llr. 284 Der G1etze»er Xojetye* erscheint täglich, außer Sonnwgs. - Beilagen: KgmiliendkMer; Xrctsblfitt f&T len Kreis Siebe«. vezugspreis: mxjRott. 90 olertel- tKrl. Mk. 2.65; durch Avhole- u. Zweigstell« monaü. 80 M.; durch die Post Mk. 3.45 oiertel- tährl. ausschl. Bestell-, fferiffprech - Anschlufie: lür die Schritt!eitu,-.q 112 Verlag,VeschäitsstelIe51 Anschriit für Drahtnach* richten: Anzeiger Siehe«. Erstes SKck i-ö. Jahrgang Samstag, 2. l Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Samstag. 2. Dezember 49X6 Annahme van Arrzeigen Kravkstock a.«. nm Griechenland lehnt dar Ultimatum der Entente ab. Äon tmc es dem geschkagenc» Feinde großmütige. Er nicht mmi großmütige FriedenÄiedingnnMn auferlegte. Dchs ist der 27. Monat des Krieges und der 4. Monat der Ossenswe der VeMmdeteir — der 5., wenn wir den 1. Monat der russischen Offensive mitvechnen —, 2 Monate ist es schon her daß dre Verbündeten eine Verstärkung erhielten, die alles in allem' genommen, ungefähr eine Million Mann betrua. Vier Monate'" Und als deren Ergebnis muß festgestellt werden: Die Deutschen haben ihre Ostfront nicht allein rvüderhergestellt: sie ist Hut solcher .Kraft gefestigt, daß alles geschickte und heroische jammern sunseres russischen BundesgenossM kauni dazu fühtt auch nur eüt wenig an ihr zu rütteln. Die deutschen Gegenangriffe im Westen sind wieder häufiger und heftiger geworden.. .. Was uns nachdenklich stimmen muß. ist, daß Deutschland in denl Augenblick, wo tvir den Höchstdruck auf Me seine Fronten ausübten. imstande U, eineneueOffen- sive vorztlbereiten und Ml entwickeln._" Me diese Ereignisse und Zeichen der Zeit lehren uns, daß auch die schwere Prüfung, in der jetzt die Menschheit steckt, vorübergeht und ein schnelleres Ende ninrmt, als man vielleicht denkt. Ein schnelleres und auch ein natür- licheres Ende, als es denjenigen vvrschwebt, die ihre Hoffnung auf Überredungskünste «und internationale Einigungsversuche am grünen Tische gründen. Ansichten solcher Llrt hat der „Vorwärts*' jetzt wieder ausgesprochen, indem er seine Kriegsziele also erläutert: „Was also können wir tun? Wir müssen so lange weiter kämpfen, als toir keinen Frieden bekommen könmni. Den Frieden bekommen wir aber oesto eher, je enger sich Kraft der Kriegführung nut Mngheit der Kriegspolitik verbindet, je llarer den Gegnern! tz-uM Betvußtlern gebracht wird, daß sie zwar nie den Frieedn bekonm,en werden, bat sie ursprünglich wollten, daß sie aber auch ohne Demütigung den Frieden wollen können, den das deutsche Volk null. Dieser Frieden muß kein Frieden des Standes vorher sein. Slber es 'muß ein Frieden sein,, der auf Grnnd der Anerkennung beiderseitiger Ebenbürtigkeit geschlossen loird. ein Frieden, der kernem etwas nimmt, ohne ihm etwas Gleichwertiges dafür zu geben, ern Zug-um-Ztrg-Geschäft, das in Vevhandbmgen zwischen Glerchen geschlossen wird. Nur ein solcher Frieden, der Ver- ständtguny, nicht der Vergewaltigung, trägt die Gewähr der Dauer in ftch er liefert die feste Grundlage für den Aufbau der überstaatlichen Organisation zur Erhaltung des Friedens, für die sich die .deutsche wie die engKsche Regierung ausgesprochen haben." Wir meinen, das „Zug-um-Zng-Geschäst" wird am besten noch in Hindenburgs .Händen anfgehvben sein, und dann wird das Ende denn doch eine größere Getvähr der Dauer haben, als "dieses Friedenstzeschäft des „Vorwärts", der den wichtigster! Sachverständigen und berufensten Gestalter, nämlich den Krieg selber, ausschaLten und wie einen falschen Komödiantert hinter der Kulisse verschwinden lchsen möchte. • • . • Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 1. Dez. (WTB. Nichtamttich.) Amtlich wird verlautbart: 1. Dezember 1916. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeld mar sch alls von Mackensen. Die Donau-Armee drängt südlich von Bukarest gegen den unteren Argesu twr. Südöstlich von Pitesti und südlich und ösllich von Campulung wurde durch die siegreichen Kolonnen der Verbündeten erneuerter rumänischer Widerstand gebrochen. Die Einbuße des Feindes an Ge- fangenen betrug auch gestern einige Tausend, die Beut^ an Geschützen und Kriegsgerät ist groß. Heeresfront des Generalobersten Erzherzog Josef. Die Russen setzten nach wie vor alles daran, gegen die tapferen Truppen der Generale von Arz und von .Köveß durchzudringen. Die Schlachtfront erweiterte sich gegen Süden, da sich im Grenzgebirge östlich von Kezdevasarhely die Rumänen dem Angriff anschlossen. Der Kampf wurde wieder mit größter Erbittening geMrt. An zahlreichen Stellen ging der Verteidiger zum Angriff über. Der Erfolg war auch gestern ganz auf unserer Seite. Heeresfront des GeneralfeldmarschallS Prinzen Leopold von Bayern. An der Zlota Lipa schlugen ottomanlsche Truppen einen russischen Vorstoß ab. Sie folgten dem geschlagenen Gegner bis an seine Gräben. Italienisch er Kriegsschauplatz. Der Geschützkampf südöstlich von G ö r z und auf der Karsthochfläche hielt in wechselnder Stärke an. Unser Feuer brachte mehrere Munitions- und Minendepots der Italiener zur Explosion. Auch an einzelnen Kärntner- und Tiroler-Abschnitten herrschte lebhaftere Arttllerietätigkeit. Feindliche Flieger warfen ins Etfthtal Bomben, ohne Schaden zu verursachen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Der Stellvertvewr des Chefs des Seneralftat« v.Höfer, Ferdmarschalleutnant. m Abendbericht. Wien, 1. Nooeniver. (WTB, Nichtamtl.» Aus dem Kriegspressequartirr wird mm 1, Dezember abends gemeldet: Russischer Ansturm in den Karpathen dauert unvermindert heftig fort. Der Feind holte sich, wie an den Vortagen, blutige Köpfe. Aus Rumänien ist die Meldung noch ausständig. Aus Griechenland. Griechenland leistet Widerstand. Athen. 30. Nov. (WTB.) Meldung des Rmterschrn Bureaus. Die Regierung hat dem Admiral Fournet geantwortet, daß sie sich endgültig weigere, die Waffen auszulicfern. London, 1. Dez. (WTB.) „Daily Telegraph" meldet aus Athen vom 30.November: Der König hat angeordnet. daß das erste Armeekorps gegen die Besetzung griechischer Gebäude, die beretts von griechischen Truppen besetzt sind. W ide rstan d le i sie n so l l. Haag, 1. Dez. (zf.) Reuter meldet aus Athen vom 30. November 9 Uhr abends: Die Regierung richtete eine Antwort an Admiral Fournet, in der endgültig die Auslieferung der Waffen verweigert wird. Reuter meldet aus London vom 1. Dezember: „Daily Telegraph" meldet aus Athen wom 30. November: Der König befahl dem ersten Armeekorps, der Besetzung griechischer Gebäude, die bereits von griechischen Truppen besetzt sind, durch die Alliierten W i d e r ft a n d zu leisten. London, 30. November. (WTB.- Unterhaus. In Be- anllrortimg einer Llnfrage betreffend die neue Lage, die durch dte Weigerung der griechischen Regierung geschaffen sei, ge-. maß der Fordmmg der Mnerten die Wasen anszuliefern. erklärte Lord Robert Cectl: Admiral Fournet lwt die griechische Regierung davon in KmnömS gesetzt, daß er. sofern ihm nicht bte Attülerte tm Lause hes morgigen Tchges ausgellffect loerde gezwungen senr werde gavisse Gegenmaßnahmen zu er- gvetwn. Die Natur oreser Gegenmaßnahmen kann nicht int voraus bekannt gegeben werden. London, 1. Dez. (WTB.) Meldung des Reuterschen BU- Athener Korrespondent des ..Daily Telegraph" hatte am Mtwvock> eine Unterredung mit dem Adutrval Fournet W b ksftn Flaggschiff. Der Admiral fetzte dein Korrespondenten ansetnatwer, waruur er in dem Briese an die Regierung den langen Termtn bewilligt habe. Die Wa ffe n befänden sich nicht in Athen Deshalb war es notwendig, zur Uebcrbringung der Waffen nach Orten, ivv die Ablieferung stattftnden körnte, entspreckn'itd viel Zett zu gewahrem Der Admiral sagte, er müsse auf der Mlieferung aller Waffen bestehen. Tic Ententtevegiermtgen seien sich über die Notivendtgknt, sie zu besttzen, einig. Man ftagte ilm, ob er auch den Soldaten dte Gewehre aus der Hand reißen wollte. Er sei aber ^r letzte, so etwas zu wünschen. Ter König sei für eine friedliche Lösung, m senter Umgebung befänden sich aber einige überspannte Personen, dte „plus Royaliste, guc le rot" seien. Wertn die Re. gterung bei der Weigerung blchbc, kaffe er Trühpon lllnder^ ttnti bk Pmckke, bk tefffr in Brosche ffortnt, «tefc^enL Fovrnet Ich verfüg Wer MeirmesoLoLen und Truppe», über das Ujk fdvverc Geschütz. Ich hoffe, daß kein Blut füeszen wird. Was mich betrifft, versichere ich, daß kein Soldat oder Matrose der Entente den ersten Schuß lösen wird." _ London, 1. Dez. (MTB. Nichtamtlich) „Times" erfahrt tiu3 Athen, daß der König vorgestern den französischen Militär« ttoichee in den Palast entbieten imfc mit ihm Me ernste Lage besprochen hat. Wie berichtet wird, ist die HauptUrsache für die Weigerung der Regierung, die Geschütze. auszuliefern, die Furcht, daß dann Venizelos mit seinen Truppen nach Thessalien und Athen vorrücken würde. In einigen Kreisen verlautet, daß die Entente bereit ist, Bürgschaften dagegen zu geben, wenn die Regierung einwilllge, 10 Batt e r ien roch die erforderliche Munitiouj auszulustern, daß sie aber im Falle einer Weiterung die Sache selbst regcku werbe. Gerüchtweise verlerntet, daß die Gebirgsbatterieul rvach CHEs, Mauplia, Kalonmda und anderen Orten gebracht worden seien. In diesem Falle erwartet man eine Blockade dert griechisäien Häsin durch die Alliierten. „Tally Telegraph" erfahrt aus Achen, daß Transportschiffe der Alliierten mit französischen Truppen an den Landungsbrücken liegen. T-er 8 tzö^nig hat ein Dekret unterzeichnet, durch das! Freiwillige für dix Armee aufgerufen würden. Am Mittwoch habe der König beit Offizieren, des 1. Armeekorps seine ^Anerkennung für ihre schneidige Haltung «usgesprochrnt tmd befohlen, bewaffneten Widerstand zu l giften, falls die Truppen der Alliierten versuchen sollten, von den Griechen besetzte Gebäude ziu beseken. Bern, 1. Des. (WTB. Nichtamtlich.) „Corriere della Sera" meLret aus M>eu: Ministerpräsident Lambros hat gestern abend Erklärungen abgegeben, mit denen er die ablehnende Haltung der Regiern ng bestätigte. Tie anti- venizelistffchen Blatter nehmen einstimmig eine drohende Haltung an und verlangen Wll>erstund. Mehrere Athener Regimenter sind mit Kriegsmaterial nach Nordosten abgezogen. In der Lage scheint eine Wendung-einzutreten. Fournet läßt mitteilen, daß chm Zusicherungen gegeben worden Men, die öfsiMiche Ordnung werde nicht gestört werden, und daß er geeignete Msßnahvrar zetvofsin habe. sr»e Aeußerung SudendOrff». B e r l i u , 2. -Dez. In der gestrigen Generalveffammlung deS Bundes der Landwirte im Königreich Sachsen LeWe der Reichstagsabgeoronete Wildgrube eine Aeuße- rnng Ludendorffs mit, daß die Kriegslage im f ege nwartigen Augenblick so günstig sei, wie ange nicht. — Wie der „Lokal-cmz." nritteilt, berichtete außerdem der Vorsitzende der Versammlung, daß den landwirtschaftlichen Arbeitern nach Friedensschluß in denLand- wirtschastskanuneru eine Vertretung gewährt werden solle. CH«ttencf»«a der Siebzehnjährigen in Rumänien. Bern, 1. Dez. (WTB.) Das „Echo de Paris" meldet 'aus Rom: Die rumänische Regierung hat die Einberufung und sofortige Einreihung der Jahres klasse fl 919 artgeordnet. Der bulgarische Berichte S»fia, 1. De^. (MTB.) Bericht des Generalstabs vom 29. November: Mazedonische Front: In der Gegend von Bitvlia und km ^ernabogen schwaches Artilleriesiner und Patwuillentäti gkeit. I« allgemernen verlief der Tag ruhig. In der Umgegend von Är« niste schlugen wir durch Gegenangriff einen feindlichen An- qetffab. In der Gegend der Moglena und im Wardartale schwaches ArtÜleriefeuer. An der «Front der BeLchitza Planina Patrouillengesichte tzrnd schwache Arttllerietati^siit. An der Struma Artillerie- siuer. l Rumänische Front: In der Walachei dauert unser Vormarsch auf der Straße Giurgiu—Bukarest cm. Unsere Tru- ,pen brachten dem Feinde im Bajonettkamvfe eine blutige Niederlage bei. Der G?gnsr erlitt schwere Verluste. Wir erbeuteten zwei Geschütze von 21 Zentimeter Kaliber. An der D o n a u Mischen Tutrakan und Cernavoda Jnfanteriefeuer. Bei Tutrakan ArMersifeuer. In der Dobrudscha schwache Artillerietätig- keit tmd Gefechte zwischen Posten. Der Berkans de- Reuter Bureau». London, 30. Nov. (WTB.) Reuters Telegram »Company wurde für den Preis von 550000 Pfund Sterling an Mark Napier, Lord Glenocmror, Lord Peel und Sir iStar Jameson verkauft. London, 30. Nov. (WTB.) Meldung des Reuter- ischen Bureaus. In der Versammlung der Aktionäre von Reuters Telegramm Company wies einer der Direktoren der Gesellschaft, William, der den Vorsitz führte, daraus hin, daß die Namen der Käufer die besten englischen lleberlieferungen symbolisierten. Ihre Hauptabsicht sei, dafür zu sorgen, daß die Reutersche Agentur ein Reichsinstitut und unabhängig Und unparteiisch bleibe und keine Beziehungen zu finanziellen Unternehmungen habe. Da» „Rationalbrot" i« Euslaud. London, 1.Dez. (WTB. Nichtamkt.) MeLvary des Reuter- scheu. Bureaus: Die nationale Bäckervereiniguug beschloß, vorzuschlagen, das neue Brot „Natümalbrot" zu nemren. Die Bäcker von Birmingham beschlossen, ab 4. Dezember den Preis des Dsir-Pfund-Brotes um einen halben Penny zu erhöhen, da das neue National me Hk um einen Schilling teurer ist, als das gewöhnliche Mehl. * Die Teuerung in Rußland. Berlin, 2. Dez. Ueber die in Rußland herr- .schende Teuerung bringt die „Boss. Ztg." Einzelheiten. Besonders an Zucker herrscht großer Mangel Wochenlang bekommt man keine Zündhölzer. Demnächst sollen solche aus Japan kommen. Japan habe seine Ausfuhr nach Rußland verhundertfacht. Es werde bald den größten Platz am russischen Markte einnehmen. * * * Zum Regierungswechsel in Wien. ^Wien den 1. De». (WTB. Nichtamtlich.) Wie die Abendblätter melden, gestaltete sich der heuttgc Empftmg des Präsidiums des Abgeordnetenhauses beim Kaiser und der Kaiserin überaus huldvoll. Präsident Sylvester richtete an das Herfcherpaar eine kurze Ansprache, in der er der tiffstm ^auer über den Heimgang Kaffer Franz Iiosefs Ausdruck verlieh und zugleich das Kafferpaar unwandelbaver Treue und der dw> Hingebung versicherte. Ter Kaiser dankt für die Kundgebung und sprach, die Hoffnung aus, daß das Parlament bald wieder u zerfprießlicher Arbeit gelangen werde. Gleichzeitig drückte der Kaiser die Hoffnung au, daß bsaldigst ein ehrender Friede engtffct werde Der Kaffer zog außer dem Präudenten samnuye erschienenen und dar Vizepräsidenten ^ ^Ävräch mW erkundigte sich nach den Verhältnissen in njcen Wah>bczrrmn. Er äußerte gegenüber dem Bizepräsidärten 1 -ogaemf, der in der Feldadjustierung als Schützen-oberst erschienen 5“*; oo$ er dre allergünltigsten Berichte über das schneidige Er W l£l b L Kra. in er Landesschützen erhalten Hobe. lugte hmzu, daß sich Kram m diesem Kriege als übercms Pa- krwtffch «wichen habe. ES hohe ihn deshalb sehr gefreut, das tapfere krarnrstüe Jnfanterie-Rogtm e ttt 17 durch die Berleihnng der Jnhaberwürve des Kronprinzen auszeichnen zu können. Auch die Kaiserin erkundigte sich vielfach, nach den wirtschaftlrchen folgen des Krieges in den einzelnen Ländern. Bei der Berabschredung reichte daS Kaiserpaar jedem einzelnen Herrn die Hand. Die Polnischen Legioue«. Warschau, 1. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Unter dem stürmischen Jubel der ganzeir Bevölkerung zogen die Polnischen Legionen in die festlich geschmückte Stadt ein. Auf ben Straßen herrschte vom frühen Morgen an lebhaftes Treiben. In den 'Einzugsstraßen bildeten mungSkarte bmd ein Tannenreis, gesandt werden. Für Frankreich stich etwa 450 000 Mark vorgesehen, für die eine große Weihnachtssen- dung aus lEin-Aelpaketen Msammengestellt werden soll. Die Pakete wthalten wie im Vorjahre außer Schokohade, WeihnachtSgebäck, Tabak Und Zigarren eine WÄHnachtsschrift erbaulichen Inhalts urch mehrere M einer Einheitskffte Fusammengesetzte Pakete außerdem Tännenzweige Und ein Paket Christbamnschumck, durch die unsere gefangenen Landsleute ffr der Lage sein »oterdeu, airch föjrt vvn der Huffnat ein deutsches W'eihinachtsfest M feiern. Für die in Rußland befindlichen Gefangenen werden in erster Linie die gegenwärtig di.e- Lager bereffenden deutschen und öfterrerchischm Schwestern, vom Roten Kreuz sowie die Delegierten neutraler Län- t^r sorgen, und schon seit Wioxhen sind ganze Eisenbah-»rzüge mit Liebesgaben aller Art, insbesondere mit der für den Winter so notigen BMeidUng im Werte von vielen MMonen Mark unterwegs. So ist zsn hoffen, daß ttotz der durch die urrgeheuren Entfernungen und schlecht organisierten Verkehrsmittel für Rußland bestehen«» besonderen Scstvierigkeiten auch vom europäischen Rußland biß »ach Sibirien hinein fast kein deutscher oder österreichischer Gefangener bis zu Weihnachten ohne einen Gruß aus der Heimat geblieben ist, da alles, tvas durch fo* schafft werden kann, getan wivd. Was im Besonderen die Gefangenen aus mfferer oberVefsi- scheu Heimat anbetrifft, so hat das Rvttz Kreu^ Gießen durch seinen Bezirksausschuß für vermißte und kriegSgefangene Deutsche allen d-on ihm ständig -mterstützteu mittellosen GefcmgrrMn in Frankreich ein sckxönes Weihnachtspaket zugehen laffen, das durch eine oberhessische Meihnachtsgrußkarte allen Empfängern an gezeigt wird. Den in RaUand befindlichen OberheffeU kommen die obengerwrrnten allgemeinen Gaben zugute, doch ist für einMlne besonders B e diü rft i g e auch nock' auf dem gewöbN-' lichen Ueberweisungsverkehr für Pakete eine Liebesgabe abgeschickL rvorden. Wenn auch die aus den Mitteln der VvWspende herrühren- den Gelder es einheimischen Stelle für Kriegsgefangenenfürsorge ernröglichten, unsere Gefangenen in bedrängten Berhältniffeu nicht nur dauernd alle 6 Wochen zu unterstützen, sondern auch durch die große Weihnachtsseiwung zu erfreuen, so wird sie dieses Hilfsweck doch nur -dann weiter durchführen körrnen, wenn dem Roten KreW gerade für die Kriegsgefangeuenfürsorge auch ferner Mittel in die Hand gegeben werden. *• AuSzetchnrrng. DaS Kriegs-Ehrenzeichen erhielt, in Feindesland, der Eisenbahnschaffner Lltdwig Arnold aus Gieben. ^ ** Erhöhung des Butterpreises. Mit Rück- sucht auf den Umstcmd, daß seitens der Reichsfettsbelle bec Lgndesfettstelle in Darmstadt in der Hauptsache ausländische Brttter zur Abgabe an die Bed-arstgernernden zugewiesen wird, hat die Landesfettstelle den vrm den Städten zu zahlender! Butterpreis um 7 Ps«g. für das Pfund erhöht. Diese Maßnahme rieht cruch^ eine Erhöbung des Buttern Preises in der Stadt Gießen nach sich. Mit Wirkung vom 4. d. Mts. ab ist deshalb der Preis für das Pfuräd auf 2.70 Mk. erhöht worden. ** Jungwehr. Sonntag, 3. Dez. : Komp . 620 und 621: Antreten 21/4 Uhr an der Gabelung Licher-Grünberger Straße. ** Abgabe von Speck aus Hausschlachtun- \a e n. Um der bei der Versorgung der Arbeiter in der Kriegsindustrie hervorgetretenen Fettnot abzuhelfen, hat Elroßh. Ministerium des Innern durchs Bekanntmachung am. 1. Dezember bestimmt, daß von jedem hausgeschlachf- teten Schwein ein kleiner Teil (4 Prozent) in geräuchertem Speck abzugeben ist, wie dies bereits in anderen Gebietsteilen crngeordnet wurde. Der abzugeberrde Speck wird erst erhoben, wenn er fertig gesalzen und geräuchert ist. Die abgegebene Menge wird entsprechend bezahlt und bei der Verechnunb des auf Fleisch karten aiffznrech ncnden Teils in Abzug gebracht. Diese Maßnahme Ment dem Wohle des ganzen Vaterlandes nnd kann von den an und fite sich schon besonders bevorzugten Selbstversorgern nicht als Härte einp- funden werden, sondern als eine in dieser ernsten Zeit selbstverständliche brüderliche Hilfe. An den Erlaß darf deshalb die Hoffnung geknüpft werden, daß Me Selbstversorger gerne und wMg der Anordnung rauhkommen werden. ** H a s e n d i e b ft a h l. In der vergangenen Nacht wurden im Neuen Weg einem Wirte ein blauer Riesenyase und ein grauer Belgier, zusammen im Werte von 50 Mk., heute nacht in der Dammstraße aus einem Hausgarten ein weißer und ein schwarzer Stallhase gestohlen Sachdienliche Mitteilungen nimmt die .Kriminalpolizei entgegen. ** Gießener Kon 5 ertv er ein Das dritte sörtdet Frettaq, den 8. Dezember 19l6, abends 7' '. Ilm in Staidtkirche statt und zwar konrnren Ääntalen vvn I S Bach für Soli, Chor und Orck-esler zum Vortrag. Näheres siehe Anzeige. ** 3k Bta-ovAung der TLwglinge und Mnder dm 1., 2. und 3. LebenSjahre, denen die von der DerteilungSsteNIe ^fleToffenen Händler gelieferte Mllch iricht ZU- ist, wird Kindermilch irr der Mstchküche für Säuglinge, Wetzfteingasse 43, abgegeben. Siche- Dekanintmochiung. ** Ihre Silberne H o ch z e i t -feiern am 4. Dezember Kapellmeister Joses Herrmann und Frau, Erednerstr. 18. — Das Fe st der Silbernen Hochzeit begeht Montag, den 4. Dezember Eisenbcchn-Bförtner Adam Döring und seine Frau Margarethe, geb. Staffel. ** Ablieferung non B n ch e ck e rn. Wir verweisen aus eine diesbezüql. Bekanntmachung in unsernr heutigen Blatt. ** Das Schwarz-Weiff-Theater bringt ab Samstag, 2. bis inet 4. Dez. den vollständig neuen Film „Ihr T a l i s » (in a n*. spannenden Kriminal-Roman in 3 Akten, sowie das groffe Sensation?- und Detektiv-Drama Rat Pinkerton und Das .geheimnisvolle Dreiblatt, in 3 Akten, außerdem noch «die neuesten Kriegsberichte und das übrige Beiprogramm. Ein Besuch des Theaters kann nur empfohlen werden. >*** D4e hessi scheLazarett-Z eitun g Nr. 33 enthält folgende Verträge: Gen eralsaldmar schall von Mackensen von K. Helm, Gieren. Urlaub von L. Th. Reubelt. Kleinste Landwirtschaften für Krieasbeschlädi gte. Der Anstellnngs schein für de?: Unter- heamtendiestst. Die Steneryf licht des .Kriegsteilnebiners. Kleine Mitjtieilnngen.. ÄWrvett- Beratung. Rätsel-Ecke. Die Gießeiner Berlage ^eirthälr das Gedicht: Unverzagt nur meine Helden auA Friedrichs des Gvoßeir Ojde an die Deutschen. U!nd ob sie wund am Leibe, war stark der Helden Mut, von Reinhard Strecker. VerwundetenberatilNgssieUe ftrr Arbeiterversicherung von H. Kirchner. Die Bedeutung eines entscheidenden deutschen SiegsS für die Arbeiterschaft. Arbeitsmarckt. Verwundeten-Unter- richit. Landkreis Gießen. ** A l b a ch , 1. Dez. Frau Lehrer Droh, deren Mann im Felde steht, erhielt das Ehrenzeichen für Kriegsfürsorge. ** Albach, 2 Dez. Landsturmmann Heinrich Schwalb, Sohn des Maurermeisters L. Schwalb, erhielt durch besondere Tapferkeit in den schweren Kämpfen an der Somme das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Schwalb ist zurzeit verwundet im Lazarett zu Tübingen und erhielt dies Ehrenzeichen nachträglich von seiner Koinpagnie zuqesandt. "Großen-Buseck, 2. Dez. Dem Unteroffizier Heinrich Müller II, 2. Kompagnie Rgt. 433, wurde das Eiserne Kreuz verliehen. ** Hattenrod, 2. Dez. Dem Aemeinderechner Gefreiten Alb ach, der seit Kriegsbeginn im Felde steht und jetzt einer Wirtschastskonrpaqnie angehört, wurde für hervorragende Leistungen bas Hess. Kriegs ehrenzeichen verliehen. ** Lollar, 2. Dez. Für hervorragende Leistungen vor dem Feinde erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klaffe der Musketier Wilhelm Müller, Sohn von Portier Hermann Müller, bei dem Inf.- Regiment Mackensen Rr. 129. Müller hat schon bei diesem Regiment den serbischen Feldzug mitgemacht. "• Oppenrod. 2. Dez. Landsturmmann Lndw. S e u l i n g aus Oppenrod, Jnf.-Rgt. 20, wurde mit der Hessischen Tapserkeits- medaille ausgezeichnet. ** Utphe, 2. Dez. Für seine rege Betätigung aus dem Gebiet« der Kriegsfürsorge wurde unser Lehrer Jul. Biedenkopf mit dem KriegS-Ehrenzeichen ausgezeichnet. Kreis Büdingen. # Büdingen, 2. Dez. Durch Absturz nach heldenmütigem Lustkampfe starb der Oberleutnant Hans K ö h n. # Ortenberg, 2. Dez. Rach schwerer Verwundung starb in einem FeftungSlazarett in Posen der Pfarrassistent zu Langen Heinrich Hebbel, Leutnant der Res. und Kompagnieführer, Inhaber des Eisernen Kreuzes 1. und 2. Klaffe. # Rohrbach, 2. Dez. Die Hessische TapserkeitSmedaille erhielt der MnStetier Müller im Res.-Jnf.-Rgt. 68. Kreis Alsfeld. 7,0. tf f 8 f* l b , 2. Dez. Brote, deren Stempel- aufdruck unleserlich geworden, gelten als nicht Vorschrift?- mahtg abgeftenrpelt und sollen bei Revisionen beanstandet werden. "Homberg a. d. Ohm, 2. Dez. Dem Unteroffizier Franz Strauch aus Homberg a. d. O., im Jnf.-Rgt. 168, wurde wegen hervorragender Tapferkeit vom Grobherzog eigenhändig die Hessische TapserkeitSmedaille verliehen. Mit dem Eisernen Kreuz 2. Klaffe wurde er bereits ausgezeickinet. Kreis Lautestbach. z. Grebenhain, 2. Dez. Von unserer 700 Einwohner TfcSfimben Gemeinde würben. bis jetzt 130 Mann zu den Fahnen einberufen. Hiervon starben den Heldentod fürs Vaterland Heinrich Rehberger, Wilhelm Ru hl, Leutnant Lehrer Geling Vizefeldwebel Wilhelm Ru hl, Heinrich Schäfer, Heinrich Weitzel, Briefträger Karl Schneider, Unteroffizier Heinrich Firvntz, Mdert Blößer, August Oechler, Emil Luft Friedrich Dietrich, Abraham Weinberg, Lehrer Steuernagel, Gustav Sommer, Heinrich Meinhardt, Ludwig G r e b. Vermißt sind Karl Schäfer, Wilhelm H o s m a n n, Emil Faitz, Leopold Zimmer mann, Emil Lerete. In Gefangenschaft geraten sind Briefträger Pfeil und Andreas« Fischer. Mrt dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet wurden Bizefeldwebel R u h l, Feldwebelleutnant Johannes L e r ch, Qffiziersstellvertreter Wilh. Reu der, Wilhelm Zulauf. Hein- rüh Lind, Karl Weitzel, Leutnant Otto Schaeg und d-e Hessische Tapferkeitsniedaille erhielten Leutnant Emil Schaub. Un- terofsizier Karl U.sing er. Das Eiserne Kreuz 2. und 1 Klasse nebst Hessischer Tapferkeitsmedaille erhielten Briefträger Heinrich Maul und Heinrich Ganß. August Oechler und Heinrich Franz sowie Vizefeldwebel Ruhl, welche gefallen sind, waren ebenfalls mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. M. Landenhausen, 1. Dez. Auf eigentümliche Weise erhielten die Angehörigen eines seit Mas 1915 vermißten hiesigen) Kriegers Nachricht über das Schicksal ihres Sohnes. Das Regiment, bei dem der Vermißte die siegreichen Karpathen kämpfe mitmachte, kam bei der letzten Russenostensive nach fast 17, Jahren wieder über dieselbe Stelle seiner früheren Kämpfe und fand, an der Erkennungsmarke ersichtlich, die Ileberreste des Vermißten, auch an. sonstigen Ausrüstungsstücken, die bei dem Toten noch sämtlich vorhanden waren, konnte die Persönlichkeit festgestellt werden. DasI verwitterte Portemonnaie ;mfct Inhalt würde den Angehörigen! kürzlich durch die Kompagnie zugestellt. Der Vermißte konnte damals, weil vermutlich im Schnee versunken, nicht aufgefuudeni weiden. _ rr. Schlitz. 2 Dez. In dieser Woche sprach in den Kirchen sämtliche Pfarreien- des Schlitze rlandes der bekannte hessische Landwirt Und Volksschrrftsteller Heinrich Naumann aus Nanz- hausen bei Gladenbach Er hat sich einen Namen gemacht durch tätige Mitarbeit in hessischen Dorfkirchenkreisen rrnd dirrch Herausgabe gediegener lBolksfchriften, wie z. B. „Mit Pflug und Feder", „O du Heimatflur", „Vom Heimatacker" usw. Seine Bor träge, die mm Tfyttna hatten: „Die Heimat im Weltkrieg", „Schwert, Brot >und Glaube", uff., waren überaus stark besucht. und machten einen nachhaltigen Eindruck auf die Zuhörer. — Am 30. November wurde unter großer Beteiligung ein Kriegsveteran von 1866 zlu Grabe getragen, der Taglöhner Konrad Fischer. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er nach dem Tode seiner Frau als Pfründner im. hiesigen gräflichen Hospital. Er erreichte ein Alter von fast 80 Jahren. Militär- und Kriegerverein gaben ihm mit ihren Fahnen das letzte Geleit. Kreis Friedberg. oa. Holzhausen v. d. H., 30. Nov. Am 1. Dezember v "> läßt uns der katholische Geistliche Pfarrer Berdel, um die katholische Pfarrstelle in Spießheim (Rheinhrffen) zu übernehmen. Man steht Pfarrer Berdel ungern von hier scheiden. — Langenhain, 2. Dez. Tie Wirtschaftsgebäude des Landwirts Johannes M ü k l e r wurden durch ein Schadenfeuer zerstört. — Vilbel, 2. Dez. Aus der Nidda wurde die Leiche einer seit Monatsfrist vermißten Frau aus Groß-Karben geborgen. — Oberlehrer Dr-P e r r 0 n von hier erlitt als Leutnant auf den Schlachtfeldern den Heldentod. Kreis Wetzlar. ra. A u 8 dem Kreise Wetzlar, 1 . Dez. Erfreulicherweise wurden am 1. Dezember 1912 im hiesigen Kreise 3029 Bienenvölker gezählt, was als stete Zunahme zu verzeichnen war. Allein die schlechten Honigjahre, dazu die fortgesetzte KriegSzeit haben die Bienenzucht nicht gefördert. Viele Imker find ins Feld gezogen, ihre Bienenstände konnten nicht gepflegt werden und sind daher vielfach eingegangen. Hessen-Nassau. ra. Biedenkopf. 2. Dez Im Kreise Biedenkopf kommen für diese Woche 160 Gramm Fleisch ohne Knochen, 200 Gramm mit Knochen oder 400 Gramm R e h f l e i s ch pro Kopf zur Aus- abe. — Da voraussichtlich auch im nächsten Jahre die Früchte des Weißdorns gesammelt werden, so empfiehlt daS Königl. Landratsamt jetzt schon das Beschneiden der Hecken. ra. Dillenburg, 2. Dez. Die Magistrats-Vorlage mit dem Anträge des VerschönerungsvereinS über die Anlage eines H e l d e n h a r n e s wurde für nächstes Frühjahr vertagt. g. Eschwegea. d. Werra, 1. Dez. In dem Nachbar- dorse Oberh 0 ne, in dem erst am vergangenen Sonntag durch Großfeuer zwei Bauerngehöfte eingeäschert wurden, vernichtete in der Nacht von gestern auf heute wieder ein gewaltiges Schadenfeuer Sck-eune und Wirtschaftsgebäude der Landwirte Proeger und Rüppel. Mitverbrannt ^ind die gesamten diesjährigen Erntevorräte, fette Schweine, einige Stück Rindvieh, Kleinvieh und wertvolle landwirtschaftliche Maschinen. Die Häufigkeit der Brände läßt fahrlässige oder böswillige Brandstiftung vermuten. Der beträchtliche Schaden ist nur teilweise durch Versicherung gedeckt. Kranzösifch-englische Rinderverhetzung. Lhus der Schweiz wurde uns heute eine Nummer einer in Paris in englischer Sprache erscheinenden Zeitschrift, die den schönen Namen „Dha Resurrection" („Tie Auferstehung") führt, zugesandt. Dieses Heft ist auf dem Umschlag als „Sondernummer für Kinder" bezeichnet. Gleich der erste größere Artikel vom Herausgeber, einem Herrn F. de l.a Touche in Paris, verfaßt, trägt die Neberschrift: „An die Kinder." Nun ist gerade dieses besonders an die Kinder gerichtete Machwerk ziemlich das Unglaublichste, was an niedriger Verhetzung gegen Deutschland und seinen Herrscher bisher geleistet wurde. Unseres Erachtens ist es schon an sich das Schmachvollste, was ein Mensch tun kann, wenn er das Gift des Hasses und dev Zwietracht fit das unschuldige und harmlose Gemüt der .Kinder sät,' aber wäs hier geleistet wird, ist echt französische Gemeinheit feer Gesinnung, die auf diese Art durch die Sprache der Heranwachsenden Jugend Englands eingeimpft werden soll. Unsere Anschauungen über diese Art von Politik sind schon wiederholt an dieser Stelle ausgesprochen worden, es dürste bafjer genügen, wenn wir heute unseren Lesern einige Proben dieser französisch-englischen Erziehungsmcthode in wörtlicher Uebersetzung briirgen. Nach einem Vergleiche zwischen der deutschen Politik mit einem Hausnachbarn, der in seinem Garten .Kanonen und andere Mostd- instrumente gegen seine friedlichen Nachbarn richtet, fährt dieser famose Jugendpfleger de la Touche fort: „Ihr glaubt wohl, daß Länder, die von empfindsamen und vernünftigen menschlichen Wesen regiert wevden, so etwas nicht tun könnten? In älteren Zeiten, als die Menschen, wie wir denken, viel weniger feinfühlig waren, wie sie es heutigentags sind, Würden die Herrscher Europas schon längst irgend jemand hingeschickt haben, der Wilhelm von Deutschland :md seine abscheulich Bande von Ratgebern, die solche Dinge erdacht haben, hin gerichtet hätte, ftir den Fäll, daß das deutsche Volk dies nicht «selbst getan hätte. Und das wläre ein sehr guttzs Werk gewesen. Aber heutigentags sind ivir, wie wir denken, für Taten wie diese zu zivilisiert, und außerdem haben wir viel zuviel Politik und Diplomatie. Wenn die Weltgeschichte ehrlich in den Bückiern der Geschichte niedergeschrieben würde, müßte Wilhelm der Zeile von Deutschland als Zeitgenosse des John Lackbanid von England hingestellt werden, rmnl die Begriffe Deutschlands von Menschlichkeit seit jener Zeit fast keine Fortschritte Mmacht haben. Ihr werdet euch erinnern, daß alle sPuider lzu der einen oder der anderen Zeit ihe .Könige getötet haben, aber Deutschland hat das nicht getan! — .Kein Volk kann frei sein und auf gleicher Stufe mit den andern stehen, solange es Triefet seine ungerechten Könige getötet hat; denn trotzdem es tatsächlich me sehr ernste Stäche ist. Zn tätenj. sollte es andererseits Menschen, die zu ehrgeizig sind und zuviel Macht über andere besitzen, nicht erlaubt sein, weiterzuleben! Sobald die Deutschen es einfehen, daß ihr Herrscher nicksts weiter ist als ein blutdürstiger Tyrann, werden sie die Lehre ans der Geschichte verwirklichen und ein freieres und glücklicheres Volk lverden. Wilhelm von Deutschland ist schlimmer als alle überehrgeizigen Herrscher der Vergangenheit, weil diese es nicht besser verstandest, er aber hatte j-ede Ge>- legenheit, ein großer und würdiger .König zu werden. Daher also, weil Deutschland sich nicht von seinem widernatürlichen Herrsck)er und sinnen mörderischen Ratgebern frei machte, und weil sie kamen und friedfertige Leute. Frauen und Kinder angriffen! lund dereir Städte, Dörfer und Kirchen zerstörten, mußten alle Männer Encchands und seiner Kolonien, Frcrnkreichs, Belgiens und Mcßlands (die übrigen braven Verbündeten scheint der Verfasser nicht für gleichwertig Zu halten. R.), die es konnten, gegen dies Volk kämpfen; und sie müssen gegen sie kämpfen nicht etwa in der ritterlichen Art ve-cgangener Zeiten, weil unisere Zivilisation barbarische ^Kampfeswcisen erfand, die nicht etwa den (Gegner mit einem Schlage niederstrecken, sondern sie zerreißen ihn in Dutzende von Stücken oder vergiften ihn unter furchtbaren Qualen! —" Diese Probe möge genügen, in dem Tone geht es vier gantze Quartseiten weiter. Aus dem „Türmer". vermischte«. Ein großes Eisenbahnunglück in Ungarn. Budapest, 1. Dez. (WTB.) In >der vergangenen Nacht kurz nach 12 Uhr stieß der Wiener Eil zug Nr. 3 mit dem von Budapest kommenden Grazer Person enzuq in der Station Herezeg Haloni. infolge falscher Weichenstellung zusammen. Mehrere Wagen des Eil- und des Personenzuges wurden zertrümmert. Zahlreiche Vertvundete und Tote sind zu beklagen. In dem Wiener Eilzug befanden sich zahlreiche Trcruergäste, die von der Wiener Leichenfeier nach Budapest zurückreisten. Das Gerücht, nach dem die Sonderzüge nrit den Aiitgliedern des Magnaten- und Abge- ordnetenhauses von einem Unfall betroffen worden seien, ist unzutreffend. Budapest, 1. Dez. lWTD.) Die Zahl der bei der gestrigen Eisenbahn katastrv phe Verunglückten beträgt 6 6 Tote, znTneist Sjoldatzen, und 150 Verwundete darunter 6 0 Schlververletzle. Ter Ziviladlakus von Serbien, Exzellenz! Ludwig Thallvzy, der in dem Salonwagen fuhr, wurde getötet. Sern Sekcetär, eine verwarrdte Dame und ein Oberleutnant, die sich gleiMälls in dem Salonwagen befanden, blieben unversehrt. Tie Berlurmdeten wurden mit einem Sprtalzuge zum größten! Teile nach Budapest gebracht. Tie Ursache des Unglücks ist, daß infolge verspätet abgegebenen Haltesignals b£t Wiener Eil zu g iüt den Gtazew Personenzug hineinfuhr, wobei mehrere Wagen zertrümmert niurden. Börsen-Wochenberichl. -- Frankfurt a.,M., l. Dezember. Obwohl der günstige Fortgang der Operationen ans dem rumänischen Kriegsschauplätze der Stinimung im freien Verkehr der Börse einen guten Rückhalt bot, beivegte sich in dieser Woche das Geschäft dock) in sehr engem ^lialinien urch^licß auch die. Dcrsbelve- gung eine gewisse Unsicherheit erkennen. Spekulation und .Kavita- listeukreise beobachteten große Zurückhaltung. Gaben einseits die in der Oeffentlichkeit tticfrt zum Stillstand kommenden Erörterungen über einen weiteren Ausbau d> e r S t e we r g e s e tz g e b u n g den Anlaß zur lustlofsn Haltun-g, so trug doch auch das Zivil- d i e n ft p f l i cf> t g c f e , das jetzt die entsckvidenden Gesetzesstellen durchläuft, viel dazu bei, der Unternehnrungslust an der Börse einen Dämpfer z!U geben. WoN sind die An-führuNgSbestimmungen nmr bekannt, aber das (besetz trägt den Charakter eines Rahmengesetze^, bei dem alles auf die Auslegung der einzelnen Paragraphen, also auf die praktische Ausführung selber, ankommt, uni) die größte Schwierigkeit imrd hier die Frage bereiten, welche Industrie- und BeschäftiguirgSzw ei.gr als mittelbare oder nicht mittelbare Kriegs- versorgUngsindustrien zu gelten haben werden. Das Schicksal zahlreicher Existenzen wird von der Klarstellung dieser Frage abhängen.; Für die Börse selber koinmt noch in Betracht, daß durch die Mobili- sienmg der Arbeitskräfte ihre Reihen weiter gelichtet werden. Neben solchen Erwägungcm ftchrten auch die ungeklärten Preisfragen in der Kohl enin!du strie, sowie nainentlich die Ungewißheit über die seitens der Bel)öiden noch festznsetzenden Stenerkurse dazu, den Verkehr an der Börse einzuschränken. Bleibt doch zu be- ftirchten, daß sich vielleicht bedeutende Abweicchrngen zwischen den Vorschlagskursen der Börsenvorstämde und jenen des freien Verkehrs herausbilden. Ter in der letzltcnr Zeit in Fluß gekommene ^ Ab bau der Engagements kann wohl in der Hauptsache als dcrrch- ' geführt gelten. Es zeigte sich atu-f den meisten Gjüäeien nur noch geringes Angebot, inimerchffr haben M 0 n t a n - Und R ü st u n g S - werte weitere, zccm Teil beträchtliche Kursrückgänge erfahren Es gilt dies vor allnn für Mumfcheiö, Deutsche Waffen, RheinmetaU, Hirsch Küpfer and sämtliche Autotverte. Von chemischen Werten waren nur Gries hei iner stärker gedrückt. Elektro,verte stellten sich ebenfalls etwas niedriger. Einen größeren Rückgang erftrhren auch Adler und Oppenheimer Ledin imd Gnmmipeter. Erdöl und Ste- ckua Romana waren gleichfalls angeboten und niedriger. Im Gegensatz, M Montan-undJndnstriepapieren zeigten SchiffahrtS- akt i en und B a hn en. namentlich amerikanische undSchangtungt- bahn recht feste Haltimg. Banken blieben gut behauptet. Fest lagen auch deutsche Anleihen, besonders waren 3prozentigc gefragt. Bon ausländischeir Staatsanleihen tvaren Griechen prozent- tveise höher, auch Serben, Japaner, italienische, sihtveizerische und nordische Werte in Znsannnenhang minder Festigküt der Devisen besser. Geld war leicht. Prioatdiskont etwa 4 3 / 16 Prozent. Letzte Aachrichten. Die Kriegsziele der „Kölnischen Zeiwng". i. Köln, 2. Dez. Die „Köln. Ztg." befaßt sich mit den Kriegszielen und erklärt: Wir werden auf den Ausbau und die 9lbrundmrg unserer Kolonien Bedacht zu nehmen haben. Politische Ziele durch An gliedern ng von Land und Menschen in Europa werden wir nicht verfolgen. Große, in sich zusammenhängende KolonialgeLiete lastest sich verhältnismäßig leicht halten, so daß wir kolonialen Macht- znwachs zu erstreben and für diese Gebiete für eine militärisch« Festigung und> Erstarkung zu sorgeu haben. Im übri.gen decken sich ^ unsere weltpolitischen Kriegs ziele mit den politischen Kriegszielest unserer Bundesgenossen, denn sie inüssen ans die Erhaltung und ' Sicherung des Vierbundes gerichtet sein. Die kürzlich ausgesprochene , Versprechung des Reichskanzlers, es sollten Zustände geschaffai t werden, die Ibec freien Entirükelung aller Nationen ^ auch der kleinen gerecht werden, können und dürfen silbstverständl«h> ^ iricht bedeuten, daß wir die Wiederherstellung der Staaten, die sich ' uns feindlich entgegengestellt haben, nne Belgien, Serbien, Monte- ' negro und ffiumäaffen, erstreben, sondern, es kann nur heißen, daß dick ■ Nationalitäten, die uns freundlich gesinnt sind und die in Zukunft . sich an uns anlehnen wollen, unserer Förderung versichert sind. , Die „Köln. Ztg " fordert, daß die Engländer Calais und de« gesamten französischen Rand des Kauals räumen. Solange das nicht geschieht, halten ivir es für selbstoerstäudelich, daß deutsche Truppen das französische Gebiet, falls es ür unserer Macht liegt, besetzt lyalten.^ Die „Köln Zeitung" erklärt ferner, daß dieses in großm Umrissen die Kriegs^üle feien, wie man sie sich vielfach im deutschen Volke denke. Ob die Regierung und die maßgebenden militärischen Stellen sie im ganzen oder im einzelnen bestätigen, oder verwerfen, sei ihr nicht bekcörnt. Die Gehermsitzung der französischen Kammer. Genf, 3. Dez. Die geheime Kammersitzung beschäftigte strh mit der Lage der Sarrail-Arme«. Briand antwortete auf die Interpellation, die die Aufhebicng der Verordnung vom 2. Dezember 1915 verlangt und Geireval Sarvwck wickder von Joffvk? unabhängig machen soll: „Diese Debatte muß in Zusammenhang gebracht werden mit dem Plane der SckZafftm.g eines selbständigen! Oberster: Kriegsrates der Entente, an dessen Spitze Jossif treten! soll. Wird dieser Plan verwirklicht, was sehr wahrscheinlich ist, so wird ein neuer Generalissimus der französischen Heere ernannt werden müssen. Sarrail rverde dann von Josfres Nachfolger nicht mehr unmittelbar abhängig fein." Die heute nachmittag begnmendtz Geheimsitzung wird die Beratung der Jitterpellation über die Ge- ßrhren des deutscher: U-Bootkrieges beginnen- — Did Kr:e gsaus gaben Frankreichs ins tzum 31. Dezembickst 1917, die Havas rrrit 72^/2 Milliarden Francs beziffert, werdert nach dem Bericht des Budgetberichterstatters Perret sich tatsächlich arrf mindestens 76 V 2 Milliarden Francs belaufen, da das französische Brrdget an Vorschüssen an befreundete und verbündete Länder etwa 4 Mllliarden vorsieht. Die täglichen Kr«aS- auslagen Frankreichs betrugen bisher durchschnittlich 75.7 Millionen Francs, werden aber im ersten Viertel 1917 95,8 Millionen Francs betragen. Eine Kundgebung des rumänischen Kriegsministeriums. Stockholm, 1. Dez. Das Presseamt des rum änischen Kriegs- ministeriums erklärt: Der Rückzug der rumänischen .Heere in den letzten Tagen- ist weniger durch den starken Twuck der feindlichM Heere, als durch die strategischen Folgen der an der Südfront em- getretenen Ereignisse verirr sacht. Der Rückzug wird in der Richtung auf Bukarest fortgesetzt. Es fehlt jeooch gegenwärtig die Fühlung mit den bei CaMpulung stehenden Armeen. Es ist außerordentlich schwierig, ein schnelles Borrücken Mackensens a U f zu h a l t en. da zwischen dltexandria imd Bukarest offenes Felo liegt, das kein natürliches Hindernis lnetet und das der Feind jederzeit von der Donau :md vom Gebirge hetz überschwemmen kann. Mnnnschaftsmangtl in Rumänien. Bukarest, 30. Nov. Aus infvrnrierten hiesigen Quellen wird bekamst, daß es den Rumänen an gittgeschulten imd erfahrenen Ofsizieven mai^ele. Ter^Mangel ist so groß, daß das Verhältnis der Offiziere zu den Soldaten gegenwärtig wie eins zu ^hundert und :wch ungünstiger ist. Für die m den letzten Tagen eingetretene Verschlimmerung der allgamiernrn Lage in Rirmänien ist besonders der Umstand charakteristisch, daß man alle bisher aus irgend welchem G nmde oder zu. Staats zwecken zurückgestellten' Jünglinge rrnter Aufhebung sämtlicher Erleichterungen und Zugeständnisse unverzüglich M ihren Truppeickörpern befördert. Das betrifft auch« die Jahrgänge 1917 und 1918, die von Anfang