Ul. iz Sweiter Blatt Erschemt tü-Nch mit AuSnahnre des Sonntags. Beilagen: „Sietzener Zamilienblatter" und „Lreirblatt für den «reis Kietzen". Postscheckkonto: Frankfurt am Main Nr. Ub8ö. Vankverteh?: Gewerbebank Gfttzen. chr. Jahrgang Wener General-Anzeiger für Gberheßen 5am§tag, 20. Januar W Zwillingsrunddruck und Verlag: B r ü hl'sche UnwersüätS-Buch-u.Steindruckerer. R. Lange, Gießen. Lchnftleitung, SeschaftssteLc und Druckerei: Schulstraße?. Geschäfcsstelle u. Verlag: ^#61, Schristleitung: 112. Anschristfür Drahtnachrichten: AnzeigerAießen. England und unsere Kolonien. Allgemein ist ausgefallen, daß in dar Antwortnote des Zehn- cherbandes an Wilson von inneren Kolonien nrchit die Red« ist, trotzdem die Kriegsziele aus dem Kontinent mit aller tminschens- toertcit Deutlichkeit bis ins kleinste dargelegt wurden. Lind Misere Besitzungen in I4srika und der Südsee den Feinden etwa Nebensache? — Wer diesen Schluß ziehen will, kann mit der gleichen Logik bebaupten, daß England der uneigennützigste von allen unseren Gegnern ist: denn England fordert in der Antwortnote ou Wilson nichts h'tr sich. Rußland, Frankreich, Belgien, Italien, Rumänien - - alle werden reichlich bedacht mit SiegeApreisen, die erst iwch zu holen sind. Mir England geht leer aus. Mer so wenig England, dank dessen Haltung in den Julitagen 1914 der Weltkrieg entbrannte. aus dem blutigen Ringen mit leeren Händen heraus- zugehen gedenkt, so wenig dzrnkt man jenseits des Kanals daran, unsere Kolonien anstandslos znrückzugeben. Dazu weiß man in London viel zu sehr den Wdrt eines Kolonialrnches für Deutschlands Weltgeltung in inachtpolitischer und wirtschaftlicher Hinsicht zu schätzen Bezeichnend ist ein Kommentar, den der über die Absichten der Londoner Regierung stets gut unterrichtete „Observer" der Antworttrote mit aus den Weg acht. Er sucht die Oesfentlichkeit darüber zu beruhigen, daß in der Note die deutschen Kolonien unerwähnt bleiben. „Südafrika, Australien und Neuseeland sind freie Dominions, und sie werden nicht zugeben, daß die deutsche Gefahr wieder in ihrer Nachbarschaft auftaucht." Die „deutsche Gefahr" in der Nachbarschaft der friedlichen Dominions! Gewiß, in den auch von England Unterzeichneten Kongoakten war vorgesehen, daß Konflikte in Europa nicht auf afrikanisches Gebiet übergreisen und dort mit ausgetragen werden sollten. Im Vertrauen ans diese Verein-, barnng hat Deutschland sich darauf beschränkt, in seinen Kolonien eine Schutztruppe^zu unterhalten, die keine andere Ausgabe als die Ausübung des Sicherheitsdienstes innerhalb der Grenzen hatte. Wenn je einmal eine größere Zahl von Truppen erforderlich war, wie in Südwest anläßlich des Hereroausstandes, so hat man bei uns stets eisrig darüber gewacht, daß kein Mann auch nur einen Tag bänger dort bleibt, als eben nötig. Hätten wir mit einem Krieg auf afrikanischen Boden gerechnet — und wir hätten wahrlich klug daran getan, dann wären wir ganz anders auf den von England inszenierten Einsall in unsere Schutzgebiete gerüstet gewesen, und Süd- !west und Kamerun wären wahrscheinlich heute noch in unseren 'Händen. England hat uns in diesem Krieg den Wert internationaler Vereinbarungen schätzen gelehrt. Wir wissen, was wir künftig davon Au halten haben. Nicht mehr aus internattonale Verträge, nur aus unsere eigene Käaft werden m'-r uns noch verlassen — j auch in unseren Kolonien! Ob die britischen Dominions uns künfttg in ihrer /Nähe „ckllden" wollen oder nicht, kann uns wirklich kalt lassen. /Darüber ietzen wir uns auch nicht mit den Dominions, sondern mit 4»em englischen Mutterland auseinander, ans dem europäischen Kon- Itutent und zur Lee. Der Gewährsmann des „Observer" meint, niemand denke /daran, das deutsche Volk aller billigen wirtschaftlichen Aussichten tzu berauben. Man könne im asManischen Reich und in Afrika ■eilt internationales Gebiet schassen, das ultter gleichen Bedingungen Deutschland und allen anderen Landern offen stehen würbe. Wirklich zu gütigDie englischen Kolonien will man unserer Industrie und unserem .Handel verschließen, um sie wirtschaftlich noch mehr als bisher dem Mnttertande dienstbar zu machen. Das gleiche beabsichtigt Frankreich init seinem Kolonialreich. Deutschland soll als wirtschaftliche Interessensphäre ein Gebiet in Afrika zugeteilt erhalten, -das außer ihm auch iwch allen anderen als Tummelplatz dienen [form — solange es den englischen imd französischen Nachbarn paßt. sNrckts ist bezeichnender für die Ziele, die das anscheinend so uneigennützige England in dem Weltkrieg verfolgt, als dieser Vorschlag. Man will das zu Lande und zu Wasser unbesiegbare Deutschland nm Frieden an den Wurzeln seiner wirtschaftlichen Macht, an der ungehinderten Robstoffzusuhr aus den tropischen und subtropischen -Ländern treffen. Will verhiirdern, daß es über See auf eigenem Grund und Boden nach eigenem Gutdünken schalten und walten kann. Nur eine internationale Zone, nicht aber eigene Kolonien Mllen ihm offen stehen. Wir müßten die Geschäftsmänner der Citv snr diesem Weltkriege nicht kennen gelernt haben, um uns darauf ernzulassen. Auch über See brauchen wir reale Garantien, ilnd die chietet uns nur eigener Besitz. Je mehr unsere Gegner den Schleier chin ihre Ziele falten zii lasser, je deutlicher sich iln Wille kundgibt, uns politisch u,id wirtschaftlich zu vernichten, desto klarer stellt sich auch unser koloniales Kriegsziel vor Augen: ein geschlossenes, ver- .Icidiguiigsfähiges afrikanisches' Kolonialreich, das imstande ist, uns -nnt den wichtigsten tropischen - und subtropischen Produkten zu Versorgen. Line widerliche Anbiederung. Aus Berlin schreibt uns ein Milurb ei Lei: : Sehet Herrn Arthur James Bulfou-r! Er lveiß die Worte zu setzen, besser als der dahinaegauaene etwas ttottene Grep. Balfour, der Mffe Salisburys, hat das Deklamieren in der Schule von Eton und in Cambridge ge- lerut. Er will in seinem Depeschenbrief an Wilson allem ^lre zeigen, daß er im britischen Außenministerium besser E Platze sei als im Marineamt. Es war immer sein liebster Sport, neben dem Golf, in einer Versammlung, vor allem in Westtn irrster, plötzlich aufzustehen und in höflicher Haltung eine unverschämte Rede zu halten, unter einem Deckmantel der Uirsch-utd die schärfsten Beschimpsnn- gen gegen irgend einen Gegner loszulassen. Die Gegner sind diesmal die Mittelmächte und ihre Friedensnote. Das Publikum, all das hiugeredet lvird, Präsident Wilson und die amerikanische Oesfentlichkeit. Es galt, die brutalen Lchmahreden der Demokraten Briarid uird Lloyd George ins angelsächsisch-aristokratische, ins listig-feine zu übertragen. Balfour, wenn er spricht, trägt so etwas in lieberrs- wurdiger Haltttna, die Aufschläge des Gehrochs mit den .Händen in Schulterhöhe umklammert, in einem elegant-- müden Tonfall vor. Fast in jedein Satz bekoiumt der Gegner erneu vergifteten Stich und der Zuschauer, damit er stark blerbt, ein Stückchen Zucker mit Hofmaniistropfen. Die ältesten, blödesten Ladenhüter englischer Kontinentalbetrach- tmrg müssen herhalten, um die Ausfälle zii stützen. Deutschland ist dre durch Herrschsucht geleitete Großmacht. Dentsch-- larid hielt sich immer abseits, wenn internationale Schieds- gerrchtsverträge abgeschlossen ivurden. Deutschland hat den Krieg gewollt und planmäßig vorbereitet. Seine Historiker tind Philosophen verkünden die Herrlichkeit des Krieges und dre Macht als Ziel. Wie der Hase mit Speck, so ist Bal- sours Konnnentar der Ententenote gespickt mit diesen abgegriffenen Redensarten, die nur danm einen Sinn erhalten, wenn man sie auf Englands Erobernngsabsichten und Krrogsziele überträgt. Aber die Frage ist: Werden die Amerikaner die perfide Umwertung merken? Wird Wilson die widerliche Heuchelei entdecken, die dieser Anklageschrift zugrunde liegt? Die Anklagen sind zweifellos sehr geschickt zusammengestellt, geschickter als in allen Noten und Reden, die bisher auf der Vierverbarrdsseite zurechtgebraut wurden. Es ist ern süßer Trank, der „den Idealen des Präsidenten" da kredenzt wird. Wilsons Ideale sind die pazifistische Einigung der Völker und die zwangsweise Verhinderung des Krieges. Balfour „beweist" in mehrmals hundert Zeilen ferner Depesche, daß nur die Bedingungen der Entente d en Zustand rn Europa herbeisühren könnten, den eine internationale Sanktion braucht, um — „den schlimmsten Angreifer zu zwingen, seine Pläne uufzuschieben", nänrlich ein beschnittenes Deutschland, ein zerstückeltes Oesterreich- Ungarn, crne „verbannte" Türkei. Es ist wieder der Gipfel der Unverschänttheit, wie in der Note der Entente selbst Wer rn Balsonrs Deklamation klingt das alles' wie der zwingende Schluß einer logischen Gedankenfolge. Daß der Ausgangspunkt des Ganzen und die stützenden Belege aus der bisherigen Geschichte des Krieges' eitel Dirnst und Lüge sind, das zu erkennen, müßte ein Richter erstehen, der die Verhältnisse in Europa überschaut, unsere militär-geographische Lage, iinsere „Historiker uird Philosophen", unsere nirhere Friedenspolitik, nrrsere Akten und Beweise gründlich kennt. Wilsoir ist nicht dieser infornrierte Richter Selbst wenn er wirklich nicht mehr „befangen" in dem berüchtigten angloamerikanischen Sinne sein sollte, ist er doch jener uns wildftenlde Schotte nab komm ling, der Deutschland nicht beucht und Europa nie dNrchmessen hat. llud darum ist es wahrscheinlich rrnd ihm menschlick) nicht einmal zu verübeln, wenn Balsonrs einseitige und verleumderische Dar- 'tellung auf ihn, Wilson, den Eindruck einer gewissen! Schlüssigkeit macht. Nur die Schwächung Deutschlands bietet Friedensbürgschaft. Nur die Austreibung der barbarisch gebliebenen und aggressiver gewordenen Türken reinigt Europa. Nur die „Sühne für Belgien" stellt eine gerechte Strafe dafür dar, daß Deutschland die Neutralen schreaen und Niederhalten wollte. Uno nur der Sieg der Miierten führt zrr sicheren Verträgen, die kein Friedensbrecher mehr zerreißen kann. Gegen soviel schlaue Verdrehimg und Anbiederung helfen alle Aufklärungen und Gegenfragen des Wolffbureaus nichts. Wir haben rricht die Vttttel und Töne, unr uns den: englisch sprechenden und deshalb im Grunde auch englisch denkenden Präsidenten der Vereinigten Staaten so „verständlich" An macherr, wie dieser Meister heiichleri- scher Dialektik, Balfour. Urrd es ist auch gar nicht nötig. Der Krieg geht weiter rnit oder ohne Noten, und es bleibt, kein, anderer Weg, als durch die Waffen zu beweisen, n>as durch klug verdrehte Worte unserer Feinde verschleiert werden sollte. Mag Wilson Balsonrs langen Brief lesen, wie er will und beantivorten, wann er will, unsere Regierung wird es wohl jetzt vorziehen, zu schweigen uird — Hindenburg harr- deln zu lassen. Arrr Strrvt mtfc €and. Gießen, 20. Januar 1917. Sebastian (Zum 20. Januar). Die reizvolle poetische Vogel- und Menschengeschiä>tc Fritz Reuters „Hamre Nüte uit de lütte Pudel" beginnt mit einer entzückenden Kinderszene im Frühling. „De lütte Pudel," womit nickt etwa ein Pudelhnnd gemeiirt ist, solidern ein netter wcib- lichier Krauskopf von dreizehn Jahrerr uiitettoerst einerr )mge- schlickten Hosennratz irr der wichtigen Kunst der Herstellung einer Weideiislötc rind sagt zu dem Kleinen: ,^Nu lumm, lütt' Jung, nu kik ok tau! Süh, so ward't malt igemachit), so werdeir s'snedcu (geschnitten). Nahst (nachher) möst Du klooperr und möst beben (beten): Pipen, Papen, Pasterjahn, Lat de widen Flaut afgahn (Laß die loeidene Flöte abgehen), Lat s'ol nick verdarwen (verderben), ^Lat s'recht lustig warben." Der'Dichter macht dazu folgende Annrerknug: „Alter Kinderreim, korrumpiert aus Sebastian, an welchem Tag? nach der Volks- Meinung bei dep Weide der Saft in den Bast tritt." Noch! heute beten die protestantischen inecklenburgischen Kinder nrit diesem Reim beim Klopfen der Weidenflöten zu dem heiligeil Sebastian, von deni sie sonst nickl die geringste. Ahnung haben lnrd dessen Nanien sie )iri wunderhübsch in „Pasterjahn" zurechtgelegt haben. Fritz Reuter.hat also recht, daß der Kinderrenu als ist: eü stammt aus der Zeit vor der Einführung der Reformation. Aus den Werken Fritz Reuters kann inan noch« eine andere nicht ruinier merkwürdige limwaridlung, die der Heiligenname Sebastian in Niederdeutschland erfahren hat, feststellen. Auch dem Namen „Jung- Bauschan", den der kluge^Hund Jnirg-Jiochens iir der „Stromtid" führt, liegt der Name Sebastraii oder vielmehr dessen verkürzte Form Bastian zugnunde. Hier liegen uns also, so schreibt uns ein Mitarbeiter, bei einem und demselben Namen zlver der in- teresiantesten Beispiele dafür vor, wie sich das Bott nranchp ihm seltsam klingende Heiligeliiianren zurechtgelegt ha!. Es gibt mehrere alte deittsche Dprickpvörter, nach denen an dem ans d«r 20. Jmmar fallenden Sebastianstage der Säst in den Bast der Bänme tteten sott. Wer aber arr diesem Tage sich, eine Weiden-, flöte zureck:tklopsen wollte, würde dies sicherlich nicht fertig bekommen. Wenn uns auch, lteute manche Dichter und Rvmanschrift- steller, durch die erwähnten alten Lpcichwötter verführt, versickern, daß am 20. Januar der Frühling ims seine erst? Visitenkarte ab gibt, so ist das nicht richtig. In dieser Zeit haben wir gewöhnlich dre stärkste WNiterkälte. In ganz Deutschland sind sog. Baillösereime nach Art des oben angefühtten mit der 9ln- rufmrg des heiligen Sebastian verbreitet, diese aber werden erst im Frühling gesprochen, werrn der Saft ivirklich in den Bast der Werdenbämne gestiegen ist. Der hellige Sebastian ist rrichit wegen seines rn den Januar fallendeil Gedenktages iind der Sache in Verbindung gebracht worden, sondern lediglich ivegen des An- llanges seines Nameirs an das Wort Bast. Man bat hier iviedcr ernnial ein schlagendes Beispiel dafür vor sich, welch großer Einslutz der bloße Wvttklmig auf Bolksbräuch? aus übt ' . Auch, noch crne andere Anrufung des heiligen Scbanian isst in Deutschland viel verbreitet. So nraiicher ruft im Scherz oder nranchmal auch im Ernst vor einer tvichttgen Ausgabe aus; Lin aiter Khein-Vonau-Aanal-P!an. Während ein Wasscrlveg voll der oberen Oder zur unteren Elb-e Ichoii (1662 1668 > vo'ii Großen Kurfürsten, ein solcher von dar Elbe zur unteren Oder bereits unter Friedrich dem Großen (1740 bis 1746) zur Ausführuiig kam. brachte für Süddeutschland, das mit her 1835 eröfsneten Li recke Nürnberg—Fürth die erste Eisenbahn Deutschlands hatte, erst das Jahr 1836 die erste Känalverbindung mit dem Ludwigs-Donau—Main Kanal. Damit war eine schiffbare Verbindung hergestellt zwischen jenen beiden Sttömen, deren Ausbau, und Aneinanderschluß heute, da die freigewordene Donau als West—Ost-Verkehrsstraße und im Hinblick auf den Rhein als alter Nord—Süd-Wasserweg eine immer größere Bedeutung er- wngt, im Vordergrund der ivirrschaftspolinschen Interessen und Forderungen steht. Viel älter als diese Fordermrgen und der Lud- wigs-Doimu— Main-Kanal ist indessen ein — den heute geäußerten Wlinschen zieinlich etitsprechcndes uird außerordeullich, großzügiges Projekt, das dernraleinst Bayern mtfr Wütttemberg schon zu den oeiten der bayerischen Kurfürsten Maximilian und Karl Theodor beschäftigte, d. h. vor reichlich 130 Jahren. Bis dahin hatte der rege, Güter verkehr aus Holland und England sowohl nach den süddeutschen Gebieten selber wie darüber lstnaus nach Italien, bezw. Oesterreich und Levante und Orient vornehmlich zwei Wege ein- geschlagen : entweder den einen -- von den Rheinstapelplätzcn Köln und Mainz über Würzburg—Nürnberg—Augsburg—Regensburg oder unter Benütz»,cg der Neckarschis fahrt den anderen über Heil- bronn —Cannstatt--Ulm. Die Inanspruchnahme der beiden W^ge wechselte je nach der Güte der Verbindungen, von denen bald die eme, bald die andere dsie bessere öder billigere tvar, je irachdem eben die interessierten Staaten Kurpfalz, WÜrttemblerg. Bayern und Bistum Würzburg bei Ausgestaltung der Tarife und Beförderungsmittel eine mehr oder minder glückliche und freigebige Hand hatten.- Da kameri, mit dem Tode des Kurstcrsten Max von Bayern, 1777 Bayern und Kurpfalz io«i|e die am Ost- mrd Westrande des' süddeutschen Verkehrsgebietes gelegenen, so auch die im schärfsllnr Wettbewerb stehenden Interessenten in eine Hand, in die .Karl Theodors vvn Bayern; und dieser hatte es mm leichter, das bald da,, bald dorthin neigende Württenrberg gefügiger zu maehen.' Bald kamen Bayern, Kurpfalz und Schwaben überein, den nameirllich von Venediger Handelsherren über Schaffhausen—Basel und Tirol gelenkten itatieniMieu Verkehr über München—Ludwiqsburg zu leiten, zu welchenr Zweck in dem kbeiiwn Dlönanstädt- ckeu Lauringen (ettvas uitterhalb Ulm) eiü großes Sv edition s, m ternehmeu. eingerichtet und 1781/82 dann zwischen Bayern-Pfalz mrd Württemberg ein Vmtrog abgeschlossen wurde, nach dem „die seit geraumeir Fahren fast gäirzlich zerfallene, so natürliche und bequeme Kömmunikation zwischen den beiden Hauptslüssen, denr Rhein und der Donau, aufs neue wieder- hergestellt werden sollte, zunächst mittels der von Württeinberg binnen Jahresfrist schiffbar zu machenden Neckarwasserstraße Noch fehlte aber zu dieser der Wps,erweg von der Donlau aus. Hier setzte lieben Heilbronner Handelsherren und dem Lauringer Speditiousr' unternehmen alsbald ein in Biainz ansässiger Italiener, Giaeomo Bernardo Natale, ein, der dem Wütttemverger .Herzog dm Bau ernes Kanals von Lmrriligen (Donau) bis Cmmstatt elupsahl und zwar unter Benutzung der FluslLuft von Rems, Kocher imd Breng drei zwischeu den beiden Puutteii gelegenen kleinen Flüssen. Zugrunde lag dreseni Projekt, mit dessen Uebervrüsnng der württenr- bergrsche LanLychaftssekretär Konradin ?1bel betraut ivar, der geniale, ,päter auch! von Friedrich Lisi Pertreteiie Plan einer Verlmr- dung des russischen Handels mit denr Rhein, der Schweiz und Frankreich durch die neue Donau-Köminerzialstraße. Ob der Gedanke der Benutzung der drei kleinen Flüsse zur Herstellung einer Wässerstraße Nordsee—Schwarzes Meer dlirchführbar war. konnte damals mcht entschieden werden. Die beteiligten Staaten slleßen sich an technischen Bedenken, insbesondere an der Wässerarmut der ge- nannten Flüßchen und an den aroßen Kosten. Es wirrde dieses Profekt beiseite gälegt, um trotz des Bkühens des Wiest—Ost-Vev kehrs und namentlich der Laminger Spedition mich später nicht mehr znm Leben zu erwachen. Denll die folgenden nnnlbigen Zeit- läuft, dre Revolution, dft nackMgelcdeii .Kriege, der Lunöviller Frieden u. a. verschoben Gebietsgrenzen, d^achbarverhillttiissc und Verkehrsinteressen derart, daß sich keiner der in Frage konunenden Staaten in der Folge berufen ftlhlen kormte, auf die Sache Zinn'ick- znkommen. H- — Neues von Meister Francke. Die Entdeckung des Meisters Francke bildet neben der des Meisters Bertram die wiffenschastliche Großtat Alfred Lichtwarks. Seit seiner grundlegenden Darstellung konnte das Werk dieses erfindungsreichen und lebensvollen Hamburgischen Meisters mehrfach bereichert werden: so hat Adolf Goldschmidt im Anschlüsse an Menander als wahrscheinlich erwiesen, daß der Llltar zu Nykprko in Finland, der jetzt im Museum von Helsingsors auibewahrt wird, eine Schöpfung ^rancfe§ ist. Jetzt weist Hermann Ehrenberg in der neuesten Nummer der bei Klinkhardt & Biermann in Leipzig erscheinenden .Monatshefte für Kunstwissenschaft- denr Künstler ein wetleres be- deritungsvolles Werk zu. ES sind dies die Malereien an den Außenseiten eines Altaranfiatzes, der sich jetzt im Danziger Stadtmuseum befindet, nachdem er früher in einer der zahlreichen Kapellen der Danziger Marienkirche ein recht wenig beachtetes Dasein geführt hatte. Die Geurälde zeigen vornehmlich Szenen tw"g, den sie mrt Dcerster Franckes Hainbrrrger-Thonrasallar, wi auch mrt dem erivähnteu Altar von Nykyrko aufweiseu, läßt e als so gut wie sicher erscheinen, daß es der Hainbrrrgische Male gewesen ist, der dies Werk für Danzig geliefert bat. Die Danzige Bäder stehen allerdings zeichnerisch wie auch farblich hinter de beiden genannten Altariverken zurück. Uebrigeus ,vcist Ehrender barauf hin, daß die Danziger Marienkirche aus aller Zeit noc weitere Altaraussätze verwahrt, die mit der Kunst des große Hambiirger ?)talers in innerem Zilsaiuinenhange stehen, ohne da sie ircillch auf ihn selbst zurückgeführt werden könnten. In kuns! geschlchtl.cher Hinsicht bemerke.'.swert ist. daß sich bei diese Werken Anklange an den totit der Prager Malerei finden, so da Beziehung zwycheu Hauiburg und Prag gewonnen wir! ^Ellercht ,,t dies eine der Brucken gewesen, über die italienisch Einflüsse brS an dre Ostfee und die Nordsee vorgedruugen sind. E i n Jubiläum d e r in e d i z i ir i s ch e n V r f: ? ^ 1 - 1^17 ift für die Geschichte der deutschen medizmischeir Press ^^ eru ^ ^oßer VedeMmig, als vor nunmehr genau 20< Jahren du ersft Berliner medizinische Fachzeitschrift ins Lebet gerufen tmrrde. Snc trug, wie Prof. Tr. Karl Kißkält im nächst der^Deiutschen Mediz-ürsscheli Wochenschrift »irtteilt, den Titt „Aota tnedioorum JvHannes Daniel Bevolinensiunl^ 0ft>hl gegründet. Mid wnrdc von dem Ar Go hl. der 1665 in Bert l. ^-~ aiaiuiwti. yi/vifi, »er [V'"2I CTt r? > lrj : J >C f-J hlöu,ir t c ™ praktrzftrte tit Berlin mtb f< ibatet^B Phyftkus ilach Wrietzen. woselbst er im Jäh, ? 1731 ssir Lein od machte auch der ersten Berliner Niedizinischcn Fackle ickmft em Emde. Die Zeitschrift enthielt Anatoini,ck Praktisch, vor allem auch Sekttonsprotokolle von gerräillichcir Sektion« weiterhin, Klrinsches, Chincrgisch-Prakttsäfts. Bücherbesprechuna ^Handlungen über deii Verlauf der Seuchen die d fotzte untere,>e verdieneil. ^chon die erste "Nmirmer des Blati entlnelt eine Stattstik, nämlich ein Histvria morbvrmn Bern neiisinm für das Jahr 1716. Sie wurde zwei Jahre. «Väter du- Z^ck^belle der erkrmrkten und verstorbenen Soldaten der Berltt von 1721 ab erschienen regelniäsiia über dre Berliner Todesfälle des vergMigenen lahre-^ die nnck, ^ Monaten.mw Todesursachen emgeteilt natürl nutt io enuitanMrct, nne dies l>entzutza>rc der Zall ist tfÄfcÄSSS® «erbtatft ^ er,len mischen & ^ der Öebcuttmg b&\rs$ I tütet. BvrüLerfahrende Eisenbicchrrzüge, Wagenyerassel, laute Gv- r fe. nicht zu er- spräche, selbst zram in der Nä^Holz gehackter gesägt wird, ch^el^. vermögen die Bienen nicht in ihrer Winterruhe zu stören. Dagegen hgcn «MdaM ellschayen, der St. Seoaüun^lden,^remMtt- t:nd Stoß und Schlag gegen die besetzte Brenenwohnnng unter 2Lv ^ckutzhettvcpm fe* atmeten, wenn itc ihrer ^attg- allen Umständet: zu vermeiden. — Für den Winter ist jedem Imker reit oblagM. Ter Lxnlrge, der ia rn katholischen Gegenden urä) - ^ " v ^mS ~ u ■ ~ - - - SÄnbern noch heute, als S-chrttz Patron der Schützen verehrt wird, ist , die über ausgezeichnete Einrichtungen und Erfahrungen verfügt, würde mehrfach! mit Erfolg in Anspruch, genominen. Dem Grosth. Kreisgesundheitsamt und den Ortshilfs- aus sch üssen, die in bester Weise die Beratung der .Kriegsbeschädigten mit übernahmen, ist viel zu verdanken. Van verschiedenen Seiten des Ausschusses wurde hervorgehoben, daß bei Beratung durch- gdheuds eine tüchitige, hoffirnngsfrohe und besonnene Halttmg der Kriegsbefchlädigten beobachtet werde, die des Lobes wärt sei und gute Früchte bringe. Die Ausfü'hrungen fanden die Billigung der Versammlung, der Stand der Fürsorge im Kreise ergab nach, den Berich ten ein erfreuliches Bild und ist als günstig zu bezeichnen. In den Ausschuß wurden zugewählt: Frau Prof. Dr. D i n g e l d e i n, Büdingen: Steinbruchauffeher Klitsch, Düdelsheim; Brrmnen- Meister Appel, Midingen. Hierauf berichtete der Vorsitzende über die Aufgaben der Nationalstiftung für die Hinterbliebener^ der im Kriege Gefallenen unb gab die Richtlinien, die für ihre Tätigkeit in Betracht kommen, bekamtt. Der Unterausschuß im Kreis Büdingen besteht ans denselben Mitgliederrr, wie der Kreis- ausschüß für Kriegsbeschädigtenfürsorge; auf den Orten wirken die Ortshilfsausschüsse. Gesuche um Urrterstützung aus Mitteln der Nattonalstistung sind zu richten an den Untevans'schuß (Geschäfts-' stelle Ortskrankenkasse Büdingen) oder den Landesausschuß in Darnrstadt. Bei der Sammlung in 1915 sind 3000 Mk. aus 17 Gemeinden des Kreise eirrgegangen. Ta von der Landeszentral- behörde die Errichtung von Fürsorgestellen für Kriegs-i hinter bliebe ne im ^Kreise verlangt wird, war die Ber- jammlung einstimmig der Meinung, daß vorerst eine Kreissür- sorgestelle genügend sei, und falls sich rm Laufe dgr Zeit das Be-« dürsnis nach Stadt- oder Bezirksfürsorgestellen Herausstellen sollte, diese gegründet werden könnten, und daß an jedem Ort des Kreises ein Ortshilfsausschuß (Vertrauensmann), der wie seither die Beratung der Kriegsbeschädigten übernimmt, zur Verfügung stehen müsse. Tie Kriegssi'irsorgestelle befandet sich, in Büdingen unter der Leittmg Grosth. KreisanttS Büdingen und wird von Geschäftsführer Graf vettvaltet. Mit der Bitte, sich weiter der dankbaren Aufgabe der Fürsorge und der Lirrderung der Kriegsnöte zu widmen, damit ein voller Erfolg nicht ausbleibe, schloßj der Vorsitzende die Versammlung. ist B l e i ch e n b a ch , 20. Jan. Die Hessische Tapferkeits- medaille erhielt der Tambour Otto Luther. 4st Echzell, 20. Jan. Das Eiserne Kreuz erhielten folgende Feldzugsteilnehmer aus hiesiger Gemeinde: Musketier Karl Knaus, Jnf.-Regt. 418, Vizeseldwebel Wolf und Musketier. Wolf. Die Hessische Tapserkeitsmedaille erhielten: Wehrmann E i ch e l m a n n, Jnf.-Regt. 97, und Musketier S t o l l, Ref.- Jnf.-Reqt. 88. Kauft, HJi|fcufd?aft und Leben. — Das D enkmal für Kaiser Franz Joses. Man schreibt uns aus Wien: Das Denkmal für Kaiser Franz Joses ist vorläufig ein Strett um des Kaisers Bart, denn im gegen-' wärtigen Augenblick denkt niemand daran, die Bewerbung aus- zuschreibeu oder gar einen Werkauftrag zu erteilen. Temroch hört man bereits Meinungen und Gegenmeinungen aller Art, unter denen nur die eine fehlt: ob das Andenken an den Unvergeßlichen überhaupt durch ein Porträtmo-miment geehrt werden^ soll oder nicht lieber eine ganz großzügige Stiftung, z. B. für Krregs- invalide imd deren Nachkommen mit seinem Namen zu verknüpfen wäre. Eine solch,e Berewigrmg Kaiser Franz Josefs.würde seinen Gesinnungen, die stets im Wohltnu und in der Fürsorge, mehr als in Prunk uird Schaugepräge sich kund taten, mehr entsprechen als das Schanstück eines noch so 'herrlich behauenen Marmorklumpens! Und dam:, ja duiin ist es noch' sehr die Frage, ob wir denn auch den Mcrrmorklirmpen gar' so herrlich behauen konnerk. Dem neuen und neuesten Wien war leider kein Klimt be- schieden, wie das Wien von gestern und ehegestern leider keinen bildhauerischen Makart, Waldmüller oder Dannhauser auszuweisen hatte. Kurz gesagt: an der Donau ist es seit jeher gerade mit der Plastik am wenigsten gut bestellt; ja, Wien ist überhaupt an Denkmälern sehr stiefmütterlich, bedacht: traut man alles Große, .Kleine und Kleinste aus öffentlichen Straßen, und Plätzen zusammen- zMt, konnnt nicht mehr als die Ziffer 60 heraus, und man kann nickt einmal sagen, daß sich in dieser Beschränktheit der Mepter '.eigt Dem Berliner Schlüter-Denkmal z. B. hat Wien nichts an die Seite zu stellen, und selbst Zumbuschs Maria Theresren- Monument kann nur durch, eine lokal-patriotische Brille gesehen neben oder gar über Rauchs Denkmal Friedrichs des Großen erscheinen. Weder sein Erzherzog Al brecht —, noch sein viel nEertes — Radetzky^Mmrument haben einen herorischeu Gestus, n'uf den man — in der Tenkmalsplastik — an der Donau über-, hauvt nicht sehr gestiinmt ist. Kleineres gelang schon besser: das behäbige Gvethe-D enkmal .Hellmers im Fauteurl, das Guten- bera-Denkmal Bitterlichs, das reizvolle Lanner-Lotrautz-Denkmal Seyfert«. Allein auch, im kleine:c haben die letzten Stzrndbrlder so erstarmliche Zeichen von Unvermögen Mkfzuweisen —, man denke etwa an den klobig lMgelagerten Brahms vor dem Kouservatorrum^ an das mißglückte Scl,wind-T enkmal an der Museumsecke, an hV' verworrene Allegorie für Waldmüller im Ratl?auspark und andere mehr, so daß man an ein „Fortsetzung folgt" nicht gern denken mag. Zudem gibt es ohnedies einige statuarrsche Er- inneruusan Kaiser Franz Josef: seine Monumentalftatue (von .Zumbusch) erscheint im UiriDerfitätsgebäude, sie steht — von Franz (Passer ~ über dem .Portal des. Rathmfies, mm findet sie (von Hellmer) in dem Fries des benachbarten Parlamentsge- bäudes uird als Medaillvn (von Let:dl) in dem abermals be- nackbcrrten JustizpUast. Allein: die Künstler wollen leben, und 2 Künstler waren es denn auch,, die das Denkmalproblem zuerst aufgeworfen haben, der greise, immer noch, radikalste Otto Wagner und sein Schüler, Lehrsttchl-Nachfolger und -Gegner, Leopold Bauer. Wagner wünschet (in Ausführung von Gottfried Sempers Plan) das „äußere Burgtor" Niedergerissen, die neue Burg auch, aus der anderen Sette ausgebaut imd das Kaiser Franz Josef-Teirkmal als Gegenstück znm Maria DheresicpDenkmal mffgeftelllt, Bauer wählt als Standort den Rw.rm vor der Vottv-Kivck,e (die zur Er- 'innermrg cm die Rettung Kaiser Franz Jch'efs vor einem Attentat .erbaut worden ist). Die eine Id« ist so schlecht wie die andeve< denn der Platz vor der Bottv-Kirche hat überhaupt nicht ge- Wossenen Ratmrck-arakter, sondern ist wildest.bewegtester Verkehrs- ^nittelvunkt, und das „äußere Burgtor". Wiens potta triumphalis aus Napvlevnstaget:, erst jüngst mit den „Lorbeeren für unsere Helden" (darunter mit einem goldenen Zweig von Franz Josef) geschmückt, wollen wir den doch lieber stehen lassen. Eine dritte Idee (wie z. B. der Matz vor Sch,önbrunn) wird überhaupt nicht weiter diskutiert, lind so findet vielleicht doch noch einer eine andere Denkmals-Verewigung für Kaiser Franz Josef. — Berliner Icrnuar-Awsstellnngen. Ms Berlin wird uns geschrieben: Das neue Jahr hat in Berlin auf künst- lerisch>em Gebiete mit voller Kraft eingesetzt- Die De?,ember-Ans^ stellungen würdet: rmr geschslosfen, um Iden sofort eröffnettn Januar- Ausstellungen Platz zu macherl. Besonderes Interesse verdienen bisher die Ausstellungen im Salon Cassirer und im Künstler haus in der Bellevuestraste. Eassirer bringt diesmal eine Reihe seiner Getreuen. Bor allen: Prdfesfvr August Gaul und Albert von Keller. Gaul, unzweifelhaft der beste plastische D>arsteller von Tieren in unserer Zett, ersicheint diiesmal als Graphiker. Eine rare, höchst dankenswerte Gelegenheit, atlch diese Sckaffensseite eines unserer ernstesten darstellenden Künstler zu betrachten. Tiere der verschiedensten Gattungen, (Größen, Arten. Tie Technik der LWographie ltrtb der Radiernsdel. Man weist nicht, was man mdhr bewundern soll: das attsterordentttckM Könnet: oder dieses eindringliche, von tiefsten: liebevollstem Verständnis getragene Wissen um das Leben und Wesen der Tiere. Jedes Blatt hat seinen besonderen Reiz, alles sind Werke eines Vollendeten. — Mbert von Keller ist ebenfalls in ^zahlreichen Exemplaren vertteten. Seine glatte, dabei stets persönliche, effektvolle und bodj von seinem Standpunkt durchaus natürlickie Behandlungsart von Farben tlnd Fortnen stcht sicherlich in nierklichem Gegensatz zn den: stürmischen, oft irrenden „Dratcflos" unserer Jungen und Jüngsten. Hier ist kein Such,ei:der, sondern ein Gereifter. Erinnerung lebt bereits in diesen Arbeiten. Mer G:innerung an 4t H a t n ch e n, 20. Jan. Das Eiserne Kreuz erytttten Hornist R e i ch a r d und Unteroffizier D i l l e m u t h. Kreis Schotten. iS« La ubach, 19. Jan. Dem Landwehr m. Otto Schombert im Landwehr-Jnfanterve- Regiment 116, der seil Kriegs beginn im Felde steht, wurde das Eiserne Kreuz 2. Kl. verliehen. Am kotn- Menden Dtontag beginnen am hiesigen Gymnasium die schriftlich,en Arbeiten zur Maturitätsprüftmg, welcher sich drei Schüler unterziehen wetdet:. Einer davon stand bereits fett Kriegsbeginn als Kriegsfreiwilliger im Feld, die beiden anderen werden in den Heeresdienst nach, v ollendetem Examen ein treten. Kreis Friedberg. :: Pohl-Göns, 20. Januar. Wirrer hat m:sere Gemeinde -den Tiü> eines hoffnungsvollen jungen Mcorneo zu beklagen. Ter älteste, 21 Jahre alte Sohn des Bahnassistetttcn Anton Jlge. Schütze Wilhelm Jlge, tvurde in den Kämpfen im Osten durch Gratratsplitter schwer am Kopse verwundet und starb nach Einlieferung in das Lazarett. Er ist der 10. Get-ttlene aus unserer Gemeinde, neben 4 Vermißten, deren Schichal unbekannt ist. Kreis Wetzlar. ra. LangenschwaIbach, 20. Im:. Pfarrer Freund ist zum Dekan über das Dekanat Lang en s chwalba ch ernannt ivorden. ra. Ober wetz, 20. Januar. Für die H in den b u rg- 1 v e n de wi:rden in irnsern: kleinen Dorfe rund ein Zentner Speck und Fett aus den bisherigen Haustchlachtungen abgeliefett. ra. Wetzlar, 20.Jan. Der Kaninchenzuchtverband fiir den Kreis Wetzlar hat für den 4. März einen Kaninchet:malrkt, verbm:den^ mit Prämiierung, beschlossen. Erfreulicherweise findet die Kleintierzucht auch im hiesigen Kreise immer mehr Anhänger imb Freunde. Hessen-Nassau. ra. Aus Nassau, 20. Jan Wie tvir aus dem kirchlichen Amtsblatt entnehmen, stehen Zurzeit folgende Geistliche des .Kon- sistorialbezirks im Heeresdienst: Mit der Waffe: Pfarrer Ziemen dorf, Holzappel. In der Kriegsseelsorge die Pfarrer: Korthauer, Philipp: und Bcidt aus Wiesbaden, Encke aus Dodenau, Liz. Low aus Simmersbach, Hahn aus .Hahnstätten, Füll kr u g aus Bad Homburg, Ch u n aus Seulberg, Liz. Fresenius ans Diethardt, Lindenbein.aus Cleeberg, D. Dr. Gerbert ans Biebrich und L u n z aus Höchstenbach. Börsen-Wochenberrcht. F r a n? f u r t a. M., 19. Januar. Im freien Verkehr der Börse ist das Geschäft in letzter Zeit sehr still geworden. Spekulatiotr und Mrblikum beobachten! große^ Zurückhaltung, seitdem die Hoffnung auf nahet: Frieden, die sich an das Angebot der Mittelmächte knüpfte, durch die schmähliche Ablehnung der Feinde wieder in imbeftimntte Fernen hinan sge rückt ist. Auf die erste Möglicksteit des Friedens hatten die Märkte in ganz eigenartiger Weise ver w irrt; es fanden auf fast allen Plätzen umfassende Lösungen von Positiv:ren in Rüstungs- werten und anderen Aktien statt, die ihre großen Gewimre atcsl andatiernden tnilitärischen Bestellungen ziehen. Tie Hofchung des nahen Friedens hat sich nicht erfüllt, mit erhöhter Kraft und erbitterter Wut soll vielmehr weiter gekämpft werdet:; ein namhafter Teil der Kurseinbußen ist infolgedessen wieder emgebracht worden, der Zwischeu'fall wirkte aber doch! ernüchternd, denn neue Unternehmungslust vermag sich vorerst nicht wieder einzustellen. Einen gewffsen Dämpfer haben allerdings auch die neuen Steuern hervor- gerttfen, insbesondere die Kriegsgewinnsteuer, die auf die Rentabilität der Jndustriewerte nicht ohne Einfluß bleiben kamt. Gewiß ist im .Kriege mißerordentlich viel verdient worden, allein die Steigerung des Nutzens wird überwiegend dem Staate zu fallen und die Vertnehrung der Dividende dürfte mit der Erhöhung des Brutto Verdienstes schwerlich Schritt halten können. Solche Erwägungen spiegeln sich in der Ruhe tvider, die auf dem Aktten> markte tiach der ovrausgegangenen langen stürmischen Entwicklung ein getreten ist. 'Einige Anregung gab in dieser Woche der Har^hallsplant Preußens, namentlichj wegen der Erhöhung der Einnahmen cmß den preußische:: Eisenbahnen und des Bergwerks- und Hütten- voranfck-lages. Auch die zu erwartenden große:: Waggvtchestel- lüngen der Staatsbahnverwaltung veranlaßten Käufe in den Aktien von Waggonfabriken. Da gleichzeitig die Festlegung der Preise für Draht und Drahterzeugnisse geeignet war, gewisse Bedenken wegen der angekündigten Höchstpreise für Eisenerzeug- knisse zu entkräften, so zeigte die Börse vorübergehend rocht feste Haltung, wenn auch! das Geschäft keinen größeren Umfang erreichte. M.v n t a n p a p i e r e verkehrten unter Schwankungen, stellten sich schließlich aber meist etwas niedriger, nur Haryener waren ge-^ bessert auf ein neues Verfahren, das die Gesellschaft zur Her-, stellung eines wichtigen Nebenproduktes bearbeitet und verwertet. Angeblich! handelt es sich um ein benzmart i ges Erzeugnis. Eine nicht unwesentliche Mschwächung erfuhren Rüftunaswerte wie Teutschje Waffen, Rhernm-etall und Munschsid. Auch Daimler unterlagen stärkerem Angebot. Kleper, Benz und Fahrzeug Eisenach blieben ziemlich behauptet. Größere Nachfrage, zu stark steigendem Kurse, zeigte sichl für Fuchs Waiggvnsabrrö-Mtien, auch Frankfurter Maschinenfabrik, Kunstseide und Gummipeter tvareu gefragt und höher. Banken m:d Schiffahrtsaktien schwächen sich etwas ab. Deutsche Anleihen lagen fest, von fremden Anleihen waren Russen und Japatrer gefragt? Privatdiskoni äy^o/o. eine Zeit, ein Können und eine künstlerische Anschauungsweise, die nichit vergessen sind und auch nicht vergessen werden sollet:. — Der bewährte Rudolf Großmann bestätigt cmchl im Mhmen dieser hochstehenden Ausstellung seinen vorttefflichen R::f. Seine Landschaften sind nicht nur kittrstlerisch, sondern auch echt. Ein Dopyellob, das nicht allen modernen Landschaften gebührt. -— 1 Ergänzt wird dieser Kern der Schjau durch Arbeiten von Slevogt Und Liebennann. Ein echter Genuß ist es, diese Räume zn durchwandern. — Das Künstlerhaus, nebstbei auch von Werken der dort beheimateten Künstler beschickt, ist diesmal in der Hauptsache dom Gedenken an den eigetNvilligen und eigenartigen, in seinem Wesen echten :md starken Oskar Z w: n t s ich e r geweiht. Es ist der Nack laß Zwintschjers, den man mit hoher Achtung bettachtet. Tie persönlichien Vorzüge Zwintschers lassen sich an Musterbeispielen stirdieren. Seine geistreiche Ueberlegt:ng und Ueberlegenheit. Sein Missen um die Größe der Probleme, sein Wille, die Schwierigkeiten mtf eigene Weise zu lösen. Mit Zwintscher ist unzweifelhaft einer unserer individuellsten Maler dahingcgmrgen. Ern Nach- spürender und Vorwärtsringe-tder. Ein Kämpfer, der sich uach Erreichrng jeden Zieles sofort ein neues, noch größeres Ziel steckte. Der dknblick dieses Nachlasses verdoppelt das schmtwzliche GefMl un: seinen.Verlust. — Me beiden Ausstellungen sind ein gilter Anfang im neuen Jahr. Modernere, umstrittenere werden ihnen bald folgen. U. B. - Die nutzbaren Radiumvorräte der Erde dürsten nach „Technik für Alle- auf etwa 425 g zu bewerten sein, in welcher Menge sowohl positive wie tvahrscheinliche Vorräte z:r- sammengefaßt sind. Die reichste Lagerstätte, d. h. jene, die auf kleinstem Raum die höchste Konzentration ausiveist und demnach am billigsten liefern kmm, besitzt Oesterreich in Joachimstal. — Turbinen rohre aus Holz. Eit: trorwegffcher Ingenieur, Alfred Kiellatrd, ist auf den Gedattken gekommen, Tnr« binenrohre nicht mehr aus Giseu herzustellen, sondern aus Holz, un: das sich Stahldraht in spiralförmigen Windungen hertrm- legt. Dieses neue System hat, wie der „Prometheus" (Verlag von Otto Spamer in Leipzig) berichtet, wegen seiner unleugbaren Vorzüge großes Aufsehen in ganz Skandinavien erregt. Es soll bereits dttrch Erfahrungen bestätigt sein, daß die Haltbarkeit der hölzernen Rohre ebenso groß ist, wie die der ftüher verwendeten aus Eisen. Angeblich liegen schon fetzt Bestellungen im Werte von 100 000 Kronen vor, und der Erfinder hat sich zur Errichtung einer Fabrik in Stjerdalen entschlossen. Mit dem Bau der Fabrikgebäude ist bereits begonnen, so daß man schon in den nächsten Motmten an die Maffenherstellung von Holzturbinenrohren gehen wird. Vermischte». 18. (WTB.) In dem benachbarten Dorfe der m Dessau m Arbeit stehende Jan ko . ^ohn. welcher seinen Eltern viel ln eine Mulde. Der Knabe konnte sich Zenten retten, die ihn nach dein Aus furcht vor Strafe für dieses Ver- A^^owlak seine Ehefrau und seine drei Kinder von 5, 8 und 10 Jahren. Er selbst erhängte sich verbeieilende Nachbarn, die die Schüsse verrioiinnen hatten, schnitten Jankowiak ab, der noch lebte. ' Dessau Mechstedt stieß w t a k seineni ältesten Kummer bereitet hatte, mit Hilfe von zwei Krankenhaus brachten, brechen erschoß heute UniVersitäts-Nachrichten Eine theologische Fakultät an der Universität. --Frankfurt«. M., 18. Januar. Für die am 22 Januar hier zufammentretende Bezirks synode ist ein 2lntrag ML Er- rickstung einer thevlogisrhen Fakultät an der Universität Fvant- furt eingegangen. Schon vor drei Jahren lag der Syn^ode ein Antrag vor, der für die bevorstehende Gründung der Universität die Errichtung einer theologischen Fakultät mit zunächst zwei Professuren forderte und die Ltaatsregierung um tatkräftige Unterstützung des Antrages crhitf/tc. Ter Antrag fand damals ein-, stftumige Annahme. Zugleich! bildete sich .ein Ausschuß, der seit dieser Zeit in fleißiger Arbeit die Angelegenheit gefördert bat und jetzt das Ergebnis der Oeftentlick.,?ftt unterbreiten lyitt). Jnzloischen. haben opferwillige evangelische .^kreise bereit erhebliche Summen für die Finanzierung der Fakultät gesammelt^ 'Auchj die hier genante Resornrations-J nbüäilmsscrmmlung 1917 soll diesen Zwecken dienstbar gemacht ivetch-en. Ferner hat sich ein Erlaß der preußisäien Kultusministeriums über den Plan in durchaus zuversichtlichem Sinne ausgesprochen. ZxkckVlM d« Metzener AaSMealerr. Direktion: Hermann Steingoetter. Sonntag, den 21. Januar, nachmittags 3V, Uhr, bei kleinen Preisen: „Was Ihr wollt." Ende 52t Uhr- Abends 7 1 /, Uhr, bei kleinen Preisen: „Wie einst im Mai." Ende 10^ Uhr. Montag, den 23. Januar, abends 7'/, Uhr: Opern-Gastspiel: „Die Entführung aus dem Serail." Kölnische Oper in drei Akten von Wolchanq Amadeus Mozart. Ende knrz vor 10 Uhr. Freitag, den 26. Januar, abends 77 2 Uhr, bei gewöhnlichen Preisen (ermäßigt), 9. Freitag-Abonnemekits-Borstellnng: „Die Stützen der Gesellschaft." Ende 10*/. Uhr. Sarnstag, den 27. Januar, abends 7^ Uhr (außer Abonnement), bei gewöhnlichen Preisen: Wohltätigkeits-Vorstellung aus Anlaß von Kaisers Geburtstag. Zum Besten der Kriegsttirsorge. „Könige." (Neuheit!) Ein Schausviel in 3 Aufzügen von vans Müller. Ende nach 10 Uhr. Sonntag, den 28. Januar, nachmittags 3 1 /, Uhr, bei kleiiten Preisen: „Pension Schöller." Ende 5'/, Uhr. Abends 7 l / 0 Uhr, bei kleinen Preisen: „Unter der blühenden Linde." Ende 10 Uhr. Spielplcm der vereinigten 5rmrkfrrrter Stadtcheater. Gpernharrs. Sonntag. 21. Januar, nachm. 3'/, Uhr: „Max' und Lieselchens Weihnachtsreise." Zlbends 7 Uhr: „Der Rosenkavalier." Montag, den 22. Januar, geschlossen. (2. Rühl-Vereins-Konzert.) Dienstag, den 23. Jannar, abends 7 Uhr: „Der Freischütz." Mittwoch, ben 24. Januar, nachmittags 3 Uhr: „Max' und Lieselchens Weihnachtsreise." Abends 67z Uhr: Gastspiel des Herrn Kammersängers Ejnar Forchhammer: „Tannhäuser." Donnerstag, den 25. Januar, abends 7 Uhr: „Frühlingslust." Freitag, den 26. Januar, geschlossen (7. Musenms-Konzert). Samstag, den 27. Januar, abends 67» Ur: Zur Feier des Geburtstages Sr. Mas. des Kaisers: „Lohengrin." Sonntag, den 28. Januar, nachmittags 37, Uhr: „Max. und Lieselchens WeihnachtSreise." Abends 7 Uhr: „Der Barbier von ^evrlla." Hierauf: „Bachusfest." Montag, den ST. Januar, abends 6/, Uhr: Gastspiel der Konigl. Bulgarischen Sängerin Fräulein -"nna Lodoroff vom Nationaltheater in Sofia: „A,da." Scheuspielharir. Sonntag, den 21. Januar, nachmittags 3 Uhr: „Die Siebzehn- Abends 6 Uhr: Drittes Gastspiel des Herrn Albert ^lnrück: „Don Carlos." Montag, den 22. Januar, abends nu nr : "® mUia Galotti." Dienstag, den 23. Januar, abends 7 »2 Uhr : „Der Widerspenstigen Zähmung." Mittwoch, den 24. Jan., abends ly 2 Uhr: „Die Stützen der Gesellschaft." Donnerstag, den U , 3< tm,Qr » abends 7 Uhr : „Maria Stuart." Freitag, den 26. Jan., abends 7 Uhr: Deutscher Komödienabend: „Der Fremde." "§v ^ t n ' W Üttliche Forderung." „Unter blonden Bestien." Samstag, den 27. Januar, nachmittags 3 llhr: „Wilhelm Tell." Abends 7X Uhr: Zur Feier des Geburtstages Sr. Mas. des Kaisers: „Tie Belehnung Friedrichs I. mit der Mark Brandenburg." Gedicht von Ernst von Wildenbruch. Hierauf: „Konrge." Sonntag, den 28. Januar, nachmittags 3*/, Uhr: „Alt- »n ft n? ur *‘" ^benbs 77, M)r: „Wienerinnen." Montag, den 29. Januar, abends 7 Uhr: „Rosmersholm." AirchUche Nachrkchte«. Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 2 1. Jannar, 3. nach Epiphanias G o t t e s d i e n st. )n der Radtlirche. Vorm. 9V 2 Uhr : Professor D. S ch i a n. Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. Abends 5 Uhr: Pfarrer Mahr. Montag, den 22. Januar, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Matthäusgemeinde. — Dienstag, oen 23. Januar, nachmittags 4 Uhr: Frauenmissionsverein. — Dienstag, den 23. Januar, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten werblichen Jugend der Markusgemeinde. — Mittwoch, den 24. Janrrar, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrer Mahr. — Samstag, den 27. Januar, vormittags 10 Uhr: Vereinigter Zivil- und Militärgottesdienst zur Feier des Gebiirtstages Sr. Majestät des Kaisers. Pfarrer B e ch t o l s h e i m e r. - der Johanner- 'kirche. Borm. 9y U£>r: Pfarrer Ausfeld. Dorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde. Pfarrer Aus seid. Abends 5 Uhr: Missionsprediger G s e l l aus Frankfurt a. M. Abends 7*8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jilgend der Lukasgemeinde. Abends 8 Uhr: Versammlung und Brbel- besprechung im Johanncssaal. — Freitag, den 26. Jannar, abends V 2 6 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Johannesgemeinde. Kirchberg: Sonntag, beit 21. Januar, vorm. 10 Uhr. — Lottar: Sonntag, den 21. Januar, nachm. I7 a Uhr. — Danbringen: Mittwoch, den 24. Januar, abends 8 Uhr: Kriegs- betstunde. Dekan G u ß m a n n. MetesrÄogische Seobachtungen der Station Gießen. Jan. 3917 — O - 3 c 2 N •3 j 9 5 9t ^ £ « ev S _o) o S •ö S & 9t » B o> 3f an 9t *> «a 1 § u M Z i 9t •a c- s-si c « « 2 g 5 s «.LZ * nt. Wetter 19. 2"i -1,0 35 82 _ 10 Bed. Himmel 19. 20. 9" 7" 1 “ -4,8 - 5,3 26 2,5 80 81 — - 10 10 w n Höchste Temperatur am 18. bis 19. Jan. 1917 = -f- 1,7" C. Niedrigste „ „ 18. „ 19. 1917 = — 4,9 • C. Niederschlag 0,0 mm. Manie. Gießen, 20. Jan. Marktberi cht. Auf dem heuttgen Wochenmarkt kostete-.Butter das Pfund 0,00—0,00 Mk.: Hühnereier das Stück 00 P.; Käse 0 Mg., Käsematte 0 Psg. das Stück. Hühner daS Stück 0,00—0,00 Mk., Hahnen das Stück 0,00—0,00 Mk. Ochsenfleisch das Psiind 2,10-0,00Mk., Kuhfleisch 2.10-0.00 Mk. das Pfund. Rindfleisch das Pstmd 2,10-0,00 Mk., Schweinefleisch das Pfund 1,80 - 0,00 Mk., Kalbfleisch das Pfund 2,00 - 0,00 Mk-, Hammelfleisch das Pfund 2,20—0,00 Mk.: Kartoffeln 50 Kilo 0 Mk.; Zwiebeln das Pfund 17-00 Psg.: Milch das Liter 00 Psg.; Meerrettig 20—25 Psg. d. Psd.; Spinat 35—40 Psg. das Mund, Weißkraut das Stück 10-00 Psg., Rotkraut 15-20 Psg, Wirsing 10-00 Pfg. das Stück, Kohlraben 5-6 Pfeiinig das Stück, Rote Rüben 15—20 Pfennig das Pfund; Gelbe Rüben 10 bis 15 Pfg. das Pfund, Endivien 00 - 00 Pfg-i Sellerie 10-80 Mg.. Lauch 10 Pfg., Blume,rkohl 20-70 Psg.; Aepsel das Pfund 2.1 — 25 Pfg., Birnen das Pfund 30—35 Psg. - Markt- zeit von 8 biS 2 Uhr. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Betr.: Das Schulinventar, insbesondere Lehrmittel. An die Schulvorstände des Meises. Wir erinnern an die Einsendung der auf unsere Verfügmrg vom 22. November 1916 — Äreisblatt Nr. 153 — noch zu erstattenden Berichte mit Frist von 8 Tagen. Gießen, den 17. Januar 1917. Gvvßherzogliches Kreisamt Gießen. _ Dr. Usinger. _ Betr.: Milchkarten. An den Oberbürgermeister zu Gießen und die Großh Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Der Kommunal verband für Milch- und Speisefettversorgung Großherzogtum Hessen hat mitgeteilt: „Wir machen darauf aufmerksam, daß die durch unsere Vermittlung von der 'Druckerei VHttich in Darmstadt hergestellten Bo- gen mit Tagesabschnitten nur noch die letzte Woche des Monat Ja-- nuar umfassen, so daß die Gemeinden alsbald die neuen Tages- abschnittbogen bestellen müssen. Bestellungen werden am zweckmäßigsten unmittelbar an dft Hofbuchdruckerei von L. C. Wiittich in Darmstadt gerichtet." Gießen, den 19. Januar 1917. Großherrogliches Kreisamt Gießen. _ I. B.: L angermann. __ Berichtigung. Bet r.: Regelung der Beschaffung, des Absatzes und der Preise von lebendem Vieh; hier: Satzung des Oberh. Bieh- handel sverbandes. Die in Nr. 7 des Kreisblattes vom 16. Januar ds. Jtz. veröffentlichte Satzung bedarf einer Berichtigung des § 13. Richtig- gestellt hat n folgenden Wortlaut: 8 13. Wenn ein Beirat gebildet wird, so besteht er aus zwölf Mitgliedern. Neun Mitglieder werden von der Großh. Provinzi-al- direktton ernarmt und zwar vier auf Vorschlag der Handelskammern aus der Zahl der in der Provinz ansässigen Viehhändler, zwei auf Vorschlag der HandwerMammer aus der Zahl der in der ProvinS ansässigen Metzger, drei auf Vorschlag der Landwirtfchaftskammer aus der Zahl der in der Provinz ansässigen Landwirte. Ferner sind Mitglieder die Oberbürgermeister, b^w. Bürgermeister der dret gröAen Städte der Provinz. Ter Beirat wird vom Vorstände narb Bedarf, mindestens jedoch einmal in jedem Jahre berufen. Es ist ihm ein Jahres bericht' und der Geschäftsbericht vorzulegen. Gießen, den 17. Januar 1917. Grvßherzogliche Pwvinziakdirektvm Oberhessen. I. V.: öemmctbe. Giessener Paedagogium (Private Höhere Lehranstalten) Ä Paodamviiiim' Sexta-Oberprima, kleine Klassen, individ. Be- M. r dCüdyinjmm. handlung . Arbeitsstund, unt. streng. Aufsicht. Einjährigen*, Priraareife-, Abiturientenpröfung. Fast sämtliche unserer Prüflinge bestanden, deshalb gute Empfehlung. R Handolcpaafenhiila • l- Realklassen Untertertia - Unter- D ndHUdib, ddlbbilUlB. sekunda; Kaufmännische Ausbildung. > Einjährigenprüfung. II. Oberklasse: jahreskursus zur kaufmännischen Durchbildung für solche, die Einjährigenzeugnis besitzen. III. Musterkontor. C ^rhiilprhpim fiir Zöglinge beider Abtlg. Charakterbildung ^ ObliUlCIllCim »Ul durch ernste Arbeit und Pflichterfüllung. * ,T Beste Verpflegung. Häuser im Park — Musik — Sport. Drucksachen und jede Auskunft durch Direktor Brackemann, Ludwigstrasse 70, in der Nähe der Universität, Fernruf 633 und 953. Für die Photographie empfehle mein reichhaltiges Lager in jeder Grösse n. Preislage Platten, Roll-, Packfilm, Papiere, Postkarten, Metallstative 3 und 4 teilig. Medizinal - Drogerie zum Kreuzplatz Special -Photo-Haus Krenzplatz 9. eila Kreuzplatz 9. Sendungen ins Feld werden mit größt. Sorgfalt behandelt. Die Firma Wilhelm Moefer, Großy. Heff. 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Großh. Forstmeister. Holzversteigerung. Versteigert wird: Mittwoch, 24.. l. M. aus dem Domanialwalddisttikr Riederw, bach folgendes Lohholz. Lcheiter Rm.: 4 Buchen Kunvvel Rm.: 15 Buche, 120 Eiche. 1 Kiefer,- Reisig Rm.: 10 Buche, 890 Elche Stöcke Rm.: 69 Eiche. Beginn der Versteigerung nach Schluß der Bersteige- rung im v. Rabenau'schen Distrikt Niedertellbach etwa l2'/ 4 Ubr am Domaniai-Pflanägarten daselbst, weitere Auskunft durch den Großh. F-orstwart Rmtber zu Treis a. d. Lumda. , 618B I. B.: Trautrv ein. ^hamptMmrarea w (Kopfwäschen) mit dem neuesten elektrischen Warmtufi- Trockenapparat empfiehlt sich Hermann Plank Wwe. Spezial ° Damen - Frisier - und Haar-Geichäft Seltersweg 8:- Setter^weg8 Köpfet Drehor, Saar-Ukr« keftea, TonpsU, Sclialtal aal Ferücäaa werden billig angefertigt. Ztipfe werden gefärbt. Damenkopfwaschen mit Frisur 1 Mk. 1238 H. Tichy, S3ltersweg43 Ecke der Goethestraße. Zöpfe Haarunterlag. Locken, Dreher sow. nlle sonst. 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Die Meldungen sind schrnfttich an das städtische Tiefbauamt, Asterweg Nr. 9, wobei die Zahl der Familienmitglieder anzugeben ist, bis zum 25. d. Mts. einzig reichen. Gießen, den 18. Januar 1917. 628 B Der Oberbürgermeister. Keller. Fleischverbrauchsregelung. Auf Anordnung Großh. Ministeriums des Jrmern vom 2. Januar 1917 wird folgendes bekannt gegeben! 8 1- Tie für jede Woche bestimmten Abschnitte der Reichs- fleifchkarte (Fleischmarken) sind votn 22. Januar 1911 ab mit den Nummern 1—10 versehen. § 2 - Auf jede Fleischmarke körrnert enttrommen werdend 1. 25 gr Schlachtviehfleisch mit eingewachsenen Knochen, 2. 20 gr ^chlachtviehfleisch ohne Kiwchen, Schinken, Dauerwurst, Zunge, Speck, 3. 50 gr Wildbret, Frischwurst, Eingeweide, Fleischkonserven. § 3. Es wird jede Woche nach Maßgabe der zur Verfügung stehenden Fleischvorräte durch dlnfchlag in den Metzgergeschäften bekannt gegeben, auf welche der Fleischmarken Nr. 1—10 Fleisch imd auf welche der Fleisch-' marken Frischwurst entnommen werden kann . § 4. Sowett gern ätz § 3 auf einzelne Fleischmarken Fleisch oder Flerschwaren in M e tz g e r q e s ch ä f t e n nicht ent-^ nommen werden kann, können diele Marken für Wild und Hühner, sowie im Reise- und Gasthausverkehr. Ver- wendumr finden. , ß 5. Vorstehende Bestimmimgen treten am 22. Januar 1917 in .Kraft. Gießen, den 19. Januar 1917. 629V Der Oberbürgermeister. Keller. Seifen-Berbrauchsregelnug. Folgende Beisünmungen der Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 21. 7. 1916 (Reichsgesetzbl. S. 307) werdet! wiederlwlt bekamn gegeben. 1. Tie Abgabe von Schmierseife au Verbraucher Darf nnr gegen amtlich ausgestellte Bezugscheine, die nach dem Inhalt ausdrücSich zum Bezug von Schmier-- Iprfe berechtigen, erfolgen. Auf ReichsseisenMarien undi Serrenbezugscheirre, die nicht ausdrücklich ftrr den 'Zerug von Schmierseife ausgestellt find, darf Schmiert seife nicht ab gegeben werden TI. Zuwiderharchlungen gegen vvrswliende Bestitnmuua.nr können -uf Grund der Brftmntnmchun,, btS kanzlers mit Gefängnis bis zu drei Monaten oder mit Gcwstras,' bid »u 1500 Mk S Gießen, den 18. Januar 1917. Der Oberbürgermeister. C { l C Vg Vermietungen Jur Vermeidung von Verwechselungen okrt h(|T. n»lrh hrlMfl»tif> in« Vngahi hn /I n m t otnniim n« r fl>li< l Verlag b t» Nlch.Anzeigers Alicefttafte I I OiwUf IrflÖltc WolimiiiK' All MIM IlllriCII. l"7 1 /iiO'M >' hnff ioii l. frffMlbrr tion •l'irrnnh'rtiic •nimnli iivtb Vloiat nomhaid HiYffltfuiiUii |7U Muhnung Eelter<Wohnuiig um oder nbnr Vaornrtumni I. I. .Yllll AU l». Mord-Aal. 18, II. O Zimmer | Onl-Amuu« 81 p., jch. fl-Zlm. Wuhn. ui. V.lfnulA aii m. Wttll. Margalr. 17 II n. H Wallanh, ’Maniavrffüafif 14 II I ' ' J,D | Mmr Immer Hlr. 40, I. 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