Hr. 9 Der Sletzmer Anzeiger erscheint täglich, ander Sonntags. — Beilagen: Otetzener ^aitiilienblätter; Kreisblatt fflr den Kreis Liehen. Bezugspreis: monatl. 90 Pi., viertel- iätirl. Mk. 2.65; durch Abhole- u. Zweigstellen rnonatl. 30 Pf.: durch die Post Mk.3.45 viertel- jährl. auüfchi. Lestellg. Fernsprech - Anschlüsse: iürdieSchristleitung112 Verlag,Geschästsstellcbl Anschrist für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen. Erstes Blatt lür. Jahrgang ietzener Anzeiger Donnerstag. Januar \9\Z Postscheckkonto: Frankfurt a.M. N586 General-Anzeiger für Oderhessen r von Anzeigen du» Tageonnrnmer dis umrNaclunittaa vorher, -eilenpretr, s. Anzeigen: o r t l i cl) 20 Pf.. Vermietungen u. Stellenge- snche löPf., a nSiv ä rt» 25 Pf., b Piatrvmscvrüt 80 Pf., Nellamen 7b Pi.» bei Platworschriit 90 Pf. Hanptschrittleiter: Aug.^ Goelz. Verantwortlich für Politik u.Feuilleton: Bankverkehr: Aug. Goeh. Stadt und «ewerbedank SIkften Land, Vermisch, kß>u«Ke. richtssaal: Fr. R. Ze»u. AwiIIingsru»i»driick u. Verlag: vrühl'sche Unlv.-Viich- u. Steindruckerci R-Lanse. Schrift'eitnng. SeschSstsstelle ».Yriickcrei: Schulftr. 7. Die Buffen Ifliifer den Zereth znröcheworsen. Trep 0 W§ 5Lurz. (W TB.) G r o ß c s H n u p t g u a v t i c r, ! 0. Januar. (Amtlich.) West licher Kriegsschauplatz. Bei Sturm und Regen blieb die GiftchtStätigkrit gering. Rur an der Ancre lebhafte ArtilleriMmpse. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des GeneralfeldmarschallS Prinzen Leopold v o u B a v e r n. Starte russisch? Angriffe südwestlich Riga, sowie zahl- reiche Vorstöße kleinerer Abteilungen zwischen Küste und Raroczsee blieben auch gestern ohne jeden Erfolg. Front des G c n e r a l o b e v st e n Erzherzog Josef. Vergeblich versuchten Russen und Rumänen die ihnen entrissenen Höbrnstellungeii beiderseits des Susita-Tales zu- rückzugewinnen. Unter blutigsten Verlusten scheiterten die mit starken Kräften ausgeführten Gegenangriffe. Nördlich A n d s ü d l i ch d e s C a {i n u X a l e s w u r d e d e r F 1 1 nd weiter zurückgctriebe n. In den Kümpfen der beiden letzten Tage fiel eil sechs Offiziere. 9 0 0 M a n n u tt d drei M aschinenge w ehre in unsere Hand. Heeresgruppe des Gcneralfcldmarschg lls von Dt a ck e n s e n. R ö r d l ich v o n F o c s a n i gelang es uns, auf dein lin- !kcn Putna Ufer Fuß zu fassen. Zwischen Fo c s a n i und Fu n d e it i zw a n g e n w i r Den geschlagenen Gegner, s e i n e S t e l l u n g c u hinter der Putna aufzugebe n und hinter den S e r e th z u r ü ck z u g r h e n. ■> 5 0 G e fang e t; e w lirde u eingebra ch f. An der R i m n i e n l S a r a 1 M ü n d u n g hielten wir im Angriff errungene Fortschritte gegen mehrere feindliche Vorstöße. Al a z e d o n i s ch e Front. Nachtangriffe an der S t r u nt n wurden abgewiesen. Der Erste Generalauarticrineister L u d e n d o r f f. * Der Abendbericht. Berlin, 10. Jan., abends. (WTB. Amtlich.) An dnWestfront stärkeres Feuer nördlich der Ancre. In Rumänien Lage im allgemeinen unverändert. Der rrlssische Ministerpräsident Trepow, der erst am 24. November bis.dahin wgr er Perkehrsminister - zum Nachfolger Stürmers ernannt worden war, ist wieder gegangen, und wir stehen vielleicht vor einem neuen System- wechsel. Stürmer war bekanntlich beseitigt worden, weil ihm der Führer der liberalen Partei, Miljukow, in der Duma offen vorgehalten hatte, er arbeite ans eilten Sonderfrieden hin. Diesen Sonderfrieden will der Z a r nicht, aus den alle möglichen Einflüsse einstürinen,'der die Wahrheit nicht kennt und dem die reale Lage verschleiert bleibt. Wir kennen seine hiochmätigen Reden, in denen er sich eigensinnig auf den Siegestraum festgefahren hat, der sich doch nie verwirklichen lassen tvird. Auch, Trepow hatte den unversöhnlichen Ton anschlagen' müssen, und nun ist es überraschend, das; er doch so schnell wieder aus dem Amte scheidet, unter Anzeichen, die kcinesloegs auf Wohlwollen seines kaiserlichen Herrn schließen lassen. Trepow hat in der Duma einen Zwang ausgeübt, der sich zuerst in der Einheitlichkeit zeigte, mit der das Parlament für die Fortsetzung des Krieges, die „Zer- sänne tterung" bes Gegners, absti mutte, indessen mittlerweile AU Unstimmigkeiten, zmn „dicken Ende" geführt haben mag. Das „dicke Ende" besteht wohl darin, daß in Rußland Enttäuschung und Kriegsmüdigkeit: eingezogen sind. Das ist nach den Niederlagen in Nnma- ; itic.it, nach der für d-ie russische Front bedrohlichen Lage, kein Wunder. Londoner Zeitungen haben schon vor kurzem auf 'die Möglichkeit weiterer Veränderungen im russischen Mini- ; sterrum hingctrnesen. Der „Daily Telegraph" schilderte a.n- lschaulich dos Treiben in den führenden Schichten, ein Mi- ' trister intrigiere gegen den anderert, täglich fahre das eine »oder andere Mitglied des Ministeriums'in'das Hauptquartier des Zaren, um einen Kollegen anzuschwärzen und dessen Verabschiedung dem Zaren nahezulegen. Und alle finden, so hieß cs weiter, bei dem Willensschwächen Zaren, der selber kein festes Ziel vor Augen hat, sich nur von Stirnmuilgen treiben läßt, Gebär. Und die Folge davon ist, daß keine Woche vergeht, ohne daß ein Ministerwechsel stattfinde. Der „Kvkokok" klagte in einem Leitartikel vom 19. Dezember darüber, daß der dLihilismuS die gesamte Intelligenz, die ganze Gesellschaft, beide Häuser der Duma, ja selbst die Reihen der äußersten Rechten ergriffen habe, indem er die allgemeine Ermüdung und Enttäuschung sich zunutze mache. Wer und was nun in Rußland Trumpf werden tnag? Wir Lönnens vorläufig nicht wissen. Ob lvir ntii* dem neuen Wechsel dem Frieden näherkommen, kann bezweifelt tverden. Selbst der „Vorwärts" warnt in dieser Beziehung vor Jlltr- sionen. Im „Tag" lesen wir: „Es ist sehr wahrscheinlich, daß der nunmehr znm Ministerpräsidenten berufene Fürst Gal i tzi n der dem Reichsrate an gehörende Fürst P. D. Ga- litzin ist, der bisher keine große politische Rolle gespielt hat, für einen Mann von gemäßigt konservativer Gesinnung gilt tmb nach allem, was von ihm bekannt ist, das Placet des Herrn Bnchanan (des englischen Botschafters) wird. Der ausscheidende Unterrichtsmitrister Ignatiew gehörte der liberalen Richtnng an. Fürst Galitzin gehört zu den eifrigsten Vertretern der landwirtschaftlichen Interessen in Rußland und hat vor einiger Zeit im Reichsrat den Aus- teBBPmxnsaamenvx^mm war \±mxi&wmnmr&wm' -rmmmMMmx! v n st a n t i n o pe l, 9. Jan. vom Ü. Januar. Au der Persischen Front hatten die ^'rteiviger von T e v l o t ''l ba d, die sich zum - Teil -ans persischen FreitoiTligeNi z'ttsmnmenfebten, die Stadt vor einigen Tagen befehlsmäßig auf.« Verbandes aus Wilsvns Friedcusnote ansfallen mag. von dort!! gegeben, nwranf sie von de» Russen beseht wurde. Durch ecin-n in tvenigstens bis zum Ausgang des bevorstel?icd.m großen Waffen der Um'gebnng von Devlet Abad unternoimnenen Angriff Oeriaxpetc ganges nicht ähnliches zu erwarten ist. Hat nr-an sich hiernach in. toir den Feind wieder ans der Stadt, der ül*er 5tK) Mann verlor den Bereitng c"t Staaten davon überzeugen müssen, daß an Frie densverhaM :i .g nicht eher zu denken, als bis die östgner im Weltkriege ihre Kräfte in einem En.tscheidun.gska.mpse troätmals ge niessen haben, so ist nur noch ein ganz kleiner Schritt zu der tveiteren Erletmtnis, daß der Friede erst winkt, toen.it unsere Gegner gezwungen sind, uns als Sieger anznerkeinren, daß also alles, was unseren Sieg fördert und beschleunigt, zugleich die Erfüllung des amerikanischen Friedenswnnscltes fördert und beschleunigt. Fo r in e n d e s Vers ch är f t c tt U-B oot-Kriege s. bei denen der Ehvenpunkt der Bereinigten Staaten voll geioach't bleibt, w> erden sich finden l a s sen , sind voratissichtlicy auch schon gesunden. Die Schlnßsolgernng liegt aus 'der Handü Thors Hammer muß mit mächtigen Schlägen zu Lande und zu Wass-ex die Pforte zum Tempel des Friedetrs öffnen!" Frhr. v. Zedlitz hat Zutritt u.no Beziehungen zu vielen Reichsämtern; es ist ihm, wie. tvir aus einer heute einge- laufeuen Dvaytmeldnng entnehmen, jetzt sogar das Prädikat „Exzellenz" verliehen worden. Er hat also wohl ein bißchen hinter die .Kulissen zu schauen vermocht und scheint zu viel Entgegenkotnineu gegenüber Amerika zl-t wittern, sonst würde er nicht in so mahnendem nttd ermunterndem Tone die stärkere Vertretung der deutschen Jtcteressen /ordern. Der öfterreichifch-ttttgarische Tagesbericht. Wien, lO. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: lO. Januar 1917. O e st l i ch e r K r i e a 6 s ch a n p l a tz. Zwischen der P u t n a = Mündung und Focsani wurde der Feind hinter den Screth zurttckgenwrfen. Beiderseits des Susita-TaleS versuchen Russen und Rumänen sich des Druckes unserer Truppen durch opferreiche Gegenangriffe zu erwehren. Ihre Attstrengnngen blieben er° Er entfloh nach Noroslen und Südosten. Wir machten 18 öte- fmrgMe. 'An der K'a n k asuö fro-nt unternahm unser linker Flügel einen günstig verlauscnten llebersall ans die Russen. Wir verfolgten den Feind bis in seine Unterstände. Er verlor ttr Todc' und Ver- Mundete. Außer einer Menge Bomben und Knegs-material a> bcmteten toir für uns interessante Tokumenw. . Kern wichtiges Ereignis an den übrigen Fwniten. Der bulgarische Bericht. Sofia, 9. Jan. (WTB.) Bulgarischer (Keneralstal»l>erirf)k Mazedonis ch e Fr ont: Englische Kompagnien verstwürn im nördlichen Teil der Ebene von Serreö gegen Barakli-Dechnmai-a! und deren Umgebung vorznrücken. Wir vertrieben sie durch Artille- riesener. An gewissm Pnuktcm dcn- Front spärliches dlrtilleeiefener von beiden Seiten und stellcvuveise vereinzelte Schlisse des Feindes. -R n nr ä n i s che Front: Ein feindlicher Monitor besckwß vom Kilia-Ann aus die Stadt Tnlcoa. Wir versetrkten durch Ar- tilleriefeuer ein feindliches Transportschiff westlich von Tnleea AttSdchttuug der Dicuftpfticht in Italien. Lugano, 10. Jan. (Zs.) Ein Erlaß dehnt die Landsturm Pflicht, die bisher mit dem 99. Lebensjahre endete, bis znm 41. Lebensjahr aus and ordnet au, daß sämtliche Dienstpflichtige vom Jahrgang 1881 an, einerlei ob kampffähig oder nicht, in der Kriegszone verwandt und ihre bisherigen Posten im Innern durch ältere besetzt werden. (Frks. Ztg.) * * * Englands Militarismus. England, das sich immer »vieder als Bekämpser preußischen Militarismus anfspielt, hat »nährend des Krieges alle militärischen Einrichtungen bon seinem Haupt- gegner übemonrmeit und findet mm augenscheinlich (Gefallen daran, denn immer unverhohlener treten Aeußernngen maßgebender Persönlichkeiten hervor, in denen ein englischer Militarismus gepredigt wird. So sagte jüngst die „Morning Pose" in einem Leitartikel, den Charakter des britischen Weltreiches sehr bezeichnend: „Das britische Reich, das sich aus Krieg aufbaute, muß durch Krieg aufrechterhalten werden." Noch klarer drückt diese Idee der bekannte Militärkritiker der Londoner Times, Oberst Repington, im dtovemberhest des „London Magazin"" aus, wenn er sagt: „Ter Krieg wird eines Tages enden, und wie werden wir dann dastehen? Wenn wir Armee, Flotte und alle unsere Hilss- Mellrn zusammennehmen, werden tvir die erste militärisck-e Macht derWelt sein. Wir werden als die Säule der Wliairz Mrerttotnfc werden . . .. . Die militärische Schwäche Englands war das Schreckgespenst seiner Soldaten eine Generation hindurch. Sie war eine beitändige^ Bedrohung des Friedens. Sie wurde schließlich eine der ersten Ursachen des Krieges. Diese Tinge gehören min der Ber- gangenl-eit an ... . Wir haben die Führung in dem Bündnis übernonrmen und die Führung Europas gehört uns mit Recht (the levdership of Enrope belongs tv usof right). Weil wir die Schlffe, das Geld und die Leute haben, werden wir niemals die militärische Vorherrschaft begehren, noch danach streben, einen Militarismus durch den anderen zu ersetzen. Wir werden in der Haupt lache eine Ozean- und eine Seemacht vor allen anderen bleiben, aber die Landesgrvnzen des Reiches werden weiterlstv dem Erdumfang gleichen und wir werden uns nicht wieder dem irrtümlichen Glauben hingi'ben, daß Seeniacht alles ist ... Unser Volk hatte und hat den Willen zu erobern (the will fco con- üuer). Darin liegt alles. Niemals, selbst in den dunkelsten Tagen, wenn unsere Armeen inr Westen halb zertrümmert vor dem Feinde sich zurückzogeit, dachten oder sprachen oder trän inten unsere Sol- daten von ^ einem anderen möglichen Ende als vom Siege. In diesem großen Geist ist der Krieg gefocksteu worden, und das Andenken an unseren unerschütterlichen Entschlüßen erobern, wird daS vornehmste Erbe sein, das Nur unseren Nachkommen hinterlallen können, den Söhnen und Töchtern von England und seiner glorreichen Kolonien."" Das Kabinett Romanones bleibt im Amte. Madrid. 9. Jan. (WTB.) Meldung der Agence Havas. Nach dem heutigen Ministerrat begab sich Graf Romano- n e Z zum König, um ihn zu bitten, die ehemaligen Ministe-rchräsidenten und die Cortes urn Rat zu fragen, um der M i ni st er kris e die bestmögliche Lösung zu geben. Die Note der Regierung besagt, die Krise sei zugleich mit der Vertagung der Cortes infolge parlamentarisck>er Schwierigkeiten entstanden, aber wegen internationaler Ereignisse, namentlich der Note Wilsons, nicht amtlich bekanntgegeben worden. Romanones erklärte, die Lage werde noch heute geklärt werden. Die Präsidenten des Senates und der Kammer gaben bekannt, sie hätten dem König geraten, das Kabinett Romanones beizubehalten. Auch M a u r a gab dem König den gleichen Rat. Basel, 10. Jan. (Zf.) Aus Madrid meldet die Agence Havas: Gras Romanones erklärte beim Verlassen des Palastes, der König habe ihn seines vollständigen Vertrauens versichert und ihn eingeladen, im Amte zu verbleiben. Somit wird das Kabinett in seiner Gesamtheit i m Amte verbleiben. Der Seekrieg. Die bewaffneten Handelsschiffe der Feinde. Berlin, 10. Fan. (WTB. Amtlich.) Eine durch Poldhu verbreitete Mitteilung der englischen Admiralität besagt, es würden von Deutschland Anstrengungen gemacht, Zweifel aus den streng defensiven Charakter der Bewaffnung zu werfen, die die britischen Handelsschiffe tragen. Die Admiralität sagt, der britische Grundsatz sei ganz klar, sie könnte keinen Unterschied zugeben in den Rechten unbewaffneter Schisse und der allein zur Verteidigung bewaffneten Schiffe. Jeder hat das Recht, sich gegen Angriffe, einen Besuch oder eine Durchsuchung durch den Feind mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu verteidigen, darf aber den Feind nicht zum 'Angriff nuffuchen, was Pflicht der Kriegsschiffe ist.' Mit einer solchen durchsichtigen Dialektik wird kein sachliches Urteil getrübt werden, es sei denn, daß man die Hülle des Wortschwalls absichtlich nicht zjn lüften wünscht. Wir stehen in einem harten Kampfe und halten uns an die Taffachen, nicht an Rasonnements. Die feindlichen Harrdels- schiffe tragen ihre Bewaffnung, wobei die englische Marine nach dem Grundsatz handelt, daß aer Angriff die b-ffte Verteidigung ist. Das ist erwiesen nach erlassenen Befehlen und deren taffächliche Durchführung, die unsere Handlungsweise bestimmen. * Berlin, 10. Jan. (WTB.) Am 10. Januar haben unsere flandrischen Seestreitkräfte den holländischen Dampfer ,^J m p o r t" (847 Br.-N.-T.), der von Rotterdam nach Lon- don bestimmt war, nach Zeebrügge eingebracht. Die Ljadung enthält u. a. Baumwollwaren, Oele und Getränke. Berlin, 11. Jan. In Amsterdamer Versicherungs- kreisen soll man den Verlust der feindlichen und Bannware befördernden neutralen Handelsschiffe in der ersten Woche des Januar auf über 100000 Tonnen berechnen. Bern, 10. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Nouvelliste de Lyon"" erstrhrt aus Madrid, daß der Hafen von Bilbao infolge erhöhter U-Boottätigkeit vollständig still gelegt sei; der ganze Hafenverkehr stocke. Man befürchte infolge Ausbleibens der Zufuhr schwere Störungen des Handels und der Volksernährung. In Corunna sind an Bord eines norwegischen Dampfers 24 Seeleute des versenkten französischen Dampfers „Alpha n s o Conseil"" und 20 Mann des versenkten norwegischen Dampfers „BorgHolm"" eingetroffen. Der „Tenrps"" erfährt, daß der spanische Dampfer „P e- tay"" auf der Fahrt von Barcelona nach England versenkt worden sei. Dem „Temps"" zufolge sind in Toulon die ersten überlebenden zwanzig Seeleute des versenkten Linienschiffes „Gaulois"" angekommen. Sie sind in ein Militärspital gebracht worden. Stockholm, 10. Jan. 'WTB.) Nach Statistiken über die schwedische Handelsflotte in den Blättern verringerte sich deren Bestandteil an Schiffen im Jahre 1916 um 102 Fahrzeuge mit 66 958-Tonnen. Der Reichsausschuh zur Prüfung der Verträge über ttrieislieferungen. Berlin, 9. Jan. (Amtlich.) In der Reichstagskom- mtssion zur Prüfung von Verträgen über ÄwiegSlreferungen, die am 9. Januar 1917 unter dem Vorsitz des Stellvertreters des Reichskanzlers ihre zweite Sitzung hielt, berichtete ein Vertreter des KriegsmimsteriumS über die Entwicklung der "Grundsätze und Methoden für Lieferungen und Leistungen im Bereiche de - Waffen- und Munitionsbeschaffungswesens i,i einem längeren Vor trage, in dem besonders eingehend dargelegt wurde, daß infolge der ungeahnt großen Anforde- rungen des gegenwärtigen Krieges oie im Frühen für den Kriegsfall getroffenen Vorbereitungen sich als unzrrreichend > erwiesen haben, wie infolgedessen in kürzester Frist alle Be-I stinnnungen geändert, zahlreiche neue Verträge abgeschlossen! und neue Fabrikbetriebe eingerichtet werden mutzten, und j daß dies alles eine große Preissteigerung zur Folge gehabt I hat, die aber jetzt durch die Bemühungen des Kriegsministt-j riums in den Grenzen des Möglichen behoben worden sei. Während der anschließenden Aussprache'übte ein sozialdemokratischer Abgeordneter an dem Besckstfffungswesen eingehende Kritik. Er bemängelte besonders, daß infolge mangelnder Voraussicht am Anfang des Krieges große Unsicher-- heit, ungeheure Preissteigerungen, zum Teil durch das Da- zwischentreten unnötiger und unberufener Zwischenp-ersvnen, und Arbeitslosigkeit eingetrefcen seien. Er forderte eingehende Vergleiche mit den Friedenspreisen und berührte zahlreiche Einzel fragen, deren Prüftrng zugesagt nmrde. Ein national! cheraler Abgeordneter äußerte Zweifel, ob die Organisation ausreichend vorbereitet gewesen sei. Demgegenüber wies der Vorsitzende daraufhin, daß die Schwierigkeiten-am Anfang des Krieges z. T. auch durch die Unsicherheit veranlaßt worden seien, die damals im Erwerbsleben über die Kriegsdauer bestanden und zur Zurückhaltung von Kapital und Kredit geführt hat; jetzt seien diese Schwierigkeiten längst behoben. ' Ein Departeinentsdireküir des Kriegsministeriums wachte Mitteilungen über die MobilmachungSvorarbeiten und den Verlaus der Mobilmachung aus dem Gebiete des Beschaffungswesens. Ein konservativer Abgeordneter knüpfte hieran die Bemerkung, daß sich aus den Erfahrungen des Krieges die Mtwendigkeit einer intensiveren Vorbereitung der wirtschaftlichen Mobilmachung ergebe. Die Aussprache wird fortgesetzt werden, sobald ein Abdruck des einleitenden Vortrages den Mitgliedern der Kommission zugegangen sein wird. Sodann berichtete ein Vertreter des Kriegsministeriums über die Beschaffung des Pionierbedarfs. Am 10. Januar wird die Kommission die staatlichen Werkstätten in Spandau besichtig en. Krlecjs?agu:ig öe$ tzarr'abunder. Berlin, 10. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Die Kriegstagung des Hansa-Bundes, die heute in Berlin in den Räumen des Lehrervercinshauses unter ganz allgemein starker Teilnahme ans allen Teilen Deutschlands stattfand, wurde von dem Präsidenten des Hansa-Bundes, Geh. Justizrat Prof. Tr. Ries s er mit einer Ansprache eröffnet, in der er der gewaltigen Arbeit aller wirtschaftlichen Stände während des Krieges rühnrend gedachte und dann aus die großen Ausgaben, die den wirtschaftlichen Ständen nach dem Frieden entstehen. Jetzt gelte es, hart aus hart zu setzen. Trotz mancher Bedenken stimme er jetzt, so führte der Redner unter jubelnder Zustimmung der Versammlung mrs, für die Anwendung aller, auch der schärfsten K r i e gs mi t te l. Der Redner schloß unter begeisterter Teilnahme der Versammelten mit einem Hock/ auf Kaiser und Reich. Die Reihe der Berichte über die deutschen Verriss stände unb bert Krieg, die Kriegsaufgaben und Friedensaussichten eröffnete Reichstagsabgeordneten Dr. Böhm c, der die schweren morgen und die Last der Kriegsarbeit in der Landwirtschaft anschaulich schilderte, die besonderes den kleimm Landnwrun und die Landsrau drückt, und der dairn die Aufgaben der deutschen Landwirtschaft in der Zukunft in großen Umrissen zeichnete. Starke Stimmung begleitete die Ausführung des Redners. Mit gespannter Aufmerksamkeit folgte die Bersanvmllrng den Darlegungen des Generaldirektors der Ludwig Löwe 6- Co., A.-G., Justizrat Tr. Waldschmidt, der die Kriegsckusgaben der Industrie, ihre Umstellung durch und für den Krieg, ihre Arbeit mit Ersatzstoffen, die neuen Methoden lind die Rationierung der Rvh- toffe, unter dem Mangel altg-eübter Arbeitskräfte, schilderte und mit einem zukunftssrohen Ausblick auf die unverwüstliche Lebenskraft der deutschen Industrie unter jubelndem Beifall die Versammlung schloß. Ter Präsident der Handwerkstatnt er Berlin, Obermeister Ra ha r dt, berichtete über die Lage des deutschen Handwerks, der Vizepräsident des Hansa-Bundes, W i t t h ö f f t - Hamburg, gab aus eigenen Erfahrungen als Leiter eines großen Exporthauses eure Tafftellung der Schikanen und Vergewaltigungen, die der deuts dyc Außenl)andel durch unsere Gegner erleidet. Am Nachmittag fanden vor einer fast noch größeren Versammlung Vorträge der Reichstagsabgeordneten Naumann und Frhr. von Richthofen über Mitteleuropa und die deutsche Weltpolitik statt. Aur dem Reiche. GeneralSbetriebsleitunge»» West und Oft. Berlin, 10. Jan. (WTB. NickMm.tlich.i Tie „Norddeutsche Allgenteine Zeitung meldet : Wie wir erfahren, hat der preußische Eisenbahmninister in Aussickit genommen, die Aufgaben der von ihm in Saarbrücken und Berlin eingesetzten Oberbetriebs- teitungen dadurch zu eriveitcrn, daß ihnen die Ueberwachung der gesamten Berkehrsbewegung in ihren Bezirken übertragen ivird. Sie sollen dahin wirken, daß unnötige Transporte unterbleiben und unzweckmäßige besser geregelt werden. Die Ausgabe soll in ständiger Fühlung mit den Berkehrsinteressenten, den .)bri«Asver- soryungs- und den in Betracht ko amtenden militärischen Stellen gelöst werden. Wo im Wege der Verständigung mit den Verkehrs - interessenten das Ziel nicht erreichbar ist, wird gegebenenfalls zu ZwaugsmaßiNahmen (Verkehrssperren usw.) geschritten werden müssen. Im Hinblick ans ihre erioefterten Beftlgnisse führen die Oberbetriebsleitungen fortan die Bezeichnung „Generalbettiebs-i leitung des Westens"", telegraphisch abgekürzt G. B. L. W. und „Generalbetriebsleitung des Ostens"", telegraphisch abgekürzt G. B. L. O. Beschleunigung der Getreideablieferungen. Berlin, 10. Jan. (WTB. Amtlich.) Die Re ichsge treibe - stelle teilt mit: Die Höchstpreise für Roggeri und Weizen ernmßigen sich nach dem 31. März um 15 Mcrrk für die Tonne. Maßgebend für die Berechnung der Höchstpreise ist der Tag der Mlieferuitg des Getreides. Nach dem 31. März darf auch in solchen Fällen der bisherige Höchstpreis nicht mehr bezahlt wenden, in denen eine ftühere Äblieserung insolge von Unfftändeir immöglich war, die die Getreidebesitzer nicht vermeiden und nicht vora.ussehen konnten. Die zurzeit schvn bestehenden großen Schwierigkeiten der Eisenbahnwagengestellung, durch die an munchen Stellen auch Kohlenmangel hervorgernfeii ivird, dürfterr voraussichtlich in den nächsten Monaten besteheir bleiben. Sie werden si^k> naturgemäß noch verschärfen, werrn in den letzten Wochen vor dem 31. Dezember von allen Seiten Eisenbahrl- wagen für Getreidcverllrdungen angefordert werden. Deshalb wird den Getreidelieserern dringend empfohlen, so schnell als möglich ihr Getreide auszudreschen und zarr Ablieferung zu bringen. Es rnnß davor gewarnt werden, bis in die letzten Wochen des März mit den Getreidelieferungen zu warten. * Berlin, 10. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Bei allen Grenzübergangsstellen findet eine genaue Prüfung des P a p i er g e l d e s der ein- nrcd ansreffenden ^Reisenden statt. Es wird daher empfohlen, zugunsten einer raschen Grenzabfertigung eine möglichst gerrnge Zahl von Sckieinen, gegebenenfalls solche von höherern Wert, mit sich zu führen. Bei dieser Gelegenheit wird auch auf die bestehenden Ausfuhrverbote von Gold- und Silbergeld hingewiesen. Nriegsbriefe aus dem westen. Von unserem Kriegsberiäftefftatter. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Die ersten Rumänen im Westen. Großes Hauptquartier, den 7. Jarruar. Als ich- heute abend bei einrr längeren Fußwanderung durch lmrpverlgebiet an einen enllegenen KleiubalMhof kam, wunderte '.ch muh über das lärmende Stimucengewirr, das mir von weitem enLgeycnjcklug. Tie ganze Dorfbevölkerung war aus den Beinen und rimstcurd den Zaun der Station, um sehr angeregt an einem Schaulptele teilzunehmen, von. dem ich einstrvcllen nichts wahr- nehmen konnte. Es handelte sich aber offenbar um mre ganz oesonoere, ungewöhickiche Sache, Vas sah ich dem Benehmen der an. Als ich, fragte, was es gäbe, erhielt ich die für das drrttt KrregSiahr bezeichne-nde Antwort: ,,Boilä, c'est Pourtaut la verrte la moumanie e)t caputte."" Dannt rvies man aus eünm. Transpott rumänischer Gefangener. Bezeichnend nenne ich diesen Ausspruch, nrcht nur wegen des im Laufe dieses langen Krieges neb,t manchem anderen in die Umgangssprache des Ostfranzosen eingedrungenen Freindwortes „kapritt"", sondern vor allem wegen oes -2tveiftick.lt es. u^elches diese Wotte aut die TenklMgsweijiö der mesigen Landbevölkerung toersen. Wir könmen oon unserem Steges sturm durch, Mrmänien berichten, tvas toir wollten. Ter lnedere Champagneban er sagt sich: jawohl, das Papier ist geduldrg. Wre soll denn das möglich fern, daß Deutschland, mit eres jüngsten Feindes mit der seiner ehenialigen Verbündeten aus den Tonaumvnavchien ist ja in den rflchnänischen Kriegsberichten^ oft hiugewiesen worden. Es hxiven überloiegeud stcrttlick>e Märmer von uns srenidattiger C-csichtsbildung. mit ziemlich aufgedunsenen Backen und Stirnen, breit und formlos verläuferrdim dunklen Brauen imd Augen, die ver au ollen oder verkuiffen schienen, jedenfalls nicht offen und frei blicken konnten. Das war der Eindruck, der sich mir ergab, nachdem ich versucht hatte, einige Dutzend detv vorüderziel-cnden Rmnänen auf das Genreiusanie und Topische ihrer Effcheiirung zu prüfen. Solch ein Eindruck ist ein vvrillwr- gehendes Erlebnis, das zu vecaltgenieiuern man sich nach dem! weisen sranzösisckten Sprichwort „ganerallser c'est sausser" lßcken soll. Meine Beobachtungen wurden auch dadurch beeinftüßt, daß ich gerado an diesenr Tage in einem Gebiete gewandert war, wo der fränkische Einschlag in der Bevölkerung besonders liervortritt und mir der selbftbeivußte Anstand der Mädchen, der Helle Blick der Buffchen und die kluge Leben satt der Allen in jedem Dorfe ausgefallen war. Danach kamen die Rumänen bei nnr vor einen voran,genommenen Beurtttler. Schneller aber, als ich gewagt hätte, ineine Meinung zu äußern, waren die svanzösischen Dorffchönen nrrt ibrer Abschätzung fettig. Tenn neben mir ries eine kräftige Landes- Tockäer ganz laut und unbeküinmett: ,pn divatt, qu'cks ont fcous des veux de euckpn, oes homines lß,"" — „man möchte sagen, daß sie alle Schweinsangen haben, diese Männer da."" Ihre Freundinnen! belachten und bekräftigten die liebenswürdige Bemettimg. Arm« Verbündete, dachte ich Es wäre nötig, euer Land in so viel LVriegs- unglück zu stürzen, mrt im ritterliä-en Frankreich diesen Empfang zu ftnden! Ich loendete mich an die deutsche Begleittuamtschaft, sächsische Landstürnter, noelche die Gefangenen auf der unendlichen Bahnfahrt quer durch «wnz Europa bis hierher gebracht halten und sie nun an ihrem nahen Bestimmungsort abliefecn sollten. Von i hnen, erfuhr ich. daß der Trans Pott aus lauter Bauernsöhnen und geleritten Landarbeitern ziusantniengestellt war, die in einigen von ihrer Bevölkerung völlig verlassenen französischen Dörfern im! Etappengebiet die Wecker bestellen sollten. .Ich fragte, ivie sie sich! denn mit ihren Gefangenen verständigten? „Nn, wir reden teuffch mit der Gesellschaft. Wer's nicht veffteht, sollls lernen. Ter Jagdhund lernt sein Kommando doch auch, und mehr Intelligenz als in einem Jagdlstind ist in den Kerlen auef) nicht."" Ganz treicherzig fulft er fort: „Sie müssen nämlich nicht l>enken^ daß wir die Leute unterschätzen, tveil wir ihre Sprache nicht verstehen. Ick) habe beim ^Bornmrsch in Frankreich gekämpft tmdi kann das' notwendige Französisch. Ich tvar in Flandern, na, das war ja für mich als Sachse nicht viel anders, als wenn ich niit Hamburgern hätte sprechen müssen. Ich Hab' Engländer nc der Mache gehabt, die konnten, wenn sie woltten, und ich Hab' ihnen dafür gesorgt, daß sie den guteil Willen hatten. Ich Hab' dann im Osten mit den Panjes auf Russisch verkehrt, und das ist ganz gut gegangen. Aber wie nrir nun nach Rumänien gemacht haben, da Hab' ich mir gesagt: Nanu ist Schluß. Diese Zigeunersprache zu lernen hast du als geboreirer Oschatzer nicht nöttg. Die sollen Deutsch lenren. Warum lvaven sie Narren und haben den iMeg angesangen?"" Mich die übrige Begleitmannschaft hatte eine schlecht Meinmrg von den Rumänen. Die Kerle seien stumpfsinnig, wie eine Herde. Große Knochen hätten sie, aber bei der ersten Arbeit lvürden alle schlapp. Arbeiten hätteir sie nicht gelernt. Als der Transpott- zing ülrer den Rhein gefahren sei, hätte man versucht, auf deutsch^ russisch und ftanzosisch den Gefangenen llar zu nmchen, tvas der deutsche Rhein sei, aber keiner hätte es begriffen, denn unter« den Fünfhundert sei keiner, der außer seinem heimatlichen Banern!- dialett ein ftemdsprachiges Wott verstehe. „Illtd einen Univeffitäts- professor aus Leipzig, der vielleicht rumänische Zigeuncrfprach« kamt, haben sie uns zu dem Transport iricht zugegeben."" Man denke sich das Bild, wie der effte rumänische 9^esan- genenzug über die Rheinbrücke rollt und die sächsisck>en Landstürmer den walachischcn Bauernkneästen llarmachen wollen, was uns,' s>er deutsche Rliein ist. Ich glaube, das ist einer jener Augenblicke aus dem Weltkriege, den erst unsere Enkel in seiner vollen Bedeutung begreifen rverden. Die Verladung ging langsam vor sich. Jnznstschen sah sich einer der Sachsen genötigt, die sich zu laut gebärdende ftcmzösischc Lattdbevölkettmg, die sich das Schauspiel mit llärnrender Neugier wie der, Transport einer Meimgerie nie gesehener Tiere betrachtete, höstichst zurechtzutveisen. Ich dachte wieder: Attne Verbündete des ritterlichen Frankreich? Denn der Sächsle sagte Franzosen in verständlichem Frmtzösisch, sie sollten bedenken, daß dies (befangene und außerdem Verbündete Jckankreichs seien. ?lher die hochaufgeschossene Bauerntochter erwiderte ihm, daß sie diese „Bstes"" nicht gerufen habe und daß es vielleicht besser gewesen win^e, wenrt Runränien den Krieg nicht begonnen hätte, da MLN dann vielleicht sckwn den Frieden hätte, llnd sie fügte, von ihreit übermüttg lachenden Freundinnen untersttltzt, keck lstnzu: „Avs sind sie häßlich, diese rumänisck)«n Dnmmköpfe, die Sie un-^ hier herbringen. Bringen Ssie ims lieber unsere Dorfjimgnr.'düi drüben in den Schützengräben liegen, die sind viel hübscher? Mer," so schloß sie kokett, „Ihr Deittsä>en seid gleick>crmaßen span'ille- ment) hübsche Jungen."" Worauf der lvettgewandle Sackste die liebcitStaürtoflf ’SQrrtftwrt nicht fcijntbfa blieb und ich mir dachte. wieLdeiHwerchtvoU eintm sprachllrndigen Numikncn das europäische Weltbild erscheinen nrüßte. loenn er diese Zwiesprache zwischen seinem französischen Berdittrdeten und seinem sächsischen Cselrits- mam« verstehen könnte. Bvn den Rumänen verstand sie keiner, das merkte man. Sttrmpfsiirnig naltm einer nach dein andern sein großes pVeinicf auf und verschnmud in dem chm zugewiesenen Msteil. Endlich imren alle lmtergebradjt Der Zug setzte si.Z in lbewegung.^Ich winkbe der Begleittuaimsckhaft den Avsafatz. Einer von den Sachsen lies; das Fenster niedcr nnd rief mir zu: ,,Wenn ich gesagt habe, nickst einmal arbeiten können sie, das nvrdeu sie bei uns lernen! Die lernen arbeiten, darauf verlassen Sie sich!" W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. Hilf Stadt NNd Crtttfc. ©i e fte it , 11. Januar 1917. ** Amtliche Be rsvnalnachrichte n. Der- ©rof^ Herzog hat am 20. Te-zeml'er ben Assistenten der Gennal inspektion Gieren, chewerln-rat Dr. Gustav Stöckle, zum Assistenten bei der Get^rbemspektion Darmstadt ernannt. — In den Ruhe,fand verseht wurd? am 9. Januar der Amtsgerichts- diener bei dem Amtsgeiicht Gieß'n Heiirrich Nicolai an, sein Nachsnchen mit Wirkung vom In. Januar 1917 unter Anerken- iruna seiner langjährigen treuen Dienste. — Der Großl>erzog bat am 9 Januar 1917 den Vorstand des Finanzamts Ober-Inge!- Xi in Finan-rat David Me es zu Olx-r-Ingelk^in, vom Tage seines Dienstantritts ab in gleicher- Dienfaigenschaft an das tzi- nanzamt Mainz H verseht. — Der hat am 9. Januar d Js den Finanzamtnmn.,, bei dem Finanzamt Darmstadt l, Finmrzmt Start Lin den str u t h, zurzeit I-manzrest-rent für da e Bolizeipräsidimn Warschau, in der Zivil Verwaltung beim 0vueralge«wernenni,t Warschau. vom 1. Februar- 1917 an zum Vvrstond eines Zünanzamts lmd den Ol>ersteuerkv,ttrollenr I-inanz- asiestor August Weimer ya Gi-oß^Gerau vom 1. Februar 1917 an zum FinmrHamtmann ernannt. ** G e a e n di e F r e m dw ü r t c r. Die RrickMwst Verwaltung, die bekanntlich schon seLt Jahren an der Ansimnzung der Fremd Wörter miilnlft. liat nenerdMgS ihr Augenmerk aus die Fremdwörter in den Verzeichnissen der- Fernspn'chtrilnehmer gerichtet nnd an die Teilnehmer- die Aufforderrmg ergelwn. lassen, die Pofa und Tele- araphenanstalterr im Kamps gegen die Fremdwörter zu unterstützen. In den Trilnebmerverzrich,rissen stehen auch tatsächlich noch viele fremdsprachige 9ln^l>inicte, die durch Rutsche Wörter gut erseht werden kömrten. Hoffentlich wird die Rrichspvstvenvaltung in diesem ihrem Bestreben recht unterstützt. ** Tie G ebäude st euer in Hessen-Nassau. Die Gesamtzahl der steuerpflichtigen Gebäude in Hessen Nassau betrug im Jahre 1915 .988 199 mit einem jährlichen Gebäifa'slenerMntznngs- nxntt von 380 468 345 Btk. und einer jährlichen Gelstindestener von 8028196 Mk Steuerfreie Gebäude waren demgegenüber 357 362 v.n'hairden, sie befinden sich zu neun Zehnteln auf dem platten Lande Der durchschnittliche Gebändesteuer-NutzungÄvert stellte sich für Böohngedaudc in den Städten auf 1516 Mk., für gewerbliche Ge btiubf ans 837 Mk., auf dem Lande für Wohngebäude auf 134 Mk. nnd fi'fr aciwrbUcbc Gebäude aus 104 M'k., überhaupt für Wol-n- gedäude 581 Mk. nnd fi'tr gverbliche Ofatzände 516 Mk. Hinzn- gefügt sei, das, im. Jahre 1895 der Nntzungswert der steuerpflichtigen Wohngebäude überhaupt nur 946 Mk. nnd der gewerblichen Gebäude nur 276 Mk. betrug. ** Konzertverein. Das erste Konzert im neuen Jahre — <;n, Sonntag, den 14. Januar — lwird unS einen seit langem ent kehrten musikalischen Genus, besckwrn: Tie Vorträge eines in seiner Knnst bewährten Gesangsquartetts, das den Albend mit riner Auswahl ans den Zierden weltlicher Wrisen füllt. Wohl sind Gesangssolisten ständige O^iste bei den hiesigen geistlichen Ausführungen, doch sind ihnen cm dieser Stelle gewisse Grenzen durch den Chor und das Orchester gezogen, während sic im eigenen 81m- zerte Orrer Kunst unumschränkt zu weckten vermögen. Das Programm umfaßt eine Reihe mehrstimmiger Gesänge von Brahms nnd Schumann. Alle, die im vorigen Jahre dem Liederzyklus von Schumanns „Frauenlietze und Leben" in tiefer Ergriffenheit tauschten, werden sich fromm, Schumann mit seinem „Spanischen L i-verspiel" aus dem Programm zu finden. Es ist als Opus 74 aus des Meisters bester Zeit (1849 komZ und das bedeutendste der drei Zyklen „Spanisckws Liiedei-fpiel", „Spanische Lieb^lieder" und ,,Mrnuespiel". Meviel lyrischer Gehalt in diesen spanischen Liedern steckt, hat unS in jüngster Zeit Hugo 2tz>ols offenbart. Der neuere Meister bevorzugte das Einzellied, ivährend Schumann uns verschiedene Grirppen von Individuen vor Augen bringt und durch diskret verwandte, nationale Anklänge ein farbenreiches, südlich lelxadlges Bild hervorza Ulbert. Bon den Brahmsschen Gesängen sei in erster- Ltinie auf die „Liebeslieder" hingetviesen. Sie entstanden in Bonn, im Jahre 1868 als Opus 52 in Erinnerung an aas gemütliche Wien rmt seinen Walzerklängen. Bon diesen „Liebi-s- ljeder Walzern" sagte BrahmS selbst: „ich glaube, wer meine Musik überhaupt mag, wird diese Walzer mit estrigem Behagen sehen." Cluster dieson „Walzern werden noch Quartette und Duette von Brahms das Programm vervollständigen. Die aussührendcn Künstler das Stuttgarter Vokalquartett — sind von, letzten Winter durch ihr treffliches Ensemble in der „Kleinen Messe von Beethoven" zur Genüge bekämet. Sie haben neuerdings in vielen Städten, ,vie Stuttgart, Marburg, Frankfurt große Erfolge mit ihren Qnarlettabenden erzielt. Herr Professor Trantmann hat erfreulicherweise die .Klavierliegleitimg übernommen Auf die seltene Gelegenheit solchen Belmgens« wie es BrahmS meint und wie es die einzig schönen Gesänge unm^eiselhasl anSznlösen vermögen, kann nicht nachdrücklich genug lnngeiviesen loerden. ** I n der VortragS v er ei nigllng (Kansmännischer Verein und OrtS-Gewerbeuereinl spricht am ScnnStag, den 13. Inn., abends 8 Uhr, im Hotel Großherzog Fabrikant N e u t l i n g e r- Offenbach über Waren Umsatz st empel nnd QuittungS- st e in p e l. ** Da« heutige Kreisblatt Nr. 5 enthält Bekannt- machnn^en über Cumaronharz: Rohtabak-. Prüfung der Polizei- kommissäre; Ablieferung von Fahrradbereifungen; Verwertung der Walnüsse; Schwerstarbeiterzulage an Bauarbeiter in der RüstnngH- industrie; Notschlnchtnngen: Btaul- und Klauenseuche; Rodeln und Satzkarpfen. Landkreis Gletzkn. ra. A b e n d st e r n , 10. Jan. Um den vielen Arbeit ent, welche in Metzlar beschäftigt sind, Rechnung zu tragen, verkehrt der Motorwagen Lollar—Wetzlar, der nnr 9 Uhr nachnnttagS die lstesige Station berührt, von heute ab eine volle Sttrnde später. ** Steinheim b. Hnngen, 10. Jan. Dem Ersatzreservisten Ferd. Benler bei der II. Komp. Jns.-Rat. 11 wurde fürTnvser- feit die Hessische Tapferkeitömedaille uerltehen. Kreis Bedingen. 4ß Aulen^Diebach, II. Jan. Das Eiserne Kreuzerhielt der Unterofsizier Wilh. Nickel. * # Rieder-Mock st ad t, 11. Jan. Da« Eiserne Kreuz erhielt der Kanonier Friedr. Kern. # Selters, 11. Jan. Ans den, Felde der Ehre starb nach 23monatiger treuer Psiichterfüllnng der Fahrer Rich. T h u m. ih W a l l e r n h a n s e n , 11. Jan. Die Hessische Tapferkeit«- - Medaille erhielt der Gefreite Karl Becker. KrnS Alsfeld. oz. Alsfeld, 10. Jan. Wegen tapferen Verhaltens zum Unteroffizier befördert imrrde der Gefreite Friedrich F uj ch S. ap. Ober-Ohmen, 10. Jan. Daß in den Dorfstraßen Fische gefangen werden, gehört wohl zu den AnSnahmen. Bei der letzten Ueberfchwemmung war daS hier der Fall. In den überschwemmten Lttaßen wurden mehrere Forellen gegriffen nnd dein hiesigen Fischpächler übergeben. ap. Ruppertenrod, 10. Jan. Der Gardist (tzuslav Schlosser von hier wurde mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet oz. S chw abcncob, 11.Ian. Den, Krankenträger Heinrich * Rührig von hier, in der Sauitäls-iKvmpagnie 4511, wurde das KcnriEskreuz verliehen. Kreis Lauterdach. z. Crainfeld, 10. JMr. Tcw in 9fr. 4 unseres Blattes gemeldete Tod dc's Solmes Karl txv Isiiudnnrts Konr. Müller mm hier ist nicht Imrvb Scistm.^aniari. sonlxum durch Erschießen bev vribfiUirt wordr'n. Müller nxu- liUm lange Zeit üuxnvd und batte ncl) N'iv Tod seiner Schwester und seines Bruders tx-rort zu Harzan genotnnreu, so frzß er sich in seiner Scheuer 3 8j^volverstbüss< in Kopf und Brust lH v ibrad>ti\ um auch seinem JMxm ans diese tragi sche Weise ein Ende zu machen. Kreis Schotten. "st A n s d e m B ogelsberg, 10. Jan. Unter den landwirl fürstlichen Erzeugnissesr, deren Anbau durch den Olang der Zeit untergraben wurde nrrd deren Mirt jetzt durch d»äi Kfrieg hervor- gentfene Verhältnisse in ein ganz anderes Liätt gi-rückt sind, steht der Fl a chs b a u ol>en an. Schon im vorigen Jahre zeigten sich in den Ackerfeldern die neu angebanten Flackisstächen. Vorerst nur schüchtern und iwch lange nicht in der früher gewohnteil Ausdehnung. Allerdings bat sich, nach maßgebenden Mitteilungcm, die Anbaufläche für Flacl>s im Jahre 1916 gegenüber den Friedens fahren um das Dopi>elte vergrößert. Dazu sind 40 neue Flachs»- bereitnugsanstalten gegründet worden. Nach Ansicht d^w Sachver- stänbigen läßt sich aber der FlaclM>a.n noch bederltend steigern, ohne daß dadurch Ackerbatt dem Ztvecke der Bolksernährnng entzogen nnrd. Die nö ige Beschaffung von Leinsaat ist gesichfrä. Wenn unsere Isimdwifre sich iwch vielfach von dem Flachsbau znrückhalten, iveil alle Werkzeuge zur Herstellung von Lein-" zerfallen sind, so ist zu bewerfen, daß hierin kein lKrnnd zur >!ehm»ng liegen darf, da der Preis für Rohslachs ein folrfjcr ist. wtie ec lohnender nicht sein kann. Wir müssen uns mit der Zeit von dem Bezug russischen Flachses tmabhängig machen. ** Ul'a, io lan Ilnterolfiuer Heinrich Ruhl» im Besig de? Eisernen Kreuzes 9. Klasse, erhielt von der Kompagnie die Hess. Taple keitsinedaille. Zeig liegt er, durch Kopsichnß verwundet, im Feldlazareit in Rumänien Kreis Wetzlar. - |] Marburg, 11. Jan. Dem Leutnant nnd dldjutanten de, einer Feld-Artillerie-Abteilung Dr Fritz Dörffler wiirde das Eiserne K r e n z 1. Klasse verlieben. ra. D r e i s h a cd lLemvh 1". Jan Unser 9ehrer Dillen- berger (Lentnant nnd Kompaaniefübrer i>n Res.-Jns.-Rgt. Rr. 81, 9. Komv ) ivilrde mit dem Eisernen Kreuz e r st e r 511 a s s e ausgezeichnet. II Wetter, 11. Jan. 91m nächsieit Sonntag aebeafw die Eheleute Heinrich Pfeiffer in N , e d e r ,v e t t e r das Fest der Goldenen H o ch z e i t zu feiern. Der Jubilar ist 5iriegsteil- iiehiner von 1*66 und 1870/71. F C Weil b n r a, 10 Jan. Für den OberlahnkreiS werden Milch' und S v e i f c 1 e 11 f a r 1 1 n am 15. Januar einaefnln t. ra. u s d e m Kr e i s e M e tz 1 a r . 10. Jan. Von der K leie, die sieb bei der Ausmahlung des vorn Kreiskommunalverbande bis jetzt anfgekanften Getreides aus der neuen Ernte ergebeir hat, sind den Bürgermeistereien des Kreises insgesamt 1484 Zentner zur Per teilung an die Viehbesitzer übenviesen nwrden. Drw Kreis gibt die Kleie an die Bürgenneistereien zu dem gesetzlich sestgelegteu Preise von 7,50 Mk. für den Zentner ab Hessen-Nassau. Limburg, 10. Jan. Auf der Statiou Eschhofen fuhr ein G ü t e r z n g in ei nie n R a n g i e r z u g. Die Lokomotive und mehrere Wg^en entgleistirn, wodurch der Verkehr längere Zeit gesperrt war. Persoueu kamen >n.cht zu Scbadeu. --- N i e d e r n h a » s e n , 10.-Jan. Ein Gülerzug fuhr heute nacht versehentlich gegen eine Raugierabteiluug. Drerliiei entgleisten mehren- Wage nnd nrnrden erln'blich beschädigt. Auch die Maschine erlitt deträckitlicheu Schabnr. Der Zugführer S tei n - feiler cnls Frankfurt wurde arg verletzt. ---Wiesbaden, 10. Jan. Die Polizei nahm in zahlreicheii O^eschästen Dinäiiuchung Tentschland gebracht. Er ist der einzige Zeuge des Todes seines Herrn. (ßcrid>^|aa(. * Amöneburg, 10. Jan. Das Schwurgericht Frankfurt verurteilte die 39 jährige wwbeiratete .Mankenpflegerin Eignes Gutmann. geh. Weber, ans Amöneburg (Zkreis Kirchhain) liegen Verbrechens gegen das keiniende Ürlin zu 18 Monaten Zuchthaus. Fc. Groß-Gerau, 10. Jan. An beu Pranger stellt daS hiesige .KreiSamt die Arbeid'rsfrau, deren Mamr in Kriegsgefangenschaft sieh befindet, Maria Becker von hier, weil sie sich mit einem Kriegsgcsangenen in Verk,chr einließ, der nickst ohne Folgen blieb. Reiben dieser Bloßstellung fidljf die Frau ihrer gerichtlichen Bestrafung noch entgegen. _ «irchttche Nachrlebten. Israelitische ReligionSgemeinde. Gottesdicuft in der Shnagoge ,d 5.40 Uhr. Gottesliienst der israelitischen NeligionSqesellschaft. Sabbatfeier den 18. Jan. 19 17, Freitag abd. 4.25, Samstag vorn,. 8.30, nachm. 8.80 Uhr. SabbatanSgang 5.40 Uhr. — WöchengotteSdieust: morgens 7 00, nackni,. 4 80 Uhr. kthte Nachrichten. Der Reichskanzler im Hauptmmrtirr. Berlin, 10. Jan. Ter Reichskanzler hat sich «ach dem Großen Hauptquartier begeben. Oesterreichischrr Ministrrrat. Wien. 10.I^nr. lWTB. Nrchlamtlich9 Heute sauv unter dem Vorsitz d,-s k. und k. Ministers des k. und k. Hauses und des Aeußern, Grasen E z e r n i u. ein gemeinsamer M i n ist e r r a t statt, der »fit dem .(frieg zusammenhch,ge,üx- Mrtsckrastsangelegendefien zum filegcusland hatte. An der Beratung, dtz- „fit einer llnterbreckmng zur Mittagst>ausc von 10 Uhr vormittags bis >/z? Uw abends ivährte. nahmen die \x\bai MifisterpräsiLenten. die gemeinsamen Minister, die beiden FinanMinister, der ungarische Ackert«ummi ster, die Ehefs der beiden Eriuchrm,gsän,ttn'. ein Vertreter des Armeeoberkommandos nnd der Militärgouveriwur von Lüdltt, teil Dir 5. üstrrrrichischr Krirgoanlritzr. Wien, 10. Jcis< f. und k Postst>,ukassenamt mitteilt, sind die Zeickmnngen aus die fittiftt- zeriegsanlnde liente gesästossen uwrden. Sie haben ncub den e,'sk-n Feststellungen eine Sumnw twn 4413,8 Millisuen Kvmre» er gebe». Die endtzültiaen Sckünßzisfen, können erst an einem späteren Zeitpunkt Ivreckmet werden. GnardS Rede. Rotterdam, 10. Ja» Der „Darin Telegraph" tnnickstei aus Rewhork: Der Minister des Aeusiern in Washington leimte es ab. so lauge der ^ö.ortlaut ülrer Ost-rards Rede über die tn utfeh amerikanischen Bezielumgen nicht in Arnerika ,wringe, die 'tigseit der Angaben des dentsckckn drahtlosen Berichtes anzuerfiinn-» Eine derartige Aenßernng traue er dem Takt deö Botsclnrfter^ nützt zu, um so mehr, weil Wilson sich bemüht, allen Krügiübren den das gleiche Vertrauen einznflöfpm. Lau sing, der seit seiner Be merkung. daß Amerika sich am Ütande des Krieges 1»esinde. seh,' zurückhaltend geuwrdeu war, äußerte sich gestern Freunden ,r,-gen-' ü'.H'r. OVerarb könne mir fiU' sich selbst gesprochm haben und Ivr deutsch drahtlose 'Berich gebe in jedem Falle kein rickstigr-s Bild der Bezielgunreu zu»scheu Dmtsckstand und Aureriko, die durckv den U Bootkrieg sehr gespanirt seien. (Es ist zu chmerfim, so er klärt der „Berk. Lok>Mrz..", daß. diese ^Ifrldungen aus englisch»' Olkelle stammen.) Die Konferenz in Rom. Bern, 10. Jan. Wie „Paris Midi" bericküel imirde aus der Konferenz in Ron, über das Deichütnis Italiens zu deck Mgiernug in Salioifiki keine Einigung erzielt. Dagcheu^sl ch,- Tert der Note an Wilson endgültig fest;relegl worden. Das ..Eckw de Paris" lach fick» aus stäom imelden, die Zonfereiiz, bilde da>< Vorspiel entscheidender E r e i g n i s s e. Bnand nnd die itti lienischen Mmister, mit denen sich die BerickUerstatte,- fi-anzösischr Blätter einen ?kl>end lang nnterhalteu durften, zeigwn sick, überau.-> entzilekt über die beniicl>n, Rom-Tage und ihr politische> Er.iedniS B iand n>a,- so guter Laune, daß er den Jouriralisten, den ganzen Abend hindurch Anekdoten erzählte, (slfrtürlich nur deslwlb. imfik er nichts Tatsächliches sagen wollte oder konnte.) Dir Antwortnote der Entente an Wilson. Bern, 10. Jan. (WTB. Nichamtlichk) ..Malin" ivill wissen, d^ ans der Konferenz in Rom der von Briand trusgearbeitete. WoAlant der Aulwortuote an Wilson ohne weiteres von bei, Vertretern der Allii'-rten fltbiUwt tvurde. Es sei festgeslellt nwrdeu, daß völlige ttebereinstimmung bei allen Miierten bezüglich? de.r Antwort ans das deutsch? Friedensangebot hen-schtz'. Die Väoche z<"nt verringert. Das russisch nunanische Fiasko. Haag, 11. Jan. „Daily Elwoniele" berichtet '„ statt. Die Bennrnbigling läßt sich schyver eindännnen. da ans Rumänien audaiwrud schack>tt- 'Berichte kommen. Lugano, 11. Jan. Die „Agnizia Nazionale" lwrngt aus römisch,- amtlicher Quelle eine „Insormalwn". die besagt in folge der di'utselien und öftermebifallen Erfolg in. Rumänien würden die russisch nrmünifcfjicat Truppen, um unnützes Blutvergießen zu erfiaren, sich Weiler ans IYin,,ii'l,n,n, !esch>rättken.Di« fNNVlichen Erfolge würden die in Rumünien geschafseire Lage nicht wesentlich' beemslnssen. Genf, 11. Im, Zu den nackchckfasten Folgen der Besitz- ergreifnng Focsanis durch Bi'ackckusen rechnet Major Eisrin^ mxb andere Pariser Fachkritiker die austerordentlfa>e Schwierigfint für die russischrumänische Heeresleitung, klar zu erkennen, nach ivelüx-r stdichttmg das deutsche Fcldlk-er seine b-dairtenden Erfolge zuiräckstt ansnül>en ,verde. Der „Tmrps" erörtert deir Mteil, de, den feindlichn OffensivM gäifa,m Meeres sowie in Niazedouien seien Hunderte von Anhänge,-,, des Könfao m» chftet uwrden. ÄenizeloS lwbe Athen vl'rstmtdiat, daß bei bnw ersten Fall der Erschieß-,mg von V,mrzelistvn alle von der vor läufigen 9tegiernng in Saloniki gefangen gemm,menen kSnigstrsuen Geiseln erschossen ivürden. Kopenhagen, 11. Jan. Aus Paris erfährt „Berlingske Tidende^' man lrabe (tzrnnd zu der Annahme, daß König Kon shanttn den letzten Forderiumeu der Ententnnächte ernsthafte,« Widerstand entgegen stellen iverde. Um eiivem 'Lfrnch zu entge!>en. w-erd,' er ivalnschinlich einige Zngeftändnisse Mibieten, in den Hanptpunkfim aber sei eine Abweisung zu erwarben. Bern, 10. Jan (WTB Nichtamtlich. > „Larrttlme" schreibt »n dem lUtimattm, der Enteirte an Griech«-,,bmd: Tfa Haltung König üXnistaiitnrs, der dein llltinmttrm folM-u nnrd, iw ,tz gelnmensalls Btaßno/hmeu zeitiger,, die zu evgreifiu nnr nutzt zögern dürfen nnd die bereits in voller Id-beieiusttiimniug mit dem Oln-rfommando beschlossen sind, ohne daß ein neuer Meinung austansch nottvendia lpäre. , Lugano, 11. Jan „Eorriere della Sem' lierichitt-t an*> Attn-n vom 9. abends : Das Ultimatum ist gestern abend dnrck^ d^n, italiführ»ng d^ r Forrdernngen der Note vom AI. Dezember. Man glaubt, daß die Rixfiernng das Ultinvattim aamehmeii wird. Die ^tzrwltz rnng verirrt richig und ,urtrauanst»N Heute fand im LÄnfa^ VKilaft rin Kronvat statt, dem auch fast alle friWirrn, Ministerprnj, deuten und Rrinister dttzoohnten. Während der Sifanrg begab sutz der Ministerpräsident Lamdr^>Si zum. italienischen Efaßmdlen ^fast>ar und kehrte bald darauf mit den ert*Utv„e„ E,cklärun,wn zurück Sxuti' o6f"b ftWl >'t n W nrifH-Tiwt. >mtWrt«i,Tid, urT vn.IWTum, der "üote au Nt Emteirte statt L»ermischte-. Hamburg, 10. Jan. WTB.1 Dia Hamburger PoUzei.- behorbe ftztt bis jetzt 18 Personen verhaftet, die der Hehlerei und des Diebstahls son Waren, narnentlich Kaffee, in ganz großem Umfange sick.luldig.sind. Gelegentlich einer Hans- suck.nng nach gestohlenem Mebl wurden bei einem Kolonialwaren^ Händler in der Wexstrahe hundert Sack Kaffee, 140 000 Btark in barem Gel de und großc Mengen sonstiger, vom freien Handel ausgeschlossener Waren besch'agn-.ch^Nt. Bei einem beteiligten Ewerführer fand inan 100 000 Mark, die auf dem Boden versteckt narren. Es handelt sich! unr Waren, die aus einem Lager im Frei- nasen beiseite, geschasst wuroen. Tie Angelegenheit zieht noch westcre Kreise. Soviel ist schon sestzi-cstellt, daß cs sich nm eine in ganz Grostein, seit längerer ocit betriebene Hehlerei und Dieberei handelt. Der angerichtete Schaden lässt sich noch garnicht besehen. Besonderes Aufsehen erregt die Festnahme eines FettwarenHändlers aus der Recholdstraste. * Wien, 10. Jan. Prio. Tel.' Tie Blätter berichten von einem Touristen u nglü ck aus der Rax. Der neunzehnjährige Julius B ru nner nnd die neunzehnjährige Mitzi W el s e r , beide aus Wien, kehrten von einer am Sanistag unternommenen Rax-Partie nicht zurück. Es wird befürchtet, daß beide irmgekommen sind. Vom Kaiserstein im Schneeberggebiet stürzte am Sonntag Landesrechmingsrat Fahrbauer ab: er ist tot. * Eine F l u g nl a s ch> i n e vom Jahre 1817. das Problem der Flugmaschine die Menschen bereits seit als 1000 Jahren beschästigt, ist bekannt. Schon uni das Tust mehr Jahr 880 versuchte der Andalusier )lbul Abbas Kasan son Firnas eine solche zu konstruieren. Später widnrete der große Roger Bacon dieser Frage großes Interesse, auchi Lionardv da Vinci hat, wie Vasari erzählt, Versuche mit frei fl legenden, lustgest'illten Körpern cmgestellt. Jmmerlstn mußten noch! nrehrere Jahrhunderte vergelten, bis eine Flugmaschine erfunden wuche, der sich ein lebender Mensch anvertrauen konnte. Von einer solchien berichtet die in Gotha heraus- gegebene Rationöl-Zeitung der Deutschen vom Jahre 4817. Darin wird nämlich dem im gleichen Jahre erschienenen „Nürnberger! Korrespondenten" nacherzählt, ein niedersächsischer Landgeistlicher habe ein Lustschiff erbaut, welches hauptsächlich durch beständiges Aus- und Mederziehen eures grasten, eigens dazu eingerichteten Blasebalgs in freier Luft schwebend erhalten werde. Dieser vertrete daran noch? vornhin die Sielle der Lunge und des Halses bei einem fliegendest Vogel. Zum Lenken der ans beiden Seiten angebrachten Flügel dienten einige dünne Stricke. „Die Höhe, zu welcher der vom Erfinder unterrichtete Bauernrllabc von 10 — 12 Jahren sich mit dein Luftschiff bisher erhoben hat, ist nickst beträchtlich, weil er," so versichert das Blatt, „die Msicht mehr aus die Weite einer solchen Lustsahrl, als auf die Höhe derselben gerichtet hat." Vielleicht liegt in diesem Umstande die Erklärung dafür, dast sich überhaupt ein gelehriger Sck.üler bereit fand, das Fahrzeug, zu besteigen. Das aber eine Lustreise in Deutsck /and vor 100 Fahren, nachdem die Blanchards, Elise Garnerin und andere Üustsahrer daselbst ihre Unternehmungslust auf diesem Gebiete dem Publikum wiederholt vorgesührt hatten, nicht mehr zu den Undenkbcrrkeiten gehörte, betpeiff eine gleichfalls in der Natioiurl-Zeitung der Deutschen veröffentlichte Nachricht aus Weimar, wonach im dortigen Wochenblatt ein Gefährte zu Luftreifen gesucht wurde, der einen. Teil der Reisekosten zu tragen bereit wäre. Freilick,! mußte es schon ein ganz besonders optimistischer Reisekamerad sein, der sich? dem Unternehmer des Wagestückes auzusckstiesten vermochte. Denn dieser erklärte ausdrücklich'! in dem genannter Blatt: „Würde sich! hierzu jemand finden oder könnte ich von höheren Behörden unterstützt werden, so würde mein Wunsch erfüllt, und ich würde wein Glück durch? Steigen in die höheren Regionen suchen zu begründen, da es mir ohnehin aus der Erde nicht glücken will, solches zu machen." lilvsbc und Scbiile. ** Dekanat Grünberg, 11. Jan. Das Dekanat Grün- lberg beabsichtigte bereits vor dem Ksrieae zwei Dekanats-, kranken sch Western ausbilden zu lasten. und zur Pflege der Kranken in den Gemeinden des Dekanats anzu stellen. Durch den Ktieg 'wurden die Verhandlungen unterbrochen. stdun bot sich Gelegenheit, eine bereits aus ge bildete, längere Zeit in anderer Gemeinde tätig gewesene Schwester zu gewinnen. Am 1. d. Mts. ist sie in den Dienst getreten. Ihre Wölbung ist in Mücke, von wo sie an sehr geeigneter Bahnstation, etwa in der Mitte des Dekanats gelegen, alle.Gemeinden leicht erreichen kann. Wir wünschen, daß diese neue Einrichtung den Gemeinden des Dekanats, die zum Teil auch im Kreis (Znesten liegen, jyunt Segen gereichen wird und die Gemeindeglieder von dem Dienst der Dekanätsschwester ru schweren Krankheitsfällen vertrauensvoll Gebrauch machen. Gerade jetzt in' der Kriegszeit und bei Wiederbeginn der landwirtschaftlichen Ar- besten wird in vielen Fällen die Pflege durch eine Schwester dringend notwendig sein. Tie Ortspsarrer nehmen Wünsche und Anträge in dieser Richtung in Empfang und geben jede nähere Auskunft. St. Primaner Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß unsre liebe, herzensgute Schwester, Schwägerin und Tante Uchtspielfoa&fis • Balmhofstrasse 34 Heute nnd morgen zum letztenmal Frau Elisabeth Henkelmann Ww. geh. Steinmülier Der Meineidbauer heute nacht nach längerem Leiden im 65. sanft entschlafen ist. Lebensjahre plötzlich Großer Wiener Kunstfilm in einem Vorspiel jmd 4 Akten nach dem Volksstück von L. Anzengruber unter Mitwirkung von erstkl. Wiener Hofschauspielern. 392a Die trauernden Hinterbliebenen: L. Karl Steinmüller Ww. und Familie Joh. Medebach und Familie Ph. Steinmülier und Familie Adolf Steinmüller und Familie. Heuchelheira, Binzenbach, den 10. Jannar 1917. f390 Die Beerdigung findet Freitag mittag Vs1 Uhr vom Tranerhause, Gießener Straße 18, aus statt. Danksagung. Für die vielen Beweise Herzlicher Teilnahme bei dem schweren Verluste meiner lieben Frau, um'erer guten Mutter Emma Meininger sagen wir allen unseren innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen I. d. N.: Philipp Meininger und Kinder. Giehen, den 11. Januar 1917. 3^1 Cafe Ernst Ludwig Hente 126 KÜNSTLER-KONZERT | Verschiedene j Part.-Wohnung 6 auch 7 Zimmer mit allem Zubehör per 1. April oder Mai zu vermieten. 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