Nr. 304 Der Siehener Anzeiger erschein! täglich, außer Sonntags. - Beilagen: Giehener Zamilienblütter; Kteisblalt für den Kreis Gießen. vczngspreir: monatl. 9-i Bi., viertel- jährl. Mk. 2.65-. bmcf) Abhole- il Zweigstellen monatl. 80 Pf.: durch die Post Rck.2.45 viertel» jährl. ausschl. Bestellg. siernsprech - Anschlüsse: Postscheckkonto: sur dre Schrütlettungll^ Srankfurta.M N686 Verlag,Geschästsstellebl ^ ' w ‘ UOÖt> Anschriit für Drahtnach Erstes Blatt lbb. Jahrgang Donnerstag, 28. Dezember 19(6 Sietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gderheffen . die Tagesnmnmer lns nun Nachmittag vorher. Zellenpreis, i. Anzeigen: örtlich 20 Vi., Vermietungen u. Stellengesuche 15Pi., auswärts 25 Pf., b Platzvorschrift 30 Pi., Reklamen 75 Pi., bei Platzvorschriit 90 Pf. Hauptfchri'tleiler: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Sanlverkehr: Aug. Goetz, Sind! ^„d S.w«d.b°n,M.b.n Anzeigenteil: H. Beck, richten:Anzeigrr«irtztt öwillingrrunddruck «.Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- u.Steindruckerei R.Lange. Schristleitung, Geschäftsstelle «.Druckerei: Schulftr.7. sämtlich n> Gi-ß-n ( Erfolgreiche fünftägige Durchbruchsschlacht in der Großen Walachei. Vordringen der Donau-Armee. (WTB.) Gr ßeS Hanptyuartier, 27. Dezember. ^Amtlich.) Westicher Kriegsschauplatz. Im Ypern-Zogen und auf dem Nordufer der Somme Der mittags gute Sicht stärker Amerkamps, der abends bei einfttzendml Regn wieder nachlietz. Bei Luftkäwfen büßten die Gegner neun Flugzeuge ein. Oeslicher Kriegsschauplatz. Frontles Generalfeldmarschalls Priizen Leopold von Bayern. Am Grabeka-Abfthnitt, rwrdwestlich von Zalocze, brach- ten österreichiscl ungarische Abteilungen von geluirgener Unternehmung 3; Gefangene und zwei Maschineugeivehre zurück. F n u t des G e n e r a l o b c r st e n Erzherzog Josef. Außer reem Patrouiltenkampf. der vielfach zu für uns günstig verlau'nen Zusammenstößen mit dem Feinde führte, urrd zeitweise kbhaftem Artillericfeuer längs der Höhen auf dem Ostufer dr goldenen Bistritz geringe Gefechtstätigkcit. Im Oito-Tal Artillenekampf. Heeresgruppe des Gcncralfeld marschalls v o n M a ck c n f e n. Die 9. Tratte twt in fünftägigem Ringen die starken, «m6 mehrere verdrahteten Linien bestehctlden, zäh verteidigten Stellinge:! der Russen an mehreren Punkten durchbroacn, siwwestlich von Rimnicul-Sarat sind sie in eirer Breite von 17 Kilometern völlig genommen. Auch dir Donau-Armee brach durch Wegnahme ftarf verschanzter Dörfer in die Front des Feindes ein und zwing ihn zum Zurückgehen in weiter nördlich vorbereitete Wellungen. Die Kämpfe waren erbittert, der Erfolg ist der Tatkraft der Führung und vollster Hingabe der Truppe zu danken, die blntigcn Verluste drs Gegners sind s e h r g r o ft. Er liefe außerdem seit dem 22. 12. insgesamt 7 60 0 Gefangene. 27 Maschinengewehre und zwei M i n e n tat x f t r in der Hand der 9. Armee. Dir Gefangenenzahl bei der Donau-Armee beträgt über 1300. In der Dobrudscha sind im Angriff auf den Brückenkopf von Macin Fortschritte erzielt. Luftschiffe und Flieger- Geschwader wirkten mit Erfolg im Rücken des Feindes gegen wichtige Bahn- und Hasenanlagen. Mazedonische Front. Keine größeren Kampfhandlungen. Der Erste Generalgnartiermeister Ludendorff. * Der Abendbericht. Berlin, 27. Dez., abends. (WTB. Amtlich.) An West- und Ostfront nichts Neues. In der Großen Walachei ist Rimnicul Sarat genommen. Nordöstlich des Dojran-Sees sind englische Angriffe ab gewiesen worden * * " Neue Schlachte nsieae in Rumänien! In einer großen fünftägigen Durchbruchsschlacht wurde das russisch-rumänische Heer geschlagen und zum Rückzup in die Moldau, den nördlichen Zipfel Rumäniens, genötigt. Die deutsche Strategie hat einen Haript ab schnitt ihrer neuesten Pläne erfolgreich durchgeführt, und wir dürfen in die Stimmung wieder eintreten, der, nach dem Fall dpr rumänischen Hauptstadt, unser Kaiser in heller Begeisterung Ausdruck verliehen hat. Seit dem 6. Dezember, der Besetzung von Bnlärest, ist wiederum Großes geschehen. Die Feinde sind mit Mackensen- scher Schneidigkeit sowohl in der Walachei lute in der Dobrudscha verfolgt worden, und wenn man anfangs noch die Besorgnis hegen konnte, daß die Russen durch .Herbeischaffen von Hilfe die Lage zu unseren Ungunsten wenden könnten, so sind wir heute von dieser Unruhe endgültig defreft. Es hat sich erwiesen, daß unsere und unsere verbündeten Truppen nicht nur durch das Ueberraschungs- Moment der Hrndenburgischcn Strategie siegen konnten, sondern daß die Umgruppierung, die unsere oberste Heeresleitung seit der rumänischen Kriegserklärung vorgenonimen hat, uns dauernd die Ueberlegenheit im Osten sichert. Die zahlenmäßige Uebermacht der Russen fällt, das hat sich jetzt erwiesen, nicht ins Gewicht. Die letzten Kämpfe waren erbittert, der amtliche russische Bericht leugnet noch die erlittene Niederlage, aber er gibt doch Rückzüge zu und wird bei einer Würdigung des Gesamtergebnisses der Kämpfe die jetzt von ihm herausgestrichenen kleinen Augenblickserfolge mit anderen Augen ansehen müssen. Die französische Generalstabs- hilfe, die den Rumänen zugeteilt worden war, hat gänzlich versagt, und Hindenburg hält sich jetzt wieder an den alten Feind, den er zuerst auf dem Nordabschnitt des östlichen Kriegsschauplatzes entscheidend geschlagen hat. Sein prophetisches Wort scheint Geltung zu behalten: Der Kampf geht weiter, „bis auch der letzte Russe besiegt am Boden liegt". So ungefähr hatte sich der ehemalige Oberbefehlshaber der deutschen Ostfront ausgedrückt. Man darf den Satz nicht wörtlich nehmen, muß ihm aber den Wert und Ernst seines Inhaltes lassen. Besonders gegenüber der Rede Trepows und dem Verhalten der russischen Duma auf den Friedensvorschlag der Mittelmächte. Die diplomatischen Spiegelungen der letzten Tage, die lauten und leisen Auseinandersetzungen über die Anbahnung von Friedcnsverhandlungen hatten uns das Auge von unseren neuesten Kriegserfolgen im Osten etwas abgewendet. Die Glocken von Bukarest waren durch ein fernes Friedensgeläute in ihrer Wirkung übertroffen worden. Man sehnt sich allgemein nach einer Beendigung des blutigen Ringens, das alle Völker ermattet und in ihrer Zukunft bedroht. Aber das einseitige Ziehen am Friedensglockenseil hilft nichts. Die Feinde ziehen nicht mit, und die Aufmunterungen der Neutralen scheinen von ihnen in den Wind geschlagen zu werden. Wie wird die Rückwirkung auf das Volk sein, auf das unser Reichskanzler wiederholt das Hohelied des Stolzes und der Bewunderung angestimmt hat? Die Feiertage haben uns neue Einblicke, erweiterte Erkenntnis verschafft. Ja, die vielverfemte Pose des Hurrapatriotismus ist gänzlich aus deutschen Landen entschwunden. Man seufzt über die Mängel der Zeit, über schlecht gehetzte Eisenbahnzüge, über Verspätungen im Verkehr, über neue, einschränkende Verordnungen, über die Schtvere urtd Last des Daseins, man schaut umflorten Blickes in die künftigen Tage, in denen wohl neues teures Blut fließen muß, und erwärmt silch, darum an den Gesprächen über den kommenden Frieden. Aber es ist kein schwaches Geschlecht, das diese ungeheure Bürde trägt, lind nicht im Gefühl der Schwäche denken wir sehnsuchtsvoll an das baldige Ende des Krieges. Keineswegs ruhen die Hände müde vom „thränenvollen Streit", in allen Werkstätten pocht und hämmert cs, int Herzen ist man gerüstet auf die neue Fehdeansage der Feinde. Mag dann der Kriegswürfel noch einmal schwer dahinrollen — lange kann es doch nicht mehr dauern, bis die Feinde zu besserer Erkenntnis kommen. Kann das milde Wort es.nicht, so soll die Tat das deutsche Volk zu seinem Ziele führen. * * * Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 27. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 27. Dezember 1916. Oestlichcr Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. In der Großen Walachei nehmen die Kämpfe trotz dem Auftreten beträchtlicher russischer Verstärkungen einen günstigen Fortgang. Am unteren Eameatuliul wurde Raum gewonnen. Südwestlich von Ramnicul-Sarat haben die Truppen des Generals von Falkenhayn in fünftägiger Schlacht die stark ausgebauten Stellungen des Feindes in 17 Kilometer Breite durchbrochen. Es wurden hier seit dem 22. Dezember 7600 Gefangene (meist Russen) und 27 Maschinengewehre eingebracht. Die Einbuße des Gegners an Toten und Verwundeten ist außerordentlich groß. Heeresfront des Generalobersten Erzherzog Josef. Im Grenzraum östlich und nordöstlich von Kezdivesar- hely erhöhte Kmnpftatigkeit. Sonst bei hohem Schnee und Frost nur Geplänkel und Geschützfeiler. HeeresfrontdesGeneralfeld marschalls Prinzen Leopold von Bayern. Nordwestlich von Zaloeze brachten österreichisch-ungarische Abteilungen bei einer erfolgreichen Streifung 34 Gefangene und zwei Maschinengewehre ein. Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Begebenheiten. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v.Hofer, Feldmarschalleutnant. Die Antwort an vie Schweiz. Berlin, 26. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Der Staats- sekretär des! IAnswärtigen Amtes hat heute dem schweizerischen Gesandten in Beantwortung des Schreibens vom 22. ds. Mts. folgende Note übergeben: Die Kaiserliche Regierung .hat davon Kenntnis genommen, daß der schweizerische Bnndesrcrt im Verfolg einer schon geraume Zeck zurückliegenden Fühlungnahme mit dem Herrn Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika bereit ist, auch )emer)eit§ für die Annäherung der im Kampfe stehenden Völker und bae Erreichung eines dauernden Friedens tätig zu sein. Der Gerst wahrer Menschlichkeit, von dem der Schritt des scmvntze- rischen Bundesrats getragen ist, wird von der kaiserlichen Regierung nach' seinem vollen Werte gewürdigt und geichätzt. Vre kaiserliche Regierung hat den Herrn Präsidenten der Veremrgten Staaten davon unterrichtet, dhß ihr ein immcktelbarer Gedankenaustausch' als das geeignetste Mittel erscheint, um zu dem gewünschten Ergebnis zu gelangen. Geleitet von den Erwägungen, aus denen Deutschland srm' 12. Dezember hn Friedens Verhandlungen, die Hand bot, darf die kaiserliche Regierung den alsbaldigen' Zusammentritt von Delegierten sämtlicher kriegführenden Staaten an einem neutralen Orte Vorschlägen. In lieber ein st im mung intt dem Herren Präsidenten der Bereinigten Staaten von Amerika ist die kaiserlich,« Regierung der Ansicht, daß das große Werk der Verhütung künftiger Kriege erst nach Beendigung des gegenwärtigen Vö l ke r r i n ge n s nt Angriff genommen rverden kann. Sie wird, sobald dieser Zeitpunkt gekommen ist, mit Freuden bereit sein, an dieser erhabenen Aufgabe mitzuarbeiten. Wenn die ^Schweiz, die treu den edlen Ueberlieferungen des Landes sich bei der Linderung der Leiden des jetzigen Krieges unvergängliche Verdienste erworben hat, auch ihrerseits zur Sicherung des Weltfriedens beckragen will, so wird dies dem deutschen Volke und der deutschen Regierung hoch will- kominen sein. Amsterdam, 27. Dez. (WTB.) Die „Times" meldet aus Washington: Man hofft hier dringend, daß Holland, Schwede n und andere neutrale Staaten sich der Schweiz anschließen werden, um Wilsons .Friedensaktion zu unterstützen. Berichte aus Südamerika besagen, daß dort eine ziemlich starke Stimmung für derartige Schritte herrscht. In Nordamerika wird die Note vor der großen Mehrheit der öffentlichen Meinung gutgeheißen Oesterreich-Ungarn an die Schweiz. Wien, 27. Dez. (WTB.) Die Antwort, die der Minister des k. und k. Hauses und des Aeußern am 27. laufenden Monats an den schweizerischen Gesandten, auf die von diesem am 23. Dezember überreichte Note des schweizer.ischenBundesrats gerichtet hat, lautet: Der Unterzeichnete Minister des kaiserlichen und königlichen Hauses und des Aeußern hatte dile Ehre, die geschätzte Note ovm 23. des laufenden Monats zu erhalten, in welcher es Seiner Hochwohlgeboren, dem Herrn schweizerischen außerordentlichen Gesandten und Bevollmächtigten Münster Dr. Charles Daniel Bourcart gefällig war, auftraggemäß mitzuteilen, daß der schweizerische Bundesrat den Schritt zu unterstützen wünscht, welchen der Präsident der Vereinigten Staaten vvn Amerika bei den Regierungen der krieg- führenden Mächte behufs Beendigung des gegenwärtig g e n Kr ie g cs sowie dauernder Verhüttmg künftiger Kriege unternommen hat. Die hochherzigen Anregungen des Präsidenten Wilson haben bei der k. und k. Regierung eckte durchaus sympathisch^ Aufnahme gefunden, nwlchc auch in der, der hiesigen amerikanischen Botschaft gestern übergebenen, hier abschriftlich beigeschlossenen Antwort zum Ausdruck gelangt. Indem der Unterzeichnete Minister des kaiserlichen und königlichen Hauses und des Aeußern Seiner Hochwohlgeboren, den Hern: Schweizerischen Hsesandten zu ersuchen sich beehrt, dieses Schriftstt'ick zur Kenntnis des schweizerischen Bundesrates bringen z!n wollen, gestattet er sich!, beizufügen, dast die k. und k. Regierung in der Unterstützung der Friedensbestre- bung des Präsidenten Wilson von seiten der eidgenössischen Regierung den Ausfluß jener edlen und menschenfreundlichen Gesinnulu g erblickt, svelche die Schweiz seit Kriegsbeginn allen kriegführenden Mächten gegenüber an den Tag zn legen und sie in so reichem und so wirksamem Maße in die Tat umznsetzen beflissen ist. Der Unterzeichnete Minister des kaiserlichen und königlichen .Hauses und des Aeußern benützt zugleich auch diesen Anlaß, um Seiner Hochwohl geboren dem Herrn Schweizerischen Gesandten den Ausdruck seiner ausgezeichneten Hochachtung zu erneuern. Eine schwedische Friedensnote. Amsterdam, 27. Dez. (WTB.) Nach dem „Daily Tele-» graph" ist eine schwedische Note in allen Hauptstädten der kriegführenden Länder überreicht worden. Gedankenaustansch zwischen den Gegnern. London, 27. Dez. (WTB.) Das Rentersche Bureau erfährt, daß ein Gedankenaustausch zwischen den Hauptstädten der Alliierten über die Beantwortung der deutschen Fri-o- densvorschläge im Gonge ist. Der Entwurf einer Note ist in Paris vorbereitet worden rmd bildet jetzt den Gegenstand einev Erörterung zwischen den verschiedenen Ministerien, lieber eine Beantwortung der amerikanischen 9dote ist bisher nichts entschieden worden. Aber es ist unlvahrschernlich, daß ein amtlicher Schritt mit Beziug auf die amerikanische und die schweizerische Note gv-, schieht, bis die Mlliirrten die deutschen Vorschläge beantwortet haben. Das Rcüutersche Bureau erfährt weiter, däß die britisch)? Regierung keine .Note von Schwaden über den Frieden erhalten hat, wie gemeldet wurde. Berichte aus Schweden lassen aber aimeta men, daß eine Note zu erwarten stehle Dte russische Duma und Wilson- Rote. Petersburg, 27. Dez. (WTB.) Meldung der Petersburger Lelegraphen-Agentur. Der Dumapräsident Rodzi- a u k o erklärte in Bezug auf Wilsons Note, der Augenblick sei noch nicht gekommen, in Verhandlungen zum Ab- schluß des Friedens einzutreten. Von einem solchen könne erst nach einer völligen Niederlage Deutschlands die Rede sein, wenn sich die Möglichkeit bietet, einen Frieden zu schließen, der die Welt gegen ein neues Blutvergießen für die Zukunft sichert. Der Duma-Abgeordnete Miljukoff sagte, unter den gegenwärtigen Bedingungen könne keine Rede von irgend einer Intervention oder Vermittelung sein. Vorschläge an Rußland könnten zu keinem Resultat führen, da sie für beide Parteien unannehmbar seien. Der Abgeordnete Shingarefs sagte, die .Handelsinteressen Amerikas überwögen seine militärischen Ziele. Der Anschluß Amerikas an eine der kriegführenden Parteien sei wenig wahrscheinlich, da dies Verwicklungen zwischen Amerika und Japan herbeiführen könnte. Kopenhagen, 26. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Blättermeldmig aus Petersburg geht die Reichsduma am 30. Dezember in die Weihnachts fetten. Die Sitzungen sollen am 22. Januar wieder ausgenommen werden. Der sozialistische Nationalkongreß in Frankreich. Paris, 26. Dezember (WTB. Nichtamtlich.) Die Agence Davas meldet: Zu der Atzung des sozialistischen Nationalkon-, greises waren, wie üblich, einige Führer der sozialistischen Parteien des 2lnsl arides etngeladen. dlbgeordneter Mistral begrüßte die Genossen Vandervelde, Henderson, Roberts imb Rubano- witsch, den Vertreter der Partei der revolutionären Sozialisten Rußlands. Ter englische Minister Henderson und das Unterhansmitglied Roberts hielten Reden in englischer Sprache an die Versammlung, die verdolmetscht wurden und in denen sie erklärten, daß der Krieg bis zur Sicherung ei netz! dauernden Friedens weitergeführt werden müsse. Vandervelde überbrachte dem Kongreß den Gruß der belgischen Sozialistenpartei. sowv-A der Sozialisten, die Zuflucht auf französischem Boden suchen mußten, wie derjenigen, die in dem besetzten Belgien geblieben feien. Der Redner erklärte, man müsse den Kamps fortsetzen, bis zur Befreiung Belgiens, Serbiens und der französischen Provinzen und bis man einen endgültigen Frieden ohne erzwungene Annexionen haben könnte, der den kleine n Staaten die Freiheit gebe, über ihr Schicksal zu entscheiden, !ernen Frieden, der die Niederlage des Cäsarentums bringe und die Wiederherstellung der Arbeiter-Internationale ermögliche. Nach diesen von häufigem Beifall ausgenommenen Reden ging der Kongreß zur Erörterung der finanziellen Berichte über. Paris, 26. Dez. (WTB.) Meldung der Agence Havas.) Der sozialistische Kongreß erörterte vormittags die Teilnahme der Mitglieder der sozialistischen Gruppe an den parlamentarischen Arbeiten. Verschiedene Abgeordnete setzten ihre persönliche Stellung zum Parlament auseinander. Der Abgeordnete Compere Morel kritisierte die Teilnahme von Sozialisten an der Regierung, sprach sich jedoch für die Beibehaltung vvn Albert Thomas in dem gegenwärtigen Ministerium aus, denn sein Rücktritt würde einen ungünstigen Eindruck auf die öffentliche Meinung machen. Der R^>ner fügte hinzu, in einem Augenblick, wo sich die diplomatischen Noten mehren, ist es von Wichtigkeit, daß Frankreich nicht entmutigt wird. Die Stimme der Geschütze darf nicht schweigen, oder man darf nicht glauben, daß sie nachlaßt. Die Regierung beschloß. Io f fre in Anerkennung seiner hervorragenden Dienste die Würde eines Marschalls von Frankreich zu verleihen. Die Kritik an der Kriegführung in Frankreich. Rotterdam, 27. Dez (WTB. Nichtamtlich.) Der „Nieuwe Rotterdcrmsche Courantt meldet aus Paris: Im „Petit Parisien" beklagt Tardieu die gegenwärtige Methode des Zusammenwirkens der Alliierten, die 'er als kindisch bezeichnet. Er trittfür den Vorschlag Hennessys ein, einen Generalstab der Alliierten einzusetzen. Artillerie die von ltntS östlich der Dörfer Atpnica Tolrm und Swistelnicki besetzten Hohen. An der Grenze der Moldau gewannen die rumänischen Truppen im Tale des Kasrnflusses eine der gestern verlorenen Höhen in glänzendem Angriff zurück. Kaukasussro nt: Es ist nichts von Bedeutung zu melden. Rumänische Front: Der Feind machte in der Nähe der Quelle des Suschitz-Flnsses in der Gegend von Dragoslawle erbitterte 'Angriffe, wurde aber durch Gegenangriffe der Rumänen abgenneien, die drei Maschinengewehre erbeuteten. An der Quelle des Rynimie-Flusses drängte der Feind unsere vorgeschobenen Abteilungen zurück, die sich auf die Hauptstellung zurückzogen. Im Tale des Kilnau-Flusses westlich von Rimnieul Sarat wurden alle Angriffe des Feindes durch unser Feuer zurück gewiesen. Im Laufe des'ganzen Tages machte der Feind mit beträchtlichen Kräften eine Reihe von Angriffen, an der Front FUipesti—Lichcotianka, die unter schweren Verlusten für ihn znrückgeschlagen wurden. Besonders erbittert wurde bei Filipestr gekämpft. Da dieser Ort von der feindlichen Artillerie in Brand geschossen worden nxrr, wurde er von uns aufgegeben. In der Dobrudscha Feueraustausch auf beiden Seiten. Trepow im Hauptquartier. Amsterdam, 27. Dez. (WTB.) Nach einem hiesigen Blatte meldet die Londoner „Times" ans Petersburg, daß Premierminister Trepow in das kaiserliche Hauptquartier reiste, und daß man in parlamentarischen Kreisen die Reise mit wichtigen Aendernngen im Kabinett in Verbindung bringt. Ein Gefecht in Aegypten. Lori dorr, 27. Dez. (WTB.) Amtlich ivevd-en über das Gefecht bei Maghdabek in Aegypten vom 23. Dezember weitere Einzelheiten nritgeteilt, die tvahrscheinlich die Endziffern darstellen. Insgesamt wurderr 1350 Gefangene gemacht, darunter 15 Offiziere. Erbeutet wurden 4 Gebirgs- und 3 Krupp-O^eschütze, eine große Zahl Gewehre, 100 000 Patronen, einige Geschützmunitiöü, eine Anzahl von Pferden, Kamelen, Telephoumaterial, Aus- rüstungsgegenstände. Die ganze in den Kampf verwickelte Streitmacht belief sich auf 1000 bis 2000 Mann, so daß die ganze Streitmacht so gut wie vernichtet wurde. Weiter südlich rückte eine unserer fliegenden Abteilungen durch den Milta-Paß, wobei ein Verteidigungswerk des Feindes am Ostende des Passes zerstört nnd seine Lager bei Sudr-el-Heitan nnd sechs Meilen weiter vorwärts bei Nekhl in Brand gesteckt wurderr. * * * Der italienische Eisenbahnverkehr. Bern, 27. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Nach Mitteilung! des italierrischen Verkehrsministeriums werden zur Kohlenersparnis eine große Anzahl weiterer Personenzüge, auch solche nach dein Auslande, fortfallen. Tie italienischen Bahnen werden dann täglich nnr noch 120 000 Kilometer fahren, während sie vor 'dem Ausbrnch des Krieges ans 206 000 Kilometer täglich kamen. * * .* Die Krörruttgsseierlichkeiten in Budapest. Wien, 27. Dez. (WTB.) Der Kaiser und die Kaiserin sind heute früh mit großem Gefolge zu den Krönungsfeierlichkeiten nach Budapest abgereist. Budapest, 27. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Der'König und die Königin haben heute unter dem Jubel der Bevölkerung und unter dem Donner der Salutschüsse ihren Einzug in die Hauptstadt gehalten. Die Einzugsstraßc vom Bahnhof bis zur Burg war reich geschmückt. An verschiedenen Stellen waren mächtige Triumphbogen errichtet. Eine aus zahlreichen Mitgliedern des Abgeordnetenhauses und des Magnatenhauses bestehende Abordnung begab sich unter Führung des Kardinal-Fürstprimas Chernoch zum König, um ihm im Namen des Reichstages das K r ö n u n q s d i p'l o m zu überreichen, in welchem der König durch seine Unterschrift erklärt, die Verfassung getreu beobachten zu wollen. Der Kardinal hielt eine Ansprache, in der er bat, das Krönungsdiplom zu unterfertigen und zu gestatten, daß auch die .Königin gekrönt werde. Der König erklärte, er werde seinen Entschluß bezüglich des Krönungsdiploms morgen kundgeben und gab! seine Zustimmung zur Krönung der Königin. Die Abordnung begab sich hierauf zur Königin, die erklärte, daß sie mit Freuden die Bitte des Reichstages erfülle, sich nach altem Brauch und Herkommen als Königin krönen zu lassen. Erfolgreiche Luftkämpfe. Berlin, 27. Dez. (WTB. Nichtamtlich/' Am 26. Dezember schosse^ brnsere Flieger neun feindliche Flugzeuge ab. Hiervon sind sechs hinter imseren Linien abgestürzt, oder zur Landung gezwungen worden, ein weiteres liegt zertrümmert etwa 50 Meter vor unserer vordersten Linie. Ter Absturz und die Zertrümmerung der restlichen zwei hinter den feindlichen Linien konnte einwandfrei durch Beobachtung auch von der Erde aus sestgestellt werden. Eine ganze Reihe weiterer Abschüsse Üt noch gemeldet. Sie sind in dieser Aufstellung noch nicht berücksichtig weil nähere Einzelheiten noch ausstehen. Wir verloren zwei Flugzeugs, eins im Lustkampf, eins durch tödlichen Absturz. Die Hauptkampffätigkeit der Flieger spielte sich in der Somme- gegend ab. Die Leistung der deutschen Flieger ist um so bemerkenswerter, als die Witterung durchaus ungünstig war. An der ganzen Westfront herrschte Regen und Schneegestöber. * Der ruffifch-rumänifche Rückzug. Kopenhagen, 27. Dez (WTB. Nichtamtlich.) £ einem halbamtlichen Petersburger Telegramm heißt es üb die Auffassung russischer Militärkreffe bezüglich d russrsch-rumänischen Rückzuges: Die russis, rumänischen Truppen ziehen sich nach Norden zurück ui ließen rn der Dobrudscha nur noch Nachhuttruppen zurü Das Hauptziel besteht darin, einen vorzeitigen Zusamme stoß mit dem Feinde zu vermeiden, da der Plan des russisc rumänffchen Oberkommandos darin besteht, die Streitkrä intakt zu halten, damtt die Operationen unter günstig Bedingungen wieder aufgenonrmen werden können. Der bulgarische Bericht. Sofia, 27. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Bericht des Genera stades vom 27. Dezember. Mazedonische Front: In einigen Abschnitten d Front starkes Attülettefeuer. Im Vardar-Tal mtb in bet Ebe- von L-erres wirkungslose Tätigkeit der 'feindliche Attillerie ^ Nn m änische Front: In der Dobritdscha beschossen sein lrche Momtove Jsoccea, Tuloea und Mahmudia. Die vierte Dibisö ^Preslaw) hat nach äußerst hartnäckigem und erbittertem Kamt den Höhenkamm von T a i l o r evobert und in Verfolgung des si zurückziehenden Feindes den Ausgang aus den Wäldern südli von Lukawitza gewonnen. Im Verlause der letzten Kämpfe h diese tapfere Division 1250 russische Gefangene gemacht und vi Maschmengewehve sowie über 2500 Gewehre erbeutet. Der türkische Bericht. K-onstantinopel, 27. Dez. (WTB.) Amtlicher Heere bericht vom 26. Dezember. Kaukasusfront: Auf den, linken Flügel führten wir e solgreub einen Ueberraschun gsangttff gegen die feindlichen Vv posttnlmien aus und erbeuteten dabei Munition, Graben kamt Werkzeuge, Ansrüstungsgegenstände und anderes .Kriegsmateric Uniere Truppen kehrten befehlsgemäß in ihre Gräben zurück, nac dem fte außer dem feindlichen Lager die Stellungen zerstött m rngesteckt hatten. An den anderen Fronten kein wichtiges Ereignis. Der russische Bericht. Westfront. Der Feino belegte die Gegenden der Dorf Pen,an uno Mauajow sowie den Gakalwca-Wald nachdrückli mit Attitiettefeuer. Südlich von Brzezany beschießt die feindlic! Der Seefrieg. Ein U-Bootsheld. Berlin, 27. Dez. (WTB.) Wie wir hören, verlieh der Kaiser dem Kapitänleutnant Max Balentiner, Kommaw- dant eines U-Bootes, in Anerkennung seiner hervorragenden Erfolge im U-Bootskrieg, den Orden Ponr le merite. Berlin, 27. Dez. (Priv.-Tel.) Der mit dem Orden „Ponr le m6rite" ausgezeichnete Kapitänleutnant Valentin er hat mit seinem Unterseeboot nicht weniger als 122 Schiffe mit insgesamt etwa 282000 Bruttoregistertonnen zum Sinken gebracht. Darunter bestndet sich ein französisches Kanonenboot, ein Truppenttansportdampfer, ein Kriogsmaterialtransportdanipser, ein französisches Unterseeboottransportschiff und 14 beladene Kohlendampfer. Valen- üner hatte dabei auch zahlreiche Gefechte mit bewaffneten eindlichen Schiffen zu bestehen und eroberte Lwei Geschütze, die er mit heimführte. Er war es auch, der rm Hafen von Funch a l seinerzeit die Schiffe „Surprise", „Cenbourough" und „Dacia" zur Versenkung brachte. Nachdem er damals die feindlichen Schiffe bereits mit Erfolg angegriffen und beschossen hatte, rückte er auf etwa 4000 Meter an die Stadt heran und nahm auch die .Hafenanlagen erfolgreich unter Feuer. ♦ Berlin, 28. Dez. Laut Berliner „Lokalanz." wird aus Bordeaux gemeldet, daß 20 französische Handelschiffe Bewaffnung gegen Unterseeboote erhalten werden. Hamburg, 27. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Der norwegische Dampfer „Aamet" (1362 Br.-R.-T.), der eine Ladung Kunstdünger von Norwegen nach England bringen ollte, ist als Prise nach Hamburg eingebracht worden. Bern, 27. Dez. (WTB.) Nach dem „Temps" wurde der italienische Dampfer „EManuele Accame" (3442 Tonnen) von einem U-Doot versenkt. Die Besatzung wurde in Marseille gelandet. B e r n, 27. Dez. ^WTB.) Der italienische Dampfer „A n - gelo Parodi" (3825 Br.-R.-T.) ist von einem U-Boot versenkt worden. Am dem Reiche. Berlin, 27. Dez. (WTB.) Die für die p r e u ß i sche n Beamten erfolgte Erhöhung der einmaligen Kriegsteuerungszulagen zu. Anfang Januar 1917 und Erhöhung der laufenden Kriegsbeihilfen zu Februar 1917 wurde durch einen Erlaß des Reichskanzlers auch für die Reichsbeamten angeoronet. Aus Stadt und Land. Gießen, 28. Dezen,ber 1916. \ Fleischerzeugung. / Bum Präsidenten des Kttegsernährungsamts von Batocki. Während im feindlichen Auslande weite Ackersttecken 1916 unbestellt ,n Stoppeln und Unkraut lagen, war in Deutschland trotz Knappheit at die besondere Aufgabe, dafür zu sorgen, daß das überall geschieht, nnd etwa bestehenden öttlichen Mißständen abzuhelfen. Die Entschuldigung, daß die Vettetzimg von Berfütternngsverboten unvermeidlich sei, um das Vieh nicht hungern oder cm Gewicht abnehmen zu lassen, ist also heutzutage unter keinen Umständen stichhalttg. Wer unter solchem Vorwände Nahrungsmittel versüttett, die der menschlichen Ernährung abge- liesett werden sollen, weil sie für diese unbedingt notwendig sind, der versündigt sich, vielleicht oft, ohne es sich selbst recht llar zu machen, schwer am Baterlande und gefährdet an seinem Teil unser Durchhalten im Kttege. Jeder hat im Gegenteil die Pflicht, der be- stimmungswidttgen Versütternng von Nahrungsmitteln, und wo er davon erfähtt, entgegenzutteten. * ** Amtliche Personalnachrichtein. Der Großherzog hat am 23.Dezember den Privatdozenten Tr. Karl Uller inj Gießen Amn außerordenüichen Pwseffor bei der Philosophischen Fakultät der Landesuniversrtat Gießen ernannt. Der Großherzvg hat am 23. Dezember den Regierungsbaumeister August Lorenz aus Bockenheim bei Frankfurt a. M. #imt Kulturrngeuieur mit Wirkung vom 1. Januar 1917 an ernanM. L. U. Von der Landesuniversität. Der Ordinarius in der medizinischen Fakultät der Landesuniversität Prof. Dr. Trendelenburg, hat einen Ruf an die Universität Tübingen erhalten. — Der Großherzog hat den Privatdozenten Dr. Karl Uller zum außeretatsmäßigen außerordentlichen Professor bei der philosophischen Fakultät unserer Landesuniversität ernannt. L. U. Die Landesuniversität hat zum Weihnachtsfest eine dankenswerte Schenkung zugunsten der Universitätsbibliothek erhalten. Herr Geh. Kommerzienrat Dr. Adolf C l e m m iu Mannheim hat seinen früheren Sttstungen zum Gedächtnis seines früher in Gießen wirkenden Bruders Prof. Dr. Wilhelm Clemm (gest. 1883) die Summe von 2000 Mk. hinzugefügt. Dem Wunsche des Stifters enb- sprechend wird aus diesem Bettag ein neuer Katalog der gesamten mit der Universitäts-Bibliothek verbundenen Clemm- schen Bibliothek aufgestellt und in Druck gegeben werden. ** Wagen Anforderung für Militärgut und Privatgut. Um zu verineiden, daß mä,* Verladung eines Wagens Mit Militärgut oder Privatgut für die Militärverwaltung, der über die Werterleittmgsstelle ins Feld oder in das besetzte Gebiet geleitet lverden soll- der Ablauf dadurch aufgehülten wird, daß die Begleitpapiere MM der Frachtbttefprüsungsstelle noch nicht vorgeprüft sind, irrüffen bei derartigen Wagen die Versender mit der Wagenau sorderungj bei der Linienkommaichantur gleichzeitibg die Vorprüfung der Begleitpapiere durch die Fvachtbttesprüftmgsstelle vornehmen lassen. Tie Prüfung der Begleitpapiere muß unter allen Umständen vor der Beladung des Wagens erfolgt sein. Bei Sendungen mit Militärgrit oder Privatgut für die Militärverwalttmq nachi Otten! innerhalb der Heimat ist mir die Wagenanforderung bei der LiTneükommandantur erforderlich. Für den Bezirk der Eisenbahn-Direktion Mainz besteht die militärische Frcnhltbriefprüfungs- stelle in Main-, Münsterplatz 4, II, Fernsprecher: Militäraml Mainz, Telegrammadresse: Milfraprü. ** Aus dem Stadttheaterbureau. Es sei besonders! hingewiesen auf die Freitag-Aufführung der drei liebenswürdigen neuen Einakter von Ludwig Thoma „Die kleinen Verwandten", „Dichters E hüe n t a g", ,,B ra u t s ch a tf", da es die letzte Aufführung der prächtigen Stücke ist. Der Einakterzyllus macht gegenwärtig die Runde über die größeren Theater Deutsch' lands, nachdem imsere Bühne eine der allerersten getvesen ivar, dis denr Dichter zum Wotte verholten hatte. — Am Süvestei Llbend findet keine Vorstellung statt, wohl aber am 31. Dezember, nach, mittel**, die dritte AuffWrimg des Märchens vom „Daumen- I u t f ck e r", für die wiederum starke Bormeldungen einlaufen. Die beiden ersten Vorstellungen Ratten ausverkaufte Häuser erzielt. Städtischer Hut ter v er kau f. Die städtischen Verkaufsstellen (Molkerei Gebr. Gricb) sind ant 1. Januar 1917 ge* schlossen. Tie HeuryÄi'everargten der BwtnnrrkKnbezirke 1, 2 und 3 n*eii>nt deshalb die ilmen zusftchende Butter Dienstag, den. 2. Januar 1917 erhalten. ** Städtischer Eierverkauf. Freitag, den 29. Dezember 1916, rverden ftcr die Brotmarkendezirkc 1, 2, 7. 8, 9, 10, II und 12 Eier misgegeben. Landkreis Gießen. *• Beuern, 27. Dez. Gefreiter Ludwig Otto in der l. Batterie Landw.-Feld-Art.-Rgts. Nr. 13 wurde mit dem Eisernen Kreuz 2 Klasse ausgezeichnet. O Lich. 27. Dez. Das Eiserne Kreuz 2. Kl. wurde Metzger- meisüer Chanstian Iiau, Unteroffizier der Landnx'h-r bei einer Fufzartilteriedatteric, verliehe:!. Mit der Hessischen Tapftrkvits- nudaille wurde er bereits früher ausgezeichnet. b. Stein buch, 28. Dez. Nackidem gemäß Verfügung der obersten Schulbehörde die Fortbildungsschulen in freu Landotten geschlossen werden sollten, ivandten sich aus freiem Antrieb eine Ang-aN Eltern von solcl^en Schülern, welche bei der Arbeit abkömm- lich sind.' mr den Schulvorstand, Schritts zu unternehmen, daß unsere Fortbildungsschule aufrecht erhalten nnirde. Dem daraufhin gestelÜen Anträge wurde in diesen Tagen die Ge ne Huri gang zuteil, und so loird hier mit rund 25 Schülern der Fortb-ilduirgsunterricht lvettevgefLbtt. ** Trais-Horloff, 27. Dez. 'Der Schulderw>alter Fritz Berg wurde in den Kämpfen an der Somme mit dem Eisernen Kreuz 2. Kl. ausgezeichnet. Berg mar vor seinem Eintritt zum Militär im März 1916 Sck.sulverwalter in Rabertshausen. •* Weitershain, 27. Dez. Mit dem Eisernen Kreuz 2. Kl wurde ausgezeichnet der Gefreite Wilhelm Keller, der in der 1. Batterie des Landw.-Feld-Art.-Rgts. Nr. 13 kämpft. Kreis Büdingen. da. Büdingen, 27. Dez Seit 21. März 1916 hat die Zentralgenosienfchast der Hessischen Landmirtschastlicben Konsumvereine werter <388 Zentner Kleie aus Mühlen unseres Kremes und 3879 Zentner Kleie aus auswärtigen Mühlen in Gemeinden des Kreises Büdingen geliefert. # ® lauberg, 27. Dez. Zum Kricgsgerichtssekretär betör- dert wurde der Militärgerichtsasststent H. B e ch t o l d in Darmstadt, Sohn deS hiesigen verstorbenen Volizeidieners Becdtold. r. Hirzenhain, 27/Dez. Auch am diesjährigen Weih- nachtsseste wurden die Arbeiter des hieftgen Eisenwerkes mit air- sehnlichen Geldqeschenken bedacht. Jo nach der Dauer der Arbeitszeit betrugen dre Geschenke 10, 20, 3s) und 40 Mark. Manckxw Familienvater, der mit mehreren Söhnen hier arbeitet, brachte eint schöne Summe, die er in dieser Zeit wohl gebrauchen kann, zu Weihnachten nach Hause. 4- Ortenberg, 27. Dez. Gestern begingen unter allgemeiner Beteiligung der ganzen Gemeinde die Eheleute Johann Heinrich D a h m e r und Dorothea, Katharina, Elisabeth geb. Schmidt er das Fest der Goldenen Hochzeit. Tie Feier auf besonderen Wumck nachmittags um 2 Uhr im Hause statt. Es war«l dazu der Kirchen- und Stadlvorstand und die Mitglieder des Ortsgerichtes ersstftenen, auch die gräflichen Herrschaften roaren erschauen. Pfarrer Kahn überreistüe im Namen des Kirchcn- vocstandes, dem der Jubilar gerade 25 Jahre angehört, ein Bild, im Namen der obersten kirchlichen Behörde ein Gesangbuch mit entsprechender Widmung und Glückwunschschreiben, im Namen des Gvoßher»ogs, in Anerkennung der Berdienste des Jubilars eine Photographie mit eigenhändiger Nomcnsunterschrist und hielt dann eine Ansprache. Mit Einsegnung, Gebet und Segen schloß die Feier. Bürgermeister Hebbel sprach sodann im Namen des Stadtvorstandes und Ortsgerichtes, dem der Jubilar 17 bezw. 26 Jahre angehört. Kreis Alsfeld. X Alsfeld, 27. Dez. Am 1. Weihnachtsfeiertag wurde in der hiesigen Milvurgiskirche Johann Sebastian Bachs „Weih na chtso ra toüium" durch den Evangelischen Mrchengesang- verein cmfgefühtt. Als Solisten wirkten mit: Frau E. Bollow- Heineck (Aly, Frau E. MKler (Violine), Herr Pfarrer Eh. Möbus (Tenors, Herr K. Brabender (Baß) und Reallchrer Dotter (Orgel). Außer dem Kirchengesangverein war noch ein größerer Kinderchor bei der Aufführung tätig. The geräumige Kirche war Ns in den letzten Winkel besetzt; viele Besucher mußten mit Stehplätzen vorlieb nehmen. Nachdem ungefähr der dritte Test des prächtigen Werkes vorgetragen war, versagte plötzlich die elektrisch. Lichtanlage, und Mitwirkende und Gemeinde saßen im Dun kein. ■ Es bwrr ein (Rück, daß der Christbaum noch brannte, sonst hätte leicht eine Panik entstehen können. Die Gemeinde mußte ent lassen und die Aufführung des Werkes verschoben werden. Das ärgerliche Vorkommnis ist umso bedauerlicher, als die elektrische An läge in der Krche schon nahezu 8 Tage nickt in Ordnung ist. 4h W e t t s a a s e n , 27. Dez. Die Hessische TapserkeitSmedaille erhielt der hiesige Lehrer Herm. Roth. Kreis Schotten. 2 Schotten, 27. Dez. Das Kriegsehrenzeichen erhielten die am hiesigen Veoernslazarett bediensteten Damen Irl. Huber, Fchar Weiß und Frl. Eise. — Bei der Kreissammelstelle kriegswirtschaftlicher Gegenstände sind eingegangen: 39 Zentner Brennes- seür, 61 Z^rtner Obstkerne, 51 Zentner Bucheckern, 27% Zentner Kastan i en, 1% Zentner Teeblätter, 4972 Zentner zinnhaltige Gegenstände und 1% Zentner Altgummi. Der Kreis ist in vier Sanrmel bezirke eingettstl, Leiter derselben sind die Lehrer K r ö l l Schotten, B a u m - Bobenhausen II, K e l l e r - Ober-Seemen und Massivg-Lanbach. Die Kreisleitung liegt in Händen des Gvoßh. Schulrates A. Feuerbach. 4h Eschenrod, 27. Dez. Das Efferne Kreuz erhielt der Wehrmann Georg Reih im Res.-Jnf.-Rgt. 116. Freienseen, 27/Dez. Eine freudige Weihnachtsuberra schnng erhielt Daniel Keller, Gefreiter im 116. Infanterie-Regiment. Seit Anfang des .Krieges im Feld, wurde er am ersten Ostettaq ds. Is. schwer verwundet und war hier über die Feiettage aus dem Lazavett zu Besuch, als für ihn das Eiserne Kreuz hier ankcmr. Die Hessische Tapsttteitsmedackl? hat er schon früher sH Land ach, 27. Dez. Mit regem Fleiß haben sich auch in unserer Gemeinde am Einsammeln von Kastanien, Buchecke rin, Brennesseln ufw. teils Erwachsene-, teils Schul- fmbrr beteiligt. So wurden im Laufe des Jahves bei der hiesigen Sammelstelle, die unter Leitung von Lehrer Mas sing steht, ern- geliesert an Altpapier: 70 Zentner, an ZnTetfchensteinen: 29 Zentner, an altem Blech: 46 Zentner, an Drennesseln, erngesammelt vcm Lehrer Doll: 7 Zentner, an Kastanien: 27 Zentner, an Bucheckern: 15 Zentner, an Weißdornfrücht m: 5 Zentner, eingesammelt durch Kreisstvaßenmeister Sommerkorn ,. c # Michelbach. 27. Dez. Das Eiserne Kreuz erhielt der Musketier Bischofs im Jns.-Rgt. 99. Kreis Lauterbach. •• Bernshause ii, 27. Dez. Andreas Schäfer von hier, der vor kurzem erst zum Unteroffizier in der 1. Batterie des Landw.- Feld-Art. Rgts. Nr 13 befördert wurde, wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Starkenburg und Nheinhessen. — Darmstadt, 27. Dez. Die Stadt plant die Errichtung einer Fettgewinnnn gs anstalt, in der die aus den stadti- fchen Schlachtungen gewonnenen Knochen und sonstigen Abfälle entfettet werden sollen. Die LlAsschveibungen zu dem Bau der! Mafchinenaiftageu sind bereits erfolgt. Hessen Nassau. - Frankfurt a. M , 27. Dez. Bei der Bergfahrt wurde das Schiff „Vereinigung. Mannheim Nr. 58" von der Hochwasser strömuug anr Neubau der Mainbrücke auf einen Pseilerst iim ps getrieben. Bis jetzt gelang es nNckneren Dampfern noch nicht, das FaHrzeug flott zu nmchen. Tie Sck?iffahtt erleidet durch den Un fall eine cnchettiche Störimg. , ^ Langenselbold, 27. Dez Der fast 40 Jahre hun tqtig gewesene Kautzor Fritz Schleucher ist m Hanau im Alter von 71 Jahren gestorben. Schteucher hat in -ahlreichen Bedern und Artikeln das Kin^igtal mit seinen Burgen und Naturscköw- heiteu besungen. Mit besonderer Borliebe behandelte der begabte Heimatdichter die Ronneburg bei Büdingen und die geschichtliche Vergangenheit von Gelnhausen. Gictzenev Stadtthecrter. Der Bursche des Herrn Oberst. Lustspiel von Pordes-Milo und Harrt) Pohlmaittt. Ob dieses Lustspiel zu Anfang des Krieges entstander^ ist ^oder in nackfträgsicher Umarbeitung aus den großen )welthistorischen Hintergrund zngesckmitten ist, bleibt sich ganz gleich. Ans jc-den Fall lvevden die Beziehungen zum drohenden Kriegsausbruch nur als treibendes Moment verwertet und nickst als Anlaß zu unangenehm theatralisch ausgeputztem Patriotismus genonmven. Das ist ähnlichen. Sllücken gegenüber ein entschiedener Vorzug, der nicht un- aeb-ncht bleiben soll. Im übrigen handelt es sich, um eine recht ge- chickte Siktuattonskomödie in der Art „Herrschaftlicher Diener gesucht", rrur daß die Situationen hier weniger kraß, dafür aber auch nicht ganz so lebendig sind. Jetzt nach den Feiertagen, wo eine gewisse iMüdigkeit Platz greift — man konnte das auch an dem chnxichen Besuche der Vorstellung bemerken — beansprucht man keine Lluffülmung, die-eure angestvengte geistige dhrteilnahme erlangt, und so erwies sich das Stück als gcmz^ gut gewählt. Dre Rollen snrd darrkbar und verlangen keine AbMeichung von althergebrachten, festliegenden Gestaltungen. Kein Wunder, daß daher frei sottenr Spiel die Leistungen recht anspve>ck>end waren. Karl Steinmeycr hatte die Aufgabe, als Bursche des Herrn Obersten seinen bürgerlichen Beruf als erfolgreicher Romanschriftsteller mit der Rolle eines Kompagnietülpels zu verdecken, da er (Gründe l>at, im Haufe des ObersvNi unerkannt zu blerven. Es ist die (beschichte von dem jungen Mann, der eines Jugendstreiches wegen nach Amerika geht, sich dott ehrlich hochbrrngt und der unerkannt zucückkehrt. Karl Steinmeyer führte die Doppelrolle aesckftckt durch und errang sich lebhaften Beifall. SckMuck und schneidig )var Ernst Theiling als Ulanen-Leutnant. Sem Spiel verdiente ebenso wie seine Regieführung cTjdicfre Anerkennung. Ebenso stellte Wilhelm Hellmuth einen tresflichen Oberstz Bally Scheidler machte aus seiner Tochter cm zielbewnßtes sympathisches Mädchen und Helene Kall mar verstand-es auch diesmal wieder, den deutschen Backftsch mit seiner ganzen lieblichen Anmut crusz-ugestalten. Mit starker Betonung des Läck^ettichm feer* half Linse Telosea der konnschen Lllten zu gutem Erfolge. Erwähnt feuert nod; Elli Do-rn'höfer als Frau Oberst, Hermine W v s s i d l o als Zimmermädchen, Kutt L e r ch als Lergeant Kimmei und Hans Werthmann als Postamtsvorjteher. Die Aufführung wirrde in guter Stimnamg und mit reichem Beifall enlgogengenommen. _ zz - Dermiicbiei. Erdrutsche und Ueberfchrvnnmur.grn in der Schwei;. * B e r n , 27. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Immer neue Nachrichten treffen aus allen Teilen des Laiides, besonders aus dev W e st s ch w e i z über Erdrutsche und U e V e r s ch w e m m u n - g e n ein Die Bahnlinie Bern—Schwarzenburg ist eine Strecke weit unterbrochen. In Champery ist die Lage noch immer gefährlich. In einem Hotel liegt der Schlamm bis in den zweften Stock. Beim Ansgang des Simplon-Tunnels riß eine Lawine mehrere Hütten weg. Der Mutten-See ist an einem einzigen Tage 86 Zentimeter gestiegen. Das untere Broye-Tal ist ein einziger See. Bei Romont ist eine Mauer auf 30 Meter eiugestürzt. Die Straße Romont— Boulog ist auf eine große Länge verschüttet. Die Saane ist ebenfalls über die Ufer getteten Der Schutzdamm wurde weggeschwemmt. ^ * Wie reich war Fürst Henckel von Donners- marck? Nach seinem Vermögen und Einkommen nahm Fürst Henckel von Donnermarck under den Privatpersonen in Deutschland nächst Frau Bettha Krupp von Bohlen und Halbach dre zweite Stelle ein. Es belief sich sein Vermögen im Jahre 1908 bereits auf 187 Millionen und dürfte 1910 die Höhe von beiläuftg 197 Millionen Mark erreicht haben. Was sein Einkorntnen an geht, so bezifferte es sich 1909 aus 12 Millivnen Mark im Jahre. Das Verniösen des Füchten setzte sch aus sehr verschiedenartigeu Bestandteilen zusammen. Bon seinem Oftundbefitze, dessen Gchamt- ausdchnuno 21942 Hektar betrug und unter dem Grundbesitz der obechchSesifchen Magnaten die sechste Stelle einnahm, hatte cr den größten Teil durch, die fretben Fideikommisse Klein-Z vglin und Repten gebunden, deren Wett zusammen rutid 11 Millionen Mark dachlellen dürfte. Ungel-eure Wette hatte der Fürst bckanntlch in der Eisen- und Bergwettsiirdustrie, doch, betrieb er die Epen- industrie nicht mehr direkt, sondern hatte seine Hütte an die Bismarcklmtte verkauft, während er den Bergbau auf eigene Reckrruiig sottsetzte. Einen sehr beträchtliche Teil seines Vermögens Ijcrtte Fücht Henckel ferner in Terrains, Bankbeteiligungen usw. angelegt. Das ungeheure Wachstum seines Vermögens würde niemals erfolgt snn, hätte nicht die Kohlen- und Eisenindustrie Obechck.lchiens im letzten Jabrhundett einen so richenhaften Lluf- sckwung geiwmmen. Das Vermögen betrug im Jal/rc 1895.96 71 Vttllioncn Mark, sank dann in den sol,senden Jahren um mehrere Millionen, sprang aber im Jahre 1899 infolge der Hoch- konjrmktur des Jahres auf '85 Milliorren. Bon da an vollzog ch das Wachstunl in schnellem Maße, bis 1908, wie bemerkt, die gttoaltige Summe von<187 Millionen erreicht wnrd?. Ta gleicktzeftig amt, das Einkommen des Füchten sich von 3 Mcklionen aus 12 Millivnen Matt im Jahre erhöht, und der greise Magnat seine AnspttlckL ans Leben in dieser Zeit MeiseNos nicht wenig ver- ändett hat, sv inuß Fücht Henckel im Läufe der Jahre auch« noch ganz wesentliche Ersparnisse lxrben machen können. In der 'Tat hat es, wie Rudolf Mattin bemerkt, in ganz Tentschtland keinen Privatmann gegeben, der so viel flüffiges Geld hatte, wie dieser fürstlicke Gvoßindustttelle. Ein Dutzend Millionen Matt oder auch andettbalb Dutzend hatte er ri-gelmäßig bei den Großbanken liegen, und sein Geld spielte zu gewissen goldtturppm Zeiten für die deutschen Groschanken eine rocht beducchanre Rolle. Er war der Mann in Deutschland, auf den am meisten das Wvtt paßte: „er hat Geld wie Heu." Von Jnterchse dürste ein Vergleich.! zwischen der Bewegrmg des Vermögens und Einkommens und der Frank- ftrtter Rotlchchilds, der Frau Bettha ^ttupp und des Fürsten Henckel sein. Ta zeigt sch denn, daß das Rothschildsche Vermögen, das 1895 noch 204 MiNionen betrug, im Jahre 1908 auf 107 Millionen herabgegangen war. In dechelben Zeit lratte sch das Kruppsche Vermögen von 119 auf 187 Millioncm vermeint und Fürst Henckels Vermögen ivar von 71 Millionen auf 177 Millionen angechüv-oUen. Im Verlause von noch nicht 15 Jalwen war also eine sehr weseittlche Verschiebung des Berhältniffes zwischen diesen drei Großvermögen eingetteten: das Kruppsche Bermö^pm ^hatte die Führinig übernommen, Fiirst Henckel war an die pveite Stelle aerüekt, und das nch 1895 bei weitem an der Spitze marschierende RiMchildsche Vermögen war weit auf den dtttten Platz zuttick- gedrückt. Was das Einkommen angeht, so erreichte das Rvtl^ sckiiDsche seinen Höhepunkt im Jahre 1896, wv es sich auis 7 Millionen belief, Fürst Heirckel hatte damüs nur 3 Millionen Jalireseinkommen, aber das Kruppsche Einkommen belief sch de reits aus 8 Millionen. 1909 stellte sich das Verhältnis so, daß das Kruppsche Einkommen 14, das Henckelsche 12, das Rothschildsche 5 Millionen im Jahre betrug. Zum Vergleiche mach angefülut sein, daß das weltberühmte Fuggersche Vcwmögeu fernen Hiihepuntt tm JMrc 1546 mit 4 3 A Millionen Gulden erreichte, ein Bettag, der 33 Millionen Matt gleickLomMt. Gmiz winzig Imll imö diese Summe freut neben einem Vernrög.nr. wie dem dtt> verstorbenen oberschlesischen Magnaten erscheirren, aber fteilch ist zu bedenken, daß die, Kaufkraft des Geltes in jener Zeit ans vielen ©efrieten ungleich bedeutender war, als dies heul der Fall ist . * Sparsames Heizen. Aus wirtsch/rftlichei' Gründen fft sparsames Umgehen mit dem Heizmaterial dringend geboten. Vor allem muß der Töpfer daft'ir sorgeu, daß der Zug im Ofen mck.t z» statt sei, denn dabei geht viel Hitze verloveu. Durch, häufigem Lüften erwärmt sick. frisch' Lust viel bessiu und sckmeller, äls verbcanckste. Man soll ferner die Heizung ständig reguluwen: es gibt cuch im *Winter winriger kalte Tage, an betten man mit ivenrg Breimmaterial auskommt tmd dock,! eine belxaglche Durchwärmt mg der Wvhnrövme rc^tdt. Man ziehe deshalb früh beim auch den Thermometer KU Rate. Es ist falsch, an jedem Morgen Asche aus dem Feuerloch zu nehmen. Je nach der Größe Feuerungsraumes lasse man die Äsche wie eine .prattnch Mitarbeiterin der Wvchorschrift „Dv-e Blatt qehött der Haunirau' rät — ruhig 8 bis 14 Tage sich! ansammttn. Die Glut hält )*L> dann viel besser und länger, als in einem völlig ausgeräumten 'Feuerloch,. Eine p«seit1liche Ersparnis aber kann man erzielen, werm der Ofen über Nach mch vollkommen auskichl. z»oet Preßkohlen genügen vollkommen, den Open vor einem völligen Erkalten über eracht zu schützen. Man wickelt diese in eine mehrfache Sckrchl ZeitungSpapier ein trüb drückt sie abends, vor dem ?,n btttgehen, in die noch, vorhcnrdene Glut, lehnt aber dft Tür zum Feuerloch nur an, ohne sie fest zuzuschrmiben. Tie PregtöhiM verbrennen in dieser Einpackung ganz allmählichl, haltet den Ofen warm, und man kann morgens mit der vorhandenen Glut iveiter- Man spatt dabei also nicht nur an Heizmaterial da ia nrch ein völlig erkatteter Ofen, sondern eät nock) leidlich warmer LfteF angeheizt loird —, sondern auch an Holz und Feueranzündern «iechttche Nachrrchten» Israelitische Nrligionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag, den 30. Dezbr. 1916. Vorabend 4.30 Uhr. Morgens 9 Uhr. Abends 4.50 und 5.25 Uhr. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschast. Sabbatteier den 30. Dezbr. 1916: Freitag abend 4.10, Samstag vorm. 8.30, nachm. 3.30 Uhr. Sabbatausgang 5.26 Uhr — WocyengotteSdienst: morgens 7 10, nachm. 4 00 Uhr. Meteorologische Beobachtungen der Station Siehen. hb | 1816 Ippl 5 - 3Z 2 's « Q ft 5s 9 * & ,l| II 6© 03 l ■e > 4 i ‘O c Z CE wed s /3Q " ® «gsS Wetter 27. rl - 3.1 52 95 8 Bew. Himmel 27. 9" — 1,0 47 95 — — 0 28. 7 1 - -1.3 4,1 98 10 Nebel Höchste Temperatur am 26. bis 27. Dezember 1916: + 4,1* 0. Niedrigste * „ 26. . 27. , 1916: ft- 0,7" 6. Niederschlag 0,0 mm. wöchentl. Uedersicht der Todesfälle i. -.Stadt Sichen. 50. Woche. Vom 10. bis 16. Dezember 1916. Einwohnerzahl: angenommen zu 33100 (inkl. 1600 Mann Militär). Skerblichkeitsziffer: 2b,l3°l 0 ,. Nach Abzug von 10 Ortsfremden: 9,43 "/„. Zus. (?t- Kinder Es starben an wachsene tm 1. Lebensjahr vom 2 b:S 15. Sehr Altersschwäche 1 1 — — Tivlstherie 2(2) 1 (1) — 1 (1) Rose 1 1 — — Lungentuberkulose 2(1) 2(1) — — Sonstiger Tubettulose 1 (1) — — MD Lungenentzündung 3(2) 2(1) — Kl) Krankheiten des Herzens anderen Krankheiten des 1 1 KD Nervensystems anderen Krankheiten der 2(2) KD Verdauungsorgane 1(1) Kl) — — Krebs 1(1) KD — — Verunglückung (Vergistnnq) 1 — — 1 Summa: 16(101 11 (6) — 5(4) D n m.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Veröffenttichung des Großh. Kreisgesundheitsamts Gießen. Dr. W a l g e r, Med.-Rat. Letzte Nachrichten. Deutsche U^Bootc an der porMgiesischen Mste. Genf, 28. Dez. Nach einer Liffaboner Meldung des „Pettt Parisien" wurde vom Leuchtttl-rm Sagres ein deutsches^ U-Boot von gewaltigem Umfange gesichtet; Sagres liegt an der äußersten Südspitzc der pottugiesiscben Küste. FriedenSbestrrbungen dcr skaitdinavischkn Sozialisten Kopenhagen, 28. Dez. Nach Mitteilung in „Sozialdemokraten" bestehen Verhandlungen der skandinavischen Sozialisten mit jenen der Ententeländer zur Förderung der Friedensbcstrebungen. Neue Anregungen seien ans London ergmrgen, von denen der große Londoner Sozvv listenkongreß gleich nach Neujahr Zeugnis geben werde. Auch in der Behandlung des deutschen Friedensangebotes und der Wilscmsckien Note in den Ententeländern werd< man Spuren davon merken. Die FriedenSanregungen. Bern, 28. Dez. Zu der schweizerischen Friedensnote berichtet der „Bund" von nraßgebeuder Seite, daß der Vermittelungsschritt der ainerikanischen und der helvetischen Republik durchaus nicht vereinbart war. Der Bundesrat hatte am 18. November durch den schweizerischen Gesandten den Präsidenten der Bereinigten Staaten bitten lassen, daß man ihn davon unterrichte, falls Wilson eine Friedenskundgebung erlasse. Diese erbetene Mitteilung ist denn auch der schlvei- zerischen Gesandtschaft gemacht worden. Neuorientiening Amerikas? Basel-, 28. Dez. Wie die „Natiomch;eitung" aus Washington meldet, verlautet in dortigen Kreisen, daß die Note des Präsidenten Wilson möglicherlveise einey 11m- schtvung in der Potittk d-er Bereinigten Staaten herbeiführen iverde, indem diese ihre tradittonelle Politik der Isolierung aufgeben lverdc. Die Ablehlmng der Note Wilsons durch die Presse der Entente lmbe in den amerikanischer Regierungskrcisen keinerlei Eiitdruck gemacht Bannfluch des Metropoliten von Athen gegen Penizelos. Lugano, 28. Dez. In Athen smrd eiw ungeheure Demonstration von über 100 000 Personen gegen Berrizeios statt, deffev Bild verbrannt rmnäe. Ter Rtettvpolit sprach einen Bann stuft gegen den Verräter Benizelos aus. Tie gefarmte Volks meng« stimmte in die Fluchnwtte ein. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Betr.: Feststettung der ^ckuvcttbrtt'eiter in rndnstttellen Bettte- ben, bei der ©tfenhafrn, Pe'st und itmfttgeu Behörden Der in der Bek«imrtmachlrng des stell vertreten den Generalkommandos des 18. Mmeekorps vom 22. Dezember d. I. vei> öffentlickft im.KraiMatt Nr. 168 vom 27. Dezeml'er, vorgescbttebene Termin ist aus den 30. d. MtS. vettangett morden. Hinter dem abgedrnckten Muster ist der Satz einznsügm' „Gefan gen e Sch wer star beiter sind besonders avf- znfü bren." Gießen, den 27.Dezember 1916 GwßkcrzoglicheS Kreisamt Gießen. I.B.: Langermann. Mein lieber, treusorgender Mann Heinrich Schmall ist heute morgen Uhr nach kurzer, schwerer Krankheit im 62. Lebensjahre sanft entschlafen. In tiefer Tr&uer Frau Minna Schmall Ww. Giessen (Löberstr. 19), den 26. Dezember 1916 9184 Beerdigung Freitag nachmittag 3 Uhr auf dem Neuen Friedhof. — Blumenspenden sind nicht im Sinne des Verstorbenen. je öefudbt Eintritt 2 &ai l 1917 3. Weiuert, Neuenw. 9. 9194 Gesucht eine saubere ordentl. Laussrau od. Mädchen für täglich von 9 Uhr bis gegen 2 Uhr d. Frau Httttenberger gewerbsmäßige SteUenver Mittlerin. Selterw. 67. [9196 Zuverl. Person evtl. Frau od. Mädchen z. Austragen von Zeitschriften sofort ges. Pfeiffersche Buchbandlg., Walltorstraße 21 . 1014067 Suche sofort ein tüchtiges Dienstmädchen Heiland, Butzbach, Weißlerstraße 19. 0X4044 11 1 Möbl. Zimzner\ 014M7 J Zum 1. Jan. ein saub. fleißiges und gut empfohlenes Dienstmädchen ges. Pension Minerva, Wetzlarer Weg 15. Pension BrandlNenen Bäne22 «Bellevue)Zim.m. mohneBer- vfleg. f. jede Zeitdauer. Mrt- u. Abendlisch. Elektrisch tag .. Licht. Bad. Tel. 1085. [9081 Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben _ unseres lieben Kameraden Herrn Heinrich Schmall geziemend in Kenntnis zu setzen. [ 9183 c Die Beerdigung findet Freitag, den 29.Dezbr., nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Der Vorstand. Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß unser innigstgeliebter Bruder, Neffe und Vetter Hcmgllk Freiherr m MM zur Meniiu am 17. ds. Mts. den Heldentod in Feindesland infolge einer schweren Verwundung erlitten hat. 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Gtehen, den 26. Dezember 1916. 9159 D pfarrer Anstoß, Bshter Jann, Pfarrer Hahr, Landgorichtsrat genenhagen, We iah amtier Schwan, Kaufmann Loots Wolff. 8 . (235. KönigL Preußische) Klassen - Lotterie Die Ziehung dieser Lotterie beginnt wieder am 9. Januar. l i! f i| ll B 18' 14 12 11 pro M.5.- M. 10.- M.20.— 1.40- sind zu beziehen durch die Ktf ni^lich Preußischen Lotterie-Einnehmer in Gießen; Bnchacker Flimm Legier Neuen Bäae II Walltorstr.63 Süd-Anlage 5 Fernsprecher 877. Fernsprecher 237. Fernsprecher 82. Ziehungslisten für alle 5 Klassen 60 Pfg, bei freier Zusendung und vorheriger Zahlung. (9174 Eiserne Kinderbettstelle, Kinderwagen und Kinder- Klavpstubl, billig zu verk. Seltersweg 83,1. St. 1°""* Verschiedene Artikel, wie Ldlke, Farben, Leime und Fettmaren stehen zum Verkauf wegen Einberufung bei Hermana Roth, Nioder-Ohmen, Ober- Hessen. [9177 Giessen Bahnhofstr. 60 a. 45 Ld. Die nächsten V«-» Vr u. 1-Jahres-Kurse beginnen am 3. Januar. 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