Nr. 36 Zweiter Blatt Erscheint lügltch mit Ausnahme des Sonntags. Beilagen: „Siehener Familienblätter" und ..Nreisblatt für den Kreis Giehen". -ostschecklonto: Frankfurt am Main Nr. N686. Vankverkehr: Gewerbebank Gießen. wr. Jahrgang General-Anzeiger für Gberheffen Montag. \ 2 . Februar M? Zwillingsr^doruck und Verlag: Brühl'scheUniversitäts-Bnch-u.St'ündruckerel. R. Lange, Gießen. 5chrlstleitung. Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstraße?. Geschäftsstelleu.Verlag: Schristleitung: 112. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerGießew Lin wort zum Frieden. Einem Flugblatt von Paul Keller entnehmen wir folgende beherztgensnierte Mahnungen: ^Der Deutsche kann viel. Tausende Dinge gibt es, die ihin niemand nackmiachen kann. Am allerbesten von allen Künsten aber «njj 1 Pc* che doch das Schiimpsen. Darin sind iung und alt, hoch und niedrig, Mann und Weib von einer Genialität, von einer S? re "? 1 Fertigkeit und einein so fixen Eifer, daß es erstaunlich ist. -üJoruber geschimpft wird, das wechselt mit dem Bedürfnis; ^^^d7.ärtig schimpfen die Städter auf die Dorftente, die Dorf- lenre >ails die -Städter, imd beide Älsamnren ans die Regierung. Das wäre ja nun alles recht hübsch und unterhaltsam, imd es ^urde mir nicht ein fallen, meine Laudslerrte in ihrer Lieblings- beschäftigung zu stören, wenn die Zeit ltidjit so bitterernst und ge- whrvoll wäre, das; nichts anderes übrig bleibt, als über das ewige Geschnnpfe mal mörderlich zu schimpfen. Dos will ich tun. Ich kann ks. denri ich bin in einem Torfe ausgewachsen und habe dann in rlemeu Und großen Städten gelebt: also verstehe ich den Rummel hüben wie drüben. Einer von der Regierung bin ich nicht, und so kann ich mich zuerst mit dem.Geschimpfe auf die Regierung beschäftigen. ©3 ist ganz Natürlich, daß geschnupft wird, schadet auch nicht viel. Das wäre ein schöner Regierungsmamr, dem nicht einmal der ganze Buckel voll geschimpft worden wäre. Der hätte rein seinen Benis verfehlt. ?lber Herrschaften, so viel Speck, wie angeblich durch Aufspeichern verdorben ist, gibt's jaj garnicht, und von dem Getreide, das dumpfig geworden sein soll, könnten wir zehn Jahre laug leben. Wenn so einer der Siebenmalgescheiten die Augenbrauen hochsffeht und geheimnisvoll tut, als ob er eine besonders anrüchig-' Fleisch- ober ganz besonders ranzige Buttergeschichte ltriifjte, kannst dich daraus verlassen^ wenn du dem Mann gehörig zusehest, freist er rein gar nichts. Er hat was munkeln hören yon einem, der auch was nmnk eln gehört hat. Es wird in allen Zeiten viel ge munkelt und ge- schmM. nun gar in so aufgeregten Tagen, wie es' die unseren sind. Wenn's aufs Böckeschiesten ankommt, verdient ja die Regierung sicher einen Schützenpreis. Vom Herrn Präsidenten bis hinunter loder sagt man hinauf?) zu Sr. Gestrengen dem Herrn Amts Vorst eher,^alle sind sie Sünder oder Sünderlein; denn es gibt ein altes Sprichwort, daß Irren menschlich ist, und das läßt sich leider nicht aus der Welt schassen. Müßt blost nicht vergessen, die Aufgabe, ein umlaaertes Volk von 65 Millionen Mm scheu und obendrein in alle Welt verstreute Kriegsheere Tag für Tag mit den notwendigen Lebensmitteln zu versorgen, ist eilt so ungeheuerliches Rechenexempel,^ lvie es noch nie Menschen aufgegeben worden ist, solange sich diese alte Erde uin die Sonne kugelt. In Friedenszeiten würden manche Probleme, die sekt tu drei Tagen erledigt sein müssen, zelvi Jahre lang von Gelehrten wissenschaftliche erforscht, von tauseirden Sachverst-mrdigen begutachtet, von Kongressen mrd Parlamenten nach denl Trommelfeuer der Redeschlachten endlich erledigt sein. .um dann — auch nickt zu stirmnen. Und jetzt müssen solche Dinge ineist übers Knie gebrochen werden. Wenn heute der Kaiser m mir käme und mir sarte: ..Lieber Freund, ick bin mit meinem Batocki nicht mehr zufrieden: bitte, setzen Sie sich an seinen.Platz!" mich rührt auf der Stelle der Schlag. Dich wahr- sckiernlich auch. Mso, tvenn's sein must, schimpfen ivir halt aus die Regierirng — aber etwas mit Maßen; denn schließlich sind ja das auch Menschen! Wie ein Klang mrs seliger TorfsugeNdtzeit ist es mir. wenn ich ietzt aufs Land komme und gelegentlich höre: „Tie Städter sin' e faule Bande: bis um neun drücke se sich im Bett 'erum, und dann 'rolle se sich die Kukf vollfresse; setzt komme se mit Rucksack' un' Korb' un' bettle irm Eier imd Käs'. Mer wer'n 'en was txfffe!" Na, das ist ja nun deutlich genug, wenn es auch lange nickt so böse gemeint ist, wie es klingt. Was soll ein Bauer nicht schimpfen? Was man einmal „auf derl Leber" hat, das muß runter; sonst kriegt .man die Gelbsucht. Auch damit,-dast iu der Stadt iwch so viele Leute in den Wirtsbäusern sitzen, oder abends in schnokige Theater gehen, dast noch so viel Weibs Volk ..aufgedonnert" rumlänft, darüber wird gar nicht so mit Unrecht geschimpft. Aber das vom Faulenzen — nimm mrr's nicht übel, lieber Nachbar — das ist Quatsch. Tie Stadlbevölkerung besteht doch zur Hauptsache nickt -aus' Wirtshausläufern il aufgedonnerten Weibern. Die siehst du vielleicht, wenn du mal ip die Stadt kommst (weil du nämlich dann auch ins Wirtshaus oder zur Erholung mal in ein lustiges Theater gehst), die anderen, die in Fabriken, in dumpfen Bureaus, in Geschäftslagern arbeiten, die Frauen, die in engen Stuben mühsam die Wirtschaft führen, die siehst du nicht Und das sind 96 % aller Städter. Möchtest du mit einem Fabrikarbeiter oder blassen Schreiber tauschen? Ueberhauvt jetzt, wo infolge der vielen Einziehungen mancher für drei oder für fünf arbeiten muß 7 'hib die „Kutt" Volt fressen? Weißt du überhaupt, ,vie Marmelade schmeckt? Ganz gut schmeckt sie, aber nach dem dreihundertsten Marmeladetage sehnt man sich wach einem Butterbrot. Daß wir jetzt nicht zu Friedenspreisen zurückkehren können, muß auch der in ländlichen Dingen nnerfabrenfte Städter einseben. Auck der Landwirt arbeitet mit wesentlich erhöhtm Spesen aller Art ^mit den teueren ausländischen Futtermitteln, die es ja so gut wie gar nicht gibt, solltct man allerdings Nicht mehr argumentieren') Was dem Landwirt an Werten,alter Art tzugrmrde geht, was er Nach dem Kriege zu hohen Preisen au Vieh wird neu au schaffen, was er zur Wiederaufricktung seiner herabgekonimenen Wirtschaft an Geld wirb aüfweiTden unisten, das wird so Manch lieben Dundertmark- schein vou der Spar- und Darlehnskasse wieder herunter holen Dafür sollte auch der vergrämteste Städter ein Verständnis baben. Was ist der langen Rede kurzer Sinn? Städter, Landleute, besinnt euch,, vertragt euch, solange es Zeit ist! Euch allen winkt dasselbe Sckuckiat, das Schicksal der Sieger oder das Schicksal der Besiegten. Wehe den Besiegten! Au» Stadt und Land. Gießen. 12. Februar 1917. Zur Kartosfetversorgurrg. Die Versorgung der Bevölkerung mit Speisekartoffeln hat Hinblick aus die knappe Kartoffelernte eine neue Regelung ersah, müssen. Die Durchführung des von der Reichskartofselstelle . 1. Dezember l 916 ausgestellten neuen Verteillmgsplanes, der i bekanntlich bis zum 20. Juli 1917 erstreckt, ist wegen der schlech A^Erckett der Kartoffeln und der dadurch verringerten Lieferuw sahigkeit der einzelnen Bezirke nur dadurch möglich, daß eine w tere Herabsetzung der dem Erzeuger sowohl wie dem Verbraucl durch dre Bekanntmachung über Kartoffeln vom 1. Dezember 19 zugevilttgteu Kartoffelmenge vorgenommen wird. Danach war notwendig, durch eine neue Verordnung vom 8. Februar 1917 Dageswpsmenc;e für den Kartoffelerzeuger und seine Wirtschaf anaehorrgen bis zum 20. Juli 1917 auf höchstens 1 Pfund K t/ me' l3 e ^^^opfmenge für die übrige Bevölkerung auf höchstc ^ft.dfund mrt der Maßgabe festzusetzen und zu bestimmen, daß Schwerarhelterzulage höchstens 3/ 4 Pfund beträgt. Zu dieser Her< wtzung der täglichen Kartvffelration konnte geschritten werden, Erjatz für Kartoffeln durch Kohlrüben gegeben werden kamr. ' dre meisten Arten der Kohlrübe nur bis Mtte Mürz zur mens licheu Ernährung geeignet sind, ist es int Interesse einer ntiwlii mnten Sackung der kimppen Kärtoffelvorräte unbedingt gebot jetzt und die nächsten IV 2 Monate, solveit verfügbar, vorzugswc Kohlrüben statt Kartoffeln als Nahrungsmittel zu verwenden, um°- lomeyr, als d-re Kvhlri'ibe als ein durchaus vollwertiges Nährrnittch an Stelle von Kartoffeln betrachtet werden kann. Die in vielen Kommunal verbänden bereits erfolgte Herabsetzung der Tageskopfmenge ftrr den Verbraucher auf 3 Psmid für die Woche mirb durch tne neue Bekanntmachung natürlich nicht berührt, da die lreue Verordnung die Zuteilung von 3 /4 Plund nur als Höchstgrenze fest-- sttzt, mrd eure Fesffetzung der Tageskopfration unter diese Höchst- st^bnze iin Interesse der Streckung der Kartoffel Vorräte dringend enipsohlen werden kann. Durch die Bekanntnrachung über Kartoffeln l> . om 1916 durften Kartoffeln, die nickst gesund, oder ^^-^^de^kwoße von 1 Zoll (2,72 Zentimeter) nicht erreichte, an Schweine und Federvieh und auch an andere Tiere verfüttert ^brden, soweit die Versütierung an Schweine und Federvieh nicht möglich war. Diese beschränkte Zulassung der Kartvffelversüttcrung , Eck auf die geringen Kartoffel Vorräte nicht mehr aufrecht erhalten werden. Durch die neue Verordnung vom 8. Februar 1917 ist daher ein allgemeines Verfütterungsverbvt erlassen wordeii mit der Maßgabe, daß den Kommunalverbändeii gestattet wird, zur meaffchlichen Ernährung nicht mehr geeignete Kartoffeln, die auch der Trocknung nicht mehr zugeführt werden können, an Schweine und an Federvieh und, soweit die Verfütterung an solche Trere mcht inoglich ist, auch an andere Tiere verfüttern zu lassen. * _ ** ^ it § 8 e i cf) n u n q. Musketier Schneider, 6. Komp. 176, erhielt das Eistrue Kreuz 2 . Klasse. — Grenadier ■UMÜt Heß aus Gießen erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. ** Amtliche P e rs 0 n a l na chricht en. Der G ro ß- h erzog hat, am 10. Febriiar die, von der Stadtverordneten^ versanimliing in Giesteii getroffeiie Wiederwahl des Kommerzienrats Emmelius zu Gießen zum unbesoldeteii Beigeordneten der Provinzialhauptstadt Gießen auf die Dauer von sechs Jahren bestätigt. — Ter Groß her zog hat am 10. Februar den Direktorder Oberrealschicke zu Alsfeld Dr. Heinrich Pitz zum Direktor der Ludwigs-Oberrealschule zu Darnistadt und den Direktor der Realschule zu Winipfeu Ernst Hensing znm Direktor der Ober- realschuce zu Alsfeld, beide mft Wirkung vom 1. April 1917 ari, eriimrut. — Ter Grostherzog hat am 10. Februar den Oberlehrer an dem Landgraf-LudwiFs-Gymnasium zu Gießen Professor Otto Altendorf zum Direktor der Augustiuerschule zu Friedberg ernMint. **Das Fe st der Silbernen Hochzeit begehen morgen Dienstag, den 13. Februar, Oberbriefträgcr Ludwig G r 0 h und Frau, geb. Livv. ** Die Haussammlung für die Jubiläumsspende des Gr 0 ß h e r z 0 gs begegnet mcht überall dem Verständnis, das man in Anbetracht des wohltätigen Zweckes erwarten sollte. Wie der Aufruf besagt konrmt es ja auf die Höhe des Betrages, den die Einwohner spenden sollen, nicht an, die kleinste Gabe ist willkonrnren, und wer sich auch diese nicht leisten kann, dem wird es niemand verübeln, wenn er nichts gibt. Aber es sollte nicht v-orkom- nren, daß die Sammler unhöflich, in beleidigender Fornr, mit einem Wort, grob abgetoiesen werden und oft von Leuten, die ein paar Groschen leicht entbehren können. Die Anforderungen an die Mildtätigkeit sind groß, aber klein im Vergleich zn dem, was unsere Krieger draußen opfern nrüfsen und was nach dem Kriege denchi fehlt, für die die Sammluiig bestimmt ist. Tire jeder, was er kann, das ist Nicht nur vaterländische Pflicht, sondern auch Schuldigkeit gegenüber denjenigen, die an ihrer Gesundheit und Körper- ki-aft gefckMigt wurden. Wer aber auch den kleinsten Beitrag mcht leisten kann, teile dies dein Scnnmler in höflicher Form mit; jeder Sammler wird ohne weiteres das richtige Verftälidms für die Lage des Betreffenden be- rundcni und ohne Bitterkeit weitergehen. L. U. Von der Land esuniv ersität. Wegen der Kohlenknappheit können weder die Große Aula noch der Große Hörsal der Universität in den Monaten Februar und Marz für weitere Veranstaltungen mit Heizung vergeben werden. Alle Gesuche um einen der beiden Sale sind für diese beiden Monate, soferil Heizung beansprucht wird, zwecklos. ** Holzknappheit. Das Großh. Ministerium der Finanzen, Abteilung für Forst-- und Kameralverwaltuug, erläßt an die Großh. Oberförftereien folgendes Ausschreiben: Die strenge Kälte hat vielerorts Holzknappheit und starke Nachfrage nach Brennholz hervorgerufen. Zur Befriedigung des Holzbedarfs empfiehlt es sich, in erster Linie das aufgearbeitete Holz stets so rasch wie möglich zu versteigern. Auch sollte bei dem langsamen Fortgang der Holzhauereien nicht gewartet werden, bis ein Schlag vollständig fertiggestellt ist, sondern es sind bereits^ entsprechende Teilergebnisse sofort zrt versteigern. Dieses Verfahren wird auch in deii Gemeiiidewaldungenr Platz greifen können. Den Großh. Bürgermeistereien ist die Verwertung des aufgearbeiteten Holzes anheimzustellen, sobald in einem Schlag genügend L>olz aufgearbeitet ist. Zugleich weisen wir darauf hin, daß das Dürrholz besonders in jüngeren Beständen der Bevölkerung zur Selbsternte gegen den Taxpreis abzüglich der Erntekosten überlassen werden kann, Mid empfehlen, in geeigneten Fällen hiernach zu verfahren. Weiter errnächtiaen wir, auch anfgearbeitetes Dürrholz in dringenden Fällen freihäildig gegen den Taxpreis abzn- geben. " Erfrorene Kartoffeln laßen sich wieder genießbar machen, wenn man sie zum Auitauen in Wasser legt, alsdann kocht, schält und durch die Fleffchhackmaschine gehen läßt; dann lverden die Kartoffeln getrocknet, nochmals gemahlen und da? so erhaltene Grieß laßt sich zu verschiedenen Speisen verwenden. Bei Kartoffeln, die weniger unter dem Frost gelitten haben, genüat eS wenn man sie geschält über Nacht in Wasser legt, das Wasser morgens erneuert und die Kartoffeln gegen Dlittag kocht. ** Das Deutsche Luftfahrtwesen in Krieg und Frieden zu fördern, ist Aufgabe des Dentscheii Luftfl-otten-Vvreins und daran mitzuarbeitlvi, daß die deutsche Luftflotte in Krieg und Frieden die erste der Welt sei und bleibe, ist Pflicht jedes Deutschen. Die Mitgliedertzahl des Luftflottenvereins ist während des Krieges vvii 6000 auf 52000 angewachsen. Das genügt aber noch l-crnge nicht. Er nrnß an jedem Platz Hunderte von Anhängern und Mitarbeitern haben, zumal der Jahresbeitrag nur 3 Mk. hoch ist, wofür eine in Text und Mldern gleich vorzügliche Zeit-- schrift geliefert wird. Anmeldungen an die Hauptgeschäftsstelle Berlin W. 50, Mvrburgerstr. 6. ** Gegen die Prozeßsucht. Die Rechtsschutzftelle für Frauen und Arbeüer-Sekretariat erlassen folgende beherzigenswerte Mahnung gegen das unnötige Prozessieren und Streiten in der jetzigen schweren Zeit: An Männer und Frauen richten wir uns in gleicher Weise, laßt Frieden bei Euch selbst einkehren, seid nicht boshaft, kleinlich, hartköpfig. Laßt ab von dem in dieser furchtbar schweren Zeit doppelt häßlich wirkenden, gegenseitigen Neid, Haß und Hader. Eure Söhue, Brüder, Männer kämpfen todes- mutig für Euch draußen, in Eintracht, einer für den andern — alle für uns. Und Ihr zaickt Euch, prozessiert, klatscht und beleidigt. Ist das unserer, der Daheincgebllebenen ivürdig? Muß erst gesetzlicher Zwang kommen, um ben vielen überflüssigen, so leicht durch gegenseitiges Nachgeben und Duldsamkeit friedlich beizulegenden Streitigkeiten auf gerichtlichem Wege Ernhalt z:l gebieten? Zeigt Euch ivürdig. wie die draußen, denkt daran, daß Eure Prozeß- sucht Kräfte bindet, die heute wertvoller für wichtigere Dinge als Eure persönlichen Auseinandersetzung siiwen. Landkreis Gießen. —e— Großen-Lind e n. 12. Fcbr. Schütze Wilhelm Nepp bei einer Maschinengewehr-Kompagnie an der Westfront ist zu Kaisers Gebilrtsatg mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden. Nepp ist Installateur und ein Sohn des Eisenbahners Ludwig Nepp. Voriges Frühjahr rückte er ins Feld. — Lehramtsreferendar Adolf Fischer wiwde zum Gefteiteu befördert. Vor dem Kriege wirkte er als Schickvettvalter in unserer GemeiTckie. Er steht bei der FeldartUlerie im Osten. — Die Sammlung für die Großherzog-Ernst-Ludwig-J ubiläumsspende ergab einen Betrag von imhezu 600 Mk. f. Londorf, 12. Febr. Der Musketier Heinr. R 0 h r b a ch von hier, bei der 3. Kompagnie Jnf.-Rgt. 254, Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klaffe, wurde zum Uitteroffizier befördert. — Die Ehefrau des Unteroffizier? Friedrich L i ch von hier erhielt heute von dem Feldwebel seiner Kompagnie die Nachricht, daß ihr Mann bet Ausfi'lhrung eines Patrouillengaiiges im Osten am 25. Jan. ver- Niutlich in Gefangenschaft geraten sei. — Der seit dem 15. De- zeurber 1916 als vcrniißt gemeldete Uiiteroffizier Johann Friedrich Schneider hat nun feiner Familie aus französischer Gefangenschaft geschrieben. — In der Nacht von Freitag auf Samstag sind einein hiesigeii. etwas außer dem Dorfe ivohnendeir Einwohner in feinem Hühnerhaus 2 Hühner und 1 Hahn erfroren. Kreis Alsfeld. n. Alsfeld, 12. Febr. Lehrer Diel von Ober-Ofieiden lvurde zum Vizeseldivebel befördert # Büßfeld, 12. Febr. Die Hessische Tapferkettsii'.edaill« erhielt Lehrer Appel, vorher Eiseriies Kreuz. # Maulbach, 12. Febr. Zinn Kompagiiieführer befördert wurde der Leutnant d. R. Lehrer D ö h n. Kreis Schotten. u. S ch 0 t t e n, 12. Febr. Als Laienimpfer für Schutzimpfungen gegen S ch w e i n e r 0 l l a u f ivurden Heinr. F u ch s V. von Ulrich stein, Ludwig Becker II. von M i ch e l b a cb, Friedrich Werner II. von Ober-Lais und Hch Joche m II. von La ubach eidlich verpsiichtct und ihnen zum Verkehr mit deu betreffenden Krankheitserregern die erforderliche Erlaubnis erteilt. u. Michelbach, 12. Febr. Wegen erfolgreicher Abwehr bei den letzten feiizdlrchen Angriffen und wegen hervorragende- Bedienung seines. Gewehrs wurde der Gefreite und Gewehrführer in der Mafchinengewehr-Kompagnie Nr. 1. Jnf.-Rgt. 353 Otto Fischer zmn Unteroffizier befördert, nachdem ihm bereits schon früher das Eiserne Kreiiz verliehen worden ivar. ^Sellnrod, 12. Febr. Lehrer Karl Becker wurde zum Leutnant d. Res. befördert. Llreis Friedberg. —.— Butzbach, 11. Febr. Infolge der Kolstezikiiapph-ert wurde hercte vormittag der evangelische Gottesdienst in dem Rathaussaal abgehalten, der sehr zahlreich besucht war, so daß die Zillassung der Kinder versagt werden mußte. Pfarrer Loos führte in seiner Predigt die Gründe an, die den Kirchen Vorstand zur Abhaltung des Gottesdienstes im Rathause veranlaßteu, und sprach der Stadtvettvalttrng seinen Dank aus für die freundliche Ueber- lassung des Saals. — Wilhelm genannt Wilfried Vogt, Gärtner, Sohn des verstorbenen Kausnlaims Jakob Vogt von hier, ist infolge einer Verwuiidung am 26. Januar 1917 im Feldlazarett gestorben — Dem Bürgermeister Flach hier wurde vom Groß Herzog das Kriegsehrenzeicheii verliehen, ebenso den Turn Vereins Mitgliedern Tack-deckermeister Christian Heinrich Heyd und sttkd. chem. Wilhelm Wämser. Starkenburg und Nheinhessen. — 93t erftabt, 11. Febr. Einen unerwünschten Erfolg durch eine Zeitungsanzeige hatte eine hiesige Frau, die eine Anzahl fetter Gänse zum Verkauf anbot. Schon in der nächsten Nach^ wurden ihre sämtlichen Gänse g e st 0 h l e n. Außerdenr nahmer die Diebe auch noch acht Kaninchen mit. Universitäts-Nachrichten. = Frankfurt a. M., 9. Febr. Anr Montag, den 12. Febr^ werden die V 0 r l e f u n g e n in der Universität wieder ausgenommen. Ta vorläufig nur ein Teil der Räume geheizt werden kann, so werden einige Vorlesungen in andere Hörsäle verlegt werden müssen, worüber Anschläge an den betreffenden Hörsälen bezw. der Hausinspektor Auskunft geben werden. Briefkasten Her Redaktion. (Vuouhme Anfragen bleiben uuberü«rs,chtigt.ß L. M. h. 10v. Zurückgestellte können jederzeit wieder nachgemustert werden, ganz gleich, aus welchem Grunde die Zurückstellung erfolgt ist. N6ue Typen: Osram- MmM a*jefüJit 25 u. 6 ÖWait ur das auf dem ksballon einöeähk Wort OSRAMbüröt für das Fabrikat der Außj^ekiMxGftBeriinQi Ueberedl erhältlich