Nr. 32 Der »ichener Anzeiger erscheint täglich, außer Eornrtags. - Beilagen: Sietzener ^amllienblütter; Nreisblatt für den Ureis Hießen. vezugspreis: »nonatl. 90 Bi., viertel- jährl. Mk. 2.65; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 80 Pf.: durch die Post Mt. 2.45 viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Fernfprecl; - Anschlüsse: für die Schrn'tleitungI12 Perlag,Geschäftsstellebl Allschriit fürDrahtllach- nchten: Anzeiger Gießen. Erstes Blatt V M. Jahrgang Postscheckkonto: Frankfurt a.M. 11686 General-Anzeiger für Mittwoch, r. zebruar >y>r >.. »au Anreisen vankoerkehr: Gewerbebant Gießen Zloillingrrunddruck u. Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- u. Stetnöruderef R. Lange. Zchristlettung, GeschäfLzstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. — ■■■■■■ —.. ... . . .. —— ..- . . - iiu,.abme von Anzeigen s. die Tagesnummer bis zunrNachmittag vorher» Zeilenprcir, f. Anzeigen: örtlich 20 M.. Vermietungen ll. Stellenge- suche 15Pf., auswärts 25 Pf., b. PlahvorschrtfL 30 Pi., Reklamen 75 Pi.^ bei Platzvorschrist 90 Ps- Hauptschristleiter: Aug»i Goetz. Verantwortliche für Politik u.Feuilleton: Aug. Goetz, Stadt und« Land.Verulischtesu.Ge-i richtssaal: Fr. R. Zen-,. Ailzeigenteil: H. Deck, sämtlich in Gießen. (WTB.) (Amtlich.) W e st l i ch e r Infolge dunstigen Frostwetters blieb die Tätigkeit der Artillerie und Flieger gering. Nur zwischen Ancre und Somme war vorübergehend der Feuerkamps stärker. Von Erkundungsvorstöhen im Sommegebiet auf dem Ostufer der Maas und an der Lothringer Grenze wurden über dreißig Engländer und Franzosen und einige Maschinengewehre zurückgebracht. Oestlicher Kriegsschauplatz. Don der Rigaer Küste bis zum Mündungsgebiet der Donau keine besonderen Ereignisse. MazedonischeFront. Zeitweilig lebhafteres Feuer im Cernabogen und in der Strumaniederung. Der Erste Generalauartiermeister Ludendorff. Der Abendbericht. Berlin. 6. Febr., abends. (WTB. Amtlich.) Nordwestlich von Mülhausen blieben bei einem gescheiterten französischen Kor st oh Gefangene in unserer Hand. Im Osten war eine Unternehmung an der Bere- s i n a für uns erfolgreich. An der mazedonischen Front zeitweilig lebhaftes Feuer im Cerna-Vogen. Die deutsche Erklärung vom 31. Januar über die Verschärfung des U-Bootkrieges muh auf die durch England geschürten Illusionen ausländischer Gegner, die sich das Friedensangebot als Schwäche auslegten, wie ein kalter Reif gefallen fein. Wir fürchten nicht einmal etwaige neue Feinde. Plötzlich hört man in den Erörterungen der uns umlagernden Gegner wieder das Wort „Welteroberungspläne", und da die Versicherungen des Gegenteils in den wahnbefangenen Köpfen jenseits unserer Fronten doch nichts mehr ausrichten, so können wir über das uns beschuldigende Wort im Gefühle eines gewissen Triumphes lächeln. Denn wenn wir noch solche Plärre hegten, wenn der neue U-Bootkrieg wirklich auf so Iver- nressene Ziele hinausliefe, so wäre die noch vor einigen Tagen in Massenkundgebungen gegen uns geschleuderte Verdächtigung, wir brauten der eigenen Kraft nicht mehr und seien dem Ende unseres Wider stcnrdes nahe, doch als die falscheste der Annahmen erwiesen. Deutschland ist kein Welt- eroberer; der Kaiser hat selbst deutlich und offen genug betont, daß er ein solch ,-ödes" Ziel niemals im Auge hatte. Aber vielleicht werden wir die Baumeister einer neuen Weltgestaltung werden. Die Entente will niederreißen, hat freilich in ihrem Sinne ebenfalls einen Welterneuerungsplan auf Lager; allein da fehlen die Fundamente und sämtliche Grundlagen. Die Zentvalmächte dagegen haben den Bau begonnen uno sind im Zuge, ihn zu vollenden. Da kam uns das Friedensproaramm des amerikanischen Präsidenten wie eine aussichtslose Hemmung dazwischen. Auch Wilson gedachte nicht auf den vorhandenen Fundamenten und Grundmauern, die der Krieg bereits geschaffen hatte, aufzubanen. Jetzt aber, nach fruchtlosen Verhandlungen, hat Deutschland wie mit dem Signal einer Dampffirene das Zeichen zur Fortsetzung des notwendigen Werkes gegeben. Es setzt die stärksten Hebel an und schreibt den> Gegnern beim Beginn einer neuen, hoffentlich der letzten, Epoche des Wettkrieges wiederum das Gesetz des Handelns vor. Unbeirrt von etwaigen Widerständen, im Vertrauen auf seine Leistungen. Dieses feste Austteten stellt die zögernden, jetzt in die Nöte des Krieges stärker hinein- gezogenen Mutralen auf die entscheidende Probe. Sehen sie ein, daß es auf eine Verkürzung des Wettkriegeis, der zu einer Welterneuerung führen muß, hinauskommt, wenn sie die Neubauplätze, die auch auf denr Wasser liegen, wegen drohender Gefahren auf eine Weile' meiden? In Holland und der Schweiz werden von den Regierungen Mah- irungen zur Ruhe und Vorsicht ausgesprochen, die neutralen Nordstxmten hatten sich noch mit ihren Entschlüssen, die vielleicht aus eine Verständigung mit Deutschlands Plänen hinauslaufen, zurück — nur im Lande der unbegrenzten Möglichkeiten flattern die Sternenbanner! Lassen wir sie flattern, es sind keine Siegesfahnen!' Amerika hat am Ausbau der neuen Wettgestaltung bisher ^L?n positiven und praktischen Anteil genommen. Wilsons „Ideale" sind selbst von der Entente als unmöglich und phan- tchtlsch zurückgewiesen worden. Es muß sich jetzt zeigen, ob er oder die Verlängerung der Wettwirren will. Du ^vhne Deutschlands urid seiner Verbündeten sind rüstig ber der Tat und Arbeit. Jetzt kümmern uns keine falschen Skrupel und Bedenklichkeiten mehr. Bei uns in Deutschland herrscht heute ern Zustand, der einer Panik weniger gleicht als jemals. Dre Erörterungen über Kriegsziele, Zwiespältigkeiten m der Politik sind verstummt. Es macht sich keinerlei nervöses Hin und Her geltend. Und wenn wir beim Blick ttuf btc Zeiger der Wettuhr in unseres Wissens Stückwerk Mitunter einmal nach dem „hundertjährigen Kalender" grei- . ' geschieht es nicht, um uns Rats zu holen, sondern in gläubigem vertrauen aus gut/Grundsätze des Schicksals / Ein gescheiterter französischer Vorstoß nordVestlich von Mülhausen. Trostes Hauptqulartrer, 6. Februar, riegsschau platz. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wirn, 6. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird vertautbart: 6. Februar 1917. Oestlicher Kriegsschauplatz. Nordöstlich von Kirlibaba stießen Abteilungen des Feldjäger-Bataillons Nr. 26 in die feindliche Hauptstellung vor, machten 20 Nüssen nieder und verschütteten die feindlichen Gräben. Bei Comanesci wurde ein feindlicher Jagdflieger durch Luftkampf zur Notlandung gezwungen. Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Lage unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant. * * * Die Entschließungen Amerikas. London, 5. Febr. (WTB.) Das Reuters,che Bureau meldet aus Washington: Präsident .Wilson hatte mit den Staatssekretären des Krieges mrd der Marine Besprechungen bezüglich der Mittel, die Gesetzgebung daliin auszugeslatten, daß die Regierung ermächtigt wird, nötigenfalls von den Schiffswerften, Munirionswerkstätten und anderen Ausrüstungswerkstätten Besitz zu ergreifen. Haag, 5. Febr. (zf.) Reuter meldet aus New Pork: Die Ueberführung der Mannschaften von deutschen und ö st e r r e ich i s ch e n Schi sfe n, dre im Hasen von New Pvrk liegen, nach der Eimvanderungsstation auf Ellis Island hat an gefangen. 19 Mann sind bereits an Bord eines der deutschen Schisse zu Hobokeu gebracht worden. Reuter meldet aus Washington: Als die Berichte, daß an verschiedenen Stellen die Behörden deutsche Schisse in Beschlag genommen hatten, Wilson gezeigt wurden, sagte der Präsident: „Wir werden nichts tim, worauf mir nicht vollkommenes Recht haben. Wir werden nur nach Prinzipien lZandeln und nicht nach dem, was uns dienlich ist." Wilson hat eine Proklamation aus- gesettigt, worin er aus Grund des Schiffahttsgesetzes die U ebertrag u n g von Schiffen durch amerikanische Reeder an Untertanen . anderer Länder verbietet. Die Proklamation erklätt, daß ein Notzustand eingetteten sei, und daß "viele amerikanische Reeder ihre Schiffe auf fremde Register überschrieben hätten, von wo sic nicht zurückgekauft werden können. Reuter meldet ans Boston: Die Bemannung der „Kronprinzessin C e c i l i e" ist an Bord anderer Schiffe in dem Hasen überführt worden. Reuter meldet aus Washington: Ein Telegramm aus Manila meldet, daß drei deutsche Schiffe, darunter die „Prinzessin Alice" zu Eebu in Gamboanga beschlagnahmt .seien. Die Maßnahme wurde durch Offiziere der Marine ausge- sührt auf Ersuchen der Zollbeamten, die die Versuche, deillsche Schiffe in den Häsen der Philippinnen zu vernichten, .als .mutwillige und ungesetzliche Handlung an sehen. Amsterdam, ß. Febr. (WTB.) Der Washingtoner Korrespondent der „T imes" meldet: Dadurch, daß der Dampfer „H o u- sotanic", ehe er versenkt wurde, gewarnt und die Besatzung human behandelt worden ist, ist >die sofortige Gefahr eines! Kriegejs offenbar ab gewendet, da der Vorfall in Washington nicht als eine Tat ansgelegt imrb, die im Widerspruch zu Deutschlands Versprechungen steht. Trotzdem bleibt die Lage sehr gespannt. Außerdem wftd der uneingeschränkte Tauchbootkrieg erst beginnen. Inzwischen weisen verschiedene Anzeichen darauf hin, daß der Präsident in seinem Auftreten gegen Deutschland äußerst umsichtig zu Werke gehen wird. Äöan erwattet das Ergebnis der Instruktionen an die amerikanischen Gesandten iu den neutralen Ländern ab, in denen den Vertretern der Bereinigten Staaten der .Auftrag erteilt wurde, den neutralen Regierungen rnitzuteilen, daß es nach der A» ficht des Präsidenten im Interesse der Zivilisation gelegen sei, wem: sie sich seinem Vorgehen anschlössen. In Washington erwartet man von diesem Schritt offenbar nicht sehr viel. Nack einer Proklamation Carranzas wird Mexiko im Falle eines Konfliktes zwffchen den Bereinigten Staaten und Deutschland neuttal bleiben. Das amerikanische Einwanderungsgesetz. Washington, 6. Febr. (WTB.) Der Senat hat das mit einen: Veto des Präsidenten dem Kongreß zngegangene Einwanderungsgesetz, das für Einwanderer eine Lese- und Schreibeprobe vorschreibt, mit 62 gegen 19 Stimmen angenommen. Die Debatte war sehr lebhaft. Da das Repräsel^crntenhans die Vorlage bereits angeirommen hat, wttd sie automatisch Gesetz. * Die Politik Hollands. Haag, 6. Febr. (zf.) Zu Beginn der henttgen Sitzung der niederländischen Zweiten Kammer gab der Minister des Innern, der zu gleicher Zeit Vorsitzender des Ministerrates ist, folgende Erklärung ab: Ernste Geschehnisse beschäftigen die Regierung. Es ist im Augenblick noch im möglich, Mitteilungen zu nrachen. Tie Regierung wird nicht versäumen, der Kammer alle Jnsorntativnen zn geben, sobald dies im Interesse des Landes nötig ist. Ein Grund zu besonderer Beunruhigung besteht nicht. Ein schwedischer Ministerrat. Stockholm, 6. Febr. (WTB.) Der König, der am 5. Februar morgens aus Kopenhagen eintraf, hielt sofort einen Mini st errat ab. AuS Spanien. Frankfurt a.M., 6. Februar. (Priv.-Tel.) Die „Frankfurter Zeitung" meldet aus Madrid: „Tiarvo Universal", das Organ des Grasen Romanones, beglückwünscht die spanische Re- gienmg, daß sie alle Gefahren abznwenden gewußt habe, indem sie die Friedensnote Wilsons nicht unterstützte. Das erspare Spanien jetzt, die Geste des amerikanischen Volkes nachmachen zu müssen. Das Blatt fügt hinzu: „Wir hoffen, daß der Takt und die Vorsicht unserer Regierung uns erlauben werden, die strikte Neutralität, die ivir seit -KricgSbegiun beobachtet haben, aufrecht zu halten." Graf Tisza über den verschärften U Bootkrieg. Budapest, 6. Febr. (WTB.) Im Abgeordneten- Hause führte Ministerpräsident Graf Tisza zur Verschärfung des Um tersvebootkrieges n. a. etwa aus: Wir haben es mit einer neuen Waffe zu tun, die eigentlich iu diesem,Kriege zum erstes Male verwendet wird. Wir müssen daher die auf den Seekrieg bezüglichen allgemeinen Regeln des Völkerrechts vorerst auch aus den Unterseebootkrieg anwenden, mit Berücksichtigung der spezifischen Natur dieser Waffe. Aktuell wurde die Sache eigentlich erst in den Fällen der Blockade. Auf die Tauchboote können nßcht die gleichen Rechtsgrundsätze augewendet /werden wie auf andere Seefahrzeuge, die seine Blockade durchgeführt haben, zumal die Feinde die Handelsdampfer bestückt und zu aggressivem Vorgehen ermuntert hatten. Die ganze Frage erscheint auch schon überholt durch die ungewöhnlich ausgedehnte Auslegung von Minenfeldern. Unsere Feinde haben wichtige Handelsstraßen durch Minen abge- sperrt, wodurch der gesamte neutrale Handelsverkehr aufs schwerste gefährdet wird. Wenn dies erlaubt sein soll und die Neutralen nicht Stellung dagegen genommen haben, warum sollen nicht gewisse Teile des Meeres auch durch Unterseeboote blockiert werden dürfen? Ueberdies haben die Feinde diesen schärferen Unterseebootskrieg schon längst gegen uns anaewendet. Unsere sämtlichen Handels- und Passagierdampfer, die feindlichen Unterseebooten zum Opfer fielen, sind bhne vorhergehende Warnung torpediert worden. Gegen unseren Standpunkt haben lediglich die Vereinigten Staaten Einspruch erhoben. Jetzt gilt es, die Verteidigung unseres angegriffenen Lebens mit Inanspruchnahme aller uns zur Verfügung stehenden berechtigten Mittel vorzunehmen, zumal England/vor Beginn unserer jetzigen niaritimen Aktion Seegebiete von riesigem Umfange als Minenfelder erklärt hat, zum Schaden der gesamten neutralen Schiffahrt. Und schließlich nehmen ^wir jetzt Zuflucht zu dieser Waffe in dem Beivnßtsein, Paß der Zeitpunkt für ihre erfolgreiche Anwendung gekommen ist, die wir als eines der wirksamsten Mittel zur Erreichung. des Friedens bettachten. Ter Minister erklärte zum Schluß: Wtir stehen auch heute uotf) auf dem Standpunkte des von W! i Hon vorgeschlagenen Fri edtens, der niemand in seinen waseinsbedingungen angreisen und niemand demütigen will und geeignet ist, dem neuen Weltfrieden als Grundlage zu dienen. Wir sind auch heüte woch zu Verhandlungen bereit, sobald wrr die Bürgschaft haben, daß unsere Feinde zur Erreichung eines solchen Frieden zu verhairdeln geneigt sind. Solange dies jedvch nicht der Fall ist, solange unsere Feinde uns nach dem Leben ttach- tcn, sind wir genötigt uwd entschlossen, zur Zurückweisung dieses unmenichlichenE verbrecherischen Anschlages uns aller berechttgten Mittel zu bedienen, die zur Gewährleistung des Erfolges geeignet sind. * *' * i i i Au» der französischen Kammer. Bern, 5. Febr. (WTB.) Laut Pariser Blätteriuelditngen ftmt es in der gestrigen Kam mersi tznn g noch zu weiteren Zwischenfällen. D er ehemalige Ackerbail minister David vrr- langte, daß die Ackerbauer der Jahresklassen 1890/91 sowie die Angehörigen der Territowialreserve, soweit sie Väter von fünf Kindern oder Witwer mit vier .Kindern sind, für landwittschaft- liche Arbeiten zur Verfügung gestellt werden. Kriegsminister Lch a u t h e v erwrdette, die Regierung wolle das Gleichgewicht zwischeir dem Frontbedarf und dem Wittschaftsleben des Landes schaffen. Ties sei tatsächlich ein brenne^es Problem. Er erwarte den Augenblick her Lösimg des Problems der Zivilmobilmachung. Aber dies müsse planmäßig in aufmerksamem Zusammenarbeiten von Regierung, Heeresleitung und Parlamentsausschüssen geschehen und nicht durch Zusatzauttäge, die das Land vor die ernstesten Folgen stellen könnten. Durch! Annahme des Antrages David würden 235 000 Mann dem Frontdienst eirtzogen werden, was unannehmbar sei. Er stelle nochmals die Vertrauensfrage. Darauf wurde der Antrag David abgelehnt. ^ Anschließend forderte der Abgeordnete Sixte Quenin, daß Geistliche, die nur den Sanitätstruppen einverleibt waren, in die Formationen, also auch« die Kampftruppen, eingereiht werden sollten. Ter Vorsitzende des Hoeresausschusses M agi not lehnte den Antrag ab, da zurzeit ein ähnlicher Vorschlag bereits vom! Heeresausschuß geprüft werde. Ly aut he y schloß sich der Forderung Magilwts an. Trotzdem nahm die Kanuner den Antrag Quenin mit 337 gegen 152 ©timmen (an. Während der Mstim^- mung über den Anttag bemerkten einige Abgeordnete der Rechten, daß der Minister des Innern M a l v y sich der AUtiMimmg enthalte. Sie machten Lpauthey darauf aufmerksam, der seiner'Empörung über das Verhalten Mälvys lauten Ausdruck gab. Infolgedessen kam «es zu lebhaften Auseinandersetzungen zwischen Malvy, dem Unterstäatssekretär Tälmier und Lyauthey, der sich plötzlich erhob und dre Sitzung verließ. — Die ganze rechtsstebende Presse bespricht den Zwischenfall und greift die Sozialisten und die Atthrheit arr, indem sie sagt, daß durch die Aurrfahmie desl Antrags Qnenm die „heilige Einigkeit" gebrochen sei. Tie klerikale Presse rft sehr erregt und erklärt, die Haltung Mälvys und Dal- miers ser unerhött. * Ein KriegSausfchuß in Petersburg. Petersburg, 5. Febr. (WTB.) Nach einer Meldung her, Petersburger Telegraphen-Agentur hat der Zar am 25. Januar angeordnet, daß zur Beratung der politischen Fragen eine S orrder ko m m i s s io n unter denr Vorsitz des Ministerprä- srdeuten gebildet werden soll, der die Minister des Krieges, ^ Innern, des Aeußern und der Fmarrzeu, der Geriwalstabschef, die Präsidenten der Kammer und des Staatsrates imd einige besonders benannte Persönlichkeiten wrgehören sollen, darimter der frühere Ministerpräsident Goremykin und der frühere Minister des Aeußern und jetzige Botschafter in London Sasonow. * Der neue Großwcsir. Konstantirropel, 5. Febr. (WTB.) Meldung deS- Mener K. K. Telegr.-Korr.-Bur. Nachmittags fand mrt dev üblichen Feierlichkeit die Einführung des neuen! Groß Wesirs in sein Amt statt. Sie wurde durch das seit ftüh herrschende Frühjahrsweiter begünlttot gn emern^ (SjalcüD-agen fuhren der Großwesir und die Palastwürden- träger zur Pforte, von der spalierbildenden Menge mit Ehrerbietung und lebhaften Sympathiekundgebungen begrüßt, da Talaat Pascha die größte Volkstümlichkeit genießt. Der Verlesung des kaiserlick)en Handschreibens wohnte im SitzungSsaale außer den Mitgliedern des neuen Kabinetts eine große Anzahl hoher Würdenträger bei. Das neue Kabinett wird von der ganzen Bevölkerung, namentlich den gebildeten Kreisen, die den Fortschritt und die Modernisierung der Türkei wünschen, mit überaus lebhafter Befriedigung aufgenonnnen. Secfrieg. Reue Tauchbooterfolge. Berlin, 6. F-ebr. (WTB.) Eines unserer zurückkehrew- den Unterseeboote hat außer zwei bereits durch die Presse als versenkt begannt gewordenen englischen Dampfern von zusammen 7500 Tonnen noch, weiterhin versenkt: Den 'Lalienischen Dampfer „Bisag na" (2252 Tonnen), den portugiesischen Segler „Minho" (500 Tonnen) und einen armierten Frachtdampfer (3500 Tonnen) im Atlantischen Ozean, ferner in einem Nachtangriff in den englischen Gewässern zwei unbekannte Frachtdamp- fer von etwa 2000 beziehungsweise 4000 Tonnen. Außerdem wurde ein Geschütz erbeutet urrd drei Gefangene gemacht. m Rotterd am, 6. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Der Rot- lerdamsche Lloyd erhielt von dein Dampfer „Samarinda" die drahtlose Nachricht, daß er 170 Mann von verschiedenen versenkten Schissen ant Bord hat. Der Dampfer läuft Vigo an, um die Schiffbrüchigen an Land z/u fetzen. Rotterdam, 6. Febr. (WTB.) Die „Times" meldet den englischen Dampfer „Math er an" (7654 Tonnen) als verloren. Kristiania, 6. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einem Telegramm an das Ministerium des Aeußern ist der Bergener Dampfer „Odin", von Parry nach Lissabon unterwegs, am 2. Februar 4 Uhr 20 Seemeilen nordwestlich von Quessant ohne Warnung versenkt worden. Ein Maschinist und ein Heizer, beide aus Bergen, wurden getötet. Kristiania, 6. Febr. (WTB.) Die norwegischen Dampfer „Athene" und „Ull" von Harwik nach Hüll, mit Magneteisen, waren im Oktober 1916 versenkt worden. Der Minister des Aeußern hatte deshalb Verwahrung in Berlin eingelegt. Die deutsche Regierung hat nunmehr ihr Bedauern über den Vorfall ausgesprochen und Schadenersatz angeboten. London, 6. Febr. (WTB. Ittchtamtlich.) Lloyds meldet : Der englische Segler „B e l f o r d" (190 Tonnen) und der englische Danrpser „W arley Pickerin g" (4196 Tonnen) sind versenkt worden. — Die norwegische Bark „Taman^ (453 Tonnen) soll versenkt worden sein. London, 6. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Das Reuter- sche Bureau meldet, daß der englische Dampfer „Flori- dian" (6930 Tonnen) versenkt wurde. Die Besatzung von 16 Mann ist gerettet. London, 6. Febr. (WTB.) Lloyds meldet, daß die russische Bark „Garnehill" wahrscheinlich versenkt wvrden ist. London, 6. Febr. (WTB.) Lloyds melden: Der englische Dampfer „Hurstwood" (1229 Tonnen) ist versenkt worden. Drei Mann der Besatzung wurden getötet, zwei verwundet, die Ueberlebenden gelandet. vie Abhängigkeit Rußlands von England. Berlin, 6. Febr. (WTB. j Unter dem Titel „Ein Dokument" schreibt die „Nordd. Mlaem. Ztg.": ' Die Presse der feindlichen Länder erregte sich über die in der deutschen Note vom 31. Januar 1917 eirthaltene Charakterisierung der Entente als „der von England geführten Mächtegruppe^ und protestierte gegen die Unterstellung, als befänden sich die Verbündeten Englands von diesem irgeno- loie in Abhängigkeit. Wer sich der Fülle der Tatsachen nicbt absichtlich verschließt, weiß, wie die Dinge liegen, und findet gewiß die Wendung in der deutschen Note sehr schonend. Dem protestfreudigen Teil der feindlichen Presse wollen wir heute mit einem Beispiel dienen in Gestalt eines tu lmferem Besitz befindlichen Schreibens des früheren Vize- köni-ys von Indien, des jetzigen Unterstaats sekretärs tm englischen Amt des Aeußern, Lord Hardinge, an den englischen Botschafter in Petersburg, George Buchanan, vom 21. Juli 1916, das ein Schlaglicht auf die Bemühungen Englands wirft, die Entschließung seiner Bundesgenossen in Angelegenheiten zu beeinflussen, bei denen ein souveräner Staat fremde Einmischung nicht zu dulden pflegt. Wrr ersehen aus dem Schreiben, daß der englische Botschafter in Petersburg wegen des Rücktritts des damalige^ Ministers der auswärtigen Angelegenheiten Sasonow bei dem Aaren Schritte getan hat, um die Demission, die England unerwünscht schien, zu verhindern oder rückgängig zu machen. Auch gewisse finanzielle Nrnde beleuchtet das Schreiben! Es lautet in wortgetreuer Uebersetzung: Brittstempel, Foreign Office. Privat. Auswärtiges Amt 21. Juli 1916. Mein lieber George! Ihr privates Telegramm von heute morgen, das den Rücktritt Sasovows meldet, ist mt)(^iebe^ betrübend Es ist sehr mißlich, daß in diesem Augenblick ein Wechsel in Betracht gezogen wird, besonders während die Verhandlungen wegen des Eintritts Rumäniens im Fortschreiten sind und wahrscheinlich befriedigend ausgehen werden. Es ist erstaunlich, eine wie schlechte Rolle die russischen Reaktionären immer spielen. Ich bin froh, daß Sie 5>hr Telegramm an den Zaren sandten, und hoffe, es möge ferne Wirkung habm. Beneckendorff scheint jetzt sehr niedergedrückt M fern, lwegen der Sch wieri gleiten, die er in seinen frnan- Stelle n Arrangem ents mit Mac Kenna ersähtt. Eine wirkliche Crux ist das Geld, das er von uns zu bekommen wünscht, um den Rubelkurs zu halten. Kenna, wie alle Finanzleute, ist engherzig und pedantisch und behauptet, der Rubelkurs sei keine den' Krieg berühret:de Frage. Seine Ansicht ist falsch. Es ist möglich, daß wir intervenieren nlüssen, um ihn zu überzeugen, sofern kein Ueber- einkommen erzielt wird. Die Verhandlungen mit Rumänien scheinen befriedigend fortzuschrttten, aber ich werde von ihrem Erfolg mcht eher übe^eugt sein, als bis ich Rumäniens Kneqs- erklärung sehe: denn Brafianu ist der ausweichendste Mensch und ist es immer gewesen; sogar jetzt versucht er, sich he rauszu winden nnt der Behauptung, unsere Offensive in Saloniki sei nicht alles, was er wünsche, doch muß er einsehen, daß Rumänien nicht die enormen Länder st ücke, nach denen es strebt, bekommen wird, sofern es nicht etwas dafür tut. Ich hoffe noch, daß alles gut gehen »mrd innerhalb der nächsten Tage. In Flandern geht alles gut. W« haben eine Menge Menschen und Munition und nach allen Berichten erleiden die Deutschen sehr starke Verluste. Unterdessen scheinen die >russischen Befehlshaber ihren siegreichen Vormarsch fort- zusetzew Ich hoffe nur, daß sie nicht in der nächsten Zeit mit Mu- Itttum knapp werden, Stets Ihr (gez.) Hardmge, Of. p. Aus dem letzten Wsatz des SchveibenS sieht man, wie groß die Hoffnungen gewesen sind, die England auf die Offensive cm der Somme und auf die Brussilo w-sche Offensive in: vorigen Jahre vergeblich gesetzt hatte. Die Stelle im Schreiben: ^Rumänien muß einsehen, daß es nicht die enormen Länderstücke, nach denen es strebt, bekommen wird, „wenn es nicht etwas dafür tut", vergleiche man mit der Erklärung des englischen Premierministers im Unterhaus an: 11. Oftober 1916: „Belgien, Serbien und jetzt Rumänien, dessen König und Volk, nicht achtend der tausend Lockitn- gen zu einer kleinlichen und selbstsüchtigen Neutralität sich unserer Sache anschloß, vergießt sein Blut für die Sache der bedrohten Unabhängigkeit der kleinen Nationalitäten." lu$ dem Reiche. Tagung des Deutschen Museums in München. München, 6. Febr. (WTB.) In Anwesenheit seines allerhöchsten Schirmherrn, König Ludwig, hielt heute des Deutsche Museum unter Teilnahme einer großen Anzahl hervorragendster Persönlichkeiten aus allen Testen des Reiches seine alljährliche Ausschußsiyung im Festsaale des Akademie der Wissenschaften ab, nachdem gestern eine Sitzung des Vorstands- ratss vorausgegangen war. Ter Vorsitzende des Vvrstandsrates, Geheimrat Tr. Duisburg -Oevettusen, berichtete über die Veränderungen im Vorstondsrat und im Ausschuß, soiveit über die Beschlüsse der gestrigen Tagung. Ministerialdirektor Tr. L e w a ld - Berlin gab namens deS neu in das Ehrenpräsidium eintretenden Staatssekretärs des Innern Staatsminister Dr. Helfferich, dessen lebhaftem Bedauern Ausdruck, durch die Ereignisse der letzten Tage am persönlichen Erscheinen verhindert zu sein. Reichsrat Dr. Oskar v. Miller erstattete den Jahresbericht. Geheimrat Dr. v. Linde verkündete die Ernennung des Grafen Zeppelin zum ersten Ehrenmitglied des Deutschen Museums. König Ludwig überreischte dem Geehrten persönlich die Urkunde unter Hinweis auf die großen Verdienste des Grafen, die in aller Munde seien. Das Deutsche Museum ehre sich selbst, indem es üm ehre. Graf Zeppelin dankte in bewegten Worten. Im weiteren Verlaufe der Sitzung dankte der neue Vorsitzende des Vorstandsrates, Exzellenz Dr. v. Harnack, für die auf ihn gefall me Wahl mit geistvollen Motten über die Beziehirngen zwischen der geschichtlichen Wissenschaft lmb dem Deutschen Museum sowie Über oas Verhältnis zwischen diesem undi der Kaiser Wilhelm-Gesellsch-aft. Die Mitglieder besichtigten heute nachmittag den Museums- neubau auf der Kohleninsel, wobei sie unter Führung des Reichsrates Oskar von Miller die einzelnen Abteilungen des weitverzweigten Gebäudes in Augenschein nahmen. Der König nahm an der Besichtigung teil. Die königliche Gastfreundschaft öffnete abends die Residenz fftr die Testnehmer an der Tagung. Im Hofballsaal des Königlichen Schlosses hielt Geheiinrat v. Harnack einen Vortrag über die Gesetze der weltgeschichtlichen Forschung, dem außer König Ludwig die Staatsmrnister, das diplomatische Korps, hervorragende Vertteter der staatlichen und städtischen Behörden und an 500 Personen aus den Kreisen der technischen Wissenschaft und Kunst beiwohnten. Staatssekretär Dr. Helfferich, dessen Anwesenheit bei der Tagung erwartet wurde, hat an König Ludwig folgendes Telegramm gerichtet: Euere Königliche Majestät bitte ich, meine ehrfurchtsvolle Entschuldigung etrtgegennehmen zu wollen, daß ich, durch dringende Geschäfte in Berlin festgelxstten, meine Absicht, an der unter Euerer Majestät tagenden Sitzung des Deutschen Museums testzunehmen, im letzten Augenblick aufgab. Es wäre mir. als dem jüngsten Ehrenpräsidenten, ein Bedürfnis gewesen, persönlich in der Versammlung meine Freude darüber auszudrücken, in den .Kreis des unter Euerer Majestät besonderem Schutz stehenden Deutschen Museums ausgenommen zu sein, und damit in die geistige Gemeinschaft der hervorragenden Männer aus Naturwiffenschaft und Technik ttnzutreten, deren Gedankenarbeit und Tatkraft die Grundlagen unserer wittschaftlichen Kraft geschaffen hat, und jetzt in diesen schwersten aller Kttege uns hstft, komme, was wolle, Stand zu halten und den Sieg zu erringen. • Dresden, 6. Febr. (WTB.) Heute vormittag wurde im neuen Rathause in einer von dem vorbereitenden Anschuß einberufenen Versammlung unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Blüher der Elbe — Oder — Donauverein gegründet. Anwesend waren zahlreiche Interessenten aus Deutschland und Oesterreich und Vertreter der Behörden und des deutsch-österreichisch-ungarischen Wirt- chaftsverbandes. Es wurde ein Ausschuß gewählt, der so- ort nach der Vereinsgründung seine erste Beratung abhielt. Die Krlfls in der Sozialdemokratie. Wie erinnerlich, hat der sozialdemokratische Parteiausschuß vor kurzem erklärt, daß die sozialdemokratische Opposition nicht mehr zur Pattei gehöre, und daß es Pflicht der einzelnen Organisationen ei, daraus die notwendigen Folgen zu ziehen. In Groß-Berlin! hat man jetzt dieser Aufforderung entsprechend gehandelt. Das Bild, das sich dadurch ergeben hat, ist allerdings recht eigenartig. In Groß-Berlin stehen nämlich die sozialdemokratischen Pattet- organtsationcn auf dem Standpunkt der Oppositon. Die Anforderung des Parteiausschusses w!ar also für sie in den Wind gesprochen. Dagegen hat für die Anhängerschaft des Pattei- Vorstandes der frühere langjährige Vorsitzende der sozialdemokratischen Organisation Groß-Berlins, Herr Eugen Ernst, die Parole des Parteiausschusses ausgenommen. Der zwischen ihm und dem Partei Vorstand geführte Brieftvechsel wird im „Vorwärts" veröffentlicht. Herr Ernst ist sich darnach mit dem Patteivorstand darüber klar, daß die sozialdemokratischen Parteiorganisationen von Groß-Berlin zur sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft gehören und sich damit von der Pattei losgesagt haben. Die Anhängerschaft des Partei Vorstandes, d. h. der Fraktionsmehrheit, soll ich deshalb in Groß-Berlin neu organisieren. Diese Arbeit ist Herrn Enge:: Ernst überttagen lootten. Die Parteiovposition nimmt diesen Schritt mit großem Glttckumtt auf. Die „Leipziger Volkszeitung" ist davon überzeugt, daß sich in Groß-Berlin nicht viel ändern wird. Wenn sich die Anhängerschaft des Patteivorstandes in Groß-Berlin eine Sonderorganisation schaffe, Jo werde sich dadurch lediglich Herausstellen, wie schwach sie sei. Im Übttgen werde die Opposition sich nun um so enger zu- ammenschließen, um (Me Rechte der sozialdemokratischen Pattei gegen den Rumpspartei Vorstand zu wahren. Man sieht, daß es mit der Klärung, die der „Dottvätts" in Groß-Berlin herbeigeführt sieht, eine eigene Sache ist. Die Oppo- ition bettachtet sich keineswegs als den verlorenen Sohn der Pattei, ändern als den einzig wahren Vertteter der sozialdemokratischen! Grundsätze. Darüber kann man noch lange schreiben, ehe eine Klärung hcrbeigeführt wird. Von einer ganz anderen Seite fasset die Politiker der „Sozialistischen Monatshefte" und der „Glocke" das Problem an. Sie fordern neben der äußeren Trennung vor allem eine innere Neuschöpfung ber Partei, eine Wandlung also, die von selbst einen sickeren Trennungsstttch zwischen der sozialdemokratischen Opposition, d. h. dem alten Patteiklüngel, und ber neuen Partei zieht. So sagt Lentsch in der „Glocke": „Die steigende Macht der Arbeiterklasse im nationalen Ramen und die damit erst endgültig vor sich gehende nationale Orientierung der zukünftigen Arbeiterpolitik, die soziale Zermürbüng der kapitalistischen Gesellschaft mit ihrer Vernichtung der Mittelschichten und deren Abfließen in das Proletattat, das damit intellektuell eine erhebliche Veränderung, und zwar ebenfalls in nationaler Richtung. erleben wird — das alles sind Fragen, die an die deutsche Sozialdemokratie heran- tteten und deren Erötteruwg si-e sich nicht länger entziehen kann. Erst durch Erledigung dieser Probleme Witt die Opposition innerlich, d. h. positiv überwunden." Dieselbe Forderung erhebt Abgeordneter Max Cohen in den „Sozialistischen Monatsheften". Er ordert von der sozialdemokratischen Partei in Zukunft eine nnö- Lassende und ausbauende Gegenwartspolitik, die sich von der Albl- lehnung der Wehrforderungen und der grundsätzlich« Ablehnung de. Gesamtüudgew lossagt. Er fordert von ihr in der äußeren! Politit eine Unterstützung machtpolitischer Forderungen und positive Kolonialpolitik. In diesem Sinne sagt er zum Schluß: „jetzt keine Halbheit. Der Spaltung der Pattei muß ihre wirkliche Politisierung folgen. Die deutsck)e Sozialdemokratie muß Trägerin des 'staats- gedankens werden." Hier scheint uns in der Tat der Kern der sozialdemokratischen Patteikttsis zu liegen. Durch die Gründung von Sorrderorga nisationen trifft man ihn nicht. Aus Stadt und Land. Gießen, 7. Februar 1917. Gedenket der hungernden Vögel! Aufklärungsarbeit. Selbst die beste Organisation der Erzeugung und Verteilung der Nahrungsmittel würde nichts nützen, wenn mcht ein jeder, aber auch jeder, sich freiwillig für sein Dell in den Dienst oer großen Sache stellt urrd sich selbst mit dem Maß an Nahrung, das ihm unter dem Zwange kriegettscher Notwendigkeit zugemessen wird, begnügt. Keine Verordnung kann so streng gefaßt sein oder so scharf auf ihre richtige Ausführung hin überwacht werden, daß sie nicht doch häufig, oft unbemerkt für die Gesamtheit, aber zu ihrem größten Schaden, umgangen wird. Keine noch so hohe Sttafe schützt gegen solche Fehltritte, wenn nicht in allen Kreisen der Bevölkerung guter freier Wille in Befolgung der Vorschriften Hand in Hand geht mll gutwilliger Einschränkung und Beschränkung auf das zum Lebensunterhalt gerade noch durchaus Nötige. Leider sind sich jedoch manche Kreise der Bevölkerung, sowohl auf dem Lande wie in der Stadt, noch mcht des großen Ernstes der Erna hrungs frage voll bewußt. Dem Landvolk fehlt noch vielfach das Verständnis dafür, daß die Städter und gar die Großstädter darben könnten. Sie sehen, wie die Aufkäufer und Händler oder auch einzelne Städter höhe und höchste Preise für ihre Waren zahlen uttd ^blicken darum noch in dem Städter schlechthin den zahlkräftigery Käufer, der hohe Gehälter und Kttegslöhne bezieht und sich darum alles leisten könne. Sie wissen aber nicht, daß die Zahl der wirklich Reichen nur gering ist, daß die große Mehrheit in den Städten und Großstädten sich in hatter Arbeit ihren Lohn verdienen muß, der bei den hohen Lebensmittelpreisen kaum zu des Leibes Nahrung undt Notdurft hinreickt. Sie wissen nicht, daß Frauen, deren Männer im Felde stehen, rn Muniüonssabttken, Bekleidungsänttern usw. arbellent und alle für ihr Tell an dem Siege des Vaterlandes mithelfen. Alle diese Männer, Frauen und Kinder in den Städten müssen aber Brot haben, und das kann nur das Land hergebien. Andrerseits gibt eZ aber auch noch in den Städten Leute, denen es auf das Geld nicht ankommt, die sich ttotz der sttengsten Rationierung auf alle mögliche Weise ein Mehr vor den übttgen verschaffen können. Allen diesen Leuten muß immer und immer wieder vor Augen gefühtt werden, wie es mit imseren Vorräten beschaffen ist, daß nnv eine sttikte Erntellung und Vertttlung uns siegreich durch den Ktteg bringen kann, daß jedes Mehr, das sie verzehren, ttn Wtttiger für eine arme Arbeiter- oder Kätnerfamilie bedeutet. Je mehr durch Aufklärungsarbeit dem Einzelnen klar wird, warnm dieses oder jenes Nahrungsinittel fehlt oder knapp zngemessen wird, wie das Volk sich zugunsten des Heeres einschränken muß und welche Hemmungen in den durch die Kttegführung nötigen Anordnungen insbesondere im Transportwesen bestehen, desto williger wird sich jeder Einzelne den erlassenen Vorschriften anpassen. ( "Wltfa als bisher sollen künftig in wichttgen Gebieten der Volks- ernährung die tatsächlichen Verhältnisse, auf denen die Arwrdnungen! beruben, nach Möglichkeit öffenllich mitgetellt wetten. Wo daher in Zukunft örtliche Aufklärungsarbeit vorgenommen werden soll, da setze man sich zunächst mit dem Nachrichtendienst des Kttegsernährungsamls in Verbindung und laffe sich autoritative! Unterlagen für etwaige Vorttäge, Aufrufe usw. geben. Das Kttegs- errrährungsamt wird von sich aus dafür sorgen, daß solches Material vorrättg und stets auf dem Laufetwen gehalten bleibt und dien für! die Volksaufklärung beauftragten Stellen, Männer und Frauen, anj die Hand gegeben werben kann. > Der Anfang damit ist gemacht. Einen warm empfundenen Aufruf „An Deutschlands Landftauen" hat der Präsident des Kriegs- ernährungsamts an deutsche Landfrauen, Landlehrer mrd üandz- geistliche vetteilen lassen. Zur Aufklärung der ländlichen Bevölkerung ist ferner das Vottragsbüchlttn „Die Lebensmittelvefforgung" bestimmt. In ihm werden Einzeldarstellungen über die hauptsächlichsten Nahrungsmittel gegeben. Besonders wird auf den Stand der Vorräte, auf die unbedingte No'twendigkeit uw> Möglichkeit dep Einschränkung hin gewiesen. Auch dieses Heft wttd sämtlichen Lehrern und Geistlichen, ferner den Landwirtschaftskammern und auf ihren Wunsch den Vorsitzenden der landwittschaftlichen Vereine zngestellt, damft auf Grund der dann gegebenen Ausführungen bei Veranstaltungen auf dem platten Lande, Vereins- und genossew« schaftliche Sitzungen, Gemttndeabende, ferner in Schulen und bei religiösen Zusammenkünften dieses Gebiet beleuchtet wttd. Mitte Februar wird sodann noch ttn Buch „Die ErnährungSwittschaft im dritten KttegSjahtt^ erscheinen, das glttchfalls in erster Linie Aus- klärungszwecken dienen soll. Auch mit der städtischen Gttstlichkttt und Lehrettchaft ist Fühlung genommen worden, um sie tn den Dienst der Aufklärung zu stellen. \ • * Auszeichnungen. Da» Eiserne Kreuz I. Klasse erhielt am 37. Jan. Dietrich v. Knobelsdorfs. Leutnant und Bataillons-Adjutant im Jnf.-Rgt. Grobherzog von Sachsen, welcher Ostern 1914 das hiesige Realgymnasium mit dem Zeugnis der Reife verlaßen Hatte, um sich der Offizierslauibahn zu widmen, und fett Kriegsbeginn im Felde steht. — Dem Pionier Georg Arnold aus Gießen wurde am 37. Jan. die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. — Dem Kanonier Max Pohl wurde in den Kämpfen vor Derdun das Eiserne Kreuz 3. Klasse verliehen. ** Aus dem Militärwochenblatt. Befördert zu Leutnants der Reserve: die Vizefeldwebel N e b h u t mrd Fay (Gießen). ** Vom Wetter. Nach den bisher bei der Wetterdienststelle eingegangenen Meldungen ist der Hochdruck auf dem Festlande sehr stark gesttegen, so daß wir einstweilen weiterhin mit heiterem Wetter zu rechnen haben und bca» läufig noch kein Umschlag zu erwarten ist. ** Der hundertjährige Kalender. Die jetzige Froste Periode ftndet im hundettjahttgen Kalender eine merfto'flrtvige Parallele. So heißt es über den Januar 1917: Vom 2. bis 4. trüb und mittelmäßig kalt, 6. Schnee und Regen, 7. Schnee, 9. trüb, 11. Schnee, 13. trüb tmd Wiitd, 14. Schnee, 16. trüb, windig und mittelmäßig kalt, 21. attmmige Kälte, 22. und 23. Mnd und Schnee, 24. und 25. Heu, sehr kalt, 26. unerhörte Kälte. 29. und 30. Schnee und windig, 31. grimmige Kälte. Wie man sieht, traf diese Wettervorhersage für den Januar ungefähr zu. Um so mehr darf daher es auch interessieren, was wir nach dem „Hundettjähä- gen" vom Februar zu erwarten haben. Es ist wenig erfteulich, wie nachfolgende Angaben bestättgen: vom 3. bis 5. sehr kalt, 7. recht kalt, 8. kälter als jemals, in allett Kellern gefttett es, ebenso auch am 9. und 10., welche Tage alle anderen an Kälte noch übertreffen, 11. ettvas milder, aber immer noch grinimige Kälte, 13. und 14. starker Sturmwind mit Schnee, dabtt sehr kalt, 15. tttlb, 16. ziemlich starker Schneefall, 18. trüb, wenig Schnee, des Nachts aber kalt, 19. trüb, 20. warm und schön, vom 21. bis 27. Regen, nwbtt der grvßmächtige Schneefall abnimmt. Es ist als sehr wahr- schttnlich anzunehrnen, daß der .Hundertjährige, wie so oft, in sttnen willkürlichen Lürgaben irtt. ** Gegen Einfrieren der Haüs Wasserleitung e tt empfiehlt daS Städtische Wasserwerk im Anzeigenteil unseres Blattes sachgemäße Vorkehrungen, auf die wir an diestt? Stelle besonders hmwttsen. ** Gaskoks wird bis auf weiteres nur jeden Montag, Dienstag, Donnerstag und SamStag von 2—5 Uhr nachmittags abgegeben. ** Jungwehr. Die Hebungen fallen, solange die Schulferien dauern, aus. Die Jungnratrnschaften tverden ersucht, Kochkessel, Spaten usw. bei Jungmamr GHreS, Bahnhofstratze 40, zwecks Konrrvlle abftuliefmt Ebendort!,cks 5 mb »« l-hw-r. 3)trl «jungen. U» 1 " n,mf;C T 1 ' "V i™* 29 3 0 U Sl bie Unterstellung von Jugendabteilungen von Turn-, Sport und Jugendpflege-OrgcrnisaLtonen unter die Oberleitung des stet vertretenden «eneralkomma«. dos und des zu,bändigen militärischen Vertrauensmarmes ^..^lvecken der nnlrtarisctten Vorbildung der fugend zuae- ü."der Ä«£??Ä tu der - 2 tadt Metzen werden von dem Vmttvanensmann für lM7 8 Ä b ,2» etabt (Bergstoatze 211) bis zum 20. Februar ^ / ontg^gengenonnnen. Dort können auch die zu erfüllen ^Nstwnn^r''dw ^ugesehen werden,, ebenso wie die Der lc "-Ut er stellten In gen dab teilun gen zw- gestanden werderr. Die Vereine, Verbände usw. übernehmen rm.t bet .lnmeldutlg die Verpflichtung, die Mitglieder der Äa^senen N^ ^ Maßgabe der vom Kttiegsministerium Nt vorzubild"^ Anlntttngen fLr den Heeres to.rrS* ^ 5ut ^ r ^>icbft Durch Einschränkung bet Zahl der Eisenbahnzüge, durch zunehmenden Mangel an geschultem Personal, an Gespannen und Kraftwagen steigern sich die während des Krieges ohnehin bestehenden Schwierigkeiten im Poslbetriebe von Tag zu Tag. Sie werden in empfindlicher Weise vermehrt durcy die ungeheuer wachsende Zahl der meist Lebensmittel enthaltenden Privat- Einschreibpakete. Die besondere Behandlung solcher Senkungen erfordert Aufwendungen an Per- hnal, Beförderungsmitteln und Zeit, die bei dem einqetretenen Massenverkehr, namentlich unter der Ungunst der gegen.oärligen Witterungsverhältnisse, nicht geleistet werde,, können, ohne die ordnungsmäßige Abwickelung des übrigen Postverkehrs in hohem Grade zu gefährden. Die Postverivaltimg sieht sich daher, wie wir schon gestern berichten konnten, zu ihrem Bedauern gezwungen vom 7. Febrnar ab die E i n s ch r e i b n n g bei Privat paketen bi» aus iveiteres auSzu schließen. ** Ausweise für Reisende. Die deutschen Reisenden seien wiederholt darauf hingewiesen, daß sie gut tun, sich für Reisen mit einem behördlichen Ausweis (Militärpapiere, Paß oder sonstigen Ausweis der heimatlichen Polizeibehörde) zn versehen. damit ihnen unterwegs keinerlei Schwierigkeiten erwachsen, und sie sich jederzeit bca kontrollierenden Beamten gegenüber aus- weisen können. Landkreis Gießen. NW. Hausen, 6. Febr. Ein Unglückssall ereignete sich heute im Gießener Stadtwald. Der Gastwirt Sch ad von hier, welcher die Gefangenen beim Holzmachen beaufsichtigt, geriet unter einen fallenden Baum, so daß er mit einem Wagen nach HauS gefahren werden mußte. Kreis Schotten. - , --Schotten 7. Febr. Einem Bericht des Kreisarztes zufolge ist im verflossenen Ztttiegsjahr 1916 trotz der mancherlei Ent n nn Krei''' .. . - " * ~ ~ - * behrungeu tm kreise Schotten der Gesundheitszustarrd der Bevölkerung recht gut gewesen, und steht hinter den der Friedensjahrs nicht zarrück. Nur die TiphtherttiS gewann große Ausdehnung. Tre Ursache dieser Erscheinung erblickt man aber in allererster Linie in der großen Sorglosigkeit, mit der die Bevölkerung den! Anstmgsstadien der- Krarrkheit gegenübersteht. Erft wenn es zu 55 ® a i en . P n Q ln Trümmer. - sS;^easaffi!iä mrTwr ' 7 ' ?ebr- Die Lahn ist bis zur Mündung nun- Provinzial-Ausschutz der Provinz Oberhcssen. esu. w „ , ~ Kz. Gießen, den 3. ptebruar 1917 An?r Betnffeifc: “unVeXVt^ AV*’ S Wt Lüftung und r des Fasel Viehs dieser Gemeinde l^eiherm Gmwi, Friedrich, Hugo nrrd Ludwig sa? lÄsi.ti'ssss'i.s'Äiis s. äs s 3 ""'" * icfa m ‘ »» Der Rekurs wurde als unbegründet verworfen nu™ • f Verhandlungen ist das Folgende hervorzuheben: Tie mn ^ uu derartigen Stadium ffLSL S™*«** wer Frerherrn in Betracht kommen, .^^^kÄ^brschlrffuna und Unterhaltung von 3 Faselochsen .Belebern zu verlangen, dagegen ist die Gemeinde verpflichtet, an die Gesamtfmnrlre von Löw jährlich den Martinipreis, L : am }}■ November, von 33 Hektoliter und 60y* m'? -^.Fihleir, .Pnmier eine eiserne Kette im Preise von m ^lbenu^ alle 2 Jahre ein Halsband im ^nrchichnrttswert von 12 Mark zu gewähren. Der Kreis ausschuß hat nach Errnittlung des Werts ^ abzrkgspflrchtt^n Gegenleiftung durch Sachver- v» bte Mosungssnmme auf 39 600 Mark seinerzeit ft' ' v J urre Uten wollen von dieser Summe noch den _ _ wert bc§ sprunggeldi's in Abzug gebracht haben, welches die Ge- mernde nunmehr zu erheben berechtigt und um dessen Bettag sie somit ungerochtfertigt bereichert sei. Die Gemeinde beantragt Berwersurrg des Rekurses. Sie hat nach ihrer Angabe nie Sprung geld erhoben ^und denkt auch nicht daran, dies in Zukunft zu tun, sie halt sich den Viehbesißern gegenüber nicht zn einer Sondcrbe- Nlbttechttgt und hat sich vorsorglich schon im Verfahren vor dem Kreisausschntz verpflichtet, nie ein Sprunggeld zu erheben: im Verhältnis zu ilnen Gliedern ein selbständiges Rechtssubjekt m ^^lchebung jünes Sprunggeldes überhaupt unbe- rucksichttgt zu bleiben. m ^ ^ o v in z ialau sschu ß ist bei seiner Entscheidung im Wesentlichen von folgenden Erwägungen ausgegangen: ^en Gemeinden sirrd nach Art. 183 der Landgemeindeordnung vom 8. Juli 1911 befugt, die Kosten für Unterhaltung von Veranstaltungen, die durch das öffentliche Interesse erfordert werden — Und dazil gehört unzweifelhaft die Haltung des Faselviebs Edison zu der Türe und zeigte ihm eine Trahtleitung, die von der lTürschwelle zu den Gemüsegärten verlies. „Jedesmal, ,oenn ./V 1 I Besucher die Türe öffnet," erklärte Edison, werden durch diese VorrichtlMg 100 bis 150 Liter Wasser in das Gartenreoersorr befördert. Darum ist mein Gemüse stets so gut gepfleg t^ ÜniversttSts-Nachrichten. ^ Frankfurt a. M., 5. Febr. Durch Anschlag am Schwarzelt Brett gibt der Rektor der Unroersität, Gehetmrat von Arnim, heute bekannt, daß vom Dienstag ab aus eine Woche das Kollegiengebäude der Universität wegen Kohlenmangels geschloffen bleiben muß. Nach Möglichkeit sollen die Vorlesungen ln anderen Gebäuden oder in den Wohnungen der Dozenten abgehalten werden. __ii _ Letzte Nachrichten. ^ „. Die Fliegertätigkeit. Berlin, 6. Febr. (WTB. Nichtamtl.) Deutsche Bomberi- geschwader belegten in der Nacht zum 5. Februar die Bahnhöfe von Mbert, Amiens und Abeluy (nörtich von Albert- mtt 1550 Kilogramm, die Truppenlager und Dahnverladestelle bei Bvah mtt 250 Kilogramm Boriiben. Es wurden zahlreiche Treffer ir L Zsel beobachtet. 5z n derselben Nacht griffen feindliclse Flieger ohne Erfolg Guicoucd, Bussh rmd Noyen an. Ten Flugplatz von Ropoi bewarf ein feindliches Geschwader mtt 20 Bomben, ohne Illwch irgend welck-en Schaden zu verursachen. Nach dem französischen Heeresbericht vom 5. Febrnar nachmittags sollen ftanzösische Flreger m der Nacht vom 2. zum 3. Februar und 4. zum 5. Fv- bruar den Flugplatz Kolmar mtt Bomben beworfen haben. Da- von ist 'in der Kolinarer Gegend irichts bekannt. Man hat dort einen französischen Flieger weder gesehen noch gehört, noch irgend welche ^§^"biuschläge gesunden. — Im LuftVampf schossen wir am 5. Februar bei Craonne einen Nieuport und zwei wettere feindliche liche Flugzeuge nördlich von Arras ab; ein viertes wird nördlich der Somme als abgeschossen gemeldet Das fünfte. Flugzeug, ein Farman-Doppeldecker, wurde auf dem Mazedonischen Kriegsschauplätze bei Mogila nördlich von Monastir durch eines unserer Jagdflugzeuge brennend zum Absturz gebracht. , Preußisches Abgeordnetenhaus. Berlin, 6. Febr. (MDB. Nichtamtlich.) Die nächste Sitzung des preußischen AbgeordrretenHauses findet am 13. Februar nachmittags 2 Uhr statt. Auf der Tagesrxrd- nung steht die zweite Beratung des Staatshaushalts- des Ministeriums des Innern, und klei- auf dieienigen Einwohner oder Besitzer oder Klassen von solchen. Denen durch die Bevanstaltuug besoirdere wirtschaftliche Vorteile erwachsen, anszuschlagen. Auch durch die Anweisung zur Ausfüh- rung des Gesetzes, das Faselwesen bett.. vom 30. Januar 1902, war ihnen dieses Recht bereits bcigclegt. Nur die der Olemeinbei wirklich erwachsmen Kosten können natürlich auf die Viehbesitzer umgclcgt Bis zur Ablösung waren dies int vorliegenden» lyall nur me Kosten der der Gemeinde obliegenden Gegenleistung und nur msowcit konnte eine Abwälzung auf die Viehbesitzer, die im übrigen em zu ihren Gunsten begründetes Recht ausübten, tattfinden. In Ansclmng dieses Rechts ist nach Art. 5 des W- loiungsgesetzes vom 24. Juli 1899 die Mlösungsfuinme anstelle Cy ^gelosten Rechts getreten. Tie Viehbesitzer können also verlan- de spät Nt, holt iram in den meisten Fällen ärztliche Hilfe. So stieg die Zahl der Erkrankungen von 48 im Jahre 1915 auf 145 im letzten I«hr. n. Feldkrücken, 6. Febr. Jm Alter von 81 Jahren starb der Musketier Gq. Hch. Matte? vom Res.-Jnf.-Regt. 253 nach Ibmonatlicher Kriegszeit den Heldentod fürs Vaterland. b. Michelbach, 6. Febr. Die Hessische TaolerkeitSmedaille erhielt der Ersatz-Reservist Karl Becker, Jnfanterie-Regt. 358, 10. Komp. Kreis Friedberg. .- Butzbach, 6. Febr. Heute vormittag 50, Uhr wurde die hienge Einwohnerschaft durch das Feuersignal erschreckt. In einem Hause ln der Neuqaffe war auf dem Boden im oberen Stockwerk ein Brand ausgebrochen. Durch rasches Eingreifen der Nachbarschaft konnte das Feuer sofort gelöscht werden, so daß nur geringer Schaden entstand. — Dein Bürgermeistereisekretär Ludw. K ö h l e r in Butzbach wurde vom Grobherzog das Kriegs-Ehrenzeichen verliehen. — Kauf'nann Ernst Vogt, der seit'Kriegsausbruch sich sehr nützlich lm vaterländischen Dienst erwies, ist im Aller von 67 Jahren gestorben. Er war in Jägerkreisen ein beliebter Jäger. - Die Kohlen not macht sich auch in hiesiger Gemeinde bemerkbar. Um Kohlen zu sparen, wurden heute abend die elektrischen Straßenlampen nicht gebrannt. Auch in den Schulen und sonstigen öfferrtlichen Gebäuden soll an Kohlen gespart werden. Kreis Wetzlar. r». Atzbach. 7. Febr. Leutnant d. Res. Fritz Tasch, Sohn des hiesigen Gemeindevorstehers A. Tasch, wurde mit dem Eisernen Kxeuz erster Klasse ausgezeichnet. Tasch ist z^mpagnieiuhrer der 2. Komp, im Jnf.-Rgt. Nr. 167 und war schon dreimal, zuletzt schwer, verwundet. tx. Groß-Rechtenbach, 7. Febr. Der bisherige Beigeordnete der Bürgermeisterei Groß-Rechtenbach, Gemeindevorsteher Bork zu Hörnsheiin, ist auf eine weitere Amtsdauer von sechs Jahren als Beigeordneter wieder bestätigt worden. r». Leun, 7. Febr. Unser langjähriger frühere Gemeindevorsteher, Sparkasienrechner und Postagent a. D. Johann Jakob Heberling, ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Der Ver storbene war Veteran von 1866 rmd 1870/71. Hessen-Nassau. = Bad Homburg v. d. H., 6. Febr. Die Inhaber der Rex- Donservenglas-Fabrrk, Jean Enrü Leonhardt und Frau, schenkten der Stadt ihr Ferdinandstraße 20 belegenes Wohnhaus mit der aiMwücklichen Besttmmung, daß dieses zu einem Kriegswaisenhaus eingerichtet werden soll und für Kriegswaisen aller Kowessronen geöffnet wird. ^ Das Grundstück hat einen Wert von mehr als 100000 Mark. Das Waisenhaus ist das erste große Kriegswaiseuhaus Deutschlands. Die Stadtverordnetenversammlung nahm die hochherzige Schenkung an. . ~ Fron kfurt a. M, 7. Febr. Der Privatdozent der Medizinischen Fakultät an der Utriversität Frankfurt, Tr. Richard Gonder,istirm Dienstag einer Infektion, die er sich bei der Versuchen mtt der Weil'scheu Krankheit zuzog, erlagen. Dr. Gon der, der erst ttn Alter von 36 Jahren stand, war einer der eifrigsten YX ' uuu uyj luu-iLL/, ii^u. 1 i-Liuui längeren Mitarbeiter. Er hatte sich! erst vor kurzem an der Fakultät für das Gebiet der Chemotherapie und der Protozoew- erkmnkungen habilittevt. --Frankfurt a. M., 6. Febr. Tie Maßnahmen zur Eriparnis von Kohlen gewinnen fortgesetzt größere Ausdehnung und schneiden immer ttefer in das Wirtschaftsleben ein. In den Schreibstuben der Oberpostdirektttm wird vom Mittlvoch an du: ungeteilte Tienstzett emgeführt: sänttlick-e städtischen Bade- anstalten bleiben bis aus weiteres geschlossen. Ferner schließen die össenüichen ilubbotheßen, die Mrsoen und verwandte Institute mis unbestimmte Zeit ihre Morden. Aach gottesdienstliche Veranstaltungen fallen der Kohlenersparnis wegen ver- schisdenttrck.aus. ^ ^urt a. M., 6. Febr. Am Montag mittäg wurde hier ein Rollftihrwerk mit 22 Zentnern Butter im Werte von etwa 5500 Mk. gestohlen. Von deir Dieben und ihren Hehlern hat man nocl? nicht die geringste Spur. ^ Kass el, 7. Febr. Zwischen Höxstel und Bevergern stürzte infolge des Glatteises der P e r s o n e n v o st ,v a g e n einen steilen Abhang hinab und begrub die Insassen unter sich. Sämtliche V r I > p r« ^ LviimiL ut|u uuiuii» gen daß diese Summe zur Unterl-altnng des Faseloichs verwmdet wird und sie insoweit nicht belastet tverden. Ter Wert der Gegen leiitung ist aber von der Ablösungssumme in Abzug gebracht. Art. 12 Abs. 1 des ^iblösuni^gcsetzes könnte auch viel- pergeleitet werden, daß die Gemeinde in Zukunft berechtigt r kosten der Fasel Hal tung überbuupt auf die Tierhalter aus- zuschlagen, da dort gesagt ist. daß die Gemeinde, in deren Kasse die Ab ösungssumme fließe, für die Zukunft die betreffenden Be- beitehenden allgemeinen Bestimmungen -u Nttetten habe. Es könnte dann in der Tat der Gemeinde, die im Verhältnis zum Reallaitpffichtigen chibe aber ein etwaiges Recht bildet, im Vergleich mit dem bisherigen Zustftnd bei Erhebung emes den Wert der ftüheren Gegenleistung übersteigenderi Sprung- E Vorteil entstehen. Diese etwaige Bereicherung würde ihr aber nicht auf Kosten der abgelösten Reallaftpflich- auf Kosten der Viehbesitzer erwackffen, welche sich eventuell dagegen wehren Ah m ten; mit ihnen auch die Familie von Löw, wenn sie in dieser Hinsicht in Mitleidenschaft gezogen würde. Dies ist aber nicht einmal behauptet und die Akten ergeben auch sonst keinen Zusainmenhang. Die R e a l l a st.p f l i ch- ^lche lM nach Art. 7 des Gesetzes einfach den Geldwert ihrer Leistungen zu ersetzen; nach Art. 10 kann nur der Wert der von denr Berechtigten geschuldeten (Gegenleistung in Al^ug gebracht ? uc & (äxx derjenige sonstiger Vorteile, soweit nicht 8 812 B.G.B. m Betracht kommt, was hier nach dem oberi Ausgeführten nicht zutrisft. Wie die Gemeinde die Kosten der Faselhaltung in Zukunft «rufbringt, ist für den bisher Pflichtigen als solckien be- deuttmgslos, insbesondere ob die Kosten aus der allgemeinen Ge- meindekaffe bestritten oder von einzelnen Mttgliedern gettagen werden. Tie Konseguenz seines Anspruchs wäre, daß er gar nichts zu zahlen brauchte, da die Gemeinde ja berech.tigt sei, Sprunggeld m Höhe ihrer gesamten Unkosten zu erheben. Tie unterliegenden Rekurrenten wurden mtt den Kosten des Rekurses belastet. Tie Verhandlung selbst ist gebühren fr^i. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Febr. 1917 2 - P I 1 -rs ZZ o —. 55 S (X - 2 5 C3 k 2 tx> 03 c i Z 5 Ä %* •a S” c 2 - 2 ß = 2 i 5 l -2,4 20 53 _ 0 -6.2 1,9 67 — — 0 -9.7 1,5 67 0 Sonnenschein Höchste Temperatur am 5. bis 6. Februar 1917 ---- — 1 , 9 ' c. Niedrigste „ * 5. „ 6. . 1917 -- — 10,8*0. Niederschlag 0,0 mm, Wettet vermischtes. * Was ein deutscher Bauer l e i st e 1. Aus der Gras- chast Camburg schreibt die Dorfztg.: Berechtigtes Aufsehen erregt eit einiger Zeit die Tätigkeit des LaudrvirtS Paul Tierolf in Aue bei Atolau, die er in Wort und Schrift im Interesse der deutschen Fleisch- und Fettversorgung entfaltet Nach seiner Ueberzeugung könnte die deutsche Landivirtschast. wenn sie tvollte, das Deutsche Reich nicht nur überreichlich mit Schlachtvieh versorgen, sondern auch ein paar andere Länder noch dazn. Semen Hauptberveis stützt er auf den Ausbpu seiner eigenen Wirtschaft, die als Mustergut im ganzen Bezirk bekannt ist. Er hat 64 Morgen unter dein Pflug und nennt sich selbst einen Kleinbauer Obwohl er längere Zeit zu»n Heeresdienst eingezogen war und sein Viehbestand vo,t der Maul- und Klauenseuche hcimgesucht mürbe, konnte sein Gut doch täglich 150 bis 250 Liter Aiilch an die Stadt Jena liefern. Alißerdem konnte er der HeereSverivaltliug 19 Stück schlachtreife Rinder zur Versüglmg stellen und 22 vorschriftsrnäßige Schweine, 13 tveitere hat er versprochen bis I. Mai zu liefern. * D e r s i »r d i g e E d i s o n. Ein Freund Edisons, so erzählt Bostoii Transcript, der den großen Erfinder auf seinem Landsitz besuchte, äußerte: ^Alein lieber Thomas, Dein Haustor sollte aus- qcbeffert werden, es geht furchtbar schiver auf; gerade Dir müßte es doch eine Kleinigkeit sein, hier Abhilfe zu schaffend „Ich werde mich wohl hüten, daran zu rühren." erwiderte Edison strahlend. Wieso denn?" fragte der Freund erstaunt. Darauf führte ihn gesetzes, darunter nere Vorlagen. Eine Rede des Königs von Bayern. M ü nch e i,, 6. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Am Schluß r*rrn ^ Deutschen Museums ergriff König Ludwig selbst nochmals das Wort und führte etwa folgendes aus: Wir tünnen in jeder Beziehung stolz sein auf die Mitarbett der Naturwrs)enschuft und^ Technik am Kriege. Nur ihnen danken ev wir, daß wir diesem Kriege die Leistungen vollbringen onnten, die wir tatlächlich vollbracht l>aben. Ihnen ist es gelungen, na^zu .für alles, uns infolge der Absperrung fehlte, Ersatz zu schaffen und auch die Ernährmrg zu sichern, um zwar nicht rn dein Ueberfluß, den wir gewohnt waren, aber bei ver- nunfttgcr Lebensweise und bei richttger Abwägung der Bedürs- nrlw des ganzen Reicks durchzuhalten. Tie Naturwissenschaft und Technik hat uns auch in Stand gesetzt, trotz unserer Minderzahl mit Erfolg dem Feinde Läarrd zu halten, ihn zu bekämpfen und zu liegen. , ^ 5 er kited* die Luft, mit Hilfe des drahtlosen Ber kehr^ haben wir die abgeschnittenen Verbindungen hergestellt und auch unter Wasser halten wir den Verkehr aufrecht, nicht bloß zu krieg erilchen Zwecken, die ja auch nur der Verteidigung unseres Lebens imd Daseins dienen, sondern zu ftiedllcher Arbeit, m 3ir!imft mit Verttauen entgegen. (Lebhafter Veitall.) Wir werdeii aushalten und durchhalten »md, so Gott will, auch siegen. (Erneuter lebhafter Beifall.) n Amerika. Lvndon, 6. Febr- (WTB. Nichtamtlich.) iDi« „Central >New" mis New Bork, daß, die Regierung die drahtlose Station m Tuckerten m New'^Zarsey belchlagntthmt hat. Anrerttttnische Mattosen bewachen die L-tatttm. Die Maschinen von allen 29 Dampfern, die im iLSLxl!! ÜI 1 ^o^^ r l 1[ i egen ' wurden versenkt. Trr schaden bettägt 300000 Dollars. ^ Holland. . ^ ^E>a a g, 6. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Es wurde verfügt, daß auch ,r.amps|chifte, die in Holland für fremde Rechimng gebaut wurden, und unter der Bedingung, daß sie besttmmte Zeit hindurch für Holland fahren würden, die Ausnihrbetvilligung erbiclten, nicht nach England auswhren dürfen. ^ Kohlennot der Neutralen. Kopenhagen, 6. F^br. (WTB.) Zwecks Durchführung enter allgemiemm Kohlenersparnis faßte der Preistegulierirngs- ansschuß gestern abend den Beschluß, dem Ministerium des Innern vorzuschlagen, alle Theater, Restaurants und Vergnügungsstätten mn 10 Uhr abends zu schließen und den Geschäftsschlu'ß aus 6 Uhr abends feftzusetzen. Außerdem soll durch verschiedene Vkaßnahmen eine Zwangsersparnis an Gas, Elektrizität und Kohlen in den Privathanshaltungen durchgeführt werden. Ter Eisenbahnverkehr ist bereits bedeutend eingeschränkt. Kälte in Frankreich. Bern, 6.^Febr. (WTB.) Nach Pariser Blättern ftel gestern die Temperatur auf Minus 15 Grad, was seit 20 Jahren nickst mehr der.r^all war. In Belsort waren es sogar Minus 22 Grad. In Paris herrscht seit emigen Tagen vollkommener Gemüsemangel PerkchrSeinschrünkungen in Wien. . Wren, 6. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) AmMch wird nntgeteilt, daß infolge der fortgesetzten großen Anforderungen an die Eisenbahnen und der andauernden Winter- kalte nunmehr weitergehende Einschränkungen rm Personen- und Güterverkehr Platz grAten müssen, wobei allerdings aus gemeinwirtschafttichen Gründen auf den Geschäftsverkehr und die Arbeiterbeförderuna tunlichst Rücksicht genommen werden soll. gewandt in allen vorkom wenden Kontorarbeiten.sucht passende Stelle per 1. Avril. Schristl. Angeb. unter 001546 a. d. Gießener Anzeiger erb. V. M. BL Donnerstag abend 8 Ubr Schlanch. [00730 stilisier Kaufmann sucht ver 1. Avril Stellung. Schriftl. Angeb. unter 00736 a. d. Gießener Anzeiger erb. G ebildete, junge Dame mit guter Schrift u. Sprach- keniiinissen. wünscht Beschäftigung, am liebsteit a. Bureau, im ofltcrlänö. Hilssdienft Näheres zu erfragen im Gießener Anzeiger. [00732 Dir: Hermann Steingoetter. bleibt das Stadttbeater bis auf weiteres geschloffen. D,e bereits angekündigten AbonnementS.Borslellnngen n, £ e " , später. nachgebolt. Die Liederaumabme des Betriebes wird zeitig bekannt gegeben iverden. ! 107 «.> vl« Vlredtiov a.8»UüttdvU,,f, V 1 &?j Statt jeder besonderen Meldung. Nach Gottes heiligem Willen entschlief sanft heute Nacht nach langen schweren, mit unendlicher Geduld getragenen Leiden mein inniggeliebter Mann, unser guter Vater und Schwiegervater, der Königl. Generalleutnant z. D. Hans von Müller Rechtsritter des Johanniterordens Ritter des Eisernen Kreuzes II. Klasse und anderer hoher Orden im 63.- Lebensjahre. In tiefstem Schmerz: Gertrud von Müller geb. Winkler Irmgard Schoenfelder geb. von Müller Hans Herbert von Müller Oberleutnant imUlanen-Regt. 15 z. Zt. im Felde Kurt Schoenfelder Major im Artillerie-Regt. 42 z. Zt. im Felde. Schweidnitz, den 1. Februar 1917. ioöcd Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben, unvergesslichen Vaters, Schwiegervaters, Grossvaters und TJrgrossvaters Herrn Johannes Klos VI. sagen wir allen, insbesondere Herrn Pfarrer Groth für die trostreiche Grabrede, unseren innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Wilhelm Seipp Familie Wilhelm Klos Rödgen, den 7. Februar 1917. Familie Wilhelm Balsser Alle Enkel und Urenkel. 1108 Plötzlich und unerwartet erhielten wir die schmerzliche Nachrioht, dass unser geliebter, guter, braver Sohn und Bruder • Karl Flak im Reserve-Infanterie-Keglineiit 254, 4. Komp. am 11. Januar den Heldentod fürs Vaterland gestorben ist. In tiefer Trauer: Karl Fink, Weissbindermeister Katharina Fink geb. Sann Heinrich Fink, z. Zt. im, Lazarett Ludwig Fink, z. Zt. im Felde Otto Fink nebst allen Angehörigen. Hattenrod, den 6. Februar 1917. Die Trauerfeier findet Sonntag, den 11. ds. Mts. nachm. 2 Uhr in Hattenrod statt. Heute morgen 4 Uhr starb nach kurzem Leiden ggg unser lieber Bruder und Onkel Landwirt Friedrich Klug il. Veteran von 1866, 1870/71 im vollendeten 72. Lebensjahre. Sie trauernden Hinterbliebenen. Alten-Buseok, den 6. Februar 1917. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 8. Februar, nachmittags 2 Uhr statt. 1085 Bäckerlehrling gesucht. Bäckerei Forbach, Kaiser-Allee 11. >946 6738 Wiedersehn war seine und unsere Hoffnung. Statt jeder besonderen Anzeige. Heute entschlief sanft nach längerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater Jakob Holzel Postsekretär i. R. im 75. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Mathilde Holzel geb. Schudt Mathilde Schmidt geb. Hölze! Martha Holzel Ernst Holzel, Leutnant d. Res., z. Zt. im Felde Else Kilbinger Fritz Schmidt, Pfarrer Fritz Schmidt. Gießen, Grünberg, den 6. Februar 1917. • Die Beerdigung findet in der Stille statt. Beileidsbesuche und Blumenspenden dankend abgelehnt. Todes-Anzeige. Gestern abend entschlief sanft nach langem schweren, mit Geduld getragenem Leiden unsere gute Mutter, Großmutter und Schwiegermutter Frau Beate Hampel geb. Lohn im 89. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Louis Beil Familie August Hampel. Gießen, den 7. Februar 1917. Die Beerdigung findet in der Stille statt. 00747 Im Sinne der Verstorbenen Blumenspenden dankend verbeten. Darmstädter Pädagogium Privatschule mit den Klassen Sexta bis Oberprima. Vorbereitung zur Einjährigen-, Primaner-, Fähnrichs* und AhitnrientcnprüTanK* (auch für Damen). Seit Ostern 1916 bestanden 63 Schüler, seit Krie^s- Leginn 122 Schüler ihre Prüfungen. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben KindeL sagen wir aus diesem Wege herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Karl Werner und Frau geb. Specht nebst allen Angehörigen. Glehen, den 6. Februar 1917. '0731 Wiihelmstr. 6, II. St. m. 4 Zim., Badekammer and Zubehör. Frankfurter Str. 29, III. Stock mit 4 Zim., Kabinett n. Znbeh. Desgl. Goethesir. 25 p. 4Zim., 2 Entres. zu vermieten. Nah. Frankfurter Strafte 29.1 810 .Mo bl. Zimmer Pension Brandt Nonen Lüne 22 (Bellevue)Zim.m. u.ohneBer- pfleg. f. jede Zeitdauer. Mittag- u. Abendlisch. Elektrisch Licht. Bad. Tel. 1085. 1758 Cafe Amend Heute Mittwoch, 8 Uhr: Familien-Konzert 13 Mocftovrl%. - •-z-zEzt 4 Vermietungen Die seither von Herrn Rechtsanwalt und Notar Römheld innegehabte 176 Wohnung Seltersweg 56, I. ist ab l. Avril 1917 oder später anderweiiig zu vermieten. Babnbofstr. 54 II. Stock, 8-Zimmer-Wohnung m. reich!. Zubehör, mehreren Kellern usw., Loggia, zum 1. April 1917 z. vermieten. 115 Näh. Gr. Stcinweg 20 J. [ 7 Zimmer \ 88 Schöne bcrrsMaftUche 1-Kmmerllichllllllli mit Bad preiswert zu vermieten. 11084 A. Geißner, Plockstr. 9. | 6 Zimmer | Sdlöne „ mit Bad. Ost - Anlage 39, sofort zu verm. Näheres Varisn str.2. Zimmer15. [70B 6-Zim.-Wobn.z. vermieten. Bidinarckftrakc II I. (892 Ost-Anlage 38, 6-Zimmer- Wohnung im 1. 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[1088 1011 Ein tüchtiges, mit guten Zeugnissen vesehenes Mädchen das tm Kochen bewandert ist. in guten Haushalt z. 1. März gesucht. Frau Rudolph Seltersweg 911 Fleitztges, Mndch-n tagsüb. sauberes -IHlUlllJtl! gesucht. Zahnarzt Himbach, Seltersweg 79. I 00819 WegenVerheiratung meiner Köchin suche ich zum 1. März ein Mädchen, welches selbständig kochen kann und etwas Hausarbeit übernimmt. — Vermittelung nicht ausgeschlossen. Frau Emmp Noll, 1053 Moltkestratze 14. tzum 1. März besseres Mädchen und eine Frau zum Ladenpuden gesucht. o7oi Krevert, Plockstrahe 7. Ordentliches, jüngeres BfiT Mildehen *^2 in kl. Haushalt z. 1. März gesucht. Frau Br. Levi, Bts- marckstratze 38 I. [1028 Junges Mädchen für alle Hausarbeit zum 10. od. 15. Februar gesucht. Reise wird vergütet. [1043V Duisburga.Rb..Dellvlad23 16—17 jähr. braves, fleißiges Mädchen für bürgerlichen Haushalt gesucht. Küchler. Frankfurter Str. 7 II. [00721 Suche für sofort jüngeres Mädchen aus halbe Tage. Frau Bock. Babnhofstraste 34, Eingang Schanzenstrane. [1067 Junges Mädchen stundenweise zu 3 Kindern gesucht. Kindergärtnerin bevorzugt. Ferner saubere Stundenfrau gesucht. Frau von Eisenbart, Wilhelm- strotze 12. [1105 Ein braves, junges Mädchen aus achtbarer Familie zu Ostern in die Lehre bei guter Vergütung gesucht. i 0073 * Kaiser-Ißagazln, Seltersw. 2. Reinl. Mädchen für Monaln- ntelle bei gutem Lohn gesucht durch Frau Bärra, gewerbsmäßige Stellenvermittlerin, Kirchenvlatz 11. !0074Ü Ein junges, ordentliches Dienstmädchen ges. 9»iöu«r, Plockstr. 9 10