m. 2 2 Der Sieherier Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: Eichener Familiendlätter; K?eisblott für den Kreis Gießen. vezngzpreir: nwnatl. 90 M.. viertel- jährl. Mk. 2.65: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 80 Pf.: durch diePost Mk.2.45visrtel- jährl. ausfchl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüsse: für die SehrütleitungllZ Verlag,Geschästsstellebl Anschrift sür Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Erster via« dieartag, > 2 . Dezember Postscheckkonto Zrankfutt a.M. N686 «General-Anzeiger sür Oderhessen Sankverkehr: Gewerbebank Gießen Swillingrrunddruck u. Verlag: vrühl'sche Univ.-Such- u. Steindruckerei K. Lange. Schristleitung L.u».».ome von Lnzrtgen die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher» Seilenpreis, f. Anzeigen: örtlich 20 Pf.. Her- lnietungen u. Stellengesuche 15Pf., auswärts 25 Pf., b. Platzvorschrist 30 Pf., Reklainen 75 Ps.^ bei Platzvorschrift 90 Pf. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aug. Goetz, Stadt und« Land, Vermischt es u.Ge-< richtssaal: Fr. R. Zenz»! Anzeigenteil: H. Beck, Starke russische Angriffe an der Ostsront Siebenbürgens gescheitert, ver Uebergang über die Zalomiha erkämpft. (WTB.) Großes Hauptquartier. 11. Dezember. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Kronprinz Rupprecht von Bayern. Auf beiden Ufern der Somme hat sich gestern die Kampftätigkeit der Artillerie erheblich gesteigert. Auch an der Front nordwestlich von Reims nahm von Mittags an das feindliche Feuer zu. Heeresgruppe Kronprinz. Durch umfangreiche Sprengungen an der Butte du Mesnil (Champagne) und bei Vauguois (Argonnen) zer st orten wir beträchtliche Teile der französischen Stellung. Auf dem Ostufer der Maas wirkten unsere schweren Geschütze gegen Gräben und Patrouillen des Feinde . An der Verdun-Front wurden durch Abwehrfeuer und im Lustkampf sieben feindliche Flugzeuge ab- ge schossen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des Gencralfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Keine größeren Kampfhandlungen. Front des Generalobersten Erzherzog Josef. Rötlich des Tartaren Passes (in den Waldkarpathen) imBistritza-Abschnitt nordöstlich von Jakobeny. amMunce- eül (im Gvergyo-Gebirge) und zu beiden Seiten des Trotu- sul-Tales griff auch gestern der Russe wieder mit starken Kräften, aber ohne jeden Erfolg an. Ein Vorstoß deutscher Patrouillen nördlich des Smotrec brachte vierzehn Gefangene und einen Minenwerfer ein. Heeresgruppe des Gener-alfeldmarschalls vonMackensen. Die Verfolgung der Armeen findet an einzelnen Stellen Widerstand. Er wurde gebrochen. D i e B e w e g u n g e n v o l l z i e h e n s i ch t r o tz st r ö - menden Regens, aufgeweichten Bodens und alle r Brücke nzerstörungen in der beabsichtigte n Weis f. Wir machten erneut mehrere tausend Gesänge ne. Mazedonische Front. Der 10.12. stellte sich als ein weiterer s ch w e r e r Mißerfolg der Enten 1 e an einem Kampftage dar. an dem der Feind sehr erhebliche artilleristische und auch infan- teristische Kräfte eingesetzt hat. Alle Angriffe der Franzosen und Serben zwischen Dobromir und Mokovo scheiterten an der zähen Widerstandskraft der deutschen und bulgarischen Truppen. Insbesondere tat sich in den Kämpfen um die Höhen östlich von Paralovo das oftpreußische Infanterie-Regiment Rr. 45 hervor. Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff. 9 Der Aberidbericht. Berlin. 11. Dez., abends. (WTB. Amtlich.) Während Somme-Front heut ruhiger blieb, lebte Artilleriekampf auf M a a s - O st u f e r auf. An Ostfront Siebenbürgens scheiterten starke Russenangriffe, die auf unser schnelles Vorwärtskommen in der Großen Walachei ohne Einfluß bleiben. Im Cerna-Bogen sind neue Angriffe der Serben und Franzosen blutig und ergebnislos znsammengebrochen. Der Streit der Völker hat um des „Geschicks geheimnisvolle Urne" eine Atmosphäre non stets sich erneuernder Spannung gelegt. Mit welcher Ungeduld warteten wir am Anfang des Krieges auf die täglichen amtlichen Berichte! Und welche ängstlichen Qualen legten sich um die Herzen derer, die teure Angehörige einem unbekannten Schicksal entgegeneilen sahen! Dann haben Nur Geduld gelernt, und an dem ernsten, schönen Wort, das Schiller seinem Wallen-- stein in den Mund gelegt hat, fanden wir uns wieder zurecht: „WaS verschmerzte nicht der Mensch? Vom Höchsten bis zum Gemeinsten lernt er sich entwöhnen, und ihn besiegen die gewalt'gen Stunden". Welch seltsamen Vorgang erleben wir aber heute? Es fteht eine Reichstages ihn ng bevor, von der gesagt wird, man erwarte sie mit demselben Maße von Spannung wie diejenige beim .Kriegsausbruch, ani 4. August 1914. Und wir wissen nickt, um was es sich handelt ! Es soll etwas Tröstliches sein, üoer das die verbündeten Völker sich freuen. Ehr noch als ein Echo der Freude über Siege und Fortschritte in Rumänien, und da es doch der große, allgemeine Friede nicht sein kann, auch, wie ein Berliner Mitarbeiter der „Franks. Ztg." wissen will, ein Separatfriede nicht in Aussicht fteht, so beftnden wir nnS zur Stunde fast noch in derselben wehmütigen uird ungläubigen Verfassung, wie etwa Penelope, die harrende Gemahlin des Erfindungsreichen, als ihr die alte Pflegerin die angenehmste Kunde zntrng und sie ihr zweifelnd entgegnete: „Du mußt nicht frohlocken und jauchzen, es ist unmöglich geschehen, wie du erzählest." Zn den Leitaufsätzen der Berliner Blätter finden wir nicht viel von vorbereitendem Jubel. Das „Berliner Tageblatt" schilt über die Alldeutschen und fordert von der Regierung, sie möge heute im Reichstag aus der Frendenstim- mung über glückliche Erfolge auch Worte der Mäßigung ans- lösen, die draußen in Feindesland friedenfördernd wirken könnten. Die Aengste der Behutsamen, die sich fruchtlos mühen, den geschichtlichen Notwendigkeiten die scharfen Kanten abzuschleifen! Die „Tägl. Rundschau" polemisiert gegen dieses Blatt der Sanftmütigen und spricht, wohl in Erinnerung an Bethmännische Streitigkeiten!, von einem „Knalleffekt", der offenbar heute im Reichstag erwirkt werden solle. Das sind nicht die sonnigsten Stimmungen, mit denen der Tag anhebt, der eine weltgeschichtliche Verkündung bringen soll. Dazwischen! mengen sich noch nnene Mitteilungen über die unvermeidlichen Härten und Mängel der rauhen Zeit. Der Bundesrat hat das Gesetz gutgeheißen, wonach der Ladenschluß um 7 Uhr abends, der Schluß der Gasthäuser um 10 Uhr erfolgt. Schon in den nächsten Tagen wird diese Neuerung in Kraft treten. Dazu verlautet allerlei MueS über unsere LebenSmittelordnung. Mit Rücksicht auf die Kartoffelknappheit und Schwierigkeiten des Transportes soll vom 1. Januar an die Streckung der Getreidevorräte durch Kartoffeln aufhören. Gerste soll dafür stärker zum Verbrauch herangezvgen werden. Es wird uns versichert, daß wir mit unseren Kartoffelvorräten bis Mitte Juli nächsten Jahres ausreichen würden, auch sei beabsichtigt, etwa vom Februar an die Fleischrationen zu erhöhen. Und wird nun der Lichtstrahl aus dem Reichstag alle Winkel wieder zu erhellen, die Lebensgeister zu neuer Lust zu entfachen vermögen? Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 11. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlaulbarti 11. Dezember 1916. O e ft l i ch e rKriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls vonMackensen. Die verbündeten Streitkräfte dringen trotz Wittcrungs- ungunst, schlechten Wegen und stellenweise n e n a u f l e b e n- dcm feindlichen Widerstand weiter vor. Oester- reichisch-ungarische und deutsche Truppen haben bei Race- anu, nordöstlich von Bukarest, den Jalemita-Ucbergang erkämpft. Heeresfront des Generalobersten Erzherzog Josef. In den Karpathen rennen die Russen trotz schweren blutigen Verlusten, die in den letzten Wochen gering geschätzt mindestens 30 000 Mann betragen hoben, immer wieder erfolglos gegen unsere Stellungen an. Die Armee des Generals von Arz schlug im Grenzabschnitt westlich und nordwestlich von O c n a Ärermals mehrere Vorstöße ab. Bei der Armee des Generals von Koeveß wurde beiderseits der Straße Valeputna-Jakobeny, wo der Feind seit Beginn seiner Entlastungsoffensive gegen die Truppen der Generale von Habermann und von Schouchenstuel mit besonderer Zähigkeit Sturm läuft, und im Raume nördlich des Tar- tarenpasses erbittert gekämpft. Alle Opfer der Russen waren vergeblich. HeeresfrontdesGeneralfeld marschalls Prinzen Leopold von Bayern. Nichts zu melden. Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarfthallentnant. * * * Der Kaiser Inhaber des GroßkreuzeS des Eisernen Kreuzes. Berlin, 11. Dez. (WTB. Amtlich.) General feldmarschall von H i n d e n b u r g richtete heute nach dem täglichen Vortrag über die Kriegslage als ältester aktiver General der preußischen Armee au den Kaiser namens des Heeres die Bitte, das Grvßkrcuz des Eisernen Kreuzes selbst aulegen zu wollen. Generalfeldmarschall von Hinden- burg führte dabei aus, lvie viel das .Heer seinem obersten Kriegsherrn in dieser großen Zeit zu danken habe. Der Kaiser hat der Bitte des Feldmarschalls entsprochen. Aus dem Hauptquartier des Generalfeldmarjchakls v. Mackensen. Zur Einnahme von Bukarest. Die schwere blutige Niederlage, die die rumänischen und russischen Divisionen in den ersten Dezembertagen im Norden, Westen und Süden von Bukarest erlitten haben, l-atte es den verbündeten Truppen ermöglicht, sich ans Artillerieschußweite an die Festung heranzuschieben. Es sollten der Zivilbevölkerung die Schrecken einer Beschießung erspart werden. Bevor daher die bereitgestellte Belagerungsartillerie den Feuerbefehl erhielt, fuhr ein deutscher Gene ral stab so fsizier als Parlamentär in die Stadt. Tie rumänischen Generäle erklärten, die Stadt sei unbefestigt, könne daher als Festung nicht übergeben werden. Auf die kategorische Aufforderung zur bedingungslosen Räumung hatten sie nur Ausflüchte. Es erging jetzt unverzüglich Befehl, den Angriff gegen die Stadt fortzusetzen. Am Bormittag des 6. Dezember traten die Vortruppeu den Vormarsch an. Bei ihnen fand sich Generalfeldmarschall von Mackensen ein. — Die Batterien standen schußbereit. Aus dem Vorhang.des Sprühregens zeichneten sich schemenhaft die Umrisse der fernen Festung ab. Kampfbereit wartete die Infanterie in den vorderen Linien auf den Angriffsbefehl. In 2 Kilometer Entfernung lagen die Forts. Ihr Schweigen ließ den Schluß wahrscheinlich erscheinen, daß die rumänische Heeresleitung wirklich bereit war, die Hauptstadt ohne weiteren Widerstand auszuliefern. Tie befohlene Erkundung sollte das Rätsel lösen. Kavallerie Letzte sich in Bewegung. Die ihr folgenden Spitzen der Infanterie gaben der Artillerie durch weiße Leuchtkugeln kund, das Feuern vorerst zu unterlassen. Rasch wurde der Besestigungsgüttel erreicht und geräumt gefunden. Ohne Aufenthalt ging es werter der Stadt entgegen. Aengstlich drängten sich! Flüchtlinge, die hier in großen Scharen lagerten, an den! einziehe irden Truppen vorbei. Man hatte ihnen erzählt, daß sie gemartert und getötet würden, mtb sie damit von der Rückkehr in ihr Heimatdorf ab geschreckt. Dankbar leuchteten die Gesichter auf, als man sie beruhigte. Bor den ersten Gebäuden meldete sich! ein rumänischer Soldat mit Gewehr und voller Bewaffnung und wies den Weg in die Stadt. Ein berittener Gendarm bot sich- gleichfalls als Begleiter an. Ehrfurchtsvoll flogen die Mützen von den Köpfen, und man wetteiferte, als Führer M dienen. In einer der Hauptstraßen, der Calea Viktoria, bot sich ein überraschendes Bild. Hier flutete das Leben wie im Frieden. Die Bürgersteige waren gedrängt voll. Damen gingen mit ihren Kindern spazieren. Die Männer eilten ihren Geschäften nach. Müßiggänger trugen ihre neuesten Kleider zur Schau. Ms die deutschen lluiformen so völlig unerwartet in dem All- tagsbild auftauchten, fuhr es wie ein jäher Blitz durch die Massen. Das Leben und Treiben erstarrte einen Augenblick, es war wie gebannt durch das neue militärische Bild, aber gewohnt, auch die jähe Wirklichkeit des Krieges als Schauspiel der Straße von der leichten Seite zu nehmen, fand es rasch seine Form wieder. Man stand, grüßte, gaffte und ging seines Weges weiter. Einzelne rumänische Olffiziere, Soldaten, Gendarmen, die sich in Uniform allenthalben noch herumtrieben, genossen aus weiterem Hintergrund den Szenenwechsel mit harmloser Neugierde, wo sie nicht ausweichen konnten, er,vielen sie achtungsvoll militärische Ehrenbezeugung. Tie mit Waren in reicher Fülle beladenen Läden standen offen, ihre Besitzer hielten Ausschau nach der: neueni Kunden. Tie Cafes Und Restaurants waren mit Menschen gedrängt voll, und die Schachspieler ließen sich für einen Augenblick aus ihrem Gedankenkreis aufstöreu. Durch das Sttaßengewühl bahnten sich überfüllte elektrische Wagen und Pferdebahnen den Weg. Elegante Kaleschen mit russischen Kutschern und silberbehangenen Aräbern fuhren vornehme Damen mit ihren Töchtern vorüber, sie ließen, wie auch die vornehmen Privat-Llutomobile, kurz «Inhalten, unr sich durch das Lorgnon die neuen Gäste anzuseherri Wie ein Flugfeuer hatte sich die Nachricht von dem Einzug der Deutschen verbreitet und es war bald bekannt, daß sichderGene- ralfe 1 dmars) chall s e 1 b st sunter ihnen befand. Bon allen Seiten strömten die Deutschen und Oesterreicher vorbei, die wenige Stunden zuvor, morgens 8 Uhr. als die feindlichen Truppen die Stadt verlassen hatten, aus den Gefängnissen und Zuchthäusern, in denen man sie interniert hatte, herausgelassen worden wären. SU drängten herbei, und als die erste deutsche Kompaguie blumckn- geschmückt den Platz vor dem Postgebäude erreichte, brach ein unbeschreiblicher Jubel aus. — „Seid gegrüßt Ihr Deutschen." — „Hoch die Deutschen." — „Hoch der Feldmarschall von Mackensen." — „Gott grüß Euch." — „Dank den Deutschen." — rief es aus der Menge, — die Wogen der Begeisterung pflanzten sich durch i»e Straßen fort und ein Blumenregen ftel nieder. Da man ringsum nur deutsch sprechen hörte, glaubte mau sich in den Festjubel ei n e r de ut s ch e n St adt versetzt. Zweifellos babstt sich au ihm vorwiegend Deutsche und Angehörige der verbündeten Staaten beteiligt. Tie Rumänen hielten sich in gedrückter und gleichgültiger Stimmung zur Seite. Tie freudige Stimmung hat aber schließlich die wetterwendische Stadt, die sich so leicht jedem Eindruck hingibt, nt allen ihren Teilen erfaßt. Wer am Mend der Besetzung die feindliche Hauptstadt verließ, dem kam beim Anblick der erschütternden Kriegsbilder, die die vom Blute der Rumänen getränkten Schlachtfelder bieten, beim Anblick der armseligen Dörfer, unmittelbar voll zu Bewußtsein, in welchem Maße das rumänische Landvolk bisher die 'Last und die Opfer des Krieges allein getragen hat. T.ie Hauptstadt aber, die dies Elend verschuldete, hat bis heute gewissenlos in den Tag hineingelebt und an dem Krieg nichts als ihr spielerisches Vergnügen gehabt. Der bulgarische Bericht. Sofia, 11. Dezember. (WTB.^ Generalstabsbericht vom 10. Dezember: Mazedonische Front: Nach heftigem Artillerieferrer^ das Uch von Zeit zu Zeit zum Trommelfeuer gegen unsere Linien Tarnovo—Rachtani steigerte, versuchte der Feürd, Tarnovo und die Höhe 1248 nordivestlich von Bitolia anzugreifen. Der Angriff wurde gleich bei Begiuu abgeschlagen. Ebenso .xriff der Feind rm Cerna-Bogen aus breiter Fiwrtt die Linie Dobromir—Mäkvo an, wurde aber überall zurückgeworfen, stellenweise im Hand-, granateukampf, jo daß der Feind auf der ganzen brcsten Angriffe rccmi rna^t Dcit crermgttert Erfolg erzielen konnte. In der Gegenv von Moglena gegenseitige Beschießung. Aus beiden Seiten des Wardar schwaches Feuer der feiMichen Artillerie, desgleichen cm der Belastca-Front. An der Struma lebhafte Artillerietätigkeit. Die Engländer versuchten dreimal Tschiflik Tewffk Mich von Serres anzugreifen, aber alle Angriffe scheiterten in unserem Artilleriefeuer. Vor unseren Stellungen liegen 150 gefallene Feinde. R u m ä nische Front: In der Tobrudscha vereinzelte Ar- tmerreschüsse. Unsere Truppen überschritten die Donau ber Si- lrstna und nahmen die Stadt Kala rasch, andere unserer Truppen nahmen den Brückenkopf auf d»em linken Donaunfer gegenüber von Eernavoda. In der Wallachei dauert die Verfolgung an. Aus Rumänien. London, 11. Dez. (WTB.) Die „Times" meldet aus Jassy: Die für 8. Dezember festgesetzte Karn merkt Au ng wurde verschoben. Es kommen immer mehr Flüchtlinge aus Bukarest an, so daß Mangel an Le- Flüchtlinge aus Bukarest an, so daß bensmitteln herrscht. * * * Das Kabinett Lloyd George. London, 11. Dez. (WTB.) Das neue Kabinett setzt sich folgendermaßen zusammen: K riegsrat: Lloyd George, Premierminister, Lord Curzon, Lordpräsident des geheimen Rates und Leiter des Hauses der Lords, Henderson, Lord Milner ohne Portefeuille, Bonar Law, Fiuanzminister, Bonar Law ist vom Pre- nnerminifter chrfgefordert worden, als Leiter des Unterhauses zu wirken. Er wird ebenfalls Mitglied des Kriegsrates sein, doch wird ttugt erwartet, daß er an den Sitzungen regelmäßig teilnebmen wird, -vie ü brigen Mini st er sind: Sir Robert Finlay, Lord- ranzler, Sir George Cave, Staatssekretär des Innern, Balfour Staatssekretär des Aenßern, Long, Kolonialsekretär, Lord Derby Staatssekretär des Krieges, Ehamberlain, Staatssekretär für Indien, Lord Rhondia, PMident der Lokalverwaltung, Sir Albert Stanley, Handelsnrinister, Hodge, Arbcitsminister, Sir Edward Car- o ^ord der Admiralität, Dr. Addison, Munitionsminister, ^ard Robert Cecil, Seesverreminifter, Lord Devonvort, Minister für Nahttmgsmrttelkou trolle, Sir Joseph Maclay, Minister.für Schiff- M^^ontrolle, Dr . Fisher, Präsident des Unterrichtsamts, Sir Alfred Mond, für Arbeiten und Bauten, Sir Frederik Cowley, Kanzler des Herzogtums Lancaster, Sir Albert Jllingworth, Genc- raltwstmerster, Barnes für Pensionen, Sir F. E. Smith, (^eneral- ^atsanwalt, Vewart, Solicrtor General, Munro, Sekretär für Schottland, Lord Wimborne, Lvrd-Statthalter für Jrlrmd, Duke, Sekretär für Irland, O'Brien, Lordkanzler für Irland. ? °5^a° n ' lWTB.) Meldung des Reuterschen Bu- reauv. ^as neue Kabinett zählt drei Mitglieder der Arve rter Part er: Henderson, Marines Und Hodge. . f^htbibt, es herrsche eine gewisse Enttäu- scyung über die Zusammensetzung des neuen Kabinetts. Lloyd ^orgehabeeme schine Gelegenheit versäumt. Das Land brauche «Sw™ £?' Premierminister kühn genug gewesen,^ ber der Besetzung aller Stellen nur auf die Tüchtigkeit achten, so hätte er auf die aufrichtige Unterstützung UIt 7 v ^ Landes rechnen können. Mer die Politik Minist^i^ w F^lchlag gegeben. An die Spitze der !w Ä ff? b«r Krieg am wichtigsten sind, seien gegenüber den Fachm-annern Deutschlands Amateure berufen worden Opposition in der französischen Kammer. lWTB.) In den französischen XlV 9 - ^ L\ n g . e n am Samstag brachte Id 6 ane l Cl *** ^lvnraltruppen zur Sprache. Anschließend mu?! ^^ sta d e a n Er führte unter verschiedenen Zivischen- “ ^.^segM das Budget stimmen, solange Frank- relch mcht eure richtige Krregsregierung habe. Sowohl oie Regierungen, die den .Krieg entfesselt haben, als jene die ihn ^ ^ scU V e r st ä n d e n , würden nichts taugen' ^d^erung fjabe nur für haltlosen und gleichgültigen Optimis- SSLShSl; to&frxn bedrohten Frankreich. Man ^nangc von der Kammer immer neue Milliarden rvaä rur Mopnmg und zum Verfall F r a n k r e i chsMre^müs? U ^nwände der Redner solle bei de? Sache bleiben, erwiderte Eostadeau, seit zwei Jahren fable mau davon Weltschweigen müsse. Alle s-m 3 n • bfr Presse aber lüge man auf Be- öf Ju£jZynismus. Als der Kammerpräsident ^^^rkiam machte, daß er eine solche Sprache unter- f ° nnc ; Eostadeau fort, die Einrichtung der Zensur Staatsstreich gegen das Vaterland. Man S, 2? st^H Niit Hirngespinsten abspeisen. So- vann kam der Redner auf die ungeheuren Verluste zu sprechm !stst französischen Raffe irr Frage stellt«! Auf rridfw* Sü^* 4 *. bf S Redner, er wolle, daß Frank! r^cb stege. aber mit dem' geringstm Emsatz von Opfern Bei FE^ng der Rede Costadeaus, die eine Anklage geg^' iS JSr - m v m ^ nigen Tumult, sodaß der Kammer- ««t Beschluß der Kantmer Eostadeau das Wort entzog, der unter lautem Protest di« Rednertribüne verließ Aus Stetzdt und Land. Gießen, 12. Dezember 1916. Bargeldloser Verkehr eine vaterländische Forderung. Ein großer Banknotenumlauf erfordert das Festhalten und Heranholen einer hohen Golddeckung, schädigt — wenn auch Ä Anrecht — unser Ansehen und den Wert der deut scheu Reichsmark im 2lusland, verteuert die Einfuhr. Unsere geldwirtschaftlichen Aufgaben können während des Kriegs und nach dem Krieg noch steigen. Aeußerste Eindämmung des kraftverzehrenden Barverkehrs also politisch und wirtschaftlich e i n e N o 1 w e n d i g k e i t. Deshalb in keinem Falle Barzahlung, wenn Ueberwei- sung möglich ist. Sonach ist bei regelmäßigen Geldumsätzen Unterhal- tung eines Ueberweisungskontos vaterländische Pflicht. Eine Ueberweisung an einen Konto-Inhaber ist auch oann möglich, wenn man dessen Kontostelle nicht kennt. Es steht nichts entgegen, dem Konto-Inhaber unmittelbar den Vordruck für die Ueberweisung auszuhändigen, wentt daS beguemer ist. Ein Bedürfnis, Ueberweisungskonto zu haben, mag trotz der Zins-und anderen Vorteile mancher zunächst nicht empfinden. Vom Standpunkt der Allgemeinheit aber ist zu fordern, daß Jeder Zahlungspflichtige und Zahlungsempfänger er !? a $ e 'iw ^cht an Stelle der Barzahlung in jedem Ein- zelsalle ueberweisung möglich ist oder möglich gewesen wäre. r . . . a “Cn Rechnungen und Briefbogen sollte hervorstechend die Angabe der Kontostelle zu finden sein. Auf Rechnungen und Quittungs-Vordrucken sollte ferner stehen: Zur Einschräükung des Zahlmittel-Be- darfS pflege man aus vaterländischen Gründen den Ueb erweisungsverkehr. - /®c T trotz bestehenden Kontos eine Barzahlung emp- saiigt oder bei einer Zahlungspslicht das Vorhandensein eines Kontos des Empfangsberechtigten vermißt, mag dies dem Zahler Mitteilen. Er leistet auch damit der Sache einen Dienst. Bei baren Ein- und Auszahlmigen müßten die Kassen- deamten fragen, ob nicht Ueberweisung statt des Barverkehrs möglich und erwünscht war. Man nehme also solche Fragen nicht übel auf! Der Gedanke muH uns allen in Fleisch und Blut u b e r g e h e n, daß der durch Ueberweisung ersetzbare Varverkehr ein Unrecht ist. Wir mujseii uns gegenseitig ewzieheXustd überwachen, daß es vermieden werde. Aus Griechenland. (WTB.) Meldung des Reuterschen ^?a»S. Au- griechischen Quellen verlnutet, der König habe an ge boten, drer Regimenter ans Thessalien rurüek- ziehen und die Bewachung des Kanals von Korinth und der fÄn" ^°«^schen "^enzia Stcfani" mel- Jzr ' ieü)ij ü) t Regier iinq hat gegen die Tser bangung der Blockade Widerspruch erhoben. Der §eekrieg. Zwer ferndliche Transporidampker Versenkt. r d brlin, .11 De^. (WTB. Amtlich.) Boi: unseren Unter- «eebooten find rm östlichen Mittelmeer am 28 November ind mn 3. Dezember zwei etwa 5000 bis 6000 Tonneii große ntt Kriegsmaterial beladene feindlich^Tr?ns/ort- Ersen ktworden. Beide Dampfer waren bewaffnet und von Zerstörern begleitet. * . »«n«. H ® c ä- (Priv.-Tel.) Wie wir erfahren ist der, kürzlich eingeschleppte Damps-r „Rio Pardo" ein brastlianiicher Dampfer in der Größe von 975 Tonnen der mft rnn A 0rt ® n 8 fQnb nach Holland befand' Mlt^ (00 Tonnen Lebensmitteln, darunter Sveck Mar- garirte unb Käse, beladen war. Auch der ebenfalls 'einae- Meppte holländische Dampfer „C a l e dv n i a“, welcher 8M Tonnen groß ist, war zum Teil mit Lebensmitteln K" ? et L n I lt sd^umwolle, Seide und Wolle beladen Die Lebensmittel sind beschlagnahmt und dem Heeres- bedarf zugesührt worden. Heeres- „ a r£ ttt * l i Xb V n ' l 1 Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Aovds- ^ b uug. ^er Dampfer „Forth" ist gesunken. Lissabon wird gemeldet, daß der britische Dampfer V a cin versenkt wurde. Der iatixtan wurde gefangen, 23 Mann der Besatzung wurden gelandet, 15 werden vermißt. _ H ^ Aur bm Nttche. H ^oz. (WTB.) In der heutigen Sitzung s wurde die Vorlage betreffend die Er- Brennstoff und Beleuchtungsmitteln Karioffekverforgung. Es wird wiederholt darauf hingewiesen/ daßes für federmann rm eigenen Interesse liegt, dafür in. sorgen, daß ei: mit der chm gesetzlich zustehenden Menge an Kartoffeln ans komm t. Mit Rücksicht aus die Knappheit der far- roffeternte kann niemand, der bereits sein volles Quantum ochEu hat darauf rechnen, daß ihm anderweite Menqeii l an Kartoffeln nochmals überwiesen werden. Es ist daher b "^end geboten, daß die täglich zustehende Höchstinenge rn keinem Fall überschritten wird. Zweckmäßig wird die Menge durch Abwiegen oder mittelst eines Gefäßes von ^ltmrmter Große festgestellt. Mit Rücksicht auf das nasse Wetter nii Herbst dieses Jahres ist zu befürchten, daß die Haltbarkeit der Kartoffeln eine geringere wie in anderen Jahren ist. Es muß daher jeder Haushaltung zur Pflicht gemacht werden, daß sie sich um ihre Kartoffelvorräte ständig kümmert. Insbesondere müssen sie regelmäßig lesen und die angestoßenen oder angefaulten KarLoffeln müssen entfernt und alsbald verbraucht werden, ^n Anschluß hieran sei noch darauf aufmerksam gemacht, daß vom 1. Januar 1917 ab der Tageskopfstitz für Ver- höchstens % Pfund Kartoffeln beträgt, an Schwerarbeiter können von dem genannten Zeitpunkte an Zusatze bis zu U/ 4 Pfund KarLoffeln gegeben werden, jo daß bie)e nach wie vor im Höchstfälle 2 Pfund Kartoffeln erhalten. Die Kartvffelerzeuger erhalten vom 1. Januar bis PfuZ°Loffeln. d^und und von diesem Tag- ab U/ 2 Äerlin. )es Bund es r -parni Hitze nori at - von neu. - . i e j.^ nun fl' Das Eiserne Kreuz erhielt der Lebrer Heinrichs 0 tz, Vrzescldwebel, zurzeit schwer verwundet. D r e V e r e i n , g t e n „H a s s i a-- M i l i t ä r - V e r e i n e Gießen veranstalten lsiehe Anzeige) morgen abend den allerorts nnt großem Benot! aufgenommenen Lichtvilder-Vortrag „Krieg au allen fronten , woraus wir unsere Leser an dieser Stelle nochmals besonders aufmerksam machen. ats m Eisenbahn-Personenverkehr. Die von verschie- £»2; vEettete Nachricht, daß die Staats«isenbahiiver-i -^ssÄhrnng von Reisen von der^Aus- steckung bestniverer Erlaubinsscheine abhängig zu machen ist unzutreffend. Eine derartige Maßnahme ist bisher nicht' in Er- «25™# hb^gen worden unb Jüitb auch in Zukunft nicht iw Betracht kommen, wenn das Publikum sich lffnsichtlich der fo- genannLen BergnuKmgsrnlen eine gewisse Beschränkung anferlegt. sult ^nsbefmidere fnc das bevorstehende Weihnachts- und Zeit erfahrungsgemäß außerordentlich starke Reyeverkehr stellt rn Verbindung mit dem Militärurlauber- verkehr an die Betriebsmittel jimb an das Personal der Eistw- bahn Verwaltung solch außergewöhnliche Ajnforderung«!i daß es gewärtigen Zeit geboten ist, diesen Verkehr möglichst einzuschranken, um Nicht andere, wichtigere Verkehrszweige _ wie dieiemgcn der Lebensmittelversorgung —'in unliebsamer'Weise ^fp 5e ^ nt Y ? ari Verständnis der Bevölkerung für diese Verhältnisse und^ von ihrem vaterländischen Sinn darf er- werden, daß fre in Würdigung der Zeitverhältnisse ans notwendige Reisen zur Zeit der Festtage ver- '^ordnrch wird nicht nur dem Baterlande genützt, sondern es wird Reisenden manche Unannehmlichkeit erspart werden, die ^ überaus starker Fe,ttagsverkehr bei dem jetzt bestehende,! eingeschränkten Eilenbahnfährplan notgedrungen mit sich bringt. ** Im Lichtspielhaus, Bahnhofstr. 34 steht auf ^rSpielplan vom 12. dis infl. 15. Dezember „Die Sünde der Helda Arndt der Schicksals>oeg einer schönen Fvcm, in 4 Akten |f. r Hauptrolle fcae bildschöne Hm Hay, der ausgehende Stern „lpril 1916 festgesetzten Brei- ^.verSauft oder geliefert werden. W'ie frühere Sammlungen vvn fäll?« Uef^r immer wieder Gumm^ab- mr 2c rt ^ ll Havshaltn ngen und Betrieben an. Interesse eurer werteren Versorgung der Fndnstrie mit neuer Ä«ÄS l egt 5 X Mengen von Gummiabfällen, den Sammellägem für O^wmr zuzuführen. Um den einzelnen Personen, die für die Ab- uÄ» kleinen Mengen Gummis in Betracht kommen die Ablieferung möglichst zu erleichtern, dürften in den Städten' und (ttr- meinben zweckmäßig Sammlungen zu veranstalten oder Sammel- Ueu M'chaffen sein an die in be* Ä Enmnnabfalle abzulrefcrn wären. Als Entschädiguna für htp jcincn Kwf^en der Mfälle können'jedoch keine höheren Veraütn-i- OengewalM werden als, die in der oben anMführten Bekannt- machnng beftimmten Höchftpreise. Tie gesammelten Abfälle wären ÄnÄstcu/«h^ Beauftwglen der Kautschuk-Ab- (stunden ihre Hunde abgeben, darauf bedacht sein daß das ibnrn dis dahin lieb gMene Tier enttveder in cmte Hä'nL kommt od^r auf fchmerzlost Werse getötet wird. Ties ist aber nicht der Fall trgntb einem Unkannten überlassen, der ihn«! glaubhaft zu machen sucht, daß der Hund iraendwn nnt 11C ^f2 eI I)at * man ^ jadoch mit Helf^s- l ^ 5 ouuft der geheimen Hundeschlächjber m tun die Än w versteckten Winkeln mis- solches no Ä ergiebigerem Maße 1 etQ)es vetrerveii. -papn früher itnirbe darauf hlnqewiestn m mekcki m 6 ^?>.!^losen MmsckMi vor und bei'der Msckstachlung n' lt £ m r verfallem Nicht nur in der Stadt, sonderri man sich Hunde als SchlackKopfer zu! ^ ? wohl angezeigt ift, allerorts die Eigenttinwr mahiwn. ^^ ^ geplanter Abschaffung derselben zur VorffckfE zu E i n s ch r ä n k u n g des Papierverbronlb^ Kreise aus Jndusttie, Gewerbe, Handel und Handwerk luerbcu auf hie große B eden tu n g de r Er spa r n i S v o n Pa p fei die ^ tte F c ^ Kreisen anerkannt werden Nlöchte, aufmerksam gemacht und aus den smushälterischeii Verbrwich der Papiere aller Art dringend hingewiesen. Große -Er spa r nisse könntm z. B. offenbar noch erzrelt iverden, wenn die Käufer von W a L e "«n? er ^ rt ^örn gebracht werden könnten, d a s E i n w i ck e In bei Waren m Papr er, soweit dies nach ihrer Beschaffenheit enl^ velrt werden kann, nicht mehr zu fordern (Mitbringen von gaschen, Körbchen u. dngl.). Weiter wird es mö-alirb Papierfab-nkeil Rohstoffe dadurch zuzuführen, daß die G e s ch ä'f t s - VrtlL&Z \*8Wr* daraufhin durchsehen, ob nicht Lr w ÄÖ ft % ltpapie r zum soforttgen E i n st a m p4 L f t ^UuErrfabriken oder zuverlässige Altwarenhändler der- kauf, werden kann Bel d«i guten Preisen, die jetzt für Altpapier f ber Betkauf jeder Menge offensiKffch sind tzatürllch die unverändert iveiter gültigen gesetzlick>en Vorschriften über die Aufbew a h r u ngsfri st der H aniflia zu" beachten0 ner Vereine unserer Stadt sind auch in diesem Jahr an alle zmn .Kriegsdienst eingezogenen Bad-Nauheimer W e i h n a ch t s p a k e t e zur Versendung gekommen. Im ganzen sind rund 650 Pakete ausgeliefert worden, von denen jedes einen Wert von durchschnittlich 4,50 Mk. hat. — Von heute Montag — ab sind bei uns die Milchkarten eingeführt. Vollmilch erhalten nur Kinder unter 6 Jahren und Kranke. Auf den übrigen' Teil der Bevölkerung entfällt pro Ta« heißt, wrnn der Stadt das erforderli steht nt. Kaichen, 11. Dez. Dem Unteroffizier Wilhelm Fink im Feldartillerie-Regiment Nr. 111, Inhaber der Hessischen Tapfer- keilSmedallle, wurde nunmehr für tapferes Verhalten vor dein Feinde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. :: Pohl-Göns, 11. Dez. Der Gefreite Hugo S i ,n o n, Sohn der Witwe Abraham Simon, der kürzlich das Eiserne Kreuz erhielt, erhielt nunmehr ein Anerkennnngsdiplom für Dienste als Melder vor Verdun und wurde zu», Unleroifizier befördert. Slarkenburg und Rheinhessen. ha. Darm Ü a d t, 11. Dez. Die am gestrigen Sonntag von der Darmstädter Jugendwehr zugunsten der O st v r e u ßenhilse veranstaltete Hanssa m mlnng ergab den erfreulichen Betrag von rund 8600 Mark. ** Darmstadt, 12. Tez. D i e Verwundeten Werkstätten, die der Hessische Laudesverein vom Roten .Kreuz feit im 7s Liter Magermilch, das liche Quantum zur Verfügung einiger Zeit in Darmstaot eingerichtet hat, dienten, als mustergültig anerkannt, schon wiederholt anderen deutschen Städten als Vorbild zur (Einrichtung solcher Werkstätten. Um die künstlerischen Holzarbeiter!, die aus den Händen Darmstädter Lazarettmsassen hervorgegangen sind, dem breiteren Publikum, besonders für Weihnachtszwecke, zuzuführen, veranstaltete der Landesverein jetzt einen Bazar in Darmstadt, bei dem die zahlreichen zum Teil sehr wertvollen Gegenstände beim Verkauf regsten Absatz fanden, sodaß den Verfertigern eine Summe von über 1200 Mark zugeführt lverden konnte. Das gesellschaftliche Ereignis, bei dem die Groß- Herzogin als Käuferin zugegen war, erhielt noch eine besonders stimmungsvolle Note, indem eine auch auswärts bekannte junge Darmstädter Künstlerin, Lili Hickler, nach eigenen reizvollen Kinderliedkompositionen (Reigen und burleske Szenen! für Ktnder zur Ausführung brachte. Die anmutige Vorführung, die zweifellos eine schöne erzieherisä>e Bedeutung für die kleinen Künstler hat, erlveckte lebhaftes Jütevcsse und regen Beifall. _ ch. — Darmstadt, 11. Dez. Auf dem Marienplatz sprang die Ehefrau Marie Schnridt aus Gießen, die ihren in- Garnison stehenden Mann besucht halte, von einem fahrenden Straßenbahnwagen. Sie stürzte ab und zog sich dabei schwere Verletzungen lzu, venen sie nach wenigen Stunden erlag. = K elsterbach, 12. Dez. Bei einem nächtlichen Zusammenstoß mit Wilderern in den hiesigen Forsten wurde ein Wilddieb von einem Förster durch einen Sckuiß in den Kopf lebensgefährlich verletzt. Heute früh wurden fünf Kelsterbacher Einwohner, die sich an den Wilddiebereien beteiligt hatten, verhaftet. Gegen eine 95n- zahl anderer Personen wurde in der gleichen Angelegenheit ein. Ermittlungsverfahren eing-eleitet. Ta bei ihnen ein Fluchtverdacht nicht vorliegt, sah man von einer Verhaftung vorläusig ab. Unter den Beschuldigten befindet sich auch ein Gemeinderat. Kreis Wetzlar. ra. Krofdorf, 11. Dez. Wie aus der jüngsten Viehzählung ersichtlich, so verschwindet das liebliche Bild von Hirten und Herden auch immer mehr aus hiesiger Gegend. Teils liegt es an Hem Mangel an genügender Weide, rcils in dem Mangel an Hirten. Bereits vor einem Jahrzehnt hat man auch hier in .Krofdorf mit der Schafzucht aufgeräumt. Bon den früheren drei Schafherden, die in unserer mehr als 2000 Hektar fassenden Ge mar-, kung reichliche Nahrung fanden, bestand zuletzt noch die sogenannte „Herrschaftliche Schäferei". Nach einem Vettrag vom Jahre 1717 kaufte der Herzog von Nassau-Weilburg-Saarbrücken in unserer Gemarkung ein Gut von 200 Morgen, darunter 27 Morgen Wiesenland, und war noch bis zuletzt das Hutrecht der „Herren-. Schäferei" vorhanden. Da die Gemeiirde Krofdorf-Gleiberg die Zusammenlegung der Feldmark durchgeführt, so mußte auch diese Hutgerechtigkeit abgelöst rrerden. und deshalb wurde jener Vertrag von Martini 1717 in die Akten der Kommission ausgenommen. Hessen-Nassau. ][ Marburg, 9. Dez. An einer heute im Gasthaus Pfeiffer abgehaltenen stark besuchten Versammlung des Landwiirt- s ch a f t l i ch e n K re i s v e r e i n s Marburg wurde nach einem Vortrage des Direktors Schlicht von der Landwirtschaftlichen Winterschule über „Tie heutige Lage der Landwirtschaft" u. a. beschlossen, bei den Behörden oorstellijg z!u werden, daß die Hafer mengen für die Pferde erhöht werden, damit sich die Landwirte auch mehr an der so notwendigen Abfuhr der Grubenhölzer beteiligen können. Ebenso soll die Landwirtschaftskammer ersucht werden, mehr Mittel zur Förderung der Schafzucht bereitzustellen. Betreffend der Abgabe von Fett bei Hausschlachtungen wurde mitgeteilt, das diejenigen, die vor dem Inkrafttreten der Verordnung geschlachtet haben, aufgefordert werden sollen, frei- willig Fett für die Munitionsarbeiter abzuaebien. Frankfu rt a. M., 10. Dez. Die Bereinigten Landwirte von Frankfurt a. M. und Umgegend richten eine Mahnung an die Oberhessischen Landwirte, J-flichtgemäß die Milch Versorgung in der Wetterau dnnckHu führen. Sic werfen daraufhin, daß die .'Zeiten ernst sind und jeder Landwirt sich! desto mehr seiner Pflicht benmßt bleiben müsse, ferner darauf, daß die „Vereinigten" bei Erfüllung ihrer Pflicht, die Allgemeinheit mit Milch zv vevsorgen, auch die Interessen der Landwirte nicht verna-cklässigen werden. Fc. Wiesbaden, 11. Dez. Landgerichtspräsident Geheimer Oberjustitzrat lende, der seit August 1899 an der Spitze des ' esigen Landgerichts steht, ist in Pension getreten. Vorher war tencke in derselben Stellung in Neuwied tätig. An seine Stelle O nxurbe der Landgerichtspräsident in Neiße, Geheimer Oberjustizrat Vollbracht berufen. Vollbracht entstammt einer Nassauischen Familie. X Bad Orb, 9. Dez. Die städtischen Körperschaften haben einstimmig den bisherigen Beigeordneten Ednard Schreiber zum Bürgermeister der Stadt Bad Orb auf die Dauer von zwölf Jahren gewählt. Ter bisherige Bürgermeister Tr. Tahmann ist vor Ablauf seiner Wahlzeit infolge gütlicher Vereinbarung mit Rücksicht auf seinen O^esundheitsznftand vom Amte jurii cf getreten. = K a fiel, 10. Dez. Hier verhaftete man eine Schirmflicker- familic, die in der weitesten Um/gebung für mehrere tausend Mark Geflügel gestohlen und dann nach Westfalen „Hnsgeiührt" hatte, wo die Ware zu hohen Preisen verkauft wcrrde. -- Aus Ku r h e ssc n, 10. Tez. Bei einer Treibjagd in Hat- tensen brachten vier Jäger und 15 Treiber einen ganzen H äsen zur Strecke. Dieser fiel aber nicht im Feuer einer-Schrotladung, sondern wurde in einem Gänsestall, wohin er sich in Todesnöten geflüchtet hatte, gefangen und zur Strecke gebracht ch. Vom Mittelrhein , 10._ Tg' aber Der Ausschuß, der sich mit den Fahrwasseroerhältnissen des Bin ge r Loches zn beschäftigen harte, ist jetzt zu einem Ergebnis gekommen. Er hat den Beschluß gefaßr, für eine Tieferleg ung des sogenannten neuen Fahrwassers einzutreten. Dieses Fahrwasser soll danach um einen halben Meter tiefer gelegt werden. Außerdem soll der Trennungsteil in eine gerade Strecke verlegt werden und eine Erhöhung der Ufermanern auf der linken Seite des Stromes an den Kribnen auf 5.30 Meter erfolgen. Man rechnet auf diese Weise eine so erhebliche Aufstauung im Hanptfahrwasser herberzuführen, daß die Schwierigkeiten, die sich bei der Befahrung dieser Rheinstrecke manchmal dauernd gezeigt haben, auf einen geringen Teil eingchchränkt werden. X H a n a n, 10. Dez. Von morgen ab gibt die Stadt in ihren Verkaufsstellen Kartoffeln nur gemeinsam mit K o h l rüden ab. Wöchentlich erhält jede Perfon 37, Psimd Kartoffeln ' 7 Pfund Kohlrüben. und „Gedenket der Seburtstagrspende sür'r Rote Rreuz"! Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber kernerle, Gießen, 11. Tezember. Schon kurz nach Ausbruch des Krieges ist an dieser Stelle schon einnial lsingewiesen morden auf die unverantwortliche, unglaubliche Verschwendung von heißem Wasser, die von vielen Besuchern und Besucherinnen des Volksbades (Schwimm- und Heißluftbad) getrieben nnrd. Ta dieser Hinweis aber nicht' die geringste Aenderung bewirkt hat, sei er jetzt, wo so viel toie nur möglich an Kohlen gespart werden soll, wiederholt. Frellich sollte nicht nur die augenblickliche Kohlenknappheit die Badegäste von emer^Bersch Wendung abhalten, die, wenn sie aus dem eigenen GeldbentÄ. ginge, die meisten wohl unterließen. Unseres Erachtens hat der Vorstand des Volksbades die Mlicht, im allgemeinen Interesse, mt Interesse seiner Aktionäre und in dem der Stadt, die mft 60000 Mark an dem Unternehmen beteiligt ist, Abhilfe M schassen. s. Letzte Nachrichten. Das Friedensangebot der Mittelmächte. Berlin, den 12. Dezencher. (WTB. Nichtamtlich.) Wie der Reichskanzler im Reichstage mitteilte, haben die Regierungen des Pierbundes heute an die diplomatischen Vertreter der mit dem Schutze ihrer Staatsangehörigen in den feindlichen Ländern betrauten Staaten zur Uebermittelung an die feindlichen Mächte gleichlautende Noten gerichtet mit dem Vorschläge, alsbald in Friedensverhandlungen e i n z u 1 r e t e n. In den Noten heißt es, die Vorschläge, die die Verbündeten zu den Verhandlungen mitbringen werden, bilden nach ihrer lleberzcugung eine geeignete Grundlage für die Herstellung eines dauerhaft e n F r i e d e n s. Wenn trotz dieses Angebots der Kampf fortdauern sollte, sind die verbündeten Mächte entschlossen, ihn bis zum siegreichen Ende zu führen, lehnen aber feierlichst jede Verantworttrng ab. Ter Kaiser an das Heer und an die Flotte. Berlin, den 12. Dezember. (WTB. Amtlich.) Seine Majestät der Kaiser hat folgenden Armeebefehl erlassen: Soldaten? In dem Gefiihl des Sieges, den Ihr durch Eure Tapferkeit errungen habt, haben Ich und die Herrscher der treu verbündeten Staaten dem Feinde ein Friedensangebot gemacht. Ob das damit verbundene Ziel erreicht wird, bleibt dahingestellt. Ihr habt weiterhin mit Gottes Hilfe dem Feind Stand zu halten und ihn zu schlagen. An das deutsche Heer Großes Hauptquartier. 12.12.16. Wilhelm I. R. Vorstehende Order ist auch an die Kaiserliche Marine gerichtet mit nachstehender allerhöchster Ergänzungsorder: Diese Order richte ich auch an meine Marine, die alle ihre Kräfte treu und wirkungsvoll eingesetzt hat in dem gemeinsamen Kampfe. Wilhelm I. R. Kaiser Karl in Budapest. Wien, 11. Dez. (WTB. Nichtanttllch».) Ter Kaiser hat sich heute nacht nach Budapest begeben, um die Huldigungen des Reichstages entgegen zu nehmen. Die Beute der Türken. Konftantinopel, 11. Tez. (WTB. Nickitamtlich.) Den Blättern zufolge wurden an der rumänischen Front von türfifdjeu Truppen bisher erbeutet: 9024 Gefangeue. 39 Geschütze, 38 Masche nengewehre, viele Lebensmittel und Munition, sowie mechren Automobile. Griechenland. Berlin, 12. Tez. In der Nahe von Athen sollen laut „Voss. Ztg." 20 000 Mann Griechen marschbereit stehen, auch längs der neutralen Zone seien starke Kräfte aufgeftellt. Ter Lvnponer Gewährsmann der „Boss. Ztg." teilt mit, daß man in Londoner W- ständigen Stellen ein Eingreifen Griechenlands zugunsten der Zentralmächte erwarte. 2 Zimmer I u>. o>n ;> u ., >noeh. z. ver>n. ^LlttvrLir. 8k. li *' 4 ) | Verschiedene | jch. s jl H nniarden ^oulinug z. Perm. Kreusvl atk 1 0 .18009 2 leere 2i n., Bnhnhofstr. 42u. in. sev.Eing. f. 1. 1. 7 ,v v. | Möbl. Zimme r PejiEioa LrsirM ttsneo Bü.»ci’2 >BeUevue)Zilu.ui.il.olineBer pfleg, f. jede Zeitdauer. Mittag- u. Abendlisch. Elektrisch tttcht, Bad. Tel. 108",. !879v IKbOl. 2—3 Z.-W. m. SfücOc, nügl.NälieNreuzvl.ges. Sehr. 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(bisher 7.29). 2. Triebwagen Eilfahrt 4991 Limburg—Gießen: Bis Weilbura wie bisher. Weitfiurg ab 5.56 nadm,.. Braunfels ab 6.11, Wetzlar an 6.24, ab 6.25, Gießen an 6.40. 3. Pz. 1626 Wetzlar—Gießen: Wetzlar ab 6.30 nachm, (bisher 6.09), Gießen an 6.46 nachm, (bisher 6.25». Pz. 550 Gießen Fulda: Gießen ab 6.51 nachm, «bisher 6.31), Lauterbach an 9.07 nachm. (bisher 9.06), Lamerbach ab 9.11 wie bisher. Pz.556 Fulda—Gießen: Burg- u. Nteder-Gemünden an 5.49 nachm, wie bisher, ab 5.57 «bisher 5.54), Gießen an 7.24 (bisher 7.0(5). 4. Pz. 4337 Grünberg ab 12.50 nachm., Gießen an 2.06 nackm., Werktagszug 4338 Gießen ab 9.17 vorm., Grünberg an 12.11 nachiu. und Sonntagsgz. 4338 Gießen ab 9.17 vorm., Grünberg an 10.51 vorm, fallen fort. — Pz. 4340 Gießen—Londorf—Grünberg: bisher Gießen ab 2.15 nachm., Grünbera an 3.39 nachm, fahrt an Werklagen Gießen ab 1.10 nadmi., Grünberg an 53.54 nachm, und an Sonn- und Feiertagen Gießen ab 1.10 nachm.. Grünberg an 2.44 nachin. — Pz. 4347 Grüiiberg—Londorf: Grünberg ab 8.21 nadim. (bisher8.06), Londorf an 8.53 nachm, (bisher 8.38). — Pz. 4342 Gießen—Londorf—Grün berg: Gießen ab 6.51 nachm, (bisher 6.30,, Grünberg an 8.13 nachm, (bisher 7.58). 8S64i 5. Pz. 4273 Hungen—Laubach: Hungen ab 7.30 nachm. (faiSber 7.15), Laubach an 8.03 nachm, (bisher 7.48). Königliche Eiienbabndirektion Frankfurt (Main). Portions- und Bratsische Kabelfan ohne Kopf Schölten, Heilbutt, Steinbutt Frische Fisch-KotelettS Versand nach auswärts auch in kleinen Posten. Gebrüder Berdux Bahnhofstr. 27 Fernfpr. 231 //HI' und Zahnpflege empfehle Zahnbürsten, Zahnpasten, -Seife, -Pulvern.Zahnseide, :: * ämtlflchc Jlntit!Wässer :: Metta!-Drogerie Zum Krenzplatz Kreuzplatz 9 Li KOR Kognak reiner V» > inbrand und Verschnitt empfiehlt Feine Tafel Siköre wie Monclislikör Cordial Medoc A tpolnischer Reiterlikör Blackberry Brandy Gierry Brandy Curaqao Vanille Pfefferminzlikör osw. 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