Kr. 288 Ter «Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: Siehener Familienblätter; Kteisblalt für den Kreis Eichen. Bezugspreis: nronatl. 90 Pf., viertel- jährl. Mk. 2.65: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 80 Pf.: durch diePost Mk. 2.45viertel- jährl. ausschl. Beste llg. Fernsprech - Anschlüsse: für die Schriftleituug 112 Verlag,Geschästsstelleöl Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Eichen. Erstes Blatt lbb. Jahrgang Vonnerttag, ?. Dezember M> Postscheckkonto: Zrankfurt a.M. U6S6 8 «nfoerfe^c: Gewerdebank Gießen Zwillingrrunddruü u. Verlag: Bnchl'sche Univ.-Such- u. Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle v. Druckerei- Schulstr. 7. rknuadme von Anzeigen die Tagesuunimer bis zum Nachmittag vorher, deilenpceir, f.Slnzeigen: örtlich 20 Pf., Ver- mietungen u. Stellengesuche 15 Pf., aciswärts 25 Pf., b. Plahvorschriftt 30 Pf., Reklamen 75 Pf., bei Platzvorschrist 90 Pst Hauptschristleiter: Aug., Goetz. Verantwortlich! für Politik u.Feuilleton:! Aug. Goeh, Stadt u, d. Land, Vermischtes u.Gc-^ richtssaal: Fr. R. Zen> Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Hauptauarlier, 6.Dezember. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Abgesehen von auch gestern zeitweilig stärkerem Artrl- lericrampf rm Sommegebiet keine besonderen Ereignisse. Oeftlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Die Stellungen an der N a r a j o w k a lagen unter lebhaftem Feuer russischer Artillerie. Front des Generalobersten Erzherzog Josef. In den Waldkarpathen griff der Russe nördlich ves Tnrtaren-Passes und viermal an der Ludowa an. Seine neuen Opfer an Menschen brachten ihm keinen Erfolg. Die Gefangeirenzahl aus den für uns günstigen Kämpfen am Werch-Debry erhöht sich auf 275 Mann, die Beute auf fünf Maschinengewehre und vier Minenwcrfer. Im Trotosul-Tal wurde starker russischer Druck gegen die vorderste Linie in der vorbereiteten, unweit rückwärts gelegenen zweiten Stellung aufgefangen. Nördlich des Ojtoz-Passes gelang die Wegnahme eines russischen Stützpunktes bei geringem eigenen Verlust. Sechzig Gefangene blieben in ver Hand der deutschen Angreifer. . Im Bazka-Tal. südöstlich des Beckens von Kez- tivasarhely, brachte ein von deutschen und österreichisch-ungarischen Truppen ausgeführter Handstreich eilt beträchtliches Stück rumänischer Stellung mit zwei Offizieren, über achtzig Mann und viel dort aufgestapeltcr Munition in Miseren Besitz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. Die siegreich vordringende 9.Armee nähert sich kämpfe ndderBahnBu karrst — Ploesti — Cam- pina. Unter der Einwirkung dieser Bewegung räumte der Gegner seine Stellungen nördlich von S i n a i a, das ihm abends von österreichisch-ungarischen Truppen nach Kampf genommen wurde. Die Donau-Armee hat die auf dem Südufer des Argesul noch von den Rumänen besetzten Orte gesäubert. Sie ist im VordringenaufBukarest. An der Donau sind russische Angriffe von Osten her zurückgeschlagen worden. Die unter Oberst von Szivo in der südwestlichen Walachei den in Auflösung weichenden rumänischen Kräften folgenden österreichisch-ungarischen und deutschen Truppen haben den Gegner am Alt zum Kampfe gestellt. Der Feind, dem auf dem Ostufer des Flusses der Weg verlegt ist, hat gestern 26 Offiziere, 1606 Mann an Gefange- nenund vierGe schütze eingebüht. Außer diestr Zahl sind am 5.Dezember Wer 44 0 0 Rumänen gefangen genommen. An der Bahn, nordwestlich von Bukarest, fielen bedeutende Weizenvorrätc in unsere Hand, die von der englischen Regierung angekaust durch Schilder als solche gekennzeichnet waren. An der Dobrndjcha-Front herrscht Ruhe. Mazedonische Front. In den Gefechten bei G r a d e s n i c a , östlich der Cerna, blieben bulgarische Regime n t e r S i e g e r n b e r d i e Serben, die anfangs in einen Teil der Stellung eingedrungenwaren. Weiter südlich find neue Kämpfe im Gange. Der Erste Generalauartiermeister Luden darf f. Die Abendstunde brachte uns noch die Kunde: zum 67. Geburtstage des Generalfeldmarschalls v. Mackensen ist die rumänische Hauptstadt von unseren Truppen genommen worden! Wenige Minuten später läuteten die Glocken, aber es war der regelmäßige Mittwochs-Gottesdienst, der die Gläubigen rief, nun aber bei den wenigen Wissenden eine ganz besondere Andacht tveckte. Zur selben Zeit wogte, wie uns heute der Draht mittetlt, in der Reich ^Hauptstadt ein ungeheurer Freudenstrom. Wohl uns, daß es so sein kann! Die Einschränkungen in Ernährung und Bequemlichkeit haben den: Volke die Fähigkeit n icht verdorben, die großen Geschehnisse der Zeit von der Höhe aus zu sehen und aus tiefstem Herzen mitzuempfinden. Es ist die dritte europäische Hauptstadt, in die unsere deutschen Truppen siegend ihren Einzug halten! Daß deutsche Kriegsglück wird wieder jung und frisch. Da grübeln wir nicht lange und rechnen nicht unseren Gewinn mit der Lust des vom Mammon Besessenen, nein, der deutsche Raine ist wieder mit einem so besonderen Klang an unser Ohr gedrungen, daß wir emporschnellen voll Jubel und Stolz. Dann richten wir den Blick auf unsere siegreichen Eroberer *— ja, diesmal kaim dieses Wort bedenkenlos ausgesprochen werden, denn es ist in Wahrheit eine Erobernngstat, die wir feiern dürfen auch mit sittlicher Gehobenheit über ein von Schakalen geführtes Volk — wie mögen sie jetzt nach heißen Tagesmärschen freudig am Ziele verweilen, Mick und Drang zu neuen Taten im Herzen! Aber dann rechnen wir auch ein wenig, und es wird uns klar, daß das Ereignis eine Wendung in diesem großen Kriege gebracht hat. Wir finden diese ganze Skala der Empfindungen auch in dem Telegramm unseres Kaisers an feine Gemahlin. Da wird gesagt, daß wir uns „ans der Bahn zu einem vollen Siege" befinden. Und welches Erkennen könnte uns auf dieser Bahn hoffnungsvoller begleiten als dieses, daß unseren unvergleichlichen Truppen der Weg von „bewährter Führung" gewiesen wird? Es ist deutsche Strategie, die das Spiel glänzend gewann; österreichisch-ungarische und türkische Truppen haben kämpfend mitgeholfen. Die Aehnlichkeit mit dem Vordringen auf die Weichselfestungen drängt sich uns auf. Auch dort wurde der Feind strategisch „hinausmarschiert", und es war Hindenburgischer Geist, der uns so den Gegner schlagen und die Fronten verkürzen ließ, unter Schonung der eigenen Kräfte. Wo die Feinde im Verlauf des Krieges einmal Erfolge errangen, waren plumpe Gewalt und Uebermacht die Ursache — mit alleiniger Ausnahme vielleicht des französischen Widerstandes an der Marne. Aber sie dachten, daß die physischen Kräfte unseres Volkes allgemach erschöpft seien, und so gründeten sie ihre Siegesprophezeiungen auf eine Art Naturnotwendigkeit, nicht auf soldatische und geistige Ueberlegenheit. Die deutsche Kriegführung hat es der Welt jetzt ausgedeckt, daß wir noch lange nicht am Ende sind und noch, ungestört von ihren „Entlastungsoffensiven", die Hühner rupfen können, die uns so dreist ins Gehege gekommen waren. Von all den frohen Stimmungen der Gegenwart — die Ereignisse in England und Griechenland kredenzten uns jeden Tag einen Becker voll Genugtuung — hat uns doch am innigsten und freudvollsten berührt die Nachricht von der Angstatmosphäre, .die sich auf Italien gelegt hat! Dort fürchtet man, wie italienische Zeitungen schreiben, für's kommende Frühjahr eine de u t sche Offensive! Schon ruft man die Verbündeten zur Mithilfe, zur Abwehr des deutschen Einbruches auf! Das Beispiel Rumäniens ist wie ein Schreckgespenst vor den römischen Kriegsmachern anfgestanden! Wie, wenn Hin- denburg nun auch do r t die Zuchtruse schwingen würde, freilich nur als Nebenwaffe, denn nur das wohlerwogene strategische Ziel könnte ihn locken. Das Schicksal meint es aber gut und gerecht. Wie fade und verzagt klingen die rednerischen Ausführungen des italienischen Ministerpräsidenten Boselli, die wir im vorliegenden Blatte wiedergeben, wie ängstlich und nkatt klingt seine Rechtfertigung der Kriegserklärung cm das Deutsche Reich! In der ganzen Rede steckt kein Körnchen frohen Mutes; es ist eine Abfindung mit einer Kette von Enttäuschungen und einer drohenden Folge von Unheil. 'Der Weltkrieg hat uns neue Tore -ausgestoßen, und die Zentralmächte haben neuen Mit gewonnen, sich hinauszuwagen. Wer aber „in des Schiffbrnchs Knirschen" zu zagen beginnt, das sagen uns die alten und die neuen Männer in England! • a • Der österreichisch-ungarische Tage-bericht. Wien, 6. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 6. Dezember 1916. Ereignisse; ur See. In der Nacht vom 4. auf den 5. Dezember hat eines unserer Secflugzeuggestywader die militärischen Objekte von M o n f a l c o n e mit schweren Bomben erfolgreich belegt. Trotz heftigen Abwehrfeuers sind alle Seeflugzeuge unversehrt eingerückt. Flottenkommando. Abendbericht. Berlin, 6. Dez., abends. (WTB. Amtlich.) Bu k a r e st und P l o e st i sind genommen. Wien, 6. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart.- Bukarest und Ploesti sind genommen. Bukarest genommen. B e rl i n, 6. Dez. (WTB. Amtlich.) B u k a r e st ist gell o m m e n. Seine Majestät der Kaiser hat Allerhöchst aus diesem Anlaß in Preußen und Elsaß-Lothringen am 6. Dezember Salutschießen, Flaggen und Kirchengeläul an- geordnet. Der Ausbau (der Festung Bukarest erfolgte in den Jahren 1893 bis 1895 nach den Planer! des belgischen GenermlZ! Brialmont. Sie hat 18 Forts und 18 Panzerbatterien mit einem 12 Kilometer weiten Gürtel, dessen Umfang etwa 71 Kilometer beträgt. Die Forts sind mit trockenen Gräben umgeben und mit zwei 21-Zentimeter-Haubitzen, drei bis vier 15-Zentimeter-Kanonen in Panzertürmen, sowie mit 5,7 Zentimeter-Kanonen zur Bestreichung der Gräben versehen. Die Werke zeigen die Gestalt eines flachen Dreiecks. Als Artilleriematerial zeigen sie zwei 21-Zentimeter-Hau- bitzen und eine 15-Zentimeter-Kanone, zum Teil auch 5,7- Zentimeter-Schnellfeuerkanonen in versenkbaren Türmen. Für die Festung waren außerdem vorgesehen eine Adenge anderer Geschütze, die nach Bedarf aufgestellt werden körmen und die vielleicht znm Teil bei der Mobilmachung zur Bildung der schweren Artillerie des Feldheeres herangezogen worden sind. Für den'Ausbau der Festung sollen, wie von feindlicher Seite gemeldet wurde, 60000 Zivilcrrbeiter herangezogen worden sein. Wie ferner berichtet wird, beträgt die Gesamtzahl der seit Beginn des Krieges gemachten rumänischen Gefangenen rund 100 000 Mann. * Ein Telegramm des Kaiser». Berlin, 6. Dez. (WTB. Amtl.) Se. Mas. der Kaiser hat an Ihre Majestät die Kaiserin folgendes Dele- g r a m m gerichtet: An Ihre Majestät, die Kaiserin und Königin, Berlin. B u k a r c st i st genommen! Welch, herrlicher, durch Gottes Gnaden erreichter Erfolg aus per Bahn zu einem vollen Siege! IN raschen Schlägen haben unsere lurvergleichlichen Truppen Seüe an Seite mit unseren tapferen Verbündeten den Feind geschlagen? wo er sich stellte; bewährte Führung totes ihnen den Weg. Gott helfe weiter! Wilhelm. Die Wirkung der Nachricht vom Falle Bukarests in Berlin. Oeftlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. Die Donau-Armee hat westlick) der Argesul-Mündung russische Angriffe abgeschlagen und südwestlich von Bukarest die Ortschaften am rechten Flußufer gesäubert. Die siegreich vordringcnden österreichisch-ungarischen und deutschen Kräfte des Generals von Falkenhayn nähern sich der von Bukarest über Ploesti nach Cambina führenden Bahn. Oesterreichisch-ungarische Truppen haben, in nördlicher Richtung vorstoßenb, den Feind bei S i n a i a geworfen und besetzten den Ort. Die Kampfgruppe des Obersten von Szivo erreichte, die in der westlichen Walachei abgeschnittenen rumänischen Truppen vor sich her treibend, den unteren Alt. Hier kam es zu neuen Gefechten, bei denen wir 26 Offiziere, 1600 Mann, vier Geschütze und drei Maschinengewehre ernbrachten. Heeresfront des Generalobersten Erzherzog Josef. Im Bazka-Tal und nordwestlich von Soes Mezö wurden den Rumänen wichtige Stützpunkte entrissen, wobei sie 150 Mann, zwei Maschinengewehre und verschiedenes Kriegsgerät einbüßten. Nordwestlich von Sulla drückte uns ein starker russischer Angriff ans die einen Kilometer westlich angelegte zweite Linie zurück. Im Ludowa-Gebiet »nd nordwestlich des Tartaren-Passes scheiterten alle russischen Angriffe. Am 3. ds. Mts. bewarf ein k. u. k. Flugzeuggeschwader das Barackenlager Ciungi mit Bomben und erzielte, ohne selbst Schaden zu leiden, mehrere Treffer. Heeresfront des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Keine besonderen Ereignisst. Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts von Belang. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Berlin, 7. Tez. Sämtliche Blätter geben ihrer Freude über den Fall von Bukarest Ausdruck, der das glänzende Werk kröne, das unsere Truppen mit der Bezwingung der Walachei geleistet hätten. Heber die Aufnahme der Freudenbotschaft in Berlin sagt der „Lokal-Anzeiger": Ein Jubelsturm sei aus-gelöst Iporden, der an die großer: Tage des August 1914 erirmert. Sich immer wiederholende Hochs auf den Kaiser, Hindenbnrg, Lrrden- dvrst urrd Mackensen erklangen. Tie Glocken läuteten und trugen die Jubelkmcde irr die entferntesten Häuser. Tie Hciuptcr entblößten sich. Helle frische Kinderstimmen sangen „Deutschland, Deutschland über alles!" Alles sang mit. Um 10 Uhr 30 Min. nickte aus Anordnung des Generalkommandos des Gardekorps die erste Batterie des ersten Gardc-Feldartillerie-Reginrents an und löste 60 Lchjuß. Es war ein großer Skbend, an dem wieder einmal der Stolz, ein Deutscher zu sein, zu beredtem rmd sichtbaren Ausdruck kam. Dasselbe Blatt meint: Der rnilitärische Erfolg nnrd dresmül von dem politischen und moralischen auf das Glänzendste erhöht. Tie Hauptstadt des feindlichen Landes, der wichtige Mittelpunkt seines cm Ackerbau, Industrie und Bodenschätzen ergiebigsten Gebietes ifi in unsere Hand gefallen. Damit kann die völlige Niederwerfung Rumäniens als nahezu vollzogene Tatsache gelten. Rumänien ist erledigt. Ern frühes, unheimlich schnelles, wohlverdientes Schick- sal! Tie Urheber des rumänischen Zuscmrmieilbruches.sind jetzt zu Dienern der russischen und englischen Machthaber geworden.. Ohne Hauptstadt, ohne Ehre, ohne Witten, sind sie gründlich! vernichtet. * Zusammenkunft der beiden Kaiser. W i e n, 6. Dez. (WTB.) KaiserKarl empfing gestern ftüh den General.-Artillerieinspekteur, Generaloberst Erz- Leopold Salvator in Audienz, hierauf den es Generalstabs Freiherrn v. Conrad zum Bortrag. Herzog l Chef oes uv /yvtTrofvvvii v- ^ v ii mv äi Sodann fuhr der Kaiser in den Standort der ibeufj Obersten Heeresleitung, wo im Beisein des Fel-mcmschalls v. Conrad eine Besprechung mit Kaiser Wilhelm statt- fand, der auch Hindenbnrg beiwohnte. Ans der Fahrt um Großen Hauptquartier wurde Kaiser Karl in allen rten jubelnd begrübt. Nach der Rückkehr in den Standort des Armee-Oberkomm andos lvurde der- österreichische Ministerpräsident v.Körber in längerer Audienz empfangen. Berlin, 6. Dezember. (WTB. Anttlich.) Se. Mai Kaiser! und König Carl stattete gestern in Begleitung des Feldnurrschaus Enherzogs Friedrich und des Chefs des Generalstabes, frelS imrtrrrßn« Freiherr» Corrrad von Hötzendorff Sr. Mas. dem Deutschen Kaiser seinen ersten Besuch als Herrscher der verbündet-'!,. Mmmrchäe im deutschen Großen Hauptquartier ab und berw.ilte dort bis zum Abend. Ter deutsche Kaiser, begleitet von seinem Generalsrabsches, Geiieralfeldmarsck>all von Beneken- d v r f r und von Hiudenburg, enviderte diesen Besuch beim Oesterreick >ck> Ungarischen Armee-Oberkonnnando. S. Aposwl. Mai. verlieh dem deutschen Kaiser das Militäroerdienickreuz erster Ztlasse mit Kriegsdekoration, dieser seinem hohen Verbündeten das Eichenlaub zum Pour le Mörite. * Die rumänische Regierung in Jassy. B er n , 6. Dez. (WTB.) Die Pariser „Agence Fournier" verbreitet die Meldung, I as s y sei das Zentrum der rumänischen Regierungs tätig keit geworden.; Mehrere Minister und die Präsidenten des Senats und der Abgeordnetenkammer seien dort eingetroffen. Das Parlament werde demnächst in Jassy seine erste L^riegssitzung abhalten. * Der türkische Bericht. Ko u st a n t i n o pe l, 6. Dez. (WTB.) Amtlicher Heeresbericht vom 5. Dezember. An der persischen und Kaukafussront kein ivichti- jges Ereignis. Ein -englischer Doppeldecker wurde durch unser Feuer an der syrischen Küste bei Eeml-e abgeschossen. Führer und Beobachter .wurden gefangen genommen. Wir verhinderten Landungsversuche des Feindes Lei Akaba, sowie deck von ihnr nnternomnrenen Versuch, an der Küste des Golfes von! Maba die französische Fahne zu hissen, die Fahne wurde von uns erfcfutct. Unser Vormarsch in der Richtung von Pemba aus Hed- schas schreitet fort. Die Zahl der Gefangenen und die von unseren Truppen, die an der großen Schlacht am) A rgesul nördlich der Donau teil- nabrnen, gemachte Beute beläuft sich auf 60 Offiziere, 3600 Mann und drei vollkommen ausgerüstete Feldbatterien. Elf in unserem jgestrigen .Bericht gemeldete Kanonen sind in dieser Zahl nicht einbegriffen. * * Uabinettrroechft! in England. Amsterdam, 6. Dez. 5.30 Uhr nachm. (WTB.) Reuter Meldet aus London: Der König hat sich Lloyd George konrmen lassen. Am st e r d a m, 6. Dez. 5 Uhr nachm. (WTB.) Rach einer ! Reutenn eldung bestätigt eine autoritative Erklärung die Weigerung Sonar Laws, ein Kabinett zu bilden. Dies bedeutet nicht, daß Bonar Law seine Haltung geändert hat, denn er war die ganze Zeit über bereit, unter jedem Premierminister, der dem Lande genehm ist, zu dienen, aber nicht bereit, die Stellung eines Premierministers zu übernehmen. Es ist ganz leicht möglich, daß Lloyd George, wenn er sich einer entsprechenden Unterstützung durch das Unterhaus nicht versichern kann, sich zu einer ähnlichen Haltung wie Bonar Law gezwungen sehen wird. Müglicher- weise wird also Asguith eingeladen werden, wieder an die Spitze des Kabinetts zu treten. Amsterdam 6. D^. (WTB. Nichtamtl.) Wie aus London gemeldet wird, hat dort am 2. Dezember eine Versammlung in der City von Loirdon einen Beschluß angenommen, daß die Admiralität sofort Maßregeln ergreifen müsse, .um.der Bedrohung des britischen Ueberseehandels durch U-Boote , und Minen entgegenzutretcn, daß ferner die britischen Handelsschiffe^ wirksam gegen seeräuberischc Angriffe bewaffnet und eine Effektiv-Blockade hergestellt werden müsse. Lord Beresford führte imter scharfen Angriffen auf die Negierung auS: Gegemvärtig verlieren wir wöchentlich an 70 000 Tonnen Schiffsraum, und deshalb steigen die Preise der Lebensmittel. Die Regierung kommt immer zu spät. Seit dem Beginn des Krieges seien 14 7 0 Schiffe versenkt worden und seit dem 3. November 159 (mit Worten: einh-undertundneunundfünfzig). Reicht das nicht aus, um von der Regierung eine Erllärung zu verlangen, wie man in eine solche Lage gekommen sei, obgleich man die See beherrsche? Die Bedrohung durch die U-Boote sei schlimm und kömte noch schlimmer werden. Das hauptsächliche Ziel der britischen Operationen sei Zeebrügge. Ätan sollte tausend Flugzeuge dorthin dirigieren. Irgend etwas sei in Dover nicht in Ordnung. Ernsthafte Dinge würden dort enthüllt, die er nicht Nennen dürfe. Mer die, die orienttert wären, hätten der Admiralität geschrieben und eine Untersuchung verlangt. — Gib so n .Bowl cs sagte, die Verluste der englischen Handelsmarine bedeuteten, daß die englische Seeherrschaft bedroht sei. England könnte ebenso von Deutschland blockiert werden, wie Deutschland von England. Die Lage sei sehr ernst. Bowles schloß: Wir haben euren Lebensnrcktelkonttollcur eingesetzt, aber der wirkliche Lebens in ittelkontrvllenr ist jetzt das deutsche U-Boot. * Fleischlose Tage in London. London, 6. Dezember. (WTB.) Die Handelskammer erlich erne Verordnung, die die Mahlzeiten in dar Hotels, Restcui- rants und Pensionen regelt. Darnach darf kern Abendessen aus nrehr als drei Gängen bestehen und keine andere Mahlzeit aus mehr als zwei Gängen. Käse, Vorspeise, Nachtisch und Suppe werden w als halber Gang berechnet, sofern sie nicht konservierten oder wischen^ Fisch, Fleisch, Geflügel oder Wild enthalten. Es ist boabsrchttgl, rn kurzem weitere Verordnungen zu erlassen, durch die allgemeine fleisch Lose Tage angwttmet werden. das auch jetzt noch besonders nötig ist, zu dreschen und ab- zuliefern. Der Verbrauch von Kartoffeln. Berlin, 6. Dez. (WTB. Amtlich.) Die Bekanntmachung über Kartoffeln vom 1. Dezember 1916 sieht in ß 1 vor, daß der Kommunalverband für Schwerarbeiter neben der allgemeinen Kopfmenge von einem Pfund Kartoffeln für die Zeit bis 31. Dezember Zulagemengen von einem Pfund beziehungsweise l 1 / 4 Pfund anfordern kann. Diese Bestimmung wurde teils falsch äufgefaßt; sie gibt lediglich einen Verteilungsmaßstab für die Zuweisung der Gesamtmenge von Kartoffeln an die Kommunalverbände. Bei der Verschiedenheit der örtlichen Verhältnisse muß die Bestimmung, wie die verfügbare Zulagemenge auf die einzelnen Gruppen der zu Versorgenden zu verteilen ist, dem pflichtgemäßen Ermessen der Kommunalverbände überlassen werden. 9 Berlin, 6. Dez. (WTB. Amtlich.) Der Kaiser hat als preußische Auszeichnung das Verdien st kreuz für K r i e g s h i l f e gestiftet, das aus einem achtspitzigen Kreuz aus Kriegsmetau besteht und an Männer und Frauen verliehen werden soll, die sich im vaterländischen Hilfsdienst besonders auszeichnen. Der Seekrieg. Zum U-Bootangrifs im Funchal. Bern, 6. Dez. (WTB. Nichtamtl.) Zu dem U - Boot- An g r i f s in F n n ch a l schreibt „Te m p s": In gewisser Hinsicht begrünt damit für die U-Boot-Schiff- Wrt eure neue Aera, t>cnn zum ersten ?Nale haben Tauchboote cme regelrechte Operation gegen eine Küste unternommen. Wenn brshsr alle Untern-ehnrungen nur alsj Zwischenfälle angesehen Weeden könnten, so müsse man heute mit Artillerieangriffen von Tauch- kwoten rechnen mrd liegen maßregeln treffen. Der Vorstoß gegen Frmchal beweise, daß die neuesten deutscher U-Boote viel Geschütze führen, als die älteren. Tie Tauchboote ffrckhnrcn rmrnier mehr den Charakter von Kreuzern an, da sie rmmer häufiger ihre ^Geschütze verwenden, die ursprünglich aus 11-Bvoten nur ausnahmsweise gebraucht wurden. Ans dem Aeiche. Die Preise für Hafer und Futtcrgerste. ? e * r * * n ' ^ (WTB.) Das Kriegsernährungsamt tzlbt bekannt: Für Hafer u n d F u t t e r g e r st e wird zurzeit 280 Mk., für Qnalitätsgerste von der Reichsgerften- gesellschast 340 Mk. für die Tonne im Höchstfälle bezahlt In den Satz von 280 Mk. für die Tonne ist neben dem endgültig festzusetzenden Preise ein Zuschlag für die Frühliese- rung (Frnhdruschprämie) enthalten. Der endgültige Vrei* ist nunmehr festgesetzt. Er beträgt bei Fütterger'stc 250 Mk. für die Tonne. Für Öualitätsgerste zahlt die Reichs- a«*ftensesellschaft jetzt 320 Mk. für die Tonne. Für Hafer bl«Lt der Frühlieferungspreis von 280 Mk. noch bis zum 81. Januar 1917 einschließlich bestehen. Da für Brotgetreide die derzeitige Frühdr uschprämie von 10 Mk. für die Tonne nach der geltenden Bundesratsverordnung noch bis 15. Derber 1916 bezahlt wird, liegt es im Interesse der Landwirte, rn den nächsten 10 Tagen inö glichst viel Brotgetreide, Hessischer Landtag. Erste Kammer der Stände. Tarmstadt, den 6. De-ember 1916. Am Regierungstische: Staatsmimster Dr. v. Ewald, Fi- nanzmrnister Dr. Becker, Minister des Innern v. Hombergk und eine Anzahl Räte. Erster Präsident FürstSolms-Hohensolms-Lich eröffnet die Sitzung um IOV 2 Uhr mit geschäftlichem Mitteilungen, nachdem Staatsminister Dr. v. Ewald die Regierungskommissare Ministerialrat H e l w i g , Oberjustizrat Schwarz und Oberregierungsrat Wagner dem Hause vorgestellt hat. Ter Präsideitt teilt mit, daß Fürst Solms-Braunfels mit Vollendung seines 25. Lebensjahres seinen Eintritt in die Erste Kammer angemeldet hat. Weiter ist Graf Eb«hard zU Erback>-Erbach für den verstorbenen Grasen Erbach-Erbach eingetreten und an Stelle des Fürsten zu Stollberg- Roßla hat der jetzige Vertreter, Fürst Christof Martin, den Grafen Kuno zu Stollberg-Roßla mit der Vertretung beauftragt. Ter Präsident gedenkt daraus des jungen Fürsten zu Stollberg-Roßla, der aus dem Schlachtfeld den Heldentod erlitt, uird widmet dem verstorbenen Finanzminister Tr. Ernst Braun einen warmherzigen Nachrstf. Das Haus ehrt das Andenken der Verewigten durch Erheben von den Sitzen imd tritt daraus in die Tagesordnung ein. Zunächst erfolgt Beratung und Abstimmung über den Entwurf eines Gesetzes, bett. tue Berufungen und Wählen zum 37. Landtag. Nachdem Staatsminister Tr. v. Ewald die Vorlage kurz begründet, wird sie vom Hause ohne Debatte angenommen. Ohne Debatte wird Wetter angenommen die Regierungsvorlage, betr. die Gewährung oon Bezügen an Beamte und ständig verwendete Bedienstete, die während des Krieges ihrer aktiven Dienstpflicht genügen, die Vorlagen, betr. die Nachweisungen über die Staatseinnahmen und -ausgaben im Rechnungsjahr 1911 und im Etatsjahr 1912, die Vorlage über die summarische Uebersicht der Einnahmen rrnd Ausgaben der Grvßh. Lanüeskcedilkasse für 1912, der Gese^entwurf über die Belastung von Grundstücken mit erwerblichen und veräußerlichen A b b a u r e ch t e n wird vom Staats mini st er kurz begründet und vom Ausschußberichterstatter, Geh. Rat. Prof. Dr. Leist befürwortet; er wird darauf ohne Debatte angenommen, desgleichen die Vorlage über die Neuordnung der Banver- waltung, für die Ministerialabteilung fi'rr Bauwesen, ferner die Vorlagen, betr. die Beteiligung des hessischen Staates an der Kär- tofselversorgmrg, G. m. b. H., mit dein Sitze im Bezirk des Königl. Amtsgerichts Berliir-Mitte, betr. die Verwalttingsübersickst der Großh. Staatsschuldenverwaltung im Rechnungsjahr 1912 und betr. den Verkauf eines Grundstücks des Großh. Landes ei gentums an den Gutsbesitzer E. Sekretan in Hohenau. Dem Aittrag des Abg. Reh, betr. Enteignung und Einziehung des Kiipserdaches auf der russischen Kapelle, dem die Zweite Kammer zugestimmt hat, nicht zuzustinrmen, sondern ihn abzulehnen, da die Gründe der Regierung gegen den Antrag überzeugend seien. Das Haus beschließt demgemäß. Anglmommcn werden die Anträge Dr. Schmitt, v. Brentano und Gen., betr. die Reichsanleihe Calmon-Wünzer, betr^ die Ergänzung der Verordnung vom 6. August 1914 über die Geschäftsaufsicht zur Abwendung des Konkursverfahrens und verschiedener Einzelvor- stellungen. Der Vorstellung der Gerichtsvollzieher, betr. Sicherung ihres Diensteinkommens, hatte in der Zweiten Kammer zu einem Beschluß geführt, nach welchem eine Mehrauftverrdung von 85 000 Mark erforderlich werden würde. Da die Regierung erklärt hat, daß sie »oährend des Krieges bis jetzt bereits 33 000 Mark an Beihilfe beroilligt hat, glaubt der Ausschuß dem Antrag der Zweiten Kammer nicht beitreten, vielmehr die Regierung ersuchen zu sollen, die Beihilfen weiterhin mir so weit zu gewähren, daß diese die Höchstgehalte der Akttiariatsgehilfen erreichen, bezw. nicht überstoigeir. Staatsminister Dr. v. Ewald begrirndet den Standpunkt der Regierung, und nach, kurzer Begründung des Ausschußcmtrags durch Geh. Rat Dr. Strecker stimmt die Kammer diefem zu Den Aussckwßanttägen entsprechend erledigt werden der dringliche Antrag Hauck auf Mänderung der Verordnung über die einmaligen widerruftichen Zuwetidungen für die Hinterbliebenen von Kriegstcilnehrnern und den Antrag Henrich, betr. die Versorgung der Hinterbliel>enen von Kriegsteilnehmern. Zu den Anträgen der Abgg. Köhler und Dr. Osann und Reh und Gen., betr. Notstandskredite für zurückkehrende Kriegsteilnehmer, bemerkt Gewerberat Fal ck: Die Wiederaufrichtung der geroerblichen Betriebe sei ebenso wichttg, wie die möglicÄte Erhaltung ü>er selbständigen Eristenzen. Gerade nach dem Kriege werde ein leistungsfähiges, selbständiges Handwerk sehr von Nöten sem. Das weitere Durchhalten der Betriebe, besonders der jetzt durch die Frauen weiter geführten, sei schon deshalb dringend geboten, um den im Felde steheilden Männern die schweren Sorgen um ihre mühsan: errungene Existenz zu nehmen. Minister des Innern p. Hombergk bemerkt, daß von der Regreruiig auf die Erhaltung des gewerblichen Mittelstandes der größte Wert gelegt werde, nws ja auch der Zweck dieser Anträge sei. Tie Regierung tverde den Wüuschen des Vorredners weitgehendst . entgegenkommen. Tie Kammer tritt daraus einstimmig den diesbezüglichen Beschlüssen der Zwecken Kammer bei. Ohne Debatte werden dann erledigt der Antrag Henrich und Genossen über die Schaffmrg von Heimstätten für Kriegsteilnehmer: der Antrag von Brentmw, Tr. Schnntt u. Gen ' betr Einkommen der Kriegswckwen, und die Vorstellungen des Ver- baiides hessischer staatlicher Unterbeamten, bett. Teuerungszulagen wahrend des K'rieges bezw. Kriegsbttbilfe in Verbindung mit dem diesbezüglichen Antrag Henrich. Zum Antrag Calman, betr. Volksernährung wen- bet ftck Fürst Isen bürg-Wächtersbach gegen die allzugroße Rucknchtna/hme am un,ere Valutaverhältnisse. Tie Zenttalein- kaiffsgenossenschaft habe sich allzusehr von der Rücksicht lecken! lassen, unsere Valuta nicht zu verschleckftern. Sie hätte in erstckr Linie für die bestnröglichste Versorgung unseres Volkes mck Lebens- Mitteln bedacht sein sollen. Minister des Innern v. Hombergk gibt eine kurze Erwiderung uird nimmt die Einkaufs zentrale gegew den Angriff des Vottedners in Schutz: sie habe durchaus ihre! Schuldigkeit getmi. Ter Antrag loird darnach dem Beschluß der Zweileu Klammer eutspreck-end für erledigt erklärt, da der Fettverbrauch jetzt durch Einführung der Fettkarten geregelt ist. Tie folgenden Anträge der Abgg. Wiegand, Korell-JngelheiiN Adelung, Calman, Henrich und die Vorstellung des Kriegsaus- sckwsses für Konsumenteninteressen in Mainz werden nach den Beschlüssen der Zweiten Kammer erledigt. Zu rem dringlichen Annag der Abgg. Lang mrd Kredel, beir. vre .Hegezeit des Wckdes und die Anordnung von Volizeirreib- jagden aui Sckioarznnld im hinteren Odenwald, bemerkt Minister v. Hombergk, die Regierung iverde die vom Uusschußreferenten Prinzen Leopold v. Isenburg gegebenen Anregungen bezüglich der Aenderung der Hegezeiten für das ^nächste Jahr berücksichtigeii. Weibliches Hock>wckd dürfe in der Setzzeck überhaupt nicht abgeschossen werden, außer in Notfällen. Tie DÜaßnahnien der Regierung hätten einen vollen Erfolg gebracht, wie auch Abg. Lang jetzt zugegeben habe. Im Odenwald sei wegen des Schadens der Wildschneinc ein Wachdienst eingerichtet worden Und es sollen auch Treibjagden veranstaltet werden, sobald die Schneedecke es zu läßt. Ter folgende Ausschußanttag wird daraus angenommen:^ 1. Großh. Regierung zu ersuchen, für die Kuiegsdauer die Hegezeit a) für Rehböcke am 31. März und b) für Haseii und Fasanen am 30. September enden M lassen. 2. Großh.. Regierung zu ersuchen, nur so weck es örtliche Verhältnisse bedingen, die Schonzeit für weibliches Reh- und Damwild auszuheben. _ 3. Großh. Regierung zu ersuchen, darauf hirrzuwirken, daß geeignete Maßnahmen, wie solche im Ausschußbericht dargelegt find, das Scküoarzwildwild möglichst ausgerottet werde. Zu dein Antrag Ulrich-^Eißnert, betr. die Einschränkung der Arbeitszeit in den SchuhsabrrkÄr, erklärt sich Minister v. Hom- bc r gk mck dein Anrrag durchaus einverstanden, zumal die Arbeits- einschränkung infolge einer Bundesratsverordnung erfolqt sei, ähnlich Wie in der Textilindustrie. Tie Erwerbslosigkeit sei in Hessen nicht sehr fühlbar geworden; erhebliche Aufwendungen würden deshalb nicht erforderlich sein und nach Durchführung des Zivildiensd- gesetzes ganz in Wegfall kommen. —> Das Haus tritt daraus dem Antrag bei. Tie übrigen aus der Tagesordnung stehendest 8 Punkte, Bor- stelluugen einzeürer Bittsteller, werden nach den Beschlüssen der Zweiten Kammer erledigt. Nach einer längeren Pause kommt dann die zurückgestellte Re- gierimgsvorlage, betr. die Befreiung gemeinnütziger, aus die (Sr- rickstung von Wohnungen für Minderbemiltelw gerichteten Unternehmungen von Stempel und Gerichtsgebühren mix Beratung. Ter Ausschuß hat inehrere Arttkel des Gesetzentwurfes eine veränderte Fassung gegeben, über die Oberbürgermeister Dr. Göttelmann näheren Bericht erstattet. — Tie Kammer stimmt den veränderten! Arttkeln zu. Zum Schluß kommt noch eine neueingebrachtr Regierungsvorlage über die Abänderung des Gesetzes bett. die Einrichttmg untt Befugnisse der Oberrechnungskammer zur Beratung. Das iGesetz bestimmt, daß Art. 4 Abs. 1 des Gesetzes auf bcu Präsidenten der Abrechnungsöammcr keine Anwendung finden soll. In der Begründung wird ausgeführt, daß sich infolge des Krieges die Zahl der Revisionsbeamten der Oberreckmungskaminer voriibmgel)end von 60 aus 22 veräiidert habe. Dadurch seien auch die Arbeiten des Kollegiums der O.-K. nicht rrnwesentlich zurückgegangen, so daß die Möglichkeit besteht, die jetzt erledigte Stelle des Präl identen vorerst durch den Präsidenten des BeNraltungsgerrcktsHofes mck versehen zu lassen, der sich auch in danlensrverter Weise zur Uckber« nähme der Geschäfte für die Kriegsdauer bereit erklärt hat. Der Durchführung dieser Vereinfachung steht aber die oben erwähme Bestimmung entgegm, weshalb deren Abänderung in dem neuen Gesetz vorgeschlagen wird. Das Gesetz soll init der Verkündigung im Regierungsblatt in Kraft tteten. Nachdem Geh. Kommerzienrat Tr. Strecker dem aus Annahme des Gesetzes lafttendeir Ausschußbeschluß näher begründet hat, ivird das Gesetz einstämmig gerrehmägt. Die Tagesordnung ist damit erledigt und der Präsrdeitt vertagt das Hans ans unbesttmmte Zeck. Aus Stadt und Land. Gießen, 7. Dezember 1916. KriegS-Weihnachtsbäume. Ter Kriegswittsckiaftliche Ausschuß beim Rhein-Mainrschen Verband für Volksbildung sendet uns die folgende beherzigenswerte Mahnung: Bei der herrschenden Knappheit an Fett, Seife und Achtern ist in diesem Jahre eine freiwillige ErnschÄnEmrg im Gebrauch von Weihnachtskerzen dringend ^geboten. Irr vielen Dörfern und kleinen Landstädten dos Reiches, tvelche nicht über Gas oder elekttisches Licht verfügen, sind die Bewohner gezwungen, aus Mängel an Beleuchtungsmitteln sich mck Eintritt der Tunkelbeck zu Bett zu begeben. Biele Handwerker, Gewerbetteibende uno Landleute müssen aus diesem Grunde notweordige Arbeiten zurückstelleir oder vernachlässigen. Diese Kreise, ebenso aber auch alle wirklich gebildeten Teile der Bevölkerung, welche die wahre Lage des Vaterlandes begriffen haben, würden es nicht verstehen können, wenn in diesem Jahre die gleiche Verschwendung und derselbe Luxus mit Weih- nachtskerzen getrieben würde, wie das in Friedenszeiten üblich und sicher auch bevechttgt ist. Am schönsten wäre es. wenn jedem Weih- nachtsbaum nur eine einzige Kerze aufgesteckt würde. Die Bedeutung und die Feievlichkeck des Vorganges würde dadurch in keiner Werse beeintüächttgt. Im Gogenteil, sie kairn bei den besseren Teilen des Volkes dadurch nur vettieft und verinnerlicht werden Denjenigen Volkstecken, aus welche diese Beschränkung eine der- arttge Wirkung nicht ausznüben vermag, wckd dadurch wenigstens der Ernst der Zeit in heilsame Erinnenmg gebracht. Den Kindern aber, für die ja die Weähnachtsbäumc hauptsächlich bestimmt sind, wird es eine wertvolle Erinnevung für ihr ganzes Leben bleiben, daß un Kriegsjähre 1916 itur eine einzige Kerze an ihrem Baum brennen durfte. * ~ . 1 u.; c vciiöiiuina^uaiien. 'Jcaajrrafli wird bekannt gegeben, daß der Großherzoq zum 85. Noveml l. Is. auch dem Oberamtsrichter Friedrich hieran in Fürth d Charakter als .Geheimer Justizrät" verliehen hat. — Das Ehre zeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde vc Groß Herzog verliehen an Anton Kreuder und Juli D 0 n - E i s f, beide von Grünberg. ** Flaggen heraus! Kein Haus darf unbeflag bleiben. Heut wehen die Fahnen in Deutschland, Oesterreü Ungarn, Bulgarien und in der Türkei. Gießen soll nicht z rückbleiben, wo es gilt, einen Sieg über rumänische Verr ter zu feiern. Die Hmiptstadt Bukarest ist in unserer Hai und damit ist, wie das Kaisertelegramm sagt: durch Gott Gnade em herrlicher Erfolg aus der Bahn zu einem vo len Siege erreicht. Flaggen heraus. ** Konzertverein. Morgen, am Freitag aber findet in der Stadtkirche das einzige in diesem Winter vo Chorkonzert statt. Es steht im Zeichnen Bach'sck. Mupk, Bach'scher Kantaten. Welch köstliches Erbe d deutsche Voll an diesen Kantaten besitzt, wie es eingedenk d Richard Wagner'schen Mahnung: „Ehrt Eure deutschen Meister ,olch em Vermächtnis zu hegen und zu pflegen die heilige Psli, hat, wrrd dem Hörer erneut znm Benmßtsein kommen. Tie d r Kantaten, die den Abend sülleii, stellen nur einen geringen Brrn teil dar imd lassen üns die überivälttgende Größe des Ganz 'n«e)°erden. 9M der Auswahl hat Professor Trautnrau me Absichlt gelecket, das Programm in Einklang mit der Sttmmu' ui dieser bitterernsten Zeck und zugleich, mit weihnochtli.cher Zupe sichi imd Hoffnung zu bringen. Zn diesem Sinne soll die Ai suhrung nicht bloß eine künsckerische Veranstaltung bedeuteri. svnde ern Manna für unsere seelische Notdurft. Tie Bach'scheu Kttntat beeten ni ihren Chorsätzen, Chorälen. ?lrien und Rezitativen rei. munkalnche Mwechselung. Ter Meister läßt in ihnen seine u er,ch.opslche Erfindungsgabe Watten mrd die Gebundenst d Wottes m musikalischer Verklärung erstrchlen. Wie er nach Meiß Dürers Art derr heckigeii Text dom Orchester liebevoll m wmfett läßt, irne sem gläubiges Gemüt zärttich bei dem verwei was ihn rm tießken Innern belvegt, und,oie er fitf, mit der E wcckt uch ReÄrchk musikalischer Sprache gegeii die Widersack wehrt, das ist Back.is lernzige, nre wieder erreichte Kunst D^ ^klärt auch die Tatsche, daß wck unseren Bach, je mehr wir n zettlich von chm entfernw, länger, je mchr entdecke und lieb lernen. 6Dte fritoer werden vfofxuDtifl fein tifcerbie Frtjiche dieser ehr- wurmigen ' äustk die in vielen Begebungen an die glLnzendften SckvVMngnl moderner fügender Geister erinnert. Die Besetzung der drei Mutaten erfordert euren starken Chor. Orchester und Solo- ü U ? V !u* - auf kollegialen Zusammenwirkens beider Vereine dco Äradenr lUicn Gesangvereins imb des Kirchen- er Cüvr in fast derselben stxrttlichen Anzahl, wie in ,rn Wirksamkeit treten. Das Orchester stellt die chv r s kann der Fried enszttten i Kapelle des hiesigen Ersatz-Bataillons, die sich, wie die Vor- probe zeigte, der Vorbereitung mit großer Hingabe unterzogen hat. Solisten, lugen umfangreiche und schwierige, ans alle Fälle dan.l'are Aufgaben ob. Es srnd dafür gewonnen worden Frl. Walther aus Darmstadt (Sopran) und Frl. Adele Berlin (Alt), beides jugendliche, aus guter Schutz hervorgegangene, stunmbegabte Konzertsängerinnen, die sich m ähnlichen Ausgaben, bereits bewährt l)aben. Der Tenorist r vV" ^ u g e ist von früheren Aufführungen her vorteilhaft bekannt. ^oerne Künstlerschaft mrd der echte Tenorklang ' fernes Organs liest ihn für die anspruchsvolle Partie besonders geeignet erscheinen Uebrigens wurde ihm vor einigen Wochen die nur wenigen Künstlern vergönnte Auszeichnung einer BerufiMg für ern Leipziger Geivandhaus-Konzert zuteil. Herr Ernst Everts ans Köln, der die ebenfalls bedeutende Baßpartie auszuführen! 3Ktt, tft den Gießenern auch kein Unbekannter mehr: er hat hier b^eits gesungQi — lmurn mich nicht im Konzertverein — und sich bei dieser Gelegenheit als ein ausgezeichneter Vertreter seines Faches erwiesen. Tie Leittmg des Gaiizen liegt buchstäblich in Pvosestor autmanns Händen, denn er führt gleichzeitig die Cembalo-Partie aus dem 'Flügel aus. ** Schlüsselwaren Verteilung. Wir verweisen auf die heutige Bekanntmachung des Oberbürgermeisters über die Verteilung von Schllüsselwaren und empfehlen genauestes Studium der Bestimmungen, da es sich um Einführung einer Einrichtung handelt, die seither in Gießen noch nicht bekannt war. Die Beftellisten liegen vom 7. bis 12. Dezember 1916 in den Geschäften znm Eintrag offen. Gleichzeitig sind die drei Marken für Schlüsselwaren, die die Nr. 2 tragen, abzugeben. Zum Ausweis erhält man eine BesckMnigung, die die Zahl der abgelieferten Marten und die Nunrmer des Eintrages in die Kundenlisten anzn- geben hat. Die gesammelten Marken sind von den Geschäftsleuten dem Lebensmittelamt als Grundlage für die Zuteilung der Schlüsselwaren an die Geschäfte einzureichen. Nach beendigter Zuteilung wird der Zeitpunkt des Beginns der Ausgabe der Waren besonders bekannt gemacht. Jeder Andrangift zwecklos, da nur so viel Marken zur Austeilung gelangen, als tatsächlich Waren vorhanden sind. Jeder ist daher sick)er, die ihm z-ustehende Menge zu erhalten. Die Geschäftsleute werden besonders darauf hingewiesen, daß die strengste Beachtung der Vorschriften geboten ist, da sie andernfalls wegen Unzuverlässigkeit bei künftigen Verteilungen ausgeschlossen werden. Wie wir hören, wurde es erforderlich, die Marke Nr. 1 für ungültig zu erklären, da eine Reihe von Geschäftsleuten entgegen den bekanntgegebenen Bestimmungen bereits p r i v a t e'L i st e n attsgestellt und die Marken zum Teil in Empfang genommen haben. Um zu vermeiden, daß durch diese unbefugten Maßnahmen eine Störung der Verteilung hervorgerufcn wird, wurde die Marke Nr. 2 in Geltung gesetzt. ** Hausschlachtungen. Durch eine Bekannt- anachung Großh. Kreisamts Gießen war vor etwa 4 Wochen rnitgetettt worden, daß bei Hausschla.chtu.ngen die im 'Felde stehenden Familienmitglieder bei Be- 'rechnnng der Zahl der HcnLshaltungsangehörigen bis auf weiteres berücksichtigt werden könnten. Inzwischen hat aber, soviel wir hören, Großh. Ministerium des Innern entschieden, daß dies nicht zulässig ist. Künftig dürfen daher bei Hausschlachtnilgen nur diejenigen Personen berücksichtigt werden, die auf der Brotmarkenausweiskarte eingetragen sind. Es empftehlt sich daher, bei Anträgen auf Hnusschlach- 'turvgen die Brotauswerskarten vorzulegen. ** Beurlaubungen. Wie wir hören, ist es bei Urlaubsgesuchen künftig erforderlich, daß angegeben wird, wie lange der Betreffende bereits eingezogeu ist, wie lange er im Felde steht, wann und wie lange er zuletzt beurlaubt war. W empfiehlt sich, diese Angaben möglichst genau in jedem Gesuch zu machen, um Rückfragen und dadurch entstehende Verzögerungen zu vermeiden. ** Stromversorgung in Hessen. Die „Franks. Ztg." schreibt: Auf derGeneralversammlung derVereini- gung der Elektrizitätswerke gab Direktor Dr. Klein-Offenbach a. M. auch einen Ueberblick über den gegenwärtigen Stand der gesamten Stromversorgung des Großherzogtums Hessen und über die wesentlichsten Gesichtspunkte für einen künftigen Z u s a m m e n s ch l u ß der dortigen Stromlieftrungen. Er kam zu nachstehendem Ergebnis: Die sechs größten vorhandenen hessischen Werke in Gießen, Wölfersheim, Mainz, Worms, Darmstadt und O f fe n b ach reichen nicht nur zur Stromversorgung der drei Provinzen des Großherzogtums aus, sondern sind bei geeignetem die engeren Ettenzen rsammenschlnß noch in der Lage, über £ Landes hinaus Strom abzugeben. Es besteht bereits ein Stromaustauschvertrag zwischen dem Darmstädter Werk und der Oberrheinischen Eisenbahn-Aktiengesellschaft Mannheim, und es schnoben zurzeit Verhandlungen zwischen der Stadt Offenbach und den im Bau befindlichen preußischen Mainwasserkräften, um auch mit diesen einen derartigen Stromaustauschvcrtrag abzuschließen. Die Mainwasserkraftwerke sollen außerdem mit den staatlichen Stromerzengnngswerken der Edertal- sj, er re verbunden werden, so dag der preußische Staat hier ern zusammenhängendes Stromversorgungsgebiet von Bremen bis hinunter znm Main schaffen wird. Die Oberrheinische Eisenbahn-Miengesellschaft ist ihrerseits wieder mit den großen Pfalzwerken verbunden, sowie mit den Leitungsnetzen des Elektrizitätswerkes Rheinhessen Aktiengesellschaft. Es wird ferner ein Zusammenschluß stattfinden zwischen der Oberrheinischen Gesellschaft in Mannheim und dem Badischen Mnrgkraftwerk, so daß auch hier weitgeherrde Strvm- austcruschnrvglichkeiten aus den bundesstaatlichen Landesgrenzen hinaus geschaffen werden. **WarmeKleidungfürEisenbahnf ährten! Bei der jetzt eingetretenen Kälte macht die Eisenbahnverwalttmg iwch- mals die Ressenden daraus aufmerksam, daß es nicht immer inöglich ist, die Bahnabteile ansrttcheud zu erwärmen. Durch Abgabe vieler Lokomotiven und durch Einstellung zahlreicher Heizkesselwagen in die Lazarett- und Berwundetenzüge ist die Eisenbahnverwaltung nicht immer in der Lage, eine stets ausreichende Erwärmung, besonders in langen Zügen und bei strengerem Frost, zu gewährleisten. Die StaatseisenbahnveNvaltung rich.tet deshalb erneut an das reisende Publikum die Bitte, sich bei Eisenbahnfahrten mit warmer Schutzkleidung &u versehen. ** Die Zusätze v o u Butter, Eier und Brot, die «ms Grund ärztlicher Zeugnisse an Kranke gewährt wurden, kommen mit dem 9. Dez. die Zusätze von Milch, mit dem 15. Dez. an .Wogsall. Näheres siehe Bekannt nurchung. ** Den Verkehr mit Magermilch regelt eilte Bekanntmachung int Anzeigenteile unseres heutigen Blattes, auf deren Wichtigkeit wir auch an dieser Stelle Hinweisen. ** Fahrplanänderung. Vom 11. Dezember treten eine > Reihe Fahrplan änderungeu iit Kraft die int Anzeigenteile bekanntgegeben sind. ** Hessrsche O stpreutzenhilfe. Der Oberbürgermeister richtet in einem Aufruf im Anzeigenteile unseres heutigen Blattes eine dringende Bitte der Dankespflicht gegenüber der ostpreußischen Bevölkerung, die mich für uns gelitten, eingedenk zu sein. In der Zeit vom 9. bis 17. Dezember werden Sammel- listen in den Häusern lierumgettagen werden. Außerdem wird Sonntag, den 10. Dezember, vormittags von liy 2 bis 12Vs Uhr. auf der Süd-Anlage ein Promcnadenkonzcrt mit Büchsensammlung stattfinoen. ** Düngemittel. Diejenigen Garten» nnd Grundstücksbesitzer, welche Düttqemittel beziehen wollen, haben ihren Bedarf Donnerstng, den 7. Dezember 1916 auf dem Lebensmittelamt, Zimmer 4, anzugeben. Näheres ist daselbst zu erfahren. Landkreis Gießen. "Großen-Buse ck, 7. Tez. Dr. Adler, prakt Arzt Kriegsgefangenen-Lazarett in Gießen, wurde mit dem Militär-Sanitätskreuz ausgezeichnet. ** Grüningen, 7. Dez. Die Hessische Tapferkeitsmedaille wurde am 25. Nov. dem Kanonier Jakob Fay, der seit März ds. Js. im Felde steht, verliehett. U Grnningen, 7. Dez. Gefreiter Wilhelm Becker bei einem Infanterie - Regiment erhielt das Eiserne Kreuz. Sein Bruder Heinrich Becker befindet sich in rtlssischer Gefangenschaft. r. Lang-Göns, 7. Dez. Gefreiter Karl B i n k beim Ins.- Rgt. 176 erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille. — Gestern abend fand eine Versammlung des hiesigen O b st b a u - V e r e i n s in dem hiesigen Rathaussaale statt, wozu auch Nichtmitglieder eingeladen waren Lehrer Hoffmann dahier sprach vor der zahlreich besiichten Versammlung über ben Obstbau. g& La iit er. 6. Dez. Gefreiter Wilh. S p r a n k e l im Ins.- Rgt. 221 wurde zum Unteroffizier befördert. g*. Qumba, 6. Tez.^ Der Gefreite August Henkel, in eiitem Infanterie-Regiment im Osten, wurde mit dem Eisernen Kretiz 2. Klasse atlsgezeichnet- ^ -w- Münster, 7. Tez. Dem Munitionsfahrer Karl Fach, Sohn des Heinrich Fach II. von hier, wurde für tapferes Verhalten das Eisertie Kreriz verliehen; außerdem wurde er zuiii Gefreiten befördert. — Tie hiesige V o l k s z ä h l n ii g ergab 116 männliche und 168 tveibliche Personen. 90 Mann find bis jetzt zum Militär eingezogeit; davoii haben bereits 12 ben Heldentod erlitten. i>2. Ober-Hörgern, 6. Dez. Der Unterosfizier Wilhelm Math ans bei einem Jnfanterie-Reginteiit im Westen, erhielt das Eiserlte Kreuz, nachdem er vorher schon die Hessische Tapferkeitsdenkmünze bekam ga. Queckborn , 6. Tez. Unteroffizier Ra hii wilrde für erfolgreiche Ausführung eines Patrotiilleiirittes an der Somme mit dem Eisernen Kretiz 2. Klasse atlsgezeichttet. ** S a a s e n . 6. Dez. Dem Musketier Heinrich D i r l a m voin Jnf.-Regt. Nr. 168, 3. Komp., welcher sich zttrzeit im Res.- Lazarett II, Siechenaiistalt in Gießen, befindet, wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Kreis Büdingen. # Büdingen, 6. Dez. T ie Hessische Tapserkeitsntedaitle erhielt der Unteroffizier Wilhelm Dietrich, dasselbe Ehren- Zeichen der Kaiwiiier Schön, das Eiserne Kretiz der Vizeseldtvebel Rull m a n lt. Glauberg, 6. Dez. Das Eisertte Kreuz erhielt der Gefreite Friedrich N a u m n n ii. ba G ein-Nid da, 6. Dez. Der 16jährige Wut. Schtvnit Nils Geiß-Nidda hat für sein ututigeS Verhalten bei Gefauqen- nahme zweier vott einem 2lrbeitskotitmc>ndo entwichener Franzosen vom Stellvertretenden Getteralkommanpo des 18. Armeekorps eine Ehrenurkmide erhalten. ^Ortenderg, 5. Dez. Fu einer erhebenden Trauerkundge- buiig, die in geradezu überwältigender Weisse die Dankbarkeit der Heimat an die gefallenen Helden zum Ausdruck braästc, gestaltete sich die gestrige Beerdigung des seiner schweren Verwunchmq im Festnngslazarett zu Posen ertecren'en Psarrassistenten und Leutnants d. R. Heinrich H e b b e l. Nachdem die Leiche schon am Freitag nachmittag eingetroffen und im Trauerzuge vom Pfarrer, dem Militärverein und einem gtroßen Teil der Gemeinde uilter dem Geläute der Glocken nach der .Heimatkirche überführt worden und nach einer stinimunasvollen Andacht des Ottsgeiftlichen vor dem mtt 'den letzten Herbstblumen geschmückten Altar aufgebährt worden war, fand gestern die eigentliche Gedächtnisfeier statt. Äe .Kirche konnte dm Menge derer lischt alle fassen, die von allen Seiten herbeigestromt waren, um dem Helden die letzte Ehre zu erweisen, ^er Larg, ans dem Helm und Säbel lagen, war überdeckt mit einer tfüüe kostbarcw Lorbeerkränze, die inznäschen vvii altert Seiten, u. a. auch von der hiesigen gräflichen Familie niedergelegt worden waren, Hundette anderer Kränze hatten außerdem im Altarraum Platz gesunden. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes, der von einem Choral der MilnäNapelle des Ersatzbataillons Res.-Jstf.-Regt. Nr 116 und von einem Tranermarsch des Organisten einaeleitet wurde und von Chören der obersten Schulklasse und Gemeindegesängen umrahmt war, stand ine Gedächtnisrede des Orts geistlichen Für die hessische Landeskirche sprach Geheimrat D. F l ö r i n g - Darmstadt nnd Icntc derselbe ein prachtvolles Kreuz ans Lorbeer an der Bahre nieder Dem Datik der Gemeinde Rüsselsheim imb des Dekanates Groß- Gerau, denen der Verblichene vor dem Kriege angehött hatte, gaben der Betgeordntte, der stellv. Vorsitzende des Kirchenvorstandes und Pfarrer I). Fuchs nuter Niederlegung von Kränzen bewegten Aus- brvck Darauf setzte sich unter Vorantritt der Musik, des Militärs und beiJScyeinc der gewaltige Leichenzug, wie ihn Ortenberg in wlcher Große wohl noch nie gesehen lyat, nach dem heimatlichen Gottesacker in Bewegung, wo tmter einer schönen Cypresse, an-be- vvn der Stadt zdlr^NerwM« gestelltem WrenÄaP. di- sterbliche Hülle des Nmgen Helden unter beu Klängen von Jesus merne Zuversicht in die Gruft gesenkt wurde. Nach der littlrgischen kirchlichen Bestatttrng sprachen noch, Ebenfalls unter Niederlegung von Lorbeerkränz-en, ein .Houptmann für die Abordnung des Straßburger, Regimentes, dem der Gefallene seit Krieysbeginn, zuletzt über ein ^achr als Führer der 12. Kompagnie angehött hatte, itnd die fast aus lauter Mannschaften bestand, die mit ihrem Führer verwundet worden waretr, ferner die .KriegeKameradschaft Hassia, der Akademisch-Theologische Berein-Gießen und sein A. H.-Bund, me .Heimatgemeinde Ortenberg und der Turnverein; das Regiment erwies die^nitttärischen Ehren, feuerte den üblichen Drailersabit und Mit dem Segen schloß die allen Teilnehmern unvergeßliche Feier. Kreis Schotten. — L a n b a ch , 6. Dez. Naeh kurzer Krankheit verstarb in Darmstadt der langjährige Gräflich SolmS-Laubachsche Oberforst- meister a. D. Karl T h u m im Alter von 80 Jahren. Kreis Friedberg. oa. Friedberg, 6. Dez. LandsturmMarnl Richard Dobschall, ini Rastatter Landsturm-JUfanterie-Regimeitt Nr. 33 erhielt das Eiserne Kreuz. — Dem Unteroffizier Karl Hem back," Schwiegersohn des Sattlermeisters Jhleseld, wurde das Eiserne Kreuz verliehen. — Reallehrer Klee von der hiesigen Taubstummenanstalt, der als Gesretter treitrt Reserve-Jnsanterie-Regi- ment 254 seit Frühjahr dieses Jah'ves' im Felde steht, ist mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden. nt. F r i e d b e r g - F a n e. r b a ch, 7. Dez. Der O ffiz re rs stell - Vertreter Robett Henkel, der älteste Sohn des Lehrers .Henkel, der in einem Garde-2lrtislette-Regiment in Ysalizien kämpft' wurde zum Leutnant befördert. Dem Gardist Heinrich Bolz' frül-er bei Steinmetzmeister TamUi, beim Leibgarde-Infanterie- Negimcnit 115, wurde am 1. Tezemiber wogen tapferen Verhallens vor dem Feinde die .Hessische Tapferkeitsmedaille vom' Grostherzog eigenhändig überreicht. oa. N i e d e r - R o s b a ch , 6. Tez. Musketier Gg. Stengel erhielt das Eiserite Kretiz. on. Staden, 6. Tez. Unteroffizier Heinrich Haas erhielt, nachdem er 1914 schoii das Eiserne Kreuz erhalten hatte, die Hessische Tapferkeitsmedaille. Dieselbe Auszeichnung erhielten sein Bruder Kanonier August H aa s und sein Schwager Ersahreservist Will). Kipper. ko. Vilbel, 6. Dez. Bei der hier abgehalteueu landes- polizeillchen Abnahme der Umbauten ait der Eisenbahnbrücke erhob Beigeordneter H e r g e t in Wahrung der Interessen der Gemeinden wegen Ausführung des Pflasters Einspruch gegen die Abnahme. oa. Weckesheim, 6. Dez. Dem Landstlwmmann H. L i n d t wurde das Eiserne Kreuz verliehen. # Ails der Wetterau, 6. Dez. Die Feldtnäuse haben auf den Kleefeldern durch ihre Wühlarbeit schon erheblichen Schaden angerichtet. Vielfach sind die Wurzeln losgerisien und die Pflatize stirbt ab. Von guter Wirkung zur Vertilgung dieser Schädlinge hat sich der neu in den Handel gebrachte „Mäusebazillus' erwiesen. Starkenburg und Rheinhessen. ch. Bingen, 5. D^. In der ersten Hälfte des vergangenen Monats hat ein von auswütts gekommener Kaufmann in Bingen mtt einem Fleckenvertilgungsmittel Hmssierhandel getrieben. Es handelte sich um einen Mann mit Namen Loui^ Drüner. Er ließ sich für die Tube dieses Mittels 4,50 Mk. bezahlen. Tie hiesige Polireiverwaltung ließ das Mittel chemisch untersuchen. Es stellte sich 'l-eraus, daß es keinen Pfennig wert ist, daß es sich vielmehr bei dem Verkauf um regelrechten Betrug handelt. Da Man Mm gegen den Verkäufer Vorgehen will, werden alle diejenigen, die das Mittel erworben haben, von der Polizeiverwaltung ersucht, sich dort zu melden. Hessen-Nassau. ra. Biedenkopf, 6. Dez. Die hiesige Goldankaufsstelle hat bis jetzt für 3700 Mk. Goldgegenstände angekausl und an die Münzstellen abgeführt. 02. Kirchhain, 6. Dez. Der Ferkelaufkauf nimmt nach und nach einen bedrohlichen Umfang mt. Die Aufkäufer verkaufen^ diese jungen Tiere als Spaiiferke! 311 hohen Preisen in deii Großstädten itnd finden stets reichlich Abnehmer. Dtrrch diesen Vernichttmgskrieg gegen unsere Schtveinezucht wird der spätere Bedarf an schlachtreifen Tieren ganz und gar in Frage gestellt. Nur ein rasches nnb energisches Eingreifen kann diesem Gefahr steuern. X Cassel, 5. Tez. Der Betrag, der von der Landesver- sicherungsairstalt Hessen-Nassau z'ur L i u b e r 11 n g b e r Kriegs- ln o t «ausgezahlten 4prozentigen Darlehen belief sich 1914 auf 1 038 600 Mark und in 1915 auf 2 467 000 Mark, znsammen bis Ende 1915 auf 3 505 500 Mk. Tie in 1915 ausgeliehenen Mark 2 467 000 verteilen sich auf folgende Einzelbettäge: 1. Landkreis Cassel 250 000 Mk., 2. Kreis Fulda 50 000 Mk., 3. Kreis Höchst a. M. 279 000 Mk., 4. Kreis der Eder 400 000 Mk., 5. Kreis Hüuseld 50 000 Mk., 6. Ob ettau uns kreis 5000 Mk., 7. Kreis Hofgeismar 20 000 Mk., 8. Kreis Hanau 300000 Mk., 9. Unterwesterwaldkreis 68 000 Mk., 10. Stadt Cassel 500000 Mk., 11. Stadt Fulda 35 000 Mk.. 12. Stadt Wiesbaden 300 000 Mk, 13. Stadt Eschwege 150 000 Mk., 14. Stadt Schmalkalden 30 000 Mk., 15. Stadt Eltville 30 000 Mk.: zusammen 2 467 000 Mk. ra. Herborn, 7. De;. Der während derKriegSzeit gebildete Eisenbahn-Kleintierzuchtverein hielt am 2. und 3. Dezember hier seine erste A n s st e l l ii n g mit Preis- be Wertung ab. Die Ausstellilng war mit 175 lebenden Tieren beschickt, die im Saalbau Metzler aufs beste untergebracht waren. Der Besuch war an beiden Tagen äußerst rege. Es dürften wieder neue Freunde für die Kleintierzucht geivonnen sein. ke E v p st e i n i. T., 6. Dez. Der Schweinebestand in der hiesigen Gemeinde hat sich bctnafjc um baS Dreifache vermehrt, was die letzte Viehzählung ergab. kc. H e r s f e l d, 6. Dez. Mit Genehtnigung des Landrates ist die AiiSfiihr von wetblicheit Ziegen nnd Kohlrüben atls dem Kreist gestattet. vermischter. * W etter, das Geschichte mach!. Daß unaufhörliche Regengüsse revolutionäre Regungen im Keime ersticken können, daß Seegangs Nebel und andere Wettererscheiuungen auf dem Meere erttschieidend für die Geschicke ganzer Völker sein können, daß überhaupt das Wetter oft die Geschichte gemacht hat, führt P. Opfel Hl der , Revue Hebdomadairo" cm der Hand einiger schlagender Beispiele aus. Es braucht sich dabei durchaus nicht immer um ftiegerische Ereignisse zu handeln. So ist für den gewaltigen Aufsckwlmg des spanischen Reiches in der Zeit der großen Entdeckiingen ein Sttlrnr mit verantwortlich zu machen. Als im Jahre 1492 Kolumbus mit seinen winzigen Schiffen nach Westert segelte, rebelliette die Mannschaft gegen ihn und er war schon aus dem Punkte, den Kampf mtt seinen Untergebenen auftrrgeben, und, sich iifxcm Wunsche fügend, umzukehren, als ein Sturm aufkam, der seine Fahrzeuge bis an die Küsten trieb, deren Erreichimg ihm vorgeschivebt^ hatte. In kriegerische Ereignissen hat der Sturnt oft eine entscheidende Rolle gespielt: es sei an die „unüberwindliche Armada" Philipps II. erinnert, die gegen Menschen ausgeschickt war, aber^ gegen die Wiude unterlag. Napoleon I. wurde durch widrige Winde faram gehindert, seinen Plan einer Landnng an mr Küste Englands auszusühren, und von Bvnlogne aus schreibt er in einem Briese an den Wm-rral Latouche-Trövikle „Wenn wir nur sechs Stunden lang Herren der Meeresenge wären, wären wir Herren der Welt." Ein. Sttirm aber rettete England vor Napoleons Heer. Gewaltige Regengüsse können gegenwärtig die Tätigkeit der Artillerie wsie die ber Infanterie lähmen: noch stärker war ihre Wirkung eilt Jahrhundert früher, wofür die Schlacht an der Katzbach als Beispiel herangezogen werden mag, während derer fürchterlicher Regen die Gelvehre unbrauchbar ntachte: in früheren Jahrhunderten aber, als mail iwch andere Waffen verwandte, konnte Regen geradezu entsck>eidend wirken. Wählend der Schlacht bei Crecy waren die Bogenschützen Philipps dein Regen ausgesetzt: ihre Bogen wurden dadurch für längere Zeit vollkommen unbrauchbar, während die Bogenschützen des englischen Heeres im Schutze eines Waldes den Regen abwarte^i und dabei ihre Waffen ttocken halten komrten, so daß sie, wie die Clwoniken berichtett, die Franzosen derart mit Pfeilen überschütten konnten, daß es aussah wie ein Regenguß. Für die Schlacht bei Waterloo hat der Regen bei beiden Parteien eine bedeutende Rolle gespielt: große Teile der Truppen Napolvons ronrdeu in ihrem! Marsche durck, das versumpfte Gelände anfgehalten, zudem mußten ie im Schlainme biwakieren, man kormte nicht einmal Feuer au- wachen, und so waren sie nicht nur ausgehalten, sondern auch er- chöpft. Blücher konnte infolgedessen nock) rascher aus dem Schlacht- elde erscheinen als dieser Teil des napvleonischien Hderes. Große Kälte hat oftmals eine Rolle iit der Geschichte gespielt, wie sie es im Weltkriege bei den Gebttgskämpfen getan hat. Nicht immer aber handelt es sich dabei um eine Einwirkung der Kälte auf die kriegerischen Ereignisse unmittelbar. So wurde währetrd des spanischetl Erbfolgekrieges Frankreich im Winter 1709, als es an sich schon durch schwere Niederlagen erschöpft war, von einem so harten Winter heimgesucht, wie nie zuvor. Sein Heer war so gut wie aufgerieben, aber erstaunlicherwesse strömten wahrend des barten Winters die Bmlern in großen Scharen dem Heere zu. Ter Grund war, daß sie zu Hause sonst hätten verhungert! müssen, «oährend sie im Heere wenigstens ernährt wurden. Btt den drei großen Revo- luttonen Frankreichs, 1789, 1830 und 1840, ebenso btt dem Kom- muneaufstand während des deutsch-ftanzösischen Krieges hat die Kälte mit zu den Ursachen gehört. Genau so, wie der Regen den Revolutionären den Aufenthalt im Freien verlttdet, so ttttbt der harte Winter und die damit ttntretendc Nahrtmgsmittelnot aufrührerische Geister zur Revoluttou. Im Winter 1788/89 siel das Thermometer in Paris aus 22 Grad unter den Nullpunkt, ja, in dem viel südlick)eren Mcrrsttlle erreichte es 17 Grad unter Null, und so kann man sich denken, daß die armen Scksschtttn der Bevölkerung durch die Not zum Aeußersten getriebett wurden. Nachrichten Israelitische Reli-ionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag, den 9. Dez. 191«: Vorabend: Uhr. — Morg.: 9.00 Uhr. — AbdS: 4.40 uub 5.15 Uhr. 430 Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 9. Dez. 1916 Freitag abd. 4 00 Uhr. — Santstag vorm. 8.30 Uhr. — Nachm. 3.30 Uhr — Sabbatausgang 5.15 Uhr. — Wochengoltesdienst: morg. 7.00 Uhr abdS. 4.00 Uhr. Hotel Fürstenhof Giessen Eröffnung sämtlicher Räume Hotel - Cafe * Restaurant ♦ Saalbau und Kegelbahn Mitte Dezember 1916 Fertige Hand-Arbeiten Läufer, Becken, Ueberhandtiicher, Eissen Vieie huside b* i Stück io vielen Farben, Stück 9Sk.12.25 blau, gras, weiss, brann, bis 4 Jahre, Mark 11.75 izer wunderbare Heuheiten, St. v. Mk. 1.25 an bis zn den aiierfelnsten Pelze und Muffe für Frauen und Mädchen fieu eimtre-ffessidS Mein eintrefkndl! tele li Oberhessische Erzeugnisse, Eünstler-Eutwürie i nun io schwarz und weiss bis 3 Meter lang Mk. 18.75, wunderbare Sachen Ferner grosse Häflswa&iii mm, el, Muffler in Wolle und Seide, Spitzenkragen, Tiillbettdecken, Graue Leinendecken, Theaterhauben, Tischdecken S765a z Kat isüilz Bahnhofstraße 14 Bahnhofstraße 14 C. Dürschinger z. Zt* Frankfurt am Main 18297 £-svv 7 . ' m Gießener Konzert-Verein. DRITTES KONZERT. Freitag, den 8. Dezember 1916, abends 7 l / i Uhr in der Stadtkirche iS. Bas UUStta » für Soli, Chor und Orchester. 1. Mein Gott, wie lang’ ach lange? 2. Nun komm, der Heiden Heiland. 3. Dazu ist erschienen der Sohn Gottes. Solisten: Thilde Walther, Adele E. Gotthelft, Ludwig Rüge, Kammersänger Ernst Everts. Der akademische Gesangverein und der evangelische Kirchenchor. Mitgliederder Kapelle des Ers.-Bat. Inf.-Regt. „Kaiser Wilhelm“. Orgel: Otto Görlach. Leitung: Herr Prof. 6. Trautmann. Der Bechstein-Flügel ist aus dem Hofpianoforte-Laser von WILH. RUDOLPH, hier. IJebcrBchoü für KriesswohtfahrtHiiweckf- FintrifiQlrarfpn • 1- PlatzM.3.—, 2.Platz M.2.—, 3. Platz lUäKdl ICH. M< L _ Studenten karten (numeriert. giaüfsifcuiiii kt Deaffdicit Ksloüiülgescllslhüst Abt. Greffen. Die Annahme der sclbftgefertigten Decken, Kiffe» u. Rotten kann noch biö 15. Februar 1917 stattfinden. Wir bitten nochmals unsere Mitglieder, sich n. Möglichkeit a. d. Werk für unsere Verwundeten und Krieger zu beteiligen. Auch nur Füllmaterial oder nur Bezüge werden dankbar angenommen, waö dann evtL gemeinschaftlich verarbeite! worden soll- Mitglieder, die sich später an der Fertigstellung dieser Sachen beteiligen wollen, werden gebeten, sich bei Frau Noll, Mollkesrratze 14, zu nielden. 8768D Der Vorstand. soweiTPlatz vorhanden) 75 Pfg., Schüler- und Soldaten karten 30 Pfg. in der Musikalienhandlung von Ernst Cha liier, Tel. 671. Am Tage der Aufführung auch bei Herrn Hubert Heinz gegenüber der Stadtkirche. Oeffnung der Kirche 6 8 /. Uhr. 8649D I 6afe Ernst Ludwig Heut« [7163 KÜNSTLER-KONZERT Wollene unterzeuge Jacken, Hosen, Hemden, Kniewärmer, Leibbinden, Obren- und Kopfschützer. Schals. — Handschuhe in Wolle und Leder, auch mit Pelz und Wollfutter. Schlafanzüge und Schlafröcke Wasserdichte Mäntel, Westen t-y- und Hosen. Westen aus imprägnierten Stoffen mit -— Flanell- und Pelzfntter. = 8755a Gebr.Imheuser M Ä tz ^>urcf} das'Hernde E7einTnta t e rIa1 iew preise sind wir genötigt, eine Erhöhung der Bekanntmachung. Nächsten Samstag, den 9. ds. Mts., abends 8*/, Uhr, findet eine Generalversammlung des CreditvereinS zu Heuchelheim (e. G. m. u> H.) im Lokale des August Rinn dahier statt. Tagesordnung: Ergänzungswahl des Vorstandes und Aufsichtsrates. Heuchelheim, den 6. Dezember 1916. Für den Aussichtsrat: (8758 Schleenbecker. Zur Mund- und Zahnpflege empfehle Zahnbürsten, Zahnlauten, -Seife, -Pulver u. Zahnseide, :: .-Amtliche Mundwä^er :: Medizinal'Drogerie Zum Kreuzplalz Kreuzplatz 9 8764a Preise für Hufbeschlag ab 1. Dezember 1916 wie folgt eintreten zu lassen: W ums Metts Huseiskk Mk. 1.58 All Alles leichtes MW „ 1.40 M altes Hufeisen . . . „ -.80 Manenbeschlag: iia neues Eise» . . . . „ .80 WM Eisen . . . . „ -.30 Auf sämtliche sonstige Schmiede-Arbeiten erfolgt ein Aufschlag voll 25%. Wir bitten unsere verehrltche Kundschaft höfl. hiervon Kenntnis nehmen zn wollen. S536D Die freie Schmiede-Bereinigung für Stadt und Kreis Greffen. Vom 11. Deze/nber treten nachstehende Fahrplanänderungen in Kraft: . „ 1. Die Eilzüge 107, ab 1.56 Nachm. Frankfurt—Gteften an 3.15 Nackm. und 108 Giehen ab 4.06 Nachm. Frankfurt an 5.26 Nachm, fallen aus. 2. Pz. 709 Frankfurt ab 8.18 Nachm., der bisher bis Butzbach verkehrte, fährt nur noch bis Friedberg. Pz. 732 Butzbach ab 10.32 Nachm., Friedberg an 11.02 Nachm, fällt aus. 3. Pz. 793 fährt von Frankfurt um 1.33 Nachm, lbisber 1.02) und kommt in Marburg 4.11 Nachm, chisher 4.07» an. Die bisherigen Auienthalte des Zuges in Frankfurt—Eschersheim, Frankfurt—Berkersheim, Okarben, Bruchenbrücken, Ostheim b. Butzbach und Ktrchgöns fallen fort. Ferner wird darauf aufmerksam ge,nacht, das; der Anschluß des Sz. D. 75 lFrankfurt ab 8.55 Abends) in Kreiensen an den Sz. D. nach Berlin Potsd. Bf. anfge hoben ist. 8784id Königliche Eisenbahndirektion. _ hessische Ostpreutzenhilse. Noch immer leidet Ostpreußen unter den Folgen des Russeneinfalls. Barbarische Verwüstung hat das blühende Grenzland in ein Trümmerfeld verwandelt. Schäden von über l 1 / i Milliarden Mark sind entstanden. Das Reich und Preußen können nicht allein alle Wunden heilen. Ueberall in deutschen Landen schließt man sich zur Mithilfe zusammen. Die „Hessische Ostpreuffenhilse" hat die Kriegspatenschast für ein Kirchspiel mit über 10000 Einwohnern übernommen. Auch für Gieffen ist bereits ein Aufruf ergangen. Einzeichnungslisten liegen an den bekanntgegebenen Stellen offen. An die Einwohnerschaft Gießens richte ich die dringende Bitte, der Dankespflicht gegenüber der ostpreußischen Bevölkerung, die auch für uns gelitten, eingedenk zu sein. Um jedermann Gelegenheit zur Beteiligung an der Spende zu geben, werden in der Zeit vom 9. bis 17. Dezember Sammellisten in den Häusern herumgetragen werden. Außerdem wird Sonntag, den 19. Dezember, vormittags von 11*/,—12 1 /, Uhr, auf der Süd-Anlage ein Promenadenkonzert mit Büchsensammlung stattfinden. Mitbürger, steht nicht zurück! Oeffnet Herz und Hand! Beteiligt Euch alle nach Kräften am Werke der Wiederausrichtung der schwer geprüften Provinz und dankt durch Eure Spende dafür, daß unserer Heimat der Schrecken des „Feindes im Land" erspart worden ist. Jede, auch die kleinste Gabe ist willkommen. Gießen, im Dezember 1916. Der Oberbürgermeister. >□ 38 . X!l. 8 . Bea-Ral 9 .Conf.Ol.Kgig.f Keller. 8771B Ebener Ruder- kmllMiv.M «Iniiiliii Samstag, den 9. Dezember 1916, abends 9 Uhr iSchifserbude). Tagesordnung: 1. Eingänge 2. Erstattung des Jahre-' und Kassenberichts 3. Verschiedenes. 8756 D Der Vorstand. Dir.: Hermann Steingoettcr. Freitag, d. 8. Derbr. 1916, „ ^ abends 8 Uhr 8773c 6. Freitags-Abonnements» Vorstellung. Gewöhn!. Preise lermähtgt). Jugendfreunde r Lustspiel in 4 Aufzü von Ludwig Ful Ende 10'/. Uhr