/ »r. 2X2 Zweites Blatt Erscheint lägNch mit Ausnahme des Sonntags. Beilagen: „«teßener Zamittenblatter" und ..«relsblall für den Breis Gießen". pdstfcheKonto: §r«mkf«tt am Main Nr. ,,686. Bantoertefyr: Gemerdebank Gießen. General- ,66. Jahrgang ' Anzeiger ger für Gberheßen Samstag. ,8. November ,9,6 ZwillingSrunddruck und Der!atz: Brühl'scheUmversitälS-Bnch-u.Ste ndruckc c R. Lange, Gießen. SchrlfUritung. Geschäftsstelle vnd Vrvckerel: Schulst ra,;e 7. b eschäs.Silelle u. Verlag: tl, Schriftleuung: 112. Anschrift für Trahtirachrrchten: Anzeiger Gießen. Balfours Rücktritt? • ^ ® auiTie britischen Kabinetts fft wieder einmal ein Minister reif zum Sturz geworden: Arthur James Englands Motte. Die Pfeile der iNorthcllffepresse und der „Morning Postt' haben sein An- m der Oeffentüchkeit durchlöchert. Er selbst stellte sich bloß durch die Meinungsverschiedenheiten mit dem Kriegs- Minister über die Leitung des Flugwesens, lvobei Lloyd George als die stärkere und brutalere Persönlichkeit höchstwahrscheinlich Oberwasser behalten hat. Den Rest aber hat derzeitige ^ebensmitteldebcrtte des llnterhanses Herrn ^alfour gegeben. Derrn was da beklagt und behandelt wird, } J uJ ei L ^?oes eine Folge des mangelhaften Flotten- schütze^, für den der Marineminister Großbritannieiis ver- ^.^ortlrch ist. >Ms Balfour im Frühling vorigen Jahres als ^Mitglied des Koalitionskabinetts zu,n Flottenchef aus- gerufen wurde, da sahen seine alten Torhfreunde in ihm den heimlichen ^ttnisterhräsidenten, der bestimmt sei, den verfahrenen Karren wieder ins Geleise zu bringen. Als Nach- ger Churchills im Amte des Flottcnnlinisters sollte er die gehler jenes Bramarbas mnd Pfuschers wieder gut machen. Aber der alte «Zweifler und Zögerer Balfour scheint ba.d gemerkt zu haben, (wie schlecht es mit der angeblich W gesicherten Seeherrschaft Eiiglands (bestellt ist, wie die Ratten, dre man ausräuchern wollte, an dem britischen Schiffsraum nagen, und welcher (unerschütterliche Sieges- touje her „kleinen" deutschen 'Flotte inncwohrtt. Der jetzt p.ojahrrge Balfour ist zu alt, um sich eitlen Täuschungen hinzugeben. Er hatte ja auch zeitlebens trotz seiner inner- politischen Erfolge als Stcvcrtsm-ann niemals eine starke Dand, und seine Gesundheit ließ stets zu wünschen übrig. Aus dieser schlechten Verfassung allein schon erklärt sich sein schwächliches und schwankendes Verhalten während des Krieges. Im Privatleben bereits wieder stark seinen philosophischen und musikalischen Neigungen hingegeben, kam er zum Flottenwesen ohne eine blaffe Ahnung. Und so war auch seine bisherige Amtszeit im Grunde nur eine Wiederholung der Tragikomödie des Dilettanten Churchill. Anscheinend, um dies 'su vermeiden, batte man Balfour zwei alte Seeleute an tue Seite gegeben. An Stelle des Admirals Lord Fisher wurde Sir Henrh Jackson zum Ersten Seelord ernannt und als Berater blieb Sir Arthur Wilson der Admiralität zugeteilt. Jackson ist ein strammer Theoretiker, eine wissenschaftliche Berühmtheit, soll surchtbar viel von der drahtlosen Telegraphie und eleganten Schiffskonftruktionen verstehen, war 1908 vorübergehend Kommandant des Kreuzergeschwaders im Mittelmeer und erhielt im Weltkriege die heikle Ausgabe, in der Dardanellen-Angelegenheit einen 'Ausweg zu finden, was ihm prompt mißlungen ist. Sir Arthur Wilson aber, heßte ein 74 Jahre alter Mann, entpuppte sich als ein. müder, etwas wunderlicher Herr, der vom Ruhme einer überlebten Flottenzeit zehrt und vom Wind, der jetzt in der Nordsee pfeift, glatt hinweggefegt wird. Balfour stand also ganz allein auf sich selbst angewiesen, als es zur Seeschlacht mn Skagerrak kam. Und er zeigte sich dem furchtbaren Schlag, den England da empfing, keineswegs gewachsen. Zuerst, in der Betäubung, eine Hinneigung zur Wahrheitsliebe. Balfour gab die 'furchtbaren Verluste zu. Die britische Niederlage wurde offenbar. i Dann ein nervöses Idingen hinter den Kulissen mit den „besseren Lügnern" und mit sich selbst. Es begann der osfi-! zielle Pressefeldzug zur Umfälschung des britischen Unglücks in einen britischen Sieg. Himmel und Hölle wurde zusammengelogen, um die gute Haltung zu retten, aber es war wie denn Durchfall eines neuen Stückes im Theater. Anfangs allzu auffälliges Klatschen der bezahlten Clague, dann vereinzelte Zischer, schließlich wütender Protest. Northclifse, alias Alfred Charles William Harmsworth, der Napoleon der Fleet Street, versteht sich auf so etwas. Und als Dal- four anläßlich unseres jüngsten Torpedobootvorstoßes in den Kanal gescheiter fein wollte uüd die Verluste Englands im Admiralitätsbericht verschwieg, da fiel man wiederum erst recht über ihn her. Wem soll ich's nun recht machen? wird Balfour, der ewige „Staatsmann wider Willen", wie man ihn getauft hat, da verzweifelt gefragt haben. Er hat in jüngeren Jahren einst ein großes Werk geschrieben: „Die Verteidigung philosophischen Zweifels". Unterdessen werden ihm besonders politische Zweifel aufgestiegen sein, an sich selbst und an dem Siege Englands. Aber ob er die Lust pnd Krast hat, diese Zweifel in einem dicken Buche zu verteidigen? Die nötige Zeit zum Schreibeu eines solchen Buches dürfte ihm demnächst in vollstem Maße zu Gebote stehen. Rotterdam, 16. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Ter „Nieuwe Rottcrdamsche Courant" meldet aus London: Gestern kam es im Oberhaus zu einer Debatte über die F u f) r u n ß der Flott e. Lord Sh den Ham richtete Ml die Regierung die Frage, welche Pläne sie für die Bestrafung Deutschlands wegen des Auftretens der Unterseeboote habe. Andere Redner sagten, mau habe das unbehagliche Gefühl, daß nicht alles getan werde, Ivas in der Macht des Landes liege, nur den Feind durch energische Einsetzung der englischen Seestreitkräste zu besiegen. Sie verlangten mit Nachdruck ein energischeres Vorgehen der Admiralität und ein mehr offensives Anftteten der Flotte. Sydenhcrm nahm Bezug auf eine früher abgegebene Erklärung, daß die Flottenpolitik Englands verteidigenden Charakter haben müsse und sagte, diese Lehre bedeute eine vollständige Verlengirung aller Traditionen der Flotte; wenn man sic annehme, könne das leicht zu einer nationalen Katastrophe führen. Lord C r e w e antwortete namens der Regierung: Es wäre unvernünftig, jetzt schon die Politik ftir die spätere Bestrafung des Feindes festzusetzen: vor- läuftg müßten die Kanonen spreckmr. Tie Kriegskoni Mission habe schon vor längerer Zeit die Bespannung der HaiwelSschiffe und die dazu notwendigen Maßregeln erwogen. Die Flotte habe bei Bekämpfung der neuen deutschen Unterseeboote beträchtliche Erfolge gehabt. Er.glaube nicht, daß die Admiralität die Auffassung, daß die Vernichtung der feindliclsen Motte das oberste Ziel der Marine sei. Ml (gegeben, habe. — Die „Dimes" betont nochmals, daß die jetzige Admiralität nicht das volle Vertrauen des Landes genieße. Das Matt ftndet die Rechtfertigung Crewes unbefriedigend und schreibt: Der neue deutsche Unterseebootskrieg werde immerbedrohhicher, das Land sei absolut nickt davon überzeugt, daß die Admiralität dieser Gefahr genügende Mftnerksamkeit schenkt. London, 17. Nov. (WTB. Nichtamtliche Unterhalts. Im Verlause der Besprechung über die Vorschläge der Regierung zur Leben s mittel frag e beschäftigte sich der Handelsminister Rünciman mit der Unterseeboots- frage und wies darauf hin, daß die Regierung eine Versicherung gegen die Kriegsgefahr einrichdcte und daß die Versicherung sich lohne. Sie begann mit einem Satz von fünf Prozent, ermäßigte diesen aber schnell auf einen Prozent. Dieser Satz blieb während des Krieges der gleiche und wurde erst kürzlich eiu wenig über einen Prozent erhöht, um die Rechnungen in Ordnung zu bringen. Im großen und ganzen gelang es der Regierung, den Plan ans der Grundlage von er rein Prozent durch; u führen. In der Tat sei eine wirkliche Verminderung der englischen Tonnage für die Lebensmittelzusuhr nicht durch die Unterseeboote ^rurnuÄ worden, sondern durch dre ungeheuren Ansprüche von und Flotte und durch die Knappheit der nvrdamerrkanr.chen Werzer^ ernte, die die Regierung zivang, den Werzen aus Uivttali&l zu beschaffen und so viel nrehr Tonnage in Ani vruch zu n ehmen, Rünciman sprach seinen Tank für dre günstige Ausnahme scrnee Vorschläge Mis. Rriegsdriefe aus dem Osten. Bon unserem zum Ostheere entsandten Kriegsberichterdatt^ (Unberechtigter Nachdruck, euch auszAgsweise, txxbo&xL) Bolszowce — eine Stadt in der Front. Bei Bolszowce, 11. November. Bei Halicz kommen zwei Eisenbahnlinien zusammen, eine Linie, die von Choderow über Halicz nach Stjanistau ge# undß eine andere, die von Halicz im Bogen über Brezany nach Lemberg) führt. Der Knotenpunkt liegt noch innerhalb innerer Lrnie cott dem westlichen User der Gniür-Lipa. Dann überschreitet die Bahn Gnila-Lipa und läuft von Bolszowoe aus, wo cm Nccraiowka iN die Gnila-Lipa mündet, auf dem östlichen Ufer der Naraiowka. Ter Bahndamm liegt so vom Augenblick des Ueberschceitens der Lrpa zwischen den Stellungen, denn die Russen haben sich auf den Hangen aus der östlichen Seite der Flußsysteme eingenistet und wir am der westlichen, nur die beiden Städte Halicz und Bolszowoe lieben sich, kleine Halbkreise, aus der allgemeinen Linie heraus^ Bei Halicz trennt das breiteingeschnittene Tnjestertal, in dessen Halbbogen die Stadt wie hinter einem mächtigen Festungsgraben liegt, daq beiden Linien, bei Bolszowoe erfüllen zwei Arme der Narajowkce diese Ausgabe nicht nrit der gleick-en Deutlichkeit, so daß man beim ersten Marsch nach Bolszowoe hinein sich kaum zurechtsindet. Sowohl zur Rechten, wie zur Linken, wie zur Front liegen bild serner, bald näher russische Stellungen, und erst nach einiger Zeit findet man sich soweit zurecht, daß man.den Charakter von Bolszowoe als einer vorgeschobenen Festung, die breitere Verbindung mit denk Hinterland hat, erkennt. Vom 281 Meter hohen Rückm des Schloßberges sieht man weit'in das Land nach Norden und Süden; da, wo er nach Osten absällt, liegt ein altes Karmeliverkloster unU darunter die Stadt Bolzoivoe. Auf den Höhen jenseits der Narajowka schanzen die Russen und sehen in die Stadt zu ihren Fußen hinein, genau wie die deutschen Posten jeden Pfahl der russischen: Stellung erkenüen. An dieser gegebenen Lage läßt sick ohn^ weiteres nichts ändern, und so findet man sich von beiden Leiten allenfalls damit ab. Das sühtt zu merkwürdigen Bildern, aber es kommt ja weniger auf das Merkwürdige, als auf das Notwendige an. ?luf dem Höhenzug des Schloßberges geht der Wald bald in Parkanlagen über, und dann kommen zertretene Rasenflächen, über denen sich die Ruinen des Schlosses erheben. Viel mehr ist von dem Bau iricht erhalten. Im vorigen Jahre, erzählt der Ordonnanzoffizier, lag das Generalkommando da. Der Besitzer war ein Armenier, der war nicht allzu freundlich, um so freundlicher war das Schloß nrit weißen Betten und Polsterstühlen und gedeckten Tischen. Tie Vorstellung aller solcher Herrlichkeit in den Zimmern, die voll Schutt und Trümmer liegen, ist schwierig. Nur der Park ist noch geblieben. Fast 7wch arger hat der Krieg in dem allen Karmeliterkloster gehaust: dort hat er nicht ^einmal den Toten Ruhe gelassen. Unsere Soldaten sind dabei, die Särge der Klosterbrüder, die von den Granaten zerworien sind, zu begraben. Die Deckel haben sich gelöst, die dunkellila Kirchenseide bat gelxllten und bauscht sich zu Füßen der Gerippe. Ein Sarg ist wohl zu kurz gewesen, man sieht cs an der Lage des Toten. Wir gehen die Stellungen entlang, irgendwo neben, vor und hinter den Häusern hindurch. Der Graben schneidet durch die schwarze, fette, so fruchtbare galizische Erde, die Reichtum und Sogen dem Lande geben könnte. Bei einer Stelle hört die Stern* Knuff nnd Wissenschaft. — Die Eröffnung des Deutschen Theaters in Köln. Aus Köln wird uns geschrieben: Tie mit lebl)after Span- ,nung erwartete Eröffnung des Deutschen Theaters unter ^der neuen Direktion Wach p!nd Calvo, ckrrch die besonderen Bedingungen der kriegerischen Zeit beträchtlich verzögert, hat jnunmehr am Sonntag stattgefunden. Ter Spieckplan des ersten ^lvends, der die Einakter „Der Puppenspieler" und „D i e ^Gefährtin" von Schnitzler sowie» „Lottchens Ge- sburtstag" von Thoma brachte, zeigte zwar noch keine erkennbare eigene Physiognomie des Theaters, bewies aber, daß «die neue Direktion nach künstlerischen Zielen strebt. Nicht ge- .'ttngere Hoffnungen ettveckte Mich die Darstellung, die unter Spielleitung des Direktors Wach und gestützt insbesondere auf seinen .ausdrucksvollen Puppenspieler im ganzen reckt glücklich war. Das ffast ausvcrkauste Haus und der lebhafte Beifall des Publikums «zeigteir der Leitung, daß man ihr Interesse urü) Bettranen ent- ^egeirbrnrgt, und können ihr zugleich als Ansporn zu besonderen Taten gelten. — Eine Schwank-Uraufführung. Aus H a m b u r g wird uns geschrieben: Der Urmcfführungsapparat der Hamburger Thtttter spielt gegenwärtig mit einem Hochdruck, der den kritischen Gerst fast beängstigen möchte. Man hat es anscheinend sehr auf die Schwänke^ abgesehen. Im Altonaer Stadtthcater .stellte sich Fritz Friedman n-Frederich mit einem Stück ,.Landluft" vor, das seineir Charaller als „schwankmäßig" s^rusgibt und doch eher als Komödie gellen körrntc. Ein verbummelter Student urid Reserveleutnant, adelig, verdingt sich als Macht auf ein Gut, um seiner Geliebten nahe zu sein Er zeigt chier. daß er im Grmrde doch ein ganzer Kerl ist, und die Landluft ist das gewisse Etwas, das ihn die Arbeit als heilsam empfftidenl läßt. Ein zeitgemäßes Motiv im Sinne der gesellschastlicheic Ausgleiche, wie sie das Schützcncrrabenleben vcrivirklicht hat. Fried- Urann-Frederich wollte in dieser Hinsicht gewiß eine gefällige , Lehre in heiterer Form geben. Tenn nachdeni sich der Knecht bewährt hat, macht der Rcserveleutnant sein Glück bei der schönen Nichte des ostpreußischen Gutsherrn. Der Schwank bringt auch einige wirksame Bilder und Typen ostpreußischer Länolichkeit. ?l!s Ganzes macht er den Eiitdruck eines breit gezogenen Dialogs. Das Publikuni heigte sich zu freundliche in Beifall geneigt. — Eine neue Komödie von Kurt K ü ch l e r. Aus B remen wird uns geschmebert: „Die schwarze Perl e", Komödie in fünf Akten von Kurt Küchler, kam im Bremer Stadltheater zur. Uraufführung. Der Name des Stückes bezrcht sich auf ein Kleinod von blendender Schönheit und ungeheurem Wjett, das der Generalkonsul Thomsen verliert, als er gerade seine Heimkehr nach Europa aus seinem gewaltigen Insel reich nn Stillen Ozean feiert,, und das sein Freund der Dichter Molkenreiter, im Verlaufe dieser Feier fiitbet, aber nicht zuruckgckt, well es ihn reizt, Mkch einmal Gebieter eines für seine ewig verschuldete Lage fabelhaften Vermögens zu sein, aber noch melmeln nch in Muße anr- Anblick der schwarzen Schönheit r>es Ä'ceergs, dre er inüt eckter .Mustlerschwärmerei bewmrdert, zu wnuen. Ta bricht, während der Generalkonsul noch die Polizei rer verschtmlndenen^ Perle uachsetzt, sein Vermögen zusammen, die .mein werden durch einen Bultärwusbruch oernichtet, ''ine große '^vekulatton )&4äQt fehl und zu allem Unglück hat Fritz Molken reiter kurz vorher entdeckt, daß die LiebeÄverbungen seines Freundes Thomsen auf seine Frau rricht ohue Wirkung geblieben sirrd. Ta zertritt er die Perle, die er gerade ihrem Besitzer lratte zurück- gebeu wollen. In seiner Erregung gesteht er Thomsen alles ein, und hält ihm, der auf die Wiedergewinrmng der Perle nvck) feine letzte Hoffnung gesetzt batte, vor, daß er ihm. dem armen Enterbten, noch viel nrehr habe nehmen dft er ifyraj das Hcrjz seiner Frau zic' entwenden versuchte. So kommt es zur Aussöhnung uird die bcideir Freunde wenden sich frischen Mutes der Aufgabe zu, ihren Lebensplan von neuem zu entwerfen. Tie Komödie, die bei manchen Scknvächen ein besonders am Schluß lnr- vorttetendeS .unterhaltendes Tlseaterstück nrit lebcusvoll gezeich- ueten Gestalten und feinem, klugem Humor ist, fand eine sehr freundliche Aufnahme. Ter Spielleiter Dr. Alwin Ronacher hatte ftir flottes Tempo und künstlerische Einhelllichkeit gesorgt, — Römische K i n o g e s ch i ch t e n. Wie f ich im Straßenbilde Roms die Anpreifimgen von Kinovorstellungen in martt- fchreierifcher Weife hervordrängen, ebenso spielt das Kino im Leben des römischen Bürgers eine hervorsteckZ.'nde Rolle. So war es schon in Friedenstagcm im ewigen Rom, und jetzt lwt die Kin-o- leidenschaft groß und klein am Tiber, noch mehr imterjocht. Und die Römer, die ohne allzuviel zu murren - wie wenigstens der Berichterstatter der „Temps" versiaiert — aus Weißbrot verzichteten, die gelassttr blieben, als die Kaffeehäuser und Lokale um 10'Uhr geschlossen wurden — diese selben Römer sind außer sichi vor Empörung, seit das Genlcht umgeht, daß man die Kinovorstellungen, wenn auch nickt vollständig streichen, so dock einschränken wolle, um das elektrische Licht zu sparen. „Kern KAno mehr des Abeirds?! Dieses einzige Vergnügen, das uns noch blreb.'", schreit alles entrüstet inrd vor den Tlmren der Kinotl-cütcr drängen sich noch weit begieriger als vorher dichte Mengen, um die Kinosucht noch solange es irgend geht, zu befriedigen. Neben .vielem Sch>mrd sind in den römischen Kinotheatern in letzter Zeit ein paar ansckxünend reckt gute Filme vovgeftckrt worden. Sehr wirkungsvoll, nmß das Filmdraina ..Der Wahnsinn des Kaisers Ealigula" sein, sind dock alle ILaturbllder, die int Stücke vorkoannen. in der römischen Landschaft ausgenommen nvrden, und die kaiserlichen Paläste nack den jüngsten Entdeckimgen aus denc Palatin aufgebaut. Auck ist hier, wie in einenr klassischen Stücke dre Einheit des Ortes, der Aeit und vor allem die dcft Handltnrg innegehalten worden. Als Glanzpunkt des Stückes gilt der Tanz der Napierkbwska, die vor CaliMrla als Sklavin zu tanzen hat. Der Held des Dramas, der Führer der Legionäre, wurde vvü einem Schauspieler dar^stellt. den sich die Römer jetzt besonders viel ans-ehen werden, da er in der Jsvnzoschlacht inzwisckerl gefallen ist. Das Beste aber, ivtis die römischen Filmlüruser hervorgebrackl haben, ^rst eine Darstellung des Lebens Christi. Der Verfasser dieses Films, Fauste Salvatori, ging mit seiner ganzcm Truppe nach Aegypten, reiste zum Toten Meere, irack> Jericsalem, Bethlehem nsw. und stellte dadurch ein Stück znsanrmen, in dem alle Orte wirklich bibliches Gepräge tragen Dabei Hütte der Autor einmal bei der Szene, die in Aegypten bei den Pyramiden spielt, wo die lJlungfran auf der Flucht nrit drei Karawanen zusammentrifft, ttncn recht berühmten Mitarbeiter nämlich Lord Kitchencr. Die nahezu 9000,Mensckpn mit Pferden unb Kamelcur, die zu dem Bilde nötig waren, wurden von den e^rgln'cken Tnippen in dlegyyten aeliesert Al.- diese große Menge sich nickt gleich der Kinodarstellnng anpassen wollte, wurde Kitchener ungeduldig, brachte mit seiner scharfen Befehlshaberstinune Ordnung in die Aufstellung der Soldaten, und erfüllte damit zum ersten und auch zum letzten Male das Amt — eines Kinoregisseurs! — Shakespeare in Rußland. Erst in den allerletzten Jahren ist den Russen ein gewisses Verständnis für Shakespeare aufgedämmerl, mie ein englischer Schriftsteller, A. Nicoll. in der „Times" auseinandersetzr, und die Versuche früherer Jalwhundcrte — so berichtet er — Shakespeare in RußlMld einzuiühren, haben keinen Erfolg, aber eigentümliche Ergebnisse erzielt, einerlei, ob es Russen oder .Anslärrder waren, die Shakespeares unsterbliche Werk nach Rußland verpflanzen wollten. In der zweiten Hälfte d«^s 18. Jahrhundetts brachte der rnssische Dichter Sumarakow, den die Russen als ihrem „Racine" zic bezeichnen lieben, mna Hamletülwrfetzung heraus, dvcks war diese Uebersetzeurg mehr als irei. Nicht imr, daß Sumavakwo völlig im Banne der französischen Theaterkunst stand, nein, er bar auch ein paar fast unbegreifliche Eigenmächtigkeiten begcnrgen, so daß sein Hamlet mit dem Shakespeares 'lvobl den Namen, aber nickt das Wesentliche gemeinsa-m bar. Ganz abgesehen davon, daß viele 0>estatten des englischen Dichters durch Typen ersetzt worden sind, die dem Russen lieber waren, so bat er and den Geist von Hamlets Vater kurzerhand gestrichen und die Fabel dadurch, wesentlich) umgestaltet, daß im ersten Ackte die Königin ihrem Sohne ein volles ÖKständnis der Wahrb.-ft al>- lcgt! Kaiserin >katbarina II., die deutsche Fürstin am dem Throne Rußlands, die selbst eine Reihe von Dramen geschrieben l>rt, hat aircfj ein paar Werke Shakespeares bearbcllet. allein auch) n-re Shakessxrnre-Bearbeitungert sind so, daß man sie l)cute kawn ße Vorliebe ftlr die Deutungen Voltaires Und die Frrrrrzoserr überlvupt und so war ed ihr rmmöglick. derr echten Shake sperre ohne Veräirderimgen nach Run- lmrd izu bringen. In der zlvellen Hälfte des 18. Jalrrhundert» kamrrr aber' dennoch berells wirklich.' llebersetzrmgrm mis dem Sbrkespaare mich ^tußlarrd. So veröffentlichte int Jahre 1772 Rowikow rtn Stück aus „Romeo und Jrklia" rmd „Hamlets Monolog". „Sein oder dlicktsein" erschien in einer russischen Zeitschrift übersetzt mit einer Einleitung von E. M. Wesckt,ckwN>. in der ein Vergleich mit einer llebersetzung Voltarres gegeben rrnd miseimuidergcsetzt Nmrde. daß Shatespeare» (Rüst dem nifftfdjeit Volke naher snurde. als den Franzosen. Werng schrter. 1778. erschien Ril'.rrd III „Eine Tragödie von Dimkesr>eare, der im 16. Jabrhuirdert lebte und 1576 (!) starb, übersetzt aus denr Französischen irr Nisckmi- ^t'owgorod." Diese llebersetzung mit den falschm Angaben rvar eirr Balmbrecher für rvellerc rrnchr oder rrnnd^'r vollstzirrdra. ruffi -*? 8n seinen polnischen Negimentern.... Terselbe Unter- loiftätcr fragt auch an, wie das mit dem Sonderfrieden wäre, bei chnen — dm Russen — wüßte man genau, daß Rußland unterhandle ... Es scheint also auch in der russischen Armee das Ge- rircht um sich gegriffen zu haben; ich tzröchte aber ausdrücklich dabei lvarnm, irgendwelche Schlüsse daraus zu ziehen. In jeder Armee, vor altem in der russischen, fliegen die Gerüchte umher wie Spatzen mx Ktrschenzett, es ist ja oft auch gmrz fesselnd, von ihnen zu Hoven, aber sie beweisen — wie die Tinge liegen — in den meisten wallen gar nichts. Im Mrigen sind diese Narajowka-Gespräche mit schönem Wetter von selbst fortgefallen, sdweittj m'an sie nicht schon langst und gründlich, abg-estellt hatte. Man kann den Graben an jedem Punkt verlassen, um dann irgendwo auf der breiten Hauptstraße nach, rückwärts zu gehen. vr:wer sich auf den Höhen sieht man die Russen, bis dann au irgendeiner Biegung die Hauser die verlassenen, verwahrlosten NEser gegen Licht decken. Die Russen schießen dabei in bestimmten größeren Intervallen auf die Höhenstellungen zur Rechten oder LluikcA, legen auch ein paar Schrapnells in Richtung des Sckilosses: aber mehr,als ein Schuß auf einmal fällt selten. Man könnte beirre mn die Vermutung kommen, sie schössen sich drüben planmäßig mit. . . . Tie Pariser und Londoner Presse hat ja denk General Brus- ffiow iwch eben vorgeschlagen,, eis wäre seine unabweisbare Pflicht, E Halwz durchzustoßen. Es ist merkwürdig genug, diese und ahn- ffcke „internationale" Meldungen, die dann die ganze WM durchfliegen, mit der Wirklichkeit gegenüberzustellen. Augenblicklich kann mm, an der^ront bei Bvlszowce, die ja bei der Unternehmung mit m Betracht. rame, die Hühner des russischen Stabsarztes zählen. Es ftnd acht,. Diese Zahl ist gewiß, während die Mutmaßungen und Gmnßhetten der Funkensprückie bis über den Ozean keineswegs auf andrer Grundlage benthm als ^r, daß täglich eine gewisse Menge weißen Papiers mit schwarzen Buchstaben bedeckt werden muß Auf dem Rückweg hört man immer stärker das Minenwerfer- sewer und den Artillerieljärm vion der Narajvwka. uH die letzte russische Stellung auf Höhe 217 gestürmt wich. Ter Marktplatz von, Bolszonwe liegt still da. Man hat aber nicht den Eindruck von Dalroz, der Mafenden Stadt, weil die Wunden des Krieges hier allzu offen lagen, weil der harte Arbeitstag des Stellungsbaues Mas Trairmen vevscheucht. Ein letztes Bild aus der Mittagspause- S 1 Da^iswand auf dem Bottich sitzt einer und schreibt. Blonder Kopf, der ,tck> ttef beL^t,- er ist ganz bei seinem Mief an „zu Hause". ^n Dpch. Plötzlich sicht er auf, sieht wie mit er» x&rctiten Augen bie schwanen Mandmaucrn, den zerstreuten, ver dvrbenen Hausrat, schüttelt ganz langsam den Klopf . . . Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. Bin dem, fpreobten Opferstnn unserer Bürgerschaft ist nicht daran Au zweifln, daß ff« auch diesmal zeigen wird, wie sie Tre u e mit Treue zu vergelten versteht. ** Aus dem Stadttheaterbureau. Die drei neuen Uitfliter von ^.udwig Thoma, die am Dienstag zum ersten Male gegebrnt werden, chben am %L. Oktober b. M ihre Urauf- Münchener NesidrnÄKeater unter außerordentlichem Unfer e Michne ist Mo eine der allerersten, die dies wstktKn Werke ihrem PuÄiSum vermitE — Ta aM Samstag, m . ^roflherzogs Gdburtsürg eine Ausführung nrit einem Gast in der Titelrolle statt- srndet, fallt die Aufführung am Freitags den 24. November, aus wird ausnahmsweise am Domisrstag (23. November) qe- ^ Er wird an diesem Tage ein Gastspiel von pelz" stlMfindrn^^ Bulker in Gsrhart .H-auptmanns „Biber Kreis Lauterbach. ® r e ben ha i n, 18. Nvv. Die in Nr. 267 gebrachte Notiz muß heißen: Musketier Emil L e r cfi wird seit 3 Wochen in den Kampiert vor Verdun vermißt. Der Kompagniefeldwebel hat emer Familie milgeterlt, daß Lerch entweder in einem Lazarett ich befinde oder m französische Gefangenschaft geraten sei. x ® n 8 e tt a it, 18. Nov. Aus unserem Dorfe wurden in letzter Zeit ausgezeichnet: Wehrmann Friedrich Schwarz mtt dem Eisernen Kreuz, Geck. Wilh. Prächter, Res. Karl Bo Hs und Kanonier Hch. Hildebrand mit der Hess. Tapfer- kestsmedcnlle. Befördert wurden: der Sanitäts-Gefreite Karl Henning zum Unteroffizier und der Landsturmmann Johannes Schwarz II. zum Gefreiten. Wegen schwerer Verwundung wurden vom Heeresdienst entlassen: Musk.. Aug. D i e tz^ ?lrm- und Bauchschuß, Wehrmann Krcisstraßenwärter Johs. leiden ' llnd Wehrmann Karl Jost wegen Nerven- yn. ^ 6 1 d) -L° § 'm 1 ?* S 00 - Ueber das Schicksal des vor einigen Wochen vermiß en Re. Ernst Dahmer hat dessen Familie bis heute noch nichts erfahren können. Nov Auf dem Felde der Ehre flel vor llrrzem LehverKarl Meid, Vizefeldwebel d. N. im 155. Jnf.-Reg " mm ' " * M Aus Hessen. T«rmst«dt, 16. Nov. Der Erweikerte Finanzausschuß der Zweiten Kammer trat heute vormittag zu einer ge- Ensmnen Bc-ratung mit der Regierung zusammen, die durch die Herren Staarsnmrister Tr. v. Ewald, Minister des Innern v. Hombergk, Fmcmzminister Dr. Becker, Staatsräte Wil- nüsT'L' ^ Hölzinger, Mini- stmalrÄ Lchlrephake, Geh. Landeskulturrat Müller, Geh. ObermecnZinalrat Tr. Lorenz und Oberregierungsrot Dr JfrtretettJpar. Nach, Genehmigung des schritlichen Be- rutts über die Ausfchutzvcahairdlung in betreffs des Antrags Tr. Schmrtt wegen der Ausfuhr von Milch fand eine längere Verhandlung der Anträge Wolfs-Stadecken und Tr. Schmitt ü ^ x - Fle rschve rsorgung statt. Tie Beratirng darüber wurde ledoch i chlietzlrch brs Zur nächsten Sitzung vertagt^ weil die Regierung noch weitere Erhebungen anstellen will. Der Antrag Wolf-Stadecken das Wertgesetz betr., wurde für erledigt erklärt. Ter Antrag Cal- man, Schott und Stöpler, betr. Zuschüsse zur Jnvaliden- nnd Angehöriqenrente, in Verbindung mit dem Antrag Adelung, Erßnert und Genossen war bereits im Kamnver- plenum beraten, vor: dieser aber an den Ausschuß zurückgewiesen miten. Ter Ausschuß beschloß heute, auf seinem früheren Beschluß zu beharren und den Antrag Calman und Genossen in folgender vom Antragsteller abgeänderten Fasffmg wieder zur Annahme zu empfehlen: „Tie hessischen Lieferungsverbände und Gemeinden, die den Famrlren der rm Heere stehenden Mannschaften auf Grund der Rerchsgesetze vom 28. Febr. 1883 und 4. August 1914 nebst Abanderungsbesttmnrungen eine Mehrleistung über die der- znttge gesetzliche Mindestunterstützung gewähren, haben Anspruch auf staatlrchen Zuschuß. Der staatliche Zuschuß ist so zu bemessen, daß den Lieserungs- vervanden und Gemeinden aus Staatsmitteln die Hälfte der 2™ Ir 3 ani i ttr 1916 entstandenen, aus Reichs Mitteln nicht gedeckten Aufwendungen ersetzt wird. Ten Antrag Adelung und Genossen, wonach der Staat l u bec von den Kreisen und Gemeinden aufgebrachten Zusatzunber- stutzungen übernehmen sollte, wurde vom Ausschuß wieder als zu , wett gehend abgelehnt. — Tie Vorstellung Liedke, betr. die Krtegsprimaner, wurde in Hinsicht auf die Regierungserflürungeü r 5, entsprechend dem früheren Antrag des Äbg Münch dabtngehend angenommen, daß den Kriegsprima- n e r n das R e t f e z e u g n i s ohne die Reifeprüfung erteilt werden Beratungsgegenstände wurden für die in der nächsten Woche abzuhaltende Ausschußsitzung vertagt. gebürtig aus Stangenrod, zuletzt in Worms an einer Sckule tätig E^oergehend war er bei Kriegsausbruch auch Mitglied des Lchrerkollegntms mt der hiesigen höheren Bürgerschnle und ivurde a }i A ^urerordmtlich befähigter und strebsamer Mitarbeiter hoch- geßchgtzt. So Mt denn auch sein Heldentod in den Kreisen derer .herzliche Teilnahme hervor gerufen. Sein Gedächtnis bleckt hrer in höhen Ehren. Starkenburg und Nheinhessen. ob. Aus Rhein Hessen, 18. Nov. Tie Neben sind soweit ganz gut ansgereift. Das Most- und Weingeschgft zeigte nn äußerst reges Leben bet überaus hohen Preisen. Solche Preise smv iw vergangenen Jahre bei weitem nicht bezahlt worden, obwohl der 1915er dem 19!6cr an Gute denn doch überlegen war. Ihrigen Herbupreise Übertreffen die des verLangenen ?aiß CC§ u l n er ^ et) ] l( j ut)er das doppelte. Jnr übrigen dürste der I916ec beßer ansfallen als sein Ruf. Bezahlt wurden in letzter Zeit für das Stuck 1916er 2000 — 2200 Mk. und mehr und weitere [ lnb „J* u erwarten, während für das Stück 1915er 2700 Mk. und darüber angelegt wurdsn. Hessen-Nassau. 17. Nov. In der gestrigen Stadtverord netensitzung ist oer Magistratsanttag. bei der Hanauer Straßenbahn deren Aktien fast sämtlich im Besitze der Stadt zu verkürzen, di« Preis« für Monatsk arten hrnausznlctzm und im übrigen den Fünizcln- Psenmg-Errrheitstarrs emMfjchren, abgelehnt moü»n. — Um fest»ustelleu, wie miÄvärtige Städte sich zu der Frage der Tarii- «hohmig verhalten, hatte der Magistrat an die Städte mit einer seelmzo^ bis zu .i0 000 diesbezügliche Mfrageu gerichtet. Tiefe ^Anfrage^ hat ergeben, daß ein« Erhöhung stattgefundm hat. m Eberswalde seit 1. Juli 1916 itt unerheb- R? ®»J>en f«t 1905 traf 15 tzfg., in Jüterbog seit 1909 auf 15 Pfg., tn Memel feit 1. Juli 1916 auf 15 PW in Psa-zin Schandau seit FrMahr 1916^ 'auf J Münster r. W. vom 1. Seht. 1916 ab. Äußerdem sind Erhöhungen vorgesehen in Baden-Baden auf 15 Psg., m Bingen steigende Tarife, rn Hörde eine Erhöhung durch Berkürz-nnq der Stücken m Jena auf 15 Pfg., in Meißen aus 15 Psg., in Nenn- krchen singende Tarife, in Neustadt a. H. eine Erhöhung durch Verkürzung d^r-trecken, rn Wrchelmshaven arrf 20 Pfg. in den ^°^L?"^Ä?^ltnndeir. in Mors auf 15 Pfg., in Waldenburg m Schlesien Erhöhung jm 100 Prozent während der Nacht, in Schwetzingen erne Erhöhim» für Abonnenten. spiel von Carl William B ü l I e r: „Ter Biberpelz.» End« io* Uhr öamStag, den SS. November, abends Uhr (außer Abonnemcn! Labe» keine Gültigkeit,, bei gewöhnt. Preisen (ermäßigt,! kxest-Vorstellung zur Feier des GebuttstageS des Großherzogs. (Ter Reinertrag wird derLriegSfürsorge überwiesen.) Ouvertüre. Hieralrf' ..Iphigenie a», Tauris.- Ende 3'/. Uhr. - Sonntag, den 28. Nov. (Totenfest) keme Vorstellung. Zpielplan -er vereinigten Zrankfutter Stadttheater. Opernhaus. - . den 19. November, nachmittags 3 1 /, Uhr: .Das Dreimaderlhaus." Abends 7 Uhr: „Violanta.- Hierauf: ",Der " Montag, den 20. November, geschloffen. Z/enstag, den 21. November, abends 7 Uhr: „Die Hugenotten.- b J; n 22 i '^ember, geschlossen (Bußtag). Donnerstag, rfrlitnn 7 !l U ^ r Widerspenstigen Zähmung.- öiettag, den 24. November, abends 6^ Uhr: Einmaliges Gastspiel der .yc. u. K. Kamniersängerin Frau Marie Jeritza vom K. u. K. Hofoperntheater in Wien: .Lohengrm." Samstag, den 25. Novbr., V;? fr Rosenkavalier/' Sonntag, den 26. Nov., nachmittags 3/, Uhr: „Marthack Abends 7 Uhr: „Violettack Akontag, den 27. November, abends 7 Uhr: ^Die Kaiserinck Schauspielhaus. Sonntag, den 19. November, nachmittags 8 Uhr: Dr Klau« " ^ r DCU sl Vh l nr C ' '^«»^nkfurtck Montag, den 20. November, St be a? § 7 "König Richard der Dritte." Dienstaa, den 21. Noveinber, abends 7'/, Uhr: „Viel Lärm um Nichtsck 'Mitt- woch, den 22 . November, geschloffen (Bußtag.) Donnerstag, d/n -3. November, abends 7/, Uhr: „Die Schöne vom Strande" Freitag, den 24. November, abends 7'/, Uhr: „Der Revilnr" Samstag den 25. November^ abends 7 1 /, Uhr: „König Richard der Dritte. Sonntag, den 26. November, nachmittags 3 Uhr: „Glalib- und Hei.natck Abends 6ff Uhr: „Peer Gynt." Montag, den 27. 9covember, abends 7 1 /, Uhr: „Die Wildenteck ^ Börsen-Wochenbericht. SiaOt nnb Lcrnd. Gießen, 18. November 1916 . Weihnachtsspende 1916 . Zum drittenmal werden die meisten unserer tapferen Kämpfer draußen vor dem Fetnde das W ei hu achtsfest dieses der Fannlie,und der Liebe, fern von der Heunpt urck'den Jhrimn ^dank en zu ihren Lieben m der Heimat wandern werden, . so werden umgekehrt wir m der Heimat mit besonderem Dank und beionde^ ^nnig unierer tapferen Truphen gedenken, die es uns ermöcflicht haben, ztmt drittettmal Wechnachten sicher und geschützt var dem Feinde zu feiern. Darum wollen wir, wie das im uS und vorletzlen Jahre auch der Fall war, die Weihnachtszeit niM vorübergehen lasten, ohne Zeichen der Liebe und des Tarcke^ den tapferen Verteidigern von Vaterland und Heimat hmauszusenden. Zwar sind die Zeiten schwer und hart, und manches macht das )ut/ Un J n ^i 0f I bisher so glänzend beivährt Haff nicht leicht, aber wenn unsere Gaben diesmal auch bescheidener sind so sollen ffe doch mchl ivenrger herzlich sein. Das Rote Kreuz ^rgen rmit seiner Mtte sich an die Bevölkerung -n unserer Stabk versäumen möckfte, zur Werhnachtsfpende sur unsere Truppen im Felde sein Scherflein betzutragen. In mmtntgfacher Weise ist Gelegenheit geboten, an der guten Lache mitziuhelfen, ditrch den K a u f der netten S ch l e i f - x* nnd Fähnchen der Künstler-Weihna chtskarte ober ( 011 ^ .des ,o praktischen, ans den Straßen feilgevotenen ^/m^//^Erzeugs sonne des hübschen Cbristbaum- lüJL c ' 7 .Wo immer bie üeinen Hände die Büchsen Hinhalten m^Sn 06 ^ Een Teilen der Bevölkerung mif einen Beitrag Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 19. November, 2 2. nacb Trinitatirr G o t t e s d i e n st. In der Stadttirche Vorm. 9ff, Uhr: Pfarrei Vorm. 11 Uhr: Kmderkirche für die Matthäusgemeinde ? r. Abends 5 Uhr: Pfarrer S ch w a b e. Abends .^rsammlung der konfirmierten männlichen Jugend der Matthausgememde. - Montag, den 20. Nov., abends 8 Uhr' des Frauenvereins der Matthäusgemeinde. - Dtenstag, den 2 t. Nov., abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Niarkusgemeinde. - Mittwoch den m‘arn 0 '' ^br: Kriegsbetstnnde. Pfarrassistent H o f s - Samstag, den 25. Nov., vorm. 10 Uhr: Festgottesdienst Schwa^"^^Ses Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs. In der Iohaimeskirche. Vorm. 9% Uhr: Pfarrassistent Hoffmann Vorni. 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukas. gemeinde. Pfarrer B e ch t o l s h e i m e r. Abends 5 Uhr: Pfarrer s .I e . 1 b- Abends 8 Uhr im Johannessaale: Versammlung und Blbelbesprechung. Im Konfirmandensaale (Liebigstraße 56): Nachmittags 2 Uhr : Taubstummen-Gottesdienst. Pfarrer B e ch't o l s - b^l m er. — Am nächsten Sonntag, den 26. November wird nach d^^in.oE^biensten eine Kollekte zugunsten der Nationa'lstisllmg fick die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen erhoben. Sonntag, den 19. Nov,. vorm. 10 Uhr. (Heil Abendinahl für die inngen Leute von Mainzlar.) Pfarrer Sl u s- s° l d .G,-ben - Danbringeu. Mtttw°ch,d-n 22. Nvv., abends 8 Uhr. Knegsbetstunde. Dekan Guß mann. r* .. ^ katholische Gemeinde. !cn ^ ^ eS dien st. Samstag, den 18. November- Nachm. 5 Uhr rmd abends 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. S o n n t a g, 19. N o v e m b e r, 23. S o n n t a g nach Pfingsten Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Vorm. 7 Uhr^ Heil. Messe. Vorm. 8 Uhr: Austeilung der heil. Kommurngn , Ubr: Hochamt mit Predigt. Vor,n. 11 Uhr: Heil. Rckffe mit predigt. Nachm 5 /, Uhr : Christenlehre; darauf sakramentalische rviMlm, iw eUfumtmtUKtttim. Dtrektion: Hermann Steingoetter. Sonntag, den 19. November, nachmittags 3 1 /, Ubr bei Nnlks- pretsen: Volks- und Schüler-Vorstellung: „Älaria Stuart" Ende gegen 6'/, Uhr. Abends 7V, Uhr, bei kleinen Prii en: Wo die nach 10 Uhr. Dienstag, den 21. Nov fjbeitbä 8 Uhr, bei gewöhnlichen Preisen (ermäßigt) 6 Dienstag' AbonnementS-Vorstellung: Ludwig Thoma-Abend: Brmstschau " 0 dauernschwank in 1 Akt vor Ludw. Tho.na Hckra f- '^lchtersEhrenta^ck (Neuheit!) Lustspiel in 1 Akt von Liidw. Thonm i „Die kleinen Verwandten." (Neuheit!) Lustspiel in 1 Aufzug von Lndw. Thoma. Ende gegen 10'/, Uhr. Mittwoch bst« 22 . November, abends 7 Uhr (außer Abpinlement) b^i ae- LÄttlichen Preiftit (ermäßigt): „Unter der blühenden'- Lindeck 9 <4 Uhr Donnerstag, den 23. Nov., abends 8 Mr (außer onnement), bei gewohnt. Preisen (ermäßigt): Einmaliges Gast, . Frankfurt«. M., 17. Nvv. der Börse setzten sich in dieser Woche ^.^^^^sverkaufe mtt geringen Unterbrechungen weiter fort; blt geschäftliche Zurückhalluug einen so hohen, ^'nennenswerte Umsätze nur in wenigen Papieren Mrlttarische rmd pakitts-che Mekdichgen Weben ganz ohne Einfluß, ebensowemg vermochten die zahlreichen Anregungen, i>te m wtrtschaftlicher Beziehung Vorlagen Bütte ^ ie ^’ lLr ^ E^zuüben, da sich di« Bor,e au solchen Nachrichten schon gervöhnt hat und es höchstens uffUebsam vermerken wurde, wenn sie einmal ausblieben. In dieser Hinsicht sn an dte neuen, Preiserhöhungen erinnert, wie sie voft dei. JnlandÄkvnvwtwn sur Grobbleche, von der schlesischen Ver- raufsverernigwng der Zinkblechhändler, der Gas- und Si^eröhren- und von ^ H^uddtsschvmckeu-Verevligung gemeldet wurden. iame F t wehrfache TividendenerHöhungen von Branereigesclt- Äustri^Ges^l^ ^ dlchchlüsse einer Reih^vow ^Warten, Spekulation indessen auf alle Meldungen nicht sonderlich reagierte, so ist das dem Uui- l^h'.uun iiach den starken Knrssteige- riingen der letzten Wochen doch eine gewisse Er- mudung erkennbar macht. Tie neuen Käufer schichten fnck bet dem ständig erhöhten Knrsniveau allmählich spärlicher m Zurückhaltung durch r lll ? 9cn S? rftarFt ' wonach bei einem wetteren Fortgang der pekulattven Belegungen auf die vor einiger Zeit erlassenen Bö- strmmnngen des Börfenvorstandes gegen spekulative Ausschveitungen hingewiesen werchm soll. Am Markte der R ü stu ngs werte insbesondere noch durch fott- Besteuerungsfragen beeinflußt. Rhein- ouf Gerichte über eine große Kapitalserhö- Prozent Dividende sprunghcht gesteigert wurden b™ m nan^ V '(vit-™ unverbürgt bezeichnet wurden! den ganzen Gmnnn wieder hergegeben. Auch Deutsche Waffen Dynamit und Köln Rottweiler Pulver, für welche sich ebenfalls mei ^ ^tte, haben ihre .Ans-, P^ebstßt. Ebenso erging es Hirsch Kupfer und Auckwerten Elekttowerte blieben bei stillem Geschäft ziemlich behaupte^ Dagegen schwächten sich chemische Werte, namens ^^s.sheun-er etwas ab. Rückgängig waren auch Deutsche Erdöl- Montanpaprere stellten sich ebenfalls meist sntedrtger. Banken und Schiffahrtsaktien Miefcen S iDeutsche Anleihen lagen fest. Bon fremdes N^tsanlerhen l^ren Japaner Chmeserc und Argentinier gefragt und hoher. Geld war leicht. Priv.-Disft,nt 4^18. ^ m Märkte. Gtetzen, 18. Nov. Marktbericht. Auf dem beutiaen Wochenmarkt kostete: Butter das Pfund 0,00—0,00 Mk.: Hübner- eter das ! 00 Wg.; Käse 0 Pfg., Käsematte 3 Psg. 'das Stück ^ ?Euck 0,00--6.00 Mk., Hahnen das Stück 0,00—0,00 Mk. Ä'W JiO-O 00 Mk., Kuhfleisch 2,10-0,00 Mk. das ^und, Rlndflersch das Pfund 2,10-0,00 Mk., Schweinefleisch das Pfund 1,80-0,00 Mk., Kalbfleisch das Pfund 2,00 - 0,00 Mk, Hammelfleisch das Pfund 2,20-0,00 Mk.: Kartoffeln 50 Kilo 0 Mk'. Zwiebeln das Pfund 15-00 Pfg.; Milch das ^iter 20—25 Pfg. d. Pfd.; Spinat 25-00 Pfq.'das Pmnd, Weißkraut das Stück 15-30 Pfg., Rotkraut 15-40 Pfa R^^OPfg das Stück, Kohlraben 10-25 Pfennig das bis 12 ?uben 2-00 Pfennig das Pfund; Gelbe Rüben 10 bts 12 Pfg das Pfund, Endivien 10-15 Pfg.; Sellerie w -25 Wund ^20^22 r 20-70 raieläpikl da; Pfund 20 — 22 Pfg Wirtschastsapiel 00-00 Pfg. das Pfund- Birnen das Pfund 18—25 Pfg. — Marktzeit von 8 bis 2 Nhr^ w ^ ' 2 Cins-Gcldl»ttcri° finbet mn l°„n^ ^word^ ftn.t. Jeder beeile n« em feg bon> Mefet .*onceS?elÄcWtt« und in den bekannt! zu erwerben. Lose zu i,- rorr. oas sind in beit fipfnnm awstxttastrear GewtnH-Ausrng 4 er 8. Preasslsch-Süddeatschen (234. Königlich Prenss.) Klassen-Lotterte b. Klasne. 10. ZlebungSteg. 17. November 191* Auf Jod® wlnne >a® «jtycv^ue Kammer sind in«! gleich hohe «io. R^Slen, und »WAr U olnor »nk dl® l^eo or ,Nw*Stmor ln den holden AbteUnngen I and U (Oh do Gew Ahr.) (Nachdruck verboten«) Io der Vormittagsziehung wurden Gewinne Uber 210 Mark gezogen. 4 Gewinne zu 10 000 M 222727 223279 12 Gewinne zu 6000 M 10870 104087 157889 181097 217642 222043 74 Gewinne zu 3000 M 9429 12209 14234 39376 51667 66240 62813 66440 72956 82090 89930 92198 93502 101515 110J40 111397 117360 126561 129786 134246 138007 137743 146790 164039 168181 161082 179294 190272 197209 298930 207612 216137 216249 226349 228367 231115 231485 162 Gewinne zu 1000 M 2838 6166 9956 13236 16816 18790 28600 30279 30367 34638 34826 42811 43126 43358 46669 66527 57692 59431 60133 60785 63456 64256 68970 69016 74459 77390 79108 81827 83077 83767 84325 86234 89338 93238 96571 99115 105408 106644 111541 112009 113609 114197 114517 126963 127247 133077 136790 142681 144968 148489 160491 160865 159846 166026 168730 167733 169529 1754S1 179774 181203 181451 182399 184009 191066 195883 200829 201666 202816 207907 208461 211048 218422 219769 226506 227243 232369. 218 Gewinne zu 600 M 1299 3976 5601 6241 10037 12537 13216 15204 17094 17146 17187 17438 19509 20780 2588$ 27662 29930 31609 38400 39414 42746 45260 40566 4S724 47480 49532 67162 61690 62242 64157 64473 67365 67620 69607 70844 74037 74665 78228 78932 83120 84691 93780 95795 97100 98944 101238 101639 105062 105104 110677 111930 117137 119735 121399 121705 124052 130990 132827 134167 135218 12LLS9 136271 136770 139829 140049 141069 142207 145023 146620 147130 147914 148236 148557 149874 150224 161193 153023 153642 159012 159698 131366 164279 168194 173207 173244 182179 184516 188186 189943 192445 192813 192793 195423 197375 201450 203081 204445 208633 210980 211210 215404 217274 219720 222343 222407 222578 226413 231177 233966 In der NsLhmiUagszieln'.ng wurden Gewinne Uber 240 Mark gezogen. 2 Gewinne zu 40 000 M 228237 2 Gew inne zu 30 000 M 36697 2 Gewinne zu 15 000 M 166040 2 Gewinne zu 6000 M 33335 82 Gewinne zu 3000 M 3933 14290 26403 20224 -ES S7140 46979 48T30 54762 67742 69614 83843 W063 92002 92S&2 93860 96988 97842 115008 118975 134905 13£49J ie26C2 134972 140131 141424 154594 170447 171240 174175 177920 184744 185018 186213 1936t*) 197374 207784 210760 215053 219743 230572 168 Gewinne zu 1000 M 351 1169 2534 4367 6687 7543 11884 14825 10838 20393 21494 23991 26969 27748 29206 30123 32875 33685 34280 36579 37999 38932 42118 42371 47823 49524 60864 60918 61108 61291 54902 68681 62501 71117 72897 78399 78885 84217 87088 91062 99478 101551 101759 104417 107047 107380 107593 116000 117070 118868 119913 126542 132838 135849 186164 138517 141036 143432 1479-40 149003 151727 156242 166912 159186 164756 187161 170857 170940 171619 178433 189717 196668 197103 200290 202352 205855 208516 222706 223500 224482 228966 229519 231193 238681 206 Gewinne zn 500 M 7155 14917 16997 17639 18514 18916 23329 282Ö0 29438 29483 37328 38655 39229 30621 43887 46323 60937 65353 61860 62057 62866 69348 70340 70499 71079 71389 76247 80333 31903 84872 87103 88410 90896 94346 98092 99878 101299 100259 110344 110854 110960 116060 118546 118740 119465 119825 120699 121347 122273 127483 130206 132985 133760 £34737 135774 137176 137671 136213 -140474 141664 146156 145492 147006 150484 152140 16428« 154709 157644 156203 163424 16353« 107341 188902 169661 170308 176601 133305 183920 186379 186909 187893 18840.1 191684 195605 195915 197148 198334 200012 201426 205584 206180 206681 207654 206617 208676 210287 21807» 216117 218872 218679 226365 281733 232770 Wohnungsbau Marburgerstr. 29. 013349 oiasjij xi, Hans.-Wofcnisag zu oermieten. 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