Wt.2T\ Zweites Blatt M. Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Beilagen: „Gietzener Zamilienblätter" und „Kreisblatt für den Ureis Sietzen". Postscheckkonto: Zrankfnrt am Main Nr. U686. vankoerkehr: Sewerbebank Gießen. General-Anzeiger für Gberhefjen ■MB Zreitag. \T. November W6 . Zwillingsrunddruck und Verlag: r Brühl'fcheUniversitäts-Bttch-u.Stsindruckerei. R. Lang e, Gießen. Lchristleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstraßc?. Geschäftsstelleu.Verlag: Schriftleitung: 112. Anschrift für TrahtiachrlchtenrAnzeigerGteßcn. A«s Hessen. rb. Darmstadt, 15. Nov. Ter ErsteundZweite Au s- schNß der Ersten Kammer traten heute zir längeren Beratungen mit Großh. Regierung zusammen, die drcrch die drer Minister und mehrere Kommissarien vertreten war, um die von der Zweiten Kammer erledigten Vorlagen, Anträge usw. für die Beratung im Plenum fertigzustellen. Der Erste (Finanz--) Ausschuß trat im allgemeinen den Beschlüssen der Zweiten Kammer bei, so in betreff der Staatseinnahmen und -ausgaben Ur das Etatjahr 1912 und der 'Anträge Calman über Kriegscrn ährungsftagen, sonne Ergänzung bet Verordnung, betr, Geschäftsaufsicht über die Abwendung des Konkursverfahrens. Der Zweite (Gesetzgebtungs-) Ausschuß beschäftigte sich mit der Regierungsvorlage über den Entwurf eines Gesetzes, betr. die Berufungen und Wahlen, zum 37. Landtag, und stimmte dem Gesetzentwurf nach dem Beschluß der Zweiten KamMer zu, desgleichen dem Gesetzentwurf, betr. die Belastung von Grundstücken mit vererblichen und veräußerlichen Ab banrechten. Die Nachmittags- frtzung des Ausschusses dehnte sich bis abends 7 Uhr aus. Die Erste Kammer tritt voraussichtlich noch Ende November Zur Abhaltung ihrer Pleuarbecatung zusammen. rb. Darm stad t, 15. Nov. Teck Finanzausschuß der Zweiten Kammer trat heute nach mehrwöchiger Pause wieder zur Erledigung verschiedener Beratungsgegenstände zu einer Sitzung zusammen, der als Regierungs Vertreter die Herren Staatsminister Dr. V. Ewald, Minister des Jrrnern v. Hvmbergk, Finanzminister Dr. Becker, Staatsrat Hölzinger uw> Ministerialräte Schliephake und Hellwig beiwohnten. Nachdem der Ausschuß die Rechnungsvorlage von Einnahmen und Ausgaben der Landes-Kreditkasse für das Rechnungsjahr 1913 genehmigt hatte, erfolgte eine Längere Erörterung über die Regierungsvorlage, die Abänderung! der Hundesteuer betteffend. In der Vorlage wurde bekanntlich beantragt, die Hundesteuer, in Gemeinden Mit mehr als 3000 Einwohnern um 10 Mk.. also auf 20 Mk. tzu erhöhen, in Gemeinden mit weniger als 3000 Einwohnern dagegen den Satz von 10 Mk. zu belassen. Der Ausschuß beschloß Mit Stimmenmehrheit, einen einheitlichen Satz von 2 0 Mk. für Stadt und Land festzusetzen. Ausgenommen von der Besteuerung sollen sein: die Tiere von Hundezüchtern, die zu wissenschaftlichen Zwecken dienenden Hunde und die Sani- täts- und Polizeihunde. Die Regierungsvorlagen, betreffend die Beteiligung des hessischen Staates an der Landwirtschaftlichen Betriebsstelle für 'Kriegswirtschaft, an der Rei chs-Gersten-Gesellschaft, der Reichsftelle für Speisefette und an der Reichs-Getreide- stelle wurden vom Ausschuß genehmigt. Eine Vorstellung des Vorstandes des Kaninchen-Zuchttiereins „Einigkeit" zu Raunheiin um Unterstützung für seine Preisverteilung lvurde abgelehnt, eine Vorstellung des Rechnungsrats Schömer uw Umwandlung seiner Stelle in eine gehobene wurde im Sinne des Regierungsbescheides für erledigt erklärt. Am morgigen Donnerstag wird der Erweiterte Finanzausschuß (Kriegsausschuß) zu einer Beratung zusammentreten. preußisches Abgeordnetenhaus. 38. Sitzung, Donnerstag, den 16. November, Präsident Gras v. Schwerin eröffnst die Sitzung 2 Uhr 15 Minuten mit einer vaterländischest Anfprache, in der er u. a. sagte: Unter Anspannung ungeheuerlicher, immer erneuter Kräfte und militärischer Mttek haben unsere Feinde unsere Front im Osten und Westen und Süden zu durchbrechen versucht. Aber alle diese Anläufe sind an der beispiellos heldenmütiges Tapferkeit unserer herrlichen Truppen gescheitert, und fte werden auch weiter scheitern. (Lebhafter Beifall.) Bombenfest, wie Hrndenburg sagt, steht auch heute noch unsere Front im Westen wie im Osten, und bombenfest wird sie stehen bleiben mögen unsere Feinde dieses nutzlose Blutvergießen fortsetzen, solange sie wollen. Wenn in dein letztvergangenen Jahre durch eine besonders ungünstige Ernte unsere Vorrats versorgun g bedroht schien, so ist jedenfalls in diesem Jahre durch euren beispiellosen Rückgang der ganzen Getreideweltproduktion die Vorratsversorgung unserer Feinde wesentlich stärker bedroht als die unsrige. (Lebhafte Zustimmung.) Fehlen doch heute, selbst nach englischen Berichten, an der Vorratsversorgung der Ententeinächte nrindestens ein Drittel der dazu erforderlichen Mengen BrotftUcht, und auch die übrigen zwei Drittä hereinzubringen, wird hoffentlich der Entente durch nnsercU-Boote vccht sauer gemacht nuerden. (Lebhafter Beifall) So meine Herren, haben Nur nicht die allermindeste Veranlassung, Ms in der unerschütterlichen Zuversicht aus unseren endgültigen vollen Sieg wanken machen zu lassen. Ich hoffe, daß auch die Verhandlungen des Abgeordnetenhauses wieder ganz und gar getragen sein werden von dieser festen Zuversicht uud von dem unerschütterlichen Siegeswillen, welcher Gott lob noch heute wie am ersten Kriegslage unser ganzes Volk beseelt.. (Lebhafter Beifall) Auf der Tagesordnung stand als einziger Gegenstand die Vorlage über die Gewährung einer Entschädigung an die Mitglieder des Abgeordnetenhauses. Die Regelung erfolgt ähnlich wie im Reichs t age. Teu ?lbgeordneten wird eine feste Jahressumme von 3000 Mark und freie Fahrt während der ganzen Sitzungzeit gewährt. Die Vorlage geht an einen Ausschuß von 2 8 Mitgliedern. Nächste Sitzung: Freitag 3 Uhr: Verordnungen und Anttäge, darunter ein Antrag über die Teuerungszulagen für Beantte usw. Schluß 23/4 Uhr. rmegsbrr'efe aus dem Osten. Telegramm unseres zum Ostheer entsandten Kriegsberichterstatters. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Siegreiche Kämpfe an der Narajowka. Am Dnjestr, 15. Nov. 1916. .In der Nacht vom 14. zum 15. November haben die Russen mit stärkeren Kräften wiederum versucht, das am 10. November verlorene letzte Stück ihrer Stellung auf den Höhen südwestlich Fotw. Kva.su ole sie wiederzugewinncn. Ohne Artillerievorbereitung arbeiteten sie sich in. der Nacht plötzlich vor; dichtes Schneetreiben begünstigte ihren Ueberfüll. Sie gelangten in die deutsche Stellung nach erbittertem Nahkamps hinein. Die russische Artillerie hatte vom Augenblick des Nahkampfes an starkes Sperrfeuer hinter das Grabenstück gelegt, um unsere Reserven am Eingreifen zu verhindern. Trotzdem warf ein schneidig durchgeführter Gegenstoß die Eingedrungenen schon um 3 Uhr nachts ans der Höhenstellung hinaus, wobei die Russen im wütenden Handgranatenkampf sehr schwere Verluste erlitten. Zwei Offiziere, über 50 Mann von drei verschiedenen Regimentern wurden gefangen genommen. Die Stellung war wiederum restlos in deutscher Hand. __ Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. In hindenburgs Brief an -en Reichskanzler standen außer den mitgeteilben Stellen noch folgende Schlußsätze: Ich habe den Eindruck, daß der beste Mille und die Tatkraft Unserer in ihrer Tüchtigkeit und Lauterkeit' unübertroffenen Beamtenwelt mürbe wird durch das Bestreben, in langwierigen Beratungen den Bedenken aller Art möglichst gerecht zu werden. Unent- chlossenheit ist oie Folge. Eure Exzellenz wollen die darin liegende Gefahr nicht verkennen. Das Volk will starke, entschlnßkr ästige Beamte sehen, dann wird es auch selbst stark sein und mancher Unbequemen Maßnahme willig sich beugen. Die „Franks. Zta", der wir den Wortlaut des Briefes entnommen hatten, hatte diese Schlußstellen aus Versehen we-ggelassen. Unsere Abfallverwertung und ihre Organisation. In dieser hochernsten Zeit, wo zur Rettting des Vaterlandes alle Kräfte aufs höchste angespannt werden müssen, ist cs auch unsere Pflicht, so sparsam als nröglich zu wirtschaften und nichts verloren gehen zu lassen, was noch irgendwie verwertbar ist. Es handelt sich also darum, aus unseren häuslichen Abfällen alles herauszuholen, was sich verwenden läßt, Ivenn es in Massen zusammen gebracht wird, und die Erfahrung hat gelehrt, daß hierbei ganz riesige Werte wiedergewonnen werden können, wenn die Sache richtig angefaßt wird. Nehmen wir als Beispiel die Konservenbüchse. Einzeln ist sie ganz wertlos, auch mehrere Hunderte, ja mehrere tausend Stück haben noch kaum einen Wert, man muß schon 5000 Kilogramm d. h. mehr als 100 000 Stück beisammen haben, wenn sie der Neusabrikation mit Vorteilzugesührt werden sollen. Diese Blechgefäße aller Art werden gesammelt, uw! das in winzigen Menge daran haftende Zinn wiederzugewinnen, denn Zinn ist heute für uns kostbarer den je zuvor, Md es inüssen daher auch alle stark zinnhaltigen Körper, wie Stanniol, Tuben, Kapseln, Silberpapier nsw., sorgfältig gesammelt werden. Von den Blechbüchsen nnrd das Zinn in großen Oefen mittelst glühendheißem Ehlorgas abgetrieben und als Chlorzinn wiedergewonnen, während das entzinnte Eisenblech wieder zu Eisen geschmolzen lvird. Es geht also nichts davon verloren, und doch kann die EntzinnuNgs-Anstalt nur 4 Mark für 100 Kilogramm Blechbüchsen zahlen, wenn niindestens 5000 Kilogramm am Güterbahnhof zusammen sind. Neben dieser Geringwertigkeit haben sie noch! die unangenehme Eigenschaft, außerordentlich viel .Raum zu beanspruchen. Man kann sie daher nicht verpacken und auck;, Nicht als Stückgut versenden. Ter bloße Verschleiß eines alten Sackes ist sck-on wertvoller als der Inhalt an Blechbüchsen; Kisten lohnen noch weniger, und Fuhrwerk würde natürlich viel zu teuer stehen. Es muß also dafür gesorgt werden, daß für yt euren gewissen Bezirk eine Lagerstelle direkt an einem Bahngleise vorhanden ist, welcher die aus dem Land gesammelter Büchsen durch Gelegenheitsfuhren umsonst zugeführt und hier in Waggons gestampft werden. Soweit sich Stückgut- sendungen nach den Lagern hin nicht vermeiden lassen, empfiehlt es sich, die Büchsen mittelst eines schweren Stößers platt zu schlagen: außerdern ist aus ein Entgegenkommen der Eisenbahn hinsichtlich Fracht und Verpackung zu rechnen. In den großen Städten ist die Verwertung natürlich! einfacher, weil dort große Masserr zusammen kommen, doch heißt es auch .hier rationell handeln, wenn etloas dabei herauskommen soll. Zum häuslicher! Abfall gehören auch die Obstkerne, deren Sammlung zur Gewinnung von wertvollen Speiseöl und Fett für die Seifenbereitung geschieht. Auch hier ist der Wert so gering, daß sich z. B. die Verarbeitung von Pffrsrfch- und Aprikosenkernen schon nicht mehr lohnt. Tenn sie enthalten 94 Prozent Stein und 6 Prozent Mandel und 1 Zentner Kerne gibt darum luxfc nicht 1 Pfund Oel, weshalb sich weder Fracht noch Arbeitslohn bezahlt machen. Günstiger liegen die Verhältnisse bei den ZWetschen und noch mehr bei Kirschen. Wenngleich auch hier nur wenige Prozente Oel zu gewinnen sind, so verspricht doch der Erfolg in diesen! Jahre durch fleißiges Sammeln und ZusaMmenbringen großer Massen, im Verein mit den wert mehr lohnenderen Wildfrüchten, insbesondere Bucheckern, ein weithin fühlbarer zn werden. Wenn man aber große Massen ohne erhebliche Kosten sammeln und verwerten will, so gehört dazu in erster Linie eine gute Organisation. Diese hatte im Großherzogtum Hessen der Alrce- Frauenverein durch seinen kriegswirtschaftlichen Ausschuß im Einvernehmen mit deM .Großh. Ministerium des Innern und dem Landesverein vom Roten Kreuz und mit Unterstützung der Kreisämter geschaffen. In fast jeder noch so kleinen Gemeinde Hessens wird von den Lehrern mit Hilfe der Schüler gesammelt und das Material in die Sammelstelle der größeren Gemeinden gebracht, welche hinsichtlich der Verwertung .des Gesammelten, durch die Leiter der Kreis-Sammelstellen angelertet und unterstützt werden, während diese vom Geschäftsführer des kriegswirtschaftlichen Ausschusses Anweisungen und Auskünfte erhalten. Wünschenswert wäre nur Lürtische Ariegsfahrten eines schwedischen Dichters. Graf Birger Mörner, als Persönlichkeit wie als Dichter eine der charaktervollsten Erscheinungen im modernen schwedischen Leben, zugleich ein vielerfahrener Weltwanderer, hat zur Kriegszeit erne Fahrt -zu den Türken gemacht. Das sind alte Freunde von ihm Denn Gras Mörner hat im Orient viel Gelegenheit gehabt, das Volk Mohcmrmeds kennen zu lernen und er hat auf Grund seiner Studien eine ausrrckstige Neigung für die Osmanen gefaßt. Jetzt wollte er sie aüch in der großen Krise und dem Aufschwünge des Weltkrieges sehen, und was er da erfahren und erlebt hat, das hat er, ein Dichter, ein Reisender und ein Weltmann zugleich, dazu auch ein Stück Soldat, in einem seinen kleinen Büchlein beschrieben, das unter dem Titel „Beim Volke des Propheten", von Pauline Klaiber übersetzt, denrnächst bei Georg Müller in München erscheinen soll. An dem türkischen Soldaten, den Mörner zu Wasser wie zu Lande im Kampfe gesehen, konnte er seine Helle Freude haben: o piese türkischen Soldaten, diese schweigenden, geduldigen, anspruchslosen Menschen! Gelassen schreiten sie zum Angriffe, als gälte es nur, ihre weidenden Esel zu suchen — so kennzeichnet er sie, und der Feldmarschall hat ihm einmal erzählt, der türkische Soldat verstände keinen Spaß: „Ob tot oder lebendig immer chehiMen sie sich> von ihrem Opfer'eine bestimmte Trophäe mü Wie sich die Indianer mit dem Skalp des besiegten Feindes schmücken und die Schwarzen der Salomoninsel den Unterkiefer des Getöteten aufbewahren urrd die Papans den ganzen Kops der Erschlagenen so bemächtigen sich die türkischen Soldaten des Schuhwerkes ihrer Feinde. Me oft erblickt man an der Front einen türkischen Soldaten in englischen Stiefeln, die vielleicht aus Bond Street in London oder Bitt Street in Sidney stammen. Ern türkischer Offizier erzählte mir einmal, ein Unteroffizier seiner Kompagnie sei zu ihnr gekommen, um zu erwirken, daß in der Nacht ein Sttirm- angriff gemacht werde. Wozu? fragte der Offizier. — Es wird Winter und uns frieren die Füße, antwortete der Sergeant!" Seck Mörner die Türken zuletzt geseoen hatte, hatte sich vieles geändert. Der „kranke Mann" war kerngesund und stand Mrs der Halbinsel Gallipoli, die für die englischen Angreifer eine wahre Hölle wurde, und Liuran-Sanders, der deutsch-türkische Feldmarschall, befehligte das unüberwindliche Türkenheer. Graf Monrer hatte Gelegenheft, ihn in' seinem Hauptquartier zu besuchen. Es war eure geheinmrsvolle, namenlose Hauptstadt, eine unterirdische Residenz, die über 1000 Personen und nrehrere hundert Pferde barg und doch niemals von ftgend einem feindlichen FIreger entdeckt wurde, so oft sie auch darlrber kreisten. Des Feld- marichalts Wohnung, bestehend ans zwei Zimmern, deren Decke in gleicher Höhe mft dem Erdboden war, und der Erdboden selbst war mit Zwergen und Rasen dicht bedeckt. Den Feldnrarschall ^.iman von Sanders beschreibt der Schwede als einen Mann 50 und 60, jugendlich, spannkräfttg, einen unerhört Uerßrgm Arbeiter, der die Einsamkeit liebt. „Noch ehe die Sonne ihren Tageslauf beginnt, ist er an der Arbeit. Sein bescheidenes man nrmmt er ernsanr ein, aber jeden Tag besichtigt er in eigener Perion ernm Teil der Fronten. Durch sein Arbeitszimmer ffutet cm ununterbrochener Strom von kommenden und gehenden Ordon- Kurieren, Fliegern. Es geht zu, wie am Flugloche emes Bienenstockes." Zur Schilderung seines Charakters erzählt dNärner eine sehr hübsche Anekdote: „Ungefähr um dieselbe Zeft, Nw ich Konstmrttnopel verließ, hatte sich ern Gerücht verbreitet es sei den Engländern gelurrgen, bei Anaforta die tür-> kischim Linien zu durchbrechen. Eine Person, in Stambul unterrichtete den Marschall schriftlich von diesem .Gerücht und setzte hinzu, es habe unter dem levantinischen Teft der Bevölkerung, so starken Glauben gesunden, daß^ sich Leute bereits Fenster in der Perastraße mieteten, um den Einzug der Truppen der Entente mitanseheii zu kömren. Darauf antwortete der Feldmarschall nur: „Bitte, mieten Sie auch mir ein Fenster!" — Eines Tages ließ der Feldmarschall seinem schwedischen Gaste mftteilen, am nächsten Vormittag werLe an der nördlichsten der drei Fronten der Ana- sorta-GruPpe ein großer Arttllerieangriff aus die englischen Schützengräben stattfinden, und zeittg am nächsten Morgen begleitete Mörner den Feldmarschall (nebst einem. Adjutanten) in die Berge. Nach einer Krafttvagenfahrt ging es zu Pferde weiter, in halber Höhe der Berge wurde aügesessen, es folgte ein Aufstieg durch Gestrüpp, und plötzlich sah ^ Atörner vor sich ein von hohen Bergen umgebenes Tal, das sich bis zum Meere mstreckte; vor ihm tauchte aus dem Morgennebel die hohe Felsinsel Jmbros aus dem Aegäischen Meere auf. „Mngsum lautLose Stille. Tie Sonne leuchtete über denr friedvollen Tale und warf einenAblauen Widerschein auf die hohen Bergketten. Weit draußen am dem Wasser lageii in emer langen Reihe friedlich und ruhig wie ein Zug schlafend er Riesendelphine eine Menge Dampfer. Der Feldmar- schall, der neben mir stand, schaute auf seine Uhr. Noch vier Minuten, sagte er, wie zu sich selbst. Dann reichte er mir sein Fernglas. „Hier unten liegen englische Truppen," sagte er, „sie haben die ganze Strecke vom Meer her in halber Breite bis zum Fuße dieses Berges inne, aber inan sieht sie nickst, denn sie haben sich erngegraben. .Unsere Truppen Iwgai unter uns und a!uf allen Bergan ringsum, die ja die Engländer, wie sie nach Hause berichtet haben, eingenommen haben wollten. Sehen Sie die weißen Punkte dort ünten in der Nähe des Wassers? Von weitem ^ehen sie aus, wie eine Schar Gänse. Das sind englische Hospftalzelte. Sehen Sie die Schwalbennester dort oben auf den Berghängen? Dörfer, die der Feind zusammengeschossen hat." Wieder schaute der Feldinar- schall auf'seine Uhr und runzelte die Brauen. „Neun Uhr!" saIte er. Aber in demselben Augenblicke brach es los. Kanonen donnerten plötzlich auf allen Seften um uns her. Alle Berge schienen mit einem Male lebendig geworden zu sein, als wären hundarte von kleinen Vulkanen am Ausbrechen und hätten ans ein gegebenes Zeichen mrgefangen, Rauch auszuspeien... * ^ neues Museum in Stockholm. Wie aus Stockholm berichtet wird, ist die schwedische Hauptstadt um ernen neueu Monumentalbau bereichert worden. Es hmrdelt svtz um das neue, soeben eingewerhte Gebäude, ,in dein die reichhalÜM« naturunssenschafttichen Sanrnrlungen der schwedischen LLkadeurie der Wilstnschafteu untergebracht sind, einen großen Bau des modernen Baustils, der Monunrentalftät und Zweckmäßigkeft in glückliche Werie zu verknüpfen sucht. Nam-rntlich die eigenartig gegliederte strndwejiiajfade des Baues ist von Porteityafter Wirkung. Die Steck- holmer habm übrigens recht lange aus dieses neue Museum warttu müsien. Volle 14 Jahve sind vergangen^ seitdem ein FUnftnänuer- ausschuß der Akademie der Wissenschafteir den Neubau beschlossen hat; vor sechs Jahren ist die Grundsteinlegung erfolgt, aber der Bau hat viel längere Zeit in Anspruch genomnren, als mün erwartete. In beschränktem Maße waren die Sammlungen übrigens vor der amtlichen Einweihung Besuchern bevefts wieder zugänglich gemachlt worden. — Die russisichen Theater- und Filmbühnen — ern Staats Monopol. Eine einschneidende Neuerung wird, wenn nian einer Mitteilung des „Journal des Döbats Glauben schenken darf, in Rußland auf dem Gebiete der staatlichen Monopolisierung geplant. Man geht nämlich nach dem sranzösi- schen Blatt mit der Absicht um, die Theater- und Filmbühnen rn Rußland irnter ein einheitliches Staatsmonopolgesetz zu bringen. Danlit werden angeblich zwei Ziele verfolgt: erstens eine Vermehrung der Staatseinnahme und zweitens die Möglichkeit ständiger Beeinflussung der Volkserziehung von der Bühne und der Filmleinwand herab. Der Staat würde nicht nur ernen beträchtlichen Teil der Kasseneinnahmen für sich beanspruchen, sondern auch für die Zusammenstellung des Spielplanes maßgebend sein. Der „Rjetsch'' meldet hierzu, daß der Präsident Stürmer dem Zaren ein Projekt in diesein Sinne unterbreitete und daß der Zar demselben sehr günsttg gegenüberstehe. Es soll sogar schon eine Persönlichkeit Kr die Leitung dieses neuen Theater- und Filmamtes in Aus,icht genommen sein, und zwar ern bekannter russischer Impresario. Ein von der russischsn Regierung festgesetzter Theaterspiclplan dürste, wie man annehmen Knn, die Thoaterfrendigkeit des Publikums so herabmindern, daß das Mompol wohl kaum große Einnahmen zeittgen würde. — Lebensmittel statt Applaus. Die Erfindungen über Berlin und Wien, die eitrigst von der französisckien Presse ver- öNentlrcht werdeir, sind trotz allem Phantasiereichtuni meist so gleichartig rn rhrer Banalität und Dummheit, paß es sich erübrigt, sie zu berichten, da sie überdies ganze Bände zu füllen vermögen .Der neueste „mrthenttsche Bericht", dein der Jwtransigeant bringt, 'übersteigt aber derart alles Maß des Phantastischen und ist dabei so unfreiwillig kvmisch, daß er wiedevgvgeben sein mag:, In Wien und Berlin, so erklärt das Pariser denken die Leute überhaupt nur an die Möglichkeft, sich sätttgen '$11 ftxmtm. Dieser Gedanke beherrscht alle Kreise vollkommen, und auch'die Schauspieler jagen nicht mehr dein Ruhm, sondern den Nahrungsmitteln nach. So trat Unlängst einets Abends eine beliebte Schauspielerin, als das ganze Haus applaudierte, vor die Rampe und ries 'ins PubMrm: ,-Jhr Idioten, statt zu applaudieren, könntet Ihr mir lieber Reis und Mehl nach Hause schicken!".Am nächsten morgen !var ihr Wunsch erfüllt, und seitdem werden in den Theatern allabendlich den beliebten Schauspielern und Schauspielerinnen als Gnnstbetveis kleine SäckckM mit Reis, kleine Packete mit Würstchen, harten Eiern und sauren Heringen auf die Bühne geworfen! — Henryk Sienkiewiczf. Der polnische Dichter Henrt)k Sienkiewicz ist am Mittwoch abend in Bevey gestorben. Sten- kiewicz, der während des Krieges zunächst in Wien, dann in Warschau gelebt hat, hielt sich seit einiger Zeit aus Ottsundhefts- gründen in der Schweiz auf. Polittsch ist Sienkiewicz kaum hervor- getreten; eine Einladung Jofsres zum Besuche der ftailzösischen Fwnt lehnte er seineMft ab. Brro-cft bet Weitere Ausbau der Organisation nach oben hin, nämlich Ate rn den Zeitungen bereits angeregte Schaffung einer deutschen .-„Zentrale für Mfallverwertung" zur Ausnützung der allseitig ^machen Erfal, rangen. Ms Grundsätze für die Abfallverwertung dürften gelten: I 1. Nichts darf verloren gehen, was noch verwertbar ist, aber Unverwertbares soll nicht gesammelt werden, ' F. die Verwertung soll möglichst schnell erfolgen, 3. für geringwertiges Material (Papier, Knochen, Lumpen, Blech, Eisen, Flaschen und Krüge) sollen Unkosten vermieden werden, seine Verwertung soll möglichst an Ort und Stelle geschehen, 4. wertvolleres Material (Zinn, Zink, Kupfer, Messing, Blei, Korke. Zigarrenspitzen und besonders Gummi) sollte zwecks besserer Verwertung durch, Sortierung den Kreis-Sammcl- stellen oder der „Frauenhilfe" in Tarmstadt, Luisenstraße 38, nach, vorausgehender brieflicher Verständigung zugeführt werden. Eingesandt. Oefteres Entleeren des Briefkastens am Postamt Schulstraße! Manchem ist es gestern abend um 3 U 9 Uhr ausgefallen, daß Briefkasten am Postamt in der S>chulstraß.e der dermaßen angefüUt war, daß man beguenl Brrefeheraushoien konnte. Da der Kasten wichtige Schreiben birgt, wurde Unwille laut. Und auch wit Recht! Seitdem die Post um 7 Uhr ge>» schlossen wird, gerade, wo die meisten Geschäfte ihre Korrespondenz erledigen, ist dieser Uebelstand zu bemerken. Es kann da leicht Abhilfe geschaffen werden. Auch in anderen Städten wird die Stadtvost um 7 Uhr geschlossen, aber trotzdem regelmäßig nach der Kasten geleert. Warum soll das hier nicht möglich sein? Diese Anregung ttirp sicher genügen, die Postverwaltung zu veranlassen, sofortige Abhilfe zu schaffen. L. Fischer. Photographien Eine Vergrösserung als passendes Weihnachtsgeschenk vollständig USSGKST erhält jeder von seiner eigenen Aufnahme, der sioh in der Zeit von h< Montag, den 4. Dezember, einerlei in welcher Preislage, bei uns Stvanss Gleiche Geschäfte in vielen Städten Süd- und Mitteldeutschlands. Vergrößerungen nach jedem Bilde. Sonntags von 10 Uhr vorm, an geöffnet. Aufnahmen bei Dunkelheit mittels elektrischem Licht. Gewinn-Auszug der 8. Preussisch-Süddeutscben (234. Königlich Preuss.) Klassen-Lotterie ft. Klasse. 8. Ziehungeieg. 15. November 1818 Amf Jede gesegea« Kammer elad rwei rleieh hebe &•_ wtone gefallen, and mt Je einer aaf dl« Lose gleicher Kammer in 4 m beide* Ibteflangen I u4 □ (Ohne Gewähr ) (Nachdruck verboten.) In der Vormittagsziehung wurden Gewinne über 240 Mark gezogen. 3 Gewinne zu 60 000 M 128369 6 Gewinne zu 6000 M 63891 177959 197233 60 Gewinne zu 3000 M 12066 12298 21048 32685 »8256 33637 34661 37806 42016 43433 47682 47678 S2662 64623 68298 69841 78796 89959 98621 12422« 161073 164970 169346 187863 175026 193960 196716 202692 222606 223979 0 140 Gewinne zu 1000 M 1023 3030 3402 7331 10S10 10961 16469 16688 38668 38841 88982 44006 46777 46741 47909 48814 62780 05238 67321 69218 31695 86233 92901 94600 96226 100772 105814 107127 JÜXI In 6116 116702 117071 117267 11S460 119633 124291 124972 130819 134009 134104 142849 146048 146628 147001 161848 162829 169391 180640 101804 L65878 169627 172640 174678 176335 177662 178113 187042 188889 190017 194787 196606 204304 204611 119164 220364 220499 221444 226197 230862 233769 168 Gewinne zu 600 M 649 4440 12701 13690 L4722 16634 17817 19808 24528 32934 33122 36901 W239 37460 38949 40884 43846 45044 46111 46484 47609 63482 63619 64148 65680 65641 66752 66878 37404 76821 82426 82669 88166 88564 90198 00432 <>2947 93644 96476 97971 108764 112316 112820 112936 114147 117061 117677 118690 119002 121690 122041 223074 125034 130110 133609 133769 137428 138231 141293 142942 143867 143803 144154 146108 145282 L40314 100926 162390 162633 167398 167306 167803 171137 173283 181307 182342 184204 186901 193561 106192 198869 206137 206996 206216 207406 210888 231146 221111 226224 226660 228669 228928 In der NachmlHageziehung wurden Gewinne Uber 240 Mark gezogen. 2 Gewinne zu 16 000 M 173340 4 Gewinne zu 10 000 M 66043 226534 8 Gewinne zu 6000 M 30688 46177 162163 189453 88 Gewinne zu 3000 M 6209 7891 11963 27877 28487 69278 63309 72961 74300 76812 79923 86763 92561 96939 99017 103572 116068 116468 127099 137633 143704 151730 151866 163220 164611 164658 167249 167343 174613 176816 181880 186091 186652 18bol2 194776 196788 199107 205039 207324 208261 210114 311714 226192 228486 142 Gewinne zu 1000 M 1404 3763 10108 14153 15793 18319 23300 25767 27778 30937 41008 46261 46300 63723 64278 76158 70110 77782 78336 78900 89871 90762 113108 114044 116847 115924 119-KÜ 123487 128187 129026 136480 136638 137014 140021 141078 142890 144683 146966 146904 147862 147968 149860 163126 166159 166094 168037 163228 165869 172176 174920 176443 177969 178204 181374 181929 183386 184409 185163 186567 188063 186208 193310 194116 194744 203869 206402 209220 209244 211020 213266 226327 226 Gewinne zu 600 M 306 1196 1247 2106 3722 3947 6999 9318 12367 12409 12471 20240 22238 24727 24865 28236 30143 31162 31659 33799 36625 36836 36264 37802 40695 41633 41843 43608 43642 44164 47896 62940 62946 66188 58100 68581 69332 61042 63667 66841 67819 68616 73643 76369 70132 84631 86710 06928 89603 90208 90641 91028 102608 102710 103870 106717 106728 108662 112093 114114 114483 117830 117999 120713 121040 121789 121993 126571 131219 134070 143897 144687 144617 145707 14Q741 147090 148149 149618 160167 160908 152670 162960 153971 154010 169046 160843 101684 163078 16310Q 107699 109700 169858 171916 172240 178762 178718 182317 182837 184260 186463 106677 190086 191630 193714 200252 202817 203431 204376 206029 212387 218119 223816 232825 Gewinn-Auszug der 8. Preussisch-Süddeutscben (23 4. Königlich Preuss.) Klassen-Lotterie 6. Klasse. 9. Ziehungstag. 16. November 1918 Auf Jede gezogene Na mm er aind owe! gleich hob» Gewinne gefallen, and awar Ja einer aaf die Lee« gleicher Kammer hi dm beiden AMellangea I and II (Ohne Gewahr.) (Nachdruck verboten.) Doppelten Nähr'-Wert haben gedämpfte Futtermittel, drum kauft der rechnende Viehzüchter einen 7732 Herd-oder Kippdämpfer Vorrätig bei I. B. Hänser, Giessen Neustadt 56 Telefon 76297 94660 ri In der Vormittage Ziehung wurden Gewinne Ober 240 Mark gezogen. 2 Gewinne zu 30 000 M 141229 0 Gewinne zu 6000 M 132101 191368 211928 88 Gewinne zu 3000 M 3624 26060 28012 33152 86979 39886 45722 48970 69390 64488 66924 69390 73261 80097 84169 86960 87066 93831 96646 100904 109964 126407 128007 129606 133384 138679 140493 161037 164886 166071 169643 170202 177309 185621 187496 191410 192962 199466 218103 221626 225160 »26274 223231 230115 164 Gewinne zu 1000 M 1818 7336 14637 16080 19221 20690 22046 28722 29653 30037 30671 34227 34837 37936 38371 41640 44670 44727 46045 48808 62699 63197 64704 67623 74746 74943 77076 77631 79190 86608 87266 88302 92688 93232 100380 103969 108114 113786 118865 122113 127494 133388 141901 142008 142808 143187 144599 145194 145908 146986 L46047 148367 155666 167746 161881 168200 166576 166969 189343 179020 180642 180688 183206 190696 198731 204601 204773 206260 206706 208179 210891 211328 212948 213277 214402 218434 210491 221302 »22170 223263 227462 233029 204 Gewinne zu 600 M 3600 4633 6214 6663 14731 14984 17069 17498 19144 19565 20907 22368 26392 27605 29465 31612 38669 42410 42490 43686 44700 44994 48104 48218 49678 63998 55908 60788 64204 66847 71323 73394 74068 74867 70207 81033 81811 82002 84829 87208 87879 94267 100195 103478 104008 108555 U2984 114388 119697 120590 122600 123448 124660 124888 125660 120366 129759 134463 139119 139900 141109 141924 146206 146703 149633 150294 152938 163260 163723 169024 166240 170791 173363 173839 176212 176610 184762 185476 185670 186669 188908 191868 191878 197066 198392 199632 201491 202069 206919 209141 210636 211129 212736 217420 218171 220696 221404 226201 225834 231082 In der N&chmittagsziebtmg wurden Gewinn Ober 240 Mark gezogen. 6 Gewinne zu 16 000 M 168381 171310 181819 2 Gewinne zu 6000 M 40117 74 Gewinne zu 3000 M 8876 22467 30137 32122 82791 38876 64674 68124 67299 80804 61968 69367 86270 88162 88461 89768 110906 122039 133330 141102 142092 160444 160771 161078 166436 160061 173004 175628 178406 187137 189621 191816 216666 224878 226289 229657 231439 156 Gewinne zu 1000 M 1682 2900 6919 1125« 11805 14540 16382 16387 23260 24846 23017 3217« 36331 37911 39771 40306 43024 44039 46831 46592 62722 56022 63456 64198 70870 73336 80072 86027 86610 86706 89520 91968 97679 98173 112901 113461 114606 122143 122440 123632 124594 131986 130971 137000 138596 147229 147604 148367 164310 161402 163428 106138 166406 107213 168830 170621 171830 176467 176821 177396 183416 183937 196040 190890 197195 200316 200968 207338 207742 210184 218149 218162 218469 219893 222691 224162 226268 226293 218 Gewinne zu 600 M 2865 8229 8666 9397 10918 11130 12281 10399 17051 20295 21995 22067 22672 26686 27314 31673 32333 34044 35111 35560 39083 39861 42396 42644 42787 60036 63978 67322 66660 06591 69239 09094 70613 72316 73194 78607 78055 80838 81617 84445 88622 88049 88176 88219 88668 88676 89061 92389 100846 109196 111713 113460 114872 118148 117845 119476 121813 124687 127664 130208 130250 134687 135213 136030 141814 146489 146638 148189 150651 161683 162467 153666 166337 158166 58503 159199 159674 164022 164221 185909 169906 173279 174578 176292 179123 180397 187961 196350 196281 197432 203786 204664 208423 209570 210676 210964 211740 213804 2X7344 218861 220602 224229 226764 280123 230796 230942 231366 231723 233128 c Unfer mit den neuesten SYlafcßinen ausgestattetes Scßreißmafcßinen-Sfcureau fertigt alle vor kommenden Scßreißmascßinen- und Tervielfältigungsarßeiten seßnet/, /außer und ver~ feßwiegen ßei ßilli ster dßereeßnung an. 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A wurde heute bezüglich der Firma Carl Emmelius, Gießen eingetragen: Der bisherige Teilhaber der Firma Carl Emmelius, Gießen, Ludwig Emmelius, ist durch Tod ausgeschieden. Die Firma ist mit allen Aktiven und Passiven auf Kommerzienrat Louis Emmelius in Gießen als alleinigen Inhaber übergegangen. 8291 R Gießen, den 14. November 1916. GroßherKvglrches Amtsgericht. Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gießen. Die Friedhöfe sind in der Zeit vom 15. November l916 bis 15. Februar 1917 von morgens 8 Uhr bis abends 5 Uhr geöffnet. 82818 Betr.: Verkehr mit Vollmilch. Auf Grund der Bekanntmachung des Kriegsernäh- rungsamtes über die Bewirtschaftung von Milch iwti den Verkehr mit Milch vom 3. Oktober 1916! dev Bekanntmachung des Kommunalverbaudes für und Speisefettversorgung Großherzogtum Hessen vom 18. Oktober 1916 bestimme icfy für den Bezirk der Stadt Gießen: 8 1. Die Abgabe von Vollmilch (Kuhmilch) an Verbraucher und die Entnahme durch sie darf nur auf Grund von Milchkarten erfolgen. Die Milchkarte berechtigt zum Bezüge der auf ihr vermerkten Milchmenge und zwar nur an dem aufgedruckten Tage.. Die Milchkarten sind nicht übertragbar. Verlorene Karten werden nicht ersetzt. Die Gültigkeit der Milchkarten erstreckt sich auf das ganze Großherzogtmn Dessen. Einen Anspruch auf Abgabe von Milch geben die Milchkarten nicht, die Abgabe erfolgt lediglich bei vorhandenem Vorrat. 8 2 . Die Milchkarten werden auf Grund der Ausweis- karten zum Bezüge von Vollmilch regelmäßig in den Brotkartenbezirken ausgegeben und zwar auf die Dauer von 2 Monaten. Eine Ausweiskarte erhält jeder Vollnrilchibezugs-- berechtigte. Tie Ausweis karten lauten auf Namen. Sie sind nicht übertragbar. 8 3. Auf Antrag erhalten Vvllrnilchkarten: 1. auf 1 Liter Vollmilch täglich Kilüier im 1. und 2. Lebensjahr, soweit sie nicht gestillt werden. 2. auf 8 /d Liter Vollmilch täglich Kircker im 3. und 4. Lebensjahr, 3. auf Vs Liter Vollmilch täglich Kinder im 5. und 6. Lebensjahr, 4. auf 1 Liter Vollmilch täglich stillende Frauen für jeden Säugling, 5. auf 5 /4 Liter Vollmilch täglich schwangere Frauen in den letzten 3 Monaten vor der Entbindung, 6. auf durchschnittlich 1 Liter Vollmilch täglich Kranke. Für die unter 4. 5 und 6 genannten Personen ist die Vorlage eines besonderen Zeugnisses erforderlich. Für die zum Bezug von Vollmilch, an Kranke auszu^ stellenden Zeugnisse gelten die von dem Großh. Ministerium des Innern erlassenen Vorschriften für Abgabe von Lebe ns mittelzus atz mengen mt Kranke. Tie Versorgungsberechtigung der unter 1, 2, 3 genannten Personen endigt mit dem Ablauf des Kalendervierteljahres, in dem' das Kind das 2., 4. Und 6. Lebensjahr zurückgelegt hat. 8 4. Selbstversorger haben keinen Anspruch auf Versorgung mit Milch Selbstversorger sind die Kuhhalter nebst ihren Haushaltungs- mck> Wirtschaftsangehörigen. § 5. Beim erstmaligen Bezüge von Vollmilch ist der der Ausweiskarte angeheftete Abschnitt dem zuständigen Milch- Händler ausznhändigen, der ihn aufzubewahven und auf Verlangen jederzeit zurückzugeben hat. 8 6 . Die Verteilung der der Stadt Gießen Angewiesenen Milch erfolgt bezirksweise durch die von ber Stadwer-^ waltnng zugelassenen Milchhändler. Die Lieferung an alle in einer Straße wohnenden Bezugsberechtigten er4 folgt nur durch deu bestimmten Händler. Ter Kauf von anderen Händlern ist unzulässig. Ein Verzeichnis best Händler und der von ihnen zu beliefernden Straßen wird besonders bekannt gegeben. 8 7. Mit Behörden, Anstalten usw. können besondere Vereinbarungen getroffen werden. Diese erhalten Bezugsscheine. 8 8 . Tie Milchhändler haben die von den Bezugsberechtigten erhaltenen Milchkarten zu sammeln und wöchentlich in dem vorgeschriebenen Umschläge dem Lebensmittel-- amte einzureichen. § 9. Ter Verkehr mit Magermilch bleibt einer besonderen Regelung Vorbehalten. 8 10- Zuwiderhandlungen werden mit Gefängnis bis zu 1 Jahr und mit Geldstrafe bis zu 10 000 Mark oder mit einer dieser Summe entsprechenden Gefängnisstrafe geahndet. § 11 . Diese Verordnung tritt am 27. November 1916 in Kraft. Gießen, den 15. November 1916. 82826 Ter Oberbürgermeister. Keller.