Nr. 4 Der Sietzener »nzei-er erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: Sietzener ^amilirnblatter; Ureisblatt für den Ureis Hieben. Vezugspreis: monatl. 90 'Ui.. Vierteljahr!. Mk. 2^5. durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 80 P?.: durch die Post Mk. 2.45 Vierteljahr!. ausjchl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüffe: iür dieSchristleitunq112 Berlaq.Geschäitsstellebl AnschrinfürDrahtnach- richten: Anzeiger Gießen. Erstes Blatt Srettüg, 5. Januar W Postscheckkonto: Hranksurt a.M. U686 Vankverkehr: Gewerdebank Drehen 3wi!lingrn>nd druck u. Verlag: Brühi'sche Univ.-Buch- u. Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle a.Druckerei- Schulstr. 7. von Anzei^n '. die Tagesnummer bis 5 iunNachmittag vorher, oeilenpreis, f. Anzeigen: örtlich 20 Pf., Vermietungen u. Stellengesuche 1b Pf., auswärts 25 Pf., b. Platzvorschrift 30 Pf., Reklamen 75 Ps.^ bei Platzvorschrift 90 Pf. Hauptschriftleiter: Aug. 6) o e tz. Verantwortlich für Politik u.Feuilleton: Aug. Goetz. Stadt und- Land, Vermischtes mGc-! richtssaal: Fr. R. Zen ., Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich tlt Gießen. Ein großer e MTB.) Großes Hauptquartier, 4. Jan. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Bei Regen und Nebel geringe Gesechtstätigkeit. Oestlich er Kriegsschauplatz. Front deS General-Feldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Nordwestlich von Dnuaburg drangen Kompagnien des Oldcu- burgischen Reserve - Infanterie- Regiments Nr. 259 über das Düna-Eis und entrissen den Russen eine Insel. Ueber vierzig Gefangene und mehrere Maschinengewehre wurden zurückgesührt. Front deS Generaloberst Erzherzog Joses. In den Waldkarpathen gelang es russischen Abteilungen, sich in der vordersten Stellung nördlich von Mesticanesci sestzusetzen. Deutsche und österreichisch- ungarische Truppen nahmen nördlich der Ojtoz-Sttaße und bei Soveja (im Susita-Tal) mehrere .höhen im Sturme und hielten sie gegen starke Angriffe der Gegner. Heeresgruppe des Generalfeldmarfchalls von Mackensen. Oberhalb mm Odobesti (nordwestlich von Focsani) ist der Milcovul-Abschnitt überwunden. Westlich der Bnzaulmündung mrsuchle starke russische Kavallerie vorzudringen. Sie wurde zurückgeschlagen. Schulter an Schulter haben deutsche und bulgarische Regimenter die hartnäckig verteidigten Orte M a c i n und ijila gestürmt. Bisher sind etwa 1000 Geangene und 10 Maschinengewehre eingebracht. Die Dobrudscha ist damit bis auf die schmale gegen Ga- latz verlaufende Landzunge, auf der noch russische Nachhuten halten, vom Feinde gesäubert. MazedonischeFront. Keine besonderen Ereignisse. Der Erste Generalguartiermeisler Ludendorff. Der Abendbericht. Berlin. 4. Fan., abends. (WTB. Amtlich.) Fm Osten und Westen keine besondere Gefechts- tatigkeit. In Rumänien sind längs des S e r e t h die Kümpfe aufgelebt. • * * Es sind in den letzten Tagen wieder törichte Gerüchte im Volke umgegangen. Da sollte eine große Seeschlacht gewütet haben, die altes Frühere in den Schatten stelle; mit Ziffern wurde „gearbeitet", so daß, hätte sich das alles als nur halbwegs wahr erwiesen, in der Tat eine der wichtigsten Entscheidungen des Weltkrieges gefallen wäre. Nun ist aber an der ganzen Geschichte kein wahres Wort. Wie uns- aus Berlin berichtet wird, ist dort die ^Zeichtglänbigkeit aus noch ganz andere Wunder gestoßen. Wenn ein Marine-Offizier für einen bestimmten Tag „Ordre" erhält, gleich ist^die Schlußfolgerung da, daß sein Schiff zur Schlacht tu ^pec sticht. Sehr betrüblich war es auch, daß um tue Person Hindenburgs die Fama sich so unglückselig bemüht hat. Der Teure, uns allen im Herzen Unverlierbare, sollte schwer erkrankt sein, ja, andere wollten sogar- w4ffen, daß er bereits verstorben sei. Dann kam das Dementi: wieder kern wahres Wort an der Geschichte! Es ist so natürlich, so rneilschlich schön, wenir um eine geliebte und verehrte Persönlichkeit sorgende Gefühle walten, aber üt diesem ^^aue handelt es sich doch wieder nur um etwas Kläglich^. Die Urheber der Falschmctduügon find zumeist beschrankte Seelen, die ihre Worte Inicht zu wählen wissen, die drauf losschwatzen, nur um dem Augenblick des Bedürfnisses zu genügen. Dann aber wird das fade Tagesgewäsch weiter getragen und es feiert Wiedergeburten in vielfachen Gestalten. Die Verbreiter und Träger dieser Geschichten sind ebenso kopflose Zeitgenossen, wie die Urheber selbst. Gewissenhaftigkeit und ein memo eigenes Nachdenken müßten alle diese blöden Gerüchte ganz unmöglich macl)cn. Aber auch die Erfahrungen, Oie mail un Verlaufe dieses Krieges machen konnte, mußten k. das ihrige tun, um die Sinne zu schärfen, die Urteile zu reinigen, die Leichtgläubigkeit zu verscheuchen. Leere Gerüchte und Lügen liegen auf ccklen Gassen, die Wahrheit über wichtige Geschehnisse ist seltener zu finden, weil aus militärischen Gründen die öffentliche Aussprache eingeengt ist, und weil Manches Geheimnis bleiben muß, damit das Ausland keinen Nutzen davon zieht. Soviel aber ist auf Grund der bisherigen Erfahrungen sicher: die Führer unseres Voltes, die Männer an der Spitze unserer Heeresleitung sind lautere, vertrauenswürdige Männer der Wahrheit! ©ie enthalten dem Volke nichts vor, was eS wissen Samt und muß Damit aber hat man sich, abzufinden. Das Alleswissenmögen ist eine Leidenschaft her Beschränkten. Der bekannte Ausspruch eines berühmten französischen Philosophs lautet: „Alles was ich weiß, das ist, daß ich nichts weiß." Und er war doch ein weiser, wohlunterrichteter Mann. So soll auch heute nicht derjenige am meisten gelten, der am Stammtisch den Mund am weitesten auftut, sondern der Besonnene, der durch die Lügengassen stille seines Weges geht. Denn auch die politische Falschmünzerei setzt heute manches Wertlose und Schädliche in Umlauf. * tk * Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. W i c n , 4. Januar. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 4. Januar 1916. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Dobrudscha ist mit Ausnahme der schmalen, gegen Galatz ziehenden Landzunge vom Feinde gesäubert. In der- rumänischen Ebene außer erfolglosem Vorfüh- len russischer Kavallerie keine besonderen Ereignisse. Westlich von Odobesti haben wir den Milcov überschritten. bei Soveja und an der Oitoz-Sttaße feindliche Stellungen gestürmt. Westlich von Vateputna bemächtigten sich die Russen eines unserer Gräben. Sonst im Nordosten nichts von Belang. Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v.Hofer, Feldmarschalleutnant. Besuche im deutschen Hauptquartier. Wien, 4. Jan. (WTB. Nichtamtl.) Aus dem Kriegspresse-- quartier wird gemeldet: Seine k. und k. Hoheit der Feldmarschall Erzherzog Friedrich und der Chef des Generalstabes Feldmarschall Freiherr Conrad von Hötzendorff weilten am 3. Januar zu kurzen! Besuche im Feldhvflagcr Seiner Majestät des Deutschen Kaisers. Sic waren cm der Ltiserlickm! Mittagstafel zu Gast, an der auch Seine königliche Hoheit der Kronprinz Boris von Bulgarien, der Generalseld- marschall von Hindenburg. General der Infanterie Lude n d o r f f, Generalleutnant Iekow und zahlreiche l-ohe Militärs tcilnahmen. Am spaten Nachnrittag kehrten Seine k. m» k. Hv lieft und der Feldmarschall Freil-err von Eonvad wieder in den Standort des Oberkommandos zurück. Im Gefolge der beiden Feld- marschälle befanden sich Generalmajor Graf Herberstein, Oberst von Borx, Oberst Kund mann, Hauptmann Wagner und Oberstabsarzt Tr. Bichl. Seine Majestät der Deutsche Kaiser verlieh Seiner k. >nnd k. Hoheit dem Feldmarschall Erzherzog Friedrich das Eichen- laub zum Orden pour le merfte. * * * Eine Aeußerurrg des Reichskanzler». Wien, 4. Jan. (Zf.) Der deutsche Reichskanzler ermächtigte den Berliner Korrespondenten der „Neuen Fr. Presse" zur Veröffentlichung folgender Aeußernngen: „Wir haben im Verein mit unseren Bundesgenossen das Unsere getan, uns und der Welt weiteres Blutvergießen zu ersparen. Wenn das neue Jahr uns dem Frieden noch nicht näher gebracht hat, so jft es die Schuld unserer Feinde. Wie bisher, ist Entschlossenheit und Siegesgewißheit unsere Parole. Was^ noch kommen mag, kann nur dazu führen, daß wir mit unseren Bundesgenossen noch fester aneinanderrücken. Deutschland und Oesterreich-Ungarn haben in dies«! Kriegsjahren in einen: Erleben von ungeheurer Wucht und gigantischem Maße bis aus den Grund erkannt, was sie einander sind und für alle Zukunft sein werden. Unser Bündnis hat sich als der eherne Fels erwies«:, an dem jeder Ansturm zerbricht. Sv wird es im neuen Jahre bleiben. Es weht ein jagend frischer Geist durch Oesterreich-Ungarn; er wird zu weiteren Erfolgen und zum «Glichen Siege führen." Deutschland und die schweizerische Neutralität. B e r n, 4. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Bund" bringt unter dem Titel „Deutschland und die schweizerische Neutralität" folgende Mitteilung: Einer unserer Mitarbeiten Hütte Gelegenheit, auf der deutsche:! Gesandtschaft die Gerüchte zur Sprache zu bringen, die gegenwärtig durch die französische Preise stehen, nach welchen man in Frankreich mit der Verletzung der schweizerischen Neutralftät durch Deutschland zu rechnen sck^ine. Unserem Mftarbeiter wurde folgende unzweideutige Antwort erteilt. M deren Veröffentlichung wir ausdrücklich ermächtigt wurden: Die Jnt^kvietvs, die der Bundes Präsident und Bundesrat .Hoffmann der ausländischen Presse gemährte, haben bereits mit dankeüs- inerter Deutlichkeit zum Lblsdrnck gebracht, daß die Schweiz nach wie vor volles Vertrauen in Deutschlands freundnachbarlicke Politik setzt, woz-u sie ihre korrekte Neutralität berechtigt. Nichtsdestoweniger nehmen wir gerne die Gelegenheit währ, nrit allem NackHruck gegen die Artikel ziu protestieren, die in merkwürdiger Ucbereirfftimmiurg planmäßig in der gesamten französischen Presse verbreitet werden. Es sei liier daraus verzichtet, aus die Gründe einzugehen, die die, französische Presse und die französische Zensur veranlassen, der öffentlichen Meinung Frankreichs und des neutralen Auslandes den Gedanken einer Neutralitätsverletzung der Schweiz seitens Deutschlands zu suggerieren und die Anschauung zu fördern, als sei die Schweiz nicht fähig oder nicht gewillt, dir Neutralftät gegen jedermamr aufrecht zu erhalten. Es darf abei mit aller Klarheit nochmals ausgesprochen werden, ivas übrigens alle Schweizer wissen, daß Deutschland fest entschlossen ist. die Neutralität der befteundeten Schweiz aufs strengste zu respektieren Nichts in der bisherigen Haltung Deutschlands berechtigt die französische Presse, diesem andere Absichten zu unterschieben und den Versuch zu machen, die traditionellen und freundschaftlichen Be- zie'hungen zwischen Deutschland und der Schweiz zu trüben. * * . Die Antwort der Entente au Wilson. Amsterdam, 3. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die Antwort der Alliierten an Wilson wird vielleicht erst einige Tage, nachdem das Dokument den Präsidenten erreicht hat, veröffentlicht werden. Zurzeit unterliegt sie noch einigen leichten redaktionellen Aendernngem Während die Antwort an Deutschland nochmals Bedingungen aufzählte, die nicht angenommen würden, kann erwartet werden, daß die Antwort an Wilson weftergehen und in genauerer Fassung die einzigen Präliminarien angeben wird, unter welä)>en die Miietten bereit sind, zu verhandeln. Amsterdam, 3. Jan. (WTB.) 9Neldunq des Reuterschen Bureaus. Die Antwort der Alliierten an Wilson loirü vielleicht erst einige Tage, nachdem das Dokument den Präsidenten erreicht hat, veröffentlicht werden. Zurzeit unterliegt sie noch einigen leichten, redaktionellen Aenderungen. Während die Antwortt an Deutschland nochmals Bedingungen aufzählte, die nicht an genommen würden, kann erwartet werden, daß die Antwort an Wilson weitergehen und in genauerer Fassung die einzigen Präliminarien angeben wird, unter denen die Alliierten bereit sind zu verhandeln, Rücktritt des englischen Botschafters in Washington? Berlin, 4. Jan. Die „B. Z. a. M." meldet aus Amsterdam: Dem Washingtoner Korrespondenten des„Dailn Chronicle" zufolge sind dort .Gerückte im Umlauf über den bevorstehenden Rücktritt von Sir Ce eit Spring Rice, der feit 1912 britischer Botschafter in Washington ist. Eine Entente-Konferenz in Rom. Basel, 4. Jan. (Zs.) Ein Telegramm ans Rom besagt, daß morgen der französische ArmisLerpvaifident Bri- attb, Mmiitionsminister Thomas, der englische Premierminister Lloyd.George, Lord Miluer, Gcncail Robertson und der russisckw General Gal i tz i n in R o m ein treffen werden. (Frks. Zig? Ter bulgarische Bericht. Explosion in zwei Teile gespalten. Das Deck des Dampfers Sofia. Jan. (MB.) Nichtamtlich.) Bericht des Ge- wurde in den Hafen von Dieppe geschleppt. »eralüabes vom 4. Januar. I London, 3. Jan. (WTB.) Llolchs Agentur rneldet aus Mazedonische Front: Im Cevna-Bogen und an der OPorto vom 2. Januar: Der norwegische Dampfer „Mo- Strmna lebhaftere Artillerietättakett. Eine feindliche KompanieI p ild f ir st" traf in Leixoe ein nnd landete 21 Mann der mckemem Zug Kavallern versuchte zn-ettnal, gegen das Dorf Besatzung der> persenkten norweqisckren Dampfers „Bri Ägrt in der Ebene von Serres vo-ezurncken, wurde aber durch' -- - - - a ' “fenXjr.nt: Oh der 2°brubs«° mürbe nach I ^ “Ä'Äfer^UrbeTSeSte 1 Sinken. Ae Ämmschaft des letzteren ist g»- . __ v ____ E_.... ... London, 4. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet: verbündeten bulgarischen, deutschen und türkischen Truppen zogen Ter französische Dampfer „Leon" ist versenkt worden, nach einem blutigen, erbitterten Kampfe in Mrem ein. Bisher Die Besatzung wurde an Land gebracht. wmden zehn Offiziere und 700 DLann als Gefangene mit sechs Maschinengewehren als Beute eingebracht. Russischer Heeresbericht vonl 3. Januar. Westfront: Feindliche Flugzeuge waren sehr tätig und war fen an vielen Orte B e r n, 4. Jan. ^WTB.) Die französischen Regler „Q u o- vadis (109 ^rcM-Z.), „Marie Louise" (168 Br.-R- T) und „C our lis" (181 Br.-R.-T.), der Fischdampfer R. 2162" und der Fischkutter „L. R 1007" sind durch Unterseeboote versenkt worden. rren Bomben aft. Ein Flugzeug wurde durch unser l . h ag e n, 4. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) „Ber- Artilleriefeuer getroffen nnd landete bei dem Torfe, Uj, südöstlich lurgske Trdende meldet ans Bergen: Hier srnd heute Offi- vom Vischnicwsce. Di? Flieger, ein Offizier und ein Soldat, wnr- Ziere des russischen Dampfers „Tuskar" einge- den gefangen genommen. In der Gegend von Porska Wulka, süd-! troffen, der auf der Fahrt von Archangelsk nach London östlich Kowel, schos; einer unserer Flieger zwei feindliche Flugzeuge von einem deutschen Unterseeboot versenkt L . 5 er pefl« würben samt den Flugzeugen zerschmettert, wurde. Das Schiff sank bei schwerem Wetter sofort. Das S*?« T 9einb bi£ Umgegcttb ber eine Rettungsboot fenterte und auch die Laqe der übrigen ör sst sm&xsrsiüs: Ä -* ?»«>" °« an der genannten Front. Trotz unseres Goschützseuers gelang ci dem Feinde, in den Graben einer unserer Kompagnien einzudrin- gen, aber ein sofortiger Gegenangriff verdrängte ihn und warf ihn zurück. Gleichzeitig nwrde die Gegend des Dorfes Manilowka mit Granaten beschossen, die deine Springeri einen dichten gelben Rauch verbreiteten, der nicht sobald verzog. Am Dnjestr in der Gegend von Jcsupol zerstreute unser Geschützfeuer eine feindliche Arvetterabteilung. tvelchc Gräben zog und beschoß den Flecken Jesu- oem norwegischen Motorschiff „Talkvard" ausgenommen und in Bergen gelandet. Aus dem Reiche. Bundesrntsbeschlüsse. Berlin, 4. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Der B u n pol wirksam. An der Grenze der Moldau ging der Feind in dem I d es rat hat folgenden Vorlagen zugestimmt: a) Verkehr mit Abschnitt von dem Dorfe Kotumbr bis zu dem Tale Sulla und Schuhsohlen, Sohlenschonern usw.; b) Entwürfe von Bewegter südlich zwffnial zum Angriff über, wurde aber überall durch ! kanntmachungen betr. die Geltendmachung von Ansprüchen mrser Feuer zurückgoworfem Hier nahmen wir auf einer Höhe von Personen, die im Auslande ihren Wohnsitz haben so En Teil „unier^ gestern verlognen Gräben wieder. wie betreffend die Fristen des Wechsel- und Scheckrechtes fü Rum an n cke Front: E-re Rumänen smd nördlich von Elsast-Lotbrinaen- c Vorlaae bet ressend Nereitstellnner Nrin .dem Kasirm-Fl-ffse, att Werst östlich von der ungarischen Grenze Reicksmitteln ttir die MnnLe Sr , Ls im Angriff Am Vormittag griff der Feind sie an der oberen 1017 ? Ereignisse, in der t -.. __c . r. t •. evi < . c rr- I ’n flliP nPlprvpn tnnff rr JWfi,,- l.rtX. im !-Alle seien der Ansicht gewesen, daß die Note der En Äente unannehmbar sei. * * * Kardinal Hartmann. Nähe besehen, meist einen höchst nüchternen und nndramatischen Verlaus nehmen. Da hatten wir mts woch,enlang geplagt, waren für unsere Leser verschollen getoesen, waren Tag für Tag auf offenem Bagagewagen im Sturm und Regen im Lande herumge- gondelt, hatten in ungeheizzlen. kahlen Räumen auf Lagerstätten, ^ /cmo-cn > „ r , ^ . r , ,'wns besser als ^oie Mist, doch nicht schr viel," genäckstigt, . *£\ n ' 4 - Jan. (WTB.) Gegenüber den Treibereien hatten uns, wo es nicht anders tvar, auch schlecht behandeln lassen, ittnes Teiles der französischen Presse gegen Kardi- chles das um den großen Moment der Einnahme der feind-, mal Hart mann ist die „Kölnische Vvlkszeitun^ in der lichen Hauptstadt nicht zu versäumen! Nun war es so lmt! Früh- Lage, zuverlässig mitzuteilen: morgens war ein Fort von Bukarest unser, nachmittags waren 1. In Belgiers hat der Kardinal überhaupt keine Pontiftkal- fiin) gewesen. Das hatte eine der jungen Waffen, nämlich Handlungen ausgeübt, es lag also für Merster nicht der Schein eines bst RMahrerbrigaoc des Kcwallestekorps vor unsl, genmcht. In idem .Grundes zum Protestieren vor enie.n "ger? w ntA*if einen Werk war Widerstand geleisl'et soorden, tu dem anderen nicht, 2. In Charleville und noch an anderen Orten Frankrstchs Z^z wie es sch traf. Das militärisch Bedeiltsame der Waffentch übte .Hartmann Pontifikalffmktionen ans. Die Ausübung von batte tvemger im Niederzwingen der Verteidigung, als in der ZPontifikalfunktioneri in Charleville und noch an anderen Orten ^reistrgkstt gelegen, mit der sofort zngefastt worden war, als das Frankreichs war Hartmanns gutes Recht, da die Kardinäle nach Verhalten der Rumänen im Vorgelände einen etwas unsicheres hem kanonischen Regeln in der ganzen Welt ohne wstteres ponti- zu machen begann. Die Jnfanteste unseres Korps, d. h. fixieren dürfen. .Fudetn hat er vom 5)stligen Stuhle die ausdrückliche Korps, das wir seit etwa einer Woche beglsttet hatten, war Wckaubnis erl-altm, in dem ganzen vom deutschen Heere besetzten darm in die Lücke bst Bahnhof Ehita hinerngestoßen, hatte die Gebiet der Wcßffont ohne jede Beschränkung bstm katholischen! feindlichen Nachhuten überrannt, war nach vorn dnrchgcgangen Militärgvttesdienst die Pontifikalien zu gebrauchen. nnd lyattc sich auf diese Wstse si^nsagen progvammwidrig nnd noch 3. hat sich Kardinal .Hartmann wiederholt wegen der Reimser vor Eintsttt in die Tagesott>mmg in den Besitz der Hmrptstadt Ru- 'Kathedrvle an den Deutschen Kaiser gewandt, hat zweimal ans- mäniens gefetzt. Es waren die Grenadiere des Korps Kühne von der schließlich deswegen wstte Reisen geniacht nnd noch neuerdings ein Armee Falkenhayn. ?luf der Speisekarte hatte stgentlich stgeichändigcS Schreiben des Papstes persönlich dem Kaiser über- vom Süden, also der Armee Mackensen, aus, statt vom,.. . bracht, in welchem der Papst bittet, die deutsche Heeresleitung geständen. Tochl wenn Früchte reif sind, fallen sie eben, wie sie «X r~i A f* Itvt+rtv Sv eW« -*4^ A4«« CilM .X« ( —- : . errv: .V ...fl . ..ft .ff. v . (Yl * . I f Ml Einmarsch Norden her möge unter den nötigen ävautelen die Wiederherstellung der Rstm ser Kathedrale schon während des Ksteges gestatten, da sie sonst ein- Mstürzen drohe. Der Seefrfeg. Englischer Truppentransportdampfer von 14 278 Tonnen im Mittelmeer versenkt. fallen. Es war bereits dunkel, als die Kurrde, daß es so weit war, an uns gelangte. Noch war die große Stadt nicht in allen Ecken und Winkeln durchforscht. „Auf stgene Gefahtt' hin, wie es uns ans- driicklich zur Bedingung gemacht war, hielten wir also durch Vermittlung eines durch List Tüdc angelieferten Autos Einzug. Unser Fahrer wollte aus guten Gründen in die Stadt selbst noch nicht hinstn; bis an die Werchbildgrenze aber, etwa wo die Straßen- bahnglstse ihren Anfang nehTnen, durfte er uns bringen. Von da an wollten wir zusel^en, wie wir wstterkamen. Aufregendes, wie gesagt, mar nicht weiter an unserer Einfahrt, wenn man vom Wetter absieht. Das gebärdete sich allerdings so unfreundlich, wie mit London,!. Inn. (WTB. Nichtamtlich.) Amtliche eng rische Meldung^ D^er Transportdampfer Jver n ia (Cu _...._. _J __|... nard-Linie 14 278 Brutto-Register-Tonnm) ist im Mittel- irgend möglich: Mbet versperrte die Aussicht, kalter Regen, ge- meer bei schlechtem Wetter am 4. Januar von einem feind- lischt mir Lasten kalkigen Straßenkotes, klatschten uns ms Ge lichen Unterseeboote versenkt worden. 120 Soldaten und 35 und der Sturm heulte. So wllten wir auf einer breiten, ge Mann der Besatzung werden vermißt Ein sranzöflsches Dementi. diegenen, aber ganz alltäglichm Landsttaße dahin, als wenn es keineswegs etwas Besonderes gäbe. Anfangs hatten wir uns durch allerlei Belagerungstroß hindnrchwinden müssen. Dann war uns F-ris' 3°«, (WTB, Nichtamtlich) Das Marine. ÄiÄÄÄiJjÄ fninifterium gibt bekannt: Ein deutscher Funkspruch vmn rückging; sie wurde nicht mehr gebraucht. Wieder ein Stückchen weiter flammten Lagerfeuer rechts und links des Weges; Jnfanteste biwakierte da. Arme Teufel: hattet euch den Abend nnd die Nacht gelangten ylad)Tut)ten das 1 r a rt ^ a f t f d> e Lr- nach dem Siege wohl anders vorgestellt: doch Krieg ist Krieg. Ein nre n 1 chrf t „B n ct t6 in der Nahe vmr Malta von einem Bataillon Radfahrer in Mrsttschasisstellung gab, soweit es sich er- deutschen Unterseeboot torpediert und schwer beschädigt wor- kennen ließ, wohl die Spitze des lagernden Korps ab. Bon da an den sei und unbeweglich im .Hafeit liege. Die Nachricht ist un- wurde es einsam; nur ab nnd zu sah man einen einsamen Reiter wahr ,Mrite", die zu dem nach. Griechenland entsandten| mit hochgeschLagenem Mantelkragen. Einmal wurde links stne G^chwade^' gehört, befindet sich gegenwärtig in einem Feuersbrunst sichtbar, von der gewaltige schwarze Qualmwolkcn - -V / . > f ■ , y— , . m. I.P o . ^ . ■' I A1«(r4tA/MVH • VttA V“ Kt IA ^A^Wl f S\TO Xtt' Cß 1 1 mf/l H /I11 Vv.ll* • Mt zr 27. vtiftmü nserer Flottenstützpunkte. Es ist ihr nicht das Geringste UAIttn: das die BLaugasfabnk die RumAen vor ihrem llgesioßen Seit der Tortrediernna des Mmtfnia" ^ Abrücken angesteckt l-achni. Von der beruhntten Fortlmie oder wn- 7 Dpr.pin. n J -Ä s ? m fttflen Berteidigungsanlagen war nichts zu entdecken; Dunst und nftii*r+A lr tÄ" ist kein französtjches oder Regen verhüllten sie. Klstne Häuser rechts und links begannen m erres - rle^fch^ss im Mittelmeer torpediert worden ! die Straße zu beglstten. Bald wurden sie größer; Straßenlaternen leuchteten. Wir waren in Bukarest. a n m" nieldat Die Laternen sind nach oben blau abgeblendet und werfen nur ker Ronen" üon unten etwas Licht auf den Weg. Aha! Zeppelingefahr! Völlig Iktt Dienst tat nnd Tkrpitrrn nach f Kit rch \ tot liegt die Vorstadt da Doch da poltert ein elektrischer Straßen- ml Tief Lrbr ^^ogert vorüber Wahrhaftig! Ein Straßenbahnwagen! Ganz ttse ncr, wurde torpediert und durch ernei^ie im dicksten Frieden. Ern Königreich ist im Zusammenbrcck-cn, Berlin ÜXL' GeUf: T der als Hilfskreuze Aunkspruch um i Jan "Prrvvttet.) Die „B. französische Paketdamp - : • Tor -j! boiiii r • . Kanonen, bi dven Machthaber fliehen, Und neue lehren ein, aber die Bedürfnisse der Menschen und der Gromtadt bleiben dieselben. Das Kraftwerk ist dauerhafter als Königreich und Machthaber, es arbsttet. weiter, die Bogenlampen leuchten vor wie nach, und die Straßenbahn laßt ilire Wagen fahr» planmäßig laufen, in der Schicksalsstunde so gut Me am plattesten Alltag. Allerdings, besondere Geschäfte wird sie diesmal nicht machen. Nur zwei Fahrgäste oder drei sind im Wagen. . . Eine dunkle Vorstellung nimmt in mir Gestalt an. Es ist doch nicht zum erstenmal, daß mir der merkwürdige Gegensatz zwischen der unveränderten Fortdauer des Sttaßenbahnverkehrs inmitten grundjtütender Umwälzung ringsum anfsällt?... Geioiß! Damals war der Wagen nicht teer, er war gerammelt voll pon schwär- zen Gestalten. Polnische Juden waren es. Wo war es doch? Und- ram habe ich's. Ja, es tvar am Tage von Lok^. am unvergeßlichen o. Dezember 1914, und die Straßenbahn führte aus Lodz hinaus nach Zdunska Wola. Damals ivar Mackensens Geburtstag. Hallo! Ist heute nicht wieder der 6. des Weihnachtsmonats? Und damtt wieder der .Geburtstag des Langfuhrer Husaren mit dem Marschallstab! Wahrhaftig, es ist so! Heil dem Sieger von &tb*. unt) (vorlice, von Belgrad und Dobrudscha! Möge es dem Reich, wo es ihrer bedarf, nie an lS)ldaten fehlen, die einen so glückhaften Geburtstag ihr eigen nennen! Schade, daß das Wetter nicht etwas lestlicher ausgefallen ist... wahrhaftig, der Regen läßt nach! Unser Auto hält. Eigentlich ist es schon viel Wetter gefahren, als es verabredet war. Es ist höchste Zett für den Fahrer, Kehrt pi machen Wir haben Glück. Inmitten all der Einsamkeit, wie für uns bestellt, blinkt auf der anderen Sttaßensette das Licht einer Droschke. Keine stolze Karosm mtt russischem Kutscher, wie sie die Bukarester sonst 10 gern hatten, sondern ein elender alter Klapperkasten, mtt einem schatten von Gaul. Tut nichts, nur los„Die Herren sind Dattsche?" fragt der Kutscher neugierig. „JaNwhl! Sie sprechen auch deutsch? Sind Sie ein Landsmann?" „Nein! E 'Jid!" antwortet er bescheiden. Auch recht! Tie Mähre stolpert an. So voll- ^eht sich, nicht gerade triumphatormäßig, unsere Einfahrt tif die Oxma Vtttoriei, die Siegesstraße, den Stolz Bukarests. Die Feniter sind dunkel. Noch sind sie, der Polizeivorschrrft gemäß, von innen verklebt oder verhängt. Immer die Zeppeline ! Wo aber ein Spalt sich auftnt, sieht Man, daß es an! Leben hinter ihnen nicht fehlt. Man spürt, tausend neugierige Augen liegen dort auf der Lauer, zu erspähen, was von den Vorboten der nächsten Tage sich> dem Dm'ter der öden Straße nockr heute entbinden will. Vom Balkon der deutschen Gesarchtschaft klatscht, vom Regen durchtränkt, in Uebevlebensgröße das Schutz- bamrer der Vereinigten Staaten hernieder. Nach den Spuren der Zerstörung der halben Stadt durch Zeppelin- nnd Fliegerbomben halte ich vergeblich Umschau. Tatsächlich sind diese Zerstörungen Legende, so viel darüber gefabelt wurde. Die Angriffe aus der) Luft haben wähl ihre Wirkung getan; doch bestand diese nicht in der Vernichtung von Baulichkeiten. Uebrigrns hat sich der Zeppelinangriff ziemlich ausschlieUich gegen die Fotts und nicht gegen die Stadt oder gar das Stadtinneve gerichtet; diese finb mehr von Fliegern heimgesucht worden. Der Doppelposten am Königlichen Schloß ttägt die Pickelhaube. Allmählich werden Gruppen auf der Sttaße sichtbar. In ihrer Mitte steht immer ein deutscher Offizier oder Soldat und lacht und erzählt und befriedigt die Händeschüttler oder nimmt Blumen nnd Zigarren entgegen- Wo Zivilisten vorübergehen, sprechen sie deutsch miteinander. Die Rumänen sind zuhause geblieben nnd warten zunächst einmal ab, wie der Sieger sich benehmen wird. Unsere Landsleute dagegen haben lange genug zuhause sitzen müssen — auch soweit sie nach ihrer ersten Internierung auf sog. freien Fuß gesetzt wurden. Sic bekamen dannr einen UeberwachnngssckmtzmMM in ihre Wohnung, der diese Tag und Nacht nicht verließ, durften kerne Besuch eenrpfangen, ihrerseits nicht ausgehen, und was sie brauchten, mußten sie ber'Ber- wendung eigenen Personals in der Zett von 7—9 Uhr morgens einholen lassen. War kern Personal vorhanden, so vermittelte der Schutzmann die Affchaffung. Was Wunder, daß sie sich^alle aufgemacht hatten, als es ernst wurde mit der Besetzung der Stadt durch die Deutschen, die ihre Befreiung war, und daß sie den Weg nach Hause incht so rasch fanden, obgleich die von der verflossenen rummnschen hohen Obrigkeit für den Verkehr m der Straßen angeordnete Polizeistunde bevetts vorüber mar. Zwei Bengel von 11, 12 Jahren schwingen sich auf das Trittbrett des Wagens: „Hurra!" rufen sie. „Wir sind auch Deutsche' Heute heißt es hier Hoch Hindenburg und Hoch der Kaiser, Hoch Falkenhayn und Hoch Mackensen! Hurra! Dies ist ein Tag der rFeude! So lange hat man nicht auSgehen und^kein Wort deutsch reden dürfen, und keiner verstand einen mehr! Scht hertte könneio die Rumänen auf einmal alle tvieder deutsch, und die Polizisten grüßen schon von weitem, wenn sie einen Deutschen scheu! Sie sind unsere Befreier, meine Herren! Der Deutsche Kaiser soll leben! Hurra! Hoch!" « Das kleine Kerlchen, das mit großer Geläusigkeit der Zunge diese Begrüßungsansprack)e an uns richtet, heißt Müller, sein Genosse, der sich hinter ihm festhielt, Schubert. Ihr Derttschtum ist unverdächtig; sie tragen mtt die deutschesten aller N amen . «L-chuberk tvar in Jnterniernngshaft, ist abeff, wie er stth rühmt, schon am zweiten Tage den Runiänen ausgerückt. Daß sie die deutsche Schule besuchen, ist selbstverständlich. „Alle deutschen Kinder gehen hier in die Deutsche Schule!" ' All das spielt sich im Halbdunkel ab. Da hält imser Wagen vor einem dunklen, hermetisch geschlossenen Portal. Kaum erkenne ich in ihm den Eingang znm Kontinental-Hotel weder, so gut es mir von früher her in der Erinnerunlg ift'. Dock daS Vor hu' sich auf, und eine Fülle von Licht strömt uns entgegen. Man sieht gntgekleidete Menschen, Damen und Herren. Alle Augen richten sich aus uns. Wir sind die ersten Deuffchen von der Front, die das Haus betreten. Und man hat hier der Ankömmlinge geharrt, wie man jeder anderen Sensation geharrt haben würde. Großstadt bleibt Großstadt, und Bukarest, Bukarest. Adolf Zimmermann. Kriegsberichterstatter. Au» Stadt «nd Land. Gießen, 5. Januar 1917. Tie Donau, ihre völkergeschichtliche und Weltwirtschaft» liche Bedeutung und ihre landschaftlichen Schönheiten. Aus Veranlassung des Gießen er Vortrag-Verbands (Ortsge- tverbeverern. Kaufmännischer Verein) hielt gestern abend im Saale der neuen Aula Herr Prof. Tr. Hart mann, Stuttgart, einen Lichtbilder Vortrag über das Thema: „Die Donau, chr^ Völker- geschichtliche rmd weltwirtschaftliche Bedeutung und ihre landschaftlichen Schönbeiten." ^ 'Der Redner führte etwa Folgendes aus: Schon manche Entscheidung ist in diesem Kriege an der Donau gefallen; fett Riacken- sens de^lkwürdigeur Tonauübergmrg ist die alte Verkehrsstraße tvie- der ftei. Durch enP: Fühlung mit der Donaumonarchie wie durch die herrlichen Taten'nuferer Donauarmee^ haben wir nunmehr em erhöhtes Interesse an diesem gervaltigen Strom Eine reiche Fülle geschichtlicher Erinnerungen knüpft sich zu- nächft an die Donau, siie von alters her berufen ist, ein Völkettveg zu sein. Wie der Laus des Füksses, so ist auch das Geschick der dort wohnhaften Völker in stetem Wecchel von Kämpf nnd Ruhe begriffen. Die erste bedeutende Völkerb^vegung ist die Wanderung der Mtat, die sich längs der Donau ansiedelten. bis sie im ersten Jahrhundert v. Ehr. durch die Römer verdrängt wurden. Bei Beginn uilsever Zeittechnnng bildet die Donau die nördliche Grenze der beiden römischen Provinzen: Moricnm nnd Pannonia. bis Regina caftra (Regensburg) sogar die Reichsgrenze. Am Anfang des zweiten Jahrhunderts erobert Trojan jenseits der Donau Tazrcn idas l^eutige Rumänien), das er aber im Ialyre 72 an die vom Osten kommenden Goten abtreten muß. 100 Jahre später wcr- deii diese durch die Hunnen verdrängt. Die Westgoten weichai nach Süden aus, die Ostgoten besiegen den Hunnenkönig Attila auf den .Katalaunischen Feldern. Im seclfften Jahrhundert bemächtigen sich die Avaren, von Kaiser Justinian gerufen, des Tonaulandes, bis 5karl der Große 796 ihrer Herrscktaft ein End^' mack>t. 100 Jahre später sel-en »vir die Ungarn als Horror dieser Lßuder: Kwenz- fahrerhcere ziehen donauabloarts zum heiligen Land. 1241 lvcrden t»re Ungarn von den Mongolen besiegt, erhobm sich rasch, erliegen tüjUe&Uüj oeii -tifiuea,. «/Ule eutjdjiCiötnDüeu vsüjUumql ui uai Xurfaiftwaen mtot au brr Xcxicm geschlagen (ZenLa, Peter- wavbrn,. BÄsaätz. Etwa 100 Jahre spater iLerschrritet der Ge- vl-^u Europas., Napoleon. die Donau (bei Mm und Wagram). Sv S«Yt du- Weltqeichtchte ehernen Schritts donanaus- und abwärts bis zum heuttten Dag. AVer moch ^ friedliche Berühr ans den Wassern mcios Flusses tft von weltwirtschaMicher Bedeutung Schon vre alten Griechen trieben auf der Donau, die sie Jsrer nannten, Handelsverkehr: chncm folgten die Römer, deren Schiffahrt allorvurgs durch die Hunnen bald zerstört wurde. Karl der Grohc hatte mit der Anlage eines Kanals besonnen, doch die Ungarn vernichteten das begönnerte Werk. Zur Zeit der Kreuz- r-üge entioickelte sich ent reger Schiffsverkehr. Wien und Regens bürg murbeit die Hauptstapelplatze des Donauhandels. Als Genue seil und Venezianer die See beherrschten, fuhren ihre Schiffe bis in dre mttere Donau. Bis 1712 haben sast alle Städte ihre recht lrchen Ordvmrischiffe. Besonders unter Joseph U. stand die Donau schiffahrt in hohem Ansehen. Die Handelsschiffe fuhren besondere' Seide, Spitzen, Porzellan, Glas, eiserne und stählerne Schmiedeware, Wein u. a. Damals legten zum ersten Mal tür kische Schiffe in Wien nn. Girre neue Zeit für die Donauschiff- salnst brach herein, als das erste Dampfschiff in Wien von Stapel gelassen ivurde. 1829 wird die erste Kaiserlich! Königlich privlli- zierte Donoudampffchiff-Gesellschast gegründet. Ein Jahr darauf werden tatsächlich alle alten Vorrechte wie Zölle, Abftndungsgelder abgeschafft. Aus dem Wiener Kongreß wird zum erstenmal das Wort von der freien Donau ausgesprochen. Beim Abschluß des Pariser Friedens (1856) verzichtete Rußland auf das Protektorat über die Donaufürstentümer und trat die Doncrumündung an die Türlei ab. Einige Jahre später wurden die Donau fürsten tii me r z u dem Fürstenttrm Rumänien vereinigt. Rumcmien ist somit auf den Dormuweg angewiesen. Ging das Getreide bisher hauptsächlich den Seeweg« s wftmnfce aber das Erdöl fast durchweg durch die Donau schiffe befördert. Bon allen Staaten ist wohl Ungarn am meisten cm der Donauschiffahrt intevessiert, entfallen doch 937 Kilometer aus Ungarn. Es tut daher viel für die Regulierung der Katarakten- Et recke, und die vor einigen Jahren gegründete Ungarische Donau- Daurpi schiff-Akt.-Gesellschaft ist um Hebung des Personen- und Handelsverkehrs eifrigst bemüht- Bulgarien ist mit 400 .Kilometern beteiligt. Deutschland und Oesterreich besonders mit Schwerfrachten, und für die Türkei wird das Interesse wachsen, wenn einmal die Bagdadbahn vollendet ist, die formt die Erzeugnisse bis zum Bos porus bringen wird. Je inniger die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den Mächten Mitteleuropas werden, desto glänzender werden auch die Aussichten für den Großschiff-Verkehr auf der Donau, zumal ja eine Verbindung des Rheins mit der Donau ge plant ist. Ans jeden Fall bleibt dir Donau, was sie war und was sie ist, ein Wasserweg von weltwirtschaftlicher Bedeutung. — Zum Schluß zeigte der Redner iroch in wohlgelungeiren Lichtbildern die landschaftlichst Schönheiten der Donau, und reicher Beifall der sehr zahlreichen Zuhörerschaft lohnte die interessanten Ausführungen. Lebensmittelmarken. Für die Zeit vom 8. bis 14. Januar 1917 haben nach' folgende Lebensmittelmarken Gültigkeit: Brotmarken der 2. Woche, gültig vom 8.-H. Januar 1917 Buttermarken „ 2. „ „ „ 8.—14. „ „ Fleischmarken , 2. * , , 8.-14. „ „ Kartoffelmarken,2. , ^ „ 8.—14. , , Zuckcrmarken Nr. 4 und 5, gültig bis 31. Januar 1917. Seifenmarken für den Monat Januar. Fettmarken der 2. Woche, wie bereits bekannt gegeben. Alle früheren Marken oder die zurzeit noch nicht gültigen Marken können nicht cingetauscht werden. SefchäftSftnnden des Städt. LebeuSmittelamtes von S—12 Uhr vorm., 2—4 Uhr nachm. Sonntags 10-12 Uhr vorm. Markenansgabe für Urlauber. *♦ Amtliche Personalnachrichten. Der Großherzog hat am 13. Dezember dem Stadtkasseviener der Stadt Darmstadt Philipp Reimund anläßlich seiner Versetzung in den Ruhestand das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Fftr langjährige treue Dienste" verliehen. Durch Beschluß Großh. Ministeriums der Finanzen vom 2. d. M. ist der Großh. Professor Dr. Greim in Darmstadt zum Vorstand deS Hydrographischen Bureaus bestellt worden. ** Au § zei ch n ungen. Unteroffizier Heinrich Dechcrt erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille wegen tapferen Verhaltens an der Somme. Das Eiferne Kreuz erhielt er bereits 1914. — Ersatzreseroisk Otto Bücher aus Gießen wurde vom Großherzog mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. *• Beförderung. Vizefeldwebel Aug. R ü h l, früher im Jnf.-Rgt. Kaiser Wilhelm (Nr. 116), jetzt im akt. Jnf.-Rgt. Nr. 81, wurde zum Offizier-Stellvertreter befördert. ** Absatz von Gemüsekonserven Wie uns das hiesiae Kreisamt Turtelt ist durch die gestern in unserrn Blatte veröffentlichte, durch das Woffffche Bureau verbreitete Notiz über «Gemüsekonferven, die Betzanntmuchung des Kveisamtes, wonach bis zum 10. Januar 1 / 5 der Bestände verkauft werden darf, nicht wffgehoben worden. ** Warenumsatz stempelge setz. Das Großh Finanzamt teilt mit: Nach 8 164 e Ws. 1 Satz 3 der Ausführungsbe- stünmungen zum Warenumsatzstempelgesey ist für das Steuerjahr 1917 für die Verpflichtung zur Entrichtung der Abschlagszahlungen und deren Bemessung der Gesamtbetrag der Zahlmrgen oder Lieferungen im ganzen Kalenderjahr 1916 maßgebend. Dementsprechend ist auch in der Anmeldung zur Entrichtung des Warenumsatzstempels (Muster 29a der Aussührungsbestinrnrungen' auf Seite 2 uMer 4 sowohl die Angabe des Gesamtjahresbettages wie des auf das letzte Kalender Vierteljahr 1916 entfallenden Bettages der Zahlungen oder Lieferungen vorgeschrieben. Mit Rücksicht auf die mit der Feststellung des Gesamtjahresbetrages gerade für 1916 verbundenen großen Arbeit wird, soweit die ReichÄasse dabei keine Gefahr läuft, ent-- gegcnznkommen sein. Ein Jnteveffe des Reiches, für das Steuerjahr 1916 den genauen Jahresumsatz zu kennen, liegt dann nicht vor, wenn außer Zweifel stehr, daß der Jahresumsatz 200 000 Mk. nicht übersteigt. In allen diesen Fällen ist also nichts dagegen zu erinnern, wenn in der Anmeldung zur Entrichtung des Warenumsatzstempels unter 4 a oder 4 b statt genauer Angabe des Umsatzes während des Kalenderjahres 1916 angemeldet wird „der Gesamtbetrag beläuft sich auf nicht mehr als 200000 Mk." In Fällen, für welche diese Voraussetzung nicht Mtriff't, kann auf Antrag, die Anmeldung des Jahresumsatzes für 1916 auf Grund geimssen- hcrster Schätzung zugelassen werden, wenn glaubhaft gemacht wird, daß dessen genaue Feststellung unverhältnismäßige Arbeit verursacht. Im diesem Falle würde die Anmeldung an obenerwähnter Stelle zu lauten haben „der Gesamtbetrag belauft sich schätzungsweise aus. Mk." < __ r v , ^J"oe uoatij ( y Mauer. Der Bund deutscher Gelehrter und Künstler, eine Vereinigung von etwa tausend der erlesenste Bettreter von .Kunst und Wissenschaft, hat es sich f.J Ausgabe ftrner Kricgsarbeit gemacht, in völliger Unabhängig reu, wenn auch rn Fühlung mit den zentralen Behörden, den Geist m der Heutlat starr und fest zu erhalten, und dient biefcm Ztveckc uurrt) cutc Reihe von Veranstaltungen in Wort und Schrift und anderen geergrcetcn Mitteln der Werbetätigkeit. Das erhabenste Lreppiel. an dem sut> die Heimat immer wieder auftichten und wrtnt, hrin> uns durch anschauliche Schilderung der - im erschütterten rttmUen und drrrch das Zeugnis des ungebrochenen A^/tes gegeben, der unsere tapferen Truppen draußen beseelt. Solche Darstellungen sollen von einem Stabe der ^währtesten nriegsberrchterstatter entrollt werden, deren Mftarbeit sich der genannte Bund gesichert hat. Als erster wird Kriegsberichterstatter Tr..Wertheim am 11. Januar 1917, abends 77 2 Uhr, in der großen Aula mit dem Vortrag „Hindenburgs Mauett' beginnen: rn diesem wird die Ostfront von Kurland und Lithauen bis nach Wolhynien, Galtzren und den Karpathen mit zahlreichen Lichtbildern vorgeführt. Dem Abeardvortrag geht nachm. 5 Uhr ein • rttttff für Schüler voran. Ter Kartenvorverkanf befindet sich m der MusikaltenHandlung von Ernst Challier, Neuenweg 9. . i- * amtlichenBekanntinachungen in unserm heuttgen Blatte betreffen die Bestimmungen zur Ausführung des Gesetzes über den vaterländischen Hilfsdienst, die Zuckerung von Wern, Versütternng tarn Hafer an Einhufer und Zuchtbullen Regelung des Verkehrs mtt Web-, Wirk- und Sttickwaren, Aus ffihrungsbestimmungen der Reichsbelleidungsstelle über gettagene Kletdnng, Wäsche und Schuhwaren, Vorzeitige Entlassung von Volksschulern. Landkreis Gießen. ga. Gründer^, 5. Jan. An der Somme starb Musketter Otto Hahn bei emer Maschinengewehrabteilung durch einen! Granatschuß den Heldentod fürs Vaterland. An Neujahr wurde an seine Vkutter die Hessische Tapferkeitsmedaille geschickt. — Das Hessische Kriegsehrenzeichen wurde bereits vor einiger Zeit Herrn Pfarrer Schmidt verliehen. Zum Jahreswechsel erhielten es dte Führer der Jugendwehr, U bri g, R ö h m , M ö l le c , R e Horn unb Schellhaas. . ** Hattenrod, 5. Jan. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielt der Musketier Karl Stein, Jnf.-Rgt. Nr. 224. -o- Lang-Göns, 5. Jan. Ter Gefreite Robert Brückel, Sohn des Spenglermeisters Wilhelm Brückel, seit 17 Monaten im pelde, zurzeit im Jnf.-Rgt. 129, 2. Komp., wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Auch seine beiden Brüder stehen im Felde. ** Lang-Göns, 5. Jan. Ter Landwehrmamr Konrad Müller, der bei Kriegsausbruch mit einer Fahrkolonne des Landw.-Jnf..Rgts. Nr. 116 ausrückte, erhielt die Hessische Tapfer kettsmedaille. * Utph-e, 4 Jan. Gefreiter Heinrich Naab wurde nicht, wie wir vor einigen Tagen berichteten, mit der Hessischen Tapfer witsmedaitte, sondertl mit dem K^iegsverdienstehrenzeichen am Bande ausgezeichnet. W x e j e d , 5. Jan. Dem Musketier Karl Weller, Ins. Rgt. 393, wurde das Eiserne Kreuz verliehen. slreis Büdingen. ** Bingenheim, 5. Jan. Nöagislratsbeamter zu Frank mrt a-M. Carl Lobsink von hier, zurzeit Zahlmeister-Stellv in der Fuhrpark-Kolonne 3 103. Jns.-Dio., wurde am 24. Dezember 1916 das Eiserne Kreuz 2. Kl. verliehen. Kreis Friedderg. oa. Friedberg, 5.Jan. Dem Landsturmmcmn R. Weid wann im Ins.-Regt. 118 wurde die Hessische Tapferrcittnedaille verliehen. j= Fricdbe^rg, 5. Jan Die Baumatettalen-Hatidlung G. 'o ch w a r z L S öhne ließ jeder Kriegerfrau, die von der Stadt Unterstützung bezieht, zwei Zentner Kohlen unentgeltlich zuwenden. nt. Fried borg, 5. Jan. Dem ältesten Lohn des Stadt- psarrers Kleberger, der Leutnant und Kompagniesührer in einer Maschinengewebr-Koinpagnie, Hermann Kleberger, wurde für seine Tätigkeit an der Somme der Sächsische Verdienstorden 2. Kl. mit Schwertern verliehen. Es ist seine vierte Auszeichnung — Dem Unteroffizier H ufe mann, im Reserve-Dragoner-Rcgimeitt Nr. 4, wurde die Hessische Tapferkeitsnredaillc verlieben. bna. Bad-Nauheim, 5. Jan. Es erhielten das Militär- Lanitäts-Kreuz die Schwestern Anna Bukvwski, Christine Gretzel, Frieda Monje, Lisi Hirsch, das Kriegselnen- zeichen Frau San.-Ral Tr. H irisch, Fräulein Helene Müller, Schwester Martha Koch. oa. Melbach, 5. Jan. Landsttrrmmann Eritst Hetzer, bei einein Reierve-Jnfanterie-Regiment, wurde mjit der Hessischen Topferkeitsmeforille ausgezeichnet. nt. Melbach, 5. Jan. Dem Musketter Wals Schmidt V., in einem Reserve-Jnsanterie-Regiment in Rumänien, Sohn des Bergmanns Heinrich Schmidt II., wurde die Hessische Tapferkeits- medaille verliehen. nt. Ober-Rosbach, 5. Jan. Der Wehrmann August Buch, bei der 197. .Infanterie-Division, Infanterie-Regiment Nr. 237, 2. Bataillon, 8. Kompagnie, Sohn des Joh. August Buch von hier, ivelck.ev seit Kriegsbeginn in: Felde steht, wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Hessen-Nassau. Die Frankfurter Milch- und Fettversorgung. --- Frankfurt a. M., 4. Jan. Tie Versorgung der Frankfurter Bevölkerung mit Milch.und Fett aus dem Großhörzogtuui Hessen war beute Gegenstand eingehender Beratungen der hiesigen Lckbensnnttelkonrmission. Hierbei wurde mttgetoilt, daß der hessische Kommtmalverband den Abschluß eines festen Milcküiescrnngsver- troges abgelehnt hat und auch für die nächste Zukunft keine bindenden Erllärungen abgeben kann. Ter Mangel an Fett nnrd darauf zurückgesührt, daß die ländliche Bevölkerung erhebliche Mengen! der allgemeinen Verteilungsregelung auf Schleichwegen mit ün- gebeuren Preisüberschrettnngcn entzieht. Da die Zuffchr von Milch und Fett aus Hessen versagt, hat die Stadt nunmehr Unterhandlungen mit den Kontmunalverbänden der Provinz Hessen Nassair eingeleitet. Ferner soll die in Bildung begriffene Milch- und Fettversorgungsgesellschaft nr. b. H. einen erheblichen Teil ilwer Tättg- keil auf die Steigerung der Milch- und Fettzufuhren verwenden Die bis jetzt der Stadt zugeführten Milchmengen reichen nicht im entferntelten für die Bedarfsdeckung der Versorgung berechtigten, Milchverbraucher ans. — Tie Abgabe von Fleisch aus der stödtt- chOt Freibank geschieht in Zukunft nur noch gegen Iialbe Fleischkarten. Bisher war sie völlig markenftei. * ----- Frankfurt a.'M., 4.Jan. Die Flutwelle des gegenwür- ttgen H o chwa s s e rs hat im Main heute abend 4,50 Meter Höhe erreicht. Seit Mittwoch nachmittag stieg das Wasser um nahezu einen Meter. Die UfergelÄtde sind weithin tief unter Wasser gesetzt Die an Stelle der alten Brücke über den Main führende hölzerne Notbrücke wurde wegen der Gefahr für den gesamten Fahr- und Fußgängerverkehr polizeilich gesperrt. Zahllose Baumstücke und Bauhölzer von ocr Rcaütlanatt,attou bei Hanau uavai talwärts. Auch die großen Kies- und Sandhaufen zu beiden Seiten des Sttoms sind mit fortgerffscn worden. —« Bei Höchst stehen die Ufer- und Verladeanlagen ebenfalls ttef unter Wttffev, ebenso die städttschen Parkanlagen. Das Druck- und Stauwasser der wild dahintosenden Nidda ergießjt sich noch fortwährend landeinwärts und hat jetzt auch das Gelände zwischen Nied und Höchst überflutet. Wenn nicht weiterer Regen eintritt, hofft man, daß vom Freitag an die Fluten zurüebben. — Frankfurt a. M., 5. Jan. Schon jetzt lassen sich die Schäden tellweise übersehen, die das Hochwasser angerrchtet hat. Am schwersten litten die Kanalisierungsarbeiten zlvischen Ascban'enburg und Frankfurt. Das meiste Bauholz wurde von den Waslern fortgerissen. Vom Holzlagerungsplatz der Holzgrvßhand- lnng Schermann (in Duisburg) bei Groß-SteinHerrn führten die Fluten für 150 000 Mark Gruben- und Bauhölzer weg. Was davon wieder erlangt werden kann, dürfte nicht der Rede sein. — Seit heute früh 5 Uhr fällt das Wasser langsam. ßanftcl. Berlin, 4. Januar. (WTB. Nichtamtlich.) Ter „Reichs- anzergett' veröffentlicht zur Veranlagung der Besitz- und Kriegssteuer die S teuerkurszettel aller deutschen Börsen. Wien^ 4. Jaw (WTB.) Tie zuverncktliche Beurteilung der Gemmtlage rn ftnanziellen Kreisen I>at int Anschluß an die neuer* ltchen Erfolge her verbündeten Truppen in Rumänien eine weitere Verstärkung erfahren. Gestützt hierauf, verkehrte der Freie ?utli£. n \ ex * e 9 r ausgesprochen fteundlichn Haltung Das Geschäft nahm zwar einen größeren Umfang nicht an, gestaltete sich iehodii aus dem Jndustriemarkte zum Teil etlvas lebhafter. Bevorzugt waren Bergwerks-, Rüstungs- und Petroleumswerte. Ter Anlagemarkt verkehrt in unverändert fester Haltung. Lugano Letzte Nachrichten. Die Antwort vrr Entente an Wilson. o, 4. Januar. (Berl. Tagbl.) Zwffchen den Enten tekabrnetten findet zurzeit ein sehr lebhafter Mennmgsaus- taufch über die Antworvtote an Wilson statt, deren in Paris ansgearbeitetes Schema soeben in London, Petersburg mrd Rom geprüft wird. Vermutlich^wird die Note am Ende dieser Woche oder am Montag dem amettkanischen Botschafter in Paris überreicht werden. Laut einer Information des „Secolo" ist diese Note um> sangreicher als die Antwortnote an Deutschiland. Die Note soll alle Welt überzeugen, daß ihre Kriegsziele sich auch nicht arm-Lhenü) mit den Kriegszielen vergleichen lassen, die Deutschland bei der Entfesselung des Weltkrieges verfolgt habe. Die Note setzt daraus in großen Umrissen die Bedingungen der Entente auseinander, die die Räumung Belgiens, lDerbiens, Rumäniens, Moutenegrvs und Fratrkreichs fordert, ehe die Friedenskonferenz überhaupt möglich sei. Ferner verlange man die Rückgabe Äsaff-Lothringms und die Umgestaltung der europäischen Karte auf der Grundlage des Nationalitätenprinzips. Die ZentralMächte fcmt?n, so wirt gesagt, diese Bedingungen heute schon genau. Aber die Nenttalen sollen darüber aufgeklärt werden. ^ Die flüchtenden Rumänen. Berlin, 5. Jan. Die Flucht der rumänischen Bevölkerung aus den von dem Fetttde bedrohten Geibieten nimmt einen ungeheuren Umfang an. Tie meisten Flüchtlinge sollen nichts zu essen haben. Tie Bevölkerung von Galatz, so wird berichtet, verläßt die Stadt in panikarttger Flucht. Jft Braila sollen die Behörden gleichfalls bereits geflohen sein. _ ®enf, 5.Jan. Pariser Blätter melden aus Jassy, daß die tt'lucht der rumänischen Bevölkerung aus den vom Feinde bedrohten Gebieten ungeheueren Umrang annehme. Die Bahnhöfe und Straßen stnd überfüllt von Flüchtlingen aller Bolksllassen. Viele .Ander irren, von^threir Eltern gettennt, auf den Wjdge-n umher. Die meisten Flüchtlinge haben, bW sie Rußland erreichen, nichts zu essen, ^as Schauspiel dieser Flucht sei niederschmetternd. Gegen die Saloniki-Eipeditwn. Lugano, 4. Jan. „Secolo" bringt eine Qmtdvner Depesche über den zunehmenden Widerwlllen der Londoner Kreise gegen das Lxtlontkimftcrnehmen, das sich^ immer mehr als ein zweites Galltelt entpuppe. Der „Secolo" gibt ausführlich das vom Letter des neuen englischen Kabinetts tnspirierte vernichtende Ur- tetl der „^aily Mall über Larrail wieder und tragt, wie es ff>nrme daß 200 000 Bulgaren genügten, um eine 1-albe Million Enterte truppen rn'Schach zu halten? Es wäre besser, das Salonikcheer sür die bevorstehende große Offensive im Westen zu verwenden, zumal da der sür die Berproviantterunq notwendige ungeheure Frack trmrm besser für die Versorgung der notleidenden Ententevölker, dienert würde. „Tally Mail" meint sodann, daß es an der Zert sei. den von Asguith begangepeit schweren Irrtum der salontkier-peditton wieder gut zu machen, was Sache Llovd Georges ser. Griechenland. Berlin, 5. Jan. Das „Berliner Tageblatt" schreibt: T«rch drc Ententepresse llang die Absicht, diesmal mit der griechischen Frage reinen Tffch zu machen. Es scheint, daß auch bei den Griechen die gleiche Absicht besteht. Jedenfalls würde das auch der uuterrichtet, ert. sraliz. Umerrirlst. 6 Mk. ,nonall. l-ndvigspiatR 14 111. Wer schenkt ein. arm. Kriegs invaliden gebr. Bett. Sclir. Angeb. u.00070a.d. Gieß. Anz. Freitag, 12. Jan. 1017, vormittags 10 Uhr, wird auf dem hiesigen Amtsgericht. Zimmer Nr. 14, die dem Georg Bill zu Nieder-Weisel zngeschriebene nachstehend ocrzeichnete Parzelle versteigert: Flur 38 Nr. 2S2*/ l0 —482(,lnBauplabainHa»nl„. Die auttSgertchtliche Verfügung ist im OrtögerichtS- zimiller öffentlich auSgehnngt. Gießen, den 17. Okl. 1916. Großh. OrtSgerichl I. V. Le o. 170V SchvGmrusteinfahrik.nltcste auß.Dvnd.. lief.bill. I^Stcine 1 «MMI. GieS, Neuwied. K. 5/16. 1171B Freitag, 12. Januar 1017. vorm. l0 3 /< Mir, uicrbcti im Großh. Amtsgericht Gießen. Zimmer Nr. 11. die dem Heinrich Jentzen zu 1 ,> und dessen Witwe Elise Jenoen geb. Schneider zu beide zu Gießenzugeschriebenen nachstehend verzeichncten Parzellen versteigerte 1. F-ltir 1 Nr. 82.'?/, „ ° 380 q\n Grabgarten, in der Schev- oeneck, 2. Mur 1 ")h\ 826 - 319 qm Ho freite daselbst «West-An läge Nr. 711. Die auttSgertchtliche Per fügung ist auf dem Zimmer des OrtögerichtS öffentlich gtigefchlggeu. Gießen 23. Ropl 1916. Großherzogl. OrtSgenchi I. B.: Leo. Schirme [ohne Bezugsschein] Alle Reparaturen schnell und preiswert Gebrüder Waag Schirm-Fabrik ** Gioßen. S^lterswog Nr. 58 Tieferschüttert erhielten wir die schmerzliche Nachricht, dass unser innigstgeliebter, einziger, hoffnungsvoller Sohn, unser lieber, herzensguter Bruder, Schwager und Onkel Ludwig Horn Musiker im Reserve-infanterie-Regiment Nr. 116 in treuer Pflichterfüllung im 22. Lebensjahre am 5. November den Heldentod fürs Vaterland gestorben ist. In tiefem Schmerz: Heinr. Ludw. Horn und Frau geb. Krämer Anna Herbert geb. Horn Eleonore Walb geb. Horn Lina Horn Unteroffizier Herbert, z. Zt. im Felde Friedrich Walb. Steinbach, den 4. Januar 1917 Die Gedächtnisfeier findet Sonntag, den 7. Januar, vormittags in der Kirche zu Steinbach statt. 00079 Statt jeder besonderen 1 Anzeige. Heute nacht verschied sanft im 79. Lebensjahr unser teurer Vater, der Geheime Rat Richard Schroeder Professor der Rechtswissenschaft an der Universität Heidelberg Giessen, 3. Januar 1917. i76D Professor W.Mittermaier u. Frau Mathilde geborene Saunier V odes*j1n£cige. Meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Tante und Schwägerin BWsrgardhe ist nach langem schweren, in Geduld getragenem Leiden heute mittag sanft entschlafen. Karl Becker, Lehrer i. R. Familie Sclindt und 3 Enkel Heinrich Becker, z. Zt. im Felde und alle Verwandten. Laubach, 3. Januar 1917. ' iW Die Beerdigung findet Samstag nachmittag 2 Uhr statt. Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen. 2 leere Zimmer Kaiser-Allee, nefuc: Angebote unter 000! Giehener Anzeiger Todes-Anzeige. Allen Verwandten und Bekannten hierdurch die traurige Mitteilung, dafi unser lieber Vater, Großvater und Urgroßvater Joh. Kaspar Fuchs am 3. Januar, abends 10 Uhr, nach kurzem schweren Leiden sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Fuchs Familie Wagenöach Daubringen. den 4. Januar 1917. 197 Die Beerdigung findet Samstag V-2 Uhr statt. 2®“ Im Dienste des Vaterlandes Send den!scher Belehr!»? n. Künstler (Soltorbond) Universitäts-Aula Donnerstag, den 11. Jan. 1917 abends 7Va Uhr (Die Ostfront von Kurland und Litauen bis nach Wolhynien, Galizien und den Karpathen) wÄer’n e ehaIten von ßf, M (Kriegsberichterstatter) Karten zu 2,1,0.50 in d. Musikhandl. Ernst Challier. Damenfrisieren Shampoonieren — Kopfwäschen — mit neuestem Warmluftstrom-Trockenapparat Frau Bernh. Dosch Neuen Baue 12, Ecke Weideng asse Damon-Frisiersalon separat Ankauf von Wirrhaar. in ii? imuraL Mittwoch, 10. Januar 1917, nachm. 6 Uhr, im Hotel Schütz Vortrag »Herrn Professor 1.1. Mer-Ö Mn Bodenreform und Kriegerheimstätten Eintritt 30 $f|. 1?8D BUrtritt 30 M. Der Klavierunterricht^ üejiMt raieberffioMtng, btn 15 . Asm Aisahth gcldinet, Eaethegrqeö?. LausmännischeZachschule Die Weihnachtsferien unserer Anstalt werden auch bis zum 16. Januar verlängert. Der Unterricht beginnt wieder Mittwoch, den 17. Januar, abends 8 Uhr. Gießen, den 4. Januar 1917. 194v Die Schulkommission. Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gießen. Dm. mer ansässigen Ehepaare, welche im laufenden riabre das Jen der goldenen Hochzeit begehen und ^u.'pruch auf Zuwendung der Gabe aus der im Jahre 1879 anlafil-d, dergoldenenHochzeit des Deutschen Kaiservaares errtchketen - tifluna erbeben wollen, werden hierdurch auigewrdcrt, sich alsbalo bei dem Oberbürgermeister zu meiden. Gießen, den 2. Januar 1917. 186B Der Oberbürgermeister. Keller. praktische Ratgeber mit vielen praktischen Beispielen von A. Lachmund, Königl. Stencrsekretär in Breslau I Postfach. 1. „Besitzsteuer" 2 Mk. (Nachn. 2.40 Mk.) 2. „Kriegssteuergesetz" 2 Mk. (Nachn. 2.40 Mk.) 3. „Warenumsatzstempel" 1.60 Mk. (Nachn. 1.80 Mk.) — bei Einsendung von 5.60 Mk. gebührensr. Zusendung. — Zu beziehen durch A. Lachmund's Verlag, Breslau I (Postscheckkonto 7090) und durch alle Buchhandlungen. !191ss AßlckMr PserkverßEttllllgsvereill Grüsherg. Die Besichtigungen der Pferde finden statt: Großen Buseck und Umgegend: Montag, den 8. Januar 1917, in Rciökirchen mittags 2/J2 Uhr, in Grasten Buscck nachmittags Uhr. Orte der Rabenau in Londorf: Donnerstag, den 1L Januar 1917 vorm. 8 1 / 2 Uhr. Garbenteich und Umgegend: Montag, den 15. Januar 1917 mittags 1 Uhr in Garbeuteich. Auf 8 21 der Satzung wird htngewiesen. Grünberg, den 27. Dezember 1916. [173B Der Direktor: I. V.: Schäfer. o Zagd-verpachtung. Montag, den 15. Januar 1917 soll die am 1. Februar d. Js. fällig werdende, der Gemeinde Sichenhausen gehörige Forst- und Feldjagd, ca. 25 ba Wald und 460 ha Feld und Oedungen öffentlich meistbietend unter den noch werter gegebenen Bedingungen auf Unterzeichneter Stelle verpachtet werden. Hierzu wird noch bemerkt, daß das Jagdgebiet ca. 1 / i Stunde von Bahnstation Altenburg und Hartmannshain entfernt und nördlich in nächster Nähe der Luftkurort Hoherodskopf liegt. Großh. Bürgermeisterei Sichenhausen 200 Fabrik-Gebäude bezw. Gelände möglichst mit Gleisanschluß, gesucht. Schriftliche Angebote unter 198 an die Geschäftsstelle des Gießeuer Anzeigers. Vermietungen | 7 Zimmer Elegante 7-Zimmer-Wohnung 1. Stock, mit allem Zubehör, Gas u. elektr. Licht, ab l.Avril oder später zu vermieten. S. Ganst. Bleichstr. 26. >175 1561 Frankfurter Str. 75 schöne 6 Zimmerwobnuug mit Bad und sonstigem Zubehör per t Avril zu vermieten. Näheres Frankfurter Straste 5V. m. Badezimmer u. sonstigem Zubehör, West-Anlage 4V, neu hergerichtet, per sofort oder später zu verm. (168 3 Zimmer | KrofdorserStr.42, 3-Zim- mer-Wobnung, I. Stock, m. Gartenanteil u. Zubeh. alsbald zu vermieten. [142 C. Allandörfer, Crednerttr. 43. Wilsonstraste 4 " ' Zimmer- Wobuuug ver März zu vermieten. 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