Nr. 282 Der Gietzener Anzei-er erscheint tätlich, außer DonntcchS. - Beilagen: Gietzener 5anck!ienbiat1er: Kireisblott für den Kreis Siehe»,, vezu-rpreis: monatl. 90 Pf., viertel- »ahrl. Mk. 2.65: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 80 Pf.: durch die Post All. 2.45 viertel- lährL. ausschl. Bestellq. Fernsprech - Anschlüsse: fürdieSchristlei1unq112 Verlag,Geschäitsstelleöl Anschri'tfiirDradtnach'- ridbtcn: Anzeiger Siegen Erstes Blatt Donnerstag, 30. November (916 P |66. Zahrgang — ~~ Annaünie von Anzeigen die Tagesnummer bis ^uin Nachmittag vorher. 5eilenpceis, s. Anzeigen: örtlich 20 Pi.. Ver- inietungen u. Stellenge- sriche 15Ps., ausrvärtS 25 Pib. Vlayvoffchrist 30 Pf., Reklamen 7b Pi., bei Platzvorschrilt 90 Pf. Hanptschriitleiter: Aug. Go eh. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aug. Goet;, Stadl und« Land, Vermischtes mGe-i richtssaal: Fr. R. Zenz.t . , ... 'liKCinciitcl: ZMllmgrrund-ruck u. Verlag: vrühl'sche Umv.-Vuch- u. Zteinöruckerei R. Lange. Zchriftleitung, Geschaftzstette n. flrwfem: Zchulstr. 7. sämtlich in Gießen. Postscheckkonto: 5ranffu»1 a.M. U686 General-Anzeiger für Oberhessen Vankverkehr: Gewerbebank Gießen stsient §iehenhkTMK§. (WTB.) guart ier, Westlichcr Kricg § schanplatz: Heeresgrnppc desGcneral- se! d ui a r s ch a l l s Kronprinz Ru pp recht von Bayern: Bei Givenchy, südwestlich von Lens, scheiterte der im Nebel erfolgende Vorstoß einer englischen Konrpagnie. Im Sommegebiet nahm in den Abendstunden das feindliche Feuer nördlich der Anerc und am St. Pierrc-Vaast-Walde zu. Oeftlicher Kriegsschauplatz: Front des Generalscld- marschalls Prinzen Leopold von Bayern: Nichts Wesentliches. Front des Generaloberst Erzherzog Joses: In den Waldkarpathen und an der siebenbürgischen Ostfront führte der Nnffe gestern an vielen Stellen gegen die deutschen und österreichisch-ungarischen Linien Angriffe. Er erlitt eine Niederlage. Kleine örtliche Erfolge hat er mit blutigen Opfern erkauft. Die Armee des Generals der Infanterie von Falkenhayn i st auf der ganzen tva l ach is ch en Front im siegreichen Vordringen: vor ihm weicht der geschlagene Gegner in Unordnung nach Osten. Balkan-Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. Die Bewegungen der D o n a u a r m e e stehen in Ucber- einftimmung mit den weiter nördlich operierenden Kräften. In der Dobrudscha nur geringe Gefechtstätigkeit. Maherronische Front. Nach dem Scheitern der Entlastungsoffensivc der Entente von Süden her führte der Feind gestern nur Teilvor- Whe nordwestlich von Monastir und bei G r n n i st e (östlich der Ccrna) aus. Aruh dabei hat er keine Vorteile erringen können. Der Erste Generalguartiernleister Ludendorff. * Berlin, den 29. Novencker 1916. abends. (WTB. Amtlich.) Nördlich der Somme bei Serre und Sailly lebhaftes Feuer. An O ft f r o n t S i e b e n b ü r g e n s griffen Russen erneut an. Abfthluftrnetdung fehlt. P i t e ft i i ft genommen. An Monaftirfront Ruhe. Die erste Lesung des Gesetzes über den vaterländischen Hilfsdienst, die gestern im Reichstag stottgefunden hat, war in ihrer geschlossenen Stimmungseinheit äußerst eindrucksvoll. konnte im übrigen natürlich nicht viel Neues zeitigen. Fm Vordergründe stand eine kurze Ansprache des Reichskanzlers. Er blieb streng bei der Sache und ließ sich auf keinerlei politische Erörterungen über bestimmte Ziele und besondere Vorhaltungen seiner Widersacher ein. Ex glaubt und vewtrcnlt aber auf einen „unsere Zukunft sichernden Frieden", und sein Wort von dem seine „Buße zahlenden Rumänien", das nach der Berechnung der Feinde den großen Umschwung im Kriege hatte herbeifübren sollen, machte einen erfrischenden Eindruck. lieber das Anbeits- pflichbgesetz selbst brachte er nur allgenreine, von innerlicher Ueberzeugung und anfeuernder Abwägung der Pflick- ten getragene Empsehlrnrgen vor. „Die Motive dieses Gesetzes sind nicht am grünen Tisch erdacht, sie sind draußen im Trommelfeuer geboren." .Herr Bassernraun griff in der Aussprache später auf diese Worte des Reichskanzlers zurück, indem er feststellte, daß diese gesetzgeberische Tat der Heeresleitung zu verdanken sei, dem „Atunitions- und Hin- derrbuvgprogramm". Es wird also nachdrücklich bestätigt, »vas wir früher geschrieben haben, daß die Löwenarbiüt unserer Kriegspolitik von den Rääunern gemacht wird, die zugleich das Schwert führen. In der Rede des Reichskanz- lerS, die wir mit dein ausführlichen Sitzungsbericht erst morgen dem Wortlaut nach wiedergebeu können, weil uns heute die betreffende Postsendung nicht rechtzeitig zugegangen ist, stand auch das wiederholte Bekenntnis von dem „guten Gewisien", mit dem wir „als die ersten und einzigen bereit waren undbereit sind, den Krieg durch einen unsere Zukunft sichernden Frieden zu beendigen." Mit großer Aufmerksamkeit wird das deutsche Volk die Sätze lesen, die nach dem Reichskanzler der Kriegsminister v. Stein gesprochen hat. Da wehte Luft aus den Schützengräben. Er zeichnete Stimmungen, denen wir schon öfters begegnet sind, denn wie verschieden klingen die Berichte unserer Soldaten, die aus den: Felde für kurze Zeit iw die Heimat zurückkehren! Sie harren und halten treue Wacht, ohne es inrmer hell übersehen zu können, wie ihr Helden- tum dem Großen und Ganzen nützt. Andere, die einen Be- wegungsseldzug mitmachen, wie die Teilnehmer an dem rumänischen Feldzug, werden auf Grund ihrer sichtbaren Erfolge sich oftmals ganz anders äußern. Tie Kriegführung vollzieht sich nicht überall und zu allen Zeiten und Gelegenheiten in gleichen Bahnen. Man sehe auf die Westftont, wo Tod und Verderben wütet, ohne daß nach außen etwas Sichtbares geschieht: allein diese Känrpfer ermöglichen es Hindenburg, zu aktiven Schlägen im Osten anzusetzen. Wir brauchen Menschen, aber da wir sie nicht in der großen Ueberzahl haben wie die Gegner, so haben wir an den Ver- teidignngsfronten die Kriegsmaschine um so nötiger. Die Helden, die in ihrer Minderzahl dem überlegene»» Feinde gegenüber kämpfen, sollen neue, vermehrte Mittel zumAus- nnd Durchhalten bekommen, das wird durch das »»ene Gesetz ermöglicht. Der Geist unserer Truppen ist g»»t, besser als in den anderen Lager»», und er wird sich von der »»cnen Mobilmachung in der Heimat gehobe»» fühlen. Staatssekretär Dr. Helfferi ch war der dritte Redner. Er ordnete vor den Augen der Volksvertretung die wirtschaftlichen und statistischen Grundlagen der vorlicge»»den Gesetzesarbeit. Und dann sprachen die Vertreter der Parteien, alle »in Geiste der Zustimmung und Förderung der vaterländische»: Sache. Herr Spahn vom Zentrum sprach von der Mitwirkung und Einwirkung des Reichstags, die mit dem Kriegsamt zusaurmengehen müsse? Herr David hielt für die Sozialdemokratie eine in Ton und Tendenz anerkennenswerte Ansprache, inden» er die Scheidenrannschen Aeuße- rungen über Friedensschluß in einer Weise interpretierte, die es zeigt, daß er selbst die „Mißverständnisse", die durch Scheidemann in die Welt gelangt sind, nicht billigt. „Wir wollen unter keinen Umständen, daß unsere braven Feldgrauen Mangel a»» Munition u»»d Geschützen »nit ihrem Blute zahlen. Das ganze Land soll »nit seiner ganzen Kraft hinter ih»»en stehen." Dann kommen die Vertreter der Liberalen. Bassermann und Payer, die für die Vorlage gute Worte einlegten, Graf Westarp für die Konservativen, der die lleberzeugung äußerte, daß wir den Feinden späterhin den Frieden aufzuzwingen vermöchten. Der Chef des KriegsamteA, General v. Grüner, sprach in temperamentvoller Weise, wie nach Rumänien auch die Engländer und „diese ganze Gesellschaft" belehrt werden solle. Er unterstrich es, daß es sich bei der Vorlage um ein sittliches Gesetz und kein Zwangsgesetz handle. Morgen erfolgt die zweite Lesung. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 29. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlantbart: 29.Noveinber 1916. Oeftlicher Kriegsschauplatz. Heercsfront des Generalobersten Erzherzog Josef. Die Armee des Generals der Infanterie von Falken- Hayn ist in der Walachei in siegreichem Vordringen. Starke russische Angriffe in den Waldkarpathen und an der siebenbürgischen Ostfront scheiterten an der zähen Ausdauer der österreichisch-ungarischen und deutschen Truppen. Unsere Stellungen sind behauptet. Um einzelne Grabenstücke wird noch gekämpft. HeeresfrontdcsGeneralfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Keine besonderen Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplatz. Lage unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r. Feldmarschalleutnant. ' . * Der Luftangriff auf England. London, 28. Nov. (WTB.) Amtlich. Nach den letzten Berichten über den Zeppelinangriff ist der Schaden sehr leicht, obwohl über hundert Bonrben cck^ewvrfen wurden. Eine Fron starb vor Schreck, 5 Männer, 7 Frauen und 4 Kinder sind verletzt, 35 .Häuser beschädigt. Kein nrili- tärischer Schaden von irgendwelcher Bedeutung wurde angerichtet. Veränderung in der englifchen Admiralität. London, 29. Nov. (WTB.) Meldung des Reuterscheu Bureaus. Unterhaus. B a l f o u r teilte mit, daß Admiral Jellicoe an Stelle von Sir .Henry Jackson z»»m Präsidenten: der Marineakademie in (Greenwich ernannt worden ist. Beattle wurde znin Befehlshaber der großen Flotte ernannt. (Beifall.) Balfour teilte weiter mit. daß man schon seit längerer Zeit den Beschluß gefaßt habe, diese Ernennungen vorzunehmen, daß die Verlautbarung davon aber aus militärischen Gründen verzögert »norden sei. Die Ernennungen würden »roch »veitere Veränderungen in der Admiralität zur Folge haben. * Ter bulgarische Bericht. Sofia, 29. Nov. (WTB.) Bulgarischer Generalstabsberichk vom 28. November. Mazedonische Front: Nack äußerste»' siorker Artillerie- vorbereichng griff tzer Fei»»d mehnnals a»»f der Fro»»t Trnorm. imrdmestlich Monastir — Höhe 1248 nördlich Monastir in der Ebeni von Monastir — Höhe 1050 in» Cerna-Bogeu. die Höhen in der Umgebung des Torfes Gr uni sie an. Tie »viederholten Angriffe wurde»» auf de» garlzen Front von bul-garisä>e»t und deutschen Trup- ven unter n»ächtiyer Artillerie-Mitwirbrng blutig abgewiesen. Die Verluste des Gegners si»»d eirorir». Vor unseren Stellungen liegen Hunderte von ^Leichen : vor dem Abschnitt eines einzigen Bataillons, des tavferen 51. Infanterie-Regiments zählten wir 300 feindliche Leiche»». Nicht minder stark »varen die Angriffe des Feindes mrd sein Artilleriefeuer im W a r d a r - T a l e. Hier griff der Feind verzweifelt unsere vorgeschobenen Stellungen bei dem Torfe Kn'chteli, südwestlich des Toiran-Sees an. Er itmTbe blutig zurückgeschlagen und ließ eine große Anzihs von Leichen auf den» Schlachtsclde. Wir erbeuteten sechs Maschinengewehre, zahlreiche Gewehre und anderes Kriegsmaterial. Ai» der Front der Belasica Planüra und an der Struma lebhaftes Artillericseuer. Auch hier zählten wir 125 feindliche Leichen. Mit cinein Worte, dieser Tag kann infolge seiner groißartigei» Kampfhandlunge»» als einer der heftigsten Kamvstage an der mazedonisckie»» Front gelten. R u n» ä i» i» ch e F ron't: Fn der Walachei setzt die Donau- a r m e e ihren Vorn»arsch fort: sie ist »nit den oerlnindeten Truvpen, die aus den Kärpathe.n hei'ahgesticgen sind, in enge Fühlung'ge- trete»». Unsere aus dem linken Donauufer vorrückcnden Truvveck griffen Giurgiu an und eroberten, unterstützt von unseren Ein- tzeite»», insbesondere der Artillerie voi» Rustschnk, sowie von österreichisch-ungarischen Monitoren, »rach einem erbitterten Kampfe, der von 11 Ubr vormittags bis 4 Uhr nachn»ittags andauerte, die Stadt. Tie rumüirischen Truppen und die Bevölkerung stoben, von einer Panik ergriffen, gegen Bukarest. An der Dona u stromabwärts Rustschük bis Eernaooda Artillerie- mrd Jnfanteriefeucr. In der T o briud s ch a Artilleriefeuer. Der „TempS" über Rumänien. Bern, 29. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) In einem Leitartikel führt „T einp s^zum rumänischen Rückzug unter anderem aus, die rumänischen Truppen hätten zwar noch Schlagkraft, aber Refervemangel. Sollten die Russen recht- jturig etntrcftcn, so konnten sie die Hauptstadt retten. Rußland habe das unmittelbarste Interesse daran, den Oesterreichern und Deutschen den Weg zu versperren. Die Entfernung lldocki. sowie die ungenügenden Eisenbahnen seien seiner Berwrrklrchung der Absicht hinderlich. Nach der überwiegenden Bedeutung iedoch, die Hindenburg dem rumä- imchen Kriegsschauplatz aufdrücke, könne man diesen Kriegsschauplatz nicht mehr als sekundär ansehen. Mit der Invasion der Walacher wolle Hindenburg nicht nur ein ge- rreidereichcc' ^and und ein neues Pfand in die Hand bekommen, sondern er erwarte davon den unmittelbaren Vorteil, ~}£ vjwnt utn 600 Kilometer verkürzen zu können. Der Artikel jchl retzt: ^ r Notlage Rumäniens ist nur vorübergehend. Aus 'keinen vsall. wrro ne den Umsmrg des serbischen Unglücks vom Vorjahrs errermen. Wir leiden gegenwärtig unter den Prüfungen unserer UUuerten. Wir dürfen iednw iekt nickt ixnr Mn! nertieren und Au» Stadt «nd Land. Gießen, 30. November 1916. Die Frau im Weltkriege. Aus Veranlassung des HaustrSundes für Gews^e, Handel und . ar dürpen jedoch jetzt nicht den. Mut verlieren und 'ookren ruhrg Blut behalten, um zu handeln und baldmöglichst die Verhältnisse wieder ausglcichm." In einer militärischen Betrachtung schreibt „Temps" zur Lage in Rumänien unter anderem, die Einnahme der rumänischen Hauptstadt wäre ein bedauerliches Ereignis bei der gegenwärtigen Lage, jedoch von durchaus sekundärer Bedeutung. Wichtiger dagegen ist, daß die ru- wcrnische Armee dem gegen sie gerichteten Manöver ent- schlüpft und die russischen Truppen erreicht. Sind aber keine russischen Kräfte über Bukarest nach Alexandrien unterwegs, so ist der rumänische Feldzug gefährdet. An diese Ausführungen knüpft „Temps" die Bemerkung, die alliierten Truppen in Mazedonien könnten ziemlich große Verstärkungen brauchen, da zu befürchten sei, daß die Deutschen, wenn sie ernen entscheidenden Sieg in Rumänien errängen, gegen Saloniki marschieren würden. Der türkische Bericht. Konstantinopel, 28. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht. Kaukasusfro nt: Scharmützel zu unseren Gunsten. - I o b r u d s ch a f r o u t: Unsere Truppen warfen durch! Artillerie- und Jsnfanteriefener feindliche, seit einigen Tagen milk Berichanzungsarbeiten beschüstigte Truppen aus ihren Stellungen Nwvei stc ihnen schwere Verluste znfügten. > DtoUau front: Unsere Truppen, die die Donau übcr- schrrtten, haben am 27. November Alexandria besetzt, wo sie eme Lokomotive, 140 Wenhahnwagen und eine große' Menge Lebensmittel erbeuteten. * Nach Rumänien Italien? Bern, 29. Ncov. (WTB. Nichtamtlich.) In der italienischen Presse wird verschiedentlich die Befürchtung ausgesprochen, daß nach Erledigung Rumäniens Italien durch eine Hindenburg- Offensive bedroht werden würde. In diesem Sinne äußern sich „Idee Nazionale" und auch „Popow Romano", der unter anderem schreibt, daP die -Möglichkeit einer Hindenburg-Offensive Italien von der Beteiligung an dem sogenannten Manövrier-Heer der Entente ausschließen müsse, weit Italien zuerst cm die Sicherung ferner eigenen Grenzen denken müsse. — Dieser Hinweis /zeigt bereits deutlich, warum man in Italien von einer Hindenburg-Offensive spreche. Griechenland. Bern, 29. Nov. -WTB. Nichtamtlich.) „Eorriere deUa Sera" meldet aus Athen: Anzeichen von Widerstand scheinen o herrschenden optimistischen Erwartungen zu trüben, ^.etzte Nach, hielten Autwenizelisten :md Reservisten-Offiziere eine Geheimsitzung ab. Ungewöhnlicherweise werden Ossiziere auf Mili- tarautos abtransportiert. Ter Berichterstatter fügt hinzu: Selbst- vM^mdlech verstärken die Nachrichten aus Rumänien die Wider- stendsabsrchten. Die annvenizelistische Agitation breitet sich in Thessalien werter aus. Auch in Larissa und Tinoli nimmt die Agitation gegen die Bemzelisten in bedrohlichem Maße zu. Amsterdam, 29. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Einem hiesigen Blaüe zufolge wird der „Times" aus Athen gemeldet, daß die kritische Lage fortdauere. Man vertagte den K r o n r a t anschei- nend m der Hoffnung, daß bezüglich der Auslieferung der Geschütze ein Vergleich mit Fournet möglich wäre. Dieser scheint aber nicht geneigt zu fern, nachzugeben. Fournet besuchte mehrere Geschäfte von Benrzeüsten m der Herwesstraße und sah selbst die roten Kreise, mit welchen ste während der Nacht bezeichnet worden waren. Wenn die Drohungen gegen die Benizelisten auch nur zum Teil ausgesuhrt würden, ohne daß vorher entsprecheiche Maßregeln! unternommen werden, würde das eine Schwächung, wenn nicht den Zusammensturz der venizelistischen Partei bedeuten. *' Die Geheimfitzurrgen der französischen Kammer. Wy- lWTB.) Meldung der Agence Havas: Dce Kv-mmer trat heute, wie dies vor einer Woche beschlosseni worden >var, zu der Geheimsitzung zusammen, um die vielen Interpellationen zur politischen, diplomatischen und militärischen Lam, uz besprechen Tie Tribünen würden für die Oeffentlichkeit um ?I 2 Uhr nachmittags geräumt. Tie Geheimsitzungen werden sich über mehrere Tage erstrecken. Industrie, Ortsgruppe Gießen, sprach gestern abend * 1/2 Uhr in der großen Aula des wripersitätsgebckides Frau Lkdeke Schreiber Krieger über die Dienstpflicht der Frau. Die Re-nerin, die ihre Darlegungen in sachlicher Form und klarer Sprache vortrug, führte etwa folgendes aus: Als der Weltkrieg ausbrach, habe er sich so dargestellt, als ob drc Rolle der Frau auch in öfefem %i**e dab klaqtose. Dulden feirt; jocroc.. Daß. sie alles schtveigend ertragen Ijafo?, habe sie auch in d^sem Kriege ausgezeichnet. Nicht nur die GröGe des Leides unter- Ichnde das Los der Frauen von dm: FrauensxMrksalen früherer Kriege. Neben dem Dukden sei «ich das Handeln der Fr«: hervor- getreten. Man habe an sang? nur an den Brrn-und^eiiMenst gedacht ^hre Kräfte seien dabei gewachsen Md vtetes LE> sei gemildert wordm. Tie Rednern: beklagte nur, die BerUfsorgmiisatvon der Krankenpflegerinnen nicht im elften .Kriegrjshre herangezoqen worden sei und sich daher nach Oesterreich habe wenden mckssen, wo sie viel Segen gestiftet habe. Im ZufaMm«:1Üauss d«mtt bedauerte sie, dap verdienstvolle Krankenpflegeriimen iin Frkde nicht dnrcb das Eiserne .Kreuz ausgezeichnet würden. Neben der .Krsmkenpftege und der wissenschaftlichen Beihilfe habe sich recht bald eine OBg-anisation des national«: Frauendienstes für die Bedürftigen jeder Art gebildet. waren! sind die Bertvaneiisperst»n«-i zwischen den Hilfesuchenden und den Behörden geworbim. Die Wohnungsfrage habe die Mietseinigungsämter hervorgerufen, in denen sich Frauen besonders auszeichneten. Die Fähigkeit der Frau, Streitigkeiten zu schlickten, wird nach Ansicht der ReSnerin zu wenig zur Entlastung der Gerichte angewendet. Die Fürsorge fite ODachwst^ die Sorge sür die geflüchtet«: Ostpreußen, die Notwendigkeit, die Haus- Pflege weiter aUszudehnen, die Pflicht, fite die Wöchnerinnen zill sorgen, die Errichtung von Heimen für 5kri»gKmütteU und Alleinstehende, sowie die BerrEtung des Arbeitsdienstes hätten der Fräu neue große Aufgaben gestellt, die sie glänzend losten. Die Ausnutzung aller Reste, wie Wolle, Papier, Kerne, die Sammelstellen usw. hätten ihre organisatorischen Fähigkeiten vollauf erwieien. In der Ernährnnasfrage hätten teie Frauen mit mrler Ausopserung die Kleinarbeit übernommen. Es sei bedauerlich,. daß die Fran nicht im geeigneten Moment zu großen Entschließungen auf dem Gebiete der Evnahrungssragen mit herangezogen wordeii se:. ^er sozialen Arbeit der Frau sei es mit zu danken, daß fern Hungerkrieg ausgebrochen sei. Tie Hauptsolle dsr Frau sei je-! dom als. Trägerin der deutschen Volts Wirtschaft zugesallen.! Frauen wirkten jetzt überall. In allen Industrien sei der Prozent- iatz der Frauen erheblich gestiegen, und ihre ArbeitSleisttniz werde ?^.vouwerttg anerkannt.. Trotzdem stäirden die Frauenlöhne erheblich hinter denen der Männer zurück. Man sei berechtigt anzu- nehmien, daß die Frau eine besmrdere manuelle Geschicklichkeit für Qualitätsarbeit habe. Lob und Tank gebühre vor allem den Frauen Lloydsmeldung Dampfer „Rhvna" und der griechische 'C fyx ist 0 ph 0 t u 6" sind gesunken. Der brü- griechische Dampfer soziale Tätigkeit der gebildeten Frau notwmdig. Soziale Frauen' schulen würden viel Nützliches leisten. Auch für srei.nMige Betätigung aus sozialem Gebiete bleibe noch freies Feld. Tic Frauenarbeit mackie sich mich schon in der .Kommune nützlich. Tie Frauenbewegung finde in diesem Kriege alle ihre Forderungen berechtigt, ^azu gehörtm Unter ^anderem auch die Fordernngm in d-er Behandlung der Prostittltionsfrage, in der sexuellen Pädagogik und m Duldung der unehelichen Kinder. Eine Airfgabe der Frauen und des Staates sei es, für die Krtegskistder besonders zu sonzm Tie Bevölkerungspolitik habe nur die Frgu als Gebärerin im Auge aber die Mutterschaft, die höchste Aufgabe der Frau, ziehe sül) durchs Seele der Kinder auf der Höhe zu halten, dasi sn hockiste Mutterausgabe. Neue Werte auf allen Gebieten zu schaffen, ,et die Frau mitberusen an der Seite des Mannes. Dazu sei aber notwendig die Polittsrerung der Frau. Auch hier habe btte Welttrieg die Entwickelung der Frauenbewegung beschleunigt. w ** Regierungsjubiläum des Großherzogs Ernst Ludwig. Unser Grvßherzog begeht am 13. März Jubiläum seines 25jährigen Regierrmgsantritts. Die Stände des GroßherKogtums haben in vorläufigen Besprechungen in Aussicht genommen, von tauten Festlichkeiten, die die schwere Zett nicht zuläßt, selbstverständlich abzusehen, aber doch der Dankbarkeit und Verehrung des Hessenvolkes für seinen Lcrndesher-rn einen tveithin sichtbaren, dauernden Ausdruck zu geben. Es soll hiernach eine Sammlung durch das ganze Großherzogtuni, bei der auch die kleinste Gabe hochwiilkommen sein wird, stattsinden, und ^bse Volksspende dem Großherzog anr Jubiläumstage als Jubiläums st i f tun g zur Schaffung eines Erholungsheims für hessische Krieger übergeben werden. Ein Erholungsheim für die hessischen Krteacr in diesem Weltkriege wird nicht nur jetzt, sondern auch noch in ^ah-rzehnten als eine große Wohltat enlpfunden werden, schon jetzt wird sie von den Beteiligten erstrebt. Daß das Erholungsheim, wie von einem Berichterstatter behauptet wurde, inehrere Millionen kosten würde, trifft nicht zu. Man hofft in Rücksicht aus den vortrefflichen Zweck der Jubiläums stifturkg, die mithelfen wird, einen Teil der großen Dankesschuld des Vaterlandes für seine Kripger abzutraqen, eine Summe zusammenbringen zu konrien, die alsbald gestattet, mit dem Bau des Erholungsheims zu beginnen. Mit der Organisatton der Smnmlung ist man eben bescbäfttat ** Amtliche Perso naln achrichte n. Der G r o ß- Herzog hat zum 19. Novenider dem Zeichenlehrer an denr Neuen ZH'unasu'M zu Mainz Adam G ö tz anläßlich seines 50jähriaen Dlensyubüaums den Charakter als Rektor erteilt. — Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde vom Groß Herzog verliehen an Johann Baptist Müller zu Hechtshelm. 6 r ■ *u 1 ^ "? i.e.i ch n u n g. Der Füsilier Heinrich Becker von wer beim Komgln Augusta-Regiment Nr. 4, erhielt die Hessische TapferkeitSmedaille. ^ 11 1 ; r Milchversorgu.nsin Giößcn. In dem unter dreser Uebesfchrrst gestern m unserem Matte erschienenen Artikel des Herrn Spezialarzt Dr Klein jr., auf de sie n. Wichtigkeit wir nochmals hinwersttl möchten, sind einige sin^eMstellende Setz- fehl e r stehen -ebstebe«, dje hienvck bcÄchÄ«t werden mögen Sv muß es unter antzevem Hepwn: Zeile 1 statt Ntzende auch der un verflossenen Jahre durch den Tod enttisseneuj i'Kitglieder gedachte, zu deren Ehren sich die Anwesenden vonj ihren Sitzen erhoknn, wurde die Versammlung von Direktor Mayer geschlo,sen. ^ Kommerzienrat Karl Junker, der Seuiorchef der -nrma,Jmcker & Ruh, ist iu Karlsruhe am 2b. ds. Mts. i.n Alt^r von Ti Jahren gestorben. Der Verstorbene, der in Gießen geboren war, machte sich im Jahre 1868 in Karlsruhe als Wtechamker selbständig und ging dann im Verein mit seinem Teilhaber August Ruh zur Fabrikation von Nähiiiaschinen, Oefen und Gasherden über. Das Geschäft erweiterte sich so, daß es heute mit zu den ersten und bekanntesten seiner Branche in Deutschland gehört. ^ ^ ö d l i ch e r U n f a l l. Am 29. November, abends 3.0/ Uhr, ist der Hilfsbremser Horst aus Gießen in Butzbach von dem Eilzug 6018 überfahren und getötet worden. ' . ** Aus dem Stadtthcaterbnrean. Auf die erste Wiederholung des Ludwig Thoma-Abends mit den köst- sichen nmen Wirattern „Tie kleinen Verwandten", „Dichters Ehrentag' und „Brantschau" in der morgigen Freitcvgs-Abonne- mentsvorstellung sci auch an dieser Stelle Kngewieseu. — W ist Ider Bühnenleitung gelungen, für Montag, den 4. Dezember, ein! Giefamtgiastspiel des Frankfurter Neuen Thca- ters mit ,dem Sckiauspicl „Yorik" des spanischen Dicksters T. Man u e l T 0 m a p 0 y.Baus zu ^gewinnen. Das Werk btt Ende Oktober m Frankfurt seine deittsche Uraufführung erlebt und dort so großen, geradezu enthnsiasüschen 'Zeisall gefunden, daß das Neue Theater sich entschlosien hat, das Schauspiel auch auf einigen Gastspielen zur Ansführung zu bringen. Mit durchschlagenldem Erfolge fand ein solches Mstspiet bereits in Bad-Nmiheim statt. Bestellungen für den hochinteressanten Theaterabend tverdeu in den Kassenstunden rm Theaterbureau entgegcngenommen. L i ch t s p i e l h a u s , Bah n h o f st r a ß e 3 4. Unwider- Vitflict) wird nur heute und morgen ein Senny Porten-Film ge- geoen: die tragische Film-Posse in 4 Akten .Die Räuberb'-nltt". Dazu Homunculus, 2. Teil. Landkreis Gießen. ga. Grünberg, 30. Nov. Mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurde Musketier August Rohm, zurzeit verivuudct in einem Lazarett in Gießen. — Musketier Heinrich T h e i ß wurde !J l .r n Atzten Kämpfen zum Gefreiten befördert und erhielt das l,lserne Kreuz 2. lllasse. Er hat deu Krieg von Beginn an in der 6. Kompagnie Infanterie-Regiments (Kaiser Wilhelm) Nr. 116 mitgemacht. i Grün ber g, 30. Nov. Bei wetteren Emberusnngen von Eisenbahnern, sott der erste Zug auf der Strecke Grün borg — ausmllen. Das würde eine empfindliche Schädigung aller m Betracht kommenden Gemeinde.!: bedeuten. Eher dürsten die anderen Züge aussallen als gerade dicher, denn dieser Zug bringt ttne Anzahl Fabrikarbetter m unsere Stadt, die ebsn in .fbrtea^- nldustrle beschämst sind. Es ist auch der Schülerzug ster die Schiller der «1 schoueni Aufschwung begriffenen hiesigen Realschule -Für die Gemeinden an der Bahnstrecke ist der Frühzivg besold so wichtig, well Leute rhu m der Muter zett benutzen Timen, um die AuschilnßAuge zu erreichen und doch an einem Tom telAer heiMMkomnten. Ta die in Betracht kommenden Gemeinden Hunderttausend Mark zur Eisenbahn beigestsnert und iWrM. ri 501 ! Z^oerttisten zu tragen haben, hofft mau, daß die Bestrebungen, den wuhttgsten Zug auf der Stwöck^ zu erhalten Erfolg ^ibem und daß das GrvWerz-sBiche Ministsrtt«u das um slnn«: B ustand gebeten wurde, eine so sMWkDe Gemeindernteressen wohl nicht zulaissen wird. 1p. Hungen, 30. Nov. Leutnant d. Res. Walter Seibert, der bei Sneg*6eaiw« als Freiwilliger ins Feld zog und mit dein Eisernen Kreuz und der Hessischen Taplerkeitsmedame ausgezeichnet wurde, hat den Heldentod iürS Vaterland erlitte»:. — Aw den: schrankenlosen Ncbergang über die Laubacher Bahn beim hiesigen Bahnhof ful>r eine Ra»:gier-Lokomotive in die hiesige Schafherde, wobei vier Schafe getötet wurden. k. Lich, 30. Nov. Auch unsere Stadt wird durch ben Wegfall des e r st e n Zuges von Gr ü n b e r g u ach Li ch schwer geschädigt. Es ist der Zug, den die Bewohner der anliegenden Ortschaften benutzen, um hier ihre Geschäfte flu machen, tri kverden deshalb auch von hier alle Bestrebungen unterstützt, um gerade diesen Zug im Interesse unserer Stadt zu erhalten, da die anderen Züge nicht von der Wichtigkeit sind, »vie gerade dieser erste Zug. b. Steinbach, 30. Nov. Musketier Karl Reuschlinq' jüngster Sohn des verstorbenen Landwirts Ludwig Reuschling II. dahier, empsing ivegen Ende Oktober an der Berduniront in schwerstem feindlichen Feuer erfolgreich ausgeführten Patrouillen- ganges das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Kreis Büdingen. 4- Ortenberg, 30. Nov. Leutnant ber Reserve Hebbel, der in den schwerer: Kämpfen des Ostens am 20. September eimei sehr schwere Körperverletzung erhalten hatte imb dann in das Festtm.gÄazarett nach Posen überfülut wurde, ist nun dort am tAb-end des 27. No per.: b er seinen Wunden erlegen. Leutnant Hebbel ivar bei Kriegsausbruch Psarrassistent in Rüsselsheim a. M., wo er m großem Segetk wirkte. Die Nachr^bit von seinem .Heldentod! rief daher ttefe Teilnahme hervor. Bei Kriegsausbruch rückte etz sofort mit seinem Straßburger Regiment aus, nahm an den ersten großen Kämpfen teil, wurde später leicht verwundet, rückte kaum genesen, wieder ins Feld, kämpfte dann bis zu seiner schweren Ber wundung IV 2 Jahre im Osten mit. Für seine hervorragend^ Tapserknt tvar ibm das Eiserne Kreuz 2. und 1. Klasse und die Hessische TapserkeitsMedaille verlieben worden. Die sterbliche Hülle unrd lherher überführt und in der Kirche ausgcbahrt, von hier aus findet dann am Sonntag-Nachmittag 1 / 2 4k Uhr die Beisetzung auf dem diesigen Friedhof statt, wo die Stadt einen besonderen Platz zur Verfügung gestellt hat. Die beiden Brüder stehen ebenfalls im Feld, der Vater ist Ritter des Eisernen Kreuzes aus dem Kriege 1870:71. — Ein nachahmenswertes Beispiel gaben die Schulkinder der ob ersten Schulklasse, aus dem Ertrag ihrer Bucheckern- lnng stellten sie 25 Mk. für die Weihuachtspakete an Ortenbergs: Krieger zur Verfüginig. . . Kreis Schotten. Up. A n s d e m V y g e l s b e r F, 30. November. Dieser Tage durck,zog ein Kn 0 bl a n ch h ä n d l e r unsere Ortschaften und ließ sich für ebnen Kopf Knoblauch den unerhörten Preis von 80 Pfg. befahlen. Obschon her Knoblauch, dessen Kops in Friedens zeit n:it 10 Pfg. bezahlt wurde, ein gen: gekaufter Gegenstand ist, erschien doch unseren Landleure:: der Preis so hoch, daß manche aus den, Kauf verzichteten. Wie sehr dieser .Händler Wucher preise verlangt batte, das zeigte fetzt ein anderer, im Vogelsberg bekannter Knoblauchsmann, der den Kopf mit 40 Pfg. verkaufte mrd dazu Waren erster Güte führte. Kreis Friedbcrg. oa. Friedberg, 30. Nov. Feldbereinigungsgeometer Ritzert von lsier, Hauptmann d. R. in einer Minenwerfer-Formation, nmrde :nit dem Eisenren Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet. — Ter Bizewachtmerster.Äug. Meier, Sohn von Direktor August Meier, wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. — Offizierftelloer- treter Nuß und Schäfer und Waffenmeister Itter von hier erhielten das Kriegsehrenzeichen für Kriegsverdienste. — Der Musketier Karl S cd aas im Infanterie-Regiment 132, der vor kurzem das Eiserne .Kreuz erhielt, wurde zum Gefreiten befördert und erhielt die Hessische Tapserkeitsinedaillc. — Den: Oberbahn- uosSvorsteher Fey hier wurde anläßlich des Geburtstages des 'wroßherzogs das .Kriegsehrenzeichen verliehen. Starkenburg und Rheinhessen. - Groß-Gerau, 30. Nov. Die Schnitzeldarre der üesigen Zuckerfabrik wurde dnrch ein Schadenfeuer teilweise emgeäjchert. Hessen-Nassau. Erplosion und Großfeuer. ---- Griesheim a. M., 30. November. In der Anilinsäbrik entstand durch die Explosion eines Benzolkessels ein Großsener, das an den in großer Menge aufbewahrten leichtentzündbaren Stoffen reiche Nahrung fand und das G eb äude ein äscherte. Der Feuerwehr gelang es, die schwer gefährdete:: Nachbargebäude zu retten. Tie vielen im Fabrikbetrieb beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. ra. Fellingshausen, 29. Nov. Die hiesigen Schulkinder (2 Klassen) haben in den angrenzenden Dünsbergwaldungen insgesamt 14 Zentner Bucheckern gelesen. nt. Frankenbach, 29. Nov. Die Gemeinde hat die Zu - s a m n: e n l e g u n g der Gemarkung beantragt. Es handelt sich um eine Gesamtfläche von 992 Hektar, darunter sehr viel Wald. Die Nachbargemeinden Crumbach (516 Hektar) und Wilsbach (713 Hektar) sind bereits mit großem Eriolg zusammengelegt. [| Marburg, 30. Nov. In den Kreisen Marburg und Kirch- hain ist jetzt behördlich ein Milchablieserungszwang für die Molkereien angeordnet worden. H Amöneburg, 30. Nov. Sparkassenrendant Weißte ck e r wurde zum Bürgermeister der hiesigen Stadt gewählt. [] Kirchhain, 30. Nov. Wie in: Kreise Frankenberg, so ist auch letzt im hiesigen Kre:S die Anordnung getroffen, Genehmigungen zu Hausschlachtungen von der Abgabe einer bestimmte»: Menge Fett für die Industriearbeiter abhängig zu machen. — Frankfurt c. M., 29. Nov. Tie Stadtv erord- netenversammlnng bewilligte 50 000 Mark für den sofortigen Ankauf einer der Stadt angebotenen Kadaver-Vcr- ivettimgsanstalt. Dem Verein zur Beschaffung von Frühstück für arme Schall klltter stellte sie 60 000 Vdark Mir Verfügung. Hierzu bemerkte Oberbürgermeister Voigt, daß für die weitere Speisung, von Schulkindern in den Schule:: umfassende Vorbereitungen in die Wege geleitet seien und daß an diesen Speisungen nicht nur arme, sondern alle Schulkinder teilnehmen sollen. In eingehendem Meinungsaustausch behandelte man sodann die Magistratsvorlage über die Regieschlachtungen in städtischen Anstalten. Ter Vorlage zufolge sollen Schweine in Regie geschlachtet werden, Kälber und Rinder nach wie vor von den Metzgern.^Wurst wird in städtischer Regie hevgestellt. Eine Verteuerung der städtischen Wurst soll nicht eintreten, auch keine Verminderung der Menge aus den Kopf, möglicherweise sogar eine Erhöhung. Die Magistratsoorlage, die ttes in das wirtschaftliche Leben der Stadt einschneidet, fand gegen eine geringe Minderheit Annahme. — Himburg, 30. Nov. Die Handelskammer sprach sich in ihrer heutigen Vollversammlung für die dauernde Beide h a l t u n g ber Sommerzeit ans; sie wünscht sogar eine Ausdehnung aus den Monat April. — Her 3 seld, 30. Nov. Landratlicher Anordnung zufolge darf beim Verkauf v 0 n Gänsen das Pfund nicht teurer fern als 2 Mk. Bei Treren über 12 Pfund darf man sich das Pfund mit 2,5Q Mk. bezahlen lassen. in Minich-eu veröffknrtlicht. enie anschauliche Vorstellung Ein hübscher Einfall wttd in der Reihe „Unmögliche (beschichten" durch» geführt. Da beißt es z. B.: In der Nähe des Jsonzo war ein, Lager aufgeschlagen. Dort dachte dev Soldat Dvmenieo Sparluttt an seine ferne Braut, die er in Bari verlassen hatte, und es wurde ihm sehr beklommim ums Herz. Da empfing er einen Feldpostbrief. Tomeuico überflog das Schreibe:: u:w jauMte aus: Gottlob, es geht ihr gut und sie liebt mich nod) ! — Warrm: ist die Geschichte unlnöglich (Bari liegt in 2lpulien. Folglich kann der Soldat als Äpulier und Änalphabet de:: Brief nicht lesen; abgesehen davon, daß seine Braut auch nicht schreiben kann). — Bn Greenwichs stieg ein Fesselballon entf, der in einer Höhe von 600 Meter unbeweglich stehe»: blieb. Es regte sich ein Lüftchen. Unter den Zuschauern befand sich Rudyard Kipling, der eine Stunde den Ballon unverrückt anstarrte (Unmöglich: weil Rudyard Kipling total verrückt ist, also nicht unverrückt starren kann). — Königin Elena unternahm am frühe:: Morgen eine Spazierfahrt be: Rom in der Richtung Ms Tivoli. Ties blaute der Himmel und d:e Drosseln schmetterten ihr Morgenlied :n die Lüste (Unmögttch: denn kein Singvogel gelangt bis Roin: sie werden immer lanm in Oberitalien abgeschossen). Eine andere humockitische Re:he^ me gleichfalls viel Nettes cut&ült, betitelt sich „Kttegsmärchew Emes dieser Kriegsmärchen erzählt im guten alten Märchenstlle: ,,Es war einmal ein französischer General:ss:mus, der d:e Ossenftve ergriff und dann wirklich siegte." Ein anderes: „Es war emmal in Newyork ein englisches Blatt, und das war deutschsreundluh. Russisch? Verhältnisse nimmt sich das folgende Mmiaturmarchen satirisch aufs Korn: „Es war'einmal e,n russischer Adm:ral dem gab seine Regierung zehn Millionen Rubel, damit er ein ^chlacht- schiss baue. Nach einem Jahre meldete der Admiral, daß das große Schiss fettig sei und dann gab er der Regierung noch Inns Millionen zurück, die er nicht ausgegeben hatte..." In dem „Feld-Bttefkasten" .eines deutfil^amerllamschcn Blattes erhielten die wirklichen oder erdichteten Anfrager manche tressende und witzige Antwort So wurde einer von ihnen aus die Frage. w:e viele Soldaten Deutschland habe, bündig dahin belehrt: „Immer emen mehr, als nötig ist." Ein Leser, der zur Führung e:nes Rechtsstreites in Rußland um die Angabe eines tüchtigen Anwalts ersuchte, erhielt von der Zeitung Hiudenhurg empfohlen, denn, so sagte die Begründung, der macht mit den Russen kurzen Prozeß Einem anderen Leser gegenüber sprach das Blatt aus, daß nach feiner Ansicht Winston Churchill in der Geschichte nicht den Beinamen „Tor Rattenfänger" führen werde. Ein nettes Wortspiel in diesem Briefkasten ist das folgende: „Sie irren: in Deutschland worden die Kriegsgefangenen zwar gespeist, aber nicht gegessen. Es gibtl in Amerika eine ganz bestimmte Form des Krugshumores, :n der wirklich gutes geschaffen worden ist. Da sind die Kriegsaphorismen, die Weisheiten und Bosheiten in allerkürzester Zusarmnendrangung enthalten. Auf diesem Gebiete wetteifern die amerikanischen Zeitungen deutscher und englischer Sprache miteinander. E:mg.e Probe:: von diesen Kriegsaphorismen seren hier gegeben: „Dm soirkli-chon Optimisten sitzen in Petrograd. Ganz gleich, was d:e Deutschen tun, nach ihrer Meinung ist es immer unwichtig. - Ai»s London wird gemeldet: aus der Dardanellenhalwnsel hatten bei Landung einer britischen Streitmacht tausend Esel eure hor- vorragoude Rollo ^ur Verschleierung der Operationen gespielt. Das sind nicht die einzigou Esel, die die Engländer vor sich her in den sicheren Tod treiben. — Das Schlimmste bor Rupland feb eint Izu sein, daß es kein stehondes Heer hat. — Rudyard Kiplings Erklärung, daß die.Froiitlime in Frankreichs die „Barriere der Zivilisation" sei, ivird in Deutschland beifällig ausgenommen worden." Zum Schlüsse sei/noch der witzige und amüsante Kriegs-^.heaier- spielplan erwähnt, dön die „New^ Porter Staatszoitung" entworfen hat. Sie gibt darin eine Uebersichd über die gegenwärtig an New Parker Bühnen zur Ausführung gelangenden S^tücke und fügt jedem Tramentitel eine „kriegstheaternräßige" Deutung bei. Man. liest da: „In Klein-Deutschlanch" — die Franzosen im Vogesen- ,vinkel. „Tic Fledermaus^' — England, das sich nur im Dunkeln wohl fühlt und das Licht scheut. „The Lie" (Tie Lüget —- foe amtlichen Meldungen von Petersburg, London und Paris. „Alice in Wonderland" .Alice im Wunderland. — Tic Alliierten -allies) an den Dardanellen. „Ein Sommernachtstramn" —; Der Fttedens- schluß. „The Eternal City" (Dio Ewige Stadt. — Konstcmttnopol. — >Und zUm Schlüsse noch ein paar besonders lustige Aus- und Einfälle. „Der Deutsche: ans Vaterland, das teure, schließ dich an! Der Engländer: Dem Fußballklub, dem toiireu, trete bei. — Wenn die „dicke Betta" platzt, so geschickt das regelmäßig im Lager der Feinde. — Was die Deutschen, Oefterreicher und Ungarn jetzt am nreisten exportieren, ist Wichse." donden Vaterlandes einen Erfolg zu sichern Restloses Elnsetzni alter Kräfte bis zum Aeußersten. das ist auch der Daheimgeone^ benen ernste Pflicht. Meteorologische veobachtungen der Station Sietzen. 1 Nov. | 1916 üb g hl N ft 5 « «»>2 £f üo ‘2 Jo av vL c % « -oioi 5 I1ä| Z.5$ üietlei 29. 2" 0,5 43 89 10 Bed. Himmel 29.1 9" 0,7 4,2 88 — — 10 » „ 30. 7" I 1 1,7 4,4 85 10 Bed« Hnnmel Höchste Teinperatur am 28. bis 29. Nov. 1916: -ft 1,3' C. Niedrigste „ „ 28. „ 29. , 1916: 1,6 °C. Niederschlag 0,0 mm. Vermischtes. * Der Nachruf auf das Ueberhuhn. Lady Eqlan tine ist tot! Ja, »Eglantiire" nannte»! die Engel sie, als sie sie in die sterbliche Welt brachten. So klingt es trauernd aus einer ganzen Reihe von a»nerikanischen Zeitungen. Lady Eglantine stainmte zrvar ans edelster Familie, aber sie war doch keine hoch- gestellte Dame der Gesellschaft — sondern eine Henne, oder besser gesagt, eine Ueberhenne. Sie vollbrachte etwas, »vas bisher keinem Huhne gelungen war,- sie legte in einen: eiirzigen Jahre 315 Eier Das bedeutet, daß sie an sechs Tagen der Woche berechtigt war, !re»»dig zu gackern, während sie am siebenten - verinntlich ain Sonntag — der Ruhe vflegte. Ganz erstaunlich erscheint diese Leistuiig, trenn man bedenkt, daß gute Legehennen 100 bis 150 Eier i»n Jahre legen, und daß eine Heime, die es etwa auf 200 Eier bringt, schon vom Züchter als außergeivöhnlicher Schatz be trachtet »vird. Da»ne Eglaiitine wurde den»: auch vo»: ihre»:: Be siher in Maryland als Kleinod gehütet. Stets wurde ihr das beste Futter vorgesetzt, und als sie eines Tages in Ne»v Port zur Ausstellung gebracht »vurde, da wurde sie auch ganz ihre»:: Range entsprechend beha»:delt. Nicht wie andere He:n:en wurde sie etwa in eine»n Hühnerkäfig nach der Hauptstadt gefahren, nein, sie legte die Reise im Schlafwagen zurück, und bei ihrer Ankunft wurde ihr ein Ziininer ii: einem Gasthose angewiesen. Dankbar für die Rücksichtnahme legte sie trotz der Reiseanstrengunq auch an diese»:: Tage ein echtes Eglantinen-Ei mitten in das Gastzinnner und »nachte das Hotel für eine»: Tag dadurch berühmt. Ihr Bild »vurde in Zeitungen und Zeitschrifte»: veröffentlicht. Da koimte »nan sehen, daß sie nicht nur an Legefleiß ihre Livoruer Artgenoffen übertraf, so»:dern daß sie sich auch großer persönlicher Schönheit erfreute. Und nun ist sie dahin, drest brave weiße Henne und ihrem Besitzer bleibt nur noch der Trost, daß sie drei Töchter und neun Söhne hrnterlassen hat! vom deutsch-amerikanischen Uriegshumor. Vom crmettkmrisch.en Kriegshmiwre sind in diesem Jahve öfters Proben gegeben worben. Nicht immer tvirkten sie ganz augeuehUid es bat eben doch oft einen bitteren Beigesckynack, wenn der tettius gaudens än einem Io furchtbaren Ringen, wie dein gegenwättigeu, die humoristische öeite betont. Uneingeschränkter ist die Freude, die rncrit an dem HuMvre der deutschi-an:ettkanischen Presse >haben kcnm, schm: aus dem Grmide, weil sie die Ereignisse nkfjt durch die englische Lügenbttllc zu betrachten pflegt.. Von diesem deutsch- amerckanischen Kriegsh-umore gibt die fleißige und umfassende Sammlung, die Hans Flörke unter dem Titel „Deutsch-amerikanische NiMidgbofseu znm Weiltknege" demnächst bei Georg Müller Tiirche nnd Achnle. ü. Ilbeshausen, 25. Nov. Unter dem Vorsitze von Schulrat Andres fand hier am 27. drovember die dritte Kriegs- Lehrerkonserenz für die Bezirke H-erbstein und Ritter Moos statt. Nachdem Lehrer I 0 ck c l-Crainfeld, der hier Vertte- tungsdienst hat, eine Lehrprobe aus GesckKchte und Erdfttnde^ ge gtten hatte, begrüßte der Schulrat die zusammengeschnwlzene Schar der Anwesenden und unter ibnen als Gast Leutnant Wilh. R abenau, Lehrer in Heisters. — Der festgesetzte Vortrag über die Einbeitsschule, eine Fortsetzung des gleichnamigen Vorttags der Konferenz vom 27. Juli d. Js., mußte ausfallen, da der Vortta ge:ide am Kommen verbindert war. Es wurden sodann mehrere Verfügungen über die ftellvillige Arbeit der Lehrer im Interesse des notleidenden Vaterlandes bekannt gegeben. Das Grvßh. Ministerium des Innern Abteillmg für Schulangelegenheiten, hat bestimmt daß in allen ländlichen Fottbildungsschulen der Unter ttcht sofott zu schließen ist wegen Mangel an Arbeitskräften. Ten Stadtgemeinden bleibt er überlassen, über Schluß oder Weiterführung der Fortbildungsschule selbständig zu entscheiden. — Die Sammlungen von Altpacher, Brennesseln, Teekräutern und Buch^- eckern sind mm zum grüßten Teil beendet und abgeschlossen. Schul rat Andres konnte ein sehr zuftiedenstellendes Ergebnis feststelleu Zinn: Schlüsse forderte er auf, daß jeder Einzelne, dem Ernst der Zeit entspreckteud, seine äußerste Kraft eiusetzeu, seine ganze Per söillijchkeit hingeben müsse, um den besonders an die Lehrer hcran-- trttenden außerordentlicher Arbeiten siirs Wohl unseres noüei- letzte Nachrichten. Herve über die deutsche Zivildienstpflichl. Berlin, 30. November. Tie deutsche Ziolldienstpflicht hat, so berichtet die Korrespoudeuz Piper, in Frankreich eine nicht geringe Aufregung verursacht. Alle Pariser Blätter erwägen jetzt! ähnliche Maßnahmen. Besonders Herve tritt für eine Zivils dienstpflicht nach deutschem Muster em, bezweifelt jedoch, ob dieselbe bei dem schwerfälligen französischen Berwaltungssysbem nutzbringend angewendtt werden könne. Er schreibt hierzu m der „Bictoire": Was den Rumänen und den Russen an der Donau zustößt, wo man nicht vörausgesehen hat, wird uns im Westen zustoßen, wenn wir nicht die deutsche Zivlldienstpflicht, deveü Grundgedanken wir jetzt kennen, unserersetts annehmen. Da me Deutschen das Genie der -Organisation^ besitzen, so wäre nicht daran zu zweifeln, daß sie dieses Massenaufgebot auch, richte verweiiden werden. Wollen svir das deutsche Beispiel abwatten/ um uns zu entscheiden, ob wir es nachahmen werden? Wmn nicht, ivirb man so etwas bei unseren bnreaukrattschen Methoden zustandebttngen. Fliegerbomben auf London. Haag, 30. Nov. „Daily Chronicle" berichtet über einen Fliegerangriff aus London: .Kanin jemand beachtete das Flugzeug, das London mit Bomben bedrohte. Das Ftngzeuch war nicht zu hören. Ter Angttss geschah bei hellem Tage und erfolgte so uner- wattet, daß die Dttonationen aus eine LeuchtgaS-Explosion zurückgeführt wurden. Arbeiter, in deren Nähe eine Bombe Platzte, glaubten, daß ein Autoreifen gesprungen sei. Erft als ein Stück Stein in ihre Nähe fiel, stellten sie ihre Arbeit ein. Der Schaden besteht hauptsächlich in zertrümmerten Fensterscheiben. Große Löcher wurden in den Boden gerissen. Rotterdam, 30. Nov. „Daily Mail" hält es nicht für unmöglich, daß die Deutschen weitere Angriffe mit Flugzeugen auf London unternehmen und sagt: Wir müssen uns darauf vorbereiten, Unser Land und die Hauptstadt zu verteidigen, indem wir Flugzeuge zu Zehntauseuden erbauen. Die „Times" gegen die englische Regierung. London, 30. Nov. Die „Times" zählt sechs Gründe auf, warum das Unterhaus mit der Regierung immer unzufriedener werde: 1.' Die Frage des Mannschaftsmaterials: 2. die Kttse im Lufttienst: 3. die Reorganisierung der Admiralität: 4. der N-Bovl-Krieg und die Torpedoangriffe der Deutschen, denen gegenüber keine ausreichenden Maßregeln zur Bewachung der Handelsschiffe und zum Bau neuer Handelsschiffe getroffen würden: 5. die ^Frage der Förderung der Lebensmittelerzeugung und 6. die Lebensmittelkontrolle und das Verschwinden von Lebensmitteln, da noch immer niemand ernannt sei, um die Reformen durchzu- ühren. Keine russische Munition in Narwik. Kristiania, 30. Nov. Der Hafenkommandant in Narwik belichtet der Zeitung „Aftenpoften": In der Stadt gehen Gerüchte um über Depeschen aus Narwik und Haparanda, die in norwegi- chen und schwttischeu Zeitungen gestanden haben sollen und in denen mitgeteilt wird, daß große Mengen Kriegsmaterial für Rechnung Rußlands und Rumäniens in Nottvogeu gelöscht worden sind. Hierdurch veranlaßt, mögen folgende tattächliche Mitteilungen gemacht werden: In Narwik sind ünf norwegische Dainpfer eingettoffen, die ihre Reise nach Archangelsk abbrechen und ihre Ladung in Norwegen löschen müßten. Ein Dampfer war mit Heringe:: aus Schottland beladen. Ich habe drei der übrigen Dampfer gelöscht und kann eidlich bezeugen, daß auch keine Spur von Waffen oder Explosivstoffen sich an Bord befand. Tie Ladungen bestanden aus gcmz gewöhnlicher Handelsware. Die Deckladungen bestanden aus größeren Lastautos. Ich weis mit Bestimmtheit, daß der fünfte Dampfer mit gewöhnlicher Händelslvare und einigen Lastautos beladen war. Ein russisches Verdammungsurteil über Rumänien. Stockholm, 30. Nov. Der von einer Reise zum Studium des Sanllätswesens zurückgekehtte Duma-Abgeordnete Purisch- kiewitlsch berichtet den: Vdarine- und Armeeauchchuß in Gegenwart beider Minister über die aus der Reise gewonnenen Eindrücke, lieber die militättsche Lage Rumäniens machst er folgende Mitteilungen: Sowie man das Land betritt, erhält man sofott dett Eindruck, daß es sich nicht um eine leist'ungs fähig« Nation handelt. In Rumänien ist das im stärksten Maße vorhanden, ivas wir an den eigenen russischen Verhältnissen am meisten verurteilen. Ganz offen macht sich in der Militär- unb Zivilverwaltung das dreisteste B e ft e ch u n g s w e f e n breit. Die rumänischen Soldaten sind gttuldig, ausdauernd und im allgemeinen nicht schlecht diszipliniert. Aber die Führm^ verdirbt di« Leute. Wie die höheren Offiziere im Lande Hausen, ist unbeschreiblich. Die Requisition wird zu glattem Tiebstabl gegen die Bevölkerung des eigenen Landes ausgenutzt. Gegen die Bauernbevölkerung ertaubt sich jeder schrankenlose Grausamkeiten und Ausschreitungem Beim Stabe der Ztoeiten Armee ist es vorge- kommeu, daß während der entschettenden Schlacht an der trans- sylvanijchen Front Offiziere, ohne sich stören zu lassen, zechten. Die Stimmung der Bevölkerung ist gedrückt, alles erwartet die Niederlage Rumäniens. Was tverdep die Deutschen mit Rumänien machen, heißt das allgemellw Ge- spräcksthema. Rumänien erntet jetzt, schloß Puttschkiewitsch, die Früchte seiner Mißwittschaft. Er empfiehlt schließlich eine Ein- glitterung der rumänischen Armee in die rusfifchc. Die Getreidevorräte Rinnüniens. Rotterdam, 30. 9?vv. „Times" meldet aus Rotterdam, daß die rumänische Getreideerzeugu:ig Deutschland wenigstens während vier Monaten des Jahres mit Nahrung versehen könne, und daß der unerschöpfliche Vorrat von Pettoleum Dentschland in den Stand setzen werde, den Krieg merllich zu verlänger::. ^ontuin gegen Schnupf«» Todes-An zeige. Nach längerem Leiden ist unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwester und Tante Fra/u Thekla Mendelsohn geh>. Fürth heute morgen im .Alter von 65 Jahren sanft entschlafen. i:AG H II Louis Mendelsohn und Frau geh. Nussbaum Julius Mendelsohn und Frau geh. Kaufmann Grustav Rosenberger und Frau geh. Mendelsohn nebst 4 Enkelkinder. Giessen (Ludwigstrasse 29 ), Frankfurt a. M., Gladenbach, den 30. November 1916. Die Beerdigung, findet Freitag, den 1. Dezember, mittags 2 % Uhr, auf dem Neuen israelitischen Friedhof statt. — Blumenspenden dankend verbeten. ooUbD m V -V-. Plötzlich und unerwartet erhielten wir die traurige Nachricht, dass am 14. Oktober infolge schwerer Verwundung mein innigstgeliebter Mann, der treusorgende Vater seiner Kinder, unser hoffnungsvoller, einziger Sohn, unser lieber Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Gefr. Hermann Homer II, Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 222, 1. Kompagnie Lebensjahre nach 26monatiger treuer Pflichterfüllung den Heldentod fürs Vaterland gestorben ist. In tiefer Trauer: Fra» Lina Römer geh. Adolph und Kinder Familie Jakob Römer VI. Familie Ludwig Adolph nebst allen Verwandten. Heuchelheim, den 28. November 1916. 013541 Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung. KINDER-MANTEL in Plüsch * Samt - Krimmer • Astrachan - Tuch Länge 45 cm bis 85 cm.von Mk. 8.75 bis Mk. 26.50 zum großen Teil ohne Bezugsschein Flausch- u. Eisbärmäntel Gr. 45 bis 55 Mk. 3.90 bis 9.75 Kinder-Garnituren. Boas u. Muffe, grosse Auswahl Damen-Garnituren, Boas und Muffe = ohne Bezugsschein =j= DAMEN-, BACKFISCH-, KINDER-HÜTE —■ Größte Auswahl am Platze = 8507a Wilhelm Noll - Seltersweg 36 • ■«I k.<5 = Den Heldentod fürs Vaterland starb bei einem Sturmangriff unser treuer Freund Willy Docter. Zigarren, die immer willkommene DeiHnachtsgabe. empfiehlt in hübschen Geschenkpackungen zu 10, 12 und 25 Stück Wilhelm M o e s e r, Grotzh. Hess. Hoflieferant, Gietzen, Seltersweg Nr. 63. Hhre seinem Andenken. 8591£) Verein Bavaria. Todes-Anzeige. Gestern morgen 11 Uhr entschlief sanft nach langem Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwägerin und Tante Frau Charlotte Eise Wtw. geb. Rinn im 79. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ph. Else. Gießen (Weserstraße 8), den 30. November 1916. f8595 Die Beerdigung findet Freitag, den 1. Dezember nachmittags 4 Uhr auf dem Neuen Friedhofe statt. ÜSicesctasiSe, Giessen WW j diene Vierteliahrskursc in Schneidern, Weitzzeug- : ruchen. Handarbeiten, Bügeln und Kochen beginnen am 4. Dezember. Anmeldungen spätestens Samstag, den ' Dezember, io—6 Uhr im Schul haus Steinstrafie 10. i Die Scmxuarc für technische Lehrerinnen | beginnen neue Kurse Ostern 1917. Die staatlichen Prüfungen ! an ihnen berechtigen auch zur Anstellung in Preuhen , (Preutz. Mm.«Erl. vom 25. 3. !916l. Ueber die Aufnahmebedingungen gibt der Vorstand, sowie die Seminarlehrerinnen Auskunft. Anmeldungen werden von jetzt an entyegengenommen. Prospekte gratis. Pensionat für > Auswärtige. 8330D Wir bieten nach wie vor eine konkurrenzlose Auswahl noch ohne Bezugsscheine Stockschirme ßuffde H Co. Cafe Ernst Ludwig Heute [7163 KÜNSTLER-KONZERT Giessen, Seftersweg52 - Spazierstöcke Seltinsa© mit Silber-, Elfenbein- und Horn-Griffen bis zum billigsten. [8590D] Puppenschirme. Fleisch-Verbrauchsregelung. Um eine möglichst gleichmäsfige Verteilung der her ge,telllen Frnchwurst zu ermöglichen, wird für die Al gäbe von Frischwurst in den Metzgergeschästen der Stad Gietzen tolgendes bestimmt: Bei dem Einkauf von Fleisch oder Fleischwaren i den Metzgergeschästen der Stadt Gietzen kann nur für di valste der abgelieferten Fleischmarken die Abgabe vo: Frischwurst verlangt werden. Werden also 11 Fleisch marken — bei einem Werte der einzelnen Marke vo beismelsweise 20 g — abgeliesert, so können nur 220 ; FrEchwurst (= 57* X 40» verlangt werden. 85931 Diese Bestimmung tritt am 30. Noveniber 1916 in Kraf Gietzen, den 29. November 1916. Ter Oberbürgermeister. Keller. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verluste sagen wir hiermit allen unseren tiefgesühlten Dank. Katharina Schmidt Zamilie Wilhelm Kiitfcl. WMlilm, marlensrei, _ ■, Pfundpaket 25 Pfg., lose per Zentner Mark. Engros-Lager Kubu, Kaiser-Allee 18. [ 0135w Eiermanirs] Sackpsjlwer I von höchster Tri et kraft 1000 fach bestens Gießen, 30. November 1916. 5609 LicSitspiefhaus • Bahnhofstr. 34 Unwiderruflich nur heute nnd morgen Henny Porten Tragische Film-Posse in 4 Akten Oie Riyiierbraui — Damenvereln Cabeisberge Freitag, den 1. Dezember abdS. 9 Ubr i. „Postkeller Vereinsabend Allseit. Erscheinen erwünsch 8604e Die Vorstände I. 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