Kr. 8 Der Giehener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: Giehener Kami! ienblätter; Kreisblatt für den Kreis Giehen. Bezugspreis: monatl. 90 Bi.» viertel- iährl. Mt. 2.65-. durch Abhole- u. Zweigstellen nwnatl. 80 M.: durch die Bost Mk. 2.45 viertel- jährl. ausschl. Bestellg. ^ernsprech - Anschlüsse: sürdieSchriitleituugI12 Verlag,GeschästLstelle51 Anschriit siir Drahtnachrichten: Anzeiger Giehen. Erstes Blatt (67. Jahrgang Gietzener An;eiger Genera;-Anzeiger für Oderhessen Postscheckkonto: Frankfurt a.M. N686 Anzeigenteil: Zwittingsrunddruck u. Verlag: vrühl'sche Unio. Buch-u. Zteinöruckerei R. Lange. Zchristlettung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Zchulftr. 7. sämtlich in Gießen. Mittwoch, w. Januar(6(7 . ....ine von Anzeigen Me Tagesnunnner bis ,>un: Nachmittag vorher. Seilenpreis, f. 'Anzeigen: örtlich 20 Pi., Vermietungen u. Stellengesuche 15Pf., a,:swärts^ 25 Pf., b. Plahvorschrttl. 30 Pf., Reklamen 75 Pi., bei Platzvorschrist 90 Pi. Hauptschrist leiter: Ang.> Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Vankoerlehr: Aug. Goetz. Stadt und Kewerbebanl Sichen "^vermischtes r:chtssaal: Fr. R. Zenz. '>. Beck. Die Russen über die putna zurückgeworseu. (WTB.) Großes Hauptauartier. 9. Januar. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Bei guter Fernsicht war die beiderseitige Feuertätigkeit an vielen Stellen lebhaft. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des General fr ldmarschalls PrinzenLeopold vonBayern. Klare Sicht begünstigte die Kampftäligkeit an verschiedenen Stellen. Erneute feindliche Angriffe beiderseits der Aa wurden restlos abqewiesen. Nächtliche Von'töße russischer Jagd ko mm andos zwischen Friedrichstadt und Chaussee Mitau—Olai blieben erfolglos. Bei dichtem Schneegestöber gelang es dem Russen, die ihm am 4. Januar entrissene kleine Insel Glaudon (nördlich Jlluxt) zurückzuyewinnen. Sein weiteres Vordringen gegen das westliche Dünauftr wurde verhindert. Front des Generalobersten Erzherzog Josef. .Hartnäckig verteidigte der Feind die aus dem Bereczker- Gebirge in die Moldau-Ebene führenden Täler. Trotz ungünstiger Witterung und schwierigsten Geländeverhältnissen in dem zerklüfteten Waldgebirge drängen unsere Truppen ihren Gegner täglich Schritt ftir Schritt zurück. Auch gestern wurden beiderseits des Zafinu- und Susita-Tales verdrahtete, stark aus gebaute Stellungen im Sturm genommen und trotz verzweifelter Gegenstöße gehalten. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. In Ausnützung ihres Sieges drangen die deutschen und österreichisch-ungarischen Truppen weiter nach Norden vor ilnd erreichten, feindliche Nachhuten werfend, den Putna- Abschnitt, dessen jenseitiges Ufer der Feind in einer neuen Stellung hält. Beiderseits Fundeni ist der Russe in die Linie Eran- geni-Anesti geworfen. Garleaska wurde gestürmt und gegen nächtliche Angriffe gehalten. Die gestern gemeldete Beute hat sich auf 9 9 Offi- ziere,5400 Mann,dreiGe schütz eundzehn Maschinengewehre erhöht. Mazedonische Front. Nichts Wesentliches. Der Erste Geireralguartiermeister * Ludendorff. * Der Abendbericht. Berlin, 9. Jan., abends. (WTB. Amtlich.) Im Westen geringe Gefechtstätigkeit. Bei Riga und Jacob st adt blieben russische Angriffe erfolglos. * * * Jedesmal, wenn die Entente eine neue Niederlage erlitten hat, veranstaltet sie eine neue Konferenz. Es ist für einen so vielköpfigen Bund freilich von vornherein eine fatale Notwendigkeit, sich auf solchem Wege zu einigen, das leicht aufschießende Unkraut gegenseitigen Mißtrauens cms- zujäten. Aber wenn es dann einmal mit den „Erfolgen" ständig bergab geht, so werden die Konferenzen zahlreicher, aber nicht hoffnungsvoller. Der Sieger seht nach gewonnener Schlacht zur Verfolgung an, der Besiegte veranstaltet eine Konferenz. Wir haben also gar keinen Anlaß, mit irgendwelcher Beunruhigung ans die neueste Zusammen- furtft in Rom Hin zublicken. Denn wir sehen durch den dünnen Vorhang, der uns den Konferenztisch verschleiert, ein mrs ermunterndes lebhaftes Schattenspiel. Da springen die Akteure aufgeregt durcheinander, es ist ein Stück in sehr vielen Stücken, das da aufgeführt wird. Zwei Sorgen der Entente wären zunächst zu nennen, und es ist so sicher wie zweimal zwei gleich vier ist, daß ihretwegen viel Stroh gedroschen wird. Da ist zuerst die Antwortnote an Wilson. Eine solche Verlegenheitskonferenz, wie die in Rom tagende, wäre eigentlich dafür gemacht, schlüssig darüber zu werden, wie aus Krieg wieder Friede gemacht werden könne, damit alle Qual ein Ende hätte. Mein es soll, nach Lloyd Georges und Trepows Ratschluß keine Friedenskonferenz, sondern ein Konsistorium verrantester Kriegsorthodoxie sein. Daß die aufgerollte Friedensfrage Zeit und Arbeit der Ententehäupter so ausgiebig in Anspruch nimmt, ist schon ein netter Erfolg der Mittelmächte. Was wird, was kann man nach dem bisher Geschehenen dem Präsidenten Wjlson antworte::? Da man, wie Mephisto, im großen nichts beginnen konnte, so fing man es im kleinen an. Der einzige deutsche Prälat in der .Umgebung des Papstes, Ritter von Gerlach, hat auf das Ansrnnen der Eirteute an den Papst (siehe Letzte Nachrichten) Rom verlassen müssen und ist in Lugano eingetroffen. Nun, er wird, auch wenn er die deutsche Sache vertritt, in Rom augenblicklich nur eine kleine Nebenrotte vertreteil haben. Aber der Zorn und die Ohnmacht der Gegner scheinen in Nom so groß zu sein wie in Athen. Zweifellos fühlte uran sich von Spionenfurcht umwittert. Uns erheiter:: solche Vorfälle allinähtich. Denn sie zeugen von allem andereil bei der Entente, nur nicht von geschlossener Kraft und Zielsicherheit. Neben dem Brief an Wilson stehen dann noch andere, peinlichere Dinge auf der Tagesordnung. In Athen herrscht immer noch keine „Ordnung", es lnußte gestern ein neues Ultimatum losgelassen werden, und die Dinge werden mit Rücksicht auf den rumänischen Wettersturz immer gefährlicher. General Sarrail, der Oberfeldherr von Saloniki, war oder ist in Rom selber dabei. Es erneut sich wahrscheinlich der alte Streit, der schon zwischen Kitchener und Briand entbrannt war. Man kennt die französische Kriegsdiplomatie als den eigentlichen Macher des mazedonischen Unternehmens. Kitchener hielt nicht viel davon, und er scheint heute recht zu behalten. Ob aber die Franzosen nun erst recht, angesichts der wichtiger werdenden Kriegspolitik im Orient, den Stützpunkt am griechischen Gestade erneut auszubauen verlangen, damit er zum Ausgangspunkt eines großen Feldzuges werde, bleibt abzuwarten. Man hat im Großen nichts beginnen können, hat an der West- und an der Ostgrenze des Deutschen Reiches sich die Hörner abgelaufen; nun versucht man das Heil vielleicht mit einer anderen Offensive. Soll von dem Lande aus, wo sonst nur ein sanfter Wind von: blauen Himmel weht, ein Bennichtu.ngsstn.rm aus den nordischen Gegner begonnen werden? Der Aköglichkeiten sind so viele wie der in Rom beratenden Köpfe, und Hinden- burg wird seine Maßnahmen wahrscheinlich unabhängig davon treffen. Bei uns bedarf es keiner große:: BerakungS- sprünge, da geht alles cnn sicheren Faden der Logik weiter. Augenblicklich sind unsere Truppen vor der Putna ange- kmnmen. Und Mackensen ist nicht in Verlegenheit um seine nächsten Ziele. . . . * * * Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 9. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 9. Jaimar 1917. Oestlicher Kriegsschauplatz. Im Raume südöstlich vonFacsani wurde der Gegner bis an die Mündung des Rimmc-Sarat-Flusses zurückgeworfen. Die österreichisch-ungarischen und deutschen Streitkräfte, denen der Feind in der Schlacht bei Focsani unterlegen ist, gewannen, ihren Sieg ausnützend, die Putna, auf deren linken: Ufer sich die Russen erneut zu stellen scheine::. Diese haben in den zwei letzten Kampftagen 99 Offiziere und 5400 Mann an Gefangenen eingebüßt und drei Geschütze und zehn Maschinengewehre verloren. Am Südflügel der Heeresfront des Generaloberst Erzherzog Joseph erkämpften Truppen des Feldmarschalleut- nants von Ruie bei Jresci und Eanpurile in schwierigem Gelände und in Schnee und Frost weitere Vorteile. Sonst an der Ostfront bei den österreichisch-ungarischen Streitkräften nichts vop Belang. Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Lage unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r. Feldmarschalleutnant. Die Schlacht am Putna. Berlin, 9. Jan. (WTB. Amtlich.) Ueber die letzten Kämpfe vom 4. bis 8. Januar meldet das AOK. 9: Der Sieg in der fünftägigen Schlacht am Putna ist errungen. Der Gegner iwiar in einer von Natur starken gut aus- gebauten Stellung, deren Hauptteile die Brückenköpfe Fundeni und Focsani bildeten, cmMgreisen. Nach Beendigung der Angriffsvor- bereitungen wurden am Januar! die Vorstellungen genommen. Am 5. Januar brachen deutsche Divisionen in den Brückenkopf Funden: ein. Am 6. Januar setzte ein groß an gelegter, mit starken Massen geführter russischer Gegenangriff in 25 Kilometer Breite ein. Der Plan der Russen war, die Mitte der neunten Armee zu durchbrechen; er schotterte an dem zähen Widerstand unserer Truppen und an der Stoßkraft bewährter west preußisch er Bataillone, die den Feind zum Stehen brachten und die durch einen vorübergehenden Erfolg des Feinde geschlagene Lücke schlossen. So konnte unser Angriff am 7. Januar fortgesetzt werden. Die unter den Generalmajoren H ul ler und M el ms und dem Feld- marschalleutnant Goiginger fechtenden deutschen und österreichisch-ungarischen Truppen brachen in die Focsani-Stellung ein, stießen ttef durch, überrannte:: die zweite Linie, während gleichzeitig die deutschen Gebirgstrupper: den Feind aus den Wäldbergen des Odobesti-Stockes warfen. Damit war die Schlacht entschieden. Die Mitte und der linke Flügel der Milcovu-Stellung waren nicht mehr zu halten. Am 8. Jänuar stel Focsani als Siegespreis, sowie das gesamte rechte Putna-Ufer in unsere Hand. Neben schweren blutigen Verlusten büßte der Fei:ü> noch 99 Offiziere, über 5400 Gefangene, drei Geschütze unb 10 Maschinengewehre ein. Die Lage auf dem rumänischen Kriegsschauplatz. Bern, 9. Jan. (WTB.) Der militärische Mitarbeiter des „Petit Pwrisien" hält die Lage der Russen und Rumänen im Moldaugebiet für schitimm, da jeglicher Verpflegungsnachschub für die Russen unmöglich werde. Die Deutschen würden übrigens die Schwierigkeit der Aufgabe nicht verkennen, die ihnen noch bevorfstehe, und feierten ihre Erfolge mit auffallend mäßiger Sprache. Bern, 9. Jan. (WTB.) Der militärische Mitarbeiter des „Petit Journal" ist darüber beunwchigt, daß bis jetzt nichts über die Zerstörung der Verteidigungswerke von B r a i l a und Focsani seitens der Russen gemeldet wird. Sollten diese Werke nicht zerstört worden sein, so würden die Deutschen zweifellos die gegen Norden gerichteter: Befestt- gungen geschickt geger: die ruiftsche Gegerwffensive ausnützen. Russischer Bericht vom 8. Januar, 4 Uhr rmchm Westfront: Unsere Abteckmgen bem . einem erbitterten Kampfe eines Torfes mm Nor sich :mch l der Tirul- sümpfe. Sic erbeuteten feindliche Gräb?n südlich des Westrandes des Babitsees nördlich des Dorfes Käimtzen. Sie machten Gefangene und erbeuteten Maschinengewehre, Grabengeschühe und etnc schwere' Batterie. Alle hartnäcttgen Gegenangriffe des Feindeiwurden abgewiesen. In: Laufe des Kampfes südlich des Babitsees erbeuteten wir seit den: Beginn der Operationen,' dem 5 . Januar, nicht weniger als sechs Kanonen und machten ungefähr 108 Ge fangene. Unsere Truppen zeigten eine außergewöhnliche Ausdauer und eine ganz hervorragende 'Tapferkeit. Unsere Flieger warfen Bomben auf Kowel und das Torf Galoba, 30 Werst südöstlich von Kowel, auf den Bahnhof von Zablotze, westlich von Brody, aus den Flecken Jassenove, südwestlich von Brody. Eine feindliche Kompagnie versuchte zweimal nach einer Artillerievorbereitung die Offensive gegen unsere östlich von Perepelniki, 20 Werst rundlich von Zboroff stationierten Abteilungen, wurden aber jedesmal durch unser Feuer aufgehalte::. In der Nacht vom 6. auf beit 7. Januar unternahmen die Deutschen einer: Gegenangriff gegen den Abschnitt des Torfes Novosiolka südlich des Fleckens Krewo. Sie trieben drei Gaswolkeu vor, die von einem Artillerie- und Minenwerferbombardement begleitet waren. Der uachfolge:rde Angriff war er wartet und alle Abwehrmaßnahmei: wurden im voraus getroffen. Die feindlichen Kolonne:: zeigten sich nach der letzten GaAvolkc, wurden jedoch sofort von unserem Feuer in ihre Gricken zurück- getticben. Rumänische Front: Nach einer starke:: Artilleriek>r- bcreitung im Gebirge ergriff der Feind gegen Petzetschi nordöstlich von F o c s a lt i die Offensive und schlug die Rumäne n zurück; die geschickten Reserven hielten aber den Fortschritt des Feindes auf. Dichte Kolonnen des Feindes ergriffen die Offensive an den Abschnitten unserer Stellung in der Gegend von Putet- schetschi nordwestlich von Focsani. Sie wichen jedoch, da sie von einem heftigen Feuer empfangen wurden, zurück, wobei sie aus den: Schlachtfeld viele Tote und Verwundete zurückließeu. Feiiwliche ^ Angriffe nördlich von Oleneska u:ü> bei Kotr:mikbali an: Seveth, 8 Werst östlick) von der Buzeumüuduug, waren ebenfalls fruchtlos. Kaukasusfro ntt In den Bergen der Armia-Gegend dauert der Schneesturn: fort. In Persien vertrieb am 4. Januar eine unserer Abteilungen bei Nexilabad den Feind, die Türken, die jedoch bettächtlick^ Verstärkungen aus der Gegend von Hmnadan empfangen hatten, ergriffen die Offensive. Vor der zahlenmäßigen Ueberlcgenheit des Feindes, zogen sich unsere Abteilungen zunächst über Dovletabad, hierauf ans Dizaban, 50 Werst nordöstlich von Dovletabad zurück * Der Sultan an sein Heer. Konst an tin^pel, 9. Jan. (WTB. Nichtanttl.) Der Sultan hat folgenden Erlaß an das Heer gerichtet: Soldaten, meine Kinder! Wie in dem letzten kaiserlichen Erlaß auseinandergesetzt tvnrde, machten:vir aus Grlinden der Menschlichkeit und um das große Blutvergießen zu vermeiden, im Einvernehmen mit den verbündeten Herrschern Vorschläge über den Eintritt in Friedensverbandlwrgen. Da die feindlichen Staaten die Ernsthastigkett und die hohe Gesinnni^ unseres .Vorschlages nicht berücksichtigt haben und das Angebot verächtlich zurückwiesen, sind wir mit unseren Verbündeten gezwungen, den Krieg, welchen wir seit zweieinhalb Jahren ehrenvoll imd ruhmreich führen, fortznsetzen, wobei die moralische und materielle Verantwortlichkeit für das erneute Blutvergießen und die neuen Zerstörungen auf den Feind zurückfallen. In dem Kriege, in dem wir für die Verteidigung unserer Rechte und unseres Bestandes kämpfen, bedeckten unsere Soldaten, meine Kinder, durch Tapferkeit und Opfermut zu Lande und zur See, den verehrten Namen des Osmanentums mit neuem Glanz. Ich bin überzeugt, daß wir sicher die Frucht so vieler Anstrengungen und Opfer ernten. Mit Hilfe des Allmächtige:: werden wir den endgültigen Sieg erringen. Es ivird uns gelingen, das Land und seinen Bestand vor der Begehrlichkeit unserer Feinde zu schützen. Künftig werden :vir mit unseren Verbündeten unseren Eifer uitb unsere Anstrengungen verdoppeln. Von diesen Gefühlen erfüllt, werden die Soldate::, meine Kinder, neue Beweise der Tapferkeit geben, die würdig des osmanischen Namens find. Möge der Allmächtige die religiösen und vaterländisck^en An- sttengungen, welche Ihr fi'ir die Verteidigung des Vaterla:ü>es machen werdet, krönen, imd liberall den osmanischen Soldaten seinen göttlichen Beistand gewähren. Die deutsch-türkischen Handelsverträge. Berlin, 9. Jan. (WTB.) Die „Voss. Zt^." bringt in ihrer Morgenausgabe eine Mitteilung über dre Unterzeichnung deutsch-türkischer handelspolitischer Verträge, dijr heute erfolgen soll. Diese Mitteilung ist irrtümlich. Gemeint sind offenbar die zwischen dem Deutschen Reich und der Türkei verhandelten Reichsverträge, für deren Zeichnung ein Termin aber noch nicht festgesetzt ist. * * * Holland sucht zwei internierte Tauchboote anzutausen. Haag, 9. Jan. (zf.) Der niederlärrdische Marinenrinister stellte bei: Antrag, das in Niederland internierte englische und das ebenfalls internierte deutsche TauMroot an zu kaufen. Tie Unterhandlungen mit den betreffendem beiden Regierim gen hatten ein günstiges Resultat. Ter Minister hält den Ankauf für nötig, da unter den jetzigen Zeitverhältnissen, bei der Schwierigkeit, das! nöttge Material zu erhalten, der Ban von Tauchbooten außer ordentlich verzögert werde. Das internierte englische Xautfyboot hat eine Wasserverdrängung von 355 Tomien an der Oberstäche und 434 Tonnen unter Wasser. Tie Bewaffnung besteht ans vier Lancierrohren. Das Boot w:rrde in Vdontreal gebwtt. Das ittter- nierte deutsck>e Boot ist neuen Tattuns. Das Boot ist als Minenleger emgerrchtet. Tie Wasserverdrängung bettagt 100 Tonnen ern vermehrt rvird' Jetz wird, namentlich! in der Großstadt, der wesentlichste Teil de, 1 1 / 2 - oder 2-sttmdigen Mittagspause dinch! die Fahrt von und z: der Arbeitsstätte m Anspruch genommen. Erst mit der durch gehenden Arbeitszeit aber wird sich, vor allem eine tatsächlick tns Gewicht fallende Ersparnis an Lichst und Kras erreichen lassen. Jetzt stehen hundetttmisende "von Bettieben zwe stunden hindurch! in einer Zeit still, in der noch Tageslicht zu: Verfügung steht, dre Heizung der Raume aber, die Feuevunc der Kessel usw. muH fortgesetzt werdcu. Andererseits zeigt Statistik der Gasanstalten und Elektrizitätswerke, daß es gerad, dte frühen Abend,tunden sind, in densr die größte Jnanspruch, nähme erfolgt. Alle diese Werk? wid ihre Bettiebe wicderun .mü,'diesen Höchstverbrauch zugeschnittm. Eit: allgenteinei Arbettsschluß uni 4 Uhr würde auch den schversten Teil de: Schädigungen beseitigen, die jetzt die Ladengeschäfte, Warcnhäuse, usw. durchl den 7 Uhr-Schluß erlitten lyaben: er würde abei vor allen Dmgen eine Licht- und Kraftersparnis mit sich bringen die zweifellos nach! Millionen zu bewerten Niäre. T ie Frage ist frcilicL . ob durch b r 1: i? t b l i che ^Aaßnalnnen d« vurck gehende Arten? ,.ir zur Einführung gebracht :verden Uinn. Dafür schemen u tis einsttveilen hie Berbältniße noch zu ver- schiedenarliL zu sein. Wohl aber ließe sich, namentlid: nxnnt die Behörden und alle diejenigen Großbetriebe, die dazu ir.geird in der Lage sind, mit gutem Beispiel vorangingen, zunächst wenigstens ein sehr wesentlicher Teil des gewerblichen Lebens auf die durchgehende Arbeitszeit zusckmeiden. Aus Stadt und Land. Dießen, 10. Januar 1917. ** Auszeichnungen. Ten: Musketier Heinrich Drein, IrU.-Rgt. 98, aus Dießen, wurde die Hessische Tapserkeitsinedaille verliehen. — Pionier Karl Weiter erhielt vor längerer Zeit die Hessische Tapferkeitsmedaille und nun wurde ihm von: Großherzog das Kriegs-Ehrenzeichen verliehen. ** Beförderung von Briefen und Po st karten mit H a n d e l s - T a u ch b 0 0 t. Dem Vernehmen nach empfiehlt es sich, Tauchdoolbriese dis Mitte Januar ausznlie'ern. ** Me gemeinnützige Rechtsberatungsstelle des Evangelischen Arbeitervereins wurde im Jahre 1916 V.3 fallen in Ansprirch getwmmen. Entsprccheiid deii jetzigen Verhaltnisien ioar die Inanspruchnahme aus den: Gebiete der Krregsversorgung, sowie in sonstigen nrüitarischeu Augelegm:- heiten (Unter:nitzung der Angehörigen - der Kriegsteilnehmer! besonders rege. Bon den Ratsiuheitdcn waren 9 w von Greßen, die übrigen aus den Otteu Holzheim, Grüniugcn, Großen Buseck, Garbenteich, Harbach. Grüubcrg, Trais-Horloj's, Biitzbcrch, Höckelheim, Wetzlar und Salzböden. Tie Jnanspriichnahme erfolgte von 9 4 w e i b l i che n , 7 9 männlichen Personen. Hiervon waren 114 Angehörige von Kriegsteilnehmern, 59 sonstige Per)onen. Dem Berufe nach gehörten 82 Personen dem Arbeite r stände Mi, 51 waren Gewerbetreibende, 29 kleine und mittlere Beamte. 1 ^Akademiker, Lehrer usw. Von de:: erteilten Auskünften betrafen : Arbeiterveriicherimg 36, Angestelltenversicherung 5, Kriegsversorgtuig, Unterstützung der Angehörigen der Kriegsleilliehmer usw. 92, Steuerftagen 14. Bürgerliches Recht 15, Verschiedenes 11 Fälle. Außer der Erteilling von Rat und Auskunft, die 264 Konferenzen erforderte, nxrr die Anfertigung von 222 Schriftstücken notwendig, die den Ratsuchenden von der Beratungsstelle gegen Ersatz der bar«: Auslage:! (für Unbennttelte kostenlos) angefertigl wurden. Weiter er- folgte in Arbeiterversicherungsangelegenheiten die Vermittlung unentgeltlicher Vertretung vor dem Reichs-Versicherung samt Berlin. Soweit es sich um die Angehörigen eingczogener bezw. um Hinterbliebene gefallener Kriegs^ teilnehmer handelte, wu-kden den Ratsuchenden d-ie erforderlickMt Unterlagen beschafft bezw. die VerhandliMgen mit den maßgebelidon Behörden u)W. geführt. Auch in geschäftlichen und sonstigen An- gelegenl-eilen stand die Beratungsstelle den Angehörigen der Einberufenen zur Seite. Weiter hat die Beratungsstelle in Tages- zeittingen, durch die Herausgabe eines lleinen Füiwers sowie bei sonsitgen Gelegnth-eiten aus dem Gebiete der Arb>?iterversick;erung sowohl wie auch bezüglich der durch den Krieg in den Vordergrund getretenen bezw. neu erlassenen gesetzlichen Bestimmungen auf- Närend gewirkt. Erfreulicherweise wurde die Beratungsstelle auch im verflossenen Jahre von Behörden, Geistlichen, Lehrern usw. durch Ueberweiiung von Ratsuchenden usw. in ihren Besttebemgeu. iden Minderbemittelten, besonders den Angehörigen der Einberufenen in sozialen Angelegenl?eiten zur Seite zu stel-eu, ive- seritlich unterstützt. Mit dem 1. Januar l. Js. ist im Interesse der auswättigen Ratsucheuden insofern eine Erweiterung der Tätigkeit der Beratungsstelle ein getreten, als außer den Dienstags lmfc Freitags, abends 8 — 9 Uhr, statt findenden Sprechstunden, auch Sonntags von 2 — 3 Uhr die Möglichkeit geschaffen :vurde, die Beratungsstelle (Schiffendergernwg 16 III) in Älmpruck) zu nehmen. ** Gedenket der hungernden Vögel. An alle Freutide des Gartenbaues und der Landwi x-t f d; af t richten wir die dringende Mtte: Gedenket der hungernden und notleidenden Vögel im Winter, unserer besten Helfer und Freunde im Garten, Feld und Wald! Ihre Zahl ist in den letzten 10 — 20 Jahren ganz auffallend zurückgegmigen. In frul-eren Jahren hielten im Winter vor meinem Fenster, wo ich stets allerlei Futter ausgelegt hatte, meine geftedetten Fvarude in zahlreichen Scharen lustige und possierlich Konferenzen, während in den letzten Jahren kaum noch effüge Meisen und Finken sich sehen lassen. Wir werden der unheimlich- zunehmenden Ungeziefer-- Plage nicht Herr werden, wenn es uns nickst gelingt, wieder ein rechtes Heer von Singvögeln all-eratt heranzuzüchtcn. Mor allem sollte man für geeignete Nistplätze sorgen, und der unvernünftigen Zerstörung und Entfernung der Hecken und Sträncher, die Kwr wie nach- im Gange ist, Einhalt zu gebieten. ** Aus dem St ad tthe ate r b ureau. lieber den neuen Schwank „D er alte Fei ns chm ecke r", den Ludwig Dhoma be- kauntlich! unter dem Decknamen „Vogelfang" eigens für Conrad Dreher geschrieben hat und den Dveher am nächsten Samstag mit eigener Gesellschaft hier geben wird, schveibt die „Frankfurter Zeillmch' im letzten Montag-dlbendblatt in einem Münchner Theaterbericht. „Zwischen der äußerlichen Märchenpoesie des Besenbinderstückes und den Weisheitssprüchen des aus Tiefe gearbeiteten Saloninders war es sonderbar und wohltuend, im Volkstheoster den populären Komiker Conrad Dreher in jenem eigens für ihn ge- schjriebenen Münchener Stück „Der alte Feins chmecker" zu selben, das einen gewissen Hass Georg Bogelsang zum Autor hat. Fürwahr: ein munterer Vogelfang! Wollte Gott, daß alle Bögch, die volkstümlich zwitschern :md gackern, so natürlich sängen! Das lstckbe Theater mar voll Soldaten, die sich an der derben Frische dieses Volksstücks königlich! ergötzten." ** Streuer satzmittel für die Heeresverwaltung. Tie Besch,affutrg von Stteuersatzmitteln flir die Heeresverwaltung erfolgt durchl die Intendantur der militärischen Institut in Berlin W 30, Luitpoldsttaße 25 als Heevesbeschaffungsstelle. Angebote ab Verladestation sind seitens der Hersteller dttekt an diese Stelle zu richten. Als Stteuersatzmittel kommen in Frage: .Heidekraut, Ginster, Schals, Laub- und Waldstteu, Moos, H>bel- späne, Sägemehl i:nd dergl- ** Der Verein für Frauenstimmrecht hat für einen öffentlichen Vortrag Herrn Professor Strecker Mls Bad- Nauheim gewonnen, und ilstn um 9lussühruugen über das Thema: Bodenreform und Kriegerheimstatten gebeten. Alle Probleme zu künftiger Friedensarbeit hängen aus das Engste mit einer gesunden Bodenpolitik zusammen, ganz besonders wich die brennende Bevölkerungsfraae; es ist dringend zu wünschen, daß ein großer Kreis ernster Menschen sich si'cr diese Angelegenheiten intereffiereu. — Wir weisen ausdrücklich darauf hin, daß der Bor- ttag schon um 6 U hr nackMittags begiunen muß. ** M u fick: e l s l e i s ch. Morgen Donnerstag, von vormittags 8 Uhr, findet in den Marktlauben Verkauf von Muschel- fleisch und Fisch-Marinaden statt. •* Ablieferung von Fahrradschläuchen. Die vom Oberbürgermeister angesetzte freiwillige Ablieferung von Fahrradschläuchen und -Nerfen am Donnerstag, den 11. ds. Mts., bezieht sich nur aus die Stadt Gießen. FürFie Einwohnerschaft der Gemeinden in: Kreise ist die zuständige Stelle ihre Bürgermeisterei. Landkreis Gießen. •* Steinbach, 10. Inn. Mehrinnls schwer verwundet, aber a»lch wiederholt ansgezeichnet und zum Offizier-Stellvertreter befördert wurde der bei Kriegsausbruch i:n 1. Garde-Reqt. zu Fuß stehende Sergeant Karl Größer von hier. Nachdem er schon längere Zeit Inhaber des Eisernen Krelizes 2. Klasse, der Hessischen und der Badischen Tapserkeits,nedaille ist, wurde ihm in diesen Tagen auch noch das Eiserne Kreuz 1. Klasse verliehe»:. ' [1 Watzenborn-Steinberg, 9. Fan. Eine traurige Weihnachtsbotschaft wurde kurz vor detn Feste der Familie Georg H a r n i s ch V. in Steinberg zu teil. Ihr einziger Sohn Georg, ein braver junger Mann und tüchtiger Soldat, ist am 15. Dezember v. Js. bei einem Sturmangriff den Heldentod gestorben. Er stand inr 185. Jnf.-Regt., 12. Komp. Am letzte:: Geburtstage unseres Landesherrn, 25. November, war dem vereivigten tapferen Krieger noch die Hessistlie Tapferkeitsmedaille verliehen worden. — Gefreiter W i l h e l m S 0 m tn e r l ad, Sohn des hiesigen Pfarrers Sommer lad, wurde zun: Unteroffizier befördert und eirenr Offi- ziersausbildungskursus überwiesen. — •. r Das alte Jahr louuöe am otli>e)iiecai>aii) mit eurem tew^ besuchten Dankgot te S dien ft , bei dem nochanalS der Christ- bäum leuchtete, beschlossen Im übrigen verlief die NenjahrSnacht sein: ruhig und stille.— Aus das letzte Weilinachtsfeft nmrden die lbedürstigen Bergleute, besonders die älteren, sowie die Berg- mannsfamilien wieder mit einer reichen Gabe von 500 M k. aus der C. W. Fernie'schen Sttfttmg durch Vermittlung des Herrn Mug. >P a s c o e - Dutenhofen bedacht. 29 Familien bezw. einzelnen Personen konnte damit eine rechte ÄeilMichtsfreude bereitet werden. Kreis Büdingen. 4ß Bergheim, 10 . Jan. Dte Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt der Wehrmanu Philipp Theiß. # Hirzenhain, 10. Jan. In heimatlicher Erde bestattet wurde der fürs Vaterland gestorbene Musketier Hrch. S e u m. ^ Usenborn, 10. Jan. Das Eiserne Kreuz erhielt der Landsturmmann Karl Löffler. Kreis Schotten. § H e r ch e n b a i n, 10. Jan. Gardefüsilier Haas von der 11. Kompagnie 1. Großh. Hess. Jnß-Rgt. Nr. 115, erhielt die Hessische Tapferkeilsmedaille. — Pionier August Appel, beim Pionier- Ersatz-Bataillon Nr. 16 in Motz, wurde zum Gefreiten befördert, Drei seiner Brüder sind schon im Kampfe fürs Vaterland gefallen und einer ist noch in der Front. # Volkartshain, 10. Jan. Das Eiserne Kreuz erhielt der hiesige Lehrer Heinr. Rabenau, Sanitäts-Gefreiter; früher erhielt er das Militär-SanitätSkrenz. Kreis Friedberg. H: O b e r - R o tz b a ct>, 10. Jan. Die Hessische Tapferkeit?- Medaille erhielt der Lehrer Fritz M ü l l e r. Hessen-Nassau. Die Bekämpfung der Ackerschädlinge. = Frankfurt a. M., 9. Jan. Zwischen den Behörden und den larrdwirtschastlichen und sousttgen interessierten Körperschaften sind augenblicklich Erwägungen zur Bekämpfung der überhanouehmenden Ungezieferplage auf den Aeckern in: Gange. Dieses rasche Anwachsen der Feld- und Gartenschädlinge ist als eine der Folgeerscheinungen des Krieges insofern anzusehen, als nicht ausreichende Kräfte zur Vertilgung der Schädlinge in den letzten zwei Jahren vorhanden waren. Der Bertilgungskampf soll sich vor allein aogen die Krähen, Sperlinge, Mäuse und Schnecken richten. Zu seiner Durchführung sollen alle verfügbaren Kräfte, auch Schulkinder, mobil, nein acht werden, unr die Ernte des kommenden Jahres nach Möglichkeit restlos sicherzustellen. * --- Franks urt Q c i CE -^0± ^ c % *a s Igln - T. & 1 £-=£ Wetter 9. 2" 3.6 4 5 76 — 1 8 Bew. Himmel 9. 9" — 22 48 89 — 9 10. 7" - —0.6 43 98 - ! 7 j Höchste Temperatur am 8. bis 9. I an. 1917 = 4,2° 0. Niedrigste „ .. 8. „ 9. „ 1917- 0,3 ° 0. ! Niederschlag 0,0 mm. Letzte Nachrichten. Der Zusammentritt des Reichstages. Berlin, 10. Jan. Das „Berliner'Tageblatt" hört: Der logliedrige Hilfsdienstausschuß des Reichstages wird Mitte nächster Woche wieder zu einer oder zu mehreren Sitzungen zusammenberufen werden. Ob und wann der Haushaltsausschuß zur Beratung der politischen Fragen wieder zusammen treten wird, iss noch unbestimmt. Dagegen kann bereits sicher angenommen werden, daß das Plenum des Hauses nicht vor dem Februar wieder verhandeln wird. Eine Unterredung mit Batocki. Kristiania, 9. Jan. Der Berliner Korrespondent der „Astenposten", Pros. Holdermann. hatte eine längere Unterredung mit dem Ernährungsminister Batocki. Dieser sagte, er hätte eben ausführlich^.': Berichte über die Korn Vorräte in Rn Manien empfangen. Es hätte sich gezeigt, daß die rumänischen Kornmengen weit größer sind, als man gedacht habe, lieber die Verhältnisse in Oesterreich und Ungarn sagte Herr von Batocki, die Mitteilirng, welche die „Morniug Post" kürzlich über Mangel in der Doppelm o na r chic veröffentlicht habe, sei völlig unwahr. Ich bien in letzter Zeit in Wien und Budapest gewesen und habe persönlich die Verhältnisse ins Auge gefaßt. In Ungarn sind überhaupt keinerlei Schwierigkeiten gewesen, da das Land mit Brotkorn reichlich ausgestattet ist. In Oesterreich wird die letzte Kornernte sich vielleicht als etwas unzureichend erweisen. Es war schon ein Abkommen über die Aus fuhr von einigen hunderttausend Tonnen aus Deutschland getroffen. Jetzt aber bekommt Oesterreich seinen Anteil der Korn- vorrätc in Rumänien, und eine Zufuhr aus Deutschland wird deshalb nicht notwendig sein. Lokale Proviantierungsschwierig- keiten kommen im Kriege ab und zu überall vor. Nach Mitteilungen, die ich empfangen habe, kommen solche Schwierigkeiten aber häufiger in den feindlichen Ländern vor, als bei uns. Die Behauptung unserer Feinde, daß der Friedens vor schlag der Mittelmächte wegen der unabwendbaren .Hungersnot ergangen sei, ist ebenso unwahr, wie alle anderen Gerüchte in den Zeitungen der Alliierten. Wir haben keine Ursache dazu, die wahren Verhältnisse unter den Stuhl zu stecken und wir sürcAcn ebensowenig die Hungerpläne unserer Feinde, als ihre Waffen. Eine Frage an Gerard. H a a g , 9. Jan. Reuter meldet aus Washington: Der Staatssekretär des Auswärtigen Anttss hat den Botschafter Gerard in Berlin drahtlich ersucht, Ausführungen zu geben über die von ihm bei dem Bankett der amerikanischen Handelskammer in Berlin abgegebene Erklärung, daß seit Beginn des Krieges die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland nie so herzlich gewesen sind wie jetzt. .(Eine Bestätignng dieser Nachricht bleibt abzuwarten. — D. Red.) ^ » Jtalienisch--englische Schiffsunfälle. Der „Baseler Anzeiger" meldet aus Ehiasso: Bor Korfu ist dieser Tage sin italienischer U n t e r s e c b o o t s z e r st ö r e r mit vollständigem Armeestab, der sich zufällig an Bord befand, untergegangen. Der Verlust beträgt: 7 Seeoffiziere und 33 Offiziere des Landheeres. Haag, 9. Jan. Der englische Panzerkreuzer „Shannon" soll Ende 2chvember 1916 an der Südküste Englands durch Auslaufen auf eine Mine gesunken sein. Gefecht zwischen einem französischen und italienischen Kriegsschiff. Basel, 9. Jan. Ter'„Baseler Anzeiger" berichtet aus zu- verlässiger Quelle: Am 22. Dezember habe ans Verseilen zwischen einem französischen Panzerkreuzer und einem italienischen Hilfskreuzer ein Nachtgefecht statt gefunden, wobei es zahlreiche Tote und Verwundete gegeben habe. U-Deutschland verfrachtet Diamanten. Haag, 9. Jan. „Handelsblad" bringt das neuerliche Aufblühen des Scheveninger Diamanthandels in Zusammenhang mit der Nachricht, daß sich eine einflußreiche Gruppe deutscher Versicherungsmakler bereit erklärte, den Versand eines erheblichen Postens geschliffener, aus Deutsch-West- afrcka stammender Diamanten auf dem Hände lsuntersee- boot „Deutschland" nach Amerika zu versichern. Rumänien. London, 10. Jan. Ter „Times" wird vom 3. Januar gemeldet, daß nian in wissenden Kreisen in Jassy nicht daran zwei- «alt, daß die Deutschen das ganze rumänische Gebiet zu erobern beabsichtigen. Um das zu erreick>en, lverde die Offensive mit der größten Energie fortgesetzt. Alles weise auf eine kräftige Winter- kampagrie hin. Galatz von der Zivilbevölkerung geräumt. S t o ck h o l m , 10. Jan. Großfürst Georg Michailvwitsch ist mit besonderer Mission vom 'Zaren in Rumänien eingetrvffen und im rumänischen Hauptauartter in Gesellschaft des Königs Ferdinand angelangt. Wie die Zeitungen aus Odessa mittellen, berichten Flüchtlinge, daß ganz Galatz bereits geräumt ist. Der Stadt Präfekt von Galatz hat durch Maueranschlag der Bevölkerung mit- gcteilt, daß die Schadt bedroht sei. Alle Schulen sind nach Jassy übergeführt worden. Die Zeitungen lyabtv. das Erscheinen eingestellt. Griechenlands Antwort an die Entente. Lugano, 9. Jan. Aus Athen wird berichtet: Die Minister arbeiten unter dem Vorsitz des Königs eine Antwort auf die sluvte der Entente aus, die einen Teil der EntenlebedingunMt an- nimmt, andere wie z. B. die Abschiebung des Hieeres aus Thessalien ablehnen soll. Bern, l0. Jan. Wie der „Corriere della Sera" aus Rom berichtet, wurde auf der Ententekonferenz in Rom eine Entscheidung hinsichtlich Griechenlands zwischen den Gesichtspunkten der Entente und denen der griechischen Regierung vereinbart. Man glaubt, daß unter diesen Umständen der griechischen Regierung jeder plausible Grund fehlen wird, die vollständige Ammhme der Ententenote verweigern zu können. Diese Mtteilung entspreche in gewiffem Sinne deni italienischen Standpunkt, wonach man der griechischen Regierung die formelle Versicherung geben würde, daß in den Ortschaften, wo in Gemäßheit der Ententenote die Piechischen Truppen zurückgezogen werden sollten, weder venizßlistische Truppen noch Vertreter, noch Behörden einziehen sollen. Die griechischen Reservisten. Genf, 10. Jan. Wie der „Temps" aus'dem Piräus be- l ichtcr, hielten die Reservisten zwei Züge, die Truppen nach dem! Pelopoimes trausporlierten, an. Tie Reservisten zwangen ferner den Stadtrat des Piräus, die entcntefreimdlichen Stadttäte und Beamten abzusetzeu. Ultimatum an Griechenland. H a a g, 9. Jan. „Times" berichten, daß infolge der abweisenden Haltung der Regierung des Königs Konstanttn eine neue s .Uote der Entente in Athen übergeben werden soll, die auf sofortiger Bewilligung aller Forderungen der Entente bestehen soll und dazu eine Frist von 48 Stunden stellt. Ausweisung des Monsignore von Gerlach. L u g a n o , 9. Jan. Der aus Rom ausgewiesene deutsche Prälat Atonsignore von Gerlach, der erste Geheimkämmerer des Papstes und nach dem Kardinatstaatssekretär das hervorragendste Mitglied des päpstlichen 5>ofstaates, ist in Lugano angekommen. Die Entfernung von Gerlachs erfolgte auf dwhende Preffion der Ententediplomatie. Der neue englische Gesandte im Haag. A m st e r d a m , 10. Jan. Dem „Allgemeen Handelsblad" wird aus London berichtet: Die „Morning Post" schreibt über den neuen englischen Gesandten im Haag, Townley, daß er zu den starken Männern des diplomatischen Dienstes gehöre. Ms Gesandter in Argenttnieir habe er sich das besondere Berttauen upd die Darkbav- fett der britischen Kaufleute durch das lebhafte Interesse, das er für sie zeigte, allseittg erworben. Haag, 10. Jan. Zu dem Arttkel in der „Morning Post", in dem gesagt wird, daß öär neue englische Gesandte im Haag, Sir Walther Townley, ein starker Mcürn sei, sagt der „Nieuwe Courant" : Wir hoffen zuversichtlich, daß Sir Walther Townley bald einsehen wird, daß die Niederlarche mit ihren: eigenarttgen Vvlk?s- charakter keine starken Atänner aus sreinden Ländern nöttg haben, um ihren Pflichten strikter Neuttalität gegen alle Kriegführenden getreulich nachzukommen. Rücktritt des spanischen Kabinetts. Madrid, 9. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Renterschien Bureaus. .Ter Ministerpräsident unterbreitete die Demission des gesamten Kabinetts. Eine Rebellion auf Sumatni. London. 10. Jan. Nach einer weiteren Meldung aus Batavia vom 6. Januar berichtet der „Javabote" von einem neuen' Aufstand tu Sumatra, bei dem der Gesandte der niederländischen Regierung, Müller, getötet wurde. Die Bewegung, die von einer religiösen Sette ausging, lvurde von NMtär imter- drückt und blieb auf den Norden von Smncttra beschräntt. Der Vranb in Santander. Bern, 10. Jan. Dem „Temps" zufolge hat die Feuerst brunst das Ndusenm in Lantander vollständig erngeäschert. Neben den gemeldeten Gemälden berühmter Meister sind sehr wertvolle Haudsch.risten verloren geg>angen. Eine neue Markonirrsindung. * Bern, 10. Jan. Laut römischer Meldung des „Se- colo" hat der Physiker Markoni ein neues System flir drahtlose Telephonie erfunden. Der neue Wparal ist nmrrentlich rum Gebrauch aus den Schismen für kleine Entfernungen von 30 Seeineilen. Die zur Verwendung tomnrenden Masten müßten eine Höhe von über 30 Meter haben. Jg-, strebs. Kaufmann, der letzt vom Militär entlassen wurde, sucht passend. Posten der Ziuildienstpflichr. Schristl. 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