Nr. 33 D«r Aitftcitc? »«zeiger «schämt tätlich, außer Sonntag«. - Beilagen: Giehener K«milienblätter^ Krcisbloti für tzen Kreis Sietzen. Yczugrpreis: nwnatl. 9" Bi., viertel- iahrl. Mk. 2.65: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 80 Pf..- durch die Post Dtk. 2.45 viertel» jährl. ausfchl. Bestell-, ftenijpred)- Anschlüsse: fürdieSchristleitunq112 Berlaq.Gefchäftsstellebl Anschritt für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Erstes VlM J6Z. Jahrgang Donnerstag. 8 Gietzener Anzeiger Donnerstag. 8. §ebruar btt Postscheckkonto: Frankfurt a.M. 1X686 General-Anzeiger für Oberhessen Swillingsrunddruck u. Verlag: Sruhl'sche Univ.-Vuch- u. Stelnöruderei R. Lange. 8christlett»ng, Geschäftsstelle u. Druckerei- Schufttr. r. fs?nKch"i,'. „jimhc oui» Anzeigen ine Tagesnummer bis -NM Nachmittag verhex. Zeilenvrcis, Anzeigen: örtlich 20 Pi., Vermietungen n. Stellengesuche 15Pf., auLwärt-l 25 Pf., b. PlotzvorschrstL, 30 Pi., Reklamen 75 Ps.^ bei Plahvorschriit 90 Pf. Hauptschriftleiler: Aua. Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dankverkehr: Aug. Äoetz. Stadt und, Kewrrbebank «letzen LanS.V-ruitzch.eS^-- richts,aal: Fr. N. Zenz.j . B« Englischer KiegerangtH aus Vrugge. /» Trohes Hauptquartier. 7. Februar. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. «^dr«r i» i«r>x» «bwnitte» erhob sich infolge unaün- sttger «icht vie Gefechtsratigteit über tzac> gewöhnliche Matz Suöwestiich von Sennheim griff vormittags eine fran- zoftft^ Kompagnie nach starkem Feuer an. sie wurde ab- gewllsen und liest mehrere Gefangene in unserer Hand. Bei Erfolgreichen Erkundungsvorstösten nahe der Küste, beiderseits der Ancre. an der Nordchttront von Verdun und am Parrowvalde (Lothringen» wurden sechzig Gefangene ge- macht, drei Maschurengewehre erbeutet. Oeftlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. tiL *2. ö . cr deresina drangen Stoßtrupps in die feina- Uchen Llnr-en und fchrten nach Zerstörung mn Unterstäu- oen mit zwei russischen Offizieren, fünfzig Mann und neun Mnrenwersern zuruck. ^ Auch an der Bahn Kowel—Luck hatte ein Vorstoß von Dturmtrupps vollen Erfolg. Dort wurden achtzehn Ge- sang ene und em Winenwerfer aus den nissischen Grüben g«wlt. Front des Generalobersten Erzherzog Josef Nördlich von Kirlibaba scheiterte der Angriff von zwei seuwlichen Kompagnien. Heeresgruppe des Generalscldmarschalls von Mackensen , Vutna und Sereth nahm zeitweilig das Xrtitlericseuer zu. Mehrfach kam es zu Vorfeldgefechten. Mazedonische Front. Im Eerna-Bogen und ans beiden Wardar-Usern einzelne starke Feuerwellen bei sonst geringer Gcfechtstätigkeit. Der Erste Generalquartiermeister Ludendorsf. Der 2 lbendbericht. D e r l i n. 7. Febr., abends. (WTB. Amtlich.) An allen Fronten nur mäßige Gefechtstätigkeit. eines englischen Flicgergeschwa- vers aus B rüg ge fielen durch Treffer in eine Schule eine MU MW 16 belgische Kinder zum Opfer. MilitLrischrr Schaden wurde nicht verursacht. / , x 3 n ,^ r englischen Thronrede, die wir im heutigen Nach- Menteil veröffentlichen, liegt nur ein schwacher Abglanz Dessen, was rn englischen Ministerreden und Kundmachungen ^ -früher hervorgclreten ist. Der König Georg zeich- E 'ich nicht durch hervorstecherrdc persönliche Eigenschaften aus, mrd dre „mmisteriellen Bekleidungsstücke", hinter denen ererschernt, decken alles Eigendenken des Monarchen zu. Die .ujüoirrefre stcmrmelt in dürftiger Fassung nur nach, was der ei^lische Kriegsrat in den letzten Wochen als Richtschnur aus- gegeven hat. Dagegen drängen sich die Minister nach wie vor mit starker agitatorischer Hetze in den Vordergrund. In einer -Versammlung, die für den ,,Nationaldienst" Stimmung machte, sprack) auch wieder der „Diktator" Lloyd George, deiieir Rede wir nachstehend wiedergeben. Er hat zwar auch keineswegs Neues vorgebracht, allein seine Meinungen tra- gen wenigstens ^ den frischen Stempel der neugeschaffenen Lage. Alter Phrasenwust erscheint neu ausfrisiert: „Wir müssen vre Zivilisation organisieren, um der organisierten Barbarei die Stirn zu bieten." Man sieht, der britische Ge- waltmensch liebt die gedrechselten Wortspitzfindigkeiten, die, in emer übrigens ganz anders gearteten nationalen Lage, Shakespeare als das Merkmal seines Zeitalters bezeichnet hat. Ob Lloyd George nicht auch sonst ein bißchen anhaltä- L 0 rLJ2\Ä 6en «Jreiwasftr der Geschi'chtslehre herum- Platschert? Er verkündet: „Wenn die Verbündeten nicht noch m diesem Kriege die Möglickikeit des Triumphes eines solchen Vyftems beseitigen, dann würden wir in eine Barbarei wrc vor 2000 Jahren zurücksinken." Historische Er- renntnls finden wir dagegen eher in dem folgenden Satze: Ä R owscr Kampf erst vorüber ist, kann jeder nicht nur oas Bewußtsein haben, Großbritannien von dem furcht- barsten Schrecken, der jemals seine Freiheit bedroht ^gehalten zu haben, sondern auch das Bewußtsein, England in der ersten Reihe der Nationen der Welt ge- ^ ^ Verteidigung der ganzen mensch- Ä n ^ l - l l ö lon . in Reih und Glied gestellt haben." Der S J l natürlich Unsinn; aber Lloyd George leug- van „furchtbarsten Schrecken", von der ernstesten Gefahr bedroht wird. * rüsten usts inittlerlveile, nicht nur mit U ^ r Jl utocT k au f eine neue Weltnnssion. Das 5 ^ 1 • l a fC -V 111 u ^ at dem Abgeordnetenhaus foeBeit eme Denkschrift über die Förderung der Auslandsstudien Angehen lassen. Darin heißt es u. a.: er, ist dre Welt. Jeder Akademiker muß es als seine ^yrenpmwt mistHeu, sich staatswisseuset-oftlich, sei es wirtschaft- ua>, reasttich ober politisch, zu belehren und üruerlich zu den großen FraMn der Weltpvlstik und Welttmrtschaft Stelümg zil nehmen, p u l i t ss che Deukeu muß geschult, der junge • " nnZtß politisiert werden. Nicht, als ob mau ihn elnm-wören knolttc ans gewisse Parteidogmen. Nein, er soll gerade durch die Beschäftigung mir dem Ausland und das Ver- standrns li'vc die Weltstellung und die Wcltaufgabe Deutschlands bmausgeruhrt werden über die Fragen der heimischen Varteipolitik. Tre auch während des Krieges beroorgetretene Beurteilung außen-- Polrtstcher Fragen nach innenpolitischen Gesichtsvunkten kann nur uoerwnnden ioerden, wenn eine gediegene staatswissenschaftliche Bildung rn Bezug auf das Ausland als Ziel unserer nationalen Poli- trk trar erkannt und energisch erstrebt wird." Pfarrer: Traub besoricht in der „Voss. Ztg." diese Denk- schrlst mit Begeisterung: „Jene Idee, auf allen Uni'v ersi- j. fl 1 c I 1 bie großen allgemeinen Wissensgebiete zu neney Einherteir zu gruppieren, bedeutet einen Markstein für die geistige Entwicklung unserer Universitäten. Sie waren schon Gefahr, in eine Summe zusmnmenhangsloser spezia Isttstcher Arbeiten zu zerfallen, dre die Tiefe mtb Geschlossen- I)ett unserer Bildung außerordentlich gefährdeten. Dem soll entgegengearbeitet werde,: durch die Verpflichtung alter Bildnngskrerse unseres Volks, vom Arzt bis zum Tech- a-5 011t Änrijten bis zum Kaufmann, vom Lehrer bis znm Theolügeu, den gesamten Brldungsinhalt unter einen größeren Gesichtspunkt zu bringen, nämlich den: Wie finde ich mich als Deutscher in der Welt zurecht '.cnd was hat das deutsche Volk in der Welt für eine Aufgabe?" Der Berner „Bund" beurteilt das Verhältnis der Wilson- schen Pläne zu den Neutralen niit folgenden Sätzen: „Tic Deutschen und die Oesterreicher müssen gewirßt haben, dast ne bre Risiken einer allgemeinen Erhebung der Neutralen! laufen, und mir nurssen damst .echiren, daß sie milstärische Dor- sorgen getrosten haben, sich oor dem äußeffteir zu beirmhrerr. Sie inuchreu vor allem daraus beda. sein, ihre holländische Deien nnstanke und die gegen Nvrden gerichcere Rückendeckung ;u Wäger und zu Lande so auszugestalten, oeß ihnen ^ Unterseebootskrieges keine tiebervasckmng mstrtarrscher Natur in die Quere konrmen kann. Man wird sie ms zum Beweis des Geg-eirteils nicht für so kurzsicWg halten ne rare an einen diplmnatischen oder bewaffneten nonslrrt nnt den Vereinigten Staaten geda.cht hätten, denn diesen hauen ste nnlstärisch nicht zn bestirchten. Die Union kann, wenn sie srch je nach her Anwendung.der UnterseebootsWaste gezwungen erachtet, in den Krieg ernzutteten, ein Kontingent non Fredvilttgen zu den veeren der Entente stoßen lassen, läuft aber Gefahr, ihre Küsten ebenfalls und zwar,an der Basis blockiert zn sehen. 4 er Artionsradrus der deutschen Boote gestattet das, wofür ia Ickon vor Wochen der Beweis geliefert worden ist. 2k Zuführung a,t l'auutum kann kaum noch weientlich gesteigert werden, wenn rl e isth uicht in ihrer eigenen militärischen Bereitschaft schwachen will. Was raürde sich ändern, wem: die europäischen Neutralen in den Konflrtt erngrrffen? Kaum etwas zu ungunsreu Deutschlands, 'Es es jmcb über eine Manövriermasse gebietet, die das stratc- grscpe Geketz aus ernen neuen .Kriegsschauplatz tragen könnte. Davor würde kerne militärische Aktion Wilsons die Anrainer Denstch- rands lchntzen. auch eine englische Landung in .Holland — wr- arrsgewtzt, daß Holland sich zum Abbrrrch der Beziehungen mit Deutschland berett sände und daraus der Kriegszustand hervorginge — kchne Ivahrscheinlich zu spät, um Holland vor den rm !trätegrschon Ausfall vorzutrageudeu aktiven Defensiven einer deutschen Armee zn bewahren, also — eine Invasion mehr. ar . ^empA auf die Schweiz auszudehnen, besteht kern Alllatz, da der Bundesrat bereits den Grundsatz der unverbrnch- tichen Neutralität bekräftigt bat. Es bleibt nur noch einmal fcst- zustellen., daß die Schweiz sich nach allen Ststten und jede m gegenüber einer Flankenstellung effreut, die nach allen Seiten hin wirksam ist, aber — das muß erjt jetzt hervorgchoben werden — nur als Desensivslankc gedacht ist und somit das politische Grundgesetz mit dem strategischen zu seltener Ueberernstinimung bringt." Der österreichisch-ungarifche Tagesbericht. ^ f J UTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 7. Februar 1917. Oeftlicher Kriegsschauplatz. An der rumäitifchen Front stellenweise regerer Geschütz- rampf. Nordöstlich von Kirlibaba wiesen wir einen Vorstoß zweier feindlicher.Kompagnien ab. An der Beresina wurden bei einer erfolgreichen Vor-' ftldimternehmung zwei rnfsische Offiziere, 50 Mann und 8 Minenwerfer eingebracht. An der Aktion nahmen öster- reichych-nngarrsche Abteilungen teil. Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Englischer Heeresbericht vom 6. Februar. Während des Tages rückten wir unsere Linie in die Mchbarsckrait von Grandconrt, wo wir etwa tnnSmb Yards eines feindlichen Grabens besetzten, vor. Lebhafte Tätigkeit auf beiden Seiten an der Soinmefront und im AbschnitL von Ypern. Wir führten eine erfolgreiche Beschießung einer Anzahl von Punkten der feindlichen Stellungen aus. Wir warfen Bomben auf eine feindliche Flugzeughalle, wo bedeutender Schaden beobachtet wurde. Zivei unserer Flugzeuge wurden iin Luftkampfe znm Niederaehen gezwirngen; Awei deuffche Aöaschinen wurden beschädicft zürn Wsturz gebracht. ' . ' Fliegerkämpfe am 5. und 6. Februar. Berlin, 7. Febr. (WTB.) Trotz strenger Kälte herrschte auch am 6. Februar an der ganzen Westfront rege Fliegertätigkeit. In der Nacht vom 5. zum 6. Februar wurden die Bahnhofaulageu von Albert und Dernoncourt von inlseren Kampfgeschwadern erneut und mit gutem Erfolge mit Bomben belegt. Auf feindliche Lager bei Hebnterne und Proport wurden insgesamt 440 Kilo Bomben crb- geworfen. Mehrere Treffer wurden beobachtet. Jnc Luftkampf wurden fünf feindliche Flugzeuge a b g e s ch o s s e n. Die Ueberreste von dreien sind in unserer Hand. * . • Die deutsche sperrgedietserttärimg. »fr uci oogeuuoex man -unaajir acioarrer müsse, ob die Blockade effektiv sei, mW danach sein weiteres Handeln einzurichten. Diese Austastung' verkennt das Wesen der deutschen Sperr- gebrstserklärung vollständig, und es muß deshalb mit aller Deutlichkeit vor ihr gewarnt werden. Spe'rrgedülserklärung und Blockade haben nur eines gemeinsam, nämlich das Ziel, den Feind vom Seeverkehr abzicsperren. Genau so, wie England dieses Ziel gegenüber Deutschland nickst im Wege einer Blockade, sondern durch Schaffung von Geiabrzonen für die Schiffahrt zu erreichen !achte, genau ebcww will Deutschland jetzt durch seine L'perrgebietserklärung dieselbe Waste gegen England anwend Qi, lum England von: Seeverkehr seinerseits abzusperren. England hat bereits am 3. November 1914 die Nordsee „zum Kriegsgebiett" er- uärt. Mit dieser Erklärung hat es angedroht, daß die gesamte dcordsee ftrr jeden ftiedlichen Handelsverkehr gesperrt sei, daß dort die friedliche Schiffahrt den ernstesten Gefahren durch Minen und Kriegsschiffe ausgesetzt sei und daß Handelsschiffe, die trotzdem dieses Gebiet zu durchfahren suchten, dies aus eigene Gefahr tun würden. Ergland sah aber schon bald ein, daß es trotz dieses von rhm -damals willkürlich und entgegen allem Völkerrecht erklärten Kriegsgebiets sein Ziel, Deutschlands Frauen und Kinder dem Hungertode zu überliefern, nicht erreichen wurde. Deshalb» erließ es am 11. Mürz 1915 jene berüchttgte Order in Counzil, bei bereit Ausführung es schließlich so weit ging, die Neutralen aut Rationen zu setzen, sie zu blockieren. Als auch diese Maßnahme trotz zioeijähriger brrttalster Durchführung das Verhim- gern Deutschlmrds immer noch Nicht zur Folge hatte, erklärt« England am 26. Januar 1917 nochmals einen Teil der Nordseck zum Kriegsgebiet. Zweimal also hat England einen Teil der hohen See gesperrt. Zweimal liat es erklärt, daß derjenige, der iich in dieses gesperrte Gebiet begebe, Gefahr laufe, und zwar nicht rarr Gefahr lause für sein Schiff, sondern auch für das Leben aller an Bord befindlicher Menschen. Ohne Rücksicht aist die Rechte der Neutralen und die Rechte des ftiedlichen Handelsverkehrs hat England somit den Begriff eines Kriegsgebiets geschaffen,' dessen Wesen ist: Ankündigung einer genau begrenzten Gefahrzone durch Androhung ungenannter Gefahren für Schiff und Leben seiner Besatzung, ungehemmte Kriegführirng gegen jeden Schiffsverkehr innerhalb dieses Gebietes. ^ Deutschland ist rarnmehr diesem englisck>en Beispiel gefolgt. Dreine Sperrgcbietserklärung unterscheidet sich nur darin von den englischen Kriegsgebietserklärungen, daß cs neutrale Küsten nicht mit einbegriffen hat. Genau wie die englischen Kriegs gebietst erklärungen keine Blockadeerklärnngen sind oder sein wollen, genau ebenso wenig hat die deutsche Erklärung mit einer Blockadeerklarnng gemein. Das deutsche Sperrgebiet ist ein Gebiet, das nicht passiert werden kann, ohne daß Schiss und Besatzung sich der Gefahr der Berinchtting aussetzen. In diesem Gebiet wird nneingesch-räukc gegen den gesamten Seeverkehr nach und von den seindlichest Ländern Krieg gestrhrt, umd es gilt für dieses Gebiet das Wort' Wer stch in Gefahr begibt, kommt darin um. Wilson und die Neutralen. Kopenhagen, 6. Febr. (WTB.) Die Note des Präsidenten Wilson an die neutralen Staaten ist nach einer VTeldung der Abendblätter heute gleichzeitig in Kopenhagen, Stockholm und Kristiania überreicht worden. Wilson fordert darin die neutralen Staaten auf, dem Beispiel Amerikas zu folgen und die diplonratischen Beziehungen zu Deutscki- Fnd abzubrechen. Nach sicherem Verlauten wird die Antwort der dänischen Regierung auf die Note Wilsons darauf Hinweisen, daß die Stellung Dänemarks vollständig verkchie- ist, es deshalb unnwglich sei, einen Vergleich anzustreben, und daß die skandinavischen Länder in Stockholm vcr' handelten, um gemeinsame skandinavische Vorstellungen auf völkerrechtlicher Grundlage anläßlich der deut- chen Absperrungsbestimmungen in Berlin zu erheben. m Aus Holland. Haag, 6. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die holländische Regierung hat seit gestern das Auslaufen h o l l ä n d i scher Schiffe nach England verboten. Es wird :uver- lässig berichtet, daß England am 1. Februar den holländischen Reedern erklärt habe, daß die in England befindlichen hollän- btfcjfcn «sx^iffe .erft nach dem 5. Februar die englischen Häfen - dürften. Außerdem sperrten die Engländer ihre Ä-ohlenlieserungen für holländische Schiffe seit dem 29. Ja- nuar, um englischen Schiffsraum zu erpressen. * Die Pariser Presse. Bern, 6. Febr. (WTB.) Mit Ausnahme weniger Blätter ist die Pariser Presse heute weniger überzeugt, daß die Neutralen das Beispiel Amerikas befolgen werden, da sie mit Ausnahme der südamerikanisckwn Staaten durch große Jnteressengemeiirschaft mit den Mittelmächten zur Erhaltung guter Beziehungen zu diesen genötigt seien. „Jn- transigeant" schreibt sogar, das Beispiel Rumäniens habe auf einige Neutrale abschree^nd wirken müssen. Ueber den Ernst der durch die Unterseebootsblockade tge* schufjenen Lage geben sich viele Blätter keinen Illusionen hin. Der „TempZ" erklärt, Deutschland habe den Konflikt mit Amerika gesucht, da er ihm Freiheit in der Führung des Untersee- bootskriegcs mtb militärische und politische Vorteile bringe. Es habe sich, da es den Plan wagte, einen festen Plan geschaffen, den rnan kennen und vereiteln müßte. Mehr als jemals benötige die Entente eine Politik voll Besonnenheit, Sachverständnis und Entschlußkraft. Sich trägem Vertrauen hinzngebcn und mit der Formel zu begnügen, die ganze Welt sei gegen Deutschland, wäre gefährlich. Man stehe am V o r a b e n d n e u e r A n st r e n g u n g e n, zu deren Erfüllung Deutschland seine letzte Herausforderung erlassen habe. „Paris Midi" schreibt: Mehr als jemals müsse bei den Anstrengungen der Entente Kaltblütigkeit die Losung sein. „L'H eure" äußert, man dürfe sich durch die Aussicht auf einen baldigen Frieden nicht einlullen lassen. Welche neue Hilfe die Entente auch bekommen möge, man müsse bedenken, daß der Krieg blutiger als jemals cknsetzte, und daß die Entente aller Kräfte imd Hilfsmittel bedürfe, um ihn zu einem guten Ende zu führen. „Ga u lois" wendet sich gegen die vielfach geäußerte Anschauung, die U-Bootsblockäde sei ein Bluff; dies sei nicht deutsche Art. Deutschland stelle alle Hilfsmittel in dm Dienst des neuen erbarmungslosen Krieges, es wolle nicht nur die Welt einschüchtern, sondern einen wirklich vernichtenden Schlag führen. Senator H u mb e r t jchreM im o urn a l", die Lehre aus den letzten Ereignissen habe rhu erschreckt. Er sähe, daß Deutschland noch immer hie Initiative habe, während die Alliierten redeten, redeten, redeten, gegen Verbrechen protestierten, die Menschheit anriefen und sich gar an die Neutralen wendeten. Die Entente hccke gehofft, daß die Mittelmächte nicht wagen würden, die Neutralen zu treffen. Jetzt, da die Haltung Wilsons keinen Zweifel mehr lasse, erwartet die Entente die Entwickelung seines Eingreifens, anstatt auf sich selbst zu zählen. Man brauche nicht geniale Einfälle und Erfindungen, sondern Willensschlußkraft, Or- ganisatton und Arbeitsfähigkeit. Ein Leitartikel des „Sonnet Rong e", der ebenfalls an den praktischen Ergebnissen des Eingreifens Amerikas zu zweifeln scheint, ist bis ans den Anfang gänzlich gestrichen. „E v e n e m e u t" erklärt, selbst wenn sich alle Neutralen gegen Deutsckstand stellten, würde die Entente doch alle ihre Kräfte zu- saminenraffen müssen, um den Feind zu schlagen. Man müsse auf sich selbst zählen. „o onrnal d u P e u p l e" bemerk!, der Krieg, der gegen den preußischen Militarismus gerichtet sei, bringe inzwischen den amerikanischen Militarismus zur W'elt. * * * Aus Belgien. Brüssel, 7. Febr. (WTB.) Nach einer Meldung der 'flämischen Presse fand am letzten Sonntag in Brüssel eine von mehr als 200 Obmännern aller aktiven flämischen Gruppen aus dem ganzen Lande beschickte Versammlung statt. Die BersammeÜen erklärten sich einmütig für die volle Autonomie des flämischen Volkes und setzten einen Mat für Flandern ein, dem die Aufgabe zufältt, weiteres Schritte zur Erreichung dieses Zieles zu unternehmen. Ein einstimmig genehmigter Aufruf an das flämische Volk setzt Ziel und Zwecke der Aufgabe auseinander. Die englische Thronrede. Febr. t WTW.) Reutermeldung. Die bei der London, 7. Cröcknung des Parlaments gel-altene Thronrede lautet: Es nmrden vom Feinde in der Absicht, FriedensVerhandlungen zu beginnen, gewisse Vorschläge gemacht. Ihr Inhalt gab aber keine möglichen Grimdtagen dafür, denn meine Volker im ganzen Reiche und meine tmim tapferen Verbündeten bleiben fest und einig in dem Entschlüsse, die Forrderungen nach Entschädigung Und Cemlgtuutng für die Vergangenheit und nach Garantien für die Zukunst durchsetzen, die! wir als fvesentttch st'ir den Fortschritt der Zivilisation halten. In der Antwort auf die Einladung) Wilsons haben wir, soweit das gegenwärtig geschehen kann, die allgemeinen Ziele, die die Voraussetzung zur Verwirklichung dieser Mickten sind, zitiert. Die Drohung mit weiteren Verbrechen gegen das Völkerrecht und die alüpnnernen Rechte der Menschheit werden nur dazu dienen, unsere Entschlossenheit zu stählen. Während der Wintermonate hat meine Flotte, her aus gefordert, ihre ununterbrochene Wache auf den Meeren fortgesetzt und mit Strenge die Blockade gegen den Feind durchgesetzt. Meine Armeen haben nicht nur m Europa, sondern auch in Aegypten, lNesoretamien mrd Ostafrika erfolgreich gekämpft und sind vollständig darauf vorbereitet, den großen Kampf in engem, freundschaftlichen! Zusammenarbeiten intt aieinen Verbündeten am allen Kriegsschauplätzen zu erneuern. Ich vertraue darauf, daß ihre vereinten Anstrengungen den beretts errungenen Erfolg zu einem siegreichen Ende Ivette c führen werden. Ich habe die Vertreter meiner Tominions mrd meines indischen Reiches, die einen glorreichen Anteil am Kanipfe genomnren haben, eingeladen, mit meinen Vttnistern über wichtige Fragen von gemeinsamem Interesse, die sich aut den Krieg beziehen, zu konferieren. Dieser Schritt ioird, mc ick bestimmt hoffe, zu engen Beziehungen zwisck-cul allen Teilen meines Reiches führen. Meine Herren vom Unterhause! Sie werden aufgefordert, die Notwendigen Be w i l (i gu n g en zur wirksamen Fortsetzung des Krieges zu machen. Meine Lords und Herren! Die Vollendung der Ausgabe, die ich! in Angriff genommen habe, wird tfamc Anforderungen an die Energie und die Hilfsmittel aller meiner Untertanen stellen. Ich bin jedoch überzeugt, daß meine Völker jeder Forderung, di für den Erfolg unserer Sache notwendig ist. mit derselben Standhaftigkeit und glühenden Hingabe enttvrecl>en werden, die mich seil dem Beginne des .Krieges mit Stolz und Dankbarkeit erfüllt haben. Ich enrpfehle also vo>ll Verttoueu Ihrem Patriotismus die Maßregeln, die Ihnen vor- ' gelegt nvrdcn sollen, irnd ich bete zu dem allmächttgen Gott, daß er ihre Beratungen segnen möge. Eine Rede Lloyd Georges. Hang, 7. Febr. ,zs.- In der Central Hall in Westminister sand gestern eine große D e r s a m m l u n g statt, die von Hendnson geleitet tvnrde, und auf der Lloyd (8-eorge und Chamberlain, dir Generaloirektor des nationalen Hilfsdienstes, das Wort führten. Auch Arbeitsminister Hodge, der Erzbischof von Anterbury und der Lordmayor von London waren anwesend. Tie Einleidungsrede hielt Henderson, der sagte, während das Heer aus seiner vollen Stärke gehalten werden müsse, sei §s nötig, eine stets größere Anzahl von Männern und Frauen für twn nationales Hilfsdienst zu erhalten. Die ganze Nation müsse an der Lösung dieser Aufgabe Mitarbeiten. Chamberlain forderte ebenfalls auf, daß sich sofort die nötigen Freiwilligen melden. Es soll iebem einzelnen ein Tätigkeitsgebiet zugewiesen werden, für das er glaubt geeignet zu fein. Jede männliche Person zwischen t SJi. ,. Zkrhre,! kann sich für den nationalen Hilfsdienst melden, vbglttch merdurch keine Befreiung vom Militärdienst eintritt. Mit einigen Aenderungen soll dieses System auf auf Irland angewandt werden. Lloyd George wurde mtt lautem Beifall begrüßt, als er iich zur Rednertribüne begab. Er drückte sein Vertrauen aus, daß das Freiwilligensystem für den nationalen Hilfsdienst genüge. Wenn dies nicht der Fall sei, so müsse zum Zwang geschritten werden. Tie Regierung habe das Recht, von jeder Masse zu verlangen, daß sie mit allen Mitteln beittage, dem Staate zu helfen. £ie Nation kämpfe fürr ihr Leben und M die Zivilisation Lloyd George nannte die Behandlung der Kriegs gefangenen und der bürgerlichen Bevölkerung in Bttgien und Frankreich und ferner die neuesten Maßregeln über das Versenken von neutralen Kan ffahr rt c i schiffen ohne voran gegangene D»ruung' eine organisierte Grausamkeit und die bei weitem gefährlichste Fvrm der Barbarei, der England jemals gegeniibersMnd. Tie N«l«n müsse sofort auf diese Bedrohung durch Deutschland antworten. Es müßten Schiffe gebaut werden, um die Kauffcchrteiflotte zu beschützen und um zu zeigen, daß der Mord auf der offenen See zwecklos sei. Dies könne geschehen, aber die Nation müsse hierfür organisiert werden. Die Zivilisation müsse sich vraamneren, um der organisierten Barbarei die Spitze zu bieten. Kein Mann und keine Frau habe das Recht, die Hände in den Schoß zu legen, während die anderen kämpfen. Am Schluß seiner Rede forderte Lloyd George das Land auf, die Inseln und die ?Neere um England zu vetteidigen. Es sei ein heiliges Land, reich an Boden - produktion unter der Erde. Auch beim Verlassen des Rednerpultes wurde Lloyd George Beifall drrrgebrnM. * * * Wechsel im Oberkommando der italienischen Flotte. Bern., 7. F^br. (WTB.) Mailänder Blättern zufolge hat der Herzog der Abrufen aus Gesundheitsrücksichten das Oberkommando über die italienische Flotte niedergelegt. Sein Nachfolger ist Admiral Thaon de Revel, der zugleich die Leitung des Admiralsbabes übernimmt. Der Kohlenmangel in Frankreich. Paris, 7. Feb-r. (WTB.) Meldung der Ägence Hvvas. Um den Kohlenverbrauch ernzuschvänken, verfügte die Regierung ab 8. Februar die Schließung der Theater, .Kinotheater und aller anderen Schaustellurrr^n. An vier Tagen in der Woche hört der -Omnibus-, Straßenbahn- und Untergrundbahnverkehr um 10 Uhr abends auf, mit Ausnahme der Donnerstage, Samstage und Sonntage. seekrleg. Amsterdams. Febr. (WTB.) „Nieuws van den Dag" schreiben: Es sind vorläufig keine Nachrichten von größeren Torpedierungen eingetroffen. Vielleicht haben die Engländer und Franzoien Abwehrmaßnah- men getroffen. Daß kein neutrales StMff einen brittfchen Hafen verlassen darf, spricht für diese Bornoitt««. 3S muß für die englische Regierung jetzt ihv» Sache ptfev, f# r»sch wie möglich zu beweisen, daß trotz der MEndigm« d-S frort* schön U^Bootkrieges ohne Gnade, die Fahrt im Sperrgebiet auch für die neutrale Schiffahrt noch invmer ziemlich sicher ist. Gelingt England das nicht, so muffen die neutralen Schiffe die von den Deutschen blockierten Ov»Wer meiden. Dann hat das stolze Wort, daß England mrd die Seinen die See beherrschen, die Berechtigung eingebüßt. Amsterdam, 7. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Wie aus Vigo gemeldet wird, hat der holländische Dampfer „Sama- rinda" aus Rotterdam, der gestern abend in Vigo eingetroffen ist, die Ueberlebenden von fönenden untergegangenen Dampfern gelandet: 89 Mann der Besatzung und 7 Passagiere des englischen Dampfers „Port Adelaide", 27 Personen des norwegischen Schiffes „Norgsanga", 17 Personen der norwegischen Bark „Masdale" und 22 Personen des norwegischen Schiffes „Regal" (8#2 Donnen). Die „Sa- marinda" landete diese Ueberlebenden in verschiedenen Häfen. — In Bezug auf die obige Meldung stellt die englische Mmiralität die in einem anderen Telegramm gemachte Angabe in Abrede, daß diese Schiffe an der brasilianischen. Küste gesunken sind. Rotterdam, 6. Febr. (WDB.) Heute früh sind die englischen Dampfer „Kirkham Abbey" nach Hüll und „Starling" nach London ausgefahren. Heute nacht war der englische Dampfer „Amsterdam" nach Leith ausgefahren. Stockholm, 7. Febr. (WDB. Nichtamtlich.) Nachdem das schwedische Ministerium des Aeußern erfahren hat, daß der schwedische Dampfer „Edda", von Sechan Farbour nach Halmetai mit einer Ladung Kohlen untenvegs, am 21. Januar von einem deutschen U-Boot versenkt wurde, erhielt per schwedische Geschäftsträger in Berlin die Weisung, von der deutschen Regierung eine Untersuchung über das Vorkommnis unter Vorbehalt aller Rechte zu verlangen. Bern, 6. Febr. (WTB.) Die französische Presse meldet, daß die englischen Dampfer „Salwap" und „Frins'" versenkt worden sind. London, 7. Febr. (WTB. Mchtamtlich.) Meldung des Reuterscheu Bureaus. Der schwedische Dampfer ,Bravalla" (1519 Tonnen) wurde durch ein Unterseeboot verscknkt, das auf die Mannschaft während der Mn- schiffung in die Boote schoß. (Immer dieselbe haltlose Beschuldigung?) London, 7. Febr. (WTB. Nichtanttlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der Fischdampfer „Resolute"' (133 Tonnen) und der russische Dampfer „Cererct' (5512 Tonnen) sind wahrscheinlich untergegangeu Auch der englische Dampfer „Mar t e n s e ls" dürfte gesunken sein. London, 7. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds melden, daß die englischem Dampfer „Agul" und „Saxen Briton" versenkt wurden. Ztvei Mann der Besatzung des „Saxen Brtton" wurden getötet. Mr dem NMe. Der Zusannnentritt des Reichstags. Berlin, 7. Febr. (WTB.) Die nächste Sitzung desReichstages ifindet am 22. Februar statt. Die Tagesordnung wird noch bekannt gegeben. Ein preußisches LandeSzuckeramt. Berlin, 7. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Nach dem „Staatsanzeiger" wird ab 15. Februar für Preußen als besondere Vermittelungsstelle zwischen der Reichszuckerstelle und den Kommunalverbänden ein L a n d e s z u ck e r a m t errichtet, das die Durchführung der Zucker -und Süßstosiversor- gung in Preußen einheitlich zu leiten und die entbrechenden Maßnahmen zu treffen hat. Bestandsaufnahme für Kartsfftln. Von! Kriegsernährungsaml wich amtlich mitgeteilt: Ans die Getreidebestandserhebung, die für den *15. Februar 1917 angeordnet ist, folgt die durch die Bekamrtmachnng des Herrn Reichskanzlers von! 3. Februar 1917 angwrdnete Aufnahme der Vorräte an Kartoffeln für den 1. März 1917. Tie Borratserhebung ist eine allgemeine und erstreckt sich fvwshl auf die auf dem Lande bei den Erzeugern./und in den Städten bei den Verbrauchern befindlia-en Kartosfelvorräte. Tie .Vorratserhebung ist als Unterlage für die in der Frage der Kttrtoffelversorgimg zu treffenben Entschließungen unerläßlich. In unmittelbarem An- kchlutz an die Bestandsaufnahme findet eine Nachprüfung der angezeigten Mengen innerhalb der ^»mmunalverbände durch beauftragte Sachverständige statt. Diese Nachprüfung wird in ähnlicher Weise vorgenommen werden, wie sie im Anschluß an die Bestandsaufnahme für Getteidc angeochnet ist. Zur Erreichung eines zuverlässigen Ergebnisses wird der Schwerpimkt der Kar- tofselbestandserhebung rn diese, unmittelbar an die Erhebung sich anschließende Nachprüfung zu legen sein. Tie Berttauensmänner und öttlichen Kommissionen, welche bei der Nachprüfung der Getreidebestandserhebrmg mitzuwirken haben, rverden daher auch für die Nachprüfung der vom einzelnen angezeigten Kartoffelmengen in umfangreicher Weise herangezogen werden. Es ist Pflicht jedes einzelnen, die von ihm geforderten Anzeigen über die Kartosfelvorräte mit größter Gewissens Hastigkeit zu erstatten. (W.B.) O mr. Frankfurt a. M., 7. Febr. Eine Dienstag abend vom hiesigen Sozialdemokratischen Verein ein- bcrustne Versammlung beschäftigte sich mit den Organist tionsbesttebungen der Minderheit und den Beschlüssen der Parteileitung hierzu. Für die Mehrheit verttctten n. a. der Reichstagsabgeordnete Dr. Qnarck und der Stadtverordnete (^räf die Partei, während der Reichstagsabgeordnete Hütttnann und der Stadtverordnete Dißmann in heftiger Weise die Beschlüsse der Minderhett zu rechtferttgen suchten. Schließlich wurde folgende Entschließung mit ziemlicher Mehrheit angenommen: „Die Versammlung erttärt, daß die Gründung und Erhaltung von Sonderorganisattonen in der Partei, wie sie die Beschlüsse in der Minderheitskonferenz am 7. Januar in Berlin vorgesehen haben, sowie die Mißachtung von ordnungsgemäß gefaßten Mehrheitsbeschlüssen unvereinbar s ind mit den organisatorischen Grundsätzen der Partei, ohne die eine einheitliche Parteiaktion unmöglich ist. Sie tritt deshalb den letzten Beschlüssen des Parteiausschnsses und des Parteivorstandes bei und gelobt, für deren Durchführung inr Interesse der Einheit der Partei mit allen Kräften tätig zn sein. Dresden, 7. Febr. Die Regierung verfügte heute, daß in ganz Sachsen zur Kohlenersparnis sämtliche Theater, Kinos und Säle geschlossen werden. Alle R e st a u - rants und Kaffees dürfen nur bis 10 Uhr geöffnet bleiben. (Frkf. Ztg.) Au- Hessen. Finanzausschuß der Zweiten Kammer. rb. Darm stad t, 6. Febr. Der Finanzausschuß der Zweiten Klammer trat heute unter dem Vorsitz seines Präsidenten Abg. Tr. Osann zn Sitzungen zusammen, welche im !vesentlichen dem neuen Voranschlag genndmet sind. Vor- neygenommen wurde die Regierungsvorlage bett. Kriegsteue- run ß sbei Hilfen an Be a nite, V ol ksschn lleyrer usw^, weil der Ausschuß aus dem Standpunkt steht, daß hier möglichst bald Hilfe eintteten soll. Tie Regierungsvorlage tvurde zunächst im Schoße des Ausschusses, sodaim mit der Regierung eingehend besprochen. Tie Großh. Regierung, die durch die Herren Staatsminister Tr. v. Ewald, Minister des Innern von Hom b e r g f, Finanzminister Tr. Becker, Staarsvat S ü s f e r t und Gäh. Legattonsrat Dr. N eid hart vertteten war, stellte sich bei verschiedenen Tisferenzpunkten auf den Standpunkt, daß entsprechend den übrigen Bundesstaaten die Einkommens grenze von 4200 Mf nicht erhöht werden soll, und weiter eine Teuerungszulage nicht gegeben »verden soll, wenn ein Gesamteinkommen von 4600 Mk. vorliegt. Weiter sprach sich die Großh. Regierung dahin aus, daß den pensionierten Beamten und Hinterbliebenett ohne Rücksicht auf Bedürsttgkeit Zulagen gewährt werden sollen. Im übrigen fanden die Vorschläge der Regierung iin Finanzausschuß Zustimmung, namentlich auch der Vorschlag, daß irrt besonderen Falle der Türsttgkeit auch neben der KttegSbeuerungszulagie noch geholfen >verden soll. Es iverden noch einzelne Ziffern im' Finanzausschuß seitens der Regierung zur Verfügung gestalt !ver- den, worauf dieser dann seine Enffchl'üsfe fassen wird. Für die Beratungen des H a u p t v o r a n s ch l a g e s wrirden die früheren Referenten der einzelnen Kapitel bestellt. An Stelle der verhrn- detten Mg. Ulrich und Molthan tvurden deren Kapitel den stell- vettretenden M geordneten Adelung und Seherr übertragen. Be- sprochen wurde Kapitel 2 des Hauptvoranschlags: Kamera!- und Forstdomäuen, insbesondere die Erttägnisse aus den Hvlznutzungen. Morgen früh wird die allgemeine Besprechung des Voranschlages erfolgen. rb. Tarmstadt, 7. Febr. In der heutigen Sitzrmg des Finanzausschusses ivurde die allgemeine Lage an Hand beS Hauptvoranschlages zunächst von dem Vorsitzenden Abg. Tr. O s a n rt besprochen, der den allgemeinen Eindruck des Hauptvoranschlags als einen durchaus günstigen b^eichnete. Tie beiden Gradmesser: Eisenbalmeinnahmen und Steuern hätten eine ttotz des Krieges überraschend günstige Entwicklung erfahren, und es könne bei den Eismbahnen nach den Mitteilungen Preußens eine Mehreinnahme von 1388 000 Mark vorgesehen werden. Diese Preußische Sch>atzung beruhe nickt ellva aus Annahme, sondern auf dem Rechuungsergebms des Jahres 19t 5 und sei dosl-alb durchaus zuverlässig. Des weiteren zeige die Einnahme an Steuern, wie sie veranschlagt worden seien, eine überraschende Steigerung vost 1 512000 Mark. Während in früheren Jahren nur mit einer normalen Steigerung von 6 bis 700000 Miark gerechnet werden foimte, sei diesmal von der Regierung eine Höhe Von iy 2 Millionen in den Voranschlag eingestellt. Das Erfreuliche hier sei, daß sich diese Erhöhung nickt etwa auf eine Steueverhöhung stütze, sorckern die Entwickttmg von 1916/17 darstelle. Auch die Reste- sonds in ihren jetzigen Beständen seien durchaus erfreulich- dabei müsse berücksichtigt iverden, daß sie noch ergänzt würden durch die Ausgaben, welche in den Iiatz:en 1914 und 1915 durch den Krieg veranlaßt worden seien. So könne der Voranschlag als durchaus befriedigend bezeichnet werden, und er werde ja durch eine Reihe von AusgabenersparnissOr, die durch den Krieg bedingt seien, noch verbessert. Bon den Mitgliedern des Ausschusses wurde dieses günstige Bild bestättgt, aber davor gewarnt, es als ein dauerndes anzir- sehen. Weil zurzeit doch aus.dem Kapital gewirtschaftet lverde. und rveil nach dem Kriege schwiettge Verhältnisse eintreten können und müssen. Weder die Industrie noch dre Beschäftig,ung der Arbeiterschaft könne aus der jetzigen Höhe bleiben, insbesondere dar auch Rohstoffe nicht sostwt beschafft iverden könnten, deshalb fei es sehr lvesentlich, die bestehenden Fonds für die Zett des Friedens zu schonen, daß immerhin Rückschläge in dieser Zett möglich seien. Von landwittschcrftlicher Seite wurde darauf hingewiesen, daß zurzett ein gewisser Raubbau betrieben würde, die Düngung der Grundstücke könne mangels des erforderlichen Sttckstvffes nicht in zureichender Weise erfolgen, Arbeitskräfte und Gespanne fegten, unb alles dies Müsse zn erheblichen Pveisen Nach deM Krieg wieder erworben werden. Auch bei den Eisenbahmcimmhmen solle man vorsichtig sein Tie Fonds müßten jedeusalls über schwere Zeiten hinweghelfen Bon einer wetteren Seite wurde betont, daß die Reichsschulden mit ihren Erfordernissen an Zinsen imd Tilgung erhebliche Ansprückiie an die Bevölkerung machen würden, und daß auch die Gemeinden durch die Kriegslasten, insbesondere durch die Beihilfen an die Familien sehr stark in Anspruch ge nommen würden. Dies trübe den Eindruck, den der Etat sonst mache. Bon einer weiteren Seite wurde der Gedanke eines Forstreservefonds' vertreten. Zurzeit könnte aus Mangel an Arbeitskräften nicht einmal so viel Holz gefällt werden, als in» dem Hauptvvranschlag vorgesehen sei. Es blieben deshalb Holzreserven übrig, die nach dem Kriege bei dem Vorhandensein höherer Preise und bei der Rückwanderung der Soldaten in ihre Arbetts- geleiwnhett verwertet rverden können. Diese Reserve sollte dann! m eine Geldreserve umgewandelt werden und nicht ettoa einfach deni Hauptvoranschlag als Einnahme zugefühtt werden. Ueber diesen Gedanken der Schaffung einer Holzreserve und damit eines Forst reservefonds wurde eine Besprechung mit der Regie^ng in Aussicht genommen. Art» Stadt und Land. Dießen, 8. Februar 1917. "Auszeichnung. Dem Unteroffizier Heinrich Levver Ins. Regt. 160 (sicher Maschinenmeister in der Brkhl'schen Drnckeic. wurde das Eiserne Kreuz verliehen. Mit der peff. rapserketlsmedaille wurde er schon früher ausgezeichnet. - Der 'Mu«-ner Kurt „ r e y aus Gießen, der seit 'Anfang September nn Westen kämpft, wurde an Kaisers Geburtstag wegen Tavstr- kett vor dem Feinde zum Unteroffizier befördert: das Eiserne s* Ö ) ,e ec ? u ^ an Ö Dezember in der Sommcfchlacht. ". e, L'. * * § EM ei neu Ehrenzeichen i n Silber nuirde der Kortner M. Wallbott an, hiesigen Bahnhöfe aus- ge-eubnet. Er trat am 1. Februar nach 46jäliriger Tienslzeil am lüef'gen Bahnhof in den wohlverdienten Ruhestand, c* JT v. Müller f. Im Alter von 63 Generalleutnant v. Müller, der von 1.904 bis 1907 Kommandeur des Marbnrger Jägerbataillons war und dam, das Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm führte. Im Jahre 1911 kam er als Generalmajor und Kommandeur der 21. Infanterie-Brigade nach Schweidnitz und trat int folgenden Jahre in den Ruhestand. - s.? Verloren. Am 7. Februar 1917 ist in hiesiger »vtadt eine schwarze Lederbrieftasche mit einem größeren Geldbetrag und wichtigen Geschäftspapieren der Firma I- Jttm a n N sowie ein Militärpaß auf den Namen „Alfred B rum l ik zu Gießen" abhanden gekommen. Für ihre Herbeischaffung ist eine Belohnung ausgesetzt. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die Kriminalpolizei entgegen. ** Beschlagnahme. Bestands er Hebung und Enteignung von Brerglasdeckeln und Bierkrugdekt^ kelnausZinnund freiwillige Ablieferung von anderen Zinn- gegLnständejn Die am 1.Oktober 1916 unter obiger Ueber- schvtfl in Kraft gettetene Bekanntmachung M. 1/10.16 KR A ist am 8. Februar 1917 unter Nr. LI. 1/2.17. K. R. A. in einer Neufassung erschienen. Hiernach sind die Bestimmungen der Bekanntmachung außer aus alle Brauerei, Gastwirtschafts- und Schankbetriebe, Vereine tind Gesellschaften, Kasinos und Kantinen, ^velchc die von der Bekanntmachung betroffenen Gegenstände in Be- 'fttz oder Gewahrscun haben, ausgedehnt auch aus H a n d l u n g e n, Laden u n d I n sta l l a ti o n s g e s ch ä f 1 e., Fabriken'nnd ^Zrrvatperfonen — ausgenommen Althändler —, welche die im 8 2 der Bekanntmachung genannten Gegenstände erzeugen oder verkaufen, oder welche solck-c Gegenstände zum Zwecke des Verkaufs in Besitz oder Gewahrsam haben. Die Gegenstände, ans welche sich die Bestimmungen der Bekanntmachung, insbesondere also Meldepflicht, Beschlagnahme, Enteignung und Ablieferung beziehen, sind: sämtliche aus reinem Zinn oder aus Legierungen mit einem Zinngehalt von 75 Prozent und mehr bestehenden Deckel von Biergläsern imd Bierkrügen einschließlich der dazu gehörigen Scharniere. Für eme große Reihe von anderen Gegenständen ist eine freiwillige A b - Lieferung vorgesehen. Der Kreis dieser freiwillig abzuliefernf-, den Gegenstände ist in der vorliegenden Neufassung erheblich er- ftxntert Gegenstände, welche bereits als Altmaterial an Händler, Handlungen usw>. abgegeben waren und den Bestimmungen der Bekanntmachung M. 1/4.15. K. R. A. rmterliegen, dürfen von den Sammelstellen nicht angenommen werden. Mit der Durchführung der Bekanntmachurrg sind wiederum die Kommunalverbände beauftragt, welche auch die Aussührungsbestimmungen zu erlassen haben, lieber die Einzelheiten, auch über die lleberncchmepreisc, sowohl bei den vorgeschriebenen, wie bei den freiwilligen Ablieferungen, gibl der Wortlaut der Bekanntmachung Auskunft, die im heutigen Kreis- blatt veröftentlickst trnd am Bürgermeisterügebäude angeschlagen äst. Besonders wird nochmals aus die Möglichkeit zur freiwilligen Ablieferung aller Arten von Zinn gegenständen hingewiesen, von) der im vaterländischen Interesse ein möglichst attsgedehntgr Gebrauch gemacht werden sollte. Die vorstehenden Ausführungen gelten nicht für Bauern, wo besondere Bestimmungen ergehen. Landkreis Gießen. Lich, 8. Febr. Die Sammlung für die Großherzog Ernst Ludwig-JubiläumS st iftung ergab in hiesiger Gemeinde den ansehnlichen Betrag von 1985,25 Mk. " Lumda. 8. Febr. Unterofftzier Heinrich Höres, Sohn des Zimmermeisters Höres, welcher seitAusbruch des Krieges un° 2 'nterbrochen im Felde steht, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse und wurde zum Sergeanten befördert. ** Steinbach, 8. Febr. Musketier Heinrich W a l b , Sohn d.'s Landwirts Heinrich Walb I. von hier, beim Res.-Jnk-Regt. Rr. 222. erhielt wegen tapferen Verhaltens vor dem Feinde das Eiserne Kreuz 2. Klaffe. — Der Geireite und Geschützführer Karl Baiser im Feld-Art.-Rgt. Nr. 25, Inhaber des Eisernen Kreuzes 2 Klaffe, wurde zum Unteroffizier befördert. [ ] Watzen born-Steinberg, 8. Febr. Dem Musketier Ludwig Schneider von Steinberg, Sohn von Fohs. Georg Schneider, der am 13. Sept. 1915 nach Galizien ausrnckte, dort schwer verwundet, im Johanniter-Lazarett in Merseburg Aufnahme fand, wurde am 25. Januar in Anerkennung seiner bewiesenen Tapferkeit das Eiserne Kren; 2. Kl. verliehen. Kreis Alsfeld. Np. Vom vorderen Vogelsberg, 8. Febr. Wahrend eines Menschenlebens haben wir eine solche Kälte noch nicht gehabt. Das l-eißt, das Maß der .Kälte hatten wir schon mehr erlebt, nicht aber ihre Tauer. Von ganz unberechenbarem Nutzen ist bei dieser Kälte die Schneedecke, welche die Wintersaaten sicher schützt. Tie niedrigste Temperatur hatten wir am letzten Sonntage mit morgens 20 Grad Kälte nach Celsius. Seit diesem Tage ist die Tem- Ü^atur imt die Hälfte wieder milder geworden. Die Hasen nagen an den Rinden junger Obstbäunte. Wer sick> vor Schaden be- tvayren will, bringe Schutzmittel in Amvendung Kreis Büdingen. f 1 ' 7 - S ebl '- Die hiesige P f e n n ig fp a rka s f e zählt jetzt 700 Einleger mit über 100 000 Mk. Spareinlogen. -ft- H a i n -- G rü n d a u , 7. Febr. Die Hessische Tapferkeits- 'UEdaUle erhielt der Wehrmann-Gesrette Peter Dönges in einer Naschmengewehr-Kompagnie. - Hirzenhain, 7. Febr. Lehrer P o l i t s ch auS unserem ^tachbardorse Usenborn wurde zum Leutnant d. R. befördert. Rohrbach, 7. Febr. Das Eiserne Kreuz erhielt nach 17monatiger treuer Pflichterfüllung der Gefreit^Äug. Dl äs er. Kreis Lauterbach. Np. Maar, 7. Febr. Am letzten Sonntage wurde der älteste Einwohner rmseres Torfes, der Landwirt Heinrich Bleser I., zu Grabe getragen. Der Verblichene erreichte das seltene Alter von 91 Jahren. Er war lange Jahre Mitglied des Gemeinderats und Kirchen vorsbkrnds und durfte sich bis kurz vor seinem Lebensabend großer Rüstigkeit und Frische erfteuen. it. Nieder-Stoll, 8. Febr. Hier st a r b tirt 67. Lebenslahre der Bürgermeister Adam Nitz. Bis zum Jahre 1906 hatte unsere Gemeinde keinen eigenen Bürgermeister, sondern war dem nahen Uetzhausen zugeteilt und stellte stets den jeweiligen Bei- geordneten. Von da an aber hat Riq als Bürgermeister unserer Gemeinde seines Amtes geivaltet. Während seiner Amtszeit wurde die neue prächtige Schule gebaut, wozu besonders durch feine Bemühungen eilt beträchtlicher Stvatszuschuß erlangt wurde. Kreis Schotten. # Eichelsachsen, 7. Febr. Das Eiserne Kreuz erhielt der Wehrmann Wilhelm Pfeffer im Landiv.-Fni-Rgt. 116. '* Freienseen, 8. Febr. Zu Kaisers Geburtstag wurde dem Unteroffizier im Feld-Artillerie-Regiment Nr. 61 August H o f m a n n, Sohn des Lehrers Hofmann dahier, zurzeit ttnä meä vet. an der Militär-Veterinär-dlkademie in Berlin, das Eiserne Kreuz 2. Klaffe verliehen. # Michelbach, 7. Febr. Die Hessische TapierkeitSmedaille erhielt der Ersatzreservist Karl Becker int Jnf.-Rgt. 358. Kreis Friedberg. # Bad-Nauheim, 7. Febr. Das Hessische Militär- SanitätSkreuz erhielt der Sauitä'ts-Unteroffizier Lehrer Oswald. Hessen-Nassau. Frankfurt a. Al., 6. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Generalleutnant A u g u st i n , Inspekteur der Kriegsgefangenenlager im Bereiche des 18. Armeekorps, der seit längerer Zeit schwer keideitd war, ist heute im hiesigen Reserve-Lazarett VI verschieden. fl Marburg, 7. Febr. Ter Stickd-tverordnete Pros. Tr. B r e d 1, der bekanntlich in Polen lange Zeit als Kreisches tätig war und gestern zum erstenmal seit längerer Zeft der Sitzung beiwohnte, stiftete zur Ausschmückung des neuhergerichteten Sitzungs- slaales im hiesigen Rathause ein prächtiges Gemälde, den Kaiser in Feldgrau darstellend. Ferner ließ die Witwe des verstorbenen/ Justizrat Dörsfler, der lange Jahre dem Stadtkollegium Vorstand, ein Bild ilwes verstorbenen Gatten zutn gleichen Zwecke überreichen. — Dem Sohn des hier wohnenden Geheimrats Dr. Hartwig, Kapftänleut. Kurt Hartwig, 'der kürzlich das Linienschiff Eorn- ivallis im Mittelmeer versenkte, wurde das Kreuz der Ritter des Kgl. Hausordens von Hohcmzvllern mit Schmettern verliehen. — Bei der unter großer Beteiligung in der Synagoge abgebaltenen Tranerfeier für den Provmzial-Rabbitrer Tr. Munk hielt Pro- vinzial-Rabbiner Tr. B ambergor aus Hanau die Hauptandacht. Llußerdem widmeten noch mehrere Herren von hier und anSwätts dem Verblichenen warme Nachrufe. eb. Vom Dl i l t e l r h e i n . 7. Febr. Die noch offene F a h t> rinne des Rheines an der Loreley und am Kammereck ist in der letzten Zeit so schmal geworden, daß die Eisschollen, die meist von gewaltiger Breite und Umfang waren, kaum durchtreiben konnten. Die Gefahr, daß der Rhein sich also am Kammereck stellte, war überaus groß, und mehrfach war es auch ganz nahe daran. Ein Zufrieren des Rheines wäre aber gerade daß, ivaS wir unter keinen Umständen brauchen könnten, denn der Rhein geht nicht — wenigstens in der Regel nicht - auf nur kurze Zeit zu. Aul jeden Fall dürste es also angezeigt fein, einem Zufrieren des Rheines dadurch vorzubeugen, daß man durch Eisbrecher die Fahrrinne erweitert und offenhält, sowie das an den Ufern angesetzte Eis sprengen läßt. vermischte». Ein Straßenbahmmsall in Wien. Wien, 7. Febr. (WTB.) Heute früh ereignete sich an der Ecke Mattengürtel-Steinbauergasse ein schwerer Unfall. Ein Straßenbahnzug der Linie 118 fuhr, angeblich infolge Versagens der Bremse, mit voller Geschwindigkeit einem Zug der Linie 6! mitten in die Flanke, so daß der Triebwagen der Linie 118 mitten entzweigerissen wurde. Auch der Triebwagen des angefahrenen ZugeS ist arg beschädigt. Eine ungefähr 35jährige Frau wurde getötet und 38 Personen verletzt, darunter drei schwer und ungefähr 20 erheblich. * Berlin, 7. Febr. (Privattelegramm.) Das „Berliner Tageblatt- meldet Lus Warschau: Die 17jährige Schauspielerin Irene Fe r e n 8 wurde ermordet aufgefunden. Der Schauspieler K e m p n e r ist unter dem Verdacht dee Täterschaft verhaftet worden. Eingesandt. (Für Form Und Inhalt aller unter dieser Rubttk stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Bereitstellung entbehrlicher Kohlenvorräte. Infolge der lange anhaltenden Kälte und der genügen Zufuhr sind bei vielen Einwohnern dit: Üohlenvorräte ausgebraucht. Jet länger die Kälte andauert, um so schwieriger wird es für die Kohlew- ^ndler, diese zu versorgen. Andererseits sind bei Privaten und) Behörden teilweise noch recht erhebliche Kohlenvorräte vorhanden. ErforderlichenfalleS stellen letztere vielleicht ihre entbehrlichen Bov- rate der Stadt oder einer von den Kohlenhändlern^einzurichtenden Vermittlungsstelle zur Verfügung, etwa in der Weise, daß die als entbehrlich angcmeldeten Kbhlen von der vermittelnden Stelle gegen Barzahlung abgeholt und demnäclch von den sich zur Versorgung Meldenden bei dieser Stelle ebenfalls gegen Barzahlung in Emp- faitg genomnten lwerdrn. Hierdurch wäre eine neue Gelegenheit zur Betättgung des vaterländischen Gemeinsinns gegeben. 2 £ird?litf?e Nachrichten. Israelitische Neligionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag, 10. Febr. 1917. Vorabend 5.15 Uhr. — Morgß. 9 Uhr. ' Abds. 5.45 und 6.20 Uhr. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschast. Sabbatfeier den 10. Febr. 1917: Freitag abd. 5.05, Samstag vorm. 8.30. Nachm. 3.30 Uhr. Sabbatausgattg 6.20 Uhr. — Wochengottesdienst: morgs. 7 00, abds. 5.00 Uhr. Letzte Nachrichten. Amerika. Washington, 7. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Mel- dung des Reuterschen Bureaus. Der Kriegssekretär hat angeordnet, daß alle Vorräte bis zur Grenze der vorhandenen Kredite angekauft tverdeit. Alle drahtlosen Stativnert befinden sich jetzt unter militärischer Zensur. San Juan (Portorico), 6. Febr. (WTB. Nichtamtlich. Meldung des Reuterschen Bureaus. Um die hier liegenden deutschen Schiffe „O d e n w a l d" und „P r ä s i d e n i", sowie das englische Kohtenschiff „KB3", das bei Kriegs- anfang von einem deutschen Schiss erbeutet urrd hierher gebracht wurde, sind militärische Wachen gestellt. Die deutschen Besatzungen müssen aus ihren Schiffen bleiben. Das amerikanische Küstenbewachungsfahrzeug „S tauf e" liegt neben den Dampfern. Der bulgarische Bericht. Sofia, 7. Febr. (WTB. Nichtamtlich.' Generalstabsbettcht vom 6. Februar. Mazedonische Front: Im Warbartal lebhaftes Ar- tillerieseu-er. An der übrigen Front vereinzeltes Geschützfeuer imd Feuergefechte zwischen vorgeschobeucu WHeilungen. Eine seiudliche Abteilung, welche sich unseren Stellungen südwestlich von Seres zu nähern verftrchte, wurde durch Feuer vertrieben. Au der ganzen Front lebhafter Fliegerbttrreb. Vizefesdwebel Könicke brachte in der Ebene von Bitolia (Monastir) cur feindliches Flugzeug zum Absturz, das hinter unseren Linien herabftel. Führer und Beobachter sind tot. Rumänische Front: Nichts von Bedeutung. Ein Danktelegramm Mackensens. Berlin, 7. Febr. (Telegr. Telegraphen-Uniou. Dem Verbände der Vereinigten ehemaligen Realschüler Deutschlands, Sitz Leipzig, wurde auf ein an Generalfeldmarschall v. Mackensen übermitteltes Begrüßungstelegramm nachstehender Dank zuteil: Für das mir heute Kngegangene Begttlßungsttlegramm von der Kaisergebuttslagsfeier sage irch alletr Btteiligten warmen Dank, lind wenn die ganze Welt Ettgland zu Mensten wäre, der Sieg muß tms doch bleiben. gez.: Mackensen, Feldmarschall. Landwirtschaftlicher HilsÄienft in Frankreich. Bern, 7. Febr. (WTB. Nichtmntlich.) Wie „Petit Jour, nal" erfährt, hat der Ackerbaumiittster, da die Frauen urrd die nichteinberufenen Männer zur Bestellung der Aecker nicht mrsreichen, die Schulet: Frankreichs ausgefordert, Hilfskräfte zu oraanisiereu. Berkehrseinschränkung in Frankreich. Bern, 7. Febr. (WTB. Mchtcrmtlich.i „Temps" zufolge läßt die Orleaus-Bahu eure Anzahl Schnellzüge zwischen Paris, Tottrs, Bordeaux und Quimper, sowie eine größere Anzahl Züge auf den Nebenlinien ausfallen. Zwischenfall im ungarischen Abgeordnetenhaus. Budapest, 7. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Im Abgeord- neteulMls wurdet: während der Rede des Grafen Batthycmy (Oppositionell^ von der zweiten Galette drei Revolverschüffe abgegebettt Niemand wurde verletzt. Der Täter lourde der Polizei übergeben. Anscheinend war er betrunken. Er brach bei seiner Festnahlne in Tränen atrs. Ueber die Ursache seiner Tat machte er unzusammen- hängeüde Angaben. Der Zwftchettsall verursachte keine besondere Erregrmg. Batthyany setzte seine Rede fort und sagte: Wir dürfen uns nicht durch einige Patronen stören lassen! Nach ihm ergriff Ministerpräsident Owaf Tisza das Wort. -Sriichmelk. Kub mit oder ohne Kalb, zu verkaufen, unter zweien die Wahl. Näh. tn der Geschst. d. G. Anz. 1°°™ Ein nickt ganz 2 Jahr alter, schöner Simmentaler sprung- fähiger Butte zu verkaufen. Philipp Baller VI., Reis- ki rcheu bet Gießen. 100754 SimmentalerBnlle - 48 Monate alt, zu verkaufen! Vr-le üriedSvrm»UL,1,sngsüsi'L. Kinc trächtige Fabrknb »u verkaufen. ». L., Hausnuminer 137. 100715 "*1 Prima Znehtsaa, einmal 10, einmal 11 Ferkel gezogen, »nieder trächtig, verkauft umständehalb. unr. Preis. Pank, 81r ahmftIil e» Bigftor d. Gießen. 4 Halen nebst Statt zu verL Kanzleibera 7, Laden. Pfandleih-Anstalt Brandgaste 8. 2 sitz. Stuhlschlitten, 2,80 m großes Regal, 2 Zeichenrische, 1 Sveiseschrank, 1 Sekretär, Kleiderschränke, Fliegen schränke, polierte Kommode, Waschkommoden,Nachttischch. Ausztehlisch, Tische, Sofas, gr. 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IM öl. 8 ®r. ? ü , U\kt Hieli Dir.: Hermann Steingootter. bleibt das Stadttbcater bis auf weiteres geschlossen. Die bereits angekündigten AbonnementS-Vorstel'ungen werden später riachgeholt. Die Wiederaufnahme des Betriebes wird zeitig bekannt gegeben werden. 11078c Die Direktion (LSUdttheateri. Todes-Anzeige. Gestern morgen entschlief sanft nach längerem Leiden meine liebe Gattin, unsere herzensgute Mutter, Tochter, Schwester, Schwiegertochter, Schwägerin und Tante Frau Minna Plank geh. Euler im Alter von 39 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Carl Plank. Gießen, 8. Februar 1917. Die Beerdigung findet Samstag, den 10. ds. Mts., nachmittags 3V? Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. 1135D Gestern abend 7 Uhr verschied sanft nach kurzem Leiden unsere liebe Mutter, Grossmutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante * Frau jettchen Rothschild im 66. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Moritz Strauss. Giessen (Schanzenstrasse 22), New-York, Hildesheim, den 8. Februar 1917. ,, Die Beerdigung findet am Freitag, den 9. Februar 1917, nachmittags *2 Uhr von der Leichenhalle des Neuen Friedhofs aus statt. Statt besonderer Anzeige. Tieferschüttert und unerwartet erhielten wir die traurige Nachricht, daß unser hoffnungsvoller guter Sohn, unser lieber guter Bruder, Neffe und Vetter August Gontrum Füsilier der 10. Komp., 4. Garde-Regiment zu Fuß, Gardekorps sein junges Leben für unser liebes Vaterland lassen mußte. Nach 13 monatiger treuester Pflichterfüllung wurde er am 7. November durch einen Kopfschuß schwer verwundet, wonach er am 8. morgens auf dem Hauptverbandsplatz sanft entschlafen ist. In tiefem Schmerz: Bürgermeister Gontrum und Frau Katharine ged. Walter Heinrich Gontrum, z.Zt. Musketier?.. Komp., Inf.-Rgtl 17,Mainz Münster, den 8. Februar 1917. Wiedersehen ist unsere Hoffnung. Die Beerdigung findet Samstag, den 10. Februar, nachmittags 2 Uhr zu Münster statt. 1041D Statt besonderer Anzeige. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten, machen wir die traurige Mitteilung, dass unsere unvergessliche Tochter Anna im Alter von 15 Jahren nach langem, schweren Leiden sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Georg Wallbott VII. Garbenteich (Anneroderstr. 8), den 7. Februar 1917. Die Beerdigung findet Freitag, den 9. Februar, nachmittags 2 l /a Uhr, von dem Sterbehause aus statt 0772 ' - , Gestern abend um sieben Uhr verschied saust nach schwerem, in Geduld getragenem Leiden meine liebe,guteKran,unsere treusorgendeMutter, Schwiegermutte r,Grotzmutter, Schwester, Schwa- gerin und Tante ZrailAmManllMB.Hlihll im Alter von 54 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Will». Dito IN., Beigeordneter, tt. Kinder' Beuern, den 7. Februar 1917. 1130 Die Beerdigung findet Sonntag, den 11. Febr., nachmittags 2 Uhr statt. Brennholz-Versteigerung doFürftl. Stolberg. Wernigerödischen Revierverwaltung Gedern. Donnerstag, den 15. Februar 1917, vorM. 9 Ubr, Hainbuche, Rm.: 6 Scheit, 19 Knüppel.' 29 Spetter* sichte, Rm.: 43 Scheit, 19 Knüpvel, 5 Reiserknüppel. Auskunft erteilt Holzbauermeister H. Hof, Gedern Bilanz pro 1916. Infolge Kohlenmangels wird die Schule von heute ab geschloffen. Sie beginnt wieder mit Beginn des Unterrichtes der Volksschule, der im Gießener Anzeiger veröffentlicht wird. D Die Schulleitung. 1136 Alice-Schule Giessen I. Seminare für Lehrerin»,eu der weiblichen Hand- arbeiten nnd der Hauswirtschaft. Die staatliche Abschlußprüfung berechtigt zur Anstellung in Hessen u. in Brennen. Beginn des neuen Schuljahres am 16. April. Ausnahme- gesuche nnd bis I.März beim Schulvorstand einznreichen. II. Hausbaltungsichnle. Äeginu des halbjährigen Sommerkurses am 12. März. Anmeldungen bis 5. März. U*’ Werkzeug-, Haudarbeits-, Schneider und «ugellurie. Beginn von Eierteljahrskursen am 12. März nnd am 31 Mai. Anmeldungen spätestens am 10 . Mär; und am 29. Mai ^teiniirahe 10. 926D Pensionat für auswärtige Schülerinnen. Prospekte gratis Aktiva. M 1. Kassenbestand 757.40 2. Ausgeliehenes Kapital 1387.67 3. Ausstände 4850.20 4. Warenbestand nach d. Einkauf 6O77.— Jt 13072.27 Zu Anfang des Jahres Ausgeschieden durch Tod Passiva. jft 1. Mitglieder- Konto 4128.— 2. Warenschulden — 3. Reservefonds 4609.09 4. Betriebs-Rücklage 1053.49 5. Ueberfchuß 3281 69 .4 13072.27 128 Mitglieder 6 122 Mitglieder Emgetreten im Laufe des Jahres 5 Mithin 127 Mitglieder Land. Kons.-Bereiil Burkhirdsseldeii, Der Stellvertreter des Direktors: Ludwig Schmidt I. Der Rechner: Der Lagerhalter: Heinrich Becker. , 1102 ) Theodor Heuser. Mein liebes Itiütterlein. Zel'geaäflea Lied von Große. Text und Melodie ergreifend B< r h . ön L £ flr 6esaa 0 Klavier 1 Mk., Fantasie 1.50 Mk., Zitöar SOPf.Emst Challler,Mns!b.*EiIiB.,Gießen, Nanenweg9. 6 Zimmer \ Süd Einlage '<£'£ Parterre 5-Zimmer Wob- nung mit Zubehör, elektr. Licht, Gas, Gartenanteil, Holzversteigerung in den Waldungen dev Gemeinde Wreseck. Samstag, den IO. Februar d. F., vormittags 1 « Ubr beginnend, sollen m dem Distrikt Dürrloch nachverzeichnete Holzsortimente versteigert werden: 11 Etchenftämme 4. Kl. mit 0,95 Fstm. 34 Eichen-Derbstangen „ 1,78 „ 212 Fichten- „ „ 23,07 „ 44 „ Reisstangeu „ 0,45 „ 4 Rm. Buchen-Kniippelholz 136,8 „ Eichen- 5 „ .Kiefern- „ 9 „ Fichten- 7U0 Wellen Buchen-Reisig Bleichplatz per 1. Avril zu verni CarlKrailing. (G8S | 4 Zimmer Wovnuug v. 4 Zimmern, Bad, Veranda, 2—3 Man- sarden-Ziinmern z. 1. April zu vernüeten. Näh. Berg- strasie 11 p. oder Sckilofr- gasie 16 im Laden, Heim- stättenbauges. m. b. H. 11053 t-Zlm.-Wahn. m.Zubehör per 1. März ob. später zu verm. Näh. Steiaalraßc 23 p. J007B1 3 Zimmer | 50 „ Kiefern- „ 10 „ Fichten- „ 3,7 Rm. Stöcke. Ae Zusammenkunft ist auf der Stratze nach Lollar am Dntrikt Dürrloch. Wieseck, am 6. Februar 1917. 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