Kr. 262 Zweites Blatt 166. Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Beilagen: „Gietzener Zamilieadlätter" und ..Kreisblatt für den Kreis Gießen". Vostfcheckkonto: Zrankfurt am Main Nr. H686. Vankverkeht: Sewerbebank Sietzrn. General-Anzeiger für Gberheffen Dienstag. 7. November IW Zwillingsrunddruck und Verlag: Brühl'scheUnwersitäls-Buch-u.Sthindruckeru. R. Lange, Greven. Zchriftteitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstraße 7. GefchäftSstelleu.Verlag: e^51, Schriftleitung: e=^ 112. Anschrist fürTrahtirachrichtenrAnzeigerGießen. Die Wiederherstellung des Königreichs Polen. 38a r schau , 6: Nov. iWTB. 9U>chbamtlich.) Die gestrigen Abendvorsteltlungen in den Th-e a tcrn (toben überall zu patriotischen Kundgebimgen Veranlassung. Im Groben. Dheöter ttmrde die Oper „Halla" von Monrnrsbo auf ge führt. Vor Beginn erhob sich die gesamte, festlich gekleidete Zuhörerschaft, darunter der Bürgiermierster, Stadträte und Mitglieder des Magistrats mit Dem Präsidenten, Fürsten Lubomirski, und hörte stehend die von d en K ünstlern des Theaters und dem Chore vorgetragene Nationalhymne an. Immier wieder mußte der ergreifende Gesang tvieder- holt werden, bis die Vorstellung nach der Berichigung beginnen konnte. Im Palars de Glaee wurde eine Versammlung des -B eit tx o 1 *• tionalkvmitees abgehalten, in der Verschie- ,deue Redner die Bedeutung der Unabhängigkeit Polens hervor- thobeit und auf die Leiden der polnischen Bevölkerung unter dem ^russischen Regiment hrnwiesen. <Äe besprachen die Notwendigkeit der Ernberusung eines polnischen Landtages und der Errichtung einer polnischenArmee. Die Versammlung nahm einen sehr eindrucksvollen Verlauf. Sie !rvurde unter nicht endenden Rufen: „Es lebe Polen!" geschlossen, worauf die Teil- 'nehmer sich an Umzügen durch die Straßen der Stadt beteiligten. Sine polnische Huldigungsdepesche. Warschau, 5. Nov. (WTB.) Nachstehende Depesche ist in einer großen politischen Versammlung in der Phil- lcharrnome unter dem Rufe: Es lebe Kaiser Wilhelm und unter endlosem Beifall angenommen worden: Großer Monarch! An diesem-für das polnische Volk so fröhlichen Tage, wo es erfährt, daß es frei sein nnd einen selbstständigen Staat mit eigenem Köstig, eigenem Heer und eigener Regierung erhalten werde, durchdringt die Brust eines jeden srei- theiklichen Pkcken das Gefühl der Dankbarkeit gegen diejenigen, die •e§ mit ihrem Blute befreit haben und es zur Erneuerung eines selbständigen Lebens berufen. Die Siege Dchnes unbesiegbarer/ Heeres haben zwei Städten die Freiheit gebracht, die dein polnischen Herzen gleich teuer sind. Nämlich Warschau und Wilna. Das heutige Uebereinkonrmen zwischen Deutschland und Oesterreich- Ungarn in der polnischen Fvaae verleiht uns ein selbständiges staatliches Dasein, das höchste Gut, das ein Volk besitzt, ein Gut, das wir zu schätzen wissen, da wir die Bitterkeit der Knechtschaft gekostet haben, und zu dessen Verteidigung wir bereit sind, wenn uns die Möglichkeit gegeben wird, gegen unseren Erbfeind, den Moskowiter, mit allen Anstrengimgen unserer Kraft in den Kampf zu ziehen. Wir wissen, daß hinter all diesem Dein Wille steht. Erlauchtester, und daß die Kraft Deines Geistes ein Faktor dieser geschichtlichen Tatsache ist. Daher senden wir Dir, Erlauchtester den Ausdruck unserer Dankbarkeit und die Versicherung, daß das polnische Volk seinen Bundesgenössest die Treue yu. wahren imstand sein wird. gez.: Makowiecki, Studnicki, Diplom-Ingenieur Professor Himnncki, Schriftsteller Cruschewski, Rechtsanwalt Sepncmski, Großgrundbesitzer Suski aus Grvjec, Industrieller Luksanburg, Industrieller Krzyskiewicz, Industrieller Jawiolkowski, Arzt Paul Mowski, Landbesitzer und Veteran von 1863 Kiaglinski. An den Kaiser nnd König Franz Josef ist eine gleichlautende Kundgebung abgesandt worden, «eußerrrngerr der österreichisch-ungarischen Presse. Wien, 4. Nov. Das ,,Fremdenblatt" schreibt: Die Proklamation über em selbständiges Polen schafft neues Leben auf den Trümmern der russischen Gewaltherrschaft. Wo Zwang, Willkür und unerträglicher Druck regierten, wird ein kräftiges, freiheitliches Staatswesen gedeihen. Es verdankt sein Dasein nicht den Mächten, die angeblich für die Rechte kleiner Nationen streiten,. nicht den Westmächten, die für Polen immer nur schöne Worte hatten, sondern den Mittelmächten, die in unzähligen Reden und Schriften als Unterjocher verleumdet werden und durch Rußlaitds L^oberungsdrang nnd Anspruch auf Vornrundschaft über das gesamte Slawentum zum Kampfe genötigt wurden. Seit jeher hat Rußland die slawischen Völker innerhalb teurer eigenen Grenzen brutal niedergehalten und die anderen durch allerlei Blendwerk zu locken gesucht, um sie als Werkzeuge für sich zu benützen. Diese innerlich unwahre, verlogene Politik r»t im Kriege in sich zusammengebrochen. Durch Rußlands Schuld hat ssch Serbien verblutet. Bulgarien, dem Itußland weder Selbständigkeit noch Bewegungsfreiheit gönnte, und das unter Rußlands Führung beraubt wurde, siegt an der Seite der Mittelmächte über russische Truppen. Polen, das twn Rußland getreten wurde, wird durch Waffen Oesterreich-Ungarns und Deutschlands von ihm losgerissen. Das Ergebnis der panslawistischen Politik, die auf eine Zertrümmerung der Mittelmächte los ging, isst der vollständigste Bankerott. Polens Verbleiben im russischen Reiche hätte unbedingt zum nationalen Untergang führen müssen. Tie Loslösung von Rußlands ist, für Polen eine Erlösung aus totbringender Gefangenschaft. Der Schlagbaum, der sich zwischen Polen und Rußland aufrichten wird, wird die Grenze zwischen Westen und Osten bezeichnen. Das Westslaventum wird künftig in seiner Gänze von Rußland geschieden sein. Da ein,' übergewaltiges Rußland eine Lebensgefahr auch f nrdasneuePolen bildenwürde, so m ußsichdieses an die Mittelmächte an schließen, die es befreit haben und die allein fähig sind, Rußland schwach zu bieten und seine Uebergriffe zurückzuweisen. Polen wird ein eigenes Heer besitzen und sich, wenn es bedroht ist, mit jenem Heldenmute, der sichs in den polnischen Regimentern unserer Monarchie und in den polnischen Legionen wieder belväihrt hat und gestützt auf die Mittelmächte, an die es festen Anschluß haben tvird, siegreich zu wehren vermögen. Für die Mittelmächte aber ist es höchst wertvoll, daß die Herstellung eines selbständigen Pölerts ihre Ostgrenze verändert. Es war ftir die Mittelmächte eine schwere Bedrohung, daß der Mittellauf der Wechsel mit russischen Festungen besetzt war, daß russische Truppen stellenweise nur wenige Tagemärsche von den Karpathen und in geringer Entfernung von Breslau und Danzig gestanden haben und daß die verbündeten Streftkräfte eine Linie von kaum übersehbarer Ausdehnung zu verteidigen hatten. Für Rußland war bei der ungeherrren Menge der zur Verfügung stehenden Menschen die Länge der Grenzen ein geringer Nachteil und für Rußland war Polen nicht, was für uns Galizien und die Bukowina und was für Deutschland Schlesien, Posen, Westpreußen und Ostpreußen sind, nicht ein Stück Heimatland, sondern lediglich ein Glacis, aus dem, wie sich zeigte', die eigene Heeresleitung unbedenklich Verwüstungen und Zerstörungen anordnete. . Es ist daher ein großer militärischer Gewinn für uns, daß die Grenze zurückgeschoben wird. Die Grenzverschiebunc, rst jugieied) eine Verschiebung der Machtverhältnisse. Die Mittelmächte werden stärker und Rußland schwächer, wodurch die Wahr- scheinlich^tt her Erhaltung des Friedens erhöht wird. Die vor kurzem 'beim österreichisch^ungarischen Minister des Aeußeren und beim deutschen Reichskanzler erschienene polnische Deputation konnte daher mit Recht darauf Hinweisen, daß die Wiederanfrich- tung eines unabhängigen polnischen Staatswesens den Frieden Europas auf festere Grundlagen stellen werde, und daß seine Interessen mit denen der Zentvalmächte im Einklänge seien. Das! Leben der polnischen Nation hängt von der Kraft Oesterreich-Ungarns und Deutschlands ab, und die Kraft der beiden Mittelmächte wächst durch die Existenz eines selbständigen und gefunden polnischen Staates. W wird daher unser eigener Vorteil sein, wenn sich der neue ©tot in jeder Hinsicht, vor allem auch, in wirtschafte iTdjer, glücklich chttwickelt, und die Zukunft tvird zeigen, daß sich auch darin der enge Anschluß an die Mittelmächte als wohltätig/ für Polen erlvet,en wird. Die Vorbedingung wird allerdings eiue entsprechende Organisation des Landes sein, an deren« Entwerfung selbstverständlich einheimische Kräfte hervorragend Mitwirken müssen, und eben um dieses zu ermöglichen, entschieden sich die Monarchen vvn Oesterreich- Ungarn und Deutschland, das erlösende Wort schon jetzt zu sprechen. Sie konnten ihren Entschluß mft vollster Beruhigung fassen, da die militärische Lage auch an der Ostfront so günstig ist!, daß sie vollständig sicher sind, das, was sie verkmrden, unbeirrt aussühren zu körmen. Die Ausführung kann allerdings erst nachdem Friedensschluß erfolgen. Der vollen Verwirklichung pessen, was jetzt unwiderruflich proklamiert ist, sehen wir in Oesterreich-Ungarn mit aus- richttgen Wünschen für das Aufblühen des künftigen Staates entgegen^ Die Sympathie für Polen ist in Oesterreich und Ungarir traditionell, und die Polen unserer Monarchie werden durch ihre warme Anhänglichkeit an unseren Staatsoerbanv und durch ihre Zusammengehörigkeit mit den Bewohnern des neuen Staates ein Bindeglieds zwischen ihnen und uns sein und die natürliche Interessengemeinschaft dadurch noch verstärken. Am Tage, wo heute angekimdigr wird, daß Dolen zur Datsache wird, werden alle Völker lder Monarchie ihm ihre herzliche Freundschaft als Pa tengeschenk nntgeben. Wji en, 6. Nov. (WTB.) Die gesamte Presse feiert P o ! en s Auferstehung zu einem freien selbständigen Staat als das politisch bedeutsamste Ereignis während des Weltkrieges und entbietet dem neuen Staate, der aus den Händen der beiden verbündeten Monarchen und der verbündeten Heere der Mittelmächte nach hundertjähriger Knechtschaft die Freiheit und Selbständigkeit empfängt, den wärmsten Willkommengruß. Die Blätter heben weiter die tiefpolittsche Rückwirkung hervor, welche die Schaffung des neuen Staates an den Ostgrenzen der Mittelmächte in der europäischen Politik Hervorrufen wird. Sie weisen darauf hin, daß die Rückwirkung aus die innere Politik Oesterreichs am gleichen Tage durch die Erweiterung der verfassungsmäßigen Rechte Galiziens sichtbar wird. Die „NeueFreiePre ff*e" sagt: Die österreichische Politik, die den Polen ein weites Feld durch Pflege ihrer nationalen Eigenart und ihrer Selbstverwaltung geboten hat, ist die große Mitarbeiterin an der Wiederaufrichtung des Staates und an dem Werke, das heute in dem Manifest der beiden Kaiser vor der Welt ertthüllt wird. _ Das selbständige Polen ist das Pfund unverbrüderlicher Gemeinsamkeit und ein Beweis des Vertrauens, dos keine militärischen Veränderungen umstoßen können. Das „Neue Wiener Togblutt" schreibt: Die österreichische Monarchie, die mit allen Schmähungen bedeckt wird, welche für eine politische Mißbildung und ein Ungeheuer auszutreiben sind, hat im Bunde mit Deutschland, das als Schrecken der zivilisierten Menschheit ausgerufen wurde. Polen aus dem Kerker erlöst uud ihm Luft, Licht und freien Raum gegeben. Die Staaten aber, deren Berus es angeblich jist, andere zu befreien, haben Belgien, Serbien, Montenegro und Rumänien ins Unglück gejagt, weil sie an ihnen Bundesgenossen haben wollten im .Kampfe für die Weltherrschaft und Revanche. Sie haben Griechenland aetreten und zerrissen, weil es ihnen nicht zu Wssllen sein wolltt. Dev heutige Tag eröffnet für Polen eine neue Zeit, er wird Epoche machen in der Geschichte der Mittelmächte und mit Recht wird' heute der Ruf erschallen: Es lebe das freie selbständige Polen. — Auch die „Reichspo st" betont, daß, während die Ententemächte, die als Schützer nnd Retter der flehten Nationen gelten wollen, durch unzählbare-Versprechungen unglückliche Völker verführten und dem Untergang weihten, die Mittelmächte zwar sparsam mit ihren Versprechungen sind, dafür aber halten, was sie verheißen Huben. Die Welt müßte unheilbar blind sein, um nicht endlich den grundlegenden'Unterschied zwischen den eigennützigen Kriegszielen des Vierverbandes und dem Besrettmgswerke des „hunnischen" Deutschlands und des „vielköpfigen" Ungeheuers Oesterreich-Ungarn zu erkennen. Die Errichtung des polnischen Staates bedeutet aber für bie. ganze W!elt auch die stolze Botschaft der unerschütterlichen Zuversicht, die die verbündeten Mittelmächte auf den Endausgang Aunst, Wissenschaft nnd Leben. *— Gerhort Hauptmann und die schlesische Leinen in du st rie. In einer kleinen Studie über den Verfall -der schlesischen Lemenindustrie, die Tr. Arthur Friedrich im No- 'vemberheftc der bei der Deutschen Verlagsanstalt in Stuttgart erscheinender „Deutschen Revue" veröffentlicht, weist er daraus hin, daß die Vorgänge bei den blutigen Weberausständen des Jahres 1844 zu Hinterwaldau und Langenbielau von Hcmpttnann in seinen „Webern" im weserttlichM getreu und zum Teil aktenmäßig genau dargestellt worden sind. Wemr man die erschütternden^ in diesem Drama vorgeführten Bilder zuweilen für das Erzeugnis einer mächtigen Tichterphantasie hat hatten wollen, so sind sie in Wirklichkeit nach Dr. Friedrich im ivesentlichen ein geschickt zusammengefügtes Mosaik der Tatsachen, die der sehr eingehende Bericht des Regierungsassessors Sckmeer enthält. Ihn hatte der Breslauer Hilssverein im Mai 1844 zu sp^iellen Erhebungen in das Notstandsgebiet entsandt, und was dort an schmerzlichen Wahr- nehmurrgen aus einer mjehrwöchigen Reise, über ein weites Bergland verteilt, dem gewissenhaften Beobackckcr entgegentrat, das wird vom Dichter wirkungsvoll auf einem Fleck zu einem grellen, grmten- erregenden Gemälde vereinigt. Selbst die dem Hörer wie Hammer- .ichläge aus die Seele fallenden, scharf geprägten Wendungen sütd nicht vom Dichter erfunden, sonder,: entstammen unmittelbar dem Munde des schwergeprüften Volkes, und sind zuerst von dem Echo der Sch-neerschen Berichterstattung^ aufgesangen. Tie erschütternde Wrrkung des Tichterwerkes ist also großenteils aus den bitteren Ernst der darin dargestellten Wirllichkeit zurüchuführen. Tr. Friedrich- weist daraus hin, daß Hauptmamr auf die größeren Zusammenhänge, aus denen die Katastrophe der schlesischen Leine:n- industrte und damtt auchl der Ausstand vvn 1844 erst verständlich wird, seine Aufmerksamkeit nicht gerichtet hat. Der Wettbewerb der Baumwolle urrd ihrer nraschinellen Herstellung in England, die Absperrung nachernander des englischen, des französisch-bel- gtschen, des österreichischen und des russischen Marktes, schließlich die leidige Zähigkeft, mit der der kleine Mann im Weberlande am Althergebrachten festklebte und sich allen Fottschritten verschloß: das lvaren die großen, mit der Weltgeschichte der europäischen Wirtschaft zilsammenhängenden Gründe, die den Verdienst der Spmner und Weber Schlesiens zuletzt fast bis aus Null herabdrückten und jene jammervollen Zustände herbeiführten, aus denen die Revolte von 1844 hervorging. — Wie das niederländische Dankgebet zu uns kam. Uns wird geschrieben: Wenn ernst die Geschichte dieses großen Krteges geschrteben werden wird, so wird darin sicherlich in hervorragendem Maße des Niederländischen DankgebetessWir treten ? l, . m gefeit vor Gott den Gerechtent gedacht werden müssen, das )c\t Begren des großen Völkerringens wohl bei allen Feldgottes- dtensten gesungen wird und das in wunderbarer Weise unsere tapferen Feldgrauen eihebt sind begeistert Ter berühmte Maler, Profenor Arthur Kamps, hat vor kurzem ein ergreifendes Gemälde geschassen, das die Unterschrift: „Wir treten zum Beten" trägt und r > u o- 'E-char tob ermutig et deutscher Kämpfer zeigt, die tu ernster und weihevoller Stimmung in einer fran- zossschen Kirche aus dem westlichen Kriegsschauplatz singen. Wer ntcht nur unsere Feldgrauen erhebt und begeistert das Lied, es gewahrt auch den Taheimgebliebeneir in wunderbarer Weise Erhebung Stärkung und Trost. Es hat daher mit vollem Recht wahrend des Krteges Aufnahme in die evangelischen Gesangbücher gesunden, tmd wo dtes nock, nicht der Fall gewesen ist, wie bei dem vom Kömglrchen Konsistorium heransgegebenen Evangelischen 'Ge- wngbuch für die Provinz Brandenburg, wird der Text des Liedes den Käufern des Gesangbuches aus einem besonderen Blatte ge- bsuckt betgelegt. Das Lied ist die Uebersetzung eines alt nleoerlmtdtschen Langes, das zu einer Sammlung attniederlän- ur'cher^Gesange gehört, die zuerst im Jahre 1626 in einer Schrift des hvllandtichen Notars Adrianus Valerius (Adrian Walterssohu) uber den Freiheitskrieg der Niederländer veröffentlicht worden ist. Als vor etwa 40 Jahren in den Niederlanden ein Neudruck dieser Lteder veranstaltet tourde, gelangte dieser zufällig in die Hände MMpontsten Eduard Kremser, des damaligen Leiters des, Wiener Mannergesangvereins. Kremser gefielen die schönen Wetfen ungemein, und er beschloß, ehtige der Lieder für Männer- i^pbehen. Er beauftragte den Wiener Schriftsteller ^^ckf Weyl, der stch damals als Operettenlibrettist einen Namen gemacht^hatte und von dem auch einige der Texte der volkstüUt- ttchsten Ltrauß',cheit Walzer herrühren, mit der Uebersetzung des Textes ins Deutsche, und der Wiener Weyl ist so der Verfasser dev deutsthen Textes des Niederländischen Tankgebetes. So ernten «rch auch manche Wendungen, die ein norddeutscher Dichter stcher anders übersetzt hätte, z. B. die Stellen: „Er waltet und hattet em sttenges Gericht" und „Im Streite zur Seite ist Gott Uns erstanden ^er Wiener Männergesangverern errang mit dem Vorträge der altmederländischen Lieder einen sehr großeii Erfolg; er brachte sie aus seinen Konzertreisen in zahlreichen deutschest Ltadten zum Vortrag unb machte sie in den weitesten Kreisen bekannt. Tte Lteder wurden auch von deutschen Männergesang- verernen vrel gesungen, und so kam es, da auch vor einer Reihe .Zähren der Hanoversche Männergesangverem das „Nieder- landtsiche Tankgebet" dem Kaiser Vvrtrug, als dieser damals in Hannover weilte Diesem gefiel das Lied ungemein, er befahl, datz es auch bei Gottesdiensten im königlichen Dom gesungen wurde, und so stt es alw m den evangelischm Gottesdienst gelangt. Es ist ledeufalls etn merkwürdiger Weg, den dieses Lied g-enommen hat, da es doch eigentlich aus dem Konzertsaal in die Kirche gewandert ist. Es nk chm genau so ergangen wie dem berühmten Weihnachts- ltede „Lttlle Nacht, heilige Nacht", das im salzburgischeu ent- ^st und erst durch eine Tiroler Sängergesellschaft in verbrettet worden ist. Heute können wir uns eine rechte Wethnachtsfeter ohne dieses herrliche Lied kaum vorstellen. Und gemm so tst Uns in diesem schweren Völlerringen das Nieder- tandtsche Tankgebet ans Herz gewachsett, das wie kaum ein anderes Lted von unf-erm Feldgrauen draußen in Not ltnb Tod so oft uuo jo gern, m vollster Hingabe und in freudigster Begeisterung immer wieder gesungen wird. ' ^^Mie im Dienste der prähistorischen Forschung. Unsere Ketmtuis prähistorischer Zeiten ist not- ^umg an sehr wenige Anhaltspunkte geknüpft, und der indirekten! Beweisführung und großzügigen Kombination des vorhandeiien dürftigen Tatbestaiches bleibt hier immer noch ein entsprechend wettere^ Feld Etn besonders auffälliger Umweg der prähistorischest Wissenschaft fuhrt, mm über chemische Urckersuchungen. Die Bc- ^Ä^'ett derorttger gewonnener Ergebmsse zeigen dem „Promo- tpeus zufolge neuere Lkrbeiten des Basler Professors Dr H Rübe- die ftch mft verschiedenen prähistorischen Metallgegenständen ^^ssbtlung des Blei gehaktes von Bronzen gestattet Schlüsse auf ihr relatives Alter. Die guten Bronzen enthalten neben 80-90 Prozew Kupfer,10—11 Prozent Zinn, das in schlechteren Bronzen durch das billigere Blei ersetzt Wochen ist. Man griff zu diesem Ersatzmittel naturgemäß erst, als der wachsende Bedarf und die Brauchbarkett des Zinnes zu seiner Verteuerung geführt hatte. Bronzen aus altägypttscher und früh griechischer Zeit sind noch frei von Blei; etwas später, uni 700 v. Ehr., finden sich dagegen schon Spureii von Bleibeimischungen, die in spätäghptischen Bronzen bts zu etnem Viertel des verwendeten Materials anstei- Zen. Dte Struktur eiserner Gußstücke, die nicht mit chemischen Mttteln, sondern durch mikroskopische Beobachtung ebener, svrg- fälttg geätzter nnd polierter Schnittflächen untersucht tvird, vermag ebenfalls eine Reche von Aussagen über die Behandlung des Me- talles und damtt über die Ferttgkeit und Kulturhöhe seiner Bear- berter^zu machen. So konnte Prof. Rupe an Funden aus der La Teneperiode, einigen Eisenringen, einer schönen Kupfernadel, eener eisernen Lanzenspitze u. a. eine künstlick>e Härtung durch plötzttches Abkühlen, durch das sog. Mschrecken, fessstellen. Ein Schwertftück aus Hallstatt erwies sich aus dünnen Schichteti zu- sammengeschmivdet. Der prähistorische Metallarbeiter konnte also mls semem primttiven Brennofen nur dünne Eisenteile gewinnen Das Tchwertstück ist außerdenr so mekallrein, daß es tvahrscheinlich gar Nicht den alten Brennöfen Poti Hallstatt seine Entstehung verdankt, soiwern auf die Etrusker, die aus Korsika fast reines'Eisen gewannen, hmweist. Auch Versuche, das Eisen durch Ausglühev m Kohlefeuer tu, Stahl überzuführen, liegen aus jener Zeit vor und beweisen, wie stark die Fähigkeit, Erfahrungen zu machen tmb zu nutzen, bei jetten verschollenen Menschen bereits ausgebildet war. , <8 — Fleischlose Tage in England zur Zeit der Königin Elisabeth Auch für England ist das Gebot der fletschlofen Tage keme Neuheit; bereits zur Zeit der Königin Elisa- bety spielte die Frage der Fleischerspanüs eine große Rotte Zn mehreren Erlässen empfahl die Königin der Stadt London dtt ^stenzeiten und sonstigen fleischlose Tage streng einzuhatten. und befahl, daß im Hause des englischen Bürgers diese Verordnung genau so streng durchgerührt würde, »vie in ihrem eigenen könig- ttchen Haushalte. Auf diese Weise hoffte sie eine Steigerlmg der Fleiick/Prerse, die sich damals bereits unangenehm bemerkbar mack>- ten, zu verhüten. Aber dem Befehl der Königin, wie sie ihn z. B. im ^ahre 1v76 ausgedrückt hat, scheint die englische Bevölkerung doch nicht, 6'vlge geleistet zu haben, toie aus einem vom März 1593 datierten Erlaß des Kronrates hervorgeht. Dieser Erlaß stellt lerne _ genaue Rechnung darüber auf, wieviel Rinder in London gespart werden könnten, wenn noch, ein fleischloser Tag em geführt würde „Im ganzen Jahre gibt es — so heißt es in m dmem behördlichen Schreiben — wenn man die Fastenzeit und ^,Trettag und^ Sonnabend jeder Woche zusammenzählt. 153 Ftschtage, also gibt es 211 Fleischtage, demnach 58 mehr. Iw ganzen werden wohl in London urtd Umgegend jährlick- 57 500 Rinder geschlachtet, die für dje Ernährung an den ftinf Fttischtagen der Woche bestimurt sind. Man könnte also durch Einführung inxii etnes fleischlosen Tages 13 500 Rinder spareit. Soll nun auch 'nickt noch em neuer Fleischlag eingesührt werden, so muß dock> strengst?!:- darauf gehalten tverden, daß die gesetzlich vorgesckwiebeneu fleisch- losen Tage, der Freitag und der Sowmbend, wirklich beachtet werden und nicht, wie es bisher geschehen ist, auch an ihnen Fleisch zum Verkauf kommt. Auch sollen cm diesen Tagen nicht nur kein Fleisch, sondern auch kein Geflügel auf den Tisch kommen " Ob dtese Verfügung des Kronrates besseren Erfolg batte, als die königlichen Ermahnungen, davon verraten die „Times" die einen Abdruck des Erlasses bringen, allerdings nichts. ' tH rrS gerechten Kampises hegen Das „Deutsche Volksblatll & fügt: Während Griechen- rd noch unter dem Druck der Gewalttätigkeit der Alliierten schaffen die Mittelmächte ein freies Polen als geschicht- 'eufxt Lches Denkmal ft'ir ihr ehrliches Wollen, den Völkern Europas die Freiheit und den Frieden zu erkämpfen Es ist aber aicch der Beioeis ihres Könnens und das erste weithin sichtbare Ergebnis dieses Krieges, das von Dauer sein wird. Das „Neue Wiener Journal" bemerkt: Nicht um zu Ordern und zu empfangen, hab>m die Mittelmächte Russisch- Polen von der Herrschaft des „Slawenbeschützers" befreft, der mir dann Beschützer ist, wenn die Slaiven ihm als Knechte dienen. Äcll dem Blute der verbündeten tapferen Truppen und der polnischen Legionen wurde das Gemäuer dieses Baues gekittet. Ihn zu festigen und für alle Zellen zu erhalten, ift die gemeinsame Pslicbt und das gemeinsame Lebensinteresie Oesterreich-Ungarns, Deutschlands unD des neuen Königreichs Polen. B u d a p e st, ö. Nov. lWZÄ.) Die Blätter drücken ihre hohe Genugtuung über die Wiederherstellung des polnischen Königreiches aus. Der „Pefter Lloyd" schreibt: Die Grundmauern des Polin ichen Staates sind aufgerrchtet. Noch sind es nicht fertige Errungenschaften, auf denen das polnische Volk ausruhen kann. Än seiner Ostgreu-e wird Europa enden. „Az Us sag" weist insbesondere auf die brüderlichem Gefühle Srji.i, welche Ungarn stets für Polen beseelt haben. Das Schicksal Dolens habe in Ungarn stets die wärmste Teilnahme gefunden. 'Die Befreiung vom Joch des russischen Zaren sei ein Stück des Programms der nationalen Politik. Ter ^,Budapesti Hirlap" schreibt: Die Proklamation >des polniichen Königreiches ist ein Zeichen des festen Vertrauens Zn unseren endgültigen Sieg. „P e st i Hirlap" weist auf das gemeinsame Schicksal ^Ungarns und Polens hin. Tie Kronen der beiden Länder, sagt Las Blatt, haben eine ganze Epoche auf demselben Haupt geruht. Die im Kampfe gegen das Zarentum unterlegenen Freihellshelden ftamen nach Ungarn, um der Sache der europäisdjcn Freiheit auf ^unserem, von Kosaken überschwemmten Bod-en ihre Dienste zu weihen. _ _ ffirt ö. .guit i. Js in \9teßen genaust pave Das cpersyr erneuere ven Angeklagten des ihm zur Last gelegten Dieüstcchts für überführt und erkannte gegen ihn auf eine Gefängnisstrafe von 3 Monaten. Gießener Strafkammer. M l Gie ßen, 3. November. ^ Der von Meisenheim bei 5kteuznachi gebürtige Hausierer Fried- rich B., der schon zweimal wegen Diebstahls vorbestraft ist, wird be- !schuldigt, am 2t). September l. Js. im hiesigen Caf6 Ernst Lud- l-w i g, in das er sich gegen 12 Uhr mittags eingeschlichen hatte, saus einem aus dem Schankttsch stehcmden Behälter , 6silberne Löffelchen im Werte von 9 Mark 'entwendet zu Habei i. Durch das Geräusch wurde die Inhaberin des ^genannten Lokals in der nebenack befindlichen Küche aufmerksam, Hielt den Angeklagten fest, nahm ihm die Löfs eichen', die er schon i teils in die Hosentasche gesteckt hatte, ab und veramlaßte sein ei iFestnahme durch einen telephonisch herbeigerufenen Schutzmann. Wegen Diebstahls im roiederholten Rückfall erkannte das Gericht Wegen den geständigen Angeklagten, indem es ihm mildernde Umstände zubilligte, auf eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten. Der 16 Jahre alte Taglöhner Heinrich! K. und der gleich-- jjalterige Streckenarbeiter Wilhelm W., beide von Butzbach, werdep iDeschuldigt, Ende April 1916 zu Frankft-.rt a. M. ihrem früheren 'LehrHerrn, dem Kanfmaim Karl Schröder daselbst, 3 Zervelatwürste, 2 Flaschen Himbeersaft, 2 Fläschchen Kognak, 2 Dosen ]Helvetia-Marmelade, 1 Flasche Doppelkümmel, 2 Dosen Oelsar- fbinen und 1 Laib Brot aus einem Gebäude ! m i t t e l s E i n st e i g e n s und Erbrechens von Behältnissen entwendet jtzu haben. Die beiden Angeklagten, die früher bei dem Bestohlenen sin der Lehre stjanden und von diesem wegen Unzuverlässigkeit am ; 15. Februar l. Js. entlassen worden waren, sind geständig und : wollen den Diebstahl aus Not und Hunger aus geführt haben. Das iGerllht erkannte gegen zeden der beiden Angeklagten, indem es! 'ihnen mildernde Umstände zubilligte, aus eine Gefängnisstrafe s von 6 Wochen. Ter Taglöhner Christoph Sch. III. von Großen-Buseck ist cm- !geklagt, lli der Nacht vom 3. auf 4. Juli l. Js. der Philipp Bo- maries Witwe in Großen-Buseck zwei Stallhasen im Werte von 25 bis .30 Mark aus dem umschlossenen Hof, in welchen er sich in diebischer Absicht eingeschlichen hatte, entwendet zu haben. Ter eine der gestohlenen Hasen lourde nach einiger Zeit •bei dem Angeklagten entdeckt und von der Bestohlenen sowie deren Leiden Söhnen und noch anderen Zeugen als einer der gestohlenen Hasen bestimmt toicder erkannt. Trotz dieser erdrückenden Beweise bestreitet der Angeklagte, den.Diebstahl begangen zu haben und behauptet nach wie vor, daß er den Hasen auf dem Kan suchen markt Verrnrscbtes. ' A in st e r d a m , 6. Nov. (WTB.) Das .Allgemeen Handels- blad" meldet aus London, daß aus -'erschienenen Gegenden Englands Berichte über schwere Stürme, die bedeutenden Schaden nngerichtet haben, eintreffen. * Ein kostspieliges F e st e s s e n. Anläßlich des letzten Festessens im Hause des Londoner Bürgermeisters, das zu Betrachtungen über kostspielige englische Festessen Anlaß gab, erinnert der „Daily Chronicle" daran, daß das kostspieligste Festessen jenes war, das der Bürgermeister von London, Domville, am 18. Juni 1814 anläßlich des Sieges über Napoleon gab. Unter den Eingeladenen befanden sich der König von Preußen, der Zar, der Prinzreqent, Wellington, Blücher und andere. Auch viele Hobe Offiziere und Diplomaten nahmen au diesem Festessen teil. Sämtliche Gerichte wurden auf schweren Silberplatten gereicht, die einen Wert von mehr als 4 Millionen hatten; das Essen selbst kostete eine halbe Million. Märkte. Gietzeu, 7. Nov. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Pfd. 0,00 - 0,00, Hühnereier das Stück 00 — 00 Pfg., Käse das Stück 0—00 Pfg., Käsematte 1 Stück 3 Pfennig, Kartoffeln das Pfund 00 Pfennig, Milch das Liter 30 Pfg , Spinat 25 Pfg. das Pfd., Gelberüben 10—12 Pfg. das Päckchen, Rosenkohl 00 Pfg. das Pid., rote Rüben 15—00 Pfg., Zwiebeln das Pfund 25—00 Pfg., Nüsse 100 Stück 00 —00 Pfg., Blumenkohl 20—70 Pfennig, Sellerie 10-25 Pfennig das Stück, Meerrettig 20-25 Psg. das Pfd., Kohlraben 7—20 Pfg., Römisch Kobl 00—00 Psg. das Päckchen, Lauch 5—8 Pfennig das Stück, Weißkraut 20 bis 40 Pfennig, Rotkraut 20 biS 50 Pfennig das Pfd., Birnen 18—25 Pfg. das Pfd., Tafeläpsel 20—22 Pfg. das Pfund, Wirtschastsäpfel das Pfund 10-12 Pfg. — Marktzeit von 8 bi» 2 Uhr. Briefkasten der Redaktion. Mnoutzme Anfrage« bleibe« uuberülrsrchtiglU p. X Urlaub nach Elsaß-Lothringen darf an Militärpersonen trt dringenden Fällen auf kürzere Zeit erteilt werden, wenn keinerlei Bedenken vorlieaen. Die Urlaubsscheine sind durch den Truppenteil, dem der Gesnchsteller anaehört, mit Urlaubsbegrün- düng an das für den Urlaubsort zuständige stellvertr. Generalkommando einzureichen. Sofern Sie nicht im Heeresdienst stehen, wenden Sie sich unter Darlegung der Verhältnisse am besten auch dorthin. zJn Betracht kommt je nach Lage des Urlaubsortes entweder däs stellvertr. Generalkommando des 15. Armeekorps in Straßbnrg ober das stellvertr. Generakkommxrndo des 16. Armeekorps in Metz._ _ Meteorologische Beobachtungen der Station «Ziehen. Nov. 1516 o x - u 5 c w N Bzp 3 ? CU §■ M 1« O CU S cs ff sl 3 f s Z do 5 X jO c § *f***- Die ^mrrm-criaaLp»gdnur«ryuw w. v sang der Anzeige von der Einfuhr und, wenn eine Besichtigung vorgenommen wird, nach der Besichtigung erklären, ob sie - die Margarine übernehmen will. Das Eigentum geht mit dem Zellvuntt aus die Gesellschaft über, in dem die Uebernabme- erklärung dem Veräußerer oder dem Inhaber des Gewahrsams zu geht. II. Die Bestimmung tritt mit dem Tage der Verkündung in Kraft. Berlin, den 27. Oktober 1916. Der Stellvertreter des Reichskanzlers. __ Pr. H elfferi cf)._ Bekanntmachung über Aenderung der Bekanntmachung über die Einfuhr von Kaffe, aus dem Ausland vom 6. April 1916 (Reichs-Gesetzbl. S. 245). Vom 26. Oktober 1916. Aus Grund der Verordnungen des Bundesrats über Kaffee, Tee und Kakao vvni 11. November 1915 (Reichs-Gesetzbl. S. 750) und 4. April 1916 (Reichs-Gesetzbl. S. 233^ bestimme ich: I. § 5 der Bekanntmachung über die Einfuhr von Kaffee aus dem Ausland vom 6. April 1916 (Reichs-Gesetzbl. S. 245) erhält folgende Fassung: Das Eigentum geht mit dem Zeitpunkt auf den Kriegs- aussckmß. über, in dem die Uebernahmeerklarung dem Veräußerer oder dem Inhaber des Gewahrsams zügelst. II. Die Bestimmung tritt mit dem Tage der Verkündung in Kraft Berlin, den 26. Oktober 1916. Ter Stellvertreter des Reichskanzlers. _ Dr. Helfferich. Bekanntmachung über die Aenderung der Bekanntmachung über die Einfuhr von Tee aus dem Ausland vom 6. Aprll 1916 (Reicbs-Gesetzbl. S. 250). Vom 26. Oktober 1916. Auf Grund der Verordnungen des Bundcsrats über Kaffee, Tee und Kakao vom 11. November 1915 (Reichs-Gesetzbl. S. 750) bezw. vom 4. April 1916 (Reichs-Gesetzbl. S. 233) bestimme ich: I. 8 5 der Bekannttnachnng über die Einfuhr von Tee aus dem Auslande vom 6. April 1916 (Reichs-Gesetzbl. S. 250) erhält folgende Fassung: Das Eigentum geht mit dem Zeitpunkt auf den Kriegsausschuß über, in dem die Uebernahmeerklärung dem Veräußerer oder dem Inhaber des Gewahrsams zugeht. II. Die Bestimmung tritt mit dem Tage der Verkündung ir Kraft. Berlin, den 26. Okwber 1916. Ter Stellvertreter des Reichskanzlers. Pr. Helfferich. _ Bekanntmachung. Auf Grund des 8 2 der Kaiserlichen Verordnung vom 31. Juli 1914, betreffend das Verbot der Ausfuhr und Durchfuhr von Rohstoffen, die bei der Herstellung und dem Betriebe von: Gegenständen des Kriegsbedarfs zur Verwendung gelangen, bringe ich nachstehendes zur öffentlichen Kenntnis: Es wird verboten die Aus- und Durchfuhr folgender^Waren: Klaviere aller Art, auch als solche erkennbare Teile da von, Klaviermechaniken und Klaviaturen (Klavicrklavia turen) auch für automatische Klaviere und Klavierhammer (Nr. 939, 940 des Statistischen Warenverzeichnisses». Berlin, den 22. Oktober 1916. Ter Reichskanzler. Im Aufträge: M ü l l e r. Bekanntmachung. Auf Grund des 8 2 der Kaiserlichen Verordnung vom 31. Juli 1914, betreffend das Verbot der Ausfuhr und Durchfuhr von Eisenbahnmaterial aller Art usw., bringe ich unter Aufhebung der Ziffern 2 und 3 der Bekanntmachung vom 22. August 191 ö Reich-sanAeiger Nr. 197) nachstehendes zur öffentlichen Kenntnis: Es wird verboten die Ans- und Durchftihr folgender Waren: Fahrzeuge, zum Fahren auf Schienengleisen bestimmt,, ein- schlieUich der EtnAellelle (Ersatz- und Reservewlle usw.) zu solchen der Nr. 913, 914 a bis e des Statistischen Warenverzeichnisses. Ausgenommen vvn diesem Verbote sind die zur Personen- oder Güterbesördermig im Betriebe der öffentlichen Ber- kehrsanftalten oder im kleinen Grenzverkehr benutzten Fahrzeuge und die zu solchen erforderlichen Einzelteile (Ersatz- und Reserveteile usw). Berlin, den 20. Oktober 1916. Der Reichskanzler. Im Aufträge: Müller. Lo plötzlich kam die Trauerkunde, Gebrochen sei dein junges . Herz. 0 Gott, wie schwer war diese Stunde, Wie unaussprechlich nun der Schmerz. Wie hast du wohl in letzter Stunde, Gesehnt dich nach dem Elternhaus. Nun ruhe sanft, du lieber, guter, 0 braver Sohn, geliebter Bruder, Sollst nie von uns vergessen sein. Ruhe sanft, du gutes Herz, Du hast den Frieden, Wir den Schmerz. Plötzlich und tieferschüttert erhielten wir die traurige Nachricht, daß am 30. Oktober infolge seiner am 19. August erhaltenen schweren Verwundung in einem Feldlazarett unser innigstgeliebter Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Wilhelm Paulus Krie&sfrelw. i. Inf.-Rcgt. 116, Inhaber d. Eisernen Kreuzes im blühenden Alter von 21 Jahren den Heldentod fürs Vaterland gestorben Ist. In tiefer Trauer: Christoph Panlns nnd Frau Heinrich Paulas, Sanifcätsfddwebel, nnd Familie Kherhard Paulas, z. Zt. im Feld, and Familie Ludwig PfeifTer, Utffz. im Ers.-Batl. 115, und Frau geh. Paulus Slelchior Paulus, Utffz. z. Zt. im Feld, und Frau Marie Paulus. 8016 Allendorf a. Lda.. Gießen, Mainzlar, Groß-Felda, 7. Nov. 1916. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer teuren Entschlafenen Elisabethe Döll geb. Jockel sagen wir allen Verwandten und Bekannten herzlichen Dank. Ganz besonders aber danken wir Herrn Pfarrer Keusch für seine trostreiche Grabrede, sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Döll. Sin MWttil zu verkaufen. Näh. i. d. Ge» schänsstelle d. Gieß. An?.. P 131 * Om»] vslgiorKiesstRammler» z. verkaufen. Volk«»»«»»» 17. ü»d imcid. lim v erk. Nuddestratze 4 .""in Lachtauben 0131271 Babnbofstr. 26 H. Ist Eütol-Best. •Päumon- CaS6od.Wohn-SH>cekäiis- haas iBahnhof- oder Berkehrslage) zu verkaufen. Off. von Selbstverkäufer oder Bernrittler an Hermann Krause, postlagernd Framk- fart mb Ulla. _[80018s,, Wo Nieder-Ohmen, den 7. November 1916. [7993 Todes-Llnzeige. Am 5. November entschlief sanft nach langern schweren Leiden unser lieber Pflegesohn Friedrich im Aller von 20 Jahren. ^rau Job. Schmitt Ww., Teufelslnstgärtchen26. T)ie Beerdigung SM um Beerdigung findetMittwochden 8. November, 2Vs Uhr von der Kapelle oes Neuen Friedhofs statt. 013138 Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung preiswert die ( Brähl’sche Universitäts-Druckerei, Scbulstr.7 irme johne Bezugsschein] Alle Reparaturen schnell und preiswert Gebrüder Waag Schirm-Fabrik Gießen, Seltersweg Nr. 58 gebraucht, gut erhalten, sofort gegen bar zu kaufen gesucht. Offerten unter O. D. 796 an die Exp. 7898hv Der gegen den Gefreiten Emil Krämer wegen unerlaubter Entfernung unter dent 16. 8.16 erlaffene Steckbrief iit erledigt. l80I3O Gießen, 5. November 1916. Gericht i?es 1. Ers.-Batls. In- fanterle-Regiments 116. Echtes Glycerin und die noch bekannten Hautpfleiiemittel empfiehlt in großer Auswahl Central-Drogerie, Scliulstraie Emil Karn. 7624 Schirme werden antgebessert und i., uev ttberxogen Schirmfabrik ßudde H Co. 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