m. 60 Ter 6t«focit«r Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: tiehener Aamlliendlatter; Areirblatt für den Kreis Stehen. Sezugsprels: monatl. 90 Pf., viertel- jährl. Nit. 2.6b: durch Abhole- tu Zweigstellen monatl. 80 Pf.: durch die Post Mk. 2.45 viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüsse: sürdieSchristleituug112 Verlag,Geschästsstelleül Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Erstes Blatt Lioutag, 5. Kedruar VA? Postscheckkonto: Zranffurt a.M. U686 ur Vveryessen Swtllingrrundtzruck u. Verlag: SriMsche Univ.-Vuch. u. Steindruckerei R. Lange. Schristleitung. Seschästrstelle a. Druckerei: Schuistr. i . Santoertehr: Gewerbebank Gietzen t...a>)li'.e von Anzeigen die Lagesnuimner vls zumNachmitlag vorher. Zeilenpreir, f. ?lnzeigen: örtlich 20 'i'r., Ver- nüetungeir u. Stellengesuche 15 Pf., ausivärtS 25 Pf., b. Platzvorschriw 30 Pf., Reklamen 75 Pi.^ bei Platzvorschrift 90 Pf., Hauptschristleiter: Aug.^ G o e tz. Verantwortlich fiir Politik u. Feuilleton:^ Aug. Goetz, Stadt m b Land, Vermischt es u.Gc- richtssaal: Fr. R. Zen?. Anzeigenteil: v. Beck, sämtlich in Gießen. (V gE sind auf keine „Neuorientierung" mehr einstellbar. Herr Wilson hat im Senat, dem er den vorläufigen Bruck) mib- terlte^ eine Rede gehalten, die sich noch mehr an die Adresse der Deutschen als an diejenige seiner amerikanischen Mitberater richtete. Gr gibt an, es nicht glauben zu wollen und zu können, daß Deutschland mildem ungehemmten U-Boots- krrege es jetzt ernst meine, er spricht mit einer nicht ganz/ ed^eit Sentimentalität von dem sonst unvermeidlichen Bruch der langjährigen freundschaftlichen Beziehungen. Da er zwei- iellos auch deutsche Zeitungen zu lesen Gelegenheit hatte, so rouudern wir uns über diese spät blühende und uns darum ISS, anmutende Versicherung seiner 'freundschaftlichen Ge- S,E T r das deutsche Volk. Die im Kriege aus Wilsons < hervorgegangenen Tatsachen trennen uns noch ar\ l f? V f - Ozean, der zwischen bar alten und der neuen W^t liegt. Im ganzen ist diese neue Senatsrede Wilsons doch nur die Fortsetzung seiner unfreundlichen Politik gegenüber dem Deutschen Reiche. Die gemachten, von wohlfeilen Ersatzmitteln wirklicher Humanität triefenden An- red^ll und Berufungen werden uns übermittelt mit einer yochimütig-mitleidigen Gebärde der Ueberlegenhait und mit emer verhüllt et: Kriegsdrohung. Immer noch scheint sich -bttson erne ernschüchternde Wirkung seiner Tonart bei uns und er hegt die falsche .Hoffnung, daß die deutsche Praxis zur See doch nicht so weit gehen werde wie r* c ^Endigung, die in der deutschen No^ enthalten war. ^n übrigen ist es bemerkenswert, daß Wilson mit fernen Warnungen und Drohungen nicht gerade eine Keule behält sich die Wahl der crnzu- ^^deu Kamp^Utel vor für den Fall der deutschen lnnachgrebrgkert und scheint genau zu wissen, daß das amerikanisch Schwert, das er gegen uns schwingen konnte. nicht recht herüberreicht und seine meisten Schläge ins Wasser fallen müßten. Das wissen auch wir, und darum wlrd der Beschluß eine Tatsache werden, den der Präsident die „mutwillige Durchführung eines unbarmherzigen Flottenprograirrms" zu nennen beliebt. Gleichzeitig mit Wilson hat noch ein anderer, am Seekrieg unmittelbar beteiligter Staatsmann einen langen Vortrag über das Neueste gehalten: Lloyd George! Was er sagte, ist in vielen Einzelheiten noch interessanter als die Kundgebung des Amerikaners. Denn es sind diesmal nicht nur die üblichen polternden Schimpfereien gegen Deutschland in seiner Rede („Barbarentum im Naturzustände"), sonderii es sind auch einige Offenherzigkeiten und Eingeständnisse darrn „Die Gefahr ist groß." „Es muß noch mancher breite, wilde Strom durchkreuzt werden, bis wir zum Siege' gelangen/' Vor allem aber scheint Lloyd George sich über die schwerwiegendste Wirkung der ^uen Ereignisse klar zu sein, die in der äußersten Gefährdung der britischen und französischen Balkanunternehmungen liegt.^ Was der englische Minister an eigenen Siegesmitteln aufzählt, ist nicht sehr imponierend, und er wird fernen Landsleuten mit seiner neuesten Rede sicherlich das Herz nicht warm gemacht haben. Wie unser Reichskanzler, so hat auch Lloyd George angedeutet, daß eriiste Zeiten bevorstehen. Er fordert Alt-England zum Sparen, Dulden und Leiden auf! Der mangelnde Schiffsraum ist, so gestand er, der gefährdete Lebensnerv! Und von der Helserrn Zeit erwarten sich die britischen Staatsmänner, ganz rm Gegensatz zu ihren früheren Verlautbarungen, nichts mehr. Die Zeit soll nach Lloyd George ein englischer Bundesgenosse bleiben, aber sie soll es eilig haben. Ein Ausspruch, zu dem man mit Hamlet sageil bönnte: „Das war ehedem paradox, aber nun bestätigt es die Zeit." Was aber so eilig über uns hereinbrechen soll, das ist die Zerschmetterung unserer Wehrkraft zu Lande! Hindenburg hat uns das Nötige über diese Gefahr gesagt, und wir können Ruhe der neuesten Frühjahrsofsensrve entgegen- Die österreichisch.ungarischeri Tagesberichte. Wien, 3. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbarl: 3. Februar 1917. Oestlicher Kriegsschauplatz. Bei B e k a s an der ungarischen Ostqrenze schlugen unsere Srcherungstruppen einen Vorstoß russischer Abteilungen zuruck. Sonst nichts zu melden. Italienischer Kriegsschauplatz. Ein italienischer Flieger belegte, ohne nennenswerten Schaden anzurichten, Rabresina mit Bomben. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Der Stellvertteter des Chefs des Generalstabs v. Hofer, Feldmarschalleutnant. Wien, 4.Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 4. Februar 1917. Oestlicher Kriegsschauplatz. Im Bereiche der k. u. k. Streitträfte nichts von Belang. Italienisch er Kriegsschauplatz. Unverändert. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Südlich des Ochrida-Sees griffen unsere Truppen eindliche Erkunduugsabteilungen mit Feuer an. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Hö fer, Feldmarschalleutnant Der Sruch zwischen Amerika und Deutschland. Berlin. 4. Febr. (WTB.) Reuter meldet, die Regierung der Ve re i n i g te n S t a a t e n habe den Abbruch derdiplomatischen Beziehungen mitDeutsch- land ausgesprochen. Der Präsident Wilson habe im Kongreß davon Mitteilung gemacht. Dem deutschen Botschafter Grafen Bernstorff seien die P ä s s e z u g e st e l l t worden. Der amerikanische Botschafter Mr. Gerard sei angewiesen worden, Deutschland zu verlassen. Eine Bestätigung dieser Meldungen liegt hier an amt- icher Stelle noch nicht vor, jedoch wird ihre Nichtigkeit nicht bezweifelt. Washington, 3. Febr. (WTB.) Meldung des Rsuter- Bureaus. Wilson erinnerte in senwr Botschaft an den Kongreßandie arnerikrnische Note an Tvutschlmid vom 8. April nach der Torpedierung der „Sussex", hieraus an Deutschlands Antnwrt vom 4. Mai und cm die Antwott Amerikas vom 8. Mai, in der die deutschen Zusicherungen angenommen ivurden. Wilson agte, Teutschland habe diese Note nicht beantwortet. Hierauf zitierte Wilson aus dem deutschen Memorandum vom 31. Jmruar und sagte: Angesichts dieser Erklärung, die plötzlich imd ckhne vorherige Andeutung irgeirdwelcher Art vorsätzlich die formellen Bersiche- ^. öer deutschen Note vonr 4. Mai gegeben wurden, zurückzrcht, bleibt der Regierimg der Vereinigten Staaten kein« andere Wahl, die sich mit der Wütt>e und der Ehre der Per- ctmgten L>tauten vereinbaren läßt, als brn Weg einzuschtagon, ben [xc m rfrrer Note vom 8. April für den Fall Endigte, daß Deutschland ferne U-Boots-Methode nicht aufgeben wollte. Ich beauftragte deshalb Lansing, Bernstorff mitzut eilen, daß ore diplomatischen Beziehungen zu.Dckutschland abgebrochen sind, daß der amerikanische Botschafter in -d^lm sofort abberufen werde, und daß Bernstorff die Pässe aus gehändigt werd en. Trotz dieses unettvarteten Vorgehens der deutscherr Regierung und ^ dieses plötzlichen t^fbedcrnerlichen Widerrufs ihrer unserer Regiming gegebenen Versicherimgen in einem Augenblick der ttrtrschsten Spannung in den zwischm den beiden Regierungen üe- stchendm Vczrchungen weigere ich mich zu glauben, daß die dcntschen Behörden tatsächlich das zu tun beabsichtigen, wvzir cv> 2 1 1 ™ te ft?. uns bekannt gegeben haben, berechtigt halten. bringe es nccht über mich, zu glauben, daß sie auf die alte ^renndpchast der beiden Völker oder auf ihre forinellen -öerpsluhtungen kerne Rücksicht Nehmen und in mutwilliger LÄrrch- suhrung eures unbarml-erzigc'.r Flottenprogramrns anrettkanffche ^chrffe und Menschenleben verrrichten werden. Nur wirkliche offenkundige Tcckcn von ihrer Seite können nrich das glauben niachen Wenn mein eingewurzeltes Vertrauen in ihre Be- sonntnrhert nnd ihre klnge Umsicht sich ungtücklicherlveise als Unbegründet Herausstellen sollte, wenn amerikanische Schiffe und Mewcherrleben m nachlässiger Ueberttetung des Völkerrechtes und der Gebote der, Menschlichkeit geopfett werden sollten, so iverde ich den Kongreß um die Ernrächtigung,ersuchen, die Mittel an- wenden zu rönnen, die notwerrdig sind, um unsere Seeleute sn n d B ü r g e r bei der Versolgurrg ihrer friedlichen Uirter- nehrnungen auf dem offenen Meere zu schützen. Ich kann nicht weniger tun, ich nehme als ausgemacht cm, daß alle neutraleir Negierungen deicselbcn Wog eiuschlagen werden. Wrr wünschen keinen kriegerischen Konflikt (wörtlich: hostrle Conslut) mit der deutschen Regierung Wir Und aufrichtige F-peunde des deutschen Volkes und wmucherl ernstlich den Frceden mit der deutschen Regierung zu erhalten, die sein Sprachorgan ist. Wir werden nicht glauben, dich sie uns feindlich geftnüt sind, anßitc wenft es soweit kommt, daß wir es glaubeii müssen, und wir beabsichtigen nichts anderes als vernünftige Vereidigung der unzweifelhaften Rechte unseres Volkes. Wir haben keine egoistiscl)en Absichten. Wir suchen nur den uraften Grundsätzen unseres Volkes treu zu bleiben, unser Recht auf Freiheit, Gerechtigkeit und ein unbelästigtes Leben zu schützen Das Und Grundlagen des Friedeiis, nicht des .Kriegs. Möge es Gott fugen, das; wir nicht durch Mte vorsätzlicher Ungerechtigkeit von feiten der Regierung Deuffchlands dazu herausgefordert werden, sie zu verteidigen. j M a s h in g ton, 3. Febr. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Es verlautet, daß in der Konferenz auf dem Ka/- Pitol sowohl Wilson als auch der Vorsitzende der Konrmission für auswärttge Angelegenheiten, Stone, und Senator Lewis der Ansicht waren, daß ein sofortiger Bruch mit Deritschland nicht gerechttettrgt wäre. Man wolle annchmm, daß Deutschland nicht beabsichtigt, Amerrkaner oder ihr Eigentum zir gefährden. Außerdem wird einem hiesigen Blatte aus London gemeldet: Die den 1- sche Drohung hat an der Ausfahrt der englischen Schiffe nichts vevandett. Viele Amerikaner belegten Plätze .für die Heimreise. vlmerckcmern,_die bei ihrer Botschaft Erkundigungen einzogen, wurde versichert, datz genug Schiffe vorhanden seien, um sie nach Hause zu befördern, was immer auch geschehen werde. Bei der White Star Line werden Plätze,belegt, zumal da die Abfahrt des Holland—Amerika-Dampfers auf uirbestimmte Zeit verschoben worden ist. Im Dienste der White Star Line tritt keine Änderung ern. Station Nauen zur Verfügung der Neutralen. Berlin, 3. Febr. (WTB.) Wie wir hören, ist die Fnn- kenstntion Nnuen den neuttaten Reedern zur Unterstühunq von Anweisungen an ihre unterwegs befindlicheir Schiffe zur Verfügung gestellt worden. Die deutschen Behörden sind mit allen Mitteln bemüht, die Rceuttalen in ihreru Bestteben ihre Schiffe aus dem Sperrgebiet um England sernzuhnlterr zu unterstützen. m Holländische Maßnahmen. Amsterdam, 4. Febr. (WTB.) Aus Bmniben wird gemeldet, daH die Fischer'flotte von der Erlaubnis der Rogreimng, innerhalb eines Gebietes' von 20 Seemeileir von der Küste zu fischen, keinen Gebrauch machen wird, weil die Versicherer das Msiko nicht auf sich nebmm wollen Man ist beunruhigt über das lange Ausbleiben des holländischen Dampfers „Antefor", der am 1. Februar von den Downs abgereist und noch nicht in Bmuiden anaekom- men ist. Amsterdam, 3. Febr. (WTB.) Das Ministerium hat verfugt, daß vorläufig keine Auswanderer in Holland zugelassen werden. Haag, 4. Febr. (WTB.) Ti« Ausfuhr von Zelluloid m jober Form, von allen Gemüseln. von frffcHm und gedörrtem Obst, von Schilf bi nsen und deren Fasenc in jeder Gestalt, ferner von Dünger aus Seesternen mrd Fischabfällen ist verboten worden. Die Lage in Dänemark. Kopenhagen, 2. Febr. (WTB.) Meldung des Ritzan- schen Bureaus: Der Verein der dänischen Dampfschiff. Reedereien besprach in einer Sitzmrg eingehend die dilrch du fcoiiLdje .je^fepTutc AJngc. Er vejchtoß uorlaufi§, die Lchiffs- faWken iit lociiem Umfaatge rä$uffcelleii unfc die lueilere Entwicklung der Berhäktttissc absiöuixtat, um sobald tunlich, die Tonnage in ein« für das Land und die Schiffahrt günstigsten Weise ver- dkrnden zu können. Infolge der Einstellung des gesmnten Postdampferverkehrs Lehnen sämtliche Banken Dänemarks vorläufig die Einlösung -LU-li scher. französischer, italienischer und amerikanischer Schecks ab. Nack) Blättermeldmigen baden auch die Göteborger Dampfer ihre Fahrten nach England eingestellt. Ueber ein- dimsetü «Lreelentc sind bereits arbeitslos. Da der Postverkehr nach England vollständig unterbrochen ist, sind sogar üi Göteborg mehrere Tausend für England bestimmte Doftsäcke anfgelagert. Tin Besuch de- Königs von Schweden in Dänemark. Kopenhagen, 3. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Der König von Schweden ist heute mittag hier zu einem Privat besuch bestu König von Dänemark eingetroffen. Die Abreise erfolgt morgen. Norwegen. Kristiania, 3. Febr. (WTB. NichdrmEch.) Das Watt ..Sozialdcucokraten" nimmt Stellung gegen mehrere Blätter, namentlich gegen die ..Sjoesar^tidenbe", weck sie die norwegische Regierung zu einem scharfen Protest gcgpt die deutsche Soefperre- Erklärnng ans gefordert halben, was um.fr unangebrachter sei, da wesentlichen Anteil der Bercmtworttrng für d« Neutralen d« Reeder selbst tragen, indem sie sich Deutschlands Feinden zur Verfügung stellten. Tie deutsche Soesperre sei eirre Tatsache, die Nvr- teecen weder durch Proteste, :wch durch Wehklagen ändern könne und in die mttn sich schicken müsse. Die Haltung Spaniens. Basel, 4. Febr. (Zf.) Aus Madrid meldet HavaS: Der König verlangte telegraphisch von den Zentral machten eine Verla n - e r u n g der Fr i st für die Rückkehr der spanischen Schifte, die sich noch tzn der von der Blockade betroffenen Zone befinden. Der König, der nach Madrid zurückgekehrt ist, hatte eine lange Besprechung mit Rormrnones. Die republikanische Partei beschlost, gegen die deutsche Note zu protestieren. Sic fordert, daß die Antwort der spanischen Regierung würdsig, sei nnd sich von dem Ehrgefühl und den Interessen der Nation inspirieren lasse. — Die Königin empfing den russischen und den italienischen Botschafter. Bern, 3. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Pariser Blätter melden aus Madrid: Die Schiffahrtsgesellschaften sind durch ettu Bekanntmachung im Amtsblatt aufgefordert worden, die in der deutschen Nöte festgesetzte Fahrzone für die Schifffahrt nicht $u verlassen. Sine Erklärung de- spanischen Miritfterprafideirte«. Madrid, 3. Febr. (zf.) Zur Ankündigung des deutschen Tauchbpotkrieg es gab Graf Romanones in der spa- utschen Kammer nach Verständigung nrit den Parteiführern Maura, Dato und Alvccrez wörtlich folgende Erklärung, die von Havas! Nrcd anderen Entrnde^Agcnturen nur verküzt itnd verstümmelt wiedergegeben worden ist: Die Regierung Sann die große Bede 2 ttmrg des Tatbestandes für Spanieic nicht bestreiten- Aber sie hält darauf, zu erklären, daß das Leben der Nation nicht unterbrochen werden darf, formt und wird. Beifall.) Die Regierung wünscht mit dem Parlament in Verbindung zu bleiben, well es in den schwierigen Stunden, die wir durchleben, feinen besseren Helfer gibt als das die ganze Nation Zertretende Parlament. Wer sie werden begreifen, daß wir heute nicht ui der La. : sind, tmfere Meinung, unsere Haltung und Antwort. die wir aus die uns gemachten Eröffnungen geberr werden, öffenttrch mitzutellen. Ich rechne darauf, daß das spanische Parlament eine Probe des patriotischen Stillschweigens geben wird, das all' seine Handlungen seit Krieqsbegttrn geleitet hat, und daß es die Regierung nicht nötigen wird, in ausweichender Form! zu «rtwortrn. die das öffentliche Gewissen nicht befriedigen würde. In der g-egenwärtigen Sturste gewisse Probleme zu verttesen, würde höchst schädlich sein. Ich vertraue ani den Patriotismus aller. > Tie Erklärungen des Ministerprcffidenten wurden mit ein- ftnttmigent Beifall begrüßt. Der Ministerpräsident wvederlwlte sie vor dem Senat. Er hatte darauf eine dreistündige Unterredung mit dem deutschen Botschafter Fürst Rattbor. Man versichert, daß diese Besprechung besmrders die Lage der rmterwegs befindlichen Schiffe die Frage betraf, wie ein vollständiger Stillstand des spani- i Seeverkehrs zu vermeiden sei. Tato, der Führer der L ib e rallons ervativen, betonte in Ab- «ockmeben kreisen, die Lage erfordere Rühe und kaltes Mat und -eckige Einheit. Die Regierung müsse auf die Unterstützung auch «llcr Elemente der Opposition rechnen. Die der LibevalkonferVa- Liven wetch-7 ihr incht fehlen. Albaner äußerte andererseits dick Wdctmmg, die Regierung müsse sich mit den Fühoern der Oppo- Mionsparteteu verständigen, damit das Kabinett den Charakter cbte£ nationalen Mrnistertunrs annehme. Die Schweiz. Bern. 3. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die ..Zürcher Pofr' Krängt eine Zuschrift aus Industriekreisen, in der auf dre Möglich- 'Xeti, hin gewiesen wird, wichtige T ran ssp orte, wie Go- für die Schweiz über Rotterdam oder andere Ihslkändische/Häfen, zu welchen die Zufuhr von der deutschen Seesperre sreigelassen ist, zu leiten. Du Zuschrift erwartet, .infeem sie sccd auf die Erklärungen von unterrichteter deutscher sSette beruft, deutscherseits keine Hindernisse bei der Durchführung des Planes. Sie verzeichnet ferner mit Befriedigung die Erklärung von deutscher unterrichteter Seide, daß alle Möglichketten, wie do-ttschersetts die Wirkung des verschärften Unterfrchootskrieges ffc: dft Schrveiz erträglicher gernacht werden kann, sorgfältig ge- Pctfft würden, insbesondere auch Piaßnahmen zur Erlefthtenmg der Schweizer Industrieaussnhr erwogen würden. Da von Blisfin- gen «us der holländische Verkehr mit England in einem bestintm- ien Düaste nidyt gehindert sei, io sei auch für die Schweiz die Möglichkeit gegeben, über holländische Häfen auszirführen. Die Zuschrift spricht die Erwartung aus, daß sich Amerika, wenn es neu- chrol bfribt. entschieden für die Offen. Haltung dieser neutralen HLftn entsetzen werde. Auch der .Korrespondent der „Thurgauer Zettung" weist auf dte Wichtigkett des RotLerdamer Hafens für Me Versorgung der Schweiz hin. Einschränkung de- Nnhruttqsmittelversir«rrch4 in den Ententeländern. London, 2. Febr. 'WTB.- Meldung des Reuterschen Bureaus: Der NahrungsünttelkonttvlleuT richtete einen Aufruf an das Volk, es möge den Berbvcruch von, fdLcchrun-gsmitteln, insbesondere von Brot, Weizerrmehl und 'Zucker aus höchstens 4 Pfund Brot. 2V? Pftrnd Weizenmehl und S /4 Pfund Zucker für den Kops vrv Woche einschrän- fra Er hoffe, die freiwillige Einschränkung werde sich erfrigreich zeigen: er müsse aber auf die Möglichkeit Hinweisen. daß Zwangsmaßnahmen notwendig werden könnten. Paris, 3. Febr. (WTB.) Die Minister für Verpflegung und Landwirtschaft haben an die Präfekten ein Rundschreiben gerichtet, in dem zur Sparsamkeit mit Getreide, Mehl und Brot crufgefordert und verboten wird, diese zur Viehfütterung zu verwenden. Die Stimmung in Bulgarien. Sofia, 4. Febr. (WTB.) Die Blätter aller Schattie- Angen begrüßen die Aufnahme des verschärften Tauchbootkrieges als ein wirksames Mittel, den Abschluß des Friedens zu beschleunigen, den die Mächte des Vierverbandes zurückgewiesen haben, und heben das un- jerschülterüche Vertrauen des bulgarischen Volkes in den fieg- «veicheL .«pechfelsettige Solidapb- tär der Brrdüiweten hervor, die fest eapchtofsen secen, aus allen Schlachtfeldern Sieger zu bleiben. * «- * Der bulgarische Bericht. Sofia, 3. Febr. WTB.) Genevalstabsbericht vom 2. Febr.: Mazedonische Front: Au der gesamten Front spärliches Artllleriefeuer, tut einigen Stellen nur veretnzelte Kanouen- schüsse. Im Cernabogen Artllleriefeuer. Mehrmals kurzer heftiger Feuerkamps in der Gegend von Bitolia. Im Wardartale Feuerwechsel zwischen Patroncklen und Posten. RumänischeFrvnt:Jnder Umgegend von Prisbwa, östlich von Tulcea, Artillerie- und Minenfetter beiderseits des St. Georgskanals. Der türkische Bericht. Konstantinopel 3. Febr. (WTB. Nichtamll.) Amtlicher Heeresbericht vom 2. Februar: Tigris front: In der Nacht vom 31. Januar auf 1. Februar nahm der Feind unsere Stellungen südlich vom Tigris imX> die rückwärtigen Verbindungen unter heftiges Arttlleriefeuer. Trotzdem führten unsere Erkundungspatrouillen mehrere glückliche Uebersälle aus. Am 1. Februar war ein wichtiger Kampftag. Nach heftiger Artillerievorbereitung griff der Feind mtt mehreren Jnfanterieabtellungen alle unsere südlich des Tigris gelegenen Stellrnrgen an und zwang eines unserer Bataillone, sich ans der ersten in die zweite Linie zurückzatziehen. Indessen wnroe der Anariff, den der Feind mtt überlegenen Kräften gegen diese zweite Linie machte, sofort abgeschlagen. An anderen Fronttellen gelang es dem Fenche, zuerst, in unsere Stellung einzndringen. Er wurde aber durch unseren Gegenangriff mtt dem Bajonett verjagt und unsere Stellung wurde wieder genommen. Bei diesem Angriff erlitt der Feind größere Verluste als jemals bei den büttigen Kämpfen, die bisher in Irak statt-, fanden. Allein vor der Front eines unserer Jnfan- terieregim enter liegen mehr als tausend Tote. Die Verluste des Feindes an Toten sind sicher nicht unter 2000. Außerdem machten wir 41 Gefangene. Wären englische Soldaten, wenn sie versuchten, sich zu ergebet, nicht von der eigenen Artillerie unter Feuer genommen und vernichtet worden, wäre die Zahl der Gefangerten noch größer. Im Zusammenhang Mtt dieser Kampfhandlung versuchte der Fetnd eine Einkreisnngsbe- wegung mtt starkett, durch Arttllerie tmd Infanterie verstärkten Kavallerietruppen gegen unseren rechten Flügel. Wir wiesen auch diesen Versuch zurück und sägten dem Feind durch unser Jrifanterie- und Maschinengewehrseuer beträchtliche Verluste zu, die wir später durch Arttlleriefeuer steigerten. Unsere Verluste am 1. Januar waren verhältnismäßig unbedeutend. Persische Front: Ein Angtftffsversuch des Feindes gegen unsere vorgeschobenen Truppen östlich von Hantadan wurde abgewiesen. Kaukasusfront: Nur Tättgkett von Aufllärungs- patrouillen. Am 31. Januar sank eines der vier feindlichert Schiffe, die nördlich Hafza im Scfrvarzen Meer gesichtet wurden, nach einer siirchtbaren Explosion. Von den anderen Fronten kein wichttges Ereignis. * * * Der Anschlag auf Lloyd George. London, 3. Febr. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus : Tie drei Frauen und der Mann, die beschuldigt sind, ein Komplott gegen das Leben Lloyd Georges geplani zu haben, wurden in Derby verhört. Die Erllärung des Generalanwalts, daß die Angellagten versucht hätten, Lloyd George und Arthur Henderfrn dttrch Gift ums Leben zu bringen, ries Sensation hervor. Das Gift war Frau Whesier aus Southamptort zugeschickt worden. Es handelte sich um Strychnin und Curare. Mit dem Curare hätten Pfeile Vergifter und auf dem Landgute Walton Heath auf Lloyd George abgeschossen werden sollen. Die Nachmusterungen der Untauglichen in Frankreich. Paris, 3. Febr. (WTB^) Meldung der Agetwe Havas. Die Kammer hat nach einer Rede des KäÜLgsmimsters Ärmtey mit 398 gegen 85 Stimmen den Gesetzsttwurs über die Nachmusterung der M ili täruntanglichen angenommen. Tie Besprechungen über diesen Enttvurr l-attzen am Tonnterstag begonnen und waren trotz der Dringlichkettserllärung mtd der neuen Geschäftsordnung dadurch in die Länge gezogen worden, daß eine nicht enden wollende Reihe von Zusatzcrnträgen eingebracht worden war. * Eine neue Ministerkrise in Rußland? Kopenhagen, 3. Febr. (WTB.) Laut „Berlingske Trdende^' meldet die Moskauer Zeitung „Rußkija Wjedo- mofti" aus Petersburg: Politische Kreise halten es für sicher, daß Ministerpräsident Golitzyn noch vor dein Wtederznsirnnnen tritt der Reichsdmna zu rucktreten werde. Zwischen ihm und Protop opvw seien ernste Streitigkeiten ausgebrochen, die jedes Zusammenarbeiten innerhalb der Re-aierung unmöglich machtert, da Protopopolw die Macht im Kabinett haben wolle. Als Nachfolger Golitzyns werden in erster Linie der frühere Landwirtscl-aftsnttnister Bobrinski und der Präsident des Staatsrates Schtschegtowi tow gerurnnt. Eine Explosion im Hasen von Archangelsk. Petersburg, 3. Febr. (WTB.) Meldung der Petersburger Telegraphen-Asenttcr Der Admiral stab teilt unter dem 36. Jatruar amtlich mit: Bei der Entladung des Eisbrechers ,,Tsche kj uSkin" bei einem der Ausladeplätze in Archangelsk ereigrtett sich eine Explosion und ein Brand, der sich fafom in den (Lfebieten dieses Löschplatzes verbreitete. Der Brwck> vertrrsachte Schaden an den Gebäudeit beim Bahnhof und unter einigen Lagern, Schuppen und Baracken. Bvn Schiffen wurde außer dem „TscheljusLn^ ein Schlepper zerstört: mtßerdem erlitten fünf Dampfer Beschädigungen, drei davon jedoch nur leichte. Unter 344 Verletzten sind drei Offiziere, 99 Soldaten und 59 andere Personen, schwer verletzt. Tie Zahl der Toten ist noch nicht endgülttg fest- gestellt. beläuft sich anscheinend aber auf etwa 30. Am 31. Jmmar konnten die Dampfer schon wieder an der Unglücks stelle anlegen. Tie gewöhnlichen Ladearbeiten t ve rdcn ungehindert fortgesetzt m # 9 Luftangriff auf FurneS und Adinkerke. Berlin, 4. Febr. (MDB. Amtlich.) Am 2. Februar abends haben rnehreve mrsever Marineflugzeuge Furnes und Adinkerke ausgiebig mit Bomben belegt. Die Flugzeuge sind wohlbehalten zurückgekehrt. Zeektteg. Amsterdam, 3. Febr. (WTB.) Der .Kapttän des nie- derländischen Dampfers Bondel meldet auf drahtlosem'Wege daß der holländische Dmnpfer „Gamma^ (2115 Donnen) durch Kanonenschüsse zum Sinken gebracht wurde. Die Schleppdampfer „Witte Zee^ und „Swarte Z e e'L die den holländischen Dmirpfer „Westerdijk" aus Dor- noway abholen sollten, sind ausgefahren. Mehrere holländische Schisse ersuchten, aus eigenes Risiko ausfahren zu dürfen, und hjaben die Erlaubnis dazu erhalten. Rotterdam, 4. Febx. (WTB.) Die französischen Segelschiffe „Bernadotte" (125 Tonnen), „Jeu ne Fr an che" (126 Donnen), „Couronne^' (169 Tonnen) und ,-Ophelia" (159 Tonnen) wurden versenkt. Rotterdam, 4 Febr (MTB) In Schiffahrtskreisen verlautet, daß sett Beginn, des verschärften Tauchboottkrieges schpou ftfcex 30 Schisse versenkt worben Knd. R d 1 1 c i i> a ut, 3 , 3 -cbr VLB., Aus England zurück- gekehrte Seeleute berichten von dem Einlaufen zahlreicher beschädigter englischer Zerstörer in englischen Häfen in den letzten Tagen des Januar. An der Mündung des Humber wurden mehrere Zerstörer mit teilweise weggeschossenen Schornsteinen beobachtet. V m n i d e n, 4. Febr (WTB.) Der holländische Dampfer „Nftroom" hat gestern abend seine Reise nach London fortgesetzt, nachdem er aus Amsterdam neue Mannschaft erhalten hatte. Der nach Leeds bestimmte brttische Dampfer „Amsterdam" hat nach der Ansfahrt Anker geworfen L o n d o n, 3. Febr (WTB.) Lloyds Agentur meldet: Die Bark „Spedonia^' (3283 Br-R-D.) ist versenkt worden. London, 4. Febr. (WTB.) Lloyds melden: Der norwegische Dampfer „Heimland I" (506 Br.-R.-T.) ist am 28. Januar aus eine Mirre gestoßen. Der Kapitän uitd zlvet Mann gingen in es in kleines Boot. Der Rest der Besatzung, zehn Marrn, wird vermißt. Zwei britische Fisch- dampfer sind versenkt worden. London, 4. Febr. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der amerikanische Darnpfer „Housatanick" (3143 Br.-R.-T) ist v e r s e n k t worden. Kopenhagen, 3. Febr. (WTB. Die Dampffchisf fahrtsgesellschaft Svae hat den Schiffahrtsverkehr nicht allein aus der Nordsee, sondern auch nach Amerika eingestellt. Die Gesellschaft Goeta hat den Verkehr auch nach Holland eingestellt. Die Ursache ist nicht alleut die Seesperre, sondern auch die n-ene englische Minen- le-gung. Matt glaubt, daß schon in der nächsten Woche eine Einschränkung des Eisenbahnverkehrs vorgenorurnen wird Sämtliche Sonderschnellzüge nach .Haparanda, darunter die Kriegsgefangenenzüge, sind von heute ab eingestellt. Kopenhagen, 3. Febr. (WTB. Viele dänische nnd rwrwegische Versicherungsgesellschaftett haben die K r t e g s- versicherung für Handelsschiffe und ihre Ladun- Lgen eingestellt. Kristiania, 3. Febr. (WTB.) Das Schiff „Hird" aus Krrstianra traf mtt der Besatzung des Gothenburger Damp fers „E d d ird" versenkt. Bei Skagen beobachtete „Hird" acht eingefrorene Schisse, davon waren vier norwegische. Zur Ueber> fahrt von Stagen rvach Kristiansand brauchte anderthalb Tage. Bern, 3. Febr. (WDB.) Pariser Blätter melden aus Madrid: Die Schiffahrtsgesellschaften [inb durch eine Bekanntmachung im Amtsblatt aufgesordert worden, die in der deutschen Note festgesetzte Fahrzone für die Schifft fahrt nicht zu verlassen. Bern, 3 Febr. (WTB.) „Petit Journal meldet aus Quimper: Der norwegische Dampfer „Ymell" (1123 Br. R.-T.) wurde versenkt. Die Besatzung ist teilweise ge rettet. Der ^Schoner „Saint Laortt' (230 Br.-R-T.) wurde, auf der Höhe von Feeamp versenkt. Die Besatzung ist gerettet. Madwid, 3. Febr. (WTB. i Meldung des Reuberfchen Bureaus. Ein deutsches Tauchboot versenkte den griechr- schen Dampfer „H e l i c o n" und den spanischer! Tamp-ser „Butron". Die Besatzungen sind bis ans zwei Spanier gerettet. Madrid, 3. Febr. (WTB.! Meld. der Agence Havas Der spanische Darnpfer „Algorta" (2117 Bruttoregister tonnen- mit Apfelsinen und Erz mt Bord wurde versenkt, die aus 12 Kopsen bestehende Besatzung von einem italieni^ scheu Dampfer gelandet. Line Rede Lloyd Georges. London, 3. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die Rede Lkvyd Georges, d« er in Carnavon hielt, hör frlaendetr Worklartt: Die ltberale Pmttei hat ein besonderes Jnteveffe an den Zreten. für die wir in diesem Kriege kämpfeix. GrnleS dsiÄer Ziele ist. daß daS Prinzip des internationalen Rechts die Grundlage des rnternattonalen Friedens ist Mn anderes ist die Lehre, daß die Türknt unfähig sind, irgend eine andere Rasse gerecht zu regieren, und nicht einntal ihre eigene Rasse gut regieren können. Tie neue englische Recherung ist ein Experiment, und ist ziemlich klein. Aber nmn darf sich nicht einbilden, daß kleine Männer oder kleine Regierungen weniger tückftig sind. Zum ersten Male ist Erfolg int Geschäft dem Erfolg in der Polttik gleichgestellt worden, um den Anspruch auf ein !)ohes Amt zu begründen. Effahrenck Männer sind, in der Verwaltung versammelt. Tie Munittonsher- stellung hat alle technischen Kreise des Landes mobil gemacht. Geschosse, Granaten und Geschütze jeden .Kalibers sind reichlich vor- l-andeü. Wir haben selbst einen lieberschrß für mtsere Allnerten gehabt. Bei Beendigung der Offensive mt der Somme waren mehr Geschütze und ntehr Munition vorhanden, als bei Beginn, der Schlacht. Tie neue Regierung l-at schon HunderttausMde von Tonnen gerettet. Das war unschätzbar bei den Schwierig keilen, denen wir zu begegnen hatten. Die Regierung hat auch für den Bau von Hunderttausenden von Tonnen neuer Schisse Vorsorge getrvffeu Sie hat große neue Organisationen für die Erzeugung vcm Lebensmitteln eingerichtet, die Zweigstellen im ganzen Lattde haben. Tie Regierung macht Pläne, um der P i raten-Bru1alität,Teutschlands zur See zu begegnen. Lloyd George fuhr fort, er habe niemals einen Zweifel an dem endgilltigen Siege gehabt, ebensowenig bezweifle er, daß mancher breite wilde Strom gekreuzt werden müsse, bevor der Sieg erreicht werde. Jeder Mann und jede Frau der Nation müsse der Regierung l-elfen, diese Ströme zu überbrücken. Bei Besprechung der Kriegslage benrerkte der Premierminister Über den Balkan, daß er unter ixn gegenwärtigen Umständen nicht wünsche, einen Vorteil zu besprechen, nachdem ein anderer verschleudert woroen sei. Gs könne nicht gesagt >verden, es sei die Schuld dieses oder jenes Landes. Alle vier Lander seien ohne Zweifel zu tadeln. 9lber die Balkan -W i rnis sei der einzige Teil des ganzen Schlachtfeldes, der den Alliierten> einigeDorge machen müsse. Lloyd George nchr fort: Auf dem Meere ist unsere Kraft immer noch ungebrochen, und nicht rrur unser Land, sondent auch unsere Alliierten schulden der stillen Tapferkeit unserer großen Flotte Tank. Mtt Bezug aus die ixachsende Bedrohung durch „D e u t \ dy- lauds seeräuberische Plan e" sagte der Premierminister, er wünsche, daß die Nation sich klar werde, was dieser jüngste Schritt Teutt'chlands wirklich bedeute. Es sei ein Fortschreiten auf dem Wege vollkommener Barbarei, dasi Abwerfeu der letzten Hülle der Zivilisation. Es sei der Barbar in seiner ungeborenen Wildheit. Jetzt müsse er auch vor den nachsichtigsten Neutralen enthüllt da stehen. Von fnun ab werde er keine Flagge achten, als die schwarze Flagge. . Ter Premierminister wgte, der Fetnd habe der großen Re- Mblik des Westens das liebenswürdige Angebot gemacht, zu aestatten, daß Personendampfer einmal wöchentlich nach England fahren dürften. Habe es 'jemals eine solche Unverschämtheit gegeben? Ties gretrze fast an Wahnsinn. Aber wir werden damtt ferttg werden. Tie Gefahr ist groß, kann aber durch große Energie, Mut und Enffchlossenhett überwunden werden. Ein großes Volk, wie die brttische Nation, muß die Regierung mit Geld-, Arbeit- und Landopfern uuLersttltzen. Tann werden wir in unserem Kampf aus Leben und Tod mtt diesen Tesporados durch- halten, aber mrftf, ehe wir willens sind, Opfer zu bringen. Der Feind hat den Schrttt getan, ivett er der Verzroet.stung uahc rst Er weiL. daß die ZiffsEeL der WüMm fr tiuk daß S* ktnni Uneben bebeaürri, sondern eure Ruhepause, um dem Feinde Vett zu geben. sich zu erholen Der Feind würde sich vorbereiten und Nahrungsmittel und Rohstoffe anhäufen, damit Deutschland das nächstemal nicht durch die Blockade in seiner Lebenskraft ge ZTtt Z~ , -v •• «riv ituici, ^cuviiöixüil getrosten wurde i enn wird die Achtung vor dem preuhisä-en Militär- göderr einmal zeriiört. so vann sie nicht wieder aufgerichtet werden Die Deutfcix'u können Sä)wärme von Unterseebooten und Flug Geugen Herstellen, um über die Blockade hinwegzukommen. aber wenn sie das Vertrauen m die Armee verlieren, so kann das nicht wieder hergestellt werden. , Wir müssen bcwcisen, datz der preußischen Baal ein falscher Gott >ist. Wir müssen ihnen zeigen, daß er Hungers- w>,t in ihr Land gebracht hat. daß er sich selbst nicht schützen kann, geschweige denn sie. Es ist notwendig. daß unser Volk mit seinen SSicm L ^ ^^ahnidee des preußischen Militarismus zer- ^ ann Deutschland und Europa ein großes befreites Land haben. { ,Lloyd George sagte weiter: Mir werden 19 17 Friede verommcn, wenn her Feind merkt, daß er heim Durch- VUWu b^ 1918 schlechter anistatt besser daran sein wird. Der d«1sche Runzler spricht vom U-Boot-Krieg als von einem „rück- srcktslosen". Er itmtmt keine Mckßicht aus das Urteil der Welt. «rfEhre und ehrliches Spiel. Mr müssen durch unsere cigenenl ^Anstrengungen zeigen, daß eine Eigenschaft, die Europa erniedrigt und deren Erfolg die Zsiviilisatwn um ungezählte Jahrhunderte »wrückwersen würde, nicht triumphieren kann und nicht triumphieren handelt, a l s w en u wir verschiedene Kriege f ü h r - re«. Kürzlich ist eine große Zusammenkunft abgehalten worden, um diesem Mangel abzuhelfen. Wir müssen Iwrit meht als bisher me groben Hilfsquellen des Reiches ausnützen, und in kurzem ivird vre erste Reichskavinettssitzung abgchalten werden, um tzn sehen, was getan werden kann. Es ist undenkbar, daß über das Schicksal der großen deutschen Gebote nach dem Kriege ein Entschluß gefaßt werden sollte, ohne die Dominions zu fragen, die ihr Blut vergossen haben, um sie zu erwerben. .Lkw? George sagte, er wolle es frei yeraUssagen, daß die YLatton Großes geleistet habe, aber noch mehr tun könne. Wir dürfen nicht nur die tauglichen Männer zwischen 18 und 41 Jäheren bvtutzen und sagen, sre haben das Opfer gebracht, während die übngen frei ansgingen. Wir müssen alle daran teilhaben. Es gibt in Eeurvpa kein kriegführendes Land, wo das Volk im ganzen weniger gelitten hat, als Großbritannien. Wir müssen die Armee an der Front; Nüssen lassen, daß es noch eine Armee hinter der Armee gibt. Der Premierminister richtete sich dann an die Helden zu Hause Nrw riet ihnen, die letzte Bekam rtmiachung des Kontrolleurs für ^«eirsmiitel sorgfältig m lesen, M der die Notwendigkeit des/ chen sei. Die neue Organisation dev Regierung brauchte die Hilfe der Nation. Ersparnis an Nahrungs ^Mitteln sei Ersparnis au Tonnage und Ersparnis an Tonmage sei im gegenwärtigen Augenblick der Lebensnerv der Nation. Der Premierminister wandte sich «h die Besitzer jeden ^Quadratmeter anbaufähige Landes mit der Bitte, Mehr Lebensmittel zu erzeugen Heber die Beschränkung des Reiseverkehrs sagte Llovd George, die jüngsten Maßnahmen hätten Hunderte von Lokomotiven erspart, die für die Armee in Frankreich benutzt werden komrten. Ihre Führer gingen freiwillig mit ihnen. Dalusende von Wagen. Zehntansende von Tonnen von Schienen teert ebenso durch diese Maßregel sicher gestellt worden. Es «ürse letzt kein Zagen ümd kein Hinziehen geben. Tie Zeit sei ein zaudernder und verstörter Neutraler, der sichnoch n i cht entschlo ssen habe, nachwelcher Seite er seine furchtbare Sichel schwingen wolle. Eng land müise darauf sehen, daß die Zeit sich zu seinen Alliierten geselle. und der einzige Weg, die Zeit zu gewinnen »fei Ire nicht zu verlieren. Nach dem Kriege würde das „alte' England vom Schlochtfekde heimkehren, aber das neue England werde auch abhängen von dem, was von Hunderttausenden von Männern getan worden sei, die, wenn es Gott gefällt, vom Schlachtfelde ltemkehren würden. Aber das neue England werde auch davon abhängen, was von den Millionen zu vause getan werde Jetzt säe England Winterweizen, den es zn richtiger Zeit ernten werde, wenn es nicht schwach werde Au» Stadt und Land. Gießen, ö. Februar 1917, ** Auszeichnung. Schütze Willi Flamme, welcher 19i« bei Verdun schwer verwundet in französische Gefangenschaft geriet und kürzlich ausgetauscht wurde, erhielt die Hessische Tapfer- fetttmeboKIe. ** Amtliche Personalnachrichten. Der Groß- Lerzog hat am 3. Februar die Erteilung des Auftrags als Stellvertretender Bevollmächtigter rum Bundesrat an den Mndigen Hilfsarbeiter im Ministerrum des Innere: Regie rungsrat Ludwig Matthias für die Dauer des Krieges genehmigt und ihm den Charakter als „Oberregiernngsratt verliehen. — Am 30. Januar d. I. wurde der Pfandmeister Georg Fey in Darmstadt auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste vom Tage des Menftantritts seines Nachfolgers ab in den Ruhestand versetzt —13° Kälte waren in dieser Nacht in Gießen selbst zu verzeichnen. Wir hatten damit die kälteste Nackt der gan- en Kälteperiode. Gestern mittag wies das Thermometer llenweise noch —12« auf. Dazu hat sich der Himmel Wieder aufgeklärt und wir haben Vollmond, zwei ziemlich unwahrscheinliche Vorzeichen für den angekündigten Witte- aungsumschlag. Trotzdem wird uns versichert, daß der Umschlag nicht länger als 4—5 Tage auf sich warten lassen» Werde ** Aus dem Stadttheaterbureau. Die Kohlenknappheit nötigt dazu, die für die nächste Zeit vorgesehenen Vorstellungen ausfallei, zn lassen Und das'Tcheater von heute ab bis aus weiteres zu schließen. Gießen hat damit- denselben Schritt getan, den verschriene Nachbarstädte, wie Frankfurt, Mainz schon vorher tun mußten Der Theaterbetrieb wird aber insofern nicht gänzlich eingestellt, als die Proben in einem von der Stadt zur Verfügung gestellten Lokal ihren Fortgang nehmen, so daß die Vorstellungen bei Behebung des augenblicklichen Notstandes sofort wieder ausgenommen werden können. Es versteht such von selbst, daß die Abonnementsvorstellungen, die für die nächsten Tage vorgesehen waren und vorläufig raussalten müssen, später n-achgehott werden. ** Tie Großh. Universitätsbibliothek bleibt zur L'rstarimg von Heizung und Beleuchtung vom 8. bis 14. d. Mts V lo ssen. G e tv e r b l i l e. Der che Fortbildungsschu Unterricht muß bis auf weiteres aussallen ** Volksbad. Aus Gründen der Ersparnis an Licht und Mahlen bleiben die Schwimmhalle und das Dam vT und "i. u j * k a b bis aus weiteres geschlossen. Alle übrigen Ätzder und morgens von 8 bis 1 Uhr und mittags von 3 bis 7 Uhr geöffnet. ** Lesehalle-Verein. Um Kohlen zu sparen, wird •Jett einiger Zeit in der Lesehalle am Gelterstor nur der nach ^br Sud-Anlage zu gelegene Raum geheizt und beleuchtet. Mich der Leihverkehr in der Bücherhalle am Theater mußte tzertlrch eingeschränkt werden. Wir verweisen auf die Anzeige jtm heutigen Blatte. ** Zugeinschränkung. Von Sonntag, den 4. Februar Ibis Montag, den 19. Februar, fallen die Schnellzüge v 175 ^U-Ot-u [UV V av ..u-, -".ycu Oil UOdiMlL) 30 nachnr) und 1) 176 Esten, (ob 6.45 vvrm.> 10 \ 14 \tll [ÜJL Hagen Cab aus. jörotfletteibe und MehH Hafer. Gcr ste^u n d*H ü^ E^^uch.ten (außer Wicken und Lupinen) findet am 15. Februar ^.49 vorm.) —Gießen (cm IlM'vnm.)', Eine Bestandsaufnahme der ÄM As Ktt die Erhebung bestimmten Zählpapiere werden MW Ä^^^eun (Oberbürgermeister, Bürgermeister) ZentvaHelle für die Lanvesstattstik rechtzeitig zu gesandt werden. Es empfiehlt sich, schon jetzt für die nötige An zahl^von geeigneten Zählern besorgt zu sein. Grvßh. Ministerium des Innern hat verfügt, daß die Lehrer, die sich den Großh. Bür- «ermeistereien zur Durchführung dieser vaterländischen Aufgabe als Zahler zur Verfügung stellen, an den in Betracht kommenden Tagen vom Dienste befreit werden ^ .^^sellschaft für Erd-und Völkerkunde. 2w r . trag findet Donnerstag, den 8 . Februar 1917, 8/4 Uhr, in der neuen Aula der Universität statt. Professor Dr- von! Düring. (früher in Konstantinopel) wird jübew Deutschland und die Tür^i sprechen. " Die Hessische Lararettzeitung Nr. 81 bringt in ihrem allgemeinen Teile: Kaiser Wilhelm II.; Deine Sorge von Prof. Dr. Sellmann; Grundzüge der sozialen Versicherung von Lanoesrat Beck; Wie macht der Kriegsbeschädigte seinen Renten anspruch geltend 7 Friedrich der Große; Bücherschau: Lazarett Beratung; Rätselecke. Die Gießener Beilage eiithält ein Gedicht von Max von Schenkendorf; Lebensnot und Menschengröße ; Krieg und Alkohol; ArbeitSmarkt; Verwundeten-Unterricht. .. **. Das heutige Kreis blatt enthält Bekanmtmachungen über Llgutdattoneu brittscher Unteruehmungen, Bereitung von Backvarc, Erhebungen über Blinde im Großherzogtuni Hessen, Gemüseiamen, Ausgabe vin Süßstoff, Zuckerverbrauchsregeluna, Bestandsaufnahme der Vorräte an Brotgetreide und Mehl, sowie Ausführung der Reichsversicherungsordnung Landkreis Gießen. /'Holzheim. 4. Febr. Dem Unteroffizier Karl Buß wurde das Eiserne Kreuz verliehen. Er machte bei der Donau armer den ganzen Vormarsch in Rumänien mit und nahm beson derS an der Schlacht am Arges«! hervorragenden Anteil. Nach dem Einzug in Bukarest wurde ihm das Eiserne Kreuz von Gene ralfeldmarschall v. Mackensen persönlich überreicht. •Ölingen, 3. Febr. Heute vorinittag ereignete sich bei den Holzhauern im Walde ein bedauerlicher Unglücksfall. Berm Fällen eines Baumes stürzte ein zu diesem Zwecke benutzter eiserner Haken herab und traf den Arbeiter Karl Roth von hier mit solcher Wucht auf den Kopf, daß er eine schvere Verletzung der Schädeldecke davoutrug. Er wurde in das städtische Krankenhaus überführt. Kreis Büdingen. 4ß Bingenheim, 4. Febr. Zwei Schrilknaben erlegten mie Steinen und Knüppeln in der vorbeisiießenden Horloff eine fette HauSente. Die Dtutter rupfte den geatzten Vogel und versteckte den Sonntagsbraten in den Kleiderschrank. Die Echzeller Gendarmerie kam der Sache auf die Spur und bei der Haussuchung verriet de eine Knabe in der Angst dem Beamten den Aufbewahrungsort der gestohlenen Ente. G H i tz k i r ch e n , 5. Febr. Das Eiserne Kreuz und die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt der Wehrmann D e n i s ch. 4t Himbach, 5. Febr. Das Sanitäts-Verdienstkreuz am Bande der Hessischen Tapscrkeitsmedaille erhielt Fritz K u h l m a n n. 4t Nicder-Mockstadt, 5. Febr. Das Eiserne Kreuz erhielt der Musketier Karl Kullmann im Res.-Jnf.-Rgt. 116. 4t Rohrbach, b. Febr. DaS Eiserne Kreuz erhielt der Kraft Wagenführer Velten. Kreis Alsfeld. ** Nieder-Ge münden, 5 Febr. Dem Kriegsfreiwilligen Gefreiten Heinrich Kratz bei der 1. Maschinengewehr-Kompagnie Jnf.-Rgt. 116 wurde das Eiserne Kreuz 2. Klaffe verliehen. Kreis Lmtterbach. v. L a u t e r b a ch , 5. Febr. Hauptlehrer O. Kinkel wurde zum Unteroffizier befördert. Kreis Schotten. u. G ö tz e n, 5. Febr. Lehrer Adam Pfeifer von hier wurde vom Vizewachtmeister zum Leutnant befördert und erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klaffe. § H e r ch e n h a i n , 5. Febr. Gefreiter Emil I 0 st vom Infanterie-Regiment Nr. 172, welcher seit dem 1b. Dezember vorigen Jahres vermißt wurde, hat nun aus französischer Ge- fangenschafl geschrieben. §Aus dem oberen DogelSberg, b. Febr. Wenn nicht der Weltkrieg in allen Verhältnissen eine Veränderung geschaffen hätte, so wäre nun bei uns aus unseren Bergen ein reger Rodel- und Schneeschuhsport zu erkennen. Während in Jahren des Friedens bei nur einigermaßen verschneiten Fluren täglich flottes Treiben aus unseren Höhen einsetzte die Städter in Scharen zu Berge wunderten, um diesem Vergnügen zu hlüdigen - so t1t in diesem Winter, der doch vor den bisherigen am meisten dazu angetan ist, fast gar nichts davon zu sehen Nur die Jugend kann etwas diesem Vergnügen nachgehen, doch auch sie muß als ihre erste Pflicht die daheim ihrer wartende Arbeit erkennen crnd muß den im Felde stehenden Vater und Bruder nach Kräften er. sehen. Der diesjährige Winter mit seinem naturgestrengen Wesen ist dennoch dem Landmann, obwohl er auch um seine im Felde stehenden Söhne bangt, ein gern gesehener Gast. Die alte Bauernregel : .Wenn's nicht wintert, sommert's nicht/ verheißt ihm wohl ein segensreiches Jahr. Die Kälte hat zwar etwas nachgelassen, doch immerhin noch von bitterer Strenge begleitet. Wie manches arme Voglern, das uns im Herbste nicht verläßt, wie e« so viele tun und mit uns alle Gefahren und Unbilden deS Winters zu tellen gedenkt, muß aber nun frieren und hungern. Man sieht es ihm gerade an, daß e« schwer mit dem Hungergespenst zu kämpfen hat. Darccm läßt sich nicht oft und genug da§ Wort wiederholen: Gedenket der hungernden Vögel! Kreis Friedberg. Butzbach, 5. Febr. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 28. Dezember 1916 im Feldlazarett der ledige Seiler Julius Aff, geboren am 11. Februar 1894 zu Butzbach. Sohn des Seilermeisters Heinrich Kaspar Aff dahier. "-7- Butzbach, 5. Febr. Auf die Anfvage Großh. Kreis- amts Friedberg i'iber die Tätigkeit der Gemeindevertrettmg während des Krieges mürbe beschlossen, von Maßncrhmen zur Ergänzung des Gentenderats Llbstand zu nehmen, da die noch vorhandenen Gentenderatsmitglieder zu einer besächißfähigen Sitzung zusammenzubringen und besondere Schwierigkeiten nicht ein getreten setei. — Tie Jagdverpachtung der Gemarkung ist abge- lausen. Metzger beantragte eine öffentliche Verpachtung ans die Dauer von 9 oder 12 Jahren, da dadurch ein höherer Pachtpreis erzielt iverde als bisher, und vergleicht pie Pachtetse der um- liegenden Orte mit demjenigen der Stadt Butzbach. Ter Geniernde- rat beschließt, die Jagd auf die Dauer von 9 Jahren öffentlich zu verpachten und die Verpachtung in dem Gießener Anzeiger, in dem General-Anzeiger, in der Butzbock>er Zeitimg und in den Kreisblättern Friedberg und Wetzlar anszuschreiben. — Tie von Forstmeister 5) 0 f f m a n n abgeschlossenen Verträge wegen Annahme von 12 Kriegsgefangenen für die Hvlzhanerei wurden genehmigt. Zur »Abhaltung der diesjährigen .Holzversteigerungen wird der 1. Beigeordnete Hadermann beanfttagt. — Fräulein Sophie Gerhardt nmrdc als Buchsührerin für die Lebensmittelstelle angenommen mit der Bedingung, das; sie in der fieien Tienstzeit von der Bürgermeisterei mit schriftlichen 2lrbeiten beschäftigt nrird. — Tie Stadtrechnnng für 1915, deren Eimmhrnen 298400 Mark 07 Pfg. und Ausgaben 272 723 Mk. 07 Pfg. betrugen, wurde verlesen. Ta lsiergegeu keine Einwendungen erhoben wurden, wurde dem Rechner Entlastting erteilt. Tas Kapitalvermögen betrug Ende Rj. 1915 442 385 Mt. 47 Pfg. Tie Schulden betrugen Ende Rj. 1915 1 137 573 «. 83 Pfg., hiervon ab Kapitalver- mb^eu 44 385 Mk. 47 Pfg., bleiben Schulden 695 188 Mk. 36 Pfg. einschließlick^ Clekttizitätswerk, Wasserwerk und für Bahnbauteu. Starkenburg und Rheinhessen, ob. A u s R h e i n h e s s e n. 4. Febr. Die Arbeiten in den Weinbergen konnten auch in der letzten Zeit nicht ausgenommen Oli OlC |iUblC 0V1.4.C — .. w.t.>| ) .|k. i |U,. ■) ganz auf seiner Höhe und ständig kommt es zu ansehnlichen Umsätzen. Bezahlt wurde für das Stück 1916er Weißweiu tm Selz- tale 2300—2500 Mark, in der Gegend von Wörrstadt 2300 bis 2600 Mk., weiter in der mittleren Provinz 2300—2600 Mk., 1916er Rotwein im allgemeinen 2900—3100 Mk. und mehr, 1915er Weiß- wein 3100—4000 Mark. Kreis Wetzlar. d. Wetzlar, 5. s^ebr. Für die vergangene Woche standen der , Stadt mi Schlachtvieh 14 Stück Rindvieh, 8 Schweine und 10 .Kälber zur Verfügung. Nach dem Gewicht der Schlachttiere entfiel auf den Kops der Bevölkerung eine Fleischmenge von 250 Gramm. Hessen-Nassau. -7- Dillenburg, 5. Febr. Wegen Beleidigung der hiesigen Stadtverordnetenversammlung wurde Bürgermeister Dr. Kühn aus Wetzlar durch richterliches Urteil zu 100 Mk. Geldstrafe und zur Tragung der Kosten verurteilt. Ein von Dr. Kühn angestrebter Vergleich wurde von der Stadtverordnettmversatmnlung abgelehnt Dr. Kühn hatte an die Versammlung einen Brief gerich tet, in dessen Inhalt die Beleidigung erblickt wurde --- Frankfurt a. M., 4. Febr. In der Gagernstraße wurde Samstag früh ein älterer Mrun erstarrt ausge^ funden. Er starb kurz nach der Einlieserung ins Kranken haus. X. Hanau, 5. Febr. Die Stadtverordneten haben der Ge Währung von Teuerungszulagen an die städtischen Beamter Lehrer und Arbeiter usw. in der gleichen Höhe wie beim Staate zu- gestimmt. Auch den nichtständigen und Hilfsarbeitern soll eine entsprechende Teuerungszulage gewährt werden. Ferner ist der Aufnahme einer Anleihe von 3 Millionen Mark zugestimm» worden. vevmUchte». Urbi Eisenbahnunglück. Machen, 3. Mehr. MTB. ,WirKich.) Bei der BlockftrNc Finkenrat der Strecke München-Gladbach Aachen fuhr 'der vormittags gegen 8 Uhr aus der Richtung Mtinchen-Glad Lach kommende Personenzuy 402 auf den verspäteten, eben in der Anfahrt begrfffenen Personenzug 398 aus. Durch den heftigen Anprall wurden die drei letzten Wagen des Personenzuges 398 teil weise ineinandergeschoben. Acht Reisende wuödan getötet, mehrere teils schwer, teils leicht verletzt. Beide Hauptgleise waren Ava vier Stunden gesperrt. Ter Sachschaden ist nicht beveutend Ter Unfall ist auf Ueberfahren des Haltesignals rirrückzUfühven Die Kälte. * Köln, 3. Febr. (Privattel.) Der gestrige 2. Februar war seit 100Jahrenderkälteste Dag in unseren Breiten. Vom Rhein wurden 23, aus der .Hocheifel 26 Grad Kälte gemeldet. * B e r l i n, 3. Febr. Dem „B. X." zufolge ist die Käl t e in Ost- und West Preußen noch intensiver geworden. Das Thermometer ist aus 21, in Ostpreußen aus 19 Grad gesunken. Letzte AachrichteK. Seekrieg. Berlin, 4. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die holländische Presse berichtet, daß der holländische Dampfer ,,Gemmck' mn 1. Februar bei Landsend torpediert worden sei. Die Besatzung sei durch den holläirdtschen Dampfer Sondel" in Fcckmouth gelandet worden. Wie wir von zustehender Stelle erfahren, ist es nach den bestehenden Befehlen ausgeschlossen, daß „Gemma", wie die zweifellos aus England stammende Meldung anzudeuten scheint, bereits am 1 Februar ohne Warnung torpediert wurde. Er kann nur wegen Beförderung von Bannware (Leinkuchen) nach England im Kveuzerkrieg ausgebracht und versenkt worden sein. Philadelphia, 4. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Das Bureau Reuter meldet: Das Torpedoboot „Jacob Jones", das in der Nacht von Bgston. an gekommen war, um eine Maschinenprüfung vornehmen zu lassen, blieb die Nacht über im Fluß. Als man heute begann, daZ Torpedoboot nach dem Docke zsu schleppen, begann es zu sinken. Es gelang, das Schiss zu retten. Ein Mann der Besatzung wurde unter Sabotageverdacht verhaftet. Jahrgang 1888 und 1889 in der französischen Kammer. Bern, 4. Febr. (WTB. Mchtamtlich.) Als in der gestri- den Pariser Kammersitzung Guichard die sofortige Entlassung der Mannschaften 1888 bis 1889 verlangte, erhob sich Pariser Blättern zufolge Lyauthei und erklärte, den Antrag nicht annehmen zu können, da derart der Arnvee 300 000 Mann entzogen würden. Er müsse seine Ablehnung verlangen und die Vertrauensfrage stellen. In ber Kammer herrschte lebhafte Unruhe. Maginot unterstützte den Kriegs- minister, welcher sich nochmals erhob und betonte, die Vertrauensfrage gestellt zu haben. Der Antrag wurde, wie gemeldet, abgelehnt. MchrOemÄse? Da< Luch für Gartenfreund«, spart Arbeit, echöht den Ertraq. 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Februar 1917. ^Qgg VI, Uh? i s e tatt eerdiKUnS fl " det Dienstas ' den 8- Februar, nachmittags Gott dem Allmächtigen Hat es gefallen meine hebe ^vrau, unsere gute Mutter, Schwester, Schwiegertochter und Schwägerin Frau KatH. Euler geb. Wehrum plötzlich irt ein befferes Jenseits abzurufen. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Familie Ludw. Euler. Steinbach, 5. Tfrbxuar 1JJL7. o Beerdigung findet Dienstag, nachmittags 3 Uhr statt. 0704 Grotzh. Realgymnasium. Da die höheren Schulen Gießens vom 6. bis einschl. 12. ds. Mts. geschlossen sind, können die Aumeldungeu erst Dienstag, den 13. Februar und Mittwoch, den 14. Februar in der genannten Reihenfolge und zu den genannten Stunden erfolgen. Gießen, den 4. Februar 1917. Gvvßh. Direktion des Realgymnasiums. Dr. Bäur. [1046 D Wölikslmci Aus Gründen der Ersparnis an Licht und Kohlen bleiben die Schwimmhalle und das Dampf- und Heißluftbad 1045V Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bet dem Hinscheiden meiner guten Frau, unserer lieben Mutter sagen wir hiermit unseren innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Lepper und Kinder. Wieseck, den 3. Februar 1917. 1047 Meiner Lesehalle-Verein. Um Kohlen zu sparen, werden vom 7. Februar an bis auf weiteres in der Bücherhalle am Theater nur am Mittwoch 6-9 Uhr abends (seither 7-9 Uhr abends) und am Samstag 6-9 Uhr abends Bücher ausgegeben u. zurückgenommen bis auf weiteres 1044V ii j jp l’ihriffOn RhrlQr» slnc * mor g ens von 8 bis 1 Uhr und Alle ÜJJi lycllDdUcl mittags von 3 bis 7 Uhr geöffnet. Gießen, den 5. Februar 1917. Der Vorstand. Dritter ¥ortrag Donnerstag, den 8. Februar 1917, 8 J / 4 Uhr, in - : der NEUEN AULA der Universität :: Herr Professor Dr. von Düring (früher in Konstantinopel) 1025V Deutschland und die Türkei == (Mit Lichtbildern.) 3um Besten -er durch den llumäneneinsall geschädigten Siebenbürger Sachsen. Samstag. den (V.Zebruar abends 8V, püMIich in der Neuen Aula Vortrag mit Lichtbildern usn^rsfefssr Or.Schlesinger Veutsch-Ziedenbürgen Land and Leute .^iu^ittökarten ,1. Platz 2 Mk., 2. Platz 1 Mk., 3. Platz U0MLlb« der Ferber schen, Frees',dien und Ricker schen Buchhandlung und an der Abendkasse. Studentenkarten (zu 60 Pfg.) beim Univ.-Hausmeister. 1030V Verwundete haben für den drillen Platz freien Eintritt. Srohherzogliche llniverfität§bidliothek Behufs Ersparung von Heizuug und Beleuchtung bleibt die Bibliothek vom 8.— 14. d. Mts. geschlossen. Gießen, den 3. Februar 1917. I. B.: Heuser. 1024V AemliWle mH Strfdnle ks Senljpitopnnis n. kt LbtttralsAle. Die Annahme der Aumeldungeu wird aus Dienstag, den 13. und Mittwoch, den 14. Februar, verschoben. Großh. Direktion der Oberrealschule. Dr. Schnell. U046B Der Unterricht muh bis auf weiteres ausfallen- Die Schulleitung. 1038V Bekanntmachung. Der vom Gemeinderat durchberatene Voranschlag der Gemeinde Treis a. Lda. für 1917 Rj. liegt vom 7. Februar d. Js. an eine Woche lang auf dem Amtszimmer des Gr. Bürgermeisters während der Geschästsstunden zur Einsicht der Beteiligten und Vorbringung von mündlichen oder schriftlichen Einwendungen offen. Es wird Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Treis a. Lda., den 5. Februar 1917. Grotzherzogliche Bürgermeisterei Treis a. Lda. B e n n e r. 1040 Don Sonntag, den 4. Februar bis Montag, den Februar fallen die Schnellzuge v 175 Giegen lab »,50 nachm.) — Hagen (an 9,28 nachm.) — Essen (an 10,30 nachm.) und D 176 Esten (ab 6,45 vorm.) — Hagen lab 7,49 vorm.) — Gienen (an 11,53 vorm.) vorübergehend aus. Kgl. Eiscnbabndircktion Frankfurt a. M. 11023! Um dem starken Andrang in den letzten Abendstunden vorzubeugen, wird mit Genehmigung der Kgl. Eisenbahn- dtrektion bei den hiesigen Absertigungsstellen v. 5. Februar ds. Js. ab bis auf weiteres der Annahmeschlutz für Frachtstückgut aus 5 Uhr und für Eilstückgut auf 6 Uhr nachm, festgesetzt. Auslieferung in den Vormittagsstunden wird besonders für ote nächsten Tage infolge Ablauf der Berkehrs- jverre empfohlen, da nötigenfalls weitere Einschränkungen für dte Nachnuttagsslunden eintreten werden. I050d Giesten, 3. Februar 1917. Grosch. Eiseub.-BerkehrSamt. Wir suchen z. sofortigen (Lohn- Eintritt eine m der^UchyaltttNg ouchführung) erfahrene Persönlichkeit MtaiS*'«Sföt'Ä Bewerbungen mit An Stahl- ».Eisenwerke Atzlar E.M.b.S Astlar bei Wetzlar. 1997V Wä rter gesucht. 10188 Medizinische Klinik. lßFür einige Stunden des Tages ein [1032 Laufbursche gesucht. Meid. zw. 1-3 Uhr Friadricls Teipel, Markt 16 Perfekte bei vollständig freierStation, gutem Lohn u. Behandlung für sofort ges. Ang. od. vorzustellen bei Rust. Dillen bürg, Marbachstr. 20. [ lü6 u. für unseren Druckerei- und Zeitungsbetrieb gesucht. Brülil'silir Unis.-Buch u. 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Dir.: Hermann Steingoetter. Wp Heongels bleibt das Stadttbeatrr bis auf weiteres geschloffen. Die bereits angekündigte« Abonnements-Vorstellungen werden später nachgeholt. Die Wiederaufnahme des Betriebes wird zeitig bekannt gegeben werden. !1033c Die Direktion d. Stadttkeatern.