Kr. 280 Zweites Blatt Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. 9 Beilagen: ..Gietzener ^amilienblattec" und „Nrtisblatt für den Ureis Sietzen". lbö. Jahrgang postfcheiklonto: Frankfurt am Main Nr. N686. Vankverkehr: Gewerbevan? Gießen. '»üMkT'iNirr General-Anzeiger für Gberheffe» Dienstag. 28. November M6 Zwillingsrunddruck und Verla .: Brühl'scheUniversitäts-Bllch-ll.Steindruckereu R. Lange, Gießen. Schriflleltung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstrahe?. Geschäftsstelle ».Verlag: Schriftlelnuig: 112. Anschrift für Tra htiicichrichtem AnzeigerGteßen. Uriegsbriefe aus dem Osten. Von mrsrrem zum Oslhecr entsandten Kriegsberichterstatter. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.. Bei der Polenlcgion. J&fc-' W 2 eä als ich an einem Front, abschn^t vt den Rokttnofuinpfen. m Legionowo. beim Divisionsstab der Polcnlegwn weilte. Wre sehr viele Stäbe lag er im Waldqebict, irgendwo bmter tot Stellungen. Am Tage, als wir znn, Stabe e, ? t g e ” Seiten rittet deutschen Brigade 5 ^ ~ abend. Man sah in einer Bauernstube, die mit dem ubltcheu Lannengrun Birkeichvlzleuchterii mid ein paar »einig» Geschicklichkeit vieler abzwingt, freundlich Iiennelig aussah. >zmmer em deutscher Herr und ein Legionär saßen m der Mrtte die beiden Brigadiers. Für uns waren es Waffenbruder, dre srch in den schweren Kämpfen im Styr-Bogen ^^rragene geschlagen hatten, die eng zusammen mit deutschen verbanden gelrtten, gestürmt und gesiegt hatten. Das tarn auch ssu dem Abend Zu sehr herzlichem, Ausdruck, wie es sich auch Ä r ru den Ersernen Kreuzen zeigte, die die Legionäre trugen. ^.s ist der der Polwlegwn eme bewegtere Stinimung als in anderen Brigaden Ihre Sorge wäre es'jetzt mir, den Russen zu 1 • 2? wmfzehniahriaer meldete sich beim Ueberbringcn mr^ Rapportes. „Warum bist Du fortgegangeir von zu Hause?" „Ich muh das Vaterland verteidigen!" „Was sagten denn die Eltern? . "Bltter sagte : Gut, Junge!" „Mutter?" „Mutter hat gewnnt ^as sind die Antworten ohne Zutat, und es ist nicht ^ur ore Geste; die Legion hat in manchen Kämpfen trotz starker Verluste weitergestürmt. Ich verrate kein Geheimnis nnt der Feststellung, daß die deutschen Arineeführer, denen die Legion unterstellt war, ihre, besondere Zufriedenheit mit den soldatischen Leistungen der Legion bekundet haben. Diese gemeinsamen Errirnerungen schwangen an jenenl Abend wit ^ann langen die Polen Lieder, die während dieses Krieges entstanden smd. Jedermann in der Legion singt sie, diese Lieder, die irgeiideuier ihrer Offiziere, der Dichter ist, zuerst an cinenr dieser Lageravende nt Legioiwwo singt. Sie sind ja alle jung, .alle schwärmerisch. ' „Die erste Batterie steht am Styr Und schreibt dem Zaren, f Daß sie ihn nicht fürchtet. Und schreibt mit eisenschwarzer Tinte Daß sie ihn nicht fürchtet Mit seinem ganzen Regimente nicht." Ziemlich spät fährt man durch die Nacht nach Legionowo. Ein alter Kirchhof hebt seine schwere Silhouette vom golddurchwirkten dunkelblauen Nacht-Himmel. Das ist der Legionsfriedhof. Der polnische Generalstabsoffizier zeigt aut die Hügelkuppe, die einen d.Mer Torfkirchhöfe darstelU, wie, sie oft hier aus dem Sumpf sich heben. Verwachsene hohe Fichten unter denen Kränze schimmern. „Auch Deutsche liegen dort — weben uns!" sagt der Offizier. Am anderen Viorgen reiten wir in die Stellungen. Ehrenbezeugung, Haltung der Mannschaften sind, soweit Beurteilung durch lirchtmilitärisches Auge zulässig ist, stramm und gut. Viele sehr ilmge Leute, die Ordonnanz, die die Pferde hält, ist Student iu Krakau. Der Oberst eines Regimerrtes ist 27 Jahre. Als ihn die Russen in der Schlacht von Czarawyck fingen im Quartier, lag er schon am Boden faßte den Revolver, schoß vier Manu nieder, befreite seine paar Leute, schlug sich durch zu seinem Regiment und machte 150 Gefangene. Er bekam das österreichische Kreuz. Uebri- gens erzählt er nicht davon, man muß es zu erfahren suchen. Sein Bruder schlug sich aus Suwalki durch ganz Rußland durch und meldete sich bei der Legion. Er hat die österreichische goldene Tap- ferkeitsmedaille, weil er sein Maschinengewehr vor dem Hindernis ausbaute, als seine zwei Leute verwundet waren, allein weitcrschoß, so wirkungsvoll, daß die Russell an dieser Stelle ein paar Stunden sestgehalten wurden. Das ist Oberst I., Botaniker von Beruf, Fähnrich I., Klaviervirtuose.— womit es freilich vorbei ist; Finger zerschossen — uiid der jüngste Bruder, Legionär, hat eben das österreichische Signum Laudis bekommen, weil er bei einer feuernden russischen Batterie, während ein Geschütz abschoß, dem andern das Verschluß stück fortnahm. .Man hat einen starren Eindruck von der Art, wie man diese Geschichten erfährt; anders sieht man viele polnische Dinge in Legionowo, dem Waldlagerdvrf der Legion, anders in Warschau. Bei den jungen Polenlegionen gab es überhaupt keine Vermißte. Aber das starke uird eigentümliche Leben dort, die Tapferkeit und die Kameradschaftlichkeit, wollte ich nicht vergessen zu schildern. Alle deutsck^eu Truppen, mit denen ich darüber sprach, meinten auch, daß man sie nicht vergessen solle, oie Kameraden von der Polenlegion. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. Bericht über die Laqe des Arbeitsmarttes im Oktober J9J6 (Erstattet vom Mitteldeutschen Arbeitsnachweisverband.) Frankfurt a. M., im November 1916. Tie Lage des Arbeitsmarktes hat sich im allgemeinen im Vergleiche nrit dem Vormonat nicht wesentlich geändert. Das Angebot der männlich.en Berufsarbeiter war sehr gering. In Frage kommen fast nur junge Leute oder cklte, wenig ausgebildete Arbeiter. Tie Nachifrage nach Taglöhnern und Schweizern in der Landwirtschaft war stark, die Aufträge komrten auch großenteils erledigt werden. In der. Metallbranche wird der Mangel an geeigneten Arbeitskräften immer größer. Schmiede, Bau- schlosser, Spengler, Installateure, Elektro Monteure Waran überhaupt nicht zu beschaffen. .Cassel meldet, daß die Maschinenindustrie im Berichtsmonat iwch vollauf beschäftigt ivar, doch mangelt es auch hier wie überall an Schllossern, Drehern und Schmieden. Jur §>olz- und Baugewerbe wurden tüchtige Arbeitskräfte, wie Schreiner, Zimmerlelute, Maurer bei sehr hohen Löhnen gesucht. Die wenigen zu Gebote stehenden Arbeitskräfte konnten leicht in Stellung gebracht werden. Tie Nachfrage nach Arbeitskräften im Sattler- innd Tapezierer-iGewerbe war wieder lebhafter. Hauptsächlich wurden Sattler für Militär arbeiten verlangt. Auch hier wurde der Bedarf nur teilweise, nach Heranziehung der Kriegsbeschädigten und Lazarettinsassen, gedeckt. Für das Maler- und Weißbindergewerbe war etwas mehr Arbeitsgelegenheit vorhanden. Ter Bedarf konnte gedeckt werden. Dasselbe trifft auch im Küfer-, Glaser-, Rahmenmacher-, Wagner- und Tachdeckevgttverbe zu. Im Bikleidungs- und Reiniguugsgewerbe herrschte trotz, der einschränkenden Bundesratsverordnungen Arbeitsmailgel. Ter regen Nachfrage nach Schneidern und Schuhmachern konnte kaum zu einem Drittel entsprochen werden. In der Zwil- und Uniformschneiderei war noch immer genü- gend Arbeit vorhanden, ebenso für Reparaturarbeiten für Uniformen. In der Damenkonfektion war die Arbeit befriedigend. Mich im Friiseurgewerbe konnten keine Arbeitskräfte beschafft werden. Im Nahrungsmittelgewerbc wurde mangels an Facharbeitern viel nach ungelernten Hilfsarbeitern verlangt. Im Bäckergewerbe fehlte es l-auptsächlich an selbständigen Gehilfen. Im Üftaphrschen Gewerbe war die Nachfrage nach Arbeitskräften ziemlich rege, aber auch hier konnte der Bedarf nur einigermaßen mit Kriegsmvaliden und.Lazarettinsassen mangels anderer Arbeitskräfte gedeckt werden. Im Gastwirtschaftsgewerbe wurde insbesondere besseres Personal, Oberkellner und Restaurantkellner, verlangt. Tie Arbeitsgelegenheit für Aushilfskellner ist wesentlich zurückgegangen, da viele mittlere imb kleinere Geschäfte irur noch an Sonntagen Kellner beschäftigen. An Hilfspersonal, ivie Hausburschen, Silberpntzer usw. bestand immer noch großer Mangel. Ter Internationale Verband der Köcbe teilt mit, daß die Nachfrage nach Köchen sehr gering war, während weiter ein Ueberangebot an ausgelernten Köchen Und älteren Küchenchefs vorlag. Erdarbeiter und Ungelernte bezw. Gelegenheitsarbeiter wurden stark äuge fordert. Besonders stark war die Vermittlungstätigkeit am Arbeitsamt Fraiikfnrt a. M. Bei den Jugendlichen ließ sich eine erfreuliche Steigerung der Vermittlungstätigkeit feststellen. Viele Jugendliche konnten als Haus burschen in Hotels und Bäckereien sowie als Hillsarbeiter in Fabrikbet rieb eil usw. untergebracht toerden. Auf dem ,oeiblrck)cu Arbeitsmarkt machte sich besonders der starke Tieu,tbotenmangcl bemerkbar. Tie Versuche bespw. des Arbeitsamtes Frankfurt, dem Arbeitsmarkt Mädchen zuzuführen, blieben erfolglos, da bei 9br- fragen in Bauern, Kessen und Rheinland überall oer gleiche Mangel zutage trat. Für Wasch- und Putzftaueri bat ,ich die Lage etwas gebessert. In den .Hotelbetrieben war es wmter ungünstig. Ter Mangel an brauchbarem Personal mache sich iinnter mehr fühlbar. Durch den Mangel an männlichen Arbeitskräften wurde die Beschästtgimgsinöglichkeit in der gewerblichen ?ll>tciluug für Frauen imnrcc besser, ebenso bot sich für Näherinnen mehr Arbeitsgelegenheit. Dagegen war für ungeübte Heinrarbeitermnen wenig Beschäftigung da. Durch Einstellung von Frauen bei Behörden wie Militärdepot, Eisenbahnen usw.^ wurden weitere Be- schäfttgungsmöglichkeiten gesck-affm. Für kausniännische Angestellte war das Angebot besonders an weiblichen Arbeitskräften bei den einzelnen Arbeitsämtern groß. Trotz der ungünstigQi Verhältnisse, nameiitlich für weibliche Anfmigerinnen, ist der Aridrang zum kaufmännischen Beruf weiter sehr stark. Stellensuchcnde mit Fach- kenntnissen konnten in feste Stellungen gebracht werden, während Angestellte mit nur allgenreineii Kerrntnissen, sowie Reisende, schwer nnterzubringen roaren. Eine Entlastung bildeten die Einstellungen von Hilfsarbeftern bei den Städt. Aemtern. Provinzial-Ausschutz der Provinz Oberheffen. Kz. Gießen, den 22. November 1916. Klagen des Ortsarmenverband-s Fr ankfurt a. M. gegen den O r t s a r me n v e r band Gießen roegcn Erstattung von Unterstützungskosten für Beriihard Sünger, Elisabet he Weber und Otto Heinz I ubile. Fall Sünger. Sünger war aus seiner Dieiiststelle in Gießen ohne Urlaub verschwrurdcii, wurde 5 Tage später als geisteskrank in Frankfurt a. M. ausgegriffen und dort unter- stützungsbedürftig. Er wurde zuerst nt einer Anstalt in Frankfurt am Main und später in der Anstalt zu Köppern verpflegt. Wegei der nt letzterer Anstalt entstandenen höheren Verpflegungskosten kam es Zum Streit unter den Armenverbänden, da die Verlegung in eilte äußere Anstalt mit höher ent Pflegesatz nach! Ansicht des Ortsarmenverbands Gießen nicht erforderlich gewesen wäre, und die staatliche Betriebskrankenkasse sich weigerte, den Mehrbetrag zu ersetzen. Ter Provmzialausichus: wies den KNger unter Verurteilung in die Kosten des Verfahrens ab. Der Wert des Streitgegenstandes tvurde auf 70 Mark festgesetzt. Fall Weber. Die nicht infolge Ehescheidung, jedoch tat. sachlich von ihrem in Gießen beftndlichen Malm getrennt lebende E. Weber, geb. Hilberg, war von Gießen vor Jahren nach Frankfurt gezogen und dort schließlich infolge Krankheit hilfsbedürftig geworden, so daß ihr im Wege der offenen Armenpflege geholfeir werden mußte. Franffurt verlangte Ersatz von Gießen, das sich aber auf den Standpunkt stellte, das Arnrenamt Frankfurt habe infolge ungenauer Prüfling der Vermögens- und Einkomniens- verhältnisse Unterstützung gewährt, obwohl Frau Weber nicht länge vorher einige hundert Miark im Besitz gehabt habe, also nicht hilfsbedürftig im gesetzlichen Sinne gewesen sei. Tie Beweise aufnahme ergab jedoch, daß Frau Weber int Besitze von „ein paar Mark" gewesen sei, als die Unterstützung einsetzte, daß jedoch, das Armenamt Frankfurt, soweit es die Verhältnisse ans- llärte Innd anflläreii konnte, die Notwendigkeit der HilfSbedürftigkei^t annehmen nrußte, auch, wenn Frau Weber, die Unterstützungswohnsitz in Gießen hatte, vorher noch Geld besaß, jedoch das er-, haltene „Ackergeld" bis auf einen geringen Rest verausgabt hatte. Der Provinzialausschuß erklärte daher die Klage für begründet unter Verurteilung des Beklagten iir die Kosten des Verfahrens. Ter Wert des Streitgegenstands betrug 79,40 Mark. Skr hiram Maxim, der Erfinder des Maschinengewehres f- Ter soeben verstorbene Sir Hiram Ma^im, als Erfinder des Maschinengewehrs und der Maxnn-^Schnellfeuer-Kanone ein Mann von Weltruf, war ein echter Amerikaner: aus lleinenl Anfängen hat er durch unermüdlich stvebende Wlllenskraft sich eine große Stellung errmigen; hatte er Erfolg, so wußte er ihn anfs äußerste auszunutzeii, und trat ein Fehl schlag ein, so ivandte er sich, sogleich einer neuen Erfindung zu. Tie bekannteste mtd gleichzeitig bedeutendste seiner Erfindungen, das Maschineug.Loehr, mag mit wenigen Worten abgetan werden: vor Maxim 'hatte man Gewehre und Geschütze gebaut, die die Aufgabe des Massenfeuers durch eine grüße Anzahl unbewegter oder drehbarer Läufe zu lösen trachteten aber keine erheblichen Erfolge erziehlten. Maxim trat 1881 nlit einer einläufigen Waffe hervor, bei der durch, dert Rückstoß der Pütvergase, im Verein mit Federkraft, die Arbeit des Oesfnens, Ladens, Schitießens und Abfeuerns beimrkt wird. Das Maximsche Maschinengewehr, dessen gewaltige Bedeutung für deii Krieg heute über jedeil Zweifel erhaben ist, hat sich seltsameriveife erst allmählich durchgesetzt. Tie .Arbeitsweise dieses Maschinengelvehrs hat Maxim dann auf seine Schnellfeuerkanonen übertragen, die gegenwärtig bei verschiedeiten Flotten im Gebrauch sind. Wenig bekannt sind die Anfänge Maxims. Semen ersten Erfolg hatte er er im Jahre 1864 zu verzeichnen: damals ging er, beinahe ohne jegliche Geldmittel, durch die Straßen der Stadt Bosto.n,- zufällig kam er an den Laden einer „automatischen Gasgesellschaft," er ging hinein, bat um Arbeit und wurde als Zeichner angestellt. Bald war er mit dem Gebiete der Gasbeveitungsmaschline'i für Orte, die kein Gasleitungsnetz haben, vertraut und entwarf eine ganze Menge solcher Anlagen, namentlich für A. T. Stewart, einen der reichsten Amerikaner jener Zeit, der allenthalben große Luxushotels besaß. Damals aber kam gerade die Elektrizität auf; sie machte der Herrlichkeit des Leuchtgases ein Ende, und so wandte Maxim sich, ihr zu, bis er schließlich auf das Gebiet der Feuerwaffen kam, aus deni er seine größten Erfolge, nanrentlich hinsichtlich des Gewinnes, erzielen sollte. Es aibt noch eine ganze Reihe anderer Gebiete, ans denen der vielseitige Erfinder mit größerem oder geringerem Erfolg gearbeitet hat. Einer seiner Lieblingsge- danken ivar die Erfindung einer Flugntaschine, mit der er sich bereits in den achtziger Jahren beschäftigt hat. Ta man damals noch keine Motoren geringen Gewichtes kannte, konnte Maxim keine großen Erfolge erziehlen und sein Flugzeug, das er 1910 nach den alten Plänen, nur ßtatt der Dampfmaschine mit einem Motor ausgestattet, baute, kounte sich neben erfolgreicheren Erfindungen des Flugwesens nicht behaawten. Vmc einer anderen Erfindung Maxims, einer Maschine, die dem „sechsten Sinn" entsprechen sollte, war viel die Rede, aber mau 'hat bislang nichts davon gehört, daß mit ihrer Hilfe Schiffe mif See die Nähe von Eisbergen oder anderer Fahrhindernisse nxchrgeiwmmen hätten. Schließlich ist noch zu erwähnen, daß Maxim gus einer gewissen Liebhaberei heraus für die Volksauflläruilg tätig war. So hat er vor nicht ganz zehn Jahren mit Lord Rvßlhn viele Tage hindurch ein öffentliches Rvulettespiel duvchgeführt, um darzutuu, daß kein Spiel festem zum Erfolge führen könnte, und ebenfalls Zu Aufklärungszwecken hat er ein amerikanisches Medium entlarvt, indem er die Dame, 7j* *3BBB2KxmtmKiXim mvn uuR3m e&& xm znj. <£at.-. ze die Blumen und sogar eine lebende Schlange duvch „Materialisation" aus dem Nichts schuf, vor und imch der merkwürdigen Erscheiitung genau wog, wobei sich herausstellte, daß der Gewichtsunterschied genau der von Schlange und Blume zusammen war. * — Kaiser Franz Joseph und die Kunst. Haus 5tabsburg und die Kunst: seit den Tagen Dürers und Tizians gehören die beiden eng zusammen. Seit Mehr als vier Jahrhunderten ist es die rühinliche Ueberlieferung dieses Geschlechtes, die Kunst zu lieben und zu fördern; und diese Ueberlieferimg hat Kaiser Franz Joseph tticht nur erhalten, sondern^ selbst glänzend erneuert. Er gehörte nicht zu jenen Fürsten, die so nebenbei und pflichtmäßig „auch Kuustförderer" siuv — die Kunst war ihm echte Herzenssache, Bedürfnis, Lebenselement. Und er durste von sich sagen: „Auch ich bin Maler." Er besaß künstlerische Begabung. Sein Lehrer war der Historienmaler Johann Nepomuk Geiger, Und als der Erzherzog Franz Josef erst elf Jahre war, da hat er Zeichnungen über Tirol im Jahre 1809 angefertigt, die ein ge- ftindes Auge und eine begabte Hand unzweifelhaft verraten.. Später, damals war er bereits 16 Jahre alt, hat er Reiseerinnerungen aus Talmatren gezeichnet und selbst tithograplfiert: das sind Arbeiten jenes Uebergangsstadiums, wo die natürliche Begabung durch die Eilrflüsse von außen eher gehemntt, als gefördert wird und wo man fremde, zmveÄen schablonenhafte Züge entdeckt. Sozusagen als Künstler stand Frcmz Joseph damals an jenem Scheidewege, wo über Selbständigkeit und 9tachahmung die Entscheidung fällt. Nun, diese Entscheidung ist ihm ja erspart geblieben, denn er war zum Herrscher und nicht zum Künstler bestimmt. Aber ein Stück Künstlertum 'hat Franz Joseph immer be- ixtUen. Es ist die übereinstimmende Meinung aller Künstler, die mit ihm gesprochien und verkehrt haben, daß der Kaiser ein echtes Kunstverständnis besaß. Wenn er — wird das tat er pegel- mäßig — die neueröffneten Kunstaustellungen besichtigte, dann pflegte er sehr genau zuzusehen und sein Urteil über die Kunstwerke in knappen Worten zusammenzrrf-crssen, die allemgl Hand und Fuß hatten. Er spürt's: so hat einmal ein Künstler das Verhältnis des Kaisers zu den Knnstwerkeii gekennzeichnet. Auch bariit bekundete sich eilte wahrhaft künstlerische und vornehme Aus- fassung, daß er, obgleich in seinen Kun stau sichten wohl gefestigt, dochl der Entwiktung uiid den einzelnen Individualität eil die größte Liberalität entgEnbrachte. Ja, ihir frerite es, wenn einer die Schablone Schablone fein li»ß und herzhaft grab auf die Dinge losging. Darum mochte er den kecken Viktor Tllgner leLen und übertrug ihm, als er noch! als ganz unaÄrdemisch in Verruf war, sein Bildnis; und als Tilgiter das Ohr des Kaisers, wie es, eben lvar, wiedergab, mtd Gvaf Julius Andrassb, der bei der Sitzung zugegen war, ein wenig Verschönerung des Gliedes anempfahl, da erhob Franz Joseph Einspruch, und meinte: „Nein, nein, lieber Tilgner, lassen Sie nur. das Ohr ist mir ganz recht, das ist endliche einmal mein Ohr." Derlei Zeugnisse liegen in Fülle vor. Als der Biüchauer Wxnard von Dofmairn sich cmtsckloß, den Kaiser weder barhäuptig nvch in dem bis znm lle&evbruffe Gieder- holteii Federhirte, sondern schlecht und recht in der Felduniform zu nwdellieren: da ivar das ganz nach! Franz Josephs Herzen, und ebenso stimmte er kräftig bei, als Angeli feinem Kollegen L'Allemand empfahl, den Kaiser auf einem seiner Baradediwer nur hben schlicht als „einfacher Offizier" zu malen. Es ist treffend gesagt worden, daß Name mrd Regierungszeit Franz Josephs zugleich ein ganzes eigenes Kapital österreichischer und vor allen Dingen..Wiener Kunstgeschichte untfaßt. Denn er war nicht nur persönlich ein Kunstliebhaber und Kunstförderer, sondern er war darüber hinaus ein Kunstovganisator großen Stiles. Es bleibt sein dauerndes unschätzbares Verdienst, daß er die Notwendigkeit der Wiener Stadterweiterung erkannte und aller Widerstände unerachtet diesen großen Gedanken zur Tat machte, lind da eröffnet sich denn nun ein Feld großartiger Kunstaufgaben. Mit all den Monumentalbauten, die dies neue Wien schmücken mrd ihnr^ seinen Charakter aufprägen, mit der Oper und den Neuen Museen mit dem Burgtheater und deni Ausbau der Hofburg, mit der ^ Votivkirche und dem Sühnhause — mit ihnen allen ist Kaiser Franz Joseph und sein Wirken unzertrennlich verbunden. Ein ganzes neues Geschlecht von Bildhauern, Bankünstlern und Malern wuchs an diesen Aufgaben heran, und mit welcher Freude und welcher Teilnahme hat Franz Joseph dies neue Leben beobachtet und gefördert! Er war unermüdlich in Aufträgen, er kannte seine Künstler, folgte ihrem Schaffen, behielt jeden, mit dem er einmal in Verbindung getreten war, dauernd in der Erinnerung, und er wurde so, obgleich er auch auf diesem Gebiete jene bescheidene Zurücklmltung übte, die dieser vornehmen Persönlichkeit Natur war, zu einem Mittelpunkte, dessen Wirkmrg sich nach allen Setien hin wohltuend aeltcud machte. So ging er durch Jahrzehnte mit der Wiener Kunst mit, und selbst die Sezession hat cr noch besucht. Sezessionist freilich ist er darunr nicht mehr geioesen oder geworden; seinen entmal erworbenen Kunstanschaunngen ist er treu geblieben, aber die Freiheit der Kunst ist ihm, der, wie Heven bemerkte, die Ktmst einst den Beamten weggenonrmen und den lKünAern Wergeben hat, ein Glau den sautikel gewesen, an dem er stets festgehalten hat. Nächtliche Ablösung vor vouchavesnes. Ablösung zur Stelle! — Nun marsch zurück! gibt es Ruhe, hier lauert der Tod! Ostwärts, der Heimat zu, winkt uns das Glück, Der Frieden des Hauses, nach Schrecken und vcot. Aufglüht der Himmel im Süden und Nord, Im nahen Westen mäht die ScWacht. Wir stolpern und 'tasten, stur, ohne Wort, In gellendem Grauen zuckt die 9ftuht. Verendete PfetS»e starren verschlammt. Zerschmettert Wagen und Räder dabei: In den jagendeil Wolken es blutrot flammt. Schrill vast und droht der Granaten Schrei. Nur kein Besiimen! Niir fort! Nur fort! Hart hinter uns mordet und murrt die Schlacht Gespenstisch schnell, stur, ohne Wort, Flieh'n wir, gehetzt, vor dem Grauen der Nacht. Paul Graeber^ ; > all Iu bile. Das genannte Kcnd war von seiner Mutter, Iubile. im Säuglingsheim Gießen urktergebrackst worden, sie Im. ; . ine zeitlang das WLegegeV> beztthtt, war dann jedoch nidc mehr hierzu in der Lage. Das Ärmemmtt Gießen legte lhuwaus dös Pflegegeld vor, daß dann teilwnse vom Ortsarmew- amt Frankfurt, da die ^Nntter dort ihren Unterste tzungs wohn sitz, envvr'.ren halte, bezalstt wurde. Gelegentlich späterer Akttndurch- sic^.t glaubte man dort, da die Mutter bayerischer Staatsangehörige Tht sei. die teilweise Zurückerstattung! der irrtümlich, an Gießen gczal.l.en Beträge geltend machen zu können, insoweit Gießen für einige Tage vor Ablauf der sechsnronatlichen Frist sich noch den Regrrßansvruch habe wahren können, durch rechtzeitige Anmeldung bei dem übergeordneten Landarmenverband. Ter Provinzialaus- schtuß wies die aus ungerechtfertigte Beriücherung gestutzte.Klage als unbean'indet kostensällig zurück. Ter Wert des Streitgegenstandes wurde in dieser Sache ans 19.80 Mk. festgesetzt._ Kirche und Schule. Darmstadt, 25 Nov. Der Hessische Landesverein für Innere Mission Ijiett gestern im Landessynodat- die Fürstin Marie zu Erbach-Schönberg beiwohnte. Zunächst wurde an Stelle des schon vor längerer Zeit zurückgetretenen Professors Weimar-Darm stadt Pfarrer W a g n e r - Darinstadt zuM Vorsitzenden des Landes Vereins gewählt, und an dessen Steile Landgerichtspräsident Theobald- Tarmftadt zum stellvertretenden Vorsitzenden. Sodann fand emc eingehende Beratung über Magdalenen- und Krüppelfürsorge statt. Zugrunde lagen ausführliche, sachkundige Darlegungen der Berichterstatter Pfarrer M e in m e r t und Hickel - Tarmftadt, sowie Professor D. Schian - Gießen und Inspektor Weimar- Nieder-Ramstadt. Bezüglich der Sittlichkettssache wurde dem baldigen Bau eines Magdaleniums durch euren Verein gleichstrebender Verbände beigestimmt. X Hanau, 24. Nov. Unter dem Voriitz des Superintendenten Fritsch (Han,an) fand dieser Tage im Ebangelischen Vereins- Hause zu Hamm die diesjährige Tiözesjankonferenz der Geistlichen der Diözese Hanau statt, an der unter anderen auch Konsisborial-Präsident Freiherr von Schenk zu Schweinsberg und General-Superirrtendent Fuchs aus Cassel teilgenommen haben. Ueber die Abhaltung der Kriegsibet stunden berichtete auf Grmtd der Berichte, die ihm aus allen Gemeinden zugeaangen toaren, Metropolitan Reich (Hochsta-dt). In Stadt und Land werden die Kriegsbetstunden regelmäßig gehalten, freilich ist in manchen Genreinlden des Landes die Abhaltung durch die dringende Erntearbeit und durch den Mangel an Petroleum oft sehr erschwert, doch hat mau hier und da in einem anderen Beleuchtungsmaterial guten Ersatz gefunden. Während in inanchen Gemeinden die Beteiligung an den Kriegs- betstnnden sehr nachgelassen hat, konnte aus mweven Gemeinden berichtet werden, daß der Besuch noch ebenso rege ist wie im Anfang des Krieges. Jedenfalls war der Wunsch allgemein, daß die Kriegsbetstunden mit allem! Eifer zu fördern feien und auch nach dem Kriege gehalten werden müßten. Auch der zrveite Gegenstand der Tagesordnung: Einige Erwägungen zur praktischen Bekämpfung des Geburtenrückgangs, über den Pfarrer Götze (Preungesheim) eine anregende Einleitung gab, regte eine lebhafte Aussprache an, die besonders durch die eingehenden Mitteilungen des Konsistoriat-Präsidenten fruchtbar gemacht wurde. Er wies darauf hin, wie furchtbar groß die Gefahr ist, die unserem Volke durch dieses Nebel droht, und sah die beste Bekämpfung darin, daß in unserm Volke wieder erweckt werde der Glaube an den lebendigen Gott und an das Wort: Kinder sind eine Gabe Gottes und Leibesfrucht ist ein Geschenk. Die Pflege des Familienlebens und der Haus an dach t wurde von an- deren dringend empfohlen. _ „Gedenket der GeburtstagZspende filr’s Rote Kreisf! Briefkasten der Redaktion. lAnoutzme Anfragen bleiben uuberücksichtiUt^ w K. Durch, Bundesratsverordnung vom 23. 4. 15 erhalten alle minderbemittelten Wöchnerinnen die Leistungen der Kriegswochenhllfe, sofern der Ehemann dem Reiche Kriegs Sani- täts- oder ähnliche Dienste leistet, oder an der Weiter- leist u n g durck) Tod, Verwundung usw. verhindert ist. Als minderbemittelt gelten unter anderem' Wöchnerinnen, wenn sie die Familienunterstützung nach dem Gesetz vom 28. 2. 88 bezw. 4. 8. 15 erhalten. Die Kriegswochenhilfe wird durch die Krankenkasse ausbezahlr, welcher der Ehemann angehört. Ist die Wöchnerin selbst Mitglied einer reichsgesetzlichm Krankenkasse, so leistet die letztere die Kriegswochenhilfe. Gehört weder der Ehemann noch die Wöchnerin einer Krankenkasse an, so ist der Antrag auf Kriegswochenhilfe bei dem Lieferungsverband (Bürgermeisterei) zu stellen. Eltern, Großeltern usw. kann die Löhnung des Vermißten bewilligt werden, wenn -der Letztere diese Verwandten ganz oder überwiegend ernährt hat und sie bedürftig .sind. Anträge sind an den Truppenteil zu richten, dem der Vermißte zuletzt angehört 'hat. achte Godener Mineral- PasMsn Nachahmungen weise man zurück. SeWne M aSwrTe, 2an oft 3 Ziramsr, grofis Rüche nt. Gas an ruhige Leute per 1. Dez. gfti verm. BieichEtr. 18. Mi6 SÄ.Mansardeo-WobnttNg z. verm. Kreuzplatz 1V. 18009 LI.Vok»a»v unruhige Leute z. verm. ^-MorLtt-üs8. [ 0l3ui | Möhl. Zinuner\ ?S 2 ots 2 Braissü Mensa Bäae22 (Bellevue)Zim.m.u.ohneBer. pfleg. f. jede Zeitdauer. Mittag- u. Abendlisch. Elektrisch Licht, Bad. Tel. 1085. [8445 Ufietgesnche. Für 1. April 1917 eine 3= u. eine 7-Zimmer- Wobuung gesucht. Schristl. Angeb. m. 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Nicht angemeldete Tiere werden in Zukunft von unseren Vertrauensleuten nicht mehr abgenommen. Gießen, den 27. November 1916. Oberhessischer Viehhandelsverband. Der Vorsitzende: Rosenberg. 8540 g Bekanntmachung^ Da es wiederholt vorgekommen ist, daß auf unseren Viehsammelstellen sich einzelneViehemPsänger, insbesondere Metzger, vorgedrängt und die Zuteilung besonders guter Tiere verlangt haben, machen wir darauf aufmerksam^ daß die Verteilung ledig- lich durch unsere Vertrauensleute, die in unparteiischer Weise verfahren, zu geschehen hat. Die Empfänger sollen nach Rcöglichkeit bei der Verteilung überhaupt nicht zugegen sein, sondern erst nach geschehener Zuteilung die Tiere in Empfang nehmen. Kein Empfänger, auch nicht die von militärischer Seite Beauftragten, hat das Recht, Tiere sich selber herauszusuchen. 8589 c Gießen, den 27. November 1916. Oberhessischer Viehhandelsverband. Der Vorsitzende: Nosenberg. Frauen mi Mädchen zum Anlernen als WickeBim»clierünneiB und ^igarresaiuacherinnen gesucht. 8544 F. Messer, Kaiser-Allee 3. VorümnjjC« weiß, crem u. bunte, werden gereinigt, gespannt und gebügelt. Schlemm, Friedrich- straße 7 I. [013511 Verlor.a.Sonntagabend chellblaues, gestricktesKlador- Jakell v. d. Marburger Str. b. z.Schulstr. Abzug. gcg.Bel. Schulstr.4 b. Salomon & Cie. Srcher Meisch- und wurftvorrat diese Woche ^ »nd empfiehlt solches znr Abnahme 1 IL Me|ler Werdest metzger. Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gießen. Betr.: Bejchlagnalime, Bestandserbebnug und Ent- eignnna von BicrglaS- und Bierkrugdcckeln ans Zinn rrnd freiwillige Ablieferung anderer Ziungeacnstände. . Unter Bezugnahme auf die Bekanntmachung vorn 20. Oktober 1016 lvird darauf hingewiesen, daß die oben: bezeichneten Zinnaegenstände, soweit sie nicht bereits ab geliefert worden sind, noch am 30. ds. Mts. zwischen 2 und 6 Uhr nachmittags in der Sammelstelle im städt. Gaswerk abgeliesert werden können. 8530k Tie Beträge für das im städt. Gaswerk abgelieserte Altgummi können vormittags von 10—12 und nachmittags von 2 — 6 Uhr ouf dem technischen Bureau des Gaswerks in Empfang genommen werden. Beträge, die dis zmn 20. Dezember 1916 nicht abgehott sind, werden der städtischen Kriegsfürsorge überwiesen. 8543k Volkszählung 1946. Anr Dezember 19(6 findet eine allgemeine Volkszählung statt, durch die die ortsanwesende Bevölkerung — das ist die Gesamtzahl der innerhalb der Gemarkungen Gießen und Schiffenberg in der Nacht vom 30. November auf den 1. Dezember 1916 ständig oder vorübergehend anwesenden Personen — sestgestellt werden soll. Die Zählung erfolgt durch besondere Zähler. Am 29. d. Ms. werden den einzelnen Haushaltungen Haus- haltuugslisten zugestellt. Die Listen sind am vormittag des Dezember von dem hanrhaltungsvorstand ordnungsmäßig und vollständig auszufüllen imd zu unterschreiben. Die Abholung der Listen erfolgt am Nachmittag der X. Dezember durch die Zähler. Nähere Anweisung zur Aussülttmg der Listen ist jeder Liste aufgedruckt: die Vorschriften sind genau zu beachten. Wer sich weigert, die vorgeschriebenen Eintragungen ut die Haushaltungsliste zu mack-en. oder wissentlich wahrheitswidrige Angaben macht, wird mit Geldstrafe bis zu 1500 Mark bestraft. Gießen, den 28. November 1916. 8542L Ter Oberbürgermeister. Keller. Viehzählung 1916. Am 1. Dezember |9|6 findet eine Zählung der in den Gemarkungen Gießen und Schiffenberg vorhandenen Bestände an Pferden, Rindvieh, Schafen, Schweinen, Ziegen und Federvieh durch besondere Zähler statte Ten Zählern sind die zur Ausfüllung der vorgeschriebenen Ortsliste erforderlichen Angaben zu machen. Wer vorsätzlich eine Anzeige, zu der er aufgefovdert wird, nicht erstattet oder wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben mackst, wird mit Gefängnis bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 10 000 Mink bestraft: auch kann Vieh, dessen Vorhandensein verschwiegen worden ist, im Urteil für dem Staat verfallen erklärt werden. Gießen, den 27. November 1916. 85418 Ter Oberbittgermeister. Keller. zftädt. jtfrbeitsnachideis giessen. Asterweg 9 . 8529 ? ES können eingestellt werden: a. bei hiesigen Arbeitgebern: 2 Wiesenarbeiter, 2 Knechte, 40-50 Bergwerksarbeiter, 2 Sckuniede, 5 Schlosser, 10 Dreher, 6 Former, 2 Installateure. 1 Schuhmacher, 2 Glaser, 3 Bahnarbetter. 1 Heizer, 1 Polsterer, 2 Schreiner, 1 Friseur, 5 Fabrikarbeiter, 1 Koblenarbeiter, 2 Glasreiniger, 3 Lauf- Mädchen, 5 Lausfrauen, 1 Waschfrau, 2 Dienstmädchen. 1 Frau zur Führung eines Haushalts, 2 Hausburschen b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 1 landivirtschastlicher Knecht, 3 Dreschmaschinenarbeiter. 1 Schweizer, 1 Dienstmagd, 10 Erdarbeiter. 10 Schlosser. 15 Schmiede. 10 Dreher, 5 Fräser. 5 vorizontalbohrer, 3 Schreiner. 4 Sruhlbauer, 1 Buchhalter, 2 Maurer, 2 Zimmerleute. 1 Druckereihilfsarbeiter, 10 Metallgießer, 1 Lausfrau, 1 Hausbursche, 1 Früu zur Führung eines einfachen Haushalts, 500 Erdarbeiter. Es suchen Arbeit: Mehrere landwirtschaftliche Arbeiter, 1 Fuhrmann, ein Schreinermei'ter. 1 junger Bursche in ein Dorf als Knecht, 3 Arbeiter, 1 Kellner, 1 Kaufmann. 1 Köchin, mehrere Kriegsbeschädigte für leichtere Arbeiten.