ld. 305 D« «t frmtt Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntag«. - Beilagen: Siehener Fmnilienblatter; Areirblatt ißr öen Ureis Gießen. vezugspreir: »nonatl. 90 Ps., Vierteljahr!. Mk. 2.6b: durch Abhole- u. Zweigstellen nwnatl. 80 Pf.; durch die Post Mk. 2.45 Vierteljahr!. ausschl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüsse: lür die Schristleitung112 Verlag,Geschästsstellebl Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Erstes Blatt (66. Jahrgang Zreitag, 20. Dezember (9(6 Postscheckkonto: Zrankfnrt a.M. 11686 vankoertehr: Gewerbebank Gießen Zwillingsriinüdruck u. Verlag: vrühl'sche llniv.-Such- u. Steindruckerei «.Lange. Schristleitung, Seschastrftelle u.Druckerei: Schulstr. .. ., Il.l ÜUlt vtl.j . . '. lue Tagesnummer tus r.uiuNachmittag vorher Aeilenpreis, f. Anzeigen: örtlich 20 Bi.. Vermietungen u. Stellengesuche 15Pi., ansrv ä rtS 25 Pf., b Platzvorscbrift 30 Pi., Reklamen 75 Pi., bei Platzvorschrist 90 Ps. Hauptschri'tleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich sür Politik u. Feuilleton: Aug. Goetz. Stadt und Land, Vermischt esu. Ge- richtssaal: Fr. R. Zenz.. Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Siegreiches Vorröcken in die Moldau. (WTB.) Grobes Hauptquartier. 28. Dezember. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Einzelne Abschnitte der flandrischen Front und im Sommebogen lagen zeitweilig unter starkem Feuer. Die Tätigkeit der Luftstreitkräftc war sehr rege. Der Gegner verlor im Lustkampf und durch Abwehrfeuer acht Flugzeuge. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. An mehreren Stellen der Front wies unsere Graben- besatzung Vorstöße russischer Streifabteilungen ab. Front des Generalobersten Erzherzog Josef. An der Ludowa. in den Waldkarpathen, vertrieben deutsche Jäger starke Patrouillen der Russen im Handgranatenkampf. Im Mestecanesci-Abschnitt nrehrfach lebhaftes Geschützfeuer. In den Bergen am Oitos-Tgl und Kutna-Tal hat sich die Gefechtstätigkeit erhöht. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls vonMackensen. Der 27. Dezember brachte der 9. Arniec des Generals ber Infanterie von Falkenhapn den vollenSieg in der Schlacht bei Rimnicul-Sarat über die zur BerteidiMmg Rumäniens herangestihrten Russen. Der am 26. Dezember geworfene Feind suchte durch Gc^nstöbe starker Massen den verlorenen Boden zurückzu gewümeu. Die Angriffe scheiterten. Preußische und bayrische Jrchwterie-Divlfwnen stießen dem zurückflutenden Feinde nach. Merranuten die in der Nacht neu angelegten Stellungen mW drangen über Rimnicul-Sarat hinaus vor. Gleichzeitig brachen weiter südöstlich deutsche und österreichisch-ungarische Truppen die stark verschanzten Linien der Russen, wehrten auch hier heftige, gegen die Flanke geführte Gegenangriffe ab und kamen kämpfend in iwrdöstlicher Richtung vorwärts. Meder erlitt der Gegner bei seiner Niederlage schwere blutige Verluste. An Gefangenen wurden gestern dreitausend Mann, an Beute 22 Maschinengewehre eingebracht. Die Zahl der von der 9. Armee in den Kämpfen von Rimnicul-Sarat gemachten Gefangenen betragt im ganzen 10 220 Russen. Bei der Donau-Armee fanden gestern nur Teilkämpfc statt. In der Dobrudsch a gelang es bulgarischen und os- manischen Truppen, die Russen ans befesttgten Höhenstellnn- gen ösüich von Mac in zu werfen. - Mazedonische Front. Nordöstlich des Doiran-Sees griffen nach starker Feuer- vorbereitung mehrere englische Kompagnien die bulgarischen Vorposten vergeblich an. Der Erste Generalguartiernteistcr Ludendorff. * Der Abendberich!. Berlin. 28. Dez., abends. (WTB. Amtlich.) An der Westfront nur auf dem li n ke n M a a s u fe r gesteigerte Gefechtstätigkeit. Im Osten keine besonderen Ereignisse. In Verfolgung der Russen hat die 9. Armee Boden gewonnen. In Mazedonien nichts Neues. * * * W dauert ziemlich lange, bis die Entente ihre Antwort auf die deuffche Note heraus bringt. Sie allein wird uns sagen, ob die nächsten Monate noch vom Toben des Krieges erfüllt sein werden oder nicht, denn in der Beantwortung der Note Wilsons werden die Herren in London, Paris und Petersburg sicherlich mrr auf die an Deutschland und seine Verbündeten gerichteten Ausführungen zurückgreifen. Wenn inzwischen noch andere neutrale Staaten sich dem Beispiele Amerikas und der Schweiz anschließen, so ändert dies an der Sache, an den Aussichten, nicht viel. Wenn unsere Gegner, wie es ihr Vorgehen gegenüber Griechenland beweist, sich reicht scheuen, über Staatenleichen aus der Gemeinschaft der Neutralen himvegzuMeiten, so werden sie bittende Vorstellungen noch geringschätzender beiseite legen, sofern sie darin keine Parteinahme für ihre eigenen Interessen zu erkennen permpgen. w w - Viel ernstlicher als die Schritte der Neutralen mahnt jeder einzelne neue Kriegstag die Entente zur Einsicht. Die Durchbruchssiege in der Großen Walachei erweisen sich als Ereignisse von großer Bedeutung für die künftige Lage. Der Berner „Bund" malt sie mit kräftigen, frischen Farbenstrichen : „Es handelt sich im allgemeinen um Kämpfe zur Herrichtung des Seretsabschnittes, der nächstens nur noch passive Verteidigung gestatten dürste. Ist doch das wichtige Galatz heute schon von der Dobrudscha her bedroht. Da die Befestigungen von Galatz und die Serethforts ebenfalls nach Norden gewendet sind — man hatte ja früher in Rumänien die Front gegen Rußland genomt- men — so ist der Verlust des Vorgeländrs im> Süden doppelt schlimm. Wir werden sehen, wie sich die russische Heeresleitung der steigenden operativen Bedrängnis zu erwehren sucht, die sich schwer und schwerer auf ihre bessara bische Flanke legt. Schon erscheint diese von 'Rimnicul-Sarat bis Tulcea auf 150' Kilo-« vieler Breite rechtwinklig zurückgebogen. Das Herunter ziehen der Armeen Kaledin und Leschitzki in die Karpathen ist eine zweischneidige Maßnahme gewesen, und wenn diese A mi een auch noch so hartnäckig zwischen der galizischen und der buLowinisch-moldawi- Ichen Bistritza kämpfen, um entlastend zu wirken, so sind sie damit doch zugleich selbst gebunden. Die ganze Umgruppierung beweist, das; Rußland trotz aller Menschensülle nicht in der Lage war, rechtzeitig neue Armeen aufzustellen und operativ in Bewegung zu Wden, um der in Rumänien geschaffenen Lage gerecht zu werden und dort die Handlungsfreiheit zu retten. Wie vorausgesehen, haben Ne alle entbehrlichen Kräfte zwischen dem Tnjestr und Donaumün- dung in die Front führen müssen und damit ihre w-olhpnische Offensive in verantworrnngsvolte Defensive verwandelt. Brusstzlows Anstrengungen sind umsonst gewesen, der Durchbruch bei Luzk ist im Endzweck gescheitert; auch diese Operation des Jahres 1916 war umsonst. Was werden die Russen jetzt offensiv tun?" Dasselbe Blatt stellt fest, daß an der deutschen Westfront ein Stillstand sowohl in den Unternehmungen an der Somme und der Ancre als auch in der Kampfbemegung bei Verdun eingetreten fei. Indessen müsse die für die Entente bedrohlich gewordene Lage im Osten neue Anstrengungen der Franzosen intb Engländer zur Entlastung der Russen -zeitigen. An das Zarenreich selber stellt heute ber „Vorwärts", der an die Annahme unseres Friedertsvor- schlages nicht mebr glaubt, hie wohlgemeinte Anfrage.' „Siegen! — Womit'?" der ersten Zeit sagtet ihr,.ihr wÄLt überfallen worden mch wäret nicht vorbereitet gewesen (obwohl ihr für euren Militarismus ^Milliarden und Abermilliarden crusaegeben habt). Aber die Zeit sei euer Bundesgenosse, und was lange währt, wird gut. Wir warten nun schon zweieinhalb Jahre, die uns trotz unserer Siege schwer erträglich gewesen sind, ans die ang-ekündigte entscheidende Wendung. Aber von dem Frieden, den ihr uns in Aussicht gestellt habt, entfernen wir uns inimer mehr, weil wir uns von euren: Sieg -immer mehr entfernen. Ihr habt uns unsere Niederlage zugeschworen, aber ihr macht sie euch und uns etwas schwer. Ihr verlängett den Krieg durch das greuliche Mißv-crhält- ms zwischen eurem politischen Appetit und eurer militärischen Unfähigkeit." Das sozialdemokratische Blatt schließt bei der Berechnung der Aussichten aus die Anbahnung einer Verständigung Rußland gänzlich aus, indem es am Schluß seiner Ausführungen schreibt: „Ter dauernde Friede kann nur dann Wirklichkeit werden, wenn sich die drei kulturell höchststctzenden Völker Europas auf j einem Boden, zusammen finden, und das sind nun nicht die Franzosen, die Engländer und die Russen, sondern die Franzosen, die Engländer und die D en t s ch e n (auch Piraten, Barbaren und Boches tituliert). Uni diese Tatsache kommt man hüben und drüben nicht herum, mag man sich gegen sie noch so sehr wehren und sperren. Ter Krieg, ioenn er noch weiter geführt werden soll wird England und Frankreich noch grauenhaft viel kosten. Ter Frieden kostet sie nichts als den Verzicht auf eine Illusion, der sie sich hinsichtlich der Qualität ihres östlick>en Bundesgenossen hingegeben hatten. Nach der Durchbruchsschlacht in der Walachei sollte sie eigentlich schon zerronnen sein!" Es wäre in der Tat gut, wenn der Friede auf solche Weise zustande kommen könnte. Allein der russische Arm tut, trotz der Niederlagen in Rumänien, unseren Gegnern einstweilen noch gute Dienste. Auch ein Sündersriede mit dem ungeschlachten Nachbar im Osten wäre ein „Ziel, aufs innigste zu wünschen", nicht etwa ans Anerkennung und Wertschätzung seiner Kultur, sondern im Hinblick auf eine sodann eintretende Erleichterung einer Verständigung mit unseren übrigen Gegnern. Gänzlich als eine Null kann man Rußland nur in der Vorstellungswelt von Sympathien und Antipathieen betrachten. Sonst ist es doch noch ein Faktor, mit dem wir rechnen müssen, weil auch die Feinde stark mit ihm zu rechnen haben. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht Wien, 28. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 28. Dezember 1916. O e st l i ch e x Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Gencralfeldmärschalls von M a ck e n s e n. Die verbündeten Streilkrästc des Generals von Falkenhayn haben den Russen bei Rimnicul-Sarat eine schwere Niederlage bereitet. Der Feind versuchte gestern noch namentlich südwestlich und südöstlich der Stadt standzuhalten; er unternahm mehrere Massenstöße, um sich Luft zu schaffen. Seine Linien wurden an mehreren Stellen durchbrochen; der Feind wich. Die Verfolgung drang über Rimnicul-Sarat hinaus. Auch auf den Höhen nordwestlich der eroberten Stadt gingen die Russen vor den Bajonetten österreichisch-ungarischer und deutscher Truppen zurück. Es wurden gestern 3000, seit Beginn Wer 10 000 Gefangene eingebracht. Heeresfront des Generalobersten Erzherzog Josef. Bei Sos-Mezö und im Gebirge südöstlich davon ist der Kampf in stärkerem Anwachsen. Unsere Flieger schossen in diesem Grenzraum zwei feindliche Farmans ab und zwangen zwei andere feindliche Kampfflieger zur Notlandung. Auf unseren Stellungen im Mesttcanesci-Abschnitt lag russisches Geschützfeuer. Front des Generalfeld marschalls Prinzen Leopold von Bayern. Nichts Neues. Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant. * * * Die Durchbruchsschlacht in der Ostwalachei. Berlin, 28. Dez. (WTB.) Die große Durchs brnchssch lacht in der O st w a l a ch e i ist gewonnen. Da die durch die neuen Niederlagen denvraüsterle rumänische Armee zu jedem Widerstand unfähig war, mußten starke russische H e c r e s k r ä f t e zu ihrem Schutz und zur weitereu Verteidigung des rumänischen Bodens eingesetzt lverden. Tie an Gebirge und Donau stark angelehnte Stellung ans der schmalen Front Rimnicul Sarat—Filipestt —Donausümpfe schien geeignet, den Abschub der geworfenen rumänisck-en Armee hinter den Sereth zu ermöglichen. Gestützt auf seine Stellung bei der Sereth-Linie, sowie auf Straßen und Bahnnetz, Häfen und Magazine der Städte Braila, Galatz und Focsani, gab sie dem gefährdeten Südslüg el der rnssischen Gesamtstont einen anscheinend völlig sicheren Halt. Ihr ganzer Ansban sowie die Art der Verteidigung bezeugen, daß sie nicht als eine vorübergehende Ausnahmestellung gedacht war, sondern daß in ihr ein starker und dauernder Widerstand geleistet werden sollte. Die russische .Heeresleitung fühlte sich anscheinend stark genug, hier dem Vordringen der Verbündeten Halt zu gebieten. Im Vertrauen auf den Wert seiner Truppen wählte Mackensen kühn den kürzesten Weg. des Frontal-, angriffs. Er stieß gegen den stärksten Punkt der Verteidigungsstellung vor, die ausgebaute Stellung bei Rim- nicul Sa rat. In siinstägigem erbittertem Ringen schlug er südwestlich Rimnik eine Bresche von 17 Kilometer Breite und drückte zugleich! am 25. Dezember in der Mitte der Front die stark befestigte Linie Filipestt—Liscosicanea ein, während er im Tate des Cilnau, westlich von Rimnicul Sarat vordringend, die dortige russische Verteidigung zurückwarf. Im Verfolg dieser Kämpfe wurde der Angelpunkt der ganzen Stellung, die Stadt Rimnicul Sarat, am 27. Dezember genommen. Eiligst herangezogene Truppen Sacharows sollten die Niederlage noch in letzter Sttinde abwenden. Sie ivarsen sich den längs der Donau vorrückenden tapferen bulgarischen Divisionen entgegen, konnten aber das Schicksal der Schlacht nicht mehr wenden. Mit der Bezwingung der Rimnicul Sarat— Donau-Stellung ist wiederum ein gewaltiger Schritt in der Eroberung Rumäniens vorwärts gemacht. * Der türkische Bericht. Konstantin o pel, 28. Dez. (WTBst Kriegsbericht vom 27. Dezember. Unsere im Verbände der Donau-Armee kampfenden Truppen jagten den Feind nach glücklichen Kämpfen von den Höhen von Vizi ru l. (Auf den anderen Fronten kein Ereignis von Bedeutung. * * * Die Antwort der Entente fertiggefteltt. London, 28. Dez. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. „Daily Telegraph" erfährt, daß die Antwort der Alliierten auf die deutsche Note in Paris verfaßt und von den beteiligten Regierungen gebilligt worden sei. Wilson werde wahrscheinlich den Text bald besitzen, um ihn den Mittelmächten übermitteln zu können. Sowohl die krieg- führenden, als die neutralen Staaten würden dann erkennen, daß keine Hoffnung bestehe, die Alliierten jemals bestimmen zu können, auf die M ö g l i ch k e i t i h r e s S i e g e s z u verzichten zugunsten eines Friedens, der. solange die deutsche Vttlitärnracht bestehe, nur ein deutscher Friede sein könne. Die Antwort sei sehr ausführlich und lege deutlich dar, wofür die Miierten kämpften, und daß sie, um der von Deutschland aufgerichteten Gewaltherrschaft ein Ende zu machen, Bedingungen stellen würden, die von den alten papierneu Garantien durchaus verschieden seien. Es wäre ein Jrrtnnl, anzunehmen, daß der Aufschub in der Erteilung der Antwort durch ein Zögern der Regierung veranlaßt worden sei. Man brauche Zeit, damit sich die zehn verbündeten Regierungen ins Einvernehmen setzen könnten. Die „Morning Post" schreibt: Die Eiligkeit und der Inhalt der deutschen Antwort beweisen, daß Deutschland die Note Wilsons als ein Instrument betrachtet, bestimmt, seinen Interessen zu dienen. Deutschland ergreift die Gelegenheit mit der Gier eines Ertrinkenden. Die Alliierten hätten sich nicht den Augenblick ausgesucht, den Krieg zu beginnen, aber sie würden den Augenblick wählen, wo man Frieden macht. Die „T i m e s" schreibt: Die Rückgabe der besetzten Gebiete und eine Entschädigung sind die Bedingungen, die nicht nur dem Friedenschluß, sondern allen vor- lausigen Erörterungen über den Frieden vorausgehen müssen. m Ein ablehnender Tagesbefehl deS Zaren. B a fei, 28. Dez. (zf.) Die französischen Zeitungen ver- veröffentlichen nach der „Frkf. Ztg." einen Tagesbefehl des Zaren an die Truppen seiner Armeen und seiner Marine um ihnen anzuzeigen, daß er die Friedensverhandlungen ablehnen loerde. Dieser Tagesbefehl schließt, mit dem folgenden Satz: Der Feind ist Noch nicht aus dem besetzten Gebiete vertrieben Rußland hat noch nicht die Aufgaben verwirklicht, deren Lösung ihm der Krieg zur Pflicht macht: den Besitz Konstantinopels und der Dardanellen, sowie die Schaffung eines freien, aus seinen bisher getrennten drei Teilen bestehenden Polen. Alle diese Aufgaben sind noch nicht gesichert, um einen Frieden zu gewähren, der Euerer glorreichen Tateir würdig wäre, einen Frieden, der die künftig« Geschlechter verpflichten würde, Euer heiliges Andenken zu segnen. Nikolai Rikolajewitfch schwer erkrankt. Berlin, 28. Dez. Die „B. Z. a. M." meldet aus Stockholm: Großfürst N i k o l a i N i k o l a j e w i t s ch ist, wie „Rjetsch" erfährt, in Tiflis schwer erkrankt. Der Großfürst kann infolgedessen den ihm übertragenen Ober beseht über die in der Moldau stehenden russisch-rumäni scheu Truppen in absehbarer Zeit nicht übernehmen. * Die Nordstaaten und der Friede. Kopenhagen, 28. Dez. (WTB.) Die Blättermeldungen über die Beteiligung der nordischen Reiche an dem Friedensschritte neutraler Staaten widersprechen sich. „Berlinyske Tidende" meldet aus Stock Holm, das schwedische Ministerium des Aeußern gebe amtlich bekannt, daß Schweden bisher keinen Schritt zur Herbeiführung des Friedens unternommen habe. „Ekstra- bladet" dagege nberichtet von einem in Kristiania umlaufenden Gerücht, daß zwischen den Regierungen der skandinavischen Länder über eingemeinsamesBorgehen zugunsten des Friedens verhandelt werde. Stockholm, 28. Dez. (WTB.) „Stockholms Tidnin- gen" und „Svenska Dagbladet" erklären, aus offizieller Quelle zu wissen, daß die skandinavischen Länder sich bisher der Friedensiwte Wilsons nicht angeschlossen hätten. Beide Zeitungen lassen jedoch deutlich die Möglichkeit von Verhandlungen mit Norwegen und Dänemark übereinen gemeinsamen Schritt der drei Länder durchblicken. Die Aufgaben der Finanzverwaltung in Oesterreich-Ungarn. Wien, 28. Dez. (WTB.'' Der Finanzminister Dr. von Spitzmüller richtete an die von dem Sektionschef Ritter von Peck geführten Beamten, die ihm das Gelöbnis treuer Gefolgschaft aussprachen, eine längere Rede, in der er hervorhob: W^en der Größe und des außerordentlichen Ernstes der letzigen Aufgaben des Finanzministeriums habe er auf den feierlichen Akt des Empfanges des Beamten korpers nicht verruchten wollen. Der Krieg strahle seine Wirkungen auf das gl^e Fftranzreffort aus und beeinflusse die Führung der ge- schotm Staatswirrschaff; er bestimme ihre Neuordnung, lüe sich Ae Regierung m ihrer programmatischen Erklärung mit zum Zi^e setzte. Er sei entscheidend für die Valutapolitik, die Budget- mro Steuerpolitik und gewissermaßen auch beeinflussend für die Orrmung der wirtschaftlichen Angelegenheiten mit den anoeren Maaten der Monarchie. Nicht zuletzt werde die Mitwirkung bei der Wierwrhevstxllung der durch den Krieg heimgesuchten Länder zu bedeutendsten Pflichten der Finanzverwaltung gehören. Viel- Acht die wichtigste konkrete Tatsache sei die cmßerordEntliche Vermehrung der Staatsschuld als jener Faktor, der dre Wiederherstellung der Valuta als eines der wichtigsten Pro bleme erscheinen lasse. Der Minister hält diese Aufgabe für außerordentlich schwierig, aber lösbar, wenn aus allen Gebieten der staatswirtschaft eine vollständige Neuordnung angestrebt und aus die Bevölkerung erzieherisch gewirkt werde. Nur produktive, m)twendige Ausgaben dürften im Budget gemacht werden. Die Bevölkerung müsse gelehrt weichen, in den Ausgaben und der Wirtschaft verständig zu verfahren und Luxusausgaben, soweit < .kullurfördernd seien, zu unterlassen. Die Regierung halte! kich me Notwendig feit des Abbaus des Preisniveaus vor Augen und sei ernstlich mft der Frage beschäftigt, inwieweit die bisherigen Maßnahmen eine Ausgestaltung erfahren könnten, um vre Bevölkerung schon jetzt vor den Leiden der Teuerung zu schützen, beziehungsweise sie zu lindern. Eine erfolgreiche Aktion tzur Wiüwrherstellnng der Valuta werde die gesamte Wirtschaftspolitik des Staates beeinflussen. Eine planmäßige Produktionspolitik werde das Häuptmittel sein für eine Ge- Mndung der Staatswirtschaft und der Valuta, woran sich eine zielb^utzte Exportförderung schließen niüsse. Tie Notwendigkeit von Ersparungen in der Durchführung einer richtigen Budget- A^ikxuhre zu dem Erfordernis einer Verwaltungsreform Der Minister verstehe unter einer richtigeii Verwaltungsreform v?r allem die Stärkung des Verantwortlichkeitsgefühls 'und der Selbständigkeit der Beamten, da für eftie moderne Verwaltung der Gedanke richtunggebend sein müsse, daß die Kontrolle und Aufsicht durch die Oberbehörden die Selbständigkeit der unteren Organe nicht ersticken dürfe. .. ^^^^Zliiik übergehend, betonte der Minister Jgf Notwendigkeit, daß die Zinsen der Kriegsanleihen in den neuen Einnahmequellen volle Deckung finden müßten. Die Bevölkerung fei sich dessen vollLmmen bewußt, daß der Staat der Verpflich- SiP®«' 1 ? Einlösung des Kapitals der Kriegsanleihen als auch der Verpflichtung zur Zinszahlung uneingeschränkt Nachkommen werde, ^le Steuerpolitik müsse aber noch darüber hinaus für eine gerechte mw planmäßige Verteilung der ungeheuren Kriegskosten sorgen Mr die Ausstellung eines Programms in dieser Beziehung würden mJmayrungat bet bisherigen Steuermaßnahmen sorgfältig berücksichtigt werden. Die Belastung breiter Massen durch neue Meuerguellen werde nur dann gerechtfertigt sein, wenn sie sich als völlig unabweisbar darstelle, um das große Ziel der Wiederherstellung des Gleichgewichts im Staatshaushalte zu erreichen Unvermeidlich würde wahrscheinlich eine Steuermaßnahme sein, welche die Quote der rm Krieg aufgelaufenen Staatsschuld zur Tilgung brmge. . Auf den österreichisch-ungarischen Ausgleich «ngehend,^ betonte der Minister die Notwendigkeit des absoluten! Geheimnisses während des Stadiums der Ausgleichsberatungen Er könne daher nur sagen, daß die Beratungen der Regierungen dem Zi-el-e dienten, die ivirtschaftlichen Beziehungen beider Staaten mit erne gesundere Basis zu stellen und zu verinnerlichen. Was speziell die zollpolrtischen Abmachungen im Ausgleich betreffe so werde deren Inhalt und Bedeutung erst durch die Handelsver- trdge bestimmt werden. Tie Oeffentlichkeit werde rechtzeitig in die ^ge kommen, die Vorschläge der Regierung zu prüfen, mft dem Ergebnis, daß beide Teile ihre Pflicht getan und die Lebensinteressen jedes Teiles geschützt hätten, und daß keine wichtigen Unteres serr verletzt worden seien. Endlich bezeichnete der Minister die .Kriegsanleihe als die aktuellste Frage. Das Ergebnis der neuen Anleihe werde die Erwägungen völlig rechtferttgen. An alle, die große Kftiegsgeivinne M . ' n in diesem Stadium die Aufforderung, die Subskription« zu den .^Kriegsanleihen, die ja die nutzbringendste und Nchgste Kapitalanlage darstellen, erheblich zu fördern. Auch die Landwirtschast könne das Anleiheergebnis in erheblichem Maße verbepern, wobei auf den Appell des jetzigen Ministerpräsidenten, vn vre Landwirtschaft *u verweisen sei. Bei der Durchführung von allen angedeuteten Aufgaben der Finanzverwaltung werde ans die Sttimnung der Bevölkerung, die so viel leide und so tapfer aushalte, und auf die, die an der Front kämpf« und alles überragende Opfer brächten, Rücksicht zu nehmen sein. Demnach müßten alle Probleme mit einem aufs höchste gesteigerten sozialen Sinne erledigt werden. Speziell werde in hohem Maße die Steuerpolittk sozial sein müssen. SMießlich ersuchte der Minister in warmen Worten die Beamten, ihm volles Vertrauen entgegenznbringen. Besonders den innigen Kontakt mft der Beamtenschaft in persönlicher und sachlicher Beziehung zu erhalten, werde das lebhafte Bestreben und das berufliche Bedürfnis des Ministers sein. * * * Leutnant Lesters im Luftkampf gefallen. Berlin, 26. Dez. (WTÄ. NichtanftKch.) Wiederum hat die Fliegertruppe einen schmevftich« Verlust zu beklagen. Leutnant oer^Reseiwe Le f fers fand am 27. Dezember den Heldentod im Luftkampf. Er gehörte zu den bekanntesten Jagdfliegern und war erner von denen, die für ihre mft hervorragendem Schneid errungei- neii Erfolge den höchsten Tapferkeftsorden Pour le märite tragen durften. Außerdem war er Ritter der beiden Massen des olden- bürgiicheir Friedrich-August-Kreuzes, des Eisernen Kreuzes erster und zweiter Masse und des Ritterkreuzes des Hoh «zolle« scheu Dausordens. Unermüdlich und in Begeisterung für seine Kampfausgabe als Jagdflieger, kannte er keine Ruhe für sich. Zwei Tage, nachdem ihm der Ponr le nrsrite verliehen worden war, schoß er fern neuntes feindliches Flugzeug ab. Gustav Leffers war am d. Januar 1894 m Wilhelmshaven geboren. Vor dem Kriege widmete er sich der Jng«i«rwiisse!nschaft für Schiffbau. Bei Kriegs- veginn meldete er sich als Kriegsfreiwilliger bei der Fliegertruppe erhielt seine Ausbildung in Johannistal und flog seit Februar 1915 il or ne i .Feldslieger-Abteilung im Westen. Anfangs war er dort Ä?, Aufklärungsflieger, später als Jagdflieger Eg. Seit August gehörte er einer Jagdstaffel an. Ter Dag seines Heldentodes kvm Zeichen erhöhter Fliegerkampstättgkeit. lieber 100 Luftkampfe wurden an der Westfront ausgetragen und unseren Siegern gelang es, acht seindviche Flugzeuge im Luftkampf abzu- lchietzen. Zum großen Teil stürzten sie dicht vor oder in unseren -rrn« ab und wurden von unserer Artillerie zerstört. * . * * Postbeförderrrirg mit Handelstauchbooten. . Berlin, 28. Dez. (WTB. Amtlich.) Zur Beförderung mft deutsch« Handelstauchbooten können bis aus weiteres versuchsweise 9°Jr n ^ ^ e dn-i e fe ohne Wareninhalt und Postkarten lohne ^ttttwortkart«) nach beit Vereinigten Staaten von Amerika und nach neutralen Ländern im Durchgang durch die Vereinigten Staaten (Mexiko, Mittel- und Südamerika, Westtndien, China. Nieder!ändftch-Jndien, Philippinen nsw.) bei beit Postanstalten unter nachstehenden Bedingungen aufgeliefert werden: L Briefe und Postkarten unterliegen hinsichtlich der zugelassenen sprachen und der sonstigen Anforderungen deii während des Krieges aus militärischeit Rücksichten für gleicharttge Sendungeni nach dem neutralen Auslande angeordneten Beschränkungen. . . 2. Das Höchstgewicht der Briese darf 60 Gramm nicht über- tergen. 3 Die Sendungen (Briese imb Postkarten) müssen freige- macht und >auf der Vorderseite mit „Tauchbov tb rieft bezeichnet sein. 4. Für Briefe und Postkarten gelten die Gebührensätze des Weltpostvereins. . 5. Ter Absender hat die Tauchbootsendung in einen offenen Briesumichlag zu legeii mrd diesen mit der Auffchrift „Tauchboot- brres nack) Bremen" zu versehen. Dabei können mehrere Briese oder Poiftarten von demselben Absender zusarnmen in einem Umschlag abgeiMidt tverden. Ans der Rückseite des äußeren und des inneren Briefumschlages, sowie auf der Vorderseite der Postkarte hat der Absender seinen dLamen und seine Wohrmng auzugeben. 6. Für dce Beförderung von A u s l a n d s s e n d u n g e n mft ernem Handelstauck,boot bat der Absender als Entschädigung für die der Postverwaltung erwachsenden außergewöhnlichen Kosten nochl eure besondere Gebühr zu entrichten. Diese Gebühr chettägt für Pvittarten und Briese bis 20 Gramm' 2 Mk., bet Brio- en über 20 Gramm für je 20 Gramm des Briesgewichts 2 Mk. Die hiernarl) auftommoiide besoridere Gebühr ist von dem Absender m Freimarken aus dein äußeren Umschllage zii verrechnen. 7. Tie von den Absendern sveigemack:^ zur Beförderung durch ein. Drüch'bovt bestimmten Briese und Postkarten sind nicht durch Briefkalten, sondern bei den dlnnahmestellelt der Postmiftalten oder, rn Orten ohne Postanstalt, bei den Landbriefträgern einzuliesern. ^ 8. Zur Beförderung mit eftiem Handels-Tauchboot ungeeignete Sendungen werden mft' einem entspreck^enden Vermerk an die Absender zirrückgesandt. Der Wert der zur Freimachung der Auslandssendungen verwendeten Freimarken wird nicht erstattet, die besondere Gebühr für die Beförderung mit einem Tauchboot kanrr dagegen aus Antrag des Absenders zurückvergütet werden. Die Bekanntgabe des Zeitpunktes, an dem die Beförderruig von Briefsendungen mit einem Handels-Tauchiboot stattfinden wird, ist nicht angängig. Die Absender müssen mit einer längeren Beförderung sdauer rechsnen. Aur dem Reiche. Stuttgart, 28. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Fabrikant Dr. Robert Bosch hat zur Förderung der Neckarkanali- satiou eine Stftftuna von 13 Millionen Mark gemacht als Beitrag zu oen staatlichen Baukosten der Kanalstrecke Heidelberg bis Eßlingen. Die Zinsen sollen in der Zwischenzeit für die Kriegswohlfahrtspflege der Stadt Stuttgart verwendet werden. Wenn der Neckarkanal bis 31. Dezeniber 1926 nicht begonnen sein sollte, so fällt die ganze Stiftung an das Deutsche Reich zur Erforschung und Bekämpfung verheerender Bolkskrankheiten. Kriegsbriefe von der rumänischen ßront. Bon unserm znm rumänischen Kriegsschauplatz entsandten Kriegsberichterstatter. Der Pour le merite für die Führer der Armee Falkenhayn. Hauptquartier der Armee Falkenhahn, 26. Dez. Der Kaiser hat aus Anlaß der Ergebnisse des Feldzuges in der Walachei den Generalleutnants v. Morgen und Krafst o. Delmen- singen das Eichenlaub zum Pour le merkte, den Generalleutnants Graf von Schmettow, Kühne und von Staabs sowie dem Chef des Stabes beim Armeeoberkommairdo, Oberst Hesse, den Pour le märite verliehen. Adolf Z i m m e r m a n n , Kriegsberichterstatter. Weihnachten an der rumänischen Front. Deutsches Miegspressequartter Südost, 25. Dez. Die Trtlppe hat den heiligen Abend und das Fest in der gehobensten Siegesstimmung verbracht, voni am Feind in ständiger Fühlung mit diesem, weiter zurück inmitteii der nur auf kurze Zeit unterbrochenen schweren Arbeit, die das Mesenwerk des Nachschubes von Munition und Verpflegung für die fechtende Truppe der Etappe auferlegt. Die Kraftfahrkolonnen der Armee, von deren Leistung in diesen Tagen neuen Vorgehens jenseits des Buzeu und ant Eäl- maturul nicht viel weniger wie alles abhängt, niachen wieder einmal das Unmöglichste möglich. Was uns an der Grenze der Moldau gegenübersteht, sind in der Hauptsache starke russische .Kräfte. Sie haben sich als solche schon lange vor dem ersten Zusammenstoß durch ihre besondere, im langen Kriege erworbene Technik des Landes hinter sich zu erkennen gegeben. Jede Brücke ist gesprengt, und jeder Wasserlauf, auch der kleinste, wofern er nur die Straße schneidet, ein ernstes Hindernis für den Nachschub. Ausbesserungsmannschas- ten aller Art und namentlich die Pioniere habm gewaltige Arbeit. An sich sind die Wege in der östlichen Walachei schon im Frieden in entsetzlichem Zustande, — indessen sind alle diese Schwierigkeiten überwunden wordcw So unglaublich cs für den, der die Verhältnisse kennt, klingt, pendeln unsere Lastautos in diesem Augenblick bereits bis in die vorderste Linie. Die Sendungen aus der Heimat, die dem Fest galtest, sind allerdings nicht immer noch rechtzeitig rn die Hände derer gelangt, denen sie galten. — Was sich zrx Beförderungsgelegenheften zur Front durch energische Anstrenaun-- gen hat Herstellen lassen, gehört naturgemäß einftwellen der Versorgung der Truppe mft Munition _ Adol f Zim mennflitn, Kriegsberichterstatter. Erotzherzog Ernst Ludwig-Jubiläumsstiftung. dz. Daft msta d t, 28. Tez. Im Sitzungssaal der Zweiten Kammer trat heute vormittag aus Einladung der beiden Kammerpräsidenten eine aus allen Tellen des Landes sehr stark besuchte Versammliuig zu einer Besprechung über eine I u b i l ä u m s st i f tu n g ailläßlich des 25jährigen Regierungsjubiläums Sr. Königl. Hoheit des Großtzerzogs zusammen. In der Versammlung wareii fast sämtliche VLftgli-eder der beiden Ständekammern, feriier die drei Herren Minister, die Provinzial- direktoren und zahlreiche andere höhere Beamte, sowie auch einej Anzahl Damen zugegen. Ter erste Vizepräsident der Ey'teir Kammer, Fürst Leiningen, eröffnet die Versammlung mit der Mitteilung, daß der erste Präsident, Fürst zu Solms-Hohensolms- Lich, draußen an der Front steht und zu der Versammlung keinen Urlaub erhalten konnte. Der Redner ging dann mit kurzen Werten auf den Zweck der heutigen Besprechung näher ein und brachte einen von den Präsidenten der beiden Ständekammern Unterzeichneten Auftuf zur Kenntnis der Versammlung. Der Ausruf lautet: An alle Hessen! ,,Am 13. März 1917 sind 25 Jahre verflossen, seit Se. Kgl. Hoheit der Großherzog Ernst Ludivig den Thron seiner Väter bestiegen hat. Wir Hessen tvollen diesen hohen Gedenktag mit Freuden begehen, denn während dieser langen Regierungszeft hat das Hessenland unter ber unmittelbar tatkräftigen Mitwirkung' uiid landesväterlichen Fürsorge Sr. Kgl.- Hoheit des Großherzogs einen krästtgen Aufstieg auf allen GEeten zu verzeichnen gehabt. Mit wahrer Herzensgüte, Menschenfreundlichkeit und Hllfsbereft- schaff gegen jedermantl, ohne Unterschied des Standes. Glaubens und der Parteittchtting, den Geringsten iry Volk ganz besonders zugetan, hat unser Gvoßherzog seines hohen Amtes gewaltet. Verfassung, Verwaltung. Staats- uiid Gemeindesteuerwesen irnd die Ordnung der Staats sin an zen sind den neuzeitlichen AmsorderuTtgar entsprechend weiter entwickelt, die Gesetzgebung aus dem Gebrete des bürgerlichen Rechts den reichsgesetzlichen Bestimmungen angepaßt worden. Kirche und Schule, Landwirtschaft, Industrie und Gewerbe, Handel und jBerkehr sind mächtig ^gefördert worden!« Hasen- und Brückenbouien, Erweiterung des Eisenbahnnetzes und die Verstaatlichung der hessischen Bahnen, Straßenbauten, Ord- nimg des Sparkassen- und Kreditwesens, die Errichtung der Larrdes- Hypothekenbank geben Zeugnis von diesem umfassendeii Schaffen. Kunit und Wissenschaft haben ganz besondere Pflege erfahren. Gemeinnützige Einrichtungen auf allen Gebieteir der Wohlfahrt und der Gesundheit, insbesondere auch zum Wohl der Minderbemittelten, sind neu geschaffen tvorden. Auch die Förderung des Wohnungswesens hat anderen zum Muster gedient. Mit dem Deut-' scheii Reiche ist Hessen in den letzten 25 Jähreii nur.livch eng« und fester zusammengeschlossen worden. Mit großem Stolz darf unser Großherzog in der jetzigen schweren Kriegszeit auf seine Hessen blicken, die Schulter an Schulter mit den andereii deutschen Bruderstämmen wetteifenr an Heldeiimut und Ruhmestatm für Deutschlands Größe, Ehre und Sieg. So kann uns ein Blick auf die lange, glückliche und segens-' reiche Regierimgszeit unseres geliebten Großherzogs nur mit ivniqeni Tank erfüllen für alles, was zum Wöhle des hessischen' Volles Gefd'iofteit wurde. Das herzliche, gegenseitige Bertraueul zwischen Fürst und Volk, was wir gerade der besonderen Pflege durck unseren Landesherrn verdanken, läßt uns Hessen beu lebhaften Wunsch hegen, ihm^ auch ein äußeres Zeichen der Dankbarkeit mtb^ Verehrung bei i einem Jubiläums tag dar zarb ringen. Laute Feste läßt die jetzige schwere Zeit nicht zu. Äe Kriegsnot bringt andere Pflichteti. Mit seinem Bolle empfindet d« Großherzog von ganzem Herzen die schweren Wunden, die der unerbittliche Krieg auch seinem Lande und seinen Landeskindern schlägt: sie zu lindern, sie zu heben, ist ihm ein Herzensbedürfnis. Helsen wir ihm hierbei, io feiern wir in würdiger Weise den Gedenktag des Hessenlandes. Wir wenden uns daher an alle Hessen, Männer und Fratien., mit der herzlichen Bitte, eine Samnllung durch, das ganze Land stattffnden zu lassen, deren Erträgnis dem Großherzog zur Bersü§ung gestellt werden soll als Jubiläu msstiftung zur Schaffung von Einrichtungen, d-ie der Erholung und Kräftigung unserer h e s s i s ch> e n Krieger in einem Erholungsheim dienen sollen. Für einen so guten und dringenden Zweck, für eine Sammlung, mit der wir dem Großherzog Freude machen und unserer Dankbarkeit in der schweren Zeit entsprechenden Ausdruck geben können, iverden sich!, dessen sftrd wir gewiß, die Herzen der Hessen weit öffnen. Jeder trage dazu bei, soviel er Vermag, um eine dem schöneu Zweck würdige Summe zusammenzubringen; auch die lleinste, aus tteuem Herzen kommende Gäbe ist willkommen. Möge unser Ausruf bei alleir Hessen fteudigen Widerhall und willige Geber ffnden!" In der allgemeinen Erörterting wies zunächst Fürst Ysen- b u r g -W ä ch t e chs ba ch daraus hin, daß die fetzige Zeit für derartige Sammlungen gegen früher schwieriger geworden sei: da empfehle es sich, ähnlich wie die eiserne Uhrkette bei den Goldankäufen, vielleicht einen Anhänger oder ein sonstiges Erinnerungszeichen für die Spender zu der Jubiläumsstiffung zu schaffen. Kammerpräsident Oberbürgermeister Köhler gab eine nähere Erläuterung über die Mffchteti des Ausrufs und betonte, daß die zu sammelnden Gelder unter keinen Umständen für andere als die darin bezeichneten Zwecke Verwcirdung finden würden. Bis zur Erstellung eines Erholnngshcinis könnten die gewiß recht stattlich anwachsenden Zinsen direkt zur Hilfe der Kriegsbeschädigten dienen. Ein Vertreter der Kriegsfürsorge zu Offenbach meinte, daß zunächst für eine Erholung der Kriegsbeschädigten gesorgt werden müsse. Den größeren Spendern sollte, ähnlich wie bei den Kaufmannserholungsspenden, das Recht zugestanden Werden, geeignete Personen für das Heim zu entsenden. General ä la suita Frhr. v. Hevl - Darmstadt betonte, daß die Kriegerkameradschast „Hassia" sich schon seit längerer Zeit mit der Errichtung eines Erholungsheims für Kriegsveteranerr beschäfttgr. In der Pfalz sei bereits ein solches Heim im Entstehen begriffen mit 100 bis 120 Betten. Auch die anderen großen Kriegerverbände trügen sich mit dem Gedanken der Errichtung solcher Heime. Abg. Dr. S ch m i t t- Mainz hätte gewünscht, daß in dem Auftuf direkt als Zweck die Errichtung eiues Erholungsheimes angegeben worden wäre. Die Kteisräte sollten den vielen anderen Sammlungen schärser auf dis Finger sehen. Exz. Fihr. Hehl zu Herrnsheint stimmt dem Vorredner zu und erklärt, ihm sei der besondere Aufttag geworden, dahin zu wirken, daß der Zweck der Sttftung möglichst scharf begrenzt werde. Die Sammlung werde dadurch zweifellos an Umfang gewinnen. Als Ort ff'ir die Errichtung des Erholungsheims emt> fehle er Bad Salzhausen, wo die Großh. Regierung das erforderliche Gelände gckwiß zu günstigcii Bedingungen überlassen würde. Nach weiterer Debatte, in der ein Redner für Bao-Nauheim. mehrere andere aber dagegeii auftraten, wurde der Aufruf mit dem« Zusatz „in einem Erholuiigsheini" einsttmmib und freudig gutgeheißen. — Die Versamnftnng beschäsftgte sich danach noch mft einem Jnstruktionsenftvurf für die Einleitung der Sanimlungen. Präsident Köhler betonte, daß hier Eile besmrders not tue, da die Sammlung schon im Februar so gut wie erledigt sein müßte. Wie die in der Versanirnlimg iftnstimmig genehmigten Instruktionen bestimmen, soll in jedem Bezirk ^KreisL die Sammlung selbständig org-arrisiett und durgeführt werden. Dem Bezirkscvus- sckiilß bleibt anheimgestellt, ob in einzelnen Gemeinden Ortswus- scküsse gebildet werden. Tie Zuziehung, von Damen ist sehr erwünscht. Ter Llnsruf soll in den voni Ausschuß bezeichneten Lnges- z eitun gen mit den Nauren oller Bezirks criissck uß lnitgliederi. veröffentlicht tverden. Tie Einleitung einer Houssamnilmig. fti den Schulen nsw., bleibt dem Ermessen des Bezirksausschusses überlassen. Tie Sammlung soll Anfangs 1917 eröffnet und Ende Februar geschlossen werden. Eine Veröffentlichinng der Namen der einzelnen Geber erfolgt nicht, dage>g,eii lverden die Saniniellisten selbst bei der Uebergabe der Stiftung dem Großherzog mit vor- gefegt. Alles näherc^ist von der ständigen Geschäftsstelle, dem Kanzler der zweiten Ständekanrmer, zu erfahren. Llus Vorschlag des Vizepräsidenten der Zweiten Kammer wird der Landesrrus- sckiuß t gebildet aus den 3 Präsidenten beider Kammern, den 3 Mnistern, den Vorsitzenden der Bezirksansscküsse, den Provinzialdireltoren, je 2 Vertretern des .Handels, der Industrie, der Landwirtschaft, des Handwerks und der Arbeiters ckmst, je eines Vertreters der evangelisä-en, der 1atholisck>en und der israelitischest Kirchengemeinschaft. den Rektoren der beiden hessischen Hochschulen, zwei Vertretern der Lehrer selbst und je einem Vertreter- der Städte, der „hasfta" und der Presse. Zmn Vorsitzenden des Gesanrtansschnsses ist der Präsident der Ersten Kammer, Fürst S o l m s - h o h e n s o Im s - Lich und zum Stellvertreter Fürst Leiningen und der Präsident der Zrveiten Kammer, Oberbürgermeister Köhler bestimmt. Tie Versammlung erklärt sich mit allen für die Sammlung oorge,chlagenen Maßnahmen einversdnrden, mrd darnach schloß der Präsident die in jeder Hinsicht einmütig verlaufene Versammlung mft dem Ausdruck der Hoffnung, daß das schöne vaterländisch^ Werk von einem vollen Erfolg gekrönt sein werde. Aus Stadt und Land. Gießen. 29. Dezember 1916. ** Auszeichnungen. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielt der Vize-Wachtmeister bei der Garde-Kavaller,(--Division Siinon Theisebach. 1914 an der Marne schwer verwundet, ruckte er erst im September d. Js. zum zweiten Male ins Feld und wurde bereits nach vier Woche,» wegen Tapierkeit vor den, Feinde von, U itcrosfizier zu»n Vize-Wachtmeister befördert. Theisebach ist der Mitinhaber der Darmhandlung W. Theisebach Söhne. Ter Bruder und Teilhaber Jak. Theisebach erhielt bereits vor Jahresfrist das Eiserne Kreuz — Der Jäger Ludwig Keßler, 8. Komp., 2. Batl., 2. deutsche Radfahrer-Brigade, Sohn des Pferden,etzqers Ai. Keßler, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. — Dem Gefreiten Karl Krame r, Leib-Eskadron Drag.-Rgt. Nr. 24. Sohn des verstorbenen Oberbriefträgers Karl Kran,er, wurde das ß,ferne Kreuz 2. Klasse verliehen. - Den, Landwehrmann Heinrich Müller, Sohn des Schreinern,eiilers Müller, im Jnf.-Rgt. 364. wurde wegen tapferen Verhaltens vor den, Feinde das Eiserne Kreuz 2. Klaffe verliehen und gleichzeitig zum Unteroffizier befördert. Mit der Hessischen Tapferkeftsmedaitle wurde er voriges Jahr ausgezeichnet. ** Pr o s e s s o r Tr. Kr ed el, einer der bedeutendsten Chirurgen Nordwestdeutschlands, ist am ersten Weihnachtstage in Hannover gesto-rben. Als geborener Odenwälder studierte Kredel in Gießen und wirkte hiev nach glänzend bestandenem Staatsexamen inhre- lang als Assistent der inneren Klinik. Tann war er lauge Assistent des Chirurgen Volkmann in Halle. Seit Klriegsbeginn stellte er sein reiches Müssen und großes Können in den Dienst des Vaterlandes und war bis zuletzt leitender Chirurg eines der größten Lazarette Hannovers. ** Ihre Silberne Hochzeit feiern an, I. Januar Schuhmacher und Synagogendiener Anton Lehr und Ehefrau. Der Jubilar ist 25 Jahre Freiwilliger Feuerwehrmann und 15 Jahre Diener in der Synagoge. ** Erhöhung der Beiträge zur Invalidenversicherung. Mit dem 1. Januar 1917 tritt eine Erhöhung der Beiträge zur reichsgesetzlichen Invaliden - und Hinter- bli ebenen Versicherung ein. Die Erhöhung der Beiträge; ist einesteils veranlaßt durch die Herabsetzung der Altersgrenze zur Altersrente, andererseits durch die Erhöhung der Waisenrenten. Ab 1. Januar 1917 stverden erhoben in der 1. Klasse 18 Psg., 2. Nasse 26 Psg., 3. Klasse 34 Psg.. 4. Klasse 42 Psg., 5. Nasse 60 Psg. Für die Zeit vor dem 1. Januar 1917 sind noch die alten Marren zu verwenden, die ebenso wie die neuen Marken auf den Postämtern zu haben sind. Mer über die Verrvendung der Marken den rechtzeitigen Umtausch der Jnvalidenkarten oder über sonstige Ansprüche aus befr Invaliden- und Hinterbliebenen Versicherung im Unklaren ist, wiende sich an die Gerneinnützigfe Rechtsberatuingsstelle des Evang. Arbeitervereins (Schiffen berger Weg 16 III), wo Dienstags und Freitag s abends 8—9 an alle Versicherten und deren Angehörigen unentgeltlich 'Auskunft erteilt wird. ** Gemeindesteuer. Unter den heutigen amtlichen Bekanntmachungen der Stadt Gießen befindet sich auch die Mahnung des 4. Zieles Gemeindesteuer und Kanalgebühren für das Rechnungsjahr 1916. D,e Zahlung der Abgabe kann noch bis einschließlich 13. Januar bei der Stadtkasse ohne Kosten erfolgen. Am 15. Januar beginnt die Beitreibung, wobei die vorgeschriebenen Pfändungskosten erhoben werden. ** Ober hessi scher Knnftver ein. Bei d?r gestriges Verlosung des Oberh. Knnstvereins Gießen sielen folgende Anrechtsscheine auf Kunstwerke zu: Nr. 1 ^ 150 Mk. auf Mitglied Nr. 198 - Bauvcft Becker zu Gießen, Nr. 2 = 100 Mk. auf Mitglied Nr. 149 Kaufmann L. Schußler zu Gießen, Nr. 3 = 75 Mk. auf Mitglied Nr. 93 Spediteur A. L y n ck c r zu Gsxßen, Nr. 4 = 50 Mk. auf Mitglied Nr. 99 Universitäts-Professor Tr. Nt e s s e r zu Gießen, kNr. 5 = 50 Mk. auf Mitglied Nr. 163 Frau Geheinvrat.Tr. Streng zu Gießen, Nr. 6 = 25 Mk. auf Mitglied Nr. 48 Zeichenlehrer G. Gerhardt zu Gießen, Nr. 7 = -25 Mk. auf Mitglied Nr. 37 Frl. Marie F e l ch n e r zu Gießen, Nr. 8 --- 25 Mk. auf Mitglied Nr. 188 Finanzrat Wenzel zu Grünberg. ** I m Licht spielhaus, Bähnhofstraße 34, wird heute unwiderruflich- zum letzten,nal henny Porten, Das wandernde Licht, gegeben. Das Filmwerk ist nach/ einer Novelle von Ernst Wildenbruck, geschaffen. Siehe Anzeige. Landkreis Gießen. n. Allendors a d Lda., 28. Dez. Mit der hessischen Tavserkeitsmedaille wurde ausgezeichnet Christoph Lotz, Sohn des Müllers Eberhard Lotz. Er zog gleich bei Kriegsbeginn ans und blieb ununterbrochen in, Welten. ga. Grünberg, 29. Dez. Am Weihnachtsfest erhielten Dr. Hermann Fritz, als leitenc»er Arzt, und Schwester Marie Haas am hiesigen Lazarett das hessische Sanitätskreuz. Dem Gemeinderat smitgiled Kaufmann Christoph Schweißguth wurde das hessische KriegsehrenKeichen verliehen. ** L e i h q e st e r n, 2*. Dez. Der Landsturm-Gefreiter W S e i p p in der Straßenbau-Kompagnie 42, im Südosten, erhielt das Kriegs-Ehrenzeichen. n. R ü d di n q s h a n s e n, 28. Dez. Ter seit anderthalb Jahren im Osten kämpfende Musketier Heinrich Dietz, Sohn von Heiur. Dietz VII. Witive dahier, erhielt für besondere Auszeichnung das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Kreis Büdingen. F. C. Büd i n gen, 28. Dez. In, nahen B e r g h e i m wurde Lehrer K r a u s ch für besonders hervorragende Leistungen während der Kämpfe an der Somme mit dem Eisernen Kreuz erster Klasse ausgezeichnet. ' A Orten berg, 29. Dez. Am 1. Januar tritt nach 48jäh- riger Dienstzeft und nach 28j übriger Wirksamkeit an hiesiger Station unser Bahnhofsvorsteher Niedern höfer in den wohlverdienten Ruhestand. Seine Beliebtheit zeigte die Abschiedsfeier im Hotel zur Post. Pfarrer Kahn gab in längerer Ansprache noch einmal der allseitigen Verehrung Ausdruck, die der gewissenhafte, zuvorkommende und liebenswürdige Beamte genießt. Als äußeres Zeichen des ausrichtigen Dankes überreichte er im Namen der ganzen Gemeinde einen prachtvollen Ruhesessel. Niedernhöser. wurde für seine ^Verdienste schon früher durch Verleihung des Ehrenzeichens für 40jährige Dienste und der 2. Nasse des braunschweigischen Berdienstkreuzes ausgezeichnet. 4 Orten berg, 29. Dez. Unteroffizier Friedrich Lenz II. von hier wurde zun, Vizeseldwebel befördert. — Für das Geschäftsjahr 1917 setzte das hiesige Amtsgericht die einz-elnen^Amts- tage solgerrdermaßen fest: als allgemeinen Amtstag den Freitag jeder Woche von 9—12 Uhr und 2 — 4 Uhr, als ordentlichen' Gerichtstag den Mittwoch jeder Woche: Sprechstunden der Gerichts- schrerberei finden täglich von 9—11 Uhr vor,nittags statt. Kreis Alsfeld. nt. Burg-Ge münden', 29 Dez. Dem Reservisten Will) Reih, Mitarbeiter der „Neuen Tageszeitung", der dem Reserve- Jnf.-Rgt. Nr. 254 ongchört, wurde am 25. November die Hessische Tapserkeitsmedaille verliehen. Kreis Schotten. A Eichelsdor f, 28. Dez. Die festliche Stille unseres Torfes wurde gestern abend um l /*8 Uhr plötzlich durch Feuerlärm unterbrochen. Tie Scheuer der hoch. Alt Witive stand in Flammen imb bot mit ihren großen Heu- und Strohvorräten dem Feuer so reichlich Nahrung, daß es auch auf die benachbarte L-chener des Gastwirts Karl Zörkel übersprang, die ebenfalls mit F.uktervorräten gefüllt war. Beide Anwesen brannten vollständig nieder. Nur den außerordentlichen Anstrengungen der hiesigen und benachbarten Feuerwehren ist es zu danken, daß nicht noch wertere Gebäude zum Opfer fielen: denn auch eiste dritte Sck-enne war bereits angebrannt. Das Vieh konnte mit Not gerettet werden Frau Alt war gerade bei ilyrer Schwester in Ober-Schmitten zu Besuch, als ihr das Unglück gemeldet wurde. Tie Scheunenbesitzer hatten ihre Vorräte versichert. Dagegen erlerden aber mehrere kleinere La^wirte, die auch Futter in den Scheunen untergebracht hatten, empfindlichen Schaden. Merkwürdigerweise blieb ein kleiner Anbau der Zörkelschen Besitzung, worin sich die hier bei Landwirten beschäftigten gefangenen Franzosen und Russen aufhielten, unbeschädigt, obgleich er such gerade mitten zwischen den abgebrannten Scheunen befindet. Vermutlich liegt Brandstiftung vor. (• Medern, 27. Dez. Großkanfinann David homburger aus Nauen bei Potsdam, der bereits im Anfang des Jahves! für ibic Krie g s für s o rge seines heimatsordes Gedern in hochherziger Weise den Betrag von 1000 Mark gespendet hatte, übermittelte kürzlich dem Ortsgeistlichen eine große Sendung von Kleidungs- und Wäschestücken zur Verteilung an bedürftige Kinder. Etwa 200 Kindern konnte hiermit eine Weihnachitssreude bereitet werden: vor allen, wurden die Kinder von Kriegsteilnehmern bedacht. — Sämtliche aus hiesiger Gemeind." zum Heeresdienst Einberufene erhielten durch den Ortsausschuß für Kriegsfürsorge einen Weihnach> t s gru ß in Gestalt eines Liebesgabenpakets; Tie zur Beschaffung der Liebesa, ben erforderlichen Mittel wurden durch,! eine haussammlung aufgebracht, welche den Betrag von ungefähr 350 Mark ergab. — Am Abend des 2. WeihnachLs- seiertags veranstvltete der Turnverein im großen £>aafe des Bergwirtshauses eine v a t e rl ä n d i s ch e W ei h n a ch t s s e i e r , welche vor überaus zahlreicher Zuhörerschaft stattfand und deren Reinertrag ft'jr die im Felde ftehärden Mitglieder des Vereins verwendet wurde. Tie der Zeft entsprechenden schauspielerischen und gesanglicken Darbietungen, sowie die Deklamationen fanden großen Anklang. Tie mit Verständnis und Geschick gestellten lebenden Bilder aus dem Kriegerleben wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. ga. Laub a ch , 29. Dez. Hauptmann Reinhard Goldman,, von hier erhielt das Eiserne Kreuz 1. Klasse, Unteroffizier Karl Bahn, in einem Fels-Artillerie-Regiment, und Christian Günther, Gefteiter be, einer Munitionskolonne, wurden mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. — Als Weihnachts- Überraschung wurde den Pflegerinnen des hiesigen Lazaretts Fräulein Anna Böhm. Else Stotz, Hanna Klip st ein, Käthe Somnrerkorn, Gertrud Kratz und Martha V o l v das Ehren-' Zeichen für Kriegssürsorge verliehen. Das gleich^ Ehrenzeichen erhielt schon vor einiger Zeit der stellvertretende Rechner der hiesigen Bezirkssparkasse Herr Wilhelm P i tz H. Kreis Frieoberg. Nt. Friedberg, 29. Dez. Offizier-Stellvertreter Paul S ch mittn er von hier, vor kurzen, mit der Hessischen Tavferkeits- medaille bedacht, erhielt das Eiserne Kreuz. Vizefeldwebcl Lang ist mit dem Hessischen Sanitätskreuz ausgezeichnet worden. — Der Landsturmmann Gg. Z immer m a n n im Landwehr-Jns.-Regt. Nr. 80 wurde für tapferes Verhalten vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz und der hessischen Tapserkettsniedaille ausgezeichnet. nt. Burg-Grafen rode, 2'.'. Dez. Bürgermeister h a h n, der zurzeit im Felde steht, .erhielt daS Eiserne Kreuz 2. Klasse. Starkenburg und Rheinhessen. — Worms, 28. Dez. Aus dem Bahnhof O st h o f c n geriet der Mühlena,beiter Finger! zwischen die Puffer zweier Eisenbahnwagen, die ihn zu Tode drückten Hessen-Nassau. — Frankfurt a. AI, 29. Dez. Zur Versorgung der Bevölkerung mit Kartoffeln sind bisher 772 000 Zentner ei,»- getroffen. Damit sind etiva 75 Prozent aller Haushaltungen eingedeckt. — Frankfurt a. M., 28. Dezember. Die Stadtverordnetenversammlung wies heute die Vorlage des Magistrats, betr. Vorlegung des^haushalts plans für 1917, zurück und stimmte einem Antrag des Stadtverordneten Bernecker zu, der die Vorlegung eines gedruckten Haushaltsplanes verlangt. — Ten Beau,reu und städtischen Hilfsarbeitern wurde eine weitere Teuerungszulage gewährt. Scharf sprach man sich gegen den Erlaß des preußischen Kultusministers aus, der den Gemeinden, die ihren Lehrern bereilS aus städtischen Mitteln Teuerungszulagen geivähren, die in Aussicht gestellten staatlichen Zulagen niest bewilligen tvill. Tie Stadt will durch ihre Landtagsabge- vrdneten gegen diese ungerechtfertigten Maßnahmen beim .Landtag Einspruch! erheben. Auch der Magistratsantrag aus Errichtung einer aus der Volksschulle aufgebauten Uebergangsklasse für henwr- ragend begabte Volks schule, begegnete insofern lebhaftem Bedenken, als (man die Zeit der Vorbereitung dieser Schüler - ein Jahr — für viel zu kurz halt, da diesen Kindern jeglichie Grundlage in den mathematischen Fächern, der englischen Sprache usw. fehlt. Tie Vorbereitungsklasse wurde als pädagogische M a st k u r a n - statt bezeichnet. Grundsätzlich war man jedoch mit den neuartigen Vorschlägen des Magistrats einverstanden. --- D ö ch st a. M., 29. Dez. Eine Nachprüfung der im Kreise vorhandenen Kartoffelbestände durch militärische Kommandos stellte vielfach Ueberschüsse, oft von erheblicher Menge, fest. Ter Aufforderung des Landratsamtes, diese abgabepflichtigen Beständo auszusondern, auszubewahren und sorgsam zu behandeln, sind trotz aller Mahnungen bisher die wenigsten Besitzer nachgekommen. In einzelnen Gemeinden haben sich zahlreiche Land-Wirte überhaupt geweigert, die landrätlichen Arwrdnungen entgegenzunehmen. Nunmehr har das Landratsamt die Gemeindebehörden angewiesen, die Kartosfelvovräte sosortin vollerhöhe zu enteignen. — S i», d l i n g e n , 29. Dez. Das H o f g u t der Gemeinde ging für 39 000 Mk. an den bisherigen Pächter Joh. R ö t g e r durch Kauf über. — Langenhahn, 28. Dez. In der Nähe der hiesigen Haltestelle entgleiste der Früh-Personenzug. Die Maschine und mehrere Wagen sprangen aus den Gleisen und sperrten den Verkehr fast einen Tag. Von den Fahrgästen wurden mehrere verletzt. Der Sachschaden ist erheblich. vermischtes. Brände. * Dresden, 28. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Beim Sortieren von Munition hat sich heute vormittag im Artilleriedepot Dresden-Albertstadt, vermutlich durch Explosion, ein Brand enttvickelt. der aus das umliegende Magazingelände über-- gegrissen hat. Vorläufig hat sich die Ausdehnung des Brandes noch nicht feststellen lassen. Bis jetzt ist ein Arbeiter an den Folgen der Venvundung gestorben. Weitere Verwundungen sind nur vereinzelt vorgekommen. * Beuthen (Oberschlesien), 28. Dez. (WTB. Nichtamtlichst Auf dem hildebrandtschacht der Gottes-Segen-Grube in Antonienhütte ereignete sich gestern ein Grube,cklrand. Zur Zeit des Unfalles waren gegen 120 Mann an der Unfall stelle beschäftigt. Dirrch (Änatmen giftiger Gase sind 12 Mann ums Leben gtckommen. Letzte 2]nd>rid)tcii« Die ungarische Königskrönung. Budapest, 28. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Eine Abordnung von Mitgliedern des Magnatenhauses und des Mgeordnetenhawses erschien fyeutc beim König, um das gestern unterbreitete Krönungsdiplom, mit dem 'kömglichen Siegel und der Unterschrift versehen, entgenenzunehmen. Aus der Estrade des Thronsaales, wo der Empmng stattsand, war die Königin, den kleinen Kronprinzen an der Hand führend, als Zuschauerin erschienen. Sie wurde mit lebhaften Ovationen von den dlbgevrdneten bvgrüU- hieraus erschien der König und Lberve ich ie dem dir Abordnung führenden Fürstprimas das unterfertigte Kronungsdiplom, wvraitt dieser mit herzlichen Worten darckte. Aus die Worte des Fürstprimas erwiderte der König, es gereiche ihm zu inniget Befriedigung, daß er das Krönungsdiplom, das verfassungsmäßig die Rechte des Herrschers wie des Volkes sichere, lfiernnt ausfolgen könne. Er erinnerte an die Worte Kaiser Franz Josefs, es sei unmöglich^ daß das, was in aufrichtiger Eintracht der König und die Nation geschaffen, nicht heilsam sei, woraus begeisterte Eljen-Ruse ertönten. Schließlich erbat der König Gottes Segen für die Nation und die vereint zu leistende Arbeit. Ter König ernannte den Grafen Carl Kuehn hedervary und den Grafen Aurel Tessewfst) zu Kommissaren, die die Ueberführung der Kronen und der Krönungsinsignien ins königliche Schloß und von dort in die Krönungskirche zu überwachen haben. Der bulgarische Bericht. Sofia, 28. Dez. (WTB. Nichtamtlichst Bericht des Generalstabes von, 28. Dezember. Mazedonische. Front: Nordöstlich vom Dojran-See versuchte ein Bataillon des Feindes nach heftiger Artillerievoederer- tung gegen die Dörfer Brest und Akandjali vorzurücken, es wurde aber durch unser Feuer zun, Stehen gebracht. Aus übrigen Abschnitten der Frortt schwaches Artilleriefeuer. ^sm Wattrar-Tal lvirkungslose Tätigkeit feindlicher^ Flugzeuge. Rumänische Front: In der Dobr,ü>scha lebl)«fter Kampf vor Macin. Zum Friedensangebot. Rotterdam, 28. Dez. (WTB. Nichtamtlichst „Nreuwc Rotterdamfche Courant" veröffentlicht folgende Ausführungen der „Westminster Gazette": Die deutsche Regierung kann kaum so rmiv seftr, anzunehmen, daß die oerbündeten Regierungen die Feindseligkeiten einstellen. und eine Konferenz Mit tünem Feinde beginnen werden, der sich soeben als Sieger proklamiert hat, ohne daß sie durch die üblichen indirekten Kanäle in Erfahrung brächte, welche Bedingungen er stellen will. Das Deutschland, das Verhandlungen vorschlägt, ist dasselbe Deuffchland, das sich in einer überlegenen Lage betrachtet und den, Krieg ein,Ende machen wiill. Darum muß es ihm, das die Jnftiative ergriffen hat, auch überlassen bleiben, in allgemeiner Form die Grundlage, auf der es verhandeln will, anzugeben. Wenn un,gekehrt die Verbündeten die Initiative ergriffen hÄten, so wäre es ebenso angemessen und billig gewesen, dasselbe von den Verbündeten zu fordern. Wir habe,t das Vertrauen, daß Wilson und das amerikanische Volk einsche,r werden, daß >wir eine starke Position einnehmen, wenn wir jetzt diese Forderung an Deutschland richten. Ter „Manchester Guardian" schreibt: Deutschlands Antwort an Wilson kommt aus eine höflich^, aber vollständige Wlehnung hinaus. Deutschland ist ans den Punkt zurückgekehrt, von dem es ausgegangen ist. Wilsons wichtiger Vorschlag bringt Deutschland dermaßen in Verlegenheit, daß es ihm vollständig ausweicht. Seine Anttvvrt an Wilson scheint einen ziemlich deutlichen Wink zu enthalten, daß Deutschland nicht beabsichtigt, die Errichtung eines Friedensbundes der Nationen als ein Ziel der Friedensv-erhrmd- lungen in Ettvägung zu ziehen. Aber die Vorstellung, daß Teutsch^- land vermutlich bereft sein würde, das Prinzip eines solchen Bundes anzunehmen, wäre einer der besten Gründe, um sich Hoffnungen zu machen. Amerika, Englazw und Deutschland. Berlin, 28. Dez. England ,md soviel bekannt, auch Frankreich haben zu 'Anfang des Jahres 1914 mit den Vereinigten Staa- ^n einen Vertrag abgeschlossen, nach dem jedes der beiden Länder sich verpflichtet, nicht zu den Waffen zu greifen, bevor nicht mindestens ein Jahr seit de.m Ausbruch der Streitursache vergangen ist, es sei l-enn, daß die Angel egen Heft nicht vorher schon durch ein Schiedsgericht erledigt sein sollte, dem ein Streit jedesmal nadj seinem Entstehen sogleich urrterbreitet iverden soll. Das Schiedsgericht soll aus dem amerikanischen Senat und einer Körperschaft in gleichem Range der Gegenpartei bestehen^ im Falle Englands also das Oberhaus. Die Verhandlungen mit Deutschland haben sich seinerzeit zerschlagen, weck Deuftchtand keine dem amerikanischen Senat ähnliche. Mr'perschaft besitzt, und da es sich aus verschiedenen Gründen nicht empfahl, etwa den Bundesrat mit den nötigen Befugnissen auszurüsten. Ob bei diesem Stand der Dfttge Deutschland oder England besser fahren wird, dürste sich, so meint der „Berl. Lokal an#.", in nicht zu ferner Zeit zeigen. Eine zweite Note Wilsons an England. Berlin, 29. Dez. Verschiedene Blätter lassen sich nrelden, in London sei eine zlveite Note Wilsons eingetrvffen, die als Erläuterung der ersten gemeint sei. Ihr Wortlaut sei nicht derart, daß sie die Haltung der Entente ändern dürste. England werde seine Antwort ans die Friedensnote der Mittelmächte am Samstag absenden. Man erfahre, daß sie im allgemeinen eine Wiederholung der Rede Lloyd Georges sein werde und daß dittch- sie die Tür für Verhandlungen nicht geschlossen werde. Betriebeersparnisse in England. Berlin, '29. Dez. Verschiedene Blätter teilen mit, daß ab 1. Januar 235 englische und 95 schottische BahnhSse geschlossen werden, um Ersparnisse zu machen. Unterbilanz des französischen Außenhandels. Bern, 28. Dez. (WTB. Nichitamtlich.; Nach einer amtlichen sranzösiscken Statistik hat die Unterbilmrz des französischen Außenhandels für die ersten elf Monate des lausenden Jahres fast 13 Milliarden erreicht. Brotkarten in Schweden. Stockholm, 28. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Aus Anlaß der Einführung von Brot- und Mehlkarten in Schweden richtete König Gustav ein offenes Schrgcben an sein Volk, in dem er die neue' Maßregel als irotwendige Fürsorge für das Wohl aller erklärt und sich besoirders an die Landwirtsckxrft nm_ der Mahnung wendet, ihren entbehrlichen Ernteüberschuß zu Gunsten des ganzen Volkes abzn geben. „Svenska Tagblad" und „Stockholms Dagblad" besprechen in aussührlichM Leitartfteln Art und Folgen der Rationievung. Ueberall wird das deutsche Beispiel herm,gezogen. Stockholm, 28. Dez. Die Regierung beschloß im einzelnen hinsichtlich der Einführung von Brotkarten im Jahve 1917, daß für die Person täglich 200 Gramm Hartbrot oder 250 GramNr Mehl oder 325 Gramm Weichbrot zugeteilt werden soll. ' Die Staatsdarlehen zum Wiederaufbau Ostpreußens. Königsberg, 28. Dez. Die Bedingungen für Darlehen zmn Wiederansbau Ostpreußens sind jetzt.dahin fest-» gesetzt worden, daß die Darlehen, die unverzinslich srnb, nach fünf Jahren mit 3 Prozent in halbjährlichen Raten zu tilgen sind. Das Darlehen wird siMg bei einem Eigentumswechsel, der nicht durch Erbfolge notwendig geworden ist. Mehring freigelasftn. Leipzig, 28. Tez. Der sozialdemokratische Schriftsteller- Franz Mehring ist imch der Leipziger Volkszeftnna am 22. Dezember aus der Schutzhaft entlassen und in einem Krankenwagen in feine Wohnung befördert worden. Die Grürrde seiner Haftentlassung sind ihm amtlich nicht mitgeteilt worden. Jagd-Verpachtung. Zirka 22 bis 23 Hektar Wiesen und Land, 7 bis '8 Hektar Wald, resp. Fichtenbestand von 10- bis 15-jährigem Bestand, auf 6 Jahre, Pachtzeit Anfang 1. Febr. 1917. Termin der Verpachtung am 15. Januar 1917, mittags von 1 Uhr ab. Nächste Bahnstation Hartmannshain, ungefähr 20 Minuten ist das Jagdgebiet von der Bahnstation entfernt. Großh. Bürgermeisterei Sichenhausen b. Gedern: Bläser, Bürgermeister. 9220 Verwandten und Bekannten die traurige Nachricht, daß unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Schwägerin und Tante Frau Fanny Fried geb. Seewald heute nacht nach schwerer Krankheit im 71. Lebensjahre sanft entschlafen ist. 92111 Die trauernden Hinterbliebenen I. d. N.: Frau Frieda Seligmann. Gießen (Bahnhofstraße 271, den 28. Dezember 1916. Die Beerdigung findet Sonntag nachm. 3 1 /« Uhr in Butzbach statt’ zu verm. r 014 ® 75 Tracht. Brands. 3 III Sch. 4*Zim.*Wohn. v. kl. Be amtenfam. *. 1. Apr. 1917 ges womögl. mit elw. Garten und Bleichpl. Schr. Ang.m. Preis angabe u. 014055 a. d. G. 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Kiffer sagen wir allen, insbesondere Herrn Pfarrer Knieper für seine trostreichen Worte sowie allen Verwandten, Freunden und Bekannten für die zahlreichen Kranzspenden unfern innigsten Dank. In tiefem Schmerz: Georg Rinn Adolf Rinn. z. Zt. im Felde Margarethe Rinn und 3 Enkel. Gleiberg, den 29. Dezember 1916. 9226 . tzur dre vielen Beivene der Teilnahme bei dem Hinschecden unseres lieben Sohnes, Bruders, Onkels, und Schwagers Philipp Gombert danken wir hiermit herzlich. Familie Witwe Elisabeth Gombert Familie Joh. Dietrich Gombert Familie Foh. Fak. Bork. Jronhausen, den 27. Dezember 1916. (9192 Handarbeitsschule und Pensionat von Frl. Landmann, Giessen Süd-Anlage 7 lasssi Süd-Anlage 7 Unterricht in allen weiblichen Handarbeiten: Weiß- und Maschinennähen, Stickereien jeder Art. Klöppeln, Occhi Aeuderungen von Wäsche, einfachen Kleidern und Blusen, ferner Kunsthandarbeiten in allen Techniken. Beginn de« Unterrichts am 3. .Tannar. Babnbofstr. 54 II. Stock >-Zimmkr-Wohl,un! m. reich!. 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Wilhelm Robrig, Dachdeckermeister, Müblstr. 29. _Telephon 495 [ 014n54 . ^ ! tn Empfangzu nehmen. Die Namen der Geber werden in dem Giehener Anzeiger veröffentlicht werden. Gießen, den 26. Dezember 1916. 9159D Pfarrer Äusfeld, Rektor Jann, Pfarrer Mahr, Landgorichtsrat Heacnhagon, Weinhändler Schwan, Ranfmann Lsnis Wolf». Zum Zweck der Enthebung von Neujahrsbesuchen und -Glückwünschen nehmen anher den Unterzeichneten noch nachstehende Vorstandsmitglieder Gaben für die hiesige E^isabeth-Kleinkinderschute entgegen: Frau Kommerzienrat Heyligenstaedt (Liebigstrahe 61», Frau Fabrikant Bänntnger (Ludwigstrahe 73», Frau Schuh- machermeister Heh (Hillebrandstratze 9», Oberbibliothekar I)r. Heuser (Ost-Anlage 12». Frau Stadtverordnete Winn (Hosmannstrahe 14», Pros. Dr. Krausmüller (Bergftrahe 21). Kaufmann L. Wolff (Schiffenberger Weg 21), Frau Weicheniteller Bechtold (Buddeslrahe 3». Die 9c'amen der Spender werden im Giehener Anzeiger.bekannt gegeben. Gießen, am 28. Dezember 1916. (9202V Für den Vorstand der Elisabeth-Kleinkinderschule Bechtolshcimer, Vorsitzender Haas, Rechner _Liebigstrahe 56 Stephanstrahe 17 II. WcilinMliesilicrW der KleinkiifSerbmiihrMstalt. Herzlichsten Dank sagen wir allen gütigen Gebern, die uns. halsen, unseren Kindern eine Weihnachtsfreude zu bereiten, besonders der Loge „Ludwig zur Treue", dev Lehrerinnen und Schülerinnen der höheren und erweiterte« Mädchenschule, den Damen des Vorstandes und den An- stalrsschwestern. (9209 V Gießen, den 28. Dezember 1916. Für den Anstalts-Vorstand: S ch tv a b e, Pfarrer. zrische zische heute eintreffend, feinste Angel-Schellfische in drei Preislagen, Cablian ohne Kopf, frische Fifchkoteletts. Gebrüder Berdux Bahnstofstras;e 27 013864 Fernsprecher 231 Qlani{ifti£AM£&J(aAcfu^ 'zApfbcuuitÄawuuwL Dir.: Hermann Steingoetter. Freitag, 29. Dezbr. 1916, abends 8 Uhr Anher Abonn. Kleine Preise Neuheit. Neulieit. Die Üeinen verwandten Lustspiel in 1 Akt von Ludw. Thoma ^lenheit .Neuheit Dichters Ehrentag Lustspiel in 1 Akt von Ludw. Thoma Nenheitl Neuheit: Srautschan Bauernschivank in 1 Akt von Ludw. Thoma. l^c Ende 10 Uhr. Sonntag. 31. Rov. 1916, (Lvilvestcr, nachm. 3V* Uhr äUttder- B 0 rftekrung Ins Nlirchel! mn\ IlNüileillütscher ol. Wnndcrbarc Crlebuissc des kleinen Konrad im Lande Tripstrill Märchen in 6 Bildern mit Gesang und Tanz von Herm. Steingoetter. Ende 57i Uhr. Feine Tafel liköre wie Mönchslikor Cordial Medoc Altpolnischer Reitcr- likor Blackberry Brandy Cherry Brandy Cura^ao Vanille Pfefferminzlikör nsw. ÜKOR st r> <1 reiner-VVeinbraiK nnd Vefschuitt empfi( lediz -Drogerie Sum Erenzplatz Arrak • Rum Mren^platz 9. 9229a Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. B wurde heute eingetragen: „Metallbearbeitungsfabrik, Gesellschaft »nit beschränkter Haftung, Gießen. Sitz der Gesellschaft ist Gießen. Gegenstand des Unternehmens ist die Herstellung aller Arten von Arbeiten für Heeresbedarf und gleichartige Zwecke. Das Stammkapital beträgt 20000 Mark. Zu Geschäftsführern sind Heinrich Wilhelm Rinn in Gießen und Joseph Kirchner daselbst bestellt. Der Gesellschaftsvertrag ist am 16. Dezember 1916 errichtet. Die Geschäftsführer können die Firma nur gemeinschaftlich zeichnen. Die Dauer der Gesellschaft ist vorerst bis zum Schlüsse des gegenwärtigen Krieges festgesetzt. Gießen, den 16. Dezember 1916. [9170B Großherzogliches Amtsgericht. Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gießen. Das im Nlonat November d. I. sättig gewesene 4. Ziel tttemcindcstcucr und Nannlgevübren kann noch bis znm 13. Januar 1917 einschließlich ohne Kosten be- zahlt werden. Dieienigen, die mit der Zahlung dieses Zieles noch im Rückstände sind, werden hiermit gemalmt, die Abgabe bis znm 13. Januar z,i bezahlen. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt die Beitreibung, wobei die vor- geschriebenen PfändungSkoslen erhoben werden, lieber- Weisungen im Bank- und Postscheckverkehr müssen am >.». Januar ebenfalls bec der Stadtkasse gutgeschrieben »ein. andernfalls dre Pfandungskosten ru bezahlen ffnd.