Dr. 295 Der eicfttscr Avzet-er «scheint tägürh, außer Sonntags. — Beilagen: Oichener KamMeRdLStter; Areirdkttt pir tze« Kreis Gießen. Vezvgrprek: monatl. 90 Pf., viertel- jährt. Mk. 2.65: durch Ab hole- u. Zweigstellen monatl. 80 Pf.: durch die Post Mk. 2.45 oiertel- jährl. ausschl. Bestekg. Fernsprech - Anschlüsse: für die Schciftleitung112 Verlag,Geschäftsstellebl Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Erster Blatt 16b. Jahrgang Freitag, 15.' Gietzener Anzeiger greitag, 15. Dezember 191b Postscheckkonto: Frankfurt a.M. \\m General-Anzeiger für Oberheffen ZwillingrnindLruck u. Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- u. Steindruckerei R. Lange. Schristleitung, GeschästrjLelie u. Druckerei: Schulftr. r. ,>..c VVl! ähji.-itil die Lagesnummer bis zum Nachmittag vorher, oeilenyreis, f. Llnzeigen: örtlich 20 Pi.. Ler- inietungen u. Stellenge- suchelbPf., auswärts 25 Pf., b. Plahvorschrnt 30 Pf., Reklamen 75 Pf., bei Platzvorschrist 90 Pf. Hauptschrittleüer: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik u.Feuilleton: vankoerkehr: Aug. Goetz..Stadt und- Kewerbtban! Sieß-n L°nd.V-r,„uchtes rtchtssaal: Fr. R. Zenz.j Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Telegrammwechsel zwischen hindenburg und dem Keic|$fü!f jlet (WTB.) Großes Hauptquartier. 14. Dezember. (Amtlich.) 1 Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Kronprinz Rupprecht von Bayern. An einzelnen Abschnitten der Sommefront vornber- gcyend starker Feuerkampf. Heeresgruppe des Deutschen Kronprinzen. Bei Le Four de Paris, in bru Argonnen nach deftigem PorbereitungSfeuer vorstotzendc französische Patrouillen wurden abgewiesen. Auf dem rechten Maasllfer war nachmittags die Artil- lerietätigkeit gesteigert. O e st l i ch e r Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Nichts Wesentliches. Front des G e n e r a l o b c r st c n Erzherzog Josef. In den Waldkarpathen vielfach Artilleriefeue.. Im G y c r g y o - Gebirge und im D r o t u s u l -Tal setz- : ten die Nüssen ihre verlustreichen, aber ohne jeden Erfolg verlaufenen Angriffe fort. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. Günstige Fortschritte auf der ganzen Front trotz sehr großer Wegeschrvicrigkeiten. Die große Wala che isüdlichderBabn Bukarest— Cernavoda ist vom Feinde gesäubert. Mazedonische Fron t Die östlich der Cerna von Serben geführten Angriffe sind unter schweren Verlusten vor den bulgarischen Stellungen Miammen gebrochen. Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff. Der Abendbericht. Berlin. 14. Dez., abends. (WTB. Amtlich.) An der Somme lebhaftes Feuer in einzelnen Ab- i schnitteil. Vorstöße der Franzosen auf O st - u n d W c st u f e r der Maas habeil abends eingesetzt. In Rumänien ist die Jalomita auch von der /Donau-Armee überschritten. Der rauhe Sturm der feiitdlichen Presse, besonders der ^englischen, der gegen den Friedensvorschlag der Mittelmächte wütet, geht weiter. Mit allem Kraftaufgebot werden noch einmal die Forderungen herausgestoßen, die von maßgebender englischer Seite für die Beendigung des Krieges bekundet wvttien sind, und insbesondere ist ans eine der zuletzt erngelaufenen Nachrichten zu verweisen, wonach Sonar Law, der sich mit Lloyd George in die Beherrschung des neuen Kabinetts und der englischen Kriegführung teilt, im Unterhause gesagt hat, England stelle noch dieselben, früher von Asquith genannten Bedingungen: Genugtuung für die Bergangenheil und Sicherheit für die Zukunft. Es ist noch in der Erinnerung, daß Asquith damit damals die schärfsten Kriegsziele formuliert hat, die sich denken lassen. Man will uns also heute noch „strafen" und in unserer militärischen Wehrkraft „vernichten". Das Unterhaus wird die Erörterung fortsetzen, ab^r schwerlich wind Erfreuliches dabei zutage treten. Da auch Briand bereits in der französischen Kammer sich abweisend und herausfordernd gegen, den deutschen Antrag geäußert hat, wird bei dem beabsichtigten geeinigten Borgehen der Entente sicherlich nichts herauskommen, was dem baldigen Abschluß eineis Friedens dienen könnte. Tre- pow wird in dieselbe Tonart wie Briand verfallen, und noch immer die Auslieferung Konstantinopels verlangen. Man wird vielleicht nicht einmal darauf Wert legen, die Bedingungen der Mittelmächte überhaupt kennen zu lernen, sondern wird dem „Friedensbedürsnis'^ Deutschlands derart entgogenkonrnlen, daß inan selber den Tisch deckt und den Speisezettel aussucht. Wenn Deutschland und seine Verbündeten sich sodann nicht dazusetzen, wird sich ein großes Geschrei erheben: Deutschland ist noch immer die „Bestie", die gezähmt werden muß. Und man wird sich in den feindlichen Lärrdern künstlich berauschen in erneutem Siegeswillen und im Aushalten bis zur „Niederwerfung" und „Bestrafung" des Gegners. Das sind düstere Ausblicke, auf die wir uns aber vorbereiten müssen, um nicht in Enttäuschung zu geraten. Wir Deutsche haben dagegen fteilich die Macht und Kraft eines guten (Gewissens entgegenzusetzen, das sittliche Gefühl, unser Mögliches getan zu haben, unl das Blutvergießen bald zu beendigen. Inwieweit die noch geheinien Bedingungen, die der Reichskanzler an den Verhandlungstisch mitzubringen sich bereit erklärt hat, sich mit unseren Bedürfnissen, mit den Zielen eines Siegers im Streite, sich decken, bleibt eine Sache des Vertrauens. Die Fraktion der Nationalliberalen hat sich, unseres Erachtens mit Recht, jetzt beim Kanzler darüber beschwert, daß Reichstag und Volksstimme bei der Entschließung über unsere Ziele gänzlich übergangen worden sind. Wie aber wird sich der Handel vielleicht weiter entwickeln? An welchem Scheideweg werden wir wieder stehen, wenn sich für Deutschland die Frage erheben wird, ob wir uns mit England und seinen Genossen in weitere, vielleicht unwürdige Verhandlungen und Händel einlassen sollen. Tie Fragen der Taktik und des realen Wollens werden dann in Itenen Knäueln vor uns liegen. Das Einzige, was den vaterländisch gesinnten Deutschen jetzt zu tun übrig bleibt, ist, das Bewußtsein und die Ueber- zeugung zu stärken, daß das Friedensangebot im Bewußtsein voller Stärke und in unerschütterlicher Siegeszuversicht gemacht worden ist. Diesen Zweck verfolgt denn auch Hindenburg in seinem Telegramm an den Reichskanzler. In seiner schon kurz erwähnten Unterredung mit dem Amerikaner Karl von Wiegand hat Hindenburg sich sehr ruhig,' kraftvoll und zuversichtlich über unsere militärischen Aus- sichten geäußert. „Wir werden mit unserem ^oldaten- material schon durch den Krieg kommen." „Jede Gefahr eines Mangels an Nahrungsmitteln ist verschwunden, und strategisch kommen wir gegenüber Rußland in eine bedeutend günstigere Lage." Diese Worte des Meisters der Schlachten lassen uns alle Bedenklichkeiten und pessimistischen Anwandlungen vergessen. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien. 14.Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 14. Dezember 1916. Ocstlichcr Kriegsschauplatz. Heeresgruppe oes G e n cra i fe ld m a rich alls von Mackensen. Der Feind ist auch im Bereiche der unteren Jalomita im Rückzuge. Auf unserer Seite neuerlich Raumgewinn. Heercsfront des Generalobersten Erzherzog Josef. Die Russen greisen weiter au. Sie holten sich auch gestern überall sowohl südlich des Uz-Tales als im Trotus- Tal und westlich von Toelgyes blutige Köpfe. lieber Comanefci schoß ein österreichisch-ungarischer Flieger ein feindliches Kampfflugzeug ab. Dieses überschlug sich und stürzte in einem Wald nieder. HeeresfrontdesGeneralfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Beiderseits des Dnjestrs wuchs die russische Geschütz-- tütigkeit. Sonst nichts Neues. Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant. Hindenburg und der Reichskanzler. Berlin, 14. Dez. (WTB.) Zwischen Ge neralsetd marschall von Hindenburg und dem Reichskanzler wurden heute folgende Depeschen gewechselt: An Se. Exz. den Herrn Reichskanzler! Euere Exzellenz beglückwünsche ich zu Ihrer gestrigem Reichstagsredc. Mit tiefer Bewegung und großer Genugtuung habe ich sie gelesen. Euere Exzellenz baden auf Befehl Sern er Majestät mit dieser Rede die tiefe sittliche Kraftäußerung unseres deutschem Vaterlandes eingeleitet, die fich würdig anschließt und gründet auf die Stärke des deutschen Volkes daheim und im Felde. Wir Soldaten wissen, daß es für uns gerade rn diesem Augenblicke keine höhere und heiligere Pflicht gWt, als! den Sieg mit äußerster Tatkraft weiter zu verfolgen und für .Aüser und Vaterland zu leben und zu sterben. t gez.: von Hindenburg. An Se. Exz. den Herrn Generalfeldmarschall von Hindenburg! Euerer Exzellenz danke ich aufrichtig für den mich tief bewegenden Glücftmrnsch zu meiner gestrigen Mde. In den Worten des Mannes, dem unser kaiserlicher Herr das deutsche Schivert anvertraut hat, und der es miilt sieghafter Kiraft führt, viernehme ich die Stimme unseres deutschen Volksheeres. Seine Taten zu Lande und zu Wässer haben die Bahn freigemacht für den hochherzigen Entschluß, den Seine Majestät der Kaiser mit seinen hohen Verbündeten gestern ausgesührt hat. Die todesmutige Pflichttreue und unerschütterliche Tapferkeit der Männer, die für Deutschland fechten, bürgen uns dafür, daß wir, tv-enn es unseren Feinden heute noch nicht gefällt, dem Krieg ein Ende zu machen, unserent Vaterlande erst recht einen starken und dauerhaften Frieden erkämpfen werden. gez.: von B e t h m a n u Hollweg. Zum Rücktritt dcZ Kabinetts Korber. Wien, 14. Dez. (WTB.) Die Blätter erklären, daß der Rücktritt des Kabinetts Korber znm Teil aus den Widerstand zurückzuführen ist, den ein Teil der deutschen 2lb- geordneten der Wiedereröffnung des Parlament s entgegenstellte, andererseits steht er vermutlich in Zusammenhang mit der Lösung der von dem Ministeriuni Stürghk vorbereiteten Aus gleichs frage mit Ungarn. Uebereinstimmend gelangt in den Blättern das Bedauern über den Rücktritt Korbers znm Ausdruck, der, wie immer, lieber seine Person als seine Grundsätze znm Opfer brachte. Den neuen Ministerpräsidenten v. Spitz müller. der als Handelsminister im früheren Kabinett großen Anteil an den Verhandlungen Stürghks mit Ungarn über dir Frage des Ausgleichs hatte, bezeichnen die Blätter als geeigneten Mann, das Ausgleichswerk zu Ende zu führen. Der bulgarische Bericht. Sofia, 13. Dez. (WTB/' Generalstabsbericht vonr 13. Dezember. Mazedonische Front: An der ganzen Front nur schwaches Artillerieftuer von beiden Seften und stellenweise Patrouillengefechte. Rumänische Front. In der D o b r u d s ch a spärliches gegenseitiges Artillerieseüer. In der östlichen Walachei ü bersch r i t tc n die v e r b ü. n b c i c rt 'Heer e d e n Jalomita- Fluß an gewissen Punlren. Ein bulgarischer Armeebefehl. Sofia, 13. Dez. (WTB.) Meldung der bulgarischen Telegraphenagentur. Der König hat folgenden Armeebefehl an das Heer gerichtet: Palais Sofia. Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten! Seit 15 Monaten kämpft Ihr, um die Einheit des bulgarischen Volkes zu verrvirklichen. Dank Eurer Hingebung an Euren Zarar und an das höchste nationale Werk, dank Eurer beispiellosere Tavretteir sind alle Feinde, die sich unserer nationalen Einheit Widernd in den Wog stellten, besiegt. Alle bulgarisch«! Gebiete stehen unter dein Schutze der siegreichen bulgarischen Armee. Durchdrungen von dem Gefühl der errungenen -siege, haben wir mÄ die Herrscher der verbündeten Staaten unseren Feinden Vor-« schlüge zur Herstellung d'es Friedens germscht. Die nächste 'Zukunft wird zeigen, ob dieser von hoher Menschlichkeit eingegebene Schritt die gerechte Würdigung unserer Feinde finden! wird. Unabhängig davon heißt es für uns, nichts destoweniger den Kampf mit großer Energie fortzu setzen und mit Gottes allmächtiger Hilfe neue Siege über unsere Gegner zu erringen, bis sie begriffen haben, daß ihr auf die Unterjochung fremder Völker gerichtetes Werk die Unterstützung des gerechten Gottes entbehrt rntb damit zum Scheitern verurteilt ist. Es lebe das geeinigte Bulgarien! * . * Das Echo des Friedensangebotes. Briand über den Friedensvorschlag. Basel, 14. Dez. (Zf.) Havas meldet aus Paris: Ten Vorsst'. fuhrt Deschanel. Briand besteigt die Tribüne und gibt ruhig folgende Erklärung: Im Verlause von 10 Geheint- sitzungen haben sich ztvei Fragen ausgeschieden uub finden sich in der Tagesordnung, die die Kammer mit dem Ausdruck des Vertrauens entgegennahm, zunächst die Leitung des Krieges, d. h.: die Leitung durch die Bildung eines Kriegsrates, dann die AenderNng im Oberkommando. Dieser Kricgsrat selbst rvird die nöttgen Vollmachten erhalten, Um' rasche Entschlüße zu fassen mit den entsprechenden Aktionsmitteln. Er wird fast in P e r ma n enz ta g e n und- daftir besorgt sein, die Produktion zu steigern, die Verproviantierung zu regeln und über eme gerechte Verteilung zwischen Zivil und Militär zu tvachen. Ohne einem übertriebenen Optimismtrs zu huldigen, ist es heute mehr als je notwendig, die Ueberzeugung und die Genüßhttt des Sieges #u hegen. Wir dürfen nicht vergessen, daß die deutschen Truppen sich auf uns, die wir fast isoliett standen, zuerst gestürzt haben. Frantteich hielt beit Ansturm aus und machte den ent- scheidenden Sieg möglich. Nirgends ivaren die deutschen Erfolge entscheidend. Es ist wahr, daß das tapfere Rumänien nach- geben wußte, das ist traurig; aber seine Armee gestützt auf die russische -wird sich wieder erholen, denn die Orient fragrj ist noch lange nicht gelöst, und morgen wftd eine neue Front die feindliche zum Stillstand bringen, man kann ja sagen, daß das Jahr 1916 keine Siege gebracht hat: aber man muß die Sache genau betrachten. Es ist die deutsche Armee, die kein« Siege errungeit hat, denn nach adyt Monaten war der Sieg von Verdun zu unseren Gunsten gebucht. Der Krieg selbst wird das Land nicht in Verlegenheit bringen. Wir werden nur das Nötige reguirieren. Wir werden verlangen, gewisse Fragen durch-De-- kret Ku regeln, da die Vorbereitung von Gesetzen zu lange Zeit m Anspruch nimmt. Wir werden ein Alkoholverbot verlangen. Es m gewiß, daß der Feind seilten Wtllett bekundet hat, sich den Sieg im Frühjahr zu ficherit, indent! er seinen Mmtgel an Menschen durch Matettal ersetzen wird. Anspielend auf die Rede des Reichskanzlers erklätt Brrand: Ich habe die Pflicht, mein Land vor einer mög- ltchen Vergiftung zu warnen (Lebhafter Beifall). Wenn em Land ttch bis zu den Zähnen bewaffnet, wettn es überall in Verletzung der Völkerrechte Männer aushebt, um sie zur Arbeit zu zwingen: Kann ich einem solchen Mgenblicke nicht meinem Lärche zu rufen: „Achtung! Hüte Dich!" so mache ich mich schul- dtg (Neuer Beifall, langes Händeklatschen). .Dre Kammer nahm mit 314 gegen 165 Stimmen eine D e r- t r a u e n s 1 a g e s o r d n u n g für die Regierurtg an. Paris 14 Dez. (WTB.) Briand sagte in seiner Kam- m errede zum Schluß: Man macht uns den Vorschlag, über den Arte den zu verhandeln in dem Augenblick, wo Belgien Serbien und zehn französische Tcpattements vom Feinde besetzt such. Unbestimmt und dunkel, aber mit feierlichen Worten sucht mian dte unruhigen Gewissen und Herzen in den Ländern, die um J*> öielc Tobe twnif.rn, ryu bewegen. (Beifall.) Was sehen wir in oreser Rede? Zn allererst den Schrei, um die Neuttalen und das deutsche Volk zu täuschen. 9ttchi ^vir sind es, die diesen schrecklichen Krieg wollten. Er ist wis ausgezwuuffen worden. Ailf diesen Schrei loill ich zum hundertsten Male antworten: Nein, Ihr wart die Angreifer! Was Jlw auch sagen mögt, es sind Tatsachen vorhanden, die es auch beweisen. Das Blut kommt über Euer Haupt, nicht über das uusrige. (Lebhafter Beifall.) Ich habe das Recht, aus diese plumpe Falle hinzuweiseu. Bethmann Hollweg sagte: „Wir wollen unseren Völkern alle Mittel zur Wohlfahrt, die sie nur IvünHchcn können, geben." Und den anderen Völkern bietet er als Almosen, er wolle ihnen gern zugestehen, sie nicht vernichten zu wollen. Nach der Marne-Schlacht und nach Verdun ist dies das, was nmn einen, ruhmreichen, aufrecht stehenden Frankreich bietet. (Levhafter Beifall.) Ein derartiges Dokument — man muß Nachdenken und sehen, welchen Zweck cs verfolgt. Von dieser Tribüne herab tM.be ich das Recht zu sagen: Es ist ein Manöver, ein. Versuch, unc unter den Alliierten Uneinigkeit zu säen, das Gewissen zu verwirren und die Völker zu demoralisieren. Paris, 13. Dez. (WTB.) Bormeldung. Die Kammer hat mit 314 gegen 165 Stinrmien eine Vertrauenstagesord-» nung angenommen, * Erklärungen Soinrirros in der italienischen Kammer. Rom, 14. Dez. (WTB., Meldung der Agenzia Stefani. Am Ende der Kammersitzung vom Mittwoch erklärte Sonnino inmitten gespannter Aufmerksamreit als Antwort auf die Anfrage Baslini: Es ist wahr, dag der schweizerische Gesandte mir eines Note der deutschen Regierung «und der drei mit ihr verbündeten Mächte übergeben hat, die besagt, daß Fciedensver- Handlungen begonnen werden sollten. (Zeichen von Bewegung.) Dev schweizerisch? Gesandte fügte bei, daß er diese Vermittelung ich seiner Eigenschaft als Vertreter der deutschen Interessen in Italien übernommen und keineswegs die Wsichit habe, irgendwelche Vermittelung zu unternehmen, sondern nur zu übermitteln. Ich! antwortete, fuhr Sonnino fort, indem ichi Mt davon nahm und dankte. Um ai4> as in der Anfrage Baslini gestellte Verlangen zu antworten, erkläre ich schon jetzt, daß in der Notekeine einzige genaue Bezeichnung der F r i e d e n s b e d i n g u n g e n enthal tc n ist, auf Grund deren man versuchen wolle, in Friedensverhandlungen einzutreten. Im übrigen werde der Text der Note durch, die Agenzia Stefani in Uchers-etzung wiedergegeben werden. Sonnino verlas dann die auf die Friedensbeding nngen an-spielenden Worte und fuhr fort: T a s i st a l l e s. Im übrigen lxnrdelt es sich^ um Kriegs- betrach tu ngen. Ich habe dem schweizerischen Gesandten ge- antwortet, daß ick/ natürlich mich zuerst mit meinen Kollegen und nrit den verbündeten Regierungen verständigen müsse (AufmerTsanckeit) hinsöMich der Antwort auf diese Note, die ebenfalls zwischen den vier feindlichen Mächten vereinbart worden fft. Ich, möchte den Abgeordneten, der mich interpellierte, sowie die anderen Abgeordneten, welche dies ebenfalls Vorhaben sollten, darum ersuchen, diese Debatte nicht in die Länge zu ziehen (Zustimmung) und zwar ans folgenden Gründen nicht : In einer so heiklen Llngelegenhett ist es sehr wichtig, daß die Verbündeten in vollem Einvernehmen Vorgehen, nicht allein in Bezug auf den Kern und das Wesen dessen, uns mitzuteilen sein lorrd, sichern auch, hinsichtlich der Schattierungen der Form. (Allgemeine Zustimmung). Das wäre nur möglich,, wenn leder seine besonderen Eftidrücke von vornherein bekannt geben wollte. Ich' habe nichts witeres beizu fügen. (Sehr lebhafte allge meine Zrn'trmmung.) Baslini dankte dem Minister für die sofortige Beantwortung der Anfrage, Um der berechtigten Einwendung Sonn inos Folge zu Fckm. verlange er keine weiteren Erklärungen. (Sehr gut). Die Sitzung wurde aufgehoben. 7nus müsse aufgegeben oder vernichtet werden, eh? ein dauerhafter Friede geschlossen werden könne. Der australische Primierminister Hughes sagte in einer Rede: Der Friede ist unmöglich, ehe die Gebiete der Alliierten geräumt, eine Schadenvergütung bezalcht, die zerstörten. Städte wieder aufgebaut, die Industrie wieder eingerichtet und die Personen, die Gewalttätigkeiten begangen haben, bestraft sind. — Ter Ex minister Jose Cooc sagte: Deutschlands Angebot sei ein geschickter Bluff. Großbritannien kämpfe, um die Mililärmaschine zu zerstören, nicht, um sie für den zukünftigen Gebrauch werter bestehen zu lassen. * » * Ein neuer russischer Minister des Aeußern. Petersburg, 14. Dez. (WTB.) Reichskonttolteur Pokrowsky wurde zürn Minister des Aeußern ernannt. Sein Nachfolger als Reichskontrolleur wurde der Gehilfe im Firranzministerinm Feodvsieff. Das Kabinett Bratianu. Berlin, 14. Dez. (Priv.-Tel.) Die „Voss. Ztg. mel- Die Stimme Englands! Aeußerung des Ministers Bonar Law im Unterhaus. London, 14. Dezember. (WTB. dtichtanttlich.) Meldung des Reuterscheit Burttms. Unterhaus. Bei Besprechung der Frieden svo rschlage sagte Bo nur Law: Bei Begründung der testen Kredrtvvrlage gebrauche Asquith folgende Morte: Sie — die Alliierten — verlangen, daß angemessene Genugtuung für die Vergangenheit und angemessene Sicherheit für die Zukunft vor Händen sein muß. (Lauter Beifall). Das ist immer noch die Politik und das ist immer noch der Entschluß der Regierung Seiner Majestät. (Erneute--:, langLndauernder Beifall.) n .London. 14. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Mekdüng des Reu- tergchen Bureaus. Die Aeußerung aus ministeriellen Kreisen über bm deutschen Friedens Vorschlag erfolgt voraussichtlich erst nach Beratung mit den Alliierten. Inzwischen kam: erklärt werd-vr daß dre vollständige Einmütigkeit der britischen Presse aller Partei-Schattierungen nichts anders Tjt, ms ent Reflex derselben Einmütigkeit, die sowohl unter den Ministern und Regierungen der Alliierten, wie unter den alliierten Voller?! herrscht. Die deutschen Vorschläge sind noch nicht begannt aber angesichts des Umstandes, daß die Mittelmächte sich als Sieger^ aufspielen hegt man betreffs ihrer Natur sehr starkes Mißtrauen. Tatsächlich ist diese Schaustellung des dentschien Bluffs durchaus erwartet und nach ihrem wahren mrrt erngeichätzt worden, und wenn die Vorschläge den vermuteten Eharatter haben sollten, so wären sie im Voraus zum Mißerfolg vermckeilt Der deutsche Schritt wird als ein sOauer Versuch zwischen den Alliierten zu säen, indes vkerleMä BsdruMMgeu Vorgeschtagen würden, von denen ein Teil bm anderen unannehmbar Ware. Glerchzelttg aber wttd der Schritt als ein offenkundiger be I durch Tatsachen bestätigt loird, ttvn welchen dve Mrrerben nach der eigenen Erkenntnis der Deutschen unterrichtet smd —, daß die Mittelmächte den Krieg niemals gewinnen können, und daß sie tatsächlich so M>. W mag noch auf der Front der Al vierten Zeitsr tum Druck und AnstvenMnyen geben, aber die ernzrge Antwort auf ine F-Tiedensvorschläge des Feindes, sobald ne er.ttreften wird dre sein, daß von neuem erklärt wird, daß der 5rrreg, was dre Alliierten betriM, erst dann enden darf, wenn P** Sielte deretwegen sie in den Krieg eingetret en sind, er- "icht s-,n »nte fc andere R-ttwE ist rnnnütfi# . L ° " b ° n 14^ DA WTB^Nichtamtlich.) In Erör-trrnnq der deutschen Frredcnsüarschlaa? schreibt die „ffie ft min fl e r ßSa« r-' ?? au ! ^ gegenwärtige Lage ist es wahrschein- lrch, daß der Femd versucht, du Alliierten zu entzweien. Noch erne vermmfttgere Schlußsolg«nng ist die, daß die Reserve^ der Mittel machte nicht den neuen Verpflichtungen ent L i> JJ d) n r l' ^ '* rten Zerlegt sind und daß die Beute an rumawschen Lebensmttteln nach ihrer Meinung nicht ausreicht, um ihnen über den kommende,: Winter und Frühling hinweg n. dessen Wrr müssen deHalb in diesem Schntt einen ermut i g^end 4\ Archen in Militärischer und lmrtschaftlicher Hinsicht erblicken Aber wtt waren voreilig, wenn wir glauben würden, daß wir uns ruhig damit erledigen konnten: we?m wir es einfach als einen Nvtt schr^ zurückweisen, der uns nichts angeht. Deutschland weiß, daß der Krieg .große Unruhe unter otft Neutralen hervorgerufen hat rmd es f*it fernen Appell rn erster Reihe mehr an sie, Ws an uns ^.'rchret. Du Alliierten dürfen sich deshalb nicht «oeigern den Vorschlag anzuhEn, der ihnen in regelrechter Weise vorgeleat Wirt». Aber fre müssen rückhaltlos sagen, dbaß ihre Verpflichtung ^mernsam W handln, untmderruftich ist, daß keine Vorschläge Aussicht auf Beachtung geben werden, welche be- dsmen , allen, daß einer von den Mliierten den anderen bettüav oder fordern rtfüxbai daß die Alliierten ihre Absichten aufgeben ^^uf M sehen, daß das Rechte feien und das Unrechte gesühnt y A,!”; mfa 'rnm.jVe Zeitung li r Fr«denso,«vertuve rn Schoinvel 0 cul emftWger Trrck. „A ge" schreibt: der derrtfche MilitariK- det aus Genf: Die Pariser Ausgabe des „New Jork Herald' meldet aus Jassy, daß alle rumänischen Minister dem Ministerpräsident Bratianu, der sich im Großen .Hauptquartier aufhält, ihre Demissionsgesuche übermittelt haben. Es stehe indes fest, daß Bratianu selbst auf seinem Posten bleiben werde. Der Berliner „Lokalanz." meldet aus Wien: Aus Sofia wird der „Neuen Freien Presse" berichtet, vo-n unterrichteter Stelle verlaute, daß der Generaldirektor der rumänischen Staats buh neu, Cottescu, vorgestern bei Generalfeldmurschall v. Mackensen um eine Audienz nachgesucht h-abe, die ihm gewährt wurde. Cottescu stellte seine Dienste und die des gesamten rufnänischen Eiseubahn- perso'.rals Mackensen zur Verfügung. Sein Anerbieten wurde angenommen, jedoch unter der Bedingurrg, daß das Personal unter deutsche Oberleitung gestellt werde. * Lebensmittclmangel in Italien. Bern, 14. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Mailänder Blätter^ verbreiten ein Dekret des ReichZverwesers, wonach in Restaurants, Hotels usw. ein Ntittag'essen nur noch uns 'wei, ein Meudessen uns drei Gängen bestehen darf, von >enen nur einer eine Fleischspeise sein soll. Süße Speisen dürfen nur Donnerstags und Freitags verabfolgt werden. Als Fleischgänge gelten sowohl frisches Fleisch, wie Fleischs- konjerven. Zur Versüßung des Kaffees und anderer Getränke ist nur eine Ration von 15 Gramm Zucker gestattet. Zuwiderhandlungen werden mit Betriebseinstellung vmi 3 bis 14 Tagen bestraft. Ein weiteres Dekret bestimmt, daß in ganz Italien vom 1. Januar 1917 ab nur noch ein Einheitsbrot gebacken werden darf. Für die Länge und den Umfang des Brotes werden genaue Nornien ailfgestellt Das Brot darf nicht mehr nachts hergestellt werden, um Kohlen zu sparen, sondern darf nur noch am Tuge vo-n 12 Uhr ?nittags bis spätestens 9 Uhr abends gebucken n?id darf nicht vor dem anderen Tage verkauft werden. ^eni, lz.,^ e%. sW5LB.) '-Ms Paris, wird gemeldete ^ver Präscheitt der ILepiMik hat ans Grund des Berichtes düs. Kriegsministcrs zwei Erlasse unterzeichnet. Ter erfte lautet: General Joffre, OberbesehlslMber der ftgnzömchen Armee, übernimmt bei der Regierung die Rolle eines fachmännischen Beraters fttt die Kriegsleitung. Der Sioeitt Erlaß llnttet: Die O be r besehtsiHaber den No r d - und N o rdostarmee und der Orientarmee üben ttder in der Leitung der Operationen ihr Amt aus, ohne den B» drngnngen unterworfen zu sein, welche in dem Erlaß vom 28. Oktober 1913 über die Vorschriften über die Führung großer Einheiten und rm Erlaß vom 2. Dezember 1913 über die Vo-rschrif^r bettessend den Dienst im Felde vorgesehen sind. Aur dem Reiche. Berlin, (14. Dez. (WTB.) Jü der heutigen Sitzung des Bundesrats gelangten zur Annahme: der Entwurf einer Verordnung betteffend die Stempelpslicht ausländisckier Wert- vapie?:e. ^der Entwurf einer Verordnung über Hülsenfrüchte, der Entwurf einer Verordnung betteffend Krankenversicherung deut-^ swer Arbeiter im besetzten feindlichen Llusland, der Entwurf der deutscheu Arzneitaxe 1917, eine Ergänzung der Bekanntmachung betreffend geftmdl-eitsschäüLiche täuschende Zusätze zu Fleisch und depen Zubereitungen usw., der Eutwurf einer Berordnmig betreffend den Verkehr mit Kraftfahrzeugen, der Entwurf einer Ver- vrdiiung betreffeno !AnMeldung von Mslandssorderungen, der Cnitwurs einer Verordnung betteffend Verwendung weiblicher Hrlss-, ttäfte im Gerichtsschreiberdienst, der Entwurf einer Verordnung über die Geschästsaussicht Mr Mwendung von Konkursen. Der Seekrieg. Rotterdam, 14. Dez. (WTB.) Die französischen Sea ler „C a e t e" und „M adelain e", svwie drei e n g - tische Fischerfahrzeuge aus Brsxhmn sind durch Unterseeboote v er sewkh worden. Marsri-lle, 14. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Die Dampfer „Magellan" (6027 Ton neu) und „Sinai" (4624 Tonnen) sind von einem Unterseeboot versenkt worden. Die Besatzungen und Fahrgäste wurden von den begleitenden Schiffen gerettet. Kristiania, 14. Dez. (WTB.) Der norwegische Dampfer „Bob" landete hier die Besatzung von 15 Mann des Dampfers „Bjoer" aus Kristiania (3090 Bruttoregister tonnen), der am Montag nachmittag 4 Seemeilen von Ry^ vin-gen von einem deutschen Tauchboot versenkt wurde. Frankreichs neuester kkriegsmmister. An dem neuesten Käbinettskrach in Frankreich hat eigentlich ™. x A^A/tzung d^ Kriegsmiuifters General Itogues überrascht. Die Abschiebung Jvffres, der letzt aus einen angeblich noch höheren Posten befördert «wurde, war ja schon lange angesagt. Auch die Befördenmg Nwelles auf Jvffres Posten war in Pariser Blättern schon fett einiger Zctt angedentet. Man schwankte nur noch zwischen ihm und dem anderen Bttdungeneral Petam. Ein „Ereignis" ist ledensalls die Berufung des „marokkanischen Tigers" Lpautev auf den KriegsmiNiftersessel. Man soll ihm zuerst die Würde des Generalisftnius, also die Nachfolge Jvffres angebvten hab^n. Aber Lyautep lehnte ab. Er hat eben militärischen und politischen Ehrgeiz. Er werß, daß man im parlamentarischen Leben jetzt einen Menschen mttesserner SUsrn und aftckanifchen Nerven braucht. Demi der cknstnrm der Unzufriedenen wird immer ungestümer Der fleißige Bureaukrat Roques, Gallienis Nachfolger, mit seinem grauen KAebcMrt Er dem blassen Stnb«chock«gesicht war «n guter Buchbalter für Brians, wÄter nichtL Er sorgte fit* qe- wissenüaftc AuAubrumg der vom Hauptquartter qestellten Aufträge Das können aber auch geringere Götter machen. W>as man setzt braucht, ist t—< mach gestatte den Ausvnlck, er soll ja mir aut Spitztmmen aNspielen — eine polttische Bestte, eine Art Äkba, der dem Parlament Rede steht ilnd nicht mit der Wimper W S) 15 * ltte. Meile rachsüchtiger Erbitterung heranfliegeu und ^Ee^RMcke mit militärischen Dingen verknüpft werden.. Darauf versteht sich em Lyautey. Er ist kemesiwegs nur ein mehr oder weniger mit Narben bedeckter Kriegsmann und Afrikaner, sondern er kennt auch gründlich die Politik der Heimat. Als er zum ersten franzöfischen Generalresidenten in Marokko ernannt wurde soll DMident Fallröres Bedenken geäußert havlen/ weil ?^Eck die Zttilvemmltilng immer den Vorrang vor der soll UND well der Radikalismus stets große der Herrschaft des „Säbels" gehabt hat. Ministerpräsident Poineare beschwichtigte Herrn FalKores mit der Versicherung 75 ° Lyautey trotz seiner Uniform bürgerlicher denke als mancher Zivilist, der «re gedient habe. Bei Ausbruch des Weltkrieges stand ganz Marokko gegen Frankreich auf. Am 27. Jchli 1914, also nur !!ifi n ro a 2 C ~ r - T KcieqserMrung, veröffentlichte der Deputierte "" Mf mc ^‘T rci be Llldre, den Brief emes Generalstabsvffiziecs ans Bttrrokesch, m d^m es hieß: „Sollte Man den General Lyautey abberlffen so würde in kurzer Zeit der allgemeine Aufstand aus- l^echen. Um ihn zu unterdrücken, hatten wir 100 000 Mann mehr Lyautey ging fort. Am zweiten Tage des Krieges schiffte k fS,?? 0 # /Marseille ern, mit dem größten Teil seiner Soldaten Er hatte diesen ^ru^nbeftand in der offtziösen „Döpeche Tuni- ffenne" schon am 12. Juli 1914 selbst aikgegeben, - auch beznchnend Frankreichs bewußte Vorbereittmg des Krieges? Am 4. Oktober 1914 landete Lyautey bereits wieder in aller Efle in Rabat, um für Frankreich zu retten, was zu retten war. Wieviel der Schuld er an den Greueln gegen che Deutschen in Nordafrika nach Ktiegsäusbruch ttagt wird erst spater festzustellen sein. Möglich, daß die d'Nmada «Xw ^5^ alle heißen, für jene Dinge verantwortlicher Mvvl.uch was che Berverstamme letzt machen werdeii, solange ihr Bejchworer Lyautey m Frankreich weilt, bleibt abzuwarten. Eines wird ^hautet) trotz seiner Jahre noch lernjen müssen, nämlich daß che tapferen Deutschen an der Somvie und bei Berdnn keine Berber ftnd. Die nationallkberale Reichriags-Zraktion an den Keichsianzlex. Der Vorstand der nationalltberalen Reichs tags sraktüm hat in Ausführung des von der Fraktion in ihrer Sitzung vom 12. d Mts. einstimmig gefaßten Beschlusses am 14. d. Mts. an den Reichskanzler das nachstehende Schreiben gerichtet: - Euer Exzelleuz beehren wir uns namens der nationalliberalen Fraktion ganz ergebenst folgendes als einmütige Millens-, erklärung der Fraktion mitzuteilen. ^ sowohl in der polnischen Frage, als nunmehr in der Frage des Friedensangebotes ist der deutsche Reichs- £ ö c? 0 r vollendete Tatsachen gestellt worden, ohne daß ihni zuvor Gelegenheit gegeben wurde, seine A)n s i ch L ^ur Geltung zu bringen und bdi der Lösung der Fragen nntdest mimend oder auch nur mitberatend nritzuwirken. Diese ck u s s ch a l t il n g des Reichstags scheint auch bezüglich der Frie- densbedingungen bereits vollendete Tatsache Zii sein, denn die -an) unsere Feinde gerichtete Note vom 12. ds. Mts. enthält den Satz, day die mer verbündeten Mächte zu den Friedensverhandlungeit Borjchlage mitbrmgen werden., die nach ihrer Ueberzeuguilg eine geeignete Grundlage für die Herstellung emes dauerhaften Friedens bilden, ^vie Friedensbedingungen stehen also fest: sollten sie von unseren Feinden angenommen werben, so stündeii wir vor der Tab- sache, daß dem deutschen Volke ein Frieden beschert würde, bei dessen Gestaltung es mit keinen: Wvick hätte Mitwirken können Euere Exzellenz haben uns imederholt mit Worten, die uns alle ttef bewegten von der sittlich^ Größe, der beispiettosenl Aufopferung und Hingabe, dem wunderbaren Geist des deutschen Volkes gesprochen. Als Vertteter dieses Volkes, das eine Helden- große und erne Opser.mlligkeit ohnegleichen gezeigt und den .Krieg .einen Volkskrieg im besten Sinne des Wortes ausgesaßt und Aesuhrt .hat nnffsen wir Anspruch darauf erheben, daß ihm künftig, dm Rkoglichkett gegeben itrirb, durch beit Mund des Reichstages seme SttMme M erheben und mitMvirken bei der folgenschwersten Gltscheidung, vor du je ein Volk gestellt wordm ist. Diese Ent- scherdung von der d:e ganze Zukunft unseres Volkes und Vaterlandes obhangt, erfordert gMeterisch, daß. zwisckieii der Regierung und dem durch den Reichstag vertretenen Volke ein «ei* trauensverhÄtnis bestehe, das wir jedoch durch die bisherige Mrs- schaltung des Reichstags für gefährdet erachten. Wrr sprechm diese Worte im vollen Bewußlsein ihrer Tragweite aus: Pflicht wid Gewissen gebieten uns, Euerer Exzellenz rückhaltlos .unsere Meinung kundz-utM und nachdrücklichst zu sordern, daß dem Reichstag bei allen mit der Gestaltung der Verhälttiisse mdy, dem Kriege zusamnrenhängenden Fragen die ihm gebührende Stellung eines gleichberechtigten Teiles eingeräuml loerde. Mft vorzüglicher Hochachtung Euerer Exzellenz ergebenster Vorstand der nattonalliberalen Reickstags-Fraktivn Baffermann, Prinz zu Schönaich-Earolach, Bartling, Tr. Blankenhorn, Dr. Jmrck, List (Eßlingenh Schiffer (Magdeburg), Dr. Sttesemann. Die GoldankauffteNß in den Räumen der Zezirksspattüsse Gießen ist morgen von J|0 bi§ \ 2 % Ahr geöffnet! Aus Stadt und Land. Gießen, 15. Dezember 1916. Verbilligung der Wareneiufuhr durch BriKanteu. In der letzten Woche hat Mieder (^td an das Anslank abgegeben werden müssen. Diese Goldausgänge könnte: kleiner sein, wenn wir mit anderen Wertgegenständeir um Guthaben verschaffen könnten. Es ist, wie die tägliche Er fahrmng der Gvldankaüfsftelle zeigt, noch nicht genügen, bekannt, daß jeder, der Brillanten oder andere Edelstein! (mit oder ohne Fassung) an die Goldankaufsstelle verkauft dazu beiträgt, daß solche Guthaben im Ausland qeschaffe: werden können. Das geschieht durch Verkauf inr Ausland Mit dieser so erworbenen ausländischen Forderung lasser srchdann Verpflichtungen für unsere Warenbezüge ans dem Ausland auf das Vorteilhafteste begleichen, gerade so. als ob wrr rn der Lage gewesen wären, Gold ins Ailslmid zu geben So ermöglicht, erleichtert und verbilligt jeder Verkäufer vvn Edelsteinen den Bezug ausländischer Waren. Angenom men werden nnr Schmuckstücke im Werte vvn 500 Mk. auf- warts mW Einzelsteine im Mindestwerl von 200 Mk. Der Einreicher setzt den Bettag fest, unter dem der Verkauf nich, erfolgen darf. Wird mehr erzielt, so kommt selbstverftändlick amy das ganz allein ihm zu. Wird weniger geboten, geht dei Schmuck an rhn zurück. ' * ** Amtliche Pe rsonaln ach r i chten. Der Groß- o 6 /Mt zum 1. Dezember dem Oberlehrer an der AnguAnm'- sckmle (Gymnasium UW Realschulei zu Frredberg Wilhelni dem Oberlehrer am Realgymimsium zu Mainz Emil Kohl imid dem. Oberlehrer an der höheren Mädchenschule z, Oftenbach Konrad Richter den Charakter als Professor erteilt - Der GroßherM .hat am 13. Dezember d. Js. den Vorstand W 11 Länanzrat .Heinrich Nicklas zu Mafti- auf sein Nachsuchm unter Anerkennmlg seiner langjährigen tteuev Dienste vom 1. Februar 1917 ab in den Ruhestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß den Charakter als „Gelieimer Finanzraft' verliehen, i— Der (vroßherzog hat am 13 Driem'ber v Js Mstzarbeiter bei der Mtettmig für Bauwesen des Ministeriums der Finanzen Banrat Heinrich Waa- *£!*%**&&$& Knapp m vorttagend«! t«nj Amtsntel „Oberbcrurat", sowie den ständigen irrrrMchen Hrlfsarberter bei derselben Abteilung Finanzrat M»o ^ m 7n erling zum Vortragenden Rat mit dein Amtstitel ferner die kommissarischen .Hilfsarbeiter bet der gleichen Abteilung Banal,cssor Baurat Rudolf Renting und >kveisbimnppektvr Baurat Ludwig Pietz, beide zu Darmftadt, m ,bändigen Hilfsarbeitern, sämtlich bei der genannten Abteilung ernannt. Auszeichnung.-Das Kriegs-Ehrenzeichen erhielt der ^Eenwarter Heinrich Schuch a rd im Reservelazarett „Alte L. U. U n i v e r f i t ä t u rt b Hilfsdien st. Der Rektor unserer Landes-Universität hat folgende Bekanntmachung den schwarzen Brettern erlassen: Vaterländischer Hrlfsdtenst. Die Frage der Einwirkung des Gesetzes v-«S. Dezember 1916 betr. den vaterländischen Hilfsdienst auf die Arbeit der Universitäten hat inzwischen eine weitere Klärung erfahren. Ich Hann nunmehr Mitteilen, daß der Unterricht an den Universitäten, also auch an unserer Universität ohne Einschränkung weitergehen wird. Er wird in Zukunft unter allen Umständen aufrecht erhalten werden. Auch ein vorzeitiger Semesterschluß kommt nicht in r^-rage. Der Zeitpunkt, an bem rchzufreiwilligenMel- düngen zmn Hilfsdienst auffordern ttrnm!, i sslptzichj jetzt noch nicht gekommen. Vorerst müssen die zur Durchführung des Gesetzes erforderlichen organisatorischen Maßnahmen bei den Zentralstellen beendet sein. ™ ** Vaterl Lndif che r Hilfsdienst. Ter Rhein- Marupche Verband mr BylIsbildung und das soziale Museum in FraTckfurt a. M. veranstalten am Sonntag, den 17. Dezember, nachmittags 3 Uhr beginnend, ;im Hörsäale des Technischen Vereins, Frankfurt a. M., Goetheplatz 5 (Kaiserhof, eine Vortragsreihe über den Vaterländischen Hilfsdienst. Als Redner srnd iu Aussicht genommen die Herren Geh. Rat Prof. Tr. Theobald Ziegler, (Frankfurt a. M., welcher über die erknichen ^Griakdlagen des Geietz.es, Rerchralx-eordneter Tr Max Quarck, Frankfurt a. M., der über sein Ziffvandekvmmen und über Stttluug der Arbeitersck>aft dazu sprechen, und Tomänenpächter K. Loch ne i der, Hof ,Kleeberg, welcher den Gegenstand vom Standpunkt der Landwirtschaft erörtern wird Die Teilnahme rft ^ im entgeltliche Nach Beendigung der Vorträge wird Zeit und Gelegenheit zu Anfragen und zur gegenseitigen Aussprache gegeben fern. ** Ter unabhängige Ausschuß für einen deutschen Frieden lädt für Somrbag, den 17. Dezember, nachmittags 5 Uhr, im Saal des Hotels Fürstenhof zu einein öffentlichen Vortrag über das Thema „Unsere Arbeiter und England" ein. ** Musikalisch-Deklamatorischer Abend. Die -Reihe der Vorträge, die Prof. Tr. Henneberg in dankenswerter Weife, für die verwundeten Feldgrauen im Hörsaal des Anatomie- gebäudcs veranstaltet, winde gestern durch einen musikalisch- deklamatroriscken Abend unterbrochen. Dem Vortrag ernster und heiterer Dichtungen folgten musikalische Darbietungen. Frau Dr. S p o h r Tratte einen Stab von begabten Schülern und Schülerinnen um sich versammelt, die Kompositionen von Bach, Beethoven, Weber, und Schubert mit Verständnis und bemerkenswerter Technik zur Vorführung brachsten. Fräulein Mice Sommer aus .Hamburg sang zur Laute. Bei ihr gelangen ein wohlgeschultes Organ' und eine vollendete Mimik zu anmutsvoller künstlsrtrscher Einheit, sie besitzt die Gabe, zu gestalten und zu charakterisieren. Alle Darbietungen wurden von reichem Beifall der zahlreichen Zuhörerschaft begleitet. ** Die n ächste Sitzung der Stadtverordneten- Ve-rsammluug findet Samstag den 16. Dezember, nachmittags 5 Uhr, statt. Aus der öffentlichen Tagesordnung steht: 1. Mitterlimgen. 2. Annahme einer Stiftung. 3. Beitrag bei' Stadt zur Hessischen Ostpreußenhilfe. 4. Kosten des Wehrturnens der Jrmgufehr auf der Hardt. 5. Schließujng der Fortbildungsschule. 6. Erweiterung des Säuglingsheims. /. Errichtung eines Garten Hänschens am Wrßtmaverweg durch H. Heikler, 8. H erstellung von Einfasstrngsgräbern auf Abteilung II des Friedhofs am Rodtberg. 9. Gesuch des Josef Kirchner unk Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetrieb im Haus Plock strafte 5 (Universitäts-Cafe, früher Metvopolb 10. Desgleichen des Christ. Dürschinger um Erlaubnis zum Schaukwittschaftsbetriebe im Hans Lindenplatz 1 (Fürstenhof). 11. Festsetzung der Ausnahmetage für das Handelsgewerbe für 1917. ** Zur B rvtstreckun g. -Eine Aenßerung des Vorstandsmitgliedes des .KttegsernähttrwMrmtes, iGeneralsekretär Steger- wald, über die Brotstreckung ist in einigen Zeitungen irrtümlichj wiedergegeben ,norden. Er jhat in einer Versammlimg in Recklinghausen kürzlich gesagt, >dast wegen der nmngelhaften Kartoffelernte etwa vom i. Januar ab an Stelle der Trvckenkattoffeln die Brotstrecknng andenoeit. entweder durch Zusatz von Gersten mehl oder' durchs noch sclstirsere Ausmahbmg des Brotgetreides, also Verringerung der Kleiemengen erfolgen würde, wie das schon einige Kom-nrunalverbände getan hätten. Tie Enffcheft>ung. welcher der beiden Wege gewälstt wird, soll in den nächsten Tagen erfolgen. Wahrscheinlich >vird, um die Versorgung der Landwirtschaft mit Kleie nicht zu gefährden, hauptsächlich mit Gerstennrehl gestreckt werden, was nach den angestellten Proben ein vortreffliches Brot ergkbt. ** Hundesteuer im GroßherzogtumHessen Es dürste vielen Hundebesitzern nicht unwillkonrnren sein, wenn wir an dieser Stelle darauf aufmerksam machen, daß die im Laufe dieses Jahres ab geschafften Hunde bis spätestens zum 31. Dezember bei der zuständigen Bürgermeisterei abzumelden sind. Wird die Abmeldung erst nach dem 31. Dezember bewirkt, so ist die Hundesteuer für das folgende Jahr iveiter zu entrichten. Wer ferner am 1. Fan. seldstgezüchtete junge Hunde im Alter von unter drei Monaten besitzt, »vird entweder gleich oder nachträglich zur Hundesteuer für das kommende Fahr zugezogen. Nur wenn nachgewiesen wird, daß ein junger Hund vor Erreichung des Alters von 3 Monaten zugrunde gegangen oder nach Orten außeri>alb des Großherzogtums veräußert worden ist, tritt Steuerbefreiung ein. *• Aus dem Stadttheaterbureau. Der letzte Sonntag vor den Feiertagen bringt zwei Vorstellungen zu kleinen Preisen, und zwar nachmittags die siebente Aufführung des Singspieles „Unter der blühenden Lind e", abends eine Wiederholung des so überaus beifällig auigeuommenen Lustiviels „Dersiebente T a g". Besonders sei darauf hingewiesen, daß diese Aufführung von ,Unter der blühenden Linde" für absehbare Zeit die letzte des beliebten Singspieles ist. ** Zur frei willigen Ablieferung von Fahrrad- Reifen und -Schläuchen wird nochmals auf Mittwoch, den 20. Dezember 1916. nachmittags von 2—6 Uhr, ein Abnahmetag festgesetzt. Fahrradbereifungen werden später enteignet. Siehe Bekanntmachung. "Städtischer Seefischmarkt. Morgen samstag, von 8 Uhr ab. kommen in den Marktlauben Rauchfisch, Fischkonserven und Fischmarinaden zum Verkauf. Landkreis Gießen. lULang-Göns, 15. Dez. Einer hiesigen Bauersfrau, wurde dieser Tage ein Gänserich im Gewicht von 14—15 Pfund gestohlen. Tags darauf stellte sich eine Frau aus Pohlgöns bei der hiesigen Bürgermeisterei ein, die einen Herrn namens Spieß suchte, dem sie eine Gans bezahlen wolle; diese fei ihr von einem Jungen aus Lang-Göns zum Verlaus angeboten worden; sie habe dem Jungen aber' nur ein Trinkgeld gegeben. Ter angegebene Eigentümer Spieß konnte nicht ausfindig gemacht werden, wohl aber eine am Aus- gang des Dorfes wohnende Frau, der der Gänserich entwendet worden war. Der Gänsedieb konnte noch nicht ermittelt werden, aber der Gänserich zog wieder in seinen heimatlichen Stall. Wa. O d e u h a n s c n , 14. Dez. Der zweite Sohn von Polizeidiener Peter, der als Unteroffizier der Reserve mit dem Reserve- Jnstmterie-Regiment 116 bei KrfeysbMNu ins Feld zog und in dem Regiment einmal verschüttet und einmal verwundet war wurde nach- seiner Heilung einer Musketen-Wteilung überwiesen und machte die schweren Kämpfe au der Somme mit. Dort wurde er am 1. Oktober sehr schwer verwundet und zwar erhielt er einen Lungenschuß sowie einen Bauchschuß: er befindet sich in einem Lazarett au der Front. Im Vorsommer erhielt er die .Hessische Tapserkeitsmedaille und am 20. Oktober wurde ihm das Eiserne Kreuz 2. Kl. verliehen. Attt ihm stehen noch, zwei Brüder im Felde ** S te i n b a ch, 15. Dez. Dem Landsturmmann Wilhelm fVtnf aus Steinbach, in der 6. Kompagnie Jnf.°Rgt. Nr. 81 . im gelbe, wurde wegen tapferen Verhaltens vor dem Feinde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. Fink ist einer der ältefleli Krieger unseres Dorfes, welcher vor dem Feinde steht und als unaus geduldeter Rekrut zum Heere eingetreten ist. 5 Stein heim b. Hungen, 15. Dez. Das Eiserne Kreuz erhielt der Pionier Otto Bert von hier beim Pionier-Rgt. Nt. 31 Kreis Büdingen. k'. 0. B ü d i n g e n , 15. Dez. Durch kreisamtliche Verordnung wurde die Ausfuhr von Heu ans dem Kreise Büdingen v e r boten Sämtliche bereits vollzogene Verkäufe und Ausfuhr geuehmiqungen wurden zurückgezogen. z. Berg heim, 15. Dez. Am vergangenen Sonntag fand in hiesiger Kirche die kirchliche Gedächtnisfeier für den am 1. Oktober d. I. im Westen gefallenen Laudsturmmann Karl Honsel statt, an der sich nicht nur die ganze Gemeinde, sondern auch viele F-reunde und Bekannte der Umgebung beteiligten. Pfarrer K a h n - Ortenberg hielt die Gedächtnisrede, der Gesang verein, dem der Gefallene angehörte, nahm mit der Vereinsfahne an der Feier teil. Hensel hinterläßt eine Witwe mit zwei überwachsenen Kindern und ist bereits das zwölfte Opfer unserer kleinen 365 Einwohner zählenden Gemeinde, dazu werden noch zwei Krieger unserer Gemeinde, der eine seit August 1914, vermißt^ # Bobenhausen, 14. Dez. Die Hessische Tapserkeits Medaille erhielt der Gefreite Albert R ö d l i n q. 4t Düdelsheim, 15. Dez. Das Eiserne Kreuz erhielt Georg H e r z i n g e r. 4 Ortenberq, 15. Dez. Der hiesiaen Gokdankaufs Hilfsstelle wurde ans den Schmuckbeständen unserer G r ä f l i ch e n Familie neben vielen anderen wertvollen Sachen u. a. auch ein prachtvolles, in Silber gefaßtes Diadem mit einigen hundert Brillaiiten zur Verfügung gestellt. Ter Erlös soll vaterländischen Zwecken zugute kommen. Kreis Alsfeld. B. Groß-Felda, 14. Dez. Ist der hiesigen „Hitzmühle ereignete .sich dieser Tage ein bedauerlicher Unglücksfall. Da der Besitzer, Herr Völzing, auch ein gezogen ist, so bat seine Schwester vielfach in der Mühle geholfen. Dabei kam sie, als sie einen Riemen auf ein Rad machen wollte, dem Getriebe zu nahe und wurde an Arm und Bein gepackt. Auf ihr Schreien kam die elfjährige dkichte zu Hilfe. Diese hat in seltener Geistes gegen wart einen Prügel in das Rad gesteckt und das Wasser ab gestellt. Nun konnte man die Verunglückte aus ihrer schrecklichen Lage befreien^ Der eine Arm mar gebrochen, ein Bein schwer beschädigt.^ Sie wurde in die Klinik nach Gießen gebracht up. Von der oberen Ohm, 14. Dez. Tie ersten diesjährigen Wagenladungen mic >C h r i ft b ä u m chen aus unseren Waldungen wurden zur ,Bahn imchj Mücke gebracht. Sic gingen nach Düsseldorf. Tie schöne Sitte des ChristbaumS ist bei uns auf dem Lande -roch, uichl so allgemein wie in den Städten. Jetzt, nun in diesem Weltkriege hat man noch iveniger Lust zum Schmücken der Weihnachtstanne. Demgemäß, ivird der Christbaum aus dem Laiche seltener aus dem Tische stehen wie sonst, anders allerdings, wenn die Frieden staube, die jetzt zum Weihnachtsfest ihre Schwingen hebt, sich wirklich auf den Weihnachtsbmim berab lassen will. ' Kreis Lauterbach. — Lastter ba ch , 15. Dez. Im Kreise Lauterbach kaufte der Frmrksurter Agent Georg Schöll köpf Wirrst- und Fleischwaren in großen Mengen auf und schaffte sie zunächst nach der kleinen hessisck)en Gemeinde Steinbach inmitten des Obertaunus- kreises, blieb mft dem' Fleisch also in Hessen. Von Steinbach schaffte ers dann mit Leichtigkeit ins Preußische. Die fern an/ gelegte Sache kam aber doch heraus. Schöllkopf wurde nunmehr wegen verbotener Flcischausfuhr aus Hessen zu 1000 Mark Geldstrafe verirAeilt. B. Bermuthshain, 15. Dez. Aus unserer annähernd 600 Einwohner zählenden Gemeinde sind b-rs jetzt einige 60 Mann zu den Fahnen einberufen. Den Heldentod fürs Vaterland starben Andreas R n h l, Emil Läufer, llnteroffizier Emil Hornung, Wilhelm M u t h Unteroffizier Fakob O e ch l e r, Karl I ö ck e l, August Roth. Heinrich Löffler, Heinrich Bien. Johannes S ch l o t t h a u e r. Vermißt werden Johannes M u t h Und Karl Oechter. In französischer Gefangenschaft befindet sich Unteroffizier Ernst T il l e mu t h. Llusgezeichnet mit dem.Eisernen Kreuz ist Letzterer, dessen Bruder und Karl Bopp. Kreis Schotten. 4ß E i ch e l s a ch s e n . 15. Dez. Die Hessische Tapferkeits- medaille erhielt der Musketier Rud. Weber im Jnf.-Rgt. 87 und Kanonier Heinr. D i t t m a n n im Feld-Art.-Rgt. 48. 4t Nieder-Seemen, 15. Dez. Das Eiserne Kreuz erhielt Heinr. Winter. %. iAus de m oberen Bo gelsberg. 12. Dez Zur jetzigen Zeit, vor Weihnachten, sind die Haselnüsse ein sehr geschätzter Handelsarffkcl geworden. Anfangs Oktober galten sie 50 bis 60 Psjg. pro Pfund, dansn 75 Mgj. und heute werden sogar 90 Psig. bis 1 Mark für ein Pfund geboten. Manche Familie hat damit noch eine schöne Nebeneinnahme erzielt, da es gerade in diesem Jahre ziemlich MMe gab, denn alle Hasel- standen waren reichlich damit behängen. Hessen-Nassau. 11 Uhr Polizeistunde. — Frankfurt a. M.. 14. Dez. Das Polizeipra!,Mtnm hat voin 15. Dezember die Polizeistunde auf 11 Uhr festgesetzt. Der Polizeistunde mtterliegen auch sänrtliche Theater- und Lichtspielhäuser, Vereins- und Gesellschaftsräume. Musikaufführungen in Wirtschaften sind stur bis Halbelf Uhr gestattet. Infolgedessen beginnen die Theatervorstellangen früher, und ebenso wird der Straßenbahnbetrieb um ein bis eineinhalb Stunden gekürzt. Bad B o m bU r g v. d. H., 14. Dez. Tie Stadtverordnetenversammlung fehnte den Magistratsantrag auf Bewilligung von 4700 Mark für Anschaffung eines Dampfkessels zur Beheizung des ^Thcarers ab. Der Magistrat- meinte dadurch Kohlen zu sparen, während die Stadtverordneten eine Streckung der Kohlen mit Koks für richtig halten. Der Vertrag mit dem Bildhauer Tammau-Berlin, der im kaiserlichen Auftrag den Aufbau über dem Elisabethenbrunnen ausführt, fand Genehmigung. Damman erhält für seine Arbeiten 90 000 Mark. Die .Kosten der Nebenarbeiten werden auf 4000 Mark veranschlagt, so daß rund 6000 Mark von der 100 000 Mark-Stiftung des nicht genannt sein wollenden Spenders übrig bleiben. Die Arbeiten müssen bis zum 1. März 1918 fertig sein va. Bon der Dill. 15. Dez. Für g«r manch»' kleinere Gemeinde des Dilltals, ist der Verkauf von Weihnatsbaum- chen eiste bedeutende Eiunahmeauelle geworden. Die früheren Viehweiden werden jetzt meist mit jungen Fichten angepslanzt. Ein Teil dieser Neupflanzungen wird gefällt, sobald er sich! zu Weihnachtsbäumchen eignet, während der andere Teil in die Höhe wächst und für andere Zwecke später dienstbar gemacht lvird. vermischter. ^ Ansbach i. B., 14. Dez. Einen nachahmenswerten Beschluß faßte die hiesige Stadtverwaltung, als sie den beiden Ortszeitungen auf ein Gesuch um Erhöhung des Zuschusses für die amtlichen Bekanntmachungen rückwirkend vom 1. Juli 1916 die Zuschüsse um 100 Proz. erhöhte. Die Anzeigen für das Lebensnrittelamt werden besonders bezahlt. Handel. Wetzlar. 15. Dez. In der heutigen Aufsichtsrats-Sitzung der Buderus'schen Eisenwerke erstattete der Vorstand Bericht über den Geschäftsgang und das voraussichtliche Erträgnis des laufenden Jahres. Alle Betriebe sind voll beschäftigt. Unter dem üblichen Vorbehalt kann bei gegen das Vorjahr erhöhten Ab- schreibungen und Rückstellungen aus eine Dividende von jedenfalls 7 Prozent (im Vorjahre 5 Proz.) gerechnet werden. kehle Nachrichten. Ztalienijchr Stimmen. Bern, 14. Dezcm!ber. (WTB. Nichtamtlich.)^ „C o r r ie re d e l l a Sera" schreibt unter dem Titel: „Das gesicherte Deutsch- ‘ land!" Tie .Rede des Reichskanzlers trägt das^ Gepräge der Einschüchterimg. Der Reichskanzler will, daß^bei Weigerung der Entente, in Verhandlungen einzutreten, die Schuld für die Fortsetzung des Krieges auf uns falle. Ter Kanzler hat noch, nicht ein-» mal geirrt. Er bietet 'Frieden, aber auf der Spitze des Schwertes. Das Angebot 'ist derart, daß es nur von entwaffneten und entmutigten Feinden angenommen werden kann. Rom, 14. Dezember. (WTB. Nichtamtliche Meldung der „Ageirzia Stefani." In einer Bcsprcchamg der deutschen Friedensvorschläge schreibt ,,Giornale d'Jtalia": Es ist ein mephistophelischer Streich und doch fft er nicht raffiniert genug, daß der gesunde Sinn der Nationen, welche gegen die Vor- herrsckast der Mittelmächlc kämpfen, ihn nicht gleich erkannt, und zu rück gewiesen hätte wie irgendeine andere unredliche .Kriegsivasfe. — Tie „Tribun a" schreibt: Die Rede und Note des Kanzlers erwecken trotz der pompösen Versicherung den Eindruck, als ob irgend etwas am Stürzen sei, irgend etwas, das Deutschland und seine Verbündeten hinter der Schiutzwand des leichten ruTnäirischeu Sieges zu verbergen trachtet. Der vor dem Reichstag ausgeführte Streick hat einen doppelten Zweck, einen innern, der darin besteht, die Völker zur Uebernahme noch, größerer Entbehrungen und Opfer zu bewegen, und leinen äußeren in der Absicht, aus die ^tünimung ber feindlichen Völker entmutigend zu wirken. Hierüber gibt sich jedock) Deutschland einer Tänschimg hin. Bern, st4. Dez. (WTB. Nichtamtlich.! Der „Avanti" schreibt Iimter der Ueberschrift „M-^rs am Schjeideweg^z Die offizielle Einladung der Mittelmächte, in Friodensverhand-, tun gen einzutreten, ist mit offener Feindseligkeit aufgenommsn worden. Mit jener Leichtfertigkeit, die die Macher der öffentlichen Meinung ausgezeichnet, haben sie sich schon endgültig ausgesprochen. Bevor noch die Verantwortlichen in der Lage sind, nach Abschätzung aller Kräfte ihre Gedanken zu äußern, haben die Unverantwortlichen bereits ihr Verdikt abgegeben. Sie sagen, Deutschland will uns täuschen, es lstrndelr sich um einen deutschen! Frieden, heb weit ist vom Frieden Europas. Wir sagen dagegen, l'wir wissen nicht, ob der von Bethmann vorgeschlageue Friede wirklich ein Friede ist. den einige als deutschen desinieren.. Bis jetzt wurde von keiner Sefte eine konkrete Lösung vorgeschla- gen. Dies ist das erste Mal, daß eine Möglichkeit, die Waffen niederzulegen und die Lösung des Konflikts diplv- matischen Verhandlungen anzuvertrauen, erfckTeinr. Wft sagen, daß. wie auch die Beweggründe ausgelegt werden können, daß es unsinnig, absurd und toll wäre, von vornherein sich ablehnendzu verhalten. Deutschland hat den psychologischen Augenblick zu finden gewußt, um feinen Vorschlag zu machen >. Ihn ohne Erörterung ablehnen, würde heißen, dei^ Mittelmächten einen moralischen und politischen Vorsprung zu geben, den sie sicher ausnützen würden, nicht nur für ihre innere. Lage, sondern auch gegenüber der öffentlichen Meinung der neutralen und der feindlichen Länder. Wir wollen Höften, daß diese Erwägungen, die von einem großen Deck des italienischen Proletariats geteilt werden, auch bei denen, die wehr Verantwortung haben, als Journalisten ohne Verantwortung Berücksichtigung finden werden. Wenn das iricht wäre, wenn die Leiter der Regier rung sich von vornherein auf eine kategorische Verweigerung versteifen piürden, so (folgt .Zensurlücke). Die Regierung müßte nnau greifbare Gründe haben, um eine solche Haltung zu recht- fertigen. Sie müßte nicht nur des Endsieges, sondern and) der vollkommenen Ueberemstimmung mit den Mliierten und den künftigen diplomatischen Verhandlungen sicher sein. Amerikanische Stimmen. New York, 13. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Tie in den Leitartikeln ausgedrückte Meinung der Mehrzahl der Zeitungen der wichtigsten Städte der Vereinigten Staaten stimmt mit der Auffassung des größten Teiles der hanptstädtisck)en Presse überein, indem sie die in dramatischer Form zu einem günstigen Zeitpunkt gemachten Eröffnungen Deutschlands sowohl als unaufrichtig und unbeftinrmt und offenbar zu dem Zwecke der Beeinflussung der doeutralen gemacht ausieht, als auch als kennzeichnende preußische Hinterlist ^trachtet. Aus der französischen Kammer. Berlin, 15. Dez. Zu Briands abgegebenen Erklärungen wird in der „Vossischen Zeitung" festgestellt, daß in krassem Gegensatz zu den Erklärungen Briands die Debatte in der Kammer stand. Mle Redner griffen Briaud und seine Politik heftig' an. Tardieu klagte das gesäurte Regierimgssystein an und verlangte den IRücktritt Briands. Die Regierung verbreite einen! trügerischen Optimismus, der den Taffachen nicht entspreche. Durch ein neues Vertrauensvotum für Briauo werde der Ruhni Frankreichs nicht gestärkt werden. Als Teschanel das Ergebnis der Abstimmung mitteüte, riefen die Sozialisten heftig: Demission! Sie tadelten Briand heftig, weil er das Friedensangebot verwarf. Rücktritt Bratianus. Budapest, 14. T^-ember. Nach einer Bilag-Meldung aus Lopa soll der rumänische Ministerpräsident Bratianu sein Rück- trittsgesuchi eingereicht haben. Amtlicher Teil. Bekanntmachung betreffend die Entrichtung des Warenumsatzstempels für das Kalenderjahr 1916. Auf Grund des § 161 der Ausführungsbestintmungen zuw Reichsstempelgefetze werden die zur Entrichtung der Mgabe vom Warenumsätze verpftichteten gewerbetreibenden Personen' und Ge- ellschaften der Finanzamtbezirke Gießen, Butzbach, GiTimherg und Hungen aufgefordert, den gesamten Betrag ihres Warenumsatzes im Kalenderjalir 1916 sowie den steuerpflichtigen Bettag ihres Warenumsatzes im vierten Viertel des Kalenderjahrs 1916 bis pätestens zum Ende des Monats Januar'1917 dem betteffenden Finanzamt schriftlich oder mündlich anzumelden und die Abgabe gleichzeitig mit der ?tnmeldung einzuzahlen. Ms stelierpflichtiger Gewerbebettieb gilt auch der Betrieb der Land- und Forstwittschaft, der Viehzucht, der Fischerei und des Gatteubaues sowie der Bergwerksbettieb. Beläuft sich der Jahresumsatz auf nicht mehr als 3000 Mk., so besteht eine Berpftichtimg zur Anmetzmng und eine Abgabepflicht nickt. Wer der ihm obliegenden Amneldungsverpftichtmig znwrder- handelr oder über die empfangenen Zahlungen oder Lieferungen wissentlich unrickstige Angaben macht, 'hat eine Geldsttafe verwirkt, welche dem zwanzigfachen Bettage der hrnterzogenen Abgabe gleichkommt. Kann der Bettag der hinterzogenen Abgabe nicht festgeftellt werden, so tritt Geldstrafe von 150 'Mark bis 30000 Mark ein. Zur Erstattung der schriftlichen jAnmeldnug sind Vordrucke zu verweudeu. Sie können bei den Unterzeichneten Finanzämtern sowie den zuständigen Bürgermefftereien kostenlos enttronrmen werden. Steuerpflichtige find zur Anmeldung ihres Umsatzes verpflichtet, auch wenn ihnen Anmel- dungsvordrucke nicht zu gegangen sind. Gießen, Butzbach, Grünberg, Hungen, den 12. Dez. 1916. Die Großherzogl. Finanzämter. A. B. Franz, Flath, Menzel, May. Todes-Anzeige. Tieferschüttert erhielten wir ganz unerwartet die schmerzliche Nachricht, daß unser lieber guter unvergeßlicher Sohn und Bruder Friedrich Hahn Gefreiter im 1. Garde-Reserve-Regiment, 11. Kompagnie am 11. November im kaum vollendeten 20. Lebensjahr den Heldentod fürs Vaterland gestorben ist. In tiefem Schmerz: Philipp Hahn und Frau Anna, geb. Stumpf Elise Hahn Heinrich Hahn nebst allen Verwandten. Burkhardsfelden, den 15. Dezember 1916. Die Gedächtnisfeier findet Sonntag, den 17. Qezember 1 / z 2 Uhr in der Kirche zu Burkhardsfelden statt. . s Stall Lartrn. Die Verlobung ihrer Tochter Gnste! mit dem Chemiker Herrn Dr. Fritz Dotzteiltscher in Hassel beehren r,ch annijeigkn Oberlandcsqerichtsrat Sandmann und Frau Johanna geb. Seitz. Darnilladt, im Dezember 1916. 8937 J Ohne Bezugsschein für 19 er re ii Cigarranetni Mk. 2.00—30 Brieftaschen ÜEk. 2.50—30 ßeldbörseni. groß. Auswahl ▼ für Itamen Dameutaschea Sk. 2.50—76 Beiseneeosaire Hk. 4.50—60 Eioriehtnngskefler ete. 5 -ZkL-VAL ILSL in. Badezimmer u. sonstigem Zubehör. 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