Nr. 300 Der fticfteiter »«zeige, erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: Giehe«er ^amilienblötter; Nreirblatt f«r »e« Breis rietzea. Bezugspreis: monatl. 90 Ps.. viertel- jährl. Mk. 2.65; durch Abhole- u. Zweigsteken nwnatl. 80 Pf.: durch die Post Mt. 2.45 viertel- jährl. ausfchl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüsse: iür die SchriltleitungllI Berlaq.Geschästsstellebl Anschriit für Drahtnachrichten: Anzeiger Giehen. Donnerstag. 2 \. Dezember Erstes Blatt 166. Jahrgang Donnerstag. 2 \. Eichener Anzeiger postscheckfonlo: Zrimksurt a.M. U686 General-Anzeiger für Oderhessen i lu.u.,(ii« l/Ow '. die Lagesnununcr bis uun Nachmittag vorher. Zeilenvreis. s. Anzeigen: örtlich 20 Pi., Per- inietungen u. Stetlenge- srrche 15Pf.. ausivärtS 25 Pf., b Plahvoi-fchrrft 30 Pi., Reklamen 75 Pf., bei Plagvorschrist 90 Pf. Hauptschri'tleiler: ^lug. Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: vankverkehr: Aug. Goetz. Stadt und Sewerbebank Slehen Land.Vermischte§ mGe- richtssaal: Fr. R. ^enz. Swillingrrunddruck «.Verlag: vrühl'sche Unio.-Vuch- u. Steindruckerei R.Lange. Schristlettung, Seschästsstelle v.Druckerei: Schulstr. 7. ^uiitni SitVtn- Die veschimpsungen des Friedensangebotes. Grobes Hauptquartier. 20. Dezember. (ÄMtlM.) Westlicher Kriegsschauplatz. Au der Somme, an der Ais ne unv in der Cham- ^Evie auf dem Ostufcr der Maas nur in einzelnen ^vschmtten wechselnd starkes Artilleriefeuer und Patrouillen- tätlgknt. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Nichts Wesentliches. Front des Generalobersten Erzherzog Josef. In den Bergen auf dem Ostufer der goldenen B i st r i tz scheiterten mehrere Angriffe russischer Bataillone. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls vonMackettsen. Nichts Neues. Mazedonische Front. Vereinzelt mar die Artillerietütigkeit lebhafter. Der Erste Generalquarticrmeister > Ludcndorff. i * Der Abendbcricht. Berlin. 20. Dez., abends. (WTB. Amtlich.) An der Westfront und im Osten keine gröberen Kampfhandlungen. Im nördlichsten Teil der Dobrudscha hat sich der bis dort gewichem Gegner wieder zum Kampfe gestellt. Fm Cerna-Bogen sind nach starkem Feuer ein- 'etzevde feindliche Angriffe vor unseren Stellungen gescheitert. Unser schlimmster, unser grimmigster Feind hat jetzt uns gesprochen: England. Wir geben heute die Rede Lwyd Georges ausführlich wieder und wenn wir von vornherein skeptisch waren in der Erwartung der Antwort auf das Friedensangebot, so hat uns doch die Schroffheit, die Anmaßung dieser Rede einigermaßen überrascht. Gerade England ist es, das es immer wieder wagt, Deutschland als Verbrecher, als Räuber und Mörder hinzustellen, und das dünkelhafte Selbstbewußtsein, mit dem dies stets geschieht, ist nirgends sonst in der Welt zu finden als in London. Wie schlicht, sachlich und wohlgegrüudet auf Tatsache:! hat dagegen der deutsche Reichskanzler die Lage gekennzeichnet und die Folgerungen daraus gezogen! Wir durften unsere Erfolge auf dem europäischen Kriegsschauplätze hervocheben, durften uns stolz als diejenigen bekennen, die bisher die Stärkeren waren. Nun aber fühlt sich der Engländer in seinem grenzenlosen Hochmut und Größenwahn geknickt. Es ist erstaunlich, was dieser an der leitenden Ministerstelle stehende Vollblutengländer an Selbstüberhebung, Vermessenheit und frevelhafter .Herausforderung des weltgeschichtlichen Schicksals sich geleistet hat! Oder war es mehr ein rauschender Tam-Tam, um denjenigen Eindruck in der Welt zu machen, den die bisherigen Leistungen Englands im Weltkriege nicht hervorzubringen vermocht haben, als aufgewühlte Leidenschaft? Jedenfalls erinnert uns das Leitmotiv der Rede Lloyd Georges sehr lebhaft an Belsazar, dem Heine das bekannte LäfteNvort in den Mund legt: „Iehovah, Dir künd' ich auf ewig Hohn — ich bin der König von Babylon!" Doch es liegt trotz der angenommenen Weltherrscherpose auch eine stille Angst und Wut in der neuen Parlamentsrede. Zuerst die schreienden Drohungen, Verlästerungen und Verkleinerungen des Gegners, dam: die knurrenden Feststellungen, über bisherige Unzulänglichkeiten im Wirken der Entente. Wie aufgeblasen muten uns die Vorhaltungen Lloyd Georges von den Taten der Engländer an dev Somme an! Die Franzosen müssen sich ganz in den Schatten gestellt sehen. Briands Rede im Senat, die wir heuttt gleichfalls ausführlich wiedergeben, ist zwar auch voll lln- belehrbarkeit und Unversöhnlichkeit, atmet aber doch nicht solche Selbstgefälligkeit, solche Eisenfresserei! Und Frankreich hat aus den angeblich so siegreichen Schlachten an der Somme ganz andere Folgerungen gezogen. Es hat den Ober- beseht in andere Hände gelegt und sich selber zugestanden!, baß die Ziele, die man sich gesteckt hatte, nicht erreicht worden sntd, sondern daß blutige Mißerfolge das Ende waren. Freilich hat jetzt der neueste französische Erfolg bei Verdun, der übrigens für uns keine ungünstige Nachwirkung mehr gehabt hat, die Segel der französischen .Kriegsmacher neu geschwellt. Aber der Feind im Westen benimmt sich im allgemeinen doch etwas würdiger als der rhetorische Holofernes über dem Kanal, dessen Volk heute noch dieselben Eigenschaften besitzt und sie gerade jetzt in ihrer abschreckenden Nacktheit uneder zur Schau stellt, wie sie einst Heine geschaut hat, der bei seiner Epistel über Shakespeares Mädchen und Frauen zunächst eine Feststellung über das Geburtsland des Dichters für nötig gehalten hat, die wir in dieser Stunde aus tiefstem Herzen miternpfinden: „Welch ein widerwärtiges Volk, welch ein nnerauickliches Land! Wie steifleinen, wie hausbacken, wie selbstsüchtig, wie eng, wie englisch! Ein Land, welches langst der Ozean verschluckt hätte, wenn er nicht befürchtete, daß es chm Uebelheiten im Magen verursachen möchte. . . . Ein Volk, ein graues, gähnendes Ungeheuer, dessen Atem nichts als Stickluft und tödliche Langeweile, und das sich gewiß mit einem kolossalen Schiffstau am Ende selbst aufhängt . . ." Heute, am 21. Dezember, geht nach Lloyd George die Weihnachtsbotschaft der Entente auf beu Friedensvorschlag in die Welt. Wie sie wirken muß, das erkennt selbst der „Vorwärts'", der zur Rede des englischen Ministers folgende Anmerkungen macht: » „Je genauer man hinsieht, desto deutlicher erkennt man, daß der Mangel an detaÜlierten Friedeusbedingungen nur der Vorwand für die Ablehnung des deutschen Friedensangebotes ist, während ihr innerer Grund ans ganz anderem Gebiete liege. Nur. wenn Tentichland von vornherein die englischen Bediit- gungen schluckt, wird Lloyd George gnädigst mit uns verhandeln, ^st das dann überhaupt noch verhandelt? Lloyd Georges Haltung gegenüber Deutschland ist genau die gleiche, als wenn die Unternehmer mit dem „Herr-im-Hause"-Standpunkt zu den streikenden Arbeitern sagen, die einzige,Bedingung, über die wir verhandeln, ist die bedingungslose Wiederaufnahme der Arbeit. Auch in der sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft erwartet kern einziger, daß die Regierung vor die Wttt tritt miit der Erklärung: Wir bitten um Frieden, verzichten nicht nur ausdrücklich auf jede Annexion, sondern sind auch bereit, die Gegner mit Geld und Gebiet zu entschädigen, sowie jede uns sonst auferlegte Strafe demütig und gehorsam zu trägem" Der österreichisch-::,igarischr Tagesbericht. Wien, 20. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 20. Dezember 1916. Oestlrcher Kriegsschauplatz. Gegen unsere Stellungen im M e st e e a n e st i-Abschuitt wiederholten die Russen gestern ihre heftigen Angriffe, die unter den größten Feindverlusten abqewiesen wurden. An allen anderen Frontteilen hat sich nichts iveftntliches ereignet. Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Lage unverändert. .Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Hofer, Feldmarschalleutnant. Ein Kabinett Clam-Martinitz in Oesterreich. Wien, 20. Dez. (WTB.) In Berücksichtigung dev politischen Gescrmtlaae hat der Geheime Rat Dr. v. Spitz - müller den ihm erteilten Auftrag zur Bildnng eines Kabinetts in die Hand des Kaisers z u r ü ck g e l e g t. Wie wir erfahren, hat der hierauf mit der Kabinettsbildung betraute Ackerbauminister Gras Clam-M a r t i n i tz die Anträge über die Zusammensetzung des neuen Ministeriums dem Kaiser bereits unterbreitet. Wie verlautet, wird das neue Kabinett wie folgt zw- sarnmenbesetzt sein: Präsidium und Leitung des Ackerbcrw- Ministeriums Graf Clam-Martinitz, Minister des Innern Frhr. v. Handel: Handelsministerium Dr. Urban; Arbeitsministerium Frhr. v. Trnks; Kultus- und Unterrichtsministerium Frhr. v. Hussarek; Minister für Galizien Dr. Bbrziaonski; Landesverteidigungsminister Frhr. v. G e o r g i; Finanzministerium Dr. v. Spitz- müller; Justizministerium Frhr!' v. Schenk; Eisenbahnministerium Frhr. v. Förster; Minister ohne Portefeuille Dr. Barnreither. Berlin, 21. Dez. Zur Bildung des Kabinetts Ekam- Martinitz wird in der „Vossischen Zeitttng" gesagt: So wenig Spitzmüllers sttame politisch etwas bedeutete, so hochpolitisch klingt der des Grafen Clam-Martinitz. Man kennt ihn als einen energischen Hochari sw traten, der durchaus ein starkes Oesterreich wül und als Gegenspieler der Ungarn, als Förderer der Südslaven und vor allem als Förderer des Triälismus. Ob das neue Regime einen Kurswechsel anstrebt, oder ob man nur daraus schließen kann, daß sich kein anderer tatkräftiger Mann fand, der zugleich dem Monarchen genehm war, muß abgewartet werden. Der „Berliner Lokal-Anzeiger" sagt: Wenn die bis vor kurzen: noch unbedingt ftchechenfrenndliche .Haltung von Clam-Mar- tinitz etwa die Befürchtung erwecken konnte, daß diese Lösung in einem der deutschen Sackte nicht sehr günstigen Sinne gemacht werden könnte, so steht dem die Tatsache der Ernennung zweier Minister eirtgegen, die seit jeher das deittsche Interesse in Böhinen vertreten haben. * * * Der Feldzug in Rumänien. Berlin, 21. Dez. Die Verluste der rumäni- schenFeldarmee beziffern sich, wie verschiedene Blätter melden, auf 280 803 Mann, darunter 7930 Offiziere. Berlin, 21. Dezember. In einer Proklamation Mackensens wurde die Bevölkerung in Bukarest auf die Folgen einer unloyalen Halttrng gegerrüber den siegreichen Truppen aufmerksam gemacht. Die Deutschen kämpften nicht gegen die Bevölkerung, sondern die rumänische Armee. Geheime Sitzung der holländischen Kummer. i. Köln, 21. Dez. Der „Köln. Volksztg." zufolge beantragte gestern das einzige antirevolutionäre Vkitglied der Z w e i t e n h o l l ä n d i s ch e n K a m. m e r Ban der Voort mit 9 arrderen Mitgliedern, sofort eine gelxeime Sitzung abzuhalten, um darin über militärische Angelegenheiten und besonders über die Munitionsanferti- g u n g zu sprechen. Der Vorsitzende ließ die Türen schließen. Lloyd Georges Erklärungen. (Fortsetzung.) Für beit Augenblick glaube ich nicht, daß es für mich ratsam sein würde, etwas aus die besondere Einladung hinzuzufügen. Die f^o r- melle Antwort wird von den Alliietten im Lause der nächsten Tage gegeben werden. . Lloyd George wandte sich dann dem zu, was er als dnngende Ausgabe bezeichnete. Die Regierung sehe sich nämlich demgegenüber, die Mobilisation zu vervollständigen und sogar nürksamer zu machen; alle unsere nationalen Hilfsmittel für die Mobilisation, so führt« er aus, welche seit Beginn des Krieges ins Werk gesetzt wurden, waren derart, daß sie die Nation befähigen sollten, die Anstrengungen zu tragen^ so lange es auch dauern möge und duckchzuhalte-n bis zum Siege, wie lange und wie erschöpfend auch immer die Ausgabe sein möge. Es wäre dies eine gigantische Aufgabe und er spreche die Warnung aus, wenn es jemaird gebe, der der neuen Verwaltung in Envartung eines baldigen Sieges sein Vertrauen gegeben habe, so würde er zu einer Enttäuschung verurtcllt sein. Die düstere Schilderung der militärischen Lage tvürdc keine der Wabrheit entsprechende Schilderting sein, aber er habe eine ernste Schilderung zu geben, weil diese die Tatsachen genau darstelle. Er habe immer gedrungen, daß viele Mißverstcrndnisse aus übertriebenen Ansichten entstanden seien, die über die Erfolge sich gebildet hätten und aus der Neigung, tatsächliche Rückschläge als eine Kleinigkeis zu behandeln. England habe immer dann am besten beraten geschienen, wenn es sich einer wirklichen Gefahr gegenübersah und sie verstand. Lassen Sie uns, so fuhr Lloyd George fort, ü'ir den Augenblick auf das schlimmste sehen. Der rumänische Mißerfolg war ein Unglück, aber schlimmstenfalls verlängert er den Krieg, er ändert aber nicht die grundlegenden Tatsachen des .Krieges. Man kann sogar hoffen, daß er heüsame Folgen hat, rad!m ec die Aufmerksamkeit der Verbündeten auf offensichtliche Fehler in der Organisation der Verbündeten lenkt. Nicht nur auf die Organisation und' ieden Einzelnen, sondern auch auf die Organisation des Ganzen. Wenn es dies tut und die zu neuer Anstrengung anspornt, so kann es, so schlecht es an unh für sich ist, ein Glück sein. Das ist das Schlimmste, es war ein wirklicher Rückschlag. Es ist die e i n z i g e plötzlichedunkelste Wolke, sie erschien an dem aufklärendcn Horizont. Wir tun das beste, um unmöglich zu machen, daß dieses Unheil zu noch Schlimmerem firhrt. Das ist der Grurrd, warum wir in den letzten Tagen diese sehr kräftige Aktion in Grieche n l a vi d unternahmen. Wir wollen dott keine Gefahr lausen. Wir haben uns entschieden, einen endgültigen entscheidenden Schritt zu tun und ich glaube, er ist geglückt. ( Wir haben beschlossen, die Vertreter des großen griechischer» Staatsmannes Beniselos onzuerkennen (Beifall). Ich wünsche ein Wort zu sagen über die Lehren des Kampfes an der Westfront uitd über die Bedeutung dieses großert Kampfes, eines der größten, der jemals in der Weltgeschichte geführt wurde. Er enthält genug Material zur Ermuttgung und zur Hoffnung. Ihr seht vor Euch ein durchaus neues Heer. Das alte hat seine Pflicht getan und ging verlöret: in der Erfüllung! seiner großen Aufgabe. Ein neues Heer besucht jetzt, aber vor einem Jahre lag es noch wie Erz in der Erde von Grvßbritaw-< nien und Jrlartd. Jetzt ist es Eisen geworden. (Beifall.) Das Eisen ist durch feurige Oefen gelaufen und der Feind kennt es. Es ist nun prächtiger Stahl. (Beifall.) Das neue Heer mit neuen Männern und neuen Offizieren und nicht gewohnt in dieser Art der Arbeit, hat gegenüber dem größten, bestausgerüsteteit und bestgeübten Heer der Weft gestanden und es hat dieses Heer geschlagen und immer wieder geschlagen in einer Feldschlacht nach der anderst, Tag für Dag, eine Woche nach der anderen. Aus dm stärksten Verschanzungen, die jemals durch Menschenhattd gebaut wurden. hat dieses Heer seine Feinde mit unglaublichem Mut vertrieben. Das ist etwas, das uns Hoffnung gibt, und das uns alle mit Stolz erfüllt auf die Nation, der ivir angehören. Das ist eine Tatsache und es ist eine Tatsache voll Bedeutung für uns uitd für der: Feind (Beifall). Der Feind hat gesehen, daß das Heer unter seinen Augen gewachsen ist. Desprll) grünen wir unser Verttanen auf diese Tatsachen. Ich bin überzeugter wie jemals zuvor von dem Endsiege, ivenn das Volk sich ebenso standhaft und ebenso tapfer, ebenso bereit zu opfern und ebenso entschlossen zeigt wie das große Heer an der Somme (Larr- ter Beifatt). Lloyd George wattdte sich dann der inneren Lage zu und sagte, er nwlle alles vermeiden, was Streit oder Uneinigkeit Hervorrufen könnte. Die Berichte, die über die Bildung des neuen Kabinetts veröffentlicht worden seien, seien unvollständig. Das charakteristische des neuen Kabinetts' bestände darin, daß die Exekutive in wenigen Personen vereinigt sei. daß die Minister inehr nach ihrer Verwaltungs- urrd Geschäftserfahrung, als nach ihrer parlamentarischen Erfahrung ausgewählt seien und daß die Arbeiterpartei eine stärkere Verlretmtg erhallen habe. Es fet unmöglich, einen Krieg zu führen, ohne die vvllstmtdige nnbeschränkte Unterstützung der Arbeiterschaft zu besitzen. Das ftühere Regierungssystem sei für Fredenszeten geeignet gewesen. Tie uene Kabinettsform sei auf den Krieg zugeschnitteit, wo vor allem anderen schnelle Entsck-eidungen erfiorderlich seien. Die Alliiertes hätten bisher durch die Langsamkeit ihrer Entscheidungen imd des Handelns Unglück auf Unglück erlitten. Das neue System stelle jedoch durchaus nicht etiva einen Versuch dar, der vollständigen obersten Konttolle des Parlaments irgendivie Abbruch zu tim. Die Schiffahrt sei nie so wesentlich für das Lebeir der Natton gewesen, ivie jetzt, 'und die Zeft sei gekommen, um eine vollstärtdige Kontrolle liber alle britischer Schiffe einzurichten mtb sie etwa in dieselbe Stellung zu versetzen, wie die Eisenbahnen, so daß die Schiffahrt für^ die Dauer des Krieges verstaatlicht würde. Die enormen Gewinne aus den Frachten seien teils an den hohen Preisen der Lebens mittelbedürftnsse schuld und erschwerten es der Regiermtg. die Arbeiterorgauffationen zum Verzicht auf ihre Vorrechte Au bewegen. Der )Hedner sprach die Hoffnung aus, dem! Haufe bald Pläne vvrlcgen zu können, um den vorhandenen Schiffsraum besser auszunützen und der: Bau neuer Schiffe zu beschleunigen. Dos Lebensmittelproblem ist zweifellos ernst und müsse sofort in Angriff gettommen weichen. Die Welternte an Getreide hat versagt. Tie Ausftrhrmöglichskeit aus Amerika und Kmtada ist in unheilvollem Maße eingeschränkt, ?tvgenttnien gibt schlechte ^Aussichten, Rußland kanrr lüdjtä ausführen und die austtalische Aus^ fuhr macht fast prohibitive Tranzportschwierigkeiteu. Die englische Ernte ist gering mtd die Neubestellung bettägt anscheinend nur 3 /s des Durchschnitts. Die Fnch-j ahrsbestelluitg trjixb Rejett ÄuSsvll Wirt In fftftrlffcn Trennen decken körmerr. Unter diesen Umständen ist die U-Bootgefahr nich,t die wichtigste. Lloyd George sprach sodann über die Notwendigkeit, die Produktion und Verteilung von Lebensmitteln unter Kontrolle zu nehmen. Zugleich aber müsse die ganze Nation auf hen Luxus und das Wohlleben verzichten. Lasset uns, rie' er aus, ^ eine nationale Fastenzeit während des Krieges ausschreiben und die Nation wird geistig, rnoralisch und körperlich um so besser und kräftiger dastehen. (Beifall.) Unsere Armeen mögen den Feind. aus Frankreich« und Belgien vertreiben und über den Rhein jagen, aber wenn nicht die Nation als Gan-es einen Teil der Lasten des Krieges aus ihre Sultern nimmt, 1? wird sie aus dem Triumph kernen Nutzen ziehen. Nichts was Nation gewinnt, macht sie groß, sondern was sie hergibt. (Lebhafter Beifall.) Es dürfe nicht geduldet werden, da ßein Teil Nation ungewöhnliche Gewinne mrs diesen Opfern zöge. Die Tie Regierung halte drastische Schrite für nottvendig und ihre Pläne würden demnächst bekannt gemacht werden. Lloyd George erklärte die Mobilisierung der Arbeiterreserven für unausbleiblich; ohne das könne man nicht durchkommen. Dies lei reine Frage vm: Jalnen, sondern Monaten und vielleicht Wochen und, wenn die Arbeitskraft der Nation nicht auf das beste ausge- uützt werde, sei der Sieg unerreichbar. Die Regierung müsse dis Macht haben, zu beftiumren, daß jedermann, der nicht im Heere ich,. ojn Arbeiten von nationaler Bedeutung teilnehme. Die bis- iherige Organisation sei unvollkommen gegen.über dem Feinde, der nicht nur von seinem im zweifelhaften Rechte über die eigene! Bevölkerimg Gebrauch mackxe, sondern die bisher in zivilisierter Kriegführung imbekarmte Praxis eingeführt habe, die Zioilbevöl kerung besetzter Gebiete wegznführen, um die Lücken der eigenen .Arbeiterschaft auszufüllen. In England sind noch> Tausende von Leuten in Industrien tätig, die rmseren Reichtum daheim verzehren und imseren Kredit im Lluslande nicht verstärken, und wir haben keine Mittel, sie in national wichtigere Betriebe überzuführem Die Regierung boabsickitige, sofort einen Direktor des nationalen) Dienstes einznsetzen, der die allgemeine Dienstpflicht s o- Wohl nach der militärischen als bürgerliches Seite regeln soll. Lloyd George kündigte an, daß der Lordmayor von Birmingham, Neville Chamberlain, das Amlt des Generaldirektors des nationalen Dienstes angenommen habe. Wenn das Parlament nach einigen Wochen wieder zusammentrete, würde hoffentlich eine genügende industrielle Armee zusammengebracht sein um die gesamten Arbeitskräfte der Nation für Kriegszwecke zu mobi lrsieren. Lloyd George sagte sodann, die Regierung werde sich bemü- hen, eine günstige Stimnrung herbeizuführen, die für die Lösung der irischen Frage wesentlich sei. Die Negierung beabsichtige ferner, möglichist bald eine Reichskonferenz einzuberusen. Was die Be- 'zrehungen unter den Verbündeten betreffe, so sei die Einheit des Zieles erreicht, aber die Einheit des Handelns lasse noch viel zu wünschen übrig, er wolle nur aus Rnmäni en verweisen. Tie B«bÜ7ideten hätten nicht die Vorteile ihrer Gegner, daß sie anf den inneren Linien operieren könnten und daß die überwiegende Macht die gesamten Streikräfte leite. Tie Verbündeten müßten dal-er dieses Ziel mit anderen Mitteln versichern. Wenn die Verbündeten ihre enormen Hilfsquellen voll ausnützcn wollten, so müßten die Entsch«lüsse schneller gefaßt und schneller aus gefüllt werden. Das sei nicht unmöglich Ovischm den Männern, welche rne Truge leiten. Es müßten mehr Beratungen und mehr wesentliche Beratungen stattsinden. Jedes Land dürfe nicht glauben, daß es sich nur um die eigene Front zu kümmern) nabe. Dre Politik der gemeinsamen Front müsse verwirklicht wedren. Ter Feind ist sich über diese Politik ganz kl«, aber tmr müssen sie nrehr zur Wirklichkeit machen, anstatt auf der einen Seite eine überwiegende Menge von Geschützen, auf der anderen Seite kranke Leiber zu haben. Lloyd George schloß mit dem Ausdruck des Bedauerns, daß er snh am Asguith habe trennen müssen. In einem iQigen hefttgM Kriege käme es vor, daß Männer in der Leiden- uyafr emE Konfliktes die hohen Ziele vergäßen, mit denen sie «Zangen seien. Dieser ist ein Kämpf für das Völkerrecht, für dre nationale Ehre und für den nationalen gutM Glauben. Dre Dämme, welche Generationen von Männern l gegen, die ^rbarei «mfgebmtt haben, sind durchbrochen. Ware nicht die Macht Englands m die Bresche getreten, so wäre Europa rwn ema Flut von Barbarei und ungezähntten wcachtgrer überschtoemml worden. Der Triumph Preußens Aürde dazu führen daß die Menschheit hilflos im Sumpfe stecken bliebe. Deshalb kannte ich seit Beginn des ™ -T* m . politisches ZiÄ, nämlich die Errettung der Menschheit von nwr überwälttgenden Katastrophe, die ihre Wohl- at/rt jemals bedrohte. Aeutzerunge» von ASquith. London ,g0. Aspnith sagte- Tttttschland hat miogmaimte Friedenzvmschlage gemacht, die sich in der bekarm- 3 fl 5.» Wie kommt dah e ne Macht, d«c sich ihrer milttüttschcn Ueberlegeahei, MD endgültigen fSieges gewiß Fu sein behauptet nach ;wei ^ Welt Frieden!" zerrust? Jst^ttn^ötzlich^ wenn der deutsche Reichskanzler so empfindlich gegen die Gebote der Hmnanttät wird? Wir müssen den Ursprung dieser Friedensvorschlöge anderswo suchen, sie sind aus der militärischen und wirtschaftlichen Nvt- rl* K l 1 -eEtmrden. Wir alle sehnen uns nach Frieden, aber es muß em ehrenhafter, kein schimpflicher Friede sein. Es oars kern zusaminengeflicktes, unsicheres Kompromiß sein Es muß ein FrnÄe sem, der das Ziel erreicht, für das wrr in denj Krieg gingen einen solchen Frieden werden wir mit Freuden J* 11 , ^ lm * nachdrücklich: Ich sehe der Note der t^utsc^n Regierung nichts, was rnir der geringste Grund zu der Annahme ist, daß sie gewillt ist, den Verbünden imb Sicherheit zu gewähren. Wenn sie bereit ist, für die Vergangenheit und Sicherheit für die Zukunft zu geben, mag fte es sagen.. - ^ Stabt Httfc Land. Gießen, 21. Dezember 191!. nötigen. Dieser Schrei nach Frieden ist ein Schrei, der Schwäche, auch tzkne schlaue Handlung. Man' sucht vergeblich irgend etwas Bestimmtes in den Umständen, unter welchen dieser Vorschlag gemacht wurde. Auch er ist noch eine Kriegs Handlung. Die Neutralen haben sich darin nicht ge- Der ThomaStag täuscht. Die Verbündeten sind fest entschlossen, diesem Manöver f n 1rtn 01 die einzige Antwort zu erteilen, welche es verdient. Unser Land iomn si. ^ezemoer.) wurde durch dieses Manöver nicht üt. Verwirrung gebracht. I Ter kürzeste Tag des Jahres, dem die längste Nacht Frmrkreich hat dieses Vkrnöver als eine Herausforderung angesehen! folgt, der 21. Dezember, ist im kirchlichen Kalender dem Apostel und erklärt, daß die beste Antwort, die darauf zu erteilen war, I Thomas gewidmet. Da der Tag früher wie alle Aposteltage ein der gestrige Sieg vo n Berdurtz kift. (Beifall.) Die amtliche gebotener Feiertag war, knüpften sich an ihn allerhand Bräuche der ~ mhpä rm'rrhtn frin (WrifaU 'i I Weibnakb.tsr«t irnd sr» dk»L Liebks- avunyt i * II iL(U ) Ji/lC UULUlU/t Antwort der Alliierten wird unseres Landes würdig sein. (Beifall.) Tie Stunde ist fortdauernd ernst. Unser Ämd kam aber über andere schwierige Stunden hinweg. Tanken Sie an die Armee von Verdun. Es ist eine Freude, festAustellen, daß nach! zehnmonatigen ?lnstrengungen die Franzosen den Sieg auf ihre Fahuen sckreiben^ konnten. (Beifall.) Dieser Krieg ist nicht mit anderen zu verreichen. Er hat ganze Nationen zum Kainpfe miteinander gebrach-t. Wir drangen nicht durch Aber ist x.eutschland in Frankreich durchgedrungen? Die deutschen Heere hatteir dort Augenblickserfolge. Wir wissen, da ßdiese Heere eine furchtbare Macht bilden. Der Sieg kann nur in logischer 'Tölge kommen. Deutschland hat niemals einen entscheidenden Er chlg errungen^ da es ihn nich«t am Anfänge des Krieges hatte. Es darf ihn nicht haben. (Lebhafter Beifall.) Es konnte auf diesen; sreg im Anfang infolge der 45jährigen Vorbereitung hoffen. Aber seit dem Mißerfolg an der Marne und an der Pser verfiel es d erendgültigen Niederlage (Beifall.) SeiDem die Anstrengungen der Alliierten sich> verstärkten, ordneten sich in die gemeinsam verabredeten Unternehmungen die vier alliierten Großmächte ein. ■- 9^ ^abei unvermeidliche Schwierigkeiten. Die Regierung be-- müht suti, sie zu vermeiden. Kann man an dem Ausgang zweifeln? Tre Deutlchen kündigten ihren Sieg durch die Verdun offensive an. Tre sranzölischk-englische Offensive an der Somme brachte ihnen eme grausame Enttäuschsrng. Sie zeigte unseren Soldaten, daß die stunde der Befreiung unseres Landes sich! nähert. Italien seiner- wtts war Gegenstand eines surcht^iren Angriffs. Die Russen brachen aber aus und entlasteten Italien. Das sind einige Beispiele der uberernsttnrinenden Zusammenarbeit der Miierten. Ich meiner- erts habe mich« bemüht, dieses' Einvernehinen enger imd frucht brmgender zu gestalten. Weihnachtszeit und des Jahreswechsels, so das bekannte orakel mit Bleigießen usw., das noch heute am Andreastage (30. November) und am Sylvesterabend geübt wird. In den Schulen begannen früher mit dem Thomastvige regelmäßig die Weihnachtsserien. Im Tuderstadter UrkundenbiÄ liest man vom Jahre 1434: Thomasavend, wan men de Kyndere ut drivet (an dem man die Kinder heraustreibt, nämlichi aus der Schule . In Tirol nahm an diesevr Tage die Weihnachtszeit ihrai ?lnfang. In zahlreichen Tiroler Weisttlmern ist es seit dem 15. Jahrhundert verboten, drei Tage vor Weihnachten die Wiesen zu wässern: das ganze Wasser wuß unabgekehrl in den Bächen fließen „für den Fall, daß ein Feuer aufkam." In Berlin und in anderen Städten fand früher am Thomastage die sog. Ratsversetzung statt: die jährlich neugewählten städttschen Behörden traben an diesem Tage ihr Amt an. Ties wurde in Berlin durch, ein mehrtägiges Fest gefeiert, wobei cs unter Teilnahme der kurfürstlichen Beamte;: und angesehener Bürger sehr hoch« herging. Allerlei Scherze und Mummereien halfen die Zeit kürzen, der Rektor ließ seine Schüler singen oder eine Komödie aufführen, am Abend durste der Durz nurt fehlen. Im Märkischen Museum in Berlin befindet sich ein bei dem Feste der Ratsvers«etzung gebrauchiter goldener Bexierbvcber mit doppeltem Boden, dessen sichtbarer Teil nur Wasser enthielt, während der innere Teil mit Wein gefüllt war. Es erforderüe emige Geschicklichkeit des Trinkenden, um den Wein statt des Wassers zu erlangen. Das Fußgestell des Beck.ers stellt die Ber- bruderung von Berlin imb Kölln dar, indem der köllnische Adler und der Berliner Bär sich umarmen und küssen. Auf dem Becher siest man folgende Inschrift: „Wenn Adler und der Bär am Thomaslest sich letzen, denkt mancher sich auch gern in höheren stand zu setzen. . . In unserer Sprache feM der heilige Thomas' ^r „ungläubige Thomas" fort: der Apostel wollte erst an me Auferstehung Christi glauben, wenn er die Nägelmale an seinen Händen und Füßen berührt imd die Hand in die von dem Lanzenstich eines römischen Legionärs verursachte Seitenwunde des Herru gelecft hätte. Merffoürdigerweise gilt der ungläubige Thomas als ver Schutzpatron der Theologeii. Das hat, tvie von theologischer .geltend gemacht wird, seinen tieferen Sinai darin, da der Hostel Thomas in Wirklichkeit nicht imgläubig, stmdern schwer» glaumg, eine grübelnde Natur loar. Die Aufgabe des Theologen aber liegt jü darin, zur Läuterung und Ueberwindung der Zweifel durch das Feuer der Wissenschaft hindurchzilgehen. . . . Eine neue Note an Griechenland. ...London, 20. Dez. (WTB.) Das Reatersche Bureau er- ayrt, daß der Text der ireuen Note an Griechenland nach Beratung der Miierten jetzt festgestellt ist. Sie wird demnächst überreicht werden. Es handelt sich in der 7cote speziell darum, welche Genugtuung für den An- grrff auf die Streitkräfte der Miierten am 1. und 2. Dezbr. erforderlich wäre. _ ^then 20. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reu.erichen Bureaus. Griechenland hat eine Note an die Regierungen der Entente gerichtet, in der es die Lage schildert, e J!$ an k en m ' s^stdent es den Bestimmungen des Ultimatums Mten bewo? biz&tiwirciti* \ ,nr mugueoer freiwilliger Feuerwehren wurde von JSrrQ I^/^msien auf den JMel'n, auÄ Großherzog verliehen: Georg Kren der und Karl Ferro dem Zögern der Alliierten, ihre Sühn eso rderun gen bekänntzu geben beide in Nidda ^ n Äari ^ e r r 0 und aus der Fortsetzung der Blockade ergaben. Die griechische ** Q f • Negierung mbt zu verstehen, daß sie vielleicht gcznmngen sein ! ckungsfrag e teftt das Direktorium werde, hie T ruppcnverschiebungen nach dem Sü- ^ich^getreidestelle folgendes mit: Wie schon bekannt i)t, en m Erwartung der Lösung der gegenwärtigen Lage ein zu- ^ e9 i n cr b r Cr aenn ^ ert Kartoffelernte die Brotstrecknnq mil U Tvockenkartosfelerzeugnnlen, die )chvn jetzt größtenteils aufgegebev > üt, vom Januar ab gänzlich, eingestellt werden. Um die Brotmeiigev nicht zu verringern, muß ein anderer Zusatz zur Verfügung ge- . ,** Amtliche Personalnachrichten. Das Ehren- Elchen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde vom Vriands Rede im Senat. Paris, 20. Dez. (^B.) Senat. Auf eine Anfrage T o u - rons nbe-r den deuffchen Friedens,vorschla g erklärte 'O r I Q lt D . ^ Im nstm Augenblick, auf die einfache Mtteilunc, der Blätter be ^^ ra,n « tefcmntgeoeben, was ich über den Borichlaa, den rch als NN plumpes Manöver arisehe denke L. ^°?e«ßcrrma entspra vor der Welt inst, sagt. Nicht ich M Krieg gewollt er ist Mir anfgcnötigt worden. Die Arstwott cms diele Behauptung ist leicht zu erteilen. Es ist Nicht AAnÄ- wendig, zu zeigen, daß die alliierten Länder sich bis zum li'sttcn Augenblick bemüht haben, den Frieden aufrecht zu erhalten ?lber bei: imeg wo ttvon den Mittelmächten beschlossen Sie häkm Mm ihn omt der Gcwißhett getrieben, daß sie Sn^ werben. Der Reühskaürzker wagte sogar zu sagen daß er sieb um SZ * e(i 2 Amer E kümmern' brL,SoL W^tt E verschwmi«, können, Deutschland ist es dasd-> Verantwortung für diesen Ktteg ttagen nstrd Wenn es mm 12& T X Ä.tSP'ä' Bitten den Frieden an, so sagt ™ Em ist es nicht siegreich Es siM au« nicht den Seeg kvnuiien. Sonst würde es ih-, der Welt auf. e l l e n. ~ d , 20. Dez. (WTB. Mchtamtlich.) Der „Corriere della aus Athen: Gestern abend überreichte die griechi- .Delegierung dem iüüienischen uiid dem russischen Gesandten C cf ü 111 Kbpre für die englische und sran- Vertreter sich in Piräus besinden. Die Note verlangt Rtickgabe der Inseln Syra, NaxoS, Pharos, Samoa, * on ben Venizeliften mit Gewalt und unter Mithilfe der Mnerten unterworfen worden seien, ttotzdem die Be- ??"erung könlgstreu gesinnt sei. Trdnungen wurden mit kteineii flugsverkehr aufliegenden Sonntagskarten und Wochentag- beziehen. Ans eine Anfrage erklärte Generalleutnant Gröner Msenftuchtstelle vie BeMgsvcrcinigmrg der deutschen Landwir daß die Entlohnung der zur tzilfsdienstpflicht Heran- Berlin, vornehmen. Alle anderen Hülsenfrücht gezogenen vorläufig noch auf freier Uebereinkunft e^solaen ernschließlich Gemenge m dem sich Hülsenftüchte befinden, iverdc solle unter Beobachtung der ortsüblichen Tagelöhne sväter Ä bie Reichshlilscnfruchtstelle angekanft. D sollten besondere Grundsätze ausgearbeitet werdenhem ^ dHi ^r [ ”}r rUfr>t S en w C - ?° rnt hmbn >ederholt bie Landwir Ansfchuß vorgelegt werden sollen ' Dl€ ^ ^ vor unzulässigen Verkaufen an andere Stetten, als an sie oder o , „ Hannover, 20. Dez. (WTB.) Rektor und Professvren- kollogium der hiesigen Tierärztlichen Hochschule haben in einmütig beschlossen, Generalfeld- marsck)alt v. H i n d e n b u r g die Würde eines Doktors die von ihr Beauftragten. Erbsen, Bohnen und Linsen aller Ai einschließlich Merbohnen, Peluschken und Gemenge in dem 'fi Hülsenfrüchte befinden, dürfen nur an die Reichshülsenfrucbtstel abgesetzt werden. Auch Verkäufe an Kvminunalverbände Trn. c - ' . r c r --- eme» L- orrorsI Machtkomtmandos oder ähnliche amtliche oder halbam rv v-erleihan. um dadurch dem Danke l'A St-llm si.w Verbote und M:afbar, IrtEr Fall ttm-s Ul feierlich Ausdruck zu geben, den die tierärztliche Berufs- trndfiigen .Ibfawird M/ Anzeige gebracht und nach de ärbert dem General,eldmarschall für seine Anerkennuna und N ^ ^chs Meinten oder mit Geldstra Forderung schuldet. Hindenbnra hat die ihm 1500 Mark besttaft. Di^ zu Unrecht gehandelte Ware unte Ehrung angeirommen. ^ ^ m KUgedocksteiliegt der Eirmehmrg ohne Rücksicht daraus, ob sie dem Wma hört ooer nnytt ^ ^ *• Tine Weihnachtsfeier fand gestern im Refarvetazorett SternS Garten statt, einsteleitet durch Haendels Larao für Klavier (Frl. Hedwig Belke), Gesang (Schwester Lisbetb ^ k l k e), Violoncello (Frl. Bertnmrie Stephan) und Geige (Herr ® 9 u u t ag). Lazarettpsarrer Steubtna hielt nach Verlesung de« Bib«tteriteS eine Ansprache. ES wechselten dann gerneinsam gesrmgene Weihnachtslieder und Etnzelvorträge miteinander ab, bet denen namentlich Schwester Ltsbeth, Schwester Magdalena und Herr Sonntag ihre Kunst an Klavier und Geige beweisen konnten Unter dem brennenden Ehristbaume lagen die Geschenke für die Verwundeten, um deren Beschaffung sich besonder« die Schwestern Luise, Anna und Rosa, sowie Frau Jung verdient gemacht hatten. Jeder Krieger erhielt ein hübsches Weihnachtsgeschenk. 8md. theol. Unteroffizier Gödel sprach in kernigen Worten den Dank der Beschenkten auß. ** Erspavn is von Brennstoffen und Bete u ch t u n lg s m i t t e l n. Die derzeitigen Verhältnisse bedingen möglichste Einschränkung des Kohlen Verbrauchs. Kohle ist zwar an sich in hinreichender Stenge vorhanden, ihre Heranschaffung begegnet aber wegen des Mangels an rollendem Material erheblichen Schwierigkeiten. Es mußte daher versucht werden, geeignet erscheinende Matznahmen zur Ersparnis von Brennstoffen und Beleuchtungsnritteln im Jnlande zu treffen. Aus diesem Grunde wurde die Berordrmng des Bundesrats vorn 11. Dezember 1916, die Ersparnis von Brennstoffen und Beleuch- lurmSMitteln betreffend, getroffen. Bei ihrem Erlaß lvurde Rücksicht darauf genommen, daß der geschäftliche Verkehr nicht zu sehr geschädigt werde. Es sind auch nur Anorduun- getroffen worden, durch die tatsächlich eine wirkliche Ersparnis an Kohlen gewährleistet erscheint und deren Durchführung ohne erhebliche Schwierigkeiten beaufsichtigt werden kann. Ans letzterem Grunde ist von einer zwangsweisen Einschränkung des Lichtverbrauchs in den privaten Haushaltungen abgesehen worden. Erwartet nruß dagegen werden, tmß die Bevölkerung im Interesse der Ersparnis von Kohlen auch ohne Zwangsmaßnahmen ihren Lichtverbrauch wesentlich einschränkt. ** Rohe Felle und Leder. Mit dem 20.12.1916 ist eine Bekanntmachrmg betreffend Beschlagnahmt, Behandlung, Verwendung und Meldepflicht von rohen Kalbfellen, Schaf-, Lamnr- nnd ZiegenfcllM sowie von Leder daraus (k,. 111/11. 16. K. R. 21.) . in !Kraft getreten. Durch diese Bekanntmachung werden alle Kalb-, Schaf-, Lamm- >unv Ziegenfelle aus dem Jnlande, einschließlich der bereits eingearbeiteten, beschlagnahmt. Trotz der Beschlagnahme bleibt jedoch die Veräußerung und Verarbeitung der Felle in bestimmtem Umfange gestattet. Nur ist eine genaue Regelung Her Veräußerung. Behandlung und Verarbeitung der genormten Felle in ganz ähnlicher W^ise geitvoffci morden wie ber den Großviehchäuten. In Zuttmft wird das gesamte inländische Ge- säNe an Kall>-, Schaf-, Lam'n^- mü> Ziegmfellen ebenfalls bei der Deutschen Mohhaut-Aktiengesellschast znsainmenlaufen und durch die Kriegsleder-Aktteirgesellschaft an die Gerbereien verteilt wer den. Das aus ihnen hergestellte Leder wird von den Gerbereien rmr noch für den Heeves- oder Marinebedarf, oder aus Grund eines von ber Meldestelle der Kriegs-Rohstosf-Mteilnng für Leder und Oöderrohftoffe ausgestellten Frei gäbe schein es abgegeben werden dür fen. Soweit die vorgenannten Felle aus dem Auslände erngeführt »und nicht besonders beschlagnahmt oder von der Kriegsleder-Aktien- gesellschast bezogen sind, unterliegen sie lediglich einer Meldepflicht und Lagerbuchführung. Gleickxzeitig ist eine Bekanntmachung ( L. 700/11. 16. K. R. A.) in Kraft getreten, durch die für Schaf», Kalb-, Lamm- und Ziegenfelle Höchstpreise festgesetzt sind. Dies Höchstpreise sind diejenigen Preise, welche die Berteilungsstelle der .Felle (Kriegs leder-Akttengesellschaft) höchstens ldhlen darf. Es ist deshalb zu beachten, daß bei den tünch der Beschlagnahme- Bekanntmachung erlaubten Beräußerungsgeschäften die Preise entsprechend Iniedrrger angesetzt werden müssen. Die Höchstpreise nnb bei Kalb- und Fresserfellen nach Gewicht, Schlachtart und Be schaffenheit, bei Schaf-, Lamm- und Ziegenfellen nach Schlachtart und Beschaffenheit abgestuft. Rückfragen wegen einzelner Bestimmungen der^öekanntmachung sind an die Meldestelle der Kriegs- Rohstoss-Abreckung für Leder und Lederrohstoffe (Berlin W. 9. Budapester Straße 11/12) zu richten. Beide Bekanntmachungen enthalten eine große Anzahl Gnzelbestimmungen. die von den in Betracht kommenden Geschäftskreisen genau zu beachten sind. Landkreis Gießen. □ Lang-G önS, 20. Dez. Musketier Karl Schmidt (4. Mmpagnie Infanterie-Regiments 168) erhielt die Hess. Tapfer- keftsmedaillc. Johs. Wikh. Wentzel und Jobs. Heinr. Müller erhielten für 25jährige Tätigkeit an der Bahn Auszeichnungen für treue Dienste. — Dem Gendarm i. P. Riebel wurde Brot in dem Gemeindebackhaus gestohlen. Die Bä-cker tuen gut, beim Verlassen des Backhauses die Türe mit einem Vorchangschloß z-u versehen, da sich die Einrichtung an der Türe befindet. ck. Rodheim a. d. Horloff, 20.-Dez. Dem Reservisten H. Klipp ert von hier, welcher seit Kriegsbeginn im Frontdienst steht und auf allen Kriegsschauplätzen teilgenommen hat, rvurde vom Großherzog kürzlich die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen Da« Eiserne Kreuz 2. Klaffe erhielt er schon vor längerer Zeit. Kreis Büdingen. ch: Blofeld, 81. Dez. Die Hessische Tapferkeitsmedaille er- hielt der Ersahreservist Tobias R o hl im Jni.-Rgt. 81. ** Kohden, 21. Dez. Die Hessische Kriegsverdtenstmedaille erhielten der Gesreite d. Res. Heinr. Uhl im Inf.-Rgt. 186 und der Unteroffizier Hugo Lenz bei der Fuhrwerks-Kolonne Rr. 5 18. Armeekorps. Beide stehen schon seit KriegSbegmn im Felde. # Nidda, 21. Dez. Tie G o l d e n e H o ch z e i t feierten die Eheleute Heinrich und Katharine K l ö S. — DaS Eiserne Kreuz erhielt der Gefreite Otto Kraft im Jnf.-Rgt. 168. 4 Ortenderg, 21. Dez. Eine große Weichnachtsfreude rautbt btm hiesigen Briefträger Friedrich Bauer zuteil. Sern Skchn. der Schütze Otto Bauer, ber der Maschinengewehrkompagnie des Reservernfanterie-Reginrents 203. war von seiner Kompagni' nach den schweren Kämpfen bei Luck, seit deM 24. Juni, als vermißt gemeldet, alle Nachforschungen nach ihm waren bis jetzt erfolglos, nun traf dieser Tage von dem Hamburger Landesverein vom Roten Kreuz, Ausschuß für Kriegsgefangene, die erfreuliche Nachricht ein. daß sich der Sohin verwundet in russischer Gefangenschaft chcd zwar in Nischny-Nowgorod, 31. Ver. Evac. Hospital, befiiüxt. — Rechtsanwalt Holtzapfel von hier, der als Kanonier aus gerückt war und bei einer schiveren Mörserbatterie im Wvsten stand, wurde mit Patent vom' 4. d. M. zum Leutnant d. L befördert. Kreis Alsfeld. ** Homberg, 20. Dez. Dem Fahrer Wilhelm Fischer, Sohn des Stuhlmachers Friedrich Fischer von Homberg, früher Vei der 7 Batterie Res.-Fußart.-Regt. Nr. 3, jetzt RegimentsstaV Fußart -Regt. Nr. 5, ist für sein gutes tapferes Verhalten vor drm Feinde am 24. November 1916 das Eiserne Kreuz zweiter Klasse verliehen worden. Kreis Lauterbach. ch L a u t e r b a ch, 21. Dez. Infolge eine« Herzschlages stark' ganz plötzlich der GulSpächter auf dem benachbarten Hofgut Rudlos August P r ö s ch e r im 59. Lebensjahre. Kreis Schotten. F. C. Schotten. 21. Dez. Für die Folge darf keine «taupenraurfl mehr hergestetlt werden. — 2ht Wochentage ist das Kr eis amt für das Publikum nur in der Zeit von 11 bi- 12 Uhr geöffnet und Freitags von 8—12 vormittags und nach mittag» von 3-5 Uhr. Zu allen übrigen Zeiten kann niemand vorgelaffen werden. # Stornfels, 20. Dez. FürS Vaterland starb der Musketier Wilhelm Di e r z. Krkis Friedbcrg. 70 Jahre Ncnchenmr Sprudel. ----- Bad-Nauheim, 21. Dez. Heute nacht vor 70 Jzhrerr — 21. Dezember 1846 — sahen zwei Männer, ein Friedberger Metzger und ein hiesiger Schäfer, nahe der Wa unter Rauschen und Tosen plötzlich eine müchttge Dampf- loolke Mlßmrbelu. Sie riefen einren Wärter des nahen Soöl- bades herbei, der den Durchbruch eures neuen Sprudels aus einem läufst aufgegeben-en Bohrloch feststellte. Hunderte und aberhunderte von Menschen strömten in den nächsten Tagen herbei und beschauten sich das Wunder. Es war der große Sprudel, der Born für Nauheims Ruhm und Zukunft. Da die Heilkraft des Wassers sich außerordentlich wirksam erwies, trmchs in den kommenden Jahren die Zahl der Kurgäste zuseheirds. Badehaus um Badehaus entstartd. Aus den: vergessenen weltabgeschiedenen Soolbad lvard das Weltbad Bcrd-stöauheim, das 1854 zur Stadt erhoben wurde und in das Stadtwappen bcu Sprudel als Wahrzeichen aufnahm. h- Der Sprudel ist die kohlensäurereichste Quelle Europas, er enthält in 1000 Gramm 3,9634 filramm Kohlensäure. Ihm ganz nahe gerückt ist seit 1900 der in diesem Jahre er bohrte Bilbeler Sprudel mit 3,9038 Gramm Kohlen- ärrre in 1000 Gramnt Wasser. oa. Friedberg, 21. Dez. Dein Gefreiten Ettgen Z Imme r- m önn im Reserve-Art.°-Regt. Nr. 56 wurde das Eiserne Kret«z verliehen. os. Friedbecg-Fauerbach, 21. Dez. Der Gefreite Einil B il l a f ch wurde in den Kämpfen bei Verdun mit dem Eisernen Kreiiz ausgezeichnet. oa. Vilbel, 21. Dez. Der Pionier W. Jost bei einer Minenwerser - Konipagnie wurde Niit bem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. --------—-—1 erwarten unsere Angehörigen ücn rcgclmWigen cingang öc; Iteimat- biattez. Um eine Unterbrechung in licr Zustellung )u vermciUcn, wolle man ücn feltlposl-vemg ücz 6icßencr?inrcigcr8 kurz >. vicrielj. schon jetzt erneuern 7111c Postämter nehmen Ute Scskcllung entgegen, ver vtcrteljahrl. vcmg betragt Mb. Z.65 cinschlictzllch üer Umschlag -Scvuhr. Tlußcrclcm vermittelt Me öestellungen wie bisher auch Ule öeschästzstelle üc; öictzcncr Tlmcigcrz ASrperver1etzt verurteilte den geständigen Angi'klagten wegen dieser Betngernen zu einer Gesamtgefciugnisstrafe von 4 Monaten, welche Strafe er alsdann anerkannte. ^ _ . „ Der 15 Jahre alte, wegen Diebstähls Kreits vorbestrafte Adam R., der 17jährige Taglöhner Friedrich Hi., der 15 Jahre alte Taglöhner Wilhelm K. und der 14jährige Karl Ho., alle von Rommelhausen, sind geständig und zwar 1. R.. K. und HP.: vor Ostern 1916 aus dem dem Jagd" Pächter Mlhelm Sp. zu Gvoß-Steinheim gehörigen, in der Wald- gemarkung Höchst a. d. Nidder gelegenen Jagdhäuschen 1 - ^agd- inesser, 1 elektrische Tasckjenlampe, 1 Paar Wickelgamaschen, 1 Krug Kornschnaps. 1 Glas eingekochtes Fleisch und 25 Zigaretten tnt Werte von zusammen 20,50 Mark mittels Einbruchs und Ein st eigens entwendet $tr haben. , , ^ _ . 2. R.. K. und Hi.: Am 31. Juli t Js. aus demselben Jagdhäuschen eine elektrische Taschenlampe. 1 Kiste Zigarren, 1 Krug Schnaps, 1 Flasche Pseffermim. 1 Paar Wickelgamaschen und 1 Jagdmesser im Werte von Zusammen 21,50 Mark mittels Einbruchs und Einsteigens gestohlen zu haben. 3. e und einem ^ag Gefängnis sowie zu einer weiteren Gesamtstrafe von 4 Wochen Gefängnis- K. M einer Gesamtsttafe von 2 Wochen Gefängnis: Hi. zu einer Gesamtsttafe von 1 Woche und 1 Tag Gefängnis: Ho. M einer Woche Gefängnis. m , Zehn Tage Gefängnis erhielt der am 13. Mar 1888 m Temesvar (Ungarn) geborene Monteur Andreas B. wegen Urkundenfälschung. Er hat einen Montage schein mit dem Namen der Ehefrau des Installateurs Hartmann in Stockheim unterschrieben. Die ihm zuerkannte sSttafe wuroe durch die erlittene Untersuchungshaft für verbüßt erklärt. Hessen-Nassau. -- Frankfurt a. M., 20. Dez. Tie große Straßen brücke, die im Zuge der Schloßstvaße. die Frankfurt — Gieße ner Bahn überbrückt uno dadurch einen ungehinderten Verkehr mit den Vororten Rödelheim, Lwusen und Praunheim herstellt, wurde gestern mittag in Gegenwart von Vertretern der staatlichen und städtischen Behörden eingeweiht und dem Verkehr übergeben. Ms erste fuhren die Feueckvehr, die Artillerie, die Post, die Polizei und viele Fuhrwerke der Fabriken der westlichen Stadtteile in festlichem Zuge über die Brücke. Dann folgte die Eröffmmg durch die Sttaßenbahn. Die Brücke, die den Namen ,,Breitenbachbrücke" erhielt, erfordette eine Bauzeit von drn Jahren und einen Kostenaufwand von mehr als einer Million Mark. --- Frankfurt a. M., 20. Tey. Eine hiesige „Wahr sagerin" las dem 4Sjährrgm Zementarbeiter A. Geis mrs den Karten, daß seine Frau mit einem jungen Manne eine' Liebsckaft unterhalte. Diese „Eröffnung" regte den Mann derart ans, daß er nach Hause, Fahrgasse 2, eckte und seine Frau duph eine Anzahl Messefftiche in Kopf, Brust und Leib lebensgefährlich verletzte. Dann sprang er an der Akten Brücke rn den Main, wirrde aber von einem Schutzmann gerettet und der Irrenanstalt zugeführt. ^ = Nieda. M., 19. Dez. Auf dem Bahnkörper der Kreuzung der Frank'surt—Limburger Bahn mit der Frankfurter Straße truq sich heute früh ein folgenschwerer Unfall zu. Der 71jährige Pflas^rnwisüer Peter Assion aus Nied und der 38jährige Pflastergehilfe Emil Müller aus Wehrheim i T. waren mit Pflasterarbeitm aus dem Bahnübergänge beschäftigt. Ms ein Zi nahte, traten sie beiseite, gingen aber unmittelbar nach dessen Vo beifahrt auf die Schienen. In dem gleickjen Augenblick brauste von der anderen Seite ein Eilzug heran, der die Männer erfaßte und auf der Stelle tötete. Beide waren verheiratet. eb. V o m Dr t t t e l r h e i n , 20. Dez. Für die Fahrten ans den Kanälen de? Niederrheingebietes werden viele Rhetnschiffe gegenwärtig eingerichtet Es erfolgt eine Verkürzung der Maste ebenso teilweise eine Ttefersehung der Ruderstühle und eine 2lende rung des Bugsprietes, denn die hervorstehenden Schiffsteile sind auf den Kanälen verboten. ch. St. Goar, 20. Dez. Einer an die I a g d p ä ch t e r seitens des LandrateS unsere« Kreises gerichteten Mahnung ist zu ntnehmen, daß im Kreise nicht weniger als 150 000 Zentner Kar t o s i e l n durch daS Schwarzwild vernichtet wurden. Den Schätzungen nach ist der Schaden aber viel größer. Gietzener Strafkammer. Gießen, den 19. Dez. 1916. We g en schwe ren Die bsta hl s hatte sich der 18 Jahre alte, wegen Brandstiftung und Sachbeschädigung bereits vorbestrafte Taglöhirer Otto H. in Gießen zu verantrvorten. 2lm 27. Oktober l. Js. wurde der AMomat des Mämieraborts der Ostseite des hiesigen Stationsgebäudes erbrochen und seines Inhalts beraubt, ohne daß es gebmrg, den Täter zlu ermitteln. Dieser Diebstahl wiederholte sich ami 22. und 25. November l. Js. Erst am 29. November wurde dadurch, daß man eine elektrische Klingel cnr den Automaten mlgebrackst hatte, der Angeklagte dabei überrascht, wie er wiederum versuchte, den Auto inaten zu entleeren. Er räumte darauf die vorliergehenden Dieb stähle ein, die er in der Weise crusgeführt hatte, daß er die Rück 'O-Giib des Automaten mit einem Meißel abschraubte und den Fnhalt herausnahm. Im ganzen null er 4,30 Mark genommen haben. Am 29. November blieb es infolge der Ergreifung on Fischer Tat beim Versuch. Der Angeklagte war auch l>eute vollau geständig und will die Diebstähle aus dem Eirunde begangeil baden, um nicht zum Heeresdienst eingezogen zu iverden. Das Gericht venirteilte dtm Angeklagten tvegen dieser Straftaten, indem es ihm mildernde Umstände zubilligte, zu einer Gesamtgesäng uiSstrafe von 8 Monaten, welck>c Strafe er alsbalo anerkannte. Der Bergmann Johann Karl T. von Melbach ist wegen Kird)ü(^c Nachrichten« Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag, den 23. Dezbr. 1916. Vorabend 4.30 Uhr. Morgens 9 Uhr. Predigt. Abends 4.45 und 5.20 Uhr. Gottesdienst der israelittschen Religionsgesellschaft. Sabbatieier den 23. Dezbr. 1916: Freilag abend 4.05, SamStag vorm. 8.30, Predigt. Nachm. 3.30 Uhr. Sabbat- ausgang 5.20 Uhr. — Wochengottesdienst: morgen« 7.10, abend? 4 00 Uhr. Meteorologische veobachtungrn der Station Gietze«, Dez. |o| Io 3 ? 1916 |g o -8 Z-, §5 9 M SJS öV «i 13 Z? ».S 55 2 60 «2 .2 a» oL sf cr> +> cx> !■ i Z *5 *3 A 5 A r4 - 5 S a A«tt«r 20. 2» - 0.6 34 71 _ _ 6 Sonnenschein 20. 9» - -3,1 33 91 — — 0 Klarer Himmel 21. n - -15 38 i 93 10 Bed. Hammel HöchsteTeinperatur am 19. bis 20. Dezember 1916: = 0 r 8* C. Niedrigste * » 19. . 20. . 1916: — 8,1 * C. Niederschlag 0,0 mm. letzte Nachrichten. Bukarest nicht das letzte Ziel. Danzig, 21. Dez. Auf die von dem Präsidenten und den Beamten der königlichen Eisenbahndirektion Danzig an den Generalfeldmarschall von Mackensen gesandten Glückwünsche ist folgende Antwort eingegangen: Ihnen und allen Beteiligten aufrichtigen Dank für soeben erhaltene wertvolle Glückwünsche. Bukarest war ein Ziel, aber nicht das letzte. Gott helfe weiter, wie bisher. Mackensen. Großfürst Nikolai Nikolajewitsch zur mmänischen Lage. Budapest, 21. Dez. „Kelett Ertesito" berichtet aus Sofias „Utro" meldet von veuttaueTrswürdiger Scfte: Großfürst Nikolai Nikolajewitsch habe in Kiew über die Ereignisse auf dem rumw irischen Kriegssä>auplatz und die militärischen Vorkehrungen wich tige Verl)andlrmgen gepflogen. Ter Großfürst l-abe einen Res dafteur des „Nowosti" empfangen und ihnr erklärt, wenn ,nan die Offensive der Zentncknrächte vor bem Serech nicht zum Stehen bringen körme, müsse man damit rechren, daß ein eneix gischer Widerstand imr auf russischem Boden in Bessärabien möglich sei. Die Wirkung unserer N-Boote. A m st e r d a m, 21. Dez. Die englische Regierung hat der amerikanischen Regiermrg ein Memorandum überreicht des Inhalts^ daß in Zukunft Bunkerkohle für neutrale Staaten, also auch für Amerika, nur in sehr reduziertem Maße abgegeben werden kö^rnen, da der Kohlenvorrat und das Menscheirmaterial so herabgeinindert seien, daß die Kohlen nicht einmal für die Versorgrmg Frankreick)S ausreichten. Der Mangel an Tonnage sei an allem schuld. Die englische Regierung bittet, keinen bösen Mlllen darin zu sehen, wenn unter dem Zwange der Not eine Herabmindernng des Quantums an Bunkerkohle erfolgen nMe. Die französische Kohlennot. Paris, 21. Dez. Dirrch mrnisterrelles Dekret werden lautj einer Meldmig der Agcnce Havas in Paris särnckiche Genreinde- venoaltungen gezwmrgen, eine Kürzung des Kohlenverbrnnchs vons zwei Drittel gegenüber den: normalen Verbrauch 1913/14 twrzn. nehmen. Für den Privatkonsum werdeir die Präsekten in jedem Dc^ partement Höchstvcrbrauchszifserrr festsetzen. Die griechische Krise. .Bern, 21. Dez. „Cvrriere della Sera" meldet. In Athen herrscht große Bewegung^wogen der Verlängerung der Krise und der Blockade. „Nea Himera" verlangt einen Einspruch des griechischen Volkes gegen die Besetzung der In« seln. Das Blatt behauptet, Venizelos existiere für Olriechen- land nicht mehr. Selbst wenn die Alliierten das Land besetzten, würde die Bevölkerung sich niemals Bemzetos als Oberhaupt gefallen lassen. Kanarienhiiae btll.,Wetbchen 1.00 Mk. und guter Fftllafen zu verkaufen. Volk»»,. 17. 0 »«» Für alle Beweise der Liebe und innigen Teilnahme an unserem schweren Verluste, sowie für die zahlreichen Kranzspenden sagen herzlichen Dank * Frau Wilhelmine Nather Ww. Familie Friedrich Engel. Gießen, den 21. Dezember 1916. Sehr gut erhaltenes Planino mit vorzüglichem Ton preis wert zu verk. Bletehatr. 2 ». I. mü6Stühlen billig zu verkaufen. * 041 Stephanwtrnße 42, 1. Gebrauchtes Pappentfaeater, Hlärche bfleher, Kleiderbütte tchv. Damenjaefce zu verk. 8u er fr. im Gien. Anz. 8öWe. 42.00 Mark, Sofas, Divane, billig bei l 90 “/! J. Jtimana. Bahnhofstr. 20, Gott dem Allmächtigen har eS gefallen, meine liebe)>rau, unsere gute Mutter, Schiviegermulter und Grohmutier Frais üaiiiarine Rim geb. Pfeiffer nach 6-tägiger, schrverer Krankheit, nach mit Ge- duld getragenem beiden, im Alter von 65 Jahren zu sich in die Ewigkeu abzurufen. In tiefem Schmerz: Georg Rii.n Adolf Rinn z. Zt. im Felde Mnrg. Rinn, geb. Waldschmidt und X Enkel. Gleiberg, den 20. Dezember 1910. 9002 Die Beerdigung findet Sam'tag. den 28. Dczbr.. nachmittags 2 Uhr, von den, Srcrbehaus aus statt. Äiigkultiuc ^r^froKfcRföjjc Gichen. Die Beiträge zur Krankenkasse und Invaliden' Versicherung für Monat Oktober können noch bis zum 78. Dezember ohne Kosten bezahlt werden. Gießen, den 18. Dezember 1916. Ter Vor sta nd. I. A.: Alb. Lentz. 901-,p Cfonfumncrei!! Alten-Bsseck c J.m.n.§. Generalversammlung fiiibct nächsten Mittwoch, den 27. Dezember, abends 8 Uhr im Saale der Becker Ww. statt. Tagesordnung: [9058 l. Ersatzwahl des Vorstandes u. Aufsichtsrats ~. Ausschluß von Mitgliedern 6. Dividendenverteilung 4. Verschiedenes. 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