Nr. z«i- D« «iefttatr Siijd«u «scheml täglich, aufeer Sonntags. - Beilagen: MetzenerKamNienblStter; Rreirdlatt kdr öev Lreit Sietzen. vezuzrpeeis: msnstl. SO Pf.. Vierteljahr!. Mk. 2.65-. durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 80 Pf.: durch die Post Mk. 2.45 viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Fernsprech- Anschlüsse: iur die Schristleitung112 Verlag,Geschäftsstelleöl Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Elfter 8Iott Postscheckkonto: S'Tontfnrta.in. H6S6 Freitag. 22. Dezember IW General-Anzeiger für Oderyessen vankoeriehr: Sewerbebank Stehen SwiNmgrrllNd-ruck ».Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- u.Stein6ruderel R.Lange. Schriftkettung. Seschästsstelle ».Druckerei- Schulftr. 7. 0»ll ? . die Tagesnummer dis Ul>n Nachmittag vorher. Zeilenpreir, f. Llnzeigen: örtlich 20 Pf.. Ber- inietungen u. Stellengesuche 15Pf., auswärts 25 Pf., b. Platzvorschrift 30 Pf., Reklamen 75 Pf^, bei Platzvorschrift 90 Pf.. Hauptschristleiter: Aug., Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aug. Goetz. Stadt unb^ Land, Vermischtes u.Ge-i richtssaal: Fr. R. Zenz., Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. an Der Nachhall von Lloyd Georges Rede. (AnttMI^ Trotzes Hauptquartier, 21. Dezember. es*«» ^Westlrcher Kriegsschauplatz. vttxtSQxuvpe des Generalfeldmarschalls sr-J?Rupprecht von Bayern. .. » tt « rras wurden englische Abteilungen, die rn unseren vordersten Graben nach starkem Feuer eingedrun- gen mären, durch Gegenstoh hinausgeworfcn. S o m m e - Ufern begünstigte klare Sicht die Kampftatrgknt der Artillerie, die in einzelnen Abschnitten N« zu grober Heftigkeit steigerte. ^ lwn Villers-Carbonnrl brachen Garde- Grenadrere und ostprrubische Musketiere in tiefem Wirkungs feuer stark zerstörte feindliche Stellungen und kehrten nach (Sprengung einiger Unterstände mit vier Offizieren und sechs- P*unn als Gefangene, sowie einem Maschinen- gemehr befehlsgemäß in die eigenen Linien zurück. , .Ä zahlreichen Luftkämpfen und durch unser Ablvcbr- sener büßte der Feind im Sommegebiet sechs Flugzeuge ein. Fr o n t des Deuts che n K r o n p r i n z t n. . . zumeist geringerem Artilleriefeuer keine Jnfan lertelatlgkelt gröberen Umfanges. An der Ais ne-Front wurden mehrere französische Patrouillen zurückgewiesen. O e st l i ch e r Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold vonBayern. Zwischen Dünaburg und Naroczsee nahm zeit- der Geschützkampf bedeutend zu. Angriffe russischer Abteilungen nordöstlich von Goduzischki und nördlich des D rp sw ja ty- S e cs scheiterten verlustreich. Am Stochod. nördlich von Helcnin, versuchte der Russe vergeblich deutscher Landwehr.Boden zu entreißen, der vor wenigen Tagen in die eigene Stellung einbezogcn worden war. Front des Generalobersten Erzherzog Josef. Vlermaltger russischer Ansturm bei Mestecanesci, auf vem Ostuftr der goldenen Bistritz, brach an der Widerstandskraft österreichisch-ungarischer Bataillone zusammen Werter südlich wurde der Gegner aus einigen Postenstellnn gen Zurückgetrieben. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. In der groben Walachei verstärkte sich das Artilleriefeuer am Gebirge. Die Dobrudscha-Armee warf den Feind aus einigen Rachhittstettungen. Mazedonische Front. Deutsche Jäger hielten die viel umkämpftcn Höhen oft uch von Parolowo im Cernabogen gegen starke französische Angriffe. Der Erste Geueralguartiermeister Ludcndorff. Der -ibendberr.cht. Berlin. 21. Dez., abends. (WTB. Amtlich.) Autzer Artillcriefener in einzelnen Abschnitten an keiner Front gröbere Kampfhandlungen. Unsere Feinde haben alsbald nach der Ueberreichung des Friedensvorschlages wie ans Verabredung in die Welt hinansgeschrsecn, dieser Schritt zu Friedensverhandlungen sei eine Täuschung, eine Heuchelei, hinter der keine ernstliche Absicht stecke. Dieser Vorhalt ist es, der jetzt die Taktik einiger deutscher Zeitungen beherrschst. Einiger, denn weitaus die Mehrzahl, in der alle Parteifürbungen vertreten sind, hat nach Lloyd Georges Rede abgelassen, zu überzeugen, zu beteuern, zu beschwören. Die vereinzelten Blätter, die es noch tun, glauben vermutlich klugzu handeln, wenn sie an- denten, die Brücken zum Entschluß der Verständigung seien noch nicht alle abgebrochen. Denn dann könnte, so ist vielleicht ihr Gedankengang, das feindliche Ausland nicht mehr die Anklage unterstreichen, es sei uns mit dem Friedensangebot gar nicht ernst gewesen. Da atmet man aber, ivie uns dünkt, in einer arg beengten diplomatischen Stubenlust. Was würde die Folge sein, wenn die gesamte öffentliche Meinung ein solches Verhallen an den Tag legte? Man würde auf uns wie auf charakterlose Hausierer weisen, die sich durch eine Tür hinanswerfen lassen und zu einer anderen den Kopf, wieder hereinstrecken. Nein, Lloyd George und seine verbündeten Kollegen haben ganz klar und 'deutlich gesprochen. Auch Leute und Politiker mit minder starkem Ehrgefühl könnten bcn Grundton der Antworten unserer Feinde nicht überhören. Wir warten noch auf die formelle Antwort, gewiß, auf die gemeinsame Antwort der feindlichen Staaten, die nach deni „Temps" von Frankreich abgefaßt und nach einer weiteren Meldung am Sanis tag den Mittelmächten überreicht werden soll. Aber wir erwarten durchaus kein offenstehendes Tünchen inehr, durch das wir, als vorläufig tüchtig abgekanzelte Angeklagte, zu den Konferenztischen gehen könnten. Die angedeutete Unnatur diplonratischer Wortedrechslerei waltet, wie wir erfreitt feststellen, nur in ganz vereinzelten Zeitungen, sie waltet nicht einmal in der maßgebenden sozialdemokratischen Presse. Denn der „Vorwärts", dessen Stimme wir gestern bereits zitterten, ist irr aner- kennenswerter Weise bemüht, die Schiltd am Scheitern der Verhandlungen England urrd seinen Verbündeten vorzuhalten und nachzuweisen. Zwar glaubt das Blatt nicht — und darin hat es vielleicht recht — an eine glatte M- lehnmrg in der gemeinsamen Note der Entente: Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 21. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird vcrlantbart: 21. Dezember 1916. O e ft l i ch c r Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschallö von M a ck e n s e n. Im Gebirge der Ost-Walachei erhöhte Artillerietätig- keit. H c e r e s f r o n t des G e n e r a l o b e r st c n Erzherzog Josef. Auch gestern versuchten die Russen, sich des Tunnel- stützvunktes bei M e st i c a n e st i zu bemächtigen. Fünf von starkem Artilleriefeuer begleitete A n st ü r m e sch e i t e r t e n an der zähen Ansdauer des tapferen k. und k. Landsturn,- Gendarmerie-Regiments bei vortrefflicher Mitwirkung untrer Artillerie. HeeresfrontdesGeneralfeldmarschalls Prinzen Leopold vonBayern. Bei den k. und k. Truppen verlief der Tag ruhig. „Man wird sogar als zicnstich sicher aunehmen können, das; dre Ententemächte nicht die politische Tunrmheit begehen, ihre Ablehnung des deutschen Friedensangebots offiziell damit zu begründen, daß sie keine Luft zum Verhandeln hätten, daß sie Deutschland bestrafen, den preußischen Militarismus vernichten wollen uff. Aber wenn sich die AnWvrtiwte darauf berufen »vird, daß die deutsche Note keine BedirHuugen enthalte, so wissen wir jetzt yach Lloyd Georges Rete genau, daß dies «eiben nur ein Vorwand ist. Ter wirkliche Grund bex Ablehnung ist der, daß Deutschland überhaupt verhandeln wollte, statt sich.be- din g u ngs los zu unterwerfen. Dafür bleibt Lloyd Geor gcs Rede unanfechtbarer Beweis, mag die Note der Enteilte lauten wie sie will." Das ist kalt und vernünftig ausgedrückt. Es sind die nüchternen Tatsachen. Aber diese erlauben uns nicht, jetzt mit unseren Gegnern noch sanftmütige Zwiegespräche zu führen. Die „Köln. Bolksztg.", das bekannte Blatt des Zentrums, äußert sich sehr zutreffend: „Es-wäre der höllischste Witz der Weltgeschichte, lvenn ein Volk wie wir, das in diesem größten aller Kriege unerreichte Proben seiner Größe und Stärke, seiner Tapferkeit und seines Opfergeiftes, seines Organisationstalentes und seiner Disziplin abgelegt hat, von seinen Feinden „vernichtet" werden sollte! Und der Ruf nach Frieden, der am 12. Dezember so vernehmlich vor a^er Welt erhoben wurde, wird ttotz allem nicht zur Ruhe kommen, sondern wie ein Menetekel vor dem Angesichte verblendeter Völker stehen, die sich um der „Hoffnung" willen, das Kttegsglück vielleicht doch noch zu wenden, nun weiter in Heka tomben zur Schlackstbank führen lassen. „Nun, nachdem unsere Friedenshand schnöde zurückgewiesen, wird, werden tvir alle unsere reichen und gefürchteten Kräfte verdoppeln und verdreifach".!, und das ganze Volk wird van! seinen verantwortlichen Leitern die uneingeschränkte, durch greitendste Anwendung oller Kampsnrittel begehren. „Der Michel muß jetzt mit de n Fäusten siegen, mit der Z u n g mag Fr unterliegen.'" Nun erst recht: „Tie Herzen zu Gott, die Fäuste auf den Feind!" Mit der ^nnge mag er unterliegen, das heißt, in seichte' Rechthaberei, in die niedere Polemik unredlicher Eintagsgeister brauchen wir uns nicht mehr einznlassen. Es berührt uns sympathisch, daß wir auch in der demokratischen Presse Deutschlands ein Blatt gefunden haben, das sich vornehmlich in der Zurückweisung der englischen Lästerungen und Zumutungen anszeichnet, nämlich die „Berliner Volkszeitung". Sie erklärt: „Wir sollen also wehrlos machtlos geniacht werden, danrit unsere Unterdrücker dann — ohne die fatalen Steuern und den noch fataleren Kriegsdrill — herrschen, schmarotzen, faulenzen können."' Und im Anschluß daran holt das Blatt höchst zeitgemäße und wirksame historische Erinnerungen hervor. Was hätte wohl Friedrich der Große gesagt, wenn man ihm gegen Ende des Siebenjährigen Krieges unter beleidi genden Drohungen zugemutet hätte, sein Heer zu entwaffnen und seine Artillerie ansznliefern! Unsere Lage ähnelt der seinigen etwa vom Jahre 1761, als er die Kriegsmüdig feit seiner Gegner sich vergebens hinter anschwellendem Schelten und Drohen verstecken sah. Seinem Bruder Heinrich diesen Sachverhalt vor Angen führend, folgerte er kurz und klar: „Man muß sich also rüsten, ihnen entgegentreten, und )we wir uns bis zu diesem Augenblick gut gehalten haben, so müssen wir das Werk krönen und noch einen Feldzug auf die schon geführten fünf folgen lassen. Ich hoffe also: daß Sie als guter Patriot sich eifrig bemühen werden, Kinn Abschluß des Friedens beizutragen." (20. 3.1761.) An den englischen Minister Pitt schrieb er am 3. Juli 1761: „Zwei Triebfedern bestimmen mein Handeln: die eine ist das Ehrgefühl, und die andere das Wohl des Staates, den der Himmel mir zum Regieren gegeben hat. Diese schreiben mir zwei Gebote vor: einmal, nie etwas zu tun, worüber ich M errpten hätte, wenn ich meinem Volke Rede stehen müßte, und sodann, für meines Vaterlandes Heil und Ruhm den letzten Tropfen meines Blutes hinzugeben. Mit solchen Grundsätzen hielt Rom sich aufrecht gegen Han- nibal nach der Schlacht von Cannä: mit solchen Grundsätzen behauptete sich Eure große Königin Elisabeth gegen Philipv II. und die unüberwindliche Flotte: mit solchen Grundsätzen hat Gustav Wasa Schweden ausgettchtet und den Tyrannen Christian aus dem Lande gejagt: und mit gleicher Seelengröße, Tapferkeit und Ausdauer haben dre Pttnzen von Oranien die Republik der Niederlande gegründet. Das sind die Vorbilder, denen ich zu folgen ent- chlossen bin." Aber bedarf es denn heute überhaupt historischer Vorbilder? Als ein Volk, das sich siegreich behauptet hat unh «ich durchsetzen kann, sollten wir in dieser Aussprache mit verblendeten Feinden unserer Ehre etwas vergeben? Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts von Belang. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant. * * * Die Antwortnote der Entente. Berlin, 22. Dez. Laut „Voss. Ztg." wird die Note Entente in Beantwortung des Friedensangebotes der der Mittelmächte am Samstag übergeben werden. Aus dem englischen Unterhause. Rotterdam, 21. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) „Nieüwe Rotterdamsche Courant" Meldet aus London: Der neue Ackerbau- minister Prothero legte gestern im U n t e r h a u s e seine Pläne über die Vermehrung der Erzeugung von Lebensmitteln dar. Brachliegendes Land soll bestellt werden. Die Behörden werden ermächtigt, Land zu enteignen. Die Landarbeiter sollen gezwungen werden, das Land nach Vorschrift zu bebauen. Ter Unterstaatssekretär des Handelsamtes sagte im Unterhause, daß von Januar ab eine große Beschränkung des Passagierverkehrs aus den Eisenbahnen cinttete^ werde. Die Fahrpreise sollen um 50 Prozent erhöht werden. „Times" meldet, daß infolge des geringen Kohlenvorrats gewisse Industrien, wie Brauereien und Brennereien, eine sehr beschränkte Menge von Kohlen zugewiesen, erhalten werden. „Manchester Guardian" warnt vor Anwendung von Zwang bei dem neuen Nationaldienst. Das Blatt erinnert daran, daß auch bei dem Munitionsgesetz die Zwangsbcstinrmungen'eine schlechte Wirkung gehabt haben. Kaiserliche Auszeichnungen. Großes Hauptquartier, 21. Dez. (Amtlich.) Ter Kaiser verlieh (bent (Kronprinzen von Bayern, das Eichenlaub zum Orden „Pour le ms rite" mit folgendem! Handschreiben : „Unter Eurer Königlichen Hoheit hervorragender Führung in ernster Lage sind die französisch-englischen Angriffe 'zuin Stehen gebracht, der Durchbruch gescheitett, die Schlacht an der Somme für uns gewonnen. Nur dadurch wurden die vernichtenden Schläge in Rumänien ermöglicht. Es ist mein Wunsch, meiner dankbaren Anerkennung hierfür dadurch Ausdruck zu verleihen, daß ich Eurer königlichen Hoheit das Eichenlaub z^rm Orden „Pour le merrtck^ verleibe." Wenso hat der Kaiser dem Generallcutinant von! Kühl in Anerkennung seiner während der schweren Kämpfe an der Somme als Chef des Generalstabs der Heeresgruppe Kronprinz von Bayern bewiesenen Umsicht und voraus sch au enden Fürsorge das Eichenlaub zum Orden Pour le msttte verliehen. Berlin, 21. Dez. (WTB.^ Ter Kaiser verlieh dem Oberstleutnant und Mteilungsches im Gcneralstab des Feldheeres Bauer den Orden Pour le mente. lieber das neue Ministerium in Oesterreich schreibt der „Tag": Der neue Ministerpräsident Graf Heinrich C l a in - M artin i tz, der unter dem kurzen Ministerium Körper Merbau- minister war, ist ein hervorragendes Mitglied des tschechisch- feudalen böhmischen Hochadels. Er hat die Kabinettsbildung übernommen, weil Tr. Spitzmüller sich> bei der Durchsetzung des vom Grafen Stürgkh hintcrlassenen Programms für den Ausgleich mit Ungarn unüberiviirdlichjm Sch.rierigleiten auf der Seite verschiedener parlameiuattscher Parteien in Oesterreich gegenübersah. Insbesondere hieß es erst kürzlich, daß Tr. Karl' Urban, etr Führer der deutschen Fortschttttspartei in Böhmen, die Ueber- nahme des Handelsministerüims abgelehnt habe, weil er die Verantwortung für dem von Spitzmüller-Stürgkh vorbereiteten Ausgleich! mit Ungarn nicht übernehmen wolle. Daß mm Dr. Urban unter dem Grafen Clain-Martinitz als Handelsminister in das Kabniett einttttt, läßt daraus schtteßen. daß der Weg, den Stürgkh und Sprtzmüller zum österreichisch-ungarischen Ausgleich einschlagen wollten, verlassen und ein anderer, d:mr österreichichen Interesse günstigerer versuchit werden soll. Tie parlanrentarisch: Form der Erledigung kommt indessen wohl auch! für das neue österreichische Mrnisterium nicht mehr in Frage. Es kann sich also mir unt Unterschiede von sachlicher Bedeutung handeln. Tie Zugehörigkeit des neuen Ministerpräsidenten ,vu einer der bedeutendsten und einslußveichisten Parteigruppen in Böhmen läßt daraus schließeil, daß auch gewisse Fragen des seit Jahrzehnten vergeblich/ gefuchsten Ausgleichs der Nationalitäteu. in Böhmen entschlossen angegriffen und einer mögliche Lösung zu- geführt n>erden sollten. Wem: die bis vor kurzem noch! unbe- dml-.t tschechenfreundliche Haltung des (öraferr Clam-Martinitz etwa dle Befürchtung erwecken könnte, daß diese Lösungen in einem der deutschen Sache nicht sehr günstigen Sinne gemacht werden möchten, so stehe dem — abgesehen von den Erfahrungen der Kriegszeit, die gerade aus den böhmischen Feudaladcl sehr merklich eingewirkt haben sollen — die Tatsache der Ernennung zweier Minister ent- gegen, die seit jeher das deutsche Interesse in Böhmen vertreten haben. Außer Dr. Urban, dem Führer der deutsch -n Fortschtttts- pcrrtn, ist auch Tr. Baernreicher ins Kabinett berufen worden cm Vertreter des immer gut deutsch rnrd vor allem sehr bündnisq treu gesinnten verfassungstreuen Großgnmdbesitzes in Böhmen seine BetrauNng mit einem Ministerium ohne Portefeuille deutet daraus hm, daß ihm im Kabinett besondere Ausgaben zugedacht 'Ind. Desc können Nur mit der Lösung der nattonalen Streitfvagen m Böhmen zusmnmenhängen. - Wien, 21. Dez. WTB. Nichtamtlichst Die „Wiener Zeitung" schreibt über „Die Ziele der Regierung"- Tie Herstellung voller versassullgsmäßigcr Zustände, die Schaffung der notwendigen Voraussetziingen hierzu, die Ebnung des Weges Mm Parlament wird das hohe Ziel der R'egttrung bleiben In Verfolgung dieses Zieles lvird sie ihn- anf die Erlangung dauernder Bestimmmigen abzielenden Anträge stellen. Unter den nach- sten Ausgaben der Regierung bcstndet sich der AbscÄutz des Per - ttages zwischen deii beiden Staaten der Monarchie über ihy wirtschaftliches Verhältnis sowie die Anbahnung engerer Wirt- schaftliä-er Beziehungen zu oem deutschen Reiche. Dem Parlament werden diese zusammenhängenden Angelegenheiten, sowie die nrit anderen Staaten «bzuschließirnden Handelsverträge baldmöglichst zarr Genehmigung vorgelegt werden. Die politische und wirt- Aaftliche Konsolitierung Oesterreichs, die Zuasnnnensassung der Kräfte aller den Staat bewohnenden Nationen, die Lösung der gvotzangelegten Aufgaben, welche, durch den Krieg wesentlich ver- uEhrt, an Bedeutung gewonnen haben, die Ausgestaltung des Bolköerziehungswesens in der Richtung der allgemeinen Bildung, der sittlichen Festigung der heranrvachsenden Jugend und der staats büriterlichen Gesimrung, die durch den Krieg notwendig gewordene Neuordnung der Staatswirtschaft, die Heilung der Wunden des Krieges, sowie der Wiederaufbau des Zerstörten und die ganze Fülle der übrigen sich aufdräng enden Fragest, stellen an die Regierung und an das Parlament in der kommenden Zeit die größten Anforderungen. Unvergessen sollen unsere braven, für den Schutz und die Fortdauer des Vaterlandes käinpfenden Krieger bleiben, denen in Oesterreich alle Herzen dankbar entgegenschlagen und für deren Invaliden und Hinterbliebenen zu sorgen, die Regierung für eine heilige Pflicht ansieht. Das Handschreiben Weiland Seiner Majestät vom 4. November d. Js. über die künftige Stellung Galiziens im Staatsgesüge wird der Regierung zur Richtschnur ihrer Tätigkeit dienen.' Ohne Verzug wird die Regierung an diese Aufgaben herantreten. Sie hofft, daß der öffentliche Geist durch die Erfahrungen des Krieges geläutert, sie darin unterstützen Und daß das Parlament, seiner verfassungsmäßigen Aufgaben eingedenk, zur Vollendung dieser Arbeiten seine Hand bieten wird. Der bewunderungswürdige Opfernrut der Bevölkerung legt der Regierung die Pflicht auf, die Volksernährung zu ihrer ernsten lmd unausgesetzten Sorge zu machen. Die Regierung tvill sich nicht heute schon mit einem ausführlichen Programm an die Oeffentlichkeit tvenden, sie zögert aber nicht, die allgemeine Richtung zu bezeichnen, die sie, Gerechtigkeit gegen alle Völker des Staates übend, einzuschlagen gedenkt, da sie des Verständnisses und der Mitarbeit aller jener bedarf, denen die Zukunft Oesterreichs am Herzen liegt. * * * Die Luftkämpfe an der Somme. Berlin, 22. Dez. Zu den L u f t k ä m p f e n an der er Struma Artillerietätigkeit und Patrouillen-' Unternehmungen. Der Versuch einer feinolickxm Jvfanteriegruppe, Mlsammen mit Kavallerie, gegen Tschiflig und Teuftg Bey südlich von Serres vorzurücken, scheiterte. Rumänische Front. In dzr D ob ru dscha dauert der Vormarsch an. Der Feind leistet chi7 der Linie Babadag-See— Demstepe—Mibojkioej—Hemgearka—Turkoia Widerstand. Unsere Kavallerie warf hie dritte Kosaken-Ka valleried :vi-j sivrl zurück, die am 17. Dezember in der' Tobrudscha ange-, komnren ivar. Die Kosakendivision erlitt große Verluste. Man fand unter den getöteten Russell beit Obersten Jobdoroff, Befehlshaber eines Kosakenkavallerieregiments. In der östlichen Walachei entwickele sich die Operationen plangemäß. * * * Sasonow im Hauptquartier. Bern, 21. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Temvs" meldet aus Petersburg: Sasonow ist ins russische Hcncpt- qucrrtier ab gereist. Der „Matirp" meldet aus Bordeaux: Die Dreimaster „Cimmaculs Conception" (264 Tonnen) und „St Ives" (325 Tonnen) wurden versenkt. Der verlaus von Dänisch-Westindien. Kopenhagen, 21.Dez. (WTB.) Der Reichstag hat die Vorlage betr. den Verkauf der dawisch-westindi scheu Inseln nunmehr endgültig angenommen. Im F vl k e t i n g stimmten 90 Abgeordnete dafür, 16 dagegen, im Lands- ting 40 dafür, 16 dagegen. In beiden Häusern stimmten die Konservativen gegen den Vorschlag. Aur dem Reiche. Berlin, 21. Dez. (WTB.) In der heutigen Sitzung des B u n d e s r a t s gelangten zur Annahme: Der Eutwur : einer Bekanntmachung wegen Zollerleichterung für Waren die zur Verarbeitung auf Fette und Oele bestimmt sind die Aenderung der Ausführungsbestimmungen zum Süß stoffgesetz, die Aenderung des Weingesetzes und der Ent wurf einer Verordnung über Veräußerung von Aktien oder Geschäftsanteilen deutscher Soeschiffahrtsgesellschasten ins Ausland. _ Berlin, 22. Dez. liebet Grundlagen der zukünftigen Steuerpolitik äußert sich Graf h. Mirbach-So rquitten im „Tag": Für die künftige Sicherheit Deutschlands sei eine hohe Kriegsentschädigung mindestens ebenso wichtig, wie der aus strategischen ^Rücksichten notwendige Geländeerwerb. Leitende englische Kreise hätten vor einiger Zeit eine Berechnung dahin aufgestellt, wie viel an Kriegs entschädigung sie uns abzunehmen beabsichtigten. Es Han delte sich um keine kleine Summe. Würde unser derzeitiger Friedensvorschlag abgelehnt, so seien auch wir zu einer Gegenrechnung berechtigt, deren Höbe von unseren Waffenerfolgen zu Lande und zu Wasser abhänge. Berlin, 22. Dez. Der amerikanische Bot ch a f t e r G e r a r d traf mit seiner Frau gestern abend von seinem Urlaub wieder in Berlin ein. Er wurde von einer großen Zahl von Freunder: aus dem Bahnhof be willlommnet und sagte, er habe eine sehr gute Rückreise gehabt. Der Seekrieg. Tie Schuld an dem Unfall bei der Ausfahrt der „Deutschland". Köln, 21. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einem Privattelegramm der „Kölnischen Zeitung" aus Washington vom 19. Dezember veröffentlicht die amtliche Untersuchungskommission, welche die S ch u l b a n b e nt U n f a 11 ber der Ausfahrt der „Deutschland" aus dem .Hajen von New London feststellen sollte, jetzt ihren Bericht. Darm heißt es: Wir freuen uns, feststellen zu können, daß Die „Deutschland" sorgsam und richtig von K a p : t a n K ö n: g g e st e u e r t w u r d e, als sich der Zusammenstoß mit dem Schlepper „Scott" ereignete und daß Kapuan König alles tat, was in seiner Macht war, um das Unglück abzuwenden und ebenso alle notwendigen Anstrengungen machte, um die Mannschaft des Schleppers zu retten Offenkundig schoben sich aber die beiden Schiffe so schnell zusammen, daß der Schlepper sofort sank. Die Ursache des Unglücks war ein falsches Flaggensignal, das Kapitän Gur- ney vom Schleppdampfer „Scott" gegeben hatte. * Berlin, 21. Dez. (WTB. Amtlich.) Flandrische Seestrertkrnfte brachten in der Nacht vom 19. zum 20. Dezember gelegentlich eines Streifzuges in den Hoofden den hollandrschen Dampfer „O tis-T e tr ax", vonRotter- dan: nach England unterwegs, noch Zeebrügge ein. Da die Prrsiung der Ladung ergab, daß der Dampfer keine Bamr- ware führte, wurde er wieder freigelassen und setzte die Reise fort. Paris, 21. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) „Matin" erfahrt aus Vöarseille: Der Panzerkreuzer „Erne st Renan" stieß in der Nacht mit einem italienischen D amp fer, auf dem sich Urlauber der Alliierten befanden zusammen und schnitt ihn in zwei Stücke. 15 Mann kamen um, 115 andere Fahrgäste wurden geborgen und in einem italienischen Hafen gelandet. Der „Erneft Renan" kehrte nach Toulon zurück. London, 21. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet, daß die zwei dänischen Dampfer Cdassie Maersk" (1307 Tonnen) und „(Aras" (775 Tonnen) ver- lenkt wurden. m- Dez- (WTB.) „Petit Parisien" meldet aus Marseille : Dre Besatzungen des versenkten italteuischen Dampfers „Giustizia" (N6d Tonnen) und des qriecht- schen Damp,ers „Foso" wurden gelandet. Aus Brest meldet dasselbe Blatt: Der englische Damp- ,^llm>ton" (6000 Tonnen) wurde versenkt, tot Ans fjcjfen. * Dar nrstad t, 21. Dez. Die Großh. Regierung hat, wie die Darmst. Ztg mitteilt, im Finanzausschuß der Zweiten Kam mer heute vormittag eine Regierungsvorlage angekündigt, nach der infolge der durch die lange D :er des Krieges eingetretenen Teuerung und der Steigerung der Kosten für die gesamte Lebenshaltung an Stelle der seither auf Antrag und bei Bedürftigkeit an Be amte von geringerem Diensteinkommen gewährten Kriegsbeihilfen vom 1. Januar 1917 ab an alle Beam te, Volks schnl- e h r e r , -Lehrerinnen, S t a a t s d i e n st a n w ä r t e r S ch u l a m t s a s p i r a n 1 e n und ständige gegen V e r g ü du n g beschäftigte staatliche B c d i e n st e t e mit einem Diensteinsommen bis zu etwa 4200 Mark allgemein Kriegs t e u c r u n g s b e ihil fe n gewährt werden sollen, sofern nicht das Gesamteinkommen des Beamten den Betrag von etwa 4800 Mark übersteigt. Die Beihilfe soll als Jähresbeihilfe bewilligt und grundsätzlich in vierteljährigen Teilbeträgen ausbezahlt werden ,Sic soll jährlich für Verheiratete 100 Mark mit einer besonderen Zulage von 25 Mark für jedes Klub unter 15 Jahren, für Unverheiratete 50 Mark betragen. Die näheren Einzelheiten werden aus der Regierungsvorlage zu ersehen sein, die gleichzeitig mit dem Entwurf des Hauptvorauschtags für 1917. den Landständen zugehen soll. Die Deckung der dadurch entstehenden neuen Ausgaben tarn: ohne weitere Inanspruchnahme der Steuerzahler erfolgen. Tie Darlegungen der Regierung wurden von den verschiedene:: Rednern des Finanzausschusses lebhaft begrüßt und es ivnrde dem zugestimmt, daß bei der Entwickelung der schwierigen Verhältnisse für den Lebensunterhalt nunmehr eine allgemeine Kri-egstenernngs- beihilfe gewährt werden könne. Als Wünsche wnrden noch hinzugefügt, daß >cruch den Pensionären, den Witwen und Waisen die gleiche Zuwe:ü>ung nne der: Staatsbeamten zuteil werde, was bei deren geringen Bezügen unbedingt erforderlich erscheine. Auch die Beibehaltung des seitherigen Steuersatzes fand allseitigc Zustimmung, weil damit für die Gesamtbevölkerung in der jetzigen für die meisten recht schwierigen Zeit neue Belastungen zu. guusten des Staates tiemneben seien. Es wird nunnrehr die Vorlage sellist abzuwarten sein, rvelche dann im Interesse der Beamte:: baldmöglichst verabschiedet werden soll. Tie weiteren Verhandlunge:: deS Ausschusses wurde:: darnach rasch erledigt. Auf Auregrmg des Ausschußvorsitzendei: wurde die Frage der Freikarten für die Landtagsabgeordneten bestochen. Es soll jedoch abge:vartct werden, wie diese Frage in Preußen geregelt werden wird, da nach Art. 18 des Eisenbahnge:neinschafts'oertrages diese Sache in Preußen und Hessen gleicknnäßig behandelt werden soll. Zur Besprochn:^ gelangten darnach zwei Rückäußerunge:: der Ersten Kammer. Diese hat in der Regieningsvorlage, betr. die (Bewährung von Bezügen an Beamte und ständig verwendete Bedienstete, die während ^des Krieges ihrer aktiven Dienstpflicht genügen, einei: etwas abweichenden Beschluß gefaßt — die Großh. Regierung zu ersuchen, auf die Mietentschädigunger: ganz oder zur Hälfte an angestellte (verheiratete und ledige) Lehrer und an verheiratete Sck,jUlverwalter fortzugewähren —, welchen der Ausschuß beizutreten beschloß. Ebenso trat der Ausschuß dm von der Ersten Kammer beschlossenen Amdenlngen in dem Gesetzmtwurf, betreffeich die Besteuerung gemeinnütziger, auf die Errichtung vor: Wohnungen für Minderbemittelte 'gerichteter Unternehmungen von Stcnnpel u:ch Gerichtskosten bei. fer Kapitän und der Maschinenchef gefangen, der Rest der Be- .gelandet. Dre Goelette „Hirondelle" und die jeu^kt "^ U ^ ene ^arton" (184 Tonnen) wurden ver- Lebensmittelmarken. / Für die Zeit vom 25. bis 31. Dezember d. I. haben nach, folgende Lebensmittelmarken Gültigkeit: Brotmarken der 52. Woche, gültig vom 25.—31. Dez. 1916 Fleischmarken „52. „ , „ 25.-31. „ Kartoffelmarken „ 52. „ „ „ 25.—31. „ ^ Znckermarken Nr. 1, 2 und 3, gültig bis 31. Dezember 1916. Seifeninarken für den Monat Dezeinber. Bunermarken für die 52. Woche, gültig von: 25.—31. Dez. 1916. Für die Bezirke I, II und III wird, wie bereits bekannt gegeben, Freitag, den 22. ds. Mts., in den Verkaufsstellen die Butter gegen die Marken der 52. Woche abgegeben. Geschäftsstunden des Städtischen Lebensmiltelamtes: von 9—12 Uhr vorm., 2—4 Uhr nachm. Alle früheren oder die zurzeit noch nicht gültigen Marken können nicht eingetauscht werden. ** Amtliche Personalnachrichten. Der Groß Herzog hat am 20. Dezember d. I. den VorstQnd des Firurnz- amts Wörrstadt, Finanzrat Karl Fe ick zu Wörrstadt, auf fern Nachsuchen vom 1. Januar 1917 an zum Fiuanzamt- mann bei dem Finanzamt Offenbach I en:annt. — Der Großherzog hat am 20. Dezember d. I. den Finanzamt- mann bei dem Finanzamt Osienbach I, Finanzrat Wilhelm Ge:s zu Offenbach, vom 1. Januar 1917 an zum Vorstand eines Finanzamts ernannt. — Der Großherzog hat am 20. Dezeinber d. I. die Obersteuerkontrolleu^ Finanzassessoren Ludwig Schmierer zu Friedberg zum M:mnz- amrmann und Karl Jung, zurzeit in Darmstadt, zum Ministerialsekretär bei dem Ministerium der Finanzen ernannt. — Der Großherzog hat am 20. Dezember d. I. den Revisionskontrolleur bei den: Hauptsteuercunt 'Mainz, Friedrich Weise zu Mainz, auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste vom 1. Januar 1917 an in den Ruhestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß den Charakter als Rechlnungsrat verliehen. ** A u s z e i ch n u »: q e n. Landstucmlnaun Hch. G r Ü n l n g e r, früher auf dein rvesllichen, jetzt auf dein östlichen Kriegsschauplatz, erhielt die Hessische TapserkeitsmedaiUe. Z. Zt. ist er an eine Ver- messungsabteilung im Oben komnmndiert. — 1)r. phil. Emil Sehrt, Leutnant der Res. int 20. Res.-Iäger-Batl., z. Zt. in Siebenbürgen, erhielt am 10. d. Mts. das Eiserne Kreuz 1. Klasse. ** Verzollung von Postsendungen. DaS Grsßh. Hauplsteneramt ist am ersten Weihnachtsieiertage von 11 bi8 12 Uhr vormittags für die allgemeine Abfeltigung von Weihnachts- Postsendungen, die aus dein Auslande einnehen, geöffnet. Am Sonntag, den 24., und am zweiten Weihnachtsseiertage sind die Räume geschloffen. ** Ein guter Fang gelang gestern der Polizei. Am Bahnhofe wurde eine Frm:kfurtepin ab- gefaßt, welche unter l1eberschre:tm:g der Höchstpreise drei Gänse, 20 Pfund Butter und 37 Pfund Schmierkäse aus dem Landkreise zusammengekauft h-atte und sie nach Frankfurt a. M. unerlaubt mitnehmen wollte. Die Gegenstäude wurden ihr abgenommen; Strafverfahren ist eingeleitet. ** Aus dem Stadttheaterbureau. Bei der Vorstellung bou Goethes „Iphigenie am ersten Feiertag wird Frl. Ada Mahr die Titelrolle spielen. — Besoicherem Interesse scheint diesnml die Ausführung von „Robert und BertraM' zu begegnen, da die Posse seit einer Reihe von Jahren nicht mehr gegeben ivordeu _ ist. Die Spielleitung des Stückes führt Herr Otto Conradi, der sich rühmen kann, als Knabe der Urauf- fühtung der klassischen Posse am Dvesdener Hoftheater am 6. Febr. 1856 mit seinem Vater, der Königl. Sächsischer Kammersänger war, als Zuschauer beigewohnt zu haben. — Das neue Lustspiel „D e r Bursche des Herrn Oberst, das am 27. Dezember abends gegeben närd, hat im vergangenen Jahre an zahlreichen Bühnen so auch am Großh. Kurtheater Bad-Nauheim, eine vorzügliche Aufnahme gefunden. — Am 26. Dezember nachmittags wird das Luitspiel „Der 7te Tag" wiederholt, am 27. Dezember nachmittags „Das Märchen vom Daumelu ts cher". ** Zirkus Blumenfeld. Der bekannte Zirkus Blumenfeld, welckler vor einigen Jahren hier gastierte, trifft am Samstag hier ein und wird im „Colosseum", welches eigrnrs zu diesem Zwecke als festes^ Zirkusgebäude umgcbcrut ist, ein ganz kurzes Gastspiel geben. Wie üns die Direktion mitteilt, verfügt der Zirkus über oiu erstklassiges Pferden:atetial, aufierbem wird den Besuchern ein rein zirzenisches Zirkus-Programm geboten werden. Tie Eröffnungs-Vorstellung findet am 26. Tez-ember (2. Weih- nachlstag), nachmittags 7 llhr, statt. Es sei muh erwähnt, daß die Plätze so eingerickftet such, daß man von allen Lätzplätze:: eine gute Aussicht auf die Manege hat. Alles nähere besagen die Tageszettel, sowie heutiges Inserat. . ** Das heutige Kreis blatt Nr. 166 entMt Bekanntmachungen über Speisefette, Verkehr mit Tauben, Höchstpreise für Milch, Vollmilchversorgung und Lkenderung des Bordnickes für Legitimationskarten. Landkreis Gießen. ** Albach, 22. Dez. Schreinermeister Heinrich Gerhard, welcher als Fahrer beim Feldlazarett I 121. Jnfanterio-Divisimk steht, erhielt das Eiserne Kreuz zweiter Klasse, bereits im Sommer ds. Js. erhielt er das Kriegs-Ehrenzeichen. n. Ettingshausen, 22. Dezember. Zum Kreistagsab- geordneten wurde für den hiesigen Bezirk Bürgermeister Keil, eine weithin bekannte Persönlichkeit, gewählt. — Infolge am es Stteitts über die wegziehende Magd, geriet ein hiesiges Ehepaar in Tätlichkeiten. Tie Frau, die Berletzamgen davontrug, :nutzte bei ihrer Stieftockster die Nacht über Zuflucht suchen. ** Lich, 22. Dez. Dem Reservisten Ludwig Franz, Res.» Eisenbahnbau-Kompagnie 24, z. Zt. in Rußland, wurde die Hessische Tapserkeitsmedaille verliehen. M Nonnen roth, 22. Dez. Musketier Wilh. G r ä s ist seit dem 26. Sept. 1915 nach einem Patrouillenganq in Rußland vermißt. Bis jetzt haben seine Eltern noch keine Nachricht von ihm. Er war der einzige Sohn und die Stütze seiner Eltern. — Ersatz- reservist Heinrich Paul, welcher in Frankreich kämpft, erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille und wurde zum Gefreiten befördert. ** Nonnenroth, 22.Dez. Dem Schulverwalter Heinrich R i n f e t, Sohn des Gemeindercchners Johann Rinker, von hier, Vizefeldwebel in einer Maschinengewchr-Kompagnie im Westen, welcher im Laufe des Krieges bereits nnt dem Eisernen Krevz zweiter Klasse imd der Hessische:: Tapferkeits-Medaille misgezchrhaeli war, wurde cmeut für ganz bcsorchere Tapferkeit an där Somme das Eiserne Kreuz erster Klasse verliehen. Kreis Büdingen. # Büdinge n, 22. Dez. Zur f ü nften Kriegsanleihe zeichneten die Schüler in den 71 Schulgemeinden im ganzen 42 66» Mk. - Das Hejstsche Sanitätskreuz erhielt der Assistenzarzt Dr. Herinann H o f s m a n n. # Blei chenb ach, 22. Dez. Im Vereinslazarett zu Frankfurt a. Vl. starb an einer schweren Krankheit der Gastwirt Henmch Kroll II., Landsturmmann in ei:wm Ersatzbataillon. # Wal lern bansen, 22. Dez. Tie Hessische Tapferkeits- inedoille, vom Großherzog persönlich überreicht, erhielt der Musketier Schwarz Haupt. Kreis Alsfeld. — Alsfeld, 22. Dez. Das Kreisamt empfiehlt der Be» völkerung den reichlichen A b s ch u ß d e r K r ä h e n als Nahrungsmittel für Menschen oder als Futter für die Haustiere. 8 Aus dem Vogelsberg, 22. Dez. Der Krieg schafft eine Umwertung vieler Zweige der Landwirtschaft und auch anderer Gebiete. So ist der Wert der Schafzucht noch nieinals in die Erscheinung getreten wie jetzt bei der Nachfrage nach Fleisch und Wolle. Viele Gemei,:den haben vor Jahrzehnten din Schafherden abgeschafft ivegen Kleinigkeiten. Diejenigen Gemeinden aber, die die Schafzucht beibehielten, haben gewiß in der gegenwärtigen Zeit eilte beachtenswerte Einnahmequelle. Kreis Schotten. □ Laubach, 22. Dez. Die Zahl der zun: HeerEersit Eft> berufenen fett ,Kr:egsbegtnu aus unserer Stadt ist auf nahezu 300 gesttegen. In dem letzte:: Jahre starben den .Heldentod fürs Vaterland Karl G ö b e l, Christian O s wa ld. Friedrich Krams, Otto «alzmanu, Heinrich Horney, Wilhelm Schad, Friedrich Jäger, Georg Hufs, Schüler des hiesigen Ghm^ na,u:ms,^Hernmnn .Berghei mer Rechtsanwalt, und Graf Johann ,Albrccht zn So l m s-Lau bach. Damit ist die Zahl der feit Kriegsbeginn Gefallenen ans 33 gestiegen. In Geangenschaft befinde:! sich, solvect bekannt. 9 Mann, davon im letzten ^ahr Wilhelm Sitz, Wilhelm Stotz, Franz Kraft. Vier Krieger gelten seit 28. August 1914 als vermißt, von ihnen! ist kcu: Lebenszeichen mehr eingetroffen. Am weiteren Anszeich-- uuiigen wurden in den letzten Wochen verliehen das Eiserne Kreuz: an Christian Günther, Christian Frank Wilhelm Rühl, die Hessische Tap-ferkeitsmedailte: cu: Meinliard Go bei. Im hiesigen Lazarett fand am Sonntag in Anwesenheit der Gräftn-Mick- ter eine schöne stimmungsvolle Weihnachtsfeier statt Die Zahl der Verwundeten beträgt augenblicklich mrr noch 15 M-anm Sie wurden erfreut mit schönen Geschmken, n. a. Handschuhe, Briestafcheu, Zigarre::etui, Tasckientücher etc. Die Pflegerinnen erhielten Bücher und Gedenksprüche. Zum Weihi:achtsfest wurden samtl:ä)e Pfleglinge in die Hennat beurlaubt. . 0 Bo m oberen Bogelsberg, 22. Dez. Durch deni Krieg und me Teueuung müsseii gar viele attl-ergcbrackste F^ millenseste unterbleiben, so auch die bei unserer Bevölkerung so ttef eingewurzelten „Gevattertage", die mit dem Sonntage vor Wethnachten begannen. Die Bevölkerung kann sich auck) jetzt nt gern-, wEknS in ^. Kreis Friedberg. M JOifhn 1 ?^ c l ]^öII ftab t, 22. Dez^ In dem einzelliegniden Wolwhanv des Lmidtagsabgeordiveteii Tr. v. Helnwl't das r Hi meü ba- ®*fo« im Wie W te sicht, .aard^aE in brach SSSSl 2 ,c ' Mc JSv d-re das Fenster erbrachen, Mahlten in den Möbeln herum: Schul-e Widungsstücke usw. fielen ihnen zur rveute. Hon den Einbrechern hat man bis jetzt noch keine Svur. ^ 1 l3rJL Ü a ^ '-?2. Tez. Frauen und Jungfrauen ÄS/* ( 1^1 nm Sontttan nachmittag di-n Verwundeten „Blindenanstalt" «richbcrg eine angenehme »Sft- u SU 3^ 51 schöngeschmückten, tarnten* Otwerten Norden brachte,, ,ie den Berwundetm Liebesgaben aller Ml.J“™ satdatcnhcrz erfreuen können: Tabak. Zigarren, * lmd mancherlei kleine Geschenke zum Andenken ' ^ch sehlten nicht allerlei Genußmittel, die ein &u. schätzen und zu würdigeii tveiß. Die reichliä^ lund kreidig geipeirdeten Gaben wurden von den Be- icyenrten 'Mit siwlicher Freude entgcgengenvinmen; ihrem Dank r- 1 »! ^^schiedenen Ansprachen durch herzliche Worte Ausdruck verliehen. “s ? °cn»* 3 ® ° n .f » 22 - -kZ- Musketier Wilhelm Jung V.. ^obn des Wagnermeisters Georg Jung, gilt nach eingetrossener Mitteilung seines Feldwebels seit dem 15. Dez. mit setneni Haupt- mann als vermißt. Vermutlich ist er bei den Kämpfen vor Verdun, gerattii * CU,et ® turmtru PP e stand, in französische Gefangenschaft Kreis Wetzlar. <, rr , r tv"§.° ^ cn „[ t>r 22. Tez. Aus Hohensvkms und dem nahen Alteiiftadten wurden insgesanfi 3400 Zentner Kartoffeln gegen Be- zugsscheme, me von den beiden Bürgermeistereien Wetzlar und Aßlar ausgestellt waveii, abgeliefert. n _ T v Hessen-Nassau. [J Aus dem Kreise Marburg, 22. Dez Beim Holen von Feueranmacheholz stürzte im Dorie Wehrda eine ältere Frau in ihrem Holzschuppen von der Leiter und fiel so unglücklich auf etrten unten stehenden Sägebock, daß sie lebensge'ährliche Verletzungen erlitt. * y X P s a n a ? / 22. Dez. Bürgermeister Hild, ^der als Nach- wlger des am 1. Januar 1917 in den Ruhestand tretenden Ober- ourgernreisbers Dr. Gebeschus gewählt worden ist, hat die Be- statigmig als Oberbürgermeister erhalten. Seine Einführung ins r?-:? a 001 2 - ^rnnar 1917 in gemeinsamer Sitzung der städtischen Körperschaften durch den Regierungspräsidenten Grafeii von Bernstorfr L „ ^ ? o m F e l d b erg, 21. Dez. Zur Erinnerung an die Wie- JJ C ? 49. Grürrdungstages der FÄdberg-Wanderungen des Taunusklubs findet am 7. Januar 1917 im Kapitelsaal des Feld- bergturmes eine Gedenkfeier statt._ Oie Lage öes Arbeitsmarktes im Monat November in Hessen, Hessen-Nassau und Waldeck. Erstattet vom Mitteldeutschen Arbeitsnachweisverband. . Franks urt a. M., im Dezember 1916. Der Arbeitsmarkt erfuhr im Monat November gegenüber dem Vormonat keine wesentliche Aenderung. Das Angebot zeigte infolge der anfangs des Monats erfolgten zahlreichen Einberufungen zum Heeresdienst einen Rückgang, so daß das ungünsfige Verhältnis gegenüber der Nachfrage noch mehr [zutage trat. Ebenfalls wirkte verschärfend auf das Verhältnis von Angebot und Nachfrage die teilweise Umgestaltung der Betriebe auf Heereslieferung, gm Metallgewerbe stieg die Zahl der offenen Stellen und die der besetzten Stellen um ein geringes, doch war dies in der Hauptsache auf die Einstellung von Maschinenarbeitern und besonders Arbeiterinnen znrückzuführen; Facharbeiter fehlten. In, einer Anzahl von Städten ist die Einrichtung besonderer Abteilungen für die Vermittlung in die Munitions-Industrie mit fachlicher Leitung vorgesehen. In Frankfurt a. M. besteht bereits seit Anfang November eine besondere männliche und weibliche Abteil, mg für die Mmrrtions-Iiidustrre, der es gelang, insgesamt 120 Facharbeiter, 209 angelernte mrd ungelernte männliche Arbeitskräfte und 144 Frauen in Munitionsbetrieben unterzubringen. Im Holzgewerbe war ebenfalls genügend Beschäftigung vorhanden. eingeschränkt wird dieselbe nur durch den Mangel cm Arbeitern, weiter wird aber auch die Beschaffung der Rohmaterialien infolge Wagenmangels schwieriger. Spengler, Installateure für Heizung, Gas und Wässer wurden reichlich verlangt, ein entsprechendes Angebot lag nicht vor. Nach Sattlern und Tapezierern war starke Nachfrage besonders nach tüchtigen Kräften auf Militärausrüstungsstücke. Angebot lag kaum vor, so daß aus arbeitssälfige Lazarettinsassen zurückgegriffen werden mußte. Maler und Weißbinder wurden infolge der vorgeschrittenen Jahreszeit weniger stark verlangt, hier dürfte die teilweise Fertigstellung der Bauten und Stillegung öffentlicher Bauarbeiten seinen Einfluß ausüben. In dem Bekleidungs-, Nahrungs- mittel-und Reinigungsgewcrbe war die Nachfrage eine reichliche. Allenthalben fehlt es trotz der Arbeitseinschränlangen an Schneiderei und Schuhmachern, Bäcker und Metzger waren ebenfalls stark verlangt, letztere vorwiegend in Militärschlächtereien. In Friseuren war ebenfalls großer Gehilfenmangel. Dachdecker, Schorn st einfeger waren wie im Vornionat nicht zu beschaffen. Im G r a p h i s ch e n Gewerbe wie auch in der Patz i e r-J n d u st Ni e herrschte teilweise guter Gesckmftsgang, an passenden Arbeitskräften mangelte es. Int Gastwi rts g«°- w e r b e blieb Angebot und Nachfrage der des Vormonats fast gleich, die vorgerückte Jahreszeit erklärt den geringen Rückgang. An männlichem wie weiblichem gut ausgebildeten Küchen personal l>errschte Mangel. In der Landwirtschaft tvcrr mit der Fertigstellung der Ernte wie auch teilweise der Feldbestellarbeiten mit einem Rückgang zu rechnen, nichtsdestoweniger übersfieg die Nachfrage das Angebot bedeutend, so daß dile Stellen bei Weitem nicht besetzt werden konnten. Ebenso verhielt es sich bei der Vermittlung der Ungelernten und Jugendlichen. Auf dem weiblichen Arbeit s m a r kt war starke Nachfra-ge nach Haus- und Küchenmädchen, Wirtschaftspersonal, Putz- und Waschfrauen und nach gewerblichen Arbeiterinnen. Eine starke A^vandernnq in die Fabriken macht sich allenthalben bemerkbar, die den Dienstbotenmangel recht fühlbar werden läßt. An gering oder garnicht ausgebildeten Arbeiterinnen besteht starkes Ueberangebot. Allgemein bieten sich noch männliche und weibliche Hilfskräfte für Arbeiten in Fabriken, bei Behörden usw. reichlich an . ' _ vermischtes. * Stockholm, 21. Dez. (WTB.) Nach „Stockholms Tid- ningen" stieß an einem der letzten Tage vor Mo der finnische Personendampfer „S k i f t e t" auf eine Mine und ging mit der Besatzung und 60 Fahrgästen unter. Die russischen Behörden halten den Vorfall streng geheim. * Ein Bund der Kreisblattverleger hat sich kürzlich! unter dem Vorsitz des Laudtagsabg. Graef-Anklam gebildet. Tie Kreis blattverteger nehmen unter den heutigen Zeitungsverlegern eine Sonderstellung dadurch! ein, daß in ihren Zeitungen die amtlichen Bekwinttimchungen der Regieruirg und ihrer aus- führeiiden Unterbehörden veröffentlicht werden und.diese dadurch! Gesetzeskraft in weiterem Sinne erlangen. Tie letzten Jahre und insonderheit der Krieg haben in Hinsicht auf den Umfang diesen amtlichen Veröffentlichungen neue Verhältnisse insofern geschaffen, als die alten Verträge der Behörde mit den Kreisblättern auf ganz anderen und kleineren Grundlagen beruhen und bezüglich, der Entschädigung an die Verleger keineswegs mehr aus reichen. Diese Tatsachen l-aben zu einer Gefährdung der wirtschaftlichen Lage^ der Kreis bl älter geführt. Da die Verluste der Kreisblätter jetzt im Kriege infolge der Belastimg durch! die amtlichen Bekannt- machnngeu, die sie zu einem nicht mehr rentablen Seitennmfäng zwingen, in die Tausende gehen, während bii' anderen Provinzzeitungen diesen Aufwand nicht zu treiben brauchen und daher jene Verluste nicht erleiden, so muß der jetzige Zustand zu einer schwer wieder gut zu machimden nnrtschaftlichen Schwächung der Kreisblätter fuhren, die ihre Wettbewerbs-Fähigkeit gegenüber den anderen Zeitungen dauernd in Frage stellt. Zur Abwehr dieser Mißstände haben sich^ im Laufe des letzten halben Jahres in einer Anzahl preußischer Provinzen besondere Zkveisblattoerleger-Vereine gebildet, die sich minmehr in einem Bunde zusamniengeschlvssen haben. Aus denselben Gründen vereinigten sich> muh in anderen Bundes- staaten die Kreisblattverleger. _ Letzte Nachrichten. Eine Note Wilsons an alle Uriegfnhrenden. Berlin, 22. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Amerikco- nische Zeitungerr und das Londoner Pressebureau veröffentlichen eine Note, die Präsident Wilson an alle Kriegführenden telegraphierte, umsie zur BekanntgabederBe- dingungen zu veranlassen, die den allgemeinen Abmachungen über den Frieden vorangehen müßten und an denen die neutralen Staaten verantwortlich teilzunehmen bereit seien. Der Präsident betont, der Schritt sei nicht durch das Friedensangebot der Mittelmächte hervorgerufen. Er schreibe keinen Frieden vor; er biete nichteinmal die Vermittlung an, sondern er wolle durch den Austausch den Weg zu einer Konferenz freimachen. Lansing zur Note Wilsons. Washington, 21. Toz. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterburemis. Staatssekretär Lansing erklärtei Wilsons Note basiere nicht auf dem materiellen Interesse Amerikas, sondern darauf, daß Amerika durch, die beider seifige Kriegs fi'ihrmig ir.knrer mehr in Mitleidenschaft gezogen werde. Amerika treibe näher cm den Rand des Krieges und müsse deshalb die Msicht des Krieg- führenden erfahren, uni .seine zukünftige Haltung danach einzu- richten. Weder das deutsche Anerbieten, noch die Rede von Lloyd George seien dabei berücksichtigt. Lansing erklärte weiter, Amerikas Neutralitätspolitik sei unverändert geblieben. Die Entente und der Friede. Berlin, 21. Tez. Wie dein „Berliner Tageblatt" aus London berict)tet wierd, hat die englische Regierung am 19. Dezember an die Kabinette der Verbündeten eiiveir Entwurf der deii Zentralmächten zu überreichenden Antnwrt übermittelt. Tie Verbündeten werden ersucht, ihre Erklärungen bis 22. Dezember abzugeben. — Aus Zürich meldet das gleiche Blatt: Wie verlautet, wird die Antwort auf das Friedensangebot der Mittelmächte den Hfiiweis darauf enthalten, daß die Enteitte dem Frieden an sich nicht abgeneigt ist. Sie will aber nicht verhandeln, ohne das' Deutschland mit festen Vorschlägen kommt. Tie Note wird aucl> einen besonderen Abschnitt über die Frage der Bevantwortlichkeft bei den einzelnen kriegführenden Mächten enthalten. Lugano, 21. Tez. Die offizielleii Sozialisten haben! einen Beschluß angenommen, in dem sie die Erwartung «aussprechen, daß alle Kräfte der Vernunft für ein rasches Ende des Krieges ausgeboten werden, wie es alle Völker wünschyu. Gleichtz'eittg bs-> schließt die Partei vor außerparlamentarischen Intrigu-en aus der Hut zu sein. Kopenhagen, 22. Tez. Nach einer Meldung Londoirer Blätter erhielt T r e p o w von Lloyd George ein Telegramm, in dem er sich firr die Stärkung des englisch-russischen Bündnisses und dafür ausspricht, daß die Alliierten den Krieg uitter Anf- biettmg aller Kräfte solange fortsetzen, bis der Friede errungen sei Eine neue englische Anleihe in Amerika. London, 21. Dez. (WTB.). Meldung des Reuterschen Bureaus. Die „Morning Post" erfährt aus Wäshingtou, daß die Firma Morgan und ein Bankensyndikat zu Beginn des neuen Jahres eine'neue britische Anleihe im Betrage von 50 Millionen Pfund Sterling auf den Markt bringen werden. Der englische Zivildienst. A m st e r d a m, 22. Dez. Tie englischen Blätter bringen Einzelheiten über die Regelung der Zwangsarbeit aller Männer zwischen 17 tmd 60 Jahren, die jetzt von der Regierung eingesührt wird, bekanntlich unter Leitung von Neville Chamberlain. Danach sollen alle entbehrlichen Geschäfte geschlossen, Tabak, Mostrich und ähnliche Produkte nicht mehr iu Blech eingepackt iverden, damit diese (Arbeiter für die Stahlsabrikation frei werden. Die Behörden haben das Recht, die Arbeiter nach Belieben zu beschäftigen und bei Privatleuten eftiz-uquartieren. „Daily News" erklärt, dies sei die Antwort aus die Beschwerde der Arbeiter gegen die Anstellung der Neger. Französischer Kommandowechftl. Zürich, 22. Dez. Wie der „Neue Zürcher Tagesanzeiger" erfährt, wird der bisherige französische Oberbefehlshaber an der Soinmesront, Gen-eral Fach, diesen Posten verlassen und die Führung 'der Bogesenarmee übernehmeii. Zur Führung der dritten foanzöfischen Arnurgruppe mm Reims bis zur Somme wurde Genera! de Castelnau ernannt. König Konstantin an die Entente. Budapest, 22. Dez. „Kelefi Ertesitoe" meldet aus Achen: König Konstantill telegraphierte nach eftrem hiesigen Blatte an den Wiiig von Großbritannien, den russischen Zaren und den König von Italien, daß sein Tun und Lassen im Interesse seiner Dynastie und seines Volkes geschehe. Er werde diese Interessen unentwegt weiter schützen. Tüchtigen Kaufmann suchen Benner & Krumm, Gießen i. bei hohem Lohn sofort ges. Fuhrunternehmer Avvcl, Leihgeiterner Weg 9. *** für d. Feiertage, sowie für Kranke u. Genesende, kaust man vorteilh aftesten in der Span. Weinhandlung v. A. Espada Bahnbofstraße. 01S " 3 Ecke Wolkeugasse. Liköre alle Sorten. ■ . .. 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Für die vielen Beweise herzlioher Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau, unserer guten Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter und Schwester Frau Elisabethe Semmler geb. Schweitzer sowie für die vielen Blumenspenden, die trostreichen Worte des H rn. Pfarrer M ahr am Grabe, sagen wir all en unseren h erz- lichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Georg Sem in ler. Kgl. Eisenbahn-Zugführer und Kinder. 9089 Giessen (Asterweg 16), den 22. Dezember 1916. »Ei Danksagung. Für die Beweise ausrichtiger Teilnahme an unserm schmerzlichen Verluste sagen innigen Dank Die trauernden Hititerbliebenen: Familie Kröck Familie Mandler. Gießen, den 21. Dezember 1916. 013995 üb Ohne Bezugsschein für Herren Clgarrenc!3l 31k. 2.80 — 30 RrloJtascliea l?Ik. 2.58—33 . CteMhörseni.groß.Auswahl ▼ für Damen Bamcntaaeben Mk. 2.50—75 Relseneaesaire 15k. 4.50—50 EinrieM»ngsk*ff«r ete. für Kinder Scbnlranzac :: Mappen in grosser Auswahl. Gediegene Sattlerarbeit. Aug. 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Der Ereiie m Herrn Oberst Lustspiel in 3 Akten von PordeS - Milo und Harry Pohlmann. lEnde 9»/. Uhr. t*> -V.VW■- ? T ■ . -1 .. r; . ;7r *e.-;$*. _. Der dritte JUNGE angekommen Dr. Carl Dickore und Frau Elli geb. Beckmann' Gelsenkirchen, den 20. Dezember 1916. nm Adolf Wel z, Seltersweg 6. 1 1 Wir bieten nach wie vor eine konkurrenzlose Auswahl noch ohne Bezugsscheine GiOSSOZ 1, 5efterstveg52 Stockschirme - Spazierstöcke Schirms mit Silber-, Elfenbein- und Horn-Griffen bis zum billigsten. [8590D] Pappenschirme. Trinkt Wein statt Bier Span. WeiniiaUe (Schotts Weinstube) BahnhofstraOe 0,3040 Loks Welkeagasse. Bekanntmachung Das Umlagekataster der land- und sorstwirtschast» lichen Berussgenossenschaft für das Großherzogtum Hessen für das Jahr 1916 liegt 2 Wochen lang, nämlich vom 21. Dezember 1916 bis zum 4. Januar 1917, aus der Bürgermeisterei zur Einsicht der Beteiligten offen. Etwaige Widersprüche dagegen, wie es veranlagt ist, sind innerhalb eines Monats nach Ablauf der Offenlegungsfrist bei dem Vorstände der land- und forstwirtschaftlichen Berussgenossenschaft in Darmstadt zu erheben. Später eingehende Widersprüche können keine Berücksichtigung mehr finden. Rodheim, den 20. Dezember 1916. Großherzogliche Bürgermeisterei Rodheim. Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gießen. Stadt. Wohnnngsnachweis Gießen, Afterw§g9. GS sind zu vermieten: !90728 1 herrschaftliche Wohnung von 10 Zimmern, 1 herrschaftliche Wohnung von 7 Zimmern mit Zentralheizung. 4 herrschaftliche Wohnungen von 6 Zinunern. 3 Wob nungen von 5 Zimmern, 4 Wohnungen von 4 Zimmern, 8 Wohnungen von 3 Zimmern, 4 Wohnungen von 2 Zim- tnern, 1 Wohnung von 1 Zimmer, 4 Ladenräume mit je 1 Zimmer, 1 Laden mit Wohnung von 2 Zimmern. 1 Laden mit Wohnung von 3 Zimmern, 24 möblierte Zimmer, 2 davon nebeneinander liegend, 1 möblierte Wohnung von 3 Zimmern und Küche, 1 leereS Zimmer, 1 größeres Fabrikgebäude, 2 Stallräume mit Burschenzimmer, 1 Stall mit Lager, 1 Wohnung von 2—3 Zimmern in Bellersheim. Zu mieten gesucht: 10 Wohnungen von 1—10 Zimmern zftädt. rfrbeitsnaefiideis giessen. Asterweg 9. goam ES können eingestellt werden. s. bei hiesigen Arbeitgebern: 1 Gärtner, 1 Knecht. 40—50 Bergwerksarbeiter, zwei Schmiede, 3 Schlosser, 5 Dreher, 1 Oelmüller, 1 Dchuh- marher, 2 Glaser. 1 Heizer, 1 Polsterer, 2 Schreiner 1 Friseur, 3 Fabrikarbeiter, 1 Kohlenarbeiter, 2 kräfl 'Arbeiter, 2 Laufmädchen, 4 Lauffrauen, 1 Waschfrau 3 Dienstmädchen, 2 Hauöburschen. d. bei auswärtigen Arbeitgebern. 1 landwirtschaftlicher Knecht, 2 Fuhrleute stir Langholz fuhrwerk, 3Dienstmädchen. 1000Erdarbeiter, 10 Schmiede 1 Müller. 3 Schreiner, 6 Metallgießer, 1 Frau zur Führung eines einfachen Haushalts. ES sncken Arbeit: 1 Knecht, 1 Bildhauer, 5 iug. Fabrikarbeiter. 3 Arbeiter. 1 Kellner, 1 Schreibgehilfe, mehrere Kriegsbeschädigte für leichtere Arbeiten, mehrere Lausfrauen. Parfüm der ersten deutschen Firmen Als besonders beliebte Parfüme empfehle: Koma, Kaiser- veilchcn, KOnigsflieder, Rose Palestro, Elata, Mamah. 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Fritz Wollt Für die vielen Beweise wohltuender Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Mutter sagen wir allen unseren herzlichsten Dank. Anna Will Ella Will. 9075 Danksagung. Griinberg, den 20. Dezember 1916. findet am Mittwoch, den 27. Dezember, nachmittags 3 Uhr, in Gladenbach (Kr. Biedenkopf) vom Trauerhause aus statt. Dies zeigt in tiefem Schmerz an Marie Wolff geb. Proebsting als Mutter. Lüdenscheid, den 21. Dezember 1916. oo93D Sekt-Korke Stü^bis^?P,a. IWoin » Iä dbff’Lrtf* gebraucht,Kilo bis M.3.50 W *71111 - RWfhC kaust 9042D Korkhans Sperber, Berlin, Zebdcnickerstrafie 13 An Stelle von tSicfeenseife . .. .. . teste Stücke, . alkalisches «Waschmittel. Bunte Wäsche. Körverreinigung, Scheuern. Postpaket Mk. 5.—. Kiste 200 Stck. Mk. 2x— unfrankiert. Lü. Jammer. BerUn-VUrn. 20, Detmolderstr. 64. 8743s 1 Nutzholz-Submission. Die Gemeinde Steinbach beabsichtigt folgendes Nutzholz aus den Distr. Ameisekopf, Hengheck, Todenzipsen und Embach auf dem Submissionswege zu vergeben. Fichtenstammholz 3., 4. und 5. Klasse zirka 200 Fstmtr. Die Gebote sind nach Klassen getrennt bis zum 27. Dezember lfd. Js., nachmittags 3 Uhr, auf dem Bureau der Unterzeichneten Bürgermeisterei abzugeben, woselbst die Eröffnung stattfindet. Nähere Auskunft erteilt Forstwart Herbert. Steinbach, am 20. Dezember 1916. Großh. Bürgermeisterei Steinbach. ( 9087 Krämer. nur kurzes Gastspiel im vollständig zum festen Zirkus umgebauten „Colosseum“ Eröffnungs-Vorstellung am Dienstag den 26. Dezember (2. Weibnachtsfeiertag). Auftreten erstklassiger Zirkuskräfte, sowie Vorführung edler Rassenpferde, ferner Auftretender urkomischen Clowns Jim und Jam. Dienstag und Mittwoch finden zwei Vorstellungen statt, nachmittags 4 Uhr und abends 7 1 /, Uhr. — Preise der Plätze: Galerie 0,55 Mk.. II. Platz 1,10 Mk., L Platz § 1,55 Mk., Sperrsitz 2,00 Mk.. Loge 2,50 Mk. =