m. 2 \ Der Hietzener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntage. - Beilagen: Sießener Kamilienblätter; Areisbiatt für Yen Arrir Liehen, vezngrpreir: nronatl. 90 Pß. viertel- jährl. Mk. 2.65-. burcf) Abhole- u. Zweigstellen monatl. 80 M.: durch diePost Mk. 2.45 viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüsse: sür die Schristleitung112 Berlag.Geschäftsstellebl Anschriit für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen. Erster Blatt 167. Jahrgang Donnerstag, 25. Januar 1917 Postscheckkonto: Frankfurt a.M. H686 General-Anzeiger für Oberhessen Bankoerkehr: GewerbebankGiehen Swillingrrund-ruck u. Verlag: vrühl'sche Unio.-Vuch- «. Steindruckerei R. Lange. Schriftleitnng, Seschästsstelle u. Druckerei- Schulftr. 7. . .,...e oou Anzeigen die Lagesnummer vis nun Nachmittag vorher. 5eilenpreis, f. Anzeigen:, örtlich 20 Pf.. Ver^ inietungen u. Stellenge-' suche 15Pf., auswärtSi 25 Pf., b. Plahvorschrist 30 Pi., Reklamen 75 Pf.^ bei Platzvorschrift 90 Psi Hauptschristleiter: Aug.< Goetz. Verantwortlich, für Politik u. Feuilleton: Aug. Goetz, Stadt und« Land, Vermischtes u.Ge-i richtssaal: Fr. R. Zenz.i Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen- Erfolgreiche Rümpfe bei Riga. (WTB) Großks Hauptquartier. 24. Januar. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Bei fast durchweg klarem Frostwetter blieb in den meisten Frontabschnitten die Kampftätigkeit in mastigen Grenzen. Die Flieger nützten die günstigen Beobachtungsvcrhalt- nisse für ihre vielseitigen Aufgaben aus. Die Gegner bützten in zahlreichen Luftkämpfen und durch unser Abwehrfeuer sechs Flugzeuge ein. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des Geueralfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Beiderseits der A a und südlich von Riga haben sich für uns günstig verlaufende Kämpfe entwickelt. Front des Generalobersten Erzherzog Josef. . Bei strenger Kälte nur stellenweise lebhaftes Artillerie- seuer und Vorfeldgefechte. Heeresgruppe des GeneralfeldntarschallS von M a ck e n s e n. Das Rordufer des St. Georg.Arms, nördlich von Tuleea. ist wieder aufgcgeben worden. Mazedonische Front, i Tic Lage ist unverändert. Der Erste Generalquartiermeister ' Ludendorff. V * Der Abendbericht. Berlin. 24. Januar, abends. (WTB. Amtlich.) Deutsche Angriffe beiderseits der Aa entrissen den Russen beträchtlich Gelände. Bisher lind über 1500 Gegangene eingebracht. * * . * Wilsons Botschaft an den L>enctt hat zwap einige lleber- uaschung hervovgerufen, aber keineswegs wie eine Bombe gewirkt. Denn die „Qfoeale" des Präsidenten sind in der Welt ia wohlbekannt. Was uns Deutsche von ihnen trennt, sind bricht so sehr theoretische Gegensätze, sondern vor allen: die praktischen Grundlagen und Erfahrungen, die Deutschlands Politik bestimmen müssen. Aber wir sehen aus den spärlichen Nachrichten, die bis jetzt vorn Aus lande über den Eindruck der Wilsonschen Auffassungen vorliegen, ebenfalls, daß die amerikanischen Weltftiedensideen der Wirklichkeit und Möglichkeit, sie durchzufetzen, sehr entlegen sind. Sowohl die englische, wie die französische Presse beurteilen die Botschaft mtt Zurückhaltung und Zweifeln. Fraglos hätte dre En tente eher Grund, dem Wilsonschen Programm zuzu- strnnnen, als wir und unsere Verbündeten, denn seine Durch- führung liefe darauf hinaus, uns den bisher' «errungenen «ieg zu entwinden und die Gegner vor der Niederlage zu bewahreri. Bon Freundlichkeit und Verständnis für die deutschen Begriffe und Wünsche finden wir in der Washingtoner .Kundgebung, wie in allen früheren desselben Urhebers, nicht die Spur. Wohl aber haben lvir das Miß- tvauen, daß Wilsons Ziele praktisch dahingehen würden, m^ohne (Garantien und Bürgschaften unseres einzigen und wiikjamsten Schutzes zu berauben, nämlich unserer Wehrkraft. Daß künftig keine Bündnispolitik und Ein- r reif ungspo litt k mehr getrieben werden soll, ist ein frommer Wunsch ohne die nötigen Leitersprossen, aus denen wirklich die olympische Höhe der Friedenssicher- W erreicht werden könnte. Auch in Völkerfamilien werd es Entzweiungen, Gegensätze, Feindseligkeiten geben, künftighin wie heute, und das Wilsonsche System der Welt- rrrederrspolizei würde nur eine bestimmte Mächten: ajorität ar^Riider führen. Wir Deutsche, die wir so mißverstanden, geschmäht und gehaßt wurden, kämet: wohl schlecht dabei toöÖ- Fll der Liste der Wilsonschen Vorschläge steckt freilich Mich vieles, was in der praktischen Anwendung auch von den Baumen unserer Feinde viele Früchte abschlagen würde. Der '^E^ualitäten-Grnndsatz" ist von keiner der beteiligten Machte bisher befolgt worden. Wenn er Richtschnur werden sollte, mußte das britische Weltreich, das ja vor allen anderen in die Rechte und Freiheiten anderer Völker ein- gogriffen hat, anseinandersallen. Irland z. B. dürfte sich ohne werteres tossagen. Die britischen Flottenstützpunkte hätten bei einer wirklichen „Freiheit der Meere" gar keinen Zweck mehr. Das reinlich nieder- geschriebene Wilsonsche Programm findet daher bei unseren Feinden keineswegs lauten Beifall. Sre werhen vielmehr warten wollen, bis er durch praktische Ta^n, ohne allgemeine Lehren, ihre Zwecke fördert. Da eine wlche Tendenz in der Botschaft sehr wohl gewittert werden !???' sich die deutsche Presse im allgemeinen recht ruyi und abweisend. Wir ergänzen die gestern, wiedergegebene üellu .b^Ucht durch folgetrde ausführlichere Zusammen-- Die „Köln. Ztg." schreibt: 1*0 Xoo! ^ xl nicht vergessen, daß gerade sei die Däaichen des Volkerrvcksts Weit über die Grenzen dessen ^ galten wurde, benutzt hat. um unsre Mtt Kriegsbedarf zu versehen ipib ihnen zu helfen, ins endlos Krieg zu veclangenr, bei* längst zu unseren Gunsteti entj lpgve, loyvz Vterc Fechde wie wir auf ihre eigne Krastang geweien ivären. .Herr Wstson und seine Mitbürger haben nicht wie fast alle unter uns mit dem Herzblut der Ihrigen und ihrer besten Freunde m diesem Kriege sür das Vaterland geopfert, er hat nicht mit uns gebangt und gelitten, ihm haben nicht wie uns alle Pulse und rnbern gepocht und geschlagen ob der Heldentaten unserer Getreuen da draußen, ihm ist das Grauen wie die Erhebung dieses Kriegs fern geblieben. Ta nchge 'er uns — auch wir reden dabei nach seinem Beispiel privatim und wissen nicht, wie die deutsche Regierung seine Botschaft beurteilt — nicht verdenken, wenn dem denticken «Volk sein lockender Friedensgesang wie das Lied des Spottv-ogels in die Ohren klingt, das tu uns Ideale und Hoffnungen weckt, die sich verflüchtigen, wenn wir sie haschen wollen. Wie gesagt, wir finden alles das, was Herr Wilson uns da erzählt, wunderschön. viel zu schön, als daß es uns Wirklichkeit werden könnte: möge er dafür sorgen, daß jene da drüben ebenso willig und ebenso artfrichtig wie wir nach einem Frieden streben, der nach Recht und Gerechtigkeit jedem gibt, was ihm gebührt. Bis dahin vertrauen wir nach allem, was man uns angetan, nur noch aus unser gutes Schwert und unser gutes Recht und auf den bewährten Schlachtruf des preußischen Militarismus: Mit Gott für König und Vaterland!" Die „Köln. Volksztg." drückt sich noch schärfer aus: „Bei aller Hochachtung vor der Persönlichkeit Wilsons, bet aller Anerkennung, daß er nur amerikanischen Interessen dient, muß aber bei dieser Gelegenheit endlick) offen ausgesprochen werden, daß das ganze deutsche Voll das unehrliche, scheinheilige Friedens- Zetue Amerikas solange nicht ehrlich nehmen kann, solange Amerika nur Interessen des Zehnverbandes dient. Wir sind nicht dumm genug, um an die Ehrlichkeit dieses Friedensdvan^es der Amerikaner und seiner Politiker zu glauben. Für das deutsche Volk rann es n-ur einen deutschen Friedert nach einem deutschen Siege geben. Das muß auch unsere Diplomatie endlich offen aussprechen/' Auch die „.Boss. Ztg." macht eine Zurückweisung: „Wir verstehen, daß Amerika das Bedürfnis hat, den Frieden zu beschleunigen. Namentlich nachdem das amerikanische Volk eingesehen liat. daß die Uirtenckitzung der Alliierten durch Waffenlieferungen und Geld den Krieg, wie man ihm einzureden versuchte, nicht verkürzt, sondern verlängert bar. Wir verstehen die Leiden der Neutralen. Wir würden auch achtungsvolles Gehör dem amerikanischen Präsidenten schenken, wÄm er uns seine Idee darüber kund gibt, wie ihm die Beendigung des Krieges und die fernere Gestaltung der Welt am willkommensten wäre. Aber wir müssen es entschieden zurückweisen, den amerikanischen Präsidenten als Gestalter der europäischen Karte anzucrkennen. und uns etwa gar vorschreiben zu lasßn. daß'wirr diesen Krieg ohne Sieg zu beenden haben. Wstt wolkterr, obwohl wikr bereits Sieger sind, unseren Feindet: einen verständigen Frieden bieten. Mir waretß und sind unter Umständen noch bereit, mit ihnen zu verhandeln, über nur mit i h n ein. Und gerade weil wir auf dem Boden des Präsidenten Monroe stehen: „Amerika den Amerikanern!" halten war btc Kehrseite der Monroe-Doktrin für ebenso selbstverständlich: „Europa den Europäern!" Die „Deutsche Tageszeitung" schreibt: „Das Deutsche Reich und seine Bundesgenossen wollen nicht erobern und nicht vernichten, aber sic wollen leben irnd sehen nickst ihr höchstes Glück darin, durch eigene Verkümmerung die „Menschheit" glücklich zu machen. Sic haben ngch dem lateinischen Worte zu verfahren: „Erst leben, dann philosophieren" »und zu erkennen daß das Philo^phieren währetrd des Kampfes ums Dasein ttur Willen und Krücke schwächt, und ziellos tind schwankend macht. Das Phtloiophieren tn diesem Augenblicke überlassen wir dem Präsidenten der Vereinigtet: Staaten, der nicht in einem Kampfe auf Leben und Tod steht, und hoffen, daß der deutsche Siegeswille sich nirgends von der Blässe transatlantischer Gedanken ankränkeln lassen werde." Der „Vorwärts" ist auch nicht gerade sehr optv- mistisch: „Mit großer Energie hat Wilson den Gedanken der üb erst aa t l i ch c n Organisation aufgegrifsen. Die Ausführung ere)es Gedankens entspricht vollkommen itnsercir sozialdemokrati- ichen Auffassungen, sie ist aber nur dann möglich, wenn die andere Bedingung Wilsons erfüllt und ein Frieden ohne Demütigung geschlossen wird, das heißt, wenn die Entölte ihre auf Zerstückelung der Mittelmächte gerichteten Pläne anfgibt. Daß sie das tut, ist für dre nächste Zeit leider nickst zu erwarteir, die furchtbaren Kampfe, mit denen das nächste Frühjahr droht, werden uns nicht.erspart bleibetr. Wenn aber auch diese Kämpfe die Gegner ihrem Ziel nicht näher bringen, so kann die Zeit für Wilson reif sein. Bis dahin werden seine Aussiihrungen auf den .Kriegs- wrlleu der Erobererstaateii erschütternd wirket!, während^ sie ähnliche Wirkungen bei den Völkern der Mittelmächte, die ohnehin nichts anderes wollen, als ilpr Verteidigung, nicht haben können." Der österreichisch.ungarische Tagesbericht. Wien, 24. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird vertantbart: 24. Januar 1917. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Geueralfeldmarschalls von Mackensen. Das Nordufer des St. Georgs-Arms wurde wieder ge- rämnt. Heeresfrout des Generalobersten Erzherzog Josef. Auster stellenweise gesteigertem Geschützkampf ist nichts zu melden. HeeresfrontdesGeneralfeldmarschallS Prinzen Leopold von Bayern. Bei den österreichisch-ungarischen Streitkräften nichts Neues. Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v.Höser, Feldmarschalleutnant. Zur Kriegslage. Berlin, 24. Jatr. (WTB.) Artilleriekämpfe unbl Patrouillen ge fechte auf der Erde und in der Lust sind dte Kennzeichen der Kampflage im Westen. Tie deutschen Flugzerrge sllEtzcn bei Klarem Wetter bis lmt* hinter die feindlichen Linien zu ünfklarungsflügen vor. Tie Hüttenwerke von Poupey und F r o u a r b nördlich von NaNcy wurden mit Fliegerbeobachtttng durch schwere Geschütze wirkungsvoll beschossen. Ein deutsches Kampfgeschwader belegte das gleiche Ziel erfolgreich mit 2200 Kilo- gramm Bomben. In zahlreichen Luftkämpsen vor und lstnter der feindlichen Lrnie blieben die deutschen Flugzeuge Sieger. Tie Geg- uer büßten dabei insgesamt acht Flugzeuge ein. Leutnant von! Bnlow schoß in Fliandern zwei Flugzeuge hinter den deutschen Linien ab. Leutnant von Richthofen errang südlich Lille in ne ^^‘ Leutnant Baldamus in der Champagne den 10. ürei weitere Flugzeuge, zwei Nierrports und ein Farman- Toppeldecker, wurden beim Fort Douaumont nach heftigem Luft- kanips zum Absturz gebracht Leutnant Frankl besiegte dabei leinen 15. Gegner. Das achte Flugzeug büßte der Feirck» an der Somme ein. „ Ist. den Karpathen herrscht starke Kälte. Bei klarer Sicht talten sich die Truppen der Verbündeten Schritt für Scht?itt vor. Das Botnbardement von G alatz dauert an. In den klaren Nächten ist der Feuerschein der^ brennenden Stabt zeitweise meilenweit sichtbar. Die aus zwei Kompagnien bestehende bulgarische Erkun-, dungsabteilung war einen Kilometer nördlich vom St. Georgs-Arm' über das geftorene Sumpfgelände vorgedrnngen und hatte russische Vorposten zurückgeworfen. In der Nacht wich sie den Aiigrifsen Itarier^ russischer Kräfte aus und zog sich befehtsmäßig wieder über den St. Georgs-Arm zurück. Sieben russische Sclstepp- schisfe, die beladen mit Waren und Kriegsmaterial, in der Dunkelheit Reni zu erreichen suchten, wurden durch Geschützsc'ier versenkt. 9 * * Die Botschaft Wilsons. London, 23. Fan. (WTB.) Die Grnndgedanken det. Botfchaft Wilsons znfarnmenftaHend, sagt die „West- minster Ga^ette^L „Wir nehmen an, Präsident Wilsim hat einen prakttscheren Zweck im Auge, als nur an seinen Senat eine Botschaft zu richten. Wir möchten Wilson nahe legen, da,ß der praktischste nackstte Schritt wäre, wenn er weiß, zu sagen, was die deutschen Bedingungen sind, oder, wenn er sie nicht kennte die Deutschen dazu zu bringen, sie zu enthüllen. Wir werden dann den wahren Sinn der jetzt gans unbestimmten ab. strakten Worte und Phrasen begveifen tmb etttbetfen können, ob der vorgeschlagene „Friede ohne Sieg" ein Friede ist, der unsere notwendigen Ziele unerWlt läßt. Bis zur notwendigen ^luf- klärung dieser Dinge tverden wir gut tun, nicht laut zu schreien, bevor wir verletzt sind. Die .Ideale, die Wilson tms vor Augenj führt, sind so weit entfernt von dem preußischen Militarisnrus, daß ihre Verivirklichung notwendiger Weise die Vernichtung der deutschen Tyrannei mit sich bringt. Offen herausgesagt, wir wissen nicht, was ex mit „Freiheit der Meere" meint. Aber in jeder anderen Hinsicht sind seine Ziele irnfere Ziele, seine Ideale unsere Ideale. Kein Mensch, der an diesen Zielen ,md Idealerc beteiligt ift, famt. uninteressiert sein an den Bedingungen des Friedens.. Kein Friede kann sie nach unserer Meinung sichern, der nicht die Niederlage unseres Feindes in sich schließ." Französische Stimmen. Gens, 22.Jan. (WTB. Nichtamllich.) Die Pariser Blätter bemerken, daß die besondere Wichtigkeit und hohe gewisse Bedeutung der Botschaft Wilsons anznerkennen sei, meiUetr aber, so wie er gemacht sei, sei der Vorschlag ein unausführbarer Traum, da er alle Fragen als gelost voraussetze, die Europa gegenwärtig verheerten. Sie unterschreiben im allgemeinen die Formel für die künftige Friedensgrundlage, indem sie erklären, daß Wilsorts Mr- fassnng von Gercchttgkeit und Freiheit auch die der Alliierten sei. Aber sie stellen den ausdrücklichen Vorbehalt hinsichtlich eines Friedens ohne Sieg auf und bestehen auf den notwendigen und unerläß- lickfen Wiederherstellungen. „Petit Parisilen" schreibt, man könne nicht znlassen, daß der Feind aus den gegenwärtigen Ereignissen mit Ehren hervorgehe, die er sich zuzuschreiben nicht unterlassen würde. Es scheine, daß Wilson hier, wie schon früher, angegriffene und angreifende Staatetr auf ei.Ue Linie stelle, während sich ihm doch leicht die Unterschiede aufdrängrn müssen. Die deutsche ArboAterpartei Oesterreichs gegen einen schwächlichen Frieden. Wien, 22. Jan. Wie die Parlamentskorrcspondenz meldet, fand gestern eine Tagung der Vertrauensmänner der Deutschen Arbeiterpartei statt, die ihrer einmütigen Anschauung dahin Ausdruck gab, daß rascheste Anbahnung der Neuordnung der Dinge in Oesterreich die utrerläßliche Vorbedingung für Erstarkung und Gesundung des Staates sei, ohne welche eine Lösung der durch den .Krieg in den Vordergrund gerückten und im Interesse der Gesamtbevölkerung gelegenen großen wirtschaftlichen und sozialen Probleme nicht denkbar sei. Bezüglich der Ablehnung der Friedensvorschläge des Vierbundes durch die Entente gelangte eine Entschließung einstimmig zur Annahme, in der es heißt: „Die Niederwerfmrg mtb Vernichtung Deutschlands und Oester- reick)-U.ngarns ist das ausgesprochene Kriegsziel der Feinde. Das bedeutet für uns entehrende Unterjochung, für die breiten Schichten des Volkes Arbeitslosigkeit, Hunger und Elend. Infolgedessen müssen alle Volkskräfte mobilisiett werden zur Erkämpfung eines Friedens, der den in Treue verbündeten Reichen Freiheit rurd Sicherung rrach außen, külturelle und wirtschaftliche Entwicklung^- möglicktkeit im Irrnern gewährleistet. Gleich der Arbeiterschaft des Deutschen Reiches erneuern auch tvrr in dieser erlisten Stunde das Gelöbnis, tteu zu Kaiser und Reich zu stehen und alle unsere Kräfte zu weihen dem Kriegsdienste inr Felde und in der bc-- drohten .Heimat. Unser Losungsloott heißt: Nfcht nur durchhalrc",. sondern siegen, denn ein schwächlicher Friede bchyttet Mttxgang.' CHii Besuch de» Herzogs Adolf Friedrich zu Mecklenburg in der Schweiz. Bern. 23. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Ter Buttdespräsident Hat heute den Besuch des Herzogs Adolf Friedrich zu Mecklenburg enrpfangen, der zurzeit zum Besuche internierter Kolonial Deutschen aus Mecklenburg und Sachsen-Meiningen in der Schweiz weilt. In der Begleitung des Herzogs befindet sich Kobmetttchei Freiherr von Gebs-attel, sonne Botschaftsrat von Bethmann Hollweg. Anschließend stattete der Herzog auch dem Chef des politischen Departements Bnndesrat Hoffmann einen Besuch ab. * * * Eine englandfeindliche Kundgebung in Irland. Rotterdam, 24. Jan. (WTB.) Nach hier eingetrofsenen englischen Blättern kam es in einer politischen Versammlung in Limerick (Irland^ zu einer englandfeindlichen Kundgebung, die die Polizei zum Entschreiten veranlagte. Der Zeekrleg. Das Seegefecht in der Nordsee. B e r l in, 24 . Jan. MTB.) In Ergänzung der amtlichen Meldung über das 'Gefechtzwischen einem/Teil unserer Torpedoboote und englischen leichten Streitkräften am 23. Januar früh werden nachstehende Einzelheiten bekannt: Gleich zu Beginn des Gefechtes, das sich während der Dunkelheit ab spielte, erhielt das F ü h r er f a h r z e u g ,,V. 69" einen Volltreffer in die Kommandobrücke. Dieser Treffer tötete den Flottilenchef, Korvettenkapitän Max Schultz, der seine Flottille seit Beginn des Krreges stets mit Schneid und Erfolg geführt hatte, sowke wertere zwer Ofsiziere und einige Mannschaften, und verursachte eine Ruder Havarie, die zu einem Zusammenstoß mit einem anderen Boot führte. „V. 69" ist dann in schwer beschädigtem Zustande unbelästigt vom Feinde nach dem niederländischen Hafen Pnruiden eingelaufen. Das von „B. 69" gerammte Boot hat trotz seiner Beschädigung am Gefecht weiter teilgenommen und im Verlaufe desselben einen englischen Zerstörer durch Rammen schwer beschädigt. Der Zerstörer wurde später durch unsere Flngzengaufklärnng in sinkendem Zustande sestgestellt. Dem deutschen Torpedoboot gelang es trotz seiner infolge des zweimaligen Rammens herabgesetzten Geschwindigkeit, ungehindert vom Feinde einen deutschen Stützpunkt zu erreichen. Ein drittes Boot, das in der Dunkelheit während des Gefechtes die Fühlung mit den anderen verloren hatte, stieß auf zahlreiche starke Torpedobootszerstörer, griff sofort an und versenkte durch Torpedoschnß ans nächste Entfernung einen großen feindlichen Z e'r st ö r e r. Angesichts der ihm gegenüber- stehenden Uebermacht brach das Boot das Gefecht ab und erreichte unbehelligt durch den Gegner wohlbehalten den Hafen. Der englische Bericht. London, 23. Jon. (W.B.) Die Admiralität meldet: In t>er letzten Nacht traf eine Flottenpatrvuille mit einer Abteilung feindlicher Zerstörer in der Nähe der holländischen Küste zusammen. Ein kurzer Kampf folgte. Einer der feindlichen Zerstörer sank, die übrigen zerstreuten sich, nachdem sie beträchtlichen Schaden erlitten hatten. Die Dunkelheit verhinderte es, die vollen Ergebnisse des Kampfes zu beobachten. Ein späteres Telegramm besagt: Heute nacht fand ein kurzes «scharfes Gefecht zwischen feindlichen Zerstörern und unseren Zer- Dorern in der Nähe der Schviuwvnbonk statt. Einer unserer/ ^Zerstörer wmde von einem Torpedo getroffen. Die Ex- Älofion tötete drei Offiziere und 44 Mann. Der Zerstörer wurde non unseren eigenen Schiffen versenkt. Unsere Schiffe haben keine wetteren Verluste erlitte«. Holländische Meldungen. Amsterdam, 23. Jan. (WDBZ „Waemeen Handels- Nlad" meldet aus Wruiden: Das hEindische Schiff „EemS" wurde heute rnorgen von einem deutschen Dorpedo- jäger angehalten und ersucht, zehn Schwerverwundete aufzunehmen und an Land zu bringen. Der Kapitän des „Sems" entsprach dem Wunsche und fuhr sofort Mach Pmniden zurüch wo für die Verpflegung der Verwundeten gesorgt wurde. Der deutsche Torpedojäger war schwer beschädigt, der Hintere Schornstein weggeschossen. Der Torpedojäger wurde von drei holländischen Schleppbooten in den Hafen gebracht. - Außerdem wurde heute früh ein zweiter deutscher Torpedojäger gesichtet, der in voller Fahrt nach Norden fuhr, anscheinend aber nicht beschädigt war. — Die Leutnants/ /Faust und Hannover werden als tot gemeldet. Imuiden, 23. Jan. (WTB.) Das deutsche Torpedoboot „V. 69", das schwer beschädigt hier eingelaufen ist, hat acht Tote an Bord, darunter den Kommandanten und $vei Offiziere. Das Gefecht scheint um 4 Uhr nachts statt- gesunden zu haben Bon dem Schicksal der übrigen Schiffe ist hier nichts bekannt. „V.69" scheint dreimal getroffen und außerdem mit einem anderen Schiff zusamwengestoßen zu sein. Kristiania, 24. Jan. /WTB.) ,,MVvgenbladet" teilt Ami, daß von der gesamten norwegischen Handelston n ag e nur noch 3% bis 4 Prozent für Norwegen selbst verfügbar sind. „Soefarts Tidend^' meldet, daß einschließlich der letzten norwegischen Schiffsversenknngen die norwegische Handelsmarine seit Kriegsbeginn Verluste von insgesamt 406 000 Tonnen erlitt, darunter 234 Dampfer mit 358000 Tonnen. Stockholm, 24. Jan. (WTB.) Laut „StockholmsDag- blad" hatte die Versenkung der englischen Post mit dem schwedffchen Dampfer „Inge borg" durch ein deuffches Tauchboot zur Folge, daß der Paketverkehr von England nach Schweden aushSrt. Der Schwedische Lloyd, dem „Jngeborg" gehörte und der mindestens drei Viertel der englischen Paketpost -nach Schweden befördert, teilt mit, daß er keine Post mehr anznrrehmen gedenke, von der man befürchten muffe, daß sie Bannware enthalte. Bern, 23. Jan. (WTB.) „Tenrps" berichtet, daß der spanische Dampfer „Armands versenkt wurde. Die Besatzung ist gerettet. Bern, 23. Jan. (WTB.) Nach Pariser Blättern ist der Dreimaster „Brenn" vor Rochettes versenkt worden. Die Besatzung ist gerettet. London, 24. Jan. (WTB.- Lloydsmeldung. Der norwegische Dampfer „Reinunga" ist versenkt worden; die Besatzung ist gelandet. Aus dem Reiche. Berlin, 24. Jan. (WTB. Amttick.) Me Parlamentspräsidenten der uns verbündeten Mächte sind in der vergangenen Nacht um 11.44 Uhr vom Bahnhof Friedrichstraße nach dem Großen Hauptquartier abgereist. Mchrere Parlamentarier und Mitglieder von den verschiedenen Botschaften bezw. Gesandtschaften waren bei der Abfahrt zugegen und mtfynttn herzlichen Abschied. A«s Stadt und Land. Gießen, 25. Januar 1917. An die Leser des Gießener Anzeigers in der Provinz. Infolge der sehr eingeengten Betriebsverhältnisse sowohl als auch durch Verzögerungen im Zugverkehr konnte in letzter Zeit der Gießener Anzeiger in einer Reihe von Orten nicht zu der üblichen Tageszeit zugestellt werden. Soweit es in unserer Macht liegt, werden wir alles ausbieten, um derartige Verzögerungen zu vernreiden, oder doch auf Ausnähmefälle zu beschränken. Für diese Fälle bitten wir unsere Leser, die gegebenen ersckstverten Verhältnisse zu berücksichtigen und Nachsicht zu üben. Verlag des Gießener Anzeigers. * *• Beförderung. Unteroffizier Friedrich Fritz von hier im Infanterie-Regiment Nr. 418 wurde zum Vizeseldwebcl befördert. •* Achtung Glatteis. Auf zahlreichen Fußsteigen bilden sich in den Mittagsstunden durch von den Dächern herabträufelnde Wassertropfen Pfützen, die, wenn die Sonne an Krall verliert, ge- frieren und zu Glatteis werden. Wir machen darauf aufmerksam, daß es die Psticht der Hausbesitzer odet deren Vertreter ist, diese für den Fußgängerverkehr gefährlichen Stellen zu entfernen oder durch Bestreuen mit Asche oder ähnlichem Deckmaterial ungefährlich zu machen. Für etiva entstehende Unglücksfälle haftet,, soweit nicht seitens der Stadt die Fußsteige gereinigt werden, der Hauseigentümer. •* Stallhasendiebstahl. In der Nacht zum 24. Jan. wurden aus einer Hofrette in der Plockstraße dahier zwei weibliche Stallhasen (Riesenschecks), weiß mit braunen Flecken ans dem Rücken, entwendet. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die hiesige Kriminalpolizei. ** Neu e Feldpostadressen. Am 15. Februar 1917 treten folgende Bestimmungen über die Adressierung von Feld- Postsendungen in Kraft: 1. In den Auffchriften sind verboten alle Angaben über Kttegsschcmplätze, Zugehörigkeit z« Armeen, Armeegruppen, Armeekmps, Divisionen und Brigaden, die Angabe eines höheren Stabes darf nur bei Adressen der Angehörigen dieser Stäbe erfolgen. 2. Me Feld Postadressen dürfen nur die Bezeichnung des Truppenteiles bis zum Regiment aufwärts enthalten. 3. a) Bei Truppenteilen, die einem Regimentsverband angehören, darf /außer der Angabe von /Regiment, Bataillon^ Kompagnie (Batterie, Eskadron) nichts hinzugesetzt werden, auch nicht die Feldpostnummer; b) bei Truppenteilen, die keinem Regimentsverband an gehören (selbständige Bataillone, höhere Stäbe, Flieger usw.) ist als Feldpo stad resse die dienstliche Bezeichnung der betreffenden Formation erforderlich, jedoch mit dem Zusatz: „Deutsche Feldpost, Nr. ...; die Nummer der zuständigen Feldpo stanstalt ist von dieser zu erfragen.. 4. Alle Feldpostämter werden für die Folge mit „Deutsche Feldpost" und einer Nummer bezeichnet. 5. Me Feldpostadreffen haben hiernach z. B. zu butten: „An Unteroffizier Friedrich Müller, Infanterie-Regiment 91, 1. Bataillon, 3. Kompagnie^ oder (da nicht im Regiments verband): „An Trainsoldat Otto Schulz, Reserve- Fuhrpark-Kolonne Nr. 190, Deutsche Feldpost Nr. 180." ** Aus dem Stadtthea terb u re alu Tie WohLtätig- kettsvorstellung am kommenden Samstag aus Anlaß von Kaisers Gebuttstag bringt in dem Schauspiel „Könige" des Wiener Dichters Hans Müller eine Neuheit, die als Hohelied deutscher Treue besonders für den genannten Tag geeignet und von zahlreichen größeren Bühnen für den 27. Januar vorgesehen ist. lieber das Schauspiel, das bereit am König!. Schauspielhaus in Berlin, an der Hofburg in Wien, am Frankfutter Schauspielhaus und anderen Bühnen gegeben worden ist, dürfte vor der hiesigen Erstaufführung ein kurzer Auszug aus der Besprechung eines Frcmk- futter Blattes interessieren. Gs heißt da: „Der außerordentliche Erfolg, den Hans Müllers historisches Drama auf den deutschen Bühnen hat, wurzelt zum. guten Teil in dem gesunden Nährboden der gegenwärtigen Zettstumunng. Tie Mären von großen Taten der Voreltern finden ein andächtig aushovchendes Geschlecht in den Tagen., von denen jeder von neuem von uns fordert. daß wir der Ahnen wett seien, Und in der Zpit, da Könige wie ärmliche Schächer durch feilen Workbrnch ihren Purpur schändeten, llingt doppelt hell die alte Sage von dem gefrönten deutschen Ritter, der in die Haft zurückkam, weil er dafttt sesin Mott gegeben hatte/. Hans Müller hat aber auch die Kunst besessen, dir Linien der Handlung in den edlen, klaren und großen Zügen zu führen, die dem Gegenstände an^nvesstn sind; es ist ihm gegeben gewesen, für die Dichtung eil« Sprache zu finden, die voll edlen Schwunges und Feuers, doch zugleich ausweichend allem hohlen Pathos kttstallhell dahinstießt. Alles geht um die einfachsten Gefühle, die Charaktere stehen alle gegen den Hellen Schein des Handlungszweckes ohne Zwielicht und Halbdunkel, nur von dieser einen Seite her empfängt ihr Wesen Licht und Schatten. Und desto klarer und erhabener steigen aus dem fast -nüchternen Gang der Ereignisse die Großtaten der beiden Könige hervor,' echter Könige von Gottes,'well von eignen Wittes Gnaden. So packt und fesselt uns das alte Heldenlied aus abgeklungenen Tagen, die der Dichter Mit dem Grundrecht des Pötten geschaffen aus dem Treiklang von geschichtlichem Urstoff, frommer Ueberlieferung der Sage und gestaltender Macht der eigenen Schöpferkraft." ** Ddr Blutfink. Vor einigen Tagen hatten wir eine Stimme vom Lande M Gehör kommen lassen, die daraus hinwies, daß der Blutfink ein schlimmer Feind der Baumknospen sei und daher nach Möglichkeit unschädlich gemacht werden müsse. Infolge dieser Notiz Mxb von zuständiger Stelle darauf aufmerksam gemacht, daß nach dem Vogel schütz gesetz Vögeln, so lange Schnee liegt, nicht nachgeftellt werden darf und daß mich dem 1. März das Nachstellern und Viernichten von Vögeln überhaupt verboten ist. Der Mutffnk soll übrigens den ganzen Sommer hindurch durch Vernichten von Raupen uftv. reichlich w/ieder gutmachen, was er im Winter an den Dauncknospen sündigt. •* Von den Viehseuchen. Während am Ende des letzten Jahres in Hessen-Nassau die Maul- und Klauenseuche völlig erloschen war, ist sie nach der Feststellung vom 1b. Januar im Regierungsbezirk Kassel wieder in 2 und im ReglerungSbezirk Wiesbaden in 9 Gehüsten sestgestellt. Im Grobherzogtum Hessen, wo am Jahresende 2 Gehöste,als verseucht gemeldet waren, wurden diesmal 3 gemeldet. Die Schweineseuche ist im Regierungsbezirk Kassel von 50 aus 45 und im Regierungsbezirk Wiesbaden von 32 ans 22 gemeldete Fälle zurückgegangem Im Großherzogtum Hessen ist es, wie am Jahresschlüsse, bei 2 Fällen geblieben. ** Ueber Höchstpreise für Fahrradbereifungen (Nr. V. 1.1337/11. 16. K. 9ü. A.) ist am 25. Januar eine Bekanntmachung in Kraft gttreten. Me in der Bekanntmachung bestimmten Höchstpreise tteffen alle im Gebrauch befindlichen oder für den Gebrauch bestimmten gummihattigen Fahrraddecken und Fahr- vadschl Luche, die gemäß § 8 der Bekanntmachung betreffend Beschlagnahme und Beftandserhebung der Fahrradbereifungen (Einschränkung des Fahrradvettel-rs) vom 12. Juli 1916 enteigntt werden. Da die in der eben bezerchneten Bekanntmachung gesetzte Frist zur freiwilligen Ablieferung der Fahrradbereifungen wiederholt verlängert worden ist und noch bis zum 5. Februar läuft, so können die Besitzer der in Betracht kommenden Fahrradbereifungen nur nochmals dringend darauf hingewjiesen werden, ihre Bereifungen fteiwillig zur Ablieferung zu bringen. Der Wdttlyut der Bekanntmachung ist im heutigen Kreisblatt veröffentticht. ** Lumpen und neue Stvffab fälle. Am 25. 1. 1917 sind 3 neue Bekanntmachungen erschienen, die sich mit Lumpm (Hadern) und neuen Stoffabfällen aller Att beschäftigen. Zu der Bekanntmachung betreffend Beschlagnahme und Bestandsw- hebung von Lumpen Iu!nd neuen. 'Stoffabfällen aller Att (Nr. "W. IV. 900/4.16. K. R. A.) treten Nachttagsbfftimmungen in Kraft, durch die der § 1 der Bekanntmachung eine neue Faffung -whält, und durch die insbesondere die Meldepflicht, die bisl>er nur bei einem Vorrat von mindtttens 3000 Kilogramm bestand, auf alle Bestände von 1000 Kilogramm an ausgedehnt wird. Eirre weitere NachtragsbttanNtmachnng ist zu jder Bekanntmachung betteffend .Höchstpreise für Lnntpen und neue Stoffabfälle aller Att (W. IV. 950/4. 16. K. R. A.) erschienen, durch die eine Wzahl neuer Be- stinmürn^en in bQi PverslaHLn der aTflot Zk *uuihik STjmi#at getroffen werden. Ferner ist die Bekanntmachung betreffend Arbetts- zeit in Lum^nreißereren (IV. AI. 78/1. 16. K. R. A.) vvM 15. 1. 1916 aufgehoben und durch eine neue Bekanntmachung bttreffend das Reißen von Lumpen (Hadern) Nr. W. IV. 3078/11. 16. K. R. A. ersetzt worden. Nach den neuen Anordnungen ist die Verarbeitung von Lumpen (Hadern) oder neuen Stoffvbfälle», die der Beschlagnahme unterliegen, auf Reißmafchrnen (Reißwölfen), Troussiermafchinen, Drousetten oder ähnlichen Maschinen nur noch gestatttt, sofern sie für Heeres- oder Marinezwecke mit Erlaubnis der Kriegs-Rohstoff-Abtttlung des Kriegsamtes des Königlich Preußische Kriegsministeriums oder der Kttegswollbedarfs-Aktren- gesellschaft oder der Kriegs-Hadern-Aktiengesellschaft erfolgt. Für - andere Zwecke (Erfüllung von Zivilaufttägen) darf die JBct- arbeitung von Lumpen auf Rttßmafchrnen nicht mehr erfolgen. Ter Wortlaut der BekanTttmaichungen, der für die beteiligten Kreise von Wichttgkttt ist, ist bei den Polizeibehörden einzusehen. ** G r o ß h. Finanzamt. Wre aus dem amtlichen Teil er- sichllich, sind die Geschäftsräume des Großh. Finanzamts, an Kaffers Gebuttstag geschlossen. Ferner wird im allgemeinen Interesse daraus auftnerksam gemacht, daß die Fttst zur Ein- reichung der Erklärungen für den Warenumsatz st empek am 31. l. ^Mts. und für die Besitz- und Kttegsabgabe am 15. Februar abläuft. ** Gro ßh. Hauptsteueramt. Am Samstag, den 27. b. Mts., bleiben aus Antaß des Gebuttstages Sr. MtftELt des Deutschen Kaisers die Geschäftsräuine des Großh. Hauptsteueramtes geschlossen. ** Städtischer Eierverkauf. Freitag, Samstag und Dienstag werden für die verschiedenen Brotmarkenbezitte Eier abgegeben. Näheres Siehe Anzeige. ** Soldaten heim. Als Kaisersgebuttstagseier findtt Freitag, den 26. Januar, abends 7—9 Uhr, ein Konzert int Soldatenheim (Burggraben 9) statt, an dem als Mitwirkerche Fräulein! Jda Stammler, Kvnzertsängerin, Gießen, und die Kapelle deS Ers.-Ball. Inf.-Regt. 116, unter peffönlicher Leitung des Herrn Bruno Herrmann beteiligt sind. Landkreis Gießen. LJ Lang-Göns, 25. Jan. Unteroffizier Wilhelm Müller, von der Eisenbahn-Kompagnie 57, erhielt die Heffffche Kttegsver- dienstauszeichnung am Kriegsbande und die Bulgarische Verdienst- Medaille. W. Müller ist'der Sohn des Hilfswttchenstellers Heinrich Karl Müller. — Tie Hessische Tapferkeitsmedaille wurde dem Musketier ,OLto Müller, beim Jnf.-Regt. 117, verliehen. Otto Müller ist der Sohn des Wilhelm Anton Müller I., Maurer. — Dem Grenadier Wilhelm Ohly wurde das Eiserne Kreuz verliehen, Wilhelm Ohly ist der Sohn des Joh. Georg Ohly, Land- witt. — Musketier Karl Schmidt, Inhaber der Hessischen Tapferkettsmedaille, beim Jnf.-Regt. 165, 5. Komp., wurde vorgestern unter großen milttättschen Ehrungen mit der Regimentsmusik und einer Abteilung Sowaten der 116er, mit Kttegerverein, Gesangverein Germania und Gemeindeglieder zur letzten Ruhe bestattet. Karl Schmidt kam ans dem Felde auf Weihnachten in Urlaub, wo er an einer Krankheit starb. Ter Ktteger verein, Gesangverein und seine Schulkameraden legten Kränze am Grab« nieder. Karl Schmidt ist der Sohn der Frau Johs. Schmidt Witwe. >Auf detn Friedhof ist ein besonderer Platz für die im Felde sterbenden Krieger reserviett worden. b. S t e i n b a ch, 25. Jan. Unteroffizier der Landwehr II Ludwig Wald wurde an der Somme mit der Hessischen Tapser- keitsmedaille ausgezeichnet. f. Billingen, 24. Jan. In vottger Woche starb der ä l t e - st e Einwohner unseres Dorfes, Heinttch Müller II.; er stand im 90. Lebensjahre und erfreute sich bis zuletzt körperlicher und gttstiger Rüstigkeit. Sein Enkel, der Kanonier Karl D i e h l, der im Westen bei einem Arttllette-Regiment steht, wurde zum Gefteiten beförbert und mit oem Eisernen Kreuze ausgezeichnet. Die gleiche Beförderung und Auszeichnung erhielt der Schütze Otto Klaus, sein zweiter Bruder, Wtthelm, wird fett September vorigen Jahres vermißt, er kämpfte zuletzt vor Verdun. Karl Ziegler erhielt zunl Eiserrten .Kreuze das Oesterreichische Tapferkeitskreuz. Als letzter unserer Gemeinde starb fürs Vaterlarrd Konrad Dö'll; er erlag in Mitau ferner schweren Verwundung. Mtt ihm verliett die 72jährige Mutter, die Witwe fft. ihre einzige Stütze. Kreis Büdingen. Büdingen, 24. Jan. Geslern fand hier im Ge- »neindesaal der evangelischen Kirche als Vorbereitung und zur Einü'lhrung der Vertrauensmänner in die Werbearbeit für die 6. Kriegsanleihe eine Versammlung statt, die von etwa 150 Herren auS allen Teilen des Kreises sehr gut besucht war. Die Versammlung wurde mit warmen Wotten der Begrüßung von Geheimen Regierungsrat Böckm an n eröffnet und in begeisternder Weise aus die ungeheuer wichtige Arbeit der Vertrauensmänner hin- qeiviesen. Dann hielt Bankdirektor und Geheimrat Bastian- D a r nt st a d t aus 30jähr. fachmännischer und reicher Kriegsersahrung heraus einen etwa emsti'uldigen Vortrag über „Die Finanz- und Wirtschaftskräfte Deutschlands". Der Redner gab in allgemein- verständlichen Ausführungen volle Aufklärung über die geldwirt- ' schastlichen Verhältnisse des Deutschen Reiches, legte die Gründe für die augenblickliche Unterwertigkeit des deutschen Geldes in dem neutralen Ausland dar, zeigte die Wege, auf denen alle inithelfen können durch Ablieferung von Gold und Goldsachen, durch Anschluß an den Scheckverkehr diese Unterwertigkeit zu verbessern, wie es unsütnig, unnötig und für die Allgemeinheit nachteilig sei, bares Geld zu Hause mehr als dringend nötig aufzuheben. Der Redner ging dann in längeren Ausführungen auf den Banknotenumlauf der feindlichen Völker ein, zeigte, wie schon das „reiche^ Frankreich jetzt mit 16 Milliarden fast die doppelte Höhe unseres Umlaufes erreicht hat, wie demgegenüber das deutsche Kapitalvermögen und die Einnahmen des deutschen Volkes herite 330 bezw. 40 Milliarden betragen. Der Zweck des Vortrages wurde vollstäitdiq erreicht, auch der pessimistischste Teilnehmer der Ber- samntlung wurde durch die offene Darlegung tcnserer geldwirt- schastlichen Verhältnisse vollställdig davon überzeugt, daß das deutsche Volk von allen kriegführenden Völkern bei noch längerer Dauer des Krieges sich nicht nur militärisch, sondern auch geldwirtschaftlich als das stärkste Volk zeigen wird, daö am längsten die Kraft haben wird, die nötigen Unterlagen für die Kriegführung herbeizuschaffen, daß eS daher auch diesmal keine beffer« und sicherere Grundlage gibt, als die 6. deutsche Kriegsanleihe. Die Versammlung ging nach einer längeren Besprechung aus- einander mit der Ueberzengung, daß auch einer neuen Anleihe deS Deutschen Reiches deshalb wieder ein voller Erfolg sicher ist. # Echzell, 24. Jan. Aus dem hiesigen B a h n h o f e, der starken Güterverkehr aufzilweisen hat, soll eine Bahnwage errichtet werden. Mit ihrer Fertigstellung ist einem längst gesuhlten Bedürsniffe Rechnung getragen. ** L o n d o r f, 24. Jan. Der Dragoner Ludwig gang, Sohn des Heinrich Nahrgang von hier, der bei Kriegsausbruch bei dem Dragoner-Regiment Nr. 23 diente und die Hessische Tapserkeitsmedaille erhielt, wurde jetzt bei einer Sanitätskolonne zum Unteroffizier befördert. - Dem hiesigen Flurschütz. Landsturmmann Heinrich H a s s e l b a ch II. von hier, der schon an den Kämpfen im Osten teilnahm, wtlrde jetzt bei den Kämpfen in Rumänien für sein tapferes Verhalten das Eiserne Kreuz 2. Klaffe verliehen. — Der Unteroifizier und Landwehrmann Johann Friedrich Schneider, hiesiger Fleischbeschauer, ist seit dem 16. Dezember vorigen Jahres vermißt und vermutlich in Gefangenschaft geraten. — Unserem Bürgermeister Au mann, Pfarrer H o f m a n n und Gemeinderechner Berlin wurde im November v. Js. das Allgemeine KriegSehrenzeichen verliehen. 4 - Ortenberg, 24. Jan. Heute konnte der Ehrenbürger tmserer Stadt, Kttchienrat Ellenberger-Mrrmftadt, Heinttcb- straße, der 34 Jahre lang, von 1878—1912, Pfarrer tmserer Ge meinde war, in voller körperlicher und geistiger Frische seinen 80. Gebuttstag feiern. Kirche und Stadt sandten aus diesem Anlaß dem Gebuttstaakind ein herzliches Glücbvnnschtelegranrm. — Tierarzt Dr. Löffler von hier, Betettnär bei einem Feldattilleriex regiment des Westens, erhielt wegen feiner Teilicahme an den schweren Sommekämpsen das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Im Besitz der Hessischen Tapferkeitsinedaillie ist er schon seit längerer Zett. 4- Aus dem Niddertal, 25. Jan. Mit aller Macht hat nun der Winter seinen Einzug gehalten. In der Nacht taff den 23. v-rrettfos oi« KMe irttt 12° 3t feuert DvyLpmin, üt der vei> gmtgowrt ^a^^t waren eS schon 2 Grad weniger. <8ei Tage herrscht schönste Wetter. Ter Landnrmm hofft zuversichtlich, daß die Kälte den vielen Schädlingen, wie Sämecken nffv.. ganz energisch zu Leche rückt. Kreis Alsfeld. oz. Alsfeld, 24. Jan. Am 20. Januar hielt Juftiz-vat Reh rm großen Saale des „Deutschen Kaiser" einen Vortrag zum Besten bw Hessischen O stpreutzen hil fe. Ter Redner hat eins Besuchs fahrt nach Ostpreußert gemacht und daher besonders den Kreis O l etz ko in Augenschein genonnnen. Seine Ausführungen veranschlnlltch-te er durch eine stattliche Reihe von Lichtbildern. Herr Justizrat Reh kam noch in kurzen Worten auf die gegenwär- ttge Lage zu sprechen, auf das Friedensangebot des Kaisers und fernen^ an das deutsche Volk gerichteten Aufruf. Er bat die Versammlung, ihn zur Absendmrg folgenden Telegramms an Kaiser Wilhelm zu ermächtiglen: „Alsfelder Männer und Frauen aller Stände, in vaterländischem Geiste versammelt, dankbar für ihres Kaisers mannhafte Worte an das deutsche Volk, bitten Eure Majestät, die Versicherung entgegen nehmen zu wollen, daß sie, falls Eure Majestät angesichts der UnVersöhnlichkeit unserer Feinde sich zu rücksichtsloser Anwendung aller uns zu Gebote stehenden Machtmittel bewogen sehen werden, geschlossen und einig mit der großen Masse aller Teulschen hinter Eurer Majestät stehen wollen." Die Versammlung gab unter allgemeinem Beifall ihre Zustimmung zu dieser Kundgebung und brachte auch dem Redner ihren Dank lebhaft zum Ausdruck. up. Aus dem Vagelsiberg, 25. Jan. Ter Winter tritt nrit einer Macht auf, wie wir ihn seit langem nicht mehr gewohnt sind. Fußhoch liegt die Schneedecke an den Rainen, in Hohlwegen über einen Meter. Dazu ist der Schnee wie Flugsand so sein. Tie Kälte betrug vorgestern morgen lO Grad R. Heute ist ein Umschwung in der Temperatur eingetretni, die Kälte hat einer mildeven Witterung Plaitz ig-emacht. Tie Vögel litten Rot. Raben kamen aus die Dorfstvaßen, Rebhühnerketten an die offenen Wassergräben. Tie Arbeiten im Freien konnten aber sortgesührt werden. Strenge Herren regieren nicht lange. up. Ruppertenrod, 25. Jan. Dem Fahrer Heinrich Tröller hier, 199. Jnf.-Tivision, Pionier-Komp. 286, wurde die Hessische TapferkeitsnredatNe verliehen. Der Gefreite Heinrich Fuchs, Landst.^Jnf.-Regt. Nr. 10, wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Kl. ausgezeichnet. up. Don derOhm, 25. Jan. Seit die Zeitungen von einem ausgerrssenen B-även^ erzählt, der einen Gymnasiasten niederge- worsen, spukte der Bär in der Einbildung mancher Leichtgläubigen. Nicht nur im nächsten Walde, auch auf der Straße wÄlte man den Bären gesehen haben. Kreis Schotten. 9 Gedern, 24. Jan. Dem verdienstvollen Leiter der hie- stgen Jugendwehr, Lokomotivführer Georg Schmidt, zurzeit Urtteroffizier in einem Eisenbalm-Regiment auf dem rumänischen Kriegsschauplatz, wnrde das Hessische Kriegs-Ehrenzeicyen verlieben. Schmidt war seit der Mobilmachung bis zu seiner kürzlich erfolgten Einberufung in aufopfernder Weise um das Zustandekommen und die Ausbildung der Jugendwehr bemüht. Starkenburg und Rheinhessen. D Wendelsheim, 24. Jan. Die diamantene Hoch- zert feierten in vollster Rüstigkeit und geistiger Frische die Eheleute Jakob Bremmer. Das Greisenpaar steht im 84. Lebensjahre. Kreis Wetzlar. ?. 0. Wetzlar, 24. Jan. Der Stadt wurde ein Legat von 9600 Mark vermacht unter der Bedingung, daß die Zinsen von 6000 Mk. jährlich an Kranke und gebrechliche evangelische Kinder unter 15 Jahren von unbemittelten achtbaren Eltern zu Pflege- und Kurkosten und die Zinsen von 3000 Mk. an bedürftige Leute über 70 Jahren, ohne Unterschied der Konfession, verteilt werden. ra. Wetzlar, 24. Jan. Unter Vorbehalt der Zustimmung der Stadtverordneten - Versammlung ist von der Stadt der JnnungS-Schlachthof zum Preise von 65 000 Mk. verkauft worden. Die Stadt würde alsdann den Schlachthof als öffentliches Schlachthaus verwenden. — Die städtische Badeanstalt und die gewerbliche Fortbildungsschule werden beide d,s auf weiteres wegen Kohlenmangel, bezw. wegen Mangel au vet-qa« geschloffen. a y. A r ,W«d l»r,. 25 aut. Der BeckleL der gestohlenen Kuh m ]efet fefbröteut Sre ist unmittelbar nach ihrer Entführrmg ab- ges^Lchtet Word«, und zwar in einer in der Nähe des Secken- dorf^Kveuzes ge^gerwn Waldschiveise. Hier wurden von einem -jctpeamlttt (FeldwebA), als er von einer Beerdigung in einent Dorfe znrückkchrlr, der Kopf, die Haut und die Unterbeine aus- ^^-nben Dwse lleberveste hatte man wohl in der Eile nicht wrttchaffen können oder uwllen; alles übrige dagegen hatten die D^b« mttgrn-mrwen. Zu der Abschlachtungsstelle führte eine ^lllttenspur. ^ Anscheinend find die Diebe, unter welchen sicher- ttch^ sttch- mü> ortskundige Leute gewesen sein müssen, in der ^ Werke gegangen, daß sie das Tier noch im Stalle in :L6ch« Weise betäubten, es alsdann auf den Schlitten warfen mck s chleunigst von dannen fuhren. Auf diese Weise wurde jedes G^iusch ömrriebai und die Abschlachtung wurde in der Nähe ,iach allen Regeln der Kunst vorgenommen. Hessen-Nassau. ^ t «nksurt a. M., 24. Jan. Auf dem Felde der Ehre ttarb der älteste Sohn de- in Touristenkreisen bekannten Professors e »der Bizewachtmeister und Offizieraspirant Fritz Bender un Feld-Artillerie-Regiment 63. ---Frankfurt a. M., 24. Jan. Unter Berücksichtigung der herrschenden Teuerung hat der Eisenbahnminister dem Eisenbahn- beamten- und Fahrpersonal mit Wirkung vom 1. Januar ab Zuschläge zu den Pauschalvergütungen für die Tätigkeit »m Fahrdienst und tm Lokomotivenrangierdienst bewilligt Die Be- 0 40 MoIn? ^ We °° n 0,50 ~ 1 ' 70 Mk. gegen bisher Wiesbaden, 24. Jan. Zur ForderUn g des bargeldlosen Zahlungsverkehrs hat der Magistrat folgende bemerkenswerten Anordnungen getroffen: Die fest angestellten Beamten der Stadt erhalten ihve GehÄter in Zukunft vreteljährlich im voraus, und zwar unter der Bedingung, daß sie für die lieber- neffung der Gehälter ein Bankkonto einrichten und sich mit der Direkten Eomehung und Verrechnung der Steuern und Verbranchs- ^sten für Wasser, Gatz und Elektrizität unverstanden erklären. Tre sallrgen SteiEtten sollen von den zuständigen GehaltSbei- tragen sofort vr Abzug gebracht und der Steuerkasse gutgeschrieben es auch mit der Einziehung der Verbrauchs- kvstien für Wasser, Gas und (Aektrizität einverstanden erklären, nrrt 4V2 Pwzent verzinst. Um jedem Beamten die Teilnahme an den neuen Ernrichttlngen zu ermöglichen, wtird am 1. Februar das fw öttr Monate vovausbezahlt. Den städtischen Lehrern gibt der Magistrat anheim, sich der neuen Einrichtung ebenfalls \n bedrenen, damit auf diese Wichse die wiirtschaftlichen Kräfte des Vaterlandes gestärkt werden. mö^° ^ OTUCIt ^ leg>cn»re1cher Ftteden bcfctfebcn s«n w,' lftitu ( A c 4“ n 3 btt Handelskammer. Tas bisherige Prastdium, bestehend aus den Herren Geb. Schirmer^ls^i ^ v ^orsitzachen. Kommerzienrat ‘ und Kommerzrenrat Grünervald als Vorsitzenden sowie der Rechner der Kammer, Herr Jtöumtann Röl>r, wurden einsttnrmu, durch Zuruf wieder gewählt. Ter vaterländische Hilfsdienst. ft.huÄTJ 1 Berichte Syndikus über Ent- ^It und Wirkungen des Gesetzes über den vaterländi- ,cpen Hllssdienst Nimmt die Handelskammer nach fl elende Erklärung Gesetz über ben vaterländische Hilfsdienst entspricht Gebote der Gelbstert-altung von Volk und Staat. Tie Handelskamm^ ist daher der Ueberzeugung, daß auch Handel und Industrie des Bezirks das Gesetz in diesem Stnne auffassen und bereit sein werdni jn Ersülüuig einer vaterländischen Pflicht willig die schiveren Opfer zu tragen, welche das Gesetz ihnen auserlegt., Jcur glaubt die Hwidelskanimer in Wahricng der ihr anvertrautvn. Interessen dem Wunsche Ausdruck gebeii zu svlleii, daß diese Opfer auf das erreichbare Mindestmaß, deschräukt ioerden. Die Handelskammer Nt der .'Reinung, daß dieses Ziel erreicht werden kann, wenn einmal bei erner notwendigen Stillegung oder Zusammeyleguilg von industriellen Betrieben von einer Verpflanzung der 'zum vaterlandNchen Hillsdieust verpflicksteten Arbeiter von einer Gegend m die andere Abstand genommen ivird. so daß jener (öegend die ursprüngliche Volkskrafl erhalten bleibt, und wemi zweitens den ausichließlich und borwiegend für den Export arbeiteiiden In- du striezweigen eine Vorzugsstellnng insofern eingeräumt wird, ■I ' l ? ^.Sinne des § 2 des Gesetzes als bereits im vaterländi- lchen Hilssdlenst stehend angesehen werden. Im Interesse des Groß- mid Kleml)andels darf die Haridelskammer der Erwartung Aus- bruck geben, daß in erster Linie m den Fällen, in welchen das, Geschäft auf der Person des Inhabers als ülleinigeii Träger beruht von einer .Heranziehung desselbenl zum vaterländischen Hilss- dlenst nach Möglichkeit Abstand genommen wird." Für die nach dem Gesetzt zu errichtenden Ausschüsse sind seitens der Handelskammer in Vorschlag gebracht rvorden: für den nach § 4 Wi 2 des Gesetzes beim stellvertretenden Generalkommando des XVHI. A.-K. zu bestelleiiden Ausschuß Herr Geh. Kommerzienrat Heichelheim als Arbeit- geber-Stellvettreter, für den imch Z 7, Abs. 2 bei dem BezirkSkommando Gießen zu bildenden Ausschuß Herr Geh. Kommerzienrat Heichelheim als Arbeitgeber-Vettreter und die Herren Kommer- zimrat Grünewald, Brauerei besitzer Jhring uiid Kansmarrn Rudolf Nowack als Arbeitgeber-Stellvertreter, für den nach § 9, Abs. 2 ebenfalls beim Bezirkskommando Gießen zu bildenden Ausschuß die Herren Kommerzienrat Klmgspor als Arbeitgeber-Vertteter und Fabrikant L. Rinn als ^Arbeitgeber-Stellvertreter. Ferner erhebt die Handelskammer folgende Anttäge zum Beschluß: , Ares der Erwägung heraus, daß das Gesetz über den vaterländischen Hilfsdienst tief einschneidende Wirkungen ffrr die Dertil- nidusttie voraussichtlich zur Folge haben wird, beschließt ' die' Handelskammer in Wahrnehmung der ihr anverttauten Interessen der oberhessisckien Weberei bei dem Kwregsamt in Berlin die Bildung eines besonderen Ausschusses nach 8 7 Abs. 2 des Gesetzes für den Bereich der Ersatzkomnlissionen der Meise Alsfeld und Lauterbach mit dem Sitze in Alsfeld zu beantragen." Da nach 11 der Bekanntmachung des Stellvertreters des Letzte Nachttchten. I. Sitzung der Großherzoglichen Handelskammer Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach. Protokoll-Auszug. ^ Gießen, den 16. Januar 1916. . --fey fonb ■ ^ Darren: Geh. Kommerzienrat Heichelheim, l ornmerztzmvat Schirmer, Kommerzienrat Grünewald, Tie hm. kommerzrernat Haos, Jhring, Noll, Nowack. Rinn, Röhr, Stammler, Znrlmchmkd der Syndikus. ^ Tagesordnung nimmt Herr Geh. Kvm- ^Begrüßungsansprache den jüngsten -lusruf des Kaisers an das denpche Volk zum Anlaß, der Ueber- zeilgung M^wuck zu geben, daß auch Handel und Industrie des ^ treu und unerschütterlich zu Kaiser und Lnden und Lasten auf sich zu nehmen des Krieges unabwendbar bnnsM wud lyld schtreßch m dem Wunsche, daß dem deutschen Reichskanzlers vom 21. D^ember 1916 vor Erlaß der Entscheidung nach tz 4 Abs. 2 des Gesetzes über den vaterländischen Hilfsdienst nach Lage des Falles die zuständige amtliche Vertretung der Industrie und des Handels zu hören ist, beschließt die Handelskammer für die Dauer der Durchführung des Gesetzes einen! stzändigeu, aus 5 Mitgliedern bestehenden Ausschuß zu bflden, welchem das flacht znste'ht, sich je noch Bedarf der Hinzuziehung! von weiteren Kammermitglvedern und Sachverständigen zu ergänzen. Die Mitgilieder sind je irachj der Dringlichkeit des Falles schriftlich >ode.ck mündlich zu den Sitzungen unter gleichzeitchep Mtttellung des Verhandlungswegen standes ernzuladen." Zu Mitgliedern dieses letztgenannten Ausschusses werden die Herren Geh. .Kommerzienrat Heichelheim als Vorsitzender' Noll. Nowack, Röhr imb Zurbuch bestrüt. 3. Aus dem Geschäftsbericht ist folgendes hervor- zuheben. 3) Dem Großh. Ministerium des Innern sind in Bezug auf die Forderung des Flachsbaues die Wünsche der beteiligten Kreise vor- gettagen worden: d) Dem Großh. Ministerium des INnern ist cot eingehender Gericht über die beabsichtigte EinMhruug des Sparzwanges für Jugendliche erstattet worden: c) Zum Austausch! von Mllrtärperfonen. welche bei den heimat- lrch^r Mrlitärbehörden tätig sind, werden zunächst Hilfsdienst- Pflrchtige für Säneiber- und Ordonnanzdierrft benötigt. Die Entlohnung dieser Hilfsdienstpflichtigen erfolgt bis auf werteres auf Grund von Arbeitsverttägen nach den ortsüblichen Sätzen, sofern nrcht auf Entlohnung verzichtet wird. Dem Ersuchen von verschiedenen militärischen Behörden um Bekamttgabe solcher Ge halt^- bezw. Lohnsätze ist entsprochen wurden- ck) Ter Winterfahrplan l-at der Handelskammer Veranlassung gegeben, bei der Königlichen Ersenbahudirektion eine Reihe von Zug Verbesserungen zu beanttagen: e) Anfragen der .Kreisbehörden im Kanrmerbezrrk in Bezug auf .wrrtsch,ast!rche Vergeltungsmaßnahmen gegen Italien und Rumänien sind entsprechend beantwortet worden: J) Zn einer Eingabe der Viehhändler des Großherzogtuins an dre Großh. Regierung wird um eine anderweiüge Regeluirg der Beschaffung, des Absatzes und der Preise von lebendem Vieh gebeten. Da diese Eingabe auch den übrigen hessischen Handelskammern mrt dem Ersuchjen um Unterstützung zNgvgangen ist, soll die AngeleMnheit zum Gegenstand einer gemeinsamen Bespreckung nnttr den Kämmern gemacht werden: ^ g) Die hessischen Handelskammern werden in einer Eingabe ber 'dem Großh. Ministerium der Finanzen den Erlaß der Besitz- wechselabgüben bei Zwangsversteigerungen befürworten: h) Tie hessischen Handelskanrmern Werden gegen den gz- pianten Ueberweisungsberkehr der Sparkassen im' Interesse des Bankgewerbes und der Kreditgenossenschaften bei dem Großh. Mini sterrum der Finanzen Einspruch erheben: s. Behebung der durch die Eisenbahnsperre für Glas- und Porzellamvaren helvorgeruflnen Schwierigkeiten hat die Handelskammer die erforderlichen Schritte getan: k) Ter herrschenden Kohlennot, »velche ihre Ursache vvrirehm- Ich! in der verminderten .Kohlenerzeugnng und in dem bestehenden Wagenmangel hat, sckenkt die Handelskammer fortgesetzt ihre Aufmerksamkeit: sie wird jede Gelegenheil wahrnehmen, welche dazu dienen kann, eine Erleichterung in der Kohlenversorgung herbü- zuführen. 4. Bon den zuständigen Bel>ärdeir sind der Handelskammer Mitteilungen zugegangen über Erteilung von Baumwoll Belegschemen, Ausstellung von Ausweiskarten vvn .Heeresnäharbeiten, Beförderung von Briefen und Postkarten nach überseerschen Ländern nrit Haridels-Tanchbooten und Verwendung von Schecks und Platzarrweisungen als Zahlungsmittel bei Zahlungen an Postkassen. Auskunft hierüber wird mfl dem Sekretarütt der Handelskammer erteilt. ^kirchliche Nachrichten. Israelitische NeligionSgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag, den 27. Jan. 1917. Vorabend 5.00 Uhr. Morgens 9 Uhr. Feier des Geburtstages Sr.' Mai. des Kaisers. Abends 5.25 und 6 00 Uhr. Gottesdienst der israelitischen Reliqionsgesellschaft. Sabbatleiei den 27. Jan. 1917: Freitag abd. 4.45, Samstag vorm. 6.30. Feier des Geburtages Sr. Mai. des Deutschen Kaisers. Nachm. 3.30 Uhr. Sabbatausgang 6.00 Uhr. — Wochengottesdienst: morgens 7.00, nachm. 4.30 Uhr. Eine bulgarische Note an die Neutralen. Sofig, 24. Jan. (WTB. Nichtcuntlich.) Meldung der Bulgarischen Telegraphen-Agettlnr. Im Hinblick auf die Antwort, die die E n t e n t e auf das Friedensangebot bet Mittelmächte gegeben hat, hat die bulgarische Regierung folgende Note an die neutralen Länder gerichtet: Am 14. Januar hatte die .Königliche Regierung die Eine, durch die freundliä)e Vermittelung des spanischen Gesandten in Sofia die Antwort der Entente auf die Note vom 12. Dezember zu empfangen, in der Bulgarien und ferne VeMindeten sich bereit erllärten, in Friedensverhandlungen einzutteten. So wie seine Verbündeten^ Regierung Sxmer Majestät eS für ihre Pflicht erachtet, dre Antwort sorgfältig zu prüfen. .Sie enttrimmt daraus die Gv- wißhert, daß sowohl die Form als der Inhalt der Mitteiümg dev gegnerliä>en Aäächtc ihr jede unniittelbare Antwort verbietet. Archtsdestoweniger legt die Regierung sich ihrer Pflicht gegen die Menichhert und die eigene Bevölkerung bewußt und von denl Wunsche beseelt, sich von der Verantwortung für die durch die Haltung des gemeinsamen Feindes ihr und ihren Berbmideten ausgcztvunge-, nen Verlängerung der Feindseligkeiten zu entlasten, Wert darauf, derr neuttalen Mächten ihre Anschauung über die geschaffene Lage öur,Kenntnis zu bringen. Die Gegner Bulgariens haben es ab- gelehnt, sich mit dem Vorschläge der vier verbündeten Mächte **0*1» I^T^öember näher zu befassen, unter dem Vorwände, daß er der Aufrichttgkeit entbehre und keine Bedeutuilg l-abe. Sie Awen darin mehr ein Kriegs Manöver erblickt mit dem Zwecke, me Gestaltung des Feldzuges zu beeinflussen, als ein Friedens anerbreten, und ein Manöver, das nur den Zweck verfolge, die? öfsenllrche Meinung ihres eigenen Landes zu vettoirreir rmd auch lene in den neutralen Ländern zu täuschen suche. Heraus- gesordert zu dem gegenwärttgen Kriege und dicrch Nachbarn! hrnerngezogen, die seit seinem Bestehen nur an Bulgariens Der- stummelung denkeir, lehnt sich heute Bulgarien, indem es dem Itrteck der Geschichte die Feststellung der BeraTttwortlichkeit über dre Schtlld am Kriege überläßt, in vollem Einvernehmen mit seinen Verbündeten mit jallen Kräften gegen eine derartige Auslegtung der Motive auf, die für der^ Frredensvorschlag vom 12. Dezember bestimmend gewesen sind. Tre Raschheit, mit der die vier verbündeten Mächte aus die Einladung des Präsidenten der Bereinigten Staaten von Amerika und auf den Schritt der Regierung der Schweizerischen Eidgenossensck-ast geantwortet haben, ist der beste Beweis für die Aufrichtigkeit ihrer Vorschläge. Tie Regrermrg hofft zuversichllich, daß ihre Anschauungsweise von den neutralen Miegiernngxn geteilt werden wird, die mit ihh zu geben werden, daß, die Entente sich erst rrach dem von den! verbündeten Mächten vorgeschlagenen Gedankenaustausch in Kenntnis der Sachlage über die wahre Bedeuttcng des Friedensangebo-teA vom 12. Dezember hätte ausspvechen körrnen. Bulgarien und seine Verbündeten haben den loyalen Versuch gemacht, dem Kriege ein Ende zu setzen und Ein verständnissen zwischen den Krieg führenden pen Weg zu öffnen. Tic Regiermrg stellt fest, daß es einzig urrd allein von dem Gegner abgehangen hat, diese Wege zu betreten, um zum Frieden zu gelangen. Die feindlichear Regierungen haben dies abgelehnt. Auf sie wird also dieVerantwortung für das n euer liche Blutvergießen zurückfalle n.JrnBer- trairen auf ihr gutes Recht und in vollkommener Uebereinstinimung mit ilwen Völkern sehen die verbünDeten Mächte sich gezwungen, den Kamps fortzusetzen, bis der Friede kommt, der ihnen Ehre, Dasein und freie Entwickelung ihrer Völker verbürgt und zugleich den Staaten des europäischen Festlandes die glückliche Möglichkeit bietet, in gegenseitiger Älchtung und aus vollkommeirer Gleichheit fußend, an 6a mmizber großen Ausgaben der Kultur zusanrmenzuarbeiten Die englischen Brandkommandos in Rumänien. Berlin, 24. Jan. (WTB. Nichtamtl.) Tic rumänischen Behörden befürchten eine Erbitterung der rumänischen Bcvölkerungi instilge der Zerstörung englischer Brandkommandos, wie aus folgender BeLairnttnachung des Kommandanten von Brvila hervorgeht: Infolge der Anweffung des russischen .Kommandos und aus Grund der militärischen Order Nr. 465 916 des Großen Haupt- guartters übermittelt mit telegraphischer Order Nr. 28 528/916 des Großen Generalstabes wird sowohl den Truppen als auch der Zivilbevölkerung bekmrntgegeben, daß das Kerbrennen her Landeserzeugnrsse durch englische Agenten erfolgt, weil diese Erzeugnisse der englischen Regierung gehörten und die Agenten den Befehl haben diese Erzeugnisse nicht, in die Hände des Feindes fallen zu lassen. Zur Feststellung der Waihrhe i hält es das russische Mmmandv für notwerchig, und das Große Hauptquartier ist derselben Meinung, daß Obiges zur allgemeiueir Kenntnis ge- wird, damit keine unberechtigte Erbitterung zwischen ben russischen Truppen und der Bevölkerung des Königreiches entstehe. Der Garnisonkommandant: Oberstleutnant Cernescu Die neue britische Anleihe in Amerika. Washington, 20. Jan. lWTB. Nichtamtlich.) Funk- fpruch des Vertreters des WTB. Das Morgan-Syndikat wird du neue britische Anleihe zuni Kurse von 99,52 für die einiährigen Notes und von 99,07 für die zweijährigen zum Verkauf stellen. Kohlrnnot in Paris. ' ^ e r / 24. i^an. (WTB. Nichtamtlich.) Wie „Nouvelliste de ^hon meldet, kam ejs gestern in Paris M heftigen Kundgebungen der Schnneagkai der Kvhlenbeschaffung und Zunahme der X-L* e l ^ augenblicklich kaum niöglich, Läden, Bureaus und Werk- Lotte" genügend zu heizw. Am Place de la Republique bildeten sich Lnjam mlungen , die ständig grotzer wurden. Gegen dar ehemaligen Transportmrnister Sembat wicrden Schmährnfe laut. Mehret Trupps durchzogen die 'Boulevards bis zum Mace de ^'Ovra wo Ne vo Inder Polizei die bereits an anderen Stellen eing^iff^ t ^L^^uf dem Däonmartte Lm es! ^ Erwartung neuer Störnnaen lieü der Polizeiprafekt scharfe Vorkehrungsmaßnahmen ergreifen Kohlenmangel in drr Schweiz. . . ^ b 24. Jan. 'WTB. Nichtamtlich.) Der Bundesrat ^ ^loecke der Erzvlung von Ersparnissen inr Kotstenverbrön/v dl- schwel z-rischrn <^swer^ -rmüchL. durch des Gasverbrauches Mch Ansetzens emcs höh-i^m PrsisZ^ das Kcmtliigent uberstel-imdeu Verbrauch cmt ErilschräuNiua w Gasverbrauches berbeiMfilbieu hmer tot hT'K i ¥ die Ausnchr ovi, Men Ilud Btatfl at/w -Bedchm^a btr fSTtfS. ^ ^ l- schweif-risch- VorschrMm^llaskn böchstvredV ZMMWLXLM «eibt die Äüscheiduua ichwozerrschen Mckrtardepartements Vorbehalten. ' «r - ^Ä^^enfackelzug vor drr Kaiserin. ( L' (WTB.) Die Studentenschaft der Bers^n- 7 - m ©tfai von etwa tausend Perchnen b^Ioita ^ *0*^ nrit einem Hoch auf dm Kaiser welKS auch bas PEkum, das den Lustgarta^in^ " umsanmte. emstimmte. Hieran schloß ,ick chnta dre Abnngung der Nationalhymne urrd eines Verses ümd, .Deutschland über alles!" W K6te sich dann der Jackelzug wieL tm Lchlon ^ ^ Kaisarrn . ~ . P . ' IlTLtUtt lll enlpfmg darauf tm Schloß den AuSiÄch. Vermischtes. Ei« Wilderer erschossen. — Schwanheim a. M., 24. Jan. Am Sonntag abend Überraschte der Förster Steinmüller auS Niederrad im hiesigen Walde d r e i W i l d e r e r, die ein irisch erlegtes Reh trugen. Als die Wilderer auf den Anruf des Försters nicht stehen blieben, gab dieser einen Schuß auf die Leute ab. Die Ladung traf den Heinrich Christian aus Kelsterbach und tötete ihn auf der Stelle. Tie beiden anderen Wilddiebe entflohen; ihre Persönlichkeit konnte bis jetzt nicht sestgestellt werden, vermutlich gehören sie aber auch nach Kelsterbach. Der Erschossene ist Soldat uiid befand sich auf Urlaub in Kelsterbach. Am Momag sollte er wieder in das Reservelazarett zu Langen zurückkehren. Die Leiche wurde der hiesigen Leichenhalle zugeführt. Deii Wilderern waren die Forstbeamten schon seit mehreren Tagen auf der Spur. m * Die Bestrafung der Gu l 1« sch b-a r o n i n. „Gnl- uuchbarone" nennt man im ganz skandinavischen Norden jene Lieferanten, die es verbanden haben, aus dem .Kriege Vorteile Mi riehen, und die nun übe? Nacht zu schwerreichen Leuten ge- tvorden sind. Ihr Protzenhaftes und oft sittlich tief verächtliches Betragen lyrt in allen besseren Kreisen des Nordens Unwillen erregt. Tiefe Stinmrung bekam, wie eine norwegische Zeitung erzählt, eine der Gullaschbaronessen unlängst wirkungsvoll zu fühlen. Saßen da zwei Damen in der Straßenbahn und unterhielten sich nrrteinander. Die eine sagte: „Ja, möchte es nun bald wieder Frieden werden!" Darauf enviderte die andere: „Frieden? Nein, das will ick grmz und gar iricht hoffen, denn mein Mann verdient an diesenc Kriege so großartig — an einem einzigen Geschäfte gestern verdiente er beinahe 100 000!" Da erhob sich ein älterer Herr vor: seinem! Sitze, wintt den Schaffner heran und sagt: „Weisen Sie die Dame hier hinaus!" Nem, versetzte der Schaffner zögernd, das dürfe er doch wohl nicht. „Setzerl Sie die Dame hier ab!" wiederholte der Herr mit vermehrtem Nachdruck, und als der Schaffner sich noch immer bedachte, fügte er hinzu: ,^ch befehle Ihnen, die Dame abzusetzenUnd die Stämme der Mitreisenden schlug sich .nun nachdrücklich auf seine Seite, daß der Schaffner sich genötigt sah, nachzmpchen und die Dame «es dem Wagen zu weisen. <8eric^t*faal. Kettenhandel. -- F ran kfu rt a. M., 20. Januar. Ein krasser Fall nmchv- riscken Kettenhandels kam an der Strafkarnrner zur Verhandlung. 60 Zentner holländischen Pökelfleisches, die der Metzger Janßen für 130 Mark den Zentner gekauft hatte, wurde in den Händen mehrerer Schieber bis auf 290 .Mark hinaufgetrieben rmd für diesen Preis verkauft. Wegen dieser Wucherei wmcken zwei der Hauvtschieber heute bestraft. Kaufmann Max Springe r erhielt 4 Monate Gefängnis und 3000 Mark Geldstrafe, Kauftnarrn Man- fted Kolinski zwei Monate Gefängnis und 3000 Mark Geldstrafe. Das Verfahren gegen verschiedene andere Schieber ist noch nickt abgeschlossen. js Marburg, 22. Jan. Ein Mausen Prozeß, b^i dem sich etwa 25 Mchnneir und Frauen aus verschiedenen Orten des Kreises Marburg wegen Uebertvetung der bundesrätlichen Bestimmungen betteftend des Hausschlachtens zu verantworten hatten^ wurde vor dem Schöffengerickt verhandelt. Die Angellagten, die sämtlich an dem Tage geschlachtet hatten, an dem das Hausschlach- tnngsverbot Gültigkett bekam, machten geltend, daß ihnen erst nachher die Verfügung bekannt wurde. Unter Aufhebung der Strafbefehle, die je nach dem Vevmögensstand auf Geldstrafen bis zu 100 Mk. lauteten, wurden sie gleichmäßig mit je 3 Mk. bestraft. — Wie das Landratsamt bekannt macht, ist jetzt allen Anträgen auf Schlachtgenehmigungen der amlliche Wiegeschein iifier das Lebendgewicht der Schlachttiere berznfngen. t Universitäts-Nachrichten. ---Frankfurt a. M., 24. Jan. Professor Marlin Pagenstecher in Halle hat einen Rftf als Nachfolger des kürzlich verstorbenen Professors K u t t n e r an die hiesige Universität erhalten. Dwfeftor Pagenstecher, der im 43. Lebensjahr steht, ist geborener Wiesb adener und ghött seit 1910 der jnristisck>en Fakultät der Universität Halle an. Er gilt als einer der vorzüglichsten Zivilrechts- lehrer. Weiteren Kreisen ist er dadurch bekannt, daß er im Verein mit Rabel, Köhler und Wach das „Archiv für zivilistische Praxis" und die „Rheinische Zeitschrift für Zivil- und Prozeßrecht" redigiert Meteorologische Beobachtungen der Station Sietzen. Jan. 1917 So M •* O O *3 3 v- a 1 « V N fl u ÖV ^03 n -0 "2