rir. 5 Der Sießen-r Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: Gießener Lamilienblätter; «reirbiatt für tze> Areir Hießen. Aezngrpreis: nwnatl. 90 Pst. viertel- j ährst Mk. 2.6b: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 80 Pf.: durch die Post Mk.3.45 viertel- jährst ausschl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüsse: iürdieSchristleitunqI12 Verlag,Geschäftsstelleö1 Anschrist für Drabtnach- rrchten: Anzeiger Eichen. Erster Blatt M. Jahrgang bamztag. 6. Januar W Ztu.u4/ine von Anzeigen *. tue TaqeSnurnmer bis zuinNachmitlag vorher^ Zeiienpreir, f. Anzeigen: örtlich 20 Pf.. Vermietungen u. Stellengesuche 15Ps., auswärts 25 Pf., li Plahvorschrist 30 Pi., Reklamen 75 Pst, bei Platzvorfchrnt 90 Ps. Hauptjchriitleiler: Aug. Goetz. VeranLivortlich »2N!km» «kuerm-rtllzelaer rur vwervenen äES richtssaal: Fr. R. Zenz. Zwilltngrrunddnick u. Verlag: vrühl'sche Univ.-Buch- u. Steindruckerei R. Lange. Schriftleitnng. Eeschäftrftelle u. Druckerei- Schulftr. 1. fä'mtudfn. ii't'*' General-Anzeiger für Oderhessen Braila genommen. Ein Lrlah der Katfers über die Fortführung der ttriegez. (WTB.) Großes Hauptquartier, 5. Januar. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Die Kampftätigkeit der Artillerie hielt sich infolge ungünstiger Witterung zumeist in mäßigen Grenzen. In mehreren Frontabschnitten verliefen kleine Patrouillen-Unterneh- mungen erfolgreich. Bei der .Heeresgruppe Kronprinz Nnpprecht drangen Abteilungen des Altenburgischen Infanterie-Regiments Nr. 153 heute früh bis in den vierten feindlichen Graben am Ostrandc von Loos vor, fügten dem Engländer bei Ausräumung und Sprengung mehrerer Stollen blutige Verluste zu mw kchrten mit 51 Gefangenen zurück. Oestlichcr Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Zwischen der Küste und Friedrichsstadt zeitweilig starker Fmerkampf. Heute in den Morgenstunden griffen russische Bataillone Teile unserer Stellungen an ; die Kämpfe sind noch im Gange. Außerdem griff der Russe viermal unter hohem Einsatz von Menschen und Munition die ihm entrissene Insel nordwestlich von Dünaburg vergeblich an. Front des G e n c r a l o b c rst e n Erzherzog Josef. Au der Goldenen Bistritz war das Artilleriefeuer heftig. Vorstöße russischer Kompagnien und Streifkommandos zwischen Czokanesti und Dorna Watra scheiterten verlustreich. Die Angriffe der unter dem Befehl des Generals der Infanterie von Gervk fechtenden deutschen und österreichisch- ungarischen Truppen in den zwischen der Ostgrenze Siebenbürgens und den Sereth-Niederungen liegenden Bergen brachten auch gestern wichtigen Geländegewmn. Mehrere hundert Gefangene wurden aus den erkämpften Stellungen eingebracht. Heeresgruppe des Geueralfeldmarschalls DON Mackensen. Im Grdirgsstock nordwestlich von Odobesti erstürmte ein württembergisches Gebirgs-Bataillon neben hannoverschen, mecklenburgischen und bayrischen Jägern mehrere verschanzte Höhenstellungen. Am Rimnicul-Sarat-Wschnitt nahm das westpreutzische Dentsch-Orden-Jnfanterie-Regiment Nr. 152 Slobozia und Rotesti im Sturm. Südlich des Buzaul ist die russische Brückenkopfstellung von Braila von deutschen Divisionen mit zugeteilten österreichisch-ungarischen Bataillonen durchbrochen. Gurgueti und Romanul sind im harten Häuserkampf genommen. 1400 Gefangene und sechs Maschinengewehre blieben in der Hand der Sieger. Auf dem rechten Donauufer dringen deutsche und bulgarische Kräfte auf Braila und Galatz vor. MazedonischeFront. Nichts Wesentliches. Der Erste Generalauartiermeister Ludendorff. * Der Abendberichr. Berlin. 5. Jan., abends. (WTB. Amtlich.) In der Großen Walachei ist Rumäniens Haupthandelsstadt Braila von deutschen und bulgarischen Truppen genommen. Die Dobrudscha ist vollständig vom Feinde gesäubert. Die schroffe Ablehnung des Friedensvorschlages der Mittelmächte hat eine neue Lage geschaffen, wie bei einem niedevgegangenen Wetter. Wir wissen noch nicht, welche Gesamtwirkung dieses Wetter auf unser Fortschreiten im Kampfe gehabt hat und haben wird, aber wir sehen wenigstens eines: ein großer Dunstkreis, der uns einhüllte, ist zerrissen, wir haben wieder eine klare Atmospl-äre vor uns. Und da richten sich alle Gemüter entschlossen auf Die Notwendigkeit, das Werk der Kanonen uno Feuerschlünde bedenkenlos fortzusetzen, ist jetzt in allen Herzen festgewurzelt. Wieder ftndet in dieser Lage der Kaiser das befreiende Losungswort. In seinem Erlaß sind alle die begrüßuugs- werten Wirkungen angedeutet, die unser Friedensvorschlag uitf) seine Ablehnung hervorgerufen haben. Vor allem spricht aus des Kaisers Worten ein gehobenes sittliches Gefühl, und von treuem erkennen wir, wie ernst es ihm war, die Verantwortung schwerer neuer blutiger Opfer des Krieges von sich und seinen Ratgebern abzuweisen. Die Derantwor- nrng für die weitere Bernichtirngsarbeit des .Krieges tragen dm Gegner, nicht wir! Zugleich erschallt aus dem Erlaß £! lc ^ "^oder die Stimme des Starken, sich seiner .Kräfte voll Bewußten. „Jetzt werdet Ihr zu Stahl werden", letzt werden wrr die Verständigung von unseren Feinden „mit Gottes Hilfe erzwingen"? Der Kaiser spricht von den weiteren furchtbaren Opfern, die sein Wille dem Volke habe erszwren wollen. Dieses Wort klingt noch schöner als die in der deutschen Friedensnote ausgesprochene Absicht, zu verhüten, daß der „geistige und materielle Fortschritt Europas" noch weiterhin „in Trümmer gelegt" werde Der Laster sprach diesmal zum Herzen feines eignen Volks. Zweifellos wird sein Appell überall innerhalb der deutschen Grenzen ein lebendiges und segensreiches Echo finden. Wir hatten früher einmal angedeutet, daß der Friedensvorschlag vielleicht auch für einige Sttmmungen innerhalb der Sozialdemokratie berechnet getnesen sei. Darum wird es nicht ohne Interesse sein, aus die Wirkung hin die maßgebende sozialdemokratische Presse genau zu verfolgen. Der „Vorwärts", der gestern den Kaiserlicher! Erlaß noch nicht kannte, legt in seiner Freitag-Nummer bereits dar, was seiner Meinung nach fortan geschehen sollte. Manche seiner Aeuße- rungen klingen harmonisch mit den Kaiserworten zusammen, und wir können unsere Genugtuung darüber aussprechen, wenn das Blatt folgende Feststellung macht: „Was auch immer die Gegner über die Schuld am Kriege sagen mögen, fo läßt sich doch die Tatsache nicht aüs der Welt schaffen: an dem Kriege, der seit dem 12. Dezember 1916 tobt, tragen sie die Schuld. Die Mittelmächte haben Frieden gebv-i ten, der Zehnerverband lehnt ihn ab. So ist seit dem 12. Dezember ieder Zweifel daran geschwunden, daß Deutschland einen Ve r- teidigüngskrieg filmet, lind die Pflichten jedes deutschen. Sozialdemokraten gegenüber seinem Lande sind noch viel klarer? als je zuvor." „Niemand", so fährt der „Vorwärts" an einer anderen stelle fort, „wird von der sozialdemokratischen Fraktion jetzt e r n st l i ch verlangen, daß sie fernere Kriegskredite ablehnen soll." Auch das Hilfsdienstgesetz werde jetzt aus den Reihen der Sozialdemokraten keine so strengen Kritiker mehr wie früher finden. Die Regierung könne einstweilen nichts anderes für den Frieden tun, als an der Formel festhal- ten: „Zum Kampf entschlossen, zum Frieden bereit?" Dann aber spürt das sozialdemokratische Zeutralorgan den Mitteln nach, die der Sozialdemokratie zur Förderung des Friedens noch zur Verfügung ständen. In der Annahme, daß letzt auch „hinter den feindlichen Schützengräben" die Frage laut würde, ob dies noch derselbe Krieg wäre, schließt das Blatt: „Nein, wir werden um Frieden nicht flennen und winseln, aber wir werden nicht «mfhoren, den' eigenen Volk und allen anderen Völkern eindringlich die Vernunft des internationalen Sozialismus zu predigen, der allein önstomde tu, die «rrvpäische Kultur vor dem Untergang zu retten. Das ist's, was jetzt für uns zu tun ist! Alles andere versteht sich von selbst?" Der „Vorwärts" hat in seinem auf diese Weise niedergelegten Programm der Wilsonschen Bemühungen keine Erwähnung mehr getan. Die „Franks. Ztg." bestreitet heute die gestern auch von uns wiedergegebene Annahme, unsere Regierung habe ihre Friedensbedingungen in Washington bekannt gegeben. Das Blatt verweist dabei auf „mißverstandene" Stellen in der bekannten Rede Andrassys, der lediglich gesagt habe, die Zentralmächte könnten in die Lage konnnen, ihre Bedingungen für den Fall mitzutellen, daß die Entente geneigt wäre, dasselbe zu tun. Immerhin wäre es nützlich, wenn die Mgierung selbst sich zu dem Viele beunruhigenden (Früchte äußern würde. Mittlerweile wird die Welt auf neue Gebärden des Starken und Unnachgiebigen aufmerksam, die sich nach der Ablehnung des Friedensvorschlages in der Entente mit Behagen breit machen. Der Kriegsrat in Petersburg kündet eine neue Offensive nach Brussilows Muster an. was eigentlich nicht recht kriegsmäßig klingt, da man dem Feinde doch seine Absichten nicht zu verraten pflegt. Auch die neueste Konferenz der Entente, die diesmal nach Rom verlegt wurde, dient marktschreierischen Kraftworten. Italienische Blätter deuten auf stärker zu verfolgende Absichten aus dem Kriegsschauplatz im Orient. Was wird aus Sarrail? Diese Frage wird die Herren in Rom aber wohl eher in einige Verlegenheiten setzen, als daß sie geeignet wäre, neue Siegeshofß- nungen aufzufrischen. * * * Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. W i e n. 5. Januar. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 5. Januar 1917. Oestlichcr Kriegs a u p l atz. In der Dobrudscha dringfM^je Verbündeten auf Braila und Galatz vor. * Südlich urd westlich von Lvtinul am Buzeul durchbrachen deutsche und österreichisch-ungarische Truppen die feindlichen Linien. Es wurden 1400 Gefangene eingcbracht. Bei Romin- ceni erstürmten deutsche Regimenter mehrere Ortschaften. Im Gebirge nordwestlich von Odobesci wurde der Feind aus einigen Höhenstellungen geworfen. Auch östlich von Neprilesci bei Soreja und ber Harja schritten die Angriffe der Verbündeten vorwärts. Zwischen Dorna Watra und Czekenesei stärkere Aufklärungstätigkeit der Russen £,'t feindlichen Abteilungen wurden überall abgnviesen. Weiter nördlich bei den österreichisch ungarischen Streit- kräften nichts von Belang. Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v.Höfer, Feldmarschalleutnant. * * * Der Kaiser an Heer und Marine. Berlin, 5 Inn. (WTB. Amtlich.) An Mein Heer und Meine Marine? Im Verein mit den Mir verbündeten Herrschern hatte ich unseren Feinden vorgeschlagen, alsbald in Friedensverhandlungen einzutreten. Die Feinde haben Meinen Vorschlag a b g e l e h n t. Ihr Machthunger will Deutschlands Vernichtung. Der Krieg nimmt feinen Fortgang? Vor Gott und der Menschheit fällt den feindlichen Regierungen allein die schwere Verantwortung für alle weiteren furchtbaren Opfer zu, die Mein Wille Euch hat ersparen wollen. In der gerechten Empörung über der Feinde anmaßenden Frevel. in dem Willen, unsere heiligsten Güter zu verteidigen und dem Vaterlande ein glückliche Zukunft zu sichern werdet Ihr zuStahl werden. Unsere Feinde haben die von Mir angeborene Verständigung nicht gewollt. Mit Gottes Hilfe werden unsere Waffen sie dazu zwingen? Großes Hauptquartier, den 5. Januar 1917. Wilhelm I. R. * Pressestimmen zum kaiserlichen Erlaß. Berlin, 6. Januar. Zu dem Armeebefehl des Kaisers zur Ablehnung des Friedensangebotes sagt der „Berliner Lokal-Anzeiger": „Tie markigen, wie Schwettschtäge klingenden Worte werden! nicht nur bei den Angehörigen d)7' Heeres und der Flotte, sondern auch bei der ganzen Bevölkerung Deutscklmds und der verbündeten! Mächte herzlichsten Widerhall finden. Unsere Bereitschaft zum Frieden wurde absichtlich mißdeutet. Mit klarem Blick und ruhigem Gewissen sehen wir weiteren schweren Kämpfen und' Ochern entgegen. Ter stählerne Wille unserer Wehrmacht wird in der stählernen Ausdauer und Entschlossenheit der ganzen Bevölkerung seine würdige Ergänzung finden. Wer in diesem Kriege Nachlassen: wollte, der hätte sich selbst und sein Bestes preisgcgeben." Die „B e r l i n e r M o r g e n p o st" führt aus: „Tie stählernen Watte tteffen auf den Fels unserer glorreichen Wehrmacht. Sie werden Funken schlagen aus diesem Felsen, und die Funken werden nicht bloß die .Herzen unserer Brüder inr Waffen kleide entzünden, sondern das gesamte Volk entflammen. Furchtlos ziehen wir unsere Straße, so entschloss"!! zum Kanchf, wie wir zum Frieden bereit waren. Unsere Straße nritb zum Siege fföjoat. Ein gutes Vorzeichen ist die Nachricht, die zur sttben Sürado kommt, wie der Ausruf des Kaisers." In der „Po st^ heiÄ es: „Deutschland hat getan, was vor ihm noch kein Sieger getan hat. dem Feinde den Frieden angeboten. Jeder Deutsche wird den ernsten, vom Vertrauen auf Gott und das deutsche Volk zeugenden Worten des Kaisers zustimmen, nicht freudig, daß das große Völkerringeu noch immer kein Ende gefunden, wohl aber in dem festen Entschluß, von neuem alle Kräfte anzuspannen, damit das große Ziel erreicht lvird, das uns gesetzt ist." Die „Vosfische Zeitung" führt aus: „Der Kaiser wendtt sich am Tage des Falles von Braila mit einer .Kundgebung an Heer und Flotte, worin er unter Be, tvnung des unerschütterlich!! deutschen Sicgeswillens mitteilt, daß der Ktteg seinen Fortgang nimmt. Unsere Feinde spüren es. Den deutschen Frieden wollten sie nicht, nun müssen sie die deutsche KriegsFortsetzung kennen lernen. Vvrwätts geht es, wie es bisher gegangen ist." Zur E i n n a h m e der Hafenstadt Braila sagt die „Bossischc Zeitung": „Braila und Galatz sindRumäniens Getreide st apel- Plätze. Rumäniens Goldwettc werden von den Mais- und Weizenfeldern elngebracht. Wie int Petroleum-Gebiet in Ploesti die Engländer sich im Vernichtungswerk betätigen, so haben in Braila ünd sicher auch in Galatz die Russen alles daran gesetzt, um das Getreide entweder fottznschafsen oder dock in Flammen aufgeher zu lassen. Das soll uns jedoch nicht in unserer Siegesfreude stören. Die Kunde von Braila kommt gerade zurecht, als Gruß aus dem Osten an die zum Kriegsrat in Rom versammelten Bertrtter der feindlichen Staaten und Heere." * * * Der bulgarische Bericht. Sofia, 5. Jan. (MTB. Nichtamtlich.) Bericht des Ge- wral stabe s vom 5. Januar. Mazedonische Front: Au einigen Frontabschnitten schwaches Feuer der feindlichen Geschütze. Im Cerna-Bogen hat der Fliegcrleutnant Brande k seinen zweiten feindlichen Fesselballon abgeschossen, der brennend bei Negotschin herabstürzte. Rumänische Front: In der Dobrudscha gingen die bei Macin und Jijila geschlagenen Russen gegen Braila zurück, bulgarisch und deutsche Truppen verfolgten sie bis an das rechte Donauufer und besetzten das Torf Cecet gegenüber von Braila. Ter linke Flügel des Feindes hat versucht, sich in dem nordwestlichsten Winkel der Dobrudscha, bei Va c a ren i und der Höhe 162 zu balten. TrvOem wurde auch hier der Feind durch einem heftigen Vorstoß unserer tapferen Infanterie-Regimenter Nr. 35 und 36, die von der Artillerie wirksam unterstützt wurden, auf den schmalen Geländestreifen rrielv della Sera" in einer Korresvvndenz aas Rom: Nach der Abfas- ftmg der letzten 9-ote sei eS für die alliierten Regierungen mrertöstlich, sich für die Fortsetzung des Krieges zusamnienzutnn; dies solle in Rom geschehen. „Secolo" weist besonders unter Nennung der Namen der an der Konferenz teilnehmenden Persönlichkeiten auf deren f8Hjfcigfrtt hin. Morr nähere sich jetzt dem letzten» Höhepunkt des Konfliktes Die Honnnngen wüchsen mit jedem To.ge. Mer jeder Fehler in dem neuen Plane könne derart rverden, da','- er sticht wehr OS zu machen wirre. „Cvrriere d'Jtalia" schreibt: Die Bedeutung der neuen werde in Berlin und Wen nicht entgehen. Sie beweise, datz die Entente durch das Friedensmanöver nicht in die Brüche gegangen ist, sondern fest entschlossen sei, den Krieg bis zur Erreichung des Kriegszieles fortzu setzen. .,Perseveranza^ meldet, daß nach der Meinung einrger Persönlichkeiten aus der Konferenz die Richlungslinien vereinbart werden sollen, die die Alliierten gegenüber einem weiteren Schritt m der diplomatischen Offensive der Mittelmächte einhalten würden. Die Kämpfe in vftafrtka. _ London, 5. Jan. (WTB.) Der amtliche Bericht aus Ostafrika berichtet über weitere Einkreisungs operativ neu, durch die die übrig bleibenden deutschen L>treit- kräste langsam in das untere Ru fi d s chi tal getrieben und dort eingeschlossen werden. Der Bericht meldet, daß» englische Streitkräfte sich in der Nähe von Kissaki, südlich vom Uluguruhügel sammelten und die Offensive ergriffen. Am 1. Januar stürmten sie stark befestigte feindliche Linien im Mgetatai, fügten dem Feinde schwere Verluste zu und erbeuteten mehrere Geschütze und Haubitzen. Der Feind wurde gegen das Rufidschital hin verfolgt. Gleichzeitig machte eine andere Kolonne westwärts eine weite Umgehung über schwieriges wegloses Gelände, erreichte den Rusudschi und besetzte das Mutzufer und die wichtigsten vom unteren Rufudschi südwärts führenden Straßen. Weiter östlich gingen unsere Truppen nördlich und nordöstlich vom Hafen von Kilwa aus vor. Sie besetzten eine von Osten nach Westen verlaufende Linie quer über die vom Rufidschi- delta südwärts führenden Wege. Beträchtliche feindliche Streitkräfte werden an verschiedenen Orten des unteren Rufudschitales und -deltas gemeldet. Weiter westlich gehen unsere Truppen von der Linie Jrrnga-Opema vor und treiben starre feindliche Streitkräfte' aus Mahauge hin zurück. * » m Da- Amt für Bolk-ernährung in Oesterreich. Wien, 5. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Der Kaiser hat den Präsidenten des Amtes für Volks ernähr urig Kokstein auf seine Bitte von seiner Stellung enthoben unter voller Anerkennung seiner in schwierigen Verhältnissen geleisteten ersprießlichen Dienste und den Obersten des Gene- ralstabskorps Anton Höf er, Chef der Quartiermeister- abteilung des Armeeoberkommandos, zum Minister ernannt und mit der Leitung des Amtes für Volksernährung betraut. England und die norwegische Ausfuhr. Kristiania, 5. Jan. (WTB.) Sofort nach dem Zusammentritt des Storthings wird der Minister des Aeußeren Mitteilungen machen über die mit der eng- lischenRegierun g geführten Verhandlungen betreffend die englische Klage über die Ausfuhr von Fischen und Schwefelkies, die England als unvereinbar mit den zwischen den beiden Regierungen getroffenen Uebereinkünften an- sieht. ver Seefrfeg. Unsere U-Boote. Berlin, 5. Jan. (Privattel.) Ein in den Heimathafen zurückgekehrtes U-Boot hat in elf Tagen elf Schiffe versenkt; darunter befanden sich fünss Dampfer mit 15000 Tonnen Kohlen für Italien imb Frankreich bestimmt. Berlin, 5. Jan. (WTB. Amtlich.) Das deutsche Unterseeboot „U 4 6", das nach einem englischen Poldhu-Bericht vom 2fl. Dezember 1916 auf der höhe von St. Nazaire versenkt fein soll, ist wohlbehalten in seinen Heimathafen zurücvgekehrt. — Auch ein anderes deutsches Unterseeboot kommt für die von unseren Gegnern gemeldete Vernichtung nicht in Frage. Die Versenkung der „Jvernia". London, 4. Jan. (WTB.) Amtliche englische Meldung. Der Transportdampfer ,^-vernia" von der Eu° nard-Linie (14 278 Brnttoregistertonnen) ist im Mittelmeer bei schlechtem Wetter am 1. Januar 1917 von einem feindlichen Unterseeboot versenkt worden. Er hatte Truppen an Bord; 4 MlitaroMiere und 146 Mann werden vermißt. Die Verluste an Schiffsoffizieren und Bemannung sind noch njcht endgültig bekannt, man hofft aber, daß die einzigen vermißten Schiffsoffiziere der Schiffsarzt und der erste Maschinist sind. Eine spätere Bekanntmachung der Admiralität teilt mit, daß nach einer späteren Meldung die Zahl der von der „Jvernia" vermißten Mannschaften 120 und von der Besatzung 35 bettage. Hamburg, 5. Jan. (Pttvattel.) Das hamburge Pnsengericht erklärte heute die Versenku ng des hollän dischen Dampfers „Zeeland^, mit Kohle nach Frankveic bestimmt, am 4. April 1916, des norwegischen Dampfer- e l o x", mit Lebensmitteln von Rotterdam nach London am 24. August 1916, „Ioh n Wilson", mit Lebensmitteln Mas, Baumwolle, Motoren und Maschinenteilen, von Rot terdam nach London, am 2. Augu st!916, des ftnnischci Dampfers „Peer Bratze", von Rairmo nach Stockholm am 2. August 1916, des schwedischen Seglers „A n n a", rm leeren Petroleumtvnnen und Eisenerz, in der Ostsee, an 30. Juli 1916, als rechtmä ßig geschehen. Die Ersatz anspriiche wurden abgewiesen. Die Versenkung des norme gischen Dampfers „Cubaco" wurde bereits im vorigen Jahr gebilligt; bei der heutigen Verhandlung wuwde'die Der nichtung seiner Ladung, wogegen 72 Einsprüche Vorlagen mrt wenigen Ausnahmen zugestimmt. Die Verkündung de- Urteils über den am 24. April 1915 versenkten hollündi scheu Dampfer „Derkelstrovm", mit Steingut voi Äkmsterdam nach London, wurde auf den 5. Januar fest gefetzt. - - ^ ^ ^ o n, 5. Jan. lWTB.) Lloydsmeldung. Die griechi scken Dampfer „Dimitros", „Gvnlasdris" un „Arrstotetes" und der spanische Dampfer „San Le andro^ sind versenkt worden. Man glaubt, daß de mwwsgische Dampfer ,F)dda" versenkt wurde. Der nvr wegstche Dampfer „Borne^' ist verfeukt worden. London, 5. Januar. sWTB.) Llohdsmeldung. De Darnpser „Frederick" l1872 Tonnen) aus New Bork ml als verloren; der spanisck-e Dampfer „Pelayv'" (164 Tonnen und der britische Dampfer „Servistan" (29:s Dannen) find überfällig. _ ?o?d^n, 6 Jan (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds mel ott'der grieckfische Dampfer „Tsirop inas" (301. Br>R X.) torpediert wurde. 25 Mann der Besatzung rmlrde naetandet Man glaubt, daß der norwegische Da mp ser „tzelpy" (180l; Br verscirkt worden ist. Bern, 5. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Temps" meldet aus Toulon: Der englische Dampfer ,F)ceano" £4657 Tonnen) ist vor St. Tropez gestrandet. Menschenleben sind nicht verloren gegangen. Am dem Reiche. Die Reichstagsnachlvahl in Köln. Köln, 5. Jan. (WTB. Nichtamtlich) Me Reichstags Nachwahl im Wahlkreise Köln-Stadt für den verstorbenen Reichstagsabgeordneten Hofrichter stand im Zeichen des Burgfriedens. Für den Redakteur Meer- felo (sezialdem. Fräkt.) wurden 3057 Stimmen abgegeben. • Berlin, 6 Jan. Wie das „Berl Dagedl" erfahrt, wurden von der pommerschen Hindenburgspende an Wurst und Fett bisher 42 800 Pfund versandt; 10000 Pfund nach Bochum, 11000 Pfund nach Duisburg und 20000 Pfund nach Bochum-Land Straßburg, 5. Jan. (WTB.) heute morgen starb im Alter von 82 Jahren nach kurzer Krankheit der Wirkliche Geheime Rat Otto Back, Ält-Bürgermeisder der Stadt Straßburg und Kurator der Kaiser-Wichelms-Universität. Back war 1887 Untersbaatsfettetär im Ministerium für Elsaß- Lothringen. Aus Stadt und Land. Gießen, 6. Januar 1917. Der DreikvnigStag. Berlin, den 6. Januar. In allen Ländern mit vorwiegend katholischer Bevölkerung ist bekanntlich der hl. Dreikönigstag ein Feiertag. Ta der Tag in diesem Jahre mrf einen Sonnabend fällt, gibt es also dort, Mo d^r Dreikönigstag gefeiert wiw, am 6. und 7. Januar wieder zwei auseinanderfolgende Feiertage. Die Zeit von Weihnacht bis WM Feste der heiligen drei Könige ist, abgesehen von Jahren, in denen der erste Weihnachtsfeiertag und deinen sprechend der Nei>- jahrstag ans einen Sonntag fällt, die an Feiertagen reichste des Jahves. Trifft noch dam der erste Weihnachtsfeier tag, wie im Jahre 1916, auf einen Montag, so haben wir eine Fülle auseinander folgender Feiertage, die in katholischen Ländern noch Um das Fest der heiligen drei Könige mit dem darauffolgendeir Sonntag vermehrt werden. Im Königreich Sachsen, dessen Bevölkerimg über wiegend protestantisch ist, das aber ein katholisches Königshaus hat, ist der Dreikönigstag, der dort Hochneujahr genannt tvrrd, heute noch ein staatlich anerkannter Feiertag, an dem alle Geschäftshäuser und Betriebe geschlossen bleibeii müssen. Im Jahre 1913 lnschloß zwar der sächsische Landtag im Einverständnis mit der sächsischen Handelskammer mrd den protestantischen kirchlichen Behörden, diesen Dag nicht inehr M feiern, sondern als Werktag zu betrachten, die sächsische Regierung trat aber diesem Beschlüsse nicht bei, so daß, also im Königreich Sachsen Hochneujahr tveitev als Feiertag bestehen bleibt. In friiheven Zeiten war auch in den protestantischen Ländern Deutschlands dief-er Tag ein Feiertag, der deswegen für manche Gegenden, so für Berlin und für die Mark Brandenburg, eine besondere Bedeutung hatte, weil mit ihm die Karnevalsfestlichkeiteu ihren A.nsang nahmen. Das Sternsin ,ren mit dem A-ufinge der heiligen drei Könige, das man henke noch verschiedentlich ach dem Lande antrtfft, tvar damals allgemein in Deutschland verbreitet. So dichtete Goethe für eine Meikönigsseicr in Weimar, die am 6. Januar 1781 stattsand, sein berühmtes Gedicht „Epiphanias", das mit den reizvollen Versen beginnt: ^Die heifigen drei König' mit ihrem Stern, Sie essen, sie trinken, und bezahlen nicht gern." Der erste der heiligen drei Könige spricht bei Goethe: ,Jch erster bin der weiß' und auch der schönk, Bei Tage solltet ihr erst mich sehn! Kwch, ach, mit allen SvMrei'n Werd' ich sein Dag kein Mädchen mehr erfreU'n." Diese Verse, die wir uns ohne weiteres nicht erklären können, hatten für die Teilnehmer an der Weimarer Dreikönigsfeier deswegen eine fofanfom Bedeutung, weil dieser König nicht von einem! Manne, sondern von der berühmten und gefeierten Corona Schröter dargestellt wurde. Den dritten Kömg laßt Goethe u. a. sagen: Ich endlich bin der schwarz' und din der klein' Ürrd mag auch wohl einmal recht lustig sein." In den alten Mcikönigsspvelen und Dreikönigsaufzügen stellte der schwarze König ans V^ohreTüand namens Kaspar oder Kasper — der Name Kaspar ist aus dem, persisckien Kandschwar (Schatzm eister) hervovgegangen l— gewöhnlich die komische Person dar. Der Wiener Schauspieler Laroche brachte im 17. Jälwhundert den alten Hans- wnrst Imker dem Naiven des Mölwenkönigs .Kaspar ans die Bühne des Leopoldstädter Tl^eakers in Wien; die Wiener nannten ihn .Kasperle, und im Ansästuß an diese lustige Person entwickelte sich das Kasperletheater. Der lustige .Kasperle, der heute noch überall in unserem Vaterlande die Kindertvelt erfreut, ist also eigentlich ein weißgewaschener Mohr, hei dein dem bekannten Sprichwort zum Trotz die Mohrenwäsche mit Erfolg vollzogen worden ist. Es ist jedenfalls kulturgeschichtlich von größtem Interesse, daß arüh diese lustige Figur ihren Ursprung aus den alten demitschen Dreikönigs- ft,,' iyyf pptClrU tJCTUflKT. Auszeichnungen. Dr. Julius M e y e r h o f f von Gießen hat das Eiserne Kreuz L. Klasse erhalten. Er ist zurzeit im 2. bayer. Bataillon Brauuschweig. — Schütze Georg H e r r m a n n bei der Maschinengewehr-Kompagnie akt. Jnf.-Rgt. 116 wurde das Eiserne Kreuz verliehen. ** Verlosungen. Das Grvßh. Mtnistepkum des Innern hat dem Hessischen Landesverein vom Roten Kreux und dem Alice-Frauetn verein die ErlauVniS erteilt, die Losbttefe einer vom März 1917 blis dahin 1918 zn veranstaltenden Geldlotterie ziuMnsten der Zwecke der genannten Vereine innerhalb des Großherzvgtums zu vcrtveideu Nach dem genehmigten Verlosungsplane dürsan 100000 Losbttefe zu 1 Mark auSgeaeben werden. Während der Zeit des BertrieÜes der Lose zur ersten Klasse einer Kömglich Preußischen Staatslotkerie ist Ankündigung, Ausgabe und Vertrieb der Losbrieft in .Hessen nicht gestattet. ** Aus dem Stad-tt heaterli ureaiu. Gin GaUptiel, das in weitesten Kreisen, sowolsl du.rch die Gaste wie das Stück und dessen Verfasser lebhaftestes Interesse erregen wird, bringt Samstag, der 13. Januar, llnscrer Bühnenleitung ist es gelungen, den König! Bayer. Hoffchauspieler Konrad Dreher mit seiner eigenen Gesellschaft für diesen Abend zu! einem Gastspiel zu ge-, wnmen. Zur Äuffführung gelangt der neue Schwank „Der alte Feinschtnecker", der kein Geringerer als Ludwig Thonw! imter einen: Pseudonym für Dreher geschrieben hat. Das Stück hat auf der Gastspielreise, die Dreher augenblicklich durch Deutschland macht, überall durchschlagenden Erfolg erzislt, natürlich in erster Linie durch die virtuose Darstellung der Hauptrolle durch den be- rühmten Gast und wird auch hier wohl starb: Anziehungskraft ausüben. ** Gießener Konzert-Verein. Das Vierte Kvn-. zett ftndet Sonntag, den 14. Januar 1917, abends 5 Uhr^ ür der Neuen Auta statt, und «war wird das Stuttgarter Vokal- Quartett: Fnm E. Tester, Fräulein M. Diestel, Kannneo- sängerimren, Httr H. Ackermmm, Herr L. Feuerlein; am Flügel: Herr Professor H. Trautmaim, „Spanisches Liederspiel von Schumann; Zigemrerlieder, Liebeslieder. Quartette und Duette von Brahm" bringen. *• Die BortragSvereint^ung (Kaufmännischer und OrtS-Gewerbcoerein) wird in den nächsten Tagen einen Vortrag über .Warennmfatzstemprl und QnittungSstcuer* halten lassen. ** Vvrtra g über Frühgemüsebav. Angesichts der Knappheit unserer Karkosselerute gelvrnnt die energisckw und rechtzeitige Jnangrisschchme des Frühgemüsebaus cme bosondeve Bedautzmg. NAß fttch und iriäst vorzeitig gmnig können div Kleingärten in Sbattt und Land instand gtfe& u»d Auch den Gartenschädlmgen gilt es mit allen Mitteln ytütibe » gehen. Der Gießener Obst- und GeTnüsebau-Bevein hat für Sonntag, den 7. Januar 191? nachmittags 3 Uhr eine Setf* sammlung airfdem Felsenkeller tn Aussicht gjotomurcs^ bn der ein erprobter Sac^erständiger, Garkenirrspevo-r In««; mrs Gepenheim, über die Aufgaben des JrühgemüftbauS und d« Bekinnpsung seiner SchMmge sprechen wird. Mich NichvmtgLv« der lind zu der Versammlung wMonrmeu, ** Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34. Auf dem! A«u vow 6. bis eiifichließKch 8. Januar ftcht „DaS lebeut»« Rätsel" von Harry Piel. Phantastisches Schauspirl in 4 Akttm. ^re Hauptrolle hat ebenfalls Harry Piel i^saxamsmea, neben ^hw wirkt Ludwig Trautmanu vom Deutsthen Theater tft Berlin. Außerdem wird ein gutgeroahllcs Beiprogrmmn «a" das mjLbk neuesten Krisgsbrrichte von Oft und West bringt. ** Das Schwartz-Weißtheater bringt tA ~ 6. ^anuar bis einschließlich.Mäntag, 6. Januar em schr cmt gewähltes Programm zur Vorführimg. Ws erster SHbuger sei besonders hcrvorzicheben das vieraktige Schauspiel „Anne-Maria" eine ergreifende FamiliantragSdie, deren TStttrolle die beliebte Hanny Weise spielt. Außerdem wird das dreiakt^e Kriminal-- Lustsprel „Der Brillantentcufel" gegeben, das m Bild und Handlung guten Anklang finden wird. Auch einige gute Einlagen sieben auf dem Spielplan. LündkreiS Gießen. der. Bad-Nattheim, 6. Jan. Leutnant W Schutt dt von hier, der im Dienste des OsmaEhen Reiches an dem Orient- ftldzuge teilnahm, wurde vom Sultan durch Verleihung des Eisernen .Halbmondes aaSgezeichnel. — Dvm Landstnrmnvamr Fr Krämer von Uer wurde die Hjesfische DapstrkeitÄmdaille verliehen. lP. Jnheide«, 6. Jrm. Auch mm letzten Weihnachten hm der huftge Alice-Fraueirverein allen Soldaten der Gemeinde eine Freude bereitet. Durch freiwillige Spenden sehr schmackhafter DÄ^e war es möglich, jedem im Dienst des Vaterlandes stehenden Feldgrauen ein WMmoch^chpäckchen MMsendew Die darmrf aus dem t elde einlaufenden Dankbriest lassen erkenn«, welche Freude die aben tn den Herzen der Krieger e am ctftoc or. Inheiden, 6. Januar. In der hstfigen Quell- wasierlertung tvat eine BetriebSstörrMg ein. Wgleich brach in der Leitung nach Frankfurt ein Rohr. DÄwrch konnte in den oberen Stockwerken des rechtsmainischM Stadtgebiets in Fvrmkftitt die Wasserzuführung nicht aufrecht erhalten werden. Nach Behcbmrg der Betriebsstörungen, die in ganz ungewöhnlichem Ma^ zu- sammengetrvfien waren, wurde die Wrrsserverftwgung Frankfurts heute wieder in vollem Umfange aufgenonrmen. lp. Nonnenroth, 6.Jan. Das Kriegs-Chrenzeiche» wurde vom Groß Herzog unserem Bürgermeister Hoppe und dem Führer der Jugendwehr, Wagnermeister Hch. Peter, verliehen. oz. Queckborn , 6. Jan. Seit dem 30. Dezember liegt der Eisenbahnverkehr zwischen hier und Grünberg still. An dem Abhange der Grünbevger Höhe entstand infolge des Unwetters ein Eiseirbahndammrutsch. Der Nachmittagspug konnte Noch die Station Grünberg erreichen, aber nicht mehr zurückfahren, st daß jetzt die Züge von Lich nur noch bis zu unserem Dopst verkehren. Kreis Lauterbach. oz. Lattterbach, 6.Jan. Bon den Schulen des Kreises Lauterbach wurden 359 Zentner altes Papier gesammelt imi> an die Papierfabrik abgeliesert. rr. Schlitz, 6. Jan. Gvade auf Weihnachten fiel irr Frankreich Landsltnrmmann Auiprst Lünzer vom Inf.-Regt. 399. Er hinterläßt eine zahlreiche Familie. — Kaufmann Johann Bernstein und seine Ehefrau Katharine geb. Hoff mann feierten gestern ihre Silberne Hvchyeit; desgleichen der stDttsche Arbeiter Korrrod Langweiler mid seine Ehefrau Katharine grb. Frick- — In einer auch von Damen stark besuchen Veranstaltung des Gewerbevereins hielt Rvallelwer Kahl-Darnrsbadt einen von vaterländischer Begeisterung getragenen Vvrttag über: „Das deutsche Voll im dritten Kriegsjahr". Seine Ausführsmgvn fanden lebhaften Beifall. Kreis Schotten. c>L. Grvß-Eichen, 6. Jan. Durch unvorsichtiges Umgehen mit einem. Gewehr wurde der 11jährige Sohn des Landwirts Karl Horst lebensgeMickich verletzt. Kreis Frlülber-. oa. FriedVeirg, 6.Jan. Leutnant Herm. Kleverger, ältester Sohn von Pfarrer Kleberger, erhielt den Sächsischen Verdienstorden zweiter Masst mit Schwertern. — Dem Unteroffizier Husemann, im Reservo-Dvagoner-Regiment Nr. 4. wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. — Der Gefreite Fritz Stamm, Sohn des Lairdwitts Friedlich Stamm, erhielt das Eiserne Kreuz; die Hesfische Tapferstitsmedaille erhielt er schon früher. nt. Melbach, 6. Jan. Der Jäger Otto Gr äs m einem Jager-Regiment, Sohn unseres Gemeindedieners Wilhelm Gras IL, wurde in den Kcrrpathenkämpfen mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. nt. Nteder-Rosbia ch, 6.Jan. Dem Grenadier Heinrich B u l l m a n n, beim Reserve-^Znfanterie-RegimeM Nr. 262, wmde die Heffische Tapferkeitsmedaille verliehen oa.Irieder-M örlen, 6. Jan. Bürgermeister Lorenz Dey wurde Weihnachten das Kriegsehvenzeichen am Kriegsbande ver- oa. Ober-Rosbach, 6. Jan. Der Wehrmann Aug. Buch, Ins.-Regt. Nr. 237, Sohn des Joh. August Buch von hier, wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Starkrnburg und Rheinhessen. ch. Bingen, 4. Jan. Die Hochwassergefahr tft nicht nur nicht beseitigt, sondern sogar noch gestiegen. Der Wasserstant am Binger Pegel stellt« sich heute abend auf 4,62 Meter gegen 4.58 Meter heute morgen. Seit heute früh tft also eine Steigerung um 4 Zentimeter erfolgt. Bei dem anhaltenden Regen ist weiteres Steigen zu erwarten. Auch die Rahe steht noch sehr hoch und zergt keine Neigung, zurückzugehen. Auch vom Oberrheln wird Steigen gemeldet. --Höchst i. O., Jnstlge der starken Niederschlüge entstand am Eisenbahntmmel bei Frau-Ranses zwischen Mebelbach und Höchst ein Dammrutsch, der die Sckstenen mit SchlanrmLssen überschüttete und eine Verkehrsstörung hervorrief. desftn-Nassrw. ra. DillenbNrg, 6.Jan. Infolge einer Bbckvevgifttmg, die er sich bei Mrsführung seines Berufes zugez-ogen hatte, starb am Sttyj tn Galizien als Leiter der chrruvgischen Abteftung eines jKriegslazaretts der sEhefarzit des Dillenburger Kraukenchauses^ I)r. med. Walther Göbel. Der Verstorbene hat mir ein Alter von 39 Jahren erreicht. = Haßsnrt a. M„ 6.Jan. Die AnyehSrigar des hkstgen F ab r ika r b eiters Johann H eppt erhielten im SeMmber 1914 die Nachricht, daß derselbe am 10. September 1914 in den Bvgesen gefallen sei. Jetzt hat nun der angeblich Gefallene unterm 16. Dezember 1916 aus englischer Gefangenschaft geschrvcven Me Frau des Heppt hat sich aber 1916 bereits wKeder verheiratet. — Üsingen , 5. Jan. Vom 1. Januar ab wurden für den Kreisbereich die Preise für Brot und Mehl herabgesetzt. Es wurden im Preise herabgesetzt der Doppelzentner Roggenmehl von 37 auf 34, Weizenmehl von 42 aus 40 Mck Im Metnverkauf, kosten ein Pfund Roggemnehl 19 statt 21. Weizenmehl 24 statt 25 !Wg. Der Preis für ein 3^/rPftmdbrvt vetvägt 60 statt 62 Pfg. Eine Verordnung, die nur Brvtt in runder Form zu backen gestattet, wurde ausgehoben. = H öchst a. M., 5.Jan Der Nachbarort Unterliederbach hat in seiner gestrigen GemeinderatSsitzuno dem Gingen meindun gd vertrage zum Stadll^-irk Höchst zugefittnmt. Bor kmMr Zeit hatten auch die Orte Zeilsheim und Sindlingen! ihre politische Angliederung an Höchst beantragt. Nach der Ein- verlewung der drei Gemeinden wird Höchst etwa 26 -30 0M Einwohner zählen und damit nach Frankfurt und Wieshäden die drittgrößte Stadt Nassaus bezw. des NegierungslAezirks Wiesbaden sein. oz. H v m be r g, 6. Jan. Dem (^rvmdier Heinrich Schild- w ächter (Sohn des Eberhard Sckpldwächter) im 3. Gardo-MAi- woxt GL Gch htrcbe Weyen vor bvm! Fkmde die hessische Tapferkeits Medaille verliehen. = Kassel, 5. Jan. Zum Gedächtnis ihres rin Felde gefallenen Mannes stiftete Frau Spenglermeister S e m m l e r für Blrnde der Stadt Kassel 10 (XX) Mk. Die Slistungen für die Kasseler Blindenfürsorge haben damit die Höhe von 457 000 M. erreicht. Ein in der Stadtverordnetenversammlung gemachter Vorschlag, diese Summe zur Erbauung einer Blindenanstalt zu verwenden, w-urde unter dem Hinweise abgelehnt, daß sich in Kassel eine solche Anstalt wirtschaftlich nicht halten könne, da die Blindenanstalten in Frankfurt a. M. nnt) Wiesbaden bereits für die Kasseler Blinden in ausgezeichneter Weise sorgten. Nach Mitteilungen des Oberbürgermeisters beträgt die Zahl der im Kriege erblindeten Mannschaften aus dem Bereich des 11. Korps bis jetzt 16. ra. Don der unteren Lahn, 5. Jan. Die Arbeiten am R e b st o ck sind während der vergangenen Wochen ganz wesentlich gefördert worden. Man konnte überall in den Weinbergen schon mancherlei Arbeiten erledigen, da sich das Wetter überaus günstig zeigte. Das freihändige Weingeschäft ist noch immer lebhaft, die Nachfrage stark und die Umsätze bedeutend. . Universitäts-Nachrichten. — Frankfurt a. M., 5. Jan. Dr. Otto Loos, Direktor des zahnärztlichen Universitätsinstituts in Frankfurt, hat den Nus nach Straßburg abgelehnt. Handel. = Frankfurt, 5. Januar. Die Börse eröffnet? das neue Jahr in recht zuversichtlicher Stimmung. Tie Beteiligung am Geschäft war in dieser Woche sehr lebhaft: anscl^emend haben die außenstehenden Kreise vielfach Rückkmife der im vorigen Monat abgegebenen Waren vorgenommen: indessen wurde die Kauflust auch durch die herrschende Geldflüssigkeil wesentlich gesteigert. Tic politische Lage blieb fast ganz ohne Einfluß auf die Haltung des Adarktes, selbst die ablehnende Anttvortnote der Entente auf das Friedensangebot der Mittelmächte vermochte die Börse nicht zu verstimmen. Es zeigte sich vielmehr daraufhin wieder erhöhte Nachfrage für Rüstungswerke, von denen ausgehend, sich bald eine allgemeine Auswärts- bcweyung der Kurse vollzog. Kriegsrüstungs wer te wie Rheinmetall, Deutsche Waffen, Köln-Rottweiler Pulver, Mim- scheid und Fahrzeug Eisenack) erfuhren zum Teil sprunghafte Steigerungen-. Aber auch andere Stahl- und Autowerte, wie Westfälischer Stahl, van der Zypen-Wissen, Hansa-Lloyd, Daimler. Benz und Kleycr waren lebhaft gefragt imb stark steigerst). Fest lagen auch chemische intb Elektro werte, sowie Lederfabrikaktien, Deutsche Erdöl imd Steaua Romana, Ter Answärtsbewegung dieser Jndustriepapiere konnten sich auch Montanwerke nicht entziehen; Phoenix, Bochumer, Deutsch-Luxemburger, Gelsenkirche- ner, Harpener. Lourahütte, Caro und Ober bedarf begegneten reger Kauflust zu anziehenden Preisen. Neben den Rüstungswerten standen aber auch b*e sogenannten Friedenswerte in guter Nachfrage. So waren Schiffahrtsaktien nach vorü^rgehender Ab- schvachun^ wieder erholt und auch Schantungbahn blieben gut behauptet. Für einzelne Bankaktien zeigte sich ebenfalls Jn- tevesse. Feste Haltung bewahrten auch deutsche Anleihen, wie von fremder! Staatsanleihen Russen und Japaner zu Anlage- zwecken stärker gesucht waren. Eine gewisse Anregung gab die Veröffentlichung der Steuerkurse vom 30. Dezember, die nicht nur vielen Kapitalisten zum ersten Male während des Krieges Gelegenheit boten, sich einen Ueberblick über den Wert ihrer Pa- pieve zu verschaffen, sondern die auch die dem deutschen Wirtschasts- leben innewohnende Kraft, insbesondere die feste und gesicherte Grundlage der deutschen Jrstmstrie erneut zum Ausdruck brachten. Ist rmzng. in d. Geschästöst. des Gießen. Anz. Privatunterricht und Nachhilfe in Griechisch, Lateinisch,Deutsch und Geschichte für alleKlass., Englisch und Französisch für Unter- u. Mittelstufa Priv. Vorher, f. alle t^chulklassen u.-Examina, speziell f.Matu- rum u. Ergänzungsprüf. [ m n r Pnoco OberlehrerLP. ur.rtoese Qoetheatr. 34. flam-M gesucht Sckr. Ang. mit Preis- angabe u. 00108 a. d. G. Anz. 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Professor Soetbeer. Mein Junge Frledr. ISfiller, im Sllrer ^on 16 Jahren ist seit Mittwoch. 3. Jan. nicht mehr nach Hause gekommen. Wer über seinen Verbleib etwas zu bcridnen weist wird um Auskunft gebeten. Fran Müller, Franks. Str. 146. NtSgkVtrbtvkttiil Gieße» (®. P.). Unentgeltliche Vcratnna der Mitglieder und deren Angehörigen in sozialen An- gelegenbetten. Steuerfragen usw. Sprechsinnden: P.'in. wodiS und Sonntags von 12 Uhr im GeiverbebanS. Klrchstrahe 16. |234D Statt besonderer Anzeige. Unvorberdkt erhielten wir -ns dem Felde die schmerzliche Mitteilung, daß mein lieber, herzenstreuer Sohn, unser guter Bruder, Schwager und Onkel 8 Erich Uhl Musketier im Infanterie-Regiment Nr. 254, Inhaber der Hessischen Tapferkeitsmedaille am 22. v. Mts. im jugendlichen Alter von 22 Jahren den Heldentod erlitten hat. Gießen, Darmstadt, Aachen, den 6. Januar 1917. 2720 Mit der Bitte um stille Teilnahme: Adam Uhl Witwe Karl Uhl, Oekonom, z. Zt. in Garnison, und Familie Heinrich Uhl, Reallehrer, und Familie Willi Uhl, Bankbeamter, z. Zt. im Felde, und Familie. Am 5. Januar entschlief sanft nach kurzem Kranksein unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin, Grossmutter und Urgrossmutter Frau Katharine Kessler geb. Menges im 77. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Joh. Kessler X. Grossen-Linden, den 6. Januar 1917. Die Beerdigung findet Montag, den 8. Januar, nachmittags 2 Uhr statt. 270 Danksagung. esene liebevolle Te: au, unserer unverg Anna Klarie Düringer n.o™^?L die bewiesene liebevolle Teilnahme bei dem Heimgänge meiner lieben trau, unserer unvergeßlichen Mutter fÜ f ^Ostreichen Worte des Herrn Pfarrer Hepding sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Familie Jakob Friedrich Düringer. Garbenteich, den 5. Januar 1917. 0126 v m- ii z' .... , Aus dem Kreise unserer in- Selb gezogenen Arbeiter bedauern wir den Verlust manche- KämpserS. ES sind für daS Vaterland gesotten: Giessener Paedagogium (Private Höhere Lehranstalten) A. Paedanoüilim- Oberprima, kleine Klassen, individ. Be- __——i L . y -L handlung. Arbeitsstund. unt. streng. Aufsicht. Einjährigen-, Primareife-, Abitnrientenprüfung. Fast sämtliche unserer Prüflinge bestanden, deshalb gute Empfehlung. B. Handelsrealschule: Realktesen Untertertia - Unter- --- . , --- seKunda: Kaufmännische Ausbildung. Emjahngenprufung. II. Oberklasse: Jahreskunsus zur kaufmännischen Durchbildung für solche, die Einjährigenzeugnis besitzen. III. Musterkontor. C. Schülerheim für ? ö 2 I j n & e beider Abtlg. Oharakterbildung „7 lr --- durch ernste Arbeit und Pflichterfüllung. Beste Verpflegung. Häuser im Park - Musik - Sport. Drucksachen und jede Auskunft durch Direktor Brackemann, Ludwigstrasse 70, in der Nähe der Universität, Fernruf 633 und 953. ^ 1 Am LL August 1914 £ WifttFritdrichZimmermann mit dem neuesten elektrischen D» au& GroHen'Linden, Giessener Konzert-Verein Viertes Konzert. Sonntag, den 14. Januar 1917, abends 5 Uhr, in der NEUEN AULA, das Frau E.Tester, Fräulein M. Diestel, Kammersängerinnen, Herr H. Ackermann, Herr L. Feuerlein. Am Flügel: Herr Professor G. Trautmann. 206D PROQRAMM: Spanisches Liederspiel von Schumann; Zigeunerlieder, Liebeslieder, Quartette und Duette von Brahms. Der Bechstein-Flügel ist aus dem Hof- pianofortelager von Wilh. Rudolph, hier Ueberschuß f. Kriegswohlfahrtszwecke EINTRITTSKARTEN: 3- Mk., L- Mk., 1.- Mk., 0J50 Mk., sämtlich numerierf. Studentenkarten 75 Pfg. Militär vom Feldwebel abwärts 30Pfg\ In der Mnsikalien- liandlung Ernst Challier Tel. 671 u. abends an der Kasse. Cafe Ernst Ludwig Samstag nnd Sonntag 126 KÜNSTLER-KONZERT S«OBtas abend Künstler Konzert Operetten-Abend Hotel Schütz Anfang 7 Uhr. 12731 Anfang 7 Uhr. /] Cafe Amend Saiumtag and Sonntag Künstler - Konzert 215 Nationaler Frauendienst Attgem. Deutscher Frauenverein Ortsgruppe Gießen. Auskunft und Hilfe für Angehörige von Kriegsteilnehmern bereitwilligst und unentgeltlich: Montag. Mittwoch nnd Freitag von 10 bis 12 Uhr vormittags: 211 Süd-Anlage 4», Frau Professor Kalbfleisch. Auherdem erteilt Auskunft über Adresse und Rat für Feldpostbriefe gern u. unentgeltlich in ihrer Sprechstunde: die FrauenrechtSschutzftelte Gießen. Sanatorium Lindenfels i. Od. zw. Darmstatft Heidelberg 400m.h. in ideal. Waldg.gel lör Nerröse, chron. Kranke ondEriioluDgsbeilürlligj Mftß. Preise — Prospekt kostenlos. 8 . B. Dr. Sehnsttt. (Kopfwäschen) mit dem neuesten elektrischen Warmluft. Trockenapparat empfiehlt sich Hermann Plant Wwe. 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Wir werden dieser Tapferen immer in Ehren gedenken. Giehen, den 6. Januar 1917. 204D m Bönniitger W Gesellschaft mit beschr. Haftung.