Nr. 286 Der SKH«ler Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: Oiehenrr ,>simiMeribl6tter; Nreirdlatt ftir fen Krtis Gießen. Bezugspreis: monatl. 90 Pj.. viertel- Khri. Mk. 2.65: durch Aühole- u. Zweigstellen monatü 80 Pf.: durch diePost Mk. 2.45viertel- jährl. cmsschl. Bestellg. Fernsprech - Llnschlüsse: für die SchriftleitungI12 Verlag,Geschäftsstelleöl Anschriit für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Erstes Blatt Jahrgang Dienstag, 5. Dezember IW Postscheckkonto: Zranksntta.M. 1X686 General-Anzeiger für Oderhessen vankoerkehr: Gewerbebank Gießen Zivillmgrrunddruck u. Verlag: Brühl'sche Univ.-Buch. u. Stcinörudcrci R. Lange. Schnstleitung. Geschästrstelle u. Druckerei- Schuljtr. 1 . Anl.ahme von Anzeigen die Tagesnummer bis .,runNachmittag vorher. Zettcnyreis. s. Anzeigen: örtlich 20 Pf.. Vermietungen u. Stellengesuche 15 Pf., auswärts 2b Pf., b. Plahvorschrifd 30 Pf., Reklamen 75 Pf.„ bei Platzvorschrist 90 Pf. Hauptschriitleiter: Aug.. Goetz. Verantwortlich für Politik u.Feuilleton: 2lug. Goetz, Stadt und« Land, Vermischtes ruGe-! richtssaal: Fr. R. Zenz.i Anzeigenteil: H. Beck, amtlich Y. in Gießen. E Die geschlossene deutsche Koni vor Bukarest. WTB.) Großes Hauptquartier, 4.Dezember. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Armee des Generalfeldmarfchalls Herzog Albrecht von Württemberg. Im Ppern- und Wytschaete-Bogeu stietzen im Anschluß LU Sprengungen englische Patrouillen gegen unsere Stellungen vor. Einzelnen gelairg es. in den vordersten Graben zu kommen-, sie wurden im Handqenrenge überwältigt oder zuruckgetrieben. Vou den übrigen Armeen sind besondere Ereignisse nicht zu berickfterr. O e st l i ch t x Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarfchalls Prinzen Leopold von Bayern. Nördlich des Dryswjatn-Sees gingen nach starker Feuervorbereitung russische Kräfte gegen unsere Linien vor-, sie wurden verlustreich abgewiesen. Ebenso scheiterte der Vorstoß . terndlicher Stveisabtcilung-en an der Bystrznca—Sslot- i wrnska. Eigene Unternehmungen westlich von Tarnopol und südlich von Stanislau hatten Erfolg. F r o n t d e s G e n e r a l o b c r st e n Erzherzog Josef. In den Waidkarpathen hat gestern die Angriffstätigkeit der Russen n a ch g e l a s s e n, nur zu Leicht zuruckgewiescnen, schwächlichen Vorstößen rafften sie sich all emigen Punkten noch auf. Gesteigertes Artilleriefeuer schien das WfLanen der Angriffe verdecken zu sollen. Stärker war der russische Druck noch an der siebenbür- gischen Ostfront. Am TrowsustTaL gelang es denl Feinde, kleine Fortschritte zu machen. Deutsche und österreichisch-un- garrsche Truppen entrissen ihm weiter südlich eine jüngst verlorene Höhenstellung wieder. Heeresgruppe des Generalfeldmarfchalls vonMackenfen. Der 3. Dezember brachte in der Schlach t am Arge- f u l die Ent s ch ei d u n g; 4ir ist gewönne n. Die Operationen des Generals der Infanterie von Falkenhayn — Mitte November durch die siegreiche Schlacht von Targu-Jiu begonnen — und der auf das Nordufer der Donau gegangenen deutschen, bulgarischen und ottomanischen Kräfte sind von Erflog gekrönt gewesen. Die unter Führung des Generals der Infanterie Ko sch, kämpfende Donauarmee von Svistov her. die durch die westliche Wallachei Wer Craiova vordringende Armee des Generalleutnants Kuehne. die nach harten Kämpfen Längs des Ar- gesul aus dem Gebirge heraustretende Truppe des Generalleutnants Krafft von Dellmensingen und die unter dem Befehl des Generalleutnants von Morgen über Campulung vor brechendcn deutschen und österreichisch-ungarischen Trup- ven haben ihre V ere i ni g un g zw isch e n Do n au u nd Gebirgevollzogen. Der linke Flügel nahm gestern Targoviste. Die Truppen des Generalleutnants Krafft van Dellmensingen setzten gestern von Pitesti her ihren Siegeszug fort, schlugen d i e e r ste r u m ä n i s ch e A r m e e v o L l st ä n d i g und trieben ihre Neste über Titu, den Gabelpunkt der Bahn von Bukarest auf Campuluüg und Pitesti. in die Arme der bewährten 41. Infanterie-Division unter Führung des Generalleutnants Schmidt von Knobelsdorfs. Auf dem linken Argesul-Nftr. nordwestlich und westlich von Bukarest, blieb der Kampf in erfolgreichem Fortschreiten. Südwestlich der Festung wurde der Rumäne, der nach aufgefundenen Befehlen die Absicht hatte, die Donauarmee vereinzelt zu schlagen, mährend sein Nordflügel — die erste Armee — standhielt, über den Neajlovu gegen den Argesul zurückgeworsen. Südlich von B u k a r e ft waren starke rumänisch- russische Angrifte abzuwehren. Auch hier wurde dem Feind eine schwere Niederlage bereitet. Kavallerien und Fliegern gelangen Bahnunterbrechungen im Rücken des rumänischen Heeres. Die Haltung unserer Truppen in den siegreichen Kämpfen war über alles Lob erhaben, ihre Marschleistungen gewaltig. Das reiche Land und die erbeuteten gefüllten Ver- vflegungssahrzeuge des Gegners erleichterten die Versorgung der Truppen. Die rumänische Armee hat die s chm e r ste n b lu 1 1 a t n Verluste erlitten. Zu den Tausenden von G e f a n g e n e n aus den vorhergehenden Tagen kamen gestern noch über achttausend Mann. Die Beute an Feldgerät und Kriegsmaterial ist unübersehbar. Es fielen bei der Donauarmee 3°5 Geschütze, bei Titu 13 Lokomotiven mit vielem rollenden Material in unsere Hände. PJ _ ^ Die Operationen gehen planmäßig weiter-, neue Kümpfe stehen bevor. In der Dobrudscha keine größeren Kampfhandlungen. Mazedonische Front. Ohne Einfluß auf die Entscheidung suchenden Schläge in Rumänien bleibt der Verlust einer aus dem Ostuser der Cerna gelegenen Höhe, die gestern von den Serben genommen wurde, und die damit verbundene Verlegung eines Teiles unserer dortigen Stellung. Der Erste Geperalguartiermcistcr Ludendorff. * Abcndberichi. Berlin, 4. Dez., abends. (WTB. Amtlich.) Früh scheiterte englischer V o r st o ß östlich vVN Le Sars. Sonst im Somme Gebiet nichts Wesentliches. Kämpfe s ü d l i ch u n d w e st l i ch vonBukarest i n f ü r u n s g ü n st i g e m F o r t s ch r e i t e n. Siegesgeläute klingt uns heute anders als im ersten Kriegsfall re. Das ist nicht mehr stürmische Begeisterung eines seiner ganzen Kraftfülle sich erst bewußt werdenden Volkes. Wir sind reifer geworden, weil wir Erfahrungen sammelten; wir berauschen uns nicht mehr in solchem Maße an falschen Gerüchten, hochgespannten Erwartungen wie anfangs. Uub wie sollte nicht ein herber, schmerzlicher Zug in unser Seelenleben einziehen, wenn viele Tausende von uns um unwiderbringlich Verlorenes klagen, wenn der Krieg die Blüten des Lebens knickt und ihnen Duft und Schmelz fortnimmt? Da hat sich setzt das große neue Pflichtgesetz wie eine milde, wohlmeinende Sendung vor uns ansgebreitet, denn weiter zum Siege müssen wir doch schreiten, nachdenr unsere militärische Neberlegenheit mit jedem neuen Monat neu offenbart worden ist. Wir kämpfen und arbeiten vornehmlich für die Zukunft, für ein glücklicheres Geschlecht. Da ist das Dienstpftichtgeseo ein treuer Sammler aller guten Vorsätze und Arbeitsbedürfnisse, die im Weh und Wirbel der Zeit nicht in die Winde verstreut werden sollen. Daß es ein sittliches Gesetz, kein Zwangsgesetz sei, wurde uns von einem hohen Vertreter der Militärverwaltung so richtig und sinngemäß hervorgehoben. Ueber Stadt!und Land ruhe der Segen der Arbeit! Dann blicken wir wohl dankbar auf, wenn es einmal läutet von Erfolgen unserer Brüder draußen; das ist ein neuer Ansporn, auszuhalten in der Richtung, die uns der Reichstag bei seiner Annahme des neuen Gesetzes gewiesen hat. Wie anders hat Hindenburg in seinem Telegramm an den Reichskanzler gesprochen als etwa der russische Ministerpräsident Trepow, der seine Siegesgewißheit mit wutgeballten Fäusten und Zähneknirschen bekundete! Wir Deutsche tragen die Lasten des Krieges mit ruhiger, beinahe friedlicher Entschlossenheit. Wir schränken da und dort noch entbehrliche Lebensannebm- lichkeiten ein, lassen uns genügen an den einfachen Gaben, die uns noch erhalten worden sind. Aber nns-er Vertrauen ist neu gestärkt worden in den letzten Tagen imb Wochen, unser Vertrauen in den ungeschmälerten Weltenberuf Deutschlands, und das ist mehr als Brot uiid Fleisch und Kartoffeln, und mit diesem Vertrauen ist zugleich die holde Hoffnung eingeläutet worden, daß die höchste Krisis des Krieges überwunden, daß der Friede in leiser Annäherung begriffen ist. Bor Bukarest, der rumänischen Hauptstadt, haben unsere Heere, die wieder einmal getrennt marschiert waren, sich geeinigt. Sie stehen in einer geschlossenen Front, die sich von Nordwest nach Südost erstteckt und südlich von Bukarest hakenförmig sich umbiegt. Ludendorff sagt es uns in seinem Tagesbericht so klar, daß wir es rricht in besseren Worten wiederholen können. Uiid so werden in einigen Tagen vielleicht noch einmal die Slegesglocken über die stillen deutschen Lande läuten: lvenn in Bukarest die Sieger eingezogen sein werden. Und dann wollen wir uns aufs neue üben in der Ueberwindung und im Vergessen unserer Note, wollen die neue Stufe geschichtlichen Werdens mit stolzem und ruhigen Herzen beschreiten und in geduldigem Harren weiter Zeuge sein, wie die russischen Androhungen machtlos verpuffen und wie unser größter Feind, England, das die Höchstleistungen seiner Volkskraft offenbar ansgegeben hat, wachsenden Mißerfolgen mit einem neuen Aufputz seiner Regierung, mit harten Mienen einiger Polterer begegnen will. * * * Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien. 4. Dez. (MTV. Nichtamtlich.) Amtlich wird verloutbart: 4. Dezember 1916. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresfront des Generalfeldmarfchalls von Mackensen. scher, bulgarischer und ottomanischer Truppen österreichisch* ungarische Grenzjäger und Batterien teil. Gleichzeitig erzwang sich westlich von Bukarest eine Armeegruppe den Uebergang über den Fluß. Sie drang gestern bis T a t u vor und empfing hier Trümmer der ersten rumänischen Armee, die tags zuvor von den österreichisch- ungarischen und deutschen Truppen des Generalleutnant Krafft von Delmensingen südöstlich von Pitesti geschlagen worden sind. Starke rumänische Abteilungen wurden vernichtet. Weiter nördlich nahmen die Verbündeten Tirgovift. Die seinerzeit in der kleinen Walachei abgeschnittenen rumänischen Truppenteile werden in fortdauerndem rastlosen Treiben allmählich aufgerieben. Die Donau ist geöffnet. Ueber die außerordentlich reiche Beute lassen sich noch keine annähernd zutreffenden Angaben machen; sie wächst stündlich. Heeresgruppe des Generaloberst Erzherzog Joses. Während so in der walachischen Ebene der jüngste Bundesgenosse unserer Gegend entscheidend geschlagen wurde, mühten sich die R u s s e n vergebens, gegen die tapferen österreichisch-ungarischen und deutschen Truppen der Generale von Arz und von Követz, einen auch auf Rumänien rückwirkenden Erfolg zu erringen. Wenn auch die Entlastungsversuche gewiß noch nicht abgeschlossen sind, so zeigte doch gesterv das N a ch l a s s e n der russischen Angriffe in den Karpathen, daß der erschöpfte, stark hergenommene Feind dringend einer Kampfpause bedurfte. Nur beiderseits des obersten Trotus- Tales fetzten die Russen ihre Angriffe mit unverminderter Heftigkeit fort. Sie stürmten stellenweise bis zu zehn Malen, wurden aber, von unwesentlichen Schwankungen abgesehen, überall zurückgeschlagen. Im Süden des Abschnittes entrissen wir dem Gegner eine kürzlich an ihn verlorene Höhe. Heeresfront des Generalfeldmarfchalls Prinzen Leopold von Bayern. Stellenweise Kampfhandlungen von untergeordneter Bedeutung. Italienischer Kriegsschauplatz. Das Geschützfeuer im Karst-Abschnitt dauert fort. Auch die Minenwerserkämpst haben wieder begonnen. Ein italienisches Flugzeuggeschwader warf aus Dutvolje, Groß Repen und Sesane ohne Wirkung Bomben ab. Unsere Flieger griffen den Feind an und zwangen bei Mavhinje einen Caproni mit vier Insassen zur Landung. In diesem Luftkamps zeichneten sich Linienschiffsleutnant Banfteld und Oberleutnant Bru- nowski aus. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö s e r. Feldmarschalleutnant. Ereignis sezurSce. Am 3. Dezember abends hat eines unserer Seeslugzeuggeschwader die feindlichen Stellungen bei Doberdo sehr erfolgreich mit Bomben belegt und kehrte trotz heftiger Beschießung unversehrt zurück. Flottcnko mmando * Abendbcricht. Wien. 4. Dez. (WTB.) Aus dem Krieaspresseguar-- tier wird vom 3. Dezember abends gemeldet: Reue wichtige Erfolge in Rumänien. Viele Gefangene und reiches Material wurden eingebracht In den Karpathen geringere Kampftätigkeit in den letzten Tagen. * * * Der Uebertritt über den Argesul. Berlin. 4. Dez. (WTB. Amtlich) Der Argesul, an dem am 3. Dezember die Schlacht stattfand, ist ein Ge- brrysstrom von wechselnder Breite. Diese beträgt von Pi- testt bis südwestlich von Titu zwischen 200 bis 300 Meter Der Fluß hat hier eine Wasserttefe bis zu 20 Metern; an verschiedenen Stellen sind Furten vorhanden, weiter ab- wärts verengt sich das Bett. Der reißende Strom wird hier überall zn einem absoluten Hindernis. Die vorhandenen Brücken haben eine Länge bis zu 300 Metern Wäre es nickst geglückt, durch schärfftes Nachdrängen den Feind am Sprengen der Brücken und planmäßigen 'Besetzen der am jenseitigen Ufer befindlichen ausgebanten Stellungen zu verhindern, wäre voraussichtlich ein längerer 9Ürf- enchalt vor dem starken Abschnitt unvermeidlich gewesen. Die Schlacht am Argesul hat zu einem Sieg von entscheidenderBedeutung geführt. Der Vorstoß der Donau-Armee am unteren Argesul war durch den von den Rumänen und ihren Bundesgenossen mit großen Hoffnungen begleiteten Gegenstoß nicht zu bannen. Die feindliche An- grisssgruppc wurde nordöstlich von Dragonesti ausgcfangen und durch umfassendes Vorgehen über den Rjaslov zurückgeworfen. In diesen Kümpfen nahmen an der Seite datt- vom 3. Dezember. Nord- und Nordostfront: An der Westgrei der Moldau und im Norden der Walachei lebhafte ArMer mrd Jnfanterietätigkeit. Wir griffen den Feind an meknei Punkten an und nalpnen tfjm 120 Gefangene ab. Im Dambowst Tale keine Berandermig. Westfront: Auf dem rechten Flügel ai ber Femd mit Erbitterung unsere Stellungen an und ^wa unsere Truppen sich z-urückzuzieben. Am Glavacste und Leail schlngen unsere Truppen eine lltrkischc Division m der Gegc twi Traganesti. m^bcr Qtegertb von Ghunpatzi das Gros der devtsrti--algerischen Streitkräffe. wobei sie sie gegen Süden zurück- warfen. Wer machten Gefarrgene und erbeuteten Kriegsmaterial. Südfront: In der Dobrudscha Artilleriebeschießung. Russischer Bericht vom 3. Dezember. Westfront: In oer Gegend des Dorfes Tereszkowe, südöstlich von Swmiuchi versuchte der Gegner die Offensive zu ergreifen, Mrvde aber zur ückgc schlagen. An der Bistricza unternahmen unsere Ajufllärer mit Erfolg Streifen in die Gegend des Dorfes Kosmatz und machten Gefangene. In den Waldkar- Pathen machte der Gegner zwei heftige Angriffe auf eine Höhe, die wir sechs Werst südwestlich von Werachta besetzt hatten, wurde aber gezwungen/ sich unter großen Verlusten zurückzuziehen. Irr der Gegend ^nordöstlich und östlich von Kirlibaba griff der Feind unsere sckbteilungen an. Zwei aufeinairdersolgende Angriffe wurden zurück gesrbtag cm. K a u ka s u s fr o n t: Zwei türkische Bataillone machten einen. Ang'isf auf unsere vorgeschobenen Ab teil im gen westlich von Ognut. Starke gegnerische Aufklärungsabteilungen suchte.': südöstlich von Oguut und östlich von Muschi vorzudringen. Sie wurden aber durch Unser Feuer zurückgeworfen. Ebenso wiesen wir die Angriffe türkischer Batailllme in Richtung Bttlis ab. Unser Wachtbovt beschoß von Warrsee aus einen Kameltransport, der irach Baftan marschierte, und zerstreute 30 Reiter, die von Vastan dem Transport zu Hilfe gekommen waren. In Richtung Hamadan ging ein türkisches Flugzeug in der tz>egend des Flockene Scharen:, 80 Werst südwestliche vorl Kaswin nieder. Nach, vergeblichen Bersuch''n, das Flugzeug in Bewegung zu setzen, begossen die Flieger es mit Petroleum, verbrannten es und entflohen. Rumänische Front: In Siebenbürgen hatten unsere Angriffe im Trotustal und Sultatal Erfolg. Wir besetzten die Dörfer Assaul und Sulia, luachten über 800 Gefangene und bracht«: Maschinengewehre ein. Donanfront: Im Argestal dauern die feindlichen Angriffe an. Tie feindlichen Angriffe und Kämpfe haben in dieser Gegend den Charakter einer großen Schlacht angenommen. Unter bcm Druck des Gegners ziehen sich die rumänischen Trappen, die im Süden von Kavallerie umgangen toaren, in südöstlicher Richtung zurück. Die rumärrifchei: Operationen westlich und, südlich von Bukarest nahmen dank der .Hilfe der eingetroffenen rassischen Truppen Änen günstigen Verlaus. Tie bulgarischen und deutschen Truppen sirch gczlvungen, sich zurückzuziehen. Wir brachten hier Gefangene und Trophäen in noch nicht gezählter Menge ein. Bis jetzt ist fest gestellt, daß 25 Geschütze erbeutet wurden. Die Kämpfe in Griechenland. Bern, 4. Dez-. (WTB5 Ter „Corriere oella Sera" meldet aus Athen: Die Ententetruppen haben bei den'Zusammra- stösten 10 0 Tote und Verwundete und 40 Gefangene eingebüßt. Auf griechischer Seite sollen ein Hauptrnann, zwe: Leutnants und ungefähr 40 Soldaten verwundet oder wt sein. Tie italienischen M arinesslö-aten sollen verschont worden sein. Nach dem Abschluß des Waffenstillstandes um 3 IHt nachmittags wurde das Feuer eingestellt, um 5 Uhr aber, nachdem von der Flotte 30 Kanonenschüsse abgegeben worden waren, mit vermehrter Heftigkeit wieder aufgenommen. Drei Gewehrschüsse sollen «ns den königlichen Palast gefallen sein. Einige Oberhäupter der Venftelisten wurden verhaftet. Tie Elttentetruppen, etwa 3000, zogen sich gestern nach Piräus, begleitet vvn griechischer Kavallerie zurück nrw schifften sich ein. Wthon, 2. Tez. ^WTBü Meldung des Reuterschen Bureaus: 20 bewaffnete iKreter verschanzten sich in dem Hause von Venizebos. Sie tveigerten sich das Gebäude zu verlassen und feuerten von dem Tackle aüff jeden, der sich ihnen näherte. Der Kriegsminister hat besohlen, Maschinengewehre aufzustellen. Währenddeffen wurden die Kreter nochmals ausgesvrdert, sich zu ergeben, was sie nach einer längeren Beratung taten. Sie wurden unter starker Bedeckung nach dem Parlamentsgebäude gebracht, das Zeitweilig als Militärgefängnis dient. Auf dem! turnen Wege dorthin hatte die Eskorte große Muhe, sie Vor der,' Menge zu schützen. Um 4 Uhr war die Ordnung wiederhergestellt. Das Gewehrfeuer in den, Straßen hörte aus. Starke Kavallerien Patrouillen bewachen die Stadt. Athen, 4. Dez. MTB.) Meldung der Agence Hckvas. Makuris, der ehemalige Bürgermeister von Athen und Führer der Reservisten, hat an Stelle von Benakis seine Stellung rvieder eingenommen. General D u s m a n i s und der Oberst M e t a x a s haben gleichfalls ihre Stellungen au der Spitzedes Genera l- stabes wieder eingenommen. Bern, 4. Dez. (WTB.) „Corriere della Sera" meldet aus 'Athen: Aus der Hauptstadt und der Umgeb »mg stellten sich rund 6000 Reservisten freiwillig und schloffen sich den 5000 Mann der lAthener Garnison an. Der König wurde gesehen, wie er in Ge- iwralsunistum auf dem Wege nach der Kaserne war, um dort der Ankunft der Reservisten beizuwohnem Gegen Mittag entwickelte sich in der Nähe des königlichen Palastes ein starker Tumult. Die morgens erfolgten Zusammenstöße waren bis zehn Uhr "immer heutiger geworden. Abe»tds begaben sich der französisch« und englische Gesandte zu dem König, hieraus in das Zappeivn, um sich mit den: Platzkommandanten der Alliierten zu besprechen. Nocb später fuhren sie im Automobil nach dem Piräus, um sich mit Fournet zu beraten. Man glaubt, daß ein Waffenstillstand vereinbart urrd daher die Feindseligkeiten eingestellt wurden. Paris, 4. Dez. (WTB.) Der „Matin" meldet: Die griechischen Schiffe, die in Marseille und in anderen Häfeft Frankreichs und der alliierten Länder liegen, wurden beschlagnahmt, woraus sich ergibt, daß Griechenland blockiert ist. Tie Ereignisse in Athen werden hier mit lebhafter Entrüstung auf- genomruen. Tie Zeitungen erklären einhellig, es bestehe jetzt dis Wicht, den Meuchelmördern und Verrätern eine unvergeßliche Strafe aufzuerlegen. Das „Echo de^Paris" schreibt: Keine Nachsicht, keine Zweideutigkeit mehr, laßt' der Gerechtigkeit ihren Lauf! Athen, 3. Dez. ^WTB.) Meümng des Reuter scheu Bureaus: Genera! Eallaris berichtet, daß in den Kämpfen am 1. Dezember 29 griechische Militärpersonen, darunter 3 Offiziere, getötet und 54 verwundet wurden, während auf französischer Seite 47 Marinesoldaten einschließlich 2 Offizieren getötet und! 97 vertvundet worden sind. Messbriefe aus dem Osten. Telegramm unseres Kriegsberichterstatters. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Russische Eittlastungsstöhe an drr Ostfront. Ostfront, den 3. Dezember 1916. Mit großer Kraft setzte im Sommer die Brussilorosche Offensive am, um I lallen zu entlasten, das vor dem drohenden Einmarsch ber Verbündeten in die oberitalienische Ebene stand. Heute ist der neueste Bundesgenosse von der Katastrophe bedroht, und Rußland, das inzwischen Sommer und Herbst lange die unerhörtesten Blut- opser gebracht hat, soll wieder entlasten, entweder seine Kräfte in> das ramämische Chaos hinein Aversen oder rvreder den Blutzoll vor der Hindenburgmauer im Osten zahlen. Kaum wird die russische Heer- sleitung vor schwerere»» Entschlüssen gestanden haben, kaum wild das Bewußtsein der Nutzlosigkeit von Maffenopfern russischen Blutes so deutlich geworden sein. Ter Schrei der Verbündeten, die Forderungen Englands werden dringender, Rußland greift an mit der zunehmenden Ueberzeugung innerhalb seiner Armeen, daß die anqsgrifiene Front coch nicht zu erschüttern ist. An der Riga-Front r«^!en '■T’-ntmrftnc Schuß bei einem stärkeren Patrouillenunteraeh- meu, das glatt cchgewiefen wird. Am 1. Dezember folgen Vorstoß in chs nördlich vvn Sinorgon, in: Surnpfgebiet südlich Pinsk. dke wm'dnr fofcrrt jrnb verlustreich erstickt. Je mehr nach Süden zu, w/o \r ( versuchen die Russen einzusetzen. Mehrere russische ungrm,' unttfeen am ^). November g?gen die Front der Zlota- LM:chr«r. Gerrer: ihrer Taßttt stießen osmanische Abteilungen den: restlos zacruckgeschlagcmen Feinde nach und^drangen mt blutr- gen Bajonettkamps bis' an seine Gräben vor. Svdcmn lebten aber die Rufs«: den gr sstteu Nachdruck sichtlich aus ihre ^hngrifte m den, versckmeiten Wald'karpathen und die südlich anschließende siebenbür- bttrgiscbe Ostfront. Hier ist ein Generalangriff zu erkennen. Vom Jablorrica-Paß bis zU den Höh«: östlich des Beckens vom Kezdrva- farhely greifen riffffsche Sturmkolonnen erbittert an. Sütz'Ach schlre- ßen sich am 30. November rmnäuische Kt'äfte der Airgriffs^ewegANg an. Ihr NordMgel ist dabei weiter südlich verschoben, so daß die Russen ihnen hier ein Fwntstück abgenommen haben. Wieder sind die heißunstrittme^l Gipfel aus den Kämpfen :m Spätsommer und Herbst, der fast 2000 Meter hohe Smvrac. die Babsr-Ludowa (1586 Meter), die Gara Rucada, die Bergstellmdg östlich vyn Torna-Watra, Brennpun^e. In den stlnver«: Kämpfen auf der eisigen Höhe ff: dem Latsch«:gebiet des Smotres zeichne-^ ten sich dabei besonders die Marburger Jäger aus. die ihrerseits zum Gegen«ugriff vorgingen und Beate uitd Gefangene zurück- brachtt/r. Tie sich heftig erneuernden AiZstürme der Russen brachen dann auch am 1. urid 2. Dezember, an: 5. Tage der rusftsch-rnmäni- schen Karpathenkämpfe, zusammen. Trotz der schweren Hindernisse, die Winter und die Höhen entgegerrgestelll hatten, waren unsere rückwärtigen Verbindungen auch im Hochgebirge inzwischen überall ausgebaut Word«:, so daß genügend Mmrition in die beherrschenden Höhenstelümgeu — teilweise nrit rechtzeitig vorbereiteten Seilbahiwn — gebracht werden konnte. Unter für die Russen anfangs günstigen Umständen init ungeheurem Einsatz von Menschenrnaterial und wichtiger Munition! ist die russische Sommer- und Spätherbstosseniisc schließlich blutig zusammengesallen. Diese neuen Ent-astungsversuche stehen von Anfang an unter den ungünstigsten Vorzeichen. Exzellenz Ludendorff hat sich geäußert, daß die Kriegslage im gegeiuvärtigen Augeublicka so günstig sei, wie feit langem nicht. Das dürfte auchi das ent-» scheidende Urteil über die rrffsischei: Entlasturrgsvorstöße mitumfassen. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. Aus dem Kelche. Freigiche von Kakao und Schokolade. Berlin, 4. Dez. Die Kttegs-Kakao-Gefeltschast m. b. H., Hamburg, Mönckebergstr. 31, gibt auf Grund des § 2 der Bekanntmachung der .Heeresverlvaltn 11 g vom 4. Dezember. 1916 über die Beschlagnahme von Kalav, Schokolade usw. folgendes bekannt: ^Von der obenerwähnten Verordnung wird jedermann betroffen, der Mengen von miirdestens 10 Kilogramm von irgendeiner der in der Verordnung genannten Waren in Gewahrsam hat. Die Heeresverwaltung legt Wert darauf, daß durch die Beschlagnahme, wenn irgend möglich, der Geschäfts verkehr keine Unterbrechung oder Störung erleidet. Um dieses Ziel zu erreichen, geben wir hiermit den Eigentümern der durch obige Bekanntmachung beschlagnahmten Ware»: 20 Prozent — von jeder Warengattnng — ihrer uns gemäß obiger Verordnung richtig mrgemeldeten Bestände vom 5. Dezember, mindestens 10 Kilogramm von jeder Warengattung frei. Weitere Maßnahmen- werden getroffen werden, sobald das Ergebnis der Bestandsairfnahme vorliegt. Soweit die Eigentümer Fabrikanten der deutschen Kakao- und Schokoladen-Jndustrie oder Kleinhändler sind, dürfen sie diese 20 Prozent ohne weiteres absetzen. Diejenigen Eigentümer aber, die keiner der beiden vo-rgenann- ten Verkälffer-Gruppe-l angehören, dürfen 20 Prozent ihrer Bestände nur dann absetzen, wenn sie da^u von der Kriegs- Katao-Gesellschaft ermächtigt worden sind. Bon den Verkäufern ist über alle Verkäufe nach Menge und Verkaufspreis genau Buch zu führen; die Unterlagen darüber sind der Krie-gs-Kakao-Gesellschaft in Hamburg auf Verlangen vorzulegen. * Berlin, 4. Dez. (WTB.) Die dritte Nummer der Souderliste: Un ermittelte Heeresangehörige, Nachlaß- und Fundsachen ist am 1. Dezember als Beilage zu der deutschen Verlustliste erschienen. Der Liste liegt wieder eine Bikdertafel bei, die außer Photographien auch Abbildungen einiger besonders auffälligen Zigarettenetuis enthält. Die Liste ist durch Nameusverzeichnis von Gefallenen, deren Erben nicht zu ermitteln waren, sowie durch Mitteilungen über gefundene Gepäckstücke vervollständigt. Sie ist zum Preise von 20 Pfg. einschließlich Porto im Einzelverkauf direkt durch die Norddeutsche Buchdruckerei, Berlin, Wilhelmstraße 32, zu beziehen. Aus St Mehr als je zuvor muß daher mit den: Vorhandene»: aus das sparsamste getvirtschaftet und zur Ueberwindung der bestehenden Schwie- rigfeiten jedes mögliche Mittel herangezoge»: »verden. Eine Hand- bcck'e hierfür bietet sich ff: der Aufarbeitung der g e br a nch ten Ga r n tn b ein Laut Verfügung des 5briegsministeriums muß sämtliches gebrauchtes Bindegarn cm die - Bezugsvereinigung der! deutschen Lanbwirre, Berlin W. 35, Potsdamer Sttaße 30, bezw. an deren Bevollmächtigten verläuft werden. Der Verlauf zur Verwendung oder zur Verarbeitung oder für irgend welche anderen^ Zwecke, wie z. B. für Sackband usw. ist nicht zulässig, llm »Nög- lichst lgroße Mengen Garnenden aus billigstem Wege zur llm- spimrung gelangen zu lassen, beabsichtigt die Beziugsveveinigung) der deutschen Landwirte eine Äl»:zahl Sammelstellen zu errichten, denen der Ankauf für ihre Rechnung übertragen werden soll -p Die Landwirte werden außer den Höchstpreisen von 15 Mark die 100 Kiloaramn: für Hart fasergarnenden bezw. 100 Mark die 1OO Kilogramm für Weichfasergarn enden ab ihrer nächsten Bollbahnstativn Anspruch auf'40 Proze»:1 des Gewichtes der gelieferten Gar»:«ü)enj ff: brauchbarem Bindegarn aus altem oder neuem Mctterial nach Wahl der-Bezugsveveinignng erhalten, bei einer, Ermäßigung.ihres jeweiligen Tagespreises nm 10 Prozent für diese Menge. ** Die schnelle Abwickelung des Poftschalter- verkehrs -ivürve jetzt, »vo imm!er mehr Beamte zu den Fahnen! ein berufen loder für die ,Feldpost notwendig sind, bedeutend gefördert werden, »mm: der ^Absender die Einschreib- und Wertsendungen, Pakete und Postantveisungen vor der Lluffieferimg am Postschalter durch Aufkleben der Freimarken stets selbst fveimachte. (Besonders sollten dies die Einlieferer von Postaw- »v'eifungen tun, da sie »"»ber die Hohe der auf der Rückseite jeder: Postanweisung angegebenen Gebühren »ücht im Zweifel sein können. Wer auf diese Weise dem SchalterbeaMben vorarbeitet, kürzt die Wartezeit der »rach ihm kommenden Auflieferer ab, fördert die Leistturgsfähigkeft der Postanstalchn und handelt zum vater- ländisckien Besten, das in der Gegen»vart eine unaufhaltsanie Aus- »rutzung der staatlichen Posldienstemrichtungen mit möglichst tvenig Arbeitskräfte»: erheischt. ** Von der Landesversicharungsarrstalt Hesseru' Nass a u. Der Jahresbericht der Landesversicherungsanstalt Hessen- Nassau für das Jahr 1915 ist soebe»: erschienen. In der Einleitimg ist ein längerer Hinweis auf das 25jührige Bestehen der Anstalt und auf den Einfluß des Krieges auf diese enthalten. Aus. demj Werdega»:g der Anstalt entnehmen »vir folgendes: Sie nn:rde in Cassel am 27. Oktober 1890 gegründet. Die Zahl der Beamten betrag damals 20, während sie heute auf 133 gestrege»: ist, von denen 71 zum Militär eingezoger: sind. Die Geschäftseingängej betragen im .Jahre 1891 24108, stiegen auf 211405 im Fahr« 1913 ünd gingen unter dem Einfluß des Krieges cmf 150494 herunter. In den ersten drei Jahre»: von 1891—1893 sind alljährlich durchschnittlich 1788 Rentenbewilligungen erfolgt, m den letzten drei Jahren von 1913—1915 betrug diese jährliche Durchschnittszahl 6686 und im Jahve 1915 selbst ist sie. veranlaßt durch die vielen Todesfälle des Krieges!, sogar auf 8476 gestiegen. Auch die Ziffern des Markenerlöses bieten in der Gegraüberstellirrui, der früheren und jetzigen Zahlen außerordentlich auffällige Erscheinungen. Er betrug im Jahre 1891 2 847 790 Mk., dogegenj schloß das Jahr 1913 nrit einein Markenerlös vo»: 9 392 855 Mk. ab. In den Haushaltungsvoranschlag vv»: 1914 »rar sogar eine mutmaßliche Einnab me von 10 Millionen Mark eingestellt, dio aber infolge des Kri'elgsrusbruck)es nicht erreicht »vurde, da Hnndert- tausende voi: Versicherten efftberufen wurden. Das Vermögen der Anstalt betrag E»»de 1891 2 597 520,11 Mk. und ist bis Ende 1915 auf 82 847 429,43 Mk. gestiegen. Für den Bau von Arbeiterwohnungen wurden bis Ende 1915 20 204 816 Mk. cnisgeliehe»», voft denen »7»md 15 000 000 Mk. an Bailgemissens-chaften und ra»:& 5 000 000 Mk. an einzelne Versickierte entfallen fmS>. In der Krankenfürsorge wurden 1913 3578 Personen mit einem Kostenaufwand von 1 081 365 Mk. behandelt, gegen 351 Personen mit einein Kostenaufwande von 47 311 Mk. im Jahre 1896. Die Heilffbrsorg« bildet also mit einen Hauptteil der gesäurten Tätigkeit der Versicherungsanstalt. Für Kriegsaufgäben v>u»'dei: 1 000 000- Mk. bewilligt. In der letzten Tag»mg ist dem Kriegsausschuß eine z»oeite Milliorc zur Verfügung gestellt wvrdc»:, von der das Rcichsver- ficherangsamt vorläufig ei»:«: Teilbetrag von 250 000 Mk. ge-, nebuägt hat. Im Jahre 1915 sind für .KriegsNwhlfahrtszwecke 689^90 Mk. gegen 103800 Mk. im Jahre 1914 ausgezahlt worden. Als Ehrengabe cm die Hinterbll^edenen gefalle»:er Versicherter sind bis jetzt 470 730 Mk. ausgezahlt. Dü Ge-sauttausgabi^ der Landesversickiernngsaifftalt für KriegswoWahrtszwecke belief sich (H:de 1915 ft:r die beiden Jahre 1914/16 auf 793 790 Mk. Ter Bettag der zur Lmderung der .Miegsnot oAsg^zahlten! 40/oigen D-rr- lehen stieg von 1038 500 Mk. in 1914 auf 3 505 500 Mk. in 1915. Ai: den Kriegsanleihen beteiligte sich die Berftchernngsanstalt mit zusammen 35 000 000 Mk., von denen 15 000 000 Mi. wieder ab- gestoßen sind. An Jnvaliden-sücnten waren am Schlüsse des Tabues 1915 4 956 342 Mk. zu z«hlen. Die BerrsattiUnkosten betrugen, für 1915 556 478,58 Mk., gegen 591 971 Mk. im Bor^rhr. , . t* EielyLLs. Das neue Filmtma-m.-a „Das Leid" hat ten etttschudenen Vorteil, eine große Bühnenkünstlerin m pgen Iberen Schel noch nicht auf Kinodramatik eiuÄflt ist Horner Neigt sich zun: ersten Male aus der' Lttnwand. Ihr Spiel interessiert außerordentlich, wenn es auch mrf d-^ Teuier ekwas scht-eppeiw wirft. Der Filut selbst ist äußerst Ed?ntp^^^ und sucht bewußt alle grellen Effekte sorgsam . Z+P rt der Vortrags-Bereinigung (Kaufmännischer und Ortsgewerbeverein) halt morgen abend R. Schieß old aus Berlm emeu Lichtbllber-Dortrag : „Im Krieg und Frieden durchs heilige Land Tirol . (Siehe Anzeige.) f . r r fl ^ s ° ^ E r Ve r b a n d- u nd K r a n k e n - E r f r i s ch u n g s- .? ^ e5 * Vii? r rf u 3 e § am ^^huhof Gießen wurden im Aco.iat Nove.uber 1916 94^3 durchreisende Soldaten und Ver- mundete erfrischt, sowie 224 Transporte ausgesuhrt und in 153 Fällen sonstige Hrlse geleistet. D a ^ 8 e st i h r e r Goldenen Hochzeit feierten am Etraj’V^H^ ^ CU ^0' ^ 0Ü *' ^ie Eheleute H ö ck hier, Frankfurter 0f r 4t Zukauf von Hagebutten. Die Kriegsgesellschaft für Obstkonserven und Marmeladen, Berlin SW. 68, Kochstraße 6, !»"" lebe Menge von Hageblltten auf und bittet mn entsprechende Keine Fr a u enabteile mehr. Infolge der Zuq- vermlnderungen sollen die Frauen-Abteile, sowohl in den v- und wie auch in den meisten Personenzügen von jetzt an bis auf weiteres sorttallen. J ** ? k e h r mi t B o l l m i l ch. Bon Mittwoch , den ?esember 1916 ab ist die Belieferung des b. Brotkartenbezirks mit Vollmilch an Stelle des Händlers G. Katz der Händlerin Katharine D l e tz aus Staufenberg und dem Händler Wilhelm B r tt^cr^Ehesrau ans Lang-Göns übertragen wordeli. issahrplaiiänderiing. Der Triebwagen, welcher bisher um 8.15 vorm, von Gießen iiach Linibiirg fuhr, verkehrt letzt wie folgt: Gießen ab 8.05, Wetzlar an 8 20, ab 8.22, Braunstes an 8.3o, ab 8.36, Weillmrq an 8.50, ab 8.51, Limburg an 9.24. . ' b ^ Dias heutige Kreisblatt Nr. 155 enthält eine ~ercitiirnloaniitfl über Bestatidsaufual/me und Beschlagnahme der Geiamtvorrctte vou^Kakao und Schokolade zugunsten der Heeresverwaltung, sowie Bekanntmachungen übler Mehltieferung au 1 üdisches Osterbrot, Gewerbe-Legittmationskarten, die Ausstellung von W-anderGewerbescheinen und die Krankenversicherung der mr Wmrdergewetbe beschäftigten Personen. Landkreis Gießen. -i. E t t i n g s ha u s e n, 5. Dezember. Landstur mmann Ludwig Pfeiffer mr Jnf.-Rgt. 186 erhielt die Hessische Tapferkeit^- Medaille. — Seit 5. September d. IS. wurde der Sohn des hiesigen Müllers Hemrich Keil IV. vermißt. Jetzt hat er aus einem Mos- tauer^ Älzavett geschrieben. Keil war in der 2. Komp. Jnf.-Rgt. L. Großen. Buseck, 5. Dez. Ludwig Schwalb. Sohn des Bürgermeisters Schwalb von hier, wurde mit dem Eisernen Kreuz-2. Klasse ausgezeichnet. Er steht schon feit Dezeniber 1914 im Felde, machte die Karpathenschlacht mit und wurde später bei Zlota Lipa verioundet. Nach seiner Genesiing kani er nach Westen, roo er in letzter Zeit sich an Kämpfen an der Somme beteiligte. !Er ist augenblicklich Ün Urlaiib. n Heuchelh'eim, 5. Dez. Der zweite Sohn des hiesigen 'Lehrers D i e tz, Kriegsfreiwilliger Fr. T i e h , bisher Vizefeldivebeb im 1. Leibhusaren-Regiment, augenblicklich in der Feldkriegsschule des 8. Armeekorps in Libau, wurde zum Leutnant d. Res. befördert. — Ter als vermißt gemeldete Otto Bolkmann, Sigimlist hei einer Lichtsignaltruppe, meldete sich aus der französischen Gefangenschaft. — Musketier Wilhelm Nesseldreher erhielt das lElferne Kreuz 2. Klasse. ** So dar,'4. Dez. Dem Pionier Hermann Wagner von hier, beim Pionier-Bat. 21, wurde das Eiserne Kreuz verlieben. ** Li ch, 5. Dez. Die Haussammlung zur Weihnacktsspeude für die im Felde stehenden Soldaten, sowie für die Verwundeten des hiesigen Vereinslazaretts voin Roten Kreuz ergab den ansehnlichen Betrag von 468,94 Mk. Kreis Alsfeld. ** Alsfeld, 5. Dez. In unserer prachtvollen Walpur- giskirche wurde mn Sonntag die in unserem Blatte vor einiger Zeit gewürdigte ueuerbaute Kanzel, welche im Lause der vergangenen Woche won dem Verfertiger, der Hofmöbelfabrik Th. Brück in Meßen, zur Aufftellung gebracht war, in schöner und würdiger Weise geweiht ünd ihrer Bestimmung übergeben. Eine halbe Stunde vor dem Gottesdienste des ersten Adventsonntages versammelten sich die Kirchenvertretung uno der Kirchenvorstand, sowie der Ktzeisrat Geheimrat HeinrickB und> Dekan Sauerwein, um vom Bau- rnspektor Kühl mann, der als Schöpfer der Kanzel diese an! den Kirchenvorstand nach gelungener Vollendung übergab. Er gedachte in schönen Worten der Vergangenheit der alten Kanzel bis Aur Entwicklung der neuen Kanzel, welche nun auch Jahrhunderte ichrem Zweck dienen möge, und erwähnte die Leistungen der Aus- hührenden Hoflieferant Brück und Bildhauer Friese, sowie der Ar- veiter. Nachdem auch Hofliefevant Brück wünschte, daß von dieser Kanzel bald verkündet würde: „Friede aus Erden", übernahm namens des KirckMworstandes Herr Dekan Sauerwein, den Dank der Gemeinde, der Kircheirvertretung und des Kirchenvor- ftandes ausbringend, von der Batrl-eitung die Kanzel'. Hierauf ergriff der Kreisrat des Kreises Alsfeld, Geheivrrat Heinrichs, das Wort, mn den Augenblick der Kanzeknbergabe und Weihe zu feiern. Nachdem noch Briefe vom Ober-Konsstwrium und dem Denkmalpfleger Prof. Walde zur Verlesung gebracht waren, welche Herren leider nicht zur Weihe erscheinen konnten, fand dieser Weiheakt seinen Abschluß und der Gottesdienst begann. Das schöne Gotteshaus war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Feier- wurde verschönt durch den prachtvollen Gesang des Kirchen- gesangvereins. Dekan Sauerwein gab in seiner .Kanzelrede Rück- nnd Ausblicke bezügl. der Kanzel und segnete das schöne Werk, das sich den reich vorhandenen Kunsttverken der Walpurgiskirche würdig anreiht. oz. Bi eben, 5. Dezember. Dem Musketier Georg Opel von hier wurde die Hessische Tapserkettsmedaille verliehen. — Die hiesige Bucheckernsammlung ergab 94' Kilogramm. Der geringe Ertrag ist dem Umstand zuzu schreiben, daß in unserer sonst so reichen Waldgegend die alten Buchende stände vielfach verschwunden sind, und die jungen Bestände noch keine Früchte tragen. Kreis Lüuterbach. oz. L a ir ter b a ch , 5. Dez. Tie Stadt hat den Verkauf von Nehfleisch angeordnet. Da die Fleischerinnung den Verkauf ab- lehnte, wurde er dem Fleischbeschauer Blum übertragen. Kreis Schotten. O Gedern, 2. Dez. Einen wahrl-ast rührenden Beweis treuster Anhänglichkett an ihre alte Heimat bildeir die mehrfachen Spenden von Fräulein Marie S chm idt, seit einigen Jahrzehnten in Berlin ivohnhast, für Zwecke der örtlichen Kriegs für- sorge. Sobald sie nur irgend 'in Erfahrung bringt, daß der hiesige Ortsaussckmß eine Liebesgabensendung an die Gedener Krieger vorbereitet, schickt sie treulich ihre Gabe. So spendele^sie auch zur diesjährigen Weihnachtssendung einen Betrag von 10 Mk. Solche Opsettvilligkeit urrd H^eimatliebe ist hoch anzuerkennen. # Rebgeshain, 4. Dez. Auf dem Felde der Ehre starb nach 16monatiger treuer Pflichterfüllung der Grenadier Heinrich Boß im Garde-Gren.-Rgt. 5 Kreis Friedverg. oa. Friedberg, 6. Dez. Em sehr bedauerlicher Unglücks- fall trug sich Samstag nachmittag am hiesigen Bahnhof zin Tie Ebesran des Hilfsbahnschafsners Meyer von Okarben wollte mit dem Z»g 6.46 wieder nach Okarben zurück. Frau Meyer sprang, während der Zug schon iin Fahren war, noch auf, glitt aus und fiel unglücklicherweise zwischen die Wagen. Sie wurde von den Rädern erfaßt und fand einen schrecklichen Tod. Um so tragischer ist dieser Unglücksralh als ihr Mann eine halbe Stunde später in Urlaub kam. ----Butzbach, 4. Dez. Ter Kasseler V-Zlrg überfuhr am Sonntag nachmittag zwischen Ostheim und Butzbach eine Schafherde, die anscheinend -die Bahneinzäunung durchbrochen hatte, und zermalmte sechzehn Schafe. Zahlreiche andere Tiere wurden verletzt. bnz. Bad-Nauheim, 5. Dez. Unteroffizier Karl Bausch und Gefreiter Friedrich Klee wurden mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Starkenburg und Rheinhessen. r-^y^r? 0 ! 19611 ' 3 - Deö- Am vergangenen Mittwoch fand die Schlußferer des 50. Kursus der hiesigen Äaushaltungsschule statt. Von etiier Feier hatte man mit Rüch'icht auf die ernste Zeit abge- set)em Ter derzeittge Vorsitzende der Ortsschulkommission, Hauptleh- rer D i t h l, schilderte in seiner Begrüßungsrede die Gründung, die Entwicklung und Wirksamkett der Sck>u1e in den 25 Jahren. Tie Arr- statt wurde bis jetzt von 1091 Schülerinnen besucht, die nicht nur aus dein Groß Herzogtum Hessen, sondern auch aus den Nachbargebieten, wie Hessen-Nassau, Westfalen, Rheinprovinz, Pfalz usw. stammten. Ein Zeichen, welch guten Rufes sich die Schule stets er- tteucke Am Schlüsse der Prüfung, aus der mau ersehen konnte, lvie gewissenhaft wieder gearbeitet worden war, überbrachte der Präsi- der Landwirtschaftskammer, Oekonomierat Walter dis Glücktminsche der Kammer und dankte dem Lehrerpersonal für die treugeleisteten Dienste. Er überreichte sodann den beiden Lehre- rmuen als Anerkennung je eine chstbare Schreibmappe. Beigeordneter Oppermann beglückwünschte die Schule namens der Ge- memde Langen und Geh. Landesökonomierat Müller namens der hessischen Regierung. Er wünschte der Schule ferneres Blühen und Gedeihen. Kreis Wetzlar. ra. Wetzlar, 5. Dez. Die W a nder büche rei des Kreises Wetzlar zäUte im letzter Geschäftsjahr 12 438 Bücher-, welche noch um 475 neu beschafften Bärrde vermehrt wurden. Diese verteilen! sich auf die.einzelnen Bürgermeistereien wie folgt: Atzbach-Launs- bach 1730 (64) Bände, Ehringshauseir 1740 (60) Bände. Braunfels 1626 (109) Bände, Greifenstein 1417 (58) Bände, Hohensolms 1.559 (48) Bände, Groß-Rechtenbach 2020 (70) Bände und Schwal- bach 2340 ( 66) Bände. AN Beihilfen wurden bewilligt voni Staate 233,40 Mk., vom Kreise 280 Mk. und von den Gemeinden 689 Mk. Zur Belohnung von fleißigen Lesern, die entliehene, Bücher pünktlick' und in unversehrtem Zustande zurückbringen, kamen >auch diesnral wieder eine Anzahl Kalender zur Verteilung., Bücher, die ettva in Hauser mit ansteckenden Krankheiten verliehen ivurden, werden sofort gesammelt und auf Kreiskosten einer Desinfektion unterzogen. Hessen-Nassau. [] Marburg, 5. Dez. Wie das Königl. LandratSamt bekannt macht, wird von heule ab die Genehinigung zu Haus- s ch l a ch t u n g e n nur noch unter der Bedingung der Abgabe von frischem Speck für in der Kriegsiudustrie beschäftigte Arbeiter erteilt. Die Höhe der Abgabe richtet sich nach dem Gewicht des Schweines. Für das Pfund Speck werden 2,75 Bit. vergütet. ra. Altweilnau, 2. Dez. Der Unteroffizier Wilhelm Orlepp von hier wurde mit dein Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet. [] Biedenkopf, 5. Dez. Die Tochter des Metzgermeisters Louis Unkel hier, Fräulein Helene Uukel, hat' am 15. Nov. bei der Handwerkskaminer in Wiesbaden ihre Prüfung als M e tz g e r g e f e l l e mit der Note „gut" bestanden. ra. Edelsberg, 3. Dez. Zum Bürgerineister unserer Gemeinde wurde einstiinnlig Landwirt Heinrich Ehristian Müller gewählt. ra Erda, 5. Dez. Nach dem Kriege gilt es für unsere große Gemeinde die W a s s e r s r a g e zu lösen. Es besteht die Meinung, daß die Zuleitung nur aus dein „Erleubachtal" inöglich ist. Tro^ der waldreichen Ulngebuug fehlt es tatsächlich an ergiebigen Quellen, Hohensolms leitet sein Wasser vom nahen Lappen- berg her. ra. Nanzenba'ch, 3. Dez. Der Bergmann Heinrich Karl Nickel von hier wurde in der Grube Stilling-Eisenzug bei Oberscheld durch giftige Sprengstoffgase getötet. — Frankfurt a. M., 4. Dez. Das Prinzenpaar Friedrich Karl üon Hessen überwies der G o l d n n k a n f S st e l l e eiiw große Menge kostbarer goldener Schmuck- und Schaustücke; darunter befinden sich auch zahlreiche Schaumünzen und Erinnerungsmedaillen von hohein histolischen Wert. ^ — Frankfurt a. M., 4. Dez. In einer Wohnung der Scmlburg-Allee ereignete sich I>eute vormittag ein folgenschweres Explos^ionsunglück. Ter tom der Front auf Urlaub heim- gekehrte Sohn eines Krankenkassenbeantten hatte einen Zünder mttgebracht und erllätte diesen seinem Vater. Plötzlich entzündete sich das Geschoß. Durch die uml)erftiegen!>eu Spreugstücke wurde dem Vater die linke Hand glatt abgerissen und das Gesicht schwer verbrannt. Der Sohn erlttt schwere Verletzungen am Kopf und km der Brust. Beide kamen in sehr ernstem Zustande in das städtische Krankenhaus. — Frankfurt a. M.. 5. Dez. Der Liebesgabe nzug mit den Weihnachtsgaben für die Angehörigen des 18. Armeekorps ist am- Sonntag nach der Westfront abgefahren. In seiner Be- gleilnng befinden sich etwa 10 Herren arrs dem Bereiche des Korps. — B o names, 5. Dez. An der Niddabrücke wlirde ein etwa bOjähriger Mann beivußtlos anfgefunden. Der Unbekannte starb kurz nach seiner Einlieferung ius Krankenballs. Fc. Cronberg i. Taunus. 3. Dezi Inder gestrigen Stadt- vera-rdnetensitzung wurde bezüglich.der Kartoffelversorgung! in hiesiger Stadt ein betrübendes Bild entworfen. Tie Versorgungsbezirke, die Kreise Till und Montabaur, hätten versagt und nur der Kreis Stolp habe geliefert. Zurzett lagern hier 350 Zentner. Diese werden an die BLwlohner oertettt, die keine Kartoffeln mehr besitzen. Sie müssen bis zum Ende des Bäonats Februar reichen. Weiter wurde die städttsche Schroeinezucht belxmdelt und darcriLs hingewieseu, daß es in inächster Zeit zur völligen Ab- schlachttmg der Sch-veine kommen müsse, da das Futter sehr rar mtb teuer, die ganze Zucht unreittabel geworden sei. --- G e l n ha u s e n , 3. Dez. Militärkommandos prüfen augenblicklich i!m Klceise die K a r t o s s e l v o r r ä t e nach und entdecken dabei, wie der Leiter des Kommarrdos selbst öffentlich bekannt gibt, zahlreiche verheimlichte Schätze. Tie Vorräte wurden aus Kellern, Mieten, Schuppen, Scheunen, sogar auf Böden und in Zimmern unter Rüben, Stteu. Heu, Reisig und Korn herausgeholt. Sämtliche Kartoffeln wurden den Leuten zwangsweise enteignet. Von Llnzeigen und der unentgeltlichen Einziehung der Vorräte sah man, Mitteilungen des Revisionskommandeurs zufolge, in der Annahme ab, „daß die Leute sich der Tragweite ihres Tuns nicht voll bewußt gewesen sind. In Zukunft soll keine Rücksicht nwhr genommen werden." g. Eschweg e a. d. Werra, 4. Dez. Der Magisttat hat die Einrichtung einer städtischen M i l ch k ü ch t beschlossen. In dieser soll für kleinere Kinder die Milch zum Genuß soweit in Flaschen nach ärztlicher Vorschrift zubereilel werden, daß sie nach Erwärmen der Flasche sofort an die Kinder verabfolgt werden kann, ohne daß ein nochmaliges Umfüllen notivendig wird. Ter Preis soll lediglich nach den Selbstkosten — für Wohlhabendere, mit entern kleinen Aufschlag — berechnet werden. Ferner hat der Magistrat Mr Entgegennahme von Anregungen und Beschwerden in Sachen der Kriegsernährung eine besondere Dienststelle in der Stadtverwatttmg eingerichtet und gleichzeitig die Einwohnerschaft gebeten, Fragen der Kriegsernährung nicht in der Preise unter „Eingesandt zu erörtern, da dies doch uidjit zur Klärung der Sache diene! ra. Aus Nassau. 4. Dez. Das Königl. Preuß. Kriegs- minitterium hat aus der Volksspende der evangelischen Blättervereinigung in Nassau zur Unterstützung ihrer Bestrebungen 10 000 Mk zugewendet. = A u s dem Taunus, 4. Dez. Seit heute früh schneit es bei fast 3 Grad Kälte ununterbrochen. Die Schneedecke ist an manchen Stellen bereits 10 Zentimeter hoch. Das Gebirge zeigt die herrlichsten Winterlandschasten und Rauhreifbildungen. „Gedenket der Geburtstagsspende fiir’s Rote Rreuz"! Letzte Naehvßctzten^ Die Erfolge in Rumänien. Berlin, 4. Dez. Der mttttärische Mitarbeiter der „Vckft. Ztg." schreibt: Mit dem Sieg am Argesul haben wir heute doppelt soviel Gebiet wie in Frankreich besetzt. Es sind rund 4 5 00 0 Quadratkilometer meist reinster Weizenbvden, der uns die Unabhängigkett des Handelns trotz der englischeu Blockade für die Zukunft garautiert. Wenn die Anzahl der Gefangenen für viele !der Ausdruck der Größe des Sieges ist, dann wird man aus der Zahl von 20 724 Mann, die zwischen dem 28. November und dem 3. Dezember in unsere Hand gefallen sind, entnehmen können, tvas die Ereignisse in Runiänien bedeuten. Auf dem 5kriegsschau- platz von Bukarest entwickeln sich, die Verhältnisse weiter günstig. Wir rücken im Tambowitza-Tal vor. Unsere Truppen haben einen Punkt 42 Kilometer südlich von Campulung erreicht. Nach russischem Beispiel. B^lin, 4. Dez. (WTB. Amtlich.) Wie die russische Heeresleitung in Polen und WioHynien, bedroht auch die rumänische in der Walachei den größten Teil 'der Zivilbevölkerung durch Abschieben nach dem Osten in gewissenlosester Weise in Gesundheit, Leben und Besitz. Lange Kolonnen von Flüchtlingen, die selbstverständlich mit dem raschen Vormarsch unserer Truppen und der Flucht der Rumänen nicht Schritt halten komrteu, lagern unter fteiem Himmel und sind Hunger, Krankheit und Elend preisgegeben. Das Verjagen der Bevölkerung von ihrer Scholle ist militärisch schon desl?alb sinnlos, weil durch die Flüchtlingskolonnen auch dem rumänischen Rückzug SckMierigkeiten bereitet werden, die die zurückflutenden Trup- perr.einfach dadurch M beseitigen suchen, daß sie Menschen und Vieh, wie die Wagen mit den Habseligkciten erbarmungslos in den Straßengraben werfen. Die von ihrer Regierung Mr Flucht veranlaßte lund dann in solcher Art im Stich gelassene Bevölkerung ergibt sich inaturgemäß, oon Kälte, .Hunger und Krankheit getrieben, Raub ünd Münderung. Unsere Truppen finden die vornehmsten Häuser von ihr erbrochen, zunächst als Zuffuchtsstätten benutzt und vor dem Mettergehen ausgeraubt. Ebenso werden die verlassenen Häu.ser der Flüchtlinge von den zurückgebliebenen ^Einwohnern gebrand- schätzt. Irr rumänisck?en Armeebefehlen aber werden die Folgen dieses unsachgemäßen gewissenlosen Abschiebens der Bevölkerung dahin entstellt, daß die Deutschen das Land und seine Vorräte verwüsten. Me haltlos diese Behauptung ist, geht allein daraus hervor, daß es ja im eigensten Interesse unserer Trupoeu liegt, rhre Quartiere unversehrt zu erhalten und die Vorräte des Landes spar- ,am urrb sachgemäß zu verteilen. Das Unterhaus über Griechenland und die Kabinettskrise. London, ,4. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Unterhaus. Lord Robert Ceeil erklärte auf eine Anftage: Ich bedauere, erklären zu müssen, daß die Lage in Griechenland- außerordentlich ernst ist. Trotz der formellen und wiederholten Versicherung des Königs von Griechenlano und der Regierung, daß keine Ruhestörungen geduldet würden, wurden höchst verräterische provozierende Angriffe auf die Abteilungen der Lllltterten unternommen, die oon dem sran- zösffchen Admiral am 1. Dezember gelandet wurden. Zahlreiche Verluste waren die Folge? Ein vollständiger Bericht liegt wach nicht vor. Die britische Regierung ist der Ansicht, daß. die Verantworttcng des Königs und der Regierung von Griechenland dadurch in Mtt- I eiben schuft gezogen wurden. Sic erwägt mit den anderen Verbündeten sosorttge Schritte, um eine radikale Lösung der Lage, die entstanden ist, zu sichern. A s a u i t h sagte in Beantwortung ernerAnfragc wegen der Ernennung eines Lebensmtttelkontrolle u csd Ich glaube, daß alle Fragen über Personen wieder aufgeschaben werden sollten, bis der Umsvrmungsprozeß vollzogen ist. Asguith Mug deshalb vor, daß das Haus sitz nach der heutigen Sitzung bis Donnerstag vertage. Dann sagte Asgiiith, er wünsche vollständig klar M machet:, daß, was immer für Veränderungen iw. Kabinett Platz greisen mögen, dies keine Abweichung von der fett Becftnn! des Krieges erklärten Und befolgten Politik mit sich bringen werde. (Lauter Beifall.) Wenn irgend jemand glaubt, daß Anzeichen für eine Aenderung der Politik vorhanden sind, so kcnm ich ihm versichern, (xrfe er vollständig im Irrtum ist. — Bomar Lav saß währenv dieser Erklärung neben Mgnith in vergnügter Unter- halttmg. Lloyd Georges war nicht anwesend. London, 4. Dezember.. (WTB. Nichtatntlich.) Meldimg des Reuterschen Bureaus. Asguith hatte heute morgen eine nette Audienz beim König. Griechenland. Athen 3. D^. WTB. Nichtamtl.) Meldung des Reuter- scben Bureaus: Der Tag war ruhig. Aber es herrscht große Besorgnis. Abends findet im Palais ein Kabtuettsrat statt Athen, 3. Dez,, 10 Uhr abends. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Es verlautet, daß. acht Batterien anstatt sechs sofort der Entente ausgeliesert tverden sollen, sobald ein Protokoll Darüber aufgesetzt ist. Die Re-gierung wird de^ Nattoualiften und der iEntente den vollen Schutz gttvähren uttd verpflichtet sich, den verhafteten Venizelisten alle gesetzlichen Garantien M geben. In Kreisen, die dem Königlichen Palaste nahestehen, wird erklärt, daß ivieder normale Beziehungen zur Entente her gestellt feien. ^ London 4. Dez. (WTB. Nichtamtl.) Die „Times" erfährt aus Athen vom 2. Dezember: Im ganzen wurden ant Frettag früh 3000 Mann Ententetruppen ansgeschisfi. Sie sind in drei dlbteilungen nach Athen vorgerückt. Als sie an den Pimkten ankamen. die ihnen angetviesen worden waren, fanden sie sie von griechischen Truppen besetzt, die, als sich die Alliierten zurück- zuziehen begännet:, feuerten. Ter Kampf begann vormittags. 101/2 Uhr und endete, itachdeui eit: WaffensMstand geschlossen worden war, nachmtttags 2 Uhr. Tie Alliierten hatten bedeutende Verluste, uamenttich die Italiener litten schlver. Man glanbt, daß hutrdert Franzosen gesancten genommett wurden. Am Samstag begannen die Unruhen Mtfs Nette und dauerten fast den ganzen Tag fort. Matrosen feuerten von den Hotelbalkoirs icnd Zeitungsgebäuden. Fast den ganzen Tag wurden Venizelisten verhaftet. Tie Athetter Presse berichtet, daß eine Granate in den Gart er des Palastes, eine in die Palastküche und eine in den inneren Palasthos fiel. Bern, 4. Dez. (WTB. Nichtamtlich,.) „Corriere della Sera" zufolge hat die griechische Militärliga alles in dett Athener Depots befindliche Material nachts aus Milttärfuhrwerken urü> M- litärautomobilen in Richtung des Parnaß weggeschafft. Versenkt. Lvudon. 4. Dez. (WTB. Nichtamtliche Lloyds meldet, daß der brittsche Dampfer King Oleddyn (4387 Bruttoregister- tonnen) versenkt wurde. Rotterdam, 4. T^. (WTB. Nichtamtlich.' Ter Dantpfer Kediri, der vor einiger Zeit auf der Reise nackt Marseille versenkt wurde, hatte eine Ladung Zucker für Frankreich an Bord Der nrue Präsident der Eiscndahndirektion Mainz. Dar m stadt, 4. Dez. (Privattelegratnm.) Zum Präsidenten der Eiseubahtldirektion Mainz tvurde als Nachfolger des kürzlich verstvrbetten Präsidenten Laurl, der Vortragende Rat im preußischen Ministerium der össenttichen Arbeiten von Schoeueu, bisher Leiter des jVerkehrs- uttd Beförderungsdienstes der Preußisch- Hessischen Staatsbahtt, ernannt. Uederschwemmungen in Spanien. B e r tt, 4. Dez. (WTB.) Nach einem Telegramm der HumanitS aus Madrid sind in der Gegend von Valencia Ueberschu>emmungen eingetreten, die sich auf ein Gebiet von 200 Quadratkilometer erstrecken. (Der Schaden wird auf mehrere Mllionet: geschälck. Di« Orangenernte soll fast vollkommen vernichtet sein. Ein Hilss- Mg ist in Alcire eingetvoffen, das mehrere Tage ohne Verbindung und ohne Licht geblieben war. Unter der Bevölkerung ist berettö eine Hungernot aus gebrochen._ Forman Schnupfetz tDoseöOJi gegen Statt Karten. Ihre am 2. Dezember 191G vollzogene Vermählung beehren sich anzuzeigen Finanzassessor Bühner u. Frau Hedwig Bühner geb. Neunhöffer. Darmstadt (Beckstraße 91), im Dezember 1916. 013647 J Im 18015D Oarmstädter Pädagogium bestanden seit Ostern cl J.: 7 Abiturienten. 4 £®rii:iancr. 2 Fähnriche, 1 Seekadett, 23 Kinjährigc andlfiiraudercKlassen; ^eit Kriegsbeginn bestanden 1)7 Schiller ihre Prüfungen. Prospekte durch den Leiter_ IW. Elias. flauen &äae Z i)t eure 5 Zjmmcr-Wohnnna mit gr. 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Da» an Martin» mllig gewesene Holz- und Grasgeld für das Ri. 1916 kann in den nächsten 8 Tagen nach ohne Kosten an die Stadtkaste bezahlt werden. 87056 Dieienigen Garten- und Grundstücksbesitzer, welche Düngemlttel beziehen wollen, fordere ich hiermit aus. den Bedarr Drenstag, den 5. und Donnerstag, den 7. Dezember 1916 auf dem Lebensmittelamt, Zimmer 4, anzugeben. Näheres tst daselbst zu erfahren. 87086 Betrifft: Verkehr mit Vollmilch. Von Mittwoch, den 6. Dezember 1916 ab tst die Belieferung des V. Brotkartenbezirks mit Vollmilch an Stelle des Händlers G. Katz der Händlerin Katharine Dt e tz ans Staufenberg und dem Händler Wilhelm Brück. Ehefrau aus Vanggö ns übertragen wordem 87076 Veriorgung der Kranken mit Zusat,nabrungömitteln. Unter Hinweis aus die von Grostb. Ministerium des Innern ausgestellten Richtlinien über die Abgabe von Zusatzkarlen für Lebensmittel auf Bescheinigung eines Arztes — abgedruckt nn Krersblatt Nr. 148 vom 17. No vember 1916 wird Folgendes bekannt gemacht. I. Zusatzkarten für Kranke zum Bezug von Lebens- nntteln als Zusatz zu den allgemein gültigen .Karten werden nur auf Bescheiutgung eines Arztes - in der Regel des behandelnden Arztes - auf dem von Groph. Mmiftertum vorgeschriebenen Formular auö- gegeben. Das Formular must in allen Teilen voll- ständig ausgefüllt fern. n - Die Bescheinigung ist in verschloffenem Briefumschlag in i b i Gr ELebensmtttelamt - Prüfungsstelle - einzureichen lu - ^eber den Antrag aus Bewilligung von Zusatzkarten entscheldet eine für diesen Zweck besonders eingerichtete Prütungsstelle, die ans einem städtischen Beamten und zwei Aerzten besteht,- die Entscheidung wird den Kranken nntgetettt. lv ■ für die Erlangung von Znsatzkarten ausgestellten ärztlichen Zeugnisse treten auber Kräfte Mts ge ge den" "'^den daraufhin künftig nicht mehr V. Diese Bestimmungen treten am 4. Dezember 1916 in straft. ft 7 ngp Gieben, den 1. Dezember 1916. Ter Oberbürgermeister. Keller. Redertran Rmnlsion auch mit Zusatz von I^eelthla, empflehlt lllsä.-vrvgvrta z. Kreazplatz Kreuzplatz 9. ' 8713a Bakof Seüersweg 81 Schulstrafle 5 8719 Um in Feldpost - Pack ang. für Damen in Tula-Silber feinster Ausführung, äuberst billig. '013658 Partie Brillen u,Zwicker so lange Vorrat ä 1 Mk. 50 zum Aussuchen. Uhrmacher Gg Koch, MtUUatr. 2. neb. Bahnhofstr.14 MM Sii Dir.: Hermann Steingo Dienstag, 5. Dezbr. abends 8 Uhr 7. Dlenstags-Abonnei Gewöhnt Preffe"erm Csllege Komödie in 5 Akte! Gerhart Hauvtma