Hr. 4 Zweites Erscheint 1i lich mit Ausnahme des Sonntags. Beilagen Urciolatt für den Ureis Gießen". Postschecks „Gictzener Zamillenblatter" und o: F-cenkfnrt am Main Nr. N68b. kaukerlehr: Geweibebank Gießen. Blatt (61. Iahrgsiig General-Anzeiger für Gderhesjen §reitag. 5. Januar M Zwilliagsrundüruck und Verlag: Brühl'scheUniversiMs-Bttch-ii.Steindr ckerei. R. Lange, Gieszen. 5chriftle!1ung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstraße?. Geschäftsstelle mBerlag: Schristleitung: e=a© 112. Anschrist für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Die deutchen Zriedensbe-ingAngen und Wilson. Ter FOrcr der ungarischen Borfasiunüspariei Gra^ Julius AHrassy, führte laut „3«r- «rg. in 1 einer NeujahrSrede in Budapest aus: _ ^ . _ 2ÜC,,, die Entente 3 ÄÄ Ä He unfewe'lebinflung« f° ta,m ^ K J> m \ ä " üen^n Wilson Mhren, dem sie mitgeterlt lverdrn. Die ^gimriMn der mlnte können sich nur dünn vor Frre- ücnsverfRolungen fürchten, wenn fre voraussetzen daß sie solche Anacdvte zu Horen bekommen wurden, die die tt>haTe öffentliche Meinung mich rn oen Ententel.and.ern akzeptieren würde, und wenn die Regierungen der Entente -nrn weiteren Kampf entschlossen sind, der allen fühlenden Menschen ein Greyel. Der Friede scheint noch nicht unmittelbar nahe zu sein. Wir müssen deshalb mit Anspannung aller Kräfte weiter für den Frieden kämpfen, um unseren Feinden die Verhinderung der Friedensaktion ulnnöglich zu machen." Dazu schreibt die „Mn. Volksztg.": „Mit sehr gemischten Gefühlen wird die deutsche Oeffentlichkeit — vorausgesetzt, daß die Rede des Grafen Andrassy genau und richtig wiedergegeben ist — die Nachricht aufnehmen, daß die deutschen Friedensbedingungen dem Präsidenten Wilson übermittelt werden, von dem dann der Vierverband das Nähere erfahren kann. Graf Andrassy würde eine derartige Ent- yüllung — es handelt sich wirAich um eine solche — nicht haben machen können, wenn er nicht Unterlagen für deren Richtigkeit hätte. Graf Andrassy ist ein ernster Politiker, und die Tatsache, daß er öfters in Berlin im Aufträge der nnga- rifchen Regierung weilt und nrit der deutschen Regierung Verhandlungen führt, gcht seinen Aenßerungen erhöhte Be- demu'.lg. Es liegt ein dringendes vaterländisches Interesse vor, daß von seiten der deutscher! Regierung Stellung zu dieser voru Grasen Andrassy behaupteten Tatsache genom- rnen wird. Die deutsche Regierung sollte den möglicherweise nunmehr zu erhebenden Borwurf nicht aus sich sitzen lassen, daß sie zu gleicher Zeit, wo sie in der Oeffentlichkeit eine Friedensoernrittlung Wilsons aülehnt, doch ans nichtöffent- Irchem Wege eine solche sucht; denn etwas anderes kann es nicht sein, wenn hier Wilson zu dem Unterhändler zwischen den beiden streitenden Parteien gemacht wird. Von einer Seite, die uns als durchaus zuverlässig geschildert wird, hören wir übrigens, daß diese vom Grafen Andrassy erst in Aussicht gestellten Mitteilungen tatsächlich schon erfolgt sein sollen. Anfklürnng erscheint hier dringend geboten." Aus Stützt uutz Luntz. Gießen, 5. Januar 1917. ** Aus dem Stadttheaterbureau. Da das „M ä r ch e n v v m D a u m e n l u t s ch e r" so starken Anklang gefunden hat, daß die drei bisherigen Vorstellungen gänzlich ausvcrkaust waren, ist für Sonntag, 14. Januar, nachmittags 372 Uhr, eine weitere Vorstellung des Märchens an- ge;etzt worden, um den zahlreichen Bestellern, deren Wünsche bisher nicht befriedigt werden konnten, eine wesiere Gelegenheit zu bieten. ** Die Goldankaufstelle hält vom 5. d. Mts. wieder regelmäßig ihre Geschäfts stunden ab und zwar Dienstag nachmittags von 2—4 Uhr und Samstag vormittags von 10—121/2 Uhr in dem Gebäude der Bezivks- sparLasse zu Gießen. ** 1917, das Jahr der Finsternisse. Das Jahr 1917 wird nicht weniger als vier Sonnen!- und drei Mondfinsternisse bringen. Die Askrjonvmen verkünden, daß 1917 das Jahr der Finsternisse sein wird. Von den Finsternissen entfallen zwei auf den Januar, 8. und 28., drei auf den Juni und Juli und zwei auf den Dezember. Außer der großen Zahl von Finsternissen bietet das neue Jahr weder in astronomischer, noch kalendarischer Hinsicht Bemerkenswertes. Es ist ein Gemeinjahr von 365 Tagen oder 52 Wo chm und einem Tag, davon 52 Sonntagen. Die beweglichen Feste fallen auf einen mittleren Termin; Fastnachtsdienstag 20. Februar, Ostersonntag 8. April, Himmelfahrt 17. Mai, der letzte Mai- sountag, der 27., bringt das Pfingstfest. ' ** Sch ulferie n. Wie wir erfahren, ist der Grund dafür, daß die Ferien aller Schulen bis zum 16 Januar verlängert worden sind, in der Ersparung von Kohlen zu suchen. Landkreis Gießen. ** Grünberg, 5. Jan. Wachtmeister Übrig, Karl Rohm, Jean Rehorn, Heinr. Sch e l l h a a s und Karl M ä l - l e r zu Grünberg haben vom Großherzog das „Kriegsehrenzeichen" verliehen bekommen. Kreis Büdingen. da. Büdingen, 5. Jan. Leutnant unb Regiments-Adjutant > Johannes Schneider erhielt das Eiserne Kreuz 1. Klasse. - Vizewachtmeister d. Landw. Erich Eulau erhielt am 29. Dez. 1916 da? Eiserne Kreuz 2. Klasse, nachdem er vor einigen Wochen die Hessische Tavierkeitsmedaille erhalten hatte. — Der Ge'reite Heinr. Euler 51t Bonhausen, im Feld-Art.-Rgt. Pr. 25, wurde zum Unteroffizier befördert — Dem Unteroffizier Karl Gleiß im Landst.-Jns.-Batl. Friedbera, Prokurist der Firma Ballerstedt u. Eo. in Hain-Grünbau, erhielt für Tapferkeit vor dem Feinde das Eiserne Kreuz 2. Klasse. da. Orleshausen, 5. Jan. Musketier Friedrich Heck erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. - Karl P r e u ß e r aus Düdelsheim erhielt die Hessische Tavserkeitsmedaille. — Der Hilfsschwesier Kate Sommer von Lindheim, tätig im Reservelazarett Auerbach (Bergstraße) wurde das Hessische Militär-Sanirätskreuz verliehen. ** Ortenberg, 5. Jan. Dem Vizefcldw.bel Jakob D i ck - l e r, beim Armee-Oberkommando einer Kraftfahrtruppe im Westen, wurde wegen hervorragender Leistungen das Eiserne Kreuz ziveiteö Klasse verliehen. Kreis Lauterbach. y. Crainfeld, 5. Jan. Von einem herben Mißgeschick wird die Familie des Landlmrts Konvad Müller hier betroffen. Kurz vor Weihnachten erhielt sie die Nachricht, daß ihr Sohn Heinrich, welcher im Reserve-Jnf.-Regt. Nr. 172 diente, gefallen sei. Heute ist der jüngere Bruder Karl, welcher schon längere Zeit leidend war, infolge eines Schlaganfalls verstorben. Eine verheiratete Tochter versüarb diesen Herbst in der Klinik zu Gießen. Kreis Schotten. y. Aus dem oberen Vogels Le r g, 5. Jan. In einer Gemeinde unseres Kreises tvar der Gemeindebulle zum Schlappen bestimntt; der Ochse war gefesselt. Es sollte ihm, da er sich un- geberdig zeigte, noch ein Ring durch die Nase gezogen werden. Bürgermeister und Gemeinderäte zogen fest an der zu diesem Zwecke um den Hals angelegten Schlinge; als dieses geschehen, stürzte der Ochse zusammen. Er war durch diese Manipulation vollständig erdrosselt worden. Der herbeigerufene Veterinärarzt e'rkannte das Tier inststgedessen als ungenießbar und es mußte auf den Viehanger übergeführt werden. Es ist zu bedauern, daß bei dem allgemeinen Mangel der Fleischnot noch solche Vorkommnisse stattfinden. Kreis Friedberg. Q. Bad-Nanheim, 5. Jan. Die hiefige Bürgermeisterei erläßt an die Bevölkerung Aufrufe, nrit durch die Stadt beschafften Lebensmitteln sehr sparsam umzugehen und etwaige Ueberschüsse zu konservieren, da es nicht bestimmt sei, ob im llntmenden Sommer — der Zeit des stärksten Verbrauches in Bad-Nauheim — die Zufuhren so regelmäßig und in gleicher Höhe erfolgten wie jetzt. —> Leutnant Philipp Pfeffer wurde mit den: Eisernen Kreuz ausgezeichnet. DieSchlwestern Anna Bnkowski, Christine G r etz e l, FriÄa M 0 n j e, Lisi Hirsch erhielten das Misitär-Sanitäts- Kveuz. Frau San.-Rat Tr. Hirsch, Fräulein Helene Müller, Schwester Martha Koch das Kriegs-Ehrenzeichen. Kreis Wetzlar. d. Aus dem Kreise Wetzlar, 5. Januar. Größere Revisionen der Kartoffelvorräte sowohl bei den Erzeugern, als auch, bei den Versorgungsdeveichtigten durch die Polizeibeamten sind zurzeit im Gange. Durchgreifende Maßnahmen sind erforderlich- da dem Kreise die Verpflichtung auserlegt worden ist, rund 100 000 Zentner Speisekartoffeln an rheinisch: Industriestädte zu liefern. d. Dorn holz hausen, 5. Januar. Wie unsere in Amerika lebenden Angehörigen von unseren Verhältnissen unterrichtet sind, geht aus einem Telegramm hervor, das einer hiesigen Familie durch den amerikanischen Konsul in Frankfurt a. M. zugegangen ist. In dem Telegramnr wird angefragt, ob die Angehörigen hier noch, am Leben seien, wie es ihnen ginge und ob sie etwa Gelt oder Lebensnnttel nötig hätten. Nicht minder freuen roerden sich die Anfragenden, wenn ihnen durch ein sofort wieder durch den Konsul ausgegebenes Telegramnr die Mitteilung gemacht wird, daß lvir hier uns noch des besten Wohlergehens erfreuen. Hessen-Nassau. — Bad Homburg v. d. H., 4. Jan. Der hiesige Rentner Gustav Weigand hat das ihm bei der Zwangsversteigerung zu- gefallene Hotel „Augusta" mit Park der Heeresverwaltung mit der Bestimmung geschenkt, daß das Gebäude zu einem Militär- Genesungsheim für Unteroffiziere und Mannschaften der deutschen Armee und Marine umgenxmdelt wird. Für die innere Einrichtung und die dauernde Erhaltung des Genesungsheims stellte Herr Weigand ferner eine bedeutende Barfunrme zur Verfügung. Der Mert der gesamten Stiftung beträgt etwa eine Million Mark. vermischtes. * Kalender und Kunst. Der Mensch von heute, dem die Verbindung von Kalender und Kunst am sinnfälligsten in dem seit etwa einem fallen Jahrhundert beliebten „Abreißkalender" cntgegentritt, kann sich nur schwer vorstellen, daß der Kalender, heut ein vergängliches Abbild der flüchtig verrinnenden Tage, in früheren Zeiten für die Ewigkeit geschaffene Kunstwerke enthielt. Und doch ist dem so. Durch viele Jahrhunderte hin hat die bildende Kuust mit den Werken großer Meister den Kalender geschmückt. Bei den alten Römern wurde schon im ersten christlichen Jahrhundert der Kalanden, d. h. die Aufzählung der Monatstage mit Angabe der wichtigsten Feittage, in Stein gehauen ausgestellt. Bald traten neben die Steinkalender Kalendarien, die auf Wachstafeln und Papyiusrollen in den Familien verbreitet wurden und künstlerisch ausgeschmückt waren. Ein solcher Kalender ans dem Jahre 354 ist uns, wenn auch nicht im Original, so doch in Kopien alter Kopien erhalten geblieben, lund hier sind bereits die einzelnen Monate in bildlichen Darstellungen personifiziert. Viel reicher trat der Bilderschmuck in den Verzierungen jener mittelalterlichen Kalender hervor, die in be.i Klöstern von kunstgeübten Mönchen verfertigt wurden. Der Wechsel der Jahreszeiten, die mannigfachen verschiedenartigen Beschäftigungen in den einzelnen Monaten, das ganze Abbild des menschlichen Lebens, wie es im Kreislauf des Jahres zusammeng^>rangt ist. sie boten eine unerschöpfliche Fülle von Motiven, die in der „hohen Kunst/' im Mittelalter noch nicht dargestellt wurden. So wird die Katenderillustration eine Zufluchtsstätte realistischer Naturbeobachtung, und hier treten bk ersten Landschaften, die ersten Stilleben, die ersten Ausschnitte aus der Alltagswelt des Mittelalters hervor. Die Kunst, die sich der schönen Ausgestaltuug der Kalendarien '.widmet, ltrirb zu einem hervorragenden .Teil fac Mimatur nralerei des Mittelalters, und gerade die Rionatsbeider, die einen sonst rn dieser Epoche nie hervor- tretenden Naturalismus atmen, sind nach einem Worte Mors Riegls, der die mittelalterliche Kalenderillustration zuerst erforscht hat, der beste Beweis dafür, daß die hellenistische Eroberung terc Natur int Mittelalter nicht erlischt, sondern in einem lebendigen und organischen Zusammenhang weiter geft'ihrt wird. Die größten Meister der „Jlürminverungsknnst" hielten sich nicht für zu gut, Kalender auszuschmücken. Das Breviarrum Grimani, dres unschätzbare Kleinod der Markusbibliothek zu Venedig, das' man „die Aunft und wsssenfchaft. * Theaterbeginn einst und jetzt. Durch die ueuer- idl;en Verfügungen, über die Verkürzung der Polizeistunde und auch die Theater genötigt worden, den Airfang ihrer Vorstellungen danach zu regeln, und binnen kurzem wird es in Deutschland knun noch eine Bühne geben, deren Vorstellungen später als um 7 Uhr beginnen. In einer großen Zahl deutscher Städte ist dies auch rn Friedenszeiten die übliche Anfangsstunde der Vorstellungen ge- weseir und nur den Großstädter will sie als eine frühe Frist zunt 2'.eginne des Spieles bedünkeir. Tabei vergißt er, daß dre^Darlegung des Theateranfangs in die späten, Abend- und dre Nachtstunden ver'hältnismäiffg sehr jungerr Ursprungs ist, ia, daß dre Theatergeschrckcke in ihrem größeren Teile überhaupt keine albend-, sondern nur Tagesvorstellungen kennt. Tagesvorstellungen waren die Aufführungen der Antike: die Theater Roms hatten wohl Sonnensegel, aber keine Beleuchtungsanlagen, und oft nahmen dre antikerr The,atervorstellirngen, ivie z. B. die drainatischen Wettstreite ciuf dem Tionvsostheater zu Atheir, deir größeren Terl des Tages in Anspruch. Das galt auch für die mittelalterlichen. Mysterienspiele, die gewöhrrlichl auch dem Schlüsse des Gottesdienstes ihrerr Arrsarrg nahmen. Die Llnkündrgung eines solck>eir Spreles rrr .Hamburg, die aus dem Jahre 1466 stammerr dürfte, ladt aus' 12 Uhr iiach dem Gottesdienste >ein, und dieselbe Zeit grbt der Theaterzettel eines ge ist licken Spieles an, das 1520 zu Rostock veranstaltet wurde. Uebrigens waren auch die Atysterrenunele zum Teil wahre Daueraufführungerr: zu Valeuciennes nahm 1547 die Darstellung der Passion volle 25 Tage in Anspruch., und tu Frankreich sollen einige Mysterienspiele gar bis zu 40 Tagen gedauert haben. Reste dieser alten Tagesanfführungen haben srch ja noch bis in unsere Zeit erhalteir: ein Tagesverk srnd dre Ober- ammergauer Passionsspiele, und auch Richard Wagner hat ferne Festspiele dem fallen ftarfen Tage und nicht denr mudeir Abend, anvertrauen wollen. Wann und wie aber ist dre Sitte der Abendvorstellungen entstanden'? Allem Anscheine nach ist sre daraus farvorgegangen, daß die Bühne fick an die Lebensgewohnherten der Reichen anschloß rrnd auf sie Rücksicht nahm. Dre Zeit des Theaterbeginns hatte sich dann nach >der üblicher Spersezctt zü richiten. und cs blieb bei der frühen Stunde. Der damaligen Welt erschien der 6 Uln-Beginn überhaupt schon reichlich spät. In Berlin begann Döbbelin noch 1786 seine Vorstellungen um 5 Uhr des Nachmittags; erst 1787 wurde die Anfangszeit auf Ergels Vorschlag ans praktischen Gründen um eine Halle Stunde hinausgerückt, uird es dauerte dann noch eine geraume Zeit, bis chan auch in Deutschland sich z.u>n 6 Uhrbeginn entschloß. Erst im 19. Jahrhundert ist dann der Anfang der Theatervorstellungen mit Rücksicht auf die rasch sich verändernden Lebensgewohnheiten immer weiter hinausgerü.ekt ivorden. In Berlin firhrte sich etiva in den achtziger Jahren der 8—77° Uhranfang! allgemein ein; das neue Jahrhundert sah dmrn die Theater bereits um 8 Uhr beginnen und vereinzelt sind in Berlin sogar Vorstellungen auf 872 Uhr angesetzt worden. Daß dies an sich keineswegs erfreuliche Neuerungen sirll, wird jeder Theaterfreuud zugeben, da die Frische und Aufnahmefähigkeit des Publikums durch die Verspätung des Vorstellüngsbegiims nur herabgesetzt wird. — Die Berliner Uraufführun g des neuen Fulda-Ln ft spiel s. Ans Berlin wird uns geschrieben: ?l!uf der Suche nach einem Zugstück für das neue Jahr wandte sich das Berliner Komödien Hans an das bewährte Lnstspielgeschm Ludwig Fuldas, dessen jüngste Arbeit „Die verlorene Tochter" Somrabend zur Uraufführung gelangte. Auch ohne die Mitwirkung der Vorneujahrsstimnnmg wäre dem Lustspiel der Erfolg treu gewesen. Ohne besonders anstrengende Entdeckerreifen ein noch nnbetretenes Land zu imternehmen, schrieb Fulda cutd Reihe angenehmer, heiterer Szcuren, die einem beliebten Motiv einige neue Wendungen abgewannen. Die verlorene Tochter ist ein Backfisch aus bester Familie, der sich in einen auf übliche Weise angeschwärmten Literatur- und Lbunstprofcssor verliebt und eines Tages Mit ihm die Flucht ergreift, umj auf diesem, nicht ganz bürgerlichen Wege die Ehe zu schließen. Doch ebenso unerwartet wie der Verlauf dieser Reise, die sich dank den mrerschütterlick^en. moralischen Grundsätzen des Professors in fast zeremonieller Weife abwickelt, ist auch ihr Ergebnis, daß zwar in einer £>eirat, aber mit einem anderen, gipfelt. Der hübscheste Einfall des Lustspiels besteht darin, daß dieser Andere, ein zwar weniger ideal veranlagter, dafür aber umso forscherer Rechtsanwalt dazu ausm'chen wurde, ftm die verlorene Tochter wieder zur Besimumg zu bringen. Tics gelingt ihm so gut, daß eine Verlobung die Exkursion der afantener- lustigen Literaturschülerin beschließt. Die bekannten Vorzüge Fuli^S statten auch dieses Stück mit -einem flüssigen, angenehm ptäluerndnt Dialog und einer ganzen Anzahl lvitziger Worte aus, das rein Bühuengemäße ist, wie ja bei Fulda selbstverständlich., geivandt, sicher und mit ges-chmackvollen Mitteln ausgestallet. Die beste Figur des Stückes, das trotz aller Lusffpielgtchflogenfaiteir persönlich gesehene und gezeichnete junge Mädchen, stand auch darstellerisch im Mittelpunkt des Wends. Erika Gläßner, die nüihrend der letzten zwei Jahve bereits nrehrfachi als ein frisches und auch künstlerisch empfindendes Lustspieltalent auffies, holte sich einen starken und ehrlichen Erfolg. Auch die übrigen, von Dr. Ernst Welisch wirkungsficher inszenierte Darstellung mit Reinhold Schünzel als Literaturprofeffor, Euge'a Burg als REsanwalt imd Lieb- l>aber und dem durch, Olga Engel uud Gustav Botz verkörtzerten Elternpaar, solvie dem in seiner schürfen, beiveglichen Komik vorzüglichen Hennann Picha tat das Ihre, um dem Lustspiel zu einem Beifall zu verchelfen, der sich, allenr Ansck-ein nach noch an sehr vielen Abenden in gleicher Weise ivird wiederholen können. — Berliner Theaterbrief: „Figar 0 s Hochzeit bei Reinhardt. Aus Berlin wird uns geschrieben: Das Neujahrsfest brachte im Berliner Deutschen Theater die seit langem angellindigte und nrit Spannung erlvartete Inszenierung von Beaumarchais' Lustspiel „Figaros Hochzeit". Die politische Satire, die iu dem Stück steckt rrnd sich andeutungsweise in mancher Beziehung auch auf die heutigen Verhältniffe mr-venden und so aktualisieren läßt, lveiterhin die Dankbarkeit dieser litera> rischen Aufgabe und schließlich, aber nicht am rvenigsten, die Fülle der bildhaften und szenischen Rköglichkeiten lsaben in diesem Fall ein Unternehmen veranlaßt, dessen mannigfaltige Probleme in wirklich glänzender Weise gelöst worden sind. Der fawoglrche Geist und die nimmer müde Ironie Beaumarchais' winrden ii: einem Nahmen gebracht? der schon an imd für ftch sehenswert ist. Neben Reinhardt gebührt trotz der in allen Rollen durchuieg vorzüglichen Aufführung der Hacwtanteil an der glücklick>en 6>esanrtWirkung diesmal dem Müler Ernst Stern, der in Dekorationen und Kostümen, in einer Verschmelzung von Rokoko:md spanischer Pracht Bilder sckMf, die an sich bereits für die Berechtigung dieser Inszenierung genügend starkes Zeugnis hätten oblegen können. Im Ri ittelpunkt der dem dichterischen Wesen Beaumarchais' mit feinem Verständnis !nachspürenden Aufführung standen Max Pallen- b e r g und Camilla E i b e n s ch ü tz. Palleul'erg spielte den Figaro, dem mmr einst iu Berlin durch Josef Kllfttz verkörpert sab, auf feine Weise, nrit den besonderen AusdrucksnMeln seines ckxlrakte- ristisckien Talents. Er rst mehr scharf als biegsam, mein sprunghaft als geschmeidig rrnd stellt einen Figaro aus die Beine, bei dern inan durch alles Feueriverk der den ^Herrschen zu erblicken vermag. Frau Eibenfchütz, Z>ie im Rahmerr des Deutsck^eu Zvklr^ sckion mehrfack) durch eine Steigerung ibros Könueirs überrasckw' hat diesmal in Laune und GM« dm Höhepunkt erreicht. Bon den übrigen Darstellern, die sich diesmal ausnahnMo^ zu amec tadellos iitcntainbergreifenden und sich ergäurzenden Gesamtlveft ixr- einigten, trugen Else Heims, Else Eckersberg, Otto Gebühr, Max Gülstorfs, Paul Biensfeldt rmd Emil Jan- nings am meisten zu dem Erfolg bei, der sich in einem Beifirll äußerte, lvie er bei den gclungeirsten Premrereu firum ülxnttwffen werden kann. schönste überhaupt existierende Handschrift^ genannt hat, enthält 34 ffvlcher Kalenderbilder, nämlich je ein einen Monat charakterisierendes Vollbild und ihm gegenüber das eigentliche Kalenderblatt, das die Aufzählung der Monats tage inmitten einer reichgeschmückten Umrahmung zeigt. Da sehen wir z. B. den Januar nach echt deutschem Brauch als den Monat des Trinkens dargestellt. Der Februar bringt uns eine 'Szene aus oem Bauernleben, wo die ganze Familie in der Hütte um das Feuer herumsitzt, und so hat jeder Monat seine eigene Beschäftigung, sein besonderes Milieu. Neben diesen kostbaren Kalendarien der hohen Herren stehen die sogen. Bauernkalender, die von „Briefmalern" den herumziebenden Schreibern und Illustratoren des Mittelalters, in großer Äüzahl für die einfachen Leute angefertigt wurden. Das Bild war auch in diesen Kalendern die Hauptsache, denn die Kunst des Lesens war damals twch unbekannt, und die Illustration müßte die Sprache der Buchstaben ersetzen. ^Cuf den ersten Blick konnte man aus dem Bilde erkennen, um welchen Monat es sich handelte. Solche Bib- derkatender wurden auch aus HolO- und Metalllafeln durch Ein- Gravierung von Figuren hergestellt ober aus Papier- und Pergamentblättern ausgezeichnet. Für jeden Monat war aus der Tafel eine Leiste gezogen, die durch Kerbeinschnitte in so viel Teile geteilt war, als der Monat Tage Kühlte. Das Germanische Museum in Nürnberg besitzt eine Anzahl dieser mfttelalterlichen Kalender. Ihr Bilderkreis war so tief eingeprägt in den Dolks- geist, daß seine Morive t'ogar im Skulpturenschmuck der Dome erschienen. An den Portalen der gotischen Münster und Kirchen für- den wir die Kalenderbilder wieder, die auf diese Weise auch in die hohe Kunst gelmtgtert. Nach der Erffndung der Buchdruckerkunst lag es nahe, die Bilderkalender zuerst im Holzschnitt und dann durch den Druck Ur vervielfältigen, und nun brach eine neue Zeit der Kalenderkunst an, deren Werke freilich nicht mehr mit den einzigartigen Schöpfungen der Miniaturmaler wetteifern konnten. Das Bild wurde mm ein äußerlicher Schmuck des Kalenders, ürü> wenn auch Zu allen Zeiten künstlerisch schöne Kalender geschaffen ntoröett sind, besonders in den Holzschnitten der Renaissance, in den Kupferstichen des Rokoko, den Stahlstichen des Biedermeier, so war doch die Hochblüte der Kalenderkunst vorbei. Der Abreißkalender von heute, der uns eine erstaunliche Fülle von WM^rngeu der Kunstwerke aus aller Herren Länder vermittelt, er hat doch nicht mehr jerren großen Wert des Kunstwerkes, den die köstlichen Gemälde der Nrittelalterlichcn Illuminatoren besaßen. * Um einen Knopf anz unätzen! . . . Wie L'Oeuvre mitteilt, har die französische Heeresverwaltung den folgenden DienslbefeA ausgegeben: ,. Ausführung so rdnnng betreffend die Ausbesserung v-on Schäden an Offizrersuniformen auf Staatskosten. Die Eingaben um Ausbesserung pon Offiziers uniformen Müssen genmr so äbgesaßt und registriert werden wie die gewöhn- . licken Belleidungsefttgaben, aus dem Formular 6 mit möglichst genauer ANgab-' der besondeven Art der erbetenen Ausbesserung ümd Name, Tiensograd und Aufenthalt des betreffenden Offiziers. Diese Eingabe und das auszübessernde Uniformstnck rmrssen vorschriftsmäßig verpackt und mit einer genau ausgeführten Ettkette versehen Werden, worauf der zuständige Bekleidungsoffizier sic gegen eine Bescheinigung in Empfang nimmt. Hierüber ist eine Eintragung zu machen, die in zwei Exemplaren an die zuständigen Behörden misgelieiert wird. Hinzu kommt eine Berechnung, auf der der BLlleidungsoffizier die wahrscheinlichen Kosten der "Ausbesserung mit inöglichster Genauigkeit angibt. Ter Besitzer der beschädigten Uniform bat diese Kosten zu verauslagen uud erhält dafür eine ^stempelte Encvfangsbestätiguirg. Diese Bestättgung wird der iAnsbchserungstverkstättc überwiesen, die nach Empfang eine quittierte Rechnrmg und schließlich BenachrichttgUng über die erfolgte Ausbesserung sendet. Demnach!, so schließt L'Oeuvre, sind Mindestens fiebert Aktenstücke, fünf Military ersonen, das Borgen Und die Rückgabe v-oir Geld sowie im besten Fall 14 Tage nötig, wenn ein im Schützengraben liegender Offizier, der kein Nähzeug besitzt, sich an seiner Uniform einen verlorenen Knopf annähen lassen will. t * Auch ein Trost. Ta der von Tag zu Tag zunehmende Kohlenmangel in Frankreich das Publikum in Schrecken versetzt und viele Leute sich, schon den Qualen von Nord pol reisenden aus- gesetzt sehen, hat ein Gelehrter, und zwar der Professor Genttl von der Sorbonne den Entschluß gefaßt, seine Mitbürger einigermaßen zu beruhigen. Er gibt im Figaro bekannt, daß nach seinen BersckMmgen der gesamte Kodlenbefftz der Welt so groß ist, daß noch 7500 Milliarden Tonnen Kohle gefördert werden können. Da die ganze Welt durchschnittlich jährlich eine Milliarde Tonnen Kohlen Verbraucht, wird es der Menschheit vorläufig noch 7500 Jahre lang möglich sein, die Oefen zu Heizen. Im Vergleich zü dieser Erkenntnis sei die gegenwärtige Krchlennot nur als ein lächerlich gleichgülttger Zwischenfall zu betrachten. . . Die Summen der Berechnung sind ja tatsächlich beruhigend, aber ob sie die gegenwärtig ungeheizten Wohnungen der Pariser zu warmen vermögen, ist eine andere Frage. GrHttPl! 6 m jt Wich JukMkills-Alftullg. „Auf den unserer heutigen Zeitung beiliegenden Ausruf zum 25jährigcn Regierungsjubiläum des Gwßherzogs Ernst Ludwig machen wir hiermit besonders aufmerksam und bitten jedermann, ihm eine weite Verbreitung in Freundeskreisen zu sichern. Gleichzeitig fordern wir dazu auf, der Geschäftsstelle für die Großherzog Ernst Ludwig- Jubiläumsstiftung in Darmstadt Adressen außer Landes »lohnender Hessen und Vereine solcher-namhaft zu machen, um auch ihnen zur Beisteuer Gelegenheit geben zu können." 184V Meteorologische Beobachtungen der Station Sieben. Jan. 1917 j-» «j r; « 0 .5 52> 1- Z - ft »-> s — L >2 t* 3 0) O sl fiJ w 'S .2.« Zß 9S 3 do 03 c 3 •& V JO X 3 ‘O JO G Ä «woi u *> « ■20 - c S S = § Wetter 4. 2» 7,7 65 83 7 4. 9" — 6,8 60 72 ß b. 7» 4,2 4.9 79 7 Höchste Temperatur am 3. bt» 4. Jan. 191? + 10,8* C. Niedrigste „ * 3. „ 4 . , 1917 -f 5,4 • 6. Niederschlag 1,9 mm. —ÜJJL 1 Amtlicher Teil. Bekanntmachung betreffend Bestimmungen zur Ausführung des Gesetzes über der vaterländischen Hilfsdienst. Vom 21. Dezember 1916. Der Bundesrat hat auf Grund des 8 19 des Gesetzes übe den Vaterland ticken Hilfsdienst vom 5. Dezember 1916 (Reichs ZesKbl. S. 1333- mit Zusttmmung des vom Reichstag gewählter AuÄckiMes tolgenve Verordnung erlassen: . 1. Das K'riegsamt errichtet die nach 8 6 des Gesetzes dein Kncg^rMk einzurick.tende Zentralstelle, sonne die nach £ 4 Abs. 2 ? - • ^ ä' 6 9 Abi. 2 des löesetzes zu bildenden Ausschüsse uni bemmmt Bezirk und Ditz dieser Ausschüsse. In Bayerit/ Sachsei Württemberg bildet das Kriegs Ministerium im Einvernehmen mit dem ck'rt-gsamt die Ausschüsse und besttmmt ihren Bezitz und ">ny 9 f. ,< f; ' st!" imb bic Beamten in der Zentral 'st imndestms je em Stellvenrever twc Sie -Vertreter der Är&riüjd&rr und der ?krbntnehmrr in da Zentralstelle und den Ausschüssen sind noch Bedarf Stellvertreter zu bestellen. Für die Bestellung der Stellvertreter gelten die Bestimmungen des Gesetzes über die Bestellung der ordentlichen Mitglieder. § 3. Zu Vertretern der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer in der Zentralstelle und den Ausschüssen sowie zu Stellvertretern für sie dürfen mir volljährige männliche Deutsche bestellt werden. Nicht bestellt toerden darf: 1. wer infolge strasgerichtlicher Verurteilung die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlich,er Aemter verlorerr hat oder wegen eines Verbrechens oder Vergehens, das den Verlust dieser Fähigkeit iznr Folge haben kann, verfolgt wird, falls gegen ihn das Haupwersah-ven eröffnet ist; 2. wer infolge gerichtlicher Anordnung .in der Verfügung stber sein Vermögen beschränkt ist. § 4. Wer gemäß § 3 zum Vertreter der Arbeitgeber oder der Arbeitnehmer oder zum Stellvertreter eines solchen Vertreters bestellt ist, kann die Uebernahme des Amtes nur ablehnLN, wenn er 1. das sechzigste Lebensjahr vollendet hat; 2. mehr als vier minderjährige eheliche Kinder hat; Kinder, die ein anderer an Kindes Statt angenommen hat, werden dabei nicht gerechnet; 3. durch Krankheit oder Gebrechen verhindert ist, das Amt ordnungsmäßig zu führen; 4. mehr als eine Vorurundschaft oder Pflegschaft führt. Die Vormundschaft oder Pflegsck)aft über mehrere Geschwister gilt nur als als eine; zwei GegenVormundschaften stehen einer Vormundschaft gleich. § 5. Wer die Ueberttahme des Anrtes als Vertreter der Arbeit- ackber oder der Arbeitnehmer oder als Stellvertreter eines solchen! Vertreters ohne zulässigen Grund ablehnt, kamt vom Vorsitzenden der Zentralstelle, wenn er für diese bestellt ist, sonst vom Vorsitzenden des Ausschusses, für den er bestellt ist, mit Geldstrafe bis zu fünfhundert Mark bestraft werbeu. Ebenso kann bestraft werden, wer sich ohne genügende Entschuldigung nicht rechtzeitig zu den Sitzungen einfindet oder sich seinen Obliegenheiten in anderer Weise entzieht. Auf Beschwerde entscheidet das Kriegsamt, in Bahern, Sachsen und Württemberg das Kriegsministerinm endgültig. § 6. Tie Vertreter der Arbeitgeber und der Mbeitnehnrer in der Zentralstelle und den Ausschüssen verwalten ihr Amt unent- geltlÄ als Ehrenamt. Sie erhalten Tagegelder im Betrage von fünfzehn Mark und Ersatz der notwendigen Fahrkosten; bei Eisenebahnfahrten wird der Betrag für die zweite Wagenllasse, bei Benutzung von Schiffen der Betrag für die erste Klasse erstattet. 8 7. Tie Vertreter der ArbeittreHüter habet: ihrem Arbeitgeber jede Einberufung' zu Sitzungen der Zentralstelle oder der Ausschüsse anzuzeigen. Tun sie es ohne schuldhaftes Zögern, so gibt das Fernbleibwr von der Arbeit dem Arbeitgeber keinen wich- ttgen Grund, das Arbeitsverhältnis ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist zu lösen. 8 8. Ten Arbeitgebern und ihren Angestellten ich untersagt, die Vertreter der Arbeitnehmer in der Uebernahme oder Ausübung des Ehrenanttes (§ 6) zu beschränken oder sie wegen dev Uebernahnte oder der Art der Ausübung des Ehrenamtes zu benachteiligen. Arbeitgeber oder ihre Angestellten, die dagegen verstoßen, lverden mit Geldstrafe bis zU dreihundert Mark oder mit Haft bestraft. § 9. Der Vorsitzende und die übrigen Mitglieder der Zentralstelle imv der Ausschüsse sind verpflichtet, über Geschäfts-, Betriebs- uird Berufsgeheimnisse, die ihnen in dieser Eigenschaft bekannt werdet:, Ainisverschwiegenheit zu beobachten. Mit Geldsttafe bis zu dreitausend Mark oder urit Gefängnis bis Pu drei Monaten wird bestraft, wer der Vorschrift int Abs. 1 Zuwider Geheimnisse unbefugt offenbart. Wer dies tut, um den Inhaber des Geschäfts, Betriebs oder Bevllfs zu schächgen oder sich oder anderen einen Vermögensvortell Pu verschaffen, oder wer in gleicher Absicht ein Geheimnis der im Ms. 1 bezeichneten Art verwertet, wird mit Gefängnis bis zu einein Jahre und mit Geldstrafe bis zu zehntausend Mark oder mit einer dieser Strafen bestraft. Die Verfolgung tritt imr auf Antrag ein. § 10. Die Behörden und behördlichen Einrichtungen sind verpffichtet, den im BollMge des Gesetzes über den vabetländischen Hilfsdienst an sie ergehenden Ersuchen des Kriegsamts, der Zentralstelle und der Ausschüsse zu entsprechen. Dies gilt auch für Ersuchen, die von den Königlich Baprischeir, Sächsischen und Württembergischen Kriegsminifterien im Vollzüge des Gesetzes gestellt weroen. § 11. Vor Erlaß der Entscheidung nach § 4 Abs. 2 des Gesetzes hat der Ausschuß die Gemeindebehörde und nach Lage des Falles die zuständige amtliche Vertrettutg der Iüdustrie und des .Handels, des Handwerk, der Landwirtschaft oder anderer Berufsstände zu hören. In geeigneten Fällen sollen auch Fachvereinr und sonstige nichtamlliche wirtschaftliche Verbände gehört werden. Werden Marineintevessen berührt, so ist aus Verlangen des Reichs-^ Marineamts ein Marineoffizier oder Marinebeamter zu hören. § 12. Die nach ß 6 verhängten Geldstrafen wechen wie Ge- meindeabgäben beigetrieben. Einwendungen gegen die Zahlungspflicht haben auffchiebende Wirkung. Dem Beitreibungsverfrhren hat ein Mahnverfahreir voranzugehen: die Mahngebühr wird, soweit erforderlich, voin Kriegsamt, in Bayern, Sachsen und Württemberg vom Kriegsministerium festgesetzt und wird wie die Geldstrafe beigetrieben. Die Geldstrafen fließen in die Reichskasse. § 13. Die Verordnung tritt mit dem Tage der Verkündung in Kraft. Berlin, den 21. Dezember 1916. Der Stellvertreter des Reichskanzlers. Dr. ö elfter x d). Bekanntmachung betr. Uebergangsbestimmungen zu den §§ 9 und 10 des Gesetzes über den vaterländischen Hllfsdienst. Vom 21. Dezember 1916. Der Bundesrat hat aus Grund des § 19 des Gesetzes über den vaterländischen Hilfsdienst vom 5. Dezember 1916 (Reichs- Gcsetzbl. S. 1333) mit Zusttmmung des vom Reichstag gewählten Ausschusses folgende Verordnung erlassen: ß 1. Solange die im § 9 Abs. 2 des Gesetzes vorgesehenen! Auslchüsse noch nicht in Tättgkeit treten können, werden deren Obliegenheiten mit gleicher Wirkung durch vorläuftge Ausschüsse wahrgenommen, die von den Stellvertretenden Gneralkommandos itackx Bedarf eingerichtet werden: die BeachttrUg des § 10 Abs. 2 des Gesetzes ist nicht erforderlich. , !.. § 2. Soweit "zur Wahrnehmung der Obliegenheiten der im § 9 Ms. 2 dos^ (Gesetzes bezeichneten Ausschüsse bereits ähnliche Ausschüsse (Krigsausschüsse üsw.) bestehen, können sie mit Zustimmung der Stellvertretenden Generalkommartdos, in Bayckrn des Kriegsministeriums, auch an die Stelle der vorläusigen Ausschüsse treten. § 13 . Die Anweisung für has Verfahren bei den vorläufigen Ausschüssen erläßt das Kriegsamt. 8 4. Tie Verordnung tritt mit dem Tage der Verkündung in Ktaft und am 1. Februar 1917 außer Kraft. Berlin, den 21. Dezember 1916. Ter Stellvertreter des Reichskanzlers. Dr. Helfferich. Bekanntmachung betreffend die Zuckerimg von Wein. Vom 21. Dezember 1916. Dar Bundesrat hat auf Grund von 8 3 des Gesetzes über die Ermächttgung des Bundesrats zu wirtschaftlichen Maßnahnten usw. vom 4. Ailgnst 1914 (Reichs-Gesetzblatt S. 327) folgende Ver- ordmmg erlassen: I. Für die- Weine des Jahrganges 1916 wird das im 83 Abs. I Satz 2 des Merngesetzes vom 7. April 1909 ( Reichs-Gesetzbl. S.^393, .vorgesehene Höchstmaß der Zuckerung auf etn Viertel der gesamten Flüssht^it erhöht und die in dem genannten 8 3 Ms. 2 Halbsatz 1 vorgesehene Zuckerungsfrist bis zum 30. Juni 1917 ver- lämett. Bis zu diesem Zeitpunkt darf die Zuckerung bei unge- ziuckerten Weinen früherer Jahrgänge nachgeholt werden. II. Diese Verorhimug tritt mit dem Tage ihrer Verkündung in Kraft. Berlin, den 21. Dezember 1916. Der Stellvertreter des Reichskanzler-. ^ l)r. Helfferich. Bekanntmachung über die Verfütterung vom Hafer an Einhufer und Zuchtbullen Vom 2\ Dezember 1916. Auf Grund der Vorschriften im §6 Absatz 2s der Bekanntmachung über Hafer ah's der Ernte 1916 vom 6. Juli 1916 (Reichs-Gesetzbl. S. 811 und des 8 1 der Bekanntmackung über die Errichtung eines Kridgsernährungsmnts vom 22. Mai 1916 (Reichs-Gesetzbl. S. 402) wird bestimmt: I. , Tie Hafermenge, welche die Halter vmr Einhufern in der Zett vom 1. Januar bis 31. Mai 1917 einschließlich ans ihren Vorräten verfüttern dürfen, wird auf 6% Zentner für den Ernhußw festgesetzt. Wemr der Einhufer nicht während des ganzq» Zeitraums gehalten wird, ermäßigt sich diese Menge für jeden fehlenden Tag um je 41/2 Pfund. Tie Festsetzung der Hastrmen^e, die in der Zeit nach dem 31. Mai 1917 an Einhufer verfüttert werden darf, bleibt Vorbehalten. II. Halter von Zuchtbullen dürfen bis auf ioetteres an reden Zuchtbullen, für den die Genehmigung der zuständigen Behörde zrtr Haferverfütterung erteilt ist, 1 Pfund für den Tag verfüttern Berlin, den 23. Dezember 1916. Ter Präsident des Kriegsernährungsamts. vonBatocki. Betr.: Bekanntmochamg über die Verfütterung von Haftr an Ein- hufer und Zuchtbullen. An den Oberbürgermeister zu Gießen und die Grotzh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Tie vorstehende Bekamckmachnng, die mit ihrem Erscheinen im Kreisblatt in Kraft getreten ist, ist in ortsüblich-er Weise zur Kerrntnis der in Betracht kommenden Personm zu bringen, wobei ausdrücklich darauf aufmerksam zu machen ist, daß die seither zugelassene Verrütterung an Arbeits- ochsen, Ziegenböcke und Ärbeitskühe nicht mehr zulässig ist. (Kreis- blatt Nr. 121 vom 3. Oktober 1916) Für den Ausgleich« itmerhalb Ihrer Gemeinde zwischen den Hafererzeugern und den versorgungsberechtigten Tierbesitzern ist von Ihnen Sorge zu tragen. Es emp-fteblt sich, die hierzu er- fokAerlichieu Hafermengen bis zum 31. Mai 1917 einschließlich sicher zu stellen, und zwar nröglichst noch während des l a u f e n d e n Monats, da die Ankäufe für die Hoeresver- waltuna bei den falletrden Höchstpreisen und dem starken Angebot voraussichtlich bis Ende dieses Monats zum Mschluß gebracht, imd nachi dieser Zeit verfügbare Hafernvetrgen wahrsckmnlick nur in sehr beschränktem Umfange vorhanden sein lverden. Auch für die Zeit nach! dem 1. Juni bis zum Schluß des laufenden Wirtschaftsjahres wäre der erforderliche Hafer sicher zu stellen. Aller Voraussicht nach wird aber dann nur mit einer Tagesmenge von 3 Pfund für jeden Einhufer, sowie 1 Pfund für jeden ZuMbullen gerechnet roerden können. Wir empfehlen Ihnen, die erforder- licken Aufzeichnungen in der von Ihnen geführten 'Haferver- sarguugsliste alsbald vorzunehmen und diese auf dem Laufenden zu halten, so daß deren Einreichung an uns jederzeit auf Verlangen erfolgen kann. Es wird ausdrücklick bemerkt, daß die vielerlei Anfragen» und Berichte wegen Versorgmrg einzelner Tierhalter mit Hafer nickit erforderlich uird nicht erwünscht sind. Die Bürgermeistereien habet: vielmehr selbst die in Betracht kommenden Personen vor einer jeden an uns zü richtenden Eingabe in sachgemäßer Weise aufzuklären. Gießen, den 3. Januar 1917. Gwßherzogliches Kreisamt Gießen, vr. U sin ger. Bekanntmachung betreffend Aenderung der Verordnung über die Regelung des Verkehrs mit Meb-, Wirk- und Stricktoaren für die bürgerliche Bevölkerung vom 10. Juni 1916 (Reichs-Gesetzbkl. S. 463V Vom 23. Dezember 1916. Der Bundesrat hat auf Grund des 8 3 des Gesetzes über die Ermächttgung des Bundesrats zu wirtschaftlichen Maßnahmen usw. vom 4. August 1914 (Retchs-Gesetzbl. S. 327) folgende Verordnung erlaffen: Artikel I. Tie Verardnmtg über die Regelung des Verkehrs nttt Web-, Wirh- Und Strickwaren ftir die bürgerliche Bevölkerung vom 10. Juni 1916 (Reichs-Gesetzbl. S. 463) wird wie folgt geändert: 1. Tie Ueberschrift erhall folgende Fassung: Bekawttnrachmrg über die Regelung des Verkehrs mit Web-, Wirk-, Strick- und Schuhwarem 2. Der § 1 erhält folgende Fassung: Zur Sicherstelbmg des Bedarfs der bürgerlichen Bevölkerung an lWeb-, Wirk- und Strickwaren und den aus ihnen gefertigten Erzengnissett sowie an Schuhwaren wird eine Reichsstelle für bürgerliche Kleidung (Reichsbekleidungsstelle) errichtet. Schuhwaren im Sinne der Verordnung sind solche, die ganz oder zum Teil aits Leder, Web-, Wirk- oder Strickwaren, Filz oder filzarttgen Stoffen bestehen. 3. Im § 5 Zeile 9 werden die Worte: „und drei weitere Ker- treter" ersetzt durch: „und fünf weitere Vertreteckst 4. Im 8 7 wird folgender Absatz 3 eingesügt: Die Vorschriften des Abs. 1 irrtb 2 finden mff.Sch u h t vMe n keine 'Slnwendung. 5. Im 8 8 wird folgender Abs. 7 eingeftigt: Die Vorschriften des Ms. 1 bis 5 finden ans Schuhwaren keine Anwendrtng. 6. jEs wird folgender 8 9a eingefügl: Getragene Kleidungs- und Wäschesrücke Wrtt> getragene Schuh- waren dürfen entgeltlich nur veräußert tverden: 1. von den behördlich zugelassenen Personett und Stellen, 2. von anderen Personen an die behördlich zugelassenen Personen und Stellen. Getragene Kleidungs- utrd Wäschestticke und getragene Schuh- waren dürfen mir die behördlich zttgelassenen Personen roch Stellen gewerbsmäßig erwerbeu. Die Reickrsbe kleidungs stelle kann Ausnahmen von diesen Vorschriften zu lassen. Der Reichskanzler kann weitere Besttminnngen über den Verkehr mit den im Abs. 1 bezeichneten Osegenstärrden erlasserr. 7. Ter Abs. 1 des § 11 erhält folgende Fassung: Wer mit den im 8 1 bezeichneten Gege.nständen Gewerbe treibt, darf beese ff-egettst-ände nur gegen eftrett vor: der ztr- ständigen Behckide ansgeserttgtcn Bezugssck>eftt att die Ver- brattcher zu tu fc%entiim oder zur Benutzung überlassen. Die Neberlassnng zur B-enutzung für einen Zeitraum vvtt nicht mehr als drei Tagen dttrj ohne Bezugsschein erfolgen. Tie Rcichs- belleidtmgsstelle rann lveitere Ausnahmen von der Vorschrift iur Satze 1 zulassen. 8. Int 8 11 wird als Absatz 2 eingeschaltet: Ter Gewerbetreibe^tde dan den Preis erst nach Empfang des von der zustärrdige^'r Behörde Mrsgeserttgten Bezrrgsscheins mnz oder teilweise fordern oder mmehnrett. s m wird !lgmdm § 11 » eingesügt: , „ _ Es ist rbotm. zu Zwecken des Wettbewerbes in Zerttmgs- anzeiMn ber anderen Bekanntnmchungm, die für eirrm größeren KO von Personen bestimmt sirw, insbesvitt^re duw) Bckn^Lungen^ »« Ä Sffirf 10. Der (ÖT'bf Tie R das bei yungen i.m 4 wti ui H'Hiuyui ^' 7 ' - Tonnen, einer für die Oesfmtlichkrt erkennbaren Werse am die Bezi sftheinsreiheit oder die Bezugs, che mregelung wn- zuweisen ^ ^ „ ^ ' 2 des 8 12 erhält folgende Fasfung: .., chsbelleidungsstelle kann nähere Bestimmungen über oas txn Ausfertigung der Bezugsscheine ru beobaMende Ver- fahven ttssen. Für die Bezugsfck-eme und die Listen smd die von derstieichsbekleidungsstelle aufgestellten Erster gU verwenden 11,i Im/ Z IS'treten an die Stelle der Worte „Beschriften der 88 7 bis 13" die Wrtc „ ^ ^. 2 /, 12 Stelle bet Worte ÄB " &ÄW 11 Ws 1 . § 12 sw. 1 Satz 2 1 tb § 13" Mlrifto des § 7 »s-lS-tzl Ws 2 Z 8 Ws 1 f ÄÄj and?-Stell- der Wort- „gegen § 7" 7 Ms. 1 Satz 1, SW. 2, § 9a Ws. 1 , 2 tob 12 Ir^Vs ^0 Abs. 1 wird eingefügt: . - ' fl tm bat auf Grund des § 9» Ms. 4 erlassenen Befttm- mungen zuwiderhandelt. Artikel II. Der Reichskanzler wird ermächtigt, dm Text der Verordnung über die Regelung des Verkehrs mit Web-, Wirk- und Strrckwareu für die bürgerliche Bevölkerung vom 10 . Imu 1916 (^bickfs-G^ setzbl. S. 463), wie er sich ans dieser Berordnmrg ergrbt. durch das Reichs-Gesetzblatt bekanntzugeben. Artikel III. Die Verordnung tritt mit dem 27. Dezember 1916 in Kraft. Ter Reichskanzler bestimmt den Zeitpunkt des Außerkrafttretens. Berlin, den 23. Dezember 1916. Ter Stellvertreter des Reichskanzlers. Dr. Helfserich. Bekanntmachung der Fassung der Bekanntmachung über die Regelung des Verkehrs mit Web-, Wirk-, Strick- und Schuhwaren v-rmt 10. Junr/23. Dezember 1916. Vom 23. Dezember 1916. Auf Grund von Artikel II der Bekanntmachung vom 23. Dezember 1916 (Reicbs-Gesetzbl. S. 1419), betreffend Aenderung der Verordnung über die Regelung des Verkehrs mit Web-, Wirk- und Strickwaren für die bürgerliche Bevölkerung vom 10 . ^um lJib wird die Fassung der Bekanntmachung über die Regelung des Verkehrs mit Web-, Wirk-, Strick- und Schuhwaren nachstehend bekannt gemacht. Berlin, den 23. Dezember 1916. Der Stellvertreter des Reichskanzlers!, vr. Helfferich. Bekanntmachung Ausführungs-Bekanntmachung der Reichsbelleid:mgsstelle zu 88 1, 11 und 12 ^r Bundesratsverordnung vom 10. Juni 1916/23. Dezember 1916 über dre Regelung des Verkehrs mit Web-, Wirk-, Strick- und Schuhwaren. Pom 23. Dezember 1916. Auf Grund der 88 11, 12 der Bundesratsverordnung über die Regelung des Verkehrs mit Wcb-, Wirk-, Strick- und uh>- warmvom 10. Imn 1916/23. Dezember 1916 und § 2 der Be- Schuhwaren' vo>n 23. Dezember 191b wird karrntmachung über folgendes bestimmt: 8 1. Anwendung früherer Bestimmungen auf Schuhwaren. Tie Vorschriften der 88 1 bis 3, § 4 Absatz 2, 88 6 , 8 , 9, § 10 Ziffer 1 bis 4, 6 . §§ 11 bis 15 der Ausnchrtog^ektoirt^ ra&jintg der ReichsbeNeidungsstelle vom 31. ^llover 191b zu t -8 11 und 12 der Bundesratsvervrdnung vom 10. Zum 1919 über die Regelung des Verkehrs mit Web-, Wirk- und L>trut- warm für die bürgerliche Bevölkerung (Rerchsanzerger Nr. 258) finden auch cruf Schuhwarm Anwendung. 82. Erleichterung der Beschaffung eines Bezugsscheines für. Luxus -Sch uhwarenbei Angabe getragener Schuhe oder Stiefel. Nach 8 2 der Bekanntmnchung des Reichskanzlers über Schuhwarm vom 23. Dezember 1916 soll von der Prüfung der Notwendigkeit der Anschaffung von Luxus-Schichwaren abgesehen werdm. wenn der Antragsteller durch) Vorlegung einer Ab gäbe- besthenngung einer der von der Reichsbelleidungsstelle zn be- stintmendei, Annahmestelle nachlweist, daß er dieser em von chm getraames, gebrauchissälfiges Paar Lchuhe oder Stiesel, deren Unterboden aus Leder besteht, entgeltlich oder unentgeltlich über- laffm hat Derartige Bezugsscheine dürsm nur auf em Paar der im Verzeichnis der Lurus-Schuhwaren im 8 2 der Bekanntmachung des Reichskanzlers über Kuhwarm vom 23. Dezember 1916 crufgcsuhrten Luxus-Sckmbwarm lauten. Für dieselbe zu versorgende Person dürfen bis Ende 1917 nur zwei derartige Bezugsscheine erteilt werdm. .. . .. ^ ^, Aus einem derartigen Bezugsschein find die Luxus-Schuh- wareri nach' dem Wortlaut des Verzeichnisses der Luxiis-Schuli- waren im 8 2 der Bekanntmachung des Reichskrnzlers über sä>uh- wareii vom 23 Dezember 1916 anzugebcn. Hierzu ist nur der B^ugsscheii,Vordruck I) (Drucksache 151) zu verwenden, dm die Kommunal-Verbände von der Reichsbekleidungsstelle (Lruckfachen- verfand, unentgeltlich beziehm können. . Die Abgabebescheinigung lautet aus dm Namm des bisherigen Trägers der Schuhe oder Stiefel. Sie ist nicht übertragbar. Sie ist von der Ausfertigungsstelle gegen Auslieferung des Bezugsscheins abzunehmen und zu vernichlm. Die Abgabe des Bezugsscheins ist in die Personalliste Mit dem Vermerk „gegen Abgabebescheinigung" unter Beifügung des Nanrms des bisherigen Trägers enrzutragen. 83. Wascheverleihgeschäfte. Wer bisher gefverbsmästig Wäsche vermietet hat (Wäsche- verleihgeschäfteh darf die am 27. Tezembm.1916 m lemem Besitze befindliche Wäsche auch weiter ohne B^ugSfchem vermieten. Weitere Wäsche darf jedoch für diesen Gewerbebetrieb weder dem Gewerbes reibenden zu Eigmtum oder zur Benutzung übe r- lassm, noch, von ihn, zu Eigmtum oder zur Benutzung angenommen Bezugsscheine auf Wäsche für diesm Gewerbebetrieb dürfen nicht ausgestellt werdm. § 4. Vermittlung der Bezugsscheine «nm 15 Jamicrr 1917 ab ist die Einsendimg oder W«-be der Brzugsscheriwordruck- - fchuffes für die deutsche Industrie, des Handwerkes, der Verbraucher Und fünf weitere Vertreter; der Reichskanzler^ernennt du Ber- treter und ihre Stellvertrtter sowie crnen Stellvertreter des Bor- sitzendm. . ^ r 8 6 . Ter Beirat soll über grmidsatzliche H-ragen,^ insbesondere über die Durchführung der Bezugsüberwachung, gehört werden. 8 7. Gewerbetreibeirde, die mit den im 8 i 1 bezeichnetm Gege'nständm Großhandel treiben oder Bekleidungsstücke m Großbetriebe verstellen, dürsm imr an solche Abnehmer Warm liefern, mit denen sie bereits Dor dem 1. Mm 1916 ui dauernder Ge- schäftsverbinduilg gestanden haben. Äe Reichsbelleidungsstelle kann K Verträgen, die vor dem 1. Mai 1916 abgelchlomn worden find, auf Antrag die Erfüllung auch dann gestatten, wenn erne dauernde «IRÄfÄ von Bev°idtoEck» baxi mir auf Bestellung und nur dann.vorgmommm werden wmn der Gewerbetreioe:ide von fernem Kunden emm festen Auftrag schriftlich erlf-altcn hat, in. dem Stückzzahl und Preis für jeden Gegenstand angegeben sind: diese Vorfchrift findet auf die Maßschneiderei und auf Musterkollektionen ferne Anwendung. , Sic Vorschriften des Abs. 1 und 2 finden auf ^chuhivaren ferne Anwendung. ^ , . . . . 8 8 Jeder Gewerbetreibmde, der Kleinhandel mit den nn 8 1 bezeichnetm Gegenständen betreibt, hat unverzüglich erne Inventur über die in seinem Besitze befindliche--. Waren aufzunehmen. Hierbei sind die derzeitigen Klcinhandelsverkaufspreffe unter Znß griindelegung der Preise einzusetzm, die den in der Bekanntmachung über Preisbeschränkungm bei Verkaufen von Web-, Wirk- und Strickwaren vom 30 . März 1916 (Reichs-Gesetzbl. S. 214) vorgeschriebenen Preism mtsprechm , ‘ f Tie Inventur haben auch dieiemgm Gewerbetreibenden aufzunehmen, die neben dem Kleinhandel gleichzeitig Großhandel odev Maßschneiderei oder beides betreiben. Vor Abschluß der Inventur dürfen in ihr aufzunehmmde Waren nicht veräußert wcrdew Nach Abschluß der Inventur dürfen von jeder Art der au,'genommenen Warm bis 1. August 1916 hoch- tens 20 vom Hundert, mich den in der Inventur nngefetzten Prei en berechnet, veräußert werden. . . . , J ^ Wer neben dem Kleinhandel gleichzeitig Großhandel oder Maß 'chneiderci oder beider betreibt, darf außer diesen 20 vom Hunderü unbeschadet der Vorschriften des 8 7 noch so Mel veräußern als er im Großhandel absetzt, und so viel verarbeitm, als er zur Maß- chneiderei benötigt. , . _ i m + .. c , Die Buchführung ist so ernzurichtm, daß eine Nachprüfung der vorgeschriebenen Jnventurm und der stattgehabten Verkaufe mog^ hd) Die Reichsbelleidungsstelle kann Bestimmungen über die Der pflichtuna zur Aufstellung weiterer Inventuren und über nne all gemeine Bestandsaufnahme erlassen. Sie kann dab« den Gttoervc treibenden weitere Einschränkungen für den Matz ihrer Waren, und weitere Verpflichtungm über die Buchführung und dergleichen auf^Dw^Vorschriften des Abs. 1 bis 5 ftndm auf Schuhwaren keine Anwendung. 8 9 Der Verkauf der im § 1 bezeichneten Gegmstände an hie Verbraucher ist allen Personen verboten, die nicht gefverbsmäßig Kleinhandel mit diesen Gegmstmwen betreiben. 8 9 a. Getragene Kleidungs- und Wäschestücke und getragme Schuhwaren dürfen entgeltlich nur veräußert werden: 1 . von behördlich zugelassenm Personen und Stellm, 2. von anderen Personen an tye behördlich zugelassenm Person-m und Stellen. ? Getragene Kleidungs- und Wäschestücke und getragene Schuh waren dürfen nur die behördlich zugelassmen Personen und Stellen gewerbsmäßig enverben. l Die Reichsbellcidungsstelle ka,rn Ausnahmen von diesen Vorschriften zulassen. , ^ ^ Der Reichskanzler kann wettere Befttmmungen über den «er kehr'mit den im Absatz 1 bezeichnetm Gegcustcniden erlassen. 8 10. Als. Meftibandel im Sinne dieser Verordnung gilt der Verkauf an den Verbraucher. ' 8 11. Wer mit den im 8 1 bezeichnetm Gegenständen Ge werbe treibt, darf diese Gegenstände nur gegen-einen von der zuständigen Behörde ausgesertigtm Bezugsschein an die Verbraucher zu Eigentum oder zur Benutzimg überlassen. Die lleberlassnng zur Bmrchung für einen Zeitraum von nicht mehr als drei Tagen d«f ohne Bezugsschein erfolgm. Die Reichsbelleidungsstelle kann toc\r tere Ausnahmen von der Vorschrift im Satze l zulassm. Der Gewerbetreibende darf dm Preis erst nach Empfang des von der zuftündigm Behörde ausgeferttgtm Bezugsscheins ganz oder teilweise fordern oder annehmm. « Der Bezugsschein wird dem Verbraucher nur rm Bedarfsfall und nur auf Antrag erteilt. Der Antragsteller muß dre Notwmdig- keit der Anschaffung auf Verlangen dartim. Von diesem Vertan gar kann Abftaach genommen werden, wenn die Vermutung für vre gcot- Wendigkeit spricht. Die Reichsbelleidungsstellc hat die Fälle i-u be- 'timmen, in denen diese Vermutung als gegeben angesehen werden kann, und auch sonst Grundsätze aufzustellen, nach denen die Not-' Wendigkeit der Anschaffung beurteilt wird. 8 11 a. Es ist verboten, zu Aweckm des Wcttbaverbes m Zeitungsanzeigen oder anderen Bekanntmachungen, die für ernku größeren Kreis von Personen bestimmt sind, insbesondere durch Bekanntmachungen im Schanfmster oder in fonfttgen Gefchäfis- räumen, in einer für die Oeffentlichkeit erkennbaren Weise auf die Bezugsscheinfteiheit oder die Bezugsscheinregelung hinzuweifen. 8 12. Die Ausferttgung des Bezugsscheins erfolgt, durch die zuständige Behörde oes Wohnorts des Antragstellers, die herüber Listm zu führen hat. Ter Bezugsschein ist nicht übertragbar; er gibt Tein Recht auf Lieferung der Ware, derm Bedarf bescheinigt Die Reichshelleidungsstelle kann nähere Bestimmimg^n «xn das bei Ausfertigung der Bezngsscheine zu beobachterüE Ver- fahrm treffen. Für die Bezugsscheine und die Listen smd die von der Reichsbelleidungsstelle aufgestelltm Muster zu verwmdm. 8 13 Die Gefverbetreibendm habm die empfangmm Bezugs scheine durch dmtlichm Vermerk ungültig zu machen (Lochm wid L ^ r c* _ ".<±1 imh rtttl I 1PA^<5 ürgleichen), die ungültigen Scheine zu fammeln imb a m 1^ , jedes Monats an die zuständige Behörde des Wohnorts des Verkäufers äbzuliefern. 8 14 Die Beauftragtm der Reichsbelleidungsstelle rmd die bon den Lcmdeszentralbehörden und Kommunalverbändm mtt der Uebcrwachung der Vorschriftm in §8 7 bis 13 ^etrautenPerfonm sind befugt, in die Räume der dieser Verordnung mtterüehmdm Bettiebe emzutretm, die Warenlager und die übrigen Gef chaftsem- richttmgen zu besichtigen, Auskunft emzuholm und dw Gesch^ts- tmifteichmmgeu einzusehm. Sie sind verpflichtet, über me Einrichtungen und Gesckäftsverhältnisf'e. die hierbei zu ihrer Kemitnrs kommen, vorbehaltlich der dimstlichm Berichter,tattung und der Anzeige von Gefetzwidrigkeitm, Berschwiegenlwit zu beobachtm. 8 15. Die zuständige Behörde kann Betriebe schließen, derm Ufnternehmer oder Leiter sich in Befolgimg der Pflichtm, die ihnen durch diese Verordnung unö die zu ihrer Ausführung erlassmm Bestimmmngm cruferlegt sind, unzuverläfftg zeigen. Gegen diese Verfügung ist Befchwerde zulässig, lieber me Be- schwerde entscheidet die böhere Verwaltungsbehörde endgulttg. Me Beschwerde l)at keine ausschiebmde Wirkung. 8 16 Die Deckung des Bedarfs der im 8 2 Nr.,2 aufgeführten Behörden und AnsMltm erfolgt in der Weife, daß Me ww detz Landeszentralbehörde vorgepriiften, Bedansanzeigm der Reichs, belleidlmgsstette überwiesen und einem aus fiebm Mitgliedern bestehenden Ausschuß behufs Feststellung des.M überweifmdm Anteils vorgelegt lverden. wormif dann die Reichsbelleidungsstelle die Bezugsbescheinigung der Feststellung enttprechmd ausstellt. Das Nähere, insbesoiidere auch die Zufammm,etzung des Ausschusses bestinimt der Reichskanzler. 8 17. Die Vorschriften dieser Verordnung nnden keine Anwendung: 1. aus die von den Heeresverwalttmgen und der Marineberwal- tung beschlagnahmten Gegenstände während der Lauer oer Beschlagnahme; 2. aus den Erwerb von Gegenständm seitms der Heeresverwaltungen und der DtarineVerwaltung. 8 18 Die Landeszentralbehördm bestimmen, \wx als Lw stichige Behörde im Sinne der 88 12, 13 sowie des 8 15 höhere Verwaltungsbehörde im KMiie des 8 15 an^ufek^ n ist Sie oder die von ihnen bezeichnetm Behordm ertaffen die ngcRnSöc- stimmungm zur Ausftihrung, imd Ueberwachung der Mdte ber Vorschriften der §8 7 bis 9, 10 bis 13; soweit dies imht geschieht, haben die Kommunal verbände die Msfu^ngmldUeber- irnackxung der Vorsckfriften der 8 ^ 7 bis 9, 10 bis 13 selbständig zu regeln und die nottvcndigm Einrichtungen zu treffen. 8 19. Der Reichskanzler erläßt die Bestimmmmm zur Ausführung dieser Verordnung, soweit dies nicht dm Lande sze nttat- bchörden, der Reichsbelleidungsstelle oder den Komm ^v erbäubM überlassen ist. Es kann Ausnahmm von dm Vorfchrnbm d«ser Verordmmg zulassm. . ' 8 20. Mit Gefängnis bis zu sechs Monaten oder mtt Geldstrafe bis zu füiifzehntauseud Mark wird besttaft:^ 1 wer den Vorschriften des 8 ^ Abs. 1 Satz l, Abs. 2, §3 2Cbf. 1 Ml 6 §9 §9a m.l, 2,§U « 1 S-tz 1 M.t z Na. 8 12 Abs. 1 Satz 2 und § 13 oder dm zu diefm Vvrfchrrftm erlassenen Ausftihrrmgsbestimmungm des Reichskanzlers, der Landeszentralbehörden oder der von ihnen bezeichnetm Behordm, der Reichsbelleidungsstelle oder der Kommunalverbände Zuwider- handelt; . 2 wer der Vorschrift des 8 14 «zuwider den Eintritt m dre Raume, die Besichtigung oder die Einsicht in die Gefchaftsauszeichnim- gen verweigert; 3 wer eine nach 8 14 von ihm erchrderte Auskunft nicht erteilt oder wissentlich unwahre oder uuvollftändige Angaben macht; 4. wer den Vorschriftm des 8 14 zuwider Derschwiegmheit nicht beobachtet; „ w „ 5 wer den auf Grund des 89a Abs. 4 erlassmen Bestunmungm zuwiderhandelt. Im Falle der Nummer 4 tritt die Verfolgung nur aus Antrag des Unternehmers ein. Bei Zuwiderhandlungen gegen §7 Wb). 1 oaß l, Jb,. 8 9a Abs 1 2 und 8 11a können neben der Strafe die Warm, auf die sich'die strafbare Handlung bezieht, eingezogm werdm, ohne Unterschied, ob sie dem Täter gehörm oder nicht. 8 21. Die Verordmmg tritt mit dem 13. Jrmi 1916 bzw. 0 7 Dezember 1916 in Zßraft. ^ ^ " ' Ter Reichskanzler besttmmt dm Zeitpunkt des Außerttaft- ttetens. ___ AuSführungSbestimmunger, ber Reichsbelleidungsstelle über getragene Kleidung, Wäsche und Schalfwarm. Vom 23. Dezember 1916. Auf Grund des 8 9 a der Bekanntmachung über die Regelung des Verkehrs mit Web-, Wirk-, Strick- und Schuhwaren vom 10 Juni 1916^23. Dezember 1916 (Reichs-Gesetzbl. S. 463. Neichs- Gesetzbl. Nr. 289^ und der §8 2 und 5 der Bekanntmachung iiber den Verkehr mit getragenen KleidungS- und Wäscheftückm und getragenen Schuhwaren vom 23. Tezeinber 1916 wird folgendes bestimmt: § 1. Allgemeines. Die den Kontm'unalverbänden übertragene Turchsührung des Erfverbs, der Bearbeitung nud der Ve-rmrßerung gettagmer Kleidungs- und ,Wäschestücke und getragmer Schuhwarm ist durch die Notwendigkeit begründet, den Verbrauch der noch vordandmm Vorräte an Stoffen und ungebrauchten Belleidungsfrücken m möglichst großen. Umfange einzuschränken. ^ Durch die Wiederverwendung getragener Klerdungs-uno Wäschestücke und getragener Schulfwaren soll den drertestm schickten der Bevölkerimg die Möglichkeit gegeben »verdm. s«n mtt gebralichsfähiger. billiger Belleidung zu versebm. Dieser Zweck kam, al>er nur erreicht werden, wmn toc getragene!, Stücke zn billigem Preis angekanft werden, l^ei Ower Wiederherstellung mit größter Sfx,rsaml^t ver-sMen ittU» iM iHr|lim llliH 1 i ii (hIiIIIhi im l|(ijilNnrflt , ll*l,llm l Irllr jt'iilriili 'In.vrlu- ivn i'illullni \m V4 i*iIM11 Ihm ))lvhln< It flr*i -m iiii<>|lrl1 1 lilll Ihm iii'illi'llllitni',' stilji tschüs isliftiiif im hir iriii ii|-i rl ii,m IIMMI MVnim'iiimlim lu'liih.' i M 's >11 6 st r s s II II ,1 « n ii VI Ii n II Ii r I* r 1 il) t* I li I n IIII , 1 I! I- M’illlllirilildftliM Mllld,' llnli(*ll Mi' ’Mr'fiiiiiilii, \MIniiihi’I»i |il|f \- Ii 1 n ii M ii n All) h l liilliljlllil Im ‘■Mi’ViMi »jfiln'1 IM (' II Hn I* ,ui >M ti'tlnt ‘|i I.'um ii i-ii s. M. riiiiiili uns Mi' -Iriiru hIm’i 's! > sum n illin IHIIIIMI I" 11 II H 1 |Mi iiIIl l-linldilllM illlii hi'ä (AM n»n Im nrll iim'llVK Mir 11 .ii h n uni' Mnsilli'sllM imh m'lnmnm 1 Imi tV)H , nicil brhjnirn |d'rli||ii||||iml|iliiti IIIhm 'Hi- v.nm'lilh Inr h„m Ml a TIi*I»i*i MUH f. I 'in liihiiniu .... Ihm lllohlMlMlkiMiimi.iiiHli' imni Il I i'itlm IMIII H V, MrriinilllliniMmi, Imn 1 ilinlim.iirii huiu ' ( a>i'a,miiIii i lullt |J ", VluMdM mim Vh Mu'iilm-uihumi Ivn Dlritb 1 i^ri.iiMHhuUMi- Will mm Wu'iirim min st U ) I j V( i' i j m ii i i ii i-1 i bf\ '11111,11,111. .| i i i ,. ii i ii , i I'l.' II II II II II >' .. I .II. Il II .1 . II II I I " . 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I In Virmiviluiin (tu „rhuivH i -Mil-, ' u in nui'ndiihrvlviu AnsMnhr nii Mr nun hn ''hin hii - , ilr'h ,n hrHUtmimhm rllru nhmlilMmi Mr '!{rl,I MvliriMinHMtPllr inlvh Mnilhn uns* iniKir 'Nmsiinlsirn r i|i,iim m i* \k j -1 \\\ r i l n u ii h r \ h IM 1 1 ui r !* i \* o* in r n h h n * >' il fr i r i h h ii n ^ u n h ,1 i 'I il ll,f r . ,h II i> n* n i r n il il h VI h r ,i n r Vlllr ui,|,i uirhi \*nlumhhnvvu -tihl'r suwir ulir Mi hn ^n.iilvii' uu nilHrhrnM'ii Viiiniih» sinh au sununrin imh unsin hn,Mi>\m \m\mmi |Ia! uKiftnv Mt'»u m in inun nuuvhmuurii w t|uh sn lull ''luunnMnr hn nlil l 1 'nn'ruM‘nim .hii!vus\iv,n- „>, hi u h. iil m. ii i*„i» hn HMir.i m„M lnllnhlrllniiii hn Muru^’ Minlltr»mm ,im,lilll,Mini VuiiivmimihMKlurh nhii,inl>,m Am Pn irM " > h iilmNhM'lt nnln '!»ÜliM hr, >!',»rr u »hiiuiiuh irlhmu »i■ mm u ViiniM'iisuilir,hrlihin luivh hrn MniuiunHUlnn inlnMMi im'H hn Mpm^l*rfi,'lhunnMil A'; i, U i.Muiuum nlulu " a ,r V‘num,»,imn nur irl- n hinm Viniulliulh'Aru ilhn rtf h u - n», .» >. -- "- n ,-'.* n min« u ij.i t mir - ,h »<> rninrilh !* uhn nnmMr'iinh nimMMni nnh uh ,v rinn vVuthntMUti nnm«Mim itviwit dt uMm uuhi um UV »Kuunmiru hmnun nnh ins,!> iil,fv hir m iii,Murliu«irnmi In iMnlv hn V'mm Ml -Mn|*iim nnhi iminln uni luilthnt Mr V»n frust» mn., hui munhldMni urum AViiii, ttfunn hm srilurn nini M'nul tHniiv au nlvlMH Vlrl hi .»min'imn hiriro M\iuU*iv(irvi huilm MVuiimmU u«tMlttlv nnh unnnnuunnu Ai!n ',M,MsMvi',n\un«Hu tu hnu h • ) Mr AHniMnnuim un hrn W)tunl'iur(lrllrn irHu,MhlHvu 'lUnir J-.m hnmlmm N i-nhrs» um hir idiniHvlru ll in, rniiiunhmm VIli- luiK'- mm >! um UrhnniM hn 'lniHH,uu,i!ur,M|!*h hrn yVvMuf vlnnn PiiMil ' - , i i hm» ' »l ».. am, > »MhiMn »nun MH?uilrti „Mh ui>> VnuMmit An,, i'«u,n« > ihn» lull a n \UriUlttKi huvi Mittt ^!r,futis hm „«> - Niui. ii„h uutilA'hmM'ut !lni,t.l,iii hnh'M'ithm W» MiM-'vvrisA mM uhnMnvitvii ß 11 »V " !'» „ " »i ,' I u ,' o \U »iit r u w » hi r »« r i M null r U I r i (* || m U „ M H h VA »11 ,U *' ll \\ ,f ,' ll 11 h ' ■ »U M st 111U 1 V 11 , \H hnu huhu ih' 1 1 » *^vifuuK'UvMru M'hm »mm V'uil .aii Ivlhivu nlMnihrhiiAh * ' -' «'* 1 '-Uh « 1 «-, ,u,n 11 ll, Mr AlllllUMMH ? ' i >' > ! - M.1s i (v, VV,h»M|o||\ IU hiß MiVhWst VS**» Mwhi’m is - m .M ui lU’M'ivCulttMUiÄttiAl 111« h*u VlVurt,-»* HU llll Hir H l« , i VSjl»rt,MiHrlhr!u>,>^ir,i.,!itsl, liirlK'ir hin11«M(ii.ii4»«'ii ihm ,Vn|ilii«rii*rn st 1 Sf '|l i u I öKr I M"** 1 Alt* Vir, du Ihm min 1- sünmiw •' Hllif ist mit Hiiniii '|tir|a-» mll.l ,ii lMM|rljrn, hn Mr Vli!l|(I)i !|l hd,|l ,.i!!ml,M»i fMthnnnUiti'l'lP, ni-hdit'llih (i |in« |ri,li i Vii ,f,,nsr.n>rtr." Mnimln |)| m M'nitlich Irr - ^ii'' Mltil|i Ihm Vl**iltmiM|nrIfl imh hin* 'J/immin, nntn t«ri hoa Idif Inn VIlmiMiiiili finflhluuirn iil, MUAHdrlmi nnh hufl aii tm 1 " 11 1*|H" Hilf In Meinn.-inlllnmmnu mll hrn yUnmidnll'Hiiufii hn hrsliiiiinnrlhi l'i'nrn zu hr,\i lihnm ii'ill st IM), 1 ■ 11 In|diu .11 IH M I'i,, ..n.i in !.. |, •iilin . "l nn'iihr In . U'iHimmiHiliMMI hiiiUm, sinh llUA'llldJIm 'Air 'JltrlUArim hiiisrti imi Ihm v,|‘i di|Jin nun un in n V'ci ImhiUIm1>„i’ imn Mut - «Hl,r nlil)il nil|n’iil, l|, rH"H 1 Ir sinh Itim Ihm Vli-uNlw hrfl > I liih „ nliAiilmmni nnh |niti!(ilil(ii «iiiliviihiiMhini st IM Vtr fl n llh sl-imiHAnnsn-nimir hrr ah* Vln •'*•!•'' Hiiu Ihm r|||lrlrnlHMi ltiiw ah muiiürn nnh hrn s-rsim'iirlii. n '-''rlMllh ii'dirsim. um h i M|r ii.nl, i'irinn J, lll 1 11 IHM l Inlisli l ,,M *i 'iidrllnN(i d't hn HiriilMlH'lirllyiiunfllkll»' «ml in suni»*,ni, M'll hn Ui, iiin ll«Mi»niin iii'IIi- Imi mlilHlrlimrii Ul/rl in! »„uni on- MIäHhPII l Ir l VSjlunl' •iiiiliiiiMnr bnl um I Ar'lmnn MH7 j\u rrjolufii Vir Ihm m'liln irlimni Vlr|!iml> nnrlhi l'nnril sini> imn Ihm' 1 In l Ifl I|il,rn Vlwilmiil il'') Ihn Viriili.'!'. llrihirnnsilrllr (ipst'Pii ISMiltid! 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