llr. 2:6 Zweiter Natt M. Jahrgang Donnerstag. 2Z. November 1916 Erscheint tägttch mit Ausnahme des Sonntags. Beilagen: ..Siehcner ^amilienblStter" und „Lreirdlali für den Kreis Gießen". Postscheckkonto: Frankfurt am Main Nr. U686. Vankveriehr: Gewerbebank Gießen. EeneraS-AKzeiger für Oberheßer; ZwillingSrunddruck und Verlag: B r ü hl'jcheUnwersttäts-Bnch-u.Steindruckereu R. Lange, Gießer:. Schriftleitung. GeschäftrsteLe und Druckerei: Schulstraße?, GeschäMstelleu. Verlag: Schriftleirung: 112. Anschrift für Drahtnachrichten:AnzeigerGießen. 3um Code des Kaisers Franz Josef. 5 . 22. Xm. (mm. Nicht-Müich.) Die „Nord deAtschc Allgemcrne Zeitunq" schreLt' Mitten m tobcndM ©fern des WMriegeS hat Kaiser Tran» ^zo>ef das mride Haupt zur Ruhr gelegt. Ungebrochenen. Geistes yat er seine Regentenpflichten getreu erfüllt, bis mit dem lebten, Atemzuge dws Lebet: ausgelöscht wurde, Mz allesl Leid und alle Große mmschlrmen Schicksals umschloß. In liebevoller Ehrfurcht verrvnlt unser En m dieser Stunde bei der ritterlich milden Ge- * Karsers, von der in ülten ivie in jtrngen Jahre i: ein unvew glerchlich hoher Zauber ausging. Ich tiefer Trauer teilen wir den Sck:merz der heute die österreichisch-ungarische Monarchie bis in die letzte Dutte bewegt: Zwischen dem Monarchen und seinen Völkern destmrd ein Verhältnis von einer persönlichen Jüuigkeit, wie es sich' nrcht oft rn der Weltgeschichte wiederholt hat. Gewiß hat viel dazu.' dre lange Dauer dieser Regierung getan, welche die Entwickelung L)sstewnch-Ungcrrns seit einer , Zeit Umfaßt, die keiner der heule pottttchi wirkenden Männer in ihren Anfänge!: handelnd miterlebte. verkörpert sich in dem Kaiser und König den Völkern der, Mo- cme . , Gn Eueren .Und äußeren Ereignissen überreiche Geschtchtspertvde. Zu ihnen sprach in der würdigen Person «es Herrschers die lebendige Tradition der Anhänglichkeit aff das Herrscherhaus. Jener alte überlieferte Schatz der habs- oiirglichen .ürone hatte sich zu einem unverbrüchlichen Treue- vcrhaltnas vertieft, das im Staatsleben der Monarchie eine alle.'Z Ptmmngen standhalten.de Tragkraft bewährte. Kaiser Franz Josef Mt Treue um -treue gegeben. Seines hohen Amtes waltete er mit einer vor aller Welt, bekundeten Hingabe. Tätig vom frühestein' ..'corgen an, unverdrossen arbeitend, gewissenhaft im Kleinsten und Größten, war er Vorbild und Muster des der Pflicht geweihten Nionarchen. Aus tiefstem Herzen steigt heute die Totenklage dank- chFor Volker empor. Dein Bündnis mit dem Deutschen Reiche war Kaiser, < 5 rcmz Josef ein Hüter von unwandelbarer Festigkeit. Es waw die Grundlage der friedlichen Politik, die er in engem Einvernehmen , mrt den Lenkern des Deutschen Reiches zum Segeni teuropas hindurch aufrecht erhielt. Trotz aller Wetterzeichen und wachsender Gefahren schien es, daß seine Regierung im Frieden zu Erwe gegen werde. Da gäben die Schlisse 'von Sarajevo das weithin hallende Signal zu der furchtbaren Krise, die über Europa hereinbrackj. Die zum Kriege treibenden Mächte hatten die Ober- |5®-. ^hr erster Schlag richtete sich gegen das Habsburger Haus. <§§ ging um das Dasein der österreichischmngarischen Monarchie. Ol)ne Wanken Mt Kaiser Fvaarz Josef auch in dieser schwersten Prüfung gestanden. Wenn es ihm auch nicht mehr beschieden war, ,eme Völker zum letzten Sieg und zum Frieden zu führen, so dirrite er jedoch das Werk getrosten Mutes in die jugendkrästigen Hände seines Nachfolgers legen. Siegreich steht Oesterreich-Ungarn dem 2lnprall seiner Feinde. Klar leuckftet Habsburgs Stern durch Wetterwolken und Sturmesdrang. Wien, 22. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Die außerordentliche Widcrstcrlidskva'ft, welche der Kaiser schon als hochbctagter Greis bei den wiederhotten ziemlich schweren Erkrankungen der Atmungs- organe im letzten Jahrzehnt bewies, und die Hingebung, Sorge 'und Miunft der behandelnden Aerzte hatten in der Umgebung des Kaisers sowie in der ganzen Bevölkerung der Monarchie die Hoffnung genährt, daß auch die letzte Erkrankung des Monarchen, die in der ersten Novemberdekade bekannt wurde, vorübergehen werde. Wie aus den Bulletins, welche ungeschmintt den wahren Zustand des Kaisers darstellten» bekannt ist, hielt der Kaiser die gewohnte Lebensweise und Beschäftigung bis gestern ein. Er mutete sich allerdings am letzten Tayie zu viel zu, indem er trotz erhöhter Ten -peratur und Hustenreizes neben den gewöhnlichen Vorträgen auch längere Audienzen erteilte,' bei denen der Kaiser viel sprach. Seit dem 16. November nahm der Appetit ab. An diesem Tage stran? der Kaiser zur Belebung seiner Kräfte ein Glas Chan- - bagner. Er rauchte immer noch die gewohnte Zigarre. Tie letzten Nächte waren zumeist durch Hustenreiz etwas gestört, indessen' beruhigte Die gute Herztätigkeit und Pie gleichmäßig gute Atmung die Aerzte auch twch am 19. Noveiuber. Auch gestern arbeitete der Kaiser tagsüber, wenn auch müde und mehr abgespannt als sonst, und empfing bekanntlich den Armeeoberkomman- danten Erzherzog Friedrich, in dreiviertelstündiger Mrmenz. In der engsten Umgebung flößte jedoch der Zustand deS Monarchen ernste Besorgtrisse ein. Die Erzherzogin Marie Valerie Rurlarrd ħ NunsDnd. So lange Kurland unter russischer Herrschaft stand, blieb die Wahl der Deutschen, denen dies schöne Stück deutscher Erde bekannt war, verschwindend gering. Jetzt ändert sich das mit einem Schlage, und mit freudiger Ueberraschung erfahren wir, daß das „Gottes- ländchen" auch als Kunstland Bedeutung beanspruchen kann. Es ist das Verdienst der demnächst im Verlage von R. Piper L Co. in München erscheinenden Schrift von Carl Meißner „Das schöne K u r l a n d", daß sie durch einen reichen mck> wvhlge- wähkten Abbildungsstoff die Kunstschätze wird den Kunstcharakter Kurlands überzeugend und glücklich, zur Anschauung bringt. Freilich besitzt Kurland keine von jenen großen gotischen Volkskirchrn, die die Gemeinden in den reichsdeMschen Städten des Mittelaltersi allmählich haben aufwachsen lassen — Kirchen wie sie auch im derttschien Riga und Reval stehen. Das vermochte, wie cs im Landtaasrezes; von 1567 heißt, hier „die Vielheit der undeutschen- Armut" nicht. Hier bauten im wesentlichen Fürst und Adel die Machen, und die Hattptkirche Kurlands, die Trinitatislir che zu Mftau, konnte auch, erst ^entstehen, als der Herzog das alte Heer- mcisjcrschloß an der Aa zü seiner Residenz machte. Sie ist stattlich gemtg geraten, zeigt einen (freilich in neuerer Zeit schlecht zum Abschlüsse gebrachten) wirkungsvollen Turm und einen Jpnenraum von edlen Mmessungen. Wie dieser Hauptkirchenbau Kurlands, so stehen auch, viele der „landscheu" KircMn noch heute auf Grundmauern, die in der Zeit fester Begründung der protestantischen .MrHe in Kurland unter Herzog .Gotthard aufwuchsen. Diese LanLiivchen bieten oft in all ihrer Schlichtheit künstlerische Bilder v»n seiner und starker Wirkung. Sie zeigen kräftige Formen und zÄchnen sich oft durch recht originelle Gestaltung der Türme aus Send gehen in ihrer erdwüchsigen Kraft und Ruhe vortrefflich mit der Landschaft, darin sie stehen, zusammen. Gs begann aber die Zeit eigentlichen künstlerischen Aufschwunges in Kurland erst int 18. Jahrhundert, als der kurländische Edelmann Ernst Johann von Bühren als Herzog Biron den Dhron des Landes bestieg. Biron hatte sich« als Günstling Per ßevki zu bereichern verstanden und begWtn nun seine Mittel in großem Stile für sein neues Herzogtum zu verwenden. Da erct- standert Kurlands große Herrenschlösser; da fiel die alte Burg in Mitau samt Wall und Gräben und an ihrer Stelle erhob sich.'das neue weiträumige Aiitauer Schloß, das 300 Zimmer Mt. 2kuch baute ihm der Italiener ^ Rastrelli^ das Sch,laß Rnhenthal westlich von Wausro. Stil uird Reiz dieser Schloßbauten gehören dem Barock m tatfen Formen sowohl das Mitauer, wie das Ruhenthaler! Schiloß stattlieh vertreten. Herrscht aber an den Schauseiten jene ge«^f;e majestätische Ruhe mit antillschem Unklange, so entfaltet sich tm Innern ein heiter-nmßooller Schmuckgeist, der die modischen RiBafferl anfgeblüht: aber in anderthalb Jahrlmnderten Mt ein lebens- srMes, kerniges Deutschtum anspruchslos, aber gesund mrd unverbildet eine Reihe von Architektur — und Stadtbildern geschaffen, die sich im großen Reiche deutscher Kunst mit allen Ehren behaupten. * — Ein deutscher SMg über die englische See- gewallim 13. Jahrhundert. Tie Uebergrflfe der englischen Seegewalt im gegenwärtigen Kriege legm die Erinnerung an ähnliche, allein Recht ins Gesicht schlagende britische Taten der Mllkür nahe, und es ist imnterhin erfraulich, festzustellen, Mß bereits vor Jahrhunderten die englische Anmaßung, zur See von Deutschen bestraft wurde. Einen solchen Fall, in welchem die englische Seegewalt die Deutschen zur Nvttvehc zwang, bis die Engländer schließlich um Frieden bitten mußte-n. erzählt nach den Llufzeichnungen der Chronik der Stadt Hanibnrg Fanni) Ktinck in der Zeitschrift „Niedersachsen". Schon im 13. Jahrhtmdert hatte die Handelsschifffahrt der MederdeNtschün eine hohe B>edeuttntg erlarrgt, wodurch allmählich der Neid der Engländer geweckt wurde. Die Niederdeutschen übten im dLorden mächtigen Einfluß, und ein noch aus- schweren Schlage, Der Oesterreich-Ungarn getroffen hat, übermittelten, haben mich tief gerührt. Sie werden in der ganzen Monarch« beit sympathischsten und dankbarsten WiderMll finden. Ter H«rr- scher, der über zwei Menschenalter die Geschicke der Monarchie ae- lenkt hat, ist nicht mehr. Tranerno stehet: seine Völker an der Bahre ihres geliebten Kaisers !und Königs. Wie ein Vater sorgte er dafür. Mß die Früchte seiner unermüdlichen Tättgkeit ihnen auch nach seinem Tose znkommen mögen. Ein unschätzMres Erbe Mt er ihnen b int erlassen: Die ^unverbrüchliche und treue Freundschaft des Mutsbinn Volkes. Diese Freundschaft stets imtiger M gestatte^ war sein Lebenstverk. Es war ihm vergönnt, dieses Lebenswer? rn lange., treuer WafsenbrüDerschaft gekrönt zu sehen. Zu tief wurze^ in dem Bewußtsein der Völker der Mvnarchie, die sich in Frenoj imd Leid eins wissen mit dem deutschen Volke, die Ueberzeugimg, daß der Verlust, den sie erlitten haben, im ganzen verbündeten Reiche als eigener empfunden: wird. Möge die göttliche Vorsehung diesem wertvollen Pfände gemeinschaftlrchen Fuhlens und Han- delns Muernd ihren -Schutz gewähren. Burian. Die unsoziÄe Regelung der englischen Znckerfrage. Bekanntlich: gehört der Zucker zu den wenigen Nahrungsmitteln, für welche die englischze Regierung schon seit den ersten Monaten des Weltkrieges die Versorgung übernommen Mt. Das Resultat der englijschen ReMerungstnaßnahmen läßt sich nach zweijähriger Wirksamteit daKn zusanrmenfassett^ daß der Zuck^ Mangel in England immer stärker geworden ist und die Prerse immer höher gestiegen sind. Vergleicht man die deutschen und die englischen Zuckerpreise vor dem Aus-bruch des Krieges und jetzt, so ergibt sich folgendes Bild: es kostete Würfelzucker Kri st allzucker Anfang Anfang Iult November Juli November 1514 1916 1914 1916 in Magdeburg (50 Kilo in Mk.) 31,62 28.25 20, - 26,— in London (50,8 Kilo in Sh.) 18/— 47/l_ 17/3 42/7 Es ergibt sich aus diesen Ziffern Mß die GroßMndelspreis« für Zucker in England seit Kriegsbeginn um annähernd 30 resp. 25 Mk. pro Zentner gesttegen stnd, während die Steigerung bei uns >zirka 6 Mk. bettägt. Während in F-riedenszeiten die deutschen Zuckerpreise höher waren als die englischen, sind heute die eng * * lischen Preise mehr als doppelt so Mch wie die deutschen Preffe m Friedenszeiten. In der Auckerversorgung der englischen Konsumenten sind, von einem zeitweiligen völligen Versagen der lokalen Versorgung ganz^ abgeseMn, Verhältnisse eingerissen, coelche man in Deutschland al^ grobe Miß stände bezeichnen würde. So ist es in England allgemeine Gewohnheit des Kleinhändlers geworden, Zucker an die Kunden nnr dann abzugeben, wenn gleichzeittig andere Wären gekauft weiden. Dieser Zustand Mt in her Unter Mussitzung vom 31. Oktober zu einer Anfrage geführt, aus welche der Minister Mc. Kemia erwiderte, Mß die Regierung gegenüber jenen Käufen vorläufig nichts getan Mbe, solange der Künde bei dem betreffenden .Kauf der anderen Nahrungsmittel freie Wahl gehabt habe. Die englische Regierung habe gegen diesen Zustand nichts unternehmen wollen, well die MeinMndler hierdurch die Zuckerbestände vor allzurascher Verminderung schützen wolltet. Tie Regierung werde aber in Zukunft diesen Kaufzwang nur gutheißen, wenn für jedes Pfund Zucker nicht mehr als für 2 sh. andere Waren mit in Kauf genommen werden müßten. Eine derartige Stellungnahme in staatlicher Ernahrungs- fürsorge mutet uns Deutsche fürwahr eigentümlich an! Das Argument, daß der Käufer von Zucker, der denselben nur erMlten kann, wenn er andere Waren hinMkauft, die .Freihett der Wahl bezüglich dieser andevenWaren MsiM, ist überaus fadenscheinig, wenn anch durch^- aus der eigentümlichen manchesterlichen Auffassung des englischen FreiMitsbegriffes entsprechend. Tenn allein in der Tatsache, Mß eilt Kunde, wem: er eine Ware kaufen will, gleichzeitig nochi andere Waren kaufen,muß, liegt eben in dem Augenblick ein Zwang, wo jrrre erste Ware, wie es jetzt beim englischen Zucker der Fall ist, eine besoudere Knavpheit aufweist. In Deutschland wird eine derartige Zumutung gls preistteiberische Zurückhaltung' und als verkappte HöckistpreisüberschEung verfolgt. Wenn die englische Regierung bei ^l-ren neuesten Plänen der Verstaatlichung der WeizeneinfuHr die gleichen Prinzipien verwirktlicht. dann werden hie englischen Brotkonsumcnten noch manches blaue Wunder erleben. gedehnterer Handelsverkehr war zwischen ihnen und den Niederlanden sowie England rege. Diese Bedeutung zeigte sich z. B. darin, Mß in der Mmaligen Hauptniederlage aller europäischen Handelsvölker, in Brügge, die von Deutschen errichtete Faktorei sich besonderer Vorrechte, wie verminderter Zölle, erfrettte. England nahm an den kaufmännischen Unternehmungen der Niederdeutschen teil, und die englischen Könige waren über die aus dem Verkehr mit den deutschen Handelsgesellschafteir entspringenden reichen Zolleinkünfte sehr befriedigt. Allmählich nahm der Handel mit Hamburg einen solchen Umfang an, daß dort neben der deutschen Schonenfahrer- auch eine lEnglandfahrepgesellschaft sich im eigenen Hause niederließ. Doch allmählich regte sich der Neid in den englischen Kaufleuten, und tvenn auch Muard III. noch bei seinem! Regierungsantritt den deutschen Handelsgesellschaften ihre Privilegien bestätigte, gelarrg es doch! Mld, der urittlerweile von Engländern gegründeten Siapelgesellschaft, sich die gleichen Rechte zusprechen zu lassen. Damit began:: die Gefährdung der friedlichen deutschen Han- delsUnternehtnungen. Tie Deutschen ließen sich die SchÄigung durch England gefallen, solange ihre offiziellen Rechte nicht verletzt wurden. Dann aber ereignete sich folgender in der Hamburger Chronik ausgezeichnete Vorfall. Im Jahve 1457.hatten die Engländer einen Raubzug nach Island untentominen, wobei sie den dorttgen dänischen Vogt ermordeten und mit räuberischen Banden über die Insel zogen. Um diese Untat zu bestrafen, ließ König Christian die englischen Kauffahrer im Sund kapern. Die englische Regierung aber schob den Deutschen verlenmderischevweise den Antrieb zu dem Raubzua in die Schuhe und beschuldigte sie auch, bei der Wegnahme der Schiffe mitgeholsen zn Mben. Sie beschlagnahmten den der deutschen Innung, cefwrkren ^Stablbok" in London. Listen Mft- aliebex der Innung gefanarN und ließen einige sggar erdrosseln. Hieraus faßte der Hansetag in Lübeck den Beschluß, in keiner Hanse- städt mehr den Ankattf errglischer Tücher zu gestatten, den Engländern nichts mehr zü verkaufen und in Bremen und.Hamburg ÄRfft zü einer Stratexpedition zu rüstM, die eine Laitdung in Lnaland unternehmen sollten. Tatsächlich vernwchten die Engländer, durch ihre Bürgerkriege geschwächt, nicht, die Landung der Hanseaten zu verhindern, und die letzteren eroberten 49 Meilen enchischen BVMBS. Außerdenr erobertet: 'die Hamburger int Jahre 1472 sechs mit reichen Gütern beladene große englische Schiffe. Im Mrauffolgenden Jahre ncchnien noch die Schliffe der Stadt Danzig Mn Engländern eines ihrer schönsten Fahrzeuge wey., MS unter falscher Flagge, nämlich unter burgundischeu Fahnen, segelte. Im selben Jahre lieferten die Hanseaten Mn Cmgländern eine Seeschlacht, die für die letzteren so unrichmlich ausging, Mß Mr englische Gesandte am burgundischen Hofe ^um FriedensunterMNdltmgen Mt. Diese UnterMnMungen fatiden in Utrecht statt, und cmt 20. Juli 1474 kam Mr Berttag zustande, Mn König Eduard IV. und der Hansebund genehmigten. Die deutschen HanMlsgesellscMften erhielten die Bestättgung aller ihrer Füher ft: Englatch erlangten Vorrechte, Mr Stahlhof in London sowie alles geraubte Gut wurden ihnen zurückerstattet, und außerdem mußte England einen ScMMnersatz von 10000 Pfund zahlen. So hatte die englische Seegewatt sich in ieMnr %mft dem ehrlichen denftchen KampseSmut unterwerfen müssen. Bekanntmachung. ««iW Ausgabe der Brot . Butter-, Nett-, Fleisch- und Mrlchkarten erfolgt diesmal Freitag, den 24. Sovoniber nnd 8amstag, den 23. Sioveuibei' und zwar für die Bezugsberechtigten von A—K am Freitag und von L—Z am Samstag. Gieffen, den 21. November 1916. 84178 Der Oberbürgermeister. Keller. Vetr. 6 ,LA 8 §ühevsn§schftoU§accharin) In der Zeit vom 11.—15. Dczeniber Ls. IS. wird gegen den Lieferunaoatichnitt <> der Süffstoffkarlen „L" (blau» und „0" lgelbl von den Süffnossabgabestellen Süffstoff abgegeben. AuSnalunsweife gelangen drei Vriefcherr bezw. drei Sckachreln auf den Abschnitt zur Ausgabe. Mit dern 1b. Dezeinber verliert der Abschnitt tt seine Gültig- keir. Stach d e ein Zeitvunkt nicht abgerusene Süffstofs- mengen dürfen von den Abgabestellen frei verkauft werden. 84166 Gießen, den 22. November 1916. Der Oberbürgermeister. Keller. Ber'gebZmg der Lieferung von SiraßettmrtLrhaltungsmate- riaiicu für das Jahr 1917. Die zur Unterhaltung der Kreisftraßen des Kreises Friedberg in Hessen erforderlichen Materialien sollen auf dem Wege des öffentlichen Wettbewerbs mit schriftlichem Angebot vergeben werden nach deu Vorschriften des Ministerialerlasses über weihnachtsspende \9[6 Für unsere Kämpfer an der Front uud die Verwtindeten gingen ein: bei der Mitteldeutschen Kreditbank: Geheimem Hansen 20 Mk, Hch. Hettler 10 Mk., Geheimrat VossiuS 60 Mk., Gustav Schmidt 10 Mk, Land- gerichts-Direktor PrätoriuS 15 Mk., Fräulein E. Georgi 190 Mk., Ed. Krumm 300 Mk., Frau Kammerrat Weber 10 Mk. bei der Bank für Handel und Industrie: Fr. Steinmüller IV. Heuchelheim 10 Mk., Skatkasse H. K. R. 25 Mk., Th. Haubach 50 Mk., Geh. Rat Geppert 50 Mk., Professor Leutert 30 Mk., H. Schudt Wwe. 20 Mk.. C. Haberkorn b Mk., Oberstaatsanwalt Hoimanu 25 Mk. beim Giesiener Anzeiger: Wilhelm Rudolph 50 Mk., Martin Strauß 20 Mk., P. D. Sch. 10 Mk., Frau Postschaffner Spaar 2 Mk., Ehem. Primaner des R. G. 6Mk., Direktor Brackemann 50 Mk. bei der Kasse deS Zweigvereins: Alex Salomon: 50 Ach W.B. 1000 Mk., Frl. Möser 10 Alk., Geh. Rat Fronnne 10 Mk., Earl Nowack 100 Alk.. Prof. Kutsch 10 Mk., Geh. Rat Sommer 30 Mk., Earl Georgi 300 Akk., Frau Ioh. Kurz S00 Mk., Frl. Clara Einmelius 20 Mk., Frl. Mathilde Emurelius 20 Mk., Gq. Bichler und Frau 50 Mk., Geh. Strahl 250 Mk., O. Rath schlag 20 Mk., Dr. R. 100 Mk, Frl. Strack 10 Mk, Hern,. Bender 5 Akk., Frau D.-Rat Schliephakej 5 Mk., N. N. 30 Alk., E. N. 300 Mk., Frau Heimer 10 Mk.. Frau Haas 10 2M., LandgerichtSpräs. Günaerich 20 Mk., A. N. b Mk. Bei den großen Ausgaben zur Versorgung unserer ruppen in, Feld und unserer Verwundeten und bei dem durch die ungünstige Witterung sehr beciriträchtiglen Ergebnis der HauS- und Straßensamnrtung sind wettere Gaben dringend erwünscht. 8424a VerdingungSwesen vom 16. Juni 1693 nebst | Übernahme der Aktiven und Passiven weitergeführt. 'Der Wilhelm Becker Ehefrau, Elisabeth geb. Weeg zu Gießen ist Prokura erteilt. 1 B Gießen, den 18. November 1916. _Großherzvgliches Amtsgericht. das zugehörigen Ergänzungen Es gelangen zur Vergebung: Bruchsteine Kleinschlag Grus Sand 600 14000 1100 2000 cbm Bedingungen, Verteilungsübersicht usw. liegen auf meinem Amtszimmer Bismarckstr. 32 vsr- mittagS zur Einsicht offen, woselbst auch die Angebotsvordrucke erhältlich sind. Die Angebote sind verschlossen, postfrei mit der Aufschrift ..Vergebung von Kreisstraßenunter- haltungsmaterialieu" versehen bis spätestens 2. Dezember d. I., vorm. 9 Uhr hier einzureichen, woselbst die Oeffnung der Angebote in Gegenwart erschienener Bewerber stattfindet. Znschlagsfrist 4 Wochen. ß« 6 Friedberg i. Hessen, den 20. November 1916. Der Großh. Kreisbauinspektor. I. V.: Lorenz. Bekanrrtmachrmg. In unser Handelsregister Abt. A wurde heute lezüglich der Firma Carl Becker II. Gießen eingetragen: Carl Becker II. zu Gießen ist mit Wirkung vom 1. Juli 1916 aus der Firma ansgeschieden. Das Geschäft wird von deu beiden anderen Gesellschaftern Wilhclni & Adolf Becker zu Gießen unter Ko n f'irr sverfa h tt n . Das Konkursverfahren über das Vermögen des Gutspächters Knrl Brerrucmann auf Hofgut Heibertshausen bei Daubringen wird, nachdem der in dem Bergleichstermine vom 9. August 1916 angenommene Zwangsvergleich durch rechtskräftigen Beschluß vom 14. August 1916 bestätigt ist, hter- dnrch aufgehoben. 84 i fl B Gießen, den 17. November 1916. Grv-ßherHOgltches Amtsgericht. liiMiM*! lüflfor* in ] 0 C»r ^wQnßoft tm Aur,staitung stilrein u.prciowfrrt vÄ Brb&’soae Uaw.-Snioittrel ffFuhren^ verschiedener Art werden übernommen. [8396 Himmrich, Brandpl. 5 . Tel. 204 . Bekanntmachrlttg. ^ In unser Genosscnschaftsregistcr wurde heute bezüglich des Konsumvereins Gießen und Umgegend, eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht zu Gießen eingetragen: Das Vorstandsmitglied Karl Koppe zu Gießen ist aus dem Vorstand ausgeschieden; an seine Stelle ist Franz Diener zu Gießen gewählt. . 84l2 B Gießen, den 18. November 1916. Groszherzogliches Amtsgericht. Lebertran Emulsion auch mit Zusatz von LeciOiin empfiehlt IÖ8Ä.-Braö«?ie z. KröBzpJaiz Kreuzplatz 9. 8450 a .raraaann's i Backpulver j von höchster Tfiebkralt SOGO fach de- stene ^ WM "'■ZV''” MM Einen schonen, sprungsähigen %ncWt- bwklerc hat au verkaufen Christian Scimmbert 1!. 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