Nr. 1b Der Stetzener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntag«. - Beilagen: OtetzenerFamilienblätter. Kvcisblatt fflr den Ureis Gießen, vezugspreir: nwnatl. SO Bi., viertel- iährl. Mk. 2.65: durch Abhole- u. Zweigstellen nwnatl. 80 Pf.: durch die Post Mk.3.45 viertel- jährl. ausfchl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüsse: für dieSchristleituugllL Verlag, Geschäftsstell eöl Anschriit für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Erstes Blatt V 167. Lahrgang General-Anzeiger für Oberhessen Zreitag. ly. Januar 1917 von Anzeigen { . die TageSnummer bis -um Nachmittag vorher. Zeilenpreis, i. Anzeigen: örtlich 30 M., Vermietungen u. Stellengesuche I5Pf., auswärts! 25 Pf., b. Plnhvvrlcln ist! 30 Pf., Reklamen 75 Pf.,, bei Platzvorschrist 90 Pf.. Hauptschristleiter: Aug., Goeh. Verantivortlich für Politik u. Feuilleton: Bankverkehr: Aug. Goeh. Stadt und« Gewerbebank Gießen Land . VerunschteSu.Ge' Postscheckkonto: Frankfurt a.M.l1686 t mx~ v * m i 1 richtssaal: Fr. R. Zenz. 3willing;ruiid-ruck u. Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- u. Steinvruckerei R. Lange. Schrift,ettnng. Ge,chüftrstelle u.vruckerei: §chulftr. 7 . £. S«r. Fortschritte zwischen Zusita- und puinatas I 1» H f rt it « y * X - v IQ «... ^ , . . - Hauptquartier. 18. Januar. Wrstlichrr Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldinarschalls K r o n p r i n z R u p p r e ch t u o n Baye r it. An eine englische Sprengung bei Loos schlossen sich kurze Kanrpsc an. bei denen vorgedrungener Feind in erbittertem ^iapramps ichnell wieder zurückgrworfe» wurde. In der Nacht nom 12. zum 13. Januar wurden nach den Kämpfen bei Serie noch van uns gehaltenen Teile der Vorstellung platt- unlrehindert vam Feinde geräumt. Seitdem lag täglich schweres Feuer auf den verlassenen leeren Gräben. Gemrn erfolgte der van uns erwartete englische Luststoß. welcher dem Angreifer schwere Verluste brachte. O c st l i ch e r K r i e g s s ch a n p l a tz. Front des G e n e r a l f e l d in a r s ch a l l s P ringen Leopold von Bayer n. x-r? n » Abschnitten der Front lebte die beiderseitige Artillerietätigkeit bei klarer Sicht merklich ans. Nördlich ft raschi n drangen russische Stoßtrupps mit zeynfachcr Ueberlegenheit in eine vorgeschobene Feldwache rin. Die Feidwachsterlnng ist wieder in unserem Besitz. An anderen Stellen wurden Jagdkommandos lind Patrouillen abgewiesen. Front des G c n^ r a l o b e r st e n Erzherzog Josef. „„Wahrend südlich der Oitozst raste ein von starken russischen Kräften unternommener Angriff in unseren Artillerie- und Maschinengcwehrf.'uer zusammenbrach, gelang es uns durch ^scherrascheu-en Vorstotz zwischen Snsitn- uno Putna-Tal einen Offizier. 23tz Gefangene und ein Maschinengewehr aus den feindlichen Stellungen zn holen. Heeresfront d^s Generalfeldmarschalls von M a ck e n s e n. In der Dobrildscha werden seit einigen Tagen T u l e c a und Jsaeeca von russischer Artillerie beschossen. Mehrere Einwohner, vor allem Frauen und Kinder, sind getötet. Mazcdo Nische Front. Vereinzelte geringe Gcfechtstätigkcit. Der Erste Generalgnartiermeister Lndendorff. * Der Abendbericht. Berlin. 18. Jan., abends. (WTB. Amtlich.) An der West- und Ostfront ist der Tag ohne besondere Kampfhandlungen verlaufen. " * Im preußischen Abgeordnete n h a u s e war gestern ei «„großer Tag". Auf der Tagesordnung stand die erste Lesung des Voranschlags, aber die Redner boten vorwiegend allgemeine Betrachtungen über den Krieg und die Erfordernisse der Lage. Im Vordergründe des Interesses stand eine Rede des konservativen Führers v. Heydebrand. Wir können an seinen Ausführungen die weise Mäßigung loben, die in der Kriegszeit besonders geboten erscheint. Es berührte wohltuend, daß .Heydebrand nicht nur Partei- Zchlagworte sorgsam vermied, sondern daß er sich offensichtlich bemühte, auch die Ansichten in andern Lagern objektiv SU prüfen und zn würdigen. Er erklärte, daß wir rein wirtschaftlich schwere Zeiten vor nutz hätten; unsere wirtschaftliche Lage sei nicht nur knapp, sondern auch ent- behrungs- und opfervoll. Der Notwendigkeit, für die in der .Heimat Zurückgebliebenen den Ernst der Lage nachdrücklich hervvrzukehren, widmete der konservative Führer vortreffliche Worte. Wie vorurteilslos er als anerkannter Freund der Landwirtschaft um sich blickte, beweist die Tatsache. daß er zuerst von der ländlichen Bevölkerung sprach^ der. !>er Ernst der Zeit noch nicht so zum inneres Bewußtsein gekommen sei wie cs sein müßte. „Früher hat", so fuhr er fort, „die Landwirtschaft Schutz von den übrigen Bolksteilen verlangt, und jetzt muß sich erweisen, daß sie auch das leistet, was man von ihr,erwartet. Es wird sich aiich lohnen und bezahlt machen, wenn die Landwirtschaft leistet, was sie nur irgendwie kann. Das letzte Opfer muß jetzt gebracht werden." Gerechte,rweife setzte Heydebrand hin zu, daß auch die städtische Bevölkerung nicht überall den richtigen Ernst habe. Es herrsche auch in diesen Kreisen noch nicht das richtige Verständnis für das, was die Landwirtschaft lcilte. Und er predigte das gegenseitige Verständnis, Rücksichtnahme und Versöhnlichkeit. In bezug auf die Ar veit der Behörden, auch der obersten Reichsbehörden, zeichnete sich Heydebrand durch sein maßvolles Urteil aus. „Wir müssen anerkennen, daß unsere Behörden ungeheure Arbeit geleistet haben und noch leisten." In der Tat, diesem Redner kann man es nicht nachsagen, daß er sich in der aufdringlichen Rolle eines Allesbesserwissers gefallen habe, wie man es jetzt sonst leider häufig antrisst. Darum war es auch keine bloße Kannegießeret, wenn er über die besonderen Erfordernisse der jetzt neu geschaffenen allgemeinen Lage sich aussprach: „Es genügt aber nicht allein die Tapser- keit unseres Volkes, es genügt nicht, daß wir im Innern fest bleiben, es ist dazu unbedingt notwendig, daß die Kampfmittel angewandt werden, die unserem größten Fetnbc England gegen üb er die Gewähr geben, daß wir diesen .Krieg gewinnen (lebhafte Zustimmung rechts). Enn unsere Oberste Heeresleitung und unser Kaiserlicher Herr es für notwendig halten, von dem rücksichtslosen Un ters ee b o o tSkrieg Gebrauch zn machen, dann rönnen sie sicher sein, daß das preußische Volk bereit sein' wird, die Konsequenzen zu tragen." Zu. den Kriegszielen prägte er folgende Sätze: „Wir werden ebenso !vie unsere (Keg n er (Garantien verlangen, nicht nur für die Gegenwart, sondern auch für die Zukunst. Ohne diese Garantien und, Unterlagen wird kein Friede möglich sein. Deshalb müssen wir den Sieg erringen. y^ach ihni sprach der Zentrnmsabgeordncte Herold, dev zn.r ,U^Boot-Frage erklärte, die Steigerung dev Leistungsfähigkeit dieser Waffe überlasse seine Partei der Obersten Heeresleitung. Das war überhaupt das Kennzeichen dieser parlamentarischen Sitzung: nienrand polterte mit rücksichts losen Forderungen und maßlosen Vorschlägen oder An klagen heraus. Der freikonservative Redner v. Kardvrff sprach ebenso gemäßigt wie Heydebrand, dessen Wort« über Kriegsziele und was damit zusammenhängt, er eifrig unterstützte. „Wenn man Kriegsziele ausstellt, muß inan ftch fragen: Was kostet es, diese Kriegsziele zn erreichen? Was tostet es an Menschen? Das sind altes Dinge, über die nur die Oberste Heeresleitung entscheiden kann." Nebeii dem Staatsminister v. Breitenbach sprachen noch der ilatwnaUiberale Abg, Dr. Fricdbcrg und der Fort sthrrttler Dr. Pachnicke. Dieser meinte u. a.: „Unser Kriegsziel kann iiur eine Sühne und Wiedergutmachung der Verletzung des Völkerrechts, der Verheerung Ostpreußens und eine Bürgschaft gegen die Wiederkehr eines solchen Krieges sem lieber die Verwendung unserer Kriegsmittel tarnt bcr entfcheideil.de Beschluß nur von den verantwortlichen Stellen gefaßt werden, und wir vertraueir darauf, daß die Entschci dnng in vollem Bewußtsein ihrer Tragiveite erfolgt." Das preußische Abgeordnetenhaus hat mit diesen alt gemeinen Besprechungen bisher gezeigt, daß es die Lage rich trg einschätzt und die Folgerungen mutig und mit Ernst und Maß zu ziehen versteht. * * * Ter österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien. 18. Jan. 8. und ßl. Dezember vorgesehenen Untersuchung nicht daraus sestlegen lassen, das; die infolge dieser Untersuchung zu bewilligenden Entschädigungen nach den Bestimmungen der griechischen Erklärung festgeleat wurden. Die Blockade würde erst aufgehoben werde!, können uach der genauen und formellen Annahme dessen was vor. hergehe, und ebenso nach der Annahme aller Forderunaeu der Alliierten und Erfüllung der in der Note vom 28 §v- äember und 8. Januar angezeigten Bedingungen ~ ^le griechische Regieruiig antwortete habe n.cht dre Absicht, Einschränkungen bei der Ammhme des von den Alliierten sestgesetzt-n Förden»,qen », 2 ©tc stimme mtd) den durch Nummer 1 und, s,r HT Eiuzellieiteu zu. Sie neh^me eb^falls' b^nffü des § 2 über bie Freilassuna bcr politischen Gefangenen an und neunte Kenntnis von den Erklärungen der Alliierten über die Aufhebung der Blockade. Aus Norwegen. Kristiania, 16. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Bei dem gestrigen Festessen für das neuzusaminengetretene Storting sagte der König: Ohne Uebertveibung kann man sagen, daß die ernsteste Zeit uns noch bevor steht. Obwohl die Verantwortlichen Männer sich lehrlich bestrebteir, strenge Neutralität zu beobachten, scheint es, als ob die Forderungen, die an diese gestellt werden, immer weiter steigen, was die Lage erschwert. Aber ich will die innige Hoffnung aus- sprechen, daß es gelingen nröge, das Land auch fernerhin außerhalb der Schrecken des Krieges!zu halten, wenn sich alle ihrer Verantwortung bewußt sind. Der Seekrieg. Ein deutsches Kaperschiff. Amsterdam, 18. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Aus dem Wortlaut der bereits gemeldeten Bekanntmachung der englischen Mrniralität über die Versenkung von Handelsschiffen geht hervor, daß es sich um das Werk eines deutschen Kaperschiffes handelt. Der als „Netterby Hall" gemeldete Dampfer dürfte richtig „Netherby Hall" heißen. An Stelle von „Georgie" ist vermutlich „Georgic" (White Star Line), ein Dampfer von 10077 Br.-R.-T., zu lesen; an Stelle von „Amieres" vielleicht „Asnieres", ein Segelschiff von 3103 Tonnen. * London, 18. Jan. (WTB.) Lloyds meldet: Der norwegische Dampfer „City of Tampice" wurde versenkt. Es bestätigt sich, daß der Dampfer „Hansi" aus Bergen am 7. Januar versenkt wurde. Die Besatzung ist gerettet. Londo n, 19. Jan. sWTB. Nichtamtlich.) Lloyds mel det, daß der britische Dampfer „Auchenrag" (3916 Br.- R.-T.), der dänische Dampfer „O rnlf (1574 Br.-Rj.--T.) und der britische Segler „Kimpurney (1944 Br.-R.-T.) versenkt wurden. London, 18. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet: Der englische Dampfer „Master" ist nach einem Zusammenstoß gesunken. Vier Personen kamen ums Leben. London, 18. Jan. (WTB. Nichtamtlich) Lloyds mel det: Der englische Damp fer „Garfield" (3838 Ton nett) ist versenkt worden. Kristiania, 18. Jan. (WTB.) Das Stahlschiff „Brabant" von Kristiania ist vor Flamboronghead am Montag nachmittag auf eine Mine gestoßen und gesunken. Die Besatzung wurde gerettet, ausgenommen drei Frauen. Balfour und die Antwort auf das Friedensangebot London, 18. Januar (WTB.) Der Staatssekretär des Meußern Ba l fvnr hat an den britischen Botschafter in Washing- öra folgende Depesche gesandt, die der Regierung der Vereinigten Staaten am 16. Januar übermittelt wurde: Indem ich Ihnen die liebersetzung der Note der Alliierten Übersende, mochte ich folgende Bemerkung machen, die Sie zur' Kenntnis der Regierung der Vereinigten Staaten zu bringen haben: Ich. entnehme aus dem allgemeinen Gedankengang der Note Präsidenten, daß er, während er von dem lebhaften Wunsch erfMt rst. daß der Frieden bald kommt, mrd daß er, meim er fimrant, dauerhaft sei, sich für den Augenblick wenigstens nicht selbst mit den Bedingungen befaßt, unter welchen er zustande gebracht werden soll. Seiner Majestät Regierung teilt völlig das Ideal des Präfix deyten, hat aber das starke Gefühl, daß die Dauerhaftigkeit dieses FmÄens m wertem Maße v-on seinem Charakter abhängen muß und daß kein dauerhaftes System internationaler B^rchungen ach Gorndlagen errichtet werden kann, die tatsächlich hoffnungs- ws und mangelhaft sind. Dies tritt klar zutage, wenn wir die HiUWtmnstände betrachten, die das Unglück ermöglicht haben, unter welchem dre Welt jetzt leidet. Diese bestanden in dem Bor- handensern einer Großmacht, die von Herrschbegierde .perzchrt wurde inmitten einer Gemeinschaft von Nationen, die mr dre Verteidigung schlecht vorbereitet waren, zwar in reichem unterstützt durch internationale Gesetze, aber durch keine Maschinerie, um sie duvchtzusetzen, und geschwächt durch die Tatsache, _ dal weder die Grenzen der verschiedenen Staaten, noch chre innere Versa, sun-g mit den Bestrebungen ihrer einzelnen Nassen überernstimmten oder ihnen eine gevchite und billige Behandlung scherten. Daß dieses Letztere Uebel stark gemildert würde, wemr die Alliierten die in ihrer gemeinschaftlichen Note entworfenen Veränderungen in der Karte Eicropas durchsetzen könnten jTt onenbar imb ich brauche nicht besonders daraus hinzuweisen ES rst tatsächlich emgewendet worden, daß die Austreibung der Türken aus Europa keinen eigentlichen oder logischen Au. an diesem allgemeinen Plane bilde. Die Schaltung des turrrmchn Reiches wurde viele Menschenatter hindurch und von emem Staatsmann von Weltruf als wesentlich für die Er- a-utung des europäischen Friedens betrachtet. Weshalb, so wird Euch, wird fetzt du Friedenssache mit dem völlkommeneü Umsturz^dieser uberlieserungsmäßigen.Politik in Verbindung gebracht. Die Antwort darauf lautet: weil die Umstande sich völlig geändert habni. Es ist unnötig, jetzt in Erwägung zu ziehen, X r ^' >ntt ^ ten Ziiaei ' dre zwischen den kevwlvhen Rapen des nähen- Ostens vermittle, ein Plan war welche: niemals ausgeführt werden konnte, als der Sultan arrfrichng und du Mächte geeint waren. Sicher ist, iwß er jetzt m/fr, ausqeiührt werden kann. Die Türkei der Einheit und des .^«chrtttes ist mindestens ebemö barbarisch und viel aggressiver, !?ls du Türkei ,des Sultans Abdul Hamid. In den Händen Deutschlands, hat sie sogar offenbar ausgehört, ein Bollwerk des Friedens sie tvrrd offen als ein Werkzeug der Eroberung benutzt. Urtter deutschen Offizieren kämpfen jetzt türkische Soldaten Es denen sie lange vertrieben waren, und öie tür- frübc Regierung, du von Deutschland beaufsichtigt und mit allen Mitteln mckerstützt wird, ließ sich Metzeleien in Armenien und Syrien zuschulden kommen, wie sie so schrecklich selbst die Geschichte dreier unglücklichen Länder nicht aufzuweisen hat. Augenscheinlich Eidern du Frudensmteresten und die Ansprüche der Natw- mrlttäten m gleicher Weise, daß die türkische Herrschaft über ^de Rassen wenn möglich, beendet wird, und wir dürfen hoffen, daß du Austreibung der Türkei aus Europa ebenso viel zur L-ache des Friedens beitragen wird, als die Rückgabe deritalie- n.ischen Jrredenta an Italien oder jede andere der Ge- vietsveranderuugen, die in der Note der Alliierten angegeben werden. Es ist augenscheinlich, daß solche territorialen Wiederherstellungen. wenn su auch die Gelegenheiten zum .Kriege vcrmin- En können, kerne hinreichende Sicherheit gegen dessen Wiederkehr^ buten, wenn Deutschland oder vielmehr diejenigen .Kreise ^Deutschland, die seine öffentliche Meinung bilden, seine Ge- ichrckc beherrschen und sich wiederum vorsetzen, die Welt zu be- Eiu^n-Su mögen dann zwar finden, daß Abenteuer durch die neue^^w^ng der Tinge schwieriger sind, aber kaum, daß sie unmöglich wurden. Sie werden dann immer noch ein politisches «Yftem zur Hand haben, das durch und durch auf militärischer ^unolage aufgebaut ist. Sie werden weiter große Vorräte militäri- T^.^^^'^"??^^Eustände anhäufen und weiter ihre Angriffs- me^wen vervollkommnen, sodaß ihre friedlichen Nachbarn nieder- ]üt r ^ en können, bevor sie sich selbst zur Verteidigung wrzuverettm vermögen. - L. Wenn in dieser Weise Europa, so bald der Krieg vorbei ist, ms es zur Zeit des Beginnes des Krieges war, trotzdem aber sich nicht in größerer Sicherheit befinden wird, dann werden die Zukunftshoffnungen für die Welt, die der Präsident hegt, ihrer Erfüllung ferner als jemals sein. Sind Menschen vorhanden, welche glauben, daß internationale Verträge und Gesetze für diese jungen Zustände hinreichende Vorsorge zu treffen vermögen? Aber solche Personen beben die Lehren schlecht begriffen, die von der neuesten Geschichte so klar ausgestellt worden sind. Während die anderen Nationen, insbesondere die Vereinigten Staaten und Großbritannien, darnach strebten, durch Schiedsgerichtsver- träge die Sicherheit zu gewinnen, daß keine Aussicht auf Streit den Frieden stören könne, den sie dauernd zu gestalten wünschten, starw Deutschland abseits. Seine Geschichtsschreiber und Philosophen predigten den Glanz des Krieges. Macht wurde als der wahre Zweck des Staates proklamiert. Ter Generalstab schmiedete mit einer unermüdlichen Industrie zusammen die Waffen, mit welchen im geergn^en Augenblick der Machtgedanke vollendet werden sollte, ^vreje Tatsachen haben klar genug bewiesen, daß Vertragsabschlüsse zur Aufrechterhaltung des Frieders nicht dazu angetan waren, viel Geneigtheit in Berlin zu finden. Diese Tatsachen ließen darauf schließen, daß derartige, einstmals abgeschlossene Verträge schließlich unwirksam werden könnten. Das sprang in die Augen, als der Krieg ausgebrochen war, aber dann war die Beweisführung dafür allerdings überwältigend. So lange Deutschland das Deutschland bleibt, das ohne einen Schatten von Berechtigung in barbarischer Weise ein Land über- rannle und mißhandelte, zu dessen Verteidigung es verpflichtet war, kann kein Staat seine Rechte als genügend ansehen, wenn er l^ruen besseren Schutz für sie besitzt als einen feierlichen Vertrag, xer Fall wird noch schwieriger gestaltet durch die Ueberlegung daß diese Methoden 'berechneter Grausamkeit von den Mittelmächten^ nicht nur dazu bestimmt sind, diejenigen zu zerschmettern und auszur erben, mit denen sie sich im Kriege befinden, sondern auch dazu, diejenigen einzuschüchtern, ruft denen sie noch im Frieden leben. Belgien war nicht bloß ein Opfer, es war ein Beispiel. Tie Neutralen wurden darauf hingewiesen, sich die Schand- taten zu merken, von denen seine Eroberung begleitet war, die; Schreckensherrschaft, die seiner Besetzung folgte, die Wegbringung eines Teiles seiner Bevölkerung und die grausame Unterdrückung! des zurückbleibenden Teiles. Und damit die entweder durch die britische Flotte oder durch ihre eigenen vor den deutschen Armeen glücklicherweise geschützten Völker sich trotzdem vor den deutschen Methoden nicht sicher glau den sollten, wetteiferte das Unterseeboot innerhalb seines Wirkungsbereiches beharrlich mit den barbarischen Praktiken der Schwesterwaffen. Tie Kriegsstäbe der Zentral machte sind es sichtlich zufrieden, die Welt in Schrecken zu versetzen, wenn sie sie nur auf diese Weise ihre Schreckensherrschaft icnterwerfen können. Wenn dann die Mittelmächte erfolgreich sind, so werden sie den deutschen Methoden ihren Erfolg verdanken. Wie kann irgend eine Reform der fttternationalen Beziehungen auf einen solchen Frieden begründet werden? Ein solcher Friede würde der Triumph alles dessen bedeuten, was den .Krieg gewiß und was ihn brutal macht. Es würde die Unzulänglichkett aller der Mittel beweisen, auf die die Zivilisation baut, um Gelegenheiten für internationale Streitigkeiten sonne deren Grausamkeit zu beseitigen. Deutschland und Oesterreich-Ungarn machten den gegenwärtigen Krieg unvermeidlich', indem sie die Rechte eines Neinen Staates antasteten, und sie erzielten ihre anfänglichen Triumphe, indem sie die das Gebiet eines anderen schützenden Verträge verletzten. Werden kleine Staaten in ihnen ihre Beschützer für Verträge erblicken können, die von ihnen als Schutz gegen Angriffe abgeschlossen worden sind? Terrorisnrus zu Lande nnd zur See wird bleiben, da er sich, als Mittel zum Siege erwiesen hat. Werden ihn die Sieger aufgeben auf einen Appell der Neutralen hin? Wenn bestehende Verträge nicht mehr sind als Fetzen Papier, können uns dann neue Verträge helfen? Wenn die Verlegung der grundlegenden Regeln des Völkerrechts von Erfolg gekrönt ist, werden die versammelten Nationen nicht umsonst daran arbeiten, diese Verträge zu verbessern? Niemand wird von ihren, Bestimmungen Nutzen haben als die Verbrecher, die sie verletzten. Tie, die sie halten, werden unter den Paragraphen leiden. Daher kann das englische Volk, obloohl es den Wunsch des Präsidenten nach Frieden vollauf teilt, nicht glauben, daß der Frieden dauerhaft sein kann, wenn er nicht auf den Erfolg der Sache der Alliierten gegründet jfft. Denn ein dauerhafter Frieden kann kaum erwartet werden. wenn nicht drei Bedingungen erfüllt sind. Erstens, daß die bestehenden Ursachen internationaler Beunruhigung 'oweit wie möglich entfernt und geschwächt werden sollten: zweitens, daß die Angriffslust und die bedenkenlosen Mechoden der Mittelmächte bei chren eigenen Völkern in Mißkredit geraten, drittens, daß hinter allen verttagsmäßigen Mommen zur Verhütung oder Begrenzung von Feindseligkeiten irgend eine Form internationaler Sühne gesetzt werde, welche dem kühnsten Angreifer Einhalt gebietet. Diese Bedingungen mögen schwer zu erfüllen sein. Mer wir glauben, daß sie im allgemeinen im Einklang mit den Idealen des Präsidenten stehen, und wir sind überzeugt, daß keine von ihnen stlbst unvollkommen erftiltt werden kami, wenn der Friede, wenig- tens soweit Europa bettoffen wird, innerhalb! der großen Grundlinien gesichert wird, die iü der beigefugten Note gezogen sind Deshalb hat England gebracht, bringt noch und ist bereit, noch iveiterhin Opfer an Gut und Blut zu brrngeii, die ohnegleichen in einer Geschichte dastehen. Es trägt diese schweren Lasten nicht nur um ferne verttagsnräßigen Verpflichtungen zu erfüllen, noch um einen unfruchtbaren Triumph einer Gruppe von Nationen über die anderen zu sichern. Es bringt sie, weil es fest glaubt, daß von dem Erfolg der Alliierten die Aussicht auf eine friedliche Zivilisation und auf diejenigen internationalen Refornien abhängt, welche wib die besten Denker der neuen und alten Welt zu hoffen ivagen, dev Beendigung des gegenwärtigen Unheils folgen werden Rusfische Gefangenenbehandlung. Während die Engländer bisher Meister ftr der Mißharrdlung dentfcher Offiziere (Barolong-, Cwmpton-, King Stephan-Fälle) und die Russen in der grausamen Behandlung gefangener deutscher Soldaten zu sein schienen, liegt jetzt ein Beweis dafür vor daß auck die Russen in der 'Behandlung deutscher gefangener '-Ofsi- zwre nicht viel mehr Anstand haben, als ihre großbritannischen Bundesgenossen. Ter Leutnaitt zur See Killinger, lvelcher als Marine- tteger im Osten tätig war, wurde im April 1915 bei einem Anfllärungsflug zusammen mft dem Oberleuttrant v o n Gor- rissen von den Russen abcpeschpssen und stürzte mft der Maschine ins Wasser. Nach dreistündigem Treiben in den: mit Eissckwllen bedeckten Wasser wurdeir die beiden Offiziere von den Russen anf- gesischt. Rachem sie nach mehrstündiger Fahrt auf dem Wasser an Land gebracht waren, transportierte man die Deutschen in ihren nasseii Deidern ans offenen Leiterwagen im Schneegestöber nach Libau. I hre Hände halte man mit Telephon drähten lauf den Rücken nnd die Füße kreuzweise ebenfallsl mit solchen Drähten so gefesselt, daß ihr linker Fuß an der rechten Sprosse des Wagens und der rechte an der linken Sprosse befestigt wurde. Vor allem gab man ihnen auch keine Gelegenheit und Zeft, ihre Kleider zu trocknen, und nur ein russischer Admiral erbarmte sich der Schiffbrüchigen und schenkte ihnen znlmnmen ein Unter- beinlleid, lvelches die beiden Offfziere abioechselnd trugen. Von Libau wurden die beiden Seeoffiziere sofort über Wilna nach Petersburg gebracht, nachdem ihnen von Libau ab immer wieder eröffnet worden war, daß sie als Räuber behandelt und gehängt werden würden. In Petersburg kamen die beiden Offiziere in Einzelhaft in eine .Kerkerzelle in der be- rüchttgten Peter und Pauls-Festung. Hier ivurde .Mllinger ebenso wie von Gorrissen 6 Wochen gefangen gehalten. Nur während der ersten 8 Tage durfte er eine Stunde täglich in einem lleftien Ge- angeneirhofe an die frische Luft. Auf Wlingers Protest gegen mese würdelose Behandlung eines kriegsgefangenen Offiziers gaÄ ihm der beaussichtigeilde russische Offizier zu verstehen, daß .Mlfti- gers Lage sich sofort verbessern würde, wenn er bei dem Verhör Auslagen machen würde, die für die Russen von Wert seien. Man versuchte also, durch Erpressung einen Kriegsgefangenen zum Hochverrat zu zwmgen. Nachdem die Russerr endgültig eingesehen hatten. daß sie von einem deutschen Offizier auf dieseni Wege nichts erfahren konnten. wurde Leutnant Killinger nach Libau abtranspor- tiert. Die Begleftniannschaften eröffneten ihm während der Reffe, daß er zur Zwangsarbeit in den Bergwerken Sibiriens „begnadigt" sei. Tie Behandlung in den verschiedaren Gefangenenlagern spottete zum Test jeder Beschreibung. In dem Gefangenenlager von Omsk waren die Offiziere zu 50 und 60 in einem Raum znsammengcbracht. Es gab weder Matratzen noch Betten und alles wimmelte von Ungeziefer. Berschiedentliich traten .Fleckfteber und Cholera auf, den besonders unter den Mannschaften viele zum Opfer sielen. Für die insgesamt 30 0 Offiziere gab es nur eine Bedürfnisanstalt, die offen mitten aus dem Hofe lag und von welcher der Unrat niemals w e g g e s ch a f f t w u r d e. Das Gesängenengehalt für Offiziere war aut 50 Rubel festgesetzt, von welch>em man sich, selbst zu vermlegen hatte. Diese Lumme wurde zum großen Teil von den Russen unterschlagen und als Repressalie gegen Deutschlands angeblich! schlechte Gefangenenbehandlimg bis aus 18 Rubel herabgesetzt. Nur mit Hilft der Oesterreicher, die von den Russen etwas menschlicher behandelt wurden, war es den Deuffchen möglich, ihren Lebensunterhalt zu beschaffen. Für ein Teller Suppe mußte man z. B. Rubel an den staatlich! bestellten Kantinenwitt zahlen. Die deutschen Offiziere wurden meistens nur in Mehwagen befördert und bis zu 30 in einem Wagen zusammengepfierchit Bei der Kälte des srbittschan Winters und der Länge des Transportes hatten die bedanernswetten Kriegsgefangenen Elftsetzliches zu leiden.^ Die Russen nahmen dabei selbst aus Verwrmdete und Kranke nichit die leiseste Rücksicht. Auch sie wurden, wie die Gefunden, in Viehwagen ttanpottiert und blieben tagelang ohne ärztliche Hilft. Leutnant Killinger ist auf eftrem solchen Trans Pott ent- slheon und nacht einer abenteukulichen Flucht über China und Amerika nach Deutschland zurückgekehtt. Um dem Reiche. Vom Parteiausschluß der Sozialdemokratie. Berlin, 19. Jan. Der Parteiansschußder Sozial- dcmokratie nahm^gestern zu der durch die .Reichsbrnferenz der Opposftion geschaffenen Patteilage Stellung. Es wurde eine Entschließung mit 29 gegen 10 Stimmen angenommen, in der es heißt, die Schaffung einer Sonderorganisation und die Zu- gehöttgkeit zu dieser ist unvereinbar mft der Mftgliedschaft in der Gesamtpartei. * Berlin, 18. Jan. (WTB.) In der heutiaen Sitzung des Bnndesrates gelangten zur Annahme: der Entwurf einer Bekanntmachung über den Verkehr mit Mineralölen usw., der Entwurf einer Bekanntmachung über Stickst o f f, eine Aenderung der Bekanntmachung über Bereitung von Backware vom 6. Juli 1916, eine Ergänzung der Bekanntmachung vom 31. Juli 1916 betreffend d'e Liquidation b r i t i sch er Unternehmungen, eine läge betreffend die Festsetzung der von privaten Versrche- rungsünteruehmungen für das Kalenderjahr 1916 zu erhebenden Gebühren, der Entwurf einer Bekanntmachvng über die Beurkundung von Geburts- und Sterbefällen Deutscher irrt Auslände, der Entwurf einer Bekanntmachung über die Eintragung der Legitimation unehelicher Kinder v'vn Krie.gsteilnehmern in dem Geburtsregister, der Entwurf einer Bekanntmachung über, die Verfolgung von Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften über wirffchaft- liche Maßnahmen. Berlin, 18. Jan. (Privattel.) Den Zeitungen zufolge rst in der letzten Nacht im 61. Lebensjahre in Wilmersdorl' Legattonsrat a. D. Hermann vom Rath gestorben, der zunt Mgeordnetenhaus im Jahre 1910 als nationalliber-aler Mgeordneter für Wetzlar gewählt wurde, nach Mlaus der Legislaturperiode aber keine Kandidatur nrehr cmnähm. Stuttgart, 18. Jan. (WTB.) Der Kaiser hat'auf die Kundgebung der acht w ürttembergischen Handelskammern mit folgendent Telegramm geantwortet: Den acht Handelskammerrt Württembergs meinen herzlichen Dank für das markige Bekenntnis schlwäbischer Treue in stttrmbewegter Zett. Der deutschen Faust und dem deutschen Schwert wird es mit Gottes Hilfe und unter bewährter Führung gelingen, das Vaterland und die Menschheit von dem schweren Druck der Kriegsfurie zu befreien und den durch Verblendung der Feinde verhinderten Frieden mit Blut und Eisen zlu eEmpfen. Wilhelm I. R. Aus Hessen. Der neue Staatsvoranschlag für fyi>7. Tarmstadt, 18. Jan. (Eig. Tel.-B.) Ter neue hessische Staatsvoranschlag für das Etatsjahr 1917 ist soeben sertiggestellt worden und wird im Laufe der nächsten Woche den Mitgliedern der beiden Ständckammern übersandt werden Zunächst ist den Kantmermitgliedern heute früh die Denk- schrtft des Herrn Finanzministers zugegcrngen, in loelcher in der üblichen Weffe eine Gesamtübersicht über die finanzielle Lage des Grvßherzogtums gegeben wird. Das Erfreulichste in dieser Derckschnft ist die Feststellung des Herrn Finanz' Ministers, daß es bei dem neuen Staatsvoranschlag möglich gewesen ■ ist, 'trotz der Fortdauer des^ Krieges die Ausgaben des Staates mit den Einnahmen unter Heranzichmrg eines Zuschsifffts aus den' vorhandenen Restefonds so in Einllang zu bringen, daß von einer Sleuererhöhung für das neue Etatsjahr Abstand genommen werden konnte. Es wird damft die bereits vor mehreren Wochen die von Hernr Finanzmmister Dr. Becker im Finanzausschuß der Zweiten Kammer bei Vorlage des Geietzentnmrfs über die Gewährung von Krtegsteuerungs- zulagen an die Beamten itnd die Lehrerschaft abgegebene diesbezügliche Erklärung bestätigt. Die Denkschrift schließt mft der Bemerkung, daß der Entwuff des Finanzgesetzes im allgemeffien dem Gesetz für das lausende Jahr entspricht, und erllätt: „Ein RücKilick mif die Entwickelung unserer finanziellen Ver- hältmsie während der Kttegszeit zeigt, daß die vorsichtige imb fttrsorgliche Finanzpolitik in. der Zeit vor dem .Kriege, spaname Wirtschaft während des Krieges und die auch durch die schweren Erergnrffe der letzten Jahre nicht ins Wanken gekommenen ge- nnden Gntndlagen der hessischen Volks- und Finanzwittschaft uns ne beiden ersten Jahre des düsteren Völkerringens ohne allzu schwere Erschütterungen haben bestehen lassen. Der 9lusblick ftl die oukunft, wie er in dem Voranschlag für das Jahr 1917 seinen zahlenmäßigen Ausdruck fmdet, mtb insbesondere die aus den Ergebnissen der Eisenbahnen und Steuern zu entnehmende g ü n - sttge wirtschaftliche Fortentwicklung lassen aber auch die Hoffnung begttindet effcheinen, daß das Gleich g e w i cht- tu u n s e r c n F i n a n z e n selbst bei längerer Tauer des Weltkrieges und auch bei ttebernahme nicht unerheblicher neuer Lasten auf die Staatskasse, wie sie die in Kürze den Landständen zugehende Vorlage wegen Gewährung von Kriegsteuernngszulagen! an Beamte. Volksschnllehrer nsw. bringen wird, noch ohne einschneidendere Hilfsmaßnahmen aufrecht erhalten werden kann. Merdings wird sich diese Hosfnnng nur dann vcr- wirllichen, wenn einerseits im eigenen Haushalt auch weiterhin an den seitherigen bewährten Grundsätzenspar s am st erWirt- chaft sestgehalten wird und wenn uns andererseits ernstere Eingriffe rn unsere Finanzwittschaft von außen erspart bleiben" Der vottahrige.Staatsvoranschlag schloß bekanntlich mft einem von der Regierung selber als „sehr erheblich" bezeichneten Fehl-, • UTL ^ ^ lc * 1DaT/ die Ständekämmern zwar nicht eure 20 Prozenftge, wte die Regierung beantragt hatte, Mr doch -in? 12 mmnmgr ErbShmkg btr ©taatäWntDTOJteitftente unlrf eine Crbvlning um ä Psemng rur 1000 Mark bei der Vermögenssteuer bcicWteBen mußten. Wie recht ft? daran taten, verschiede?? Nm- nakuicvvste» des vonÄrrgsn Etats wesemlich zu erhöhen acht schon aus der Tat,aön hervor, daß h. B. bet der Einkomnensteuer der ^ ^SEndekammern um 300 000 Mark erhöhte Gtnual meertraq ch noch erhcbltch st-ugern wrrd Die Denkschrift enthält darüber nb ^°ben. s,e teilt aber mit. das, für Zink°mm?n- äur Veranschlagung für 1916 f 917 UsPi c ^ B ? n zusammen 1512000 Mark er- f, r Q ?7 Gesamtaufkommen aus direkten Steuern ftrr 1917 auf 25 265000 Mark stellen wird. II.[.„r 1 /, eff alünjenb aber gestalten sich unsere [ilA.ilfV °us den Ertragnissen dm Preutzisch-Hes-- aben e ™ e t u f rf, a f t. Wahrend nach dem gang der Grtragniijssc des Z-ahres 1914 das Jahr 1915 ^heblickx' Bcsjermlst brachte, konnte in Anlehnung an Zw'-m des preu^ch^l Voranschlags für das Jahr 1917 ein 1 13 643 (XX) Mark eingestellt lvcrdcn. Das finb me i )r Wl laufenden Voranschlag. Von an- trgeren ^rnnahmepvsten weisen gegen den laufenden Voramchlag VerbcsserungeiL aus, die Lotterie mit 160 170 Mark, der Uw*™! a> ^ cr Mehrcinnahme an Holzgeld ml Betrag von 254 800 Mk. steht eine Mehrausgabe von 915 000 li iX - an Dolz^inerlohn gegenüber, und erhebliche Mindereinnah- Mit Bad-Nauheim, die Oberrechmimiskammer, die Tech- nl, ** Saatgut f ü r Lupinen und Wicken. Eine Bekanntmachung des KriegsernährungsamteS setzt die Erzeuger-Höchstpreise beim Verkaufe von Saatgut für Lupinen auf 80, für Wicken auf 100 Mk. für den Doppelzentner fest. ** lieber Ausweiskarten f ür Heeresnäharbeiten findet sich eine Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil. M Da3 Pädagogium veranstaltet, wie es uns schreibt, ani /.mtag, den 21. Januar 1917 in der Universitäts-Aula eine öffentliche .Kaisers-Geburtstagsfeier, die durch die Mitwirkung von Fräulein Pils vom Hostheater in Darmstadt einen besonderen Genuß zu bieten verspricht. Die sämtlichen Einnahmen fließen der Großherzog-Ernst-Ludwig-JnbiläumSstistung (Errichtung von Kriegererholungsheimen) ungekürzt zu. *" Womit man hungernde Vögel füttert. Mau koche Kartoffelschalen ab, lasse sie erkalten und gebe sie den Tierchen. Fast alle Vögel nehmen dies Futter an. Faule Aepfel werden namentlich von den Amseln und Droffeln gern gefressen. Helfe jeder mit, unsere Vögel durch den Winter durchzusüttern. Landkreis Gießen. ü Allertshausen, 19.Jan. In letzter Zeit wllrden aus unserer Gemeinde folgende Feldzugsteilnehmer ausgezeichnet: Musketier Philipp Schnecker, von schwerer Verwundung genesen und erneut im Feldter, erhielt das Eiserne Kreuz. Gefteiter Balth. Römer, bei einer Marschinengeivehr-Abteilnng, Musketier Heinrich Kloos und Musketier Heinrich .tz i l l g ä r t n e r wurden mit der Hessischen Tapserkeitsnledaülc belohnt. Musketier Georg Waldschmidt, bereits Inhaber des Eisernen Kreuzes und der Hessischen Tapferkeitsmedaille, ivurde zum Gefreiten befördert. Ihm gelang es, einen feindlichen Vorposten aufzuheben. Zurzeit liegt , er leicht vettmmdet in einem Lazarett. ü. Geilshausen, 19. Jan. Der Gefteite Philipp Mül- Ut%j in einem Mmier-Bataillon, tpurde durch einen Beinschuß leicht verwundet. Er steht seit Kckegsbeginn im Felde mckhat dte schweren Kämpfe in Galizien und das siegreiche Vordringen aus dem Balkan mitgemacht. . )( Mainzlar, 17. Jan. Heute fand im Kern'schen Hause dahier eine D o p p e l h o ch z e i t statt. Der Arbeiter Karl Kern und seine Frau feierten ihre silberne und ihre älteste Tochter die grüne Hochzeit. Kreis Lauterbach. ü. O b e r - M o o s, 19. Jan. Landsturmmann Paul Rausch wurde durch einen Granatsplitter am Kopfe verwundet. Musketier Ostreich mußte wegen schwerer Erkrankung in ein Lazarett uberführt werden. < Vo m hinteren Vogelsberg, 19.Jan. Die vergan- gene Januarwoche hat uns eine mächtige Schneedecke beschcert und noch immer wirbeln die Flocken fast täglich durch die Luft. Von Haus zu Haus muß am Tage oft zwei- bis dreimal Bahn ge- schauselt werden. Verschiedene Verbindungsstraßen zwischen den Doriern sind wegen Verwehungen gesperrt. An ein Ausschauseln ist vorläufig nicht zu denken, da es an männlichen Kräften fehlt. /Sj-J W* 1916/17 scheint uns mit einer ebensolch strammen Schneedecke beglücken zu wollen, wie sein Vorgänger in 1913/14. Einen schweren. Stand haben die Landbriefträger. Sie arbeiten sich wahrhatt im Schweiße ihres Angesichtes vorwärts und treffen mit mehrstündiger Verspätung ein. Selbst das Schlittenfahren ist nicht ganz ohne Gefahr. LeickA bleiben die Pferde in den Schneewehen stecken und fallen um. So konnte man dies am vergangenen Sonn- tap beobachten. Aus einem Dorfe mußte Hilfe geholt werden, um Pferd und Schlitten wieder flott zu machen. Starkenburg und Rheinhessen. r S\ ßan Q CT V 18 - Jan. In diesem Jahre sind es 25 Jahre, dag Lehrer Elarius in unserer 6)emeinde als Erzieher der Jugend wirkt. Er wurde damals von Lindheim i. Oberh. hierher versetzt, und er ist hier während dieses Vierteljahrhuuderls nicht nur in der Schule, sondern auch auf vielen anderen Gebieten im Dienste der Allgemeinheit tätig geivesen. Hessen-Nassau. = S r a n f f u r t a. M., 19. Jan. Freiherr Max v. Gold- schmidt-Rothschild überwies der Nationalstütung 100000 Mk. Hiervon bestimmte er 50 000 Dik. der Stadt Frankfurt und 50 009 Mk. dem Berliner Zcntral-Ausschuß. ™ r ; Frankfurt a. M., 19. Jan. In einer großen vaterländischen Feier, die Donnerstag abend in der historischen Paulskirche veranstaltet ivurde, brachten die Mitglieder aller Parteien und Konfessionen hiesiger Stadt den unbeugsamen Sieges- willen des deutschen Volkes zum Ausdruck. Die Versammelten hielken es für eine heilige Pflicht, ungeachtet der höhnenden Worte unserer Feinde durchznhalten, bis der Sieg errungen sei, den unsere Jeilide dann nicht himvegtäiischen können. — Mit überwiegend städtischem Kavital und unter Beteiligung derjenigen Betriebe, welche eine Tiesknhlanlage haben, wurde hier eine Gesellschaft mit beschränkter Haftimg unter der Firma ^Frankfurter Mllchversorgnng G. m. b. H." gegründet, mit dem Geschaitszweck, die sachgemäße Verarbeitung und gleichmäßige Verteilung aller nach Frankfurt kommenden Milch zn qewährlelslen. Freilich muß dann aber auch eine kleine Preiserhöhung in Kauf genommen werden. Krtegs&ncfe aus dem Osten. Bon unserem zum Ostheer entsandten Kriegsberichterstatter. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Die Kämpfe an der Riga-Front. II. Gefechte an der kurischen Aa. Mi tau, Anfang Januar 1917. Am Nachmittag des 6. und in der Nacht vom 6. znm 7. Ja- mmr zogen die Russen in einzelnen Konrnrandos immer stärkere Kräfte in die Lücke nordwestlich Vdangal. Die deutschen Verteidiger, die mtf der Düne und in der Kirchhossstellung von Wis- nurnn standen, waren frontal nicht zu erschüttern, aber immer stärker machte sich der russische Druck auf den rechten Flügel im Sumpf geltend. Tie Flügelkompagnie war bei dem ersten Ängrifs am 5. zurückgedrückt worden, hatte dann aber ihre Blockhäuser wieder erobert und nach Süden hin sich! gesichert. In der Nacht nach 12 Uhr kamen westlich der Aa gegen die Stellungen ans der Düne und im Sumpf stärkere rnssisthv Abteilungen vor. Gleich- zeittg entwickelte sich unter Einsatz starker russischer .Kräfte ein Waldgesccht weftlichl und nordwestlich von Mangal. Man lag sich dort am Sumpfgraben gegenüber. Zwei deutsche Maschinengeweche bekamen einen Vollttesfer, von einem dritten fiel die Besatzung. Tie Russen erreichten die Düne, die sich in l 1 /^—»2 Kilometer Entfernung parallel der Aa von Süden nach slävrden hinzieht und dann südlich von Wismann nachj Osten umschwenkt. Ruch setzten, loährend gleichzeitig die Vorstöße vom Rücken aus heftigen Chavakter armahmen, erbitterte Frontalangriffe gegen die Stellung östlich der Aa ein. Die Artillerie trommelte auf die Stellungen. Die Kirchhofskompagnie von Wismmrn ging Schritt für Schritt zurück, machte immer wieder Halt und brachte den Russen bluttge Verluste bei. Tie anderen Kräfte sammelten sich und ging«r rwrdwestlich aus das Westuser der Aa. Den Russen war die Lust zum scharfen Nachdcäugen vergangen. Am 7. setzten sie dann, als dre Truppe wieder auf das Ostufer gegmrgen war und längs der Aa Boden gewann, Kavallerie gegen die ermüdeten deutschen Linien an. Sie hatten sich getäi'scht. Tie ersten Züge ftelen, drei neue Schwadronen schwenkten zurück und griffen mit dem Karabiner an; sie nmrden zusammengeschvssen. Südlich Pikke waren inzwischen deutsche Reserven gegen das „Russenlager" südlich Skudr vorgeaangen. Sie fanden die Einlage besetzt und ivurden bald von allen weiten angegriffen. Sie blldeteir einen Igel und schlugen während der Nacht alle Angriffe ab. Am Morgen des 7. Januar erneuerten die Russen dann ihre Angriffe aus der ganzen Linie. Um Uhr wurde ein starker Angrift bei Buobai und bei Olai abgerviesen. Reserven ttafen ein, die Linig wurde geschlossen. Trotz aller Ansttengungen konnten die Russen gegen die bewundernswerte Zähigkeit der Verteidigung nicht deni kleinsten Erfolg mehr erringen. Wohl lag die feuernde Schützenlinie aus dem geftorenen Sumpfboden, nur dünne Erdhäufchen vor sich, wohl froren die schncenassen .Kleider wieder fest, aber die Linie hielt gegen den starten Truck sehr vielfacher Uebermacht Am 8. folgten neue russische 9lngrifse, während die Dünen bei Kaluzem und die Schützenlinie längs der Straße Grabbe—Kaluzem unter schwerem Feuer lag. Am Llbend gingen die Russen wiederum in mehreren Wellen vor und wurden wiederum bllttig zusainmen- geschossen. Am 9. Januar folgen auf dem linken Aa-Ufer mehrere vergebliche russische Angrifte. Am 10. Januar wird das alte russische Mittel beobackstct, daß Kavallerie die angriffsmüde russische Infanterie östlich Kaluzem vorwärts peitscht. Das russische Ermatten ist deutlich, ftesi lich werden neue Kräfte wohl herangezogen. Es ist augenscheinlich, daß der russische Oberbefehlshaber auf leichten Sieg gerechnet hatte. Seine Rechnung baute sich auf das Znsricren der Snnips- strecken und aus die Hoffnung, daß zn starke deutsche Kräfte in Rumänien eingesetzt seien. Die Rechnung mit dem gefrorenen Sumpf war nicht einmal falsch. Denn trotz erheblicher Verluste beim Ueberschreiten war er schließlich doch passierbar, das andere Exempel erwies sich als falsch. Die Widerstandskraft der deutschen Truppe war wieder einmal als viel zu gering in Rechnung gestellt worden. In einem oft nicht ungeschickten Armeebefehl auf das deutsche Friedensangebot hin, in dein nach reichlich äbgebvaucbter Methode die deutschen Soldaten als halbverhungert hingestellt werden, sagt der Führer der russisä>en Nordarmee Radko-Dimitriew, daß die Vorbereitungen der 12. russischen Armee mit größter Siegessehnsucht beeilt wurden. Bald werde der Feind ihre Kraft fühlen! Es ist festzustellen, daß der Russe nur wieder mizerbrechlickien Widerstand gefühlt hat Mid daß nach acht Mmpftagen seine Angriffskrast nach außerordentlich schweren Verlusten znm mindesterl wieder unterbrochen ist. Inzwischen ivurde in Rumänien die .Sereth-Linie erreicht: daß dort Erfolg um Erfolg möglich war, daran haben die unerschrrtter^ liehen Verteidiger hicr im Mrden ihren guten Anteil. Rolf Brandt, Kriegsberichlerstattcr. Schwere Bluttat. = Dieburg, 18. Jan. Im Nachbarort Münster wurde heute sriih an der Fanrilre ern>es Arbeiters eine schwere Blut-« t a t verübt. Ms sich der Ehemann gegen 5 Uhr aus der Wohnung entfernt hatte, um sich! an seine Arbeitsstätte zu begeben, drang ern Mensch in die Wohnung ein und siel mit einem Beil über die Familie her. Ein Kind ist tot. Die Frau und deren alte Mutter sind lebensgefährlich! verletzt. Ms Täter vermutet man einenl hiesigen verheirateten Mann, der seit der Bluttat verschwunden ist. Man führt die Ursachen zu der Tat aus 'Rachsucht zurück, da der mutmaßliche Täter kürzlich einen Prozeß gegen die ^Arbeiterfamilie verloren hat. * * Ein deutsches Riesen-Alumininmwerk. Trotz der ungeheuren .Kriegsarbeit wird auch gegenwärtig das Bestreben gefördert, die deutsche Friedens Industrie zn stärken und bisherige Abhängigkeiten vom Ausland aus das möglichste Mindestmaß, einxu^ schränken. Von besonderer Bedeutung in dieser Beziehung erscheint das Aluminiumwerk, das in der Nähe des vberbayerischeu Städtchens Mühldorf am Inn bei Mtötting errichtet werden soll. Es ivird, mit Unterstützung der bayerischen Staatsregiernng gebaut, das größte Aluminium iverk in Deutschland darstellen. Nach einer Mitteilung der Umschau sind Kr den. Bau alles in allemj zwei Jahre in Aussicht genommen, aber die Errichtung der Anlagen soll erst im Frieden begonnen werden. Durch dieses neue und großarttge Unternehmen werden zum erstenmal die wegen ihres starken alpinen Gefälles iverwollen Wasserkräfte des Inn in großzügigem Maße ausgenutzt werden. Beabsichtigt ist arte Wasserkraftanlage von nicht weniger als 60 000 PS. Zu diesem Zweck will man das Wasser des Inn von einem Wehr in einen 125 Meter breiten und 20 Kilometer langen Kanal leiten, der mit fünf Schleusen im Durchmesser von je 17 1 / 2 Meter versehen sein soll. Der 7—8 Meter tiefe Kanal wird für «eine Höchftdvassermenge von 165 Kubikmeter genügen. Die zur Herstellung des Aluminiums notwendige gereinigte Tonerde soll im fertigen Zustand von auswärts bezogen und in dem Werk verarbeitet werden. Nach demi von der Umschau mitgeteillen Kostenvoranschlag werden für die Errichtung der Gesamtanlage ungefähr 30 Millionen Mark notwendig sein, doch rvird hierdurch die bisherige Mhängigkeft vom französischen Muni in ium in starkem Maße abgeschafft werden. Letzte Nachrichten. Dft zwritr Möve? London, 18. Jmr. (WTB. Nichtamtl.) .,Taily Chrvnicle" schreibt in einem Arttkel über das deutsche Kaperschiff in dem Atlantischen Ozean, daß die Kriegsschiffe, die rrötig seien, um auf dieses Schiss-Jagd zu machen, anderer Art sein müßten, als die, die zur Be kam Mn ng von U-Booten benutzt werden, so daß die Operationen, gegen die Kaperschiffe durch den Krieg gegen bie U-Boote nicht behindert würden. Maßnahmen gegen den U-Bootkrieg. Paris, 18. Jan. lWTB. Nichtamttrch.) G o ud e, Deputter- ter von Brest, hat einen Beschlußanttag auf sofortige Bildung einer von dem Großen Generalstab unabhängigen Amtsstelle zur Organisation eines U-Boottriegcs für Angriff und Betteidigung, ferner aus Verwerttmg der .Kriegswerften jür den Bau von Patrouillenbooten urrd U-Booten und nötigenfalls für Handelsschiffe, endlich auf Desarmierung der militärisch wertlosen Kriegsschiffe und Verwendung ihres Materials auf dem Lande sowie auf Handelsschiffen, Pattouillenbooten und U-Bootjägern eingebracht. Paris, 18. Jan. MTB. Nichtamtlich.) Auf dir von dem Mgeordneten Thissier geäußerten Bedenken gegen die Wirksamkeit des Erlasses, wonach künftig Schiffe von über 1000 Tonnen Tragfähigkeit von Privatpersonen nicht mehr gechartert werden dürfen, erwiderte der Minister Herriot, er hoffe, durch den Erlaß eine bessere Ausnützung des verfügbaren Schiffsraumes erzielen zu können. Im Dezember seien nur 1,4 Millionen gegenüber den geforderten zwei Millionen Tonnen Kohlen aus England eingeführt worden, lieber die Verwendung entscheide das Bureau der Alliierten in London, wohin alle Gesuche zu richten seien. Die englische Reichskriegsbonferenz. 'Amsterdam, 18. Jan. (WTB. Mchtamllich.) Einem hiesigen Blatte zufolge lvird der „Times" aus Delhi telegraphiert, man erwarte, daß unter den Vertretern Indiens «ruf der Reichskriegskonferenz in Londoir auch ein eingeborener Inder vertretenj sein wird. Außerdem erwarte man die Einführung des milftäri- schen Uebungszwanges und der Tienstpfticht für Europäer und brittsche Inder. Englischer Heeresbericht vom 17. Januar. Heute früh besetzten wir nach vorangegangener heftiger Beschießung eine Linie feindlicher Posten nött>llcb von Beanmont an der Anne. Wir erreichten auf einer Front von 600 Pards, was wir beabsickttgt hatten und hatten dabei nur wenig Verluste. Tie eroberten Stellungen verbessern unsere Wahrnehmungen in dieser Gegend beträchtlich. Nachmittags brach ein feindlicher Gegenangriff in unserem Arttllerieseuer mit schweren Verlusten zusammen. Ter Ausbau der neuen Stellicngen schreitet fort. In der Nachbarschaft von Lens wurden von uns gestern und lMtt wichtige Streifzüge mit vollständigem Erfolg ausgefi'chrt. Gestern drangen wir unter dem Schutz einer heftigen Beschießung gm späten Nachmittag inj die deutschen Stellungen südlich von Citt Ealmrne, westlich von Lens, ein. Unsere Truppen erreichten die seindlickwn Verbindungslinien, beivarfeil die feindlichen Unterstände mit Bomben, zerstörten sie und siigten der feindlichen Besatzung zahlreiche Verluste zu. Unsere eigenen Verluste waren gering. In Verbindung mit dieser Unternehmung brachten tvir eine Mine zur Explosion. Heute früh wurde bei Tageslicht von kanadische Truppen nordöstlich von Eite Calonne, ein anderer sehr erfolgreicher Ueberfall durch geführt. Die 'Angreifer drangen über eine Front von 700 Pards in die feindlichen Laufgraben ein und brachen 300 Yards bis zur zweiten Linie durch. Auch hier fügten wir dem Feinde schwere Verlustt zn, machten 98 Mann zu Gefangmen und erbeuteten zw«n Maschinengewehre und einen LausgrabenmörsN^ Unsere Artillerie und MaschinengÄvebre arbeiteten sehr wirkungsvoll nnt der Infanterie zusammen und unsere Verluste waren wiederum gering. Die Artillerietättgkeit dauert aus beiden Setten an» verschiedenen Stellen der Front sott. Die Kämpft im Westen. Berlin, 19. Jan. Wenn der Kampf an der Somme von neuem beginne, erllätte laut „Berliner Lokal-Anzeiger" der Kronprinz Don öfljerii, dann werden die Engländer sehen, daß die Deutschen im Stande sind, noch kräfttgcren Widerstand zu leisten, als vordem. dtorwegens Liebrswerk. Kopenhagen, 18. Jan. MTB. Nichtamtl.) Nach den Auslassungen der Presse über die Kttegsgefangenenftage veröffentlicht das Ministerttmi des Aeußern eine Erklärung, in der ans die Ausführungen des Ministers des Aeußern vom 26. Oktober ver wiesen lvird, in denen dieser betoitte, daß der von der Regierung beschlossene Plan, der sich aus die von den kttegführeiwen Mächten ausgesprock)enen Wünsche gttinde, der einzig durchführbare sei. Derselbe betticksichttge Forderungen, welch- die Kttegsührendcnii betr. die Verpflegung und Bewachung der Kriegsgefangenen gestellt hätten und stellen mußten. Der Plan sei lvegen der Kosten, welche die Staatskasse tragen müßte, seinerzett den Haushaltungs ausschüssen der beiden .Kammern vorgelegt worden und habe enie sympathische Ausnahme gesimden. Daß die Staatskasse alle An- . gaben übernehmen solle, sei wegen der (^röße derselben nicht an gänglich. Auch die entsprecl>ende Ordnung in der Schweiz arimbe sich auf die Beihilfe der Kriegsilhrenden zum Unterhalt der Jittci niertcn. Unter dem Vorsitz des Prinzen Waldemar weich? vem nächst eine LandeShrnrmlung .für die Sache eingeleiteI werden um dem nattlrgemäßen Mttgesühl der dänischn Bevölkening nacb^ zukommen ilnd den Wunsch zu erWlen, mif einem ßstbiet w.» dies möglich ist, eimgen der Opfer des Krieges HUse zu Itt'stxn. ^ Todes-Anzeige. . Naeh Gottes unerforschlichem Ratschlüsse wurde gestern morgen /*12 Uhr meine einzige, innigstgeliebte Tochter, unsereliebeSchwester, Gote, Schwägerin und Tante Lina Zimmer von ihrem kurzen schweren, in Geduld getragenen Leiden, im 14. Lebensjahre, in ein besseres.Tenseits abgerufen. AllenVerwandten, Freunden und Bekannten zeigen wir dieses in tiefster Trauer an. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Friedrich Zimmer, Vater Otto Zimmer, z, Zt. im Felde, and Familie Friedrich Zimmer, z. Zt. im Felde Elise Frischholz nebst allen Angehörigen. Albach, den 18. Januar 1917. 585 Die Beerdigung findet Samstag, den 20. Januar, nachm. 3 Uhr statt. Eine mit der Buchhaltung durchaus vertraute Persönlichkeit zum baldigen Eintritt gesucht. C. Klingspor, Gietzen ’>»&*> Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Sohnes und Bruders sagt innigen Dank Familie Becker. Gießen, den 18. Januar 1917. 594 h ':'- * =■ /yUlb Statt Karten. Meine VERLOBUNG mit Fräulein GERTRUD SCHEERER, Tochter des Fabrikbesitzers Herrn Richard Scheerer und seiner Gemahlin Klara, geb. Bassenge, in Göritzhain, Sachsen, gebe ich hierdurch bekannt. Gustav Schlosser. Frankfurt a.M. (Stegstr. 72IH), 13. Januar 1917. ... Vermietungen 7 Zimmer Elegante 7-Zimmer-Wohnung 1* Stock, mit allem Zubehör. Gas u. elektr. Licht, ab 1.April oder später m vermieten' S. Gantz, Vleichstr. 26. [175 ö Zimmer Statt Karten. Ludwig Lemp Helene Lemp geb. Kern Vermählte. Mainzlar, den 17. Januar 1917. m. Badezimmer u. sonstigem Zubehör, West-Anlage 46, neu hergerichtet, per sofort oder^spärer zu verm. 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September 1917, vormittags 9 Uhr, vor dem Unterzeichneten Gericht Zimmer Nr. 18 anberaumten Ausgebotstermine seine Rechte anznmelden und die Urkunden vorzulegen, widrigenfalls die Kraftlos- irklärung der Urkunden erfolgen wird. Gießen, den 11. Januar 1917. m B Großherzogliches Amtsgericht. Wchr, Amieite mü Archer gesucht. »». ScEittn & Co., G. m. b. H., Gietzen. Ein tüchtiger Schlosser und Elektriker sosori für dauernde Beschäs- tignng geg. hoh. Lohn gesucht. Grobe „Eleonore“. Bieber bei Gietzen . I561D Arbeiter Zuverläss. Näherin für Dekorationsarbeit gesucht. Carl Stttckrath, Möbelfabrik, Asterw. 47. 601 Zuverlässiges Kinderfräulein für nachmittags oder den ganzen Tag gesucht. Zu sprechen v. 6—8 Uhr abends. Frau Hermann Hammersehlag, Bahnhofstrahe 44. [599 Suche zum 1. März ein Kaufgesuche 1 oder 2 Sätze gebrauchte Tennisbälle zu kaufen gesucht. Schriftl Angebote unter 600B an den Gietzener Anzeiger erbeten Herren-Schreibtisch zu kaufen gesucht. Schriftl. 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Jannar 1917, naehm. 4 l / 3 Uhr ln der Venen Anla der Landes-ünlTersltlt, veranstaltet vom Schttlerorchester des Paedagoglnms unter Leitung des Dirigenten, des Herrn Knslklehrer Bernhardt, nnter gütiger lHltwirknng von Fräulein Charlotte Pils vom Gross- herzogl. Hoftheater in Darmstadt. und geschätzten BieBener Bnetkfreuden. Vortragsfolge Ouvertüre zur Oper „Iphigenie in Aulis von Gluck.Schülerorchester Ansprache, danach erste Strophe von Deutschland, Deutschland über alles ..., als gemeins. Lied Thema und Variationen aus dem Kaiser-Quartett, von Haydn . Schülerorchester Deklamationen.Fräulein Pils Das Hexenlied, v. Ernst v. Wildenbruch, Musik von Max Schillings Brackemann (am Klavier: Frl. Schöttke) Morgengebet nach dem Largo in d. G-moll-Quartett f. Streichquartett, Harmonium und Klavier, von Jos. Haydn . . . Schülerorchester Deklamationen .Fräulein Pils Militärmarsch, op. 51, Nr. 1, von I r. Schubert. . . Schülerorchester Preise der Plätze: Mk. 2.—, Mk. 1,50, Mk. 1,—, Mk. 0,50 Eintrittskarten im Paedagogium,Ludwigstr.70(Fern- ruf 633 u. 953| u. bei Challier, Neuenw. 9 (Fernruf 671) Da die Kosten anderweitig gedeckt werden, fliessen die Gesamteinnahmen der ungekürzt zu. 9 572D Zweiter Vortrag Montag, den 22. Januar 1917, Q 1 /, Uhr, in :: der NEUEN AULA der Universität : Prof. Dr. GERHARD SCHOTT, Hamburg Der persische Golf und seine Bedeutung für die Mittelmächte. (Mit Lichtbildern.) Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gietzen. Nachstehende Bekanntmachung bringe ich zur öffent- lichen Kenntnis mit dem Anfügen, datz die seither zuge lassene Berfütterung an Arbeitsochsen, Ziegenböcke und Arbeitskühe nicht mehr zulässig ist. Gietzen, den 16. Januar 1917. Der Oberbürgermeister : j Keller. Bekanntmachung über die Berfütterung von Hafer an Einhufer und Zuchtbullen vom 23. Dezember 1916. Alts Grund der Vorschriften im § 6 Absatz 2a der Bekanntmachung über Hafer aus der Ernte 1916 vom 6. Juli 1916 lReichsgesetzblart S. 811) und des § 1 der Bekanntmachung über die Errichtung eines Kriegsernährungsamtes vom 22. Mai 1916 (Reichsgesetzblatt S. 401) wird bestimmt: 1. Die Hasermenge, welche die Halter von Einhufern in der Zeit vom 1. Januar bis 31. Mai 1917 einschlietzlich aus ihren Vorräten verfüttern dürfen, wird auf 6*/« Zentner ür den Einhufer festgesetzt. Wenn der Einhufer nicht während des ganzen Zeitraumes gehalten wird, ermähigt sich diese Menge für jeden fehlenden Tag um je 4V 2 Pfund. Die Festsetzung der Hasermenge, die in der Zeit nach dem 31. Mai 1917 an Einhufer verfüttert werden darf, bleibt Vorbehalten. 2. Halter von Zuchtbullen dürfen bis auf weiteres an jeden Zuchtbullen, für den die Genehmigung der zustän- digen Behörde zur Haferverfütternng erteilt ist, 1 Pstmd für den Tag verfüttern. Berlin, den 23. Dezember 1916. Der Präsident des KriegsernährlingSamtS. von Barockt. 57 g 8 Kartoffel-Verkauf. Die Abgabe von Kartoffeln bei den Kartostelhändlern der Stadt Gietzen erfolgt: M?tVwochk ! vormittags von 8—12 Uhr und Samstags f nachmittags von 2—6 Uhr. .Soweit Vorrat vorhanden ist, darf gegen Barzahlung undAbtteserung entsprechender Kartostelmarken der Stadt Gienen die Abgabe von Kartoffeln nicht verweigert werden Gietzen, den 16. Januar 1917. * s vew Ter Oberbürgermeister. Keller. Betrifft: Ausstellung von Ausweiskartcn für Heeres- näbarbeitcn. Anträge aus Ausstellung der durch Bekanntmachuna des Stellvertretenden Generalkommandos vom 4 be-m 14. Dezember 1916 vorgeschriebenen Answeiskarten für Heeresnaharberten und ans dem Städtischen Arbeit"'. Nachweis, Astcrwcg 9, zu stellen. .irbetts- Gietzen. den 17. Januar 1917. *n« r> Ter Oberbürgermeister. Keller. Muräne zur Landwirtschaftskammer für das Ri 8 Tagen noch ohne Kosten oii die Stadtkaffe bezahlt werden . 590 ß Gebäude-Abbruch. ?A"woch. den 24. Januar dS. Js.. vorm n bl - Stallgebäude und Wagenremise re. - vormals V. Mvlnw, an der Gulenbergstratze gelegen - aus den Abbruch verkauft tverden. Die Bedinguuger .egen wahrend der Dienststunden auf dem städtisd.ev - ochbauamt, Utterweg 9 zur Einsicht offen. (59QJB Angebote sind schriftlich, verschloffen ittib mit öntz sprechender Ausschrm versehen, daselbst einzuretchen.