Nr. 283 Ter Siehener Luzelger erscheint täglich, außer SonMags. — Beilagen: SichenerFaurLUenbläUcr; rireirtlatt kür den Urei? Sichen. vezng§preLs: monatl. 90 Br., viertel- iährl. Äik. 2.65. durch Abhole- m Zweigstellen monatl. 80 Pf.: durch diePost 2ük.2.4ö viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Jernsprech - Anschlüsse: iürdieSchristleituug112 Verlag,Geschästsstelleöl Anschrilt für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Erstes Blatt 166. Jahrgang Aeitag. Deze-nber ! 9 s 6 postscheSionto: Zranffurt a.M. N686 Bankverkehr: Sewerbeban? Gießen Zwillingsrunddruck u. Verlag: VrLihi'sche Univ.-Vnch- u. Steindruckerei R. Lange. Zchrrftleitung, Geschäftsstelle n.Druckerei: Schulftr. Anuatzme von Anzeige.! die Tagesnunnner bis zmn Nachmittag vorher. Zeilrnpreis, f. Anzeigen: örtlich 20 M., Vermietungen u. Stellengesuche 15Pf., auswärts 25 Pf., b. Platzvorschrift 30 Pf., Reklamen 75 Pi., bei Platzvorschrift 90 Ps. Hauptschristlciter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik u.Feuilleton: Aug. Goetz, Stadt m d Land, Vermischtes u.Oöe- richtssaal: Fr. R. Zenu Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. MTB.) Großes Hauptquartier. 30. Nov. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Armee des Generalfeldmarschalls Herzog Alb recht von Württemberg. Fm Ypernbogen griffen nach starker Artillerievorbereitung feindlicher Abteilungen in etwa 3 Kilometer Breite unsere Stellungen an. Sie wurden durch Feuer, an einzelnen Stellen im Nahkampf, abgewiescn. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Kronprinz Rupprccht von Bayern. Bei nebligem Wetter nahm der Geschützkamps nur zwischen Serre und der Ancre, sowie im Frontabschnitt beiderseits des St. Pierre Vaast-Waldes zu. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des Gcneralfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Größere Kampfhandlungen fanden nicht statt. Front des Generalobersten Erzherzog Josef. In den'WaldkLrpathen und den Grenzgchirgcn der Moldau setzten die Russen ihre Angriffe fort, ohne wichtige Ereignisse zu erzielen. Der Russe hatte schwere V e r l u st e und mutzte sich mit kleinen örtlichen Vorteilen begnügen. Wir drängten in Westrumänien die feindlichen Nachhuten zurück. Autzer Pitesti ist gestern auch Campolung genommen und dadurch der Weg über den Toers- burgerPatz geöffnet worden. Dort fielen 17 Offiziere. 1200 Gefangene, sieben Geschütze und zahlreicheBagagen in die Hände bayrischer Truppen. Von Ihrer Majestät Kürassier-Regiment „Königin" nahm die Eskadron des Rittmeisters von Vorcke bei Eiola Nefti eine feindlicheKolonnemit 17 Offizieren und 1200 Mann gefangen und erbeutete dabei 1 0 G e - schütze und drei Maschinengewehre. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls vonMackensen. Die Donauarmee ist kämpfend im Vordringen. Bei den Angriffen gegen die Rumänen zeichneten sich unter Führung des Majors Aschauer schleswig- holsteinische. bückrburgische und bayrische Reserve-Jäger aus. Seit dem Donau-Uebergang hat die Armee dem Feind 43Offiziere, 2421 Mann, zwei schwere und 36Feldgeschütze. sieben kleine Kanonen und sieben Maschinengewehre, sowie 32 Munitionsfahrzeuge abgenommen. Mazedonische Front. Nordwestlich von Monastir mitzglückte ein feindlicher Vorstotz. Vom Wcsthang des Ruinenbcrges bei Gruniste, dessen Gipfel in den letzten Tagen vergeblich durch den Gegner angegriffen wurde, sind die Serben wieder vertrieben worden. Der Erste Generalauartiermeister Ludendorff. * Berlin, 30. Nov.. abends. (WTB. Amtlich.) Zeitweise lebhaftes Feuer nördlich und südlich der Sonnne. Ottomanische Truppen wiesen an der Z l o t a L i p a starke russische Angriffe ab. In R u m ä n i e n Lage unverändert günstig. Feindliche Teilvorstöße nordwestlich Monastir scheiterten. * * * Unsere Fortschritte iit Rumänien, wo ein Halbkreis deutscher und verbündeter Truppen sich der Hauptstadt Bukarest nähert, ändern langsam das politische Weltbild. Das ist äußerlich nicht zu erkennen in dem neuesten Telegramm Trepows, des Nachfolgers Stürmers, an Asqnith, den englischen Ministerpräsidenten. Darin wird, wie unsere Leser im Nachrichtenteil lesen können, erneut die Siegeszuversicht und die Hoffnung ausgesprochen, daß Rußland und England „auf ewig" blutsbrüderlich verbunden bleiben möchten. Ein frommer Wunsch, wie man sieht, der über die nächsten Wochen nicht hinausreicht, eine abgekartete Kundgebung, um der Welt noch kein Friedensbedürfnis zu verraten. Wir legen solchen Telegrammen keinen großen Wert bei. Ungleich wichtiger sind die Worte, die der bulgarische Ministerpräsident Radoslawow im bulgarischen Parlament gesprochen hat. Er legte ein artiges rumänisches Doppelspiel, das in die Zeit vor der Kriegserklärung fällt, zutage. Rumänien wollte, wie es vorgab, dem Nachbarlande die entwendete Dobrndscha wieder zurückgeben, falls ihm freies Spiel in Siebenbürgen gelassen würoe. Bulgarien ließ sich nicht einfangen; es glaubte und traute den Rumänen nicht, mit gutem Grunde, wie es ja auch aus des deutschen Reichskanzlers letzten Enthüllungen deutlich genug erwiesen wird. Auch Radoslawow freut sich heute über die Buße, die das ^treulose Volk zu zahlen haben wird. Er fügte einen ge- 'heiurnisvoll klingenden Satz hinzu: Schon in nächster Zeit würden er und mit ihm die verbündeten Regierungen ihren Parlamenten eine wuchtige Erklärung abgeben können, die allgemeine Freude Hervorrufen werde. Ist da wohl eine zweite Auflage montenegrinischer Selbstbesinnung zu erwarten? Wollen die maßgebenden Herren in Rumänien, die eben noch durch brutale russische Ptesseäußerungen sich die militärischen Einrichtungen und Zustände ihres Landes in heftigster Weise tadeln und beschimpfen lassen mußten, einen Frieden anbieten? Es wäre das gescheiteste, was das Land tun könnte. Denn wenn die großen, allgemeinen Friedensver'handlnngen be-gi?rn<»n, wird das schwache Wort deö hilflosen, eroberten Landes nicht mehr mitsprechen, und die Zentralmächte haben keinen Anlaß, sodann irgend welche Rücksichten aus Rumänien walten ju lassen. Der russische Bär würde am Ende zur Entschädigung für gewisse Einbußen an etwas schnüffeln dürfen, was heute noch xmp mänisch national ist. Wir wollen abwarten, aber Rados-- lawows Worte als ein erfreuliches Symptom der allgemeinen Lage betrachten. In England sind wieder Regierungsäste abgesägt worden, sofern die Führer der großen Schlachtflotte, die ja Englands größter Stolz usü) Besitz ist, dazu gehören. Der Admiral Jellicoe ist nicht mehr Oberbefehlshaber der britischen Flotte; er wurde zum ersten Seelord und Präsidenten der Marineakademie in Greenwich — erwärmt, nicht befördert. Den entscheidenden Posten, der demjenigen unseres Hinden- burg entspricht, nimmt jetzt in England der Admiral Beattie ein, der in der Seeschlacht bei den: Skagerrak das Krenzer- geschwader kommandiert hatte, dem unsere Flotte so schwere Verluste zufügte. Beattie wird für einen Mann von größerer Initiative und Angriffslust gehalten, und die allgemeine, über Mißerfolge'und drohende Schwierigkeiten aller Art gereizte und erbitterte StinumMg des englischen Volkes verlangt nach einer „Aktion" gegen die verhaßte deutsche Flotte. Ob Aerger und Wut im Kchnpfc^zu einem besseren Ergebnis führen, als Kaltblütigkeit und Sicherheit der Hand, ist eine andere Frage. Die englischen Blätteräußerungen, die wir heute zu diesem Kapitel veröffentlichen, sind nur geeignet, bei uns Zufriedenheit und. Heiterkeit zu erwecken. England wird nervös, es verliert allmählich Kopf und Geduld! Ueber die zweite Lesung der Zivildien st Vorlage im Reichstag, über die wir wiederum erst morgen den ausführlichen Sitzungsbericht veröffentlichen können, weil die Postsendung ausgebliebe:. ist, wird uns aus Berlin folgendes Stimmungsbild übersandt: Die Rede, mit der General Gröner, der Leiter des Kriegsamts, am Mittwoch in später Stunde die Debatte wieder auffrischte, klang auch in der Donnerstag- Sitzung itod? nach. General Gröner hatte in seiner ebenso entschiedenen wie be-dacküsamen Art, den SiegeS- willen in den Vordergrund gestellt, der aus der Hilfsdienstvorlage spricht und den ebenso wie Rumänien auch England und die übrigen noch Posten solletu. Er hatte andererseits davor gewarnt, die wirtschaftlichen Folgen des Gesetzes zN schwarz zu malen. Der trockene Humor, den er sein Spiel mit übertriebenen Erwartungen treiben ließ, wird dabei nicht nrinder beruhigend gewirkt haben wie |ber Inhalt der Versicherungen selbst. Jedenfalls darf man davon überzeugt sein, das; den: Kriegsamt nichts ferner liegt als eine Umstürzung der wirtschaftlichen Verhältnisse Deutschlands. Unsere Wirtschaftskraft ist ein viel zu wichtiger Faktor lunserer Siegesrechnung, um schonungslos angefaßt oder gar verbraucht zu werden. Das Kriegsamt wird also mit Rücksicht und Schonung Vorgehen Das bespricht General Gröner, und er hat auch damit recht, daß, bei allen Sicherungen, die der Reichstag beschließt, dst Hauptverantwortung doch in die Hand des jßriegsamtes gelaugt ist. Vertrauen zum Leiter des Kriegsanrtes ist also die Grundlage aller Zusanrmenarbeit mit ihm, und es war deshalb wertvoll für die praktische Durchführung des Gesetzes, das der Abgeordnete Dr. St rese- m a n n das Vertrauen der in Betracht kommenden Industriezweige zu dem Wirken und Walten des Generals Gröner ftststellen konnte. Tr. Stresemann wies im übrigen aus wichtige Gesichtspunkte, die bei der Durch,führung des Gesetzes Beachtung fordern: möglichste Schonung der Ausftchrnrdustrie Zwecks Erhaltung der Ausfuhrmöglichkeit, Steigerung der Arbeitsleistung, Bildung von Zwangssyndikaten zur tlnterstützirirg sftllgslegter Werke, nicht Ber- pftanzimg der Arbeit, sondern Berpftanizung der Arbeitsgelegenheit, Entschädigungsmöglichkeit in besonders harten Fällen, wenn nötig durck Ausgleich mit dem Mehrgewinn auf der anderen Seite. Tr. Stresemann sah über den Krieg hinweg in die Zukunft. Die deutsche Jirdustrie. so versicherte er, wird ihre Leistnngs- und Anpassungsfähigkeit erneut erweisen, sie bleibt ihrer Zukunft sicher. Aber wenn epst einmal wieder das deutsche Schiff den Anker zur Seefahrt lichten Sann, dann darf die Aussnhrindustrie nickt ohne Arbeiter dastehen. Ajuch der Abgeordnete Schiffer knüpfte an die Rede Gröners an. Er hob hervor, daß das deutsche Volk mit der neuen Aufgabe, vor die es gestellt sei, eine seelische Mfftischung erlabt habe. Es war eine sehr kluge und beachtenswerte Forderung, diesen 0i^ist der Willigkeit nicht unter falscher bureaukratischer Behandlung leiden zu lassen. Tie Ausftihrung des Gesetzes sei die Hauptsache. Weiter kennzeichnete der Abgeordnete Schiffer treffend die Verschwendung, die in der Führung dort Bagatell- oder Sensatio ns Prozessen noch mit der menschlichen Arbeitskraft getrieben Ivird. Mehr Sparsamkeit auch hier! Zahlreich waren im übrigen die Wünsche und Mregungen, die irrt Hause der 2. Lesung in Worten und Äntvägen zu den ernzeliren Paragraphen vorgebracht wirwen. Der Llhg. Bassermann regte an, die Kräfte der studierenden weiblichen Jugend mi$xrc zu machen, der Abgeordnete Held nahm sich warm der Interessen an, die die Landwirtsckmft im Rahmen der H-Nfsdienstpfticht zu wahren hat. Ueberaus fruchtbar au Abänderung- und Zusatzanträgeu erwies sich die Sozialdemokratische Arbeftsgemcinschaft. Förderlich war il-re Mitarbeit aber nicht. Langsam ivickelte sich die Ginzel- beratung ab. Um 3 Uhr nmtfce der erste Paragraph uni allen Stimmen bis ans die der Fraktion Haase angenommen. Nack; mehr als drei ©toben konnte man in der Abstimmung den nächsten Schritt znm zweiten Paragraphen tun. Auch er wurde mit derselben Melwhcit angenommen, zugleich mit ihm nach verwickelter und spitzfindiger Debatte und gegen dm Wrmsch der Regierung ein Zusatz, der das wirtschafttichje Koakitivnsrecht der Hilfsdienstpftichtigen ausdrücklick; sicherstellt. Dann ging «s rascher. Und Eile tat auch not angesichts des Vorsatzes, die zweite Lesung, wenn auch in einer Diruersitzrorg, zu Ende zu btogen- Der öfterreichisch-uttgttrische TageSberLcht. Wien. 30.Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlauwart: 30.dtocmber 1916. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackenserr. Die erfolgreichvordrinFende Doüau-Armeehatseit dem Stromübergange rumänische Offiziere, 2421 Mann, zwei schwere und 36 FeDgrschütze, sieben kleine Kanonen und sieben Müschirreng-ewehre ringebracht. Heeresfront des Generalobersten Erzherzog Josef. Truppen des Generals von Falkenhayn nahmen gestern Pitesti und Campnlung in Besitz. In Eampulung fielen 17 Offiziere, 1200 Mann, sieben Geschütze und zahlreiches Kriegsgepäck in die Hand der Bayern. Zwischen dem Uz-Tale und dem Tartaren-Pah setzten die Russen die zur Entlastung ihres bedrängten rumänischen Bundesgenossen bestimmten Angriffe unter großem Massenaufgebot fort. Die Armeen der Generale v. Arz und v. Koeveß standen bei Tag und bei Nacht in erbittertem Ringen gegen den immer wieder aufs neue vorstotzenden Feind. An vielen Stellen wurde Mann gegen Mann gekämvft. Der russische Ansturn: brach zusammen. Kleine örtliche Vorteile konnten nichts daran andern. daß die großen Opfer des Feindes auch gestern vergeblich waren. Ter Kampf geht fort. Heeresfron tdesGeneralfeldmars challs Prinzen Leopold von Bayern. Nichts von Belang. Italienischer Kriegsschauplatz. Oestlich von G ö r z und aus der Karsthochfläche war der Artillerickampf'zertweife sehr lebhaft. Südöstlicher Kriegsschauplatz. In Albanien unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs fer, Feldmarfchallmtnant. Die rumänische Regierung nach Fqfiy übergesiedelt. Bern, 30. Nov. (WTV. Nichtamtlich.) Nach französischen Meldungen ist die rumänische Regierung nach Jassy über ge siedelt. — Auch die ausländischen Gesandtschaften folgten der Negiermrg nach Jassy. Der bulgarische Bericht. Sofia, 30. Nov. (WTB.) ß-enecalstabsbericht vom 20. November. M a z e d o n i s ch e Front: Ein feindlicher Angriff gegen die Höhen bei/M o n a st i r wurde durch Sperrfeuer zirrückgeichlagen. Im Cernabogen verhältnismäßige Ruhe. In der Umgegend des Torfes Gruniste scheiterten sechs feindliche Angriffe. In der Moglenagegend. am Wardar und an der Belasitzafront Artillerie seuer. An der Struma lebhafte Artillerielätigkeit aus beiden Seiten. In der Nähe des Ta hino-Sees zersprengten wir durch Feuer starke Erkundungsabteillmgen. Ein feindliches Flugzeug warf z'wei Bomben ans das Dorf Radulovo, wobei zwer Frauen und zwei .Kinder verletzt wurden. » Rumänische Front: In der Walachei dauert der Vormarsch fort. Bei Giurgiu machten wir zwei Offiziere und zweihundert Mann zn Gefangenen. An der Dona u zwischen Tutrakar und Cernavoda Jnfanterieseuer. Bei Silistria zeitweiliges Ge- schützseuer. In der Dobrndscha schwaches Artilleriefeuer iind Patrouillengefechte. Rücktritt des gricchischeir Krieg-minister-. Athen, 30. Nov. (WTB. Nichtamtlich Meldung des Reu- terschen Bureaus. Der Kriegs minister demissionierte «aus Gesundheitsrück,ichten. General Hazzopulos, zurzeit in Korfu, wird an seine Stelle treten. Bis zu seiner Ankunft werden die Geschäfte vom Ministerium des Innern ivabrgenommen. Athen, 30. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Das Reutersche Bureau meldet, daß die Lage unverändert ist. Adnnral F o u r u e 1 habe ein Mmüsest veröffentlicht, in welchem er die Bevölkerimg berulftgte und erklärte, daß er alle evtzaigen Ruhd- ftörnngen sofort nnterdrückeic und die Icker für verantwortlichen Personen bestrafen lverde. Eine Stunde später wurde das Manifest wieder zrlrückgezogen. Auf Grimd guter Jnsornmtionen wurde nnt- geteilt, daß der Admiral ein Schreibe n v o m K ö n i g erhalterr habe, mit dem Versprechen, daß die Ordnung aufrecht erhalten ,verden würde. Gestern ftüh suchte der König den Kommandanten des ersten Armeekorps ans und gab ihm den strengen Auftrag, für die Erhaltung der Ordnung Sorge zu tragen. Der Minister des A-eußern fragte bei den ^sandte:: der Ententemächte ml, ob si,e die an sie gerichtete ?7ote beantworten würden. Wie verlautet, l>iben die Gesandten geantwortet, daß sie iroch auf 'Instruktionen warte ick Die au- Griechettland au-gewieserteu Gesandten. Sofia, 30. Nov. (WTB.) Die Gesandten Bulgariens, Oesterreich-Ungarns und Deutschlands in Athen kamen gestern in Sofia an, von tvo die Vertreter Oesterreich-Ungarns nnd Deutschlands mit ihrem Personal die Reise nach Wien nnd Berlin fortsetzcn werden. Die Wirtschaftsreformen in Rußland. Petersburg, 30. ?Lov. (WTB. yrichtanrUichll Meldung der Petersburger Telegraphen-i>lgenMr. Da die MiMnan-Linie vollendet ist. so untersucht die russische Regvernng die Mittet, K'' flecißttrt sind, die rrördlichen Gegenden Rußlands zu kolonisieren. In Petersburg ist unter dem Vorsitz dw> Ministerpräsidenten eftr Sond^ranÄchiiy gegründet worden, um den Norden Ricßüv^s wirtschaftlÄH ansKmNltzcn. Rußland und England. Kope nhage n, 30. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Mvkmng btx Petersburger Telegrapl)en-Ageurur hat Minister- ttnöfK'.t'nt TroPow a:t Asgu: th eüi Telegramm gerichtet, in Km es heißt, er sei glücklich, Asguieth erneut die Gesichte der rni- ftfdjei: Ikgierung Ausdrücken zu IKrmen, die mit Gottes .Hilfe und rnc ZLlsmuu! emoi rken mit den Meierten auf dm endgültigenl Lrimnvl) über den gemeinsamen Fsvch rechne, ebenso aus die un- iMfoarc Fi^euu d ckafr zwischen den beiden Ländern, die für immer durch das für dieselbe Sache vergossene Wut geschlossen sei. * Die Veränderung in der britische» Admiralität. Rotterdam, 5'0. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Dem „Nieuwe Rotterdam sehe Courant" erfolge schreibt die „Times" über die Ver- önderungen in der 2ldmiralität. sic würden wenigstens das Publikum Mlfriedenstellen. Jellicoe genieße ein unvergleichlick)es Prestige sund Balty sei ein populärer Bosksheld. Aber die beiden Lunten nicht alles allein tun. Es hieße mit Blindheit geschlagen Ku sein, wenn man glaube, daß mit der Lotung des Krieges jetzt alles in Ordnung sein werde mir wegen dieser beiden Ernennungen. Nicht die Soldate 1 : und S> Leute seien an der langen Kriegführung sch2d. Auf die wirklichen Reformen würde man aber vorläufig noch Lvarten müssen. Tie „Times" schreibt weiter, daß die ganze Bevölkerung das Bedauern dar FiLoitte teile, daß es Iellicoe versagt war, die dwctsche Flotte zu vernichte'.:. Hoffentlich werde Beatty diese Genugtuung erleben. ' , , ^ Tie „Morning Poß" schreibt: Offiziere und Mannschaften befrachten Beatty als eimui zweiten Nelson. Wlas das Land vor allem wünsche, sei die Vernichtung der feindlichen Flotte. „Daily News" schreibt, schon seit längerer Zeit bestehe in der Marine die Streitfrage, ob es ihre Aufgabe sei, die See zu halten vnd auf die Deutschen zu warten, oder ob man eine mehr aggressive Mottenpolitik betreiben müsse. Man glaube, daß Beatty der Mann fax eine Foreierungstaktir sei. Man dürfe aber nicht leichtsinnig .die Motte aufs Spiel setzen, und müsse dafür Sorge tragen, daß man dem Feinde nur dann eine Schlacht liefere, wenn man ihm tzmd reicht den Engländern das Vorgeben vorychreibe. Bern, 30. November. MB. Nichtamtlich.) „Tentps" meldet aus London Am Freitag findet eine große Versammlung von GesichiäftÄ niten der City statt, um von seiten der Geschäftswelt die Ford er ung einer energischen Flottenpolitrk festzulegen. Der 5e?krleg. Die „Hampshire" torpediert; S t a v a n g e r, 30. Nov. (WTB.) Auf Vesteraamoy im VtÄvaugerfjord trieb eine Flasche mit einem Zettet an Land. der in englischer Sprache folgende Worte enthielt: ^,S. M. S. „Hampshire". Wir sind bisher wohlbehalten. c 2 a vifen" (1222 Tonnen), der norwegische Dampfer, ^,P e r r a" (1688 Tonnen) und der spanische Dampfer „L u - K i enne" wurden versenkt. Aus dem Reiche. Der Reichskanzler und der König von Bayern. München, 30. Nov. (WTB.) Die Korresporrder^, Hoffmvnu I meldet: Einläßlich des sechzigsten Geburtstages des Reichskanzlers pp. Bethmcurn Hollweg richtete .König ^Ludwig HI nächstehrndes 'Telegramm an den Rüchskanzler: Zur Vollendung des sechzigsten Lebensjahres sende ich Ew. ; Exzellenz wärmste Glückwünsche. Noch wollen unsere Feinde die .Hoffnung auf die Niedeirmgurirg Deutschlands rmd seiner Ver- 'bürdeten nicht aufgeben, sie werden aber, dessen bin ich gewiß, mit dieser Hoffnung an den Heldenmut unserer tapferen Kämpfer zu Wasser und -zu Lande imd an der Opfenvitligteit imseres Volkes zuschanden werben. Groß imb schwer sind die Sorgen und ' irrabrn des dentf.! 'ii Reichskanzlers bis zur Erreichung eures ehrenvollen daneckhasten Friedens. Mögen Ew. 'Exzellenz '.getragen von dem Vertrauen des Kaiser-, der deutschen Bundes- fürsten und des deutschen Volkes diese 'SLufgaben zur glücklichen Lösung führen! Das ist nsetu innigster Wunsch zu Jhrenr .Ge- 'burts feste. Ludwig. Von dem Reichskanzler ging darauf folgendes Ant- - Worttelegramm ein: Ew. Meijesttr bitte ich für d«s huldvolle Gedmken zu meinem .Geburtstag ehr furch Avolleir Dank ab statten zu dürfen. Die feste Huversickck in den Erfolg unserer Waffen, die Majestät so kraft- iimlt ews-espr»cheu, ^viro jeden Tag von unserem Heere und unsexein in f.nrrm vmb Ärb«t neu bestätigt. .Tie wannen Worte und -des ArLtv^uen, denen MchesM mich s» gnÄngst bedacht haben, •tykm mM tief demegt und laoffen mich besonders stark empfinden, ',wie sehr ich diese- Vcrtr»k«n bed«rf, um die Wpgabcn, die mir ^ Eeyen, Mi einem guten Ende zu ftchren. Irr unwandelbarer treuer DanWarMt Eiv. Majestät untertänigster. V. Bethwann Hollweg. Berlin, 30. Nov. lWTBö Nach einer im „Reichs-anzciger" veröffentlichten Bekanntmachung der Reichsstelle für Obst und Gemüse nürd die gewerbsmäßige Herstellung van Pflaumenmus aus frischen und aus gedörrten Pflaumen verboten. Berlin, 30. Nov. (ALB. Ni3>tarnttich.) Der 16. Aus- schirß des Abgeordnetenhauses h Charakter von allen umliegenden Völkern geschieden. Gewandheit im Reden und Tanken und rasches Urteil sin.den ihren Gegensatz in der Verschlagenheit. Lässigkeit und Trägheit sind Folgen des Klimas, das auch eine Sprmrghaftigkeit des Charakters bedingt. Ter rumänische Bauer ist scheu und zurückhaltend gegen Fremde. Sparsamkeit kennt er niHt und danini scheitern alle Versuche, ihm bessere Lebensverhältnisse zu schaffen. Himmelschreieird ist die Verteilung des Grund und Bodens. Die 4000 Bojaren haben den größten Teil bis 75 Prozent des Bodens im Besitz. 50 Prozent der Gesamtfläche Jittb mit Getreide und Mais bepflanzt. Eine blühende Industrie ist, vielfach unter Leitung voir Deutschen überall im Anwachsen. Die Hausindustrie des Sttckens ist in jedem Hause zu finden. Für die Großindustrie ist der Reichtum an Salz urw Petroleum maßgebend. Tic Oelgebiete liegen am Fuße der Karpathen. Zu der Petroleumindustrie ist viel fremdes Kapital, auch deutsches mrgelegt. Die Produktion hat eine sick>ere Zukunft und ist noch sehr steigerungsfähig. An Hand von guten Lichtbildern führte der Redner typische Landschaften und Siedlungen vor Augen. Der auf großer Sachkenntnis aufgebaute Bortrag erntete reichen Beifall. * M Der Großherzog ist gestern in Begleitung der Flügeladjutanten Major Freiherrn von Massenbach und Rittmeister von Schroeder wieder zur Front abgcreist. — Bei den Trauerieierlich- keiten in Wien wird der Großherzog durch den Hessischen Ge- sandten in Berlin Freiherrn von Biegeleben vertrete!,. *• Amtliche Personalnachrichten. Das Ehrenzeichen für Diitglieder ireiivilliger Feuerwehren wurde vom Großherzog Jakob Wcsp zu Wix,ausen verliehen. ** Das Kriegs-Ehrerl zeichen ist verliehen worden den Ober-Postsekretären K o h l h a s e nnd Weiß hier. ** H a u s's ch l a ch l u n g e n. Es ist bei vielen die Meinung verbreitet, daß wiederum ein Verbot der Hausschlachtungcn bevorstehe. D i e s e A u f i a s s u n g i st i r r i g. Es besteht keineswegs die Absicht, die zurzeit bestehenden Bestiinmungen zu ändern Die Besitzer von Schweinen tuen also gut daran, ihre Tiere so fett als irgend möglich zu machen. Ein vorzeitiges Schlachten ist ebenso unzweck,näßig als unnötig. ** Tie Ausgabe d e r Karten zum Bezug von T e i g w a r c n , Hülsen fruchten und Mühlenerzeng- nisscn U n d v o n Z u ck e r e r s o l g t Samstag, derr 2. D^ember 1916 und zwar lür die Bezugsberechttgten mit den Anfangs- buckfftaben A—K vormittags von 8—12 Uhr und mit den Anfangsbuchstaben L—Z, nachmittags von 2 bis 6 Uhr. Bei der Ent- gegennahinc der neuen Zuckwk.nsten sind d i c a 11 e it Zucker- marken der Stadt Gießen, für Tezember 1916 und Janunr 1917 zurückzugcben. Siehe Bekanntmachung. ** Seifen-Verbrauchs re gelang. Alle Geschäfte, die Seife, Seifnipulver oder sonstige fetthaltige Waschmittel an die Verbraucher unmittelbar absetzerr, 'haben die am 1. Dezember 1916 vorhandenen Bestände an solchen Waren schriftlich dem städt.. Lebensmittelaint anzuzeigen. Tie bei den (Gewerbetreibenden eingegangenen Seifenkartenabschnitte sind allmonatlich in den drei ersten Tagen des Katendermvnats an die gleiche Stelle zurück- zu liefern. Gleichizeitig sind die Neubezüge dieser Waren während des Monats anzumelden. Tie Unterlassung dieser Meldungen zieht Strafe nach. sich. Siehe Bekanntmachung. ** Aus de m Buresu des Stadltheaters. Zu der Erstauffüh-nma des spanischen Schauspiels „B o r i ck", das wir am kormn^ndeu Montag hier durch ein (^esanttgastspiel des Frankfurter Neuen Theaters kennen lernen )»erden, schrieb am 22. Okt. d. I. die „Franks. Ztg.": Die für Deutschland erste Mrfführung des von Johannes Fastcnrath unter dem Titel ,,2)oruf' übersetzten Dramas ,,Uu Drama nnevo ' von Dnmnyv y Baus ist vor voll^ besetztem Haus übe. die Bretter des „Neuen Theaters" gegangen unb mit dem lebhaftestem Beifall ausgenommen worden. Und das lmt seine Ursache wohl vor allem in der überaus kraftvoll durchgeführ--^ ltn Handlung, die vom ersten Augenblick an^nach dem' Publikum greift rrnd es bis zum letzten nicht wieder losläßt. Das ist „Tl>eateick^ im vollsten Sinne des Wortes, und zum Ucberlluß spielt sich alles im Kreis von Theaterleuten ab, von Schauspielern, die ihr eigenes Schicksal agieren. Der spanische Dichter hat den Totcnschädel, über den Hamlet die bekannten Betrachtungen an stellt, wieder lebendrg gemacht: der „arnre Dorick"" ist ein Komiker in Shakespear^ Tr-Nppe. der auf seine alten Tage auch einmal eine tragische Rolle spielen möchte. Der Meister gewährt es ihm zunr großen Leidwesen Waltons, des Tragöden, der auf Rache sinnt und es zuwege bringt, daß Borick anstatt des Theatcrbricscs mit dem er in der Rolle des betrogener: Gatten 'zu l>antieren hat. den rvirklichen Brief in d:e Hand bekommt, den seine junge Gattin Miee von ihrem Liebhaber, den: Schaalspieler Edmund, erhalten hat. So wird denn auch das rmchfolgeride ,Theatcrduell M einem wirklichen Duell, in dem Edmund von Borick getötet.wird. Aber auch Walton entgeht der dramattschen Gerechtigkeit nicht, denn Shakespeare teilt dem Publikum mit. daß der Bösenncht soeben auf der Straße ernrordet wurde. Die Darsteller l>aben sich vortrefflich um das Werk verdient geinacht. ** T a g e s l ä n g e i rn D e z e m b e r. Im Dezember durchläuft das Tage-7gestirn den südlichen Teil seiner scheinbaren Bahn. Tie Zeltänderungen sind in diesem Monat gering. Am 22. deS Monats erreicht die Sonne ihren südlichsten Stand, die Wintersonnenwende tritt ein. Wir haben damit den kürzesten Tag und die längste Nacht erreicht. Die Tageslänae beträgt an: 1. Dezember 8'/ 8 Stunden, ain letzten etwa 8 Stunden. Tie Abnahme des Tageslichts beträgt bis znn: 22. Tezember etwa täglich 1 "Minute, die Zunahme bis zum Schluß etwa ebensoviel. D i e Ausgabe von Süßstoff (Saccharin) erfolgt gegen den Liefernngsabschnitt 6 in der Zeit vom 11. November b 1 5 15. Dezember ds. Fs. und nicht wie angegeben vom 11.—16. Dezember ds. IS. ** Das heutige Kreisblatt Nr. 154 enthält wichtige Bekanntmachungen über den Verkehr mit Vollmilch; ferner Mastgeftügel, Süßstoff, Verbot der Werbetätigkeit gegenüber Arbeitern der Kriegsindustrie, Forderung der Ziegenzucht, Buchecker:: sammluny, Fortbildungsschule, Verkehr mit ^cknochen, Verkauf von erngelagcrtem Winterobst und die Versorgung der Kranken mit Zrffatznahrungsmitteln. Landkreis Gießen. ne. Bellersheim, 30. November. Wieder hat der Krieg ein Opfer aus hiesiger Gemeinde gefordert. Ter Wehrmann Adolf Müller erlag in einem Lazarett im Westen einer tückischen Krankheit. Tie schwergeprüfte Mutter, eine Wittve, hat damit den: Väterlich das zweite Opfer gebracht. Sie verlor bereits im vorigen Jahre den Schwiegersohn. — Der vermißte Landsturm- mann Jvhaunes Thomas befindet sich in russischer Gefangen- schaft. ** Watzenborn, 1. Dez. Ter Ersatzreservist Karl Harnisch^ Res.-Inf.-Rgt. 116, 4. Komp., der im Mai ds. Fs. die Hessische Tapserkettslnedaille erhielt, wurde am 20. Nov. 191 r > zum Gefreiten befördert und a!n 25. Nov. 1916 mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Harnisch ist seit N?ai 1915 ununterbrochen im Felde und bat mit seinen! Bataillon schon ans allen Kriegsschauplätzen gekämpft. Kreis Büdingen. # Bindsachsen, 1. Dez. In Rumänien starb den Heldentod der Landsturmmann Hermann Geyer. G Borsdorf, 1. Dez. Auf dem Felde der Ehre starb der Musketier Uhl im Jnf.-Rgt 99. # Nidda. 1. Dez. Tic Oesterreichische Tavserkeitsmedaill: erhielt der Offizier-Stellvertreter Thies. 4- Ortenberg, 1. Dez. Die Beisetzung des seiner schweren Verwundung im Festnngslazarett zu Posen erlegenen Leutnant der Res. und Pfarrassistente!: Heinrich Hebbel findet am Montag, den 4. Dezember, nachmittags 2 1 / 4 Uhr statt. Kreis Schotten. sttz Schotten, 1. Dez. Das Eiserne Kreuz eckhielt der Gefreite Johann H a s e n a u e r. # Köddingen, 1. Dez. Aus dein Felde der Ehre starb der Gardegrenadier Einil R ü h l im 4. Garde-Grenadier-Rgt. z. F. Lanbach, 1. Dez. Graf Johann Albrecht zu Solms-Laubach, der kürzlich den Heldentod erlitt, war nicht, wie rvir kürzlich mitteilten, Leutnant im 4, Garde-Regiment zu Fuß. sondern Leutnant im Garde-Jäger-Bataillon. Kreis Friedberg. ut. Friedberg-Fan erbach, 1. Dez. Dem Landsturnv mann Emil Schaum wurde ivegen hervorragenden AnsharrenS vor dem Feilide bei den Sonnnekamvien die Hessische Tapierkeits- inedaille verliehen. Er steht bereits zivei Jahre in: Felde. Y. Butzbach, 1. Dez. Gestern mittag 1 Uhr entgleisten aus hiesigem Bahnhöfe Ataschine, Tender und 6 Wagen eines G n t er z u g e §. Zivei Bedienstete sind leichtverletzt; der Materialschaden ist bedeutend. Entsprechendes Personal von Werkstatt Gießen ttas kurze Zeit nach dem Unfall zur Aufräumung hier ein. Tie Ursache zu diesem Unfall ist noch nicht festgestellt. —.— Butzbach, 1. Dezember. Am 29. Nov. 1916, abends 9,07 Uhr, tvurbe. wie bereits mit geteilt, im hiesigen Bahnhof von dem Ellzug Nr. 6018 der Hilfsbremser Johannes Hoß aus Fronhausen, Kreis Marburg, überfahren und getötet. Er ivar verwitwet, 48 Jahre alt, imd der Sohn des verstorbenen Leinewebers Joliannes Hoß VI. aics Fronhausen. Seine Leiche wird :mch sHwn° hausm überft'chrt. — Gestern mittag 12 Uhr entgleiste eine Maschine eines GüteiMges in der Nähe des hiesigen Stellwerkes. — In der gestrigen Gemeinderatssitzung wuihe die Errichtung einer Lebensmittelftelle beschlvssen. Als Kvmmissionsmrtglieder wurden gewählt: Bei-geordneter Karl Hadermann als Bor- fit/tenber, die Gemeinderäte Brauba ch und Metzger als Mitglieder, ferner noch Kaufmann Wilhelm Hadermann, Ni:del- fabrikant 2l. W. H eil, Eisendreber Christian H e r t k o r u . Acetzgermeister Philipp Grün e r, Kaufmaim Robert Schmidt. Kaufmann Karl S e i p p e l und Kaiiftnam: und Landwirt Cbristoph W i e ß l e r. Zugleich duurde ein Kredit in HShe von 3000 Marl bewilligt. :: P o h l -- G ö n S , 1. Dez. Pionier Otto Z ör b bei einer Dffnenwerferkonipagnie im Westen, erhielt das Eiserne Kreuz und Schütze Ludwig Schevp in dein Infanterie-Regiment Nr. 116 wurde mit der Hessischen TapferkeitsmedaiHe ausgezeichnet. Kreis Wetzlar. tva. Wetzlar. 30. Nov. Die am gestrigen Nachmittag und A.beiro, vollzogenen Stadtverordneternvahlen der 2. Und l.Wabl- abteilung l>aben zu dein Ergebnis geführt, daß die Herren (verlach. Hiepe, Hölmam: und Stand iviedcrgewählt Wurden. — Bon der l. Abteilung — 6 Wähler umfassend — erschienen drei Herren zur Wahl. 'Sie ivä-hlten die Herren Kaufmann Christian Cloos, Fabrikant Hermann Humbert und Fabrikant Dr. Ernst Leitz \r ivclche also neu in das Stadtverordnetcnrkolleginin eintreten. ra. Wetzlar. 30. Nov. Aus Anlaß der Volkszählung sei hier eine Uebersicht über das Wachstum der Bevölkerung des Kreises Wetzlar gegeben. Im Jahre 1817 betrug die Summ« der Einwohner 32621 Seelen. Tavoi: kamen auf die Stadt Wetzlar '275, auf die Bürgermeistereien Lltzbachj 3400, Launsbach 1583, Lützellinden 3031, Rochtenlwch 1942, Braunfels 4760, Schöffengrund 3320, Greifensteil: 3229, 2lßlar 4073 und Hohensolms 3008 Eil:wohner. Tie Vollszählung vom Jahr 1890 ergab für. den ganzer: Kreis 50968 Personen und zwar Wetzlar 8093, Atzbach— Launsbach 8027, Lützellinden—Rechtenbach 6427, Bvaunfels 8161, Schöffengrimd 5233, Greifenstein 4178, Aßlar 7534 und Hohensolms 3300 Seelen. Die Zählung vom Jahre 1900 ergab für den Kreis 54098 Bewohner. ra. 2lus der Bürgermeisterei Atzbach — Launs-- bach, 30. Nov. Tie in: abgelaufenen Monat veranstaltete Samr.r- lung zur Beschaffung der Mittel für Weihnachtsgaben an die. Feldtruppen und die Feldlazarette hatte für die hiesige Bürgermeistere: folgendes Ergebnis: Atzbach 400 M., Dorlar 209,45 M., Dutenhofen 166,50 M., Garbenheim 220,50 M.. Kiuzenbach> 294 Mart, Krofdorf—Gleiberg 335,10 M., Ketzberg 28,80 M., LaimS-' fcttft 27 fa M., Cfeenlr •: "eit 64,0' i: i izböden 68.50 M. und SStfeinttT 172,80 M. Zusammen 1287,35 M. Hessen Nassau. — Mar b u r c\ r 30. Nov. Zn ü nlder n 5ugte ein Arbeiter bei einem Surr; von der Scheunendiele das Leben ein. F. C. Kassel, 1. Dez. 1000 Gramm Weizenmehl verausgabte der Landkreis Kassel in diesem Jahre zun: Zwecke der W u r st b e r e i t n n g an reöeit Hausbaltungsvorstand. = Frankfurt a. M., 30. November. Da die Stadt in Airkunst an Mild nur noch ein Viertel der Friedensuvenge erhält, sckxränkt sie den Milchverlwauch demnächst erheblich ein. Sie schaltet aus der grossen Zahl der Milchhändler die Händler, die den Milch- verkauf nicht als Hauptgeschäft betreiben und nicht über einen hygienisch einlv-rndsreien Betrieb verfügen, mrs. Ferner werden die Milchberechtigten straßenweis einen: in der betreffenden Strafe woimenden Händler zugewiesen, damit der Milchvertrieb möglichst verein sackst wird. ‘ — H ö ch st a. M.,. 1. Dez. Auf Veranlassung der Kreisvcr- waltuu-g toiro in der Michel schm Rustsabrik eine Wnrstfabrik eingerichtet und' in kürzester Frist dein Betrieb übergeben. Die K r e i s - W u r st s a b r i? sieht in unmittelbarer Verbindung mit dem Schlaclxthof- Nach dem Muster der Z.-E.-G. Lebcrwurst läßt die Stadt nunmehr tieften der eigenen städtischen Willst auch eine Lebertourst Herstellen, die für 2,80 Mk. das Pfund abgegebei: tvird. — W e i d e u h a u s en, 30. Nov. Einem hiesigen Metzger- ^meister, der die ihn: überwiesenen Fl ei sch mengen nickst an die» Be- völkertmg verkaufte, sondern sie mit erheblichem Mehrgewinn aus- toärtigen Kunden heimlich zuführte, wurdet! sämtliche Fleischlieserungen seitens des Konrmunalverbandes gesperrt. Die Photo yraphir im Dienste des Nrimi'-laHsten. Die kriminalistische Photographie, die bekanntlich eines der wichtigsiet: Hilfsmittel zur genauen Feststellung von Verbrechen und Verbrechern ist, hat in den letzten Jahren zahlreiche und höchst tttteressante Fortschritte gemacht. Mne kurze Betrachtung dieses Gebietes, wie sie der ausgezeichnete Kriminalist, der Chef der Dresdener Kriminalpolizei, Dr. Robert Heindl, im nächsten Heft der bei der Deutschen Verlags-Anstalt in Stuttgart erscheinenden Zeitschrift „lieber Land rmd Meer" widergibt, zeigt, inwieweit hier das weitverzweigte Gebiet einer regelrechte:: Wissenschaft sich her- ausgebildet hat. Die drei wichtigsten Verwendungsmöglichkeiten der Hamern in: Dienste der Kriminalpolizei sind die Personen-- photogravbie zur Identifizierung eines unbekannten Täters oder Opfers- die Tatortphotographie zur untrüglichen bildlichen Darstellung der Einzelheiten des Tatortes und die Spurenphotographie. Ausgabe der Personenphotographie ist es vor allem, nröglichst viele charakteristische Anhaltspunkte zur Wiedererkennung zu lieben. Hierzu ist für den kriminalistisch Geschulten das Prosilbild ai'ü geeignetsten, da es Ohr und Nasenrücken am charakteristischsten zeigt, andererseits pflegt der Laie Personen mehr auf Grund der Vorderansicht wiedcrzuerkennen. Deswegen führte ein englischer Kriminalist das System ein, die Person mitsamt einem schräg zu ihr gestellt:: Spiegel aufzunehmen, so daß Vorder- und Seitenansicht auf dieselbe Platte kommen. Dier Nachteil dieser Photographie besteht jedoch darin, daß das Spiegelbild naturgemäß weniger lichtstark :md darum undeutlicher ist, als die Vorderansicht und daß außerdem die Seitenansicht durch die Spiegelung verkehrt herans- kommt. Deswegen wurde dieses System durch das in den 80ev Jahren von Bertillon ansgearbeitete verdrängt. Bertillon benützte zuerst zwei photographische Llpparate, die in rechtem Winkel zueinander aufgestellt waren, schließlich aber wandte er nur einen Llpparat an und konstrrrierte dafür einen in rechtem Winkel drehbaren Aufnahmestuhl, auf den sich der Verbrecher zu setzen hat. Diese Art der polizeilichen Personenphotographie ist heute in der ganzen Welt üblich geworden. Neben den beiden Bildern mit Vorder- und Seiteücmsicht wird meist auch noch ein drittes Bild mit Kopfbedeckung aufgeiwmmen, wobei immer der Grundsatz zu befolgen ist, daß keinerlei Retouche angewandt werden darf. Die Photographie einer Leiche zu Erkennungszwecken ist begreiflicherweise viel schwieriger, da der Tod die Züge entstellt ünd außerdem oft Verwesung hinzutritt. In diesen Fällen bedient man sich der sogen. „Leichentoilette". Die Haare werden frisiert, das Gesicht wird ge- , schminkt, den Augen wird durch Grnspritzen von Glyzerin lebens- öhnlicher Glanz verliehen, eventuell werden sie auch durch Glasaugen ersetzt. Da man tnanchmal im Leben zwei verschiedenen Personen mit täuschender Gesichtsähnlichkeit begegnet, ist auch das bekannte Verfahren der Fingerabdrücke unerläßlich, da die letztere:: niemals ganz bei verschiedenen Personen übereinstimmen. Die Photographien werden in einem sogen. Verbrecheralbum gesammelt, und zwar legte man früher, um nicht ya viele Bilder vorzeigen zu müssen, für jede Verbrecherspezialität ein besonderes Album an. Da die; Verbrecher aber oft ihre „Spezialität" wechseln, wurde ein von Dr. Robert Heindl ausgearbeitetes neues Verbrechetalbumssystem. in welchem die Verbrecher nach ihrem Signalement geordnet sind, in zahlreichen Städten wie München, Dresden, Berlin und Stuttgart eingeführt. Die Tatottphotographie ist verhälttrismäßig noch junger: Datums. Sie tritt an Stelle des früheren einfachen Protokolls und ihr einziger Fehler ist, daß sie die Maße der dargestellte:: Gegenstände nicht erkennen läßt und in dieser Beziehung oft durch die perspektivische Wirkung trügerisch wird. Da in der Kriminalistik aber oft ein Millimeter von größter Bedeutung ist, wurde seinerzeit von Berttllon die von Architekten und Geometern benutzte Photo- Emmetrie vorgeschlagen. Sie ist aber in der Praxis toegen der Kostspieligkeit der erfottrerlichen optischen Instrumente und der Notwendigkeit mathematisch vorgebildeter Arbeitskräfte verhältnismäßig selten. Daher wurde von Dr. Heindl ein vereinfachtes Verfahren ausgearbeitet, und zwar wird ganz einfach der Maßstab mitphotographiert. Dieser Maßstaft, der z. B. auf den Fußboden des Mvrd- zimmers gelegt wird, ist aber nicht etwa ein gewöhnliches Zenti- meterband, sondern eine quadratische Platte mit einer Zentimeter- skala, einem Transporteur und einer Diagonale. Die Spuren- photographie endlich hat vor allem den Vorteil, daß gewisse Farben, die mit freiem Auge nicht erkennbar sind, auf die photographische Platte einwirken. So zeigte sich z. B. die Photographie einer an* scheinend gesunden Frau mit dunklen Flecken übersät, itnd bald darauf erkrankte die betreffende Person auch tatsächlich an den Blatter::. Zur Zeit der Aufnahme waren aber die Flecken für den Photographen noch nicht sichtbar gewesen. Schon diese Beispiele zeigen die Wichtigkeit der Kamera für den Kriminalisten. Leider ist aber der photographische Apparat charatterlos genug, sich auch von den Verbrechern schützen zu lassen, und namentlich unter den Spionen, Falschmünzer::, Antiquitätenbetrügern und Urknndenfälschern finden sich zahlreiche photographische Küt:stler. GerrHtssaal. Bcleidrguttgsprozetz Cotzrnann-Valentin. München, 30. Nov. (WTB.) In dein Beleidig ungsprozeß Coßmann-Valentin, der als Gegenstand der Klage einen Brief Valenttns an Coßmann und einet: Artikel in Nr. 49L des Berliner „Lokal-Anzeigers" vom 25. September 1916 hatte, in dem dem Kläger unter anderem der Vorwurf der Lüge und des groben Verttauensbruchies, begangen durch Veröffentlichung des bekannten Gespräches über polittsche Dinge am 21. Juli, gemacht wurde, kam heute vor dem Schöffengericht München folgender Vergleich zustande: Valentin nimmt sämtliche beleidigenden Ausdrücke gegen Coßmann als unbegründet zurück und übernimmt sämtliche Kosten. Klage und Sttafantvag werden zurückgezogen. Mainz, 30. Nov. Vor der Stvafkammer hatten sich gestern der Futtermittethändler Koch aus Mainz-Gonsenheim und zahlreiche andere Händler wegen Betrugs und Wuchers ßu verantworten. Koch hatte unter der Bezeichnung „Sttenmehl" ein aus! Gips und Sägemehl fabriziertes „Fitttermittel", dessen Herstel- lungswert zwei Mark ist, für 9 Mk. de:: Zentner cm zahlreiche Händler in Starkenburg und Oberhessen, besonders der Wetterau, zum Weitervertrieb verkauft. Diese Unterhändler verkauften dam: das absolut wertlose Mittel auf dem Wege des Kettenhandels für 14 Mk. in große:: Mengen an Landwirte weiter. Es tvurden also an der Ware 700 Prozent verdient. In der Gerichtsverhandlung betonten Richter, Zeugen und Sachverständige, daß der vorliegende Fall der krasseste sei, der bisher im Kapitel „Bettug und Kriegswucher" vorgekommen sei. Trotzdem erkannte das Gericht auf Freisprechung, da das zur Verurteilung wegen Bettugs erforderliche subjekttve Moment der Vorspiegelung falscher Tatsachen fehle, denn die Zeugen hätten festgestellt, daß das „Stret:mehl" während des ganzen Kettenhandels auf den Rechnungen und Frachtbriefen als „Sclstvefelscmrer Kalk mit Stteumehl" angegeben sei. Gegen das aufsehenerregende Urteil legte die Mainzer Staatsanwaltschaft Berufung ein. Auf das Benffungsurleil darf man gespannt sein. VsemUchte». * Theorie und Praxis. Der besonders gestrenge Führer etner franchsischen Fliegerabteilung erließ, nach „L'Oeuvre", den folgenden Befehl: „Es ist den Fliegern verboten, auch im Falle einer Pause außerhalb der vorgeschriebenen Zone zu landen." Ein Flieger fügte diesen: Befehl mit Bleistill die ,'olgsnde Randbemerkung hinzu: „In: Falle einer unfreiwillige!: Lanhung haben die Flieger sich mit ihren: Apparat auf die Tclegraphenleitnng niederzulassen ul:d dort auf den nächsten telegraphische,: Befehl zu warten." GScherrt!. Arbersicht SsrToLnsiM l d. Stadt Gietzerr. 47. Woche. Vom 19. bis 25. November 1918. Einwohnerzahl: angenommen zu 33100 (infl. 1600 Mann Militär). SlerblichkeitSzifser: 29,85 Nach Abzug von 8 Ortsfremden: 17,30°/,,. Es starben an Zus. Er- Kinder wachsene im 1 . SiibtnS* jahr vom 2 bi- 15 . Jahr dlnqeborener Lebensschwäche 1 — 1 — Diphtherie KD — — MD Keuch hui feit 1 — 1 Tuberkulose der Knochen Syphilis 1 1 — — i(i) 1(1) — — Krankheiten der Atmung?- organe Krairkheilen der Kreislan.f?- 1 1 organe 5irankhciten des Nerven- KD 1(1) — system- anderen Krankheiten der 2(2) 2(2) — — Verdauungsorgane 2(2) 2(2) — — Krankheiten der Harnorgane 2 2 — — Krebs 4(1) 4(1) — — Sarkontatose 1 1 — — Vertmglücknng 1 1 — — Summa: 19 (3) 16 (7) 2 1(1) Sinnt: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffende:: Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke komn:en. Veröffentlichung des Großh. Kreisgesundheitsamts Gießen. Dr. W a l g e r, Med.-Rat. Pandel. .Efser:, 60. Nov. Die Generalversamtnlnng der Friedr. Krupp IA.-G., Essen, genehmigte den Abschluß für bas Geschäftsjahr 1915/16 und beschloß den Auttägen gemäß. Das Ergebnis des Geschäftsjahres 1915/16 setzt sich wie folgt zusammen: Der Betriebsüberschuß der sämtlichen Werke ber Firmen stellt sich, nach Absetzung von 30 Millionet: Mark für außerordentliche Tlbschreibungen auf Kriegsmcrteriakwerkstätten, auf Mark 95 928 938 (im Vorjahr 113 229 821). Dazu tteten: Zinsen nach MznH der Ausgabe:: für die Verzinsung der Anleihen, Guthaben lusw. mit Mark 3 783 333 (3142 063), verschiedene Ein- tnlhmer: Mk. 3 670 963 (2 505 930', was zusammen Mk. 103 383 234 (118 677 814) gibt. Hiervon gehen ab für: Steuern, einschließlich Kttegssteuerrücklage, Mk. 28 649 923 (i. V. Steuern Mk. 10 717 965), gesetzliche Angestellten und Arfteiterversickteriin-g Mk. 6 935 117 (5 802 283), Wohlfahrtsausgaben einschließlich Kriegsbeihilfen Mk. 18140 886 (15 891955 ; (an Kriegsbeihitfen sind im ganzen Mk. 10 232 057 (8 976 190 verausgabt, wovon! 5 Millionen (3 Millionen) durch den in der vorigen Generalversammlung für diesen Zweck bewilligten Bettag gedeckt sind); zusammen Mk. 53 725926 (32 412 203). Nach Abzug dieser Ausgaben ergibt sich ans dem Geschäftsjahr 1915/16 ein Rein ge-, winn von Mk. 49 657 308 (86 465 611): hierzu tritt der lieber - trag ans dem Vorjahr mit Mk. 9 977 678 (9 385 347-, so daß die Generalversammlung über den Bettag von zusammen Mark 59 634 986 (95 850 958) Beschluß zu fassen hatte. Von oem Reingewinn fallet: 5 Prozent = Mk. 2 482 865 (i. D. 4 323 281) der gesetzlichett Rücklage zu. Die Sonderrücklage wird um Mark 2 Millionen (:. V. Mk. 3 Millionen) verstärkt, und ftir besondere Abschreibungen und Erneuerungen werden weitere 5 Millionen (i. V. Mk. 5 Millionen) bereitgestellt. Tie Dividende für 1915/16 ist ans 12 Prozent festgesetzt. (Im Vorjahre hätte eine Tividnid« von 24 Prozent verteilt werdet: köm:en, doch verzichtete bekannt-, lich die Familie ans den 12 Prozent übersteigenden Betrag, aus dem mit Mark 23,7 Millionen in: Anschluß an die „Nationalstif- tt:ng für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen" eine der Allgemeinheit dienende Krupp-Stiftung errichtet wurde.) Meteorologische veodachtMgen der Station Siche». Nov. 0 D°z^ £'5| 1 Gift P c* p S * .n i .r - .S 5 O " C j o-g 5S S j cS ÖD | ÖD | | % 3 a.ud OJ - W«, "n ; L i-sill ^cc 0 - 4 } w =-a Wetter 30.1 2"II - 2.3 4.8 ! 89 - ! 10 Bed. Himmel 30. 9" - 2.2 46 i 85 — 10 „ 1 7»s — 1 ■ 0,9 43 88 - > 10 Bed. Himmel Höchste Temperatur am 29. bis 30. Nov. 1916: -f- 2,7° C. Niedrigste „ „ 29. „ 30. . 1916: -st 0,3° 6. Niederschlag 0,0 mm. Deutschlands Medensbereitschast. Köln, 1. Dez. Der bekannte amerikanische Journalist William H a l e hatte am Dienstag .eine Unterredung mit dem Reichskanzler. Dieser erklärte, es scheine, als ob die englische Presse den Auftrag erhalten habe, seine Worte über die Bereitschaft Deutschlands, sich einer Friedensvernnigung anz-ii- schließe::, absichtlich falsch zu deuten. Seine Worte bedeuteten nichts anderes, als eine aufrichtige und' lebhafte Erkläru:rg der Bereit scbaft Deutschlands, an der Sicherung des Weltfriedens in itzu arbeiten. Das deutsche Volk sei absolut entsck)l»ssen^ diesen Krieg zu Ende zu führen, und in diesem Entschluß rufen wir die gaiM Kraft eines einigen Volkes ans. Unsere wieverholte Versicherung, in Friedensverl-andl:mge:t einzutreten. Ijaften niemals einen Widerhall gefunden, an manchen Stellen sind sie sogar als Aeußerungen der Schwäche und 'Furcht gedeut.'t wvrtien. Sicherlich beweisen die Ergebnisse des vergangenen Jahres genügetw, daß :vir danmls nicht cms Schwäche oder Furcht sprachen. Die Ergebnisse des kommenden Jahres werden zeigen, daß wir, toenu wir an unserer Berettschaft, eine Beilechmg des Streites zu erörtern, festhatten, lediglich! dem Gebote der Menschlichlkeft folgten, nicht aber dem der Furcht. Ich 'spreche ^ohne jede Befürchttmgj hinsichtlich des großen^Ansganges des großen Kampfes, wie langk' £T auch noch dauern möge, aber in dem strnsien Bewußtsein der Heiligkeit des Lebens, das uns von einer chöheren Macht gcschenkr wurde und das nicht leichthin zerstött werten darf infolge men schlick,er Mißhelligkeiten, die gemeinsame !Bemühungen zu beseitigen imstande wären. Letzte Nachrichten. Die rmnänischen Kvnigsgräber unter deutschem Schutz. Berlin, 30. Nov. (WTB. Amtlich.) Mit der Einnahme Äon iCurtes de Arges fhtft auch die dort befindlichen rumänischen Königsgräber unter den Schutz der deutschen Truppen gekommen. Der Deutsche Kaiser befahl, daß deutsche Truppen, welche Curtes de Arges durchschreiten, an den Gräbern des verstorbenen Königspaares Kränze niederlegen. Die Folgen des rumänischen Fewzuges. Berlin, 30. Nov. (Priv.-Tel.) Die „B.Z. am Mittag" nteldet aus Softa: Radoslawiow sagte in der gestrigen Sitzung der S o b r a n j e, daß in naher Zeit sin dem bulgarischen Parlamertt wie in den überigen Vrerbundsparbrmenten wichtige Erklärungen abgegeben werden dürften, die allgemeine Freude hervvrv::fen werden. Eingeweihte Kreise bttngen diese Aeußerimgen mit dem Umstande in Zusammenhcmg, daß das siegreiche Vordringen in Rumänien weittragende politische Folgen nack- sch ziehen dürfte. Die verkürzte Polizeistunde. Berlin, 30. Nov. Tie neuen Bestimmut^en über die Ver- kürzrrng der Polizeistunde fiix das .Handelsgewerbe in Gastwirtschaften Theater und Vergnügungslokalen sowie für die Stadt- wrd Sttaße:ck>ahnen soll zunächst nur für das Winterhalbjahr, d. h. bis zum 1. Mai kommenden Jahres in Kraft treten. UiWWHW Ulli Badezimmer u. sonstigem Zubehör. West Anlage 46, >eu hergerichlel, per sofort lder später zu verm. 17000 { Mo bl, Zimmer] Psfisit? . BrztttÜNoaen Bin© 23 (NeUevue)Zim.m.u.ohneBer. pfleg, f. jede Zeitdauer. Mittag- u. Abendtisch. Elektrisch Li cht, Ba d . Tel. 10W. 18445 Led. mSKI. LiwMsr m.Schreiv- tisch^.verm ?p-. nächst der West-Anlage. Frdl. möbl. Zia. in. sev. Eing z. verm. Lynuea slr. 121 [ olssa7 <£>d)ön möbl. Zimmer mit voller Pension u. elektr. Lickt, preiswert zu vermieten. [ 9805 _ Wallto r ttrane 27. mm. W nhü- n. Sshlafzimtsiov, auch einzeln, sofort zu verin. V135A; dlockür. 8 es. M Ztvei-Zimmerwobnung per bald zu mieten gesuäit. Echristl. Angeb. mit Preis um. a. d Gießener Anz. Schöne, große 4- svU. 8-Zim.- im Süden oder Südweften Gießens per 1. März 1917 zu mieten gesucht. Schriftliche Angebote u. 8626 an den Gieß. Anz. M07 | Klein., neuzcitl. Wofenrnsi u. kl. Familie per 1. Januar 1917 ^.mieten gesucht. Offerten tn. 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V/aJsen&nabcn, der durch Einberufung seines Herrn stellenlos wurde, w. fof. Unterkunft, in d. ein. Landw.ges.Näh. ö.Fh.Jnukor, Lic in (C ('c 10-), 23 w Ö ü c dj e v i tr. 3U Lcäs.rn. 6sIStSzoheh0L wurde Donnerstag auf dem Wege von, Schiffenberg n. Gietzen. veri. Gegen Bel. abzugeben auf der Polizei. . [(»13569 Gott dem Allmächtigen hat es in seinem unerforschlichen Ratschluß gefallen, Mittwoch nachmittag 3 Uhr meinen lieben Mann, unseren guten Vater, Schwiegervater, Großvater. Bruder, Schwager und Onkel Albert Hubert Pascher Eisenbahn-Schaffner i. P. infolge Schlaganfalls an seinem 66. Geburtstage, gestärkt durch Empfang der heil. Sakramente, zu sieh in die Ewigkeit abzurufen den Dies zeigen tiefbetrübt an: Prau Anna Eva Pascher geb. Walgenbach Eduard Pascher und Frau geb. Math es Heinrich Schumacher und Frau geb. Paschei Eagenie Pascher Gertrud? Pascher Albert Pascher Anna Pascher Heinrich Pascher als Bruder Konrad Dcvvald nebst drei Enkelkindern. Gießen, Frankfurt, Herdorf, Cöln-Kalk, Philadelphia, Altenhofen, Kloppenheirn, den 29. November 1916 Die Beerdigung findet Sonntag, den 3. Dezember, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. im Ausschnitt Pfd. Mk. Hast ohne Gräten. Wohlschmeckend und von hohem Nä h rwert. 8634 a B' iHcliküfrße “00 in Dosen von ca. 1 Pfund . . Mk. 2.30 „2 „ .... „ 3.10 und 4.— ' BGclunwöismag: Die Klötze in der Brühe dein werden lassen, mit wenig Fett n. einem Löffel Mehl eine So he bereiten und diese mit der Brühe soweit ausfüllen, datz die Klötze bedeckt werden. Einen kräftigeren Geschmack erhält die So^e durch Beiga be von Senf. Schollen in Gelee, V« Pfund 50 Pfg. Geräucherte Heringe, Stück 58 Pfg. Salzgurken, Stück 45 und 17 Pfg. Essig-Gurken, lose ausgewogen, V« Pfd. _ . 40 Pfg. Sauerkraut .... Pfund 15 Pfg. Nach kurzem schweren Leiden iät meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwester und Schwägerin FrauKaiharinaSchneidergeb.Fischer gestern morgen im Alter von 63 Jahren sanft entschlafen. Jost Schneider WilliSchneider,z Zt.imFelde HeinrBlum,z.Zt.imFelde, QttoSchneider,z.Zt.imFelde, und Frau Kätchen geb. und Frau Schneider Ludwig Schneider, Z. Zt. im Karl Schneider, z. Zt. im Felde, und Braut Felde, und Frau August Schneider nebst 3 Enkeln. Giessen (Steinstr. 78), den 1. Dezember 1916. Die Beerdigung findet Montag, den 4. Dezember, nachmittags 2 1 / 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt, Die Verordnung darüber schreibt vor, datz jeder HauS- haltnngsvvriland sich in eine Bestell-Liste eintragen mutz. Die Mitglieder deS Konsumvereins sind gehalten, sich in die Bestell Liste dcS Vereins einzutragcn. Je mehr Mitglieder sich beim Verein eintragen, desto grötzere Mengen Waren bekommt der Verein zage teilt. 8615 Jeder wähle die VerteilnngSstelle, ln der er hauvt- sächlich einkaufi CB-CiL-cr Große Auswahl liefert In Jaöer gowOnaobtea Ausstattung 3tllrein u preiswert 6!y Rrkhä'sohe Univ.-OrustoeJ Amtliche Bekanutmal^uttgen dev Stadt Gietzen. Die Haushaltnngsvorstände, die sich zum Bezüge von Kartoffeln und Noblen zum ermätzigten Preise gemeldet haben, können den Lieferungsschein von Mittwoch, den 20. November ab. auf dem Stadthaus, Zimmer Nr. 8 in Empfang nehmen. Kartoffelbezugsschein ist mitzubringen. 85708 Leute morgen entschlief infolge eines Herzschlages unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter Frey Derotlisa Reißenwebsr im 76. Lebensjahre. geb. Trommer Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Reissenweber, O.-B.-Ass. Familie Hans Düssei Mathilde Nass and Kinder Familie Richard Reissenweber. Lollar, Singen in Thüringen, Sonnefeld bei Coburg, den 30. November 1916. 013570 Beerdigung findet Sonntag nachm. 2 Uhr in Lollar statt. [8615D Darmstädter Pädagogium bestanden seit Ostern & J.: 7 Abiturienten, 4 Primaner, 2 Fähnriche, 1 23 FliiJUhrljsc un( | 4 fü r andere Klassen; ► eit Kriotfsbeginn bestanden 07 Schüler ihre Prüfungen. Prospekte durch den Leiter M. Ellas. LAMeti für Lebensmittelkarten verschiedene Ausführungen, Stück 10 Pfg. ,8135 J. Welnert, Neuenweg 9. Wtederverkäufer »vollen Muster und Preise verlangen. Seifen-Verbranchsregelurrg. Ans Grund der §§ 12, 15, 15a der Verordnung des Bundesrats über die Errichtung von PrÄsprüfungsstelUn und die Versorgungsregelung vonr 25. September 1915 und 4. November 1915 (N-G.-M. 607 und 728) sowie der hierzu erlassenen hessischer Aussührimgsbekauntmach^ ungen vom 5. Oktober und 6. November 1915 (Regierungsblatt S. 192 und S. 211) wirb mit Genehmigung Großh. Ministeriums des Innern bestimmt, wie folgt. § 1. Alle Geschäfte, die Seife, Seifenpulver oder sonstige fetthaltige Waschmittel an die Verbraucher unmittelbar absetzen, haben die am 1. Dezember 1916 vorharrdene^ Bestände an solck>en Waren schriftlich dem städtischen) Lebensmittelanrt anzuzeigen. Die bei den Gewerbetreibenden eingegangenen Seisenkartenabschnitte sind allmonatlich in den drei ersten Tagen des Kalendermouats au die gleiche Stelle zurückzichiefern. Gleichzeitig sind die Neubezüge dieser Waren während des Monats anzumelden. Die Unterlassung dieser Meldungen zieht die ange- setzte Strafe nach sich. 8 2 . ZuwLerHandfimgen gegen diese Bestimmkungen iverden mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu fünfzehnhundert Mark bestraft. 8617B angskSeideter Puppen in jealer Preislage. üßisnk-Füppen ui Baliies Pupp-Iöple nnd -Ceslelle Puppen-Wäsche, Kleider, -Schuhe, -Strümp'e, -Häubchen usw. Echte Haarperücken Poppen-Sitz- und Liege-Wagen ' J. H. Fuhr Sonnenstraßo 25 8084 Fernruf 632 Puppen - Klinik* Die Bequemlichkeit welche Sie durch mein Geschäft haben, sollte allein schon ausschlaggebend sein, Ihren Bedarf in Möbel Betten, Polstermöbel, Teppichen, Vorhängen Herren- und Knaben-Anzügen, bei der bekannten Firma •!. Jttxn&im, Giessen, Bahnhofstrasse 29 zu decken. Die Auswahl ist reichhaltig, die Zahlungs- weise bequem. Wenden Sie sich daher bei Bedarf an Firma I. Jttmann, Bahnhofstraße 29. Verkauf aus Teilzahlung, Lieferung durch Wagen ohne Firma. S) 18628a Gießen lhundert Mark bestrafe den 30. November 1916. Ter Oberbürgermeister. Keller. arate, Stative, Platten. Roll- u. Packfilme, Papiere, Chemikalien usw. usw. in großer Auswahl Kreuz-Drogerie August Noll. Bahnhofstr. 51. Fernspr. 2082 Bekanntmachung. Die Ausgabe der Karten zum Bezug von Teigwaren, yülsenfrüchten und Mühlenerzeugnissen und von Zucker erfolgt Samstag, den 2. Dezember 1916 mid zwar für die Bezugsberechtigten mit den Anfangsbuchstaben A—K vormittags von 8—12 Uhr und mit den Anfangsbuchstaben L—Z nachmittags von 2 bis 6 Uhr. Bei der Entgegennahme der neuen Zuckerkarten sind die alten Zucker marken der Stadt Gießen für Dezember 19 16 und Januar1917 zurückzugeben: soweit die iOdarSen nicht vorgelegt werden, werden für die Dezember-Marke die Abschnitte 1, 2 und 3 und für die Januar-Marke die Abschnitte 4 und 5 der neuen Zuckervarte zu r ü ckbe ha l t en. Auf die alten Zuckerrnarken darf Zucker nicht verabfolgt werden Gießen, den 80. November 1916. 86188 Der Oberbürgermeister. Kellen ^ 8812 Schiefer Binsen) Schürzen Cröps Florcj Cjft&dßhmis QalomorK © IeSl I-Pastillen »in »Watte AAI.-BIed.-DroQ., Seltefsw. 39 Otto hchaaf. M-Leitemligen in allen Grützen vorrätig. Kttferel Soiumerkorn, Bleichstrahe 10. [08629 Junge, gebildete Dame sucht, da eö ihr an paffendem Herrenverkehr fehlt, auf diese Weise mit ebenfalls gebildetem Herrn bekannt zu werden. Schrift!. Angeb. u. 8808 an den Gtetz. An-. vir.: Hermann Slsingostlsr. Freitag, 1. ^Dez. ISIS! 5. Freitags - Abonnements- Vorstellung: Gewöbnl. Preise lermätzigtl Neubeit! Neuheit! SuDroifl SHoma - AbcilS Lustspiel in 1 Akt von Ludwig Thoina. 8614c ZlAel'skhrkütiiß Lustspiel in 1 Akt von Ludwig Thomg. Brautschüu Bauernschwank in 1 Akt von Ludwig Thoma. Ende 10 Uhr.