Nr. 1 Zweiter Blatt Erscheint tL-llch mit Ausnahme des Sonntags. M. Jahrgang Beilagen: „Sletzener ZamttienblStter" und „Nreisblalt für den Ureis Sieben". Postscheckkonto: Zrankfnrt am Main Nr. U6S6. vankoerkehr: Sewerbebank Stehen. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhejjen Dienstag, 2. Zaimar 19^1 Zwillingsrundörrrct und Verlag: B r ü hl'sche Universiläts-Bnch-u.Stsindruckerei. R. Lange, Gießen. Zchriftleitung. Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstvage?. Geschäftsstelle il 'Verlag: 61, Schriftleilung: 112. AnschriftfurTruhtnachrichteniAnzeigerGießen. Vas Kriegsfall \ 9 \ 6 < i, Wenn wir beim Mschied vom dritten Kriegsjahr einen. Blick wrückwärts auf seinen Verlauf Wersen, so können wir das Ergebnis in das Wort Ludendorffs zusammenfassen, daß die Kriegslage Deutschlands niemals günstiger war als jetzt. Der Vierverband hat im Jahre 1915 seine schon damals schwer eirttäuschten Völker mtt der Aussicht auf das Jahr 1916 vertröstet. 'Das Jahr, das nun vergangen ist, sollte uns militärisch den Todesstoß geben. Zunächst brachte es allerdings das Balkanunternehmen, das der Winter 1915 mit Erfolg gekrönt hatte, zu voller Reife. Wahrend die Russen an der ostgalizischen Front in bluttgen Massenstürmen vergeblich Erfolg suchten, wurde mit Skutari Ende Januar und mit Durazzo Ende Februar, Montenegro und Albanien in den Machtbereich des Bierbundes einbezogrn. Das Friedensangebot Montenegros, das am 17. Januar die für uns gewonnene Balkanlage hell beleuchtete, wurde zwar unter dem Druck des Vierverbanües umgewogen und zurückgezogen, nichtsdestoweniger blieb es «dabei, daß. die Balkanverhältnisse sich voll kommen! zu unseren Gunsten gewandelt halten. Der Vierverband gab aber die Lage noch lange nicht militärisch verloren. England war mit der Annahme des «Wehrpflichtgesetzes bei Anbruch des Jahres 1916 in einen neuen Abschnitt der Kriegsgeschichte cingetveten^ Es sammelte jneue Kräfte und gleichzeitig ging es daran, im ganzen Vierverband mehr als bisher eine militärische Zusammenfassung der Kräfte durch^uführen. Eine Zusammenkunft der militärischen Sachverständigen in Paris sollte den Plan der großen gemeinsamen Offensive vorberaten und vorbereiten. So war für 1916 das Losungswort ausgegeben: Einheit der Mion, gleichzeitige -Offensive an allen Fronten —, das heißt also Ausübung eines großen allgemeinen Druckes, unter dem Deutschland und seine Verbündeten zusammenbrechen sollten. So war der Plan des Vierverbandes. Es sollte aber anders kommen. Roch ehe seine iflngriffspläne über die ersten Anfänge hinausgewachsen, waren, fiel am 23. Februar vor Verdun der deutsche Gegenstoß. Wir habe,: alle noch dieses Heldenkapitel unserer Kriegführung in der Erinnerung liaftcn. Wir wissen, toie in zähem, heroischem Ringen unsere Truppen sich an die Festung heranarbeiteten, wie nach Donaumont im Juni auch Baux in unseren Besitz siel und die stolze französische Maasfestung, die in Brand und Trümmer ge- ichossen war, in immer größere Bedrängnis geriet. Mich auf der L>üdfront gelang es dem Vierverband nicht, in der Offensive das erste Wort zu haben. Am 16. Mai brach der österreic^sche Angriff in iSüdtrrol kos, der schon am 21. Mai Arsiero und Äsiago den Italiener entrissen hatte. Außerordentlich schwere Verluste der Italiener an Gefangenen und an Geschützmaterial gaben dem raschen österreichischen Vorstoß eine bleibende «Bedeutung. Sv war der Vierverband an zwei Fronten schwer bedroht, und weder in der italienischen noch in der französischen, Presse fehlte es an heftigen Anklagen und Ermahnungen an die säumigen Verbündeten. Frankreich schrett nach englischer, Italien nach russischer Hilfe. Militärisch war der Plan, den die Pariser .Konferenz für das Jahr 1916 vorgezeichnet hatte, bereits im Frühjahr vollständig verschoben, und statt der gemeinsamen, von allen Seiten gleichzeitig einsetzenden Offensive, kam es zu Entlastungsangriffen. die trotz aller Schwere des Ringens auf örtliche Erfolge beschränkt geblieben sino. Witt haben bei diesen Kämpfen ebensowohl wie die öfter reich isch-ungaris che Armee Boden verloren: wir haben bei Verdun wieder zurückweichen müssen, am 24 Oktober Donaumont, am 2. 9ft)vember Vaur verloren. Ebenso haben die Oesterreicher am 26. Julr ihre zwischen Prenta und Etsch vvrgetragene Front wieder verkürzt und am 10. August Görz aufgogeben. Nichtsdestoweniger kann man beim Rückblick auf das verflossene Jahr nicht stark geicug betonen, daß sowohl die Offensive vor Verdun, wie der Vorstoß in Süditalien dem Bierverband das Konzept verdorben hat, daß nicht nur seine Verluste dort außerordentlich stark gewesen sind, sondern datz er auch im Gegenangriff von uns in der Zeit gebunden wurde und seine Plane nicht unabhängig und mit voller Kraft zur Ausführung bringen formte. Schon damit war militärisch die Lage des Knegszahres 1916 für uns gerettet. , , ^ Der feindliche Gegenangriff setzte zuerst an der Ostfront ern, zur Entlastnna der schwer bedrängten Italiener. Anfang Januar entwickelte sich zwischen Pruth und Strypa eme mörderische Schlackst, in deren Verlaus trotz heldeuhaften Widerstandes der deutschen Armee Bothmer und Linsingen, ein Teil Ostgaliziens, and mit dem Fall von Czernowitz am 19. Juni auch,die Bokuwma verloren ging. Mehr zu erreichen, gelang deii Russen irrcht. ^er Weg nach Lemberg und Kovel blieb ihnen durch den unerichutter- lichen Widerstand der deutschen Heeresgruppen und ihrer Verbündeten versperrt. Roch geringer wareii die örtlichen Erfolge des Gegenstoßes im Westen. Am 3. Jüli klang zum erstenmal im deutsch^ Heeresbericht das Echo von dem sieben- imd mehrtägigen Trommelfeuer an der Somme an die Ohren des deutschen Volkes. Damit entbrannte eine wütende Schlacht, deren unerhörtes Toben erst mit dem Jahre 1916 langsam verklungen ist. Die Engländer und Franzosen haben uns hier Boden abzugewinnen vermocht, aber sie haben sich den Kopf blutig gerannt an der deutschen Mauer, die unerschütterlich stand. Wenn der Kaiser am 21. Dezember m seinem Haiidschreibeii an den Kronprinzen von Bayern, die 'Schlacht an der Somme als einen deutschen Gewinn gebucht hat, so wird damit zugleich das geschichtliche Urteil über den Ans gang dieses heroischen Ringens ausgesprochen sein. Wie die russischen,^ so sind aruck die englisch-französischen Boden gewinne unter schwersMi imb blutigsten Opfern erkauft worden. Beide haben an der stahl- harten Festigkeit unserer Fronten ihr Ziel gefunden. Die geplante große Vierverbandsoffensive,, durchkreuzt durch erfolgreiche Vorstöße auf unsrer und der österreichisch-ungarischen Seite, ist auf der ganzen Linie gescheitert. Das allein würde dem Jahre 1916 ein Gepräge zu unseren Gunsten geben. (Schluß folgt.) Aus Stadt und Land. Gießen. 2. Januar 1917. •• Auszeichnung. Dem Unteroffizier Julius Kann aus Gießen, beim Oberkommando der 6. Armee, wurde das Eiserne Kreuz persönlich vom Oberbefehlshaber v. Falkenhausen überreicht. Vorher hat er schon das bayerische Verdienstkreuz mit Krone und Schwertern erhalten. " Titel - Verleihu „ g. Dem m den Ruhestand getretenen V cktdirektor S ch ä s e r ist der Titel Geheimer Postrat verliehen worden. ** Die G ^ oßherzogin hat ein Ehrend l alt gestiftet, das in künstlerischer Ausführung die Tätigkeit der Frauen im Weltkriege darstellt und als Tank und Anerkennung für selbstlose Mithilfe und Pflichterfüllung gedacht ist. Das Ehrenblatt trägt die Unterschrift dev Großherzogin, als Vorsitzende des Alice- Frau envereins für Krankenpflege (Landesfrauenverein vom Roten Kreuz, und wird an Frauen verliefen, die sich im Kriege auf dem Gebiete der Kriegsfüriorge und Wohlfahrtspflege verdient gemacht oder sich in stillem Heldentume durch treue Pflichterfüllung, sei es durch Fortführung des Erwerbsbetriebes des in: Felde stehenden oder gefallenen Ehegatten, sei es durch sonstige Fürsorge für ihre Familie besonders ausgezeichnet haben. Tie ersten Verleihungen haben zu Weihnachten stattgefundÄr. ** Eisenbahngüterverkehr. Am 1. Januar 1917 treten Gebühren für die Anweisung des Absenders, das Gut von einem Dritten zur Beförderung anzunehmen, und für bestimmte Anweisungen des Empfängers in Kraft. Die Gebühr beträgt bei Stückgut 50 Pfg, bei Wagenladungen 3 Mark für die Frachtbrief- sendung. Mit Wirksamkeit vom gleichen Tage werden Vordrucke für diese Anweisungen aufgelegt und von den Eilgut- und Güter- abserttgungen abgegeben: ein erstmaliger Bedarf bis zu 5 Stück kann auch von ldem „Rechnnngsbureau (Drucksachenlager) der« Königlichen Eisenbahndirektion Hannover" bezogen werden. Nähere Auskunft geben die Eisenbahneilgut- und Güterabfertigungen. ** Geldsendungen nach, dem A u s l a n d e. Seit einiger Zett ist in mehreren neutralen Ländern der Kurs des deutsch.en Geldes höher (für die deutsche Währung ungünstiger) als der dem Berliner Devisenkurs angepaßte deutsche Einzahlungskurs für Postanweisungen nach, diesen Ländern. Ties ist unter mißbräuchlicher Benutzung der Post häufig zu Geschäften zur Erzielung von Kursgelvinn benutzt worden. Um dem entgegen- zuwirken, ist bereits vor einiger Zeit bestimmt worden., daß jeder, der nach! einem fremden Land 500 Mark und darüber aus gewöhn- lche oder telegraphische Postanweisungen einzahlen will, Inhalt stnd 1 Zweck des Geschäfts, für das die Zahlung dient, anzugeben und durch, Nachweise zu belegen heit. Zur weiteren Bekämpfung des Mißbrauchs ist nunmehr vorübergehend 1. für den Verkehr aus Und nach, Dänemark, den Niederlanden, Norwegen, Schweden und der Schweiz der Meistbetrag der Nachnahme auf eingeschriebenen Briefsendungen und der Meistbetrag der Postaufträge auf 100 Mark bezw. den Gegenwert von 100 Mark, 2. für den Verkehr nach Dänemark, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen, Schweden und der Schweiz der Meistbetrag des Inhalts bet Briefe und Pakete mit Wertangabe, die Banknoten, SlnszahluNgen, Schecke oder Wechsel enthalten, aus 500 Mark festgesetzt worden. Tie Beschränkung unter 2. gilt aber nicht für Wertbriefe und Wertpakete mit Banknoten usw., die von der Reichsbank und den zur Vermittelung des Handels mit ausländischen Zahlungsmitteln zugelassenen Personen und Firmen abgesandt werden. Ferner gilt die Beschränkung nicht für Wertbriefe und Wertpakete mit Banknoten usw. von sonstigen Personen und Firmen, die überzeugend Nachweisen daß die Sendungen sich auf die Abwickelung einwandfreier Ge sch,äste usw. beziehen. ** Die Schafzucht, die in den 60 er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Deutschland noch blühte und damals 28 Millionen Schafe in Deutschland gezählt wurden, wahrend bis zum Jahre 1900 sich die Zahl auf 9.7 Millionen verringerte, ist in der jetzigen Kriegszeit wieder im Aufblühen begriffen. Ist doch die Nachfrage nach Schafen und Hammeln zur Zeit geradezu ge- walttg, da nicht allein in den Dörfern, sondern auch in den Landstädten der Nutzen dieser Zucht Erkannt worden ist und jeder Einwohner mit noch so geringem Grundbesitz sich anschickt, Schafe zu halten. Infolge der großen Nachfrage sind die Preise sprunghaft gesttegen. So wurden stellenweise für das Stück bezahlt 100 Mark, 120 Mark, 130 Mark, ja sogar 150 Mark. ** Eine städtische Edelpilzzüchterei. Aus Anregung des Professor Dr. Falck von der Forstakademie in Hann- Munden ist in Cassel auf der Anlage des städtischen Reinigungs- wesens ein Champignon keller von 300 Meter Größe in Betrieb gesetzt worden: weitere Keller werden entsprechend hergerichtet werden. Es ist zunächst daran gedacht, auf den Kopf der Bevölkerung 100 Gramm Champignon zurÄerteilung zu bringen. Der Preis ist für 100 Gramm auf 30 Pfennig festgesetzt. Ter Gehalt des Champignons an Nährstoffen im Vergleich zum Gehalt des Fleisches und der Gcmüsearten ist sehr groß. So ent-« hält dieser frische Pliz 4,88 Proz. Stickstoff gegenüber 20,56 ber magerem Ochsenfleisch und 1,73 bei Weißkohl, Spargel und Salat. Der Fettgehalt beträgt 0,20 Prozent gegenüber 1,74 Prozent bei Ochsenfleisch und >0,21 Prozent bei den erwähnten Gemüsearten. Landkreis Gießen. -6- A l b a ch , 31. Dez. Wegen lavieren Verhaltens vor dem Feinde erhielt der Wehrmann Heinrich Schäfer, Garde-Res.° Rgt. Nr. 399, die Hessische Tavserkeitsmedaille. ** Garben teich, 3> Dez. Der Musketier Heinrich Lang, seit Septelnber 191ö beim Res.-J'ff.-Ngt Nr. 221 im Felde, wurde wegen tapferen Verhaltens vor dem Feinde Weihnachten mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. LI Lang-Göns, 31. Dez. Gefreiter Hermann Roth beim Jni.-Rgt. 115, 9. Komp., erhielt das Eiserne Kreuz. Die Hessische Tapferkeitsmedaitle hat er bereits früher schon erhalten. Roth ist der Sohn des Lehrers Roth hier. ** Londorf, 31. Dez. Dem Ndusketier Leinrich L i ch, Sohn des Metzgermeisters Friedrich Lich, bei der Sturmtruppe in Rumänien stehend, wurde für hervorragende Tapferkeit die Hessische Tapserkeitsmedaille verliehen. Es wujrde ihm auch noch am 17. März 1916 zur Erinnevung an seinen ichwierigen Patrouillengang in den Vogesen, wo er damals kämpfte, ein GedenMatt mit einem Gedicht „Tie Helden in den Vogesen" überreicht. Kreis Büdingen. ** Büdingen, 30. Dez. Dem Musketier Ehr. Ka i s er der 5. Kompagnie Infanterie-Regiments 81, wurde wegen tapferen Verhaltens vor dem Feinde das Eiserne Kreuz zweiter Klasse verliehen ; mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille wurde er bereits früher ausgezeichnet. l Kreis Alsfeld. up. Ruppertenrod, 30. Dez. Der Ersatzreservist Heinrich T r ö l l e r, Bataillon Hanau, Landsturm-Infanterie-Regiment 38 und der Reservist Otto Orth, Feldartillerie-Regiment 25, Stab der zweiten Abteilung «wurden mit der Hessischen Tapferkeits- medattle ausgezeichnet. up. Von der Ohm, 30. Dez. Ein ausgezeichneter Wasserstand kommt unseren Oelmühlen zugute. Unter allen Produkten des Wirtschaftslebens nimmt bekanntlich das Oel eine der ersten Stellen ein. Sonst waren die Mühlgräben um diese Zeit vereist, und die alten Schlagmühlen standen still. Jetzt kann das Oelschlagen ununterbrochen ausgeführt werden. Kreis Lauterbach. rr. Schlitz, 29. Dez. Zu hoher militärischer Würde hat es ein Sohn unserer Stadt gebracht. Ter von hier gebürtige Generalleutnant Tief send ach wurde nämlich mit der Führung des 8. Armeekorps betraut. Sein Vater war der irühere, als Theologe wie auch als Dichter weithin bekannte Geh. Kirchenrat D. Christian Dieffenbach. Exzelllevz Dieffenbach begann seine militärische Laufbahn im 7. rheinischen Jns.-Regt. zu Trier und kam späten in den preußischen Generalstab nach Berlin. Bei Ausbruch des Weltkriegs stand er als Führer einer Division zuerst im Westen, späterhin stets im Osten, wo der von ihm befehligte Truppenteil wiederholt glänzende Erfolge im Kämpfe gegen die Russen davontrug. — Er ist ein Bruder des Geh. Hofrats Dieffenbach an der Technischen Hochschule zu Darmstadt: außerdem hat er noch eine Schwester, die ihren Wohnsitz hier beibehalten hat. Kreis Schotten. 8 S i ch e n ha u s e n , 30. Dez. Musketier Heinriche Fischer, Sohn des Vtaurermeisters Hch. Fischer 8. von hier, in der 1. Kompagnie Res.-Inf.-Regt Nr. 118, erhielt für 'Tapferkeit vor dem Feinde das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Der Ausgezeichnete ist erst 19 Jahre alt und kaum vier Wochen im Felde. up. Aus dem Vogels b erg, 30. Dez. Am dritten Weihnachtsfeiertage geschieht bcji. uns auf dem Lande seit alten silent der Gesindewechsek. Die Verdingung der Dienstboten geschieht sckwn kurz nach Gallus. Der Aus- und Eingang in den Dienststellen vollzog sich früher unter Gesang und Begleitung der Freunde und Freundinnen. Diese Sitte hatte schon vor dem Weltkriege mancherlei Einbuße erfahren, jetzt ist sie durch den Krieg ganz verschwunden. Ernst ünd Wlürde sind die Zeichen, die unsere Zett von jedem fordert. Einen Unterschied in den Dienstbotenlöhnen, die schon vor dem Kriege aus hoher Stufe stairdcn, hat dieser nicht gebracht, obischon die Knechte rarer sind als die Mägde. 1 Starkenburg und Rheinhessen. ch!Aus Rheinhessen, 29. Dez. Tie Aecker- nnd Felder- Verkäufe ergeben in der jetzigen Zeit besonders hohe Preise. In Alsheim erfolgte eine Versteigerung von Liegenschaften des Landwirts Joh. Best. Dabei wurden sehr gute Preise angelegt. Insgesamt brachte diese Versteigerung über 53 000 Mark. Kreis Wetzlar. ra. Wetzlar. 30. Dez. Die Kreisviehkasse Wetzlar hielt dieser Tage ihre gut besuchte Generalversammlung ab. An Entschädigungen wurden im letzten Jahre für 546 Falle 64 645,09 Mark (gegen 542 Fälle mit 58 656,10 Mk. im Vorjahre) gezahlt und zwar für 78 Stück Rindvieh 16 303,24 Mk., für 390 Schweine 28 604,55 Mk. für 23 Pferde 18 441,58 Mk. und für 55 Ziegen 1295.72 Mk. Das Gesamtvermögen des Vereins betrug zu Ende des Geschäftsjahres 1915/16 insgesamt 111 775 Mk. Tie Viehleihkasse wurde diesmal mit 12 125,56 Mk. von armen Leuten in Anspruch genommen und in kleinen Beträgen von 200 bis 400 Mk. zu 4 Prozent Zinsen und monatlichem Kapitalabtrag ausgeliehen. ra. Attenkirchen, 30. Dez. Mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse wurde ausgezeichnet Leutnant d. Res. Walter Dieckmann in einer Fliegerabteilung in Rumänien (Sohn des Buchdruckereibesitzers Wilh. Dieckmann, Altenkirchen. Westerwald). ra. Krofdorf, 30. Dez. Nach der letzten Volkszählung! wurden in Krofdorf-Gleiberg 1932 Personen (gegen 2126 im Jahre 1910) gezählt, und zwar in Krofdorf 631 männliche, 955 weibliche, in Gleiberg 135 männliche und 211 weibliche. ra. Waldgirmes, 30. Dez. Für die Gemeinde Waldgirmes welche über die ansehnliche Waldfläche von 544 Hektar verfügt, sind die Kulturkosten für 1917 aus 800 Mark und für das nahe Naunheim auf 650 Mark festgesetzt. , ' Hessen-Nassau. X Hanau, 28. Dez. Ter Landpras Friedrich Alexander von Hessen hatte gestern 72 .Kriegerkinder des Vorortes Kesselstadt zu sich in das Schloß Philipps ruhe geladen, um ihnen eine Weihnachtsfreude zu bereiten. Die Bescherung war umrahmt von Gesängen und einer herzlichen Ansprache des Ortsgeistlichen, Pfarrers Boos. Vorher hatte der Landgraf den Verwundeten des Lazaretts Schloß Philippsruhe ebenfalls eine sinnige Weihnachtsfeier mit Bescherung bereitet. vermischtes. * Fünfzig Jahre Annoncen-Expedition. Am ersten Januar des neuen Jahres blickt die weltbekannte Annoncen- Expedition Rudolf Mosse auf ein halbhundertjähriges Bestehen zurück. Dieses Haus wurde von Rudolf Mosse in einer Zett begründet, da Deutschland seiner Festigung als einiges Deutsches Reich entgegenwuchs und sich auf kaufmännischem und industriellem Gebiet ein neues, stark nach vorwärts drängendes Leben zu betättgeitz begann. Der Presse siel damtt die natürliche Aufgabe zu, drese Entwicklung zu begleiten und zn fördern, und so war es der wett- ttagende Plan Rudolf Mosses, das Anzeigenwesen, in dem sich An- .gebot und Nachsiage der Volkswirtschaft sammeln, auf eine brettere Grundlage zu stellen. Er wollte eine Zenttalstelle schaffen, die als Vermittlerin zwischen Publikum und Zeitung diente und den SBcd» kehr in beiderseitigem'Jnteresse einheitlicher und bequemer geftaltelr^ ohne die Kosten der einzelnen Anzeige im mindesten zu erchoh«r. Auf diesen Grundgedanken baute Rudolf Moffe sein Unternehmen auf, das mtt kleinen Anfängen einsetzhe und sich im Lauf der osv-» gangenen fünfzig Jahre ständig vergrößert hat. Aus dem ersten, bescheidenen Jnlandsverkehr hat sich nach und nach ein Weltverkehp entwickelt. Dem Hauptgeschäftshaus in Berlin sind 34 Stadtfilialen angegliedert, denen sich 5 Vorortftlialen anschließen. Darüber hinaus hat die Firma in allen großen Plätzen des Deutschen Reiches und im Auslande, insbesondere in Oesterreich-Ungarn und der Schweiz, neuerdings auch im Königreich Polen (Warschau), eigene Zweiggeschäfte begründet, die den Verkehr des Publikums mtt deck Zeitungswelt vermitteln. Dem Verkehr mit Publikum und Zeitung dient auch der Zeitungskatalog von Rudolf Mosse, ein wohlbewährter Führer aus dem Gebiet der Zeitungsreklame, sowie Rudolf Mosses Normal-Zeilenmesser, der eine sichere Handhabe für die Bestimmung der Zeilenzahl bietet, die eine Annonce in einep beliebigen Zeitung einnimmt. Die Tätigkeit der Firma blieb aber keineswegs auf die Anzeigenvermittlung beschränkt, sondern bald! schon gesellte sich zu der Annoncen-Expedition eine Verlagsabteilung. Neben den verschiedenen Zeitungen, unter welchen das „Berliner Tageblatff' zuerst ins Leben trat, wurde dem Buchverlag besondere Aufmerksamkett fgeschenkt. Auf diesem Gebiet seien der „Bäder-Almanach", das bekannte Buch für die gesamte Aerztewelt, und das „Deutsche Reichs-Aoreßbuch für Industrie, Gewerbe und Handel" in erster Linie genannt. Die neueste Erscheinung des Adreßbuch-Verlags ist ein Gesamtadreßbuch des Königreichs Polen. Nach dem Tode des früheren Mitinhabers der Firma, Emil Mosse, steht, zusammen mtt dem jetzigen Teilnehmer, Hans Lachmann- Mosse, Rudolf Mosse nach wie vor in voller Rüstigkeit an der Spitze des Gesamtunternehmens. Gerade in den Wirrnissen des Kvieges bat das von ihm gegründete Hans als ein Muster deutscher Schaffenskraft und Zähigkeit seine Daseinsberechtigung erwiesen. O Bdumana 6lisk±i?o±Gchm / |chi33 (qejehirff "Wb&an.- Laxapen. zu O rv^i na I peeifen.