Nr. z? Der Otetze«e? K«^i§ee «scheint tätlich, außer Sonntags. - Beilagen: Gteßener Zamilienbiütter; Kreisblatt für den Kreis Gießen. Vezugspreis: moitatl. 90 Vierteljahr!. Mk. 2.66; durch Abhole- u. Zweigstellen rnonatl. 80 Pf.; durch diePost Mk.2.45viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Fenyprech - Anschlüsse: sürdieSchristleitungllZ Verlag,Geschästsstellebl Anschriit für Drahtnachrichten: Anzeiger Siegen. Erft« glatt Dienstag, (5. Kbrnar (9)1 General-Anzeiger für Gveryeffen Swillmgrrunddruck u. Verlag: vrühl'sche Un!o.°vuch- u. Lteinüruckerei R. Lange. Schristlestung, Geschästrftelle Postscheckkonto: Kranifurt a.M.U686 Vankvertehr: Sewerbebank Gießen ».Druckerei: Schulftr.7. . ..,.ui/inc von Anzeigen f . die Tagesnummer bis zuinNachmiltag vorher. Seilenpreis. I Anzeigen: örtlich 20 Pf., Vermietungen u. Stellengesuche 15 Pf., auswärts 25 Pf., b. Platzvorschrift 30 Pf., Reklamen 75 Pi.„ bei Platzvorschrift 90 Pj. Hauptschriftleiter: Aua./ Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aug. Goetz, Stadt und« Land, Vermischtes u.®c* richtssaal: Fr. R. Zen^. Anzeigenteil: H. Deck, sämtlich in Gießen. Grotzrs Hauptauartirr. 12. Februar. (A-MNNY.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Kronprinz Rupprecht von Bayern. , Östlich von Armentiöres und südlich des LaBas- 1^7Kanals scheiterten durch lebhaftes Feuer vorbereitete englische Angriffe. Tagsüber lag starke Artillerinmrkung auf unseren Stellungen beiderseits der Ancre. Während der Nacht griffen die Engländer sechsmal die zerschossenen Gräben von Serre bis zum Flusse an. Alle Angriffe sind a b g e lv i e s e n. Der Feind, dessen Sturmtruppen vielfach Schneehemden trugen, hat in unserem Abwehrfeuer, nördlich von Serre, im Nahkampf schwere Verluste erlitten. Die Rauumng eine? unbrauchbar gewordener Grabenlinie süd- ostlrch von Serre rvar vor Einsetzen der englischen Angriffe plangemäß und ohne Störung durchgeführt worden. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. ...... Vorstöße unserer Slurmtruppen an der Düna und bei Klftelrn (westlich von Luck) gelangen in vollem Umfange. Bei Kinelrn wurden zwei Offizier-e, vierzig Mann und ein Map schrnerrgewchr eingebracht. Front des Generalobersten Erzherzog Josef. In den Bergen zu beiden Seiten des Oitoz-Tales und in der Putna-Niederung vielfach Zusammenstöße von Streif- abteilungen. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. Am Sereth Postengeplänkel. An der unteren Donau mäßige Artillerietätigkeit. Mazedonische Front. Nichts Neues. Der Erste Generalauartiermeister Luden dort f. * Der Abendbericht. Berlin, 12 . Febr. (WTB. Amtlich.) An der Somme hielt auch nach scheiternden englischen Nachtangriffen das Feuer in beträchtlicher Stärke an. Bon den anderen Fronten ist nichts Wesentliches gemeldet. • ■ ■ ttnfere jetzige VolWstimnnmg hat ganz zweifellos alle ErnflLsternnaen von Aengstlichkell und Unsicherheit abge- worfen. Uno dock) befinden wir uns gegenwärtig im ernstesten Stadium der kriegerischen Arbeit, umlauern ith§ eine Fülle^von Möglichkeiten, die von der Gunst und Ungunst des Schicksals um uns ansgestrent werden. Wir haben als Volk jenes Selbstvertrauen gelernt, oder auch das sichere Geleite des Gottvertranens uns erworben, das unsere tapferen Flieger in den Lüften allen Gefahren ruhig und sicher die Stirn bieten läßt, dieselbe entschlossene Mrhe, mit der unsere Schiffsgeschwader, den englischen Minenfelder:: zum Trotz, oft bis ans feindliche Gestade vorgedrungen sind. Auch die Gewohnheit hat uns kaltblütig gemacht. Als die ersten Eisenbahnen über das Iichienengeleise rollten, du gab es allerorten bange Gemüter, dre sich dem rasenoen Dampfroß nicht anvertrauerr mochten; dann aber saß alle Welt bald gern an den Ausguckfenstern, mo die Welt irrt Fluge überwunden wurde. Etwas vor: dieser Sicherheit, ja einer gewissen behaglichen Spannung empfinden wir, wie wir heute an den Fenstern unserer neuen U-Boottaktik sitzen. Die Wagen rollen und das Geleise ruht auf sicheren: Grunde. Wenn noch eine Weile verstrichen ist, so wird auch die übrige Welt nichts mehr Unerhörtes und Waghalsiges bei den: Vorgehen der deutschest Spekriegführer finden. Die Schonungsfrist für nicht re^zeitig gewarnte Schisse ist bereits abgelaufen; und wie Mn Anfang es bei der Neuerung der Eisenbahnen nicht ohM zahlreiche Unfälle abging, so erfordert auch der neue U-Äpotkrie-g in den ersten Wochen sicherlich noch zahlreiche, alleichings gewarnte und daher ihrem eigenen Leichtsinn erlegene' Opfer. Dann aber wird die friedlichere Eigenart des deutschen U-Bootkrieges sich zeigen, wenn — die neutrale Schiffahrt sich dem Verfahren angepaßt hat und die Gefahrzone meidet. Anzeichen dafür, daß die Neutralen mit einem solchen Verlauf der Ereignisse rechnen, sind vorhanden, und sie tragen gerade zu der bewußten Hoffnungsfreudigkeit bei uns bei. Der Krieg wird abgekürzt werden, das ist die menschlich verdienstvolle Absicht unserer scharfen U-Bootswacht, und das bekannte Wort Hindenburgs, die schärfste Art der Kriegführung — die nicht in Unritterlichkeit und Barbarei zu verfallen braucht — sei die menschlichste, , weil sie am raschesten zum Frieden führe, dieses Wort wird Geltung und Durchschlagskraft befallen. Sogar in London däimnert es langsam. Mr England ist die Haltung-der Neutralen so enttäuschend wie für Wilson, ia iwch weit niederdrückender. Der Waube an Englands Mmacht gleitet langsam, aber innner rascher, von seiner .Höhe herab. Wir verweisen hier mll besorwerem Nachdriuk auf die an anderer Stelle jviederaegeberre Aeuße- rnng der „Morrring Post" über der: verschärfter: Tanch- bootkrreg: „Die Leiter DeiUksthlands sind nicht leiä>ffllrnig und haben die Wirkung ihrer Seeräubereierklärung ans die Neutralen vvr- oUsgesehcn, Deutschland braucht mcht die Flotte der 'idoxuügbui Staaten zu fürchten, da diese gegen Tcualchoote nichts ausrichteni und an die deutsche Flotte rrtcht herankommen kann. Zu Lande kraucht Deutsclüand inchts zu befürchten, da die Vereinigten Staaten keine Truppen befördern und Holland und Skandinavien durch Deutschlands Waffengewalt im Schach gel-alten werden. Gelingt es Deutschland, England zur See abzuschließen und die Stümnen der Neutralen unbeachtet zu lassen, so wird es den Krieg gewinnen." Es sind erst eilt paar Wochen her, daß der englische Vernichterwille mit stolz höhnenden Worten durch die neue und die alte Welt gezogen ist. Da stand Deutschland mit ausgestreckter Friedenshand da. Fetzt hat die deutsche Friedenshand an anderer Stelle als :n die gegnerische Hand eingeschlagen, und siehe da! Das Bild hat sich wieder geändert. Das Siegesselb stvertvauen ist, auch äußerlich, auf die andere Seite hinübergewechselt, u:ll> Albion scheint nach seinen Zornesanfällen in qualvolle Ermattung zu versinken! Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 12. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 12. Februar 1917. O e st l i ch e r Kriegsschauplatz. Im Putnatal scheiterte ein russischer Handgranaten- angriff. Bei Unternehmungen von Patrouillen und Sturmabteilungen, die südlich Halicz und südwestlich Woronczyn zur Durchführung kamen, wurden zwei Offtziere und 40 Mann als Gefangene ein gebracht mti> ein Maschinengewehr erbeutet. Italienischer Kriegsschauplatz. Im Siwabschnitt der Karsthochfläche und im Wippach- Tal war der Geschützkampf zeittveise recht lebhaft. Ein feindlicher Flieger lvarf in der Nähe von Triest einige Bomben ab. ohne Schaden anzurichten. An der Tiroler Front führten unsere Truppen zwei Unternehmungen erfolgreich durch. Im Suganer-Tal nahm eine Abteilung des Infanterie-Regiments 14 eine feindliche Stellung südlich der Eoelßa-Schluckft, machten .zwei Offiziere und 60 Mann zu Gefangenen und erbeuteten ein Maßt» inengewehr, zwei Pistolen-Maschinengeweyre und einen Miivenwerfer. Im Vallarsa-Ad schnitt überfielen Kaiscr- schützen nachts die italienische Vorstellung in der Leno- Schlucht und brachten 22 Gefangene und ein Maschinengewehr ein. Südöstlicher Kriegsschauplatz. An der unteren Vojusa ist die Lage unverälwert. Der Stellvertreter des Chefs des Gencralstabs v. Hofer, Feldmarschatleutnant. Kaiser Wilhelm in Wien. Wien, 12. Febr. (WTB.) Kaiser Wilhelm ist in Erwiderung des Besuches Kaiser Karls im deutschien Großen Hauptquartier in Wien -eingetroffen, von Kaiser Karl mtb der Kaiserin Zita herzlich begrüßt. Ten: deutschen Kaiser wurden auf der Fahrt durch Wien von der Bevölkerung begeisterte Huldigungen darge- bracht. Kaiser Wilhelm nahm heute nachmittag den Tee bei der Erzherzogin Maria Josefa, der Mutter des Kaisers, im Augarten- Palais. Kaiser Wilhelm, sowie Kaiser Karl und die Kaiser::: Zita fuhren mit ihrem Gefolge im: 472 Uhr beim Augarten-Palais vor und lvurden am Palais von der Erzherzogin Maria Josefa und ihrem Sohn Erzherzog Maximilian empfangen. Ein Ausruf Mackensens. Völkingen a. S., 12. Febr. (Privattel.) Auf ein Schreiben der Schriftleitung der „Bölkiuger Zeitung" ist dieser von Generalseldmarschall v. Mackensen unter dem 30. Januar folgendes Schreiben zugegangen: „Gott vertrauen und der deutschen Kraft! Und wenn die ganze Welt voll Teufel wäre, der Sieg muß uns doch bleiben. Mll uns marschiert die Wahrheit. Mackensen. Der bulgarische Bericht. Sofia,-12. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Bericht des Generalstabes vom 11. Februar. Mazedonische Front: Während des ganzen Tages unterhielt der Feind ziemlich heftiges Geschütz- und Minenfeuer, welches gegen^oberid in Trommelfeuer auf unsere Stellung südlich des Tojvan-,Sees überging. Gegen 10 Uhr abends ging ungefähr ein Bataillon Engländer gegm unsere Stellung vor, wurde aber von unseren Truppen mit dem Bajonett und Bomben seinerseits angegriffe:: und bllttig zurückgeworfen, wvbe: er schwere Verluste erlitt. Viele tote Feinde liegen in und vor imseven Toahtverhauen. Wir erbeuteten ein Vtafchinengewehr, Jnfanteriegewehre und anderes Kriegsgerät. Unter den E^efai^-enen befindet sich ein englischer Offizier. Auf der übiigen Front ziemlich schvackie Artillerie- tätigJeit von beiden Seiten mrd Feuerwechsel zwischen den Vor- trupipen. Lebhafte Fliegertällgkeit im Wardartal mrd längs der aegäischen Küste zwischen Meste und Struma. Rumänische Front: Durch Geschützfeuer zerstveLrteu wir Abteilungen feindlicher Infanterie, die auf dem linken Ufer des St. Georgs-Kanals nördlich Tuleea sichtbar wurden. Der türkische Bericht. Konstantinopel, 11. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Heeresbericht vom 11. Februar. | Tigrisfront: Am Nachmittag des 9. Febiuar griff der Feind unsere Stellungen südlich von: Tigris aufs neue an. Der Kampf dauerte mll äußerster Heftigkeit bis in die vorgerückten Llbeirdstunden. Nur auf unserem linken Flügel gelang es dem Feinde Boden zn gewimren. Im Verhältnis zu den Verluste::, die der Feind erlitt und die nach Feststellungen mmdestens drei-- oder viernral io ^-noß ftnd will dir unfrigen, waren seine Er-; folge nur gering. Am Morgen des 10. Februar nahm der Femd unsere Stellungen unter heftiges Feuer seiner schiveren Artillerie- Drei feindliche Kvmpagnien, die sich im Schutze des ungünstigen Wetters bis auf 20 Meter unseren: rechten Flügel zn nähern vermochten, wurden mll großen Verlusten zurückgewiesen. Persische Front: Eine unserer Abteilungen, die nördlich von Hamadan operierte, warf feindliche Kavallerie in nordöstlicher Richtung zuimck und machte einige Gefangene. Kaukasusfront: Ein überraschender Angriffs versuch feind- l:ck>er Erkundungsäbteilungen gegen verschiedene Punkte unserer Stellung auf dem linken Flügel zog einen Mißerfolg nach sich. Nichts von Bedeutung auf den übrigen Fronte«. Die Schonungssrist im Sperrgebiet abgelaufe«. Berlin, 12. Febr. (WTB. Amtlich.) In der Nacht zum 13. Februar ist die bisher nicht bekumttgegebene Schonung s f r i st im Sperrgebiet des Atlantischen Ozeans vmb des englischen Kanals für neutrale Dampfer, denen die Neuhricht von der Sperrgebietserklärung nicht wehr rechtzeillg zugegangen war, ab gelaufen. In der Nordsee ist dies bereits in der Nacht zunr 7. Februar der Fall gewesen, im Mittelmeer in der Nacht Mun 11. Februar. Nunmehr gilt nur die allgemein für die Sperrgebiete erlassene Warnung, nach der die Schifffahrt auf ken:e Einzelwarnung mehr rechnen kann. Schisse, die dennoch die Sperrgebiele befahren, tun dies mit voller Kenntnis der ihnen und den Besatzungen drohenden Gefahr. Es wird hiermit ausdrücklich festgestellt, daß alle von feindlicher Seite verbreiteten Nachrichten über die Torpedierung neutraler Schiffe ohne vorheriges Anhalten vor obigen für die einzelnen Sperrgebiete genannten Taten fatsch sind. Die m:gegebenen Schonzellen galten sogar aiuh für feindliche Passagierdampfer, soweit sie unbewaffnet waren, weil auf ihueu ueutrale Passagiere ohne Kenntnis der Seesperre sein konnten. * Die „Morning Post" Über den möglichen denifche« Sieg. Rotterdam, 11. Febr. (WTB.) Die „Morning P o ft" schreibt über den verschärften Tauch bootkrieg: Da Deutschland eine Zahl neuer Tauchboote fertig- gestellt hat, ist es jetzt in der Lage, die Flotte der Alliierten zu verhöhnen und die See für die gesamte Handelsschff- fahrt abzuschließen. Es ist nicht wahrscheinlich, daß Bech- mann Hollweg hier eine leere Drohung ausgesprochen hat. Vielmehr ist es zum mindesten sicher, daß kein Handels, schff der Neutralen oder der Kriegführenden mehr in See stechen kann, ohne, mit möglicher Vernichtt:ng zu rechnen. Wir müssen also annehmen, daß tatsächlich eine Vernich- tuug von Handelsschiffen in großem Umfange eintveten wird. Deutschland berechnet außerdem zweifellos die rnora- lische Wirkung seiner Seeräubererklärung und rechnet darauf, daß neutrale Schiffe nicht ausfahren, und daß dwrch den Druck, falls er ::nr einige Wochen anhält, die Alliierten schwer zu leiden haben werden, daß sie auf die Knie gezwungen werden. Die Leiter Deutschlands sind nicht leichtsinnig und haben die Wirkung ihrer Seeräubererklarwny vorausgesehen. Deutschland braucht nicht die Flotte der Vereinigten Staaten zu fürchten, da diese gegen Tauchboote nichts aüsrichten und an die deutsche Flotte'nicht herankommeu kann. Zu Lande braucht Deutschland nichts zu befürchten, da die Bereinigten Staaten keine Truppen transportieren können und Hollm:d und Skandinavien durch Deusichlands Waffengewalt in Schach gehalten werden. Geling t es Deutschland, England zu See abzuschließen nnb die Stimmen der Neutralen unbeachtet zu lassen, so wivd es den Krieg gewinnen. Berlin, 12. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Das Reutersche Bureau verbreitet eine Meldung der „Associated Preß", nach dev me deutsche Negierung an die Vereinigten Staaten eine Note gMchtet habe, in der sie um Vorschläge ftir die Vermeidung des Krieges ersucht habe. Diese Meldung ist völ- Ug aus der Lust g!egri ffeu. Sll ist iibrigens nach von dem „Temps veröffentlichten Telegranimen aus New York bereit* von Staatssekretär Lanftng mtb bem Schweizer ^ejanbttn ia shingtou, Ritter, dementiert wvrde::. teilt mll, daß mfvltze Mangels an Papier und Ei schränkung der Papierzufuhren dll Blätter entwede: klemevein Format erscheinen, oder ihren Berkaus emschrär müsse::. Die „Times" wird ihren Berkmff einschränken und pstehlt, d:e Exemplare wellerzugeben. Auch der Preis soll wi, erhöht werden. openhagen, 12. Febr. (WTB.) Der „Berlingske Tidende" sufolne teilt die Petersburger „Börsenzeitung" mit, daß in der letzten Sitzung des Budgetausschusses der Duma über die d e u t s ch e Warene :u fuhr'::a ch Rußland beraten lvvrden sei. Man kam zu der Ansicht, daß auch in Zukunft ein Teil der russischen Wareneinfuhr aus Deutschland bezogen werden nrüsse. * Die italienische Kriegsanleihe. or z r 11 - (WTB.) Meldung der Agencia Stefan:' Auf me fuufprozentige italienische Anleihe wurden bll'ier über 1200 Millionen Lire, davon Er 800 Millionen in bar zeichnet. ^ Die Erfolge öe$ U-voottrieges. Die feindlichen Gesamtvcrluste von Liriegsschrffen. Berlin, 12. Febr. Im Monat Januar sind in der yollaudisä-en Küste 237 Minen angetrieben worden. Hiervon sind 230 englisch, 6 unbekannter Herkunft und nur eine einige deutsch. Im ganzen sind bisher 1877 Minen angetrieben worden, und zwar, 1229 englischer, 258 deutscher-, bl srcurzösischer urid 326 unbekannter Herkunft. Die Ge s amtv er lu ste unserer Gegner an Kriegs schissen beliefen si chbisber auf 825 535 Tonnen;^ rrichä eingerechnet sind dabei Hilfskreuzer und Hilfsschiffe. Diese Donnenzahl übersteigt die der gesamten fränkischen Flotte zu Beginn des Krieges, die die drittgrößte Seekriegsmacht der Welt ist, um IM 000 Tonnen. Wieder 60 000 Tonnen versenkt. Kristiania, 12. Febr. „Morgendladet'" berichtet aus London: 18 britische Schisse von 60000 Domren sind des weiteren versenkt worden. Bern, 12. Febr. (WTB.) „Temps" bringt eine Lloyds- Lifte der versenkten Schiffe von gestern, die vier englische Dampfer, darunter den bereits gemeldeten Postdampfer „Mantola" (8250 Tonnen), zivei norwegische Schiffe und drei holländische Segler von insgesamt ungefähr 25 000 Tonnen auftveist. London, 8. Febr. MTB. Nichtamtlich.) „Daily „Daily Telegraph" gibt den Gesa-mtverlust an Schiffsraum vom 7. Februar auf 28941 Donnen an. Das Blatt meldet noch dnr Untergang folgender Schiffe: „Ctiffonian" (4303 Tonnen), „Explorer" (7600 Tonnen), beide englisch; drei kleinen Schonern, der englischen Dampfer „Palm Loaf" und „St. Mnrn" aus Glasgow (3026 Tonnen), des Fischdampfers „Melhaide" (133 Donnen). «- Berlin, 1L. Webr. (WTB. Amtlich.) Das deutsche Torpedoboot ,/B 69" ist, nachdem es mit eigenen Mitteln seine Seefähigkeit wiederhergestellt hatte, in der vergangenen Nacht aus Dmuiden ausgelaufen und heute ftüh wohlbehalten in einem deutschen Stützpunkt eingetroffen. Eines unserer Unterseeboote hat am 10. Februar in den Hoosden ein französisches Marineflugzeug abgeschossen, zerstört und die beiden Insassen gefangen genommen. London, 12. Febr. (WTB.) Lloyds meldet: Der englische Leichter „Dendow" und das Fischerboot „J nv erlhon"' wurden versenkt. London, 12. Febr. (WTB.) Lloyds meldet, daß der englische Dampfer „Netherlee" (4227 Bruttoregistertonnen) versenkt worden ist. Bern, 12. Febr. (WTB. Mchtamtlich.) Laut „Matin" ftnd seit der Verkündigung des verschärften U-Bootkrieges die Gebühren für Schiffsfrachten in Cette um 200 Prozent, die Versichernngstarise von 4 auf 7 Prozent gestiegen. Alle spanischen Schiffe wurden fofort abgerufen. Bern, 12. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Wie „Temps" meldet, wrrrüe die spanische Botschaft in London telegraphisch angewiesen, zu verhindern, daß spanische Schiffe die Rückreise antreten, bevor sie die Versieh nmng erhielten, daß die Rückreise ohne Gefahr ausgeführt werden könne. Bern, 12. Febr. (WTB.) „Temps" zufolge wurde der französische Schoner „Marth e"" (154 Tonnen) versenkt. Aus dem Kelche. Gegen den Trinkzwang in Speisewirtschafter,. Der Präsident des Kriegsernährun g s amtes hat in einem Rurcdschr eiben an sämtliche Bundüregieruns- gerr zu der Unsitte des Trinkzwangs, der ganz besonders jetzt in der KriegSzeit den Verhältnissen nicht erttspricht und zu vielen Beschwerden Anlaß gegeben hat, Stellung genommen. Aus dem Rundschreiben veröffentlichen die „Mitteilungen aus dem Kriegsernährungsamt"" folgendes: In Gast-, Schank- und Speisewirtschaften wird vielfach die Abgabe von Speisen davon abhängig gemacht, daß der Gast Getränke, namentlich Mer oder Wern genießt, oder doch ein Aufschlag erhoben, wenn diese Bedingung nicht erfüllt wird. Dieses im Auslände unbekannte Verfahren wird vielfach mit Recht als g e m e inschädlich und insbesondere auch als mit den Forderungen der Kriegszeit nicht in Einklang stehend empfunden. Es führt zu einer Vergeudung von Mer und Wein sowie zu einer V e r t e u e - rnug der Speisen für den Verbraucher, der bei der vielfach sehr beträchtlichen Erhöhung der Bier- und Weinpreise gezwungen w-rrd, für Genußmittcl, auf die er -häufig gern verzichten würde, Gew aufzuwenden, das er sonst für Beschaffung von Speisen und sonstigen Nahrungsmitteln verwenden könnte. Ich würde es für erwünscht Hallen, daß da, wo sich Mißbräuche auf diesem Gebiete zeigen, von den örtlichen Verwaltungsstellen emgeschritten würde. Die Vorschriften im § 12 Nr. 1 und 5 § 15 Ws. 1 und 3 der Verordnung über die Errichtung von P re'is- prü f u n g s ft el l e n und die Versorgungsregelung vom 25 September 1915 in der Fassung vom 4. November 1915 (ReichsMesctzbl Z. 728) geben dazu die geeignete Handhabe. Ach Grund dieser Vorschriften würde beispielsweise verboten werden können, die Abgabe von Speisen in Gast-, Schank- und Speisewirtschaften davon ch»hchlchg zu machen, daß der Gast Getränke entnimmt, oder den M^is für Speisen für den Fall zu erhöhen, daß der Gast Getränke nicht genießt. , Giehensr Nonzertverel«. Gießen, den 11. Februar 1917. Me Aufgabe, die sich uw er hiesiger Konzettverein stellt, alle hätten vornehmer Musik in höchster künstlerischer Ausführung seinem Publikum zu bringen, wurde in seinem 6. Konzerüwiederum glänzend gelöst. Diesmal brachte uns die Veranstalüwg sehr selten gehörte Klavierwerke zu vier Händen, teils auf zw^Ttecks auf einem Klavier. Selbstverständlich waren es Originalwerke unserer großen Meister. Bekanntlich ist ja die Musikliteratur an solchen nicht eben lehr reich; bei vierhändigen Werken handelt es sich meist um mehr oder weniger gute Transkriptionen. Der Konzertverein bot unsj bisher zwermal Gelegenheit, vierhändige Originalwerke zu hören; vor einigen Jahren durch das Ehepaar Pembaurund noch etwas länger zurückliegend durch Pros. R e g e r und Prof. Trautmann Besonderes Interesse brachte man dem sonntäglichen Konzert entgegen, sind doch tue Aussührenden seit langen Fähren als hervorragende Künstler beliebt und geschätzt. Herr Wilhelm Backhaus und Herr Prof. T r a u t m a n n, die Seele des so lebhaft pulsierenden musikalischen Lebens in Gießen, hatten sich znsammen- getan und gaben dem Abend ein hohes künstlerisches Gepräge. Ihr Zusammenspiel war ein kongeniales Sickyneinanderfügen, ein sich gegenseitiges Ergänzen, ein im Technischen und Tonalen so Gleichwertiges, wie es eben nur zwei ganz großen Künstlern erreichbar ist. ( Das erste Werk, das uns die Künstler boten, war „Andante und Variationen von Schumann, Opus 46"; ursprünglich für zweff Klaviere, zwei Celli und Horn entworfen, aber schon nach der ersten Probe wurde das Wer? auf zwei Klaviere beschränkt. Ein sehnsüchttg singendes Thema in Rede und Widerrede aus die beiden Klaviere verteilt, das bald erregt aus- und ab- bald in melodischem Drang harmonische Seitemvege mit über- rasch enden Ausblicken einfchlägt, bald in pikanten Synkopierungen emhergehp Das gesamte Schassen Schumanns steht unter dem Ein- üu» des Klaviers, es war ja sein Traums ein großer Virtuose zu werden. Durch die Lähmung einer Hand wurde er rum zum Dichter Die Preisprüfungsstetlen werden gut mit, auu> mcerieus üieje Verhältnisse zu prüfen und gegebenenfalls entsprechende Anregungen bei der Gemeindeverwaltung zu geben. Aus Hessen. Die Haushaltsberatung im Finanzausschuß. rb. Darmftadt, 9. Februar. Der Finanzausschuß der Zweiten Kammex erledigte in der heutigen Sitzung den gesamten Hauptvoranscklag mit Ausnahme einiger Kapitel aus dem Ministerium des Innern, da der Referent verhindert war. Im allgemeinen wurden die Ansätze der Regierung gutgeheißen, nur über folgende Punkte soll noch in eine Besprechung mit der Regierung ein getreten toerden: Bei dem Ministerium der Justiz soll die Frage behandelt werden, ob nicht richterliche Kräfte durch Einschränkung der gerichtlichen Tätigkeit freigemacht' und anderweit Verwendung finden könnten. Ebenso soll die Höhe der Schreibhilftosten besprochen werden. Beanstandet wurde für 1917 der Betrag von 5000 Mark als Beihilfe zur Ausbildung junger Juristen. Bei dem Kapitel Geometer soll die Frage der Bezahlung der Katastergeometer mit der Regierung erörtert werden. Ferner wurde beanstandet die Summe von 11 200 Mk. für Anstrich und Ausbesserung der Wormser Brücke. Bei Kapitel 116b betreffend neue Forderung von 165 000 Mark zur Erhöhung der Bezüge der Staatsdienstanwärter wurde angeregt, entweder die Vergütung noch weiter vorsstreiten zu lassen, als von der Regierung vorgesehen, oder eine Zulage für solche Fälle zu gewähren, m welchen die Staatsdienstanwätter Kinder haben. Hierüber sollen ebenfalls noch Verhandlungen mit der Regierung gepflogen werden. Die nächste Sitzung findet Mittwoch vormittag in Verbindung mit der Großherzoglichen Regierung statt. Hessische Staatsverwaltung und bargeldloser Verkehr. Wie die geschäftlichen, industriellen und landwirtschaftlichen Kreise, so ist auch die hessische Staatsverwaltung daraus bedacht, dem gegenwärtigen Mangel an Bar- und Kleingeld nach Möglichkeit entgegenzutreten. Es wurde bekanntlich schon früher die Bestimmung getroffen, daß alle Zahlungsverpflichtungen, Gebühren, Gefälle, Schuldbeträge usw. Mts dem Wege des Postscheckverkehrs erledigt werden können. Im ireuen Staats Voranschl ag ist die Regierung noch einen sehr bemerkenswerten Schritt weiLergegangen, um den Beamten, Lehrern, Rentenbeziehern usw. die bargeldlose Zahlung zu ermöglichen. Es wird darüber im neuen Voranschlag folgende generelle Bestimmung getroffen: Die dringende Notwendigkeit, den Bargeldumlaus zu vermindern, verlangt, daß auch die Beamten wiederholt darauf hingewiesen werden, den bargeldlosen Zahlungsverkehr zu fördern. Um den Beamten auch im Falle der Ueberweisung ihrer Staatsstenern durch eine Bank, Sparkasse oder Kreditgenossenschaft oder durch das Postscheckamt die Steuerzahlung unter allen Umständen zu ermöglichen, soll künftig, abweichend von der im Kapital 115 (Ruhegehalte) und Kapital 41 (Volksschulen) angegebenen Art der Anzahlung der Gehalte und Ruhegehalte folgende Regelung getroffen werden: Die Regierung wird ermächtigt, anzuoronen, daß die festen Dienstbezüge und Rn hegehalt «e der Beamten und Lehrer künftig bereits am 22., oder, wenn dieser Tag auf einen Sonn- und Feiertag fällt, am vorhergehender: Werktag des dem Gehaltsmonat voraus gehenden Monats, im Dezernber am vierten Wochentage vor Christfest ausgezahlt oder überwiesen werden. Für die Vergütung der nicht augestellten Beamten, sowie für die Wittoen- und Waisengelder bleibt es vorerst bei der seitherigen Regelung. Die Versorgung der Bevölkerung mit Vollmilch. Mg. R e h hat in der Zweiten Kammer folgerte Anfrage an die Regierung gerichtet: , In Nr. 13 der Frankfurter Aerzte-Kdrrespvndenz vom 15. Dezember 1916 teilt der Aerzte-Ausschuß unter anderem mit, daß ohne ärztliches Zeugnis an Vollmilch bewilligt wird: 1. für Greise vom 75. Lebensjahr an Vs Liter, 2. für Säuglinge bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres 1 Liter; wenn die Kinder gestillt werden, kommt die Milch der Mutter zu, 3. für Kinder vom vollendeten ersten bis zum vollendeten sechsten Jahre Vs Liter, 4. für Kinder vom sechsten bis vierzehnten Jahre Vt Liter. Im Gegensatz zu Hessen wird lediglich den Kindern vom ersten ms vierten Lebensjahr Vt Liter weniger verabfolgt, während 1. die Kmder vom sechsten bis vierzehnten Lebensjahr 1/4 .Liter, 2. die Personen über 75 Jahre Vs Liter ohne weiteres erhalten. Da Hessen der hauptsächlichste Lieferant von Milch für Frankfurt a. M. ist, so dürfte doch eine Gleichstellung der hessischen Bevölkerung ermöglicht werden können. Ich ftage daher an: 1. Ist Großh. Regierung bekannt, daß in Frankfurt a. M. die oben angegebenen Milchmengen gewährt werden? 2. Besteht nicht die Möglichkeit, in Hessen in gleicher Wttse zu verfahren? Neue Kuranlagen zwischen Friebberg und Nauheim? Abg. Dorsch-Wölfersheim hat in-der Zweiten Kammer folgende „eckige Anftage" eingebracht: „Hat die Regierung Kenntnis davon, daß man in einer Zeit, wo jeder Zentner Hew Kartoffeln imb Getreide zur Aufrechter Haltung unserer Volksernährung, zur Sicherung unserer Viehbestände nöttg ist, m Bad-Nauheim über 200 Morgen Ackerland und Wiesen U Parkanlagen umwandeln »El, und ist dieselbe bereit, darüber Auskunft AU geben, ob die Neuanlage erforderlich ist?" Die hessischen Weinbaudomänen. Zu denjenigen Kapiteln des Staats Voranschlags, welche durch dre gegenwärtige Kriegslage nicht gelitten haben, gehört u. a. auch Kap. 3, Weinbaudomänen. Im vorigen Jahre waren die Einnahmen aus Wttn, wie im Jahre 1915, auf 150 M0 Mk. emgeschätzt worden. Mit. Rücksicht auf die großen Weinbestände, sowie be- onders auf die damals schon sehr günstige Konjunktur des Wernmarktes hatte der Finanzausschuß der 2. .Kammer diesen Ein- nahntepoften auf 180 000 Mk. erhöht, so daß bei einer Gesamteinnahme von 191 705 Mk. und einer Gesamtausgabe von 206 453 Mark ein Sbcvatszuschuß von 14 748 Mk. erforderlich war. Im neuen Staatsvoranschlag hat die Regierung geglaubt, die Summe ur verkauften Weck: nm weitere 20 000 Mk., also auf 200000 Mk. erhöhen zu können. Es lagerten zurzeit der AufftMrng des neuen Voranschlags in den To mäneukellereien 389 Halbstück älterer w^mrrw—tri-iimim—p«aww miinn » imi „ imitmaammmmaummmimmmmmmaamm brr Tastenwelt, die die Sehnsucht seiner Jugend nun in weit höherem Sinne erfüllte. Geradezu verlockend war für ihn die Varia- ttonsform, hier erstrebte er die dichterische Verklärung des Tbemas rmt glmrzenden Mitteln. . Tie Kornpositionen für zwei Klaviere scheinen Mozart eine Zertlang besondere Freude gemacht zu haben. Im Dezember 1783 ul tue Fuge m v-moll vollendet und schon; Anfang des Jahfts k7o4 dre Sonate in 0-dur. Der 1. Satz ist der bedeutendste. Tie Durchführung ist nicht genau ausgeführt, aber kräftig und wir- rnngsvoll. Das Andante ist voll herrlichen Wohlllangs, aber durch dre vellj:ändige Mederholung dcs crste-i Teils etw s sehr ausgedehnt. Sehr graziös und voll wundervoller Frische ist der letzte Satz. Das Autograph ist im Besitz von Jul. Andrs in Frankfurt. Tie datterten vierhändigen Stücke für tm Klavier von Schurrt entstanden, abgesehen von einigen, aus der Konfiktszeit j^'y^bnden Versuchen meistens in den letzten Lebensjahren des Meisters. Das Vierhändigspielen war in jeirer Zeck eine verhältnis- mäßl.g neue Mode. Haydn hatte als erster, nwhl zu Lehrzwecken, vierhändige Stücke geschrieben und Mozart gckt als der Erftnder des vierhändigeir Satzes, aber erst Schubert erreichte darin eine! hohe Vollendung. Im Anfang des Ja ln es 1828 schrieb Schubert seme große Fantasie in ?-moll, der Gräftn Esterhazy gewidmet, ein seiner hohen Schönheit wegen mit Vorliebe gespieltes Werk. Schuberts Freund Bauernfeld nottert unter dem 9. Mai 1828: „Heute hat mir Schubert mit Lachner seine neue, wunderbare vierhändige Hanta sie vorgespielt." Der Sonate schlossen sich -noch zwei M är- 1 che von Schubert an, die in ihrer prachwollen Rhythmik und frischen lebendigen Weise ungeheuer wirkten. Tie .Künstler gaben, bu einer Zugabe genötigt, den bekannten Mckitärmarsch von SchMert zu, der den Abend höchst wirkungsvoll abschloß. ' .Als Solist ttat Herr Backhaus mit der Liszt'schen Sonate in 3-moll hervor. Sie stammt aus der Weckwarer Zeck, ist Rob. Schumann gewidmet, znm Dank für die 0-dur-Fan- tasre, die Schumann dem Weimarer Meister zugeeignet hatte. (In späteren Ausgaben unterdrückte Klara Schumann diese Widmung Wetne, wat,veiw zur oer ^msflellultg oes ooriayt.igeit fu;lagco mir 313 Hatbjtücke vorhanden waren. Ter Herbst 1916 hat iveiter rund 67 Halbstück gebracht. Voraussichtlich weroer4 hiervon im Frühjahr 1917 der Rest der 1911er, die 191-4er und ein Teil der 1915er Weine, im Frül-jahr 1918 ein weiterer Teck der 1915er Weine versteigert loerbeit. Wie in den amtlichen An- inerkungen zu diftem Kapitel betont wird, sind die 1913er Weine freihändig an die Mckitärverwaltung verkauft worden. Ta mm Aber besonders in den letzten Mp waten sich v ÄMintliäji bei allen Wernversteigerungen eine ganz außerordentl iche Preis st eige-« rung, zum Teck um den doppelten, ja sogar vierfachen Betrag, ergeben hat, so ist wohl als selbstverständlich zu ermatten, daß auch der diesjährige Abstoß per Produkte mtsever Weinbaudomäne ebenfalls viel höhere Ergebnisse zur Folge haben wird. Es erschenck: darnach durchaus gerechtferttgt, daß bei den bevorstehenden Budgeb- beratungen der Zwecken Kammer der von der Regierung in Vorschlag gebrachte Einnahmeposten von 200 000 Mk. eine sehr wesentliche Erhöhung ersähtt. Aber auch ohne eine solck>e Erhöhung tst das Kapitel Weinbau-Domäne im neuen Voranschlag als er. freut ich zu betrachlten, weil es zum ersten Male seit Errichtung der Großh. Weinbaudomäne fast ohne ei ue n Staats schuß absch-ließt. Die Gesamteinnahme des Kapitels ist im Voranschlag auf 212 955 Mk. berechnet, die Ausgabe aus 213 054 Mk., so daß also nur noch 99 Mk. zu decken bleiben. Aus Studt und Lund. ließen, 13. Februar 1917. S. U. Von derLandesuniversität. Der Direktor des Kgl. preuß. hygienischen Instituts in Saarbrücken Pros. Dr. Emil Gotschlich hat den an ihn ergangenen Ruf an unsere Universität^ als ordentlicher Professor der Hygiene zum 1. Aprck 1917 angenourmen. — Der äußernrdentliche Professor für Physiologie in Tübingen Dr. Karl Bürkex hat einen Ruf als ordentlicher Professor der Physiologie an unsere Universität erhalten. ** Oberhessischer Kunftverein. Die Gemälde- Ausstellung ist morgen Mittwoch von 11 chis 1 und am Nachmittag von 3 bis 5 Uhr geöffnet. Donnerstag und Freitag bleibt die Ausstellung wegen teckwesser Aenderung geschloffen. ** Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. Am 8. Februar hiett Professor Dr. v. D ü r i n g, zurzeck in Steinmühlo bei Obererlenbach, einen Bottvag über Deutschland und die Türkei. Der Redner war von 1889 bis 1P)3 als Arzt mid hoher türkischer Beamter in Konsüanttnopel und im Innern Klein- Kens tättg und darf daher als ein wirklich genauer Kenner türki- Icher Verhältnisse gelten. Er besprach zuerst die Entwicklung des deutschen Einflusses auf die Tüttei seck 1671. Das Hie regierenden Kreise und das Voll geniaüft und die Stellung des Sultans Abdul Hamid dadurch gewaltig gehoben hat. Tmm dem General v. d. Goltz, dessen erstaunliche Fähigkeit sich, in die Anschauungen der mohammedanischen Welt einzmeben. ihm ein geradezu legendäres Ansehen verschafft iKti. Tie Wuderaufrichtung der Tüttei begann nach dem Kriege gvgen Rußland 1877 durch Erneuerung des Heeres; Ende der 1880er Jahre kamen die ersten deutschen Offiziere dahin, aber sie fanden immerhin große Schwierigkeiten. Dennoch erstreckte sich der deittsche Einfluß allmählich über das Heer hinaus auch M's die Zivilverwaltung wenigstens insofern deutsche Wissenschaft und Dech- nck namentlich zum Bau der anatolrschen Bahn und ihrer Fortsetzung, der Bagdadbahn, herangezogen wurden. Wenn trotzdem! die Tüttei im Balkan krieg 1913 Msammenbvach, so lag das an der Durchsetzung des Heeres mit Christen, denen der national-os manische Gttwnke ganz fern lag und die aMald die Waffen rregwarfen. Erst durch die erneute Konzentrierung aus rein mohammedanische Truppen, ist es der Türkei gelungen, im gegenwärtigen Kttege ähnliche Erfolge zu erzielen; wie in früheren Jahrhimderten. Denn ein eigentlicher osmanischer Staatsgedanke sehtt, der Islam allein hält das Reich zusammen, .Außerdem hat die Interessengemeinschaft zwischen Deutschland und der Tüttei wesentlich zum Durchhalttn im jetzigen Kriege oer- hollen. lieber die Aussichten des deutschen Einflusses auf die Tüttei in den Jahrzehnten nach dem Kriege sprach der Redner sich nicht ans, bewnte aber, daß die vottiegenden Schwierigkeiten nicht gering seien und es großen Taktes und ruhiger Zurückhaltung bedürfen werde, um die Stellung Deutschlands in der Türkei zu erhalten. Ter zweite Teil des Vortrags hielt sich an eine große Reihe vorzüglicher wertvoller Lichtbilder, dir Verfasser auf seinen Reisen in Kleinasien genommen hatte. S. ** Kohlenersparnis. Auf Grund des § 12 der Bundesrntsbekannttnachnirg über die Errichtung vvu Preis- prüsungsstellen und die VersorgungsregelUng vom 25. September 1915 in der Fassung vom 4. Nov. 1615 wird für daS Großlierzogtum Hessen angeordnet: Die Beheizung von Theatern, Konzerffälen, Versammlungsräumen und allen öffentlichen Vergnügungsstätten einschließlich der Wirffchaften mit Varistskonzession ist verboten. In besonderen Fällen kann von den Großh. Kreisämtern eine Ansckahmebewilligung zugestanden werden. w D i e Gemeinnützige Rechtsberat ungS st eile des Evang. Arbeitervereins wurde tm Monat Januar von 24 Personen in 29 Fällen in Anspruch genommen und zwar von 11 männlichen und 13 weiblichen Personen. Davon waren 13 Angehörige von Kriegsteilnehmern, 12 sonstige Personen. Dem Beruie nach gehötten b dem Arbetterstande an, 10 waren Gewerbetreibende, 5 kleine und mittlere Beamte, 4 sonstige Personen. Von den erteilten Auskünften betraien Arbeiterversicherung 14, Angestelltenversicherung 1, Kriegsversorgung und sonstige mUt- tärische Angelegenheiten 7, Bürger!. Recht 2, Steuersragen 2, Sonstiges 3 Fälle. an Liszt aus persönlicher Feindschaft.) Tie Sonate ist Lffzts her- vorragendstes und bestes Klavierwett, ein Meisterwerk, das inrmense Anfordermrgen in technischer und geistiger Beziehung stellt mrd deshalb von den meisten Piaiästen ängstlich gemieden und dadurch dem Publikum leider fast ganz unbekannt ist. Die Sonate ist nicht in klassischer Form, sondern als freie Fmttasiesonate in einem Satz geschtteben. Verschiedene Schumann's che Themen llingen darin, und interessant sind für uns Törre, die sozusagen den Waaner'schen Parsifal vorausahnen lassen, ähnlich wie dies in andern Liszt'schen Komposittonen für Triftau-Mottve sich Nachweisen läßt. Herr Backhaus spielte die Sonate mit so viel Empfinden und blühenden, leuchtenden Farben, so viel straffer Rhythmik und blendender Technik, daß sie wundervoll plastisch vor uns ersbmd. Herr Adrian van der Stap gehött zu den wenigen Sängern, die sich heute noch auf die hohe Kunst des Bel Canto verstehen. Seine Vorttagskunst ist an den besten italienischen Vorbildern geschult, er singt mit sehr feinem Geschmack und mit warment und weichem Bariton, der die hohe Sttmmlage der alten Schreibweise leicht und zart nimmt. Auch er hatte kein alltägliches Programm gewählt, er brachte uns Mozart und einige italienische Lieder aus dem 17. Jahrhmidert. Tie Mvzattsche Atte: „Mentte ti lascio, 0 siglia"" setzt viel musikalische Empfindung und Bildung vovaus. Sie nimmt durch die Schönheit der Form und durch edlen Ausdruck einen hohen Rang unter den Atten Mozarts ein. Gewidmet ivurde sie Gottftied von Jacquin, in dessen Ettern Hause Mozart viel Liebes und Gutes genossen. Herr van der Stap wurde den: anspruchsvollen Wette ebenso gerecht wie den folgenden alb« iltalienischen Liedern des „Buononcini und Salvator Rosa", jenes berühniten Malers, der noch nebenbei Komponist, Sänger und Schriftsteller war. Es lag viel Stck in dem Bottrag der Lieder, und es war schade, dah die Zugabe (Du bist wie eine Blume, vow Liszt) durch zu iveiMiche L>Üße den schönen Eindruck jener alb. klassischer Gesänge ttwas schwächte. Zu empseh^n wäre es, würde bei nicht deutschen Tetten die deutsche Uebersetzmrg dazu gesetzt und ber dem nächsten Konzert wieder das weich.', nicht knisternde Paprer beibehalten werden« ätz rov injialtonreretift der pndet am Mittwoch, dem - Die b\t*ia\)v\qt Awryesiuchen c&menftheu ___ ^0 Uhr, im Konsirmändensaal 'der^eschen £?'■ dAtelpimkt der Verhandlungen wird ^rmi-.guW.ch nn nembe un Jubiläumsiahr der Rcsvrmüion sel>r Vortrag von Geh. Krchenrat Prof. D. Dr. St r ii g c r - Gletzen über „Der lunge Luther" stehen. ^ r-r . U E b e r Karto ffel Verbrauchs re gelung findet: Bekamrttnathung in unserem lieutigen Anzeigcn- dreser Stelle besonders darauf hm, da festcp^^sind ^ Berbrauci)er, Erzeuger, Schverarbeiter usw. . hunJLl C m * ^ 0 r *i V a «?' vorigen Jahre ist von einer ßerr S^r 6fftt?!, r ? ne e u .• !t£ VQn veranstaltet worden, in dem nimft*«..« Lu r? ! n £ ,e Baltenfrage vom politischen Stand- - E Sn L i pt" 16 ' Februar, abends 8 Uhr. wird h^u n üia „ r°* e 3 ' f 1 ' einen Dortrag halten über: .Die mLd * LhIr w!! 1 ! l L r 1 5 ö i n baltischen Provinze n"; hier ? L ttb « kulturelle Seite der Sache in den Vordergrund * C Ertrag wird durch zahlreiche Lichtbilder erläutert sein tn { r f f rh!! L“ n n ■ 0 0 n Handarbeits- und HauS- «‘iiLu a,t ® 1 f bre L tunen ' Wir machen aus die im gestrigen enthaltene Bekanntmachung Grohh. Ministeriums des K< : b f f,l S lur Schutangelegeuheiten. aui.nerksam. in staatliche Abschlußprüfung an der Altreschule zu Gieren für cne ^etlnehnwnnnen an dem Kurse von 1916/17 auf die 4eit ^!^°.^^esetzt und der Beginn des neuen Kurses L,s ? a m dlpril angekündigt wird. Die Ausnahmegesuche find unter Anschluß der in der Bekanntmachung genannten Papiere b,s spatesten- 16. Marz beim Schulvorstand z. H. von Geh. Hosrat Protehor Dr. Fromme einzureichen. Auswärtige Schülerinnen können un Internat der Schule wohnen. ^ Familienunterstützung . Ä^gel-örrg«n der zum veeresdtenstt Einberufenen für 16. bis tzwde^-ebruar 1917 ftudet vom 15. Februar bis 17. Februar statt. ' t e u e v r ti tf ft ä it b e. Unter den heutigen amtlichen Bekanntmachungen der Stadt Gießen befindet sich aucf) die Steuer- Mahnung des 5. Zieles iür das Rechnungsjahr 1916. Die Zahlung ka.m noch btS einschließlich 3. März bet der Stadtkasse ohne Kosten erlolgen. Rach Ablauf dieser Frist erfolgt die Beitreibung, wöbe, die vorgeschrlebenen Psändungskosten erhoben werden. Land sturm rolle. Tie im Januar 1900 geborenen «^1t!urmpfli.chttgen der Stadl Gießen müssen sich am 15. Februar o ‘^L ; ^ä5 r . LandsturmwUe melden. Siel-e Anzeige, ri?o <, Friedhöfe sind in der Zeit vom 16. F^ruar 1917 ^ 8 Mr morgens bis^ 6 Uhr abends geöffnet.. D re &y pothe kenban k in Hamburg veröffentlicht bettttgen Anzeigenteile ihre Bilanz aus den 31. Te- Geschäftsbettckst kann kostenfrei direkt von der DMttEr durch die Pfandbrief-Verkaufsstellen bezogen werden. __ ^^^beutige Kreisblatt Nr. 25 enthält Bekannt- machungen über dre Vornahme kleiner Viehzählungen. Schonzeit ^ Rottvild, Saatgerste. Maul- und' Klauenseuche, Fte-lschveriorgung, Turitlehrerprüfung, vaterländiscl)er Hilfsdienst, Lrerschntzkolender, Bovrsan als Bvlksnahrungsmittel, Hafer und Sommergerste M -rxratzwecken, Aufkauf von Landbutter. AL- ton Schtzmnnen an den Oberhessischen Biehhandels verband, Asusschlachtung. Rlchtpreisc für den Auflauf von Eiern. Landkreis Gießen. 1 -r ^ HK' bungen,12. tfdk. Infolge.Kohkennrongels nritßte der tMterrtchl an den mengen Volksschulen imb der hüherett Bürgcr- schule am Samstag eingestellt werden. Man hofft den Unterricht m acht Tagen wieder aufnehmen zn können. --m. Muschenheim, 13. Febr. Der Gefreite H. Krausch von. hier beim Jnfanterre-Regiment 131, wurde für seine hervorragende Tapferkert vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz 2 Kl auSqez-erchnet. ... .. '' 0 b e r - B es s i n g e n, 12. Febr. Vorgestern wurde der Äteste Burger unsere, Dorfes zu Grabe gebracht.' Eine ehrwürdige Gretsengestalt ist damit au, de»n Leben geschieden, Han, Georg Roth. Er war geboren den 19 November 1825 zu Lang-dor? Der Patriarch unseres Dorfes erreichte somit ein Alter von über 91 Jabren. Der Geistliche unserer Gemeinde, Pfarrer A h l h e i m von Münster, hielt die Trauerrede. Der freundliche Greis hat die Hungerzett der 40er Jahre erlebt und konnte aus Erfahrung be- richten, daß die fetzige Zeit mit den knappen Lebensmitteln noch golden gegen jene ist. Der Verschiedene war ein nüchterner, arbeitsamer Mann, der noch im letzten Sommer mit ins Feld ging nnd milhalf, so viel in seinen Kräften stand. Als Soldat des 2. Großh. Hess. Infanterieregiment- machte er 1848 und 49 den Feldzug in Baden mit und kam in den Besitz de- Felddienstzeichens und der Großh. Badsichen Gedächtnismedaille von 1849. Als 1913 das Gießener Regiment sein Jubiläum feierte, hatte er sich auch em- geiu iden. Dem hiesigen Ortsgericht gehörte er beinahe 50 Jahre an und auch zu den Feldgeschworenen zählte er b,s zu seinem Tode. Sem Landesherr hatte ihm deshalb auch die Silberne Verdienstmedaille Mr langjährige treue Dienste verliehen. Ein Enkel von ihm hat den Heldentod erlitten. Noch ein Schwiegersohn und drei Enkel, wovon sich zwei daß Eiserne Kreuz erwarben, stehen im Felde. •• Reiskirchen, 13. Febr. Gefreiter M e n g e l, welcher Don Anfang des Krieges eingezogen war und vorerst zum Aus- .btlden von Rekristen verwendet wurde, ist am 27. Jan., nachdem er 9 Monate bei einem Landst.-Jnf.-Rgt. im Osten im Felde stand, zum Unteroffizier befördert worden. ^ Steinbach, 13. Febr. Dem Kanonier und Hufschmied August Haas im Res.-Feld-Artillerte-Rgt. Nr. 48, Sohn des SchmtedemeisterS Eberhard Haas, wurde die Hessische Tapferkeits- Medaille verliehen. -m Steinbach, 13. Febr. Dem Fahrer 'Karl Reusch- ^v? 071 ft® wkrde für tapferes Verhalten als Meldereiter ™ ^Kacht bei Orleow (Galten) zu Kaisers Geburtstag die Hessische Tapserkeitsmedaille verliehen. 5kreis Büdingen. ^.Hirzenhain, 12. Febr. Be, der dieser Tage in den ^ürstl. Gederner Waldungen abgehaltenen Holzversteigerung ««rd«, sehr hohe Preise erzielt. Der Raummeter Buchen-Brenn- holz kam auf durchschmttkich 83 Mark. ^ ^ ® T .* c S / 13 Febr. Arthur Bauer, Sohn des Feld- imlchen Friedrich Bauer von hier. Pionier bei einer schweren Minew- werlercckterlung des Westens, erhielt wegen besonderer Tapferkeit t*t Dem Femde die Hessische Tapserkeitsniedaille. — Die hiesige Gemsmdeiagd, dre wegen des niejdrigen Angebots noclunals z-rrr B«pachttmg kam, wutt)e bei der am vorigen Samstag stattgefuw- denen Veisteigerrmg für 1167 Mk., fast für den doppelten des bei der erfta, Verpachtung gebotenen Preises, auf weitere sechs Jahre verpacht^ stergerer waren eine aus mehreren Personen bestehende JagdgejeUsaiaft, die auch z-um Teil gleichzeitig die angrenzenden) ^agd«i von Selters, Eckartsborn und Wippenbach gepachtet hat. d * Ans dem Niddertal, 13. Febr. Der hundert- läbrrge Kalender, der vmi dem Abt Knauer von 1700 versalzt worden fein soll, der für jedes Jahr einen Plarreten als Regenten des Wetters, so für 1917 den Jupiter, festsetzt, hatte auf dem Land schon immer einige Anhänger, nachdenr aber seine Prophezeiungen für den Februar im allgemeinen so richtig ein- ^tvoffen sind, hat seine Wertschätzung noch bedeutend zugenomnien. Wemr es Wich am 6. nichtgeschneit und in allen Kellerir am 8 ., 9. und 10. dank seiner Voraussage nicht gefroren hat, schadet s nichts, er hat doch bei vielen recht. Es ist nur zu wmr- schen, daß er für den Rest des Februar wirklich recht behält, das; Sv? 5Ü 0 E anderen Worten milder wird. Der Llnfang ist gemacht. Nachdem wir rn der Nacht zum Freitag je nach der Lage unserer Gemeindeil mtt 13°—16°U. die TwÄirigste Teniperatur dieses Jahres erreichten, ist es jetzt bedeutend milder geworden, in den letzten Nachten betrug die Teinpevatur nur noch 10», 8° und 6°R., bei Tag wurden Temperaturen bis zu 13» R in der Sonne erreicht. Dem Schlittschuh- und dem Rodelsport wird von der Jugend noch eifrig gechüdigt. Die Tiere des Waldes imd Feldes haben noch immer schlechtgedeckten Tisch, die Böge! werden deshalb, wo man sie füttert, noch zutraulicher, die Häsen nnd Rehe kommetl vielfach ganz nahe au die Gärten und Häuser heran, Meister Reinecke wagt sich schon in einzelnen Gemeirrden des Nachts bis m die doch meist ohne Erjvlg. An den Sud- Mgen verschwindet nach und nach der Scb»«v ^ iS 'S wtäsr Kreis Schotten. bei Nacht Külte zu “** tocnn m den Or^chaftm tiefe Stille herrscht Lmmer »IrfÄSS hC S*® 11 «.i™ 11 H'ucht selte!, auch bis .. mSSic^ T ai Körung ju suchen. Manch, ^ ^esen Vorgang bvabachtei, bringt ihnen nrnrnfum w?“ C0MÄ .Heu.°d«r becgleid^n' hin, um den die^ Een ^^.Egrrnlahen den Hanger zu Allen. Wie sic mes wsijen «und ihren armen Kameraden zu verstehen aeben ist £ W CrIW V U beobachten. Sie bLTrSS ^blzett zu versäumen.'Ämdwirte, die 2 Trcktvurz und Kvhlrabeii — ppp letzteren kann S I" tzn. da sie zur menschlichen Ernährung SlÄ^Ä'?r! ,0,,t Schmutz uud angefaulten Stellen ^ dieselben zerklemern, um dann dem Häcksel tun, wenn itc diese foule Brocken in einiger Entferiwng der Hauser hinlegen würden. Der lmngernde Hase eÄ5 Kondwi^' ^rung baxmi. Zeitt^ise hat doch auch wohl qVL ™ Ulal em « 5 0 . 11 beu ober Grummet für sr merkt cs an fernem Vorrat doch nicht uud .er solch' armen Trcwen den Hunger dadurch Allen, eben mcht zu den Selteirheiten, wenn öfters tote Hasen die Hmrger imb Kälte genwrdet haben. Können wir fte auch nicht vor der Kalte schützen, so können wir ihnen doch etwas zum „Beißen geben, denn esir gut gesättigter Magen er- Mx mehr Körperwärme wce ern leerer und ausgepumpter. )l€ erden. Butzbach, 10. Febr. Heute fand in der Markthalle aus dem Viehinarktplatze die erste K o h l e n v e r t e i l u n g durch die Gemeinde gegen Vorzeiaen eines .Kohlenscheines statt, der von der Büraermcisterei ausgestellt wurde. Auf den Scheiir wurde für die Familie 1 Zentner Nußkohlen verabiolgt. Tie Verteilung der Kohlen war dem Kaufmann Bramm übertragen worderr. Kreis Wetzlar. c. . f ra * ^ ^ ^ ^ ^^ Febr. Tie Königliche Regierung zu Koblenz hat am Freitag angeordnet, daß alle diejertigen Schulen, die mit Kohlen geheizt werden, vorläufig bis zuin 19. dieses Monats zu schließen sind und der Unterricht bis dahin auszufallen habe. Die auf diese Weise ersparten Kohlenmengen sollen dem Bedarf der BevölkeriNig zugute kommen. Hessen-Nassau. sj Marburg, 13. Febr. Wegen des zeitigen Kohlenmangels wurde hier die P o l i z e i st u u b e bis zum 24. d. M. auf 10 Uhr festgesetzt. Das Abhalten von öffentlichen Versanunluuqen, Theater- Voruellungen, einschl. Kinos, und Konzerten ist verboten. X. B a d O r b, 12. Febr. In einer gemeinsamen Sitzung der städtischen Körperschaften ist der Geheiine Sanitätsrat Dr. Hiif- nagel einhellig zum unbesoldeten Beigeordneten gewählt worden. — Der Bürgermeister der Siadt Orb gibt bekannt, daß aus den genehmigten und vorgenommenen Haiisschlachtungen bis jetzt ein sehr geringes Qilantnm Speck für die Schwerarbeiter zur Ab> lieserung gelommeii sei. Um ein besseres Resultat zu erzielen sollen demnächst fortlaufend die Namen derjenigen Personen bekannt gemacht werden, die Speck abliefern. ---Bei tn rode, 12. Febr. Mit dem 99jährigen Schreinermeister Heinrich Schenke trug man hier einen Sonderling merkwürdigster Art zu Grabe. Vor Jahreu schon zimmerte der Mann sich seinen Sarg und schlief Nacht um Nacht in ihm. Jetzt starb er in dem Schrein und wurde auch in ihm zum letzten Schlaf zu Grabe getragen. = Frankfurt a. M., 11. Febr. Den Dieben, die vor einigen Tagen in der Kalbächergaffe ein Rollfuhrwerk mit 2 2 Zentner Butter stahlen, ist man aus der Spur. Als Täter kommen ein gewisser Elauer und der Fürsorgezögling Klug in Betracht. Bis jetzt konnte man ihrer noch nicht habhaft werden. Eine Anzahl Privatpersonen, die von den Dieben Butter kaufte, ist schon ermittelt. mr. Frantsnrt a. M., 12. Febr. An Stelle der fehlenden Kartoffeln soll jetzt auch in Frankfurt eine Erhöhung her Jleischration um 60 Gramm pro Kops und Woche eintreten, ähnlich wie e« in Berlin schon der Fall ist. Gleichzeitig wird für einen unbenutzten Kartoffelschein von 10 Pfund ein Pfund Graupen ausgegebeu. mr. Franks u i t a. M., 12. Febr. Tie Spitzen der staatlichen und städtischen Behörden, darunter der komniarrdierende General des 18. Armeekorps von Riedel, wenden sich in einem Aufruf cm die Bürgerschaft, für das im .Kriege so schwer daniederliegende Handwerk Mittel zu speuden, um es wieder lebensfähig zu gestalten. Es sollen den betroffeneil M ei steril Geld mittel schenkungsweise Mvd als Darlehen gewährt werden, ihre Betriebe will man in technischer Hinsicht der Neuzeit entsprechend ausgestalten, damit das Handwerk wieder ^imgermaßen dem Konkurrenzkampf mit der Industrie Widerstarld zu leisten perprag. In zweiter Linie soll cmch dem Lehrliilgs- und Gesellenwesen durch soziale Fürsorge usw. die gebühreirde Auf- merksamkeft geschenkt werden. — Frankfurt a M., 12. Febr. Mit Wirkung von heute an hat der RegierunaSpräsident nugeorduet, daß int Bereiche des Regierungsbezirks Wiesbaden sämtliche Schulen, Theater, Versamm- llmgsräume usw. bis zum 22. Februar nicht q e h e i z t werden dürfen. Für die Atittel- mtd Volksschiileii trifft die Anordnung uicht zu, da der Magistrat voll den besoudereu Ausnahme- bestiulmungeu Anweuduug ntacht und demzufolge die Schulen weiterhin Heizen läßt. X. Hanau, 12. Febr. Am hiesigen Ostbahnhofe wurde der im vorigen Jahre voll einem rheinischen Infanterie-Regiment als dienstuntauglich entlassene Kaufmann .Karl Henning aus Worms sestgenommen, der die Uniform eines Vizefeldwebels des > Infanterie-Regiments Nr. 118 trug um» geschmückt mit bem Eisernen Kreuz und der hessischen Tapferkeitsmedaille war. Er hatte sich in beit Besitz von Dienststempeln zu setzen gewußt und mit dieser Hilfe in vielen Städten Deutschlands Schwindeleien verübt. Nach seiner Festncrhme versuchte er, sich zu erschießen, doch prallte das Geschah an dem Ehrenzeichen ab. X. Hanau, 12. Febr. Magistrat und KreisauSfchuß geben bekailnt, daß vom 12. d. MtS. ab tm Stadt- und Landkreise Haitau der Preis für den vierpfündigen Laib Roggenbrot von 67 auf 79 Pfennig erhöht wird. — Kassel, 11. Febr. Auf dem Rittergut dek LandtagS- abgeordneten Rabe von Pappenheim in Liebenau brach Freitag früh ein G r o ß f e u e r auS, das das vom Rittergutspächter - Modert bewohnte HauS samt allen Vorräten völlig vernichtete. Die Hausbewohner konnten nur daS uackle Leben retten. Bei der Rettung erlitt die 17jährige Tochter am ganzen Leibe lebensgefährliche Brandwunden. Ihre ältere Schwester sprang, da ihr leder weitere Weg durch die Flammen versperrt war, aus dem lenster und zog sich dabei einen schweren Beinbruch zu. Die Verunglückten wurden dem hiesigen Krankenhause zugeführt. p. R o denbach, 13. Febr. Die hiesige Gemerude-Feld- und Walchagd, die einen vorzüglichen Rehbestand aufzuweisen hat, und von Bahnhof Mtenstadt in eitler halben Stunde beguem zu errerchen lst, kommt auf dem Rathaus arm Freitag, den 16. Februar, nachmittags 4 Uhr, auf 6 loeitere Jahre zur Verpachtung o!>. S t. Goar, 12. Febr. Das Eis, das sich am Loreley- ± ' e m? * am ^ ammcrcc * festgesetzt hat, wird, um ein Stellen des RheineiseS zn vernceiden, gegenwärtig von Pionieren loS- gesprengt. X. A u s d er Rhön, 12. Febr. Der LebenSmtttelschmuggel wird tn der Rhön immer noch weiter getrieben, trotzdem doch schon so mancher Schmuggler dabei abgefaßt worden ist. So wurden dieser Tage am Bahnhof zu Mellrichstadt 2 Zentner ochsen-, Kalb- und Schwetuefletsch, sowir 23 Gänse beschlagnahmt. Ein anderes Mal wurden am Bahnhof in Oberstreu drei Frauen augehalten, die nicht weniger als 80 Pfund Butter und eine große Anzahl Eier nach Thüringen durchschntuggeln wollten. Nichts zu lachen hatte eine Frau aus dem Thüringischen über einen „geglückten^ Schmuggel. Sie hatte im Dunkel der Nacht einen rhr voll einer Frau ange'botenen Topf Schmalz angenommen und 24 Mark (baS Pfund 3 Mark) dafür bezahlt. Als sie zu Hause das Schmolz tn Gebrauch nehmen wollte, mußte sie bemerken, daß der Lopf mit Lehm gefüllt uud nur mit einer 2 Zentimeter dicken Schicht Schmalz überdeckt war. * Grotzsihiffahrtsstrahe Rhein—Main—-Donau. Frankfurt a. M., 12. Feftr. (WTB. Nichtamtlichl) Nach mehrfachen vorbereitenden Verhanbllrngen mit den «n Rhein und Main anliegercden Stödten, .Handels fkrmfntern: und Industriellen uni) nach Fühlungnahme mit den zuständigen obersten Reichs und Staatsbehörden fand heute tm Magistrats-Sitzungssaal zu Frankfurt a. M. imter dem Vorsitz von Oberbürgermeister Vvigt eine Anssprache über das Projekt statt, ail der aus Bayern Landtags- Wgeordneter Held-Regensbnrg, .Konmterzienrat Zehn-Nürnberg, Oberbürgermeister Ble her-Regensburg sowie als Vertreter des bayerischeil Verkehrsministeriums ObervögiernngSvat T o s ch teilnahnren. Nach einleitenden Worten des Oberbürgermeisters Voigt behandelte Landtagsabgeordneter Held das Grvß- '.chisfahrtsProjekt nach seiner staatspolittschen, nrilitärischeu und volkswirtschaftlichen Bedeutung, besprach die Frage der Kostenauf- bringung, erläuterte die spätere Durchführung in der Form des gemischt-wirtschastlichell Urrternehlnens und ertnunterte schlieUich alle interessierten Kreise, namentlich auch die Städte und Industrien im Einflußgebiet der Großscksiffahrtsstraße zur Beteiligung an deil 2li7beiten urld Kosten der Projektterung. Tie Versammlung erkannte nach eitler eingehenden Äussprachie die große Bedeutung einer Großschiffahrtsstraße für das ganze Deutsche Reich und unsere östlichen Verbündeten an. Es tmirbc der Anffafsurrg Ausdruck gegeben, daß mit dem Reich und den in Frage kommenden Bundesstaaten auch die in besonderem Maße nnttfchaftlick» interessierten übrigen Gemeinwesen, das Groygewerbe und die Industrien sich an der Aufbringung der Mittel für die Projektierung beteiligen sollten, damit durch eine -eingehende Durcharbeitung des Projekts die technische Durchführbarkeit und deren Wirtschaftlichkeit klar vor Llugen trete. ©£ wurde ein Arbeitsausschuß gebildet, in bem Vertreter der Städte, der Handelskcmrmern und der Jndusttie getvLhkt wurden. Der Vorsitz wurde dem Oberbürgermeister Voigt in Frankftrrt a. M. übertragen. Ueber die finanzielle Seite des Plans wurden folgende Angaben gemacht: Die Gesamtkosten in Höhe von 650 Millionen Mark sollen so aufgebracht wetden, daß das Reich und Bayern 300, die anliegenden Städte 100 Millionen Mark und die interessierte Industrie am Rhein und Maitl und an der Donau den Rest yu übernehmen hätten. Tie Bauzeit wird auf 6—8 Jahre geschätzt. Die Projek- tierungskosterl, also die Ausgaben für die Entwurfsarberten, deren Inangriffnahme usw., werden etwa 5 Millionen Mark betragen. Davon soll Bayern 2 Millioneil übernehmen und das Reich dieselbe Summe beitragen. Eine Million hätten die in Fvrme fo mntWt bo i Städte aufzubringen. Frankfurt erklärte sich zur Leistung eines Betrages von 100000 Mk. bereit. Letzte Nachricht««. Dre Kämpfe zwischen Somme und Ancve. ^ Berlin, 12. Febr. (WTB. Nichtamrtkich.) In der Nacht vom Sonntag zum Montag tobten heftige Kämpfe zwischen Serre und Ancre. Sechs englische Angriffe wurden unter schweren englischen Verlusten zurückgewiesen. Bereits am Nachmittag lag außerordent lich starkes englisches Feuer auf den deutschen Stellungen nördlich der Ancre, das sich bei (Eintritt der Dunkelheit zu heftigstem Trommelfeuer steigerte. Ein Grabenstück bei Serres wurde während der englisck)en Feuervorbereitung geräumt, ohire daß dies von den Engländern, die ein besonders heftiges Feuer auf den geräumten Graben richteten, bemerkt worden wäre. Zwischen 8 urld 10 Uhr oftrgen die ersten englischen Sturmtrnppen über das S 'hneite zufammetlgesckwssene Gelände zum Angriff in der Ge- von Beaumont vor. Sie wurden Äütig zurückgewieftn. Ebenso scheiterten zwei weitere Angriffe, die die ^tgländer an der gleichen Stelle versuchten. Gegen 11 Uhr wurde ein vierter englischer Angriff östlich Bonoourt von dem linken englischen BataMon, das durchs eine große Anzahl von Maschinengewehren verstärkt war, vorgetragen. Bei diesem All- griff kam cs Zu erbitterten Nahkömpftn, bei welchen ein Otzizrer und Über dreißig Mopn in deutschen Händen bli^bcn. Ter Ailgriff scheiterte vollkommen. Hierauf versuchten die Engländer noch zwei Angriffe in der Gegend von Serie mit sttarken Kräften. Etwas nach Mitternacht drangen sie in Schneean^ügen trach wütenden Handgranatenkämpfen in die deutschen Gräben, wurden jedoch durch einen mit großer Wucht vorgetragenen Gegenstoß mit tc&remt Verlusten an Toten und Verwundeten, sowie mehreren Gefangenen wieder geworfen. Um '4 Uhr morgens versuchten die Engländer ihren sechsten und letzten Atlgriff in dieser Nacht. Ti-eser Angriff brach indessen bereits im deutschen Sperrfeuer zusammen. Die deutschen Truppen haben sich bei dieser Reihe englischer Slngriffc mit hervorragender Tapferkeit geschlagen und dem Feinde außer- orderttlich schtveve Verluste beigebracht. England vor der Lebensmittelkarte. London, 12. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) „United Preß" meldet: Die Blätter verlmtgen vom LeberrsmitbÄ- tontrollenr Lord Devonport, daß er die Herausgabe der Lebensmittel für das ganze Land rattoniere. Die Blätter verweisen darauf, daß das System, an das öffentliche Ehrgefühl zu appellieren, sich nicht bewährt habe, und ver> langen sofortige Maßregeln. Die Königin von Bulgarien erkrantt. Sofia, 12. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die Blätter veröffentlichen folgende Mitteilung: Zu Beginn des vergangenen Jahres fühlte sich die Mnigin leidend. Trotzdem setzte sie ihre gewohnte Tättgkeit fott. Da sie dann ein allgemeines Schwächegefühl überkam, mußte stie sich einer längeren Behandlung unterziehen mtd vollständiger Ruhe pflegen. Zu diesem Zwecke verbrachte sie den Sommer in einem Sanatorium in der Umgegend vou Dresdetl, wo sich ihr Gesundheitszustand für einige Zeit besserte. In der letzten Zerö stellte sich jedoch wieder eine körperliche Schtväche ein und nach jüngst eingettoffenen Nachrichten ist die Gesundheit der Wnigin sehr erfchüttett. Aus diesem Grunde ist sie genötigt, da- Bett Ut hüten, unl etwaigen KpmpAattoneu vvrxupeuoell. Kriegsfuiefe aus dem Westen. Bon unserem Kriegsberichterstatter. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.^ Das BegrÄmis der unschuldigen Kindlein. Brügge, 10. Febr. 1917. Unter beit Prüfungen, die der Krieg der ulten Haucht- ftudt Weststirnderns auferlegt hat, wird von der Bürgerschaft keine schmerzlicher empfunden, als der englische Fliegeriiverfall vom 7. d. Mts., bei welchem besonders! .Kinder den blindlings in die bevölkertsten Stadtteile ub- getoorfenen Bomben zum Ochser gefallen sind. Bei strahlendem Wrntersonnenschein erschien in den ersten Nachmittags- stunden ein englisches Fliegergeschwader über den Türmen von Brügge, ließ eine große Anzahl von Bomben besonders über deni St. Krnisviertel und anderen von der ärmeren Bevölkerung bewohnten Gegenden fallen und nahm dann schleunigst Reißaus. Der Erfolg dieser feigen Tat war, daß ein deutscher Soldat verwundet wurde. Außerdem wurdet: drei vlamische Frauen und ein älterer Mann getötet, und gleichzeitig wurden nicht weniger als 16 unschuldige Kinder, zunr Teil in ganz zartem Älter, von den tückischen Geschossen zerfleischt. Eine Anzahl von ihnen spielte auf dein Eise des Dammekanales, als dort eine englische Bombe einschlug; die meisten aber wurden getötet, als sie sich mit Töpfen und Kannen vor einem barmherzigen Schwestern ktoster versammelt hatten wo unentgeltlich Bolkssuppe verteilt wurde. Die Bombe fiel mitten in den dichtgedrängten Haufen der wartenden Kinder, tötete einige auf der Stelle, darunter ein siebenjähriges Mädchen mit seinenr sechsjährigen Brüderchen, das es an der Hund führte. Eine weitere Anzahl wurde von den sofort hervei- eilenden deutschen Sanitätssoldaten schwer verwundet in die Lazarette geschafft. Ganz Brügge klagt über diese frevelhafte Tat in einen: einzigen Schmerzensschrei zum Himmel. Heute fand von der Hochkirche unserer lieben Frauen aus, dem größten Gotteshause der Staat, unter Teilnahme der gesamten Geistlichkeit, die gemeinsame Beerdigung der unglücklichen Opfer statt. Die gesamte Bürgerschaft, jung und alt, war herbeigeströmt und suchte wenigstens ,für einen Augenblick einen Blick auf die beiden Reihen von schmucklosen Särgen zu werfen, die vor dem berühmten Altar mit der Mutter-Gottes-Statue Michel Angelos aufgebahrt waren. Da die Kirche die Menge der Andächtigen nicht fassen konnte, wogte die schwarzgekleidete Bürgerschaft unablässig vor den Türen der Kathedrale auf und ab. Außer den Kirchenschweizern und Polizisten war die städtische Feuerwehr crufgeboten worden, um den Zug des Trauergefolges zu ordnen, der sich mit malerischein altflamischen Gepränge, die Fahnen der Gilden voran, nach dem Friedhof Steenbrügge in Bewegung setzte. Hier ließ der Oberkommandierende der deutschen Streitkräfte einen Kranz auf das gemeinsame Grab niederlegen. Die Einwohnerschaft ist in großer Sorge, da sich inzwischen die englischen Fliegerangriffe mehrfach wiederholt haben. Besondere Maßnahmen sind geschaffen, um die unersetzlichen Kunstschätze des St. Johannes-Spitales vor Schaden zu bewahren. W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. loschen lleberstcht derLodesföve l -.Lradt Sietze«. 5. Woche. Vom 28. Januar bis 3. Februar 1917. Einwohnerzahl: angenommen zu 33100 (inkl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 69,25°/,,. Nach Abzug von 16 Ortsfremden: 14,13'/,,. ES starben an Zus. Ex. Kinder tm 1.Lebens- vom 2 bis wachfene jahr 15 . Jahr Angeborener Lebensschwäche i(i) — Kl) — Altersschwäche 4(1» 4(1) — Diphtherie 3(2) — 3(2) Wundkrankheiten 2(2) Kl) — 1(1) Lungenschwindsucht 2 (2) 2(2) — Tuberktilose des Gehirn? KO 1 (1) — — Krankheiten des Herzens 5(4) 4(3) — 1(1) Gehirnschlag 2 »2 — Krankheiten der Harnorgane 1 (1) Kl) — — Krebs 2(1) 2(1) — — anderenTodesursachen 2(1) 2(1) — — Summa: ' 45 (16) 19 Gl) Id) 5(4) Sinnt.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an , wie viel der Todessälle in der betreffenden Krankheit nach Gießen gebrachte Kranke kominen. auf von auswärts Veröffentlichung des Großh. Kreisgesundheitsamts Gießen. Dr. W a l g e r, Med.-Rat. fjrucksachen aller Art SnraE^ liefert In jeder gewünschten Ausstattung preiswert di« Bi ühl’sche Universitäts-Druckerei. Schuistr. 7 Sonntag nachmittag 4 Uhr verschied sanft nach lOjährigem, qualvollem, mit grosser Geduld ertragenem Leiden mein innigst geliebter unvergesslicher Gatte, der treusorgende Vater seines nun so armen Kindes, unser lieber Schwiegersohn, Bruder, Sohwager und Onkel, Herr Gustav Bley, Kaufmann im Alter von 41 Jahren. Giessen (Liebigstrasse 89), den 13. Februar 1917. Die tieftrauörnden Hinterbliebenen: Clara Bley geh. Rohleder Walter Bley Wilhelm Rohleder und Frau. Leipzig, Theobaldshof, Bruimhardshausen, 1264 Zum möglichst sofortigen Eintritt wird (1153 D junger Kaufmann tÄ gesucht. Derselbe muß inü allgemeinen Bureau-Arbeiten, Kurzschrift und Maschinenschreiben, möglichst auch mit Lohn- und Lagerbuchführung vertraut sein. Persönltche Vorstellung oder schriftliche Angebote unter Beifügung von Zeugnisabschriften und Gehaussorderung lJ&swsbept ? ll®i»elk!C©» Wetzlar, Kahnhofstraße 65. Mehrere tüchtige sofort gesucht. [1163 Göbel <& Appel, Alicestraße 25. Die Beerdigung findet Freitag, den 16. Februar, nachmittags 2 Uhr von Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen. der u. f. Deo Kameraden der beiden Wehren die Trauernachricht. daß das langjährige Mitglied der F.G.F. Herr KreisfeuerwehrinspekLor Martin Loos am 11. ds. Mrs. verstorben ist. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 14. d. M., nachmittags 3*/, Uhr, statt und bitten wir um recht zahlreiche Beteiligung. Zusammenkunft am Eingang des Neuen Friedhofs um 3>/, Uhr. 126ID Das Kommando Die Verlobung ihrerTochter MARIE mit dem ord. Professor an der Universität Gießen Herrn DR. LIC. PAUL KAHLE beehren sich sehrergebenst an Stelle besonderer Anzeige mitzuteilen Gießen, den 12. Februar 1917 ProfessorDr.Gisevius und Frau 0862 Die Schuhfticklehrstnbe ist bis auf weiteres an jedem Mittwoch nur abends von 7 bis 16 Uhr geöffnet. [ 1253 v Tie Vorsitzende. lut unsere Kriegsmarine und mir noch übergeben worden von: einem Beamten die Vergütung für eine Schöffensitzung 5 Mark. Herrn Pfarrer Hainebach aus der Gemeinde Leihgestern 70 Mark, Herrn Gey. Hofrat Dr. Hansen 5 Mark, Herrn Lehrer Lenz aus der Gemeinde Geis-Nidda 40 Mark, Herrn Prof. Urstadt 5 Mark, Volksschülerinnen der Klasse des Herrn Habicht, der Erlös für Kastanien 2 Mark, zusammen 127 Mark, wofür herzlichst dankt Der Borfitzende des Flottenverein-: Oberbibliothekar Dr. Heuser. 1241 D Zubehör aus 1. Avril zu Denn. Sic*ih&astr. 42,1. [ 5S Holzversteigerung. Freitag, den 16. ds. Mts. sollen im Alten- Busecker Gemeinde-Wald, Distr. Kalter-Buchwald, Kopfu.Schasleisel, folgendes Holz versteigert werden : 347 Rm. Buchen-Scheit, 3 Rm. Eichen-Scheit, 3 Rm. Kiefer-Scheit, 141 Rm.Buchen-Knüppel, 6 Rm. Eichen- Knüppel, 20 Rm.Fichten-Knüppel, 3460 Buchen-Welle, 490 Fichten-Wellen, 56 Rm. Buchen-Stock, 17 Rm. Fichten-Stock. Zusammenkunft vorm. 10 Uhr im Distr. Kopf. Alten-Buseck, den 12. Februar 1917. 12B4 Großherzogliche Bürgermeisterei Alten-Buseck. I. V.: Rau. Jagd - Verpachtung. Freitag, den 16. Februar lfd. Fs., nachmittags 2 Uhr, soll auf dem Bürgermeisterei- Bureau die der hiesigen Gemeinde zustehende Wald- und Feldjagd auf weitere sechs Jahre verpachtet werden. [izse Lauter, den 10. Februar 1917. Großh. Bürgermeisterei Lauter. Ass. Platzmeister für das Entladen und Beladen von 15-crn.Granaten im Akkordlohn zum sofortigen Eintritt gefticht. Der Posten eignet stich auch für Kriegsbeschädigten. Meldungen an 1255 D Hnmbert Ross & Co _ Wrtziar, Birhnhofsteaße 65 . Bereffenntten? gesucht. J. Rat-naß, Zigarrenkistenfabrik, Schillerstr. 18. Zum 1. oder spüte- stens 15. März suche ich ein kräftiges, tiiüitigcs Hausmädchen. Frau Professor Engel 0834 LndwigSplatz 9. ö Zimmer Süd-Anlage 22 Parterre 5-Ziinmer-Wob nung mit Zubehör, elektr. Liäit, Gas, Gartenanieil. Bleichplatz per 1. Avril zu verm Earl Krailinq. <688 4 Zimmer | Evovnuug v. 4 Zimmern, Bad, Veranda, 2—3 Mansarden-Zimmern z. 1. Avril zu vermieten. Näh. Bergstraße 11p. oder Srbloß- gasse 16 im Laden. Heiin- stältenbauges. m. b. H. 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