Jtr.sm Zweites Erscheint täglich mit Ausnahine deS SomttagS. Beilagen: „Sietzener Familiendlätter" und „Ureirblatt für den Ureis Giehen". PoftschecNonto: Zrankfurt am Main Nr. U686. Vankverkehr: Gewerbebank Stehen. lbb. Jahrgang euer Anzeiger Kenerai-Anzeiger für Gderheffen Zreitag, 22. Dezember fylb ZwillingSrund oruci und pe^ag: Brühl'jche Unlver'uäks-Bttch-n.Stu idruckereu R. Lange, Gienen. Zchriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstrave?. ' e|ri;cif. 0 ; tciie n. '!?ci\rtij; &1, Schriftteuung: 112 . Anschriftf ir Tr ht k/lchrudten:Anzeigers ie en. 5tadt und Land — hanö in Hand naranimix.'-'asrarTr 7 5er*|ä^eÄ e ^fäSct eitU ' ,S Me Änitn 6c ' imh?,{ltinft, b S !tf Sl- SSoIf cütis H ullb kimg blribc, ist dic erstc ® le S- 21,1 ^«selben Tage, ar 2Ä. Srf^^ m ’5 b *2^ NÄ derart verfeindet hätten, d,b ii> bmmm Xa3e m °' lEnKch kaum jemand so unpatriotisch oder auch jo rielbemußt auf dic gegenscitigc »er- J2SPH,?? n st^adt und Land 'hmrrrbeitc. ?lber indirekt, melleicht unbewusst wird viel Volk-Zverhedung qc- crklä2 9 "lt-^? ÄS Emige Beffpiel« dienen: „Ein Bauer hat CT ^ Butter wlS Wagenschmiere, als , V verkaufe/' „Ein Bauer Milch für seine Schweine und könne sie ffi* ■gta bftwbet ft«t«rn." „140 000 3R. bat rin Mitglied r ~ u 'Yf'n-bftnrtschastsrates verdient dadurch. daß ler Spät' kEonein unreif ausgraben ließ und als Frühkartoffeln verkaufte." ^-.^7 Wä vergraben die Bauern ihre Kartoffeln im Walde, r l ?’ ,t beichlagnahnrt werden." Solche und ähnliche Nach 5*^ man ? l - vor letzten Zeit fast regelmäßig in den Hortungen leien. Es i ft schwer, festzustellen, ob sie wahr find, denn es ist fast nie ein beftimmter Name und Ort ange- *%&• 75 «^enonÄn-en, sie wären wahr — welche Wirkung mnsfe.r solch? Nachrichten aut die Stadtbevölkev.mg haben, die oynedres hochgradrg nerv'ös und ärgerlich ist wegen der bekannten Verhältnisse? ^ Unter hundert Lesern solcher Nachrichten werden n^rirrmdncunzrg dafür den ganzen Bauernstand verfluchen und vcr- wunfchen. Ist das gerecht? Entspricht das Urteil, das auf Grund diefer Nachrichten weite Kreise der Stadtbevölkerung über den Bauernstand sich, gebildet haben, der Wahrheit? Und tragen sie ihre Not lerchiter und lieber, wenn ihnen von den Zeitungen die lallche Meinung suggeriert wird, der Egoismus der Bauern sei allem schuld tragen. Warum berichten diese Zeitungen nichts von der Kriegsnot der Bauern, von der 18stündigen Arbeitszeit zur Zeit der Ernte ,von den L-orgen um die Tnrchhaltnng des Viehbestandes, von den vielen tausend Waggons Kartoffeln, die im Juni bäuerische Bauern binnen 14 Tagen geliefert haben, als inr westfälischen Industriegebiet durch die Grenzsperre Lollands plötzlich Kartoffel not ein getreten war, von den ungezählten Verordnungen, durchs die den Bauern die freie Verfügung über Haus, Hof und Feld fast entzogen ist? Es wird niemand leugnen, daß einzelne Fälle vorgekommcn sind, die geeignet sind, die Konsumenten nrit Recht zu erbittern Tiefe Fälle soll man sofort dem Gerichte übergeben. Wenn aber jemand glaubt, solche Fälle der breiten Oeffentlichkeit nitterbreiten zu müssen, dann soll er auch, so tapfer sein, Ort und Namen des Uebeltäters zn nennen, damit der Fall kontrolliert werden kann und damit nicht falsche Schlüsse auf den ganzen Bauernstand daraus gezogen werden. Nicht minder verwerflich als die Verhetzung der Städte gegen das Land ist aber anch> die Verhetzung, die teilweise auf dem Land gegen dre Städte heimlich oder öffentlich betrieben wird Wenn myrus Feschaffen weihen, worauf dgnu halbjchwimmeude Wolfnhütten entstehen. Graf Rosen ist der Hernmft dieies Bvlles nachgegangen und neigt der Einsicht zu oaß man em Mischlingsvolk vor sich habe, das aus eineni ursprimg- lichen den Buschmännern ähnlichen Volke und einem hü^r stehenden, vom.Westen eingedrungenen Baninstmmne entbanden ist. Wahrschernlrch ist das Mpchvoll auf der Flucht vor stärkeren nach- dräugenden Völkern m das Sumpfgebiee gelangt und hat ver- standen, sich den neuen schwierigen Lebensbedingungen anzupassen. Wetter tm Luden m der Gegend der Eisenbahulwltestelle Mvastta Nt Graf Rosen ans Reste emer Negersiedluug gestoßen, die aus dem oritren Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung stammt Mem An- scheim nach war es eine Sredelung der unmittelbaren Vorfahren des Batwa-Vvlkcs. — Drei Gramm' Radium im Jahre! Drei Gramm Radium im Jahr — das ist die durchschnittliche Ausbeute an Radmni, die em halbes Dutzend Radmmfabrikwi aus hundert- tausenden von Tonnen Rohstoff gewinnt! Drei Granrm reines Radmmsalz sind eZ, für deren Getmnnung etwa 25 Menschen das ganze Jahr hindurch täglich Neun Stunden arbeiten. Freilich jtellt das gewonnene Radium auch einen recht stattlichen Wert dar — kostet es doch weit über eine Million Mark. Ein Granrm Nadntm wird m den Vereinigten Staaten gegeuwärtig mtt mehr als hunderttausend Dollars bezahlt. Nicht ganz die Hälfte allen, Radiums, das auf der ganzen Erde gewonnen wird, wird in den Vereinigten Staaten hergestellt: dort gibt es, wie der .Newyorck- Broollyn Tarly Eagle" ntttteilt, drei Radiumfabriken eine in Lansdowne m der Nähe von Phttadelphia. eine in Pittsfmrq und eme rn Denver (Colorado). Das Verführen, nach dem die F?kme- rikaner das Radium aus dem Rohstoffe gewinnen, stammt von dem Physiker der Landesuniversität von Pcnnshlvanren, Prof Kabakjian. Der Ausgangsstoff ist dabei Carnetit. ein ’ gelber, erdartiger Stoff, der in Colorado und an einem Orte in Südaustralien vorkommt. Prof. Kabakjian hat nach dreijährigen Versuchen seine Art der Radmmgewmnung soweit gefördert, daß sie für die dauernde Anwendung brauchbar ist. Er hat sie deswegeir an eine chemische Gesellschaft für Radiumgewmnung verkauft, die die Radiumfabrik in Oausdowne betreibt, deren fachmännischer Beirat er übrigens ist. Auck die anderen beiden amerikanischen ist, kann nach Ansicht der Verscmrmlung nicht in Frage kommen. Es muß vielmehr unter Aufrechterhaltmia der in der Verordnung des Kriegsernähruilgsamts festgestellten G und- sätze eine wircksame Durchführung der Verordnungen durch geeignete Maßnahmen erjtrebt werden. In einer Versammlung der Landwirtschaftskammer für die Provinz Brandenburg hat der Leiter der Reichsfettstelle, Landrat v. Grävenitz, als die beiden größten Feinde der öffentlichen Milch- und Fettversorgung die Hand-Zentrifugen trnd den wilden Handel bezeichnet. Daß in der Umgebung der Stadt Gießen die Hand- Zentrifugen und der wilde Handel ziemlich im Schwung sind, ist von verschiedenen Mitgliedern des Lebensmittel-Ausschusses bestätigt worden, und es wurde der Wunsch crus- aesprochen, daß die zuständigen Behörden hieraus ihre besondere Aufmerksamkeit richten möchten. Es ist keine Frage, daß der wilde Handel die Ällgemern- heit der Verbraucher schädigt. Es wird dadurch aber auch die Mgemeinheit der Landwirte benachteiligt, denn die durch den wilden Handel abgesetzten Milchmengen können, da sie sich der behördlichen Kontrolle entziehen, naturgemäß den Lieferungsgemeinden auf ihre Gesamtlieserungen an die vom Kommunalverband errichteten Sarnmel- stellen nicht angerechnet werden. Die Folge wird alsdann sein, daß von der Gesamtheit der Landwirte erhöhte Lieferungen verlangt werden müssen, weil einzelne ihre öffentliche Lieserungspflicht nicht erfüllt haben. Im Zusammenhang hiermit drückte der Lebensmittel- AuSschuß den Wunsch aus, daß in den einzelnen Gemeinden die zuständige Behörde durch örtliche Vertrauensleute die Milchlieferungen der einzelnen Betriebe überwachen und durch geeignete Maßnahmen fördern läßt. Hierzu teilte ein Mitglied des Ausschusses mit, daß iu verschiedenen preußischen Landkreisen den Landwirten seitens der Behörden die Auflage gemacht worden sei, täglich von jeder Kuh eine bestimmte Milch meng e an die öffentlichen Sammelstellen abzuliefern, eine Regelung, die sich mit Rücksicht ans ihre leichte Turchführba.rteit und Kontrolle auch für Hessen empfehlen dürfte. Um den Landwirten die Ablieferung zu erleichtern, wird die vom Kommunatver- band bestimmte Sammelstelle Milchkannen in jeder gewünschten Zahl zur Verfügung stellen. Die in der Sitzung gemachten Vorschläge sollen dem Großh. Ministerium, dem Kommunalverband für das Großherzogtum Hessen und dem Großh. Kreisamt Gießen unterbreitet'werden. * ** Der Weihnachtsbraten. Auf Anordnung des Krieasernährungsamtes kommen in der Weihnachtswoch« auf den Kopf der Bevölkerung ausnahmsweise 300 Gramm Fleisch zur Verteilung. Da diese Zahl voll angerechnet wird, können 150 Gramm Fleisch und 300 Granrm Wurst oder int ganzen 450 Gramm Wurst- und Fleischwaren abgegeben werden. ** Paketannah me. Am Sonntag, den 24. Dezember nrerden sowohl bei dem Postamt 1 in der Bahnhof straf? als auch bei dem Postamt 2 in der Schulstraße die Paket-An nft nie- und die Paket-Ausgabeschalter nur bis 6 Uhr abends offcng.'hatzen. -* Weihnachtsfeier. Gestern abend fand im evang. chwesternhausc eine ftimmun gsvolle Weihnachrsfeier stat . Pfar- . usjcrsrtawa Radiumfabriken arbeiten nach dem Verfahren Kabakjians. Worauf es beruht, nftrd als Fabrikgeheimnis sorgsam gehütet. _ — Unbekannte Bildnisse Voltaires Die Dar- stellmig Voltaires in der bildenden Kunst hat Charles Eulmont zum Gegenstände eines Anfsatzes in der „Gazette de- Beanx Arts" gemocht, m dem er zugleich eine stattliche Reihe bisher unbekannter Voltarce-Büdnisse zur allgemeinen Kenntnis bringt. Tie Züge des großen Lpötters im Gemälde oder plastisch festzuhalten das war eine Aufgabe, die geistreiche Künstler mll reizen mochte Me aber nichts weniger als leicht war. Voltaire selbst 'erkannte iü einem Briepe an Frau Necker an, daß er schwer zu modellieren sei. da er eigentlich überhaupt kein Gesicht besite. /.Meine Augen (so schieb er) liegen drei Tannen einwärts, meine Wangen sind altes Pergament, schlocht auf Knochen aufgellebt, die nirgends fest- fttzen. A,te wenigen Zähne, die ich hatte, sind versck.vurrden Noch nre hat ern Bildhauer einen armen Kerl in solchem Ziiftande dar- ge,teilt." Um dern Künstler die Arbeit zu erschweren, war Voltaire überdies em reckst schwieriges Modell. Grimm hat belustigend ge-, schildert, wie er dem Meister Pigalle zu seiner Büste fas : „Voltaire war zn dieser Zeit wie ein Kind, das keinen Augenblick ruhig sein wnnte. Meist hatte er seinen Sekretär zur Seite, mit dem er' sein« Korre,pondenz erledigte, während man ihn modellierte; dabei hatte er beim Diktieren seiner Briefe eine ganz eigene Gewöhn- Heft' er blres pustend dic Backen answder schnitt andere Grimassen Me für den Bildhauer der reine Tod waren." Und obendrein n>ar Voltaire trotz seiner ewig wachen Selbstverspottu.ig d u. euch wieder von Eitelkeit Nicht srei. Daß er häßlich war. wusste er wohl aber: wenn der Künstler ihn so abschreckend dars'ellre, das er einem Affen glich, so war er unzufrieden und beklagte sich beim Künstler. Immerhin verstand er, daß die Unabhängigkeit des Künstlers zu achten sei, und daß man sie nralen und nwdellieren lassen inüsse wie fte es für richtig hielten. Recht machen konnten e-> ihnk nuv wenige,^am ehesten wohl Huber ans Genf, ferner Rosset-Tuvntt VE la samt-Claude und Poncet. Die erhaltenen Voltaire-Bild- uttse zerfallen in zwei Gruppen: die, die nack dem Leben 'elbst geschaffen worden sind, und dann di? zahlreich^! Porträts ^von zwetter Hand, die von dem berühmten Manne in alle Welt gingen L>ehr wenig bekannt ist, was die Züge betrisst, der junge Voltaire. In den spateren Bildern ki'hren, so verichieden die Werke auch sonst untereinander sind, doch gewisse phyftoauomische Züge immer wwder: so vor allem das dovpelte Lächeln der Augei?nnd des Mundes. , rn dem fern boshafter Geist sich widenpiegelt Kennzeichnen seines Gesichtes sind ferner die hervor stehen de Unterlippe. lleme, wie Karftmkel glänzende Augen und eine sehr hohe sehr gewölbte Stirn. Tie Ironie hat seine Züge vor der Zeit alt gemacht und gewisserin aßen ausgetrocknet, während 'ein Her» lckiger frisch blieb. Voltaires Bildnisse besitzen nur dann Leben und Aebnlichkeit, wenn sie sarkastisch sind oder eine Grimasse zeigen. Erneu ernsten oder gemütvollen Voltaire gibt es in der ganzen Galerie nicht: der Voltaire des Prozesses Calas bat keinen Darsteller gefunden. Unter den von Eulmont neu bekannt gr- macksten Bildnissen befindet sich eine ReiR von ausgeustchieten ftzwerten. gum Teck s«hr bekannter Meister. So eine Iargendbüste von ^ .0'_me Lemoyre zugeschrieben wird, so ferner das vvrziiglvche aus 1745 stammende Bildnis von Ieauret, sowie das ans Hst» gemalte. 1769 entstandene Porträt von Fasstti, das Vottaire rn altem, abgrmltztem Hausklcide und in einer großen Nee '. uü>u< darstellt. Dre Krone Mer Voltatte-Bildniffe bleibt hvUM; HouMn3 berulMte, im st-vper der Com 6 die Francaise ansgestellte Büste zu der ^nlmonl erne wohl als Vorstudie des Künstlers anszufaffend^ Maqnelte erstmalig veröffentlicht. VC Kteubing Wett ero Crtcgc Äbrsprache über de» Dost der VeihnachtSgeschichtr. Die alttiebeu Weihnachtsweisen, von den Verwundeten, Schwestern und den gelatxmen (Lasten gemeinsam gesungen, die lichterstrahTenden Chrijibäume und -bäumchen, die beiden Weihnachtslieder, die Frau Laudgerichtsrch Schutt not ihrer prächtigen Stimme fan-g, schufen eine recift weihnachtliche! Stimmung, i^e noch erhöht wurde, als die Berwmrdeten nun vre reichen $abai vorfanden, welche die Schwester:! und Stabsa^t Dr. Richter ihnen gespendet hatten. Die Freude der so sehr Beschenkten fand denn auch Ausdruck in Dankesworten und manchem Lied, das der Chor der Verwundeten oder auch ein Einzelner aus frohem Herzen sang. Als Stabsarzt Dr. Richter, von der Pflicht gerufen, scheiden mußte und am Ende einer kernigen Ufa* spräche den Versammelten wünschte, daß sie dielen Abend nve vergessen möchten, sprach er nur aus, was alle rm Herzen icponi Kmtztcu: erdeu an alleii Postschaltern sowie von den Orts- und Lcmdbriefträgern zum Preise von 5 Pfg. verkauft. ** Abmeldung v on Hunden. Bei herannahendem Jcchvesschlutz ^möcksten wir unsere Leser in ihrem Jutereffe auf die Vorschriften der Hundesteuerverordnung aufmerksam machen, die hinsichtlich der Abmeldung von Hunden zu beachten sind. Wer nämlich den Besitz eines Hundes aufgibt, hat dies spätestens bis tzUm Ab laufe des Kalenderjahres der Bürgermeisterei seines Wohnortes anztrzeigen. Die Abmeldung muß durch ben Besitzer selbst entweder mündlich oder schriftlich geschehen. Es ist hierbei auzugeben, Mi welchem Tage und an wen der abzumeldende .Hund abgegeben wurde. Bei mündlicher Abmeldung ist der rnu Himderogrster gemachte Eintrag von dem Abmeldenden zu unterschreiben. Ueber die erfolgte Abmeldung erhält der bisherige Hundebesitzer auf Verlangen von der Bürgern meisterei eine Bescheftftgung. Diese AbmeLung ist auch von demjenigen tzu erstatten, der mit einem Hunde von seinem bisherigen Wohnsitze in einen anderen Ort des Großher- zogtums tvegzieht. Wer die Abmeldung bis über den Jahres- schlu ß hinaus unterläßt, hat die Steuer für das folgende Jahr weiter zu entrichten, wenn er nicht etwa vor Ablauf des Jahres der Abschaffung des Hundes aus dem Großherzogtum verzogen ist. Zugleich machen wir darauf aufmerksam, daß die gesetzliche Bestimmung, wonach von der Hundesteuer für je einen Hund alle diejenigen Personen befreit sind, die infolge ihres Berufes oder Gewevbes einsam wohnen, und ein Einkommen vonj weniger als 2600 Mark versteuern, aufgehoben worden ist und datz jetzt Steuerfreiheit nur noch für Hirten'Hunde besteht. Landkreis Grctzcn. u. Heuchelheim, 22. Dez. Tank der Opferwilligkeit einzelner Freunde war es möglich geworden, unseren zu ihrer Genesung und Erholung auf dem Windhof untergebrachten Feldgrauen auch in diesem Jahre wieder eine Weihnachtsfeier zu bereiten, die in Anwesenheit einer Anzahl geladener Gäste am Mittwoch abend vor sich gehen konnte und einen recht schönen Verlauf nahm. Die Feier, die gegen 6 Uhr in dem mit Tannengrün und einem kerzen schimmernden Weihnachtsbaum geschmückten uneren Saale des Windhofes ihren Aufang nahm, wurde durch den von Verwundeten unter Leitung des llnteroffiziers Körn eg vorgetragenen Chore ,,Willkommen du selige Weihnachtszeit!" emgeleitet. Hieran anschließend >hielt Pfarrer Dörr die von echt vaterländischem Geiste durchwehte Weihna chtsans pro che, worauf alle Anwesenden das Lied „O, du fröhliche" anstimmten, dem sich das von den Helferinnen des Reserve-Lazaretts gesungene Terzett „Hebe deine Augen auf" anreihte. Gemein schafft ich gesungene Lieder, Einzelchöre, Gedichtvorträge schlossen sich in angenehmer Abwechslung daran an. Schließlich folgte die Bescherung der Windhofs- insassen, die als rrscht reichilich bezeichnet werden durfte. Der eigentlichen Feier fügte sich noch ein gemütlicher Teil an, der durch Gesänge, deklamatorische und niusikalrsche Darbietungen weseiitlich verschönt wurde und alle Llnwescudeii noch recht lange zusammenhielt. Kreis Büdingen. na. Borsdorf, 22. Dez. Kriegsauszeichnung. Musketier Gustav Weitz, Jnf.-Rcgt. Nr. 168, hat das Eiserne .Kreuz und der Landsturmmann Otto Belzer die Hess. Tapferkitsmedaille erhalten. na. Nidda, 22. Dez. Die Unteroffiziere AdolfLu pp und Otto Schwöbel von Nidda, beide JnlMber des Eisernen Kreuzes 2. Kl., wurden mit der Hess. Tapferkeitsmedaftle ausgezeichnet. Der Kriegsfreiwillige Ludwig Holland aus Nidda, bei der Landwehr-Sa nitäts-Kompagnie Nr. 24, erhielt das Hess. Sanitätskreuz am Kstiegsbcuid. Kreis Alsfeld. Up. Ruppertenrod, 22. Dez. In überfÄllter Kirche fand am S-oanuag die Gedächttiisseier zweier Helden aus unserer Gemeinde statt, die für das Vaterland gefallen. Der zwmrzMThrrhe' Karl Burg wnrve am 29. Nov. 1915 zur Fahne ein berufen und rückte anr 16. Juli 1916 nach Frcmkveiich aus. In der Sommeschilacht wurde er schwer verwundet und starb auf dem Transport rrach. dem Ha:rvtverba:idsplatz. Wie sehr seine Kompagnie ihn schätzt, zeigen die Worte seines Feldwebels, der an des Gefallenen Cltern schrieb. Burg erwarb sich die Wertschätzung seiner Vorgesetzten und Kamer^aden durch! sein freundliches, bescheidenes Wesen und sein uncrfch,rockenes, tapferes Verhalten am schweren Kampftage. Tie Eltern verlieren, init ihm den einzigen, braven Sohn. — Im 22. Lebensjahr befand sich der zweite Held, Otto Schmidt. Er wurde am 7. März^ 1915 nach Rußland beordert. In Gießen hatte er ffn 116. Infanterie-Regiment seine Llus- bildung empfangen. Mit seinem Reginrent käntpfte er in der Offensive gegen Riga und nahm an mehreren Schlachten teil. Sein tapseres uiid muttges Verhalten vor dem Feinde wurde durch, die Hessische Tch)ferkeittnedaille beböhnt. ?ttn 15. September ds. Js. ttaf ihn bei einer Schaiizarbeit eine feindliche Kugel in die Brust. Aus einem Ehrenfriedhof bei Wilna wurde der Gefallene unter militärischen Ehren begraben. Kreis Wetzlar. ra. Wetzl a r, 22. Dez. Im hohen Alter von fast 81 Jahren starb Stadtverottmeter Georg Allmenröd er. Seit dem 13. November 1688 war derselbe ununterbrochen Mitglied der Stadtvev- ordrietenversanttnlung und galt gleickMitiig als Senior unseres Turnvereins. ra. G a r b e n 7) e i m, 22. Dez. Etwa 200. wahlberechttgte Gemeind ealieder haben jetzt den Antrag auf EingemeiNdungj in die Stadt Wetzlar gestellt. Garbenheirn zählt nahezu 1000 Seelen, die Gemarkung ist 762 Hektar groß, davon ffnd 65 Hektar mit Wald bedeckt. Tie Steuerzuschläge sind l-eute auf 300 Prozent an- gewachsen. Hessen-Nassau. — Hoch st a. M., 20. Dez. Für den Wiederaufbau des Kreises Stallupmieu in Ostpreußen bewilligte die Stadtverordneten sitzuug den auf die Stadt Höchst entfallenden Anteil in Höhe vvii 10 734 M. Hiervon übernehnven die Farbwerke 5000 Mk., private Sammlungen brachten 800 Mk. Der Kreis stellte aus eigenen Mitteln 20 000 Mk. zur Verfügung. — Die Schlußabrechnung über den Neubau des Krankenhauses ergab eine Ueberschreitung des Voranschlags um 298500 Mk. Der Bau kostet statt der vorgesehenen 900 000 Mk. nunmehr 1198500 Mark. Diese erhebliche Ueberschreitung erklärt sich daraus, daß der Voranschlag noch zu Friedenszeiten ausgestellt war, durch die Kriegsjahre und viele Neueinrichtmigen mir llinischem mü, techirischem ,Gebiet, die die Erfahrungen des Krieges brachten, aber uin fast 30 Prozent überschritten rourde. Nach längerem oft recht leblMtem G^>anken aus tausch wurden die Mittel für die Etatsüberschreitimg bewilligt. Weiter genehmigte die Versammlung den | 3 i 'S .5» a: u cd- Sil gisl Weller 2 , 2" 2,6 ! 4 51 81 10 Bed. Himmel 21. 9» 2,0 ! 4.9( 92 — — 10 22. 7» 3,4 ; 5 4 ; 92 9 Bew. „ Höchste Temperatur am 20. bis 31. Dezember 1913: — 3,0* C. Niedrigste * » 20, , 21. , 1916: — 5,5 0 C, Niederschlag 1,8 mm.