Rr. 22 Erstes Blatt Ibk. Jahrgang Der #fe$etter Tkrzeiger sichernl täglich, außer Sonntags. - Beilagen: -ietzener Familienblatter; Ureisdlatt für den Breis Gießen. Bezugspreis: rnonatl. 9!) M., viertel- jährl. Mk. 2.6b: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 80 Pf.: durch die Post Mk. 2.45 viertel- sährl. ausschl. Beftellg. Ternsprech - Anschlüsse: für die Schri'tleitunq 112 Verlag,Geschältsstellebl rich5n:Anz.^!r°Wrhen. Zwillmgrrunbtzruck ll. Verlag: Srühl'sche Univ.-Such- u. Stetndruckerei R. Lange. Schrift,eitüng. Seschüftsftelle ü. Druckerei- Schulftr. 1 postscheckkonta: Znmkfurt a.M. 11686 General-Anzeiger für Oderhefsen Zreitag, 2b. Januar 191t l*u . . inm Anzeigen f . die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Zeiienpretr, s. Anzeigen: örtlich 20 Pf.. Vermietungen u. Stellengesuche 15Pf., auswä rtS 2b Pf., b. Platzvorschrtst 30 Pi Reklamen 7b Pi., bei Platzvorschritt SO PH Hauptschriilleiter: Aug. G o e tz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: vairkverkehr: Aug. Goetz. vtadr und Sewerbebank Siehst Land. Vermischt e« u.Ge-' rrchtssaal: Fr. R. Zenz. Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. zortschntte an der Aa. Gras Tisza und Sonar Law über Wilsons Friedensbotschaft. (S fll mim 1 I mim- 0^1».—r j-. ... t c *- . a ^ ?nf den von einem bunten Gemisck von Völkern und Nationen bewohnten Gebieten ftn Südosten Euro- pav die Forderung emer freien Entwicklung der Nationen voll- standigrer mcht verwirklicht werden könne, als dies durch den Be- 'kaud und die Herrsckwtt der österreichisch-ungarischen Monarchie gewährleistet wird. (Allgemeine lebhafte Zustimmung.) Wir füblei, uns daher vollständig eins mit den von dem Präsidenten der Vereinigten Staaten amgestellten und jetzt verlesenen- Forderungen. ^'!LT?!!s ?0iU. ,datz in dem in unserer unmittelbaren Nahe liegenden Gebrete dieses Priiizrp möglichst verwirklicht werde. „ stz nur wiederholen, daß wir getreu unserer tradftionellen auswärtigen Polittk, getreu unserem in unserer Friedensaktton ein- genommenen Standpunkt, im Verein mit unseren Bundesgeriossen bereit ftnd, alles zu tun, nms den Völkerir Europas die Seanungeii eme^. dauernden Friedens sichert. Ich bitte meine Antwort zur Kenntnis 'zu üehmen. (Allgemeine lebhafte Zustimmung.) Das Haus nahm diese Antwort einstimnttg zur Kenntnis. m • Bonar Law über die Botschaft Vilfons London, 25. Jan. (WTB9 Meldung des Reuterschen Bu- raus. In einer Versammlung in B.r i st o I erteilte Bonar Law am Mittwoch abend, wie man murinimt, im Namen des Kabinetts aus die Botschaft des Präsidmteii Wilson folgende Antwort: Das Ende des Krieges ist der Frieden. Deuffchland hat uns ein rrriedensangebot, wie es das zu nenneii beliebt, gemacht; es er^ftelt darauf von den Regierungen der alliierten Staaten die Änt- wort, die es verdiente, die einzige Antwort, die möglich nmr Dir mefften von Ihnen haben wohl die Rede Wilsons gelesen, die gestern m den Zeitungen abgedruckt worden ist. Es ist eine offene Sprach? und es rst rrchtig, daß jedes Miwlied der Regierung der Alliierten das darüber redet, mit gleicher Offenheit spricht. Es ist unmöglich datz Wilson dre Frage von demselben Gesichtspunkte aus betrwlüet wie wir. Das Haupt einer großeri neutralen Nation muß wie auch irrmter ferne privaten Ansichten sein rnöqeii — und ich,mnß ebenso wen- wie irgend emer von Ihnen, was für welche er l**t^ neutrale HaLung.ttnuehmem Amerika befindet sich sehr rum entfernt von ben Schrecken des Kriegs, wir beffuden uns mitten darin. äWierita i)t neutral, mir nicht. Wir glauben, daß die Hauptfrage m diesem Kriege, die so all ist, als es eine Zeitrechnung gibt, die ist. Unterschied z w i s ch »n Recht und Unrecht. Wft glauben und mir wißen, daß dieser Krieg der Krieg anNr< hüllter Ang rifsslust ist, daß die VerbreckMn in der Krieg- Mrung. die seit Jahrhunderten der Welt unbekannt gewesen sind, Lein erscheinen im Vergleich mit dcnr Grundverbrechen, die Wett durch kaltblütige Berechnung in einen Krieg zu stürzen, weil die- ienigeit, die dafür verantwortlich sind, geglaubt haben, er würdet sich bezahlt lmubat. Die Rede Wilsons bat zum Ziel jetzt einen Frieden zn erreichen und für die Zukunft den Frieden zn sickern. Das ist auch unser Ziel und unser einziges Ziel. Er hofft, den Frieden durch einen Friedensbnnd zu sichern, ünd er hat nicht nur für einen solchen Bund gesprochen, sondern er versucht mich, den amerillmischenj Senat dazu zn bringen, die zn seiner Verwirklichung nötigen, Schritte zu unternehmen. Es wäre. Unrecht, diesen Erschlag als völlig utopisch anzusehen. Sie wissen, daß das Duell fast bis in unsere^Tage hinein erhalten wurde. Ebenso wie die Erledigung! privater Streitfragen durch das Schwert jetzt undenkbar geworden ist, so glaube ich, können wir hoffen, daß die Zett kommen wird, in der alle Nationen ber Wett die Rolle spielen werden, die Cromwell als seinen Lebenszweck bezeichnet hat, die Rolle eines Polizisten, der für Ruhe in der Gemeinde sorgt. Diese Zeit würde, so hoffe ich, kommen. Aber diese ganze Frag« ist keine abstrakte Zukunstsfrage, sondern sie ist eine Frage ans Leben und Tod irr der Gegenwart. Bei Beirrteilung der Frage, ob dieses Ergebnis aus dem von Wilson vvrgeschlagenen Wege erreicht werden^ kann, können wir unmöglich dre Vergangenheit vergessen. Sett Generationen haben menschlich Tenkerrde und gutgesinnte Männer in allen Völkern danach gestrebt, durch Haager Ko-nventünren, durch Friedenskonferenzen und ans alle mögliche Weise den .Krieg nnnröglich zn macherr oder wenigstens die Schrecken des Krieges zu milder u. Wenn ein Krieg aus bricht, wodurch können diese gegen die barbarische Barbarei errichteten Schranken aufrecht erhalten werden? .Von den Kriegführenden können sie nicht aufrecht erhalten werden, wenn es einen von ihnen beliebt, sie außer Acht zu lassen. Nur die neutralen Staaten können ihre Wirksamkett sichern. Wie ist es qemefan? Unmittelbar bei Ansbruch des Krieges haben die Deutschen auch jede dieser Schranken beiseite gefegt. Sie zerrissen Verträge, die sie selbst feierlich unterzeichnet hatten. Sie streuten Minen auf die offene See, sie trieben alle Greuel zur See und zn Land in Verletzung der .Haager Konventionen, die sie selbst unterzeichnet hatten. Sie führten Krieg gegen grauen und Kinder, sie vernichteten Neutrale ebenso grausam, wi esie-es mit ihren Feinden taten. Sie treiben in diesem Augenblick die Bevölkerung eroberter Gebiete in die Sklaverei und zwingen Untertanen ihrer Feinde, die Waffen gegen das eigene Land zu ergreifen. Das alles ist geschehen, und kein neutrales Land ist imstande, dem ein Ende zu machen. Keine neutrale Macht protestierte auch nur dagegen. Wir müssen deshalb andere Mittel suchen, um den zukünftigen Weltfrieden zu sichern. Wir haben das deutsche Anerbieten, Unterhandlungen zu beginnen, zurückgewiesen, incht aus Eroberungslust oder aus dem Verlangen nach glänzenden Siegen, wir haben es zurückgewiesen nicht ans dem Geist der Rache heraus, oder ans dem Verlangen nach Ruhm, sondern, weil ein Friede setzt ein Friede wäre, der sich arrs einem deutschen Sieg ansbcnUe. Es ivürde ein Friede sein, der die milttärische Maschine unerschüttert Und mit einem Nimbus von Erfolg umgeben l're^. Die Feinde würden die Herrschaft über die Maschine in den Händen.von Männern lassen, die Generationen lang den Krieg vorbereiteten, und die die nämlichen Vorbereitungen aufs Neue beginnen und nur den günstigen Zeitpunkt abwarten würden, die Wett in dieselben Schrecknisse zu stürzen, wie wir sie jetzt durchmachen. Unser Ziel ist dasselbe wie das des Präsidenten Wilson. Unsere Söhne und Brüder wagen doch ihr Scheu dafür und wir denken es zn sichern. Die Herzen des Volkes dieses Landes verlangen nach dem Frieden. Wir beten um einen Frieden, der uns die sicher zurückgibt, die unseren Kamps jetzt aussschten, um den Frieden, der das Leben derer, die nicht mehr zurückkehven, nicht vergebens opfern ließ. Kow- und Cinderlager von privaten Kohlenimporteuren in Kristtania mit Beschlag zju belegen. Jedoch würde den Importeuren erlaubt werden, ihren bisherigen Kunden bis zu zehn Hektoliter Koks und 500 Kilogramm Kohlen an jeden Haushalt zu verkaufen, falls diese unter Eidesangebot erklären, sie zu benötigen. Der Seekrieg. Eine englische Stimme über den U-Boot-Krieg. Rotterdam, 25. Jan. (WTB.) Wie dem „Nieuwe Rotterdcmffche Courant" aus London gemeldet wird, widmet der Marinemitarbeiter der „Daily News" dem ernsten Charakter des Tauchbootkrieges einen längeren Artikel. Er schreibt darin: Die Warnung, die Jellicoe vor ettrigen Wochen ausgesprochen habe, sei nicht genügend beachtet wordm. In derr letzten neunzig Tagen seien 470 Schiffe in den Grund gebohrt worden, darunter 187 englischer Nationalität. Der Verfasser dieses Artikels gibt !zu, daß es schwierig sei, die neuen U-Boote mit ihrem großen Aktionsradius zu bekämpfen, und fordert das Publikum auf, selbst an der Bekämpfung der Gefahr dadurch mit- zuarbeiten, daß es weniger ttngeführte Luxusartikel verbrauch, daß für den Bau von mehr Schiffen gesorgt werde. Im Leitartikel schreibt „Daily News" über denselben Gegenstand: Während Deutschland. Schiffe in den Grund bohrt, bauen wir in einem Augenblick, in dem wir so viel Schiffe als möglich Herstellen soll- ten, nicht genug, um den riesigen Verlust wettzn macken. Wir bauen viel weniger, als in normalen Zeiten, und zwar aus denselben Gründen, warum tvir auch meniger Lebensmittel in unserem Lande anpflanzen, nämlich wett wir nicht über die nötigen Arbeitskräfte verfügen. Schiffe von einem Inhalt von Hmr- derttausenden von Tonnen warten ans ihre Fertigstellung. Man nimmt an, daß mir im Juni .700 000 Tonnen vom Stapel lassen können, jund tvenn wir uns gegen den Mgriff Deutschlands entsprechend wehren wollen, so müssen wir auch um jeden Preis diese Schiffe sertigbringen. Das kann aber nur geschehen, wenn nur alle geschulten Arbeiter, die in der Armee oder sonstwo auszutreiben sind, zum Schiffsbau verwenden. Deutschland geht Darauf aus, unsere Zufuhr abzuschneiden. Es ist seine einzige Aussicht zu siegen. Wir müssen diesem Aushungerungskrieg ans unseren Mcknm und noch mehr auf unseren Schiffswerften ent- gegenarbeiten. Der bulgarische Bericht. Sofia, 25. Jan. iWTBö General stabsbericht vom 24. Jan/: Mazedonische Front: In der Gegend von Bitolia Artillerietättgkeit. Im Cerna-Bogen nur au manchen Stellen! lebhaftes Arttlleriefeuer. In der Gegend der Möglena Artillerie. Maschinengewehr- und Jnfanteriefeuer. Im Wardar-Tale schwaches Arttlleriefeuer und Tätigkeit in der Luft. Eine feindliche Abteilung! versuchte, längs des rechten Wardar-Ufers vorzugehen, wurde aber durch Jener vertrieben. An der Struma vereinzeltes Artilleriefeuer und Patrvuillengefechte. R u m ä n i s ch e F r o n t: Bei Galatz Arttlleriefeuer, bei Tulcea Austausch von Infanterie- und Maschinengewehrfeuer zwischen unseren Aufklärern und feindlichen, das nördliche Ufer des St. Georgs-Armes haltenden Abteilungen. Btt Nahmudish, Karabussuat und Frislawa zerstveuten wir durch Arttlleriefeuer schwache feindliche Abtttlungen. * * * Die Nahrungsmittelknappheit in Frankreich. Bern, 24. Jan. (WTB.) Minister Herriot erklärte den Vertretern der französischen Presse, die Beschränkung der Speisenbarte and die Einführung der Mahlzeiten von zwei Gängen in den Gastwirtschaften habe den Zweck, der herrschenden Verschwendung Einhalt zu gebieten, deren Folgen auf die unteren uno die Mittelstands klaffen zurück- ftelen. Er werde auch die strengsten Maßnahmen gegen die Brotverschleuderung ergreifen, die im Heere besonders groß sei. Es sei notwendig, dem Publikum klar zu machen, daß die Verpftogungsftage it-ach dem Frieden noch schwieriger sein werde, da oer Weltmarkt den Mittelmächten dann wieder offen sei, und die von diesen gemachten Ankäufe, besonders in Getreide und Vieh, die den Alliierten zur Verfügung stehenden Mengen bedeutend vermindern würden. Gegenwärtig sei seine .Hauptsorge die Getreideversorgung für 1917/18 und die Hebung des Kartoffelanbaues. Ein Ausstand französischer MunitionSarbeiterinnen. Berlin, 25. Jan. Zu dem Seetreffen am Hoofden erfahren wir noch: Am 23. d. M. wurden gegen 8 Uhr vormittags neun englische Zerstörer beobachtet, von denen einer in sinkendem Zustande war. Von den übrigen acht fuhren sieben um das sinkende Schiff herum, während der achte «etwa 20 Meter von dem Schiff entfernt still lag. An dem sinkenden Boot schien Back völlig zu fehlen. Das sinkende Boot lag mit der Brücke und der halben .Höhe der Schornsteine im Wasser. Mannschaften waren nicht darauf zu erkennen. Sie waren offenbar von den anderen Booten uber- ^o^uchkn worden. Man hatte den bestimmten Eindruck, daß das sinkende Schiff verloren war. Berlin, 25. Jan. (WTB.) Der Kommandant des kürzlich in Cadir eingelaufenen englischen Zerstörers „Delphin" behauptet, am 14. Januar 8'Uhr morgens 14 Seemellen westlich von Huelva das deutsche Tauchboot „U 5 6" versenkt zn haben. Es wird hiermit festgestellt, daß w e d e r „U 5 6" n o ch e i n a rx b e t e£ d e utsches Tauch- bootinFragekommt. Paris, 25. Jan. (WTB.) Die Kammer nahm einen Gesetzesentwurf an, daß ausländischen Fahrzeugen die Schiffahrt unter französischer Flagge unter derBedingung erlaubt wird, daß diese Fahrzeuge für Transporte znm Nutzen Frankreichs dienen. Bern, 25. Jte Aufgabe, aber die Hdrven hätten Spielraum, sich die Sammlung bis zum 23.-25. Februar einzuteilen Die vorgeschlagenen Herren erklärten sich bereit, sich der Aus-» gahe ehrmamllich zu uMerziehen. Architekt Meyer machte deü Dvrschlay, We ZaU der Serien zu ver m e h re n und «uE Damen mit hmzuzuzrehen. 8« diesem Av-ecke schlug Stndtv. Dr.' Urstadt vor. daß Teder der Gewählten sich ftir seinen Bezirk zwei HilsÄräste aussuche. ObeMjrgermeister Keller stimmte dem bei und setzte aus wohlerwogenen Gründen deü Bckginn der Sammlung auf l. Februar fest. Die ErntcKlung der Straßen soll in einer besonderen! Atzung vvrgenommen werden. Zur Sammlung in den Schulen sind in Mainz in den Höheren und Bolkssckmleu Listen aufgelegt worden, damit die Schüler mit Namen zeichnen können. Es soll, wie der Oberbürgermeister besonders betonte, keinerlei Zwang oder Druck auf die Schüller ausgeübt werden. Die Sammellisten werden überhaupt sämtlich dem Großberzoge vorgelegt werden. Tie anwesenden Direktoren der höheren Schulen sprechen sich dafür aus, kerne Listen aufzulegen, sondern wie bisher Klcrssen- sammlungen vorzrmebmen. Was die Veröffentlichung der Zeichnungen an- goht, so hat der Landesausschuß davon abgesehen, von sich aus darüber zu beschließen. Das Ergebnis werde in Mainz wöchentlich zusarnmenfassend veröffentlicht werden. Für eine Veröffentlichung spricht, nach Ansicht des Oberbürgermeisters, daß ein gutes Beispiel anspornetkd wärke. Merdings gebe es auch viele Zeichner, die ihren Namen nicht genannt wissen wollten. An der Aussprache hierüber beteiligten sich Landgerichtsrat Wiener, der Rektor der Landesuniversität Prof. Tr. S ch i a n . Frl. Nau mann und Beigeordneter Grünewald. Im Anschluß daran bat der Oberbürgermeister, ihm Feldadressen von Bekannten und Benvandten zu nennen, von denen der eine oder andere bereit sei, das seinige Kn der Sammt- lung beizusteuern. Beigeordneter Emme lins schlug vor, die Namen und Adressen an den Oberbürgermeister zu schicken, »vomit sich Oberbürgermeister Keller einverstanden erklärte. Zum Schluß bat der Oberbürgermeister, Wunsche und Au- . regungen entgegenzubringen. Beigeordneter Grünewald ineinte, es stände wohl nichts im Wege, darüber zu sprechen, lvas mit dem Velde der Stiftung geschehen solle. Soviel er wisse, habe Geh. Rat v. Hehl dew Antrag .Mellt, das Erholungsheim nach Salzhausen zu verlegen. Gerade so gut könne das Erholungsheim auch nach Gießen verlegt werden, wo die Luft entschieden günstiger sei wie in Salzhausen, und den Bewohnern des Heimes der Besuch der klinischen Einrichtungen ermöglicht werde und ihnen auch Zerstreuung geboten werden könne. Käme Gießen für die Errichtung des Heimes mit in Frage, so werde dies einen lebhaften Einfluß auf den Gang dev Zeichnungen ausüben. Zu diesen Ausführungen ergriffen das Wort Oberbürgermeister Keller, Beigeortmeter E m m e l i u s, Prof. Tr. S ch i a n , Landgerichtsrat Mi euer und Beigeordneter Grünewald. Oberbicrgermeister Keller faßte die Ausführungen dahin zusammen, an die Stiftung der Stadt Gießen keine Bedingungen anzuknüpfen. Hierauf schloß er die Versammlung mit iwchmaligem Tanke au die Erschienenen und mit dein Wunsche, daß die Sammlung in (ließen ein schönes Ergebnis zeitigen möge. » ** Kaisers Geburtstag steht nun zum dritten Male unter dem Flammenzeichen des Weltkrieges. Beinahe ein Menschenalter waltet unser Kaiser seines hohen Amtes, immer in dem Bestreben, nicht nur seinem Volke, sondern den Völkern Europas den Frieden zu sichern. Das Schicksal hat es anders gewollt. Von allen Seiten, von Neidern der friedlichen Entwicklung Deutschlands angegriffen, mußte unser Kaiser vor nunmehr drei Jahren das Volk zu den Waffen rufen und vn gewaltigen Kämpfen die Angriffe in West und Ost und im Süden abwehren, deren Ziel die Vernichtung unseres deutschen Vaterlandes ist. Und als er endlich, nachdem die Angriffe abgeschlagen, in ritterlicher Weise den Feinden die Hand zum Frieden bot, mußte er es erleben, daß sein ehrlich gemeintes. Friedensangebot schnöde zurückgewiesen wurde. Und nun steht das deutsche Volk, womöglich noch enger geschart um seinen Kaiser, vor neuen, schweren Kämpfen, mit ihm gewillt, den anfgedrnngenen Kampf zum siegreichen Ende zu führen. Und wenn morgen unser Kaiser sein 5i8. Lebensjahr vollendet, so können mir diesen Tag nicht in frohem Festesjubel begehen, aber der aus innerster Seele kommenden Begeisterung können wir Ausdruck geben durch das Gelöbnis, standhaft mit ihm auszuhalten in jeder Not und Gefahr, durch den Ansdruck des Willens, der ihn und unser Heer beseelt, Deutschland für immer die ihm in der Welt gebührende Stellung zu sichern. Als äußeres Zeichen dessen mögen mor ge nsichdie Gotteshaus erfüllen und die Fahnen an allen Häusern wehen. Kein Hans soll ohne Flaggen schmuck bleiben. So dürfen und können wir Kaisers Geburtstag in einer Weise feiern, die des deutscheil Volkes würdig ist. * *• Auszeichnung. Unteroffizier S. Rothschild, zurzeit schwer verwundet in einem Feldlazarett, erhielt das Eiserne Kreuz 8. Klasse. ** Jung wehr Freitag, 26. Januar: Antreten 81/4 Uhr. Komp. 620 und 621 Realgymnasium. ^ ** Preisbes'chränkung Bei Ausbesserung von Schuhwaren. Durch eine Verordnung des Bundesrats vom 25. Januar 1017 inird die Ausbesserung von Schu h- w a r e n einer ähnlichen Preisbeschränkung unterworfen, wie stc schon bisher ft'lr den Verkauf solä>er Waren galt. Bon der Festsetzung vE Höchstpreisen ist mit Rücksicht auf die Verschiedenheit des Vdaterials und die örtlichen Schwankungen der Löhne ab- gesehen worden. Für die Preisberechnung, die lediglich die Gestehungskosten, angemessener Teil der allgemeinen Unkosten und einen angemessenen Gewinn ein schließen darf, sind die von der Gutachterkommission für Schuhwarenpreise ausgestellten Richtsätze maßgebend. Angaben über die Reparatur-Preise und ihre Berechnung lind im Laden auszuhängen. Außerdem ist der crusgebesserten Ware ein mit der Bezeichnung der Firma oder des Namens des Ueber- nehmers der Reparatur versehener Begleitschein beizufügen, aus dem die Art der Ausbesserung und der bereckmete Preis, sowie die Zeit der Ausbesserung (Jahr und Monat) zu ersel-en sind. Bei vermuteter übermäßiger Preisfestsetzung kann schiedsgerichtliche Festsetzung des Preises beantragt werden. Das Schiedsgericht ist das gleiche, das auch Streitigkeiteu über die Verkaufspreise von Schuh- waren rutschewet (§ 6 der Bekanntmachung über die Preisbschrän- kuug bei Verkauf von Schuhwaren vom 28. September 1916). Auch Anrufung und Verfahren sind in derselben Weise geregelt, tvie in der genannten Verordnung. ** Dieb ft a h l. In hiesiger Stadt wurde aus einem am Wißmarer Weg gelegenen Gebäude ein 16 Meter langes und 8 Meter breites Stück tveißer Leinwand, das an der Längsseite mit Haken zum Aufhängen und an den Enden mit Riemen zum Zusammenschuallen vergehen rvar, im Werte von 175 Mk., und ein 4 Meter langes und 8 Meter breites Stück blaues Tuch, an dem sich auf drei Seiten Riemen zum Zusammenschualleu befinden, im Werte von 75 Mk., entwendet. Wer über den Derbleib der wertvollen Gegenstände Auskunft zu qebeit vermag, wird gebeten, dies der Kriminalpolizei zu melden. Pr 0 menaden - K 0 nzert. Die Ersatz-Kapelle des Jnf.-RegimentS Nr. 116 spielt morgen, an Kaisers Geburtstag, bei günstiger Witterung von 11.30 bis 12.30 Uhr auf der Süd- Anlage. ** Stadttheater. Nochmals sei auf die morgige Wohl- tätigkeitsvorstellung anS Altlaß von KaijerS Geburtstag hin- - gewiesen, die in dem neuen Schauspiel „Könige- von Hans Müller ein Bild deutscher Treue aus der Vergangenheit entrollt, ^ unfer-n sturmdewegten Lagen doppelter Teilnahme pmer ist. Tie Spielleitung fuhrt Direktor Steingoetter; in Haupt- fffnc**?!**** 0 ,* sind die Herren Hellmuth, Feigel, Wesolowski, ^ '.Aolken und Theiling und bic Damen Mahr und Scheidler ® 0 n »er t B e r et ti. Tas nächste Konzert, Lunmtag, den 28. Januar, ist ein S 0 n a t e n a B c it b des bekann- ten Wmxcv Geigers Adolf Busch und beffen Bruders, Musik- Fritz Busch, Aachen. Die beiden Herren sind Schüler des Kölner Konservatoriums und standen unter der besonderen OAut und Freundschaft Fri tz S t e i n ba chs. Der jetzt in Wien lebende Geiger Adolf Busch ist huir w schon bekannt. Er wird als cntjter, allem Aeußerlichen abholder Musiker hpärgeschätzt und immer wieder von allen großen Kvnzerttnstituten. als Solist hercur- gezogen. Die schlackenlose Reinheit des Tones und die Innigkeit und Vornehmheit des Vortrags werden immer von neuem gerühmt In wesem Winter ist Adolf Busch auch als .Komponist hervorgetretm, dilvch die Ausführung einer Sinfonie, die starken Beifall sand Sein Bruder Fritz Busch ist jetzt städtischer Musikdirektor in Aachen Er ist der gefeierte Lckter der dortigen Sinfonies-Konzerte und des mrannten ausgezeichneten Aachner gemischten Chores. Er ist als ^kumermusikcr sehr begehrt iind mit seinem Bruder aufs treff trefflichste cmgcspielt. Die beiden Künstler werden die Sonate A-Moll von Beethoven, die Sonate D-Moll von Brahms, die Louite im alten Stil von R e g e r und Präludium uiid Fuge auv der Monate G-Moll von B a ch zum Vortrag bringen. Tie seltener gespielte A - M 0 l l - S 0 n a t e Op 23 zeigt sehr viel mehr Beethoven 'sche Eigenart als die, besonders in Dilettanten- kversen so beliebte F-Tur-Sonate. die in der Ausdrucksweise noch mel Mozart scheu und Haydn'schcn Geist verrät. Die Sl-Mvll Lonate hat drei Sätze. Der 1. Satz, ein Megrv-Presto, ist sehr temperamentvoll und die vielen Stznlopiermigen verstärken deii erregten Ansdruck. Das folgende Megretto scherzvso atmet heitere, wohltuende Ruhe, während der Schlußakt ein unruhvolles Megw molto in A-Moll uns ivieder die von Melancholie umfangene leidenschaftliche Erregung aller Beethoven'scher Werke, in denen als Grundtonart A-Moll zur Berwenbuitg kommt, zeigt. Siehe Quartett Op. 132. Die B r a h m s 's che B i 0 l i n s 0 n a t e D- Moll Op. 108 ist feine letzte Sonate, 1889 erschienen. Sie ist aus der Zeit, die Brahms am Tchuner See zubrachte imd aus welche auch eine Reihe herrlichster Lieder, Op. 105 und 107, stanrmeu. Die enge Herzensfteundschaft zwischen Bülow und Brahms erhielt durch die Widmung der Sonate an Bülow seitens des Kvmpmiisten eine äußere Beglaubigung. Bülvio nannte die ihm erwiesene Auszeichnung eine „Standeserhöhung". Die Sonate steht in wirksamem Gegensatz zu ihren sanfteren Schwestern: sie hat 4 Sätze, die beiden Ecksätze tragen leidenschaftlichen Charakter. Der bedeutendste ist unstreitig der 1. Satz. Er ist von wunderbarer Klarheit und Langatmigkeit der Motive, die sich auf einem 46 Takte anhaltenden Orgelpunkte in C aufbauen, dessen Widerpart in dem Tonika-Drgelpunkt der Coda zu finden ist. Tie elegischen Terzenabstiege des 2ldagios zeigen uns beu echten, still leidenschaftlichen Brahms; die 24 Takte lairge Kantilene gehört zu den schönsten, die Brahms gesungen hat. Ter letzte Satz, ein flottes Finale schließt das Werk bedeutend und kräftige ab. Die erste Aufführung war in Wien am 13. Februar 1889; das Werk wurde von Brahms und Joachim aus dem Mianuskript gespielt. Tie Bach 'sche B i 0 l i n k u n st ist noch beute sozusagen erne Kunst gattung für sich. Sie stellt die höchsten Anforderungen an den Spie ler. Besonders frappiert das mehrstimmige Spiel. Bach rvar selbst Violinspieler, bekanntlich Konzertmeister in Weiinar und bat zweifellos die ganze Technik der Saiteninstrumente bis in die letzten Möglichkeiten überblickt. Seine Solosonaten waren und sind restlos nur den großen Meistern der Violine zugänglich. ** T i c Vereinigten H a s siä-M ili tä r-V e rein e begehen den Geburtstag des Kaisers an: Samstag, den 27. Januar durch gemeftrsamen Kirchmgang (Stadckivcheh Siehe Anzeige. " W e i h n a ch t s v e r l 0 s n n g. Wie rms das Rote Kreuz mitteilt, ist die Frist für die Abholung der Gewinne aus der Weihnachtsverlosung bis zum 5.'Februar verlängert wordew Alle bis dahin nicht abgeholten Gegenstände werden zugunsten unserer Verwundeten anderweitig verwertet. Die Ausgabe der Vollmilchkarten an die Bezugsberechtigten für die Zeit von, 2v. Januar bis 29. April findet Samstag, 27. Januar, vormittags von 8—12 Uhr in den Lebens- mittelkartenausqabestellen statt. Die Ausgabe der Vollmilchkarten für Kranke erfolgt auf Zimmer Nr. 9 des städtischen Lebensmittel- amtes, Ost-Aulage Nr. 13. Der im Besitz der Vollmilchbczugs- berechtiqten befinbltcf)^der Ausweiskarte ist vorzulegen. ** Die Ro llgebühren für den bahnamtl. Rollfuhrunternehmer Adolf Lhncker werden vom 15. Jmruar 1917 ab mit rückwirkender Kraft wälMnd der Dauer des Krieges für ft 50 Kflogramm und des Mindestsatzes um 5 Pfg. erhöht. Landkreis Gießen. *• Stangenrod, 25. Jan. Dem Wehrmann Gg. Will, Res.-Jns.-Rgt. Nr. 80, wurde das Eiserne Kreuz verliehen - ** Rödgen, 26. Jan. Dem Unteroffizier Hrch. Bellas wurde die Hess. Tapferkeitsniedaille verliehen. Weichzeitig rvurde er wegen besonderer Tapferkeit vor dem Feinde zum Bizef-eldwcbel befördert. Das Eiserne Kreuz erwarb er sich in den vergangenen Frühjahrsofftnsiv kämpfen bei Verdun. Bellos rückte bei Beginn! des Krieges als Reservist aus und steht seitdem ununterbrochen im Felde. Kreis Friedberg. == Harheim, 26. Jan. Einem hiesigen Einwohner wurden netüich neun fette Gänse und die Hühner g e st 0 h l e n. Als Dieb ermittelte man jetzt einen Frankfurter Handwerker. Hessen-Nassau. Die Lebensmittel-Versorgung Frankfurts. --- Frankfurt a. M., 25. Januar. Die Lebensmittel- komnnssion beschloß die Einrichtung einer vierten Fabrik für die Herstellung städtischer Wu r st. Wöchentlich werden in den Betrieben fortan 6 00 Zentner Wurst berettet. Für die rascheste Verteilung der Milch nach allen Stadtteiles werden in Zukimft Kraftivageu tätig sein, die in ihrer „fteicm" Zeit auch noch zum Transport von Lebensmitteln benutzt werden sollen. — Kassel, 25. Jan. Das König!. Konsistorium ordnete gelegentlich der kirchlichen Feiern von Kaisers Geburtstag eine Kollekte zllm Besten der Kriegsbeschädigten an. Universitäts.Nachrichten. ** Für Kriegsteilnehmer akademischer Berufe entstehen, je länger der Krieg dauert, größere Nachteile, sotvohl, was ihr Dienstalter anlangt, tvie den Studien- und Ausbildungs-- gang. Durch Beschluß des preußischen Mitäfteriums ist für Preußen bestinrmt tvorden, daß den in den Staatsdienst tretenden Akademikern der Kriegsdienst auf ihr Dien st alter ungerechnet werden soll. Sie sollen darin möglichst so gestellt werden, wie wenn es nicht zum .Kriege gekommen wäre. Das Dienstalter wird also vor- datiert, imb Bei der Bedeutung des Dienstalteps für die Beförde- rmigs-, Besoldungs- mrd Pensionsverhältniffe eines Beamten hat diese Rtaßnahme emen wesentlichen Ausgleich zur Folge. Für den Studien- und Ausbildnngsgang handelt es sich um Abkürzung der AuSbildun^s-zeit und Studieirzeit. Für A e r z t e ist der Kriegsdienst auf das vorgeschriebene praktische Jahr anzurechnen, R e ch t s a n w ä l t e, die in den höheren Justiz- oder B e r m a I ^ tuirgsdrenst eintreten, soll der Vorbereitungsdienst um die Zeit des Kriegsdienstes bis zu einem Jahr abgekürzt tveroen. Ebenso ist hinsichtlich der künftigen Oberlehrer eine Anrechnung auf die vorgeschriebeue praktische Ausbilduugszeit bis zu einem Jahr in 2lussicht genomnien. Gleiche Anordnungen sind für den Vorbereitungsdienst der höheren B a u b e a nt 1 1 n in Vorbereitung. Als Berücksichtigung des Kriegsdienstes für die Studien- ze i t nnrd erwogen, beit Kriegsdienst bis zu einent Jahr auf das Studium der Juristen aiiKurechtleu. Für die studiererlden M ediziner schweben Crwägungen, die auzurechueude Kriegsdieust- zeit auf ein Jahr zii erhöhen. Ebeuso ist für die Studierenden! der Z a h n h e i l ku n d e. die Anrechnung des KriegsdieristeS auf das Studium in Vorbereitung. Für die Studierenden der Pharmazie ist die Anrechnung des Kriegsdienstes auf die Gehilfenzeit und für die Studierenden tper Na hrnngs mittel chemi^j die Anrechnung aus die vorgeschriebene praktische Tätigkeit in wagnng gezogen. Der veii^^uvierenveil txx pyilofophrfcyen Fakultät und bei den Theologen kann eine Verkürzung der Studienzeit nicht Wohl in Frage kommen. Hier wird dal-er dafür zu sorgen sein, daß die Kriegsteilnehmer möglichst mit der gesetzlichen Mindestzeit von sechs Semestern auskommeii. Was schliesslich die Studierenden der technischen Hochschulen betrifft, so ist Anrechnung des Kriegsdienstes bis zur Tauer eines Semesters zu gelassen. Im übrigen werdeii sämtliche Fa- kultäteti sich bemühen, Kriegsteilriehmern ihr Studiunt zu et» leichtern. Die größere Reift, der gesieigerte sittliche Ernst, das erhöhte Vevaittwvrtlichkeitsgefühl tziid der verstärkte Eifer &c£ Lernens, den matt von den jungen Leu Um erwarten katrn, die aus- dem Felde hernckehren, wird dabei helfen. Was für den Kriegs- dienst bestimmt ist, kann zwar nicht ohne weiteres arrch für den! vaterländischen Hilfsdienlst gelten. Für bicfem tver- beit besondere Bestimmungen getroffen iverdeu müssen, auch hier aber ivird das Bestreben dahnt gehen, irach Möglichkeit die Nach^ teile auszngleichen, die junge Leute erleiden, die dem Batcrlande dienen. Letzte Nachrichten. Kaiser Karl im deutschen Hautztauartier. Wien, 25. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Aus Anlaß des bevorstehenden Geburtsftstes des Deutschen Kaisers begibt sich Kaiser Karl heute abend in das deutsche Hauptquartier- In seiner Begleitung befindet sich der Minister des Aeußern Graf Czernin. Die Erfolge bei Riga. Berlin, 25. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Neue erfolgreiche, Kämpfe im Rigaer Brückenkopf. Die russischen Angriffe anfangs Januar südwestlich von Riga wurden rasch nnt einem machtvollen deutscheii Gegenstoß beantwortet. Nachdem Tauwetter einem neu einsetzenden Frost gewiäien war, gingen am 23. Januar vormittags beiderseits der Aa die bcrutfd>en Truppen nach kurzer wirksamer Artillerievorbereitung auf einer Front von ungefähr 10 Kilometern Breite zum Angriff. Obwohl der russischen Führung dieser Angriff nicht unerwartet kam, waren bereits initta,gs auf dem linken und rechten Flügel der östlich der Aa gelegenen Angriffsfront kleinere Erfolge erzielt.^ Nachmittags gelang es nach erneuter Artillerievorbereitung, in der Mtte entscheidend vorzustoßen, obwohl die Sturintruppen stellenweise knietief in dem trotz deS Frostes nachgebenden Tirulsnmpf einsanken. Beretts am 23. Januar abends waren beiderseits des Ap-Flusses etwa 3 Kilometer Gelände gewmrnen. Im der Nacht zum 24. Januar gelang es dem rechten Flügel, östlich der Aja weiter Boden zu geunnnen Ein Ru flennest, das sich in einer Mulde nahe dem östlickmt Ende der deutschen Angriffslinie befand und schon am 23. Jjanumj abends umstellt war, wurde ailfgehoben und 400 Gefangene gemacht. Nach Gefangeuenaussaben hatte der Führer dieser russischen Abteilung Bataillonsbefehl, sich zurückznziehen, dem er mdessen keine Folge leistete. Er erklärte lehren Leuten, daß er sich halten wolle. Ms die Rufleir sich von den Deutschen umstellt sahen, schossen sie ihren Führer nieder. Gegen Mittag des 24. Januar wcweii schon 1100 W sauge ne und 10 Offiziere ein gebracht, sowie 14 Maschinengewehre erbeutet. Auch westlich der Aa ivareu am Bormittag des 24. Januar die Truppen erlieblich vorwärts gekommen. Der größive Teil des den Russen anfan-gs Januar überlasseneir Geländes ist bereits ivieder iit deutscher Hand. Tie Größe der russisÄMi Verluste gelst aus befangenen- ausfagen hervor. Von manchen Regimentern, die 3000 zählten, kamen nur 500 zurück. Tie übrigen waren getötet, verwlindet oder gefangen. Dabei leisteten die früheren deutschen Unterstände, in welchen sich die Russen eingenistet hatten, beit Verteidigern vorzügliche Dienste. Wie russische 6>cfangene erklären, würden tiyrr eigenen Unterstände Bern Artilleriefeuer nicht im entferntesten so gut stand- gebalteti haben. In den Kämpfen beiderseits der Aa wurdeir bisher bekannt lick) 20 Offiziere, 1700 Mann gefangen und 10 Maschinengewehre erbeutet Frankreichs politische Zensur. Bern, 25. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) In der gestrigsv Sitzung der ftanzösischen Kammer, wurde die Interpellation! Alexander Blanc auf Abschaffung der politischen Zensur erörtert Blanc erklärte, die Blätter, die die Regierung kritisiertrin, würden beschlagnahmt und verboten. Ter Liberalismus, d«i Briand gegen die Regierungspresft ausübe, solle auch ans die übrigen Blätter angewandt werden. Die Interpellation wurde schließlich vertagt Griechenlands Demütigung. Athen , 25. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agen« Havas. Die grrochische Regierung richtete gestern an die Gesandten der alliierten Mächte ein .amtUä-es Sck)riftstück, in welchem es Heist: Gemäß der Aartwort aus das Ultimatum der alliiertes Regierungeti vom 28. Dezember 1916 und 8. Januar 1917 über- mittclt die königliche Regierung den Gesandten von Frankreich. Oöroßbritannien, Italien und Rußland ihre formellen Ent- schiildiguugen wegen der bedauerlichen Ereignisse am 18. November beziehungsweise 1. Dezember 1916. Nach eurer loettrren Havas-Ateldung wird die feierliche Zeremonie des Grußes vor den Fahiten der Mi irrten am tiächsten Samstag vor dem Zappeimr stattsinden. Tic Gesandten der alliierten Mächte werden ihr in Uniform beiwohnen, ebenso auch der Admiral, der als Oberbefehlshaber die alliierten Seestreitkräfte befehligt, und Vertreter der alliierten Marinen. Politisckft Krisis in Japan. New Dork, 23. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Funkspruch des Vertreters des WTB. Associated Preß meldet aus Tokio über eine neue politische Krise, daß die Konstitutioneb len unter K a t 0 und die Nationalisten einen heftigen Feld« zug gegen das Kabinett Ter auch: eröffneten, da es entgegen dem Geiste der Konstitution gebildet worden sei. Man erwartet die Auflösung des Abgeordnetenhauses. Tokio, 25. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der Kaiser hat das Repräsentantenhaus aufgelöst. Maisbrot in Ungarn. Budapest, 25. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Wie das Landesernährungsamt mitteilt, wird demnächst eine Mischung des Brotgetreides mit Maismehl angeordnet, das aus entkeimtem Muts hergestellt wird und somit an Halt« barkeit und Geschmack das gewöhnliche Maismehl übertrifft. An die vürgersW! Morgen begeht Se. Majestät der Kaiser seinen Geburtstag. Laute Feste an diesem Tage entsprechen weder dem Wunsch des Kaisers noch dem Ernst der Zeit. Jedoch soll das Bild unserer Stadt zeigen, daß die Bürgerschaft sich eins fühlt mit dem Kaiser und am Geburtstage seiner gedenkt. Ich fordere daher die Bürgerschaft auf: am Geburtstage Sr. Majestät des Koijers, durch allgemeines Beflaggen der Häuser der Stimmung der Bevölkerung Ausdruck zu geben. Bietzen, den 26. Januar 1917. 789 b Der Oberbürgermeister Keller. Nach langem schweren Leiden verschied heute früh mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel, der königl. Lokomotivführer a. D. Hermann Schindler im fast vollendeten 74. Lebensjahre. Im Namen der Hinterbliebenen: Elise Schindler. Gießen (Ludwigstraße 26. II.), 25. Januar 1917. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 28. Jan. 1917, mittags um 2 Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. 707 MMXM ■ D ' WMW Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Frau, unsere Hobe gute Mutter, Großmutter und Schwiegermutter Frau Elise Euler geb. Dillemuth von ihrem langen schweren Leiden durch einen sanften Tod zu erlösen. * Die trauernd Hinterbliebenen: Eamilie Heinrich Euler. Gießen (Crednerstraße 45). Die Beerdigung findet Samstag nachmittag 3 Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. [0528 Mbatt-5parverein Gießen. Die am 31. Dezember 1916 laut Aufdruck ungültigen lila Marken, soweit solche noch nicht zur Einlösung gelangt sind, können während des Monats Januar bet unserem Rechner Herrn Buchacker, Neuen Bäue 11, durch Aufdruck eines entsprechenden Vermerks für weiterhin zur Einlösung gültig erklärt werden. Diese Bücher sind sodann mit den jetzt gültigen blauen Marken weiter zu bekleben u. werden wenn gefüllt, zum vollem Werte eingelöst. 144D Der Ausschuß. in schwarz, weiß u. vielen Farben, für Blusen und Kleider, zu mäßig. Preisen Q T/bdebausQalcnwn. Orß kß ehesten SitadtisniJ» _ 361a Tannen-, Kiefern-, Buchen- 5cheit-und Knüppelholz Z waggonweise zu kaufen gesucht. Angebote an Adam Indertbal Söhne, Wetzlar. Jagd-Verpachtung. Montag, den 12. Februar l. Js., vormittags 11'/, Ubr, wird im Hotel Trapp zu Friedberg die Jagd in den, 308 Hektar groben Rockenberg—QvverSbosener Markwalde auf eine weitere Bestandzeit von 12 Jahren öffentlich verpachtet. Der Jagdb„.rk ist von den Bahnstationen Oppershofen und Nockenberg aus leicht zu erreichen. Weiiere Auskunft erteilt der Unterzeichnete. Friedberg, am 20. Januar 1917. 728D Namens oes Markvorstandes. Augst, Groffh. Forstmeister. Mauz m 31. Scjftnkr 1916. Aktiva Jb Kassenkonto 4709.32 Warenkonto 1103.41 Debitorenkonto 1088.48 GeschcistSuten- ftlten 91.09 Sa. 6992.30 Passiva M Mitgliederguthaben 1120.— Reservefonds 3234.20 Betriebsrücklage 1571.21 Reingewinn 1066.89 Sa. 6992.30 Mitgliederbewegung: Stand der Mitglieder Ende 1915 betrug 113 Während 1916 schieden aus durch Tod 2 111 2 113 Während 1916 gingen zu Daher Stand der Mitglieder Ende 1916 Leihgestern, den 25. Januar 1917. LMMsWlicher flttfnutrehi I- Leihgestern E. (ü Der Direktor: Balthasar Schäfer. m. u. H. Der Rechner: Johannes Textor IV. 763 1 liefert In Jeder gewDnaohtea Ausstattung stilrein u.preiswert StA Brikft’etbe Uuiv.-Drutkerrt Elegante 7-Zimmer-Wohnunli 1. Stock, mit allem Zubehör, Gasu. elektr. Licht, ab I.April oder später zu. vermieten' S. Gans», Bleichstr. 26. 1175 ö Zimmer m. Badezimmer u. sonstigem Zubehör, West-Anlage 46, neu hergerichtet, per sofort oder später zu verm. 1168 3 Zimmer Wilsonstraffe 4 eine 3-Zimmer Wohnung zu vermieten. Näheres bei E. H. Müller. Schiller* Straße 26. [051 1 2 Zimmer | | Verschiedene | 2* n. 4-Z.-i7oäunng baldigst zu verm. lllarklplniz 18110472 . Zimmer Pension Brandt Nenen Büße 22 iBellevuelZim.m. u.ohneBer- pfleg, s. jede Zeitdauer. Mittag- u. Abcndrisch. Elektrisch Licht, Bad. Tel. 1085. 1758 3im. m.2Bett.u.Kostz.verm. kVeneo BSne S, Htnterh. 10470 Z. 1. Avril 1917 3—4-Limwvr- Vkelui. i. d. Nähe d. Theaters v. ruh. Familie gesucht. Schr. Angeb. u. 00525 a. d. Geschäftsstelle d. 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Freitags - Abonnements- Vorstellung Gewöhn!. Preise lermäffigt). Die Stützen der Gesellschaft Schauspiel in 4 Auszügen von Henrik Ibsen. 761c Samstag, 27. Jan. 1917, Abends 7Vo Ubr: Wohltätigkeits- Vorstellung aus Aulaß uw Kaisers Keburislals IW" Zllm Beiten d.KriegS- fursorge. "MR Könige Ein Schauspiel in 3 Auszügen von Ha,tS Müller. vereinigte hajjia rNilitär-vereine. Anläfflich des Geburtstages §r. Majestät des Uaisers Samstag, den 27. Januar flcmtinf. Kirchgang iLtadkirchtj Antreten 9'/< Uhr am Kriegerdenkmal 776D! Ter Vorstand. Bekanntmachung. Tie Rollgebuhrcn für den babnamtl. Rollfubrunter uedmcr Adolph Lvncker werden vorn 15. Januar 1917 ab mit rückivirkender Mrart wahrend der Dauer des Krieges für je 50 kg und des Äiindestsntzes um 5 Pfg. erhöbt. ‘776 Gletzen, den 25. Januar 1917. _ Der Vorstand dcS Verkehrsamtes. AerpaAuug eiues Lteiubrailis. Der in der Nähe des Schiff'enbergs liegende Liskaliimt Basaltsteinbruch soll aus weitere 6 Jahre vom L Slpril lsd. Js. ab verpachtet werden. Etwaige Gebote ersucbr man schriftlich bis zum 8. k. MtS. bei unterfertigter Stelle, wo auch die Pachkbedingnngen eingesehen werden können, einzureichen. Gieffen, den 25. Januar 1917. |774B Groffh. Oberförsterei Schiffenberg: Trautwein. wie Samos, Blutrot. Medizinalwein, Malaga, Port,Sherry, Rotweine empfiehlt Mediz.-Drogerio zum Kreuzplatz _Kreuzplatz 9. 1755a Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gießen. Ausgabe der Vollmilchkarten. Die Ausgabe der Botlmilchkarten an die Bezugsberech' tigten für die Zeit vom 29. Januar bis 29. April 1917 findet Samstag, den 27. Januar 1917, vormittags von 8—12 Uhr in den Lebensmittelkartenausgabcstellen statt. Die Ausgabe der Vollmilchkarten für Kranke erfolgt aus Zimmer Nr. 9 des städtischen Lebensmittel^ amtes, Ostanlage Nr. 13. Ter im Besitz der Vollmilchbezugsberechtigten de findlichc Abscimitt der Ausweiskarte ist vorzulegen. Gieffen den 24. J-airuar 1917. 7688 Der Oberbürgermeister. Keller. Eisverkauf. Die Benutzung des SchweinemarktvlatzeS und einiger anderer Plätze zur Förderung des iu der Lahn gewonnenen Eiles soll für den lausenden Winter SamStag, den 27. Jauuar 1917, vormittags 11 Uhr. an Ort und Stelle versteigert werden. Zusammenkunft aus der Lahnbrücke. Gieffen. den 25. Januar 1917. 769B Der Oberbürgermeister. • Keller. Bei ber am 23. b. Mts. vorgenommenen planmäßigen Verlosung der am 1. Mai 1917 zur Rückzahlung kommenden Schuldverschreibungen des Anlebens der § tadt Gieffen vom Fahre 1903 wurden folgende Nicke zur Rückzahlung bestimmt: Reihe III: Nr. 28, 95, 165, 191, 201, 271, 303, 377 zu 2000 Mk. „ 407, 454, 510, 563. 604, 644, 757, 791 zu 1000 848. 883, 954, 990. 1060, 1074, 1122 1153, 1244 .zu 500 .. „ 1261, 1360, 1383, 1426, 1444, 1535 zu 200 ,. „ 1567, 1602, 1637 ....... zu 100 Es wird dies unter dem Ansügen zur Kenntnis vor Besitzer der Schuldverschreibungen gebracht, daß bic Einlösung der gezogenen Stücke bei der Stadtkasse Gieffen. bei der Mitteldeutschen CreditÄcmk in Frankfurt a. M und Berlin, bei der Dresdener Bank in Frankfurt a. M. und Berlin erfolgen kann, sowie daff 1)ie Ver-zinsung am 1. Mai 1917 «mfhört. Bon den in früherett Jahren ausgelosdetr Schuldverschreibungen sind noch nicht zur Rückzahlung vorgelegt worden: 8.III Nr. 87 über 2000 Mk. und Nr. 943 und 1002 über je 500 Mk. Gießen, den 23. Januar 1917. 7718 Der Oberbürgermeister: Keller. Bet der am 23. Januar 1917 vorgenommenen planmäßigen Verlosung der am 16 . Mai 1917 zur Rückzahlung kommenden Schuldverschreibnngen der An leben der Stadt Gieffen von den Jahren 1890 nnd 1897 sind folgende Stücke gezogen worden: l770B a) vom 1890er Anleben: Lit. Q Nr. 19, 78, 109, 166, 210 257 zu 100 Mk „ R „ 11. 49, 108, 148, 251, 275, 342 zu 200 „ 8 „ 53 63, 177, 199, 229, 265, 309, 357, 407, 464, 511, 529, 612, 642 .. . .zu 500 „ „ T „ 6, 51. 147, 167, 173, 217. 248. 320, 349. 447. 497. 551. 586, 637, 690 ... ..zu 1000 „ „ U „ 39, 53, 115, 171, 228, 300 . zu 2000 ., b) vom 1897 er Anlchen: Lit. V Nr. 47. 74. 115. 164 . . zu 100 Mk. W „ 10. 53, 113 ...... .zu 200 .. „ X „ 9, 35, 169, 185, 202, 241. 315, 337 .zu 500 . „ Y „ 6, 52, 167, 194, 204, 218. 332. 371. 422 .zu 1000 „ 2 86. 100, 143 ..... . .zu2000 Es wird dies unter dem Ansügen zur Kenntnis der Besitzer der Schuldversckweibilngen gebrcvckü, daff die Einlösuug der Schuldverschreibungen bei der Stadtkasse Gieffen, bei der Mitteldeutschen Creditbank in Frankfurt a. M. und bei der Dresdener Bank daselbst erfolgen famt, sowie daff die Berzinsrmg am 15. Mai 1917 aushört. Bon den in früheren Jahren ausgclotten Schnld- verschreibnngen find noch nicht zur Rückzahlung vor- gelegt worden: Lit. R Nr. 19 und 112 über je 200 Mk. und Lit. 8 Nr. 520 über 500 Mk. Gieffen, den 23. Januar 1917. Der Oberbürgermeister. Keller.