage am Neu- flädter Tor ist wegen Vornahme von Reparaturarbeiten bis Mts weiteres geschlossen. X ** Das heutige Kreisblatt Nr. 38 enthält Bekanntmachungen über den Verkehr urit Brutciern, Zucker zur Bieneu- ficktermrg, Enteignung der ablieferungspflichtigeu Gerstenmengen, EirteigTnmig der Fahrradbereifungen, VaterläEscher Hilfsdienst, Abgabe vvn Speck und Schmalz aus Hans schlachtt ingen , Lieferung von ^ Saatkartoffeln, Verkehr mit Süßstoff, Scharfschießen (^roßen-Bnseck, Besteuerung der Klaviere, Äutoüratcn unb Mn'r. merke, Luxuswagen und Luxusreitpferde und Preise für Schlach;- schweme. Landkreis Gießen. u. Grünberg, 4. März. Zum Unlkrosfizier und OffizierS- alpiranten wurde der Lehrer Ploch von hier befördert. u. Heuchelcheim , 5. Mm^. Tie Sammlung zur Jubiläumsspende ergab für unseren Ott die Summe von 500 Mk. Außerdem spendete ein hiesiger Ortsbürger zu demselben Zwecke eine sehr bedeutende Summe, die bereits schon vorher an dre zuständige Stelle abgefülitt worden war. — Für hervorragende Tapferkeit vor dem Feinde nmrde Gefreiter Otto Ren schling, von hier zum Unteroffizier befördett, sowie mit.dem Eisernen! Kreuz und der Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Mit beiden Ehrenzeichen wurde auch, der Musketter Hermann Albach geschmückt. — Der Wind Hof, in dessen Räumlichkeiten seit zwei Jahren erholungsbedürftige unb genefungsuchende Feldgraue untergebracht waren, ist vorläufig geschlossen worden. Die Bewachung des Gebäudes wurde einem dreiköpftgen Wmmcmdv überttagen. ** Langd, 4. März. Heute gingen an die Hindenburg- S v e n d e aus unserem Dorfe ab 217 Eier, 3'/« kg Fleischwaren, Butter und Käse, 22'/, kg Mehl und Brot, 26 kg Bohnen und geschälte Gerste, 12'/, kg Zwiebeln, 10 kg Zwetschenhonig, 7 kg Irisches und 7 kg Dörrobst, 70 kg Gemüse. Für die Sammlung, die voraussichtlich alle Monate stattfinden soll, baden sich Frauen aus der Gemeinde in aufopfernder Weise zur Verfügung gestellt. ** Lich, 5. März. Dem Musketier Hemrich Erb im Res.-- Iuf.'Rgt. 253, der nun schon bereits anderthalb Jahre ununterbrochen im Felde steht und den ganzen Feldzug in Rumänien mitgemacht hat, wurde am 9. Jan. das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Ferner wurde er an Kaisers Geburtstag zum Gefreiten befördert. :: Nieder-Bessinqen, 3. März. Der bet dem gestern gemeldeten Unfälle angeschossene junge Bursche ist letber feinen Verletzungen in der Klinik zu Gießen erlegen. Sein Vater ueUl denn Heere, i|t cm um kurzem von seiner im Felde enorgien Erkrankung wieder hergestellt und befiiidet sich zilrzeit in Berlin. ** R ü d d i r» g s h a u s en. b. März. Die Sammliing für die Ernsl-Liidrvig-J u b i l ä u m s s p e n d e In unserer Gemeinde durch Gastwirt Müssig ergab 105 Mk. 20 Psg. n. Weitershain, 4. März. Lehrer Franz B a m b a ch ivurde zum Leutnant d. R. ernannt. Kreis Schotten. ,lS La ubach, 5. März. Tie H a u 4 s a Ni m l »l n g für die Jubitäumsstiftlmg hat in hiesiger Gemeinde das schöne Ergebnis von 2183 Mk. gehabt. — Das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielt der Feldwebel Wilhelm Schreiner von l ier. Den» Untero'fizier Friedrich I o ch e in , der schoii im Besitz des Eiierneu Kreuzes 2. Kl. ist, ivurde die Hessische Tapserkeitsmedaille vcrlieheii. Slug russischer Gefangenschaft hat der seit deui 4. Jan. d. I. als vermißt geltende Landwehrmann Wilh. Hügel geschrieben. Kreis Frievberg. Q. ,Bad-Nanheim, 5. März. Ter Turnverein 1860 — der am Samstag seine 57. Hairptversanrmlung abhielt — umfaßt, eurschließlich vvn 23 Zöglingmr und 24 Turnerinnen, 453 Mitglieder, mm denen bis jetzt 231 zum Kriegsdienst eingezogen sind. Von den im Felde stehenden Turnern sind 17 gefallen und 4 in Gefangenschaft geraten. Anreicherungen sind bisher von Turnern gemeldet 1 Eisernes Kreuz 1. Kl., 33 2. .Kl., 20 Tapfer- keitsmedaill'M und sousttge Kttegsorden. Tie Einnahmen des Vereins betrugen 6946 Mk., die Ausgaben 6908 Mk. Das Vermögen einschließlich des Grundbesitzes ist mit 116 000 Mk. gebucht, dem 86 000 Mk. Schulden entgegensteheir. Der Turnbettieb wurde ttotz aller Schwierigkeiten kräftig gepflegt und die Turner und Zöglinge konnten zahlreiche Siege erringen. — Das Ergebnis der Sammlung für die Gro ß herzo gs-Jubil ä u rnsspen de beträgt in unserem Stadtbezirk 8400 Mk. Tie Beteiligung an den Zeich"- nungen nxrr allgernein und selbst die ärmere Bevölkerung hat esi sich nicht nehmen lassen, durch ihre Mfthilse die Summe so stattlich zu machen. Starkenburg und Rheinhessen. v. Langen, 4. März. Am 1. März waren es 25 Jahre, daß Lehrer Elarius in unserer (Gemeinde kätig ist, nachdem er vorher zu Lmdheiiu i. Oberh. gewirkt hatte. Anläßlich dieses Tages Nistete der Jubilar einen namhaften Beirag für vaterländische und wohltätige Zwecke. Stadl- und Schulvorstand drückten in einem Glückwuuschschreiben ihre Anerkennung aus für die verdienstvolle Tätigkeit in Schule und Gemeinde. .. ^ O f fe n ba ch, 2. März. Tie Stadtverordneten beschäftigten sich am Donnerstag in lebhafter Debatte mit der Theater- frage. Neben dem bisherigen Veranstalter der hiesigen Theatervorstellungen, Direktor Steffler^Bad-Homburg v. d. H., bewirbt sich auch der neue Letter des Hanauer Theaters Spanuth-Boden stedt um die Spielerlaubuis. Das Kollegium bewilligte beiden Theaterleitern für die nächste. Spielzeit für jede Vorstellung eine Unterstützung von 100 Mk. — Ferner beschloß die Stadtverord netenversammlung die Errichtung einer städtischen S ch u h fabrik zur Herstellung von Kriegsschuhwerk, zunächst nur zu Zwecken der Kriegs fürsoAw und Armenpflege. Eine städtische Schuhfabrik dürste die erste ihrer Att in Deutschland sein. Kreis Wetzlar. ra. Wißmar, 5. März. Für siräulem Le'hr, welche anS d^itt öffentlichen Schuldienst ausgeichiedeu, ist Lehrer Köllen dusch, bisher in Erda tätig, der hiesigen Schule überwiesen worden. Er ,ourde aber vorerst mit der Vertretung der Schule zu Vegderg beauftragt, du Lehrer Echternach abermals eiugczogen worden ist. ra. Aus dem Kreise Wetzlar, 4. März. Die Schafzucht, die noch vor wenigen Jahrzehnten in unseoem Kreise in hoher Blüte stand, hat wohl z. Zt. ihren größten Tiefstand erreicht. Erfreulicherweise aber gewinnt sie jetzt infolge der außerordentlich hohen Preise für Wolle und Fleisch w-ieder in vielen Gemeinden Anhänger und überall wird zur Begründung von Schäfereigcsell- schaften aufgefordert. Vor allem entschließen sich solche Ortschaften für die Einführung, welche die Jusamni-enlcgung der Feldmark lwch nicht durchgesühtt haben. Hessen-Nassau. W e b r a, 4. März. In der Nähe der hiesigen Station steckte der Lokomottvheizer Pieper seine?: Klops zu wett aus seinem Ma- schiuenjtand, als.eine Lokomottve vorbeisuhr. Pieper lvurde dabei mit solcher Wucht an bttt Kopf getroffen, daß er sofort tot zu Boden saick. --- Frankenberg, 4. März. Durch einen verheerenden Brand wurden Samstag vormittag die Wohnhäuser und Wirtschaftsgebäude der Eiwvohner Gaß, Horschler und Schwaner vernichtet. Das Vieh urrd die nottvendigsten Hausgeräte konnten gerettet werden, alles übttge verdrarmtc. ^ — Frankfurt a. M., 4. Adarz. Die Frankfurter Frühjahrsmesse 1917 wähtt vom 28. März bis 17. Apttl. ul. Staffel, 3. März. Gestern nachmittag spielte der 11 Jahre alte Stiefsohn des hiesigen Metzqermeisters Friedrich Henrich mit ei>rem geladenen Tejching. Plötzlich entlud sich die Waffe. Die Kugel drang dem in der Nähe steheilden vierjährigen Brüderchen durch den Arm in die Lculge ein und führte nach welligen Minuten den Tod herbei. Gebt Sold für Eisen! wer eine goldene Uhrkette einliefert, erhält dagegen eine eiserne Ehrenkette! Die GolöZKkalifß§Ae in den Raumen der BeMssparkasse Gießen ist morgen von 2 bis 4 Ahr geöffnet. Letzte iiaämcfrten« Mexikos Neutralität. Bern, 4. März. Der mexikanische Gesandte in Paris berichtet im „Temps", der ihn: die Aeußernng in den Mund gelegt hatte, Mexiko werde nichts unternehmen, was der Politik der Miierten zuwrdcrlaufe, seine Mitteilung dahin, er habe gesagt, Mexiko- werde nichts unternehmen, was der. striktesten Neutralität zuwiderlaufe. Diesem Prinzip bilde die unerschütterliche Basis der mexikanischen Politik. Holland über das deutsche Angebot in Meriko. 2l m st c r d a m , 3. März. Der Bettcht Reuters über die dentMen Instruktionen an den Gesandten in Mexiko wird von der hollarän- schen Presse mit Vorsicht ausgenommen. Sie ist erstaunt über das Geschrei, das von einer so ganz selbstverständlichen Sache gemacht wird. „Nieuwe von. Daag" schreibt: Genau dasselbe hat England' getan, als es mit belgischen OfffAieren Besprechungen abhielt für den Fall eines deutschen Ueberfalls aus Belgien. Das Blatt meint jedoch, daß die Älngelegenheit in Amettka gründlich ausgenutzt Wierde und daß dadurch der Ktteg zwischen Amettka und Deuffchland beträchtlich näher gerückt stt. Amerika. Bern, 5. März. Die Agence Havas meldet aus Wäshinglon, daß der Gesetzcsanttag bezüglich der Bewaffnung der Harwclsschiffe im Rcpräsentairtenhause von neun Republikanern, drtt Demokraten und einein Sozialisten bekämpft worden sei. B e rn, 5. März. Die Pattser und die Lyoner Blätter veröffentlichen eine anscheinend halbamtliche Note, die dcmenttett, daß/ Oberst House in Paris eingettofsen sei und daß der Krieg zwischen den Vereinigten Staaten urrd Deutschland bevorstehe. Dies könm noch die Frage von Tagen oder Wochen sein, da cs nicht von Wilson allein abhänge, sondern vielmehr von der gesamten öffentlichen^ Meinung Arnettkas und welcken Verlauf die Erttgnisse nehmen würden. New York,,1. März. (Funkspruch des Bertt. des WTB.) Staatssekrttär Lansing gab in einer amtlichen Note bekannt, die Vereinigten Staaten glaubten nicht, daß Japan von den Planen Teuffchlands Kenntnis gehabt habe oder an ihnen tttknehnren würde. Lansing gab auch dem Vertrauen der Regierung Ausdruck, daß Mexiko sich nicht beteiligen lverde. Die japanische Botschaft erklätte amtlich, der deutsche Vorschlag würde von der Re- gierilng in Tokio unter keinen Umstanden in Ettvägam.g gezogen Norden. Sie versichette von neuem Japans Treue gegen die Bünd- mste mit der Entente und seine Freirndschaft ftlr dir Verernigten Staaten. N e w B o r k, 4. März. Die „Associated Preß" meldet aus Washington: Auf Ersuchen des Senats nach Mitteilungen über die Zimmermann-Note übersandte der Präsident dem Senat einen Bettcht Lansings, der erklärt, die Regierung seiiim Besitz von Beweismaterial, welches die Tatsache feftstelle, daß die erwähnte Note authentisch sei, daß sie sich im Besitz der Regiermng der Vereinigten Staaten befinde und daß sich die Regierung während der lausenden Woche dieses Beweismatettal vepchafft Habtz, daß es aber seiner Mernung mit dem öffentlick-en Interesse unvereinbar sei, dem Senat gegenwärttg irgendwelche wttteren Jnforinationen zu überseTldett bezüglich der Note, die die Regierung besitze. Die Pariser Zensur und Amerika. ^ Bern, 4. März. Die deutsche Aufkläru.nqsm>te in Sachen Mexiko wird von der französischen Presse in der Uebersetzmrg der Schweizer Depeslch-en-Agerttur verpffertt- licht, jedoch ist der Schlußsatz: „doch scheint Vorrat usw." woggelassen. Soweit die Blätter Privattneldungen veröffenb lichten, ist dieser Satz von der Zensur ausgesttichen. England und Schweden. Stockholm, 5. März. ^Hehrere hiesige Blätter bringen Andeutungen darüber, daß Cmgland von Schrvedvri. für die Fnn- gabe der in englischen Häftnr liegenden schwedischen Schiffe urtter anderen: die Wiedereröffnung der Kogrundrinne verlangt. Hiervon wußten zunächst liberale Blätter zu berichten. Nun erfährt auch „Wtonbladet" unmittelbar vom englischen Gesandten in Stockholm, daß die britische Regierung noch eine zweite Forderung an die schwedische Schisfahrt aufstellt, nämlich gemäß der Tenffchrist an die schwedische Regierung vom 19. Februar über die englischen Schisse, die sich gegenwärttg in Ostseehafen beftndcn. Das ist eine Umschreibung für die Oeffnung der Kogrundrinne, durch die England seinen in russischen Häfen liegenden Schiffsraum freibekommen will. Frankreich und der U-Bootkrieg. Bern, 5. März. Das französische MattnemrnisteriMN veröffentlicht eure, Note, in der es heißt, die Erfahrung habe gezeigt, daß die Veröffentlichung der Nanren der versengten Schiffe große Unannehmlichkeiten zur Folge gehabt habe. Das Ministettum habe daher beschlossen, die Veröffentlichung einznstellen und jede Woche die Alufftellung des Ergebnisses des Unterseebootktteges tvähraü) der Vorwoc^ bekanntzngeben. Die Wfstellung iverde die Zahl der versenkten Schiffe der vcrsclstedenen Kategotten anfühcen. Die Fleischkartc in Frankreich. Bern, 4., März. Das „Petit Journal" vernimmt, daß in Frankreich auch die Einführung der Fleischkarte erfolgen dürfte, besonders weil die Anknnft von 20000 Donnen Gefrierfleisch nicht mehr gesichert sei. Die Pariser Mustenncsse. Bern,, 4. März. Die Pariser Blätter melden, die Pariser Mustermesse solle am I.Mai eröffnet lverden. Die Lebensmittelknapphcit in Italien. Bern, 4. März. Vielfach werden in Italien Bestandsaufnahmen angeordnet, so in der Provinz Udino für Mais, in Bologne für Getreide und Mehl, in den Provinzen Rom und Reggio Emilia für Speck. Die venezianische Presse fordert zur allgemeinen Einschränkung des Lebensmittelverbrauchs auf, da die Transportschwierigkeiten immer größer lverden. Stellenangebote Ein durchaus erfahrener und selbständiger 11751D Zimmerpoiier auf sofort in dauernde Stellung gesucht. SSnra.i* Vo^ei. ßangeMchäft, Siegen, Eoble nzer Straße 60/3. Milrtärfreie, rüstige Leute sofort als 113083 WSrler gesucht. Freie Station,Diensb kletdung u. 450 Mk., jährlich steigend um 50 DU. bis 600. Kriegsbeschädigte bevorzugt. Direktisü öer Heil- P ßcMstalt l ießen. Ein tüchtiger [1716 Sff“ Tajtlöh n«r “®l ver sofort gesucht. Zu melden zwischen 12 und 2 Uhr bei Bruno Büttner, Fttedrichstraste 10. Braver, sauberer HauNburtidiie gesucht. Bit ckerei Schomber, Walllorstraße 51. 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Mein© liebe, treue Mutter, unsere gute Tante Frau Luise Lüttringhaus geb. Scheid ist gestern abend im 80. Lebensjahre sanft ent- schlafen. Xm Namen der Familie: Max Lüttring’haus, .Apotheker. Giessen, den 4. März 1917. (Bismarckstr. 71) 1S1« Die Beerdigung findet statt Dienstag, den 6. März, um 3% Uhr nachmittags, auf dem Alten Friedhof Heute wurde unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Freu Fritz Scharmann Witwe Anna geh. Häuser von schwerem Leiden durch den Tod erlöst. Nieder-Weisel, Alsfeld, Bad-Nauheim, Giessen, 1820 den 2. März 1917. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Artur Scharmann. Gr. Lehramtsassessor. Die Beerdigung findet statt Dienstag, den 6. März, nachmittags 4 1 /, Uhr, von der Kapelle des Alten Friedhofs in Giessen ans. . Verwandten, Freunaen und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß gestern morgen 6 Uhr mein lieber, guter Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater Justus Becker II. nach kurzem schweren Leiden im Alter von 78 Jahren sanft entschlafen Ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Elisabethe Becker, geh. Freitag Familie Lorenz Krämer Familie Kaspar Krämer. Alten-Buseck, den 5. März 1917. Die Beerdigung findet Dienstag, den 6. März, nachmittag 2 Uhr in Alten-Buseck statt. iMfi Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß am Samstag morgen s / 4 8 Uhr plötzlich und unerwartet infolge eines Unglückstalles unser innigstgeliebter, hoffnungsvoller, braver einziger Sohn, Bruder. Neffe und Enkel Ludwig Roth im fast vollendeten 15. Lebensjahr sanft entschlafen ist Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Adam Roth. Nleder-Bessingen, Ober-Bessingen, Beltershain, Mainz und Wien, den 5. März 1917. ttags 1819 Die Beerdigung findet statt Dienstag, den 6. März, nachm! 37* Uhr. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daff unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Tante Fr« M(atiat WiS Mc. geb. Walter nach kurzem schweren Leiden im 46. Lebens- jahre sanft verschieden ist. igyg Die tranrrnden Hinterbliebene«. Gtehen lKailer-Allee 40), den 4. März 1917. DieBeerdigungfindet statt: Mittwoch, den 7.März, nachmittags 4 Nhr, auf dem Neuen Friedhof. abgepasst und am Stück in allen Breiten a. Lager 81 zu massigen Preisen empfiehlt Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bet dem uns betroffenen schweren Verlust, insbesondere Herrn Pfarrer Barth für die trost- reichen Worte am Grabe und Schwester Bertha für die aufopfernde Pflege, sowie allen denen, die uns in den schweren Krankheitstagen hilfreich zur Seite standen, sagen innigen Dank Frau Elisabethe Größer und Kinder. Grohen-Buseck, den 8. März 1917. 1804 inoxidierter Staülechkessei 5 utogen g es chwei ßt. Bester Ersatz für Kuofer- i esse!. Ein/.igm- für die Landwirtschaft brauchbarer Kes sel. Eignet sich für alles.-Z u beziehen durch alle größere n Eisen w aren-Handlungen. — Lieferun g in einigen Tagen lüäj) Heinrich Amend G. m. b. H. Hanau a.l\ü. Grohherzogliche Renlschulc Grimberg. Anmeldungen werden im Realschulgebäude am den 9. und 16. März, mittags von 12 bis 1 Uhr entgegengenommen. Dabei sind vorzulegen: Geburts- u. Impfschein, sowie Schulzeugnis. Schriftliche Anmeldungen können jederzeit erfolgen. Wahlfreie Lateinabteilungen ermöglichen den späteren Uebertritt in ein Realgymnasium. Großherzogliche Direktion. I. V.: Dr. Blank. 16V8D Gothaer ’sZebensOersicherungsbanh auf gegenseitig Heit, Bisher abgeschlossene Versicherungen: 2 Tkiftiarden 2/0 'Millionen 9tlar£ Krieg sver sich erung 4885 c ( mit alsbaldiger Auszahlung der vollen Summe im Todesfall. ^ Neue vorteilhafte Versicherung »formen . ^ Vertreter: Gebrüder Julhnann, Giessen, Grabenstrasse 7. Lichtspielhaus - Baimhofstrasse 34. SST- Heut« und morgen xnm letzten Hai “ü Homunculus IV. Teil Oie Vernichtung der Menschheit GesehlicheGeseAenprüftMg. Die diesjährigen Gesellenprüfungen finden, im Monat April statt. Anmeldungen zur Prüfung sind unter Benutzung \ des vorgeschriebenen Formulars (bei der Geschäftsstelle, Westanlage 46 p. erhältlich) bis zum 29. März lsd. Js. an den Unterzeichneten Ausschuß zu richten Die Prüfungsgebühr betrügt 5.99 Mk. und ist mit der Anmeldung an den Unterzeichneten ein- zusenden. Gießen, den 5. März 1917. Der Prüfungsausschuß der Fleischer-Jnnnng zu Gießen. Louis Vogt. in 4 spannenden Akten. Programm-Anfang: 4, 6 1 /,, 7*/, Uhr. * Beginn des Homunculus um 4, 6 1 /*, i / i 9 Uhr. Verstärktes Orchester. 1813a Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Saasen für 1917 liegt vom 6. dS. MtS. ab eine Woche auf dem Amtszimmer des Bürgermeisters zur Einsicht von Interessenten offen. Während dieser Zeit können Entwendungen schriftlich oder zu Protokoll vorgebracht werden. Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Saasen, den 2. März 1917. Großh. Bürgermeisterei Saasen. Schepp. 17-8 Bekanntmachung. .Die am »1, Mär, d. Js. ablaufen»,- Jagd der Ge- wein de Kinzenbach beabsichtige ich unter Zugrundelegung von Pachrbedmgungen, welche vom 5. März d. Js. bis einschl. 18. Marz SU jedermanns Einsicht in meiner Wohnung offen liegen, öffentlich zu verpachten und zwar am Mittwoch, den 21 . März d. Js., nachmittags 3 Ubr, m der Gastwirtschast Heinrich Peusch j» Mnzenbach am Bahnhof. Während der AuSlegungs- rift kann ieder Jagdsensffe gegen die Pachtbedingungen Einspruch beim .U-reisauSschuh in Wetzlar erheben. Kinzenbach, den 28. Februar 1917. 17&SD Der Jagbvorsteher: _ Schäfer. _ Bekanntmachung. Die städtische Fubrwerkswage am Neustädler-Tor ist weflen^Vornahme von Reparawrarbeiten bis aus wetierns Gtetzen, den 3. März 1017. Der Oberbürgermeister. Keller. Miliz i« «fl. fcjÄt 1911. Aktiva M Warenvorrat, Einkauf 15515.51 Kaffenvorrat 623.31 Debitoren 919.60 Mobilien^t105.60 Abschreiben 10% vit 10.56 95.04 Jt 17153.46 Passiva Jt Aufgenommenes Kapital 1800.— Mitgliederguth. 1721.— Reservefonds 1596.45 Betriebsrücklage 1532.35 Verlustkonto ' 684.93 Saldo 5961.24 Dividenden 3857.49 M> 17153.46 Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1915 135 Durch Tod gingen ab im Laufe des Jahres 1916 2 Ausgeschieden im Lause des Jahres 1916 1 Zugegangen im Laufe des Jahres 1916 42 Stand der Mitglieder Ende 1916 .... 174 Landwirtschaft!. Konsumverein (E. G. m. u. H.) zu Großen-Linden. 1817 Der Direktor: Der Rechner: Der Lagerhalter: Heinrich Degen I. Ph. Pirr III. I. Steinnagel. Vpi mieUmgei h Zimmer * 1 291 Neuen Büna 2 ist eine 5-Zimmcr Wobunug mit gr. Vorplatz zu vermieten. Näheres Gesellschaftsoerein, Sounenstrnste 19. ^ Mo bl. Ziminer\ Beftempfohlene vornehme Familienpension. Schön möblierte Zimmer mit voller 'Senffon zu vermiet. Vornggiiedv Kttoäo, elektr. Uchi, Ba3. Telef. 819. [01189 Pension Broidl Nonen Blae 22 lBel1evue»Ztm.m.u.ohneVer- pslec Für einige Wochen oder Tage Nöbliertcs Zimmer S Fricdrichstraste 15III nächst Bahnhof und Klinik. 01271 ^Mansardenzimmer als Schlafstelle billig ztr verm. Priedrlchstraßc 1 p. 01229 Ein möbl. Zimmer zu verm. Lnnckgrnr Pd.-PIslz 10. I§. Großes möri. Zimmer an zwei Herren mit Pension zu verm. West-Anlago 31 p. ° 12 * „ _ Geräumige [1814 0 - Zlmm. - Wohn. modern auSaestattet. Zen- txalheiz«ng bevorzugt, per 1. Fmi zu mieten gesucht. Angeb. u. A. Postfach 38. Eine ältere Dame sucht zum 1. 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