Nr. 293 Ter Ktehcner A«zeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: Sietzener Familienblatter: Kreisblatt fflr dev Kreis 6ieften. Bezugspreis: nwnatl. 90 Pf., oiertel- jährl. Mk. 2.65: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 30 Pf.: durch diePoft Mk. 2.45 viertel- jährl. ausschl. Bcstellg. Fernsprech - Anschlüsse: für die Schriitleitung 112 Verlag,Geschäftsstelle!)! Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Erstes Blatt Mittwoch. \ ö . Dezember Mb Postscheckkonto: Frankfurt a.m. U686 General-Anzeiger für Oberhessen Banfoetfefjr: ^nnahine von Auzrigc.i f . die Tagesnummer bis zürn Nachmittag vorher. Zeilenyreir. f. Anzeigen: örtlich 20 Pf.. Der- mietungLn u. Stellenge-i suche 15Pf., ausmärtK 25 Pf., b. Piahvorschrift- 30 Pf., Reklamen 75 Pf., bei Platzvorschrist 90 Pst Hauptschrrftleiter: Aug.I Goetz. Verantwortliche für Politik ».Feuilleton: Aug. Goetz, Stadt nndi ZwiftingLrunddruS u. Verlag: Brülft'sche Unio.-Buch u. Steindruüerei 8. Lange. 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In den WalVkarpathen, anr Srno trec und an der Baba Ludowa, sowie auch bei Nacht wiederholte starke Angriffe im Mestecanesci-Absch nitt sind von deutschen und österreichisch-ungarischen Truppen vollständig abgewiesen worden. Äuch beiderseits des Trotusul-Tales setzte der Russe zu vergeblichem Ansturm gegen einige Höhrn'stellun- gen erneut Mensck^en uird Munition ein. Deutsche Jäger brachten twn einer Streife nördlich der Ludowa zehn Gefangene und drei Maschinengewehre zurück. Nördlich von Sulla wurden die Nüssen von einer ihnen kürzlich verbliebenen Höhe wieder vertrieben. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. Kampf-FortschritteaufderganzenFront. U r z i c e n i und M i z i l sind in unserem Besitz. Die Heeresgruppe, im besonderen die 9. Armee, hat in den letzten drei Tagen den Rumänen über 10009 Gefangene, mehrere Geschütze und viel Feldgerät abgenommen. Mazedonische Front. Mit Erbitterung rennen alltäglich die Ententctruppen, vornehmlich die Serben, gegen die deutsch-bulgarischen Stellungen auf beiden Cer na-Ufern an. Auch gestern erlitten sie dort wieder eine schwere blutige Schlappe. Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff. * Der Abendbericht. Berlin, 12. Dez., abends. (WTB. Amtlich.) Im Westen und Osten nichts Wesentliches. In der Großen Walachei siegreiche Fortschritte gegen Rumänen und Russen. ’ . * Die Msung des großen Geheimnisses, von dein seit zwei Tagen gesprochen worden war, hat allenthalben Ueber- raschung hervorPernfen. Man hatte sich auf erfreuliche und erhebende GkWbvungen vorbereitet und stieß nun ans einen Schritt unserer Regierung, der in erster Linie Nach- dorrten, nicht aber spontane Freude weckte. Die Bedeutung des formellen Friedensangebotes durch die Mittelmächte ist freilrch riesengroß und es gibt wenig Ereignisse seit zwei Jahren, die eine so große Frage und Entscheidung auf- gervltt hätten wie dieser Entschluß Deutschlands und'seiner Verbündeten. Die Erfolge unserer Kriegsanleihen, die einhellige Annahme des neuen Hilssdienstgesetzes hatte man als gewonnene Schlachten im Innern bezeichnet. Aehnliches kann man von der neuesten Mitteilung des Reichskanzlers nicht behaupten. Diese Tat unserer Diplonraten und Staatsmänner liegt vielmehr nicht als etwas Abgeschlossenes vor mrs, sie ist umstritten und wird heiß umstritten werden. Bor allem im feindlichen Ausland. ist kein Zweifel für uns, daß des .Kanzlers Schilderung unserer heute schon siegreichen Lage zutreffend und keineswegs übertrieben war. Er hat die Lage so dar gestellt, wie sie sich auch im Volke malt, und er hat mit größter Zuversicht die Flagge des Sieges auch für die Zukunft hochgehalten. Nun aber hat er diese Flagge hin- ausgetragen in die neutralen Länder, sie wird uns voranleuchten zu. ireuen Kämpfen und neuen Siegen; wir wissen aber nicht, ob die Feinde in ihrer Verblendung unsere Flagge rein zurückgeben oder ob sie diese nicht vielmehr in die Farbe ihrer Verdrehung zu tauchen geneigt sind. Uird erst dann, tejwm sich dies he raus ge stellt hat, können wir vvn einer gewonnenen oder verlorenen Schlacht sprechen. Eines muß bei der Beurteilung des staatsmännischen Schrittes der Verbündeten Mächte besonders unterstrichen werden. Nämlich, daß es nicht so sehr ankommt auf die Größe und Würde der sittlichen Ueberzeugnng, die dem Friedensangebot innewohnt, als vielmehr auf dessen Wirkung in der Welt, namentlich der uns feindlichen Welt. In dieser furchtbaren Zeit müssen die Dinge kalt und nüchtern erwogen werden, denn die Waffe des Krieges selber, mit denen um die größten Entscheidungen gefochten wird, sind hart und schneidig.. Wenn unser Friedensangebot draußen s o wirken sollte, daß die Mehrheit der feindlichen und neutralen Welt sie als ein Zeugnis der Ungewißheit und Schwäche auslegt, so bringt uns das Bewußtsein, dennoch eine sittliche Tat für die Menschheit getan und gewagt zu haben, nicht weiter. Wir wollen siegen, und alles, was in Deutschland und bei seinen Verbündeten unternommen wird, sollte von diesem Siegeswillen ausgehen. Wir wollen siegen, so stark und so bald als möglich. Wenn unsere Feinde, die bisher der Moral und Tugend sehr wenig ihr Ohr geliehen haben, uns wegen angeblicher Schwächeanwandlungen verspotten sollten, wenn die feindlichen Völker daraus neue Kampfesleidenschaft schöpfen, neue, schärfere Ziele, uns unterzukriegen, ausdenken, dann wird der Krieg verlängert, und das jetzige Friedensangebot könnte später nicht als eine gewonnene, sondern eher als eine ungünstige oder gar verlorene Schlacht bezeichnet werden. Soweit wir die Lage im Auslände überblicken können, erwarten wir von der Einsicht und dem guten Willen unserer Feinde nicht viel. Aber unsere Regierungen haben vielleicht einen tieferen und besseren Einblick in diese Dinge, von denen sie mehr erfahren, als in der Presse gedruckt wird. Und es wäre doch ein arges Stück, wenn die feindlichen Völker zu den berührten falschen Annahmen sich verblenden ließen. Bevor von Schwäche oder Stärke in dein Verhalten der Vorschlagenden gesprochen werden kann, müßte man vor allem die Bedingungen kennen, von denen der Kanzler sagt, daß sie als eine geeignete Grundlage für Friedensverhandlungen gelten könnten. Es wird sich, also vielleicht nicht, auf einen Schlag entscheiden, ob aus dem Angebot des Friedens etwas Ersprießliches herauskornmt. Wenn die Feinde den Vorschlag nicht von vornherein ablehnen, sondern sich mit unseren Vertretern und Staatsmännern an den Konferenztisch setzen, so kommt die zweite endgültige Entscheidung. Dann werden wir erkennen, ob die deutsche Staatsknnst kraftvoll dem gesteckten Ziele, der Bahn eines vollen Sieges, wie der Kaiser sich ausgedrückt hat, zuftenert oder nicht und ob sie aus den Lehren des Wiener Kongresses vom Jahre 1815 etwas gelernt hat. ’ « ' Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 12. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 12. Dezember 1916. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfcldmarschalls vonMackensen. In der Walachei sind die verbündeten Strritkrüfte bis ,n die Linie Urziceni — Mizil vorgedrungen. ES werden täglich mehrere Tausend von Gefangenen eingebracht. Heeresgruppe des Generaloberst Erzherzog Josef. Die russische Angriffstätigkeit im Grenzraume westlich und nordwestlich von Oe na ließ auch gestern nicht nach Der Feind wurde überall abgewiesen, ein von ihm vorgestern errungener örtlicher Erfolg durch Gegenstoß welt- gemacht. Aus der Sattelhöhe von Valeputna und nordwestlull davon griff der Gegner in den heutigen Morgenstunden außerordentlich heftig an. Einem um 1 Uhr früh ohne jede Artillerievorbereitung eingesetzten Massenstotz folgten um 3 und 4 Uhr weitere, durch starkes Geschützfemr eingeleitete Massenstürme. Die russischen 51olonnen brachen dank der Wachsamkeit unserer Infanterie und der vorzüglichen Wirkung der Artillerie durHveg vor unseren Hindernissen zusammen und flüchteten in ihre Ausgangsstellungen zurück. Auch im Ludoma-Gebiet und auf dem Smotrec blieben mehrere starke Angriffe erfolglos. HeeresgruppedesGencratfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Bei den k. u. k. Streitkrästen ist nichts von Bedeutung geschehen. Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts zu berichten. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Fcldmarschalleutnant. Die österreichisch-ungarische LrMrung. ^ Wien, 12. DH. (WTB.) Amtlich wird verlmrsbrrrr: Ws mr Liommer 1914 die Langmut OesterreichnUugurns gegenüber einer Reihe planmäßig fortgesetzter sich stets steigernder .Herausforderungen und Bedrohungen erschöpft war und die Mön-archie sich nack fast 50 ununterbrochenen Friedensjahren gezwungen sah, zum Schwerte zu greifen, waren für diesen schweren Entschluß weder Angriffspläne noch Eroberungsabsichten, sondern ausschließlich das bittere Gebot der Notwehr maßgebend. Ihren Bestand zu verteidigen uird für die Zukunft vor ähnlichen 'tückische,: Anschlägen seindftuger Nachbarn zu sichern, das war dre Aufgabe und das Ziel der Monarchie in dem gegenwärtigen Kriege. Im Verein mit ihr«: in treuer Waffenbrüderschaft erprobten Verbündet«: habe,: Oester- re:ch-Ungarns Heer und Flotte kämpfend und bkutend, aber auch vorstürmend und siegend reiche Erfolge erzielt und die Absichten ihrer Gegner zuschanden gemacht. Der Vierbund hat nickt nur eine unübersehbare Reihe von Siegen errur^en, sondern hält auch ein ausgedehntes feindliches Gebiet in seiner Hund. Ungebrochen ist seine Kraft, welche erst kürzlich der letzte verräterische Gegner zu fühlen bekam, unerschüttert der zähe Widerstandswille seiner Bevölkerung. Nin:mer können die Feinde hoffen, diesen Mächtebund zu besiegen und zu zertrümmern, nimmer lvird cs ihnen gelingen, ihn durch Absperrung^- und Aushungerungsrnaßregeln mürbe zu machen. Ihre Kriegsziele, denen sie im dritten Krv^LjahDe nicht näher gekommen sind, werde,: sich in der Folge vollends ccks unerreichbar erweisen. Nutzlos mtb vergeblich ist daher die Fortsetzung des Kaurpfes für diese Gegner. Tie Mächte des Vierbmckes dagegen haben ihre Ziele: Verteidigung gegen den von langer Hand geplanten verabredeten Angr'iff ans ihren Bestand nnd ihre Integrität, lowie Geivinnung realer Bürgschaften gegen eine Wieder- lwlung solcher Bedrohungen: ihres Daseins und ihrer friedlichen Entwickelung, wirksam verfolgt und werden sich vor: dem durch 5te errungenen Vorteile gesicherten Boden ihrer Existenz nimmer verdrängen lasten. Fortsetzung die ses nrö rderischen Krieges. :n welchem die Gegner noch viel zerstören, aber das Schicksal nach der entschlossenen Zuversicht des Vierbimdes nicht mehr wenden können, stellt sich immer mehr als eine zwecklose Beruicktung von Menschenleben und Gütern, als eine durch keine Nottoenvigkät ge- rechkscrtigte Un Menschlichkeit, als ein Verbrechen an dar Zivilisation dar. Diese .Ueberzeugnng und Hoffnung, daß die gleiche Einsicht auch in dem gegnerischen Lager zum Durchbruch gelangen könnte, hat bei dem Wiener Kabinett in voller Uebevernstimmung mtt den Regierungen der verbündeten Mächte den Gedanke,: gereist, den offenen loyalen Versuch zu imfcenw&nert, um zu einer Aussprache mit de,: Gegnern zum Zwecke der Au- bahnung des Friedens zu gelangen. Zu diesen: Behufe haben beute ine Regierungen Oesterreich-Ungarns, Deutschlands, der Türkei und Bulgariens an die in den betreffercken Hauptstädten beglaubigten Vertreter der mit den: Schutze der respektiven Staatsangehörigen m den feindlichen Ländern betrauter: Staaten gleiche lau tenlde .Noten gerichtet, ,oelche ihre Geneigtheit in F r: e de,: s v er7)a ndl nng e n mit den Gegnern einzutreterr/ darlegen und das Ersuchen erhalten, diese Eröffnung im Wege ihrer Regierungen den betreffenden feindlichen Staaten zu übckr- Mitteln. Gleichzeitig wurde dieser Schritt mit einer besondere:: Note zur Kenntnis des Vertreters des Heiliger: Stuhles gebrockt und das werktätige Interesse des Papstes für dieses Friedensange- vot erbeten. Eben,o wurden die in den vier HauptstcL-tcn beglaubigen Vertreter der übrigen neutralen Staaten von der Demarche zur Benachrichtigung ihrer Regierungen verständigt. Oesterreich-Ungarn und seine Verbündeten haben mit diesem Schntt emsn neuerlichen entscheidenden Beweis i&rrt ^^densliebe erbracht. An den Gegnern ist es jetzt, vor der mmzen Welt Zeugnis ihrer Gesinnungen abzulegen. De,: Vier- biind wrrd aber, was auch immer das Ergebnis seines Vorschlages lern mag, für eine ihn: etwa aufgenötigte Fortsetzung des ^drieges auch vor dem Richterstuhl seiner eigenen Völker keine Berantwor- tn,rg treffen können. « . • V. • # • Der Kaiser an öa§ Heer und an die §lotte. B e r l i n. den 12. Dezember. (WTB. Amtlich.) Seine Majestät der Kaiser hat folgenden Armeebefehl erlassen: Soldaten! In dem Gcfiihl des Sieges, den Ihr durch Eure Ta-f-rkeit ermngen habt, haben Ich nick die Herrscher der treu verbündeten Staaten dem Feinde ein Friedensangebot gemacht. Ob das damit verbundene Ziel erreicht wird, bleibt dahingestellt. Ihr habt weiterhin mit Gottes Hilft dem Feind Stand zu halten und ihn zu schlagen. An das deutsche Heer Grotzes Hauptquartier, 12.12.16. Wilhelm 1.8. Vorstehende Oiber ist auch an die Kaiserliche Marine gerichtet mit nachstchcnder allcrkwchster Ergänzungsorder: Dftsc Order richte ich auch an meine Achrine die alle ihre Kräfte treu und imrkungSvoll eingesetzt hat in dem gc> meinsamcn Kanipft. Wilhelm l. R. Lin« Seutsche Kote an den Papjt. Berlin, 12. Dcz. ,Erhaltenem Aufträge gemäß beehre ich mich, Euerer Eminenz anbei eine ?l b s ch r i f t der E rk l ä r u n g zu übersenden, U-elche die Kaiserlrche Regierung heute an die Regierungen derjenigen Staaten, mit denen sich, das Deutsche Reich im .Kriegszustand befindet, durch Vermittelung der mit dem Schutz, der deutschen! Interessen in jenen Lander? betraute Mächte gelangen läßt. Die K. und K. Oesterreichs-Ungarische, die Kaiserlich Otto manische und die Königlich Bulgarische Regierung Haben ihre Bereitwilligkeit zum Eintritt in Friedensverhaudlangen in gleicher Weise erklärt. Die Gründe, die Deutschland und seine Verbündeten zu diesen! Schritt bewogen, sind offenkundig. Seit 2Vs Jahren der- wüstet der Krieg den europäischen Kontinent. Unendliche Kultur- werte sind vernichtet und weite Flächen mit Blut getränkt. Millionen tapfere Krieger sielen im Kampfe, Millionen kehren kn schwerem Siegtnni in die Heimat zurück, Schmerz und Trauer erfüllen fast jedes Hans. Nicht bei den Kriegführenden allein, auch bei den Neutralen lasten die verheerenden Folgen des gewaltigen Krieges schwer auf den Völkern. Handel und Wandel, ulühsam in den Jahren des Friedens aufgebaut, liegen darnieder, die besten Kräfte der Völker sind der Schaffung nutzbringender Werte entzogen. Europa, sonst der Ausbreitung von Religion, Kultur und Lösung sozialer Probleme gewidmet, eine Stätte für Wissenschaft, .Kunst fund für jede friedliche Arbeit, gleicht einem einzigen Kriegskagrr, in dein die Errungenschaften und die Arbeit vieler Jahrzehnte der Vernichtung entgegengehen. Deutschland fuhrt einen Verteidigungskrieg gegen ine Vernich.tungsärbeit seiner Feinde. Es kämpft für die reale Sicherheit seiner ^Grenzen, für die Freiheit seines Volkes und für dessen Anspruch, Ungehemmt und gleichberechtigt mit allen anderen Staaten seine geistigen und wirtschaftlichen Kräfte in einein friedlichen Wett- ben^rb frei zu entfalten. Immer offenkundiger haben unsere Feinde ihre Cwoberungspläne enthüllt. Aber unerschüttert stehen die ruhmreichen Heere der Verbündeten, schützend vorweg die Grenzen ihrer Heimatländer, erfüllt und getragen von dem Bewußtsein, daß es den Ge gnern niemals gelingen wird, den eberneu Wall zu durchbrechen. Hinter sich wissen die Kamvfreihen das gesamte Volk in hingebender Vaterlandsliebe, entschlossen, seine geistigen und wirtschaftlichen Güter, seine soziale Organisation und jeden Zoll heimatlichen Bodens bis zum letzten zu verteidigen. Voll Kraftgefühl, aber auch/ voll Verständnis für Europas düster^ Zukunft bei längerer Tauer des Krieges und voll Mitempfinden für das namenlose Elend und den Jammer der menschlichen Gemeinschaft wiederholt daher das deutsche Reich im Verein mit seinen' Brnrdesgenossen in feierliche: Form die schon vor Jahresfrist di'rck: den Mund des Reichskanzlers mlsgesprock>ene Bereftwilliakeit, der Menschheit den Frieden wieder zu geben, indem es an die Welt die Frage stellt, ob sich nicht die Grundlage für eine Verständigung sinden läßt. Seine Heiligkeit der Papst bat von dem ersten ' Tage seines Pontifikats an den zahllosen Opfern deS Krieges seine teilnehmmde Fürsorge in reichstem Mose cmgedeihen lassen. Schwere Wunden sind durch ihn gelindert, die Geschicke Tausender, von der Katastrophe Betroffener erträglicher gestaltet worden. Im Geiste seines hohen Amtes nahm Seine Heiligkeit auch jede Gelegenheit wahr, um im Interesse der leidenden Menschheit auf die Beendigung des blutigen tstingens hinzuwirken. Die Kaiserliche Regierung glaubt sich daher der Hoffnung hin geben tzn dürfen, dojß jdie Initiative der vier Mächte wohlwollenden Widerhall bei Seiner Heiligkeit sinden wird, und das; ihr Friedenswerk ans die wertvolle Unterstützung des Apostolischen Stuhles rechnen darf. Armee- nnd Flottenbesehl Kaiser Carls. Wien, 12. Dez. (WTB.) Der Kaiser hat nachfolgenden Armee- und Fl o t t e n jh e f e h l erlassen. An meine Soldaten der Armee und Flotte! Gottes gnÄnge Hilfe, Euere und unsere treuen Verbündeten Tapferkeit nnd Ausdauer haben eine Lage geschaffen, die unseren endgültigen Sieg nicht mehr zweifelhaft erscheine n l ä ß t. In dem Bestreben, den in schwerer Zeit mannhaft ausharrenden Völkern die Segnungen des Friedens wieder zu geben, haben ich'und meine erlauchten Bundesgenossen einen Versuch zut Herbeiführung eines ehrenvollen Friedens unternommen. Ich bete' zum Allnnichtigen, er möge diesen Schritt mit seinem Segen ge- tNten! Ich bin aber auch sicher, Ihr werdet mit dem gleichen Hel- denmul loetter kämpfen, bis der Friede geschlossen ist oder bis Ihr den Feind entscheidend geschlagen habt. Karl. Wien, den 12. Dezember 1916. aber es rät im allgemeinen europäischen Jnterejie und rm BcwuNtt sein seiner Pflichten vor der Geschichte und vor der Menschheit, zu Verhandlungen, die alle Völker seit Monaten ersehenen. Volk und Regierung sind stark genug, um jeden Gedanken eines Friedens, der kein ehrenvoller, unsere berechtigten Interessen und unsere weltt- geschichtlichen Rechte.sichernder Friede wäre, weit von sich zu weisen. Die „Freisinnige Zeitung" sagt: Das ist ein Schratt, dessen moralische Wirkung unter allen v'wjtn ungeheuer, dessen praktische Wirkung hoffentlich die allergrößte sein wird. » In der „Germani a" liest man: ,,Es ist das schönste Vorrecht des Starken trft Kriege, stets die ,Hand znm Frieden bereit zu halten. Es ist mehr, es ist die heiligste Pflicht der Menschlichkeit und der christlichen Moral, in diesem so gewaltigen !und blutigen Völkerringen, wie cs seit nunmehr lzweieinhalb Jvhren die Mett mit Schrecken erfüllt, lvas der Reichskanzler über den gemeinschaftlichen Schritt det Mittelmächte und ihrer Verbündeten auf Herbeiführung des Friedens >nntteilte, ist ein Monument von Friedensliebe, wie es größer, entgegenkommender und rückhaltloser nicht gegeben werden kann." In der „T äglichen Rundschau" wird der Erwartung Ausdruck gegeben, daß sich auch unsere Pazifisten mit der Tatsache ob finden, den vor; der Entente gewollten Krieg mit allen Mitteln zu Ende z>u führen, wenn das Friedensangebot abgelehnt wird. Die „Deutsche Tageszeitung" sagt: „Das ganze deutsche Volk versteht den Wunsch des Kaisers, Deutschland den Frieden zu geben, sowie dies irgend möglich ist. Niemand kann verstehen, daß auf den; Wege dieses Friedensangebotes Klippen und Gefahren liegen." In der „Kreuzzeitung" liest man: Es wäre erwünscht gewesen, wenn schon diesmal Andeutungen der Friedensangebote hätten gemacht werden können. Das ist leider nicht möglich gewesen. Das feindliche Ausland aber muß sich sagend daß das deutsche Volk zwar vom heißen Friedeirswunsche beseelt ist, daß es aber einen Frieden um jeden Preis weit von sich wer sä" Die Erfolge türkischer Truppen in Rumänien. Konstantinopel, 11. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Aus allen Provinzen langen Meldungen über Freudenkundgebungen anläßlich) der Einnahme Bukarests an. Die Blätter verweisen neuerdings auf die glanzende Teilnahme trMscher Truppen an den Kämpfen in der Walachei, insbesondere an der Schlacht am Argesul, an der das Regiment Nr. 28 unter dem Befehl des Majors Lntfi am gefälmdetstcn Punkte zwischen der Armoe Falkenhayn und der Donauarlnoe den Angriff zehnfach überlegener rumänischer Streitkräfte, die die beidew Armeen zu trennen und die Doncruarmee zu umgehen versuchten, ertrug. Durchs hartnäckigen Widerstand konnte das Regiment Littst den Feind bis'zum Eintreffen von Verstärkungen aufhalten, mit welch'en es, obwohl noch immer an Zahl schwächer, den Feind angriff und ujat in die Flucht schlug. Ten Blättern zufolge l-aben die an der rumänischen Front kämpfenden türli scheu Truppen bisher 9024 Gefangene gemacht und 39 Kanonen und 36 Maschinengewehre, eine Menge Lebensmittel und Mmütivn sowie mehrere gepanzerte Automobile erbeutet. Der bulgarische Bericht. Sofia, 12.Dez. (WTB.) Heeresbericht vom 11. Dezember: Mazedonische Front: In der Gegend von B i t o - li a nichts von Bedeutung. Im Ccrna-Bvgen heftiges feindliches Artilleriefeuer gegen unsere Stellungen zwischen Dobro- mir und Makovo. Ern feindlicher Angriff an; die Anhöhe östlich von Paralovo wurde durch das tapfere Regiment Nr. 45 teilweise nach Handgrancttenkampf büttig abgeschlagen. An beiden Ufern des Wardar stellenweise schwaches und stellenweise heftiges Artilleriefeuer des Feindes. Lebhafte Tättgkeft der feindlichen Flieger über unseren Stellungen urrd über unseren rück- wärttgen Verbindungen. Bei Udovo holte nach glücklichem Luftkampf Leuttrant v. Linkel ein französisches Flugzeug herunter, dessen Führer, Unterleutnant Pierre Jilet, verwundet, während der Beobachter, Unterleuttlant Sullh, getötet umrde. An der Belasica-Front unwirksames feindliches Artillerieseuer aus den Bahnhof 948. An der S1 r u m a schwache feindliche Beschießung auf der ganzen Linie. Rumänische Front: Jin der Dobrudscha sehr geringes Geschussener; unsere Truppen l>esetzten das gegcnüber- liegerrde rumärrische Donauufer zwischen Tutrakan und Ecr- navoda. In der östlichen Walachei rücken die Verbündeten unaufhaltsam vor. Kaiser Carl in Budapest. Wien, 41. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Der Kaiser ho sich beute uacht in Begleitung des Obersthofmeisters Fürste' von Montenuovo, des zweiten Oberschosmeisters Grafe Berchtold, des General-adjutanten Prinzen Lobkowitz, meh rs:er Adjutartten und Hosbeanrten rrach Budapest be geben, um die Huldigung des Reichstages entaegenzn nehmen. 9 * * prefsestimmen zur Uanzlerrede. Berlin, 13. Dez. Unter der Überschrift „UnserWill zum Frieden" schreibt die „V o s s i s ch e Z e i t u n g": • A^iedensan gebot, das Deutschland an seine F^ind tzerrchlct hat, betautet eine Dost, die nur ein ganz Starker wage Irrste ohne sich der Gefahr auszusetzen, mißverstanden zu Werder Kern Vewrehungsversuch wird die Tatsache ans der Welt schafftr daß letzt der Lueger, bekränzt von ftischeni Lorbeer, seinen Feinde v« Hand zum Frieden entgegenstreckt, toeil et der Welt das Schau Mel weiterer Zersleischung der Kulturvölker, den feindlichen Län dern das Elend ihrer weiteren Verwüstung ersparen null. Jede einzelne der uns jetzt noch Kindlichen Staaten wird sich gerechter weise sagen mipsen, daß die Bedingungen, die er von uns ver Uatgen ton, auch von dem Interesse abhängen, das wir an un seven zukünftigen Beziehungen zu ihm haben. Diese Prüfung de eigenen Interesses nmcht das Angebot den Völkern des feindliche Heerbannes besonders leicht. Eine s e l b st v e r st ä n d l i ch e V o r sussetzi'.ng für jede Frieden s ver hau dlun g mu aber die Fortsetzung des Krieges sein bis zu der Augenblick, wo greifbare Bedingungen fest ge legt sind, bpxm die deutschen Vorschläge beruhe «4 der Grundlage der Tatsachen und schärfen unser Wafferr. Je länger die Berlmndlnngen sich hinziehen, desto grüße rrrd der Vorteil unserer Waffen. Der Kanzler die Seelen oerwn'uug des deutschen Volkes ausgezeichnet mit den Worin zum Andruck gebracht: „Zunr Kampf entschlossen, zunr Friede bereit " Wenn das deutsche Volk sieht, daß sein Friedensangebo nichts sruckftet, so wird es sbenso wie die verbündeten Völker vo seiner Regierung verlangen, bafy der Krieg mit allen zur Ver kügung^ stehenden Mritteln wuchtig fortgesetzt wird. Wir wolle: den 5rrieg so schnell wie möglich beenden, so oder so. Nimmt mai nicht den Frieden^ den wir freiwillig bieten, nierden wir bei Frieden mit dem Sckuvert und mit allen Mitteln des Landkrieg- des See und des Luftkrieges erzwingen. Im „Berliner Tageblatt" heißt es: Auch ivenn die leitenden Kreise der Entente, von ihren Chöre unterstützt, das Angebot ablehnen ssllten, Erd der kluge versöhn liche Schritt der verbündeten Regierungen nicht ohne günstig Folgen sein Körnen die Völker der Entente nicht mit der Bor oeisung metzloskr Friedenbedrngungen geschreckt werdeir, so wir chnen der Wahmvrtz dieses Krieges jetzt klarer vor Augen stehen - , einem zweiten Artikel des Blattes heißt es: Deutschland ist stai ßenug, um mehr als seinen Friedenswillen LU erklären. Es aff den anderen das erste Wort. Es bittet sie nicht zu Vetthandlunger * Da» französische Ministerium. Paris, 12. Dez. (WTV.) Die „Agence Havcrs" meldet: Man kann das neue Ministerium als endgültig gebildet ansehen. Seine Zusarnmensetzung wird morgen vormittag amtlich bekanntgegeben werderr. Es ist wahrscheinlich, daß die Regierung sich am Nachmittag des gleichen Tages dem Parlament vorsteklen wird. Briand hat heute vorrnittag mit seinen künftigen Mitarbeitern beraten. Aus der französischen Kammer. Paris, 11. Dez. (WTB.) MeD-ung der Agence Havas. Bei Beginn der heutigen Kammersitzung verursackfte der so- zialisttschc Abgeordnete B r i z o n, einer der drei Kienthaler, einen heftigen Zwischenfall. Bei der Besprock-ung der Vorlage über die vorläufigen Kredite erhob sich Brizon hefttg gegen die Verlängerung des höllisckien Krieges, .dessen einziges Ergebnis sei, Millionen von Lasten und Hunderte von Milliarden zu verschleudern. (Widerspruch 'und Lärnr) Ein Abgeordneter ruft Brizon zu: Sie wissen genau, daß Frankreich besetzt ist und daß Misere Soldaten ihr Blut vergießen, um sein Gebiet zu befteien. (Lebl-after Beifall.) Brizon bleibt bei seiner Einsicht und schreit: „Nieder mit dem K r i e g . der iwch zwanzig oder dreißig Jäläe dauern kann!" (Er- ineuter Lärm. Ruse: Sie entehren das Parlament!) Ter Präsident ruft Brizon zur Ordnung. Brizon will trotz des Widerstandes der ganzen Kammer und trotz des verdoppelten Lärmes sort- ftilnen. Ein Abgeordneter ruft Brizou eine Beleidigung zu, woraus dieser ihm sein Wasserglas an den Kopf wirft. Bei dem unbeichreiblichen Tumult imterbricht der Präsident die Sitzung auf 15 Minuten. Bei der Wiederaufnahme der Sitzung beftagt der Präsident die Kammer über den zeitweiligem Ausschluß Brizons, der sich nach seiner Ansicht Ausschreitungen gegen die Kammer habe zusckmlden kommen lassen. Brizon bittet um das Wort, wozu UM die Geschäftsordnung das Recht gibt, und erklärte: Ich habe keine Ausschreitung gegen die Versammlimg begangen, aber jemand fügte mir die schlimmste Beleidigung zu, die einem Fran- zo,en zugefügt werden ton. Während ich Saltbtütig mieine Gedanken ansernandersetzte, hat man nnch gefragt, wieviel ich dafür bezahlt bekäme Ich habe mem Glas dem Beleidiger ins Gesicht geschleudert und gestehe, wenn uh! einen Revolver in der Tasche gehabt hätte..." Ter Tnmult macht es Brizon unmöglich', weiterzuspreckien. Tie Kammer be,chlußt die zeittveilige Ausschließung Brizons ^ tc Sitzung wird von neuem auf zwanzig Minuten' imterbrockieu. Bei Wiederbeginn der Sitzung hat Brizon den Saal verlassen Tre Kammer nimmt die Beratung der vorläufigen Kredite nieder auf. m Rom, 11. Dez. (WTB. Nichtmntlich.) Meldung der Stefain . Durch Zldniglichen Erlaß wird der Fleisch brauch der Kontrolle der Gierung unterstellt. 1. Januar 1917 an wird ein besonderer Ausschuß für Provinz die Zahl der Schtachttiere fesffetzen. ~ und Frei tag wird jeder Fteischvertaui vervoren jeül. Der, Vertans von Geflügel wird auf drei Wochentage beschränkt. Es werden Maßnahnien getroffen werden, die Fleischversorgung kranker Personen sicherzustetlen. Der Regent des Königreichs Polen. Berlin, Ü3. Dez. Wie die .politische Korrespondenz" mttteilt, ist Erzherzog Karl Stephan von Oesterreich als Regent des Königreichs Polen in Aussicht genommen Der StaatSrat werde voranssichtlich noch vor Weihnachten beraten. Kommissar zum Staatsrat soll von deutscher Seite Oberregierungsrat Graf Lerchenfeld, sein Vertreter wahrschein^ lich der Landschaftsrat von Zychlinski werden. * Heldentod eines Prinzen. Berlin, 12. Dez. (WTB.) Prinz Heinrich 41. von Reuß jüngere Linie, Leutnant in einem prnrßi- schen Kürassier-Regiment, hat am 29. November auf dem russischen Kriegsschauplatz den Heldentod gefunden. Der §ee?tteg. Versenkung eines französischen TranSportdampfcrS. Berlin, 12. Dez. (WTB. Amtlich.) Eines unserer Unterseeboote hat am 4. 12. in der Nähe von Malta den in Diensten der französischen Marine fahrenden Transport- d a m p f e r „A l g e r i e" (4035 Tonnen) auf der Rückreise, von Salonik nach Malta versenkt. Von den an Bord befindlichen Militärpersonen sind ein Offizier und sechs Mann gefangen. London, 12. Dez. (WTB.) Lloyds meldet: Drei Mann der Besatzung des englischen Dampfers „Britannia^. dessen Verserrkung gemeldet worden ist, wurden getötet. London, 12. Dez. (WTB.) Der griechische Dampfer „G r i g o u r i o s A n g h e l a t o s" wurde versenkt. Der englische Dampfer „St. A t h e lv y n" ist auf eine M i ne gelaufen und untergegangen. Die Mannschaft ist gerettet. Aus dem Reiche. Eine Entschließung der Deutschen Gewerkschaften Berlin, 12 . Dez. (WTB. Nichtamtl.) Die Konferenz der Deutschen Gewerkschaften und Angestelltenverbände aller Richtungen faßte nach längerer Erörterung einstimmig folgenden Beschluß: „Die am 12. Dezember 1916 in den Germania-Sälen versammelteir Vertreter von rund vier Millionen organisierter Arbeiter und Angestellten erklären,- an der Durchführung des Krieges und der vaterländischen Hilfe nach Kräften Mitarbeiten zu wollen. Die durch., die Organisation der Arbeiter und Angestellten vertretenen Volksschichten sind bereit, einig und entschlossen alle Kräfte in den Dienst unseres Landes zu stellen, damit die Vernichtungspläne der Gegner Deutschlands erfolglos bleiben. Von der Reichsregierung und dem Kriegsamt erwarten die Versammelten weitgehende Förderung der berechtigten Bestrebungen der Arbeiter und Angestellten auf Erlangung besserer Lohn- und Arbeitsbedingungen sowie die Sicherung des Koalitionsrechtes, und fordern eine stärkere Bekärnpfung des Lebensmittelwuchers mrd eine bessere Verteilung der vorhandenen Lebensmittel, damit die arbeitende Bevölkerung die an sie gestellten Anforderungen erfüllen kann." * Berlin, 12. Dez. (WTB.) In weiten Kreisen der Bevölkerung scheint die irrtümliche Auffassung zu herrschen, daß das Kriegsamt oder das Kriegsarbeitsamt Arbeitsstellen vermittle. Dies ist nicht der Fall Arbeitsuchende müssen sich an die öffentlichen Arbeitsnachweise wenden, denen vom Kriegsamt aus jede Uitterstützuug zuteil wird. Außerdem werden durch bie Kwiegsamtstellen in der Provinz sowie durch die Stellvertretenden Generalkommandos demnächst Bekanntmachungen erlassen werdev, die zur freiwilligen Meldung von Arbeitskräften besonders von Hilfsdienstpflichtigen für bestimmte Arbeitsarten aufrufen. Aus diesen Aufrufen wird zu ersehen sein, wo Melduirgen entgegengenomnren w-erdaic. Au» Stadt und Land. Gießen. 13. Dezember. 1916 **Ju ngwehr. Mittwoch, 13. Dez., 8V4 Uhr. Komp. 621 Realgymnasium, Komp 620 1. Abt. Ober-Realschule, 2. Mt. Gynrnasium. ** Förderung des bargeldlosen Verkehrs. Die Landesstelle für vaterländische Zwecke bittet die Inhaber eines Kontos bei einer Bank, Banksirma, Sparkasse oder Etoossenschaft auf ihre Rechnungen im*> Ansorderungszettel einen Aufdruck machen zu lassen: „Zur dringend wünschenswerten Einschränkung des Zahlmittelbedarfs pftege Man aus vaterländischen Gründen den Ucberweisungsverkehr. Ich habe Konto bei. "> Förderlich wäre es außerdem, wenn den für den Uelierweisungs- verkehr in Frage kommenden Einlegern durch LluSschreiben der Konto stellen eine Anzahl Verfügungs-Vordrucke ange boten werden möchte. ** Russisch-Polnische Arbeiter, die in Industrie und Landwirtschaft beschäftigt sind, haben vielfach ihre Verttäge gekündigt uder die Arbeit vertragsbrüchig verlassen, und zwar in Furcht infolge der Neubegründung des Königreichs Potenr zum Militärdienste herangezogen zu werden. Manche sollen deshalb beabsichtigen, nach Hollmro tzu flüchten. Die bett^ffendenr Arbeiterkreise können dahin beruhigt werden, daß van einer! zwangsweisen Einstellung von Polen in die polnische Armee fehlt jRede ist: sie mögen demnach nchig bleiben ititb arbeiten, wo sie sind. ** 91 u § dem Stadtthea^er. Zum morgigen Vortragsabend von Professor Marcell Salzer sei noch erwähnt, daß der Gast größtenteils neue Sachen zum Vortrag bringen wird. •* Lichtbilder°Vortrag. Wir weisen an dieser Stelle nochmals auf den Lichtbilder-Vortrag „Krieg an allen Fronten" hin. den die Vereinigten „Hassia"-Militär-Vereine Gießeri beute abend 8V t Uhr im Saale der nenen Anla veranstalten Der Reinertrag des Vortrages, der allein in Anbetracht der zahlreichen Lichtbilder mit großem Interesse erwartet werden dark, ist zu Kriegs- Unterstützungen bestilnmt. ** Die Entrichtung des Waren Umsatz st ernvelS betreffend, ist im anitlichen Teil unseres heutigen Blattes eine Bekanntmachung enthalten, auf die wir besonders Hinweisen. Landkreis Gieren. ** H 0 l z h et in, 13. Dez. Musketier Heinrich Müller beim Reserve-Jnf.-Rgt. 87 wurde bei den Kämpfen um Verdun zuin Gefreiten befördert nnd erhielt die Hessische Tavferkeitßmedaille. Li Lang-Gönö, 12. Dez. Heute erhielt cine'Multer mit drei unmündigen Kindern die traurige Nachricht, daß ihr lieber Gotte und Vater, Konrad Johs. Wagner II., Landwirt, den Tod fürs Vaterland siu,d. Konrad I. Wagner stand bei einem Garde-ltzrenodier-Regiment. Er ist der Sohn des Landwirts JohS. Wagner VIII. Derselbe ,nachte den Feldzug 1870/71 mit. «a. Rüddingshausen, 13. Dez. Nach der Volks* zählung am 1. Dezember hat unser Tors 649 Einwohner, nach der im Jahre 1910 erfolgten Zählung ivareu es 721. Kreis Büdingen. = B üb innen, 12. De;. Die Ausfuhr von Heu aus dem Kreise Büdingen ist Lurch kreisamtliche Verordnung verboten worden. Sämtliche bereits vollzogenen Verkäufe und Ausfuhrgenehmigungen w'urüen zurückgezogen. # Fauerbach, 13. Dez. Ihr 50jährigeS Dienst- jubilaum feierte die hiesige Hebamme Karoline H o f m an n. # Nidda, 13. Dez. Das Eiserne Kreuz erhielt der Sanrtäts- Feldwebel Schotter im Landwehr-Jnf.-Rgt. 39 . Kreis Alsfeld. ga. Ermenrod. 13. Dez. Der Beigeordnete Heinrich Schmidt, der als Polizei-Unteroffizier in Nauheim seit längerer Zelt an einein Lazarett tätig ist, erhielt die Hessische Verdienst- medaille. * oz. Heimertsha us en, 13. Dez.. Dein Gefreiten August Müller im Juf.-Rgt Nr. 390 wurde wegen tapferen Verhaltens vor dem Feinde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Der Genannte ist bereits im Besitze der Hessischen Tapferkeitsmedaille. Kreis Friedberg. oa. Friedberg, 13. Dez. Dein Gefreiten Kurt P a e t o w Sohn des Kaufmanns Georg Paetow hier, wurde das Eiserne Kreu verliehen. — Dem Wehrmann Peter Grein, bei einer Munitionskolonne im Westen, wurde die Hessische Tapserkeitsmedaille verliehen. at. Friedberg, 13. Dez Dem Obergesreiten Hermanri G a t h wurde in den Kämpfen an der Somme das Eiserne Kreuz verliehen. , Q. Bad-Nauheim, 13. Dez. In der gestrigen Stadtverordnetenversammlung wurde folgendes verhandelte Die Osssiearhaltung der städtischen Fortbildungsschule wird beschlossen. — Dem Spediteur ft'rnrraö Meier werden ans sein Gesuch Istn iür städtische Fuhrleiftungen folgende Sätze vergütet: Zweispänner für die Stunde 1,85 Mt., Einspänner 1,25 Mk. Für die Beschaffung von Pochkies und Stvaßendeckmaterial werden rund 6000 Mk. bewilligt. — Ter Friedhofswärter bittet bei seiner Dienstwohnung einen Stall zu errichten. Die Versammlung go- v-ehmrgt das Gesuch. — Es wird beschlossen, die allgemeine städtische Sttaßenremigumg ans zahlreiche wertere Straßen auszudehnen. ud. Dortelweil, 13. Dez. Heinrich Schmidt aus Langenschwarz, in einem Landsturm-Bataillon, erhielt das Eiserne Kreuz. :: Kirch-GönS, 13. Dez. Hepte fanden dahier und in dem benachbarten Pohl-Göns sogen. Missions-Gotte S- d i e n st e durch einen Missionar der Barmer Mission statt. Welches große Interesse in der Kriegszeit der Mission entgegengebracht wird, zeigte sich darin, daß die erhobene Mifsionsßollekte in Kirch- Göns 35 Mk., in Pohl - Göns 118 Mk. betrug und außerdem MifsionSschrifteu im Betrage von 32 Mk. verkauft wurden. nt. Nieder-Wöllstadt, 13. Dez. Gefreiter Heinrich Lösch mann im Feld-Art.-Rgt. Nr. 61, 2. Batt., erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. o». Ober-NoSbach, 13. Dez. Dem Landsturmmann Georg Rahn von hier, im Landsturm-Jnf.-Regt. Nr. 33, wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. nt. Okarben, 13. Dez. Karl Seidel, bei einer Maschinen- gewehr-Koinvagnie in den Karpathen, erhielt das Eiserne Kreuz erster Klasse. Er ist schon im Besitze des Eisernen Kreuzes 2. Klasse — Vilbel, 12. Dez. Einem hiesigen Einwohner wurde in der letzten Nacht der ganze Kaninchenbestand — 19 Stück —. g e st o h l e n. Kreis Wetzlar. wa. Wetzlgr. 12. Tetz. Seltenes Jagdglück, irrrt i?hn mancher Weidmann beneiden dürfte, wurde einem aus dem Balkan kämpfenden Wetzlarer Offizier, und zwar Herrn Leut- Wilhelm Wätte von hier, zuteil. Es gelang ihm, ans einem hevans einen Mler zu schießen, der bei einer Größe von 1^10 Meter eine Flügelspannwei-te von 2,55 Meter mrfwies. rn Hohensolms, jlZ. Dez. Für unsere Truppen im Fckpe wurden zur Beschaffung von Weihnachtsgaben gesammelt: Wrdt 0,00 Mk., Altenttrchen 102,60 Mk., Gvost-Attenstädten 117^0 Mk., Bellersdorf 28^0 Mk., Bermoll 27,50 Mk., Blasbach 66,15 Mk., Erda 55,00 Mk., Hohensolms 124,10 Mk., Modersbach 38 00 Mk., Oberlemp 44,00 Mk. Mithin in hiesiger Bürgermeisterei Ausamwen 614,15 Mark. Hessen-Nassau. r&. Rodheim a. d. Bieber, 13. Dez. Es starben wiederum zwei brave Söhne unserer Gemeinde den Ehrentod für das Vaterland, nämlich Lehrer Ernst Bernhard und Brieibote Heinrich Bender. Ersterer starb in einem Feldlazarett und letzterer in Bad Neuenahr (Rheinland) infolge schwerer Verwundung. Bernhard wirkte zuletzt im Vogelsberg und Bender war in Gießen bedienstet, beide hinterlaffen trauernde Familienangehörige. dn. Marburg, 12. Dez. Heinrich Hille btanb, einer unserer ältesten Mitbürger, ist im 90. Lebensjahr heute verschieden. Hillebrand, allgemein geachtet und beliebt, war lange Jahre Stadtverordneter und wirkte in der Schreinerinnung viele Jahre als Vorstandsmitglied. ^Marburg, 13. Dez. Nachdem der Bezirksausschuß zu Kassel die in diesem Sommer beschlossene Erhöhung der Hund e- p e u e r, weil er die -Satze zu hoch fand, ablehnte, beschlossen die Stadtverordneten, vom 1. April ab für einen Hund 35 Mk., und für jeden weiteren Hund 50 Mk. Steuer zu erheben. Ausgenommen davon sind die Jagdhunde. X. Hanau, 12. Dez. Für vie auf Schloß Philippsruh bestreichen Verwundeten gab vorgestern nachmittag der Landgraf von Hessen ein Konzert. Die bekannte Konzettsmrgerin Frl. Eva Listmann aus Berlin erfreute die Zuhörer durch den dvl^ndeten Bortrag zahlreicher bekannter Volkslieder. Sodann spielte der Landgv^ selbst fernen Verwundeten einige Stücke auf der Violine vor, von denen besondevs ein Wiener Wvltzer vor^ Kreisler den Verfall der Feldgraueir fand. Am Klavier waltete Herr Hans Rosband vom Hochschen Konservatorium in Frankfurt am Main als Begleiter mrb Solist mit starkem Erfolge seines' Amtes. Außer einer großen Gästeschar wohnte auch die Schwester des Landgrafen, die Erbprinzessin Leopold von Anhalt, der Veranstaltung bei. ul Li in bürg, 12. Dez. Der Magistrat hat mit Wirkung vom heutigen Tage den Höchstpreis für 1 Liter Vollmilch aus 36 Psg., beim Produzenten abgeholt aus 33 Pfg. festgesetzt. Vollmilch in Flaschen erfährt eine Preiserhöhung von 2 Psg. g. Eschwege a. d. Werra, 13. Dez. Tie Volkszählung am 1. Dezember ergab sür Eschwege eine Einwohnerzahl von 12 028, und zwar 5493 männliche und 6535 weibliche Personen. Letzte Nachrichten. Das neue französische Kabinett. Paris, 13. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der „Agence Havas". Das neue Kabinett setzt sich folgendermaßen zusammen: Vorsitz und Aeußeres: Briand, Justiz und llntemricht: Viviani, Finanzen: Ri bot, Inneres: M a 1 o y , Krieg: General L Y a u t e y, Marine: Admiral Lucaze, Volkswirtschaft (Handel, Industrie, Ackerbau): Clementei, Transport, Zivil- und Militarverpflegnng: Hariot, Kolonien: Dioumerque, Bewaffnung und Herstellung von Kriegsmaterial: Thomas. Wechsel bei der französischen Heeresleitung. Paris, 13. Dez. (WTB. Mchtamtl.) Amtlich: General Ni veile ist zum Kommandanten der Armeen tnt Norden und Nord osten ernannt. General Coucrand ist als Nachfolger Liauteys zum Generalresidenten Frankreichs in Marotto ernannt worden. Der Kaiser in München. München, 12. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Als heute früh nach 8 Uhr Anschläge die bevorstehende Ankunft des Kaisers verkündeten, prangten alle Staatsgebäude in deutschen und bayerischen Farben. Bald wetteiferte die Bürgerschaft in der Beflaggung der Stadt, uw dem Kaffer, der das letztemal im Jlahse 1913 ins München weilte, >einen freudigen Willkommen tzü bereiten. .Kurz vor V 2 I Uhr fuhr der König zum Königsfalon des Hauptbahnhofes, wo sich bereits die in Münchein. weilenden Prinzen des königlichen Hauses mit dem Gefolge des Königs eingefunden hatten. Punkt V 2 I Uhr fuhr der kaiserliche Soick>erzug in die Bahnhofshalle ein. In der feldgrauen Uniform seines preußischen 47. Infanterie-Regiments, angetan mit dem Orden Pour lc rnexite, den Marschattstab in der Rechten, harrte König Ludwig am Bähnsteig seines treuen Freundes und Verbündeten. Die Begrüßung der beiden Monarchen war überaus herzlich. Kaiser Wilhelm eilte aus den König und umarmte ihn. Die beiden Herrscher schüttelten sich kräftig die Hände und küßten sich aus die Wangen. Unmittelbar darauf wandte sich der Kaiser an die zur Begrüßung erschienenen Prinzen Alfons, Ludwig Ferdinand, Karl und den Prinzen Friedrich Leopold von Preußen nutz zog dann den neuernannten bayerischen Kriegsmim- ster, Generalleutnant von Hellingrath, und den preußischen (gesandten, Wirklichen Geheimen Rat von Treutler, ins Gespräch. In einem offenen zweispännigen Wagen fuhren der Kaiser, der das Großkreuz des Eisernen Kreuzes über den Mantel angelegt hatte, und König Ludwig vom Bahnhofsplatz durch die Schützenstraße über den Karlsplatz, Lenbachplatz und die Briennerstraße, rvo überall Truppen der Garnison Spalier bildeten, nach der Residenz, aus der die Kaiserstandarte weht. Das dichtgedrängte Publikum brachte dem Kaiser auf dem ganzen Wege dorthin begeisterte, nicht enden wollende Ovationen dar. Tie Hochrufe pflanzten sich von Straße zu Straße fort. Von den Fenstern der Häuser, die reichen Flaggenschrnnck trugen, grüßte den Kaiser stürmisches Tücherrchwenken. König Ludwig begleitete den hohen Gast in die Reichen Zimmer, wo ihn die Königin mit den Prinzessinnen Hildegard, Wiltrud, Helmtrud und Gundelin.de aufs herzlichste begrüßter!. Ter Kaiser wird in den Kurfürstenzimmern der Residenz wohnen, und stattete dort sofort nach seiner Ankunft denr König und der Königin in den Stein zimmern einen Besuch ab, und empftng herauf selbst eineu kurzen Besuch des Prinzen Leopold. Um 1 / s 2 Uhr fand im Kapitelsaal der Residenz Frühstück statt. Ter Kaiser zeichnete bei der heutigen Hoftafel den Münchener Polizeipräsidenten Beckh durch eine Ansprache ans und drückte dabei seine große Freude über den ihnr durch, die Münchener Bevölkerung bereiteten herzlichen Empfang aus. Besonders erfreut äußerte sich der Kaiser über die wische nnd begeisterte Huldigung der Jugend. Um 3 Uhr 7 Min. verließ der Kaiser im Souderzuge wieder München, nach herzlicher Verabschiedung vom König, der ihn zrrr Bahn begleitete. Lloyd George erkrankt. London, 12. Tez. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung de^ Reuterschen Bureaus. Lloyd George muß ein oder zwei Tage das Zimmer hüten. .Haag, 12. Tez. Tie Nachricht von Lloyd Georges Erkrankung wirkt verblüffend. Man ist sich in politischen Kreisen darüber klar, daß dieser Zufall vielleicht von weltgeschichtlicher Bedeutung sein könnte. Tenn am Dienstag sollte zu der gleichen Stunde, wo der Kanzler des deutschen Reiches im Reichstage die mit Spannung erwartete Erklärung abgeben sollte, das neue Ministerium sich denr Unterhanfe vorstellen, um das bis jetzt noch, nicht offiziell veröffentlichte Programm dem Lande zu verkünden. Man folgert: Werm die ge lMinnis vollen Andeutungen über die Sitzung in Berlin sich, verwirklichen und die Erklärung des Kanzlers im Reichstage ein historisches Novum schaffen sollte, so hätte es verhängnisvoll sein können, >venn die neue engttlckF Regierung in Unkennttris dieses Novums ffch aus eine neue Politik festgelegt hätte. ' , . ? Haag, 12. Tez. (WTB. Nichtamtlich. Nichtamtlich unrd gemeldet, daß der in mehreren Blättern verbreitete Bericht, patz sofort rrach der Ernennung Lloyd Georges» znrn -Preiniermrnrstsr der ganze Schiffsraum aus Amerika für Metteidettauspotte nach deu Niederlanden belegt worden sei, ganz unbegründet sei. Richtig sei, daß die Regierung beschlossen hat, in Zukunft die für den Ge- treidettansport bestimmten Schisse ausschließlich mit Regrerungs- getreide zu laden. Diese Maßregel stehe aber in keiner Beziehung zu dem Auftreten Lloyd Georges. Henderson gegen einen voreiligen Frieden. London, 12. Tez. (WTB. Nichtamtlich. * Meldung des Reuterscheu Bureaus. Minister Henderson hielt in Clepham eine Rede, in der er sagte, er hoffe, daß jeder Bürger ernsehest würde, (daß Englmrd mit dem Kriege nach nicht z-u Ende fei. Wenn England die Feinde nicht überwinde, sei die Zukunft so schrecklich, als daß nrau auch nur erneu einzigen Augenblick daran denken könnte. Er möchte jedermann vor der Goa.hr eines vorzeitigen Friedens warnen. Englands amerikanischer Freunv und die anderen Neutraler, sollten tun, was sie könnten, um leinen Pölkerbund zustande zu bringen, bei sich -auf den Prinzipien der schiedsgerichtlfck^r Austragung von««Dfffereyzen cmfbaue. Der Redner solle sich ihnen fernerhin atzMreßen, Mber nicht jetzt. Wir wollen --ftinew Frieden mft Belgien. Fpankrerch und Rumänien in der Läge, in der sie fetzt sind. Eine Note Amerikas an England und Frankreich Washington, 12. Dezember. (WTB. Nichtamtlich. Meldung des Reuterschen Bureaus. Tas Staatsdepartement hat wegen der Verweigerung fteien Geleits sür den östrrrrichisch-ungarrschen Botschafter eine zweite Note an Großbritannien und Frankreich gerichtet, in der es heißt, daß Arwerika die ungehinderte Ueberfahrt für ein anerkanntes Recht des diplomatischen Verkehrs hätte. Ans Griechenland. Bern, 12. Dez. lWTB. Mchtamtlich.^ „Corriere della Sera" meldet aus Mhen: Die Opposition gegen die venizelistifchen Bewegung verschärft sich ebenso wie die Anhänglichkeit an den König Miffmmt. Selbst Personen, die sich bisher von derr politischen SttöMungcn ferngehalten hätten und sogar Beni- zelisten seien dieser Opposition beigetteten. Bern, 12. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) „Cvrriere della Sera" nreldet ans Mhen: Mit Ausnahmen der italienffchen sind die Kolonien bereits vollzählig im Piräus emgefchifft ,norden. Neben einer strengeren Durchführung der Blockade soll die Brücke von Chalkis sowie der .Kanal von Corrnth scharf überrvacht werden, um bei den ersten Anzeichen von Feindseligkeiten den.Pelv- ponnets Pom übrigen Griechenland abschneiden zu können. Lugano, 12. Tez. Der „Secolo" meldet aus Athen 00 m 9. ds. Mts.: Die griechische Regierung ergriff Maßnahmen für die Lebensmittelversorgung im Falle der Verlängerung der Blockade. Der Minister des Innern erklärte, daß Korn, Mehl und andere Lebensmittel für längere Zeit genügen werden, lieber die Nachricht, daß die Entente die Inseln Syra und Nasso besetzt habe, läge keine offtziellc Bestätigung vor. Im Hasen von Piräus droht eine Bewegung der Schiffsbesatzungen, die durch die Blockade zurückgehalten werden. Nur Segelschiffe dürfen auslauserr. Amtlicher Teil. Bekanntmachung betreffend die Entrichtung des Warenumsatzstempels sür das Kalenderjahr 1916. Ans Grrm-d des § 161 der Ausführungsbestimmrmgen znm Reichsstempelgesetze rverden die zur Entrichttmg der Mgabe vom Warenumsätze verpflichteten gerverbetreibendeu Personen und Gesellschaften der Finanzamtbezirke'Gießen, Butzbach, Grünberg und Hungen ausgewrdert, den gesamten Betrag ihres Warenmnsatzcs im Kalenderjahr 1916 sowie deu steuerpflichtigen Bettag ihres Warenumsatzes im vierten Viertel des Kalenderjahrs 1916 bis spätestens zunr Ende des Monats Januar 1917 dew betteffenden Finanzamt schriftlich oder mündlich anzunrelden und die Abgabe gleichzeitig mit der Anmeldung einznzahlen. 2lls steuerpflichtiger Gerverbebettieb gilt auch dm Betrieb der Land- und Forftnnrtschast, der Viehzucht, der Fischerei und des Gattenbaues sowie der Bergwerksbettieb. Beläuft sich der Jahresumsatz auf nicht mehr als 3000 Mck. so besteht eine Verpflichtung zur dlnmeldrmg und eine Abgabepflicht nicht. . Wer der ihm obliegenden Anmeldungsverpslichtung zuwider- handelt oder über die earpsangenen Zahlungen oder- Lieferungen wissentlich lunrichtige Angaben macht, hat eine Geldstrafe verwirkt, welche dem zwanzrgfachen Bettage der hinterzogenar Abgabe gleichkommt. Kann der Bettag der hinterzogenen Abgabe nicht festgestelkt werden, so ttftt Geldstrafe von 150 Mark bis 30 000 Märk ein. Zur Erstattung der schttftlichen Anmeldung sind Vordrucke zu verrvenden. Sie können bei den Unterzeichneten Finanzämtern sowie den zuständigen Bürgermeistereien kostenlos entnommen werden. Steuerpflichtige sind zur Anmeldung ihres Umsatzes verpflichtet, auch wenn ihnen Anmel- dungsvordrucke nicht zugegangen sind. Gießen, Butzbach, Grimberg, Hungen, den 12. Dez. 1916. Die Großhcrzogl. Finanzämter. 890 -D I. V. Franz, F1 ath, Wenzel, May. Outv IlnterbaUunes-, Erbfnrnnj?«- and besonders Kriegsliteratur in reicher Auswahl. Für Versand Feld besondere Feldausgaben «Titer Schriften und Erzählungen. 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Belohnungen können von 5 zu 5 Jahren solche Dienstboten im engeren Sinne erhalten, welche bei der Herrschaft Kost und Wohnung haben nnd sich darüber, sowie über gute Führung durch Zeugnisse ausweisen können. Don Vollendung der 5 Dienstjahre kann nur dann im letzten Dien'stjahr abgesehen werden, wenn der Dienstaustritt durch Einberufung zum Heeresdienst, durch Auflösung des Haushalts oder durch Gründung eines eigenen Haushalts erfolgt. Es werden hiernach diejenigen Dienstboten, welche nach diesen Bedingungen aus eine Belohnung glauben Anspruch erheben zu können, ausgefordert, sich unter Vorlage der Dienstbücher, eines Zeugnisses der Herrschaft über gute Führung, sowie eines etwaigen Sparkassenbuches (die Angabe der Nummer des Buches genügt ebensalls) bei unserer Kasse oder der Bürgermeisterei des Wohnortes bis zum 31. Dezember l. Js. zu melden. Die Grobherzoglichen Bürgermeistereien des Bezirks werden ersucht, vorstehende Bekanntmachung auf geeignete Weise zur Kenntnis der Ortsein- wohner zu bringen. Gießen, den 5. Dezember 1916. 8821D Bezirkssparkasse Gießen. Zach eis. _ Photograph. Apparate, Stative, Platten. Roll- u. Packtilme, Papiere, Chemikalien usw. usw. in großer Auswahl [8611 Kreuz-Drogerie August Noll. Bahnhofstr. 51. Fernspr. 2082 Bei dem Mangel au guten Seifen ist der ständige Gebrauch einer guten Hautcreme und eines Haut-Puders dringend zu empfehlen. Grosse Auswahl finden Sie in der izinai-Droijerie Zorn Kreuzplatz 9. + 8889a Teppiche, Vorhänge noch zu billigen Preisen, soweit der Vorrat reicht, in großer Auswahl. Gardinen, Linoleum, Anferiignag in Polster nnd Holsmübeln nach Angabe Hptmöbelfabrik Th. II rück, 10 Schaufenster Segr.1858, Ecke Schloßgasse Brandplatz. Geschäft geöffnet Sonntags b. 2, Wochentags bis 7 Uhr. [8908 Karns Backpulver ist stets frisch, wirkt daher besser als abaelanerte. 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Weickartshain, Lollar, Kirch-Göns, den 13. Dezember 1916. Nachruf. Am 30. November starb den Heldentod für sein geliebtes Vaterland unser geliebter, all verehrter Lehrer Wilhelm Veite Unteroffizier, Reserve-Infanterie-Regiment 80 , 11 . Komp. Er war uns stets ein gütiger, liebevoller Lehrer. Wir werden ihn nie vergessen und ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Er zog hinaus — zum blut’gen Strauss. — Nun ist er geblieben dort auf dem Plan — er, der uns viel Liebes und Gutes getan, — er, der uns viel Schönes und Edles gelehrt, er ist als Held von uns allen verehrt. Die Lehren, die er uns in die Herzen gegeben — wir werden sie halten durchs ganze Leben, Die Volksschüler von Weickartshain. Weickartshain, Post Lardenbach (O.-H.). Weilioacins- Pralinen - Packnngen « c Kaufläden- und Pnppeükücöen - Artikel Spielwaren in grosser Auswahl Hessische OstpreutzenWe. Noch immer leidet Ostpreußen unter den Folgen d-s Nusscneiiifalla Barbarische Verwüstung Hat das blühende Grenzlanv in ein Trümmerfeld verwandelt. Schäden von über l 1 /* Milliarden Mark sind entstanden. Da- Reich und Preußen können nicht allein alle Wunden heilen. Uederall in deutschen Landen schließt man sich zur Mithilfe zusammen. Die „Hessische Ostpreußenhilfe" hat die Kriegspatenschast für ein Kirchspiel mit über 10000 Einwohnern übernommen. Auch für Gießen ist bereits ein Aufrus ergangen. EinzeichDiiigslistcn liegen an den b-kanntgegebenen Stellen offen An die Einwohnerschaft Gießens richte ich die dringende Bitte, der Dankespflicht gegenüber der ostprcußischen Bevölkerung, die auch für uns gelitten, eingedenk zu sein. Um jedermann Gelegenheit zur Beteiligung an der Spende zu geben, werden in der Zeit vom 9. bis 17 . Dezember Sammellisten tu den Häusern herumgelragen werden. Außerdem wird Sonntag, den 10 . Dezember, vormittags von 117 ,_ 127 . Uhr auf Der Süd-Anlage ein Promenadcnkonzert mit Büchsensammlung stattfinden. Mitbürger, steht nicht zurück! Oeffnet Herz und Hand! Beteiligt Euch alle nach Kräften am Werke der Wiedcrausrichtüna der schwer geprüften Provinz und dankt durch Eure Spende dafür, daß -inscrer Heimat der Schrecken des „Feindes im Land" crfptMrt worden ist. Jsde, auch die kleinste Gabe ist willkommen. Gießen, im Dezember 1916. Der Oberbürgermeister. Keller. empfiehlt 8831 irrJ&qp/offlO 8883 Graslampen Gassparherde empfiehlt 012520 n groster Auswahl billigst Installations-Geschäft Jh Tühs^irEiag'» Eudu Igstraßo 40. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer tnnigstgeliebten Entschlafenen, sowie für die liebevolle Pflege der kath. Schwestern sagen herzlichsten Dank [8894 Heinr. Saas uni) Kinder. Gichen (Riegelpfad 31), den 12. Dezember 1916. 8 Zlr. Sdiiersei Ia mit 15% Fettgehalt, nächste Woche eintreffend. 013809 Hch. Kalbfleisch, Giessen Lteblgstrasse 71 . 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