Ar. 12 Der Gietzener ÄnzetHer erscheint täglich, außer Ssnntaqs. - Beckagen: Sietzener Famllienblätter; Areirdlatt für den Arei Gießen. Vezvgrprelr: monatl. 90 M.. viertel- jährl. Mt. 2.65. durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 80 Pf.: durch diePoft Mk.2.45 viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Ferrstprech - Anschlüsse: iürdieSchriftleitungI12 Verlag,Geschä'tTsteÜeLI Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. __ Erster Blatt 16Z. Jahrgang Momag. \l Gietzener Anzeiger Momag, ;5. Januar 191Z .... yy» Anzeigen . i nc Lagesnummer bis UN, Nachmittag vorher. Zeilenpreis, i. Anzeigen: örtlich Vr. Ver- inietungen u. Stellengesuche 1bPf., auswärts 25 Pf-, b Pätzvorschritt 30 P'., Reklamen 75 Pi., bei Platzvorschriit 90 Pf. Harlptschriitieiker: Aug. Go eg. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton-: Sankoerkehr: Aug. Goet;. Stadt S.weid-banl«!ch-n 3willmg?runddrnck u. Verlag: Brührsche Univ.-Vuch- u. Steindruckerei R. Lange. Schristleitung. Geschästrstelle u. Druckerei- Schulftr. 7. An!uch°"> Gi-tz-n Postscheckkonto: Frankfurt a.M. 11686 General-Anzeiger für OVerheUn Nachwirkung und Vorgeschichte des Friedenzangeboter. (DTB.) Großes Hauptquartier, 13. Januar. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht. Nördlich der Ancre fetzte der Engländer heute zu neuen Angriffen gegen S e r re an. Sie rr-rrrden größtenteils blutig abgewiesen. In einer Vorstellung setzte sich der Feind fest; wir halten die Hauptstcllung. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarsckalls Prinzen Leopold vonBayern. Die Gefechtstätigkeit blieb gering. Front des Generalobersten Erzherzog Josef. Durch erfolgreichen Angriff deutscher Truppen wurde nördlich des Slanic - Tales erneut Gelände gewonnen. In den ihm entrissenen Steilungen ließ der Feind sieben Maschinengewehre, sieben Minenwerfer, große Mengen Gewehrmunition und Handgranaten zurück. Vier Offiziere, 170 Mann wurden gefangen genommen. Beiderseits des Oitoz-Tales blieben starke feindliche Angriffe gegenüber der tapferen Verteidigung deutscher und österreichisch-ungarischer Truppen erfolglos. In erbittertem Nahkampf wurden dem Gegner große Verluste zugefiigt. Heeresgruppe des Geucralfeldmarschalls von Mackensen. Am Zusammenfluß von B uz au l und S e r e th nahmen Bulgaren ein von den Russen noch gehaltenes Kloster. Nordwestlich von B r a i l a stürmten türkische Truppen den Ort Mihalea. Von der russischen Besatzung wurden 400 Mann gefangen, der Nest, welcher zu entkommen versuchte, ertrank im Sereth. 10 Maschinengewehre sind er^ beutet. Im übrigen lag starker Nebel auf den Kampffeldern. Mazedonische Front. Oeftlich der Cer na gegen Stravina vorgehende feindliche Kompagnien wurden zurückg-eworfen. Der Erste Generalauartiermeister Ludendorff. (WTB.) Großes Hauptquartier, 14. Januar. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Außer lebhafterem Artillcricfeuer beiderseits der Somme war an der ganzen Front bei Regen und Schnee nur geringe Gefechtstätigkeit. Während der Nacht wurden an mehreren Stellen feindliche Patrouillenvorstöße abgewiescn. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Keine Ereignisse von wesentlicher Bedeutung. Front des Generalobersten Erzherzog Josef. In den Ostkarpathen drangen nördlich der Goldenen Bistritz deutsche Grenadiere an mehreren Stellen in die r u s s i sche S t e l l u n g ein, fügten dem Feinde schwere Verluste zu und kehrten befehlsgemäß mit Beute und Gs- kfangenen in die eigene Stellung zurück. Südlich der Oitoz -Straße wurde eine vom Feinde besetzte Kuppe gestürmt-, 50 Gefangene sielen in die Hand des Angreifers. Heeresgruppe des Geucralfeldmarschalls v o n M a ck e n s e n. Ungünstige Witterungsverhältnisse schränkten die Gefechtstätigkeit ein. Ein russischerVorstoßamSereth nordwestlich B r a i l a ist abgeschlagen. Mazedonische Front. Zwischen Barbar und Doiran-Sec blieb ein feindlicher Angriff gegen unsere Stellungen nördlich S t o j o- ko vc erfolglos. Der Erste Generalquarticrmeister tzudendorff. * Der Abendbericht. Berlin, 14. Jan., abends. (WTB. Amtlich.) An West- und Ostfront keine besonderen Kampfhandlungen. An der Bahn B r a i l a — G a l a tz ist der Ort V a - deni genommen. * ^ * Die Nachwirkungen des Friedensangebotes der Mittelmächte lassen sich noch nicht affe überschauen: zum Teil sind sie überhaupt nach nicht eingetreten. So wird uns z. B. neben unserem Kampf, der jetzt wieder mit voller Ndacht geführt werden muß, nichts so sehr interessieren als die künftige Politik des Präsidenten Wilson den Kriegführenden gegenüber. Er kennt jetzt die „Frie den sb-Änng ungen" unserer Feinde, blickt in, den Abgrund von Haß uni Verblendung, üvr dem England und seine Trabanten gegenwärtig stehen. Plötzlich hat sich die Sorgenwolke etwas verzogen, die uns wegen der Mitteilungen unserer Bedingungen nach Washington^ bekümmerte. Denn jetzt wissen wir, daß unser ftiedensfteundlicher Kurs nicht Gefahr läuft, in den Netzen ungünstig gestimmter Neutralen sich zu verstricken oder gar in den Hafen eines flauen Friedens einzumünden. Viel- tercht entschließt sich unsere Reichsregierung im Eiiwer- nehmen mit unseren Bundesgenossen, beim Präsidenten Wilson jetzt einmal anzuftagen, ob er bei seinen Friedensbemühungen die Vorschläge der Entente überhaupt für diskutabel hält. Bejaht er diese Frage, so wäre dies, trotz der angenehmen Beziehungen, in denen wir jetzt angeblich mit Washington stehen, ein ziemlich unftennolicher Akt. Ist Wilson ein wirklicher Friedensfreund, so müßte er vom Standpunkt des Unparteiischen feststellen, daß seine Bemühungen an deni gegenteiligen Willen der Entente gescheitert sind. Er ist unseren Gegnern ohnehin eine Antwort schuldig, auf deren spitze Bemerkungen über seine Objektivität. Vielleicht aber wird er es jetzt dennoch nicht aufgeben, über dem Schachbrett des Friedens weiter zu brüten. Nur dürfen wir uns dabei von ihm nicht in die Rolfe des „Klügeren" drängen lassen, der nachgibt. Auf Hme Kundmachung, wie sie die Gegner herausgevracht haben, gibt es nur eine deutsche Antwort, wirklich nur eine einzige, und sie ist von Regierung und Volk ohne Zögern und Zagen sofort erteilt worden. Des Kaisers Worte haben ikberall gezündet; es gibt jetzt keine deutsche Zeitung, die sich auf einen von dem allgemeinen Urteil abweichenden Standpunkt stellt. Selbst der sozialdemokratische „Vorwärts", der den Frieden mit allen Mitteln herbeiziehen wollte, ist jetzt bekehrt; er findet Worte, die sich von denen eines vaterländisch gesinnten Blattes kaum unterscheiden: „Die Note der Gegner sagt ganz aufrichtig, warum ein Frieden fetzt noch nicht möglich: sein soll. Die Mittelmächte sollen ausgeplündert und beraubt werden, und zu diesem Zweck muß! ma.n sie erst besiegen. Es wird den Mittelmächten keineswegs zugemutcc, heute schon die Krieg^ielforderungen ihrer Gegner als Friedens- bedingungen anzunehmen, denn solche Zumutungen stellt man nur an einen Feind, dessen Hauptstädte man besetzt hat und dessen Widerstandskraft hoffnungslos gebrochen ist. Die Note an Wilson ist also weit davon entfernt, ein Friedensangebot zu sein. Sie ist eine neue Kriegserklärung mit uferlosen Eroberungszielen. * Sxmdjfarfcit dieser Ziele kann man auch drüben nicht glauben. Aber rndem man unentwegte Siegesgewißheit zur Schau transnn'jchten: >:■ können. Man vergißt da- ber, daß die Nachgiebigkeit der deutschen Regierung an dem Willen de^> Volkes eine schranke finden müßte, der nach so namenlosen Ubiern und so gewaltigen militärischen Erfolgen nicht dulden könnte, datz Nch Deutschland ohne Zwang in die Rolle des Besiegten findet. So lehr es die Massen des deutschen Volkes billigen, daß die deutsche Regierung mit dem Erfolg der Verteidigung ihr Kriegsziel als erreicht betrachtet, so sehr verlangen sie auch^ daß dieser Erfolg rnif bedingt aufrechtcrhalten wird. . Die Taktik oes Aufschlagens und Einschüchterns wird ihr Ziel verfehlen Aber eine schwere und bittere Zeit wird ganz Europa noch durchleben müssen, bis sie die Aussichtslosigkeit ihres Bemühens erkannt haben wird. Nur stückweise, mit jedem Mißerfolg ihrer Waffen werden die Gegner ihr Weltprogramm der Eroberungen abtragen können, ihre jetzt im Amte befindlichen Regierungen werden verschwinden müssen, und ihr Amt an Nachfolger abtreten müpen, die nicht mit unerfüllbaren Versprechungen belastet sind. Erft dann kann Europa den Frieden bekommen! Wie werden die S o zi a l i st e n des feindlichen Auslandes diese Proklamation des Eroberungskrieges durch ihre Regierungen aufnehmen? Werden sie fortfahren, die deutschen Sozialisten der Unterstützung des Militarismus zu beschuldigen, weck sie ihr Land vor Zerstückelung bewahren wollen? Werden sie geduldig Zusehen, wie die Blüte ihrer Völker den unerfüllbaren Träumen eines raffgierigen Imperialismus geopfert wird? Und in Deutschland? Wird hier sich noch jemand der Erkenntnis entziehen, daß wir wirklich einen Verteidig nwgs krieg sichren, dev mir weiter durchkämpfen müssen solange, bsis die Gegner zu einem Frieden o h n e ein besiegtes Deutschland bereit sind? In dem Manifest der Minderheitsgruppen wird gesagt, daß wir nicht Frieden um jeden Preis, sondern Frieden „ohne Sieger und Besiegten" haben wollen. Nun i|t rä klar, daß uns die Gegner einen solchen Frieden jetzt noch nicht geben wollen. J^etzt wiäpe jede Tat, jedes Wärt, das in seiner Wirkung daraus hinausläuft, den Verteidigungswillen des deutschen Volkes zu erschüttern, ein Verbrechen am deutschen Volke!" lDer greise König von Bayern, der in entscheidender Stunde schon öfter erlösende Kundgebungen erlassen hat, macht sich zum eürdrucksvollen Sprecher aller seiner Bayern, die ohne Ausnahme den kaiserlichen Erlaß mit uneingeschränkter Genugtuung ausgenommen haben. Was für uns D e u t sch e nicht zweifelhaft gewesen ist, das wird dem Auslande fetzt mit Beweisen belegt: Kaiser und Kanzler haben schon im Oktober in vollstem Ernste und im Gefühl, eine sittliche Tat zu wagen, den Fricdensvorschlag beschlossen. Der Brief des Kaisers aus diesen Tagen an Herrn v. Bethmann Hollweg legt ein Zeugnis ab, das die Lügen- gcspinste unserer Feinde endgültig zerreißt. Wenn die Wahrheit über die Lüge gesiegt hat, so wird auch der ungebeugte, in allen Schichten des Volkes jetzt gehärtete Kampfeswille der Deutschen und ihrer Bundesgenossen über den Rausch der Leidenschaften unserer Feinde zum Siege schreiten. Die österreichisch-ungarischen Tagesberichte. Wien, 13. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 13. Januar 1917. Oestlicher Kriegsschauplatz. Mihalea, westlich V o d e n i, wurde durch osmauische Truppen gestürmt. 100 Mann und einige Maschinengewehre blieben in der Hand des Angreifers. Gleichzeitig nahmen die Bulgaren ein noch von den Russen besetztes Kloster nördlich des Buzaul-Flusses nächst dessen Mündung. Beiderseits des Oitoz-Tales wiesen österreichisch-ungarische und deutsche Kräfte russische Angriffe, zum Teil im Handgemenge, restlos ab. Nördlich- des Spanic-Tales wurde durch Angriffe deutscher Abteilungen Gelände gewonnen. Vier Offtzrere und 170 Mann wurden gefangen, sieben Maschinengewehre und sieben Minemverfer erbeutet. Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Lage unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Hofer, Feldmarschalleutnant. Wien, 14. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 14. Januar 1917. Oestlicher Kriegsschauplatz. Westlich von V a d e n i schlugen osmanischc Truppen einen russischen Vorstoß zurück. Sonst in der rumänischen Ebene wegen schlechten Wetters keine besondere Kampf- tätigkcit. Südwestlich von Herestrau nahmen gestern die Bataillone des Generals Goldbach in überraschendem Angriff die Höhe 704. Im Raume von Tö l g y e s erfolgreiche Unternehmungen deutscher Abteilungen, die dem Feinde schwere Verluste zufügten. Weiter nördlich nichts zu melden Italienischer Kriegsschauplatz. Ruhe. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Am 11. Januar griffen Teile dreier französischer Regimenter die österreichi'ch-ungarischen Stellungen am Südende des Ochrida-Sees von Osten her an. Der franß zöfische Angriff wurde abgeschlagen, woran auch östlich des Sees angreiftnd österreichi ch-ungarische und bulgarische Abteilungen mitwirkken. Gestern gingen unsere Truppen zum Gegenangriff über und warfen den Feind iiber die Eravl zurück. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant. Der Kaiser und die Vorgeschichte des Friedensvorschlages. Berlin, 14. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Dte „Nordd. Alldem. Ztg." schreibt: Zur Vorgeschichte des Friedensangebotes der Mittelmächte, das die Feinde als unaufrichtiges Kriegsmanöver hingesdellt haben, ist das nachstehende kaiserliche Hanoschreiben an den Reichskanzler von besonderer Bedeutung: Neues Palais, 31. Oktober 1916. Mein lieber Bethmann? Unsere Aussprache habe ich noch nachträglich gründlich überdacht. Es ist klar, die in Kriegspsychose befangenen, von Lug und Trug'im Bann des Kampfes und im 'Haß gehaltenen Völker unserer Feinde haben keine Männer, die im Stande wären, die den moralischen Mut besäßen, das befreiende Wort zu sprechen. Ten Vorschlag zum Frieden zu machen, ist eine sittliche Tat, die notwendig ist, nm die Welt — auch die Neutralen — von dem aus allen lastenden Druck zu befreien. Zu einer solchen Tat gehört ein Herrscher, der ein Gewissen hat und sich Gott verantwortlich fühlt und ein Herz für seine und die feindlichen Menschen, der unbekümmert nm die eventuellen absichtlichen Mißdeutimgen seines Schrittes den Willen hat, die Welt von ihren Leiden zu befreien. Ich habe den Mut dazu, ich null es auf Gott wagen. Legen Sic mir bald die Noten vor und machen Sie -Alles bereit. gez. Wilhelm I. R. Unsere Feinde können sich darauf verlassen, daß der Ehrlichkeit des in diesem kaiserlichen schreiben bekurrveten Friedenswillens die rücksichtslose Entschlossenheit entsprechen wird, mit der wir den Krieg, dessen Fortsetzung sie uns aufgezwungen haben, bis z-mn siegreicher Ende durchführen werden. München, 14. Jan. (WTB. Mchtamtl.) Die Korrespon denz Hoffmann meldet amtlich: Seine Majestät der König h< an Seine Majestät den Deuffchen Kaiser folgendes Telegrami gerichtet: „Sr. Majestät dem Deutschen Kaiser, Großes Hauptguartier Dre kraftvollen Worte, die Euere Majestät in de Entrüstung über die mrmaßcnde Aickwort unserer Feinde znm denk schen Volke gesprochen haben, erwecken lebhaften Wider hall in unser aller Herzen. Mit Euerer Majestät teil das ganze deutsche Volk den ehernen Wcklen, den Uebermut de Femde zu brechen, wib ich weiß mich eins mit alle meinen Bayern, wenn ich Euerer Majestät in schich'als schwerer Stunde erneut versichere, daß nur in unerschütterliche Bundestreue den uns ausgezwungeneu Kampf fortsetzen wollen um den Frieden zu erzwingen, den die Feinde uns jetzt noch vei weigern. Mit ihren Kriegszielen haben unsere Gegner ihre maßlose Er oberungSsucht und den Willen, uns urrd unsere Berbüirdev-i zu vernichten enthüll^ Alle, Well weiß jetzt, wen die Schul an diesem furchtbaren Vollerringen trifft und wer nach 30 Mona ten des Krieges die Verantwortimg für das tocitere Blutvergießen tragt. Wir waren zu einer Verständigung bereit, unsere Femd wollen es anders. T'er Heldenmut unserer sieghaften Heere de Opfermut- des ganzen Volkes, wird auch ferner jedem Ansturin und ! cd er Ducke unserer Femde trotzen, wird mis zum Sieg und zum Frieden führen. Gott sei auch weiter mit uns und un serer gerechten Sache. Ludwia Berlin, 15. Jan. In Bayern wurde der An fru b es Satf er«! cm bas deutsche Volk laut Berliner ..Lokal Anzeiger" tn allen Gemeinden üffentlich angeschlagen. Der bulgarische Gcneralisfimub an das bulgarische Heer. . . Sofia. 14. Jainmr (WTB. Nicht-riMlich.^ Mcldinm da bulgaruchen Tel^aptzeimgentur. Am 7. ds. Mts wutde ^r Äe"en. n Tagesbefehl en Auf Wl jSetrier Majestät des Zaren teile ich mit, daß der rvn .Seiner Maie,tat, unserem geliebten obersten Kri^Äiarrn, mit den Herrsch,ern der verbündeten Mächte gemachte ^rredensvorschlag von unseren Feinden in ihrer unersättlickMl Grer^rocti weiter unichutdlges Miü zu vergießerr, abgelehnt worden Sr, ^ 1C It ^ ,i . nuc lurseren vor nicht langer Zeit befreiten Lmrgern rn Mltzedvmen von neuem die Ketten der Sklaverei auf- crlegen, sondern mich, das geeinte bulgarische Voll vernichten: Offiziere, tentervffizieoe und Soldaten! Nur durch, die Schuld unserer gierigen Feinde wird der Krieg nodi weiter dauern, aber das bulgarische Volk hat viel schwerere Prüfungen bestanden, und es wird rn dem langen kommenden Kampfe triumphieren, den ihm unsere tückischen Feinde aus er l e g e^n. Eueren Händen ist das Geschick des bulgarischen Kolkes, dre Freiheit, Unabhängigkeit und Ehre Bulgariens an- m' I ( i lI n- n,€r ist heilig. Hierin beruht unsere- Kraft und ..'iacht. Euere betvährte Tüchtigkeit und Tapferkeit sind eine ge- nu^nde Bürgschaft für den Enderfolg des erhabenen Einigungs- wertes. ä^er Ml mächtige ist mit ims, denn das Recht ist auf unserer -Seite, £tc geeinigte bulgarische Nation sendet ihren würdigen. treuen löhnen herzliche Grüfte und Wünsch? für die endgültige s.icrederlage der tückischen und gierigen Feinde. Es lebe das geeinte Bulgarien! m . Schickvw Generalissimus. Der bulgarische Bericht. n ofia 14. Jan. (WTB. Nichtamtlich,.) Bericht des Generalftabes vom 14. Januar. Mazedonische Front: Nur am Wardar lebhaftere Tä- ttgknt der feindlichen Artillerie. Der Feind griff südlich von dem L^orfe Stoiakowo an, aber sein Angriff wurde durch unser Feuer abgewtesen. Auf den übrigen Abschnitten der Front schwaches' Artillenefeucr. m ^ ^ u m an ische Front: An der unteren Donau zwischen Galatz und Jsacceo vereinzelt Artilleriefeuer auf beiden Seiterr. Bon unserem Ufer aus bombardierten wir militärische Airlagen in Galatz sowie den Bahnhof und die Eisenbahnstation in der Nähe der Stadt. Im Bahnhof brach ein Brand aus. Unsere Flugzeuge warfen aus den St. Georg-Hafen nnd auf die nahe Flugzeugstation Bomben ab. * Der türkische Bericht. * 12- Jan. (WTB.) Amtlicher Heeresbericht. Wie festgeftellt worden ist, ist der englische Kreuzer, dessen Zerstörung gestern gemeldet wurde, der Kreuzer „Seap- lane^ und das schwerbeschädigte Wachtschiss ein feindliches Kanonenboot, wahrscheinlich ein italienisches. Eine unserer Patrouillen von den Truppen, die in der Dvnau- ^^^kampsen, machte einen Ueberfall auf einen feindlichen Posten und brachte 21 Gefangene zurück. Eine Erkundungspatrouille, die zu den truppen an der mazedonischen Front gehört, schlug am ^anuar sudwefUich von Serres eine englische Erkundunqs- patrourlle zurück. Die Engländer flohen und wichen 12 Tote auf dem Platz, ^n derselben Gegend zerstörte eine andere unserer Patrouillen einen großen Teil des Drahtverhaues der Engländer. An den anderen Fronten kein bemerkenswertes Ereignis. * * * Der englische Admiral Jellicoe über den Seekrieg ? °wc} > °- n r i.2 I^n. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bu- E^.A»?nral Jellicoe sprach bei dem Festmahl in der City über dre Schwierigkeiten der modernen Seekriegführung und sagte, ibatzi chnlerseeboote und Minen eine dichte Blockade, wie man sie früher hatte, verhinderten. Ter ALnriral fuhr fort: Trotz- J*™ ^«Deutschen sich brüsten, daß ihre Flotte bei zwei Ge- l^enhertm bte Nordsee nach der britischen Flotte abgesucht habe, wagten sich unsere Feinde nur zweimal, mit ihrer Hauptslotte nur _3£ttüg-eni> weit vor, um uns Gelegenheit zu geben sie in ernen Kamps zu verwickln. Wcder neutrale uock) britische 'Sckffffe hal^u der irgend erner Ctelegenheit die Hochseeflotte in größeres Entfernung von ihren Hasen gesichtet. Richtig ist, daß am 19. Fe- ?™ v LE feindliche Flotte in beträchtliche Nahe der eng'- Ittchen Küste kam, aber nachdem sie von einem unserer Patrouillen- ichisfe Mchtet wowen war, kehrte sie offenbar um, weil durch ihre Lustau fllärer che Anwesenheit unserer Flotte gemeldet worden war Es wurden Uebersalte auf die britische Küste mit schnellen Kreuzern unternommen, aber bei allen diesen Gelegenheiten wurde die Uwersahrt von den deutschen Gewässern und offenbar unter dem Schutz der Nacht unternommen. Ter Feind erschien bei Tages- wffever Küste, um sich dann vor verhältnismäßig ichivachen Kräften zurückzuziehen. Solche Unternehmen waren in den Tageii der germgen Geschwindigkeit natürlich unmöglich und wurden letzt offenbar in der Hoffnung gemacht, uns zu einer falschen Strategie zu verleiten, nämlich dazu, unsere Streitkräfte zu zersplite tern, um alle verrvundbarünPunkte zu schützen. Ich kritisiere die *■ n <\ ^sen ihrer Strategie, oder rveil sic mit ihrer Flotte kern Risiko laufen, aber ihre Prahlerei, daß sie die Nordsee nach dem Fernde abgesucht mutz als nicht begründet bezeichnet werden. /Notiz des WTB. ©6 handelt sich keineswegs um eine Prahlern, sondern um bte in den amtlichen deutschen Berichten ber* zeichnete einfach wiederholte Tatsache, daß Teile unserer Kriegsflotte weit in die Nordsee vvrgestoßen sind, ohne auf feindlickse Streit- kratte zu stoßen.) ^....^icoe sprach hieraus über die die ganze Welt umfassende Tätigkeit der Flotte, von der mühsam unterbrochenen Arbeit der Kreuzergesckiwader in den Heimatgewässeru, von der Riesenarbeit der Flotte aus der ganzen Welt und zollte der Arbeit der Handels- I™.™™ j£ ne ?L Tribut. Ueber 7 Millionen Mann, außerdem Ge- schutze, Munition und Borräte, wurden transportiert. 2500 Kapitäne der Handelsmarine sind für die Flotte tätig. Ein englischer Ministerrat. London, 13. Jan. (WTB. Mchtcuntlich.) Die „Times" berichten, daß gestern in Lvwningstreet ein wichtiger Ministerrat über die Verstärkung der Armee und dre allgemeine Dienstpflicht stattfand, an der George, Henderson, Chamüerlain, Prothero. Lord Ryondda und Hodge teilnahmen. Die bereits getroffenen Maßnahmen zur Anfüllurtg der Armee sollen noch aus- 6 eh nt werden. Man erwartet, daß jedermann unter 31 Zähren, der körperlich geeignet ist, zum aktiven Militär- drenst aufgerufen werden wird. * * * Griechenlands Antwortnote an Wilson. , Athen, 13. Jan (WTB. Nichtamtl.) Amtl. Mldg. Die Kgl. Regierung hat mtt lebhaftem Interesse Kenntnis von dem Schritt ge- irommen, den der Präsident der Vereinigten Staaten bei den Kriegführenden unternommen hat in Hinsicht auf die Beendigung des langen grausamen Krieges, der aus der Menschheit lastet. Auß'er- fl-M ? empfänglich für die Mitteilung, die ihr gemacht wurde schätzt sie trt hohem Maße den edlen Schwung, wie den von Grund aus humanitären Geist, der diesen Schritt des weisen Staatsmannes diktierte, der die Geschicke! des großen amerikanischen Volkes leitet und einen ehrenhaften Frirchen für alle und die Stärkung einer Muen Lage der internationalen Beziehungen anstrebt. Dieser Schritt bedeutet eine erinnerungswürdige Seite im Buche der Ge- schichte Die Betrachtungen, die in der Note des Präsidenten enthalten sind m Hinsicht aus die Leiden der neutralen Na- \L° Ü C n J n !? l9C gewalttgen Kampfes und ebenso der Garantien, nm kriegsuhrendeil Parteien gegebell lverdeii sollen, n.Nechte und Sicherheit aller Staateii zu sichern, haben in der Seele Gneck>enlands, ein ganz besonders sympathisches Echo gefunden. BN der Tat gn b t e s kein Land, das unter diesem ebenso gelitten hätte, wie Griechenland, ^o^l es dem Kampfe fenrgeblieben ist. Infolge seiner ganz besonderen geographischen Lage konnte Griechenland weniger als jedes neutrale ~cntb ftdj den direkten und verderblichen Einwii'r- der Feindseligkeiten zwischen den Kriegführenden entziehen ?elegramm ) In diesem Augenblick iwch seiner Flotte entwaffnet, ist unser Land beunruhigt nne künstliche Revolte, dre Geivinn zieht aus der fremden ^rlupatiom E^> ist eingeschlossen durch eine, fremde Blockade, die dre Verbindungeri unterbricht mrd die friedliche Bevölkerung dem ausliefert, inbegriffen der vollkommen fried- liJSlXiJ&l klonen wie Fr anen u nd.Kinder, die nach den Völkerrechts davon verschont sein müßten, im Kriege stünde. Dennoch bemüht sich Griechenland mit allen möglichen Mitteln neutral zu bleiben. Dies zur Genüge, zu Mgen, Me sehr jede Initiative, die den ll ^^ n konnte, ganz abgesehen von Humanitären Gvi- WS allgemeiner Art, geeignet ist, den Lebensintercsseip Grie- Sz h?J?n biaie *‘ ? ie kömgliche Regierung würde sich denn auch gewiß beeilen unter den ersten dem edlen Schritt des Präsidenten beizutreten nach Maßgabe ihrer ganzen Macht, damit er von Erfolg gekrönt wurde wenn sie nicht außerstande wäre, mit e i5tw n ppe der Kriegführenden zu verkeh- lre gegenüber der anderen Gruppe die Lösung anßer- 5 /bentlichcr Schwierigkeiten abwarten muß, die gegenwärtig die ^echenlands beherrschen, Mer die königliche Regierung ver- solgt mtt ganzem Herzen die kostbaren Bemühungen des Präsidenten ^ aufrichtigsten Wünsche s,ür deren Gelingen dar. Ä 1fci t bc i orsten Tagen des europäischen Krieges an die Herstellung des Kontaktes zwischen den neutralen Landern gedacht hat zu dem Zwecke, die gemeinsamen Jüteressen wahrzunehmeü, ist sie glücklich über die ihr gebotene Gelegenheit zu einem demnachsttgeii Mermrngsaustausch, wenn dies als opportun betrachtet werden konnte, und erklärt sich bereit, im gegebener Augcn-s blick teilzunehmen an einer Aktion, die die Schaffung eines dauerhaften Friedens bezweckt, der die Rechte aller Staaten sichern und ihre Souveränität und Unabhängigkeit' garantieren würden sonerttarise durchschnittlich um 30 Prozent mit Einschluß der erhöy- ten FaMkavtensteuer heraufgesetzt werden. Im Güterverkehr jedoch ist me Einfülnung eines sogenannten Kriegs Zuschlages geplant, der zusammen mit der 15 prozentigen Frachtsteuer bei den Staatseisenbahnen 30 Prozent des Beförderungspreises ausmacht. ^er Wirkungsbeginn der angeführten Steuern ist irtt allgemeinen für den 1. Februar 1917 in Aussicht genommen. Der sahrluhe Mehrertrag für den Staatsschatz ans der Einführung der envähnten Abgaben, sowie des Kriegszuschlages auf den Staatsoahnen wird mit rund 300 Millionen veranschlagt. Die ungarische Kriegsanleihe. Budapest, 13. Jan. (WTB.) Meldung des ungarischen Telegraphen Korrespondenr-Burcaus. Obwohl die Endsumme der Zeichnungen auf die fünfte ungarische Kriegs- an noK noc ^ festzustellen ist, dürfte diese die Summe von ^300 Millionen Kronen übersteigen nnd so das Ergebnis der bisherigen Kriegsanleihen überflügeln. * ch * Tie Eröffnung des provisorischen Staatsratcs in Warschau. , Warschau, 14. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Im historischen Sanlensaale des Stadtschlofles, in dem am 5. November die Begründung des Königreichs Polen stattgefunden hatte, wurde heute der provisorische Staatsrat durch die Generalgouverneure General der Infanterie v. Beseler nnd Feldzengmeister Knk feierlichst eröffnet. Der §eekrieg. Aus Nußland. ^Berlin, 15. Jan. In Petersburg soll eine Ge- ellschaft begründet worden sein, die sich „Ruß- l and-Konstantinopel" nenne und sich die Aufgabe scht, dre Oeffentlichkeit gegen jeden Ge-danken eines Verzichtes aus Konstantrnopek nnfznbringen. * * Neue Steuern und Tariferhöhungen in Oesterreich-ttngarn. v. 1? ^S n -'e Tie morgige „Wiener Zeitung" veröffentllcht eine kaiserliche Verordnung aber Steuer- und Ta r i f ma ß n a h m e n ^anläßlich der durch den Krieg geschaffenen besonderen Verhältnisse. Tic Verordnung bezweckt eine stärkere Heranzvehung des Eisenbahnverkehrs für Zwecke staatlicher Ern^ nahmen. Sie regelt die Berkehrsstenern im Eisenbahnbetriebe und ordnet Maßnahmen an, durch welche die Möglichkeit geboten wird, den Bahnen für die erhöhten Gestehungskosten erhöhte Einnahmen zu geivähren. Die Verordnung verfügt die Einführung einer 15 prozentigen Frachtsteuer vom Beförderungspreis ferner die Erhöhung der Fahrkartenstener für Hauptbahnen von 12 ans 20 Prozent und für Lokalbahnen von 6 auf 10 Prozent sowie die Einführung einer Gepäcksteuer tu dem gleichen Ausmaße wie die Faknckartensteuer. Um der Staatseisenbahnverwaltung die Möglichkeit der Deckung der durck) den Krieg bewirkten Betriebs- mehrausgoben der Staatseisenbahnen zu bieten, sollen die Per- Der Untergang der „Regina Margherita." Rom, 12. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Das Marine- Ministerium teilt mit: Da ernsthafte militärische Gründe gegen die Veröffentlichung der folgenden Mitteilungen weggefallen sind, kann bekannt gemacht werden, daß in der Nacht zum 11. Dezember das Linienschiff „Regina Mar- gherita" unterwegs auf zwei Minen gestoßen und gesunken ist. Das Ereignis vollzog sich in weiiigen Minuten wegen der schweren Zerreißungen des Schiffskörpers, infolge deren das Schiff mit Zug voran sank. Von 9 45 Mann, d i e s i ch an Bord befanden, wurden die meisten mit in die Tiefe gerissen nnd sind mit dem Schiffe verschwunden. Die ungünstigen Umstände machten die Rettung der Ueberlebenden sehr schwierig, von denen inrmer- hin 270 geborgen wurden. Ter Kommandant des Schiffes und vierzehn Offiziere sind unter den Vermißten. Außer den bisher veröffentlichten Schiffsverlnften ist kein weiterer Schifssverlust festgestellt worden. Seit einiger Zeit in der Oeffentlichkeit verbreitete gegenteilige Nachrichten sind durchaus falsch. * ... Kopenhagen, 14. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Der Dampfer „Thyra", der von Kopenhagen nach Norwegen ab gegangen war, ist der „Berlingske Ti- dende" zufolge an der schwedischen Küste bei Halmstad von etitem deutschen Wachtschiff aufgebracht worden. Er passierte gestern den Sund auf der Falsrt nach einem deutschen Hafen. — Die dänische KriegsVersicherung hat ein Telegramm erhalten, wonach der dänische Dampfer „Fu- b org" (2056 Tonnen) von einern deutschen Unterseeboot versenkt wurde. Der Dainpfer befand fick) aus einer englischen Pflichtreise mit Kohlen von England nach Lissabon. Kopenhagen, 14. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) „Politiken" berichtet, der schwedische Dampfer „Jnge- borg" sei vorgestern in der Nordsee von einem deutschen U-Boot an gehalten und gezwungen worden, 700 Postsäcke, die für Rußland, Italien, Rumänieii nnd Japan bestimmt waren, über Bord zu werfen. Der Dampfer Otraf gestern in Goetheborg ein nnd hatte noch 200 Postsäcke an Bord, die,tzm sie für neutrale Länder besttirrmt, unberührt geblieben waren. London. 13. Jan. (WTB.) Lloydsmeldung. Der britische Dampfer „Excellent" ich wie man qlanbt, qe- s unken. Am dem Reiche. Giefzener Stadttheater. Gastspiel Konrad Dreher. Der alte Feinschmecker. Ein Münchener Schwank von Hans Georg Vogelfang. Der Stert des Pseudonyms Hans Georg Vogelfang für unseren guten Ludwig Thoma ist höchstens noch symbolischer Art, denn nach der ersten Aufführung des „Alten Feinschmeckers" mußte es auch dem Nlchtkenner^ offensichtlich sein, wes Geistes Kind er vor lick hatte. Es märe rhm also nicht gelungen, unter fremdem Namen em literarisches Kuckucksei zu legen. Tie Absicht, das zu versuchen, mag wohl daher rühren, daß diesem Schwanke jeder literarische Anspruch, jede gewollte Bedeuffamkeit, jede größere Tragweite fehlt. Ludwig Thoma niag darin einen künstlerischen Mangel gesehen hoben für den er nicht verantwortlich zeichnen njoüte. Nun iteilt es sich aber heraus, daß er gerade mit seinem tungezwungenen Vogelfang ein Werk geschaffen hat, das höher einzuschätzen ist, als zum Beispiel „Dickchers Ehrentag", das wir vor kurzem hier sahen und in dem die literarische Satire trotz guter Ansätze nicht restlos gelößt worden ist. Das Problematische, auch wenn es sich in Form einer Sattre äußern soll, ist eben nicht -? ■ wie das ungezwungene Marionettenspiel mit den ihm wohlvertrauten Typen des Süddeutschen und seines Gegen- tEtuh er Norddeutschen. Wo er die humoristischen Gegen- ILye dieser beiden gegeneinander ansspielen kann, wird er in ^ E^kuna immer ff eher gehen. Ebenso dann, wenn er in seiner gemütvoll karikierenden Art das behagliche Milieu Münck>ener Spcetzvüraerluhkeit mtt keiner anderen Äbsicht vor uns ausbrcitet. ^öulieren. Dann bedarf es keiner Probleme und !^.^oF^wvqenen literarischen Ziele, dann ist es nur der Ton, GoAvirltru»n! ^ welche Musik! - Ein Müalied der a3tt bir Sr' dtattler, schlug in einem Zwischen- s«n Instrument mit unglaublicher ® ,,fr sn b ^ Ochern hatte, als werde ein Cem. i^^ ^^EÄuerfen die ,„m Vortrag kämm, in ^"lge. Ti-rb chythmische Tänze, ,od- 'PjtewUcnDet Lebmslust, sinujermdes Da. hmttauinen. und dann wreder das schwärinerisch senttinentale. Keine Remonteankäufe 1917. Berlin, 14. Jan. (WTB. Amtlich.) Mit Rücksicht darauf, daß die jungen Pferde für fehlende ältere in der Landwirtschaft gebraucht werden, fällt der Remvilte- (1 n k a u f i m Jahre 1917 a u s. Wenn unter besonderen Umständen ein Züchter seine dreijährigen Renronten nicht als Arbeitspferde zu verwenden braucht nnd keine Gelegenheit findet, sie anderweitig abzusetzen, so wird die Heeresverwaltung, sofern die Verhältnisse es irgend wie gestatten, auf Antrag die Pferde ausmustern und alle Remonten ankaufen lassen. Allerdings muß es sich dabei um entsprechend große und gute Aufstellungen handeln. ergreifende Schluchzen des Liedes von Abschied und Wiedersehen bald ein Sturm der Geffihle, bald das wehmütige Säuseln eines bei diesen Instrumente kaum für möglich zu haltenden Legato- spreles ^llinst aus dem Herzen und Gemüte eines deutschen Volkes, aber doch echte Kunst — genau so der „Alte Feinschmecker" von Oudwig Thoma, oder vielmelp: Hans Georg Vogelfang. Denn dre symbolische Bedeutung dieser Namenswahl wird nun ttar sein Es fft kein undeutsches Element in diesem Stt'icke, das frisch und fröhlich zu Ende gesungen wird, wie das unbekümmerte Lied eines Vogels, wobei aber das lauschende Ohr dennoch oftmals eine leise Schwermut heraushört. Nach dem Gesagten wird es kaum verwundern, daß die Handlung so schlicht und einfach wie möglich ist In die gemütliche Behausung des pensionierten Schlächterincisters Blasius Kiernraier te.nett unvermutet eine Berlinerin von einer „g-eunsseii Noblesse nnd Eleganz" ^herein, die in Münch,en das Malen lernen soll. Durch diese Erscheinung wird Blasius Kiermaier, ein angehender 50 er, aus dem behaglichen Trott seiner Gefühle zu höherem Schwung geweckt, denn die Noblesse und Eleganz der Berlinerin hat es seiner pensionierten Schweinemetzgerseele angetan. Er träumt sich ttotz der Warnungen und Foppereien seiner Schwester Fanny und seines Freundes Xaver Fest! in die süßesten Räusche bräutlichen Glückes wenn noch Fritze Poppendieck, der Vater der Malerin, m München gelaiidet ist, in schmerzlichster Enttäuschung zu er- reirnen, daß Jnbchens Wähl schon längst auf einen anderen gefallen, und er selbst der Narr seiner Einbildung war Aber das Molorit, die Gestalten und die Sprache. Wer einmal von der Terasse eines Münchener Bierkellers ans vor seinem Maß- trug über die abendliche Stadt mtt den hellerlenchteten Fenstern nach der rm Dämmern verschwimmenden Silhouette der Frauenturme lnnübergettäumt hat, der wffd die ganze Seligkeit dieser M^rn "And wieder vor sich auferstehen gesi'ihlt haben Gefühlsecht bis rns klemste war alles Hierin liegt auch tws große Verdienst des Känigl. bayerischen Hoffchanspielers Konrad Dreher und seiner Gesellschaft, daß' sie gefühlsechte Gestalten schufen. Konrad Dreher 'selbst, dem die Rolle des Privatlers Blasius Kiermaier auf den Leib geschrieben' sem soll, ivar unbezahlbar. Auf der soliden Basis eines Mannes stehend, der kerne anderen Sorgen hat, als ob er Nockerln, Knödel oder Spätzel zum Mittagsttsck wünscht, in 'behaglich behäbiger Bürgerlichkeit sein Leben verschleißend, zeichnete er seinen Auf- itmnmg zum Höhereii. sein Bemühen, den Schlächtermeister durch „Eleganz und Nobligkeit" vergessen zu machen, mit einer geradezu grotesken Komik, aber' vlMe merkliche Uebertteibnng. Dollsafttg war >alles an feinem Spiel. Sein gutmütiges Gepolter, sein verliebter Schrvung, seine vornehme Ueberlegenheit und die Miene der Enttäuschung, das sind alles mit so köstlick?em Humor wiedergegebene Situattonen, daß man sie so leicht nicht wieder vergessen wird. Neben ihm stand seine Schwester Fanny, ein alte tungferliches tztemüt in seiner schrulllmhaften Mischung von Schroff- nick» Weichheit; von Tilly T scha ffon, aber mit einer chorak- teristeichen Scharfe wiedergegeben, die höchst ergötzlich war und sich nn Mienenspiel bis ans das bezeichnende Zuckest der Angcnllider erjtreckte. Sozusagen zur Familie rechnet noch der Privatier Xaver Fest!, der bierselige, biersidele Münchener, dessen derber lachender Humor vor keiner Situation Halt nmcht. Rudolf Raab gestaltete diese präckttge Figur aufs beste. Bon den Münchenern seien noch erwähnt der talentierte" Solm Pepi (Nanny Hackerh seini verlebter, schwärmerisch angehauchter Jnsttuktor Rochus Hingerl (Edwin von S a g a n) und die dralle Köck:iin Vöarie (Emnry W e i d.) Ebenso typisch und echt, Me die Vertreter Münchens, waren auch die Vertreter Berlins. Julchen Poppmdieck (Paula Müllerh die graziöse, selbstsichere und geniandtc Tockffer der Großstadt ihr Vater, Fritze Poppendieck (Gustav Conrad), der redselige, schnod- dcrrge Barlina, der aber trotz dieser schönen Eiaensck>aften und trotz der Gegensätzlichkeit zu den Münchenern es verstand nicht unangenehm zu wirten. Auch dieser Figur war, wie alle anderen bis «aufs J-tüpfelchen einheitliche dnrchgeführt und verdiente sich rückhaltlose Anerkennung. Das ausverkaufte Haus konnte sich nicht Genüge fcm an ftnr- mffckiem Beifall, uno dieser Beifall war ehrlich verdient denn seit langem konnte man rricht mehr so befreit lachen, tvie an diesem Abend. * zz> , Berlin, 13 Jan. (Priv.-TeU W« die AbenWlättcr melden, ist der Opernsänger A l b e r t N t c m a » n int Alter von 86 Jahren gestorben. Tkrtrffr mtt Sovmveryerftr rmd Hafrr zu Smttzwrcken. Berlin 14-^an (WTB. Amtlich.) Ter Verkehr mit Saat Vttvon Sommergäste imb fcofa, der bis i<*t verboten mar. ist mornn^n vom KrriMrnährmrgSamt erlaubt imd bn cMüen SSSSSL ultfe H2j? km- bereits fftr Bwtgetveide flitt Veräußerung, Erwerb intb Lieferung von Saatgerste ober Hafer- zu Saat^wecken kann dliyei- nunmehr gegen Saatkarte vor sich fr^-.yc Znlasftms zum Handel mit nicht selbst gebauten! Saat erfolgt ber Hafer rmd Sottunrrgerste durch die Reichsfutter-' unttelstell^che ihre Befumnsse auf mrdcrc Stellerr Übertramm kann. B estimmungen der Höchstpreisverordnimgen. nach denen yQä* Pöl^r und Gerst e, brc rn anerkannten Saatgütwi rtsckw sttm oder ru svlchcm Betriwen geigen wnrderr. die sich nachun'iülich in den Jahren l.N,! und 1914 rirrt dem Verkauf selbsbgezogenen Saatgutes lEDaht haben, rmd udchstpreisfrei sind, ist nichts geändert worden. Gegeri. uvernratzrye Preissteigerungen bei einein Saatgut bieten die allgemenrerr Bcsttmmungen eitle genügende Handl-abe. Berlin, 13. Jan. (WTB. Amtlich.) Heute vormittag fand hier unter dein Vorsitz des Ministers der öffentlichen Arbeiten eine Konferenz der Präsidenten samt sicher p r e u tzischer Eifenbahndirektionen und der General di rektion der Reichseisenbahnen statt. Hauptgegenstand der Tagesordnung war eine Aussprache über die gegenwärtige Betriebslage und über die Maßnahmen ihrer Erleichterung. Ha n n over, 13. Jan. (WTB.) Der Reichstagsabgeord- nete v. Med rüg (Welfe) hat auf dem Felde der Ehre den Tod gefunden. Berlin, 15. Jan. Ans dem fortschrittlicheil Parteitag in Stuttgart sagte der Abgeordnete von Payer: Die fortschrittliche Politik unterstütze die Regierung aus sachlichen Gründen, ohne Nebenabsichten. Die politischen Parteien dürsten ihre Selbständigkeit nicht dadurch zeigen, daß sre der Regierung in dieser schweren Zeit Prügel ins Rad werfen. ttriegsbriese aus dem westen. Telegramm unseres Kriegsberichterstatters. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.1 Andauernde Unruhe an den englischen Frontabschnitten! Großes Hanptquartiev-West, 12. Jan. Bei sehr wechselndem, aber meist zwischen Schneetreiben und Regeri schwankendem Wetter zeigten die Engländer auch gesterll längs dem von ihnen gehaltenen Teile der Weststollt eine gesteigerte Unruhe, die sich in lebhafterer Artillerie- und Minenbeschießnng und vereinzelten Teil- angriffen äußerte, im Gesamtbilde aber wieder dell Eindruck plarckos gehäufter lokaler Unternehmungen macht. Das Artilleriefeuer schwoll an bei Re live Chapelle und Loos. fern er bei Lens, und war besonders stark im Sommegebiet, nördlich der Ancre bei Commeoourt, wo scholl gestern die Zunahme benlerkt wurde, sowie bei Serre und Beaueonrt, wo es zeitweilig die schwersten Grade des Somme-Trommelfeuers erreichte. Hier hielt die Beschießung die ganze Nacht hindurch an. Stark unter Feuer lageir ebenfalls die Ab schnitte Gauevurt-L'Abbaye, Sailly und Bouchavesnes. Auch bei FresneS nlld BeauvraigneH war die Zunahme des englischen Munitionsanswandes unverkennbar. Die Franzosen ilnterhielten lebhafteres Feuer am nordwestlichen Teile der Berdllnfront westlich der Maas, in den Cötes Lorraines und in den Südvogeseil bei Obersept und mr der Doller. Die Engländer unternahmen heute früh, außer einem gescheiterten Patrouillellvorstoß im Artois bei Roclincourt, je einen Angriff bei Serve und zwei Stunden später bei Beau-- court — beide mißlangen. Bei dem zweiten liehen sie . fünfzig Gefangene und zwei Maschinengewehre in unserer vand. Dagegen halten zwei unserer PatrouillenuMerneh- mungen in Lothringer! vollen Erfolg, ohne uns Verluste zu kosten. W. Gcheuermann, Kriegsberichterstatter. vie am l«. Januar veröffemlichte vekanntmachung über Sranntwein aus wein dom 9. Januar 1917 bezweckt, das Brennen gezuckerter Weine einzu schränken, sowie überliaupt dem Abbrennen von Wein Sckranken zu setzen, der bei der herrschenden Weinknappheit in- ivlge der schlechten Ernte und des Wegfalles der ausländischen Zufuhr im allgemeinen Interesse zweckmäßiger als Trrnkweiu verwendet wird. Gleichzeitig soll ein Teil des Trinkbranntweinbedarfs des Heeres durch den Kognak aus den bereits abgebrannten, bezw. aus den während einer llebergangszeit noch! zum Brennen zugc- lassenen Weinen gedeckt werden. Die Bekanntmachung verbietet, vom 11. Januar 1917 ab inländische Wein, sowie solchen ausländischen Rotwein mit einem Alkoholgehalt von weniger als 10 Gramm in 100 Kubikzentimeter zur Bearbeitung auf Branntwein zu erwerben. Solche Weine dürfen ferner vom 1. Februar 1917 ab nicht mehr zur Herstellung von Brannkweian Vertvendet werden. Für Wein, der sich am 11. Januar 19 l 7 bereits im Eigeirtum des Kognakbrenners befand, kann der Vorsitzende der ReÄsb rann twe in stelle (Berlin W. 9, Schellingstraße 14/15) auf Antrag gestatten, daß er in einer Ueber- gongszeil bis zum 1. April 1917 zur Herstellung von Vrannttvein verwendet wird. Diese Erlaubnis wird für .gezuckerten Wein uitb für Rotwein nicht, sonst nur in beschränkten! Umfange erteilt werden. Branntwein, der aus Wein lobet unter Zusatz von Wein hergestellt ist, darf vom 11. Januar 1917 ab nur mit der Genehmigung des Vorsitzenden der Reichsbrcmntweiustelle abgesetzt werden und muß auf dessen Verlange gegen angemessenen Preis den von ihm bezeichueten Stellen überwiesen werden. Auf die alten Bestände soll, soweit sie von den Kognak'brennereien zur Veredelung des jungen Kognaks gebranchit werden, das Uebernahme- verlangen möglichst nicht gestellt werden. Es wird zunächst nur Lieferung an Heeresstellen in Betracht kommen. Bis zum 20. Januar 1917 haben die Brenner der Reichs- branntweinstelle und dem zuständigen Hauptamt ihre mit Beginn des 11 Januar 1917 vorhandenen Bestände, gleichgültig ob versteuert oder unversteuert, anzuzeigen. Das gleiche gilt für andere Personen, die unversteuerten oder unverzollten Branntwein aus Wein mit Beginn des 11. Januar 1917 in Gewahrsam haben. Bon den Brennern sind außerdem monatliche Anzeigen über Erzeugung lind Absatz bis zum 5 des folgenden Monats zu erstatten. Wegen der imverhälttnsmäßigen Steigerung der Wein- und Ä-'gnakyreise ist stkr eine angemessene Festlegung der Uebernahme- preise für Weindestillate und Verschnitt Sorge getragen. Der Uebernahmepreis wird endgültig von dem Vorsitzenden der Reichs- branntweinftelle nach Weisungen des Reichskanzlers festgesetzt. In- -^oieweit für sogenannte Qualitätsmarken ein höherer Preis als für Weindestillate zu gebilligt werden kann, wird von dem Vorsitzenden der Reicksbranntweinstelle jeweils geprüft werden Tie vor dem 11 Januar 191.7 mit den Heeres stellen abgeschlossenen Verträge sollen zu den vereinbarten Bedingungen noch erfüllt werden dürfen: vor der Lies<-rung ist jedoch die Genehmigung des Vor- sitzenden der Reichsbranntweinstelle emzulwlen. _ Ans Stabt unb Gattb. Dießen. 16. Januar 1917. Warenumsahftenipel und Qnittungsfteuer. Am Samstag abend sprach im Saale des „Großherzog von ckhiessen" Fabrikant Reutlinger aus Ofsenbach in der „Bor- tragsvereinigu ng (KaufmäTmischer und Ortsgewerbe verein)" vor einer gut besuchten Bersammkung üb« „Warenumsatzstempel und Qurtttlngssterlcr^. Redner schilderte zunächst den Ewstehungs- M des Gesetzes, der, sich bis in daS Jahr 1881 zurückverfolgeu üilfl, um bann W zeigen, wie ein und derselbe Gegenstand bei setnem Welche gang vom llrpvodukt bis in die Hand des eigentlichen ^^^ruchcrs eine oft viclfaclie Belastung durch die Steuer cr- fährt. Dann, zum 9^'sch selbst übergel)enü, entwickelte er die beiden Begriffe „Ware und Warenlieferung" sowie den Begriff „Zal>- füll welche sich die Bestimmungen des Gesetzes aufbauen. m rclnen Händelsgcwcrbe drc ans WerklieferunaS- und -wierrverrrägen yervorgahenden Arbeiten und Liefenmgen einander gegenüber und zeigte an einer sehr großen Anzahl von praktischm ^us den verschiedensten Gewerben, lvas unter du Steuer-' Psllcht fällt und was ausscheidbar ist. Hier verweilte er längere Zeit ^Slegnnfl des Begriffs „Nebensachen oder Zutaten", er- n wen r ^ CI . 1 AuslegungSgnmdsätzen ersichtlichen Zutaten und Nebensachen teils nach dem Wortlaut der Bestimmungen, teils ln praktischen Anwendungsbeispielcn, um dann die im Gesetz voraesehcuen Befreiungen zu erläutern. Auch die uutcr deil Be- griff der Zahlung fallenden Gegenleistungen, soweit solche nickst lm gewöhnlichen Zablunasverkehr geleistet werden, sondern in Form des Gegengeschäfts, der Dienstleistung, bei Aufrechnung, der Heiin arbcrt usw. zur Verrechnung kommen können, fanden eingehende Erörterung. , Anschließend hieran folgten Ausführungen über die durch daS Gesetz dem Gewerbetreibenden crnferleatcn neuen Pflichten, Füh rung geeigneter Bücher und die Aufbewahrimgspslickst derselben, bel)andclte den auch im Gesetz vorgesehenen Fall des Fehlens von Buch^uj und lUnterlagen, um daun au der Wandtafel ein Sckstltzungsbcispicl sür^ svlck>e Fälle zu zeigen, und hieraus in zwei großen näseln eine sehr klare Form der Buchungen zu geben, ans denen am Schlüsse des Jahres entweder die zur Steuer crklärung uottvendigen Zahlungen oder die Lieferungen nnt Leich ügkeit zu ersehen ivaren, wobei auch hier wieder steuerpflichtige und ansscheidbare Zahlungen und Lieferungen bezw. Leistungen iauseinandergehalten wurden. Redner ging dann über zu der auch m das gesamte Privatleben eingreifenden QuittungSstcner, die unter Umständen auch den Gewerbetreibenden neben der Waren- 'umsatzsteuer treffen kann, sonst aber alle .'ihreise, Lelircr, Beamte, Mnsyter usw. ersaßt und allen gewisse Pflichten auserlegt und im ottchtboachttingsfalle hohe Strafen Vorsicht. Nachdem Redner noch die im Laufe des Januar nötige erstmalige Deklaration eingehend besprochen l-attc. gmp er zum Schluß noch etwas näher auf die Zurzeit von vielen Lreferanten geübte Abwälzung der Steuer auf den Empfänger ein, zeigte das Ungesetzliche dieser Maßregel, die nur in einem besonderen Fall gesetzlich erlaubt ist, und schloß mit dem Hinweis, daß die Steuer in ihrer geringen Höhe leicht zu ertragen, ein kleines Opfer für die großen Ausgaben unserer Zeit darstelle, das man der Nation nicht voreuthaltcir werde. An die klaren Ausführungen, die mit großem Beifall ausgenommen wurden, schloß sich eine eingehende Aussprackie, die noch weiter klärend wirkte. Lebensmittelmarken. Für die Zeit vom 16. bis 21. Januar 1917 haben nachfolgende Lebensmittelmarken Gültigkeit: Brotmarken der 3. Woche, gültig vom 15.-2'. Januar 1917 Buttermarken „ 3 „ „ „ 16.— 21 . „ ■ „ Fleiscbmarken , 3. „ , „ 15.-2i. „ „ Kartofselmarken „ 3. „ ,. „ 16.—21. „ „ Zuckermarken Nr. 4 und 5, gültig bis 31. Januar 1917. Seilenmarken für den Monat Januar. Alle früheren oder die zurzeit noch nicht gültigen Wlarken können nicht einqetauscht werden. GefchäftSstnndeu deS Stadt. LrbeuSmittetamteS vou 9 12 Uhr vorm., 2—4 Uhr nachm. Sonntags 10—12 Uhr vorm. Wlarkenansgabe für Urlauber. •• Beförderung. Friseur vanS Götz, seit Anfang des Krieges als Santtäls-Geireiter emein Feldlazarett zcigctcilt, iit nach vollendeter 6'/,jähriger Dienstzeit am l0. ds. 4)11$. jum SamtätS- Sergeanten befördert worden, nachdem er im Dezember 1914 znm Unteroffizier befördert wcirde und im legten Herbst daS Hessische SanilälSkrenz und das Eiserne Kreuz 2. Klasse ertzielr. ** 25jähriges Psarrjubiläum. Am 16. Januar 1917 ist Herr Dekan B a y e r 26 Jahre Pfarrer in Gießen. Da Herr Bayer mit Rücksicht aus den Ernst der Zeit jede außerkivckstiche Feier entschieden ablehnte, beschränkte sich das Fest auf eine, unter über- zahlreüker Beteiligung der Kirch'ngemeinde bereits gestern abge- gehaltene gottesdienstliche Feier, zu der die Geistlichen des Dekanats sowie Herr Prälat Dr. Selbst aus Mainz erschienen ivaren. Dr. Selbst hielt eine ergreifende Festpredig' und überbrachle dem Herrn Dekan seine Ernennung zum ,,Geistlicl:en Rat". Der Oberbürgermeister brachte die Glückivünsche der Stadt Gießen in einem herzlich gehaltenen Schreiben zum Ausdruck. — Herr Dekan Bayer l>at sich auch in den Kreisen der anderen Konfessionen durch die taktvolle Art seiner Amtsführung allgemeine Beliebtheit erworben. ** 3 6 j ci h r i g e S A r b e i t s j u b i l ä u m. Elektromonteur Wilhelm Wehn in der Heyljgenstaedt'schen'Fabrik beging an, 11. dl. Mts. sein 2'gährigeS Dienstjubilämn. Bo" der Firma, den Beamten und Arbeitern wurden dem Jubilar tffeschenke zuteil AuS d e m S t a d t t h e a t e r b u r e a u. In bei morgigen Aufführung von JbienS Schauspiel „Die Stützen der Gesell schast" ist säst daS ganze Personal beschäftigt. Die Hauptrolle deS Konsuls Bernick wird voi, Herrn W e s o l o >v s k i geneben, dein auch die Spielleitting obliegt - 9tochinals sei ausdrücklich daraus hingeiviesen, daß die morgige Vorstellung — wie külistig alle Albend- vorstelliingen — schon um 7'/, Uhr beginnt. ** THeater-Verein. Montag, den 22. Januar 1917 findet ein Operil^Gastspiel: „Tie Entführung aus dem SeraÜ" statt. Näheres siehe Anzeige. ** Philo so phenwakd. Gestern nachnrittag tmlrdc den, Publikum bei polllx'fetztrm Saale im Vhilosophemvald eine sehr anregende Unterhaltung geboten. Direktor Ramscher, der der Gießener Bevölkerung von früher her noch in gutem 5>edäch>ttliü' ist, fesselte die Zuhörer durch einige gut vorgetragene Melodramen und einen in allen Teilen gut durchgefülr-rteu Zweiakter „In Feindesland". Außerdem wurden den Anwesenden durch Jos. Vogt-Medini telepathische Rätsel aufyegeben, indem er hei verschiedenen Erperimenten die Gedanken einzelner Personen in unerklärlicher Weise ctriet und mlsführte. Allen Darbietungen wurde der gebührende Beifall gezollt. ** Ortsge Werbeverein. Ter Monat Januar ist für den Gewerbetreibenden bezw. dessen Stellvertreter um deSwill'-.n von b-esondcrer Bedeutung, tveil in dieser Zart eine Neil-e - tzlicher Berpslichttingen zu erfüllen sind, bei denen die Nickchbeachtung der in Frage kommenden Bestimmungen für den Hairdwerker empfindliche 9üachlt'eilc zur Folge l-at. Es kommt dabei besonders tu Frage die U m s a tz st e u e r (letzter Termin 31. Januar 1917), die L o h n- nachweisung an die Berufsgenossenschaft (letzter Termin 11. Februar 1917), Antrag wegen besonderer Veranlagung zur Selb st Versicherung (letzter Termin 16. Februar 1917) usw. Um die Geiverbetreibeudcn nach Möglickikeit vor Nachtcilieu zu bewalden, hält der hiesige Ortügewerbeverein für seine Mitgliedes und deren Angehörigen am Dienstag, den 16. Januar l. Js., abends o l U Uhr im Gewerbchaus Kirchstraße, eine Besprechung der Aufgaben diw Handwerker im M o - nat Ianuarab. Eingeleitet wird diese durch ein kurzes Referat des Leiters der neuerrichteten Handwcrker-BeratungS^ stelle. Außerdem wird Reallehrer HaggeumMer über die Besitz- und Kriegssteuer bericht ein Anschließend an das Referat ist eine entgehende Aussprache vorgesehen. Auch der Besuch der Frauen der einberufenen Mitglieder ist besonders erwünscht. M u s ch e l f l e t s ch. 'Morgen Dienstag findet von vormittags 8 Uhr au in den Marktlanben Verkauf von Muschelfleisch statt. Muschelfletsch ist eine nahrhafteste Volksspeise. Landkreis Gießen. ** Hansen, 14. Jan Feldwebel F r e i t a a , ein geborener Hänfener, jetzt Steueraufseher in Vilbel, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. —ro— Hungen, 15. Jan. Die in unserer letzten Nummer gebvachtr Notiz von dam Tov des Ersatzreservisten Julius Klip- stein, der laut vorliegendem ärztlichem Attest einer Lungenentziin- dnng erlag, ist dahin richtig zn stellen, daß der Verstorbene zwa. wt der ersten Verhandlung zu 4 Ja Irren Gefängnis verurteilt ivor- den nmr, diese Strafe aber insolae Revision vom Kriegsgercchr in Frankfurt auf 2 Jalne und 9 Monate reduziert wurde. lSerne Strafe lväre daher im nächsten Jahre verbüßt gewesen. Ter mis dem Leben Geschiedene lvar übrigens als guttmttiger junger '.'bann bekannt und als solcher auch beliebt. , „ LJ Lang-GAnß, 14. Jan. Dom Pionier Heh. Böller v., Maschinengewehr-Kompaguie 162, 3. Zug, 8. Ers. Div., wurde Dt« Hessische TapfeikeitSmedaille verliehen. DaS Eiserne Kreuz wurde ihm bereit« vor Weihnachten verliehen. , . *' Lauter, 14. Jan. Pionier Wilhelm W t e ß n e r hat bei der 7V. Reserve-Pionier-Kompagnte daS Eiserne Kreuz und vte Hessische TapferkeilSinedaille er,vorben. — Unteroffizier Ern!» Z ^ "i m e r von der Bing, der einen Bauchschuß erhielt, geht m einem bayrischen Lazarett seiner Genesung entgegen. Oppenrod, 14. Jan. Dem Fahrer Heinrich n' 1 ’' wurde am 22. Dezember 1916 das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. " Queckborn. 14. Jan. Als Meldereiter hat der Gefreite Heinrich Albert die TapserkeitSmedaiNe erhalten. - Unterossizler Johannes Röder, der wegen einer in seinem Beruf erworbenen Steifheit der Hand die ersten IX KrtegSjahre nur Rekruten ausbilden und an Lazaretten dienen mußte, hat sich trotz deS Hand- iehlerS als tüchtiger Krieger bewährt und ist mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden.— Musketier Otto Werner, der in der 2. Komp. 117 steht, hat sich die Hessische Tapferkettsmedaille erworben. -I- Stein bach. 16. Jan. Der Sohn unseres OrtSgeistlichen, Obermatrose Kurt Köhler, MesechtSrndcrgänger aus eitlem Unterseeboot, erhielt zu Neiijahr die Hessische TapserkeitSmebaille, nachdem er im September vor. Js. schon da« Eiserne Kreuz 2. Klasse erhalten hatte. M. Treis a.L., 12. Jan. Borgrsteru abend fwitti' unsere 5K npcriibc die Freude, eilten großen Teil des für zwei läge zur Schresiübung ltzerl-ergekvnnneueu ErsatzbataiNous des Gießener Re-' ginrents in Notyuortteren aufzunehimm, um den Mannschaften den Weg rwch Gießen und zurück zu ersparen, Tie Soldaten tvlirdcn nt allen Häuseni aufs Beste crufgeuommen und bewistet. Gestern abend sprach m einem Adeudgottesdieust in der hiesigen Kirche der Vereinsgeistlick^' für Inner,' Mission, Pfarrer Memmert< Darmstadt, in l-öck)st anschauliche!' Weise üIttt die Arbeit der In» nereu Mission im Kriege, und wies besonders auf die Bestrehnngeu und Erfolge hin, die Kriegsbeschädigten durch Anlieririmg zit c>asfen- der Tättgkeit wiedi'r zu vollwel-tigeu Mitgliedi'rn des Staates zit wachm. Die zahlreich ^rsammelkm worin über das Gehörte, das ihueli eineu Blick in bisljü'r unbekannte Gebiete gcioährte, sehr befriedigt und bezeugten ihre Dankbarkeit durch eine ansehulickiie Spende für die Krnppelfürsorge. Kreis Lauterbgch. § L a n z e n h a i n , 16. Jan. Bo» schwere m Leid betroffen ivurde die Familie drS Karl Jöckel I. hier. Vor weniaen Tagen wurde ilir die Nachricht zuteil, das; ihre beiden Söbne Otto und Vhilivp, welche beide in einem Regiment und in einer Koin- vagnie "anden, am dem Schlackitielde gleichzeitig den Heldentod fürs Vaterland aesnnden haben. Beide waren in früheren Kämpien jeder schon einmal verivnndet - der älteste beim Vormarsch im August 1914, der jüngste vor Koivno in 1916 — und hatten sich nun znsannnen frenvillig znin Rcscrve.J>ifa,lterie-9tcgt. 9tr- 263 gemeldet. Kreis Schotten. 8 H e r ch e n h a i n , 15. Jan. Laiidsturmmann Hch. Adolph in der 2. Komp. Jnf.-Rgt. 118 erhielt die Hessische TapfcrkeitS- tnedaille. n. Schotten, 1b. Jan. Unter den heimatloseu llrtaube-rn, die durch den Verein „Lelirerlieim VogelsbersH' für die Dauer ihres Urlaubes im Lchrerheim eine angenehme Heimstätte fanden. u>ar auch ein heimatloser Südungor, der sich als KriegSfrciivilliger dem R e s. - I u f. - Re g t. 1 16 angeslchLossen hattz'. Ter noch niclü 16jährige Kristos Höffner, in der KvillpaMie kurzweg der kleine „Stefsan" genannt, pürschte sich bei dem Uebergang von Seinen^ dria 1915 an unsere mUmüttgen Hessen heran und ließ sich weder durch Gewalt noch durch gute Worte vertreiben. Seine Eltern, beide von deutsckn'r Mstammung, ivaren tot — der Vater in Serbien als österreichisch-ungarischer Kämpfer gefallen, die Mutter gestorben. So machte der kleine „Stefsau" den Feldzug in Serbien und Mazedouieu mit und leistete als Dolmetscher er kann deutsch, iBigarisch, bulgarisch und serbisch — der Kompagnie manch glttcn Tieilsß Nacktem er jetzt seinen erstcm Urlaub gehabt und im Lehrcrheim seine ersten deutschen Weihnachten gefeiert, ist er dieser Tage mit seinen Kameraden, die sehr um den kleinen Bundes- genossen besorgt waren, ivieder zn . seinem" Regiment abgereistl Kreis Fricdberg. = Friedberg, 14 Jan Der Fachlehrer der hiesigen (^rosih. Obstbauschule, Garleniuspektor Karl John, ist nach schiverem Lstden aestorben. In !hin verlieren die Obstzüchler OberhessenS einen ihrer bewährtesten Berater, der in mehr als 25jähriner Tätigkeit lür den Obstbau Hervorragendes geleisiet hat. Auch als Schriitsteller und Redner ivar John in den delitschen Obslzüchterkreisen p,"p neschätztr Persönlichkeit. Starkcnburg und Rheinhessen. -- W o r m s ^ 14. Januar. Um ein Huhn. Der tvelt- ersA.ütterndl' Streit um das Eigentnnisl>'cht an enunn Huhn lx'- sckästigte daö bemück-ibarte Amtsgericht L. sckMi sott Monat.-.n Tnrct! sieben 5>c!-ick>tövcrl>astt>lungeu wurde das arnw „Hinkel" scklvu gescküepvt. Zivei Recküsanwälte, fünf Sackwerständig. und eine Legron Zeugen müht-Al sich, bis jetzt um das Tier vergebens' Nc>ch> immer ist die Eigentums,rage ungeklärt. Das Huhu das c\ua\ reellen Kciegswert von 3 Mark besitzen dürfte, lmt jetzt lu-rcita seinen Wert um 5900 Prozent gesbeigctt, da die Gericht.'ckvsten sch>on aus 159 Marck gesttegeu sind. In dieser Summe nicht inbe griffen, sind aber die Lckröme von Tinte, dit Dntz i „ r obstes brachte den LondgiMveinden des Kreises tm ^Knnr! inlv eine Einrrahmc von 31 957,99 Mk., gegen 30 314,35 Mk h„ ' iahre. An der Spitze steht wie gewöhnlich die Gemeinde »eHLHiu mit einer Einnahme von 3222,70 Mk. gegen 1846,10 TOM» unf Die Stadt Marburg erzielte aus dem Vt-rkaus des ftäbrtfrhnVV,r -. im Jalire 1916. wie schon früher mitgeteilt, die noch nicht ^ Summe von 2981,60 Mk. gegen 1927,10 fall, jm Jahr.- ^ Seit einigen Tagen sind hier und im ganzen oberln-sttsch^, m , ' " lande erneut gewaltige Schneemassen Wild kommt aus den Wäldern bis in die Nähe der Ortsch^k. wurde bei Bracht im hiesigen Meise ein großer Keiler erleg " ko. Aus dem R Hein g au. 14. Jan. Au« do... , gehenden Rhein wurde ln der Nähe von Eltville ein led-..!> . aufgesischt und von dem Metzgermeister Fas,Hauer aeschl»^. . Me & ra. Gladenbach. 16. Jan. Bereit« unter b*,n w», L r n r andgrgst Philipp I. — dem Großinüttgen wlirde am Gladenbach ein Silberbergwerk betrieben, lkirchh, en erg i) P i Ausbeute lieferte. Aus dem dort gewonnenen gute Kassel ReichStaler geprägt worden, ^so tm Bergwerk b/« bach gefallen-, lesen wir in einer alten Auszeichnung bladen- «reis Bus lugen. 4 Crtcit'Bterg, 13. Jan. betrete Hermann rantz. ;?KC^ett in einem ikj-yarett, erbrdl wegen besonderer Tapferkeit vov Lew Feinöe daS Eiserne .skreuz. Ansttilo d^S am 1 Januar' dieses Jahves in den Ruhestand getretenen Kations Vorstehers Nücherntzäjer tourdc der Stationsauffe^er Schneider von Ha- nrnr-Pulvenabvik hierher versetzt- Tir. von dem hiesigen Zweig- neoeör vom Rot^n Kveuz in Verbindung mit dem Frauenverein und den angeschlofseneu 12 ^rmwinben vor Weihnachten zusamnien- (Sftrittc EmheitSkiste erhielt die 3. Kompagnie des Infanterie- ^-gchwutes Nr. 433. In diesen Tagen girrg ein in sehr herzlichen ^Warten gefallenes Dankschreiben des WompaaniefÜhrerS für die schönen Pfoten Im den Spendern ein. Andere Weihnackstsgaben des ^Fvau-enverems l-ttte oas Referve-Infanterie-^stegiment Nr. 3 er- tjidfrn, loelches ebenfalls ein herzliches Enrpfangsfchr eiben sandte. Kreis Schotten. %. A ii sdem oberen Vogels bcr g. In Nr. 4 uns. Blattes 'verchstmtlich/ten unr an dieser stelle eine Notiz, tvotiach in einer gemein oe des Kreises ein Gemeindebullc beim Schlackten er- ionosselt wurde. Die betreffende Notiz war irrtüinlich unter die Rubrik Schotten gestellt worden. In dem betreffenden Falle handelt & sich mn eine (Gemeinde des Kreises Laulerbach. Starkenburg und Rheiuhessen. Das Führenunglück auf dem Main- Klein-Krotzenburg ^Hessen), 14. Jan. X. Klein-Krotzenburg ^Hessen), 14. Jan. Bei einem fäüncn mtr.liUf aut hem Main sind, wie heute fchtgestellt werden Jfmmte, nunmehr 16 Personen ums Leben gekonrnren. Durch Hochwasser des MainS wurde ein ^loot benutzt, das als .Höchstt delasttmg 20 Personen Platz gewährte. Gestern nrorgen war das > Fahr-eua jtaff: besetzt, es wägen wohl 26 Personen darauf geivesen tsern. Der 40 Jahre alte Fährrnann Pettw Kämpf hatte Mühe, 11 -r. - tZfafammg y\i über- \um die gerade an der Uebc-rsetzungsstelle starke Ström hwindeu. Etwa 15 bis 20 Meter vor dein jenseitigen llfer, geriet das Boot ins Wanken und nun versuchte einer sick> an dem anderen sestzuhalten, da infolge der Ueberftillnng des Fahrzeuges keinerlei Sitzgelegenheit vorhanden war. Dadurch,! kam das Boot, das Mff einen Baupmhl festglffahren war, zum Kxmtern und schlug um, lalle Insassen mit sich reißend. Laute Hilferufe ertönten, aber .erst nach) etwa eirrer viertel Stunde zeigte sich tatkräftige Hilfe, ^da zu so früher Stunde rwch, niemand auf den Beinen war. Der .Hilfe gelang es, rnehrev' ans Ufer Geschwommene herauszu-i ziehen, dock) der größte Teil wurde, obwohl des Schwimmens jkundig, durch den reißenden Strom mit fortgerissen. Sie fanden .alle den Tod durch! Ertrinken. tfhrt ebter Frau g^'lang es, sich in ihrer Todesangst an dem ivieder aufgerichteten Boot fest-zuklam- mern, das einige Nieter abßftts der Unfallstellc ans Land stieß. >}umgrerm wurde ein jurrger Bremser von eurer lern t Ohnmacht befallen und von seinem Sitze in stürmte unbem den Main. Den ganzen Tag galt er als vermißt. Erst nach langem, vergeblichem Suchen .fand man den Unglücklichen am "KoM Abend noch immer besinnungslos bis zum > -Klopfe im Wasser liegend vor. Er war vollkommen erstarrt und Rau gefroren. Ter Lederanzug hatte das Wasser am Eindringen gehindert und so den Mann vor dem sicheren Tode bewahrt. Man hofft den Verunglückten, der nach, dem Krankeühause überführt werden mußte, am Leben zu erhalten. - Frankfurt a. M., 12. Jan. Auf den Namen seiner siebenjährigen Tochter betrieb der Autohändler Mbert Bühler ein schwunghaftes Buttergeschäft in Frankfurt. Tie Butter hierzu schmuggelte er im ^bayerischen zusammen, er kaufte sie billig ein und gab sie hier für 0 7 Mark das Pfund an seine ^Kunden" ab. Für diesen Wucher bestrafte ihn die hiesige Polizei mehrere Male empfindlich). Für die Schmuggelei, bei der er kürzlich im Würzburger Balpihof gefaßt wurde, erhielt er jetzt vom dortigen Schöffengericht 1000 Mark Geldstrafe oder 200 Tage Gefängnis zudiktiert. Ter Amtsonwalt hatte 2000 Mark beantragt. Höchst a. M., 12. Jan. In einer hiesigen Schulklasse mußte am Donnerstag der Unterricht ausfallen, weil es zu kalt war. Das Thermometer zeigte 6—7 Gmd unter Null. Zunächst schob man die Kälte der schlecht arbeitenden ^Zentralheizung zu. Dann aber stellte es sich heraus, daß die Schuljungen kurz vor Beginn des Unterrichts alle Türen und .Fenster des Schulsaals aufgesperrt und das Thernrometer ins Freie gehängt hatten, um einen schulfreien Tag für das Rodeln zu bekommen. Sie hatten ihren Zweck erreicht. [] Marburg, 13. Jan. Unter dem Vorsitz de- Landgerichts- rats Geh. Iusttzrats Tilemann finden am nächsten Dienstag und Mittwoch hier SchwnrgrrichtSsihungen statt. ES handelt sich diesmal nur um zwei Fälle, und zwar um Dlnklagen gegen den Korbflechter Will). Taust aus LaaSphe wegen Notzuchtversuchs und gegen die polnische Arbeiterin Ehefrau Helene Gabriel auS Nopperhausen wegen Kindesmord. B o m F e l db er g, 14. Jan. Auf den T au nus h ö h e n ist nunmehr der Winter mtt aller Macht eingekehrt. Vom Samstag abend bis Sonntag mittag fegte ein Schneesturm über die Kuppen, der die Schneedecke durchschnittlich auf 40 Zentimeter Höhe brachte, an freicm Stellen jedoch Schanzen von^ fast Meterhöhe austürmte. Dem Schneesturm folgte ein dichter, fast undurchdringlicher Nebel, der gegen abend verschivand und hellem Wetter mit einer ausgezeichneten Fernsicht Platz machte. Ter Feldberg war am Sonntag das Ziel ungezählter Wanderer, Rodler und Schn.ecschuhläuser. Alle drei Häuser ivaren vom ftühen Morgen an stark besucht. Tie Sch)neesportler kamen reichlich auf ihre Kosten, da die Balten ein ausgezeichnetes Geläuf boten. Sowett bis jetzt bekannt wurde, kamen Unfälle nennenswerter Art nicht vor. Nnr ein Schneeschuhläuser zog sich bei einem unglücklichen Sturz einen Rippenbruch zu. Gerichtssaal. X .Hanau, 14. Jan. Vor der Strafkammer l>atte sich vorgestern und gestern der Inhaber einer Wurstlvarensabrik, Metzger meistcr Willwlm Heil manu, in Hanau, toegen grober Verstöße gegen das Nohruugsmittelgesetz zu verantworten. Mehrere Personen tvaren nach dem Genuß von Wursttvarcn, die aus dem Heilmannschen Geschäft sta mutten, unter hefttHen Leib- schmer-en und Erbrechen erkrankt. Eine Revuron oes Getcyatts- betriebs ergab, daß in dem Betriebe fortgesetzt größere Mengen von Därmen und Flechsen zur Wurstberettung Verwendung gc- ünden hatten, daß auch schlecht gereinigte und verDorbene Ware hierzu benutzt und die Wurst trotz Kennttris dieser Eigenschaft an die Kundschaft verkauft worden war. Auch vie Sauberkett tnt Betrieb ließ manches zu wünschen übria- ^er in cm Lazarett gelieferter Ware mußte dem Angeklagten zurückgeschrckt weichen. Darauf wurde chm die Lieferung entzogen. Der Angeklagte meinte, er habe nicht in geroinniüchtiger Absicht gehandelt, ondern sei nur bestrebt gewesen, im Zeichen der Knappheit dem Publikum etwas zu bieten. Stets sei er bemüht gewesen, nur gute Ware zu liefern, und diesem Prinzip auch wahrend des Krieges, in der für das Metzgergewerbe besonders schwierigen Lage, treu geblieben. Tie Beweisaufnahme )oar für den Anaeklagten Nicht günstig, doch wurde auch sein leidender Zustand in Berücksichtigung gezogen. Das Urteil lautete auf 3605 Mark Geldstrafe. Lingeiandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktwn dem Publikum gegenüber kemerle, Verantwortung.) Die Zeit des Rodelns ist gekommen! Mehr denn je muß jetzt der Jugend die Möglichkeit gegeben werden,, durch Ausübnnq eines gesunden Sports, mie Rodeln, den Körper zu stahlen. Wie groß der Drang dazu ist, konnte man Freitag in den Abendstundeii f - - - ..i*W f a rt\ \ mi «V>1 CCYl T bei Hunderten von Kindern und Erwachsenen beobachten, _ , Rodelschlitten von der ob. Ebeli'traste herab über che,Wilhelmftraße, fast bis zur Liebigsttaße dahimöusten — trotz' erlaftenen Bewots. Sollen sie denn tvirklich alle bis nach dem Euleukoch wandern " Warmn gibt man nicht einige Straßen oder wenigstens d« Eb^- sttaße für chesen gesunden Sport frei? Andere z>tatte,%. B. Elberfeld, sollen es längst getan haben. Man verwehrt es der Jugend ia b'A, in endlich tmr brr Ving -nfcfnn Uiche Meteorologische Beobachtungen der Station Gietzen. ||s - Jan. | §o .5 1917 jj — 1 ft Vt LL ev 3 "cj S " 5S v tu S .2« 1| S t *0 j-» /O 1 *15 ‘G f Ai o o S s 5 Ssä «QOj* a ot Wetter 14. 2»i! - u 4,5 91 10 Bed. Himmel 14. 9”P — — 0,8 39 91 — — 10 15. 7 '1| - - 1,3 3,6 85 8 Bew. Hrmme/ Höchste Temperatur am 13. bis 14. Jan. 1917 — 2,1 * C. Niedrigste „ „ 13. „ 14. „ 1917 — 1,1 C* Sliederjchlaq 0,5 mm. Die GoldankausfteAe in fmt Konnten der Bezirksfpattafse Gießen ist morgen von 2 bis 4 Uhr geöffnet. Naoh kurzer, schwerer Krankheit verschied am 6. ds. Mi«, im Reservelazarett 2 Spandau unser innigstgeliebter, braver Sohn, unser guter Bruder Earl Becker Grenadier im Oarde-ficrenadier-Reglment Nr« 5 im blühenden Alter von 18 Jahren, versehen mit den heiligen 8terbosakramenten. Namens der trauernden Familie: Hecker, Hilfsgerichtsschreiber. Giessen (Steinstr. 17), den 14. Januar 1917. Allen Verwandten und Bekannten hierdurch die traurige Atitteilung, dast mein lieber Ältann. der trcnsorgende Vater seiner Kinder, unser lieber Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Die Bcerdiffunpf findet am DienflOijr, auf dem Neuen Fri den 16. Januar, 4 IJhr nachrn.. edhofe statt. 1479 Theater-Verein Montag, den 22. Januar 1917 Opern-Gastspiel Ortsgkwerlicvrrciii. Dienstag, den UI. Januar 1. IS, abends H'U Ubr Im KomiHC.he Oper ln SzenlHcho I.elturig: Herbert Wtock. SoliHten: Melitta Heim. Au#- OesHor, Herrn. Schramm, 11erb. Stoe!< (Frankfurter OpernhaiiH), Mar#, tteling SrhJlfer (DarmHlildtor Ifoftheater). Orchester und Chor (Frankfurt). 4671) AnfnnK 7*/« Mir. Knde «« «« »» 10 Uhr. Diarien verkauf und Texte hei Ernst Challi er (Tel. 671) l'relN« »Inr flk. 5.— I»i« iffk. K — Gewerbebanc« (1 Treppe hoch), Referat von BernfS- genossenschaftssekietär Kirchner itber die'Ausgaben fiir den Handwerker im Ntonat Januar und Jieat- tehrer ^>aggcumiillcr über BestN und KricgSsteuer. Anschließend: Aussprache. 477DJ Der Vorstand. G. F. F Die für heute abend äuge sagte Uebnna in der Turn ha lle d. West - An l age sä ll l ans DaS Kt 472!.! ommando. Sdhiwapz-Weiss-Theater SrltcrM- wc(£ HI. l t roKi , ain | n vom IHenwtttg 10. — Inkl. 10. Jnnour: I\I orillMrIirr 11701 KiiiimI film. Ludwig Volk im Alter von 41 Jahren, am 13. Januar morgens 8 Uhr, nach langem, schweren Leiden sanft in dem Herrn entschlafen ist. 100312 Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Marie Bölk und Kinder. Gießen (Lahnstr. 14), den ll>. Januar 1917. Die Beerdigung findet Dienstag, nachmittags SVs Uhr, von dem Neuen Friedhof aus statt. Alltiiistchtndcr Herr sucht bet kleiner Fam. oder du*. Dame fein u. gemütl. mäbl. 2. biS 3.Zimm. W. Gegebenenialltz kann ge- meiufamc Ncumietuug ein. geeigneten sä)ön geleg. Wohnung in Frage kommen. Schriftliche ^Angebote unter 163 an den Gieß. Anzeiger. Tücht.Mädchenper15.Febr. gesucht. >00258 ii B . Stell, Neustadt 6. 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